Rezension: Alan Moore – V for Vendetta

Alan Moore – V for Vendetta (Deutsch)

Einer der großen Klassiker der Comicliteratur aus der Epoche der „Bronze Age“ in den 1980er Jahren ist sicherlich Alan Moores „V wie Vendetta“, das an Bekanntheit nur hinter seinem Epos „Watchmen“ hintenansteht. 2005 wurde es mit Hugo Weaving in der Titelrolle verfilmt, und die Adaption der Guy-Fawkes-Maske durch die Hackervereinigung „Anonymous“ machte das Symbol in den 2010er Jahren noch einmal zusätzlich bekannt. Gegenüber diesen Adaptionen ist der eigentliche Graphic Novel etwas ins Hintertreffen geraten. Umso mehr Grund, ihn einmal wieder zur Hand zu nehmen und zu lesen. Für mich besonders interessant war die Frage, ob er mich noch immer so zu begeistern weiß wie während meiner Studienzeit, als ich ihn zum ersten Mal las und von der anarchistischen Sensibilität angesprochen war. Die Antwort ist ein klares „Jein“. 

Aber zuerst einmal die Basics, beginnend mit der Handlung.

Die Geschichte beginnt in „Book 1: Europe After the Reign“ in der Guy-Fawkes-Night im Jahr 1997 in London. Evey Hammond, eine 16-jährige, die finanziell am Boden ist, gerät in eine gefährliche Situation. Sie wird von Männern, die sich als Mitglieder der staatlichen Geheimpolizei namens „The Finger“ entpuppen, sexuell belästigt. In einem beängstigenden Moment der Verzweiflung taucht jedoch V auf, ein vermummter Anarchist in einer Maske. Er rettet Evey vor den Angreifern, indem er sie tötet. V führt Evey zu seinem geheimen Unterschlupf, dem „Shadow Gallery“, einem unterirdischen Versteck voller illegaler Güter. Dort teilt Evey V ihre Lebensgeschichte mit, was nicht nur ihre eigene Vergangenheit, sondern auch die jüngere Geschichte Englands offenbart.

Die Welt, wie wir sie kennen, ist in diesem Alternativszenario geprägt von einem globalen Atomkrieg, der in den späten 1980er Jahren zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten wegen eines Streits über Polen ausbrach. Der Krieg hinterließ weite Teile Europas und Afrikas unbewohnbar. Obwohl Großbritannien selbst nicht direkt bombardiert wurde, erlebte es aufgrund des nuklearen Winters Umweltzerstörung und Hungersnöte. In dieser Zeit der Gesetzlosigkeit starb Eveys Mutter, und die verbleibenden Konzerne und faschistischen Gruppen übernahmen die Macht, um die totalitäre Regierung Norsefire zu gründen. Eveys Vater, ein ehemaliger Sozialist, wurde von dem Regime verhaftet.

Parallel dazu beginnt der erfahrene Detektiv Eric Finch, der für die reguläre Polizei („The Nose“) verantwortlich ist, mit seinen Ermittlungen zu V’s terroristischen Aktivitäten. Finch steht in regelmäßigem Kontakt mit den höchsten Regierungsbeamten, bekannt als „The Head“. Dazu gehören Derek Almond, der „The Finger“ überwacht, und Adam Susan, der zurückgezogen lebende Anführer von Norsefire, der besessen das Schicksalscomputersystem der Regierung überwacht.

Finchs Untersuchung nimmt Fahrt auf, als V Lewis Prothero, einen Propagandasprecher im Radio, entführt und ihn in den Wahnsinn treibt. V zwingt Prothero dazu, seine Vergangenheit als Kommandant eines „Umsiedlungslagers“ nahe Larkhill zu erleben, in dem unschuldige Menschen gefangen waren. Evey stimmt zu, V bei seinem nächsten Mordanschlag zu helfen, indem sie sich als minderjährige Prostituierte tarnt, um in das Haus von Bischof Anthony Lilliman einzudringen. Lilliman, ein pädophiler Priester, begeht Selbstmord, nachdem V ihn zwingt, eine vergiftete Hostie zu essen. Die Verbindung zwischen V’s Zielen wird klar, als Finch entdeckt, dass alle drei früher in Larkhill gearbeitet haben. In dieser Nacht tötet V sowohl Almond als auch Dr. Delia Surridge. In ihrem Tagebuch enthüllt Surridge, dass V, ein ehemaliger Insasse und Opfer ihrer grausamen medizinischen Experimente, das Lager zerstört und geflohen ist, um nun die ehemaligen Offiziere zu rächen. Finch teilt seine Erkenntnisse Susan mit und vermutet, dass V vielleicht einen noch größeren terroristischen Angriff plant.

In „Book 2: This Vicious Cabaret“ dringt V vier Monate später in den Jordan Tower ein, das Zuhause der Propagandaabteilung von Norsefire, genannt „the Mouth“, die von Roger Dascombe geleitet wird. Dort hält V eine Rede, in der er die Menschen auffordert, sich gegen die Regierung zu erheben. V entkommt durch eine aufwändige Ablenkung, bei der Dascombe stirbt. Finch wird kurz darauf mit Peter Creedy, dem neuen Leiter von „The Finger“, bekannt gemacht. Creedy provoziert Finch, um ihn dazu zu bringen, ihn zu schlagen und so zwangsweise Urlaub zu nehmen. Evey findet Unterschlupf bei einem Mann namens Gordon, der sie auf der Straße gefunden hat. Ihre Beziehung, die zunächst platonisch ist, entwickelt sich schließlich zu einer romantischen Liebe. Evey und Gordon kreuzen unwissentlich den Weg von Rose Almond, der Witwe des kürzlich getöteten Derek. Nach Dereks Tod hatte Rose widerwillig eine Beziehung mit Dascombe begonnen. Mit dem Tod beider Liebhaber ist sie gezwungen, demoralisierende Burlesque-Arbeiten zu leisten, was ihren Hass auf die unsupportive Regierung verstärkt.

Als ein schottischer Gangster namens Ally Harper Gordon ermordet, versucht Evey, sich an einem Treffen zwischen Harper und Creedy zu rächen. Sie wird jedoch plötzlich entführt und eingesperrt. Während der Verhöre und Folter findet Evey einen alten Brief, den ihr eine Insassin namens Valerie Page hinterlassen hat. Valerie, eine Schauspielerin, wurde wegen ihrer Homosexualität inhaftiert und hingerichtet. Inspiriert von Valeries Brief entscheidet sich Evey trotz Folter und Todesdrohungen gegen die Zusammenarbeit mit der Regierung. Überraschenderweise wird ihr mitgeteilt, dass ihre angebliche Gefangenschaft von V inszeniert wurde, um sie eine ähnliche Tortur wie die, die ihn am Larkhill-Lager geprägt hat, erleben zu lassen. V enthüllt, dass Valerie eine echte Insassin von Larkhill war und dass der Brief authentisch ist. Evey vergibt V, der in das Schicksalscomputersystem der Regierung eingebrochen ist und Adam Susan mit psychologischen Spielchen manipuliert. Susan, der eine seltsame romantische Bindung zu dem Computer entwickelt hat, beginnt in den Wahnsinn zu verfallen.

Book 3: The Land of Do-As-You-Please“ beginnt am folgenden 5. November 1998, indem V den Post Office Tower und den Jordan Tower in die Luft sprengt, wobei „the Ear“-Anführer Brian Etheridge getötet wird, und deaktiviert damit effektiv drei Regierungsbehörden: das Eye, das Ear und den Mouth. Die Revolution wird gewaltsam unterdrückt, und V erklärt Evey, dass er noch nicht das erreicht hat, was er das „Land des Mach-was-du-willst“ nennt. Es herrscht ein interimistischer Zustand des „Landes des Nimm-was-du-willst“. Finch entdeckt, dass V den Schicksalscomputer beeinflusst hat und reist zum verlassenen Larkhill, um Erinnerungen aufzurufen. Finch erkennt, dass V sich im verlassenen Victoria Station aufhält.

Es kommt zu einem Kampf zwischen V und Finch, bei dem V von Finch erschossen wird. V behauptet, dass er nicht getötet werden kann, da er nur eine Idee ist, aber er stirbt in Eveys Armen. Evey überlegt, V zu enttarnen, entscheidet sich jedoch dagegen, da V ein Symbol und keine Identität ist. Sie übernimmt V’s Identität. Creedy drängt Susan in die Öffentlichkeit, und sie erschießt ihn aus Rache. Creedy übernimmt die Führung, und Finch verkündet V’s Tod.

Finch verlässt „the Nose“. Ein Machtkampf endet mit dem Tod aller Anführer. Evey verkündet die Zerstörung von 10 Downing Street und ruft zur Entscheidung für Freiheit oder Ketten auf. Eine allgemeine Erhebung beginnt. Evey zerstört 10 Downing Street in einem explosiven Wikingerbegräbnis mit V’s Körper. Sie entführt Stone, um ihn als Nachfolger auszubilden. Das Buch endet mit Finch, der das Chaos beobachtet und eine verlassene Autobahn entlang geht.

„V wie Vendetta“ ist ein Graphic Novel, der in drei große „Bücher“ und 38 „Kapitel“ (inklusive zwei Prologen für Bücher 2 und 3) unterteilt ist. Die auktoriale Erzählperspektive der Geschichte konzentriert sich weitgehend auf die Sicht der sechzehnjährigen Evey, wobei es immer wieder Abschnitte mit Personen aus der faschistischen Norsefire-Regierung oder dem kriminellen Milieu gibt. Praktisch nicht vorhanden sind Abschnitte, in denen ausschließlich V vorkommt – er wird stets durch die Augen anderer Personen gesehen, was die Isolation und das Mysterium eines Charakters unterstreicht, der von sich selbst sagt, nicht Mensch, sondern die Verkörperung einer Idee zu sein. Auch die Struktur des Graphic Novel entspricht dieser Charakterisierung.

Die Handlung selbst hat einige fragwürdige Prämissen, um es einmal milde auszudrücken. Die Vorstellung, dass eine Labour-Regierung in den 1980er Jahren Großbritannien denuklearisiert und dem Land dadurch den nuklearen Holocaust erspart ist eigentlich nur aus der fiebrigen Anti-Thatcher-Stimmung jener Jahre zu erklären, wie auch der politischen Sensibilitäten Moores (die im früher erschienenen „Watchmen“ noch realitätsnaher waren). Entsprechend ist der Graphic Novel auch sehr ein Produkt seiner Zeit, das wesentlich schlechter gealtert ist als „Watchmen“, was umso bemerkenswerter ist, als dass die Verfilmung zeigt, dass es den Hintergrund gar nicht braucht: eine gezielte Ambivalenz über die Entstehung des faschistischen britischen Systems wäre eigentlich besser für die Geschichte.

Der Anarchismus, den V vertritt, ist in seiner Sensibilität auch ein klares Produkt des linksalternativen Milieus. Ohne meine damals noch wesentlich idealistischere Brille tue ich mich schlecht schwer mit der Vorstellung, dass eine mit bildungsbürgerlichen Referenzen um sich werfende und hochgradig verkopfte Manifeste verfassende Person wie V die Massen über eine einzelne, zweiminütige Fernsehansprache anstacheln könnte – und dass ein Regime diesen offensichtlichen Angriffspunkt des „Terroristen aus dem Elfenbeinturm“ völlig links liegen lässt. Generell ist die arrogant-herablassende Haltung Vs, der eine Art beständigen sokratischen Dialog mit der passiv-empfangenden Evey führt, manchmal schwer erträglich – aber das ist wahrlich nichts, das für Moore spezifisch wäre. Es findet sich in der „Hochkultur“ ja ständig; wir haben mit Thomas Mann, Hermann Hesse und Konsorten wahrlich genug eigene Beispiele dafür.

Das faschistische Regime selbst bleibt ebenfalls merkwürdig farblos. Moore unternimmt einen lobenswerten Versuch, die „Banalität des Bösen“ in der merkmalslosen Durchschnittlichkeit seiner Protagonisten zum Ausdruck zu bringen; auch die Alltagsgewalt durch die Schläger des Systems oder das Bündnis der Faschisten mit dem organisierten Verbrechen zum Auffüllen der Schlägertrupps ist ein netter Touch. Aber worin genau je die Anziehungskraft des „Führers“ mit dem unglücklichen Namen Susan bestand, wird nie deutlich (auch hier kann der Film wesentlich besser punkten).

Deutlich unterentwickelt bleiben die Frauenrollen. Da ist einmal Evey, die ein reines Gefäß für Vs Lehren ist und sein Nachfolger wird – und als solcher notwendigerweise das wenige an Charakter aufgibt, was sie vorher hatte. Dann gibt es Helen Heyer, die als eine Art „Drahtzieherin hinter den Kulissen“ als Sex-Vamp die mittelmäßigen Funktionäre durch Intrigen dominiert. Zuletzt haben wir Rose Almond, die unter der lieblosen Ehe mit ihrem Mann Derek leidet und sich prostituieren muss, nachdem dieser von V ermordet wird. Vermutlich soll die Verbindung von Sexualität und Faschismus, die in den Variétes immer wieder explizit gemacht wird (etwa in einem peinlich offensichtlichen Liedtext eines Showgirls, in dem sie die Anziehungskraft der Stiefel und Uniformen besingt) diesen weiter herabwürdigen; die Reduzierung der Frauen auf Handlungsfunktionen und Helen Heyers „evil seductress„-Archetyp sind aus heutiger Sicht nicht unbedingt taufrisch.

Merkwürdig sind auch das Element der KI und der Drogen. Susan kommuniziert mit einem Supercomputer, dessen Fähigkeiten 1997 selbst heute nicht erreicht werden können, und der von V unter völlig ungeklärten Umständen geklont wird (dazu gleich mehr). Der Film verzichtet in meinen Augen nicht zu Unrecht auf dieses Element, dessen thematische Positionierung mir völlig unklar ist. Für den Überwachungsstaat ist der Computer irrelevant; das funktioniert auf Basis von Spitzeln und CCTV. Stattdessen hat Susan eine erotische Beziehung zu dem Computer, die V dann ausnutzt, um ihn psychisch zu erschüttern. Diese erotische Fixierung macht Susan zu einer Art Perversen, was in meinen Augen die Charakterisierung des Regimes als das von gewöhnlichen bis unterdurchschnittlichen Funktionären untergräbt. Dasselbe gilt für die plotentscheidende Rolle der Einnahme von LSD, bei der Moores Sensibilitäten wieder zum Vorschein kommen, und die Finch das Entlarven Vs ermöglicht. Das ist nun sicher Geschmackssache, aber ich bin kein Fan davon, harte Drogen mit Superkräften zu verbinden.

Mein letzter Kritikpunkt betrifft die Figur V selbst, der in einer Pose absoluter Überlegenheit übertrifft. Er ist seinen Gegnern immer mindestens drei Schritte voraus, hat alles geplant. Alle Personen handeln stets, wie er es vorausgesehen hat (Freier Wille?). Die Logistik seines Verstecks und seiner Pläne interessiert Moore keine Sekunde; V besitzt, was er braucht. Besonders albern wird das, wenn er ein riesiges Theater aufbaut, das er theoretisch komplett alleine bespielt und das Evey komplett überzeugt. Er ist ein ziemlicher Gary Stu.

Trotz allem bleibt der Stoff selbst – die Degenerierung einer westlichen liberalen Demokratie zur Diktatur – stets aktuell, dieser Tage (2023/24) sowieso. Inwiefern man hier aktuellere Verarbeitungen dieses Stoffes bevorzugen sollte, bleibt hier offen. Ich habe nicht das Gefühl, dass V wie Vendetta dasselbe literarische Niveau aufweist wie „Watchmen“. Eine Empfehlung kann ich daher nur eingeschränkt aussprechen; der Graphic Novel ist eher für seine literaturgeschichtliche Bedeutung relevant und enthält zu viele Elemente, die Produkt seiner Entstehungsepoche sind, als dass man ihn direkt genießen kann.

{ 6 comments… add one }
  • Tim 18. Dezember 2023, 08:41

    Lass mich bitte etwas off-topic sein und das Gegenteil einer Vendetta beginnen. :-). Ich möchte mich hier grundsätzlich für ein interessantes Jahr „Deliberation Daily“ bedanken. Du hast eine Menge spannender Themen in die Manege gestellt und interessante Diskussionen angestoßen. Ich lese hier bei allem immer sehr gern mit, auch wenn ich leider nicht zu allen Themen etwas beitragen kann. In meiner Wahrnehmung ist auch der Ton in den Diskussionen insgesamt eine Spur konzilianter geworden. Wir alle (da nehme ich mich nicht aus) könnten darauf aber vielleicht noch etwas mehr achten.

    Der Dank geht natürlich auch an Stefan Pietsch, der allerdingd in diesem Jahr etwas weniger Artikel verfasst hat, oder?

    Euch beiden ein herzliches Dankeschön für einen wirklich einmaligen Diskussionsort! Hoffe sehr, dass 2025 wieder spannend wird auf DD. 🙂

    • Stefan Sasse 18. Dezember 2023, 10:17

      Ja sehr gerne, und vielen Dank! Nächstes Jahr ist aber 2024 😉

  • cimourdain 18. Dezember 2023, 11:02

    Ich habe die Graphic novel 2020 wieder gelesen, bin aber der Meinung, dass sie (mehr noch als der Film) immer noch „fresh“ ist. Ich habe sie nur ganz strikt als Allegorie und nicht als politisches Buch gelesen. Aber einige Ideen sind definitiv relevant und aktuell:

    1) „This book is a reason, why gunpowder treason will never be forgot“ Thema, Zitate und Ikonographie sind noch unglaublich präsent in der gegenwärtigen Populärkultur.

    2) „People shouldn‘t be afraid of the Government. The Goverment should be afraid oft he People.“ Wir haben inzwischen als zentralen Konflikt der politischen Landschaft nicht mehr den zwischen „Links“ und „Rechts“ sondern zwischen Technokraten und Populisten.

    3) „Ideas are Bulletproof“ Gesellschaftliche Konflikte werden auf der Ebene der Deutungshoheit über Begriffe ausgetragen.

    4) „Remember, Remember, the fifth of November“ Bei diesem beidseitigen(!) Propagandakrieg sind Bilder und Symbole zentral.

    5) „Everybody has a story to tell“ Als Verteidigung gegen diese Propagandasysteme ist Kommunikation mit möglichst vielen Sichtweisen unerlässlich.

    6) „One man’s Terrorist ist the freedom fighter for another one“ Interessant ist die schwarz-grau ambivalente Nicht-Moral, die das Buch liefert. Moore gibt dem Leser genügend Raum, die Taten V-s moralisch verurteilenswert zu finden. Selbst das Ende liefert eben keine positive Perspektive, sondern nur Chaos und Aufstände.

    • Stefan Sasse 18. Dezember 2023, 13:36

      1) Jepp, kein Zweifel.

      2) Gehe ich mit.

      3) Ja!

      4) Ja.

      5) Korrekt.

      6) Auch hier ja.

      Mir geht es weniger um die Leitmotive als die konkrete Ausgestaltung in Figuren, Dialogen und Plot.

      • cimourdain 19. Dezember 2023, 08:53

        Ausgestaltung ist ein gutes Stichwort. Du hättest noch die sehr spröde und formalistische Bildgestaltung, die das Lesen für „einen Comic“ relativ anstrengend macht, erwähnen können.

        Ansonsten zwei Details zu deiner Kritik:

        „Die Vorstellung, dass eine Labour-Regierung in den 1980er Jahren Großbritannien denuklearisiert […]“ ist gar nicht so unrealistisch, wie du denkst. Der britische CND war die wichtigste europäische Friedensbewegung nach dem zweiten Weltkrieg ( Anekdote hierzu: Das Peace-Symbol hat sich aus den Flaggenalphabet-Gesten für CND entwickelt), bei Intellektuellen (Mitbegründer Bertrand Russell) und Labour stark vernetzt. Und sie hatten Anfang der 80er enormen Zulauf auf eine 6-stellige Mitgliederzahl.

        “ Er ist seinen Gegnern immer mindestens drei Schritte voraus, hat alles geplant.“ Eine Quasi-Superkraft, die der Batman-Figur entlehnt ist. Auf der Achse Faschismus – Anarchy ist V gewissermaßen das Gegenstück zum (faschistoiden) Batman. Ansonsten hat Moore die gleiche Fähigkeit in „Watchmen“ dem Antiheld/Schurken Ozymandias gegeben – insbesondere beim Finale.

        • Stefan Sasse 19. Dezember 2023, 12:01

          Richtig!

          Der Satz geht ja noch weiter: „und dem Land dadurch den nuklearen Holocaust erspart“. Aber Friedensbewegung hin oder her, ich sehe das nicht.

          Ich mag das auch bei Batman nicht. Generell kein Stilmittel, auf das ich stehe.

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