Toxische Femininität – Eine Begriffsklärung

Von Stefan Sasse und Ariane

Da vor einer Weile der Begriff der toxischen Maskulinität Thema im Blog war, haben wir uns auch einmal bestimmtes, erlerntes Verhalten bei Frauen angesehen, das wir dementsprechend als toxische Feminität bezeichnen. Auch hier soll es keinesfalls darum gehen, dass Frauen generell bösartiger oder Männer die besseren Menschen wären, sondern wir beziehen uns auf bestimmte Verhaltensweisen, die sowohl gegenüber Frauen als auch Männern toxisch wirken können. Da der Begriff toxische Feminität bisher in Wissenschaft und/oder Literatur noch nicht eindeutig definiert ist, haben wir versucht, uns dem anzunähern. [click to continue…]

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Wenn Chauvinisten über Recht sprechen

Auf der Seite Legal Tribune Online hat ein Dr. Alexander Stevens Ratschläge für alle Chauvinisten, wie sie trotz der neuen Gesetzeslage beim Sexualstrafrecht ohne Verurteilung durch Weihnachten kommen. Der Autor ging davon aus, dass ein solches Thema per se nicht sonderlich ernstzunehmen ist und lediglich eine rechtliche Hürde für den Chef von Welt darstellt, ungefähr auf dem gleichen Level wie das Nummernkonto auf den Caymans. Dazu passt auch, dass ihm gelegentlich einfällt, dass Vorgesetzte auch weiblich sein können, aber das wird auch eher als Tribut an eine Norm denn aus Überzeugung geschrieben. Die „5 Tipps, wie Sie straflos durch die Weihnachtsfeier kommen“ sind denn auch genau das, was man erwarten würde. Ihre Betrachtung lohnt sich, um jenen Chauvinismus entlarven zu können, der in den Schaltzentralen der Macht und denen, die sich dafür halten, immer noch so vorherrschend ist. [click to continue…]

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Sweet Home Alabama

Gestern ging in Alabama der viel beachtete Sonder-Wahlkampf um den ehemaligen Senatssitz von Bundesstaatsanwalt Jefferson Beauregard III. Sessions zu Ende. Alabama wurde 2016 von Trump 62% zu 34% gewonnen. Seit 2000 hat kein Democrat in diesem Bundesstaat irgendetwas gewonnen. Es galt daher als sicher, dass die republikanische Strategie, Kabinettsposten mit Personen aus sicheren Wahlkreisen zu besetzen und die Sonderwahlen zu gewinnen. Das ist völlig normales (und sinnvolles) Vorgehen auf beiden Seiten, denn im US-System dürfen Abgeordnete nicht Kabinettsposten innehaben und müssen ihren Sitz bei einem Wechsel in die Regierung aufgeben, woraufhin es zur Wahl kommt. In der Zwischenzeit ernennt der Gouverneur des Staates einen Abgeordneten, der den Sitz in der Sonderwahl dann als Amtsinhaber verteidigen kann – ein großer Vorteil. Doch für die Republicans verlief es überhaupt nicht nach Plan. [click to continue…]

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Jerusalem, Hauptstadt der Juden

Dieser Artikel hatte eigentlich einen anderen Anfang. Doch an diesem Wochenende brannten israelische Flaggen vor dem Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen des vereinigten Deutschlands. Fahnen mit dem Davidstern des jüdischen Staates wurden vor den Augen der Weltöffentlichkeit von Flüchtlingen und Migranten mit muslimischem Hintergrund in Brand gesetzt. Ein aufgebrachter Mob, der seine Heimat wohl eher in den Straßen von Damaskus hat, rief dazu „Khaybar, Khaybar, oh ihr Juden, die Armee Mohammeds wird zurückkehren!“, was eine antisemitische Anspielung auf die einst von Juden besiedelte und nach islamischer Überlieferung von den Kämpfern des Propheten Mohammed eroberte Oase Khaybar im heutigen Saudi-Arabien ist. Blanker Judenhass im Herzen des Landes, dessen Vorfahren vor über 70 Jahren 6 Millionen Juden vernichtet und vergast haben. Es ist eine nationale Schande für ein Land, das sich so gerne weltoffen gibt und dem es doch so schwer fällt, Position zu beziehen. An diesem Tag habe ich mich für mein Land geschämt. [click to continue…]

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Schweden erlebt derzeit eine Welle antisemitischer Gewalt mit Brandanschlägen auf Synagogen und ähnlichen Ausschreitungen, die glücklicherweise bisher ohne schwere Verletzungen abgegangen ist. Diese Taten konzentrieren sich vor allem auf die Bevölkerungszentren, besonders Malmö und Stockholm. Das sind gleichzeitig die Orte, in denen der Großteil der von Schweden angenommenen Flüchtlinge und Asylbewerber der letzten Jahre (kein Land hat gemessen an der Bevölkerungszahl so viele Flüchtlinge aufgenommen wie Schweden) leben. Twitter-User jfkr_ hat dazu diesen Tweet geschrieben.

Das ist in der Tat eine interessante Feststellung. Und sie wirft die altbekannte Frage auf: was tun im Angesicht dieses Problems? [click to continue…]

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Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz ruft dieser Tage die Vereinigten Staaten von Europa aus, spätestens 2025 soll es soweit sein und Deutschland in einem gemeinsamen Staatenverbund aufgehen. Gut, soweit ist der Chef der 20%-Partei nicht gegangen, die sich anschickt, nicht nur Deutschlands Geschicke in den nächsten Jahren zu bestimmen, sondern gleich der ganzen EU. Es lässt sich schon nicht mehr mit Hybris umschreiben, wenn sich der gerade erst fulminant gescheiterte Kanzlerkandidat und Ex-Bürgermeister von Würselen anschickt, Führungskraft auf internationalem Parkett zu beweisen, wo Schulz sich nicht mal traut, seiner eigenen Partei gegenüber seine Vorstellungen von einer Regierung zu präsentieren. Vor dem verzweifelten politischen Harakiri-Piloten breitete jedoch bereits der französischen Präsident Emanuel Macron seine Vision der europäischen Institutionen aus, womit die Angelegenheit wesentlich mehr Gewicht erhält. So lohnt sich ein Blick auf die demokratischen und vor allem verfassungsrechtlichen Implikationen, die mit den Kernvorstellungen eines neuen Staatswesens Europa einhergehen. [click to continue…]

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Gastbeitrag: Twittergewitter: Hashtag #Ichgebeab

Ein Gastbeitrag von Almut Schnerring

Seit 2 Tagen explodiert mein Twitter-Account, der Mitteilungszähler steht ständig auf 99+ und das ist toll, auch wenn ich gar nicht mehr hinterherkomme, zu lesen und zu antworten. Einer meiner Tweets hat ganz viele angesprochen, und es ist sehr rührend-traurig-bewegend, was Leute erzählen (unter den Hashtags #ichgebeab und #ichgebab), über Kinder, über sich selbst, über Momente aus der Rosa-Hellblau-Falle. Auslöser waren diese Zeilen, die ich kurz vorm Schlafengehen abschickte: [click to continue…]

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Die Versuchung der FDP

Die FDP ist derzeit einer großen Versuchung ausgesetzt: weiter nach rechts zu rücken. Ich hatte die dahinterliegende Logik bereits in meinem Artikel „Die FDP auf dem Weg nach Rechts“ beschrieben, aber die Demoskopie unterlegt das gerade mit einer ganzen Reihe von Belegen. Seit dem Abbruch der Koalitionsverhandlungen durch die Liberalen hat die Zufriedenheit mit Lindners Arbeit stark nachgelassen: in allen Parteien rutschte sie deutlich nach unten, am wahrnehmbarsten bei CDU und Grünen. Das ist keine Überraschung, hatten die beiden doch auf eine Jamaika-Koalition mit Lindner gehofft und ihn bereits als Teammitglied eingepreist, der Erdrutsch ist also nur eine Rejustierung des Systems von „Freund“ nach „Feind“ und folgt der üblichen Logik politischer Loyalitäten. Spannender ist dagegen sein leichter Ansehensverlust in der Partei selbst sowie seine steigende Beliebtheit in der AfD, wie aus dem folgenden Graphen ersichtlich ist: [click to continue…]

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Der Staat als Beute

Sofern sie nicht noch an ihrer eigenen Inkompetenz scheitern, sind die Republicans auf dem besten Weg, ein Gesetz durch den Kongress zu bringen, das in nie dagewesener Weise Geld umverteilt – von unten nach oben. Die Irrungen und Wirrungen, durch die das neue Gesetz dabei ging (und immer noch geht) sind ein Mikrokosmos der aktuellen republikanischen Partei, und ein Mikrokosmos der Mentalität, die es der Partei unmöglich macht, als verantwortliche Regierung zu funktionieren. [click to continue…]

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Juncker traut sich nicht

Am Mittwoch präsentiert die EU-Kommission ihre Pläne zur Reform der Währungsunion. Dies wäre eine gute Gelegenheit, auch den gescheiterten Stabilitätspakt zu überarbeiten. Doch Juncker traut sich nicht. [click to continue…]

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