Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Der unbekannte Präsident


Im mittlerweile vierten Monat der Corona-Pandemie weigert sich der amerikanische Präsident Donald J. Trump immer noch beharrlich, eine Maske zu tragen, ob im Weißen Haus oder auf Wahlkampfveranstaltungen. Stattdessen beleidigt er über sein Lieblingsmedium Twitter seinen Herausforderer Joe Biden als unmännlich, weil der eine Maske trägt, was von seinen Anhängern begeistert aufgenommen wird.  Die Reaktion der meisten Beobachtenden ist völliges Unverständnis. Warum besteht Trump auf einem so offenkundig gefährlichen Verhalten, wo doch praktisch alle ExpertInnen die Bedeutung des Maskentragens hervorheben? Ist er zu dumm, das zu verstehen? Zu arrogant? Ist es eine brillante politische Strategie? Dieses Unverständnis gegenüber dem Präsidenten zieht sich auf im letzten Jahr seiner Amtszeit durch sämtliche Berichterstattung, mal mit Verblüffung, mal mit Belustigung, mal mit Entsetzen. Es ist Ausdruck eines tiefen Unverständnisses, auch nach mittlerweile vier Jahren intensivster Beschäftigung mit Trump. Es ist Beleg einer Oberflächlichkeit, eines Mangels an Analyse, die jeden Erkenntnisgewinn über Nummer 45 verhindert. [continue reading…]

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Bücherliste Juni 2020


Anmerkung: Dies ist einer in einer monatlichen Serie von Posts, in denen ich die Bücher und Zeitschriften bespreche, die ich in diesem Monat gelesen habe. Darüber hinaus höre ich eine Menge Podcasts, die ich hier zentral bespreche, und lese viele Artikel, die ich ausschnittsweise im Vermischten kommentiere. Ich erhebe weder Anspruch auf vollständige Inhaltsangaben noch darauf, vollwertige Rezensionen zu schreiben, sondern lege Schwerpunkte nach eigenem Gutdünken. Wenn bei einem Titel sowohl die englische als auch die deutsche Version angegeben sind, habe ich die jeweils erstgenannte gelesen und beziehe mich darauf. In vielen Fällen wurden die Bücher als Hörbücher konsumiert; dies ist nicht extra vermerkt.

Diesen Monat in Büchern: Logik der Misogynie, Wirtschaftskriege, Opiumkrieg, die Geschichte der Frauenbewegung, Bürokratie, Tulsa-Massaker, Frauen im Bundestag, Filme, Demokratie in der EU, Arbeit transformieren.

Außerdem diesen Monat in Zeitschriften: Baustellen der EU, Albrecht Dürer, Äthiopien, Iran.

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Über das Wochenende sind soviele Hotspots unterschiedlichster Art in ganz Deutschland hochgegangen, dass ich per Linkliste mal versuche, das ganze etwas zu ordnen.
Ergänzungen, Links und weitere Einschätzungen sind willkommen.
Auch hier gilt: „Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten.“
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Die Brandstifterinnen

Moralische Überhöhungen sind kein guter Ratgeber, die Welt besser zu machen. Seit der gewaltsamen Tötung des Kleinkriminellen George Floyd in Minneapolis durch einen Polizisten tobt seit Wochen ein Furor. Unzählige Menschen meinen sich zum Richter über alles machen zu können, was ihnen gerade in die Quere kommt. Vandalismus, der sich zuerst als neue Bilderstürmerei gebärdet hat, entpuppt sich immer mehr als die entgrenzte Gewalt, die gerade jungen Menschen innewohnt, wenn man sie denn lässt. Problematisch wird es jedoch, wenn Politik und Medien nicht mehr die Überschreitung von rechtstaatlichen Grenzen einordnen, verurteilen und zur Mäßigung für die immer schwierige Vergangenheit aufrufen, sondern Stimmungen noch anheizen und auf einer Welle des Moralisierens surfen. Dann werden aus Bilderstürmern ganz schnell Schwerverbrecher. Die Brandstifterinnen sitzen auch hier in ihren bequemen Bürosesseln und weisen jede Schuld von sich, wenn Straßen brennen. [continue reading…]

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„Virtue Signaling gone wrong“ wollte ich diesen Text eigentlich zunächst überschreiben. „Virtue Signaling“ bezeichnet angebliche Kommunikation mit der Allgemeinheit, mit der aber eigentlich nur die eigene politische Blase erreicht werden soll. Oft passiert das in einer geradezu theatralischen Weise, die das Gesagte für Nicht-Eingeweihte fast wie eine Karikatur wirken lässt. Erst wenn man es als Schauspiel für ein ganz bestimmtes Publikum begreift, dem damit Loyalität und Zugehörigkeit signalisiert wird, ergibt es Sinn.

Und damit sind wir bei einer weiteren vollkommen überflüssigen Debatte in der deutschen Politik- und Medienwelt. Und wenn wir hier schon mit Social-Media-Slang um uns werfen, wäre ich für den Hashtag „#Vollhorst“.

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Der jüngste alte weiße Mann im Bundestag


Es hätte ein Warnsignal sein sollen. Als der bisher nicht durch politische Meinungsbildung aufgefallene YouTube-Star Rezo anno 2019 (fühlt sich auch an als wäre es eine Ewigkeit her!) das Video „Die Zerstörung der CDU“ postete und damit 1,2 Millionen Abrufe erzielte, legte er einen wunden Nerv der letzten Volkspartei offen. Die Union war vieles, eine Partei der jungen Menschen und ihrer Lebenswelt aber war sie sicherlich nicht. Von einer dankbaren Medienlandschaft begierig aufgegriffen wurde das Video zum Fanal des Niedergangs, wurde Rezo zur Nemesis einer Partei, die in den Umfragen zum ersten Mal eine zwei auf dem Zehnerwert sah und den Weg der SPD zu gehen schien (was der Autor dieser Zeilen damals ähnlich sah). Dann kam Corona, und alles ward anders. Aber 2019 hoffte die CDU, Rezo ihre eigene Wunderwaffe entgegenstellen zu können. Sie hieß Philipp Amthor. [continue reading…]

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