Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

{ 1 comment }

Filterblasen und alternative Universen

Wir kennen Spiegeluniversen vor allem Science Fiction Romanen und Filmen. In Star Trek tauchen wiederholt Charaktere aus einer anderen Dimension aus, die ihren Pendants in unserer Welt fast zum Verwechseln ähnlich sehen, aber charakterlich das komplette Gegenteil darstellen. Der bärtige Spock, ein brutaler sadist, hat es gar zu musikalischen Ehren gebracht.

Zunehmend könnte man auch bei uns das Gefühl bekommen, dass die unterschiedlichen Teile des politischen Spektrums in unterschiedlichen Welten leben. Wir sind noch nicht ganz an dem Punkt, an dem etwa die USA angelangt sind, aber wir nähern und in erschreckend schnellen Schritten. Und dieses Bild von den verschiedenen Welten dürfte zutreffender sein, als vielen von uns klar ist.

[continue reading…]

{ 10 comments }

Wenn Identitätspolitik in die Schule umschlägt


Im Jahr 2019 veröffentlichte die New York Times ein gewaltiges Essay-Projekt verschiedenster Autoren mit aktivistischem, wissenschaftlichem und journalistischem Hintergrund. Der Name des Projekts war schlicht „1619“, und die Essays wurden durch eine einzige, große thematische Linie verbunden: Dass die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika nicht mit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 oder den Unruhen in den Jahren zuvor beginnt, sondern vielmehr im Jahr 1619, mit der Ankunft der ersten Sklaven in der Neuen Welt. Das Projekt wurde in der progressiven Seite des Spektrums mit viel Enthusiasmus aufgenommen und fand, in der polarisierten Gesellschaft der gegenwärtigen USA, wenig überraschend kaum Gegenliebe oder auch nur Rezeption im eher konservativen Spektrum. Dies hat sich geändert; die unerbittliche Dynamik der Identitätspolitik hat dafür gesorgt, dass das 1619-Projekt nun zu einem Glaubenssatz der Rechten geworden ist. Ungewöhnlicherweise hat dieser Streit allerdings seinen Weg in die Schulen gefunden – wo er nun wirklich gar nichts verloren hat. [continue reading…]

{ 27 comments }


Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

{ 205 comments }


Gestern Nacht starb die Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg im Alter von 87 Jahren. Ginsburg war eine Ikone der Progressiven in den USA, ein Urgestein der Frauenrechtsbewegung und mit gewaltigem Einfluss auf die Rechtsprechung in den USA und darüber hinaus. Doch aktuell steht weniger ihr Lebenswerk im Fokus der Aufmerksamkeit als die Folgen ihres Todes. Man mag das makaber finden, aber Ginsburg selbst hatte wenige Wochen vor ihrem Tod ihrer Enkelin ein Statement gewidmet, indem sie als letzten Wunsch formulierte, nicht von Trump in dessen erster Amtszeit ersetzt zu werden. Man kann also sagen, dass der Gedanke selbst ihr der Wichtigste war. Wir wollen uns daher genau dieser Frage widmen, denn Ginsburgs Tod ist der Kulminationspunkt einer seit mittlerweile sechs Jahren schwelenden Verfassungskrise in den USA, der das Zeug dazu hat, diese zum vollen Ausbruch zu bringen. [continue reading…]

{ 35 comments }


Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

{ 142 comments }


Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

{ 473 comments }

Bericht von der Demo am 29.08.2020 in Berlin

Vorneweg

Ich distanziere mich, sowie die Redner an der Siegessäule, von jedem rechts- oder linksradikalen Gedankengut. Ich lehne jegliche Gewalt gegen Menschen oder Dinge ab. Sowie dies auch diverse Redner auf der Demo und im Vorfeld der Demo getan haben.

Außerdem möchte ich daraufhinweisen, dass Attila Hildman, weder mein Führer noch Koch ist. Als er am Reichstag den Sturm auf die Bastille nachspielte, war ich drei Kilometer weit weg an der Siegessäule. Die drei Polizisten die dort ausgehalten haben, haben meinen höchsten Respekt. Ich hoffe es geht ihnen gut! [continue reading…]

{ 239 comments }


Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [continue reading…]

{ 32 comments }

Ein Herz für Kontrolleure

In einer in Unordnung geratenen Welt gilt Deutschland als Hort der Gelassenheit. Nicht zuletzt der Umgang mit der Corona-Pandemie scheint für viele das Bild zu bestätigen: Deutschland does it better. Während in einigen Ländern Populisten an der Macht ihre Bürger ob Ignoranz vor der gesundheitlichen Gefahr regelrecht umbringen oder andernorts angesichts chaotischer Staatskunst die Systeme gleich kollabierten, wird bestaunt, mit welcher Ruhe die Deutschen die Einschränkungen in ihrem Leben meistern. Da fallen auch ein paar Demonstranten nicht ins Gewicht, die sich ohnehin jederzeit selbst diskreditieren, wenn sie sich hinter Reichsflaggen versammeln. Den Rest besorgt das gerade hierzulande ausgeprägte Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühl, nicht nur für sich, sondern auch für die Ordnung in Nachbars Garten verantwortlich zu sein. Verstöße gegen den Common Sense des Landes werden mit kurzen Verweisen korrigiert, der Fremde auf der Straße diskret auf die nicht korrekt sitzende Maske hingewiesen. Viele Deutsche empfinden Verantwortung für das große Ganze, sie glauben nicht an Fortschritt durch Wettbewerb und Konkurrenz, sondern an den Erfolg durch das Ziehen an einem Strang. Diese Überzeugung erlebt nun im Kampf gegen ein erstaunlich unsichtbares Virus eine Hochzeit, aber es gilt als Blaupause für die elementaren politischen Probleme, insbesondere für die Bekämpfung des Klimawandels. [continue reading…]

{ 48 comments }