Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.
Fundstücke
1) Deutschkenntnisse und die Polizei
Unter der Rubrik „Bildungsversagen“ ordnet sich vermutlich auch die Schlagzeile ein, dass tausende Bewerber bei Polizei-Deutschtests durchfallen. Bevor jemand zu sehr in Rage gerät: erstens ist es in Berlin, und da gelten ja bekanntlich immer Sonderregeln was die Schulproblematik angeht (man muss unsere leicht angerottete Hauptstadt einfach lieben) und zum anderen gibt es praktisch keinen Unterschied zwischen deutschen Bewerber*innen und solchen mit Migrationshintergrund. In ihrer Unkenntnis der Rechtschreibung sind sie alle gleich (und natürlich: das Problem ist am Prononciertesten im Niederen Dienst; die Bewerber*innen mit Studium fallen „nur“ zu 14% durch, nicht zu den astronomischen über 40% der unteren Ränge). Ich denke, das hat auch damit zu tun, dass die Polizei ungewöhnlich rigoros bei der Bewertung von Grammatik und Rechtschreibung ist. Wer in einer normalen unternehmensinternen Kommunikation hier kleinere Fehler macht, jo mei, man versteht trotzdem, was gemeint ist. Aber bei der Polizei müssen ständig Berichte geschrieben werden, an deren Qualität komplette Gerichtsverfahren hängen können, da ist die Korinthenkackerei schon gerechtfertigt. Ist auch ein schönes Beispiel, wenn jemand fragt, wozu man das eigentlich braucht. Ja, meistens ist es nicht soooo wichtig, aber manchmal eben schon.
2) Privatsachen
Nils Minkmar ärgert sich darüber, dass Jens Spahn Heizungsemissionen zur „Privatsache“ erklärt. „Alles in die Dialektik von Staat und Privat zu zwängen ist das MAGA-Narrativ der Trumpisten. So kann man keinen Zigarettengenuss in der Bahn verbieten, keine Gurtpflicht durchsetzen und schon gar keine Steuern erheben. Was ist privater als mein Schlafzimmer und warum darf ich trotzdem keine Autoreifen verbrennen, wenn ich’s doch möchte? Sehr geehrtes Finanzamt, ihre Zahlungsaufforderung segelt direkto ins Altpapier, denn mein Geld ist meine Privatsache.“ Tatsächlich ist das ja die Argumentation einer „rechten Minderheit“ (Minkmars Worte); für Libertäre ist ja jegliche Staatseinmischung illegitim, sind Steuern schlicht „Raub“. Ich habe an dieser Stelle schon öfter beschrieben, dass die Individualisierung und der stark verengte Freiheitsbegriff ein Grundproblem geworden sind, weil er jede Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft ausklammert. Und das kann halt nicht sein. Egal wie oft man proklamiert, dass es so was wie eine Gesellschaft nicht gibt, es gibt sie halt doch, und sie geht nicht davon weg, dass man sie wegdefiniert. Persönliche Freiheiten müssen zwangsläufig gegen die der Gemeinschaft abgewogen werden, wenn sie einander ins Gehege kommen.
3) Muskismus als Ideologie und politisches Projekt
Quinn Slobodian und Tim Tarnoff erklären in einem Q&A beim Verfassungsblog, dass Musks Ideologie eine inhärent politische ist. Das ist deswegen von Bedeutung, weil die Techbros auf einer oberflächlichen Ebene gerne so tun, als wollten sie den Staatseinfluss reduzieren. Slobodian und Tarnoff weisen diese Annahme weit von sich und postulieren auch, dass DOGE niemals das Ziel hatte, den Staat zu verkleinern, sondern ihn mit privaten Interessen zu verschmelzen. Musks ganzes Unternehmensimperium ist ohne massive staatliche Investitionen ja gar nicht vorstellbar, und Musk macht (anders als manche seiner Apologeten) daraus ja auch gar keinen Hehl. Man muss diese Leute wegen ihres offenen Machtanspruchs deswegen auch auf eine ganz andere Weise ernstnehmen und diskutieren als „klassische“ Milliardäre, die staatlichen Einfluss vor allem dazu ausüben, um sich vor ihren Pflichten gegenüber der Gemeinschaft zu drücken.
4) Verspätungen bei S21
Alan Posener ärgert sich darüber, dass die Fertigstellung von Stuttgart 21 nun auf 2030 verschoben wurde. Ungewöhnlich finde ich, dass er das direkt mit einer Managerkritik verbindet. Denn tatsächlich ist ja auffällig, dass man sich gerne über „die Politik“ ärgert, aber die privatwirtschaftlichen Manager natürlich trotzdem ihre Boni einstreichen dürfen, als hätten sie mit all dem nichts zu tun. Ansonsten bleibt das Unternehmen ein echter Treppenwitz. Schauen wir mal, ob das Ding in vier Jahren tatsächlich mal steht und auch nur ein Bruchteil der versprochenen Gewinne wieder eingefahren wird.
5) Betriebsratswahlen
Florian Gontek beklagt im Spiegel die geringe Aufmerksamkeit für die Betriebsratswahlen. Er bringt die Einbrüche in den Zahlen konstituierter Betriebsräte unter anderem mit der massiven Unterdrückung derselben in vielen Unternehmen mit Hilfe spezialisierter Kanzleien in Zusammenhang und kritisiert, dass die Politik hier viel zu wenig unternimmt, so dass die regelmäßigen Gesetzesbrüche hier einfach hingenommen werden. Ich habe das damals schon in meinem Artikel zu Ungleichheit am Grünen Tisch kritisiert: gerade das Arbeitsministerium müsste viel mehr Ressourcen investieren, um hier gegenzuhalten. Stellt eine Schwadron Arbeitsanwälte ein, die nur den Auftrag haben, das Arbeitsrecht durchzusetzen, wo es gebrochen wird. Denn die Arbeitgeber brechen es gewohnheitsmäßig.
6) Pläne der Democrats
Den Democrats scheint langsam ein Rückgrat zu wachsen. In einer ungewöhnlich deutlichen Warnung an die CEOs von Unternehmen, die mit massiven Spenden an Trump das Gesetz zu umgehen hoffen, erklärte Senator Riben Gallego (Arizona): “Once we take power, whoever the president is, we’re going to break up your companies, so all the investment you did to create these mergers are going to be for naught. Your investors are going to be pissed at you, and you’re likely going to end up getting fired as the CEO because you wasted so much money and corrupted yourself in the process.” Generell scheint die Partei aus dem letzten Mal gelernt zu haben und wesentlich mehr für den Tag zu planen, an dem sie die Macht zurückerlangen. Die Firmenbosse direkt in die Verantwortung zu nehmen und ihnen solche Konsequenzen anzukündigen, ist sinnvoll. Es könnte den einen oder anderen davon abzuhalten, allzu offen mit den Proto-Faschisten ins Bett zu steigen.
7) Blasendebatten
Im Spiegel hat Hannah Pilarczyk ein Essay zur Metapher der Blase geschrieben. Sie ordnet diese als eine Modevokabel ein, die mittlerweile jeden analytischen Wert verloren habe. Einerseits, weil die Forschung so viele Löcher in die Idee gestochen hat, dass es ernsthaft zu verwenden eigentlich nicht mehr möglich ist, und andererseits, weil es nur sehr einseitig verwendet wird. Sie erkennt es als eine Art Selbstgeißelung der Linksliberalen, bei denen das Kritisieren der eigenen Gruppierung als in einer „Blase“ mittlerweile zum guten Ton gehört, während die Rechten umgekehrt sich zwar zunehmend in ihren eigenen Blasen radikalisieren (Tichys Einblick, Welt und NIUS nur mal pars pro toto), aber keine solche Kritik erfahren oder gar Selbstkritik betreiben. Ich habe das hier auch schon oft gesagt: wir alle sind effektiv in Blasen, schon immer (weswegen das Konzept auch analytisch erstmal wenig aussagt), nur dass eine Seite beharrlich behauptet, eine Mehrheit zu vertreten, ob nun schweigend oder nicht. Aber das ist letztlich nur rechtes Moralisieren und virtue signalling.
Resterampe
a) Der Guardian hat was zur Berlinale. Im DLF-Interview äußert sich auch Denis Yücel dazu; ich halte seine Kritik an den „Teilzeitliberalen“ für völlig gerechtfertigt.
b) Eine CDU-AfD-Koalition in BaWü ist, egal was gewisse Leute gerne behaupten, keine mehrheitsfähige Option. Hier geht es nicht um arithmetische Koalitionsmöglichkeiten: 80% der Baden-Württemberger lehnen das ab!
c) Sehr guter Artikel von Tom Nichols zu Trumps Irankrieg.
d) The Death of Khamenei and the End of an Era. Wenn jemand Hintergründe zu Khamenei möchte, gute Einordnung.
e) Aus fünf mach’ zwei? Streit um Neuordnung der Schulstruktur schlägt Wellen. Da fühle ich ehrlich gesagt die CDU-Position mehr: dieses ständige Rumschrauben am System ist weniger zielführend als ein durchlässiges, gut funktionierendes System zu schaffen. Ich glaube auch nicht, dass G9 und Rest zwei gute Säulen sind.
f) Beobachtungen zur AfD und Israel. Ich sag ja, das zieht sich durch alle Lager.
g) The Right Is Becoming What It Hates. Das ist ein verbreitetes Missverständnis. Die Rechte hatte damit nie ein Problem, nur mit dem Ziel.
h) Eine Generalermächtigung zur Blockierung unerwünschter Meinungen. Mir ist unbegreiflich, wie man bei der EU und Deutschland so hart dagegen sein kann und in Trumps (!) viel krasserer, weitreichender Version ernsthaft der Überzeugung sein, das diene irgendwie der Meinungsfreiheit.
i) Jacques Schuster argumentiert für eine Besetzung des Iran. Ich frage mich, ob er je auf eine Karte geschaut hat.
j) Daniel Günther auch weiter stabil Anti-Merz. Diese Partei ist echt ganz schön zerstritten.
k) Die Idee, dass Trump für Frieden stehen würde, war schon immer doof, aber wie man nach Trump I noch denselben Unsinn erzählen konnte, ist mir echt unklar.
l) Roderich Kiesewetter stabil zum Thema Moral in der Außenpolitik.
m) Spannender Thread zu Pseudonymen in den frühen USA. Leute, die ohne Ahnung über die Geschichte historische Argumente benutzen…
n) Reiche ist schon echt verstrahlt.
o) Sprachdefizite zu Beginn der Schulkarriere belasten die Grundschulen. Ich finde mich auch hier der CDU zustimmend: ohne ausreichende Deutschkenntnisse sollte die erste Klasse vermutlich nicht starten. Jetzt müsste man nur noch eine zuverlässige Strategie finden, dafür zu sorgen, dass diese Defizite ausgeräumt werden.
p) Auf dem Department of Education ist ein riesiges Banner von Charlie Kirk, und man fragt sich schon, wie abgedrehter dieser Kulturkampf noch werden soll. Völlig unvorstellbar, dass die Democrats so etwas gemacht hätten, und noch unvorstellbarer, dass das nicht ein wochenlanger Skandal mit einem täglichen Welt-Leitartikel über die gefährliche woke Einflussnahme gewesen wäre.
Fertiggestellt am 02.03.2026



1) Du hast eine Zahl verwechselt, die Bewerber mit abgeschlossenem Studium fallen zu 14% durch, bei den Bewerbern mit Abitur / FH-Reife sind es 31 %
Oh, sorry. Korrigiere es.
2) Privatsachen
Wir leben in Zeiten, in denen der Staat das Leben seiner Bürger immer mehr regelt und reglementiert. Seit der Pandemie hat die Regelungswut eine neue Dimension erreicht. Die Belastung mit Steuern und Abgaben sind auf einem Allzeithoch, ebenso wie der Staatsanteil.
Klar, da bedarf es neuer Rechtfertigungen, um weiter an der Schraube zu drehen, Steuern und Abgaben noch ein paar Umdrehungen anzuziehen und die Gängelung der Bürger weiter treiben zu können. Dazu wird ein Punchingball aufgebaut: Die Erben, die Reichen, unverdientes Vermögen, die Libertären. Das sind doch die Methoden der Autoritäten und Populisten!
(..) weil er jede Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft ausklammert.
Wir verengen ja die Anforderung an die Integration in die Gesellschaft auf den Verfassungsbegriff. Wer das Grundgesetz nicht ablehnt, gilt in linken Kreisen als integriert. Nun, das muss ja für alle Bürger gelten. Aber wo in unserer Verfassung finde ich „die Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft“? Irgendeine Idee?
Die libertären Strömungen nach Hans-Hermann Hoppe haben ihre hoch-theoretischen Ideengebäude radikalisiert. Die sehen Gewaltenteilung und Demokratie als ilegitim an. Besser ein Alleinherrscher mit absoluter Macht an der Spitze, weil der ja persönliche Verantwortung für seine Entscheidungen trägt. Die sagen ja nicht „Steuern sind viel zu hoch“ sondern „Steuern sind Raub“, d.h. grundsätzlich illegitim.
Das natürlich die Zeit vor der Einhegung der Macht infolge der Glorious Revolution und der Französischen Revolution eine extrem gewalttätige und willkürliche war, blendet Hoppe nach meinem aktuellen Verständnis einfach aus. Da ist übrigens ein faszinierender Aspekt an Victor Hugo. Der 1802 geborenen französischen Schriftsteller und Intelektuelle sah sehr klar das Gewaltproblem der Terrorphase der Französischen Revolution, nur war ihm auch präsent, dass sich das von dem Gewaltproblem des Absolutismus nicht unterschied.
Hugo sah Revolution nicht als ein Ereignis sondern als einen Jahrzehnte andauernden Prozess der langsamen aber stetigen Adaptation gewaltfreierer Optionen zur Lösung von Konflikten.
Hoppe sieht das Projekt Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Repräsentative Demokratie als fundamental gescheitert. Dazu äussern sich deutsche Libertäre aber nicht, obwohl sie dem Meister andauernd Respekt bezeugen. Vielleicht kannst Du Hopes zentrales Werk „Demokratie. Der Gott, der keiner ist“ mal lesen. Ist aber auf Deutsch oder Englisch richtig teuer. Ich lese es grad auf Französisch.
Spätestens bei deiner Abgabenquote von über fünfzig Prozent ist die Einordnung „Steuern sind Raub“ fundiert. Da war ja der Sheriff von Nottingham maßvoller.
Der Staat hat in einer freiheitlichen Ordnung die Schlüsselaufgabe, die Freiheiten seiner Bürger zu schützen, nicht sie einzuengen. Das was bis in die Nullerjahre auch in diesem Land Konsens.
Was haben Sie eigentlich gegen diesen Herrn ?
https://www.nottinghamcity.gov.uk/your-council/about-the-council/councillors-and-leadership/the-sheriff-of-nottingham/
@ Lemmy Caution 12. März 2026, 09:19
Die sagen ja nicht „Steuern sind viel zu hoch“ sondern „Steuern sind Raub“, d.h. grundsätzlich illegitim.
Ohne mich an dieser Stelle großartig mit libertären und anderen philiosophischen Denkmustern beschäftigen zu wollen, sehe ich da schon eine gewisse Unausgewogenheit zwischen der Erwartungshaltung des Staates und seinem eigenen Verhalten den Bürgern gegenüber. Jeder Bürger, der sich anderen gegenüber auch nur ansatzweise so verhält, wird von Staat und Mitmenschen heftig verfolgt.
Wie meinen?
„Erwartungshaltung“: Der Bürger soll zahlen und nochmal zahlen und teilweise sogar Steuern auf Steuern zahlen.
„Verhalten dem Bürger gegenüber“: Der Staat verschlechtert durchgehend seine Leistungen und liefert keine Rechenschaft
4) Verspätungen bei S21
S21 steht für die Unfähigkeit des Landes, überhaupt noch etwas Vernünftiges auf die Beine stellen zu können. Das steht ja in einer Reihe mit der chronisch unfähigen Bahn, die gerade die Erneuerung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin auf den Sanktnimmerleinstag verlängert hat, Projekte wie den BER, in der Pampa mit X Jahren Zeitverzögerung erbaut, überdimensioniert und im Berliner Tempo arbeitsfähig. Es steht für die Unmöglichkeit, inzwischen Straßen zu streuen und Stromquellen abzuschalten, wenn sie mehr denn je benötigt werden. Schilda war da noch ein Ort der geballten Kompetenz.
S21 wurde seit Anfang der Neunzigerjahre geplant. Damals habe ich noch studiert. Und es wird fertiggestellt, wenn ich in Rente bin. Oder noch später. Lässt sich mehr über die Unfähigkeit des Staates sagen, die Bürger mit dem Notwendigen versorgen zu können?
Ich denke, es ist echt ein Brennglas für vieles, was falsch läuft.
Darf dran erinnern, wer das Projekt von Beginn an kritisiert hat – und wer es mit Polizei-Hundertschaften und Wasserwerfern unbedingt durchgesetzt hat.
Nein, nein, daran sind die Grünen schuld. Kann gar nicht anders sein.
@ Stefan Sasse 12. März 2026, 21:16
Nein, nein, daran sind die Grünen schuld. Kann gar nicht anders sein.
Wirst Du dieser Art der Kommentare nicht langsam müde?
Doch, aber leider kommt das, was die provoziert, ja auch ständig, und das ermüdet noch viel mehr.
In diesem Zusammenhang völlig irrelevant, weil die Kritik sich NICHT auf die inzwischen manifeste deutsche Unfähigkeit bezog, grosse projekte halbwegs erfolgreich umzusetzen. Nur das aber war Stefan Ps Thema – und bei dem hat er völlig Recht. Wir haben und über jahrzehnte an zunehmende Unfähigkeit als default gewöhnt, so dass viele diese Unfähigkeit für den menschlichen Nirmalfall halten. Nope, ist er nicht und muss er auch nicht sein. Was unternehmen wir dagegen? Nichts …
@ CitizenK 12. März 2026, 11:01
Darf dran erinnern, wer das Projekt von Beginn an kritisiert hat – und wer es mit Polizei-Hundertschaften und Wasserwerfern unbedingt durchgesetzt hat.
Das ist mal wieder eine typische Citizen-Blendgranate.
Die grundsätzliche Projektidee, den Stuttgarter Hauptbahnhof unter die Erde zu verlegen und die enormen oberirdischen Gleisflächen für die Bebauung zur Verfügung zu stellen, ist überaus sinnvoll. Die zweite Projektidee, Stuttgart an die Magistrale (die große europäische Bahnverbindung zwischen Paris und Budapest) anzubinden, ist ebenfalls überaus sinnvoll.
Ab da läuft es schief. Die Magistrale direkt durch Stuttgart zu leiten, obwohl der „natürliche“ Weg knapp an Stuttgart (bzw. direkt am Stuttgarter Flughafen) vorbeiführt, ist klar der Eitelkeit von Unionspolitikern geschuldet. Die lange Frist zwischen positivem Volksbescheid und Beginn der Umsetzung geht im Großen und Ganzen auf die Kappe der Bahn. Die hat auch ziemlich versagt bei der Ermittlung der Geländesituation. Die Grünen (wenn ich die umweltbewegten Gruppen so zusammenfassen darf, die sich trotz Bürgerzustimmung an den „Widerstand“ machten) haben auch ein Jahrzehnt der Verspätungen und Milliarden an zusätzlichen Kosten auf ihre Kappe zu nehmen.
Was man den Grünen aber keinesfalls, auch nicht unterschwellig wie Du, unterstellen sollte, ist, dass sie das Projekt ablehnten aus Angst, „wir“ könnten es nicht schaffen. Die Ausgangsideen waren gut, der Kampf der Grünen gegen die Umsetzung nicht konzeptbegründet, sondern grundsätzlich und daher im großen und ganzen sinnlos und rückwärtsgewandt.
Alles, was nach den beiden guten anfangs genannten Projektideen folgte, lief und läuft weiterhin schief, und BW-Union, Grüne, Bundesregierung und Bahn spielen extrem unrühmliche Rollen.
6) Pläne der Democrats
Wieder ein Beweis, dass die Demokraten nicht besser sind als die Republikaner. Demokratie wird zerstört, wenn der Machtverlust einen immer höheren Preis erhält. Für Trump war der dritte Kampf ums Weiße Haus essentiell, um sich rechtlich immun zu machen, während die Demokraten alles versuchten, ihn über juristische Verfahren zu blockieren.
Was haben die kritisierten CEOs Schlimmes getan? Haben sie Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen? Sie tun das, was Merz, Meloni, Macron etc. auch tun: Sie arrangieren sich mit dem Unvermeidlichen, dem mächtigsten Mann der demokratischen Welt, weil die Wähler ihm die Macht gegeben haben, aus Wut ihre Unternehmen zu zerstören. Sie sagen ihm Investitionen zu und veranstalten Banketts. Das sind heute die Verbrechen in einer angeblich freien Gesellschaft. Zumindest wenn man Linken folgen sollte.
„Für Trump war der dritte Kampf ums Weiße Haus essentiell, um sich rechtlich immun zu machen, während die Demokraten alles versuchten, ihn über juristische Verfahren zu blockieren.“
Einen Schwerkriminellen aufhalten? Wie uNdeMoKratIscH!
Für Trump war der dritte Kampf ums Weiße Haus essentiell, um sich rechtlich immun zu machen …
Oh wow, ein Verbrecher – Trump ist einer – versucht, sich der Justiz zu entziehen und für Sie ist das ernsthaft ein Argument für „both sides“? Wie wäre es mit: Erst denken, dann posten“?
Jetzt kommen Sie auch noch mit dem moralischen Impetus um die Ecke. Deutschland ist echt lost.
In Demokratien gilt ein Prinzip, das nur in sehr extremen Fällen durchbrochen wird: Politiker sind auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt immun gegen strafrechtliche Verfolgung. So hat es durchaus Gründe, dass auch hier niemand gefordert hat, den früheren Verkehrsminister Andreas Scheuer oder Robert Habeck für die Schäden, die sie angerichtet haben, zu belangen.
Der Grund für diese ausgeprägte Zurückhaltung ist nicht selbstlos: Wäre es nicht so, würde der Preis für den Machtverlust enorm steigen. In Autokratien und Diktaturen ist er extrem: Erdogan kann die Macht in Ankara nicht abgeben, weil er sonst den Rest seines Lebens im Gefängnis sitzen würde. Also baut er die Türkei immer mehr zu einer Diktatur um.
Donald Trump ist für ein verhältnismäßig geringes Vergehen – Schweigegeldprozess – angeklagt und verurteilt worden. Verhältnismäßig gering in Bezug auf das, was ihm alles vorgeworfen wurde und weshalb er strafrechtlich belangt werden sollte. So wurde er zum Straftäter. Das können wir ja alles richtig und so weiter finden. Darüber werde ich nicht streiten. Aber die andere Seite ist, dass Trumps Interesse, seine Möglichkeiten skrupellos zu nutzen, dadurch sicher nicht gebändigt wurde. Das soll er übrigens frühzeitig selbst geäußert haben.
Die Leute haben ihn wiedergewählt und nun rächt er sich an allen, die ihm geschadet haben oder versucht haben es zu tun. Nun hat er die Mittel dazu. Trump ist immer ein Extrem und auch hier. Aber das führt uns vor Augen, welchen Sinn diese vermeintliche Nachlässigkeit gegenüber früheren Regierungschefs eigentlich hat.
Also kommen Sie mir nicht mit Ihrer Moral. Wenn die Demokraten nun CEOs androhen, hinter ihnen her zu sein, weil sie sich mit Trump an einen Tisch gesetzt haben, drehen sie die Schraube eine Umdrehung weiter.
Jetzt kommen Sie auch noch mit dem moralischen Impetus um die Ecke.
Kommen Sie mal vom hohen Ross runter. Ich bin älter als Sie, bin durch mehr sehr verschiedene Berufsausübungen gegangen und habe ziemlich sicher mehr Lebenserfahrung.
Donald Trump ist für ein verhältnismäßig geringes Vergehen – Schweigegeldprozess – angeklagt und verurteilt worden.
Und? War überhaupt nicht mein Punkt, als ich ihn als Verbrecher bezeichnete. Er war Hochverräter – so nennt man Leute, die Nichtbefugten streng geheime Informationen zugänglich machen – und er hat ernsthaft versucht, die Zertifizierung einer einwandfrei legalen und legitimen Wahl zu verhindern, um im Amt bleiben zu können.
Politiker sind auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt immun gegen strafrechtliche Verfolgung. So hat es durchaus Gründe, dass auch hier niemand gefordert hat, den früheren Verkehrsminister Andreas Scheuer oder Robert Habeck für die Schäden, die sie angerichtet haben, zu belangen.
Hundertprozentig Ihrer Auffassung, nur ist genau das der Unterschied – Schäden, die durch legitimes und legales politisches Handeln entstanden versus offenkundig illegitimes und nichtlegales Handeln im eigenen Interesse.
Also kommen Sie mir nicht mit Ihrer Moral.
Ich komme Ihnen nicht mit Moral, sondern mit dem US-amerikanischen Strafrecht und der Verfassung. Und ja, die Demokraten haben einen Riesenfehler gemacht – sie waren erheblich zu lasch und langsam in der Strafverfolgung. DAS war der Fehler, die Strafverfolgung geschah schliesslich nicht für Handeln, das bei vorherigen Präsidenten als legitim angesehen wurde. Und nur dann hätten Sie einen Punkt.
Gruss,
Thorsten Haupts
Sie haben Recht, auch mit 58 werde ich immer noch als „junger Mann“ gezählt.
Wir haben keine zwei Meinungen über die Persönlichkeit von Donald Trump. Da sind Sie auf dem Holzweg und da folge ich Ihnen nicht. Die Amerikaner in ihrer Mehrheit – der Supreme Court stützte die öffentliche Meinung – sollten die Wähler entscheiden, ob so jemand wie Trump noch satisfaktionsfähig wäre.
Aber Sie können unmöglich bestreiten, dass es aus Sicht von Trump ein absolut logischer Move war, trotz des hohen Alters von 78 Jahren erneut nach der Präsidentschaft zu streben. 12 Monate Anstrengung für den Jackpot: Entledigung aller Bundesstrafverfahren und Rache an allen politischen und sonstigen Feinden.
Genau das ist mein Punkt: Durch das strafrechtliche Vorgehen wurde die Motivation erhöht wenn nicht sogar geweckt, noch einmal Präsident zu werden. Genau das ist in Demokratien nicht gewollt, dass jemand nur deshalb nach der Macht strebt und sie hält, weil das Gegenteil von Macht ihn finanziell, ökonomisch oder generell existenziell bedroht.
So, und nun machen die Demokraten das Gleiche, in dem sie Unternehmern drohen ihnen zu schaden, wenn sie wieder die Macht haben. Stefan findet das in seinem Kommentar gut und begrüßenswert, ich finde es politisch unvergleichlich dumm und für rechtsstaatlich gesinnte Demokraten inakzeptabel.
Sorry, aber ich weise Ihren Vergleich zurück. Trump attackiert seine Gegner mit fingierten juristischen Angriffen, von denen auch schon einige vor Gericht gescheitert sind. Sollte Trump noch einmal vor Gericht landen, dann deshalb, weil er offen und schamlos geltendes Recht gebrochen hat – und das darf man auch einem Regierungschef niemals durchgehen lassen, was auch immer das für politische Folgen hat.
Der einzige signifikante Unterschied zwischen Barbarenstaaten und Zivilisationen ist die Herrschaft des Rechtes – und die muss für jeden gelten.
Tja, das dürfte nicht so leicht sein. Um das zu verhindern, was Sie erhoffen, wird Trump sich mit Sicherheit selbst amnestieren, Case Closed, wie Sie immer so schön sagen.
Das ist ja das Problem, Herr Haupts: Populisten drehen immer eine Runde mehr. Kommen Sie mit einem Strafverfahren um (machen wir uns nichts vor, das war das Ziel) eine erneute Kandidatur zu verhindern, haut der skrupellose Populist richtig zurück. Amnestiert der eine alle Freunde und Familienmitglieder, legt der Populist noch eine Amnestie seiner selbst oben drauf.
Wie weit wollen Sie das treiben? Und weswegen sollte Trump jetzt eigentlich belangt werden? Und warum gehen Sie nicht auf den eigentlichen Punkt ein, nämlich Stefans Position?
Die Vorstellung, dass Trump in irgendeiner Weise dazu getrieben würde, was er gerade tut, ist lachhaft. Er kündigt das seit 2015 ständig und explizit an. Aber es müssen halt einfach immer die Linken Schuld sein.
Lachhaft oder nicht, 2015 hat Trump sicher nicht für das Jahr 2024 und darüber hinaus geplant. Und 2020 schrieb ich im Gleichklang mit seriösen Beobachtern, dass es das für Trump war. Damals hatte er auch noch nicht den Terminator-Slogan „I’ll be back!“
Du bist in der Rechtfertigung, die Du nicht annimmst. Du hast es begrüßt, wenn die Demokraten gegen Unternehmer vorgehen, die mit Trump an einem Tisch sitzen. Kehre nicht die Beweislast um.
Er hat nie einen Zweifel daran gelassen, Wahlergebnisse nicht anzuerkennen und keinen Respekt für demokratische Normen zu haben. Natürlich hat er nicht 2015 konkrete Aktionen 2024 geplant.
Das war überhaupt nicht das Thema, du argumentierst gegen einen Strohmann. Es geht nicht um „an einem Tisch sitzen“, sondern die Trump bestechen, damit die Behörden Dinge zulassen, die ansonsten nicht zugelassen würden. Darum geht es im Artikel, nicht um normales Lobbying und Kontakte knüpfen.
Das war nicht der Punkt, ob Trump Wahlergebnisse anerkennt oder nicht. Dass er es nicht tut, wusste er lange bevor Du „Piep“ gesagt hast. Die Frage ist, gäbe es ohne die vielen Anklagen heute einen Präsidenten Trump. Ich bin überzeugt davon, dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gibt, dass dem nicht so wäre. Einen Hinweis dazu gab Trump übrigens selbst im Wahlkampf. Da sagte er, dass dies sein letzter wäre. Hätte er verloren, hätte er sich zurückgezogen.
Du bist noch sehr jung. Du kannst Dir in Deinen Vierzigern nicht vorstellen, dass Menschen mit zunehmendem Alter müde werden. Und das entwickelt sich nicht linear, sondern beschleunigt sich. Sonst würden Siebzigjährige hellwach sterben. Das ist der menschliche Faktor. Und Trump, das ist erkennbar, spürt das Alter. Ihn hat hauptsächlich Hass und Rache angetrieben, neben seinem extremen Narzissmus.
Du denkst, er wird von einem starken Veränderungswillen getrieben. Nein, definitiv nicht. Er nimmt die meisten Sachen als Spielzeuge: Ukraine, Gaza, Mullahs. Und verliert sehr schnell das Interesse an seinen Spielzeugen. Das ist nicht das Merkmal von jemanden mit Veränderungsdrang, sondern von jemanden, der sich nicht genug an sich selbst begeistern kann.
Bestechlichkeit ist keine politische Frage, das muss ich Dir hoffentlich nicht sagen. Auch in den USA ist Bestechung strafbar, sogar strafbewehrter als hier. Dazu bräuchten es weder Parteien noch Journalisten zu thematisieren. Nur ist nicht zu sehen, wo CEOs Trump bestochen hätten. Indem sie Investitionszusagen machen, um dem Präsidenten zu gefallen? Lachhaft.
Das halte ich für nicht zutreffend. Die Anklagen spielen da IMHO keine Rolle.
Dass Trump davon angetrieben wird, klar. Das habe ich doch auch oft genug geschrieben?
Man muss schon sehr die Augen und Ohren verschließen und lalalala rufen, um das nicht zu sehen.
7) Blasendebatten
Nur AfD-Wähler leben derart abgeschottet und selbstbefruchtend wie Anhänger der Grünen. Ist aber für Dich kein Thema, weil selbstbetroffen.
Tichys Einblick und NIUS sind absolute Nischen mit wenig Lesern und noch weniger Abonnenten. Die WELT ist ein konservativ-liberales Flaggschiff, bei dem Du selbst noch vor Monaten herausgestellt hast, welche Meinungsvielfalt dort herrscht. Anscheinend gibt es auch bei Dir Turboradikalisierungen.
b) Eine CDU-AfD-Koalition in BaWü ist, egal was gewisse Leute gerne behaupten, keine mehrheitsfähige Option. Hier geht es nicht um arithmetische Koalitionsmöglichkeiten: 80% der Baden-Württemberger lehnen das ab!
Wenn Zweidrittel eine schärfere Migrationspolitik wünschen, ist das für Dich nicht relevant. Aber bei der Koalitionsbildung in einem regionalen Parlament sind Umfragen da schon ein Argument.
n) Reiche ist schon echt verstrahlt.
Wärmepumpen ließen sich 2024 nur 193.000 mal verkaufen, 2025 waren es dann 299.000 Einheiten. Das ist aber noch deutlich unter dem Niveau der massiven politischen Protegierung, als 2023 356.000 Stück verkauft wurden. Bei Gasheizungen sieht es spiegelbildlich aus: Der Absatz ist um ein Drittel auf 276.000 Geräte zurückgegangen. Insgesamt werden so wenig Heizungen verkauft wie 2010 nicht mehr.
Der Staat sorgt mit seinen massiven Eingriffen sowohl gesetzgeberischer Art aus auch mit Förderprogrammen für eine irrwitzige Volatilität, was aber wenig über das eigentliche Interesse von Unternehmen wie Haushalten aussagt.
Echt verstrahlt sind hier die Verteidiger derartiger Markteingriffe.
b) Klar ist das für mich relevant, deswegen kriegen sie die doch.
q) José Antonio Kast ist gestern zum Präsidenten Chiles vereidigt worden…
und wie immer bei neuen Rechtsregierungen in Chile schiesst einer ihrer Abgeordneten ein Eigentor, bei dem man sich erstmal fragt: ‚Das kann er nicht gesagt haben.‘
Der Abgeordnete von Alvaro Carter gestern freudestrahlend ins Mikro: „… das Land wird [unter uns] aufblühen… vielleicht ein ÄRMERES Land. aber ein glücklicheres Land.“
https://x.com/vagoilustrado/status/2031900293319844230
Sie bleiben verlässlich die Könige des unforced errors in politischer Kommunikation.
Und nein. Man muss da aktuell nicht gross Schulden abbauen. Der Haushalt 2025 war fast ausgegliche. 2 % BIP Defizit bei 2,4% Wachstum.
1) Leider verschweigt der Artikel, auf welches Sprachniveau die Tests abzielen. C1 (der sinnvolle Wert) oder C2 mit Elementen aus juristischer Fachsprache (was die Zahlen erklären würde). Aber die Minimalerkenntnis sollte sein: Polizeiarbeit ist eine rundum anspruchsvolle Aufgabe, [Eigene These] von der sich die meisten Bewerber nur des Aspekts „körperliche Fitness“ bewusst sind.
4) Vielleicht ist eine Gesamtschau interessant: 1996 wollte die Bahn unter „Bahnhof 21“ mehrere Bahnhöfe nach dem Muster des geplanten(!) neuen Berliner Hauptbahnhofs modernisieren. Ein Teil der Projekte wurde mangels Realisierbarkeit beerdigt (Frankfurt21, Mannheim21, München21), ein Teil fertiggestellt (Neu-Ulm, Saarbrücken) oder als Kompromiss fertiggestellt (Lindau). Stuttgart21 und Magdeburg21 sind noch im Bau. Das demonstriert imho. wie stark da das sunk-cost-Dilemma durchschlägt.
5) Das Problem ist richtig erkannt, aber so wie du es beschriebst, trifft es nicht zu:
i) Das Hauptproblem ist ein generelles Desinteresse an Arbeitnehmervertretungen in der Arbeiterschaft, besonders im Sektor privater Dienstleistungen.
ii) Denn mit den Gewerkschaften existieren klageberechtigte NGOs, die eine Betriebsratsgründung unterstützen.
iii) Und für die von dir angerissenen Fälle, in denen Betriebsratsgründungen aktiv bekämpft werden, ist die Staatsanwaltschaft zuständig, da es sich da um Straftaten handeln kann (§119 BetrVerfG). [Polemik: Leider sind die Staatsanwaltschaften mit dringenderem beschäftigt, wenn Politiker*Innen als „Larifarikasper“ o.ä. tituliert wurden]
7) Hier irrt Pilarczyk (und Sasse) in doppelter Hinsicht:
i) Das Thema ist nicht Links-Rechts (ich hatte vor zwei Wochen die NDS erwähnt) sondern ausdrücklich staatstreu-systemkritisch
ii) Die Asymmetrie ist (zumindest bei uns) umgekehrt. Die Filterblase ist beim „Mainstream“ deutlich rigider, weil diese die sich strikt von „systemkritischen“ Medien abgrenzen, während immer wieder in den „Gegenöffentlichkeit“ Alternativmedien auf „Mainstream“-Presse und „staatstragende“ Alternativmedien Bezug genommen wird.
[Claude Code . Genannte Quelle: Kettner-Edelmetalle]
Der Sprachtest für den Polizeidienst in Deutschland ist nicht offiziell einem bestimmten GER-Niveau (wie B2 oder C1) zugeordnet, aber aus den Inhalten lässt sich das angestrebte Niveau gut einschätzen:
Inhaltlich wird geprüft:
Rechtschreibung und Grammatik, Zeichensetzung – Bewerber müssen Groß- und Kleinschreibung beherrschen, Kommas, Präpositionen und Konjunktionen richtig setzen und falsche Schreibweisen erkennen. Ausbildungspark
Wortschatz, Ausdrucksvermögen und Sprachverständnis – etwa Synonyme oder Gegenteile finden. Polizeitest
Diktate, Lückentexte und teils freie Aufsätze
Anspruchsniveau:
Das Niveau entspricht in etwa solidem Mittelstufen- bis Oberstufendeutsch (ungefähr B2–C1 nach GER). Die Anforderungen gelten als „alles andere als akademisch“: Bei einem Diktat von ca. 200 Wörtern bedeuten für den mittleren Dienst mehr als 14 Fehler das Aus, für den gehobenen Dienst liegt die Grenze bereits bei 11 Fehlern. Die häufigsten Stolpersteine sind Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung und Doppelkonsonanten – Stoff aus Grundschule und Mittelstufe.
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Das mit dem A1, … , C2 sollte man eh nicht so ernst nehmen. C1/C2 Prüfungen sind so aufgebaut, dass der Prüfling sagt, in welchen Bereichen er geprüft werden soll. Wenn man fliessend Juristen-Deutsch beherrscht, kennt man nicht unbedingt die grundlegenden Fachbegriffe der Physik.
Danke für die Recherche. Dann ist das aber tatsächlich eine Frage der schulischen Vorbildung.
1) Sehr gut möglich und genau darauf wollte ich hinweisen. Überdurchschnittliche Anforderung ans Sprachniveau.
4) Inwiefern? In Stuttgart war das ja ein Riesenthema, in Mageburg eher nicht.
5) Meine Kritik ist ja gerade, dass die Kapazitäten gar nicht da sind.
7) i) Ich denke, das kommt auch dazu, aber nicht ausschließlich.
ii) Weiß nicht.
1) Leider nicht, siehe Lemmys Recherche.
4) ich kenne die Bedingungen in Magdeburg nicht, aber vermute, dass da die Baubedingungen so waren, dass die Probleme am Anfang unterschätzt wurden und sich der Bau immer weiter verzögert hatte. Genau das ist mein Punkt. Wenn du die Probleme eines Projekts am Anfang nicht siehst (wie in München un Frankfurt) und mittendrin merkst, dass das Ganze immer komplizierter wird, kann man auch nicht mehr abbrechen.
7) ii) Ich habe mal kontrolliert, sowohl bei NDS (sorry für die Wiederholung, aber ich kenne nicht so viele Fundamentalkritiker) als auch bei „Multipolar“ sind mehr als die Hälfte der verlinkten „Lesetips“ aus klassischen Medien. Bei Tichy und achgut habe ich keine Fundsammlungen gefunden.
4) Die Probleme in Stuttgart waren wahrlich bekannt. Die S21-Protestierenden hatten ja ganze Bataillone von Expert*innen…
7) ii) Ja, aber die als Belege herzunehmen spricht ja nicht gegen Filterblase. Und die kommerziellen Medien verlinken generell nicht aufeinander, sondern nur intern.
b) Die CDU-CSU-SPD Koalition im Bund wird auch von ca. 70% der Bevölkerung negativ gesehen, existiert aus Machtarithmetik dennoch.
h) Welche konkreten Zensur- oder Kontrollgesetze meinst du, wenn du von „Trumps (!) viel krasserer, weitreichender Version“ sprichst? Vielleicht ist da etwas an mir vorbei gegangen.
l) Die einzig stabile an Kiesewetters „Moral“ ist seine pro-westimperialistische Doppelmoral.
m) Unglaublich viele Nebelkerzen, um die Wirklichkeit schönzureden: Es gab in der Vergangenheit (und gibt!) gute Gründe, politische Meinungen nicht unter bürgerlichem Namen zu veröffentlichen. Dies hing (und hängt!) mit politischer Repression zusammen.
b) Die CDU-CSU-SPD Koalition im Bund wird auch von ca. 70% der Bevölkerung negativ gesehen, existiert aus Machtarithmetik dennoch.
Das sind aber komplett andere Fragen. Die Arbeit der Koalition – nicht deren Existenz/Zustandekommen wird kritisiert.
Schwarz-Rot war schon die absolute Wunschkoalition bei der letzten Bundestagswahl: https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/umfrage-koalition.shtml
Selbst diese „Wunschkoalition“ fanden nur 48% gut.
Guter Wert, besonders wenn man auch „keine davon“ auswählen durfte^^
i) Was für ein Trottel muß man sein, um diese Frage zu stellen?
„Hat Donald Trump die Geduld dazu?“
Das ist wohl der planloseste Krieg, den eine Großmacht je geführt hat:
https://bsky.app/profile/chrismurphyct.bsky.social/post/3mgqotmihcs2w
Echt krass.
Ich könnte da keine Hierarchie erstellen. Etwas ist planlos oder nicht. Das Proble, ist, dass die das immer wiederholen. Vietnam, Libyen, Irak, Afghanistan, etc kann man auch in die gleiche Planlos-Kiste werfen.
Der Druck auf Pinochet vor dem Abwahl-Referendum, Invasion in Panama Ende 1989 und v.a. auch der Falklandkrieg der Briten waren sehr gut geplant. Die letzten beiden wurden auch scharf kritisiert, aber beides erreichte die Ziele. UK hätte die Millionen-Stadt Buenos Aires bombardieren können. Sie haben sich ganz bewusst strikt auf argentinische Kriegsschiffe in der Nähe des Archipels und die Truppen auf der Insel konzentriert. Ein auf Festland-Argentinien ausgeweiteter Krieg hätte der grausamen wie unfähigen Militärjunta nur wieder Unterstützer aus der Bevölkerung zugeführt.
Die Reagan Regierung hat verschiedene Generäle vor dem Referendum zum Fortbestand der Diktatur in Chile mehrmals angerufen: „Wir schauen uns diese Wahl sehr genau an und bei Unregelmässigkeiten gibts massiven Ärger“. Wir wissen heute, dass Pinochet noch in der Nacht der Wahl versuchte, die anderen Generäle erfolglos davon zu überzeugen versuchte, das Wahlergebnis nachträglich zu fälschen. Um Mitternacht gab der Befehlshaber der Luftwaffe General Matthei im Fernsehen eine Erklärung ab, dass das „nein“ vermutlich gewonnen hätte. Dann liefen im Fernsehen 2 Stunden alte US Zeichentrickfilme wie Road Runner. Um 2 Uhr nachts gab schliesslich ein Vertreter der Junta offiziell das vorläufige Endergebnis bekannt. Das ’nein‘ hatte mit 54,7 % zu 43 % gewonnen. Der Weg für die Redemokratisierung war frei. Nach 15 Jahren Diktatur.
Diese Wahlkampagne hatte sich durchgesetzt: https://www.youtube.com/watch?v=PI9gNUoknIg
Was ich sagen wollte: Der sogenannte ‚Westen‘ ist in der Zwischenzeit dümmer geworden. Wir alle.
Je früher wir die Heinis nicht mehr brauchen desto besser.
https://x.com/foxandfriends/status/2033524715621376367
Zu 2)
Ich habe als im Kern Konservativer kein Verständnis für Idioten, die glauben, ein nachtwächterstaat wäre die Alternative zu einem funktionierenden, sozialliberalen, Staat (der default Westeuropas). Ich habe aber gleichzeitig genausowenig Verständnis für Leute, die bei absolut jeder Strassenkreuzung von Staat und Privat „Staat“ wählen. mit welcher Begründung auch immer. Minkmar gehört dazu (Ich ziehe das gerne zurück, wenn mich jemand auf den Beitrag von ihm verweist, in dem er sich klar GEGEN Staatseinmischung ausspricht). Es sind auch praktisch ausnahmslos dieselben Leute, die ansonsten liebend gerne Individualrechte gegegn den staat oder Organisationen in Stellung bringen, sofern die besagten Individualrechte ihre ideologischen Überzeugungen entsprechen. Minkmars Kritik ist einfach nicht glaubwürdig.
Wir sind weiss Gott kein unterreguliertes Land und zur Zeit ist mein Verständnis weit eher auf der Seite derjenigen, die Staatseinmischung zurückdrängen wollen, selbst wenn die sich im Einzelfall irren. Die Staatsquote am Bruttosozialprodukt – alleine – ist dafür ein mehr als hinreichendes Argument!
Gruss,
Thorsten Haupts
Es sind auch praktisch ausnahmslos dieselben Leute, die ansonsten liebend gerne Individualrechte gegegn den staat oder Organisationen in Stellung bringen, sofern die besagten Individualrechte ihre ideologischen Überzeugungen entsprechen.
Das ist halt ein generelles Problem. Konservative sind genausowenig Verfechter individueller Rechte vs. staatlichen Eingriffen. Herrn Spahn ist die Freiheit des Heizungskellers auch wichtiger als die meiner Gebärmutter.
Konservative sind genausowenig Verfechter individueller Rechte vs. staatlichen Eingriffen.
Weiss ich. Ich habe oben erklärt, warum ich hier und heute eher bereit bin, Leuten zuzuhören, die weitere Staatseingriffe (es geht ja immer um „mehr“, nie um „hier weniger und dort mehr“) ablehnen.
Och, ich hab auch durchaus etwas Mitleid mit Spahn und Reiche.
Das große Freiheitsversprechen, sich jetzt beliebig viele Öl- und Gasheizungen in den Keller zu bauen, wirkt gerade nicht ganz so grandios 😉
@ Ariane 13. März 2026, 14:18
Das große Freiheitsversprechen, sich jetzt beliebig viele Öl- und Gasheizungen in den Keller zu bauen, wirkt gerade nicht ganz so grandios
Meine Frau hat ihren alten Verbrenner gegen ihren vorher verkündeten ausdrücklichen Willen und auf mein nachdrückliches Beharren nun gegen ein Elektroauto getauscht. Der Wagen gefällt ihr deutlich besser als der ältere VW Golf, fährt entspannter, sportlicher, sparsamer. Nun, da die Spritpreise derart in die Höhe gegangen sind, ist sie regelrecht happy, dass der Wagen nicht mal halb so viel Strom- wie vorher Benzinkosten erzeugt.
DAS überzeugt sie von der Technik: Die Leichtigkeit beim Fahren, die niedrigen kosten – sie braucht kein Gesetz, das regelt der Markt. Auch die Heizungskäufer, die sich heute entscheiden, treffen eine Entscheidung, mit der sie 10, 20 Jahre leben müssen. Auch Du kannst mit einer durch eigene Einsicht ausgelösten Verhaltensänderung besser leben als mit der gleichen Verhaltensänderung, die vom Staat bestimmt werden würde.
Ja, ich finde die neue Regeleung gut. Nein, ich würde mir selbst keine neue Ölheizung einbauen, sondern vermutlich auf alternative Energien setzen. Und, als Ergänzung: Ja, dass ich mir die alternative Energieerzeugung leisten kann, spielt dabei eine erhebliche Rolle.
Gegenpunkt: Erinnerst du dich an das Glühbirnenverbot? Gleicher Aufschrei, das Verbot kam, und ich kenne niemand, der den Dingern noch hinterhertrauert. Die LEDs sind so viel besser, das ist unglaublich. Hätte man nur darauf vertraut, dass das so läuft, wäre das sehr viel langsamer gewesen.
Ich war zu der Zeit schon in Mexiko, insofern bin ich mir da nicht ganz sicher. Aber meiner Meinung gab es zum Zeitpunkt des Verbots kaum LED, sondern das waren noch diese Quecksilbersparlampen. Und die waren tatsächlich, sowohl umweltmässig, als auch vom Licht her eine Katastrophe.
@ Stefan Sasse
Destello war schneller, und hat natürlich Recht. Hätte man den Markt entscheiden lassen, hätten die Glühlampen noch etwas länger durchgehalten und wären dann direkt von LEDs abgelöst worden, ohne dass (bei sachgerechter Entsorgung) zig Tonnen giftigen Sondermüll oder (bei normaler Entsorgung über den Haushaltsmüll) einfach nur Tausende Tonnen quecksilber-vergifteter Hausmüll entstanden wären.
Man sollte der Diskussion einen anderen Rahmen geben.
Die Regulatoren haben den Kontakt zu der Realität der Umsetzer verloren. Der MUSS wieder hergestellt werden, sonst erleiden wir Schiffbruch.
Den Neoreaktionären wie Curtis Yarwin und Hans-Hermann Hoppe geht es darum, die Innovationsfähigkeit des Westens wiederzugewinnen. Sie haben absolut valide Punkte. Nur sollte man aus meiner Sicht dafür nicht direkt das gesamte Sozialsystem und machteinschränkende Spielregeln wie Gewaltenteilung, unser Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie über Bord werfen.
Mein konkretes Ich
Ist auch in meinen IT Projekten offensichtlich, dass Richtlinien nicht zu Ende gedacht werden, schliesslich muss man so ein Meeting mit Leuten mit gefährlichen Halbwissen irgendwann auch mit einem Ergebnis beenden.
Die effektivste Fähigkeit eines IT Teams besteht zunehmend in der schnellen Einschätzung darüber, welche der massenweise einprasselnden architekturellen Vorgaben wir ignorieren sollten, weil das eh in ein paar Monaten wieder aufgegeben wird, weil es sich in der real existierenden Umgebung als nur unter prohibitiven Kosten herausstellen wird.
Oft sind diese „Entscheider“ in diesen Meetings sehr aufgeräumte symphatische Menschen, auch weil sie sich nicht ständig mit der höchst unperfekten realen Welt auseinandersetzen müssen.
Es gibt nun die neue Mode, den Externen Zugriff auf Logs von Testsystemen zu unterbinden. Schliesslich können Testdaten reale Daten enthalten, weil die einfach vom Produktivsystem kopiert wurden ohne sie zu anonymisieren, weil man ja so unter Zeitdruck steht. Irgendwo gibt es dann aber Lücken, so dass man sehr mühsam doch an die Logs kommt. Das kann man nun mit kleinen Helferprogrammen automatisieren. Man muss also die Organisation für die man pro Stunde bezahlt wird hacken, um die Arbeit zu machen, für die man von der Organisa bezahlt wird.
Man sollte der Diskussion einen anderen Rahmen geben.
Ja absolut. Individuum vs. Gemeinschaft auszutarieren sind schwierige Fragen, oder auch sowas dass absichtliche Verlangsamung zb Checks & Balances Teil der Demokratie und kein Bug ist.
Bin nicht so begeistert, dass da ständig das Narrativ des großen Freiheitskampfes aufgeführt wird, weil diese ernsthaften Fragen dadurch ein bisschen zur Clownshow avancieren.
Dein Beispiel kann ich gut nachvollziehen, wir haben das in kleiner dafür akuter oft mit Datenschutz. Irgendwer braucht akute Hilfe bei Wasserschaden, mag aber die Nummern von Leuten vor Ort nicht rausgeben (oder hat die gar nicht erst)
Endet oft genug damit, dass 10 Leute für eine Sache telefonieren und alle sind froh, wenn ein Cousin 3. Grades ohne bekannten Namen irgendwo aufgetrieben werden kann, solange jemand die Scheiß Tür öffnet 😀
Yup. Man versuche einmal, in einem Grossprojekt mit mehr als tausend Beteiligten aus zwei Dutzend Firmen einen gemeinsamen Urlaubskalender (auch noch mit Mailadresse und Telefonnummer) einen GEMEINSAMEN Urlaubskalender mit Zugriff für alle im Projektnetzwerk anzulegen. Sollte ich das noch einmal machen müssen, werde ich die Genehmigung dafür gleich beim Staatsekretär im Innenministerium beantragen 🙁 .
Die Verlangsamung, um wirklich alles zu prüfen ist aus meiner Sicht ein bisserl aus dem Ruder gelaufen.
Ich habe das in meinem beruflichen Umfeld auch als klein. Das steckt nur in grösseren Worthülsen.
Anderswo erledigt doch schon längst ne genAI das Korrekturlesen oder schreibt gar den ganzen Bericht. Leute…
Was ist eine genAI?
„Lachhaft“? – Eher zum Weinen. Als ob Großkonzerne, zumal mit Macht über einflussreiche Medien, rein privatwirtschaftliche Veranstaltungen wären ohne politische Dimension.
Kommen auch Fakten?
Praktisch alle relevanten Medien in den USA gehören den 4 oder 5 reichsten Menschen. Also ob Sie das nicht wüssten.
P.S. Was ist das Faktrum in „Lachhaft“?
Falls Sie wirklich „Fakten“ wollen, hier werden Sie fündig:
https://www.theatlantic.com/ideas/archive/2025/04/trump-kleptocracy-autocracy-inc/682281/?gift=hVZeG3M9DnxL4CekrWGK379ClsIhoOKrflPAOqc3LwU&utm_source=copy-link&utm_medium=social&utm_campaign=share
und
https://snfagora.jhu.edu/our-work/research-projects/kleptocracy-tracker-timeline/?utm_source=substack&utm_medium=email
Lesen Sie manchmal auch Ihre Quellen und gleichen sie mit Ihren Argumenten ab? Dass Trump korrupt ist, gähn. Dann geht es um einen Saudi, der nicht der amerikanischen Gerichtsbarkeit unterliegt. Aber wo ist der Punkt, dass amerikanische Unternehmer sich (systematisch) strafbar gemacht hätten?
Behauptet doch gar niemand! Es geht explizit um Leute, sie sich sehr konkret so verhalten haben, nicht um systematische, alle Unternehmer*innen betreffende Maßnahmen.
„So“ verhalten?
Du hast hier einen Knaller losgelassen und bei genauer Betrachtung ist es nur heiße Luft. Was soll der Quatsch, Stefan? Gehen Euch die Ideen aus, Euren Hass auf Unternehmer und Reiche loszuwerden?
Korruption, Bilanzfälschung, Betrug sind Straftaten. Hier, in Brüssel, in den USA. Und so lange die USA ein Rechtsstaat sind, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, dass Straftaten nicht verfolgt würden.
Sonst noch was?
Leute im Trump Umfeld, konkret Curtis Yarwin, vertreten als zentrale These, dass der Westen mit der Glorious Revolution in England 1588 falsch abgebogen ist. Für die sind Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung woke Ideen, weil es viel cooler ist, dass ein Mann an der Spitze verantwortlich ist und letztlich alle Macht auf sich konzentriert wie in Unternehmen oder im Absolutismus des frühneutlichen Europas.
Ja, ich ha da letzthin ein Buch dazu gelesen, in dem es um Reaktionäres Denken ging, und der hat auch nachgewiesen, dass diese im Endeffekt um Hobbes rum den Cut machen.
Also Sie sind schon seltsam. Zum einen, auch (sehr) reiche Menschen konkurrieren miteinander. Wäre es nicht so, würden sie selbst ihren Markt extrem verengen, womit es weniger Reiche gäbe. Marktwirtschaft, CitizenK. Die USA sind um ein Vielfaches größer als Deutschland, es liegt in der Natur der Sache, dass die Eigentümer von großen Medienunternehmen, die national agieren, sehr wahrscheinlich selbst reich sind. Das Gegenteil dürfte sehr schwer sein. Sie gerade als Anhänger des ÖRR müssen doch zugestehen, dass wir mehr als die USA eine mediale Monokultur für 9 Milliarden Euro Zwangsabgaben haben und Journalisten, die ihre publizistische Macht zur Politik einseitig nutzen.
Das ist für die Welt kein Vorbild. Extrem teuer und extrem einseitig ist eine denkbar schlechte Kombination. Übrigens, New York Times und MSNBC (inzwischen: MS Now) gehören schon mal nicht den vier, fünf reichsten Menschen.
@ Stefan Sasse
5) Betriebsratswahlen
Stellt eine Schwadron Arbeitsanwälte ein, die nur den Auftrag haben, das Arbeitsrecht durchzusetzen, wo es gebrochen wird. Denn die Arbeitgeber brechen es gewohnheitsmäßig.
Weit über die Hälfte der Betriebsratsmitglieder, die ich in meiner nun über 50-jährigenberuflichen Karriere erleben durfte, verstanden unter „Einsatz für die Rechte der Kollegen“ eher „weniger Einsatz fürs Unternehmen und für den Job, für den man bezahlt wird“. Die meisten Betriebsratsmitglieder (= nicht alle, aber eben die meisten) waren klug und faul. Sie nutzten das Arbeitsrecht, um sich persönlich zu sichern, um einen Grund für schlechteren Einsatz zu haben, und schützten nur in sehr wenigen Fällen die Schwachen, aber in sehr vielen Fällen die Trägen und Faulen. Und da, wo es „Idealismus“ gab, diente er dazu, dem Unternehmen Schwierigkeiten zu bescheren, weil man es konnte, und weil „pro Arbeitnehmer“ gleichgesetzt wird mit „contra Arbeitgeber“.
So, wie Du das hier tust.
Ich setze das nicht gleich. Ich war ja selbst auch schon BR und BR-Vorsitzender, ich kenne das. Und ich sehe mein Amt durchaus konstruktiv. Gibt es schwarze Schafe? Klar, die gibt es immer. Aber du wirfst mir Pauschalisierung vor und pauschalisierst selbst.
@ Stefan Sasse
Aber du wirfst mir Pauschalisierung vor …
Nein. Du pauschalisierst zwar, aber ich werfe Dir überzogene einseitige Hetze (ich meine es nicht gar so grob, aber mir fehlt gerade ein Wort für stumpfes, sinnfreies verbales Draufkloppen) gegen besseres eigenes Wissen vor. Bärbel Bas lässt grüßen.
… und pauschalisierst selbst.
Wo? Ich habe mich ausdrücklich auf meine eigenen Erfahrungen beschränkt und das auch noch grob quantifiziert.