Jenseits der Politik – Corona in Wirtschaft und Gesellschaft


Nach meinem Beitrag zur Demokratie in Zeiten von Corona und dem Blick nach außen möchte ich heute wieder den Blick auf Deutschland wenden, dabei aber die Theorie der Verfassungsbildung hinter mir lassen und stattdessen eher auf die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft schauen. Der Artikel, das sei vorweg gesagt, hat daher keinen klaren Fokus oder Roten Faden, sondern ist mehr eine lose Sammlung an Beobachtungen ohne konkrete Aussage, auf die sich das Ganze herunterdampfen ließe. Dies nur als Wort der Warnung vorweg.

Globalisierung und Warenketten

Ich weiß nicht, wie viel die Corona-Krise daran ändern wird, aber in jedem Fall hat sie offen gelegt, was es eigentlich bedeutet, globale Versorgungsketten zu haben. Keine Erklärung der Globalisierung kommt ohne Beispiele dafür aus, wie von den Rohmaterialien zum fertigen Produkt diverse Länder durchlaufen werden (Baumwolle aus Bangladesh, gewoben in Vietnam, genäht in der Türkei, bei KiK in Deutschland, you know the drill). Aber abgesehen von den immer wieder diskutierten Problemen bei der Nachhaltigkeit, dem Umweltschutz und der Ausbeutung der örtlichen Arbeiter hat die Corona-Krise eine weitere Anfälligkeit des Systems offen gelegt.

Denn nicht nur durchwandern die Teilprodukte verschiedene Länder. Die Just-In-Time-Liefersysteme, die zulasten der (teureren) Lagerhaltung in den letzten 30, 40 Jahren etabliert worden sind, gehen von einem reibungslosen Grenzverkehr wenigstens für Kapital und Waren (und idealerweise auch Menschen aus). Störungen in den Lieferketten führen schnell zu Kaskadeneffekten.

Das ist problematisch, wenn eine Region wegen einer Pandemie in lockdown geschickt wird. Kommt ein bestimmtes Teil aus Region A und diese wird abgeriegelt, steht die komplette Produktion, die dieses Teil benötigt, still. Bei einer Schraube mag man dann ja andere Hersteller bemühen können (mit schwerwiegenden Langzeitfolgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Region A), aber es wird problematisch, wenn – ganz im Sinne der Globalisierung und der Herausbildung von Exzellenzclustern, lokalen Champions etc. – praktisch alle Produkte eines Typs aus der entsprechenden Region kommen.

Wubei war daher ein besonders drastisches Beispiel, denn die chinesische Region, aus der Covid-19 entsprang und die als erste abgeriegelt wurde (damals, als wir das noch als exotische Nachrichten aus der Fremde verfolgten; good times) produziert rund 90% der Rohmaterialien für Generika – also jene günstigen Medikamente, auf denen der Großteil der deutschen Volksgesundheit beruht. Und China ist kein zufälliges Beispiel. Chinesische Gesundheitskrisen, die lokal begrenzt bleiben und nicht global gehen, können trotzdem globale Folgen entwickeln:

To understand why the modern supply chain is uniquely vulnerable to a threat like the coronavirus, you have to realize how quickly it has changed. China joined the World Trade Organization in 2001, and surpassed the U.S. as an industrial powerhouse in 2010. During the SARS epidemic of 2002 and 2003, China represented 4.31 percent of worldwide GDP, wrote the MIT professor David Simchi-Levi, who studies supply chains. Now that’s 16 percent.

Und als wäre das nicht alles, ist China noch vor Trump der größte Saboteur genau des freien Welthandels, dem es seinen wirtschaftlichen Aufstieg verdankt. Entgegen seiner (erfolgreichen) Propaganda, die wir im letzten Artikel diskutierten, hortet das Land seit Dezember Vorräte, kommt Lieferverträgen nicht nach und nutzt seine Marktstellung für den eigenen Gewinn. Nicht, dass die EU oder die USA sich groß anders verhalten würden. Aber der Rückgriff auf die Idee der Autarkie, der Rettung im Heil der Grenzschließung und des „jeder für sich“, ist angesichts einer globalisierten Wirtschaft sowohl zum Scheitern verurteilt als auch extrem asozial.

Verteilungsfragen

Die Krise legte in der Wirtschaft jedoch nicht nur Probleme bei der Verteilung von Gütern, sondern auch bei der Verteilung von Wohlstand offen. So fragt sich sicherlich nicht nur ein shift manager bei McDonalds, warum ein Unternehmen, das 5,3 Milliarden Dollar Gewinn machte, seinen Arbeitnehmern keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einräumt. Und wer jetzt denkt, dass ethischer Konsum ohnehin nur so ein linksgrünversiffter Unfug ist, der sollte den anderen Teil der Klage des Mannes Ernst nehmen: Wer will schon, dass sein Big Mac von jemandem zubereitet wird, der mit Corona infiziert ist?

Das ist glücklicherweise kein so großes Problem in Deutschland, wo Kommentatoren dieses Blogs eher darüber zu klagen bereit sind, dass kranke Arbeitnehmer tatsächlich zuhause bleiben und erst einmal den Generalverdacht gegen deren Performance ausrollen, aber glücklicherweise haben diese das Recht auf ihrer Seite. Das gilt weniger für die Selbstständigen, und gerade in der convenience-Gastronomie findet man die ja häufig. Da gibt es sicherlich noch einiges durchzudenken, wenn die Krise vorbei ist und man sich Gedanken darüber macht, wie die nächste zu bewältigen sein wird.

Auch dürfen sich die Reichen sicher sein, im Zentrum der Kritik zu stehen, sind sie doch mit die größten Krisenverursacher. Es gehört schließlich nicht eben zum Lifestyle der unteren 80%, außerhalb der Ferienzeiten in der Weltgeschichte herumzugondeln, ob zum Skiurlaub in Tirol oder zum Zweitwohnsitz auf Sylt. Genau die reiche Oberschicht, die den Virus zuerst nach New York schleppte, floh anschließend im Angesicht der Pandemie aus der Stadt – in individuell sicherlich sinnvoller Zug, der allerdings dafür sorgt, dass sich die Krankheit in Windeseile über die Zweitwohnsitze der Schickeria über das ganze Land verteilt.

Kurz, die Pandemie hebt die Unterschiede zwischen den Klassen deutlicher hervor, als das vorher der Fall gewesen ist. Ob sich daraus konkrete politische Forderungen ableiten lassen werden, wird sich zeigen. Man darf aber getrost annehmen, dass ein Jeff Bezos, einer der reichsten Menschen der Welt, mit seiner Forderung nach Spenden für seine Belegschaft nicht eben Bonuspunkte sammeln dürfte, sondern eher weitere Argumente dafür bringt, dass Milliardäre und Demokratie nicht vereinbar sind. Bisher hat man die Superreichen jedenfalls ihr Geld nicht dem Allgemeinwohl dienend gebrauchen sehen.

Rettungspakete

Wie bereits bei der Bankenkrise 2007/2008 kann die Rettung der angeschlagenen Wirtschaft nur durch staatliche Hilfen erreicht werden. Der überwiegende shutdown der Volkswirtschaften, ein erzwungener Stillstand über Wochen, vielleicht sogar Monate, sorgt für gigantische Belastungen im System, die manche Branchen wesentlich härter treffen als andere. So dürften die meisten Autofirmen verhältnismäßig leichter in den Normalbetrieb zurückkehren als die großen Kinoketten, nachdem die Verleihfirmen ihre Neuerscheinungen angesichts Corona zum Streaming freigegeben und damit Pandora aus der Filmbüchse entlassen haben.

Wie immer, wenn Rettungspakete geschnürt werden, will natürlich jeder etwas abhaben. Und ebenfalls wie immer sind die Chancen am besten, je besser die Kontakte zur Politik und die juristischen Kapazitäten des Unternehmens sind. Es ist vielsagend, dass von vier Milliarden zugesagten Hilfen für Unternehmen bereits 1,9 Milliarden von den Großunternehmen beantragt waren, bevor das Antragsformular in allen Bundesländern verfügbar war. Die kleinen selbstständigen Betriebe sind, selbst wenn sie antragsberechtigt sind, stark benachteiligt. Sie müssen sich im Dschungel der Formulare zurechtfinden, rechtssichere Anträge stellen und nebenher den Laden bestmöglich am Laufen halten.

Immerhin wurden die Kreuzfahrtlinien aus dem amerikanischen Rettungspaket ausgeschlossen. Es zeigt die clevere legislative Akteurin Nancy Pelosi am Werk. Die Unternehmen, die bisher keine Steuern bezahlt und Arbeitnehmerrechte unterlaufen haben, weil sie sich in Liberia registriert haben, dürfen sich nun auch zu ihrer Rettung an den liberianischen Staat wenden. Es steht zu hoffen, dass die deutsche Politik mit unseren Steuerflüchtlingen ähnlich umgeht.

Aber nicht nur die Unternehmen schreien nach Rettungspaketen. Auch manche Staaten sind durch die Pandemie härter getroffen als andere. Die Reaktionen sind, wenig überraschend, die einer Euro-Krise reloaded:

„Mit einem Nachgeben bei Eurobonds würde der deutsche Finanzminister seinen Nachfolgern und dem Bundestag die Hoheit über die Haushaltspolitik abnehmen“, sagte Verbands-Generalsekretär Steiger dem SPIEGEL. „Sollte ein Euroland in Schwierigkeiten geraten, greift der ESM-Rettungsschirm mit seinen klaren Bedingungen“. Diese dürften „nicht aufgeweicht werden“. Zudem besitze niemand die Legitimität, „Blankovollmachten zu erteilen“, sagte Steiger – „auch unter dem Vorwand der schlimmsten Krise der letzten Jahrzehnte nicht.“

Ich kann nicht beurteilen, ob der ESM-Mechanismus ein ausreichendes Krisenwerkzeug ist, so jedenfalls die Position der Bundesregierung, oder ob Frankreich und Italien (pars pro toto) richtig damit liegen, nach großer Intervention zu verlangen. Für mich überdeutlich ist vielmehr, dass der Rückzug ins Vertragslatein, wie er schon Deckung für die deutschen Krisenpolitiker 2010/2011 war, nicht noch einmal Ausrede sein darf. Wenn der ESM reicht, fein. Wenn nicht – dann ändert endlich die Scheißverträge und führt Eurobonds ein. Aber was gar nicht geht ist die Hände in die Luft werfen und darauf beharren, dass das aktuelle Vertragsgeflecht das nicht zulassen. Denn das ist flexibel und kann geändert werden. Und die Diskussion sollte man schon ehrlich führen und nicht mit der gleichen Moralkeule wie 2010. Das hat einmal echt gereicht.

Nie eine Krise verschwenden?

Gerade auf der Linken hört man gerade viel davon, welche Chancen die Krise biete. Schließlich werden allerorten wahnsinnige Gesetzespakete beschlossen und teilweise Billionensummen in die Wirtschaft gepumpt; da wird doch sicher was für die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung übrig bleiben…? Man sollte sich aber nicht einbilden, die Krise für krasse Revolutionen nutzen zu können. Ich zitiere hier zwar den American Conservative, der natürlich so oder so wenig Sympathie für derartige Maßnahmen empfindet, aber ich denke, die Grundstimmung wird durchaus getroffen:

Revolutionary policy would permanently shift the production and distribution of American resources. While Ocasio-Cortez’s progressive platform wants a new normal, this aid seeks to help Americans’ lives get back to normal.

Nicht, dass nicht grundsätzlich die Möglichkeit bestehen würde, jetzt tiefgreifende Maßnahmen zu ergreifen. Aber einerseits denke ich, dass John Kristof hier Recht hat und eine Mehrheit für einen Änderungskurs nicht besteht; es geht um die Herstellung von Normalität, und dafür sind die Bürger bereit, große Eingriffe zu ertragen – nicht allerdings für den Aufbau einer Gesellschaftsvision, die schon in guten Zeiten keine Mehrheit findet. Andererseits sollte man sich auch nicht der Illusion hingeben, nur die Progressiven hätten tolle Ideen, die Krise zur Durchsetzung unpopulärer Herzensprojekte zu nutzen. Der Gouverneur von Texas (der gleiche sympathische Typ, der im Interview erklärt hat, dass die Alten ihr Leben gerne dafür opfern dass die Wirtschaft läuft und soziale Distanzierung deswegen überflüssig sei) nutzte die Corona-Krise jedenfalls gleich mal dafür, Abtreibungen in ganz Texas zu verbieten.

Auf der anderen Seite sollte man aber nicht die langfristigen Folgen unterschätzen, die der lockdown auf manche Bereiche haben wird. Wie unter der Zwischenüberschrift „Verteilungsfragen“ schon angedeutet, verschiebt sich gerade massiv die Bedeutung des Begriffs systemrelevant. Anstatt Nieten in Nadelstreifen mit Steuergeld raushauen zu müssen, nur damit die sich danach wieder Millionen-Boni genehmigen können, sieht aktuell auch der verbohrteste Klassenkämpfer von oben, dass Einzelhandel, Logistik und Care-Branche mehr als nur relevant sind. Und einer breiten Öffentlichkeit wird bewusst, wie beschissen die Arbeitsbedingungen in diesen Branchen oftmals sind; bewusster jedenfalls als die vorher theoretisch vorhandene intellektuelle Erkenntnis, dass dem so ist. Man fühlt es jetzt. Und daraus könnten sich, unterstützt durch die entsprechenden staatlichen Maßnahmen, unbeabsichtigt massive Verschiebungen in der Nach-Pandemie-Wirtschaft ergeben. In einem lesenswerten Artikel in Foreign Policy vergleicht Nicholas Mulder die Maßnahmen mit der Umstellung auf Kriegswirtschaft und kommt zu folgendem Fazit:

The resourcefulness of wartime economies offers a useful template for thinking about the broader context of the coronavirus crisis. Mounting a serious campaign to mitigate climate change demands a response so large that many of the virus response measures are just a start. Despite calls for a return to normality, it is difficult to imagine the post-pandemic world economy, whatever it looks like, as a restoration of any sort. Even if the virus subsides in several months or years from now, the larger state of exception in policymaking and collective action to which it already belongs is unlikely to end. Twentieth-century war economies played an important role in allowing the peacetime economies that followed them to flourish. The key now will be to draw on their lessons of solidarity and inventiveness as the coronavirus confronts the 21st-century world economy with a new kind of warlike hazard.

Ich bin daher etwas gespalten. Auf der einen Seite sehe ich keinen großen Wunsch in der Bevölkerung nach tiefgreifendem Wandel, auf der anderen Seite mag dieser tiefgreifende Wandel aber trotzdem kommen – einfach, weil gerade so umfassend in alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche eingegriffen wird.

Gesellschaft

Eine weniger schöne Entwicklung, die wir mit Covid-19 beobachten dürfen, ist die Rückkehr zu patriarchalischen Modellen. In vielen Familien musste angesichts der Schließung von Kindertagesstätten und Schulen die Entscheidung getroffen werden, wer zuhause bleibt und die Kinder betreut und wer weiter arbeitet (vorausgesetzt natürlich die weitere Arbeit ist überhaupt möglich, aber in Deutschland ist das weitgehend der Fall). Diese Entscheidung geht, dem Gender Pay Gap sei Dank, in den meisten Fällen entlang recht klarer Geschlechterleitlinien aus. Selbst in Familien, in denen beide Partner zuhause bleiben und/oder im Home Office arbeiten, werden die Frauen im Schnitt (die Haushalte von Kommentatoren hier immer ausgenommen) stärker belastet. Unzählige Studien haben hinreichend belegt, dass selbst bei zwei Vollzeitarbeitsstellen die Frauen immer noch den Löwenanteil von Hausarbeit und Kindeserziehung leisten.

Noch härter getroffen sind Alleinerziehende – und das sind nach Lage der Dinge in der überwältigenden Mehrheit der Fälle Frauen. Ohnehin schon die armutsgefährdetste Gruppe in der Bevölkerung, wird die Corona-Krise mit dem allgemeinen lockdown wenig dazu angetan sein, ihnen weiter Arbeit zu ermöglichen, während die Kinder den ganzen Tag zuhause eingesperrt sind. Die Krise trifft daher Frauen härter als Männer und mag dazu angetan sein, das patriarchalische Ein-Ernäher-Modell als das krisensicherste weiter zu stärken. Das ist kein sonderlich guter Effekt, um es milde auszudrücken.

Auch auf anderen Gebieten, auf denen feministische AktivistInnen traditionell aktiv sind, stehen Verschlechterungen ins Haus. Familienministerin Franziska Giffey etwa warnt bereits vor einem Anstieg häuslicher Gewalt als Folge der Isolation zuhause. So wie Gelegenheit Diebe macht, macht Gelegenheit auch Gewalttäter. Und so viel Gelegenheit wie während der sozialen Distanzierung bietet sich wohl kaum ein zweites Mal. Es gibt wenig Grund anzunehmen, dass Covid-19 die toxische Maskulinität reduziert.

Und wo wir gerade bei toxischer Maskulinität sind, wer ein Beispiel dafür braucht, warum Männer ein wenig gefährdeter gegenüber einer Pandemie sind als Frauen, schaue sich diese Bande von Vollidioten an, die der Überzeugung sind, dass ihr Testosteron sie gegen den Virus schütze. „Corona muss Angst vor mir haben“ ist eine Aussage, die vor allem zeigt, das Betrachten eines Erklärvideos auf YouTube wäre der bessere Nutzen der Zeit:

Aber auch anderen gesellschaftlichen Gebieten stellen sich Problemstellungen. Die soziale Distanzierung ist ein in moderner Zeit einzigartiges Experiment. Es ist völlig unklar, welche mentalen Folgen die Isolierung hat und haben wird. Dieser Erfahrungsbericht aus der (deutlich radikaleren) chinesischen Quarantäne zeigt auf, wie groß die Belastung unserer geistigen Gesundheit durch diese Maßnahmen ist und sein kann. Wir hatten in den vergangenen Tagen auch genug Erfahrungsberichte dieser Art im Blog; mir geht es selbst ja auch so. Ich empfinde die Pandemie-Situation als ungemein belastend, und ich bin ziemlich sicher, dass es vielen anderen Menschen auch so geht.

Als letzter Gedanke in diesem Kontext sollten wir uns klarmachen: Es könnte schlimmer kommen:

COVID-19 is a horrendous illness that has already exacted an immense human and economic toll. But it is nevertheless true that we could be paying a much higher price for our collective refusal to heed public-health experts’ warnings about the necessity of ramping up pandemic preparation and prevention. Given our policy framework, a novel virus was bound to catch us needlessly vulnerable. There is no reason why that bug couldn’t have been as prolific a killer of young, healthy adults as the Spanish flu; or as merciless a slayer of infants as smallpox; or as deadly as the initial SARS virus. We just got lucky. What we’re living through right now is a nightmare. But it is not remotely a worst-case scenario. Millions are at risk of death as a consequence of our collective failures of preparation and coordination. But if we can maintain social distancing measures until a treatment or vaccine becomes available, the nature of the virus we’re battling gives us a solid chance of rendering the present pandemic less lethal than its historical analogues.

Das Szenario einer Pandemie, die statt den Alten die Kinder hinwegrafft, ist fast zu schrecklich, um es überhaupt anzudenken. Wer glaubt, dass angesichts von Covid-19 Panik herrscht, der solle sich einmal die Situation überlegen, die die Sterberaten des Virus auf die Bevölkerungsgruppe der 0-10jährigen überträgt. Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass in diesem Fall deutlich mehr Panik herrschen würde, und dass die soziale Distanzierung und Isolation mit einer Härte und einem Furor durchgesetzt werden würden, gegen den sich die aktuellen Maßnahmen wie ein laues Lüftchen ausnehmen würden.

Solidaritätsfragen

Ein Begriff, der in der Covid-19-Krise immer wieder aufkommt, ist der der Solidarität. Wird die Gesellschaft in einer solchen Krise solidarischer oder weniger solidarisch? Hat es einen bleibenden Effekt oder ist er temporär? Hierbei werden theoretische ethische Fragen plötzlich sehr konkret. Eine davon betrifft die Generationengerechtigkeit, wie ein Artikel auf dem Verfassungsblog darlegt:

Dass diese Verschiebung innerhalb weniger Wochen möglich ist, ist per se bemerkenswert.  Klimaaktivist*innen haben einen Punkt, es ist in der Tat bezeichnend, zu welchen Einschnitten eine Gesellschaft bereit ist, wenn sie denn will. Allerdings weist ihr Einwurf noch auf einen weiteren, tieferliegenden Aspekt hin: Die Corona-Krise ist auch und gerade ein handfester Generationenkonflikt. Denn wenn die bisherigen Erkenntnisse stimmen, dann ist die Krankheit vor allem für Risikogruppen gefährlich, und der weit größte Anteil davon sind ältere Menschen. Jüngere sind dagegen erheblich weniger gefährdet, allerdings treffen sie die Eindämmungsmaßnahmen besonders stark. Es geht hier nicht um den selbstverständlichen Verzicht auf Partys oder Grillen im Park, sondern um viel mehr. Versteht man Generationengerechtigkeit vor allem als eine Frage von Möglichkeiten und Chancen, wird sichtbar, dass die langfristigen Folgekosten das wahre Problem sind. Denn die Möglichkeiten und Chancen werden sich mit ziemlicher Sicherheit verschlechtern. Wenn die Eindämmungsmaßnahmen tatsächlich bis weit ins laufende Jahr anhalten und wenn die volkswirtschaftlichen Prognosen auch nur ansatzweise zutreffen, wird unsere Gesellschaft danach eine andere sein. Eine Gesellschaft im Lockdown vor dem ökonomischen Kollaps zu bewahren, ist sagenhaft teuer und wird deutliche Lücken in den öffentlichen Haushalten hinterlassen. Und diese Haushalte sind es, die Kitas, Schulausstattungen und Studienplätze finanzieren. Hier schlicht auf Solidarität der Jüngeren zu pochen, ist zu einfach.

Wir hatten ein ähnliches Problem auch schon mit der Finanzkrise, wohlgemerkt ohne dass es je adressiert worden wäre. Wer in den Jahren 2007-2010 seinen Abschluss gemacht hat, hat ein gegenüber Absolventen der Jahre vorher (und glücklicherweise auch nachher) ein deutlich geringeres Einkommen, das sich häufig lebenslang fortschreiben lässt. Diese „Chancenkürzung“ kann durchaus auch eine Generation derjenigen treffen, die nun im Rahmen von Corona ihre Abschlüsse machen – schlicht, weil das gigantische Schrumpfen der Wirtschaft die Zahl der neuen Jobs und Ausbildungsstätten massiv beschneidet. Die beste Hoffnung besteht hier auf einer V-Rezession, also einer schnellen und durchgreifenden Erholung. Verläuft das Wirtschaftswachstum aber wie nach der Bankenkrise, haben wir ein ernsthaftes Problem.

Eine andere Frage, die im Zusammenhang mit Solidarität und den Regelungen von oben immer wieder auftaucht ist die, inwieweit sich die Einschränkungen der persönlichen Freiheit durch Eindämmungsmaßnahmen überhaupt mit einer liberalen Demokratie vertragen. Margarete Stokowski schreibt über die Grenzen der Solidarität:

Obendrein ist es nicht mal ein ehrliches Argument: Wer meint, sich prinzipiell nichts „von oben“ vorschreiben zu lassen, fährt mit dem Auto wahrscheinlich trotzdem rechts auf der Straße. Das ist eine Verordnung von oben – aber es ist eben auch eine sinnvolle Maßnahme, auf die Menschen sich geeinigt haben. Manchmal ist das, was Autoritäten sagen, einfach exakt dasselbe, was eine solidarische Gemeinschaft auf Augenhöhe beschließen würde. Wo nichts reguliert wird, werden zwar eventuell die wildesten Träume sogenannter Liberaler wahr, aber es setzen sich eben auch eventuell die destruktivsten Kräfte durch, das gilt für Straßenverkehr genau wie für Frauenquoten und eben für Gesellschaften, die mit einer Pandemie zu kämpfen haben. […] Selbst aus egoistischen Gründen wäre es im Moment sinnvoll, sich an die Empfehlungen von ExpertInnen zu halten, seien es Institutionen wie das Robert Koch-Institut oder Einzelpersonen wie Bundesgesundheitsmin… äh, Virologie-Professor Christian Drosten, einfach weil sonst eventuell geliebte FreundInnen oder Verwandte sterben.

Das genaue Gegenteil dieser These sehen wir etwa durch Lutz Friedrich vertreten:

Das ist schon für sich genommen bedenklich. Hinzu kommt noch, dass diese Lastenumkehr weit über das Staat-Bürger-Verhältnis hinaus den innergesellschaftlichen Umgang mit dem Virus prägt. Wir sehen das an der gegenwärtigen „Einigkeits- und Entschlossenheitsrhetorik“, die Sorgen vor einem „faschistoid-hysterischen Hygienestaat“ weckt. Wer das Haus verlässt, gilt als asozial, jeder kritische Hinweis auf alternative Lösungen, geschweige denn auf dringende Rechtsfragen als unsolidarischer Zwischenruf auf Kosten der „Alten“ und „Kranken“. .[…] Grundrechtliche Freiheit ist aber eben auch die Freiheit zur Unvernunft. Wiederum ist es nicht der Unvernünftige, der für sein Handeln, sondern der Staat, der für die Sanktion Rechenschaft schuldet. Da darf zumindest die Frage erlaubt sein, ob und inwieweit der gesamten Bevölkerung im Rahmen einer allgemeinen Solidaritätspflicht zugunsten von Angehörigen der Risikogruppen zugemutet werden kann, für ungewisse Zeit gravierende Freiheitseinbußen hinzunehmen. 

Ich bin in diesem Grundsatzstreit eher auf Seiten Stokowskis, und ich empfinde Argumentationen wie die Friedrichs angesichts der Krise geradezu als frivol. Gleichwohl gehören sie in einer liberalen Demokratie auch dazu und sind natürlich eine legitime Diskussionsgrundlage. Eines allerdings ist sicher: Am Ende werden diejenigen, die immer gegen die Maßnahmen waren, bei ihrem Erfolg behaupten, immer richtig gelegen zu haben – es ist ja nichts Schlimmer passiert. Ich verweise diese Debatte einstweilen in die Kommentarspalte und will derweil zu den Nachfolgen der Krise übergehen.

Hier dürften wir mit einer Änderung der Wahrnehmung rechnen, denn die Erfahrung der Pandemie ist einschneidend. Wie groß diese ausfällt, bleibt abzuwarten, aber es ist durchaus möglich, dass gewisse Paradigmen die Krise nicht überleben werden. Jonas Schaible beschreibt, dass sich hier zwar Chancen für Paradigmenwechsel in jegliche Richtung (gut wie schlecht) auftun, aber nicht müssen; er sieht eine „Zersplitterung der Normalität“:

Selbst ideologische Gegner, Linke wie Rechte, teilen zu bestimmten Zeiten bestimmte Grundannahmen. Covid-19 bedeutet in diesem Sinn einen umfassenden Paradigmenwechsel, weil so viele Selbstverständlichkeiten gerade fallen. Nur, dass nicht ein Paradigma ein anderes ablöst, also eine Normalität eine andere. Sondern, dass eine wegbricht und eine neue sich erst noch bilden muss.

Es wäre daher irreführend, zu glauben, was jetzt möglich ist, ließe sich eins zu eins in eine Nachkrisennormalität überführen.

Normale Politik?

Ein weiterer Aspekt ist die Abnormalität der Politik, die wir gerade erleben. Die normalen Rituale, mit denen wir parlamentarische Demokratie bestreiten, greifen nicht mehr. Nichts wirkt angesichts dieser Krise so merkwürdig out of place wie eine Diskussionsrunde bei Anne Will, in der die Moderatorin darauf besteht, als zentralen Gegenstand zu diskutieren, inwieweit die Covid-19-Krise die Kandidatur Merz‘ beschädigt hat (meine Meinung: die ist praktisch rum). Ich habe bereits vor der Krise in meiner Serie zur Demokratie in Deutschland beschrieben, dass die Krise die Zeit der Exekutive ist. Wir sehen das aktuell an der Rückkehr Merkels in die aktive Politik:

While she was missing in action initially, leaving the field largely to Health Minister Jens Spahn and the minister-presidents of the Länder, “Mutti” signalled that she was back in the driver’s seat. Although the Länder still decide independently on school closures and curfews, it is Merkel who is the spider in the web, bringing coherence and focus to the diverse strands of the crisis response.

Für die Oppositionsparteien ist das ein ernsthaftes Problem. Da Krisenzeiten Exekutiv-Zeiten sind (da kann man noch so gelehrte Artikel darüber verfassen, dass die Verantwortung de jure beim Bundestag liegt; de facto ist sie bei den Exekutivorganen), fällt der Bundestag als traditionelles Betätigungsfeld weitgehend flach. Da sie von den Exekutivorganen per Definition ausgeschlossen ist, bleibt wenig Sinnvolles übrig. Sofern Anne Will nicht die Chance bietet, irgendwelchen Blödsinn zu reden, verfällt die Opposition vor allem in alte Reflexe und weiß sich sonst nicht zu helfen. Beispiele gefällig?

Da sind etwa die Grünen, die die Krise als gute Gelegenheit für eine energetische Sanierung der nun ja leerstehenden Hotels sehen:

Da wäre die FDP, die Steuersenkungen fordert und Klimapolitik doof findet:

Die Beispiele für die AfD hat der Volksverpetzer schön zusammengesucht, daher nur eine grobe Paraphrasierung: Flüchtlinge und Ausländer sind doof, Grenzen schließen.

Ich habe in meiner Timeline bei Twitter dermaßen viele Linke, die davon überzeugt sind, dass Corona – jetzt aber endgültig! – die Unhaltbarkeit des kapitalistischen Systems und die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Systemwechsels beweist, dass ich auf ein Zitieren konkreter Beispiele wie auch bei der AfD gerne verzichten würde. Zusammenfassung:

Doch nicht nur in der verfassten Politik finden sich diese Leerphrasen. Bei de Opposition kann ich das ja noch verstehen. Der bleibt aktuell, will sie nicht völlig untergehen, nur das Abnudeln ihrer üblichen Forderungen. Krisenzeiten sind nun mal keine Zeiten des Wandels. Es hat schon seinen Grund, dass die Republicans während des Zweiten Weltkriegs echte Probleme hatten, auf einer Plattform von Steuersenkungen und Förderung von Kleinunternehmen Franklin D. Roosevelt abzulösen. Die üblichen Rituale des gegenseitigen Affirmierens von Identitätspolitik greifen einfach nicht mehr.

Was dagegen immer greift sind idiotische Kommentare auf dem Niveau des deutschen Stammtischs. In Reaktion darauf, dass Olaf Scholz ankündigte, auf Corona getestet worden und negativ befunden worden zu sein, darf man etwa diesen Kommentar einer Pflegekraft lesen:

Ach ja, Eindreschen auf die „Privilegien“ der Politiker, das geht selbst in Zeiten von Corona, man muss das Ganze nur etwas anpassen. Statt Pensionen sind es jetzt Tests. Und ja, lieber Pflegenerd, ich wäre schon echt dafür, dass der Finanzminister etwas bevorzugt behandelt wird. Er ist nämlich in der gesamten Krisenbewältigung ziemlich systemrelevant. Das allerletzte, was wir jetzt brauchen können, ist eine achtstündige Verzögerung bei der Genehmigung irgendwelcher Gelder oder so was. Wir sind darauf angewiesen, dass die Exekutivorgane reibungslos arbeiten. Dass wir die bevorzugt auf Corona testen, ist selbstverständlich. Dass man so was überhaupt aussprechen muss. Ich nehme dieses Beispiel hier nur pars pro toto, solche brillanten Einschätzungen haben gerade Hochkonjunktur in den sozialen Netzwerken.

Digitalisierung

Ein letzter Aspekt, den ich hier diskutieren will, betrifft die Digitalisierung, oder vielmehr ihr Fehlen. Was haben wir in den letzten Jahren darüber geredet, wie unzureichend in Deutschland die digitale Infrastruktur ist. Zu langsame Verbindungen, zu wenig Abdeckung in der Fläche und so weiter. Endlich sieht man, wie systemrelevant die Digitalisierung immer ist. Oder besser, gewesen wäre, denn jetzt ist es zu spät.

MitarbeiterInnen ins Home Office zu schicken ist in einer Pandemie erst einmal eine klasse Idee; wenn selbiges Home Office dann aber kaum möglich ist, weil die Netzwerke die Belastung der Videokonferenzen nicht aushalten und selbst das Hochladen von 20MB-Dateien auf den Firmenserver über den nicht eben geschwindigkeitsoptimierten VPN-Client mehrere Anläufe braucht (keine 10km Luftlinie vom Stuttgarter Stadtkern entfernt, nebenbei bemerkt), dann sieht man, wie die Versäumnisse auf diesem Feld die deutsche Wirtschaft nun aktiv kosten.

An Warnern hat es wahrlich nicht gefehlt. Auch in diesem Blog habe ich immer wieder – wie viele andere – dafür argumentiert, ein großes staatliches Infrastrukturprojekt aufzulegen und endlich die Internetgeschwindigkeit anzukurbeln. Deutschland ist auf diesem Feld ein Entwicklungsland, unsere Abdeckung an Breitband und Glasfaser schlechter als in den meisten Ländern Osteuropas, vom Funknetz gar nicht erst zu reden. Das rächt sich nun bitter.

Ein Feld, auf dem ich gerade direkt Erfahrungen sammeln darf und auf dem es mindestens genauso gut sichtbar ist, betrifft die Digitalisierung der Schulen. Hier kann man nur von einer riesigen Blamage sprechen. Seit über zehn Jahren versucht jedes Bundesland, für sich selbst eine datenschutzkonforme Lösung für die Verwaltung von Schülerdaten, Tagebüchern und Noten zu finden. Die Erfolge sind, höflich ausgedrückt, überschaubar. Schrottige Plattformen, die schon zu besten Zeiten kaum funktionieren, brachen bereits am ersten Tag der Schulschließungen völlig zusammen.

Die miserable Ausstattung mit digitalen Endgeräten sorgt dafür, dass kaum eine Schule auf die nun notwendige Umstellung auf digitalen Unterricht vorbereitet ist. Es fehlt an Geräten, an Lizenzen und, vor allem, an jeglicher Erfahrung. Nur eine winzige Minderheit von LehrerInnen konnte, schlicht mangels Infrastruktur, bisher Gebrauch von solchen Geräten machen. Im Jahr 2020 sind Kreidetafel und Overhead-Projektor an der Mehrheit der deutschen Schulen noch immer Medium Nummer 1. Die Corona-Krise hat diese ganze Tragik mit einem Schlag offen gelegt.

Und selbst dort, wo hier relativ zum jeweiligen Landesdurchschnitt Fortschritte gemacht wurden (wie, glücklicherweise, an meiner eigenen Schule) sorgt die oben angesprochene Überlastung des Netzes für riesige Probleme. Gleichzeitig behindert der geringe Stand institutionellen Wissens und Erfahrung im Umgang mit den entsprechenden Apps konzentriertes Arbeiten. Ich bin fast genauso lang damit beschäftigt, die Wehwechen im Umgang mit Office, Discord und Co auszuräumen wie mit dem eigentlichen Arbeiten mit diesen Programmen. Digital Natives, my ass.

Der Höhepunkt dieses Galamas war die Reaktion des baden-württembergischen Kultusministeriums auf Corona. Bereits am Donnerstag, dem 12. März, war angesichts der weitgehenden Schließungen in den Nachbarländern Frankreich und Belgien und der anstehenden Schulschließung im Saarland klar, dass dies auch für Baden-Württemberg kommen würde. Am Freitag dem 13. März beschloss Bayern, die Schulen am Montag zu schließen. Am Nachmittag desselben Tages zog endlich auch Baden-Württemberg nach. Warum so spät? Mit schwäbischer Gelassenheit erklärte Ministerpräsident Kretschmann, man habe anders als Bayern die entsprechende Sitzung nicht auf 9 Uhr morgens, sondern 12 Uhr mittags gelegt.

Was hat das mit Digitalisierung zu tun? Die Folge dieses verspäteten Beschlusses der grün-schwarzen Landesregierung war, dass die Schulen am Montag, dem 16. März, noch geöffnet bleiben mussten. Und warum mussten sie das? Weil die LehrerInnen am Freitag die Dienstanweisung bekommen hatten, bis Montag Material FÜR DIE NÄCHSTEN DREI WOCHEN bereitzustellen, das den SchülerInnen dann am Montag auszugeben sei.

Um das kurz auszubuchstabieren. Die LehrerInnen mussten das Wochenende Material für alle Klassen für drei Wochen zusammenstellen, das diese dann in Heimarbeit bearbeiten sollten. Dieses Material war vor Beginn der 1. Stunde am Montag zu kopieren und den SchülerInnen dann auszugeben. Zu. Kopieren. Und. Auszugeben. Weil die digitale Infrastruktur nicht besteht. Nicht einmal die Möglichkeit, eine Mail zu verschicken, weil so etwas wie Schul-Email die absolute Ausnahme ist. Da ist eine Pandemie, und das Land zwingt die LehrerInnen an die zwei oder drei Kopiergeräte, die in den Schulen stehen, und dann alle Schüler noch einmal in die Klassenzimmer, weil keine Möglichkeit besteht, ein PDF an die SchülerInnen ranzukriegen. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Ende

Und damit beschließe ich diesen etwas ausufernden Artikel zu Wirtschaft und Gesellschaft erst einmal. Wie gesagt, sorry für die Nicht-Struktur. Ich hoffe, die Lektüre war trotzdem gewinnbringend.

{ 135 comments… add one }
  • Stefan Pietsch 28. März 2020, 13:47

    … zumindest ist es einer Deiner populistischsten Artikel. Das will in diesen Zeiten etwas heißen, wo eher das Gegenteil angesagt ist. Dir ist keine Gelegenheit zu doof (sorry, das muss an der Stelle gesagt werden), „Reiche“ und Begüterte zu beschuldigen. Nein, es waren nicht zwingend die oberen Zehntausend, die für die Verbreitung sorgten. Die WELT hat letzte Woche z.B. für Berlin nachgezeichnet, wie sich das Virus durch die Party-Szene so schnell so stark verbreiten konnte. Unvernünftige junge Menschen waren das.
    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus206702981/Party-trotz-Coronavirus-Die-Superverbreiter-vom-Kater-Blau.html?wtrid=onsite.onsitesearch

    Bisher hat man die Superreichen jedenfalls ihr Geld nicht dem Allgemeinwohl dienend gebrauchen sehen.

    Dieser Satz wird möglicherweise einmal Aufnahme in die Hitparade Deiner bescheuertsten Aussagen finden. CureVac zum Beispiel gilt als führend bei der Erforschung eines Impfstoffs. Das Unternehmen gehört zu 80% Dietmar Hopp und zu 20% der Bill and Melinda Gates Stiftung. Okay, die Namen sagen Dir nichts, daher nur so viel, es sind keine Hartz-IV-Empfänger. Gäbe es CureVac, wenn es Milliardäre nicht gäbe? Möglicherweise nicht.

    Was Du als toxische Männlichkeit beschreibst, sind – zumindest nach Deinem Beweis-Clip zu urteilen – unterbeschäftigte junge Männer mit Migrationshintergrund. Das lässt sich ja dann auch wahrlich anders beschreiben als zu solchen Begriffen wie „toxische Männlichkeit“ zu greifen. Was mache ich eigentlich mit meiner Supermarktkassiererin, die mir letzte Woche, ohne Handschuhe und sonstigen Schutz, versicherte, sie habe keine Angst vor dem Virus. Kann ich das einfach nur mit „Blödheit“ beschreiben, oder möchtest Du das Wort „weibliche“ davor?

    Niemand will kranke Menschen auf der Arbeit, nicht zu Corona-Zeiten und auch nicht davor oder danach. Wer krank ist, gehört ins Bett, das ist schon ein Erfordernis der Ökonomie. Doch wenn Menschen nicht nur aufgrund Selbstdiagnose, sondern auch noch Attest per Anruf sich Wochen bezahltes Fernbleiben von der Arbeit sichern können, brauchen wir über Trittbrettfahrertum nichts zu sagen. Derzeit schnellen die Krankschreiben jedenfalls in die Höhe – ohne Corona-Infektion. Doch wer krankfeiert, schadet allen, vor allem den Kollegen und es ist sicher, dass sich der ein oder andere Manager sich diese Leute merken wird, wenn demnächst Massenentlassungen anstehen. Soll man sich von jemanden trennen, der während der Krise wochenlang „krank“ zu Hause war oder von jenem, der trotz Sorgen zu Hause die Party am Laufen hielt?

    Wer krank feiert, tut keinen Nutzen. Er betrügt aus arbeitsrechtlicher Sicht, im Sinne des Strafgesetzbuches. Und vor allem: er ist ein moralischer Betrüger.

    • CitizenK 28. März 2020, 14:15

      CurVac würde es ohne Dietmar Hopp aller Wahrscheinlichkeit nicht geben, das stimmt. Aber Hopp (und hier im Rhein-Neckar-Raum Manfred Lautenschläger) sind doch eher Ausnahmen.

      Ich sehe nicht, dass außer einer verschwindenden Minderheit die Krise zum Vorwand nimmt, krank zu „feiern“. Im Gegenteil, ich sehe eine bewundernswerte Bereitschaft, sich einzusetzen – trotz der Geringschätzung und materiellen Benachteiligung vor der Krise.

      Die Haupt-Virenschleudern waren Karneval, Wintersport (die meisten Infizierten in HH und BW waren entweder in Südtirol oder in Ischgl) und der Fußball (Bergamo). In F und ES kamen religiöse und kulturelle Massenveranstaltungen hinzu. Es war ein schlimmer Fehler, dies nicht erkannt und verhindert zu haben.

      • Stefan Pietsch 28. März 2020, 18:09

        Aber Hopp (..) sind doch eher Ausnahmen.

        Woher wissen Sie das?! Die meisten Mäzene in Deutschland wollen das in Ruhe vor der Öffentlichkeit tun, sie streben nicht nach Aufmerksamkeit. Auch Hasso Plattner ist als Mäzen unterwegs, wird das nicht beachtet. Und so viele Milliardäre gibt es nun auch nicht.

        CureVac wurde von Hopp / Gates bisher mit 360 Millionen Euro gestützt bei einem Umsatz von gerade einmal 12 Millionen Euro. Wussten Sie das? Schon die Personalkosten machen das Doppelte des Umsatzes aus.

        Woher sollte so viel Kapital kommen, wenn nicht von Milliardären? Okay, Stefan kann es sich leisten solche Fragen nicht zu stellen. Aber da möchte ich in Zukunft nicht angepammt werden, wenn ich auf Basis eigener Erfahrungen und Befragungen von Behörden zu dem auf Fakten basierenden Schluss komme, dass Beamte sich in Krisenzeiten als Erstes in die Büsche schlagen.

        Bei Reichen wird sich gar nicht erst die Zeit genommen, Fakten zu eruieren.

        • Stefan Sasse 28. März 2020, 18:30

          Ich versuche mir echt mühe zu geben, den Boten aus dem Bild zu streichen, aber ich kann diese Argumentation – die grundsätzlich durchaus richtig sein mag – von jemand, der in seinem letzten Beitrag ohne jede Beweislage Millionen von Menschen vorgeworfen hat krankzufeiern statt ihr Leben zu riskieren, nun nur eingeschränkt ernstnehmen, wenn er mit Krokodilstränen in den Augen die Milliardäre verteidigt.

          • Stefan Pietsch 28. März 2020, 18:40

            Du hattest mir vorgeworfen, aufgrund eines Ausschnitts eine Hochrechnung betrieben zu haben. Immerhin basierte diese so weit es geht auf Fakten. Und nein, wenn jemand täglich in ein Büro ohne Publikumsverkehr geht, riskiert er typischerweise nicht sein Leben. Sonst könntest Du mir empfehlen zuhause zu bleiben, das Unternehmen und die Jobs den Bach runtergehen zu lassen und einen Scheiß auf die Mitarbeiter zu geben, die derzeit nur eins wollen: das jemand aus der Führungscrew bei ihnen ist und zu ihnen spricht.

            Du lebst dagegen voll Deine Vorurteile. Vor Tagen verteidigst Du Beamte wider der Fakten, auf denen Deine Argumentation doch eigentlich beruhen sollte. Nun nimmst Du wiederholt eine gesellschaftliche Klasse ins Visier, auf die Du nichts anderes als anscheinend Neid empfindest, denn schon in der Generalität ist Deine vorgebrachte Begründung objektiv falsch.

            Nochmal zu CureVar: wer könnte sich so etwas leisten, 360 Millionen Euro in einem Unternehmen zu versenken? Ich habe so etwas noch nie gesehen, das ist im Grunde aus steuerlicher Sicht „Liebhaberei“.

            • CitizenK 2. April 2020, 10:38

              Vorausschauende Planung – „aus steuerlicher Sicht Liebhaberei“? Investitionen in die Gesundheit „versenken“ Geld?

              Es ist diese Denkweise, die wesentlich zu den gegenwärtigen Problemen beigetragen hat. Höchste Zeit, sie zu revidieren. Nach diesen „Kriterien“ könnte man die gesamte medizinische Grundlagenforschung einstellen.

    • Ariane 28. März 2020, 17:32

      Wer krank feiert, tut keinen Nutzen. Er betrügt aus arbeitsrechtlicher Sicht, im Sinne des Strafgesetzbuches. Und vor allem: er ist ein moralischer Betrüger.

      Ähm nein Stefan. Wir leben gerade im Ausnahmezustand. Wer zu Hause sitzt – egal aus welchem Grund! – tut gerade jedem den größten Gefallen überhaupt, weil er sich und vor allem andere schützt.
      Wir leben aktuell halt in Zeiten, in denen plötzlich das Gegenteil dessen gilt, was noch vor zwei Wochen allgemeiner Konsens war. Simple as that.

      • Stefan Pietsch 28. März 2020, 17:55

        Wie kommst Du denn auf den Gedanken, Ariane? Es müssen auch derzeit Unternehmen arbeitsfähig sein. Die Verkäuferin, die jetzt nach Hause geht, lädt die Arbeit auf ihren Kolleginnen ab, die dafür mehr Überstunden machen müssen. Das ist asozial.

        Wenn sie krank ist, ist es richtig, zuhause zu bleiben. Aber sonst never ever. Verrückt. Dann kannst Du gleich sagen, alles muss dicht machen. Nur dann ist es sozial, wenn auch die zuhause bleiben, die sonst arbeiten würden.

        Wenn Ihr so argumentiert, warum Ihr noch nie (!) ein verurteilendes Wort zu Krankmachern (solche Debatten hatten wir ja) gesagt habt.

        • Ariane 29. März 2020, 00:54

          Wie kommst Du denn auf den Gedanken, Ariane?

          Weil wir mittlerweile schon über den Punkt hinaus sind, der sich auch nur um Grundrechtsfragen oder sozial/asozial dreht. Und ich kündige dir übrigens die Freundschaft auf, wenn du noch einmal behauptest, dass es Fakt ist, dass Beamte sich in die Büsche schlagen. Also bitte keine eigenen Erfahrungen zu Fakten erklären.

          Eine Pandemie ist halt saukompliziert, weil jeder gleichzeitig bedroht ist UND für andere eine Bedrohung darstellt. Merkwürdigerweise wird in den Medien noch über Wirtschaft vs Menschenleben oder Grundrechte vs Menschenleben diskutiert. Aber meiner Meinung nach sind wir bei Menschenleben vs Menschenleben.

          Ein Soldat steht vielleicht in der Treuepflicht sein eigenes Leben zu riskieren und andere Leben zu riskieren. Aber keine Finanzbeamten, keine Verkäuferinnen, keine Altenpflegerinnen und sonst auch niemand. DAS ist das eigentliche Dilemma. Und jeder, der draußen rumlaufen MUSS tut beides und meistens ziemlich exponiert. Die bringen sich selbst in Gefahr und andere und zwar nicht aus Spaß oder Egoismus wie reiche Sommerfrischler, sondern aus Solidarität.
          Und Solidarität ist da das einzige Kriterium was noch zählt, kein Zwang, kein Geld und nicht mal Grundrechte.

          Mein Vater als Finanzbeamter hat seit drei Wochen die offizielle Anweisung, sämtliche unnötigen privaten Kontakte zu vermeiden und die Freizeit allein mit seiner Frau zu verbringen und er akzeptiert ohne Trara seine systemrelevante Rolle in dem Chaos.
          Aber NATÜRLICH hat er mir in meiner Panikattacke, nicht mehr aus eigener Kraft nach Schleswig-Holstein zu kommen, versprochen mich im Notfall abzuholen. Und natürlich würde er das auch tun, ganz egal was irgendeine Anweisung oder Ausgangssperren besagen. Eben auch aus Solidarität.

          Wie gesagt, ich bin mittlerweile überzeugt, wir sind schon an einem anderen Punkt. Das Grundgesetz hilft uns da kaum noch, weil es in einem Dilemma steckt, du kannst niemanden zwingen, sich in Lebensgefahr zu begeben oder andere in Lebensgefahr zu bringen. Die, die das tun und tun müssen (wie letztendlich Ärzte und die Ethikkommissionen, die die schwerste Aufgabe haben und letztendlich Gott spielen) erledigen ihre Aufgabe aus Solidarität oder wie dir vielleicht bürgerlich lieber ist aus Pflichtgefühl.
          Und das ist auch richtig so. Ich und vermutlich wir alle wollen gerade jetzt doch nur Leute an den wichtigen Stellen haben, die mit vollem Herzen dabei sind. Und keine widerwilligen Menschen, solange es genug Leute gibt, die jeden Laden am Laufen haben, bin ich über jeden froh, der einfach brav zu Hause sitzt und keinen Schaden mehr anrichtet.

          Also meine ernsthafte Bitte, verzichte zumindest mitten in dieser denkwürdigen Zeit auf Pauschalurteile über Duckmäuser, das sind gerade alles Menschen, auf die wir zwingend angewiesen sind.

          • Stefan Pietsch 29. März 2020, 11:23

            Und ich kündige dir übrigens die Freundschaft auf, wenn du noch einmal behauptest, dass es Fakt ist, dass Beamte sich in die Büsche schlagen.

            Das ist mir keine Polemik wert, believe me!

            Mir geht es im Kern um einen einfachen Sachverhalt: Privilegien per Gesetz für eine bestimmte Gruppe von Arbeitnehmern sind weder zeitgemäß noch angemessen. Und wenn selbst ein überzeugter Befürworter wie Stefan nichts wirklich anzuführen weiß, dann hat das einen Punkt.

            Stefan war es dann, der mit einer Polemik gegen Milliardäre ansetze und den Eindruck entstehen ließ, die Reichen wären wesentlich für die Ausbreitung des Virus verantwortlich. Das finde ich nicht nur falsch, sondern völlig geschmacklos. Er nutzt damit Mechanismen, wie sie Extremisten nicht nur in Krisenzeiten verwenden: bestimmte Gruppen als Schuldige auszumachen. Nach meinem Geschmack war das ein absoluter Tiefpunkt.

            Bei Dir habe ich mich nur an der Aussage gerieben, jeder der zuhause bleibe, tue einen guten Dienst. Sehe ich nach wie vor nicht.

            Ich werde den Punkt in meiner wöchentlichen Ansprache an die Belegschaft aufnehmen müssen. Die Krankenquoten steigen und die Motive dahinter sind unterschiedlich. Ein Arbeitgeber wird in der Situation sensibel damit umgehen müssen, umgekehrt zerreißt es eine Belegschaft, wenn solche Fragen absolut ins Belieben des einzelnen gestellt werden.

            Also meine ernsthafte Bitte, verzichte zumindest mitten in dieser denkwürdigen Zeit auf Pauschalurteile über Duckmäuser (..).

            Sicher, ich will weder Dich, noch Deinen Vater, noch sonst jemanden ungerechtfertigt beleidigen. Aber: wenn auf dem örtlichen Amtsgericht, wo meine Schwägerin arbeitet, sich Beamte, die im Gegensatz zu ihr deutlich mehr verdienen und die nicht schwer behindert sind, das Gros in die selbst verordneten Betriebsferien verabschiedet, ballt sich die Faust in der Tasche. Die beliebteste Begründung: sie hätten „Panikattacken“.

            • Stefan Sasse 29. März 2020, 11:44

              „Wesentlich“ stimmt halt auch. Die Pest 1348 wurde auch wesentlich von Kauffahrern verbreitet. Jede Pandemie verbreitet sich über diejenigen wesentlich, die viel reisen. Und das sind halt die Wohlhabenden. It’s a fact.

              • Stefan Pietsch 29. März 2020, 11:51

                Nein, hier blendet Dich Dein Hass. Wenn Du für ein Flugticket von Frankfurt nach Shanghai 800 Euro bezahlst, hat das nichts mit Reichtum zu tun. Die meisten Beschäftigten, die reisen, haben, haben bestenfalls ein leicht gehobenes Gehalt: Techniker und Mechaniker von deutschen Maschinenbauern, PayPal-Angestellte, die nach Dublin entsendet sind, Piloten und Stewardessen bei Ryanair und anderen Low Cost Carriern. Und die, die Du im Visier hast, betätigen sich nicht als Multiplikatoren, wie das in den In-Lokalen in Berlin der Fall war.

                Sorry, Stefan Dir das sagen zu müssen: Du bist voller Vorurteile, weil Du Dir Dein Bild über Reiche zurecht gezimmert hast.

                Wir haben nicht das Jahr 1348. Wir leben im Jahr 2020, wo es längst kein Luxus ist zu reisen.

                • Stefan Sasse 29. März 2020, 12:16

                  Schau auf die einschlägigen Statistiken, und du wirst sehen, dass es stimmt. Der Ingenieur gehört bereits zu den Wohlhabenden. Schau mal aus deiner Blase raus!

                  Und von dir lass ich mir sicher nicht Hass vorwerfen, der selbst kübelweise Hass auf Millionen braver Beschäftigter ausschüttet.

                  • Stefan Pietsch 29. März 2020, 12:37

                    Ich meine nicht Ingenieure. Ich meine Techniker, Mechaniker, Elektroniker, Ausbildungsberufe und Leute, die 3.500 – 4.500 Euro erhalten. Das sind keine Reichen.

                    Vielleicht siehst Du, wie Dein Spiegel wirkt? Du hast vor Monaten – da war keine Krise – ganze Gruppen, die sich allein über ihr Einkommen definieren, zu unvereinbar mit der Demokratie erklärt. Was ist das anderes als Hass? Zur Demokratie gehören alle, Stefan.

                    • TBeermann 29. März 2020, 13:44

                      Stefan Sasse hat ja auch nicht gesagt, dass die Menschen nicht zur Demokratie gehören, sondern darüber nachgedacht, ob so eine Anhäufung von Reichtum (also ein theoretisch Anspruch auf einen so großen Anteil der verfügbaren Güter und Dienstleistungen) und der damit einhergehende Einfluss weniger Personen mit der Demokratie vereinbar ist.

                      Übrigens: Wer 3500 € Brutto verdient gehört zumindest schon mal zur gehobenen Mittelschicht (den ca. 40 % einkommensstärksten), mit 4500 liegt man schon im obersten Viertel und darf zumindest wohlhabend genannt werden, wenn man dieses Einkommen dauerhaft bezieht.

                    • Stefan Pietsch 29. März 2020, 14:20

                      Gut, das werde ich den Mitarbeitern sagen.

                      Nein, so etwas vernebelt sehr stark. In Bezug auf die EU haben Sie absolut recht. In Bezug auf Gesamt-Deutschland haben Sie auch Recht („absolut“ bereits gestrichen).

                      Aber: so leben die Menschen nicht. Würden wir wieder digital die Mauer errichten, ist Ihre Behauptung bereits falsch. Für einen Mann liegt das durchschnittliche Einkommen im Westen bei über 4.300 Euro, im Osten dagegen über 1.000 Euro darunter.

                      40% der „Obersten“ ist übrigens Mittelschicht, denn damit liegen Sie am unteren Rand der Obersten. Wir sollten nicht Reichtum suggerieren, wo keiner ist.

                      Die Milliardäre, von denen Stefan spricht, haben ihr Vermögen binnen einer Generation – also 25 Jahren – nach den Regeln der Menschenrechte (Recht auf Eigentum!) aufgebaut. Überspitzt könnte man daraus formulieren und fragen, ob denn die Menschenrechte nicht mit dem Demokratieprinzip in Einklang stehen? Denn die Menschenrechte sehen eben keine betragsmäßige Beschränkung auf eine bestimmte Einkommens- und Vermögenshöhe vor.

                      Das hatte Stefan übrigens damals auf meinen betreffenden Kommentar auch nicht hinbekommen. Da ist offensichtlich ein Dissens zwischen seiner politischen Meinung und der UN-Charta.

                  • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:14

                    @ Stefan Sasse
                    @ Stefan P.

                    Nein, hier blendet Dich Dein Hass.

                    Und von dir lass ich mir sicher nicht Hass vorwerfen, der selbst kübelweise Hass auf Millionen braver Beschäftigter ausschüttet.

                    Au weia. Wenn der eine Beamte für faul und pflichtvergessen hält und der andere für brav, hat das nichts mit Hass zu tun.
                    Wenn der eine der Meinung ist, Milliardäre sind mit ihren unternehmen die Leistungsträger im Staat, während der andere Probleme mit der Demokratie erkennt, hat das nichts mit Hass zu tun.
                    Das sind normale Meinungen, die sich beide derart mit ausreichenden Beispielen belegen lassen, dass Ihr beide Recht (und in der Pauschalisierung Unrecht) habt.

                    Kommt mal wieder runter.

                • Ariane 29. März 2020, 14:58

                  Wir haben nicht das Jahr 1348. Wir leben im Jahr 2020, wo es längst kein Luxus ist zu reisen.

                  Nein, es ist Pandemie mit Wissensvorsprung.
                  Und Alter Stefan! Ich weiß ja nicht, was deine Mitarbeiter noch arbeiten, aber komm unbedingt aus deiner Blase raus, bevor du mit ihnen sprichst!

                  Ihr habt ja noch den Karneval als Seuchenherd, in Norddeutschland sind das Skiurlauber und Kreuzfahrtler. Und nein, das kann sich nicht jeder leisten. Die untere Mittelschicht fährt ins Ferienhäuschen nach Dänemark oder spart ein Jahr für Pauschalurlaub in Ägypten oder Kroatien. Und die dadrunter freuen sich, wenn sie ein WE zu Oma fahren können.

                  Bitte bedenke das, wenn du mit deinen Mitarbeitern sprichst und erzählst, dass es wichtig ist, dass sie ihr Leben und das ihrer engsten Angehörigen riskieren. Und deins. Denn die Leute, die du rhetorisch gerne wie Dreck behandelst, sind aktuell noch bereit, deiner „Schicht“ den Arsch zu retten, selbst wenn die Ansteckungsgefahr von euch ausgeht.

                  Aber das ist gerade sehr brüchig und mit jedem neuen Todes- und Krankenfall wird das brüchiger.
                  Also wenn du erzählst, deine Mitarbeiter sollen sich mal nicht so anstellen und sind verpflichtet für kargen Lohn ihr Leben und das ihrer Kinder und v.a. Eltern zu riskieren, dann brauchst du nicht mehr auf Vernunft hoffen.

                  Man kriegt ja nicht mehr soviel mit, aber in Schleswig-Holstein gerade auf den Inseln gab es wirklich hässliche Berichte, da waren einige schon bereit, die Touristen notfalls mit Gewalt von der Insel zu treiben (die übrigens teils auch in irrationaler Panik meinen, die Seeluft schützt ihre Lungen). Also die Presseberichte klangen schon sehr düster und in Schleswig-Holstein ist noch gar keine richtige Gesundheitskatastrophe eingetreten.

                  Geht mir ja auch so. Ich mach mir nur Sorgen, aber es sind noch alle gesund und munter, die ich kenne. Aber wäre ich nicht klein und zierlich, hätte ich meinen Sägenachbarn einfach K.O. geschlagen, weil er meinte, seine Sägearbeiten fertig zu bekommen sei wichtiger als ungestörte traurige Telefonate mit meiner isolierten Oma.
                  Ehrlich Leute, redet mal mit den Leuten, die mies bezahlt sind und wie Dreck behandelt werden, die noch draußen rumlaufen und miese Arbeit machen, die sind jetzt schon starr vor Angst und da knallen möglicherweise alle Sicherungen durch, wenn wir uns Spanien und Italien nur annähern.

                  • Stefan Pietsch 29. März 2020, 15:53

                    Ariane, Ariane! Jetzt machst Du schon den Sasse. Erschreckend, wie auch Du anfängst, von Kommentaren auf Charakter zu schließen. Was hältst Du von Roland Koch?

                    Du brauchst es nicht zu schreiben. Jedenfalls stand der CDU-Hardliner im Ruf, sehr nah an seinen Leuten zu sein und sich sehr um sie zu kümmern. Anders als manche „Soziale“, die in Ministerien und Gewerkschaften als solche mit dem A davor durchgehen.

                    Du kannst kein Beispiel nennen, wo ich Menschen mit geringem Einkommen rhetorisch „wie Dreck“ behandelt hätte. Bitte höre mit solchem Unsinn auf! Wie gesagt, Stefan ist schon schlimm auf diesem Trip, jetzt schwenkst Du auch noch ein.

                    Ich wiederhole nochmal, was in Eure Köpfe nicht reingehen mag: Man muss Menschen mögen um sie führen zu können. Und jetzt klapp‘ Dein Buch vom Manchester-Kapitalismus zu, ist ja echt absurd. Ihr Linken könnt die moralische Überhöhung einfach nicht lassen.

                    • Ariane 29. März 2020, 16:39

                      Ja ich weiß doch, aber wir kennen uns doch nur vom Blog und du weißt hoffentlich selbst, dass dir Pauschalisierungen nicht fremd sind.

                      Und ähm also dass du einer FDP-Mentalität anhängst, ist ja nun kein Geheimnis^^
                      Ich weiß, dass du ein gut verstecktes, warmes Herz hast, aber wenn du mit deinen Mitarbeitern sprichst dann bitte nicht so wie du deine Artikel schreibst 😉

                      Und übrigens wirklich: Die Regeln sind aktuell gerade auf den Kopf gestellt. Die hypermoralisierende linkgsgrünversiffte, weibliche, verweichlichte Gutmenschenclique sind meistens die, denen gar nicht erst erklärt werden muss, was jetzt nötig sind. Die sind alle sofort losgerannt und haben geguckt, wo sie hilfreich sein können.

                      Es ist gerade nichts mehr gefragt als moralisch überhöhtes Gutmenschentum Stefan. Was denn sonst? Willst du auch das „moralische Dilemma“ diskutieren, ob wir Menschenleben für die Wirtschaft opfern sollen? Das hatte der Spiegel gestern auf der Startseite, hab ich gesehen, nachdem ich den Spanienartikel gelesen hab.

                      Das ist sicher gar nicht so böse, wie es bei mir ankommt, aber am sicheren Schreibtisch hat man noch nicht gemerkt, dass gerade Leute alles wegwerfen, was sie haben, um die absolute Katastrophe zu verhindern. Und wir wissen nicht mal, ob das reicht!
                      Und auch ohne Triage haben wir Todesfälle, die wir gar nicht verhindern können, schlimm genug. Aber der Furor in meinem (selbst priviligiertem) unterem Mittelschichtsmilieu ist jetzt schon gewaltig.
                      Denk an Stefans Umkehrung, es ginge hier auch noch um Kinder. Das mag man überhaupt nicht andenken, aber es fühlt sich auch nicht besser an, wenns um Eltern und Großeltern geht.
                      Also frag vielleicht erstmal besorgt deine Mitarbeiter, wie sie zurecht kommen und wie ihre Angehörigen versorgt sind, bevor du sie motivierst, an die Arbeit zu gehen. Ich meine das ganz ernst!

                    • Stefan Pietsch 29. März 2020, 17:07

                      Ich kann auch sehr motivierend sein. 🙂 Mit Pessimismus lässt sich kein Unternehmen führen.

                      Darüber wundere ich mich immer, wie Wirtschaftsvertretern (zu denen ich mich gerade mal zähle) kalter Egoismus in Pauschalität unterstellt wird. Niemand hat nur einen Moment in Frage gestellt, dass Menschenleben über allem stehen. Aber auch hier ist interessant, wie Linke hantieren: beim Klimawandel wollte man noch die Toten, die vielleicht irgendwann 2100 entstehen, gegen den Verlust von wirtschaftlichen Existenzgrundlagen im Jahr 2020 aufwiegen – pro Zukunft. Heute mahnen nicht selten die gleichen Leute, wichtig sei allein die Rettung von Menschenleben im Heute, über die Auswirkungen für die kommenden Jahre kann man später entscheiden.

                      Ich beziehe da keine Position. Nur eins, das habe ich meinem Team vor Wochen gesagt, bevor die Mannschaft ausgedünnt wurde: wir alle haben Menschen, um die wir uns sorgen. Wir alle haben Menschen in unserem familiären und freundschaftlichen Umfeld, die gefährdet sind oder Träger sein können.

                      Bei Dir und Stefan schimmert immer wieder die Annahme durch, kalte Kapitalisten hätten kein Herz, keine Familie, keine Freunde und würden für einen Cent Gewinn ihre Oma verkaufen. Es sei Dir gesagt: so ist es nicht. Meine Selbstbeschreibung: ich bin ein sehr lieber Mensch, der es liebt, für andere Verantwortung zu übernehmen. Ich habe nicht nur Menschen ihren Job genommen, ich habe ihnen noch mehr erhalten. Und in diesen Zeiten rede ich zu denen, die um ihre Zukunft fürchten, wo es keiner mehr sonst tut.

                      Ich habe keinen sicheren Schreibtisch. Mein Job steht genauso im Feuer, wenn es mir nicht gelingt, das Unternehmen zu retten. Wohlgemerkt: mir. Aufgrund der Umstände, die ich definitiv nicht in einem öffentlichen Blog erläutern will, bleibt sonst nichts. Das sind 140 Menschen. Und ich gehe nicht nach Hause und sorge mich, ob ich mich anstecken könnte. Ich sorge mich nicht, dass am Ende des Jahres zu wenig Gewinn bleibt oder ich keine Gehaltserhöhung aushandeln könnte. Ich bin in diesen Tagen ziemlich klar: es geht darum, das Unternehmen zu erhalten und für die Menschen zu sorgen, die mir vertrauen. Denn, Ariane: sie vertrauen mir und das ist auch ein Geschenk. Und ich weiß, wie es meinen Leuten geht!

                      Du kannst mir gerne schreiben, meine E-Mail hast Du ja.

                    • Ariane 29. März 2020, 17:33

                      Danke für die netten Worte 🙂

                      Ja ich weiß das doch und nehme das sehr wohl anerkennend und dankbar zur Kenntnis. Ich bin zwar selbst verwundertbelustigt, dass wir und sogar ich persönlich plötzlich wieder im Patriarchat der 60er gelandet sind. Aber in Notzeiten wie diesen ergibt das nun mal auch den größten Sinn. Irgendwer muss ja die Firmen retten, damit Kinder und Alte und deren Versorger ein Dach über dem Kopf haben.
                      Oder ich irgendwann ein fertiges Häuschen und keine Bauruine, die nicht mehr bezahlt werden kann.

                      Man verbindet sich halt automatisch mit der Gruppe, der man sich am nächsten fühlt. Bei dir sind es dann halt gerne FDP-Millionäre und bei mir eher die weibliche Unterschicht mit den Drecksjobs.

                      Und solange alle brav ihrer Aufgabe nachgehen und in der Not irgendwo anpacken, hab ich noch kein Problem.
                      Aber irrelevantes Medienleute, die auch noch verklausuliert Geld oder Leben – das wird man wohl mal fragen dürfen – diskutieren, muss nun gar nicht sein. Da wetze ich wirklich schon die Mistgabel.

                      Bei dir aber nicht, wenn hier plötzlich der Klassenkampf ausbricht, würde ich dir sogar Asyl im Unterschichtsmilieu anbieten 😉

              • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:05

                @ Stefan Sasse 29. März 2020, 11:44

                Die Pest 1348 wurde auch wesentlich von Kauffahrern verbreitet.

                Ja, und von Priestern, wanderndem Volk, und von Leuten, die aus Panik flüchteten.

                Jede Pandemie verbreitet sich über diejenigen wesentlich, die viel reisen. Und das sind halt die Wohlhabenden.Stefan Sasse 29. März 2020, 11:44

                „Wesentlich“ stimmt halt auch. Die Pest 1348 wurde auch wesentlich von Kauffahrern verbreitet. Jede Pandemie verbreitet sich über diejenigen wesentlich, die viel reisen. Und das sind halt die Wohlhabenden. It’s a fact.

                Von „reich“ auf „wohlhabend“ heruntergestuft – immerhin, ein Fortschritt. Wer in den Skiurlaub gefahren ist (die gelten von mir aus als „wohlhabend“), wer im Karneval oder im Fußballstadion war (eher weniger die „Reichen), hat maßgeblich beigetragen.

                Dazu kommen viele Jugendliche, die den Unterschied zwischen angesteckt (=Virenschleuder für andere) und schwer erkrankt (= selbst betroffen) nicht verstehen wollten, auch Mitarbeiter in Firmen, bei denen jemand erkrankt war, ohne es zu wissen.

                Aber „reich“ ist Blödsinn.

                @ Stefan Pietsch 29. März 2020, 11:51

                Nein, hier blendet Dich Dein Hass.

                Der Begriff „Hass“ ist auch Blödsinn.

                • Ariane 29. März 2020, 15:01

                  Könnt ihr mal aufhören, alles auf irgendwelche Jugendlichen zu schieben bitte?

                  Wenn ihr das nicht ernst nehmt, dann erwarte ich das bestimmt nicht von 16-18jährigen. Um die können wir uns kümmern, wenn die privilegierte, hochstudierte Wohlhabendenschicht sich mal nützlich macht oder zumindest nicht mehr im Weg rumsteht. Also Leistungsträger zuerst bitte!

                  • Stefan Pietsch 29. März 2020, 16:07

                    Es sind aber nunmal junge Menschen, die besonders mobil sind und sich häufiger in wechselnden Gruppen bewegen. Genau so verbreiten sich Viren und genau so hat sich Covid-19 verbreitet. Stattdessen kommt Stefan mit seinen Milliardären, die Schuld an allem seien.

                    Warum fragst Du eigentlich nicht, warum sich der Virus in Berlin rasant ausbreiten konnte? Wegen der Partyszene, das ist die Wahrheit. Und auf Partys gehen weniger alte weiße Männer als junge Frauen in knapper Kleidung. Das sind die unbestreitbaren Fakten.

                    Ich geb‘ Dir gerne, dass das alles normal ist. Jeder war mal jung. Aber wir sollten auch nicht vergessen, dass noch vor wenigen Wochen „die Alten“ unisono für die Klimakrise verantwortlich gemacht wurden und angeblich Verantwortung trügen, wenn viele der heutigen Kinder das Jahr 2050 nicht mehr erleben würden.

                    Nochmal: steckt endlich Euren Moralismus ein und fangt an, seriös zu diskutieren.

                    • Ariane 29. März 2020, 16:52

                      Merkst du eigentlich, wie verrückt das gerade klingt?

                      Kein Mensch erwartet, dass Kinder und Jugendliche in der größten Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg Verantwortung tragen.
                      Die werden eingefangen und unter Hausarrest gestellt und sollen Fernseh gucken. Fertig.

                      Weißt du, wo man da nämlich hinguckt`? Auf die Leistungsträger mit Hochschulabschluss in verantwortlichen Positionen. Und viele – wie auch du in ihrem Betrieb – sind sich ihrer Verantwortung bewusst und werkeln mit an der Verhinderung der Totalkatastrophe. Wie es sich gehört!

                      Aber es gibt auch genug selbsternannte Leistungsträger, die erstmal selbst eingefangen und nach Hause geschickt werden müssen und es gibt gerade genug dieser Leute, die dann auch noch jede Moral und jeden Anstand verloren haben und meinen, es müsse erlaubt sein, das moralische Dilemma Wirtschaft vs Leben zu diskutieren. Wird man doch wohl mal sagen dürfen!

                      Alter, da sind aber ganz dringend sozialdemokratische Grundwerte, christliche Werte und sämtliche bürgerliche Tugenden der Welt nötig! Völliger Moralverfall ist nämlich grad gar nicht lustig.

  • CitizenK 28. März 2020, 14:04

    Ja, durchaus lohnend, danke. Alle Achtung, dass Du dazu noch die Kraft hast.

    Die Politik nach der Krise wird wahrscheinlich versuchen, die im Artikel aufgezeigten und durch die Krise unübersehbar gewordenen Defizite anzugehen. Ich fürchte allerdings, dann werden die Mittel fehlen, weil alle Ressourcen in die Krisenbewältigung direkt gehen (müssen).

    Ob das „Lastenausgleichsgesetz 2.0“ kommen wird?

    • Stefan Sasse 28. März 2020, 14:13

      Je nachdem, die lange die Krise dauert, mag das durchaus notwendig werden.

      • Ariane 29. März 2020, 03:08

        Und ob sie katastrophal wird oder nicht.
        Hab mich heute doch mal getraut, mich ein bisschen über die Spaniensituation zu informieren und die sind auch schon absolut in italienischen Verhältnissen.

        Also schnell zur Wirtschaft: Auch Spanien ist jetzt all in gegangen und hat jegliche Arbeit verboten, die nicht absolut lebensnotwendig ist. Weiß gar nicht, wie Italien das regelt, aber Spanien hat wirklich Zwangsurlaub angeordnet und zahlt (keine Ahnung wie) einfach direkt von Staats wegen die Löhne.
        Und ich finde, selbst wir hier müssen zu größeren Kalibern übergehen, die bestehenden Instrumente gehen natürlich am schnellsten, aber die sind für Konjunkturdellen und nicht für Totalzusammenbrüche gedacht. Also hier in meinem Kosmos ist jeder schon privilegiert (ich auch), wer bis in den Mai kommt. Danach blicken alle irgendwie in ein schwarzes Loch, weil dann theoretisch 80% der Branchen platt sind. Das allein ist schon unvorstellbar. Mein Mann und ich haben mal gezählt, außer Rentnern kennen wir nur 3 Leute, die sich ihren Lebensunterhalt nicht mit irrelevantem Handel verdienen.

        Ich hab keine Ahnung, wie das laufen soll. Der Staat muss letztendlich die Kohle ranschaffen und selbst gucken, wo er sie herzaubert. Das ist auf oberster Ebene noch gar nicht angekommen. Da ist nämlich nix mehr mit „wir haben so geil gewirtschaftet“ das kann auch der Staat nicht aus seinen Cash-Reserven bezahlen. Und wenn das so weitergeht und die westliche Wirtschaft einfach den Konsum einstellt ist auch nix mehr mit Export. Es ist auch völlig egal, obs in Wuhan wieder weitergeht und die noch andere Fabriken als ihr Medizinzeugs hochfahren. China-Klimbim kauft keiner, ob das Plastikschrott ist oder ein Auto, nicht mal Öl will noch irgendwer haben.
        Dieses katastrophale Desaster ist noch weniger in den Köpfen als das Pandemie-Gesundheitsdesaster. Was merkwürdig ist, weil das hier in Norddeutschland viel schneller direkte Auswirkungen hat.
        Aber wir sitzen halt im Maschinenraum und das Oberdeck am Schreibtisch. Und erstmal werden die ihr Geld schon herzaubern, aber es könnte in jede Richtung gehen. Brutale Verarmung, Weginflationieren, brutales Lastenausgleichsgesetz. Unmöglich hervorzusehen. Ich mein, aktuell sind die Gewinner einfach die mit nem Beatmungsgerät oder der Möglichkeit eins zu bauen. Das ist das neue Gold.

        • Stefan Sasse 29. März 2020, 09:47

          Ich lese Nachrichten aus Spanien und Italien und kriege Panikattacken. Ehrlich. Wenn das hier auch passiert, gute Nacht.

          • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:24

            @ Stefan Sasse 29. März 2020, 09:47

            Ich lese Nachrichten aus Spanien und Italien und kriege Panikattacken. Ehrlich. Wenn das hier auch passiert, gute Nacht.

            Du kannst nichts ändern, also mach Dich nicht verrückt.

            https://de.statista.com/infografik/20970/verteilung-der-covid-19-faelle-nach-aktuellem-status/

            Hier siehst Du eine internationale Übersicht, die regelmäßig aktiviert wird. Die Zahl der in Deutschland erkrankten steigt zwar, aber die Todesquote ist extrem niedrig. Ich verfolge das schon seit zwei Wochen – wir waren noch nie in der Nähe von 1%.

            • Ariane 29. März 2020, 15:13

              Tjoa, ich konnte nicht schnell genug wegsehen. Aktuell überlegen sie, ob die Todesquote nicht ganz falsch war, weil Leute auch ohne Symptome gestorben sind.

              Und von diesem Wissenschaftsquark sind wir doch schon längst runter, wir brauchen nur noch ausm Fenster zu sehen. Mehr als unklare Lebensbedrohung für alle und jeden muss man doch gar nicht wissen, da geht man lieber auf Nummer Sicher als zu unvorsichtig zu sein.

              Und man muss zwischendurch rausgucken, um sich daran zu erinnern WARUM hier panisches Chaos auf allen Ebenen herrscht. Ich bin ja echt nicht systemrelevant, aber ich bin froh, wenn ich mich nur ein bisschen nützlich machen kann. Weil jeder Blick aus dem Fenster Motivation genug ist.
              Und es gibt genug Leute wie mich, die daran verzweifeln, ständig über hinderliche Leute zu stolpern, bei denen man von Glück sagen kann, wenn die zu Hause sitzen und kein Unheil mehr anrichten und die überforderten Leute nicht bei der Arbeit verhindern oder für verrückt erklären.

            • Stefan Sasse 29. März 2020, 17:13

              Klar. Aber ich meine, das ist einfach nur simple Übertragung. Ich sehe was dort passiert und weiß, das kann hier passieren. Ich höre: 80% der Erkrankungen verlaufen harmlos. Wir sind vier Leute im Haushalt. Ich kann meine Unruhe nicht unterdrücken.

          • Ariane 29. März 2020, 15:05

            Ich kanns nur noch überfliegen, Bilder oder Videos guck ich mir gar nicht mehr an. Dann will ich gleichzeitig heulen und Leute verprügeln (ich!) und sobald das bei mehr Leuten ins Bewusstsein kommt, steht hier kein Stein mehr auf dem Anderen.

  • CitizenK 28. März 2020, 17:41

    Der Wirtschaftsexperte IW-Direktor Michael Hüther:

    „Wir sehen gerade, dass Deutschland auch im Bildungssystem in der Lage ist, das Lernen in geschlossenen Klassenzimmern und Hörsälen durch Online-Angebote zu ersetzen“. (iwd Ausgabe vom 26. März 2020, S. )

    Wo lebt der?

    • TBeermann 28. März 2020, 18:03

      Ist halt so ein „Ja, aber…“ Thema.

      Je finanziell stabiler die Verhältnisse der Schüler sind, desto besser läuft es. Studenten z.B. dürften überwiegen über einen eigenen Computer mit Internetzugang verfügen. Damit kann man schon viel machen.

      Bei Schülern kommt es sehr auf das Umfeld an. Ältere Schüler mit eigenem PC haben zumindest mal die Möglichkeiten. Wenn aber in einem Haushalt mehr Schüler sind, als Geräte (oder gar kein Computer), dann wird es schon schwieriger (oder wenn die Eltern den PC brauchen, weil die auch gerade Home-Office machen müssen).

      Pauschal ist diese Aussage also sicher eher unrealistisch.

      • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:18

        @ TBeermann 28. März 2020, 18:03

        Bei Schülern kommt es sehr auf das Umfeld an.

        Ja. Wie immer im deutschen Bildungssystem: Money matters.

    • Stefan Sasse 28. März 2020, 18:26

      Einen Scheiß sind wir.

      • Sören 28. März 2020, 23:12

        Ich frage mich sowieso schon die ganze Zeit was der Plan V ist, sollte der Unterricht nach den Osterferien nicht wieder aufgenommen werden. Ich kann mir ja noch Vorstellen, dass man die Abiturienten noch irgendwie als Lehrer betreuen kann; aber bei den Grundschülern fehlt nir dann jede Phantasie. Ein Jahr auf Einschulung verzichten wird man nicht können oder verschieben wir das Schuljahr um ein halbes Jahr so dass ein Schuljahr einem Kalenderjahr entspricht. Bin sehr gespannt.

        • Ariane 29. März 2020, 03:20

          Ich fand es schon erstaunlich, dass sie bisher(!) nicht jeder auf eigene Faust handeln, zumindest nicht offiziell.

          Aber SH sind die einzigen mit Plan und quasi zu Königen des Nordens ausgerufen, dem alle hinterhertraben. Klasse, wir sind echt schon bei GoT angekommen. Und hier laufen schon die Planungen weiter, das ganze Schuljahr aufzugeben, auch wenn sie es nicht laut sagen dürfen. Frau Prien als Bildungsminister von SH ist ja vorgeprescht mit dem Plan, das Abitur (und wohl auch die anderen Prüfungen) ganz aufzugeben und hat nach ihrem Zwangseinlenken einen Entschuldigungsbrief an alle Prüflinge in SH veröffentlicht. Aber inoffiziell werkelt der ganze Norden an „wird nix mehr“ und wenn dann nur noch Abschlussprüfungen. Also hier oben geht man bildungstechnisch gar nicht mehr davon aus, dass das Schuljahr noch wieder aufgenommen wird.

          Also ich weiß selbst nicht mehr, ob SH gerade den klarsten Blick auf die Dinge hat oder eher in Untergangsfantasien feststeckt. Aber da sie einen Plan haben und bisher immer bestätigt worden, scheinen sie jetzt wirklich erstmal Könige des Nordens zu sein und den Takt für die Bummel-Länder mit vorzugeben. Ich weiß ja nicht, was ihr da unten im Süden treibt, aber Daniel Günther hat einen Plan und drei Bundesländer haben sich scheinbar schon angeschlossen.
          Alter, Anarchie ist irgendwie auch schon schwer untertrieben!

        • Stefan Sasse 29. März 2020, 09:45

          Um Gottes Willen, das sind die Albtraumszenarien aller im Bildungssektor Beschäftigten. Aktuell sind die KuMis jedenfalls wild entschlossen, das Abi durchzuziehen. Neuer Termin ist der 20.5. hierzulande, die Korrekturzeiträume wurden gekürzt und die Verfahren vereinfacht. Bin mal gespannt…

          • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:27

            @ Stefan Sasse 29. März 2020, 09:45

            Aktuell sind die KuMis jedenfalls wild entschlossen, das Abi durchzuziehen.

            Wie soll das gehen?
            Schade, dass Victor von Bülow schon tot ist …

            • TBeermann 29. März 2020, 15:16

              Ich nehme im Moment nicht an, dass es tatsächlich dazu kommen wird.

              Der Beschluss der Kultusminister basiert auf der (auf nichts fußenden) Vorstellung, dass wir jetzt schon das Plateau erreicht hätten, es im großen und ganzen so bleibt wie jetzt und wir als nächstes darüber reden müssen, wie wir wieder auf Normalbetrieb schalten und welche Personengruppen damit anfangen sollen (also in dieser Vorstellung die Schüler mit ihren Prüfungen).

              Dass wir immer noch in der exponenziellen Anstiegsphase sind und den Gipfel vermutlich noch nicht mal sehen, wird sich in den kommenden Wochen vermutlich noch zeigen.

              Ich bezweifele, dass Ende April irgendwas von dem, was jetzt so diskutiert wird – sei es die Höhe der Hilfszahlungen oder der Einstieg in die Rückkehr zur Normalität – noch irgendwie relevant sein wird.

              • Stefan Sasse 29. März 2020, 17:16

                Denke, die werden nur die 13er einberufen und bei entsprechenden Sicherheitsabständen schreiben lassen.

                • TBeermann 29. März 2020, 18:24

                  Ich gehe halt auch davon nicht aus. Ich rechne aber eben auch damit, dass wir bis Ende April täglich die Zahl an Toten haben werden, die wir bisher insgesamt haben.

                  Es sind ja auch nicht nur die Abiturienten. Ende April wären die Prüfungen sämtlicher Ausbildungsberufe. Im Moment sind in NRW die Prüfungen bis zum 20.04. abgesagt, aber der größte Schwung kommt erst danach. Sehe ich auch noch nicht, dass das stattfindet.

                  • Ariane 29. März 2020, 18:34

                    Auf der anderen Seite hast ja auch Probleme, zum Glück liegen noch Sommerferien dazwischen.

                    Aber mein Betreuungskind sollte im Sommer in die Schule kommen und die Eingangsuntersuchungen und Vorbereitungen dazu liegen natürlich auch alle auf Eis.

                  • Stefan Sasse 29. März 2020, 19:42

                    Ich häng halt qua Beruf eng im Abi drin, deswegen ist das bei mir so nah.

            • Stefan Sasse 29. März 2020, 17:14

              Das ist deren Geheimnis.

              • Ariane 29. März 2020, 17:54

                Da wir aktuell in der völlig verrückten Situation sind, dass nicht mal grundrechtsbeschneidende Ausgangsbeschränkungen bundesweit einheitlich geregelt sind (die immer noch nicht genau definiert sind!), würde mich fast gar nichts mehr wundern.

                Am Ende macht wirklich jeder was er will, der Norden gibt das ganze Schuljahr auf und der Süden baut Plexiglaskäfige mit Mikrofon für Abiturprüfungen. Mitten in Vorbereitungen von Großkatastrophen.
                Gott, ich war damals so nervös, ich war froh, es in den Raum zur mündlichen Prüfung zu schaffen, das war die größte Herausforderung meines ganzen Abiturs.

                Also sorry, aber ich finde, mitten in diesem Chaos kann man doch keine Abschlussprüfungen durchführen, zumindest nicht, solange drakonische Sicherheitsvorkehrungen gelten.

                • Stefan Sasse 29. März 2020, 19:42

                  Not my call. Ich wäre auch dafür die Abschlussprüfungen einfach ausfallen zu lassen.

                  • CitizenK 29. März 2020, 22:06

                    Ja. Bedauerlich, dass SH eingeknickt ist.

          • Ariane 29. März 2020, 15:21

            Das ist ein bisschen verrückt, ich kann ja nur die Presseberichte und Stellungnahmen dazu interpretieren. Ich weiß selbst nicht mehr, ob SH mit den worst-case-Szenarien übertreibt. Aber hier in Norddeutschland erwecken sie gerade den Eindruck, dass sie den Weltuntergang jedenfalls gut geplant über die Bühne bringen wollen. Und da das gerade nicht schaden kann, traben MV und Niedersachsen und HH da mittlerweile oft hinterher. (um die Durchführung wie zb bei den Zweitwohnsitzen dann natürlich wieder zu chaotisieren. Seufz)

            Ist ja noch ein bisschen hin, aber in der aktuellen Situation wirkt es ja auch total irre, erstmal Prüfungen durchziehen zu wollen. Also hier oben scheinen zumindest schon die Pläne für Komplettaufgabe des Schuljahres (und anderer Abschlusspläne) in der Schublade zu liegen.

    • Ariane 29. März 2020, 03:29

      Und wieso äußert sich ein Wirtschaftsexperte eigentlich zum Schulwesen?

      Also wenn uns langweilig wird (höhö) müssen wir dringend mal darüber diskutieren, dass die ganze Zunft schwer darunter leidet, gerade völlig irrelevant zu sein und meint, sie wären jetzt Bildungsexperten, Virologen, Psychologen und andere fachfremde Experten. Die kommen am wenigsten damit klar, dass gerade alles auf den Kopf gestellt ist und keiner hat denen mal die Reichweite weggenommen. Wäre dringendst nötig!
      Stattdessen gerne mal Reportagen, wer zum Teufel eigentlich jetzt und früher in Gesundheitsämtern herumsitzt und über die RedenschreiberInnen von Merkel und Steinmeier (der geht unter, aber ich finde er ist ein fantastischer Bundespräsident btw)

      • CitizenK 29. März 2020, 08:52

        Auf seinem Gebiet ist IW-Hüther nicht ganz so realitätsblind:

        „Künftig werden sicherlich Lagerbestände, Lieferketten und Beschaffungssysteme neu bewertet werden. Die Just-in-time-Produktion …. ist nicht für alle Branchen sinnvoll, das zeigt die Corona-Krise deutlich“.

        Ist das schon die Ankündigung eines Paradigmenwechsels?

        • Stefan Sasse 29. März 2020, 09:48

          Schwer zu sagen? Viele Leute reden davon, was die Krise jetzt alles zeigt, aber ob da auch konkrete Konsequenzen daraus folgen werden wird erst die Zeit zeigen.

        • Ariane 29. März 2020, 15:28

          Vielleicht sollten die Oberdeckler einfach mal im Maschinenraum nachfragen, bevor sie Überlegungen anstellen.
          Gibt auch Unternehmen, für die kleine Lagerbestände überlebenswichtig sind und die das nicht brauchen, um Dividenden auszuzahlen.

          Das solide, mittelständische Autohaus, das ich zu Beginn der Krise übrigens gar nicht als Problemfall gesehen habe, sitzt auf einem Hof voller Autos, die nicht verkauft werden (können). Und die sind auf einen regelmäßigen Umsatz angewiesen, bei Autos kann man sich vorstellen, auf welchen Bergen unnützem Kapital man plötzlich rumsitzt. Unnötig zu erwähnen, dass die Kosteneffizienz nicht gebraucht wird, um irgendwo Millionen an Manager zu zahlen, sondern um den nächsten Monat zu überleben.

      • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:35

        @ Ariane 29. März 2020, 03:29

        Also wenn uns langweilig wird (höhö) müssen wir dringend mal darüber diskutieren, dass die ganze Zunft schwer darunter leidet, gerade völlig irrelevant zu sein und meint, sie wären jetzt Bildungsexperten, Virologen, Psychologen und andere fachfremde Experten.

        Gestern beim Zappen erwischt: ein Werbespot zu „Höhle des Löwen“, in der ein Typ (den ich nciht kannte) ankündigte, dass in der nächsten Sendung die „Löwen“ über Corona diskutieren werden.

        Ich musste das esrst googlen und lag dann vor Lachen auf dem Boden.

        Steinmeier (der geht unter, aber ich finde er ist ein fantastischer Bundespräsident btw)

        Oh Ariane. der war als Außenminister im Rahmen der Möglichkeiten, die das Kanzleramt zuließ, sicherlich nicht schlecht; in jedem Falle um Welten besser als der Vollpfosten, den wir jetzt haben (und der seinen Job offenbar nur deswegen bekommen hat, damit Mutti international eine gute Figur abgeben kann). Aber als Bundespräsident? Kein Vergleich mit Christian Wulff (den ich richtig gut fand), nicht mal mit Joachim Gauck (der schon an Wulff nicht heranreichte).

        Zumindest richtet Steimeier, anders als Maas, keinen Schaden an, und weiß sich zu benehmen.

    • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:16

      @ CitizenK 28. März 2020, 17:41

      Wo lebt der?

      jedenfalls nicht in Deutschland

  • cimourdain 28. März 2020, 18:31

    Danke, dass der Aritkel nicht-strukturiert und ausufernd gehalten ist. Das rechtfertigt, dass ich ebenso unstrukturiert einige Stichpunkte und Beobachtungen zu gesellschaftlichen Aspekten hinwerfe:

    1) Rücksicht
    wird mehr genommen. Die Menschen achten im öffentlichen Raum mehr aufeinander, die Dichte ist niedriger, die meisten wirken auch ein bisschen weniger egoistisch. Das kann aber noch kippen, wenn der Lagerkoller zuschlägt.

    2)Die Ärmsten
    werden jetzt total ignoriert. Tafeln schließen, Obdachlosenzeitschriften fallen weg. Das Empathiepotential derjenigen, die hilfsbereit sind verschiebt sich zu den Kranken und Alten. Schüler, die Probleme hatten, laufen bei digitalem Lernen endgültig Gefahr, unter die Räder zu kommen

    3)Die Kirchen
    offenbaren ihre inhaltliche Leere. In früheren Epidemien hatten sie ihre große Stunde, weil sie Hoffnung und Stütze gegeben haben. Diesmal gar nichts. Ohne das Gemeinschaftserlebnis haben sie kein Produkt mehr.

    4)Demagogie
    Selten hat sich klarer offenbart, dass auch Demokratien die Mittel der Propaganda massiv nutzen (müssen?)

    5)Führung
    Ängstliche, verunsicherte Menschen folgen frag- und kompromisslos ‚ihren‘ Autoritäten. Ob das nun
    – die Bundesregierung, vertreten durch einen renommierten Wissenschaftler,
    – ein häretischer Mediziner, der vor 10 Jahren in einer irgendwie vergleichbaren Situation recht hatte oder
    – ein Ministerpräsident, auf den der Begriff „bavarian fire drill“ zugeschneidert scheint, ist.

    6)Feindbilder
    gehen immer noch. Ob das die Chinesen, Partygaänger, die Reichen oder die Jugend ist, jemand muss schuld sein – warum also nicht eine Gruppe, zu der man selbst nicht gehört. Das erspart, Zusammenhänge und die Funktionsweise einer Globalgesellschaft grundsätzlich zu hinterfragen. Wenigstens gibt noch niemand in einer breiten Öffentlichkeit einer religiösen oder sexuellen Minderheit die Schuld.

    • Ariane 29. März 2020, 01:48

      Auch hier im Blog ist die Struktur halt schon hops gegangen^^

      1&2)
      Ja, gebe ich dir recht, genauso gibt es auch krasseste Egoismen. Es ist beides zugleich. Aber da ich als Nicht-Risikogruppe noch ziemlich viel unterwegs bin, muss ich sagen. Ich habe noch nie so nett und plötzlich persönlich mit meinen Mitmenschen gesprochen. Und das hilft auch.
      Hab heute nur kurz mit der vom Sehen bekannten und recht überforderten Kassiererin gesprochen. Also eigentlich hat jeder nur gesagt, in was für ner chaotischen Scheiße er gerade steckt und dann haben wir uns den Daumen gezeigt nach dem Motto „halt durch“. Ist ja nix, aber ich find solche Gesten auch immer hilfreich und ermutigend – für beide Seiten.
      Und extrem viele Menschen kämpfen halt gerade an irgendeiner Front, das kann einer alleine gar nicht stemmen, gerade weil die letztendlich zuständige Exekutive aktuell vor lauter Problemen selbst den Kopf verloren hat. Zum Glück gibt es dann Menschen, die noch Kapazität zb für Obdachlose und Flüchtlinge haben, während ich halt gerade nur Aufforderungen an die Exekutive weiterleiten kann. Ich stehe aber parat, die alle in Luxusunterkünfte zu bringen, sobald das Rumgereise abgeschlossen ist und da mit Druck aufzubauen!

      3) Kirchen
      Ich bin nicht in kirchliche Strukturen eingebunden, aber ich sehe das eigentlich ganz anders. Ich meine der Papst! macht einen auf Luther und sagt jeder soll für sich direkt mit Gott reden. Und beichten und Gott wird es schon verzeihen. Das ist eigentlich völlig widersinnig.
      Man kriegt ja nicht mehr soviel mit, aber so in Schnipseln hab ich schon das Gefühl, alle versuchen das Unmögliche und die kirchlichen Aufgaben (die ja irgendwie auch Fürsorge sind) unter unmöglichen Bedingungen wahrzunehmen.

      4) Ich würde es eher politische Kommunikation nennen anstatt Demagogie. Und die ist vor lauter Problemlösungschaos ziemlich zusammengebrochen. Oder wird – Kanzlerin – nicht mit Taten unterfüttert, die hats gerade mit der Kommunikation drauf, sollte meiner Meinung nach aber mehr tun.

      5)
      Ja, hast du recht. Obwohl ich glaub, da folgt man in so einem Chaos halt den ausgetretenen Pfaden. Stefan S. und ich haben ja gerade Loblieder auf Verfassung, Rechtsstaat und die Exekutive als dessen Handelnde gesungen, also gucken wir dahin.
      Wer eher nach starken Männern sucht, guckt auf Söder. Wer Regierungen eh scheiße findet, guckt woandershin auf äh Gegenöffentlichkeiten wie die Nachdenkseiten (die den Wodarg lieben) oder rechte Pendants (die dahinter dann vielleicht die jüdische Weltverschwörung sehen).
      Also weniger Autorität, sondern die altbekannten Pfade werden auf die neue Situation angepasst.^^

      6)
      Ja. Obwohl das ja auch diffus ist, weil so ein Virus genau so ein schlechter Adressat ist wie Gott, das Universum, Schicksal oder Zufall.
      Und wenn dann jeder für einen selbst oder andere zur Lebensgefahr wird, verstärken sich auch alte Vorurteile. Ich verhehle ja gar nicht, dass ich meine eigenen Vorurteile gegen reiche Bonzen hab. Aber normalerweise bringen die nicht gleich meine Familie in Lebensgefahr und sorgen durch die Abwehrreaktion gleichzeitig dafür, dass ich plötzlich nicht mehr so einfach dahin komme.
      Gilt für Jugendliche vielleicht auch, wenn die Parties schmeißen, aber gegen die hab ich weniger Vorurteile 😉
      Und a propos sexuelle Minderheit: HIV ist auch ein Virus, was meinst du, was da für eklige Sachen gegen v.a. Schwule zwischendrin abliefen? Da gehts hier wirklich noch hochzivilisiert zu!

      • cimourdain 31. März 2020, 15:05

        3) Du hast recht, dass die Organisation Kirche, wie andere Institutionen auch völlig überfordert mit der Situation sind ( Hast du den traurigen ‚Urbi et Orbi‘ gesehen? ). Aber genau das hat in der Vergangenheit ( 1755 oder 1816ff ) zu einem enormen Vertrauensverlust geführt; an eine Organisation, die für sich einen Draht zu Gott beansprucht, stellt man andere Ansprüche.
        4) Die drastische Formulierung war beabsichtigt, um klarzustellen wie unscharf die Grenze zwischen ‚guter‘ Kommunikation und ‚böser‘ Propaganda ist.
        5) Dieser Vergleich mit den Filterblasen im Normzustand ist gut, das diskutieren und anzweifeln der eigenen Position ist genau das, was ich jetzt vermisse – was nicht heißt, dass jede Diskussion bis zum bitteren Ende ausgefochten werden muss.
        6) Genau an die damalige ‚Schwulenseuche‘ (und noch frühere Brunnenvergifter-Legenden) habe ich gedacht, weswegen dieser Hinweis da war. Wie bei 5) diskutiert, neigt man in der Unsicherheit zu autoritärer Persönlichkeit. Das fehlen ’normaler‘ sozialer Kontakte tut ein übriges.

        • Ariane 31. März 2020, 15:55

          3)
          Hast du den traurigen ‚Urbi et Orbi‘ gesehen?
          Ja, hier lief Phönix ohne Ton nebenbei. Und ich fand, das war absolut dystopisch, er allein im Regen auch noch auf diesem Platz. Das sah aus, als wäre die Menschheit schon untergegangen und nur der Papst ist noch da, um die alte Welt zu betrauern. War so gar nicht erbaulich und als nichtkatholische Agnostikerin fällt es mir auch schwer, mich von päpstlichen Worten trösten zu lassen.

          Ich meine, das ist für die Kirchen eben echt ein riesiges Problem. Seelentrost ist ja deren Kernaufgabe und dafür braucht man eigentlich die persönliche Begegnung, auch um Hilfe zu organisieren. Da hab ich persönlich aber keine Ahnung von, bin nicht in kirchlichen Strukturen eingebunden (leider vermutlich, könnt ich grad gebrauchen^^)

          4-6)
          Gebe ich dir recht, aber schwer einzuschätzen, weil gerade alle so brutal unterschiedlich mit der Situation umgehen. Kann also nur sagen, wie es bei mir war/ist. Und seit das Ausmaß des Problems halbwegs bekannt ist, schrillen permanent die Alarmglocken mit dem Hinweis „Oma wegen Pandemie in Lebensgefahr“.
          Und ich glaube es geht wirklich JEDEM auf der Welt so, dass man bei solchen Gedanken alles stehen und liegen lassen will und hineilen und „irgendwas“ tun. Und das ist in einer Pandemie auch noch das Schlimmste, was man machen kann.
          Und jeder, der auch nur einen Zipfel dieses Widerspruchs in sein Denken lässt, verzweifelt an dieser Unmöglichkeit. Deswegen nimmt man es in Kauf, dass die Wirtschaft, der Alltag und alle Strukturen erst zusammenbrechen und sich dann auf dieses Problem ausrichten.

          Wie gesagt, so geht es mir zumindest und ich bin nicht die einzige. Und da brechen soviele unerwartete, verrückte Probleme über einen herein, dass man das nicht mehr filtern kann. Wenn man seine Oma in Lebensgefahr wähnt, kann man sich zb nicht um Steckdosen-Aussuchen kümmern. Da ist jeder erstmal ein bisschen auf seine Instinkte zurückgeworfen und macht erstmal das, was man instinktiv immer macht.
          Mach ich ja auch, statt Schnickschnack-Verschickung zu koordinieren, koordinier ich hier aus der Ferne die Omaversorgungskrise und hab Notfallpläne in der Schublade, wie ich denn zumindest in dasselbe Bundesland, ohne mich und andere in Gefahr zu bringen. Und ja, verrückt, wahnsinnig und irre sind gerade irgendwie der Normalzustand.

    • Stefan Sasse 29. März 2020, 09:37

      1) Habe letzthin einen Artikel gelesen, dass diese gegenseitige Rücksichtnahme in China schon wieder aufgehört hat. Scheint ein sehr begrenztes Phänomen zu sein.
      2) Korrekt.
      3) Ich meine, die waren schon vorher leer, und mit einer Kontaktsperre ist ihnen nur eingeschränkt geholfen….
      4) Ja. Ich hoffe, dass das als Lektion hängen bleibt.
      5) Wenn eine Situation nach Führung verlangt, dann die hier.
      6) Ja.

  • Ariane 28. März 2020, 18:49

    Wie gesagt, sorry für die Nicht-Struktur. Ich hoffe, die Lektüre war trotzdem gewinnbringend.

    Ja, auf jeden Fall, obwohl ich 8 Stunden gebraucht hab, um den Artikel in einem durchzulesen. Seufz. Größten Respekt, dass du es überhaupt zustande gebracht hast, vielleicht nutze ich deine Vorarbeit und haue ein paar konkrete Beispiele dazu raus, weil ich einige Dramen hier nonstop durchspiele. Und zum Glück so absurd das ist, hab ich einen völlig irrelevanten Job (bzw mein „Nichtjob“ ist gerade das einzig systemrelevante, was ich beizutragen hab) und keine Kinder. Also es könnte alles noch viel schlimmer sein und das, was ich nur mal so im Vorbeigehen entdecke, macht mir Angst, weil ich glaube, dass es für viele wirklich noch viel viel schlimmer ist.

    Deswegen auch nochmal großes Dankeschön ganz generell für Deliberation Daily, muss sagen, ich nutze das gerade ein bisschen als „safe space“ aus, um nur mal Frontberichte rauszuhauen und deine Artikel zu lesen, die mir helfen, das ganze Chaos zumindest ansatzweise einordnen zu können.
    Also vielen Dank allein für die Seite hier!

    Das Szenario einer Pandemie, die statt den Alten die Kinder hinwegrafft, ist fast zu schrecklich, um es überhaupt anzudenken

    Der Vergleich ist gut und die Vorstellung alleine so schrecklich, dass ich es sofort wieder aus meinem Hirn löschen muss.
    Ich brauch das auch gar nicht, ich habe 200km weit weg meine Ursprungsfamilie in Schleswig-Holstein sitzen. Darunter drei Frauen über 80, die ich unfassbar lieb hab. Und die sind aktuell alle gut versorgt und bestmöglich geschützt und gesund, aber alleine die Vorstellung, dass in meinem Geburtsort Zustände wie in Italien oder im Elsass ausbrechen ist schon geneigt, mich um den Verstand zu bringen.
    Und ich kann es leider nicht so gut verdrängen wie andere. Seit ich mal genauer nachgesehen und gelesen hab, was in Italien passiert, bin ich mehr und mehr in den Krisenmodus übergegangen.
    Und es ist echt eine Gratwanderung, weil wenn man sich mit dem Horrorszenario beschäftigt, kann man nicht weitermachen. Aber wenn man es leugnet, macht man gar nichts. Also ich glaube, es ist wichtig, zwischendurch dran zu denken, WARUM wir hier so ein Chaos veranstalten.

    Und auf rationaler Ebene kann ich irgendwie jeden verstehen, der sich damit nicht näher beschäftigen möchte. Echt, ich beneide die! Aber es führt auch zu einem psychischem Ausnahmezustand, weil alles nebeneinander läuft. Die Paniker (die ich zum Glück nicht selbst kenne, aber wenn ich nur zwischendurch lese, dass Notrufnummern wegen Fragen blockiert werden, halte ich das nicht für Dummheit, genauso wenig wie Klopapier horten, sondern für irrationale Panikhandlungen. Dann die Besorgten wie zb mich und Stefan Sasse und zum Glück! der Großteil der Exekutive, die alles opfern wollen, um ein Italien-Szenario zu verhindern. Und die Verdränger, die sich um (sorry) Kleinkram sorgen wie Olympia oder überhaupt kein Problem sehen und meinen, die ganze Welt sei hysterisch geworden.

    Und ich sag mal so, allein diese Parallelwelten, die sich da auftun, sind zumindest bei mir dazu angetan, die Reste meines Gehirns zu schmelzen. Gerade weil der Föderalismus da auch kräftig mitmischt und jedes Gespräch mit meiner Familie – die nur zwei Autostunden entfernt ist! – wirkt als lebten die auf einem anderen Planeten!
    Das sind alles Mechanismen plus noch zigtausend mehr, die alle überhaupt nicht gut zueinander passen. Gelinde gesagt, allein das würde schon reichen, um alle verrückt zu machen, selbst ohne Apokalypsen nebenher.

    Da ist eine Pandemie, und das Land zwingt die LehrerInnen an die zwei oder drei Kopiergeräte,

    Tjoa ich würde ja gerne sagen, ich bin erschüttert! OMG!, aber ich sehe und höre nur solchen Kram. Zwischendurch hab ich hysterische Lachanfälle, weil das total absurd ist. Größte Herausforderung seit Menschengedenken und zwischendrin tun alle als wäre nix und diskutieren über Olympia!
    Ich steck ja selbst nicht mal so besonders in der Scheiße, aber gerade dadurch bin ich im kleinen Umkreis die Schnittstelle, um mal überall zu hören wie es läuft und auf kleinster Ebene vielleicht zu helfen und die große Pandemiesorge ist hier zum Glück echt bisher nur theoretisches Horrorszenario. Dafür höre ich zig chaotische Geschichten, die absurd lustig und grausig zugleich sind. Spitzenreiter ist gerade die Berliner KfW-Bank, die digitale Warteschlangen in unfassbarer Länge anbietet teils mit Warteschlange zur Warteschlange und man muss 10 Stunden oder so warten und hat dann 35 Minuten, um einen Antrag zu stellen, sonst wieder hinten anstellen. Alter!
    Das ist teilweise Apokalypse aber als Parodie. Und ich lach ja auch über die Absurdität, aber in Wirklichkeit ist das unfassbar grausam, weil da echt viele verzweifelte Menschen hocken und auf Hilfe hoffen, die dann SO daherkommt. Mittlerweile bin ich wirklich überzeugt, dass dieses Föderalismus-Hickhack hier aktuell quasi den Rechtsstaat zerstört hat. Und zwar nicht, weil Grundrechte eingeschränkt werden, sondern weil das so chaotisch geschieht teilweise ohne klar definierte Verordnungen, dass keiner mehr weiß, was Sache ist. Und das geht nicht, auch Freiheitsberaubungen müssen rechtssicher und klar daherkommen und vor allem kommuniziert werden!

    Also so gut wie mir Merkels Vorgehen in einigen Punkten gefällt, aber von dem was ich nur höre und lese und sehe, bin ich mittlerweile restlos überzeugt, dass es absolut überfällig ist, den bundesweiten Notstand auszurufen und die Sachen mal vernünftig zu ordnen und vor allem Leute wie mich zu retten, dessen Landesregierungen soweit ich das sehe einfach die Arbeit eingestellt haben oder alles schlimmer machen.

    Ich musste aus psychischen Gründen selbst in den Ausnahmezustandsmodus kommen und zig Sachen erstmal als irrelevant abhaken und aufgeben, mit denen ich mich gar nicht oder weniger als sonst beschäftige (Ausland, Demokratietheorie). Das mach ich eher zur Ablenkung, wenn Ruhe einkehrt. Aber Horrorszenario verhindern und gleichzeitig nicht im ausgelösten Chaos untergehen, hab ich erstmal zu meiner Priorität gemacht.
    Und jetzt hab ich ein bisschen den Faden verloren, weil zwischendrin die liebe, besorgte Nachbarin nach meinem Wohlbefinden gefragt hat (Merke: wenn man laut mit Nachbarn streitet, wissen zumindest alle, dass ich keinen Urlaub mache) und das war furchtbar lieb, aber sie hat mir fürsorglich verraten, dass der ganze Coronakram irgendeine Verschwörung ist und ein Video von Billy Six oder so empfohlen. Dass ich mir am besten gar nicht erst angucken gehe. Seufz.

    Also mir wäre es lieb, ob Apokalypse oder nicht, aber ich fühl mich wie im Irrenhaus und bestehe darauf, dass die größte Herausforderung seit 1945 doch bitte etwas geordneter und gleichmäßiger vonstatten geht als in den letzten zwei Wochen.

    • Stefan Sasse 29. März 2020, 09:40

      Deliberation Daily, Safe Space 🙂 I like.

      Der Föderalismus ist blankes Chaos im Moment. Echt irre.

      • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:46

        @ Stefan Sasse 29. März 2020, 09:40

        Der Föderalismus ist blankes Chaos im Moment. Echt irre.

        Ja. Echt irre.

      • Ariane 29. März 2020, 18:05

        Safe Space und Nachrichtenredaktion wegen unklarer Informationslage und Medienversagen. Die Frontberichte und Links sind echt vertrauenserweckender und hilfreicher und besser gefiltert als der normale Medienkonsum.
        Und: wie mir neulich grad wieder erstaunt und erfreut durch den Kopf ging: Vor allem durch die Demokratietheoriebildung und die Diskussionen drumrum gibt es vermutlich niemanden im ganzen Land, der zumindest auf intellektueller soziokulturellpolitischer Ebene besser auf eine Großkatastrophe im Praxistest vorbereitet ist wie die Bloggemeinde.

        Wenn uns dann irgendwann endlich die Langeweile überkommt und wir alle ohne Job dastehen, könnten wir uns vielleicht zur Politikberatungsagentur zusammentun. Theoretische Grundlagen im Falle von Großkatastrophen. DAS ist nach Ende der Krise auf jeden Fall gefragt!

    • Erwin Gabriel 29. März 2020, 14:44

      @ Ariane 28. März 2020, 18:49

      Habe ich irgendwo mal aufgeschnappt:

      Drei Wünsche: Gott gebe Dir
      • die Kraft, die Dinge zum Besseren zu wenden, die Du ändern kannst
      • die Gelassenheit, die Dinge zu akzeptieren, die Du nicht ändern kannst
      • die Weisheit, zwischen beidem zu unterscheiden.

      Ich lasse das mit Gott weg, aber der Rest, finde ich, hilft durchs Leben

      Pass auch Dich auf!
      E.G.

      • Ariane 29. März 2020, 15:51

        Och ich nehm zur Not ja auch Gott. Aber danke, es geht ja auch alles 😉

        Ich machs wie Schleswig-Holstein. Wenn Weltuntergang ist oder eintreffen könnte, dann zumindest gut organisiert.
        Ich kann den Montag kaum erwarten, wenn ich am Wochenende meinen Eltern erstmal klarmachen muss, dass es gerade höchst ungünstig ist, wenn Kinder, Omas, Eltern und noch zig andere Verwandte nicht mal im selben Bundesland sitzen und sie zur konstruktiven Mitarbeit an Notfallplänen gebracht habe (die sie dann mit anderen Sorgen noch komplizierter gemacht haben als sowieso schon)

        Aber daran merkt man echt, wie neu und chaotisch die Lage noch ist. Nachdem sie mir 10x gesagt haben, ich sollte mir keine Sorgen machen:
        1. weist meine Mutter mich darauf hin, dass ich aber bitte mit verkehrssicherem und möglichst auch versichertem Auto kommen soll (gerade nicht so einfach, aber zur Not fahr ich nen riesigen Mondeo und ramme drei Autos beim Einparken)
        2. Fragt mein Vater, falls er zur Abholung wegen Abriegelung kommen müsste, ob er denn noch alleine nach Niedersachsen einreisen darf. (Ja, denn hier weiß noch keiner was von Krise)

        Also ich brauch jetzt erstmal riesige Kalorienbomben, bin echt froh, wenn ich mich morgen wieder mit irrelevanten Problemen rumschlagen kann wie Wirtschaftsapokalypse.

        • Erwin Gabriel 6. April 2020, 12:40

          @ Ariane 29. März 2020, 15:51

          Schokolade kann helfen 🙂

  • Ralf 28. März 2020, 18:53

    Ich habe in meiner Timeline bei Twitter dermaßen viele Linke, die davon überzeugt sind, dass Corona – jetzt aber endgültig! – die Unhaltbarkeit des kapitalistischen Systems und die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Systemwechsels beweist,

    Es entbehrt nicht eines gewissen Humors, dass Du – garnicht zu Unrecht – beklagst, dass jetzt jeder seine Pet-Theory bestätigt sieht und nun exakt den Wandel anmahnt, den er auch vor der Coronaviruskrise immer schon angemahnt hatte. Um dann anschließend zu beklagen, dass man jetzt „[e]ndlich sieht […] wie systemrelevant die Digitalisierung […] ist„, nachdem Du jahrelang Investitionen in diesem Bereich gefordert hast und nun zu mahnen, dass die Krise zeige, dass der Staat jetzt endlich dort Geld in die Hand nehmen muss …

    Wiederum hast Du natürlich Recht. Es ist nur ungeschickt anderen eine Argumentation vorzuwerfen, die Du anschließend selber verwendest …

    Größere Probleme bereitet mir aber der folgende Absatz:

    Nicht, dass nicht grundsätzlich die Möglichkeit bestehen würde, jetzt tiefgreifende Maßnahmen zu ergreifen. Aber einerseits denke ich, dass John Kristof hier Recht hat und eine Mehrheit für einen Änderungskurs nicht besteht; es geht um die Herstellung von Normalität, und dafür sind die Bürger bereit, große Eingriffe zu ertragen – nicht allerdings für den Aufbau einer Gesellschaftsvision, die schon in guten Zeiten keine Mehrheit findet.

    Ich bin kein Wirtschaftsprofessor und selbst wenn ich einer wäre, sind sich die Wirtschaftsprofessoren ja gegenwärtig in kaum etwas einig. Aber mir persönlich fällt sehr schwer zu glauben, dass die Herstellung von Normalität überhaupt noch eine Option ist. Vielleicht kann Deutschland diese Krise vordergründig noch irgendwie schultern, obwohl ich auch da meine Zweifel habe. Aber Länder, die bereits vor der Krise krass überschuldet waren wie Italien oder Griechenland werden das nicht stemmen können. Und sollte der Wohlstand in den Ländern, die jetzt taumeln, dramatisch sinken, dann ist es keine Kunst sich vorzustellen, wie da die nächsten Regierungen aussehen werden. In Italien haben wir eine rechtsextreme Regierung im letzten Sommer gerade nochmal hauchdünn abwenden können. In Frankreich sind die Faschisten zu einer großen Bedrohung gewachsen. In Spanien haben die Rechtsextremen zugelegt. Wenn wir hier in der Europäischen Union nicht den ganz großen Sprung schaffen, dann wird diese Union in den kommenden Monaten auseinander fallen. Und da die EU die Grundlage für den deutschen Wohlstand ist, wird dann auch Deutschland kollabieren. Egal ob wir momentan noch einen akzeptablen Schuldenstand haben oder nicht.

    Auch in den USA sieht die Lage düster aus. Das 2,2 Billionen Dollar Hilfspaket ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die 1200 Dollar, die jeder Amerikaner als Helikoptergeld bekommen soll, klingen zwar super. Aber auch nur solange, bis man sich vergegenwärtigt, dass ein winziges Studenten-Studioapartment in San Francisco etwa 3000 Dollar Miete kostet. Monatlich. In Städten wie New York oder Boston zahlt man für so ein Apartment immer noch 2000 bis 2500 Dollar. Meine Miete in einer unbedeutenden Kleinstadt an der Ostküste für ein kleines Einzimmer-Apartment war 1050 Dollar. Wenn man das berücksichtigt, dann kann man sich in etwa vorstellen, wie lange die amerikanischen Bürger mit 1200 Dollar auskommen werden. Und die USA sind dazu noch grotesk überschuldet, nicht zuletzt auch dank Donald Trumps Steuergeschenken an die Superreichen (und sich selbst). Wie viele von diesen 2,2 Billionen Dollar Hilfspaketen werden die USA auflegen können, bevor die keiner mehr als Schuldner ernst nimmt? Und wie lange werden die USA als Absatzmarkt für unsere Produkte ausfallen? Ein Land ohne nennenswerte soziale Sicherungssysteme braucht typischerweise lange, um sich zu erholen. Man braucht nur auf das schleppende und stockende wirtschaftliche Recovery der USA nach der Krise 2007/2008 schauen.

    Und überhaupt: Alle Wirtschaftswissenschaftler, die ich zum Thema habe reden hören, vergleichen die zu erwartende Rezession eher mit der Great Depression als mit der Bankenkrise ab 2007. Dabei erinnern wir uns: An die Great Depression schloss sich nicht die Herstellung von Normalität an, sondern in den USA mit dem New Deal eine fundamentale Transformation des wirtschaftlichen Systems, während Europa Hitler, Holocaust und Weltkrieg bekam.

    Und die Rechten sitzen bereits überall in den Startlöchern.

    All das lässt es sehr wahrscheinlich erscheinen, dass unsere Normalität für immer verloren ist. Das nächste was kommt, wird vermutlich etwas fundamental anderes sein. Uns bleibt zu hoffen, dass dieses „andere“ eher aussehen wird wie der New Deal als wie Hitlers Großdeutschland.

    • Stefan Sasse 29. März 2020, 09:43

      Ha! Erwischt. Da hast du natürlich völlig Recht. Ich meine übrigens auch gar nicht, dass die Linken zwingend Unrecht haben müssen (obgleich ich die pauschale Kapitalismus- und Systemkritk ablehne), sondern vielmehr, dass sie halt sagen, was sie immer sagen – und damit in einer Krise letztlich nichts zu sagen haben. Das ist ein Catch-22, aus dem du nicht rauskannst als Opposition, das ist eigentlich mein Punkt. Daher auch der WWII-Vergleich.

      Ich zweifle gar nicht so sehr daran, dass die Herstellung von Normalität letztlich nicht möglich ist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Mehrheit sich das wünscht. Und dieser innige Wunsch, egal wie unrealistisch, wird die treibende Kraft in einer Demokratie sein. Darum geht es mir. Wäre der treibende Wunsch der nach einem Systemumbau, sähe die Lage anders aus.

    • CitizenK 29. März 2020, 11:39

      „…New Deal….“

      Piketty setzt darauf, dass Biden Ideen von Warren (und Sanders) aufnimmt.

      https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde-philosophie/video/thomas-piketty-ungleichheit-zerstoert-die-demokratie?id=b538c613-19ab-4363-90a0-f143ac0e9271

      Aber ob es in den USA überhaupt Präsidentschaftswahlen im Herbst geben wird?

      • Ralf 29. März 2020, 11:55

        Piketty setzt darauf, dass Biden Ideen von Warren (und Sanders) aufnimmt.

        Einige “Ideen aufnehmen” hätte vielleicht vor der Coronavirus-Krise gereicht, obwohl auch das bei den dramatischen sozialen Problemen im Land fraglich ist. Aber allein letzte Woche haben sich 3,3 Millionen Amerikaner arbeitslos gemeldet. Wohlgemerkt bei weithin geschlossenen Ämtern und Telefonverbindungen, die so überlastet waren, dass kaum jemand durchkam. Und dann diese Zahlen auch im Kontext der Tatsache betrachten, dass Niedriglöhner wie Kellner z.B. in den USA ohnehin keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und sich deshalb garnicht arbeitslos melden werden (ergo in der Statistik nicht auftauchen).

        Eine Wealth-Tax wird Biden seinen reichen Donoren, die ihm den Sieg gekauft haben und in deren Tasche er nun steckt, nicht verkaufen können. Und wer glaubt, ein bisschen Entschuldung bei den von Student Loans erdrückten jungen Menschen und zwei, drei nette Ergänzungen bei Obamacare würden einen signifikanten Beitrag zur Entschärfung der kommenden wirtschaftlichen und sozialen Apokalypse leisten, der glaubt vermutlich auch, dass der Osterhase Ostereier legt …

  • Ariane 29. März 2020, 16:18

    Hahaha, ja es gibt durchaus unerwartete und große Solidarität.
    Nachdem ich durch lautstarkem Streit mit dem Sägenachbarn als „emotional mitgenommen“ gelte und dass (mal wieder) die Frauen instinktiv verstehen, was für ein ungewohntes und dramatisches Problem es ist, wenn die engste Familie nicht im selben Bundesland wohnt. Hat sie sowohl gestern abend besorgt nach mir gefragt als mir jetzt gerade das größte Stück selbstgemachter Sahnetorte vorbeigebracht, das ich je gesehen habe 😀

    Dann verzeih ich auch, wenn man mir zwischendrin abgedrehte Verschwörungsideen auftischt. Aber ja, es gibt große Solidarität!

  • sol1 29. März 2020, 17:14

    Hier ist ein interessanter Artikel darüber, wie die Regierung im Krisenmodus agiert:

    https://www.zeit.de/2020/14/bundesregierung-grosse-koalition-coronavirus-politikbetrieb/komplettansicht

  • Ralf 29. März 2020, 18:46

    Ich weiß, ihr habt den TED Talk sicher bereits gesehen, aber es lohnt sich ihn ein zweites Mal anzuschauen und sich zu vergegenwärtigen, wo wir heute stehen könnten …

    https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready?language=en#t-498173

  • Ariane 29. März 2020, 19:10

    Nachdem irgendwer gestern schon beim Spiegel meinte, es müsse unbedingt erlaubt sein, endlich mal das moralische Dilemma von Leben vs Wirtschaft ergenisoffen zu diskutieren, kam gerade der nächste Knaller (wieder vom Spiegel) um die Ecke.

    Ein Gastbeitrag eines wohl nur Stefan Pietschens bekanntem FDPlers:
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-krise-droht-eine-revolution-der-mittelschicht-a-b900b343-fa69-4fb6-98e2-bb0fe4e3615c-amp?fbclid=IwAR1OK6w-0IvE5vcVBhCthlOWXFsvEYkkzgWKjMJMUE8c_AWQRNSTZtXf-G0

    Er fürchtet eine revolutionsauslösende Radikalisierung der Mittelschicht aus Sorge um ihre privaten Aktiendepots.

    Sehr schön der Abschluss:
    Dort dominierten gewaltige Rentenpakete und die Ausweitung von Sozialleistungen. Wenn die deutsche Mittelschicht den Eindruck erlangen sollte, dass ihre Belange und Bedürfnisse angesichts der Bedrohung ihrer sozialen Lage nicht ins Zentrum der deutschen Politik rücken und dort zu einer klaren Änderung der Prioritäten führen, dann soll kein verantwortlicher Politiker behaupten, er habe nicht wissen können, was dann geschieht. Dann liegt irgendwann Revolution in der Luft.

    Echt nett, mittlerweile ist die Unterschicht schon von Klassenkampf und Revolution ausgeschlossen. Wenn ich wieder Langeweile hab, bastel ich aber mal als erstes „Enteignet Spiegel“-Schilder und wetze symbolisch die Heugabeln, um diese Leute als erstes hinwegzufegen.
    Und dann fragen sich die Leute besorgt, warum denn plötzlich die Linken die neuen Wutbürger sind.

    • Ralf 29. März 2020, 19:13

      Naja, der Respekt der FDP vor dem Leben derer, die nicht wohlhabend sind, ist ja hinlänglich bekannt. Am besten ignorieren und aufhören denen auch noch ein Mikrophon hinzustellen …

      • Ariane 29. März 2020, 19:21

        Schade, dass die Medien bei der Digitalisierung ganz gut organisiert sind. Sonst könnte man das Verlagshaus unter Quarantäne stellen und die Kommunikation auf Briefpost umstellen. Seufz

    • Stefan Sasse 29. März 2020, 19:44

      Ja, den Artikel hab ich schon im nächsten Vermischten ^^

      • Ariane 29. März 2020, 20:04

        Aber bitte mit Kommentar und Überlegungen, was denn die polnische Altenpflegerin und die türkische Putzfrau für eine Rolle im kommenden Revolutionsbürgerkrieg spielen.
        Das ist schon wieder so abgedreht, dass man immerhin lachen muss.

  • Ralf 29. März 2020, 22:48

    Der folgende Artikel enthält ein paar interessante Ideen, weshalb die Mortalitätsraten in Deutschland und Österreich niedriger sind (oder scheinen) als in fast allen anderen Ländern …

    https://www.newstatesman.com/world/europe/2020/03/why-are-germany-and-austria-s-coronavirus-death-rates-so-low

    • Ariane 30. März 2020, 17:27

      Ja, immerhin ist das mit dem Testen vermutlich wirklich mal was, wo der Föderalismus vermutlich gerade hilft statt zu schaden.

      Hier übrigens ein Thread von einem Epidemologen: zu verschiedenen Aspekten.
      https://twitter.com/marcelsalathe_d/status/1244230554482020352

      Long story short: Dass der Virus bisher überall ziemlich gleich aussieht und keine komplizierten Unterarten bildet, finde ich sehr beruhigend. Dass die normale Zeit für Impfstoff und Medikamente vermutlich verkürzt werden, denke ich auch, da gerade alle Welt daran arbeitet.

      Aber Triggerwarnung: (auch mehr als Munition gegen „nur Grippe“)
      Wenn wir uns jetzt schon in Deutschland der 1% Todesrate annähern, ist die reine Virusgefahr vermutlich ziemlich groß, das hat bei mir selbst leichte Panik ausgelöst. Wenn wir den gesundheitlichen Fortschritt mitbedenken, landen wir bei der potenziellen Gefahr wirklich wohl bei Kalibern wie Spanischer Grippe oder sogar etwas drüber.
      Also nach meiner Panikattacke bin ich quasi erstmal für Dankgebete auf die Knie gesunken, dass es keine Grippe ist, weil die eben für Kinder auch so gefährlich ist wie für alte Leute (obwohl vermutlich/vielleicht der Impfstoff schneller ginge). Alles schlimm genug, aber Stefan hat absolut recht, wir können uns gerade fast noch glücklich schätzen.

      • Ariane 30. März 2020, 17:35

        Und ja, gebe ich übrigens auch offen zu, das hat mich im autoritärem Denken nochmal radikalisiert. Ich halte es nämlich langsam wirklich für eine eigene Gesundheitsgefahr, wenn jeder selbsternannte Meinungsführer mit riesiger Reichweite, ständig in den Massenmedien die Gefahr verharmlost. Da müssen die Medien sich wirklich auch mal wieder an ihre Verantwortung als 4. Gewalt erinnern.
        Die 4. Gewalt mit eigenen Schutzrechten HABEN sie nun mal genau deswegen und wenn sie selbst zur Gefahr für Leib und Leben beitragen, ist die Pressefreiheit schädlicher als nützlich. Ich sitz doch nicht gesetzlich verordnet zu Hause, um mir hier die Verharmlosung in den Medien durchzulesen. Nee sorry, irgendwo hörts mal auf. Das größte Schutzrecht besteht nun mal im Erhalt und Förderung von Leben.

  • Ariane 30. März 2020, 17:48

    Hier in Niedersachsen haben wir jetzt schon unser ganz eigenes Drama. Gott sei Dank ohne dass ich persönlich betroffen bin.
    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Corona-Aufnahmestopp-fuer-Pflegeheime-im-Land,wolfsburg15286.html

    Aber genau das meine ich eben, sowohl die Regierung als auch die Landesbevölkerung haben hier wirklich gebummelt und die Gefahr heruntergespielt. Ich war von einigen Neuerkenntnissen selbst schockiert.
    In Damp mit seinen riesigen Rehakliniken haben sie die Dinger schon seit einer Woche leer und sind fleißig dabei (oder vielleicht schon fertig) alle möglichen Leute aus den normalen Kreiskrankenhäusern in so eine Rehaklinik zu verfrachten. Wie man sieht, ist das eine sehr gute Sache um Leben zu retten und/oder zu schützen.

    Bin echt froh, dass meine Familie da oben hockt. Aber es kann halt nicht angehen, dass wir in Deutschland von den Landeschefs abhängig sind. Hallo Frau Merkel, ich würde sie gerne ersmal als Diktatorin auf Zeit vom Sofa aus haben.

  • Ariane 30. März 2020, 23:20

    Zwei Kommentare zum eigentlichen Artikel würde ich gerne noch einwerfen:

    1. Never waste a crisis
    Ich bin daher etwas gespalten. Auf der einen Seite sehe ich keinen großen Wunsch in der Bevölkerung nach tiefgreifendem Wandel, auf der anderen Seite mag dieser tiefgreifende Wandel aber trotzdem kommen – einfach, weil gerade so umfassend in alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche eingegriffen wird.

    Ich denke, du hast absolut recht damit, dass aktuell eine riesengroße Sehnsucht nach Normalität herrscht. Gerade da wir irgendwie jetzt in so einem Übergang sind zwischen „totaler Ausnahmezustand“ und „wir tun als wäre alles normal“ – das ist ja psychisch total schwer, diese Parallelwelten auszuhalten.
    Und wenn ich mich mit den Leuten in meinem Umfeld unterhalte, sind die noch gar nicht im „Ausnahmezustand“ angekommen, da denken wirklich ganz viele noch, nach Ostern geht alles wieder auf und das Leben läuft normal weiter. Das ist echt verrückt, die halten mich ähnlich wie popper für eine hysterische Verrückte. Deswegen bin ich ja froh, dass Du Stefan S. und einige andere auch besorgte Bürger sind. (Wir klauen uns jetzt einfach die Begriffe der Rechten zurück^^). Also ich denke der Lockdown jetzt ist einfach wichtig und nötig, dass alle merken, dass ein gewaltiges Problem existiert. Da müssen wir erstmal hinkommen, wir können nicht gegen eine Pandemie kämpfen, wenn der Großteil der Leute meint, die Staaten machen das alles aus Jux und Dollerei.
    Deswegen finde ich es auch unmöglich vorherzusehen, was auch nur in den nächsten Wochen nach Ostern geschieht. Denn spätestens dann merken alle, dass nicht alles wieder aufgeht (die Option halte ich für ausgeschlossen).

    Und: es ist ja nie die Krise, die fundamentale Änderungen auslöst, sondern die Angst vor einer Wiederholung. Die meisten Fortschritte, die wir seit 1945 erzielt haben, hatten gerade am Anfang den Zweck, unbedingt einen neuen Hitler und einen Weltkrieg in Europa zu verhindern. Und ich denke, in ein paar Monaten ist es eher möglich zu gucken, wohin die Reise geht. Und es kann auch hässlich werden – weltweit gesehen zumindest – der 1. Weltkrieg als Katastrophe hat nicht zu einer langen Friedensperiode mit stets wachsendem Wohlstand geführt. :/

    2. Die Grundrechts-Frage

    Ja, es ist durchaus wichtig, dass die Debatte geführt wird. Gerne etwas seriöser und nicht, in dem man von einem faschistoid-hysterischem Hygienestaat faselt. WTF!
    Aber mittlerweile nervt mich das ein bisschen, weil ich finde, wir haben hier ein ganz anderes, viel krasseres Problem, das den Leuten noch gar nicht aufgefallen ist. Scheinbar mussten die nicht versuchen herauszufinden, ob sich jemand, der eigentlich in Kurzarbeit ist, strafbar macht, wenn er „privat“ in der Firma ist, um an Krisensitzungen teilnimmt und den Betrieb umzuorganisieren und nicht dauerhaft 2m Abstand zu jedermann einhält. Das ist mittlerweile das größte Rätsel der Welt, jeder hat da eine andere Theorie zu.

    Und das geht halt nicht. Da haben wir keine Ausgehverbote, sondern sind in einem Zustand von Anarchie, weil der ganze Rechtsstaat mal eben abwesend ist. Und das DARF nun wirklich nicht sein, wenn man Freiheitsrechte einschränkt, dann muss man das zumindest rechtssicher tun.
    Aber es geht nicht, dass jedes Bundesland mal eben das Infektionsschutzgesetz und Verfügungen und Verordnungen und daraus so gravierende Gesetze schneidert, die überhaupt nicht definiert sind und kein Mensch weiß, wie er sich denn nun genau an dieses äußerst wichtige Gesetz halten soll. In Leipzig(?) haben sie einfach „näheres Wohnumfeld“ reingeschrieben, ohne das näher zu definieren. Da tobt wohl gerade ein Kampf, weil die Polizei selbst nicht weiß, was damit gemeint ist und Leute bestraft hat oder nicht bestraft hat, da mussten sie sich wohl zwischendurch wieder entschuldigen.

    Also bei aller Hektik und Zeitnot. Aber so geht das doch nicht. Wenn wir einen Ausnahmezustand haben, der es nötig macht, dass wir Freiheitsrechte beschneiden, dann MUSS das rechtssicher und klar definiert sein und bundesweit einheitlich.
    Und wenn die Bundesregierung sich dafür erstmal ein neues Notstandsgesetz mit 2/3-Mehrheit schneidern muss, dann sollte sie das machen. Aber ich halte DAS für ein großes rechtsstaatliches Problem, nicht die Einschränkung von Freiheitsrechten.

    • Oho 31. März 2020, 00:39

      @Ariane
      „Das ist echt verrückt, die halten mich ähnlich wie popper für eine hysterische Verrückte.“
      Du bist hysterisch. Allerdings nicht selbstverschuldet.

      siehe:

      https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/none/path/s56fbd84d0e131e9b/image/i2dc7965015368c97/version/1585168811/image.png

      und

      https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2019_2020/2020-12.pdf

      • Ariane 31. März 2020, 00:44

        Du bist hysterisch. Allerdings nicht selbstverschuldet.

        Na dann bin ich ja beruhigt.
        Was genau soll mir jetzt der Influenza-Bericht des RKI helfen? Hat der mich hysterisch gemacht oder soll ich mich damit beruhigen, was das RKI so zur INFLUENZA zu erzählen hat? Du weißt schon, dass Covid ein Coronavirus ist?

        • Oho 31. März 2020, 02:43

          @Ariane
          In der verlinkten Statistik ist alles mit drin. Auch dein geliebter COVID-19. Auch alle anderen Viren die zu akuten Atemwegserkrankungen (ARE) führen.
          => Der Verlauf der aktuellen Grippesaison ist milder als in den Vorjahren. Du bist das Opfer einer induzierten Massenpsychose.

          Du hättest mehr auf poppers außerordentlich gute Darstellungen achten sollen. Er hat das alles im Detail erklärt. Seine Einlassungen sind sehr qualifiziert.

          • Ariane 31. März 2020, 03:54

            Hm, tja. Das ist aber eine sehr gewaltige Massenpsychose, wenn die dazu führt, dass mittlerweile jeder Staat der Welt alles dicht gemacht hat. Warum genau geschieht das? Waren die Chemtrails endlich erfolgreich und haben die Welt kollektiv wahnsinnig gemacht?

            Ich mein, liest du dein verlinktes Zeugs eigentlich? Da steht mehrmals drin, dass die Zahlen runtergehen, weil die Leute weniger zum Arzt gehen wegen Coronakrise. Und ein Lockdown hilft auch gegen die Ausbreitung von Grippeviren mit. Mal abgesehen davon, dass die aktuelle Grippesaison so gar nichts mit Covid zu tun hat. Herrje.

            • oho 31. März 2020, 11:35

              „Warum genau geschieht das?“
              Die Frage solltest du nicht an mich stellen.
              zu Chemtrails: Du bewegst dich aktuell sogar noch unter diesem Niveau, da du akzeptierst das aufgrund einer Massenpsychose Grundrechte demontiert werden.

              • Ariane 31. März 2020, 15:18

                Weißte was, passenderweise ist das jemandem scheißegal, wenn man sich um das gesundheitliche Wohlbefinden seiner Liebsten sorgt.

                • oho 31. März 2020, 18:08

                  Du schützt aber niemanden, indem du dich zum Psychotiker mach lässt. Mittels induzierter Wahnvorstellungen wirst du zur Gefahr für dich selbst und zur Gefahr für deine Umwelt.
                  s. Beitrag weiter unten zur Situation in Ungarn

                  • oho 31. März 2020, 18:09

                    …indem du dich zum Psychotiker machen lässt….

      • cimourdain 31. März 2020, 10:08

        Paradoxerweise macht die verlinkte Statistik eine Menge Hoffnung. Was daraus ersichtlich ist, ist eine signifikante Abweichung der Atemwegserkrankungen (die überwiegend eine sehr kurze Inkubationszeit haben – CoViD19 ist diesbezüglich eher Ausnahme) in KW12 nach unten- fast halbiert. Daraus sieht man, dass der Shutdown das Erkrankungsrisiko für Atemwege deutlich gesenkt hat. Einerseits durch geringeres Infektionsrisiko, andrerseits durch geringere Luftverschmutzung.

        • oho 31. März 2020, 11:42

          @cimourdain
          „Daraus sieht man, dass der Shutdown das Erkrankungsrisiko für Atemwege deutlich gesenkt hat.“
          Nicht wirklich, da die Statistiken anderer Ländern tendenziell ähnlich sind. Außerdem können sich die Menschen in Deutschland weiterhin auf dem Weg zur Arbeit (in öffentlichen Verkehrsmitteln) und auf der Arbeit infizieren.
          Die Statistik zeigt einfach, dass eine milde Grippesaison stattgefunden hat. Diese ist milder als die der Vorjahre.

          hier werden die Statistiken anderer Länder behandelt:
          https://www.youtube.com/watch?v=XaZEvwnjsgA

        • Ariane 31. März 2020, 15:16

          Ja, das ist eine „Alles hängt mit allem zusammen“ Apokalypse.

          Hier endlich mal positiv, weil natürlich so ein Shutdown auch Grippe und andere Krankheitsprobleme eindämmt. Jetzt will bestimmt auch keiner mehr eine Masernparty schmeißen (verrückterweise haben die Impfgegner dafür gesorgt, dass das hier sonst immer das größte „Epidemie-Problem“ war)

          Hab auch viele Berichte gelesen, dass in dieser Vorbereitungszeit die Krankenhäuser, Rettungsdienste etc. viel mehr Ruhe hatten, weil die halt alles rausgeworfen haben, was normalerweise medizinisch läuft. Da können sich viele jetzt noch etwas ausruhen, gerade in SH, wo gesundheitlich quasi fast nix los ist. Paradoxe Situation.

          Das riesige Problem kommt auch noch irgendwann auf uns zu, man kann nicht monatelang jedes nicht Covid-Problem aufschieben, gerade die gefährdeten Senioren rennen eigentlich dauernd von Arzt zu Arzt, weil die halt alle zig Zipperlein bzw womöglich auch noch bedrohliche Vorerkrankungen haben.
          Ach je, da mag ich gar nicht dran denken 🙁

    • Stefan Sasse 31. März 2020, 09:14

      Bin ich völlig bei dir.

  • oho 31. März 2020, 15:16

    Herzlichen Glückwunsch an alle Hysteriker! Ihr habt es wieder mal geschafft. Ihr habt den totalitären verfassungsfeindlichen Kräften die Munition für einen Umsturz geliefert.

    „Der ungarische Premierminister Viktor Orban hat, wie bereits andere Premiers und Präsidenten, im Rahmen eines „Notstandsgesetzes“ das ungarische Parlament weitgehend entmachtet und kann nun per Dekret regieren.“
    https://www.krone.at/2127086

    • Stefan Sasse 31. März 2020, 18:09

      Idiot.

      • oho 1. April 2020, 18:17

        Nun, der Idiot scheinst du zu sein. Der aktuelle Wochenbericht (-27.3.2020) des RKI ist raus.
        Er enthält unter anderem die aktuellen Fallzahlen zu den akuten Atemwegserkrankungen. Diese Fallzahlen beinhalten auch die COVID-19 Infektionen.
        Man sollte jetzt vermuten, aufgrund der allseits propagierten Zombie-Apokalypse, das diese Zahlen ein apokalyptisches Ausmaß angenommen haben. Eigentlich müssten doch Influenza+COVID19 die Superkatastrophe bedeuten!?

        Doch, weit gefehlt. Die Zahlen belegen lediglich eine wesentlich mildere aktuelle Grippesaison als die der Vorjahre. Die Zahlen und Sterblichkeiten in anderen Ländern besagen dasselbe. Und zwar völlig egal ob man das öffentliche Leben eingeschränkt hat oder nicht.

        Damit belegt die Statistik trotzdem einiges. Nämlich eine Massenhysterie ungeahnten Ausmaßes.
        Ausgelöst durch eine verlogene, hetzerische und aufwiegelnde Presse.
        Auf der Basis der dadurch induzierten Massenpsychose werden derzeit überall in Europa die Grundrechte ausgehebelt. Widerstand dagegen gibt es, nach wie vor, quasi keinen.

        Was hier gerade abläuft, ist ein Armutszeugnis für die gesamte Menschheit.

        https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2019_2020/2020-13.pdf
        siehe Abbildung 1

        witzig auch: RKI erwartet höhere Sterberate 31.03.2020 (tagesschau)

        • Ariane 1. April 2020, 19:13

          Hm.
          Kannst du mir das Rätsel erklären, wie du mit Dateien aus dem RKI beweisen willst, dass eine Massenpsychose im Gange ist? Warst du schon mal auf der Startseite vom RKI? Da steht Covid ganz oben.

          Sind die nun Mitverschwörer oder der Beweis, dass eine Massenhysterie ausgebrochen ist? Oder findet im RKI eine Art Machtkampf um Wahrheit oder Psychose statt?

          • oho 2. April 2020, 05:38

            @Ariane
            Nun, die Realität ist: Es gibt kein Coronavirus-Problem. Das belegen die Zahlen. Wir haben es mit einer sehr milden Grippewelle zu tun. Und das war von Anfang an so. Das ist auch in anderen Ländern so. Siehe Euromomo.

            Gleichzeitig wird den Menschen aber vorgeschwindelt (mit allerlei hübschen Propaganda-Bildchen), wir hätten ein Problem mit einem Killer-Virus (=das ist die Wahnvorstellung; diese wird den Menschen über die Massenmedien induziert; deshalb spricht man von induzierter Massenpsychose).
            Diese induzierte Massenpsychose wird genutzt um Grundrechte abzubauen. (=Abbau von Freiheitsrechten; Versammlungsfreiheit, Freiheit der Person, Meinungsfreiheit, informationelle Selbstbestimmung, Berufsfreiheit etc.)

            Wir haben also tatsächlich ein Problem. Und zwar ein Problem mit einer politischen Oberschicht die offensichtlich die freiheitlichen demokratischen Grundordnungen beseitigen will.
            In Ungarn ist dies bereits gelungen. In Italien anscheinend auch. Who’s next?
            Wer hier Täter und wer hier Mitläufer ist, ist völlig unklar.
            Das Opfer steht schon fest. Der Souverän.
            Diese Krise ist eine politische. Die komplette Corona-Seuchengefahr ist fingiert. Das beweisen die Zahlen des RKI.

            zum „Machtkampf im RKI“ (wohl eher: Politik korrumpiert RKI):
            Die Institutsleitung des RKI propagiert die Unwahrheit erst seitdem politischer Druck ausgeübt worden ist. Vorher (im Januar bspw) hat noch keine Lügenpropaganda durch die Institutsleitung stattgefunden.

          • oho 2. April 2020, 05:52

            @Ariane
            Wolfgang Wodarg erklärt die Angelegenheit übrigens sehr gut in einem Interview das auf seiner Internetseite verlinkt ist.

            http://www.wodarg.com
            „Coronaviren sind nicht das Problem-bleiben Sie besonnen!“

            • CitizenK 2. April 2020, 10:30

              Für Frankreich stimmen die Italien-Vergleiche nicht. Das Gesundheitssystem ist wesentlich besser aufgestellt und die Alterspyramide ebenfalls.

              Grippewellen und Skitouristen in Südtirol und Savoyen (aus Norwegen, Hamburg und BW/Bayern) gab es auch in den Vorjahren – ohne dass es zu den gegenwärtigen Problemen kam. In diesen Bundesländern (mit Faschings-/Ski-Ferien) sind „so gut wie alle“ Erstinfektionen bei denWintersportlern aufgetreten, also überwiegend jungen, sportlichen Menschen. Die Prognose des RKI ist deshalb nicht „witzig“.

              • Ralf 2. April 2020, 14:17
              • oho 2. April 2020, 14:36

                @CitizenK
                In Frankreich ist die Sterblichkeit derzeit unterdurchschnittlich, es liegt noch nicht mal die saisonal bedingte überdurchschnittliche Sterblichkeit vor.
                https://www.euromomo.eu/outputs/zscore_country_total.html

                CitizenK, auch du hysterisch? Ich kann es nicht fassen.
                Bitte in den Statistiken nachschauen, bevor man so ein Zeug posted. Danke!

              • Ariane 2. April 2020, 14:50

                Hmpf. Hatte mir interessantere Argumentation gewünscht, wenn man hier tatsächlich das RKI als Beweis anführt. Und den Souverän! als Opfer.
                Hm. Ähm wer genau ist der Profiteur?

                Außerdem braucht eigentlich kein Mensch mehr Mathematik und Wissenschaft, saubere behördliche Fallzahlen und/oder das Angucken der Bilder reichen aus. (und das, obwohl ich schon genug in Panik bin und Ralfs Link nicht geklickt hab)

                Also wenn die ganze Welt massenhysterisch ist, sollte man irgendwann fragen, wer die Geisterfahrer sind.

                • oho 2. April 2020, 15:06

                  @Ariane und Konsorten
                  Dein Argument war gerade:
                  Die Nazis hatten Recht, weil die in der Mehrheit waren. Nun, wenn man völlig argumentbefreit ist, dann kann man das sicherlich so sehen.
                  Allerdings hab ich doch extra für euch Psychotiker die objektiven Zahlen verlinkt. (euromomo, RKI-Wochenberichte)
                  => Es gibt weder eine Pandemie in Europa, noch gibt es eine Corona-Epidemie in Deutschland.
                  Wenn es eine Epidemie gäbe, dann hätten wir eine entsprechende Übersterblichkeit. Die ist aber nicht vorhanden.
                  Das kann doch nicht so schwer sein, ihr lieben Leute.

                  => Ihr seid verarscht worden. Ihr solltet euch die Frage stellen: Wie kann so ein epochaler Hoax möglich sein?

                  • Stefan Pietsch 2. April 2020, 15:38

                    Erstens: andere Kommentatoren sind keine „Konsorten“. Zweitens finde ich es immer wieder schön und angenehm, wenn einzelne im Besitz der Wahrheit sind und alle Tricks durchschaut haben. Denn solch clevere Zeitgenossen brauchen wird. Mit einer solchen Attitüde und Allwissenheit kann man es bis zum amerikanischen Präsidenten bringen.

                    Ich halte die überfüllten Krankenhäuser und die Berichte italienischer Ärzte und Krankenschwestern für real und keine Verarsche. Ich halte auch die Berichte aus New York, wo neben dem Krankenhaus aktuell ein Leichenhaus eingerichtet wurde für real. Kann natürlich sein, dass den Amerikanern gerade erst aufgegangen ist, dass Menschen in Krankenhäusern auch sterben. Kann aber auch sein, dass das mit einer erhöhten Sterblichkeit aufgrund der Epidemie aus Corona (China) zusammenhängt.

                    Ich weiß nicht, ich bin lange nicht mehr in meinem Leben verarscht worden. Vielleicht wird es einfach mal wieder Zeit.

                    • oho 2. April 2020, 17:45

                      @Stefan Pietsch
                      Ich kann leider mit deinem Kommentar wenig anfangen, da sich meine Hinweise auf die objektiven Zahlen bezogen haben.
                      Aber trotzdem schön, dass du mitdiskutieren willst.

                    • Ralf 2. April 2020, 18:16

                      Praktisch alle namhaften Experten gehen davon aus, dass die Infektionsraten in Deutschland und anderswo dramatisch unterschätzt werden. Die Einigkeit ist auch wenig verwunderlich, denn da mangels Kapazitäten nur sehr begrenzt getestet wird, kann die veröffentlichte Zahl nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionen widerspiegeln.

                      Die Todesraten sind ebenfalls extrem kompliziert zu interpretieren, unter anderem da Tote, die daheim gestorben sind und zu Lebzeiten keine amtlich bestätigte COVID-19-Infektion hatten, nicht mehr getestet werden. Das ist auch verständlich. Die Testkapazitäten werden derzeit anderweitig gebraucht. Auch ist in vielen Todesfällen das Virus nicht der einzige Faktor. Wenn ein COPD-Patient, der andernfalls noch 10 Jahre gelebt hätte, an COVID-19 erkrankt und stirbt, ist der dann an COPD oder am Virus gestorben? Diese Fragen sind ohnehin schwer zu beantworten. Und statistisch belastbare Antworten wird man nur in der Rückschau geben können, wenn von der im Frühjahr 2020 beobachteten Sterblichkeit die “Normalsterblichkeit” in diesem Zeitraum abgezogen wird. Wenn man also ermittelt, wieviel Menschen im Überschuss gestorben sind.

                      Ein weiterer Faktor, den Sie ignorieren und der absolut zentral ist, ist dass die Todeszahlen den Infektionsraten hinterherhinken, und zwar mindestens um ein bis zwei Wochen. Die gegenwärtigen Zahlen können also gar keine Aussage darüber treffen, ob SARS-CoV-2 eine tödliche Bedrohung für Deutschland ist.

                      Und zuletzt sind die Neuinfektionsraten ja nachweislich gerade dadurch gesunken (und zwar weltweit), dass die Regierungen die Maßnahmen ergriffen haben, die Sie kritisieren. Bei exponentiellem Wachstum hätten wir andernfalls in rasend schneller Zeit Millionen Infektionen (die rasante Verbreitungsgeschwindigkeit des Virus ist ja gut charakterisiert mit Daten aus vielen Ländern und Gesellschaften). Und bei einer zu befürchtenden endgültigen Durchseuchung von 70% der Population, die praktisch explosionsartig verlaufen würde (“exponentielles Wachstum”), wäre eine dramatische Überlastung der Krankenhäuser die Folge mit vielen hunderttausend, möglicherweise mehr als einer Million Toten (direkt durch das Virus verursacht oder Kollateralschäden der Überlastung des Gesundheitssystems).

                      All das ist keine Entschuldigung für das, was in Ungarn und Polen gegenwärtig passiert. Aber die Maßnahmen in Deutschland sind damit nicht vergleichbar. Merkel ist nicht Orban. Und dass temporär in Rechte eingegriffen wird, um hunderttausende Menschenleben zu schützen derzeit eine Notwendigkeit.

                    • oho 2. April 2020, 18:26

                      @Ralf
                      Wie gesagt, es gibt keine erhöhte Sterblichkeit. Nirgends. Eher im Gegenteil.

                      Es ist dabei völlig egal, ob ein Land hysterisch reagiert hat (Dtl, Italien, Frankreich, Schweiz) oder so ziemlich nichts unternommen hat (Japan, Schweden, Südkorea).
                      Die Zahlen belegen einfach eine sehr milde Grippesaison.
                      Bei einer Epidemie/Pandemie müssten wir doch eine massiv erhöhte Sterblichkeit haben die sich sehr DEUTLICH in den Statistiken niederschlägt.
                      Wenn man das nicht mehr verlangt, dann sind wir doch endgültig im Bereich der Astrologie und der Kaffeesatzleserei angelangt bei solchen Begriffen wie Pandemie/Epidemie.
                      Ich hab doch auch deshalb auf den letzten RKI-Wochenbericht verlinkt, weil die Grippesaison vorbei ist. Versteht ihr? Das war es schon, spätestens jetzt müssten eigentlich alle Hysteriker wieder aufwachen.
                      Steckt die induzierten Wahnvorstellungen wieder weg.

                      Popper hatte hier im Blog übrigens sehr gute Kommentare zum Thema geschrieben. Darauf kann man noch mal verweisen. Sehr lesenswert.

                    • Ralf 2. April 2020, 18:33

                      Wie gesagt, es gibt keine erhöhte Sterblichkeit.

                      Wie gesagt, das lässt sich aus den Zahlen noch garnicht ablesen. Und die Zahlen selbst sind gegenwärtig nur sehr schwer interpretierbar. Nur in der Rückschau wird man eine aussagekräftige Bewertung machen können. Die Fakten, die wir bisher über das Virus haben (lange Inkubationszeiten, effiziente Übertragung, viele symptomlose Überträger und belegte Virulenz) legen nahe, dass bei Nichthandeln eine Katastrophe droht.

                    • oho 2. April 2020, 19:52

                      @Ralf
                      Da gibt es nicht viel zu interpretieren. Und schwierig ist da auch nichts.

                      bei euromomo: da werden Tote gezählt

                      beim RKI-Wochenbericht: da werden Leute mit akuten Atemwegserkrankungen gezählt und in der graphischen Übersicht dargestellt.
                      (Abbildung 1)

                      Was war daran jetzt so schwer?

                      Über die Massenmedien versucht man euch freilich zu verwirren mit allerlei Desinformation. Ja, gut, wer darauf hereinfällt ist doch selbst schuld.

                    • Ralf 2. April 2020, 20:03

                      Da gibt es nicht viel zu interpretieren.

                      Wie viel es da zu interpretieren gibt, habe ich Ihnen ja gerade erst geschrieben.

                  • Ariane 2. April 2020, 18:00

                    Dein Argument war gerade:
                    Die Nazis hatten Recht, weil die in der Mehrheit waren.

                    Ähm nein, mein Argument IST, dass im RKI, WHO und sonstigen Stellen die besten Experten der Welt für Seuchen und Pandemien versammelt sind.
                    Das ist ja nicht gerade Allgemeinwissen für jedermann.

                    Deswegen war ich höchst erstaunt, dass du mit einem RKI-Papier die Nichtexistenz von Covid und Massenpsychose beweisen willst.

                    Die Antworten nach einem Machtkampf im RKI und wer denn eigentlich die ganze Welt verarscht waren – nun ja – nicht so erhellend. Schade. Wodarg ist ja schon ein alter Hut.
                    Sonst ist es ja immer ein Land oder die Wirtschaft, die dahintersteckt. Aber ist ja nix mehr nichtbetroffen.

                    Da sind Filme etwas logischer aufgebaut mit „Experiment außer Kontrolle geraten“

                    • oho 2. April 2020, 18:11

                      @Ariane
                      „… WHO und sonstigen Stellen die besten Experten der Welt für Seuchen und Pandemien versammelt sind.“
                      Leider nicht, dort gibt es Interessenskonflikte. Wodarg hat auch darüber ausführlich berichtet. Massive Einflußnahmen finden beispielsweise durch die Pharmaindustrie statt.
                      u.a. wurde auch der Pandemie-Begriff so weit modifiziert, dass er auf JEDE saisonale Grippe anwendbar ist. Also quasi jedes Jahr. Die WHO ist schlicht korrupt, wenn man Wodarg glauben darf.
                      s.dazu Schweinegrippehoax (wurde auch von der WHO als Pandemie verkauft, war aber keine)

                    • oho 2. April 2020, 18:39

                      @Ariane
                      Hier gibt es sogar noch einen Text zum Schweinegrippe-Hoax.
                      Man hat bei dem Schwindel mit genau denselben Methoden gearbeitet wie aktuell. Der „Händewaschen“-Schwachsinn inklusive.

                      Der Schweinegrippe-Hoax
                      Die Sehnsucht der Pharmamafia nach einer Pandemie
                      https://www.sackstark.info/der-schweinegrippe-hoax/

                    • Ralf 2. April 2020, 19:01

                      Die Idee mit der Pharmamafia ist interessant. Solange bis man sich vergegenwärtigt, dass der meiste Umsatz in der Pharmaindustrie nicht mit Infektionskrankheiten gemacht wird und dass gegenwärtig auch in der Pharmaindustrie fast alle Räder still stehen (= Umsatzeinbußen). Sie wissen schon, “Social Distancing” und so …

                      Und mächtiger als die Pharmalobby ist in Deutschland immer noch die Autolobby. Merkwürdig dass die nicht ihren Einfluss geltend gemacht haben soll. Denn bei VW, BMW, Mercedes, Audi und Ford steht jetzt auch alles still. So wie in praktisch jedem anderen Industriebetrieb im Land.

                      Ironischerweise hat die Pharmaindustrie noch nicht mal ein Produkt, das sie jetzt groß verkaufen könnte. Und der Druck der Weltbevölkerung erlaubt dem Bereich auch auf lange Sicht kein gutes Geschäft. Gilead war zum Beispiel nach einer katastrophalen PR gezwungen bei der FDA einen Antrag zu stellen seinem Produkt Remdesivir (eines der vielversprechendsten Medikamente gegen COVID-19) den Status “Orphan Drug” zu entziehen und verlor so viele Jahre Patentrechte. Ein weiteres vielversprechendes Medikament gegen COVID-19 ist Chloroquine, eine einfach herzustellende billige Substanz, die seit Jahrzehnten im Einsatz gegen Malaria ist und die praktisch null Profitpotential hat. So viel zum Geschäft der Pharmaindustrie mit COVID-19 …

                    • oho 2. April 2020, 19:46

                      @Ralf
                      Dabei mißverstehst du die Eigendynamik der ganzen Sache. Und wer zum Schluß tatsächlich profitiert hat, das wissen wir erst hinterher.
                      Die Pharmaindustrie wird wohl kaum echte Nachteile haben, es sei denn man legt diesen korrupten Bastarden endlich das Handwerk infolge dieses Scams.

                      Wie auch immer, es ging um die Parallelen zum Schweinegrippe-Hoax. Und die dürften ja wohl offensichtlich sein.

                      zur Automobilindustrie: Die ist doch spätestens seit der Klimahysterie angeblich nicht mehr so wichtig für die Politik.

                    • Ralf 2. April 2020, 20:09

                      Die Eigendynamik ist nachteilig für alle, inklusive die Pharmaindustrie. Es sei denn Sie produzieren Klopapier. Aber da müssen Sie sich bei den korrupten Bastarden der Klopapierindustrie beschweren.

                      Dass SARS kein Geschäft für die Pharmaindustrie ist, sehen Sie im übrigen daran, dass kein großes Pharmaunternehmen ein aktives SARS-Forschungsprogramm hat. Die Medikamente, an denen jetzt auf die Schnelle geforscht wird, sind allesamt für andere Erreger entwickelt worden und meist in ihren Ursprungsindikationen aufgegeben worden. Eben weil Infektionskrankheiten kein Geschäft sind. Die Pharmaindustrie verdient ihr Geld nicht mit Viren, sondern mit Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs.

                    • oho 2. April 2020, 20:50

                      @Ralf
                      Die Pharmaindustrie verkauft eben in einem solchen Fall den Schrott, den die sonst nicht wegbekommen haben.
                      s. Tamiflu, ein Medikament das heute als unwirksam gilt. Nebenwirkungen hatte es aber teils tödliche. Gesundheit!

                      Wie auch immer, Wodarg hat darüber eine Menge zu erzählen. Der kennt sich aus mit diesen Bastarden. Die entsprechenden Beiträge findet man im Internet.
                      Viel Spaß beim Lernerlebnis!
                      Nur so viel dazu: Die Pharmaindustrie geht über Leichen.

                      Wie auch immer, es ist müßig an diesem Punkt weiterdiskutieren zu wollen.
                      Schauen sie sich lieber den verlinkten Artikel zur Schweinegrippe an.

                    • Ralf 2. April 2020, 20:59

                      Wie auch immer, es ist müßig an diesem Punkt weiterdiskutieren zu wollen.

                      Müßig ist eigentlich nur, dass Sie offensichtlich keine Fachkenntnis besitzen, insbesondere von der Pharmaindustrie nichts verstehen, dafür aber jede Menge Vorurteile haben und sich selektiv aus dem Internet nur diejenigen Informationen zusammensammeln, die Ihren vorgefassten Meinungen entsprechen. Statt YouTube-Videos zu schauen, wäre Ihre Zeit sinnvoller eingesetzt, wenn Sie mal konkret benennen würden welches Medikament welcher Pharmagigant denn gegenwärtig zu Rekordpreisen wegen der Coronavirus-Krise verkauft. Wo ist das große Geschäft, um dessen Ethik Sie sich sorgen?

                    • oho 2. April 2020, 21:28

                      @Ralf
                      Du solltest eine Sache nach der anderen in Angriff nehmen.

                      Versuch doch erst einmal deine Schwierigkeiten beim Lesen der euromomo-Statistiken zu überwinden.

                      Anschließend kannst du dich mal mit den Influenza-Wochenberichten des RKI auseinandersetzen.

                      Vielleicht wäre das ein geeigneter Anfang für einen Superexperten wie dich.
                      Das wäre doch mal ein Vorschlag, oder?

                      Und dann können wir gerne weiterdiskutieren. Allerdings ist mir das, wie bereits gesagt, zu müßig mit dir.

                      Du kannst auch gerne weiterhin deine induzierten Wahnvorstellungen (von einer Corona-Apokalypse) pflegen. Ist ja nicht mein Problem.
                      Spätestens in zwei Monaten wirst auch du wieder in der Realität angekommen sein.
                      Vielleicht sollten wir uns dann einfach hier wieder mal schreiben. Bis dahin.

                    • Ralf 2. April 2020, 21:32

                      Warum diese Zahlen jetzt nicht aussagekräftig sind, habe ich Ihnen gerade vor einer Stunde mitgeteilt. Lesen Sie doch erstmal die Antworten auf Ihre Posts, bevor Sie Ihr Unwissen weiter unter die Leute bringen.

  • Ariane 31. März 2020, 15:28

    https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-03/coronavirus-iran-pressefreiheit-medizinische-versorgung

    Diesen Artikel wollte ich eigentlich mal dalassen, zur Situation im Iran.
    Ich sag mal, der macht mich noch mehr zur paranoiden Hysterikerin.
    Es gibt wohl Hinweise, dass die – völlig unbemerkt von irgendeiner Öffentlichkeit – schon seit Januar erhebliche Probleme mit Covid haben.
    Selbst der WHO-Notfallbeauftragte ist erst Anfang März eingetroffen und hat eigentlich keinen Plan, weil autoritäre Staaten alles verhindern wollen, was nach „hier gibts ein Seuchenproblem“ klingt.
    Unmöglich herauszufinden, wie es dort wirklich aussieht, es gibt offizielle Regierungsangaben und wilde Gerüchte.

    Deswegen sag ich ja:
    Kein Staat der Welt hat Bock auf globale Pandemie und außer in echt guten Demokratien mit guter Presse ist es unmöglich zu wissen, wo es woanders aussieht.
    Wenn wir hier in Europa und den USA völlig überfordert sind, mag man sich gar nicht vorstellen, wie es im Rest der Welt aussieht und ich kann schon die Madrid-Artikel nicht mehr nervlich ertragen. Bin echt ganz froh, dass die Auslandsberichterstattung auch mit zusammengebrochen ist.

    Verrückterweise ist bei den Debatten um Exit-Strategien höchst selten die Überlegung dabei, dass es woanders noch schlimmer zugeht, zugegangen ist oder noch zugegangen wird. DAS gigantische Problem wird uns erst auffallen, wenn wir hier die Krise geordneter angehen können und mal wieder aus dem Fenster schauen.

    • Stefan Sasse 31. März 2020, 18:08

      In Nigeria haben sie 20 bestätigte Fälle von Covid-19. Sie können nicht testen. Und es ist auch egal, denn wie ein Regierungsmitglied meinte: im ganzen Land gibt es für 220 Millionen Einwohner 500 Beamtungsgeräte. Es ist völlig egal, ob die 100fach oder 1000fach überbelegt sind. Das ist eine Riesenkatastrophe.

      • Ariane 1. April 2020, 09:01

        Total – mag ich mir überhaupt nicht vorstellen.

        Und selbst wenn man das mal ausblendet, verursacht das nur für uns hier in Europa wieder ganz neue Probleme. In solchen Ländern erahne ich immer nur, dass es schlimm ausgehen muss, wenn Iran oder auch die Türkei plötzlich ziemlich krasse Mengen an Gefangenen freilässt, statt neue festzunehmen.

        Und Afrika hatte ja gerade erst einen erheblichen Ebola-Ausbruch. Aktuell haben wir gar keine Ressourcen mehr, dass die WHO da alle ihre Forscher hinschickt und der Entwicklungshilfe-Fonds ist übrigens immer noch leer, weil der schon für das Eboladrama aufgebraucht wurde. Deswegen halte ich auch die Chinazahlen übrigens nicht mehr für belastbar, im Januar saßen alle Epidemieforscher dort und haben die Entwicklung beobachtet, aber die müssen jetzt auch überallhin gucken.

        Deutschland ist mit ziemlicher Sicherheit der beste Ort, an dem man sein kann, wenn eine weltweite Pandemie ausbricht, aber es selbst wenn der ganz fiese Sturm an uns vorüberzieht, sollte sich eigentlich niemand einbilden, nach Ostern ginge das Leben ganz normal weiter.

        • Stefan Sasse 1. April 2020, 10:53

          Zu den chinesischen Zahlen kommt im neuen Vermischten was. Stay tuned 🙂

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