In einer längeren Serie betrieb Stefan Sasse vor kurzem Nabelschau bezüglich seiner geschlechterpolitischen Anschauungen. Alles musste auf den Tisch: Gender-Pay-Gaps, Rollenbilder in Werbung, Erwerbsformen von Frauen, Karriereopportunitäten, Schwangerschaften. Der Bloginhaber negiert dabei einen einfachen Fakt: Männer und Frauen sind in allem unterschiedlich.

Die Behauptung, Männer und Frauen seien gleich, stellt auf eine rechtliche Fiktion ab. Vor dem Gesetz soll jedermann ohne Ansehen der Person gleich behandelt werden. Doch wie soll Ungleiches gleich behandelt werden? Zwischen 85 und 90 Prozent aller Gewalttaten werden vom männlichen Geschlecht verübt. Aus gutem Grund stellt das Strafrecht aber nicht auf das Geschlecht, sondern die Tat ab.
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Laut Berichten von Spiegel Online  steht das Prestigeobjekt von Verteidigungsministerin von der Leyen – die Attraktivitätsoffensive für die Bundeswehr – kurz vor dem Scheitern. Neben einem Veto gegen die Offensive hatte Finanzminister für seine Ministerkollegin auch noch den guten Ratschlag parat, jedwedes vorhandene Geld lieber in das marode Material fließen zu lassen.  Sollte die Offensive wirklich gar nicht erst starten können, wäre dies sowohl für Ministerin von der Leyen als auch für die Bundeswehr ein herber Rückschlag.

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Es ist erstaunlich ruhig an der Steuerfront. Hier und da werden ein paar vergangene Schlachten über Progressionen geführt, aber ansonsten beschäftigt sich die große Politik wie in eigentlich längst vergangenen Zeiten mit dem ausgiebigen Erörtern neuer sozialpolitischer Großtaten und der Regulierungskompetenz des Staates. Die Grünen, bei der Bundestagswahl vor einem Jahr doch unerwartet deftig abgewatscht, versuchen in aller Stille ihr Steuerprogramm zu entkernen, dass möglicherweise viel zu dem gefühlten Desaster beigetragen hat.

Doch wie auch im richtigen Leben mutiert inzwischen der Nachwuchs zu den eigentlichen konservativen Kräften, wenn damit längst Überholtes gemeint ist. Einige junge prominente Grüne fordern das Festhalten der Partei am Mantra der Abschaffung des Ehegattensplittings. Die Argumente dafür sind so alt wie die Partei. Und hatte der damalige Spitzenkandidat Jürgen Trittin 2013 selbst Einsicht ob der präzisierten Rechtsprechung aus Karlsruhe gezeigt, so gibt sich der linke Nachwuchs ignorant wie eh und je.
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John Oliver hat in seiner aktuellen Ausgabe von “Last Week tonight” Licht auf eine Praxis der US-Polizei geworfen, die perfekt zu den Vorgängen in Ferguson ins Bild passt. Wie ich im ersten Artikel beschrieben habe, finanziert die Gemeinde Ferguson sich und ihre Polizei zu rund 40% aus Strafen, die mit alarmierender Willkür und großzügiger Verwendung von Catch-22 ausgeteilt werden. Die von Oliver nun beschriebene Praxis der “civil forfeiture” treibt das Ganze noch einen Schritt weiter. Die US-Polizei hat die Befugnis, privaten Besitz einfach zu beschlagnahmen und praktisch ohne Beschränkungen für ihre eigenen Zwecke zu verwenden (dazu gehörten eine Margherita-Maschine und ein Eislaster). Dazu muss der jeweilige Besitzer nicht einmal eines Verbrechens beschuldigt werden. Die Frage nach “cash in the vehicle” gehört bei Verkehrskontrollen in Teilen der USA scheinbar schon zum Alltag, woraufhin die Kohle dann gleich konfisziert wird. Im absurden US-Justizsystem ist dann nicht der Besitzer eines Verbrechens angeklagt, sondern der Besitz selbst – der natürlich nicht unter den Schutz der Bill of Rights fällt. Natürlich kann man jetzt Widerspruch einlegen und klagen, um sein Zeug wiederzubekommen. Das wird dann in einem Gerichtssaal ohne Richter vor einem Staatsanwalt verhandelt, und wie in Ferguson auch ist dadurch, dass die Opfer dieser Maßnahmen im Allgemeinen nicht wohlhabend sind, praktisch garantiert, dass die Polizei damit durchkommt – wer holt sich schließlich für ein paar tausend Dollar einen Anwalt, den ganzen Ärger und die Chance, die Chose auch noch vor einem Staatsanwalt zu verlieren, wenn es um konfiszierte drei Riesen geht?

Video von John Oliver nach dem Break. Weiterlesen →

Geschlechterrollen gibt es schon seit Ewigkeiten. Bereits bei Adam und Eva waren sie klar verteilt: “Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht.” Woraufhin Gott ihm die Frau als Hilfe zur Seite stellte. Gemacht war sie aus einem Teil des männlichen Menschen, ihre Identität war ihm zur Seite zu stehen. Aber nicht einmal das bekam sie hin, denn sie verriet ihn aus Naivität an die böse Schlange. Diese Geschichte, die auch heute noch fleißig gepredigt wurde, diente Christen über Jahrhunderte zur Rechtfertigung ihrer Herabwürdigung von Frauen. Nicht, dass heidnische Gesellschaften besser gewesen wären. Es gibt wohl nur wenige, in denen Frauen einen so schlechten Status hatten wie im Römischen Reich. Dagegen war die christliche Misogynie geradezu ein Segen. Auch bei den alten Griechen war man nicht gerade auf der Seite des Fortschritts, was Geschlechterrollen anging. Weiterlesen →

Video: Cameron-Rap

Grandioser Rap von Premierminister Cameron. Video nach dem Break.

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Liebe Leser,

eine kurze Frage: seid ihr zufrieden mit dem Layout der Kommentare? Aktuell werden neue Kommentare entweder ganz unten angezeigt oder maximal fünf Ebenen tief gestaffelt. Ich habe das mal probeweise auf 10 Ebenen ausgeweitet, aber ich habe immer noch nicht das Gefühl, dass es sonderlich übersichtlich ist. Soll ich die Ebenen komplett abschalten? Bei zehn belassen? Wieder auf fünf herunterfahren? Irgendetwas anderes, was mir als Programmier-Vollpfeife bisher nicht eingefallen ist? Bitte hinterlasst einen Kommentar :)

Lg

Stefan Sasse

Ein häufig unterschätztes Problem ist, wie sehr frauenfeindliche und Frauen benachteiligende Faktoren in unserem Alltag verwurzelt sind. Sie finden sich an Orten, wo man sie gar nicht vermuten würde und wo sie uns auch gar nicht auffallen, weil wir an ihren Anblick von klein auf gewohnt sind. Nichts trägt so sehr zur Konstruktion von Genderrollen und verwurzelten Stereotypen, wie wir sie noch einmal im letzten Teil der Serie betrachten werden bei wie die Konstruktionen, denen wir im Alltag begegnen. Wir finden sie auf den Schachteln von Nahrungsmitteln und Spielzeug. Sie begegnen uns in der Werbung allgegenwärtig. Wir sehen sie auf Schildern in Piktogrammen. Sie durchsetzen unsere Freizeitgestaltung in allen Medien. Selbst unsere Sprache ist davor nicht gefeit. Macht man sich diese Dinge erst einmal bewusst, sieht man es überall. Es ist, wie auf Aufforderung für fünf Minuten nicht an Eisbären zu denken. Weiterlesen →

Es gibt ein Sprichwort, das das grundsätzliche Dilemma jeder Gleichstellungspolitik illustriert, das gleichzeitig in der öffentlichen Debatte weitgehend ignoriert wird: “Biology as fate, pregnancy as a life sentence.” Der große Graben zwischen Männern und Frauen ist und bleibt ihre Biologie, die den Frauen ihre wohl schwerste Benachteiligung überhaupt entgegenstellt: die alleinige Fähigkeit, Kinder auszutragen, zu gebären und in ihren ersten Lebensmonaten zu ernähren (Ersatznahrung ist und bleibt ein schwieriges Substitut). Da fast alle menschlichen Gesellschaften noch immer um eine Kernfamilie aus Mutter, Vater und Kindern herum zentriert sind und eine Mehrheit der Menschen noch immer einen Kinderwunsch hat, ist eine Schwangerschaft im Leben einer Frau ein statistisch zu erwartendes Ereignis. Schwangerschaften aber haben, neben den gesundheitlichen Implikationen und Fragen des Komforts, immer auch die Eigenschaft, Frauen für eine Dauer von mindestens 14 Wochen aus dem Erwerbsleben zu katapultieren, in der Realität aber oft deutlich länger. Pausen im Erwerbsleben aber sind Gift für jegliche Karrierewünsche, und die Begeisterung von Vorgesetzten für Schwangerschaften ihrer Angestellten hält sich meist auch in engen Grenzen. Bisher aber überlässt der Feminismus dieses Feld viel zu sehr konservativen Reformern, anstatt selbst tätig zu werden. Weiterlesen →

Frauen wurden in Deutschland schon oft gleichberechtigt. Die Weimarer Verfassung von 1919 relativierte dies mit einem “grundsätzlich”, ein Vorbehalt, der 1949 im Grundgesetz fallengelassen wurde. Als man bemerkte, dass das Grundgesetz ohne Folgegesetze irgendwie auch nur Papier ist, kam 1957 das Gleichberechtigungsgesetz dazu, das so gut war, dass es bis 1959 auf Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts mehrfach korrigiert werden musste. 1974 wurde Frauen das Verfügungsrecht über den eigenen Körper in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft zugesprochen. 1977 wurden Frauen dann erneut gleichberechtigt, als die männlichen Eheprivilegien aufgehoben wurden. 1980 wurden die Frauen dann am Arbeitsplatz gleichberechtigt. 1985 wurden die Unversitäten verpflichtet, die Benachteiligung von Frauen zu beseitigen, 1991 begann die Öffnung der Bundeswehr für Frauen. 1994 wurde die Erfolgsgeschichte des Gleichberechtigungsgesetzes durch das “Zweite Gleichberechtigungsgesetz” bestätigt. 2001 wurde die Elternzeit beiden Geschlechtern zugestanden. 2006 schützte man Frauen vor Stalking und führte das “Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz” ein. Letzteres sprach nicht mehr von Gleichberechtigung, denn mittlerweile hatte sich bis in den Bundestag vorgesprochen, dass gleiche Rechte auf dem Papier längst nicht einer gleichen Behandlung in der Praxis entsprechen müssen – eine Erfahrung, die sonst auch Minderheiten gerne machen. Offensichtlich besteht also eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Weiterlesen →