Rezension: John Dolan – They should have been hanged

John Dolan – They should have been hanged

John Dolan, bekannter unter seinem Alias „Gary Brecher, the War Nerd“, hat schon mehrere Essaysammlungen veröffentlicht, genauso wie eine brillante Ilias-Übertragung (beide hier besprochen). Nun liegt neu eine Essaysammlung zum Thema „Amerikanischer Bürgerkrieg“ vor, die der selbst erklärte „Hardcore Unionist“ unter den provokativen Titel „They should have been hanged“ stellt. Dolan alias Brecher alias War Nerd ist für seine politische Lager überschneidende, scharfe Rhetorik bekannt. Entsprechend kann man auch hier mit sehr klaren Meinungen rechnen, wenngleich in sehr unterhaltsamer Rhetorik und einem eigenen, sehr lesenswerten Stil, der sich natürlich auch an andere Nerds richtet. Wer nicht weiß, wer George McClellan oder was Shermans „March to the Sea“ war, wird vermutlich das eine oder andere Mal kopfkratzend zurückbleiben.

In Kapitel 1, „Monitor and Merrimack, my ironclad gods„, teilt Dolan seine Begeisterung für den Schlagabtausch zwischen den ersten beiden Panzerschiffen der Welt. Er sieht in ihren Designphilosophien ebenso wie in der Natur ihres Kampfs eine Metapher für die beiden Seiten des Bürgerkriegs. Während der Süden ein existierendes Schiff provisorisch umbaute und hoffte, dadurch den Krieg auf dem Mississippi mit einem Schlag entscheiden zu können, baute die Union ein komplett neues Design, effektiv das erste U-Boot. Der Kampf endete unentschieden, wie auch der Krieg selbst lange unentschieden war, unter anderem, weil beide Seiten nicht entschlossen genug und verwirrt waren.

Keine Verwirrung herrscht in Kapitel 2, „The Confederates who should’ve been hanged„, aus dem das Buch auch seinen Titel bezieht. Dolan lässt keinen Zweifel daran, dass die Reconstruction und ihr Ende eine Tragödie waren, eine Tragödie, weil sie es erlaubten, das südliche Terrorregime weitgehend unverändert wieder aufzubauen. Sein Argument ist, dass das durch einige gezielte Exekutionen hätte vermieden werden können und gibt auch gleich eine Kategorie der Leute vor, die er baumeln sehen wollte: nicht die Elite wie Jefferson Davis und Robert E. Lee; die hätten ohnehin abgewirtschaftet und seien keine Gefahr mehr gewesen. Eine Hinrichtung hätte sie vielmehr zu Märtyrern gemacht. Als traurige, abgedankte Gestalten ohne Einfluss seien sie mehr wert gewesen. Nein, Dolan argumentiert dafür, das „mittlere Managment“ heranzuziehen. Sein Kriterium: Leute ohne vorherige militärische Erfahrung, die im Krieg kometenhafte Aufstiege hingelegt hatten. Sie seien die reale Gefahr, und Nathan Bedfort Forrest, William Quandrill oder William T. Anderson seien Paradebeispiele dafür. Sie seien es schließlich gewesen, die nach dem Krieg für Jahrzehnte massiven Schaden angerichtet hatten.

Das dritte Kapitel, „The diary of Adam Gurowski„, räumt mit dem Mythos auf, die Leute damals hätten es nicht besser gewusst. Gar nicht so sehr übrigens mit der Sklavereifrage; deren moralischen Unvertretbarkeit nimmt Dolan quasi als gegeben an, und es gab damals ja genügend Abolitionist*innen. Vielmehr konzentriert sich Dolan hier auf die erste Phase des Krieges, in der die Union quasi mit einem auf den Rücken gebundenen Arm kämpfte, da sie das Eigentum der Südstaaten schützte und von einer beherzten Kampagne gegen den Süden absah. Diese Kritik zieht sich wie ein Roter Faden durch das Buch: hätte die Union 1861/62 entschlossen reagiert, hätte viel Leid verhindert werden können. Anhand des Tagebuchs von Adam Gurowski, einem polnischen Immigranten mit Erfahrung aus der niedergeschlagenen polnischen Rebellion von 1830, zeigt er, wie vor allem Immigranten einen wesentlich klareren Blick auf die Umstände gehabt hätten als die Leute vor Ort.

Kapitel 4, „Yes, they were traitors: John Logan’s Great Conspiracy„, belegt anhand einer im 19. Jahrhundert von John Logan erstellten Quellensammlung, dass vor allem South Carolina von Beginn an auf eine Sezession hinarbeitete, um die Sklaverei zu erhalten und dass alle anderen Argumente Nebelkerzen waren. Diese Sezessionsabsichten bestanden in dem Staat bereits seit dem frühem 19. Jahrhundert und wurden in Dolans Erzählung in der Nullifikationskrise vor allem durch die glaubhafte Drohung Andrew Jacksons, Gewalt anzuwenden, verhindert, eine Glaubwürdigkeit, die Buchanan und auch Lincoln nicht besaßen. Auch hier findet sich ein Roter Faden in Dolans Buch: South Carolina war das Herz der Konföderation, der radikalste Staat (was er unter anderem daran festmacht, dass er als einziger keine Einheit auf der Unionistenseite besaß) und hätte entsprechend harsch behandelt werden müssen.

Das fünfte Kapitel, „McClellan: Top of his class„, befasst sich sowohl mit dem unionistischen Oberkommandanten als auch mit West Point. Dolan postuliert eine generelle Inkompetenz McClellans, die er auf die Ausbildung von Offizieren in West Point zurückführt: nicht nur hätte diese Ingenieure vor relevanten militärischen Kompetenzen bevorzugt, sondern auch einen Esprit de Corps in den Idealen des Südens geschaffen, der sich verheerend ausgewirkt habe. Ebenfalls um West Point geht es in Kapitel 6, „Poe at West Point„. Edgar Allan Poe hatte die Akademie ebenfalls besucht, war aber aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. Seine Erfahrungen nimmt Dolan weitgehend als Beleg für seine Thesen aus dem vorherigen Kapitel.

Kapitel 7, „A traitor writes home: McClellan’s Harrison Landing letter„, kehrt wieder zu McClellan zurück. In seiner typisch polarisierenden Zuschreibung sieht er auch in ihm einen Verräter an der Sache der Union: McClellan habe mehr Sympathien für den Süden gehabt als für den Norden. Nachdem er durch militärische Inkompetenz die Peninsula Campaign verhagelt hatte, schrieb McClellan den „Harrison Landing Letter“ an Lincoln, in dem er diesem Bedingungen für die Politik gegenüber dem Süden zu diktieren versuchte. Das war im besten Fall Subordination; angesichts des Inhalts des Briefes, in dem McClellan versuchte, Lincoln von einem Fortsetzen des Kampfs abzubringen, geht Dolan aber einen Schritt weiter und spricht von Verrat. Er unterstellt McClellan (wohl nicht zu Unrecht), dass dieser sich allzugerne als Diktator inszeniert hätte, aber die Inkompetenz des Generals verhinderte dies glücklicherweise.

Einen harmloseren Fall von Inkompetenz behandelt Kapitel 8, „Worst battle speech ever„. Ein Bataillonskommandeur erklärte seiner Einheit, dass die Mission, die man ihnen gegeben habe, völliger Selbstmord sei und sie keine Chance hätten. Dass der Kommandeur seinen Befehl falsch verstanden hatte war nur noch die Kirsche auf diesem Scheißhaufen. Dolan nutzt das für einen Blick auf das Personal des Nordens und wie es ausgewählt wurde: viele der Kommandeure hatten keine relevanten Kompetenzen und wurden auch relativ schnell (bis Ende 1862) durch solche ausgetauscht, die sie hatten. In meinen Augen verpasst Dolan hier die Chance, diesen Faktor des US-Militärs – seine Fähigkeit zur Beförderung kompetenten Personals, auch Außenseitern, und das Feuern von Nieten – lobend hervorzuheben, bedenkt man, wie viele Armeen sich schwer damit tun.

Im neunten Kapitel, „Arm the slaves? The Confederacy would rather die„, belegt John Dolan, dass die rassistische Ideologie der Sklaverei den Südstaaten so zentral, so wichtig war, dass das Projekt der Konföderation lieber untergehen sollte als dass sie ihren Staat verteidigten, indem sie die Sklaven bewaffneten. Wäre das Argument, dass es um „states‘ rights“ gegangen wäre oder irgendetwas anderes als einen mörderischen Krieg zur Aufrechterhaltung eines rassistischen Systems, stichhaltig, so hätte das nicht passieren dürfen.

Das Thema aus den McClellan-Artikeln, dass die Union den Krieg anfangs nicht entschlossen führte, spielt auch in Kapitel 10, „Turchin’s trial: The shift to hard war„, die zentrale Rolle. Der Unionskommandeur Turchin wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, weil er die Anweisung nicht befolgt hatte, die Sklaven an ihre Besitzer zurückzugeben, sondern sie befreite. Der Prozess fiel genau in die Zeit, als sich in der Union die Einsicht durchzusetzen begann, dass der zivilisierte Krieg gegen die Südstaaten nur Tote und Leid brachte und dass es notwendig war, Krieg gegen das ganze Unrechtssystem zu führen; die Vorwürfe gegen Turchin wurden deswegen auch still und leise fallengelassen und Turchin befördert.

Die wesentlich bekanntere Folge dieses Strategiewechsels war die in Kapitel 11, „Why Sherman was right to burn Atlanta„, thematisierte Zerstörung Atlantas durch Sherman. Für die Apologet*innen des Südens ist es DAS Verbrechen des Nordens (man denke an „Vom Winde verweht“), für Dolan einfach nur militärischer Realismus: Atlanta war ein Widerstandszentrum des Feindes, und hätte Sherman es nicht niedergebrannt, hätte in seinem Rücken eine riesige Gefahr dargestellt. Auch das Niederbrennen der Plantagenvillen sieht Dolan als völlig korrekte Maßnahme, die, drei Jahre vorher konsequent angewandt, den Krieg signifikant hätte verkürzen können.

Kapitel 12, „Keep the home fires burning: Civil War arson„, befasst sich mit einem eher farcischen Aspekt des Bürgerkriegs: der gezielten Brandstiftung zum Schädigen des Feindes. In Städten des Südens wie des Nordens versuchten Brandstifter, den Krieg dadurch zu beeinflussen, dass sie Feuer legten, was angesichts der Holzstrukturen recht Erfolg versprechend war. Umso erstaunlicher ist das Scheitern einer Gruppe Konföderierter in Manhattan, denen es trotz mehrerer Versuche nicht gelang. Dolan kommt außerdem zu dem Schluss, dass im Süden vor allem Sklaven für die Brandlegungen verantwortlich waren, was zeigt, dass diese durchaus eine aktive Hand in ihrer eigenen Befreiung hatten.

Wie Edgar Allan Poe hat auch Mark Twain biografische Bezüge zum Bürgerkrieg, die in Kapitel 13, „Twain at war„, dargestellt werden. Twain entzog sich durch Auswanderung dem Kriegsdienst, was er später, auf dem Höhepunkt seiner literarischen Berühmtheit, rechtfertigen musste. Dies tat er in einem bemerkenswerten Aufsatz, in dem versuchte, allen Seiten gerecht zu werden. Dieses Bedürfnis des trieb vermutlich auch Ron Chernow an, der eine Biografie von Ulysses S. Grant schrieb, die Dolan in Kapitel 14, „Chernow’s Grant: The big plithed plinth„, fachgerecht in der Luft zerreißt, weil sie in seinen Augen die völlig falschen Schwerpunkte setzt. Für Dolan ist das vor allem ein Zeichen dafür, wie oft aktuelle Wertemodelle auf das 19. Jahrhundert übertragen werden, weil es unmöglich sei, mit diesen die Personen von damals zu verstehen.

Aus den Tagebüchern von Frauen handelt Kapitel 15, „The home front„, anhand derer Dolan aufzeigen möchte, wie manche Frauen den Krieg erlebt haben. Die Auswahl von drei Tagebüchern, von denen aber nur zwei einigermaßen detailliert besprochen werden und nur eines einigermaßen repräsentativ ist, lässt dieses Ziel aber schnell über den Horizont wegrutschen; die interessantesten Hinweise kommen bezeichnenderweise über den Umgang mit den Bushwackern in Kentucky, die mit der Situation der Frauen kaum zu tun haben. Dolans eingeschränkter militärischer Blick wirkt hier sehr limitierend.

Viel aussagekräftiger ist Kapitel 16, „Checking in on the Lost Cause, 156 years later„. Anhand einer Kolumne von Helen Andrews aus dem American Conservative, einem Magazin, für das Dolan oft genug selbst geschrieben hat, zeigt er, dass selbst heute krasse Unkenntnis über den Krieg und Lost-Cause-Romantik verbreitet sind, was seinem Anliegen, einen klaren Gegenpunkt zu schaffen, eine eigene Dringlichkeit gibt. Ähnlich ist auch Kapitel 17, „Speaking of monuments that need sledgehammers…„, angelegt, in dem Dolan den moralischen Bankrott der Lost-Cause-Anhänger*innen an der Stele für den Kommandanten für Andersonville Prison aufzeigt, das er offen als „Death Camp“ bezeichnet, weil es der Ermordung unionistischer Gefangener gedient habe.

Ich mag es, dass Dolan eine klare moralische Haltung vertritt und Geschichte durch diese Linse beobachtet. Allzu oft verstecken sich Analysierende viel zu sehr hinter der scheinbaren Neutralität ihrer Haltung. Aber die nur leicht hyperbolische Haltung Ulysses S. Grants, dass die Sache des Südens „one of the worst… causes for which a people ever fought, and one for which there was the least excuse“ gewesen sei, ist eine, die leider in der Zeit nach dem Bürgerkrieg verloren ging – und Dolans Vorwurf, dass dies an der Weichheit des Nordens um Umgang mit dem Süden gelegen hätte, dem schier endlosen Verständnis, das man einer verkommenen Pflanzer-Elite entgegengebracht habe, entbehrt nicht einer gewissen Grundlage. Die USA wären auch heute ein besseres Land, hätte ein vernünftiges Reckoning mit dieser Vergangenheit stattgefunden (siehe auch hier). Ich wäre gespannt, was Dolan zur deutschen Vergangenheitspolitik zu sagen hätte.

Man darf sich dabei aber nicht einbilden, Dolan sei Historiker. Dass er gelegentlich eine Fußnote bringt und aus Quellen zitiert, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass seine Quellenbasis dafür viel zu schmal ist (er belegt sehr weitreichende Schlüsse aus einem sehr selektiven Lesen der Quellen). Mich erinnert er an Dan Carlin und seinen Podcast „Hardcore History„, der ein ähnliches Anliegen hat und ähnlich meinungsstark ist, der aber auch offen erklärt, kein Historiker zu sein. Dolan bietet hier ein Bewertungsraster, keine Analyse und schon gar nicht eine umfassende Erklärung. Dafür ist die Wissenschaft erforderlich, auch wenn man ihre berühmtesten Werke (looking at you, McPherson) durchaus kritisieren kann.

Was Dolan in jedem Fall mit Carlin gemeinsam hat ist die Wortgewalt. Zwar ist Dolans eigener Podcast bei weitem nicht so gut anzuhören wie Carlins, aber dafür ist seine Prosa über jeden Zweifel erhaben. Der Mann kann schreiben, jede Seite zieht einen in den Bann, sein Stil strahlt vor Energie. Alleine das vergnügliche Leseerlebnis ist es wert, sich das Buch zu besorgen, und besonders lang ist es auch nicht. Die etwas über 200 Seiten erreichen vor allem EXTREM großzügige Seitenränder und Seitenabstände, das Ding hätte gut auch bei Reclam erscheinen können.

Daher: Kaufempfehlung für alle einschlägig Interessierten. Bei Dolan kann sich irgendeine politische Richtung immer bestätigt und angepinkelt fühlen, der Mann ist sui generis und macht keine Gefangenen.

{ 34 comments… add one }
  • derwaechter 4. März 2026, 15:42

    „Pflanzer-Elite“

    Pflanzenden-Elite ? 🙂

    • cimourdain 4. März 2026, 16:37
      • derwaechter 4. März 2026, 17:17

        Wollte damit gar nicht wieder anfangen, sondern nur einen kleinen Witz machen.

        Aber bitte: Immigranten und Sklaven (mehrfach) und deren Besitzer (Unter den Sklavenbesitzern waren laut diesem Artikel 40% Frauen. https://www.history.com/articles/white-women-slaveowners-they-were-her-property) sind alle samt ungegendert. Bushwhacker auch, obwohl es Lady Bushwhacker oder Bushwhacker Belles gab.

        Bei den höheren militärischen Rollen, allesamt ungegendert, mache ich mir jetzt nicht die Mühe, zu gucken, ob es da nicht auch Frauen gab oder ob Stefan aus Versehen (?) das korrekte Geschlecht gewählt hat. Denn das spielt für seinen Beitrag keine Rolle! Weshalb das Gendern auch so nervig ist und das inkonsequente erst recht!

        • cimourdain 5. März 2026, 07:19

          höhere militärische Rollen: Der einzige höhere Rang, der in der Wiki-Liste vorkommt, ist first lieutenant. [Und die Generäle hatten alle so prachtvolle Bärte, dass diesbezüglich wenig Verdacht aufkommt]

          Aber hätte John Dolan ein Kapitel über Aufklärung und Spionage geschrieben, würden mehr Frauen vorkommen. Gerade Guerilla wie die von dir erwähnten Bushwhacker (oder Bushwackenden) häten ohne diese Art Unterstützung nicht operieren können.

          • derwaechter 5. März 2026, 09:10

            Sorry, da war ich ungenau. Ich meinte konkret Stefans Text und dortige Erwähnung von Kommandeuren, Offizieren u.ä.

            Aber wichtiger ist, dass es doch für einen Text der sich nicht primär mit Geschlecht auseinandersetzt, völlig Banane ist, wenn man zum korrekten Schreiben erst mal die geschlechtliche Zusammensetzung aller erwähnten Gruppen recherchieren muss.

            • derwaechter 5. März 2026, 09:29

              Abgesehen von diesen Schwierigen schafft Stefan es ja nicht mal bei völlig klaren Fällen wie Sklaven und Immigranten. Oder waren die auch durch und durch patriarchalisch organisiert?

              • Thorsten Haupts 8. März 2026, 15:57

                Ich beobachte das gendern bei uns in der Firma seit Jahren mit Vergnügen. Die Projekt-Workforce wird tenedentiell immer jünger, immer weiblicher und bekommt immer mehr Leute mit Migrationshintergrund. Die offizielle Firmenkommunikation ist vollständig durchgegendert.

                Aber die Alltagskommunikation ist zu 99% ungegendert, und das wird tendentiell nicht mehr, sondern eher weniger. Unabhängig von Alter und Geschlecht sind Mails, Teams-Chats, Meetings etc. STÄRKER ungegendert, als vor 30 Jahren, wo zumindest die weibliche Form praktisch madatorisch war. derwaechter legt hier immer wieder offen, warum 🙂 , Dank dafür.

                Gruss,
                Thorsten Haupts

                • Stefan Sasse 9. März 2026, 08:38

                  Ja, ist gut möglich, dass sich das nicht durchsetzt. Sogar wahrscheinlich. Aber ich habe ja immer gesagt, dass das ein Experiment ist, und auch eines, das sich selbst regelt. Wenn es nicht angenommen wird, stirbt das wieder aus.

                  • derwaechter 9. März 2026, 09:27

                    Meine Verwunderung ist warum jemand der am Experiment teilnimmt und anscheinend sein gelingen wünscht immer noch nicht im Stande ist, es auch nur einigermassen konsistent durchzuhalten.

                    Wenn ich das kurz überflogen richtig sehe, hast du so oft gegendert (drei Sterne und ein „ende“) wie du es offensichtlich vergessen hast (Sklaven mal drei und Immigranten). Und da sind die bewusst aber vielleicht dennoch fälschlicherwise nicht gegenderten Begriffe wie z.B. die Pflanzer nicht mal mitgezählt.

                    • Stefan Sasse 10. März 2026, 14:04

                      Nun, ein Ergebnis des Experiments ist sicher, wie schwierig es durchzuhalten ist. Ich habe auch das Gefühl, ich regressiere.

          • Stefan Sasse 5. März 2026, 12:02

            Ja, good point.

        • cimourdain 5. März 2026, 09:11

          Ein Kompliment noch: „Bushwhacker Belle“ wäre ein super „Künstlername“ für eine Batman-Schurkin oder eine Wrestlerin.

    • Stefan Sasse 4. März 2026, 23:01

      Nein, diese Gesellschaft war durch und durch patriarchalisch.

      • cimourdain 5. März 2026, 09:00

        Auch patriarchalische Gesellschaften haben Ehefrauen, Töchter, Witwen etc.. die Teil des Systems sind.

      • derwaechter 5. März 2026, 09:04

        Eine Grammatikk, die zur korrekten Anwendung eine dermaßen tiefe Kenntnis der gesellschaftlichen Zustände verlangt ist unbrauchbar.

        Abgesehen, davon bedeutet patriarchalisch ja nicht, dass Frauen dort gar keine Rolle gespielt haben und deshalb sprachlich posthum getilgt werden sollten.

        „Recent historiography has shown how slaveholding white women in the antebellum South United States often played active and eager roles in the administration of slavery and used violence against enslaved persons. Building on this recent historiography, this article will show how in the American Civil War (1861–65), such white middle and planter class women not only played central roles in slavery on antebellum plantations…)

  • Johnson 6. März 2026, 15:45

    @ Mr Sasse:

    Re chapter 1, the Union did not build the first submarine with the USS Monitor which was very much a surface vessel. In fact the Confederates built the first (sort of) submarine with the CSS Hunley later on in the war.

    Re chapter 2, especially you in Germany should know how this goes. There were thousands of German perpetrators of the holocaust and other atrocities that should have been hanged after WW 2 – but in the spirit of reconstruction after the war and the looming threat of the Soviet Union only a very small minority actually were hanged or even imprisoned for any appreciable length of time.

    • Thorsten Haupts 7. März 2026, 20:39

      Chapter 2 – absolutely correct, I even estimate the numbers would have been higher. I would have had about 10.000 summarily executed, for the benefit of the new society established after WW 2. A fucking lot of people were guilty as hell and got away with it.

      • Stefan Sasse 7. März 2026, 23:13

        Isn’t that exactly the number Stalin demanded? 😀

        • Johnson 7. März 2026, 23:54

          @ Messrs Sasse and Haupts:

          I think Stalin demanded 100,000. And I certainly didn’t mean that I agree with Stalin on this – what I meant is the following:

          1. After you win the war you need to win the peace. Or you find yourself potentially facing another war much sooner than you’d like, or an endless situation of trying to organize and run another (unfriendly/hostile) country.

          2. Democracies and their institutions are not well suited to mass trials ending in mass executions. And their judiciaries often cannot deal effectively with mass murder/atrocities on a scale approaching or actually constituting genocide.

          • Thorsten Haupts 8. März 2026, 15:04

            2) Correct observation, unfortunate in specific cases.

          • Stefan Sasse 9. März 2026, 08:37

            Yeah, maybe. Doesn’t matter, was just a curiosity.

            1. Absolutely true. But I think they failed miserably at winning the peace, because they gave up. And Dolan’s argument that they didn’t impress the defeat of an IDEOLOGY enough. The whole existence of a „lost cause“ shows that well enough. They allowed the ideology and, worse, the underlying structures to survive for another century. It was a wasted victory.

            2. True, but the argument isn’t for mass executions. I read Dolan in talking about, at most, a few dozen people, and you would have had trials. Not Stalin’s indiscriminate shooting. It’s not like there wouldn’t have been enough material to condemn these people.

            • Johnson 9. März 2026, 18:05

              @ Mr. Sasse:

              „Failed miserably“ – „Wasted victory“?

              Come on now. However bad things were in the South (and the North as well, just to be sure) in terms of segregation, discrimination and oppression, it was a whole lot better than slavery. And for over 150 years now since the end of the war there’s never been another attempt at secession or at civil war in the US. I’d say the North suppressed that ideology well enough (if not perfectly – see above).

              Re those trials – if we’re only talking about a dozen (or two) people, would that have really made a difference? I consider myself fairly well versed in the Civil War and had to google Quandrill and Anderson. Hard to believe their convictions and executions would have had a noticeable impact. Bedford Forrest should have been tried and convicted for what he did (years) AFTER the war, not DURING; and that then is a totally different discussion/topic.

              • Stefan Sasse 10. März 2026, 14:06

                Yes, it was better than slavery. But for many Russians, Bolshevism was better than the Zarist regime, but it was still a very bad regime.

                Yeah, that’s true, but the conditions for trying for these crimes weren’t there precicely because the North allowed the South to retain it’s fundamentally terrorist state structures.

                • Johnson 11. März 2026, 19:36

                  @ Mr. Sasse:

                  Not sure about that. Bolshevism was worse that the regime of the tsars by several orders of magnitude imo, and for almost all Russions in the long run. I don’t think the comparison fits here.

                  Ok, let’s look at it in detail then: First, citing Quantrill and Anderson as examples for the failure of reconstruction is nonsensical as both were dead by the time resconstruction came about. Anderson died in 1864, about a year before the end of the war, and Quantrill survived the end of the war by not even two weeks (and was shot by Union soldiers). So, unless you or Dolan are suggesting hanging corpses would have made a difference this is kind of a moot point. And as mentioned, Beford Forrest’s conduct during the war as a general was unremarkable from that of other CS or US generals.

                  Re „terrorist state structures“ in the South that the North permitted – I don’t agree. These „structures“ existed in the North as well as evidenced by lynchings, racial discrimination, and segregation in the North (and at the federal level) as well. What was required in the South at the time were leaders that stood up to the racism and discrimination of the day, like the response to George Wallace and his „stand in the schoolhouse door“ almost 100 years later.

                  • Stefan Sasse 12. März 2026, 08:49

                    To be clear: this is very much on a sliding scale. Bolshevism and Tsarism were both really bad.

                    Ok, fair enough.

                    I see the argument, but then how do you explain that during active Reconstruction, things were by order of magnitude better for the blacks than after its end?

                    • Johnson 12. März 2026, 16:32

                      @ Mr. Sasse:

                      Sliding scale – not really. The tsars were bad (for Russia and the Russians), no doubt, but what the Bolshewiks did (especially under Stalin) was a million times worse, and only rivaled by the atrocities of the Nazis.

                      Things were better for two reasons during active Reconstruction:

                      1. The North actyally maintained a significant number of troops in the South for the first years after the Civil War to ensure the embers of secession (and slavery) had been truly put out. Hard(er) to return to antebellum antics when the troops of the victor are actively watching you (and policing you). Once those troops left though…

                      2. What I call the „cower“ effect – you have just lost a war, your society and economy is in tatters and in disrepute, and you need to rebuild on all levels. The focus is on different things during that time and also there’s a shock effect from experiencing defeat. It takes a while for a society (or parts of that society) to overcome this and be bold enough to engage in the same things again that precipitated the war and were defeated and disowned in the end.

                      Coming to think of it, it’s interesting how both points also apply to Germany after WW 2 in some way, no?

                    • Stefan Sasse 12. März 2026, 21:22

                      Yes, and that’s exactly Dolan’s argument: the shock effect was not nearly high enough. He argues consistently for applying a larger shock to the planter elite.

    • Stefan Sasse 7. März 2026, 23:12

      Yeah, I know, what he meant was that the Monitor was very deep in the water, low profile (except the turret). It wasn’t meant that it was actually a submersible, just very different in design.

      Yes. I believe that Reconstruction should not have been abandoned. They should have kept these people out of power unless they’re small-d democratic affiliation had been proven.

      • Thorsten Haupts 10. März 2026, 23:24

        (Military History Nerdism): Problem of the Monitors, of which whole classes were built in the US after the war, was, that these ships were completely unsuitable for the high seas. For the 30 years to follow the Confderation Virginia was therefore much nearer the role model for the armoured ships of the main navies in the world. The Monitor was in essence an armoured floating coastal gun with very limited mobility.

        • Stefan Sasse 11. März 2026, 14:36

          Genau.

        • Johnson 11. März 2026, 19:24

          @ Mr. Haupts:

          Heh, nerdism is right. So, in that vein, you are correct of course that the USS Monitor and its class were completely unsuitable for the high seas. But that was not required either – their job was to attack and destroy Confederate ships that had withdrawn into or operated out of rivers, estuaries and coves/ports. Littoral combat ships if you will or – as you correctly state – floating coastal gun batteries.

          However, in terms of the CSS Virginia becoming the blueprint for combat ships all over the world instead of the USS Monitor you are missing the mark imo. Ironclads like the CSS Virginia were an interim step between wooden hulled sail ships and iron hulled pre-dreadnoughts and armored cruisers for about 2 to 3 decades. But they were built after other models like the French La Gloire instead of the CSS Virginia which also was unsuitable for the high seas.

          In the long(er) run though the innovations incorporated into USS Monitor, especially the rotating gun turret and the (full) iron hull, set the standards for designs of modern war ships and actually endure until the present, whereas the „Rebel Monster“ is truly a relic of the past.

          • Stefan Sasse 12. März 2026, 08:48

            My own limited navy nerd knowledge tells me that the real iron warships were basically creations sui generis. Wasn’t the Dreadnought the first of these?

            • Johnson 12. März 2026, 16:36

              @ Mr. Sasse:

              No, not really. For about 20 or so years there were pre-dreadnoughts – all iron hull battleships and cruisers, but with a mix of (few) large caliber guns and smaller caliber guns and fairly slow. The difference of the HMS Dreadnought was the focus on all big guns (in turrets, not casemates) and a substantial increase in speed. Made the pre-dreadnoughts obsolete overnight.

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