Postfaktisch 2.0 – Deep Fakes

Vielleicht sind ja einige schon mal über dieses Video des Youtubers Vocal Synthesis gestolpert, in dem er verschiedene ehemalige US-Präsidenten den NWA-Song „Fuck The Police“ rappen lässt. Hier werden nicht etwa echte Ton-Fetzen aneinandergereiht, sondern eine Software wurde darauf trainiert, Stimme, Tonfall usw. der Betreffenden so perfekt wie derzeit möglich nachzuahmen.
Im Audio-Bereich ist das eines der eindrucksvolleren Beispiel für das, was als „synthetic media“, also künstliche Aufzeichnungen, bezeichnet und die Beurteilung für Realität und Fakten auf den Kopf stellen wird.

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Ein Beitrag von Erwin Gabriel

 

„Herausgepickt“ stellt, wie „Vermischtes“ von Stefan Sasse, eine Ansammlung von Nachrichten und Themen dar, die mich persönlich bewegen. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. So fleißig wie der Hausherr werde ich aber nicht sein.

Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist – neben der vorherigen Lektüre des verlinkten Artikels – auch mein politischer Standpunkt (konservativ/rechts der Mitte) hilfreich. Auch ich fasse die Quelltexte nicht zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte gebt bei Euren Antworten die entsprechende Nummerierung mit an, um mir und den anderen die Zuordnung zu erleichtern.

Vielen Dank an Stefan Sasse für die Einladung, und vielen Dank auch an Stefan Pietsch für die Unterstützung. [continue reading…]

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Rechtsfreier Raum Klassenzimmer


Einem bekannten Bonmot zufolge haben Lehrer am Vormittag Recht und am Nachmittag frei. Mir geht es heute darum, einen Einblick zu geben in die tatsächlichen Arbeitsumstände für Lehrkräfte. Diese sind weitgehend unbekannt, selbst Denjenigen, die Lehrkräfte im Verwandtschafts- oder Bekanntenkreis haben. Das ist nur natürlich; ich habe diverse Freunde, die irgendwas mit IT machen, und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie deren Arbeitsalltag aussieht. Von meiner Warte aus könnten die auch zaubern. [continue reading…]

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Echte Amerikaner und der falsche Mythen


Die USA sind eine besondere Nation, die aus dem restlichen westlichen Kulturkreis herausragt. Das war den Amerikanern selbst von Anfang an bewusst. Diese Besonderheit konnte verschiedene Formen annehmen. Es gab die Vorstellung, dass man ein leuchtendes Vorbild sei, dem der Rest der Welt folgen würde – „a shining city upon a hill„, in der von Bibelreferenzen getränkten Sprache dieser Tage. Es gab auch die Idee, dass man etwas Besonderes war, gerade weil man sich vom „Old Europe“ distanziert habe, und dass diese Trennung aufrechtzuerhalten sei. Allen gemein ist, dass man sie unter dem Banner des „American Exceptionalism“ fassen kann, der Idee, die USA seien ein einzigartiges Land. Dieser These werden wohl nicht einmal die eingefleischtesten Amerika-Hasser widersprechen. Abgesehen von den intellektuell meist oberflächlichen Gedankenspielereien, die damit einhergehen, hatte die Idee jedoch stets auch politische Implikationen – und das können wir gerade wieder gut beobachten. [continue reading…]

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Trump und die Steuern

Anmerkung: Der Artikel ist nicht von Nicolai Haehnle, sondern von Stefan Sasse. Da gab es irgendeinen Fehler in WordPress. 

Bevor Präsident Donald Trump sein gesamtes Umfeld mit Corona infizierte und auch willentlich in Kauf nahm, unbeteiligte Dritte anzustecken, gelang der New York Times ein journalistischer Aufklärungserfolg, als sie an die Steuerunterlagen Trumps aus den Jahren 2015/16 kam – jene Jahre also, für die der damalige Präsidentschaftskandidat seine Unterlagen zu veröffentlichen sich weigerte. Die Veröffentlichung der Steuerabrechnungen gehört zu den vielen Normen des US-Politikbetriebs: alle Kandidaten für das Präsidentschaftsamt machen das. Alle, bis auf Trump. Schon damals gab das in informierten und interessierten Kreisen Anlass zu Spekulationen. Jetzt, da die Unterlagen da sind, wissen wir Genaueres. Für immerhin drei Tage beherrschte das Thema auch die mediale Diskussion um Trump, dann wurde es vom nächsten Skandal de jour abgelöst. Aber das ist ja kein Grund für uns, nicht einmal näher hinzuschauen. [continue reading…]

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Rechtsfreier Raum Klassenzimmer, Teil 2: Das Informelle


Im ersten Teil dieses Artikels habe ich mich mit den formalen Erfordernissen des Lehrkraftsberufs beschäftigt, von der Ausbildung über die Arbeitszeit zur Bezahlung. In diesem Teil möchte ich mich jetzt der Frage widmen, unter welchen Bedingungen diese Arbeit oftmals stattfindet – und warum sie teilweise nur schwer erträglich sind. Wo es um Schulen geht, wird wie selbstverständlich das Arbeitsrecht nicht angewandt. Gesundheitsschutzmaßnahmen, wie sie in praktisch jedem anderen Beruf selbstverständlich sind, finden sich hier nirgendwo. Dazu kommen an jeder Ecke und Ende die Folgen der Unterfinanzierung des Bildungssystems. [continue reading…]

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Rechtsfreier Raum Klassenzimmer, Teil 1: Das Formelle


Einem bekannten Bonmot zufolge haben Lehrer am Vormittag Recht und am Nachmittag frei. Gearbeitet werden ohnehin nur 38 Wochen im Jahr, der Rest sind ja Ferien. Dazu kommen bei verbeamteten Lehrkräften natürlich die Unkündbarkeit, die sagenhaft hohe Pension, die abschlagsfreie Frühpensionierung. Wenn ich diese Schlaraffenlandvision meines Berufsstands höre, habe ich eine von drei Reaktionen. Entweder ein genervtes Augenrollen. Oder eine erregtere Gegenreaktion. Oder ein sarkastisches „Augen auf bei der Berufswahl“. Man fragt sich dann gerne, warum all die, die neiderfüllt auf unsere scheinbaren Pfründe starren, nicht Lehrkräfte wurden. Scheint ja ein ziemlich leichter Job zu sein. – Ich nehme mir an dieser Stelle des Artikels vor, die Ironie zurückzufahren. Denn mir geht es heute darum, einen Einblick zu geben in die tatsächlichen Arbeitsumstände für Lehrkräfte. Diese sind weitgehend unbekannt, selbst Denjenigen, die Lehrkräfte im Verwandtschafts- oder Bekanntenkreis haben. Das ist nur natürlich; ich habe diverse Freunde, die irgendwas mit IT machen, und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie deren Arbeitsalltag aussieht. Von meiner Warte aus könnten die auch zaubern. [continue reading…]

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Der Kampf um die Deutung der Einheit


Gestern feierte die Republik ihre 30jährige Einheit. Gleichzeitig mit dem 30. Jahrestag der politischen, wirtschaftlichen und territorialen Einheit haben wir aber auch einen dreißigjährigen Jahrestag der ständigen Debatte darüber, wie die Einheit zu bewerten ist. Wenig überraschend eignen sich solche Jahrestage immer sehr dafür, dass alle Beteiligten ihre jeweiligen Lieblings-Narrative herunterbeten können. Liegen sie einmal weit genug in der Vergangenheit, sind sie hauptsächlich eine Gelegenheit für HistorikerInnen, mal wieder interviewt zu werden. Aber die AkteurInnen der Einheit sind zu guten Teilen noch am Leben oder sogar in Entscheidungsstrukturen eingebunden, zumindest, wenn man „AkteurInnen“ als „war zum damaligen Zeitpunkt bereits in der Politik aktiv“ begreift. Von den tatsächlichen EntscheidungsträgerInnen ist niemand mehr in Reichweite echter oder auch nur publizistischer Macht. Ich will im Folgenden eine kurze Analyse des Stands der Debatte abgeben und dabei auch einen historischen Rückblick wagen. [continue reading…]

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Bücherliste September 2020


Anmerkung: Dies ist einer in einer monatlichen Serie von Posts, in denen ich die Bücher und Zeitschriften bespreche, die ich in diesem Monat gelesen habe. Darüber hinaus höre ich eine Menge Podcasts, die ich hier zentral bespreche, und lese viele Artikel, die ich ausschnittsweise im Vermischten kommentiere. Ich erhebe weder Anspruch auf vollständige Inhaltsangaben noch darauf, vollwertige Rezensionen zu schreiben, sondern lege Schwerpunkte nach eigenem Gutdünken. Wenn bei einem Titel sowohl die englische als auch die deutsche Version angegeben sind, habe ich die jeweils erstgenannte gelesen und beziehe mich darauf. In vielen Fällen wurden die Bücher als Hörbücher konsumiert; dies ist nicht extra vermerkt.

Diesen Monat in Büchern: Verdun und Feminismus.

Außerdem diesen Monat in Zeitschriften: Ländliche Räume, Corona, Militär und Parlament.

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

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Filterblasen und alternative Universen

Wir kennen Spiegeluniversen vor allem Science Fiction Romanen und Filmen. In Star Trek tauchen wiederholt Charaktere aus einer anderen Dimension aus, die ihren Pendants in unserer Welt fast zum Verwechseln ähnlich sehen, aber charakterlich das komplette Gegenteil darstellen. Der bärtige Spock, ein brutaler sadist, hat es gar zu musikalischen Ehren gebracht.

Zunehmend könnte man auch bei uns das Gefühl bekommen, dass die unterschiedlichen Teile des politischen Spektrums in unterschiedlichen Welten leben. Wir sind noch nicht ganz an dem Punkt, an dem etwa die USA angelangt sind, aber wir nähern und in erschreckend schnellen Schritten. Und dieses Bild von den verschiedenen Welten dürfte zutreffender sein, als vielen von uns klar ist.

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