Habeck und Lindner schließen in Korea mit der Antifa und Bernd Freier nach einem Referendum mit der Antifa Waffenstillstand – Vermischtes 07.06.2023

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ werden mit einem Abschnitt des Textes, der paraphrasiert wurde, angeteasert. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal komplett zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.

Fundstücke

1) Ohne Habeck und Lindner wäre die Regierung besser dran

Die Ampelkoalition leide unter dem destruktiven Duell der beiden führenden Männer von FDP und Grünen. Sauga schlägt vor, unkonventionelle Lösungen zu finden. Historisch gesehen hätten deutsche Wirtschafts- und Finanzminister oft einen gewissen Abstand zu ihren Parteien gehalten. In der aktuellen Regierung würden jedoch sowohl der FDP-Vorsitzende Christian Lindner als auch der designierte Kanzlerkandidat der Grünen, Robert Habeck, zentrale Ministerien führen. Diese Politiker dächten eher in parteipolitischen als in fachlichen Kategorien und richteten ihren Blick zuerst auf Umfragewerte und dann auf wirtschaftliche Daten. Sie handelten oft als Propagandisten und nicht als Pragmatiker und müssten sich an ihren eigenen Wahlprogrammen messen lassen, was eine schwere Last sei. Anstatt sich an der wirtschaftlichen Realität zu orientieren, hätten die Minister ihre Ämter als Plattformen genutzt, um die Ideologien ihrer Parteien zu verkünden. Erfolgreiche Wirtschafts- und Finanzminister sollten jedoch ihre Parteifreunde über die Zwänge und Notwendigkeiten der Ökonomie aufklären. Die beiden Minister bedienten auch die Klischees der anderen Seite und schienen darum zu wetteifern, das jeweilige Feindbild zu verstärken. Der Autor schlägt vor, dass Habeck und Lindner nach den Landtagswahlen im Herbst von ihren Ministerposten zurücktreten und sich auf ihre Parteiaufgaben konzentrierten sollten. Die Ministerposten könnten dann mit kompetenten und angesehenen Persönlichkeiten besetzt werden. Eine Regierungsumbildung könne der blockierten Ampelkoalition einen Neustart ermöglichen. Andernfalls würde das parteipolitische Amtsverständnis der Herren Habeck und Lindner wahrscheinlich zu einer Großen Koalition führen, was keine verlockende Aussicht sei. (Michael Sauga, Spiegel)

Ich halte das für ziemlichen Unfug. Die Vorstellung von überparteilich „nur an der Sache orientierten“ Minister*innen ist reine Folklore, die einfach nicht totzukriegen ist, ein weitverbreiteter antiparlamentarischer Instinkt. Das Führen eines Ministeriums ist ein inhärent politischer Job. Das lässt sich nicht trennen. Deswegen ist auch diese ständige Betonung der „Fachkenntnis“, die alle Nase lang im politischen Streit als Totschlagargument herausgekramt wird, irrelevant. Pistorius ist nicht ein besserer Verteidigungsminister als Lamprecht, weil er mal eine Kaserne von innen gesehen hat, sondern weil er bessere politische Skills hat. Lindners Wohl und Wehe als Finanzminister hängt nicht primär von seiner Kenntnis des Steuerrechts, sondern von seiner Fähigkeit, divergierende Interessen innerhalb der Regierungskoalition auszugleichen, ab. Und so weiter.

Ich habe keinen Grund, an Habecks oder Lindners Kompetenz zu zweifeln. Auch ihr Ansehen ist nicht das Problem (wohl aber die beiläufige Beleidigung im Artikel). Gleiches gilt für den Vorwurf der Ideologie. Ideologen sind immer die anderen. Handelt Habeck ideologisch? Klar. Tut es Lindner? Klar. Wie sollte jemand sich um ein politisches Amt bewerben, ohne für eine Sache zu stehen, ohne Überzeugungen zu haben? Die Forderungen nach unideologischen „Fachminister*innen“ ist ein Dauerbrenner antiparlamentarischer Kritik, seit weit über einem Jahrhundert, und sie ist und bleibt ebenso falsch wie unausrottbar.

2) »Ich finde Arbeit geil«

Im Interview äußert Freier seine Ansichten zur Work-Life-Balance der jüngeren Generation, insbesondere der Generation Z. Freier wird als rastlos bekannt beschrieben, der seine Arbeitstage beginnt, während die meisten seiner Mitarbeiter noch schlafen. Auf die Frage nach seiner Work-Life-Balance antwortet Freier: „Ich habe kein Problem, ich habe Ehrgeiz. Ich finde Arbeit geil. Urlaub kann ich noch machen, wenn ich nicht mehr auf diesem Planeten bin.“ Er betont, dass er Verantwortung für sein Unternehmen verspürt und dass er es nicht zulassen könnte, dass s.Oliver pleitegeht. Freier äußert Kritik an der jüngeren Generation, insbesondere der Generation Z, die aus seiner Sicht zu viel Freizeit wünscht: „Vielen geht es zu gut. Der Papa zahlt die Miete, und es wird viel zu viel vererbt.“ Freier äußert sich auch zur Flexibilität am Arbeitsplatz. Er erzählt von einem Spitzenmanager, der nur drei Tage pro Woche im Unternehmen arbeiten wollte und den Rest der Zeit von zu Hause aus arbeiten und trotzdem viel Geld verdienen wollte. Freier hinterfragt die Machbarkeit solcher Vorstellungen. Er betont die Bedeutung persönlicher Präsenz als Führungskraft: „Man muss doch bei seinen Mitarbeitern sein! An der Front sein, immer!“ (Alexander Kühn, Spiegel Magazin)

Freier zeigt in dem Interview ziemlich schön auf, was in der Debatte um Arbeitszeiten alles so falsch läuft. Greatest Hits, quasi. Einmal hätten wir da diese völlig unzulässige Verallgemeinerung seiner eigenen Situation. Wer eine Position wie er hat, für den ist Leben Arbeit und Arbeit Leben. Das ist völlig klar. Das ist herausfordernd, stimulierend, bestätigend, jeden Tag aufs Neue. Man kann gestalten, man kann entscheiden; Macht, Ansehen und Identität hängen alle am Job. Aber das ist halt nur für eine verschwindende Minderheit so. Sich mit einer Bürodrohne zu vergleichen ist einfach Quatsch. Zum zweiten haben wir die pauschale Generationenschelte, von wegen „Gen Z ist faul“. Das macht er dann an der dümmsten Metrik überhaupt fest, wie lange jemand in der Firma rumhängt. Vielleicht arbeitet Gen Z auch einfach effizienter als Mr. Boomer? Früher war natürlich alles besser, immer ein Klassiker. Und zuletzt kommt das Schaffen einer toxischen Atmosphäre, die soweit führte, dass einer seiner Nachfolger sich in den Vertrag schreiben ließ, dass Freier das Werksgelände nicht mehr betreten darf. Dieses Nicht-loslassen-Können und sich selbst für unersetzbar Halten ist auch typisch für diese Leute.

3) Lina E. und die Hölle der Selbstjustiz: Wer linksextreme Gewalt verteidigt, ist kein Antifaschist, sondern Antidemokrat

Serrao betont, dass es viele Äußerungen gibt, die Selbstjustiz ablehnen, aber dennoch eine Einschränkung machen. Diese Äußerungen stammen von verschiedenen Personen, darunter ein Social-Media-Star, ein Mitarbeiter eines renommierten Forschungsinstituts und der Nachwuchschef einer Regierungspartei. Es wird betont, dass Rechtsextremisten Linke bedrohen und drangsalieren, insbesondere im Osten Deutschlands. Laut Serrao sind viele Orte heute von der AfD als stärkster Kraft geprägt, was als Bedrohung der Demokratie aus der Mitte der Parlamente angesehen wird. Es wird betont, dass Antifaschismus angesichts der deutschen Geschichte als Pflicht angesehen wird und wer dies nicht versteht, nichts begriffen hat. Serrao stimmt grundsätzlich diesen Aussagen zu und erkennt die Gefahr des Rechtsextremismus an. Es wird betont, dass jeder Demokrat verpflichtet ist, dagegen vorzugehen, und dass Personen, die von Neonazis angegriffen werden, das Recht haben, sich zu verteidigen. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass Lina E. und ihre Gruppe keine Selbstverteidigung praktiziert haben. Stattdessen hätten sie Menschen ausspioniert, überfallen und in einigen Fällen beinahe getötet. Serrao stellt fest, dass Personen, die dies relativieren oder indirekt entschuldigen, das Tor zur Hölle öffnen. Es wird betont, dass, wenn Gewalt gegen „Nazis“ als legitimes Mittel dargestellt wird, die Grundlagen des Rechtsstaats bröckeln. Serrao hebt hervor, dass es dabei nicht nur um das Gewaltmonopol des Staates und die Geltung der Menschenrechte für alle oder gar nicht geht. Es wird betont, dass es keinen besseren oder legitimen Extremismus gibt. Personen, die Verständnis dafür äußern, dass man das Feuer von rechts mit dem Feuer von links bekämpfen solle, werden als keine Antifaschisten, sondern als Antidemokraten bezeichnet. (Marco Felix Serrao, NZZ)

Ich stimme den Thesen des Artikels völlig zu. Deswegen konnte ich auch mit der Antifa nie etwas anfangen. Diese übersteigerte Rhetorik des Notstands im Kampf gegen Rechts, der Gewalt als legitimes Mittel sieht, ist einfach furchtbar. Dass die Sicherheitsbehörden gerne mal auf dem rechten Auge wenn nicht blind sind, so doch zumindest eine Sehschwäche haben, und dass die Zahlen eine ziemlich klare Sprache sprechen – geschenkt. Das rechtfertigt trotzdem keine Gewalt. Dazu kommt noch, dass sie auch eine taktisch dumme Idee ist. Wenn ich überzeugt bin, dass der Staat ohnehin mit den Rechten in einem Boot sitzt, wie genau glaube ich dann, eine gewaltsame Auseindersetzung gewinnen zu können? Für mich finden da letztlich Leute eine Legitimation für Gewaltausübung, die sie auch so geil fänden.

4) Why we shouldn’t hold referendums

In einer Umfrage des Associated Press-NORC Centers gaben 60 Prozent der Amerikaner an, dass die Regierung zu viel Geld ausgibt. Doch gleichzeitig wünschen sich viele Bürger mehr Ausgaben in bestimmten Bereichen wie Sozialversicherung, Medicare, Gesundheitswesen, Bildung und Unterstützung für Bedürftige. Diese scheinbare Widersprüchlichkeit lässt sich dadurch erklären, dass Menschen bestimmte Bereiche anders wahrnehmen als das Gesamtbudget. Lucy Barnes, Politikwissenschaftlerin am University College London, argumentiert, dass Menschen „Regierungsausgaben“ als verschwenderisch betrachten, aber eine positive Einstellung gegenüber spezifischen Politikbereichen haben. Die Umfrage verdeutlicht, dass es eine Diskrepanz zwischen der allgemeinen Wahrnehmung von Regierungsausgaben und den spezifischen Politikbereichen gibt. Es wird argumentiert, dass direkte Präferenzen in Referenden möglicherweise nicht immer die beste Lösung sind, da Bürger oft nicht genügend Informationen haben, um komplexe Entscheidungen zu treffen. Eine differenzierte Betrachtung und Aufklärung der Bürger sind notwendig, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Insgesamt zeigt die Umfrage, dass eine klare Trennung zwischen dem generellen Wunsch nach geringeren Ausgaben und den spezifischen Bereichen, in denen mehr Ausgaben gewünscht werden, besteht. Eine bessere Informationsgrundlage und eine differenzierte Betrachtung der Ausgaben sind erforderlich, um den scheinbaren Widerspruch in den Einstellungen der Bürger zu verstehen und rationale Entscheidungen zu fördern. (Tim Harford)

So sehr ich Harford inhaltlich zustimme – die Leute haben ja tatsächlich keine Ahnung, mich eingeschlossen -, so wenig finde ich das als zentrales Argument gegen Referenden tragfähig. Die Demokratie erfordert für Abstimmungen keine Sachkenntnis. Wir brauchen keine tiefgehenden Kenntnisse des Grundgesetzes, um wählen zu dürfen. Ich muss nicht mal wissen, wer die Parteien sind, für die ich da mein Kreuz mache. Ob ich Ahnung vom Gegenstand eines Plebiszits habe, spielt keine Rolle. Wenn eine Entscheidung vom Volke ausgeht, ist es am Volk, von dieser Entscheidungsmacht informiert Gebrauch zu machen. Das ist nicht der zentrale Aspekt. Nicht, dass man mich falsch versteht: es ist EIN Grund, der gegen Plebiszite spricht, aber eben nicht der entscheidende. Das ist für mich immer noch die unzulässige Auslagerung politischer Konfliktlösung an den Souverän, der das aus guten Gründen seinen Repräsentanten überlässt, und die Zuspitzung aller Fragen auf eine Dichothomie, die der Komplexität von Themen nie gerecht werden kann.

5) An Unwinnable War

Samuel Charap argumentiert, dass die Vereinigten Staaten nun eine Vision für das Ende des Krieges entwickeln müssen. Nach 15 Monaten Kampf steht fest, dass weder die eine noch die andere Seite die Kapazität hat, einen entscheidenden militärischen Sieg zu erringen, selbst mit externer Unterstützung. Russland wird trotz territorialer Gewinne der ukrainischen Streitkräfte weiterhin eine dauerhafte Bedrohung für die Ukraine darstellen. Gleichzeitig ist die ukrainische Armee in der Lage, Gebiete zu bedrohen, die von russischen Truppen besetzt sind, und sowohl militärische als auch zivile Ziele in Russland anzugreifen. Ein jahrelanger und verheerender Konflikt ohne endgültiges Ergebnis droht, falls keine Verhandlungslösung angestrebt wird. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten stehen vor der Entscheidung, ob sie den Krieg in den kommenden Monaten oder erst Jahre später in eine Verhandlungslösung lenken wollen. Es ist wahrscheinlich, dass weder Russland noch die Ukraine ihre territorialen Ziele in naher Zukunft militärisch erreichen können. Eine De-facto-Kontrolllinie, die von beiden Seiten nicht als internationale Grenze anerkannt wird, könnte das wahrscheinlichste Ende des Konflikts sein, ähnlich dem Waffenstillstand in Korea von 1953. Dieses Ergebnis wäre unbefriedigend, aber realistisch. (Samuel Charap, Foreign Times)

Dass beide Seiten den Krieg militärisch nicht gewinnen könnten, ist so ein Trueism, der zwar gerade immer wieder zu lesen ist, der mich aber wenig überzeugt. Wenn Trump die Wahl 2024 gewinnt und die Hilfen für die Ukraine streicht, sabotiert und abschafft (ein 50:50-Szenario), dann wird die Ukraine schlicht nicht in der Lage sein, den Widerstand aufrechtzuerhalten. Das zu ignorieren, scheint mir als Kalkulation einfach nicht sauber. Und es ist offenkundig, worauf Putin hofft. Gleiches gilt für andere europäische Länder. Wie lange wird die deutsche Bevölkerung die „Zeitenwende“ noch mitmachen? Wie lange trägt die SPD-Basis diesen Kurs mit? Wie sieht die Lage in Italien? In Frankreich? Wird Großbritannien weiter voll dabeibleiben? Da sind so viele Faktoren, von denen die Ukraine abhängt, deren Wegfallen alle die Balance deutlich für Putin ausschlagen lässt, mal abgesehen von einem durchaus möglichen Zusammenbruch der ukrainischen Armee und dem Widerstandswillen selbst.

Aber auch wenn wir das alles beiseite lassen hat das Korea-Vorbild entscheidende Schwächen. Erstes ist hier eine UN-Vetomacht offiziell Kriegsteilnehmer. Hier wird kein Frieden zwischen Nord- und Südkorea gebrokered, die als Klientel effektiv einem Abkommen zustimmen müssen. Der Westen kann problemlos die Ukraine an den Verhandlungstisch zwingen (worauf Putin ja baut), aber niemand kann dasselbe für Putin tun. Die koreanischen Waffenstillstandsverhandlungen erzielten erst Erfolge, als Mao Dsedong dazu bereit war, keine Sekunde vorher. Das alles wird hier völlig unter den Tisch fallengelassen.

Resterampe

a) Book banning is a very, very niche activity. Gute Nachricht, und irgendwie schon das linke Gegenstück zu Cancel Culture, wenn man das so sieht. Kommt vor, aber praktisch nie, macht aber Riesenthema.

b) Thread zur Argumentationsweise von Klimawandel- und Coronaleugnern.

c) Interessante Beliebtheitszahlen für Spitzenpolitiker*innen: Pistorius genießt gerade seine Flitterwochen (man erinnere sich an Habeck 2021), Baerbock ist auf Platz 2 (!), Habeck völlig abgestürzt.

d) Die Konsumunterschiede von Fertignahrung zwischen Nord- und Südeuropa sind schon krass.

e) Thomas Fricke hat meinen Artikel zum Co2-Preis gelesen. Dazu auch das hier. Und das.

f) Buschmann zeigt mal wieder, wie konstruktiv die FDP in der Koalition sein könnte.

g) lol

h) Sicher richtig, nur…dasselbe gilt halt für Springer und die Grünen auch.

i) Noch sehr oft. Ich verstehe zwar nicht, warum, aber hey, die Medienmachenden lieben Precht.

j) Sehe ich wenig überraschend auch so.

k) Anthony Hopkins hat Geschmack.

l) Übermedien hat die Kampagne gegen Habeck und das Heizungsgesetz analysiert.

m) Auch so eine elektorale Karte, die sich über jede Wahl rechter Autokraten legen lässt.

n) Mir ist das auch völlig unklar.

o) Adrian Daub mal wieder großartig.

p) Sieben grüne Lehren im Kampf um das Heizungsgesetz.

q) Das Framing „laziest“ ist so absurd.

r) Die NYT kann von ihrem Both-Sides-Fetisch echt nicht lassen.

s) Frankreich hat gute neue Regulierungen bei der Werbung verabschiedet.

t) Aiwanger ist schon echt einer der dümmsten Debattentreiber der Republik.

u) Verbotspartei FDP.

v) Relevanter Gedanke zur Heizungsdebatte.

w) Die amerikanische extreme Rechte ist für mehr als die Hälfte aller Terroranschläge verantwortlich, noch vor Jihadisten (und um Faktor 150 (!) vor Linksextremist*innen!). Das Ausmaß dieses Problems ist Wahnsinn, und ich fürchte, dass wir es wie so viel US-Entwicklungen importieren werden.

x) Schön zu sehen, dass nicht nur die Bundeswehr viel zu teuer einkauft.

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  • Kning4711 6. Juni 2023, 10:55

    zu 5)
    Dass beide Seiten den Krieg militärisch nicht gewinnen könnten, ist so ein Trueism, der zwar gerade immer wieder zu lesen ist, der mich aber wenig überzeugt.

    Da bin ich bei Dir. Ich vermute es ist auch Putins Plan den Krieg bis zu den US Wahlen im Herbst kommenden Jahres zu ziehen um dann bei einem Trump-Sieg doch noch die Ukraine besiegen zu können.
    Die spannende Frage ist, wäre Europa ohne die USA in der Lage der Ukraine zu helfen – die traurige Antwort lautet wohl nein. Ich mag mir gar nicht vorstellen, welchen Fallout die Niederlage haben könnte (bspw. erhebliche Fluchtbewegungen mit destabilisierende Wirkung für die EU, Demoralisierung und Entzauberung des Westens, etc.).

    Du hast berechtigterweise darauf hingewiesen, dass der Westen die Ukraine an den Verhandlungstisch zwingen kann, Russland aber selber entscheiden muss, wann es verhandeln möchte. Dann muss doch die Frage sein, was muss passieren, damit Russland bereit wäre vor dem November 2024 zu verhandeln? Zumal noch immer die Gefahr ist, dass ein Angriff der Ukraine auf russisches Kernterritorium, durch Russland eskalativ beantwortet werden könnte. Im Endeffekt müsste die Ukraine bis zum Ende diesen Jahres massive militärische Erfolge verbuchen (Donbass, Krim) um Russland überhaupt darüber nachdenken zu lassen, dass man bis Herbst 2024 nicht warten kann. Zusätzlich müssten die internationalen Bemühungen Russland wirtschaftlich zu isolieren weiter verstärkt werden. Ich fürchte aber solange es breite Unterstützer in Indien und China für Russland gibt, werden die westlichen Bemühungen ins Leere laufen. Aufgrund des Taiwan-Konflikts sind die Einflussbedingungen des Westens auf China begrenzt. Insofern werden diese Maßnahmen nur verzögert wirken.
    Wenn ich es entscheiden müsste würde ich wie folgt vorgehen:
    – maximale Unterstützung der Ukraine zur Gewinnung erheblicher Gebietsgewinne bis zum Winter 2023 – sprich Hindernisse für die Lieferung von Material reduzieren und maximale Logistikunterstützung damit die Offensive nicht erlahmt
    – Weitere Sanktionen gegen Putins Macht Kamarilla um deren Handlungsspielräume einzuengen und Druck auf Putin zu erhöhen: Man könnte bspw. die ganzen russischen Oligarchen-Kinder von den Universitäten und Privatschulen in Europa verweisen, deutlich bereiter Oligarchen-Vermögen beschlagnahmen, Einreiseverbote verhängen, Visaerteilung einschränken. Notfalls muss innerhalb der EU der Druck auf Abweichler erhöht werden. Es ist ja nicht die Frage ob die Ukraine den Krieg verliert – es ist ja vielmehr eine Frage unser aller Sicherheit. Niemand soll glauben, dass unser Leben sicherer würde, wenn die Ukraine den Krieg verliert.

    • Stefan Sasse 6. Juni 2023, 14:47

      Ich sehe kein realistisches Szenario, in dem Russland nicht bis November 2024 wird warten können.

  • Stefan Pietsch 6. Juni 2023, 13:35

    1) Ohne Habeck und Lindner wäre die Regierung besser dran

    Ich denke das lässt sich schwer vergleichen. Lindner hat es 15 Monate mit einer Politik probiert, die keine zu großen Konflikte in der Ampel generierte. Das Ergebnis dieser Politik war, dass die FDP bei jeder Wahl halbiert wurde und mehrmals in der außerparlamentarischen Opposition landete. Seit einem Kurswechsel nach der Berlin-Wahl und einer deutlich konfrontativen Politik steigen die Umfragewerte der Partei. Zumindest Teile der Wähler wollen einen solchen Konfliktkurs.

    Robert Habeck inszenierte sich gemäß seinem übergeordneten Ziel als ein unpolitischer Politiker. Allerdings lieferte er sich zur Durchsetzung der großen Linien seiner Politik einem Ideologen aus, der keine Kompromisse machte. Zudem nahm er gegen den Mehrheitswillen sowohl der Bevölkerung als auch der erweiterten Wählerschaft der Grünen billigend in Kauf, seine weitere Politik allein auf den harten Kern der Partei auszurichten.

    Gemessen an dem Ziel, Kanzlerpartei zu werden, ist das eine dramatisch regressive Politik.

  • Stefan Pietsch 6. Juni 2023, 13:43

    2) »Ich finde Arbeit geil«

    Wofür leben wir? Ernsthaft dafür, dass wir den Großteil unseres Lebens die Beine hochlegen können? Tatsächlich sind die meisten Menschen nur in Erwerbsjobs produktiv und schaffen Dauerhaftes. Ein Blog zu aktuellen politischen Themen ist nicht von Dauer. Kinder zu einer selbständigen Lebensweise heranzuführen, sehr wohl.

    Langsam werde ich zu jemanden, der aus rassistischen Gründen und nach Alter diskriminiert. Es macht zunehmend keinen Sinn mehr, junge Biodeutsche einzustellen. Sie sind illoyal, weit über ihr Leistungsvermögen anspruchsvoll und haben weniger drauf als osteuropäische Zuwanderer und ältere Arbeitnehmer. Deswegen ist die Diskriminierung gerechtfertigt.

    Und nein, GenZ ist eins nicht: produktiver. Im Gegenteil, deutlich unproduktiver. Die Boomer sind die eigentliche Kraftreserve des Landes.

    • Erwin Gabriel 6. Juni 2023, 17:56

      @ Stefan Pietsch 6. Juni 2023, 13:43
      zu 2) »Ich finde Arbeit geil«

      Es macht zunehmend keinen Sinn mehr, junge Biodeutsche einzustellen. Sie sind illoyal, weit über ihr Leistungsvermögen anspruchsvoll und haben weniger drauf als osteuropäische Zuwanderer und ältere Arbeitnehmer. Deswegen ist die Diskriminierung gerechtfertigt.

      Ich möchte diese Vereinheitlichung nicht teilen. Für einen Großteil mag gelten, dass das Aufwachsen als Einzelkinder oder mit wenigen Geschwistern in einem Umfeld mit stets vollem Kühlschrank, mit Smartphone ab spätestens 11, mit schnellem Internet, Fernseher mit Netflix-App etc. zu einem gewissen Anspruchsdenken in Richtung Work-Life-Balance geführt hat. Diesen Trend in Richtung weniger Arbeit sehe ich (boomer, zugegeben) bei steigendem Fachkräftemangel an wirklich allen Fronten eher kritisch, zumal die Vertreter dieser Richtung oft genug von anderen erwarten, sich reinzuhängen – in Supermärkten, die bis 22:00 Uhr geöffnet sein sollen, in Restaurants, Bars oder Clubs, oder bei Taxi-Fahrern, die auch um 4:00 morgens die Club- oder Party-Gänger noch nach Hause fahren sollen etc.

      Ich sehe aber auch viele junge Leute mit wirklich Ehrgeiz, mit Karriereplan, oder Gründer (besonders im Digital-Segment), viele mit guten Ideen, hohem Einsatz und Engagement.

      Die Boomer sind die eigentliche Kraftreserve des Landes.

      Küss die Hand, nehme ich dankbar an 🙂

      Ist für das Gros auch richtig, aber dort (anekdotische Evidenz) oft nicht durch übermäßigen Zeit-Einsatz, sondern durch Erfahrung und Routine nach dem Motto „gewusst wie“. Aus der Alterskohorte kenne ich genug „Gemächliche“.

      • Stefan Sasse 6. Juni 2023, 18:18

        Ich wäre übrigens sofort dafür, diese Verfügbarkeiten wieder einzuschränken. Ich erinnere mich noch an Zeiten, als der Supermarkt Samstags 14 Uhr die Pforten schloss.

        • Ariane 6. Juni 2023, 19:07

          Den langen Donnerstag nicht zu vergessen!^^

          Hier bei uns hat man sich jetzt wohl recht flächendeckend zumindest auf 20 Uhr als Schließzeit geeinigt und das finde ich vollkommen ok (davor die meisten 21-22 Uhr und das muss echt nicht sein)

          • Thorsten Haupts 6. Juni 2023, 23:51

            Bin anderer Auffassung. Kenne aus meinem halben Jahr in Schweden die Öffnungszeiten schwedischer Supermärkte in Kleinstädten (25.000 Einwohner) – 24 Stunden an 365 Tagen. Das war für Berufsreisende wie mich eine wesentliche Erleichterung, umso mehr für Schicht- oder Wochenendarbeiter. Für alte deutsche Öffnungszeiten sind meist nur Leute, die weder Schicht- noch Wochenendarbeit kennen, also Ignoranten :-).

            Gruss,
            Thorsten Haupts

            • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:41

              Den Vorwurf kannst du an diejenigen, die dafür schichten müssen, zurückwerfen.

            • FS 7. Juni 2023, 20:39

              Die Argumentation, dass die alten deutschen Öffnungszeiten besonders für Schicht- und Wochenendarbeiter schlecht waren, finde ich nicht nachvollziehbar, ich sehe es eher genau andersrum. In klassischen Drei-Schichtmodellen mit 6-14, 14-22 und 22-6 Uhr hat man meiner Erfahrung nach immer relativ viel Zeit gehabt noch offene Geschäfte zu finden, und bei Wochenendarbeit durch die Ausgleichstage in der Woche ebenso. Demgegenüber fand ich immer, dass die klassischen Zeiten eigentlich für die Leute mit Standard 9-17 Uhr Zeiten besonders herausfordernd waren, insb. wenn sie pendelten, noch Kinder wegzubringen/abzuholen hatten und/oder Überstunden häufig waren.

              • Stefan Sasse 8. Juni 2023, 11:18

                Für Kund*innen sind lange Öffnungszeiten ja nie schlecht. Das sollte ja unbestreitbar sein, oder?

                • FS 9. Juni 2023, 08:40

                  Ja, natürlich. Nur das gerade Schichtarbeitende dadurch besondere Vorteile ziehen erscheint mir falsch, weil die Überschneidung von deren Arbeitszeiten mit den alten Öffnungszeiten schon vorher nicht so groß waren wie bei 9-5-Arbeitern.

              • Thorsten Haupts 8. Juni 2023, 16:32

                Schweden war (und ist) ein dediziert sozialdemokratischer Staat, wohl das, was dem Sozialismus bei Erhalt der Demokratie am nächsten kommt. Mit wurden die für mich erstaunlichen Öffenungszeiten in Schweden explizit mit sozialdemokratischen Werten – Angebote für Menschen ohne 9 to 5 Jobs bzw. mit Mehrfachbelastungen (Pflege etc.) – erklärt. Mehrfach.

                Gruss,
                Thorsten Haupts

          • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:37

            Hier ist weitgehend 21 oder 22 Uhr.

        • Kning4711 7. Juni 2023, 13:41

          An diese Zeiten erinnere ich mich auch und will nicht mehr dahin zurück. Wir sind der Zeit des 09:00 to 17:00 längst entwachsen, tun aber an vielen Stellen noch so, dass es noch gilt.

          Um Beruf und Familie gut übereinanderzubekommen ist Arbeitszeitflexibilisierung sehr hilfreich.Von 08:30 bis 15:00 Uhr arbeiten, die Kinder von der Schule abholen und zum Sport bringen, dann ab 19:30 Uhr nochmal 1,5h nacharbeiten, ist zumindest für mich Alltag. Ich fänds klasse, wenn ich unter der Woche zumindest einmal bis 24 Uhr auch Geschäfte in der Stadt (abgesehen vom Supermarkt) besuchen könnte. So verlagert sich dieser Umsatz immer auf den Online Handel.
          Wenn wir den stationären Handel retten wollen, wird es ohne Ausdehnung der Zeiten nicht gehen. Die Technik ist auch schon da, dass ich relativ wenig Personal benötige.

          Ich finde die vielen Sonntagsöffnungen müssen nicht sein, weil ich es wichtig finde, dass es einen Tag in der Woche gibt, wo eine Familie (abgesehen von den Jobs, wo 24/7 angesagt ist) auch einen Tag gemeinsam verbringen kann. Lieber mehr Flexibilisierung zwischen Mo und Sa und dann den Sonntag härter begrenzen.

          • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 17:00

            Der stationäre Handel ist davon doch de facto nicht betroffen. So lange Öffnungszeiten haben eh nur Supermärkte. Und die sind vom Versandhandel bisher weitgehend unberührt.

            Davon unabhängig: sicher, mein Alltag ist auch alles, aber nicht 9 to 5. Aber ich kauf trotzdem eigentlich nie nach 19 Uhr oder so ein.

      • Stefan Pietsch 6. Juni 2023, 18:33

        Im letzten Jahr holte ich mir bei jungen Frauen so viele Körbe wie in meiner Teenagerzeit nicht in Summe.

        Tolle Stadt (Wiesbaden), IT-Industrie, deutlich überdurchschnittliches Gehalt, intaktes Team. Am Ende holte ich eine Deutsch-Türkin Anfang 40, dreifache Mutter. Für noch mehr Gehalt.

        Top sind bei uns durch die Bank die Mitarbeiter mit osteuropäischem Migrationshintergrund. In meinem Team kommt die Hälfte aus ärmeren Herkunftsländern und der andere Teil hat die 50 überschritten. Und genau einer befindet sich in der Altersklasse 30-40. Vier Mitarbeiter habe ich binnen Jahresfrist entlassen, drei davon Biodeutsche und ein junger Montenegriner, der die deutsche Bequemlichkeitskultur zu schnell angenommen hatte. Der ist einfach während der Arbeitszeit nach Montenegro und wollte die Homeoffice-Regelung ausnutzen.

        • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 09:13

          @ Stefan Pietsch 6. Juni 2023, 18:33

          Im letzten Jahr holte ich mir bei jungen Frauen so viele Körbe wie in meiner Teenagerzeit nicht in Summe.

          Vieles von dem, was Du aus anekdotischen Referenzern ableitest, kann ich gut nachvollziehen. Da meine Erfahrungen gelegentlich ein Stück weit anders liegen, möchte ich es nur nicht verallgemeinern.

          • Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 10:27

            Die Wahrnehmung frisst sich ja inzwischen durch die Arbeitgeberverbände. Dass eine Generation unisono für so wenig arbeitsfähig angesehen wird, ist wirklich neu.

            Das Extrem ist die „Letzte Generation“: Statt dass diejenigen, die besonders gebildet sind, die Geschenke ihres Talents und der Gesellschaft dafür einsetzen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, setzen sie sich die Aufgabe, die Welt zum Erliegen zu bringen. Degeneriert.

            • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 17:06

              @ Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 10:27

              Die Wahrnehmung frisst sich ja inzwischen durch die Arbeitgeberverbände. Dass eine Generation unisono für so wenig arbeitsfähig angesehen wird, ist wirklich neu.

              Hmmm …

              Ich habe bislang zu jeder jungen Generation einschließlich meiner eigenen 🙂 von den Älteren gehört, dass es nicht mehr das Gleiche wie „früher“ ist. Und wenn ich mich an meine Ausbildung (da war ich 16 oder 17) zurückdenke, stimmte das auch. Nun, inzwischen ist 19 das neue 16, und die meisten, die ich jammern höre, gehen mit ihren „klassischen“ Methoden auf Leute los, die 20, 30 oder gar 40 Jahre jünger sind als sie selbst.

              Ja, das Arbeiten nach Anweisung fällt jungen Menschen schwerer als damals. Aber meine Erfahrung ist, dass ich, um gute Ergebnisse zu bekommen, keine abzuarbeitende Lösung vorgeben sollte, sondern eine Problemstellung liefere, für die der Nachwuchs selbst eine Lösung entwickeln muss. Dass die dann halbwegs dort landen, wo ich sie haben möchte, stelle ich über Fragen sicher (Ist bei Eurer Lösung berücksichtigt, dass …? Nicht? Wie kann man dieses Problem umgehen?).

              Ich versuche immer, das Gefühl zu vermitteln, dass die Lösung von denen kommt (was manchmal sogar stimmt), und lobe stets auch die Entwicklung der Lösung, nicht nur das Abarbeiten.

              Das Extrem ist die „Letzte Generation“: Statt dass diejenigen, die besonders gebildet sind, die Geschenke ihres Talents und der Gesellschaft dafür einsetzen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, setzen sie sich die Aufgabe, die Welt zum Erliegen zu bringen.

              Nun ja, da liegen wohl unterschiedliche Wahrnehmungen vor. Ich bin mir sicher, dass die Vertreter der „Letzten Generation“ genau das versuchen: Die Welt zu einem besseren Ort zu machen (selbst wenn deren Methoden genauso wenig die Welt verbessern werden wie das, was die Politik gerade abzieht).

              Degeneriert.

              Im Ernst, Stefan, da geht es mit Dir durch. Der Begriff in diesem Zu7sammenhang geht gar nicht, überhaupt nicht, unter keinen Umständen.

              Wie immer Du diese Leute betrachtest – sie tun das nicht, um zu schaden, sondern um gegen Schädiger zu demonstrieren. Selbst wenn sie sich mit der (aus meiner Wahrnehmung illegalen) Klebe-Methode verrennen und den Klima-Bremsern Argumente an die Hand geben, die zur Begründung schlechten Verhaltens missbraucht werden, hat das NICHTS mit „degeneriert“ zu tun.

              • Thorsten Haupts 7. Juni 2023, 19:30

                Yup!

              • Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 22:19

                Ich habe bisher nie über die Motivation jüngerer geklagt. Was ich früh bemängelt habe, war, dass die Ausbildung immer spezialisierter wurde und damit junge Menschen zu Fachidioten herangebildet werden.

                Ansonsten betrachte ich das aus der Perspektive des Christentums. Du kennst mein Lieblingsgleichnis von den Talenten. Daraus lässt sich einiges ableiten.

                Die Talentiertesten, Gebildetsten und Intelligentesten haben eine moralische (!) Verpflichtung, voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung übernimmt man nicht, in dem man sich auf die Straße setzt und destruktiv nichts tut. Warum gründen diese Leute mit den 1,4 Millionen Euro nicht ein Start-up, dass sich darauf spezialisiert, Alternativen zu fossilen Antrieben so attraktiv zu machen, dass jeder sofort solche mobile Erzeugnisse haben will? Sie versuchen es nicht einmal. Stattdessen schimpfen die gleichen Leute noch auf Elon Musk, der es geschafft hat, E-Autos zu einem Massenprodukt zu machen. Weil sie sich lieber auf Twitter das Maul über die Ungerechtigkeiten der Welt zerreißen.

                Menschen sind nur in den Jahren vor ihrem vierzigsten Lebensjahr besonders innovativ. Danach zehren sie von dem, was sie entwickelt und aufgebaut haben. Wer bis 40 nichts entwickelt, erfunden und aufgebaut hat, schafft es danach auch nicht.

                Jede Gesellschaft ist also dringend überlebensnotwendig auf die Innovationskraft und Unternehmergeist junger Menschen angewiesen. Das ist konstruktiv, vorantreibend. Beyond capitalism ist es so wenig wie die Verwendung von Uhu. Mit den finanziellen Mitteln der Älteren befähigen wir jüngere Menschen Wissen in bisher nie gekanntem Ausmaß zu erwerben. Aber das tun wir doch nicht, damit uns die Carlas ohne jede Lebenserfahrung sagen: hört auf zu leben!

                Die Menschheit hat immer nach diesen Prinzipien gelebt und sich vor allem entwickelt. Dies aufzugeben ist mit einem Wort: Degeneriert.

                • Stefan Sasse 8. Juni 2023, 11:21

                  Du klagst doch ständig über die mangelnde Leistung der jüngeren Generation…?

                  Und das Wort bleibt furchtbar.

                  • Stefan Pietsch 8. Juni 2023, 12:26

                    Der Leistungsunwillen der GenZ ist mir zuwider. Und das ist neu.

                    Ansonsten ist das ein Klassiker Deiner Kommentierung: Teaser wird kritisiert, Wertung für den Schluss, aber die Argumentation wird ignoriert.

                    Wo hatten wir das vor kurzem mit der mangelnden argumentativen Auseinandersetzung? Blätter, blätter … hilf mir mal.

                  • Stefan Pietsch 8. Juni 2023, 12:28

                    Aus dem Duden: Degeneriert = verkümmert, zurückgebildet

                    Ich sag‘ nur: Autobahn. Geht auch gar nicht.

                    • Stefan Sasse 8. Juni 2023, 14:10

                      Also brauchen wir quasi eine Endlösung für überzogene Managergehälter und eine Sonderbehandlung für Steuerhinterziehende?

                    • Stefan Pietsch 8. Juni 2023, 14:46

                      Als Lehrer solltest Du klug genug sein, dass der Ärger über eine Sache (hier: jemand verwendet einen Dir nicht genehmen Begriff) dich nicht verleiten sollte, Steigerungen zu finden.

                      Ist das Streben (und Bezahlen) von hohen Gehältern degeneriert? Menschen haben immer danach gestrebt, ihr Einkommen soweit wie möglich zu steigern. Es ist ein normales Verhalten. Degeneriert ist, wenn Menschen ohne jeden finanziellen Background sagen, sie wollen wenig oder nichts verdienen und sich von der Gemeinschaft aushalten lassen.

                      Sind Kriminelle degeneriert? Kriminelles Verhalten gab es schon immer und ich käme nicht auf die Idee, gewalttätigen „Flüchtlingen“ das Etikett „degeneriert“ anzuheften. Du anscheinend schon. Was ich mit Verlaub total daneben fände.

                      Du siehst, wohin Du Dich mit Deiner Reaktion begibst.

                    • Erwin Gabriel 9. Juni 2023, 16:24

                      @ Stefan Pietsch

                      Ich mag wirklich nicht, wie Du leichtfertig und für welche Einstufungen Du das Wort „degeneriert“ benutzt. Der Begriff ist derart daneben, falsch, menschenverachtend und gefährlich, dass mich wundert, dass Du das nicht selbst siehst.

                • Thorsten Haupts 8. Juni 2023, 11:56

                  Die Talentiertesten, Gebildetsten und Intelligentesten haben eine moralische (!) Verpflichtung, voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen.

                  Ich verstehe den Ansatz und warum man das so sehen kann. Ich habe einmal ähnlich gedacht, halte das mittlerweile aber für falsch.

                  Aus einem supereinfachen Grunde – Macht und Verantwortung bedingen einander, idealerweise zu 100%. Talent oder Intelligenz sind aber in einer modernen Demokratie auf überhaupt keine Weise mit Macht verknüpft, dem folgend gibt es auch keinen zwingenden Grund, entsprechend Ausgestatteten höhere Verantwortung zuzuschreiben.

                  In egalitären, demokratischen, Rechtsstaaten kann es keine moralische Verpflichtung über die Einhaltung existierenden Rechts hinaus geben, weil die Quellen, aus denen sich moralische Verpflichtungen ergeben, in dieser Art von Staat entfallen sind.

                  Gruss,
                  Thorsten Haupts

                  • Stefan Pietsch 8. Juni 2023, 14:54

                    Wenn Sie selbst mal so gedacht haben, verstehen Sie wahrscheinlich auch die dahinterstehenden Motive.

                    Ihre Erzählung stimmt für unsere Großväter. Heute haben Sie sowohl in Führungspositionen als auch bei Unternehmensgründungen (so nicht gerade für Hauswirtschaft) fast ausschließlich Akademiker. Das kann bei genauerer Betrachtung in einer Wissensgesellschaft gar nicht anders sein. Ohne Expertenwissen, ohne Know-how gepaart mit den Fähigkeiten, Ideen konsequent zu verfolgen und umzusetzen, gibt es heute keinen Erfolg.

                    Und ich sehe eben nicht, dass jemand, der einfach nach Lust und Laune studiert und sich anschließend mit einem Job im durchschnittlichen Segment und ohne Verantwortung für einen Bereich begnügt, der Gesellschaft zurückzahlt, was die in ihn investiert hat. Klimakleber sollten lieber Toilettenputzen und das Studieren sein lassen, das wäre allemal sinnvoller und nutzbringender.

                    Lesen Sie das Gleichnis von den Talenten und Sie können (hoffentlich) mehr meine Beweggründe nachvollziehen. Ansonsten habe ich als Christ und nicht als liberaler Rechtsstaatler argumentiert. Darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten.

                • Tim 8. Juni 2023, 16:09

                  @ Stefan Pietsch

                  Wer bis 40 nichts entwickelt, erfunden und aufgebaut hat, schafft es danach auch nicht.

                  Eine bemerkenswerte Ausnahme ist übrigens Ray Kroc, der mit 52 Jahren McDonald’s sozusagen neuerfand. Eine faszinierende und hierzulande völlig unterschätzte US-Unternehmerpersönlichkeit, die man in einem Atemzug mit Ford, Gates und Bezos nennen muss.

                  Seine Lebensgeschichte ist lesenswert und anregend:
                  https://www.amazon.de/Grinding-Out-Mcdonalds-Ray-Kroc/dp/0312929870

                  • FS 8. Juni 2023, 19:17

                    Wenn man sich drei Minuten Zeit nimmt, und mit den Begriffen „Age“ „Success“ „Entrepreneur“ eine Internetsuche durchführt findet man u.a. das hier:
                    https://hbr.org/2018/07/research-the-average-age-of-a-successful-startup-founder-is-45
                    bzw. das veröffentlichte Paper auf dem das beruht hier:
                    https://pubs.aeaweb.org/doi/pdfplus/10.1257/aeri.20180582
                    und dazu noch das hier
                    https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0883902619302691
                    (leider zugangsbeschränkt), wo in einer Meta-Analyse ein, wenn auch sehr leichter, positiver Zusammenhang von Alter und unternehmerischem Erfolg festgestellt wird.
                    Was mal wieder belegt, dass Herrn Pietschs Ansichten – die er wahrscheinlich über Anekdotenevidenz und intuitive Einsicht in das Wesen der Welt gewonnen hat – und die wissenschaftliche Wahrheit sehr unterschiedliche Dinge sind.

                    • Stefan Pietsch 8. Juni 2023, 19:54

                      Haben Sie mal genauer gelesen, was Sie verlinkt haben?

                      Die Studie untersucht das Alter von Gründern erfolgreicher Start-ups, die 5 und mehr Jahre überlebt haben. Ich würde nicht einmal grundsätzlich widersprechen, dass es einer gewissen (Lebens-) Erfahrung bedarf, ein Unternehmen zum langfristigen Erfolg zu führen.

                      Studying all founders, the age distribution is single peaked, with a relatively
                      flat plateau at ages 37–43. Studying founders of high-growth firms, the founder age
                      distribution shifts systematically to the right.

                      Es ist eine typisch deutsche Einstellung – und Sie scheinen keine Ausnahme zu machen – dass man entweder Erfolg hat oder gescheitert ist. Tatsächlich haben viele Existenzgründer eine Vita vormaligen Scheiterns hinter sich: Bill Gates, Richard Branson um zwei Beispiele zu nennen. Ich kenne persönlich weitere.

                      Es muss Ihnen doch zu denken geben, dass die erfolgreichsten Unternehmensgründer in den USA sämtlich vor ihrem 40. Lebensjahr angefangen und ihre Ideen entwickelt haben. Da würde sich für intelligente, neugierige Menschen die Frage aufdrängen, warum eine solche Studie so offensichtlich der Inaugenscheinnahme der Spitze widerspräche. Ja, mich zumindest macht so etwas neugierig. Das sind Anomalien.

                      Wir sehen in der Studie auch, dass in den jüngeren Jahren der Anteil schnell anwächst, während er nach 40 ausläuft. Auch das ist ein statistisches Indiz, dass sehr früh probiert wird.

                      Und das ist meine Kernthese (falls Sie die überhaupt interessiert): Menschen probieren (und scheitern) oft in jungen Jahren. Nach 40 lässt die Entdeckungslust und Risikobereitschaft gravierend nach. Und dem widerspricht die von Ihnen verlinkte Studie nicht.

                    • Stefan Pietsch 8. Juni 2023, 20:06

                      Noch etwas, was ich behauptet habe: Nach 40 bauen Menschen hauptsächlich auf dem auf, was sie zuvor entdeckt und entwickelt haben. Auch dem widerspricht die Studie nicht. Zum einen führt sie selbst Beispiele dafür an, zum anderen geht es allein um erfolgreiche Unternehmensgründungen.

                      Among successful entrepreneurs more broadly, we further consider the idea that capabilities may increase with experience by consulting prior employment histories. Using the LEHD to link 2.5 million founders to their prior work experience, we examine, for every founder, whether the individual has prior work experience in the specific sector of the start-up. Overall, the results (Table 3) indicate that founders with both closer and longer experience in the specific industrial sector of the start-up see substantially greater success rates.

                      Doch vor der Gründung steht die Idee. Jeff Bezos hat länger im Angestelltenverhältnis gearbeitet, aber daraus länger die Idee eines digitalen Buchhandels entwickelt.

                      Die These lässt sich ansonsten auch an den Nobelpreisträgern der verschiedenen Fachdisziplinen festmachen.

                      Ab und zu ist es nützlich, die eigenen Links zu lesen und sie mit dem Behaupteten abzugleichen. Zugegeben, das ist anspruchsvoller als nur zu googeln.

                    • FS 9. Juni 2023, 21:24

                      Zu Anfang lohnt es sich vielleicht, noch mal das zu zitieren, was Sie, Herr Pietsch, oben im Kommentar geschrieben haben, damit klar wird, worauf ich mich ursprünglich bezogen habe, bevor es durch ihre nun vorliegenden Kommentare verfälscht wird:

                      „Menschen sind nur in den Jahren vor ihrem vierzigsten Lebensjahr besonders innovativ. Danach zehren sie von dem, was sie entwickelt und aufgebaut haben. Wer bis 40 nichts entwickelt, erfunden und aufgebaut hat, schafft es danach auch nicht.“

                      Man muss also bis 40 Sachen schon entwickelt, erfunden und aufgebaut haben. Was auf gut deutsch NICHT heißt, dass sie nur irgendwie als Idee vorhanden sind oder man sie nur irgendwie plant. Wenn man Sachen entwickelt, erfunden oder aufgebaut hat, dann sind sie da, und nicht nur irgendwo im Kopf! Und es heißt auch nicht, dass man nach 40 noch irgendwelche anderen Sachen aufbauen, entwickeln oder erfinden kann, denn man zehrt ja nur noch von dem was man bereits aufgebaut hat.

                      Nun zur Studie. Ich hatte eigentlich nicht gedacht, da nochmal darauf eingehen zu müssen. Aber bevor das hier irgendwie sinnverfälscht wird.

                      Die Studie wurde auf einer Datenbasis von Unternehmensgründungen in den Vereinigten Staaten erstellt. Aus dieser wird anhand mehrerer Kriterien eine Unterstichprobe untersucht nämlich von besonders wachstumsstarken Firmen, die auch nochmal in Unterklassen der Wachstumsstärke untergliedert werden. Hierbei muss neben dem Unternehmenswachstum auch mindestens noch eins der folgenden Kriterien erfüllt sein: a) zum Hightech-Sektor gehören, b) mind. ein Patent besitzen, c) Venture-Capital-finanziert sein. Dabei wird die Unterstichprobe im Text auch mit der allgemeinen Datenbasis verglichen. Die Altersklassifizierung gibt das Alter der Unternehmensgründer bei Gründung an.

                      Die Kriterien a), b) und c) oben geben neben dem Wachstumskriterium klar zu erkennen, dass es sich bei den Unternehmen der Unterstichprobe um stärker innovationsbasierte Unternehmen handeln sollte als andere.
                      Wir sollten also davon ausgehen, dass nach Ihrer obigen Aussage die Unternehmensgründer gerade im hochinnovativen Bereich bei Gründung unter 40 waren (und das auch irgendwie statistisch merkbar) und dass sie wahrscheinlich unter dem Alter des Durchschnitts aller US-Unternehmensgründer liegen. Außerdem sollten wir auch davon ausgehen, dass jüngere Gründer, weil sie innovativer sind, stärker wachsende Unternehmen haben als ältere Gründer, die nur „von dem zehren, was sie aufgebaut haben.“
                      Nichts davon ist der Fall. Hier nochmal ein Zitat, dass die wesentlichen Ergebnisse zusammenfasst (S.67/3). Beachten Sie bitte auch vor allem die Aussagen am Ende des Zitats:
                      „Our primary finding is that successful entrepreneurs are middle-aged, not young. We find no evidence to suggest that founders in their 20s are especially likely to succeed. Rather, all evidence points to founders being especially successful when starting businesses in middle age or beyond, while young founders appear disadvantaged. Across the 2.7 million founders in the United States between 2007–2014 who started companies that go on to hire at least one employee, the mean age for the entrepreneurs at founding is 41.9. The mean founder age for the 1 in 1,000 highest growth new ventures is 45.0. The most successful entrepreneurs in high-technology sectors are of similar ages. So too are the most successful founders in entrepreneurial regions of the United States. While the prevalence of the highest-growth companies having middle-aged founders is due in part to the prevalence of entry by the middle-aged, we further find that the “batting average” for creating successful firms is rising dramatically with age. Conditional on starting a firm, a 50-year-old founder is 1.8 times more likely to achieve upper-tail growth than a 30-year-old founder. Founders in their early 20s have the lowest likelihood of successful exit or creating a 1 in 1,000 top growth firm.“
                      Und für letzteres noch mal weiter hinten (74ff./10ff.):
                      „Overall, we see that younger founders appear strongly disadvantaged in their tendency to produce the highest-growth companies. That said, there is a hint of some interesting age thresholds and plateaus in the data. Below age 25, founders appear to do badly (or rather, do well extremely rarely), but there is a sharp increase in performance at age 25. Between ages 25 and 35, performance seems fairly flat. However, starting after age 35 we see increased success probabilities, now outpacing the 25-year-olds. Another large surge in performance comes at age 46 and is sustained toward age 60.“
                      Das hört sich nicht so an, als würden die Älteren nur von ihren Entwicklungen zehren. Zehren ist kein Wachstums- sondern ein Abmagerungsprozess.
                      Ich geh den Rest ihrer Erwiderungen dann mal Absatz für Absatz durch:
                      „Es ist eine typisch deutsche Einstellung…“ Also erstens weiß ich nicht, ob das eine typisch deutsche Einstellung ist, können Sie das belegen? Zweitens, Danke für die Unterstellung, dass es meine ist. Drittens sind Bill Gates u.a. natürlich auch Belege dafür, dass Gründer auch erstmal scheitern können, aber was sagt uns das? Das sie später alle erfolgreiche Unternehmer werden? Mit der gleichen Idee, die sie in ihrer Jugend entwickelt haben, und mit der sie vor die Wand gefahren sind? Haben Sie dafür Belege?
                      „Es muss Ihnen doch zu denken geben…“ Ja, und der genannte Artikel geht ja auch darauf ein, dass das ein verbreiteter Eindruck ist, der aber auch an einem extrem kleinen Sample von extremst erfolgreichen Unternehmern ausgerichtet ist. Er zeigt aber auch (S.76f./12f.), dass es auch Gegenbeispiele gibt, und dass die Innovatitivität von extrem erfolgreichen Unternehmern mit dem Alter über 40 nicht notwendig abnimmt. Und es ist halt auch so, dass man gegen eine seriöse statistische Studie mit breiter Datenbasis nicht einfach so argumentieren kann: „Meine persönliche Anekdotenevidenz und meine Vorurteile nach Berichten aus den Massenmedien sind irgendwie anders.“
                      „Wir sehen in der Studie auch…“ ich weiß hier nicht genau, was Sie mit Anteil meinen, aber wenn Sie einen Anstieg der Performance in jungen Jahren meinen, ja, gibt es, siehe oberes Zitat, das mit overall anfängt. Aber es endet halt auch mit „Another large surge in performance comes at age 46 and is sustained toward age 60.“
                      „Und das ist meine Kernthese…“ Erstens ist das nicht Ihre Kernthese in dem Post gewesen, der meinem vorherging, denn da ging es um entwickeln, erfinden und aufbauen (s.o.) – und vor allem, dass man das mit 40 abgeschlossen haben muss. Es ging nicht einfach nur darum irgendwie mal was ausprobiert zu haben, sondern auch etwas erfolgreich erreicht zu haben. Wenn Sie ihre Kernthese ständig ändern spricht das nicht unbedingt für ihre Prinzipientreue (kleine Retourkutsche für den waechter). Abgesehen davon sollte sich eine höhere Risikobereitschaft eigentlich nicht in niedrigeren Anteilen an Hochwachstumsgründungen ausdrücken, sondern eher andersrum, bei allem was wir über das Risiko bei innovativen Firmen wissen (Sie wissen schon, Risikoprämie und so). Denn dann würde es zwar viele scheiternde Jungunternehmer geben, aber auch viele junge Superperformer, die diese ausgleichen. Gerade das wird durch die Studie aber nicht belegt, ja, das Durchschnittsalter steigt an, je höher man die Top-Growth-Kategorien steigt.
                      „Noch was, was ich behauptet habe…“ Auch das haben Sie nicht behauptet, sie haben vom Zehren von dem gesprochen, was sie entwickelt und aufgebaut haben und nicht von einem Aufbauen darauf. Zehren und Aufbauen sind unterschiedliche Begriffe. Es wäre schön, wenn Sie sich an das halten würden, was Sie ursprünglich behauptet haben. Zu dem folgenden Zitat kein inhaltlicher Widerspruch meiner Seite, nur haben Sie das halt nicht behauptet. Von Arbeitserfahrung war in ihrer ursprünglichen Aussage keine Rede. Und das hört sich halt auch nicht mehr so an wie „ Wer bis 40 nichts entwickelt, erfunden und aufgebaut hat, schafft es danach auch nicht.“
                      „Doch vor der Gründung steht die Idee…“ Siehe den Anfang dieses Kommentars, Absatz drei. Abgesehen davon könnte man sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass die erfolgreichen Unternehmer ihre Unternehmen viel später gegründet haben, nachdem das was sie erfunden, entwickelt und aufgebaut hatten schon lange fertig war. Das scheint zumindest unter dem Aspekt moderner Innovationsökonomie und auch jeden gesunden Menschenverstands äußerst fraglich, weil es in der Regel keine gute Strategie ist, ein Patent oder eine Erfindung zehn oder so Jahre liegen zu lassen und dann auf die Idee zu kommen, ein Unternehmen drauf aufzubauen. Auch Erfindungen verlieren relativ schnell an Wert. Ich will nicht ausschließen, dass es das gibt, aber wenn mir jemand behauptet, dass das die Regel ist, will ich dafür konkrete Belege. In der Regel gründet man heute bereits, bevor das Produkt fertig ausentwickelt ist.
                      „Die These lässt sich sonst…“ Kann sein, aber das gilt dann für – manche – Wissenschaften. Und dann stellt sich die Frage, ob das verallgemeinerbar ist, so wie Sie es in ihrem ursprünglichen Statement gemacht haben, und die von mir angeführte Studie zeigt halt schon ganz gut, dass es auf Unternehmensgründer nicht so zutrifft. Ich will nicht von der Hand weisen, dass es Bereiche gibt, in denen man schon davon ausgehen sollte, das ab 40 nichts mehr kommt – der Sport liefert gute Beispiele. Nur lässt sich das halt nicht pauschal auf alle Lebensbereiche verallgemeinern, so wie Sie es gerne tun.

        • Lemmy Caution 7. Juni 2023, 10:56

          Wie modern ist euer Techstack?
          Junge biodeutsche Entwickler präferieren oft sehr stark einen extrem modernen Techstack. Das macht für die auch für Karriereplanung und kulturell Sinn.
          Die ü50 jährigen kennen sich oft noch mit etwas älteren Technologien aus und bekommen auch Transitionen zu neueren Technologien hin (wenn man sie läßt). Ihr Drang, mit dem allerneusten zu arbeiten, ist weniger ausgeprägt, wobei diese Motivation nicht schwarz/weiß sondern klar ein Kontinuum darstellt.
          Osteuropäer sind oft kompromissbereiter beim Techstack.
          Ich hatte letztens Konflikte in einem Projekt mit deutlich jüngeren Kollegen. Für mich wars aus verschiedenen Gründen unbefriedigend. Mir wurde aber klar, dass ich vor 20 Jahren in vielem wie sie gedacht hätte.

          • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 17:56

            @ Lemmy Caution 7. Juni 2023, 10:56

            Zustimmung 🙂

          • Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 21:21

            Das kann ich Dir hier nicht schreiben. Vielleicht kommst Du drauf:

            – börsennotierter Konzern
            – Anfangsbuchstabe A
            – Sitz München
            – Projektgeschäft mit Freelancern
            – Konkurrent von Hays

            • Lemmy Caution 7. Juni 2023, 23:22

              Komme ich momentan nicht drauf, aber ich denke drüber nach.
              Freelancer sind oft älter. Die mit mehr Angestellten wie Capgemini oder auch google viele junge Leute.

            • Erwin Gabbriel 9. Juni 2023, 16:33

              @ Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 21:21

              Rock me, Amadeus? Sitzen die nicht in Frankfurt?
              Oder meintest Du doch A wie in Arena

    • Tim 7. Juni 2023, 19:23

      @ Stefan Pietsch

      Es macht zunehmend keinen Sinn mehr, junge Biodeutsche einzustellen. Sie sind illoyal, weit über ihr Leistungsvermögen anspruchsvoll und haben weniger drauf als osteuropäische Zuwanderer und ältere Arbeitnehmer

      Dem kann ich für meinen Bereich (IT) weitgehend zustimmen. Die jungen Leute aus Asien, Osteuropa und dem Nahen Osten sind unglaublich lernhungrig, leistungsbewusst und qualifiziert. Gäbe es die Bluecard-Hürde nicht, würden noch viel mehr ins Land kommen – da bin ich mir ziemlich sicher. Deutschland vergibt hier aus Sorge um das Lohnniveau (in ausgewählten Bereichen) riesige Chancen.

      Interessant übrigens, was fast alle Immigranten oft als einen der großen Wettbewerbsvorteile Deutschland nennen: das Gesundheitssystem. Kopfschütteln gibt es hingegen immer für die irrsinnige Bürokratie und den digitalen Rückstand.

  • Ariane 6. Juni 2023, 15:09

    1) fehlt nur noch so ein Satz wie Ohne PolitkerInnen wäre die Politik viel besser dran! 😉

    Die Ministerposten könnten dann mit kompetenten und angesehenen Persönlichkeiten besetzt werden.

    Vermutlich schwebt ihm da auch noch jemand wie Precht vor (ist ja schließlich Universalexperte), dann gehts dem Laden bestimmt gleich viel besser. *hilfe*

    3) Lina E. und Co.

    Boah ging mir mein Linkstwitter da letzte Woche auf die Nerven. Das Notstandsgedöns ist mir eh schon zu blöd, kam auch nicht so oft.

    Sehr viel ärgerlicher fand ich, dass man durchaus zutreffend analysiert hat, dass rechte Straftaten und ihre mangelnde Rechtsverfolgung ein gewaltiges Problem sind.

    ..und dann auf die völlig abgedrehte Lösung kommt, damit Selbstjustiz zu rechtfertigen. Klar, ist ja auch viel zu einleuchtend, dem Problem zu begegnen, indem man Druck auf Politik und Sicherheitsbehörden ausübt, da mal genauer hinzusehen.
    Dann sollen sich lieber gegenseitig alle zu Klump prügeln, so ein Bullshit, echt.

    x)
    Hier als Linktipp ein ganz spannendes Interview mit jemandem von der Bundeswehr-Beschaffungsstelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-06/annette-lehnigk-emden-bundeswehr-ruestungsbeschaffung-baainbw/komplettansicht

    • Erwin Gabriel 6. Juni 2023, 18:06

      @ Ariane 6. Juni 2023, 15:09

      3) Lina E. und Co.

      Dann sollen sich lieber gegenseitig alle zu Klump prügeln, so ein Bullshit, echt.

      Hab ich auch schon gedacht: Fußball-Arena mieten, dort die beiden Demos genehmigen, und machen lassen. Wer auf so etwas steht, kann Eintritt bezahlen und zuschauen; von dem Geld könnte man einen Teil der Krankenhausrechungen bezahlen.

      x) Schön zu sehen, dass nicht nur die Bundeswehr viel zu teuer einkauft.

      Hier als Linktipp ein ganz spannendes Interview mit jemandem von der Bundeswehr-Beschaffungsstelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-06/annette-lehnigk-emden-bundeswehr-ruestungsbeschaffung-baainbw/komplettansicht

      Ja, ist viel dran, auch in Richtung Medien.
      Ist trotzdem so, dass es kein konkretes Ziel gibt für das Geld, sondern man erst einmal Löcher stopft.

      In jedem Falle vielen Dank für den Link!

    • Stefan Sasse 6. Juni 2023, 18:14

      1) Das gehört ins gleiche Genre. Ist eigentlich nur eine radikalere/konsequentere Version davon.

      3) Genau!

      x) Danke!

  • CitizenK 6. Juni 2023, 17:08

    Frage zur Heizungsgesetz-Groteske: Wenn ich richtig informiert bin, ging das Verbot von Öl- und Gasheizungen in Norwegen schon 2017 (!) unter einer konservativen (!) Regierung ziemlich geräuschlos über die politische Bühne.

    Es gibt hier doch einen Kommentator, er in Norwegen lebt (derwaechter?). Könnte der vielleicht erklären, warum?

    • derwaechter 6. Juni 2023, 23:14

      Es gibt hier kein Gasnetz und daher auch eigentlich keine Gasheizungen. Ölheizungen gab es allerdings schon einige. Für die gab es einige Jahre Frist und Subventionen für die Umstellung.

      Außerdem ist direktes Heizen mit Strom hier seit langem die dominierende Heizform, Wärmepumpen sparen also unmittelbar Strom, pi mal Daumen ein Drittel. Die mit weitem Abstand häufigsten Wärmepumpen sind einfache Luft-Luft Modelle (also so wie Klimaanlagen) die günstig und einfach zu installieren sind.

      Warum in Deutschland die komplizierten und in der Anschaffung so teuren Varianten dominieren weiss ich nicht.

      Die FAZ hat da einen guten Artikel zu gehabt: https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/heizungskrise-im-energie-schlaraffenland-norwegen-18905882.html

      Ganz allgemein sind solche Debatten hier in der Regel nicht so aufgeregt und, sorry, bescheuert. Hat man auch bei Corona, Impfen insgesamt, Elektroautos, Datenschutz, Bargeld, Digitalisierung usw usf gesehen. Natürlich gibt es hier auch viele komische Diskussionen und Diskutanten, aber das Ausmaß in Deutschland überrascht und entsetzt mich immer wieder.

      • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 09:25

        @ derwaechter 6. Juni 2023, 23:14

        … aber das Ausmaß in Deutschland überrascht und entsetzt mich immer wieder.

        Uns geht es einfach zu gut (um mal den Begriff „spätrömische Dekadenz“ zu vermeiden)

      • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:38

        Völlig. Und ich hab auch keine Ahnung, woran das liegt.

      • CitizenK 7. Juni 2023, 16:49

        Danke!

      • Ariane 8. Juni 2023, 11:50

        Danke!

      • Thorsten Haupts 8. Juni 2023, 15:31

        Bargeld
        Wurde und wird mir viel zu WENIG diskutiert, sorry. Rein elektronisches Geld ist durch den Verwalter oder staatliche Institutionen jederzeit abriegelbar, dessen Verwendung kann zu 100% aufgezeichnet und kontrolliert werden. Es gibt nachvollziehbare, rationale, Gründe für den scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch von unreguliertem Kryptogeld …

        Gruss,
        Thorsten Haupts

    • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 09:23

      @ CitizenK 6. Juni 2023, 17:08

      Frage zur Heizungsgesetz-Groteske: …

      Was halt (zurecht) ein Killer-Argument für fast alles ist: AKWs abgeschaltet, Kohle hochgefahren. Dann machen weder E-Autos noch Wärmepumpen richtig Sinn, da die Anschaffungen teuer sind, aber, mit Kohlestrom betrieben, kaum CO2 sparen.

      Davon ab finde ich die Richtung und die Umsetzung im Großen und Ganzen ok; hab von Peter Altmeier Schlimmeres gesehen. Grotesk ist aus meiner Wahrnehmung nach nur die Kommunikation.

      • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:43

        Yes! Die Grünen haben das dermaßen verkackt.

      • Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 10:23

        Das ist doch kein Kommunikationsproblem! Habeck hat bei seinem ideologisch inspirierten Gesetz die gesamte Phalanx der Branchenexperten gegen sich. Das ist total vermurkst, soll aber dennoch geltendes Recht werden.

        Und ich finde es geradezu beschämend, wie locker die Grünen noch mit ihrem Frevel an den Emissionen davonkommen, einfach mal wieder Kohlekraftwerke mit einem Ausstoß von 15-25 Millionen Tonnen aufschalten um Atomkraftwerke mit Null Emissionen abschalten zu können.

        • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 17:47

          @ Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 10:23

          Das ist doch kein Kommunikationsproblem!

          Wie gesagt, ich sehe das etwas anders. Die grundsätzliche Entscheidung ist richtig. Man kann über Zeitfenster, über Ausnahme-Situationen oder über Förderung der Umbau-Maßnahmen sprechen (und wenn man es richtig macht, klärt man die Punkte, BEVOR man mit derartigen Absichtserklärungen daherkommt). Aber die Richtung stimmt, und das grundsätzliche Procedere auch.

          Es gibt hier halt das Problem, dass extreme Klientel-Politik gemacht wird (weniger von den Grünen, eher von der Gegenseite). Im Moment versucht (fast) jeder, dem Volk nach dem Mund zu reden (z.B. Söder mit seinem „Wir wollen AKWs in Bayern, aber das Endlager soll woanders hin“-Gefasel). Die BILD lügt und hetzt, dass sich die Balken biegen, und vielen Fachleuten merkt man an, wo sie ideologisch beheimatet sind.

          Diese wie auch alle anderen Diskussionen zum Klimawandel werden meiner Wahrnehmung nach nur in die Richtung geführt, was alles NICHT geht; kaum einer außerhalb der Grünen geht in die Richtung „dies und das MÜSSEN wir tun“. Und da, wo es passiert, sind es oft Alibi-Forderungen, von denen man weiß, dass sie scheitern.

          Ich stecke ansatzweise in dem Thema drin, was passiert, was passieren wird, und welche Auswirkungen welches Handeln bzw. Nichthandeln hat; was in den Städten abgehen wird, was in der Landwirtschaft passieren wird. Es scheint keinen zu interessieren, mit welchem Tempo Arktis, Antarktis oder Grönland abschmelzen, dass in vielen Nachbarländern Seen und Flüsse trockenfallen, dass hier bereits die Schifffahrt im Sommer deutlich eingeschränkt ist etc.

          Richtig ist: Wir alleine werden die Welt nicht retten. Das als Begründung dafür zu nehmen, bestimmte „unbequeme“ Maßnahmen zu unterlassen, ist scheinheilig bis gelogen. Wir verantworten vielleicht nur 4 oder 6 % der weltweiten CO2-Emissionen, aber wir müssen eben diese 4- 6 % von der Hacke kriegen; nicht nur vom deutschen CO2-Ausstoß, sondern weltweit.

          Ist wie beim Aus-dem-Flugzeug-Springen: Ob Du einen Fallschirm benutzt oder nicht, ändert nicht die Fallhöhe, sondern nur den zeitlichen Verlauf.

          Habeck hat bei seinem ideologisch inspirierten Gesetz …

          1) Welches Gesetz ist nicht „ideologisch“ motiviert?
          2) Ob er nun ideologisch oder wissenschaftlich motiviert ist, macht am Ergebnis keinen großen Unterschied. Wir müssen weg davon, fossile Brennstoffe zu verbrauchen.

          … die gesamte Phalanx der Branchenexperten gegen sich. Das ist total vermurkst, soll aber dennoch geltendes Recht werden.

          Ähnlich wie die Agenda 2010 versucht man, eine nicht optimale Umsetzung als Vorwand zu nehmen, um die gute Idee zu kippen. Und zu den „Experten“ ist es meist entscheidend. für welche Branche sie Expertise leisten.

          Und ich finde es geradezu beschämend, wie locker die Grünen noch mit ihrem Frevel an den Emissionen davonkommen, einfach mal wieder Kohlekraftwerke mit einem Ausstoß von 15-25 Millionen Tonnen aufschalten, um Atomkraftwerke mit Null Emissionen abschalten zu können.

          Nun ja, den Begriff „Frevel“ lasse ich hier mal stehen, weil ich weiß, aus welcher Ecke Du kommst.

          In Sachen Atomkraft stimme ich Dir (nicht erst seit heute, wie Du weißt) zu 100 % zu. Aber den Fehler sehe ich bei unserer Ex-Kanzlerin; die hat die Scheiße gebaut, nicht die Grünen.

          Und ich bin mir einer Sache sicher: Wenn man heute den Atomausstieg zurücknehmen und beginnen würde, neue Atomkraftwerke zu planen, würde jedes einzelne an jedem geplanten Standort derart heftig bekämpft werden, dass an eine Umsetzung in den nächsten 20, 30 Jahren nicht zu denken ist.

          Die Deutschen sind für den Kampf gegen den Klimawandel, solange er sie nichts kostet. Sie werden für Atomkraft sein, solange die Kraftwerke nicht in ihrer Nachbarschaft stehen. Selbst wenn Angela Merkel nicht mehr Kanzlerin ist, haben wir immer noch die gleiche – sorry – Kack-Bevölkerung, die ihre „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“-Politik 16 Jahre lange gewählt hat. Die deutschen Wähler und Wählerinnen ticken immer noch so, sonst würden sie nicht so fleißig nur den Slogans hinterher laufen, die mehr Bequemlichkeit versprechen.

          • Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 21:57

            Welche grundsätzliche Entscheidung? Das ist so allgemein wie die Aussage, eine Ehe sollte auf Liebe gründen. Wir sind uns gerade soweit einig, dass der Gebäudesektor zu den Emissionen beiträgt und langfristig diese zurückgehen müssen. Noch was?

            Ich rede nie über Ausnahmen und Förderungen. Warum sollte ich?? Warum sollten wir?

            Wenn wir uns einig sind, dass das langfristige Ziel die Emissionen gegen Null gebracht werden sollen, dann machen Ausnahmen keinen Sinn. Sie erschweren nur noch die Akzeptanz für das Ziel. Und entweder ist etwas sinnvoll, dann wird es wirtschaftlich notwendig. Das setzt sich aber grundsätzlich durch. Förderungen haben noch nie einen langfristigen Effekt gehabt. Dann klickt etwas in den Status quo ante zurück, wenn die Förderung endet. Geld zu verbrennen ist ähnlich sinnvoll.

            Wir alleine werden die Welt nicht retten. (..) Wir verantworten vielleicht nur 4 oder 6 % der weltweiten CO2-Emissionen, aber wir müssen eben diese 4- 6 % von der Hacke kriegen; nicht nur vom deutschen CO2-Ausstoß, sondern weltweit.

            Du solltest es vom Bau wissen, stimmt das Maß nicht, stürzt das Haus ein. Du hast das gleiche Problem wie die meisten Deutschen: Du verschätzt Dich völlig bei der Problemgröße.

            Die weltweiten Emissionen betragen 37 Milliarden Tonnen. Deutschland emittierte im vergangenen Jahr 657 Millionen Tonnen, Tendenz kontinuierlich sinkend. Das sind knapp 1,8% der globalen Emissionen. Die Emissionen sinken also sowohl absolut als auch relativ zum Rest der Welt. Und das ist ein Problem, denn dem Klima nützt es gar nichts, wenn zwar Deutschland weniger emittiert, sonst aber mehr klimaschädliche Gase entstehen.

            Ich hatte das vor kurzem klar gemacht: während die EU und die USA seit 2010 ihre Emissionen um 1,5 Milliarden Tonnen verringert haben, liegt der Rest der Welt heute um 5,4 Milliarden Tonnen höher, mehr als die gesamten Emissionen der USA! Unter solchen Bedingungen ist jede Sparanstrengung für die sprichwörtliche Tonne.

            Der Gebäudesektor liegt bei 115 Millionen Tonnen. Experten schätzen, dass durch das Heizgesetz die Emissionen um 7-10 Millionen Tonnen gesenkt werden könnten. Die Kosten für diese grandiose Einsparung belaufen sich auf geschätzten 600 Milliarden Euro. Das ist mehr, als die bisherige Energiewende seit 1999 gekostet hat.

            Vielleicht kannst Du mir anhand dieser Zahlen und Relationen erklären, inwieweit für Dich die Richtung stimmt. Bisher war ich immer davon überzeugt, dass Du rechnen kannst.

            Habeck hat bei seinem ideologisch inspirierten Gesetz …

            1) Welches Gesetz ist nicht „ideologisch“ motiviert?
            2) Ob er nun ideologisch oder wissenschaftlich motiviert ist, macht am Ergebnis keinen großen Unterschied.

            Du wirst überrascht sein: über 90% der Gesetze, die den Bundestag passieren, sind zwischen den Parteien weitgehend unumstritten. Der Vorwurf der Ideologie ist hier also ein sehr schwerwiegender. Und warum das hier besonders fatal ist, habe ich an den eben genannten Zahlen aufgezeigt.

            In Sachen Atomkraft stimme ich Dir (..) zu 100 % zu. Aber den Fehler sehe ich bei unserer Ex-Kanzlerin; die hat die Scheiße gebaut, nicht die Grünen.

            Wäre das ohne die Grünen passiert? Nein. Merkel fürchtete einen Wahlsieg der Grünen, den sie letztendlich doch nicht verhindern konnte.

            Zwei Fragen: Warum meinen wir nicht wie Schweden eine als falsch erkannte Entscheidung umstoßen zu können? Zumal wenn bei nüchterner Betrachtung klar ist, dass es praktisch unmöglich ist, ohne Atomkraft klimaneutral zu werden.

            Zum anderen: wir trauen uns nicht zu, den Bau neuer Kernkraftwerke durchsetzen zu können. Aber wir trauen uns zu, 2 Prozent der Fläche des Landes mit Windkraftanlagen zupflastern zu können. Warum?

            Es geht auch weniger um den Bau neuer herkömmlicher Meiler. Aber die Grünen wollen auch den Bau Small Modular Reactors für alle Zeiten verbieten. Und das geht viel zu weit.

            • Stefan Pietsch 7. Juni 2023, 22:44

              Kleine Korrektur: genau gerechnet sind es 1,7%.

              Kann ausgebessert werden:
              Das sind 1,7% der globalen Emissionen.

      • Ariane 8. Juni 2023, 11:41

        Davon ab finde ich die Richtung und die Umsetzung im Großen und Ganzen ok; hab von Peter Altmeier Schlimmeres gesehen. Grotesk ist aus meiner Wahrnehmung nach nur die Kommunikation.

        Absolut, das ging von hinten bis vorne schief und damit ist das Kind erstmal in Brunnen gefallen.

        Obwohl ich denke, dass da mangels Erfahrung auch handwerkliche Fehler passiert sind (auch diese Absurdität, dass man erst Monate später mal was Konkretes zu Förderungen hört)

        Und ich hätte auch gar kein langfristiges Datum mit reingenommen, sondern einfach gesagt, wenn ne Heizung ersetzt werden muss, dann eben durch Wärmepumpe. Ewig halten die Dinger ja auch nicht und die paar Heizungen, die dann vielleicht 33 Jahre alt werden, machen den Kohl auch nicht fett.

        Das fällt ja mit Kommunikation zusammen. Damit hätte man sich die „Häuschen-verlieren-Panik“ vielleicht sparen oder sogar umdrehen können nach dem Motto „hey, wenn deine Heizung kaputt geht, bekommst du ne Förderung für ne Wärmepumpe“

        • Erwin Gabriel 9. Juni 2023, 16:35

          @ Ariane 8. Juni 2023, 11:41

          … „hey, wenn deine Heizung kaputt geht, bekommst du ne Förderung für ne Wärmepumpe“

          Guter Punkt !! Denn darauf wird es in etwa hinauslaufen.

  • derwaechter 6. Juni 2023, 23:23

    u) die Rede scheint mir völlig bescheuert gewesen zu sein. Von Verboten ist da aber keine Rede. „Es gibt ein Leben ohne Lastenrad, Elektroautos und Wärmepumpen.“, ist das ganze Zitat.

    Wahlweisen Rant zu Twitter und Leichtgläubigkeit aus dem Archiv einfügen.

    Ich habe mich vor Wochen ausgeloggt und es kaum bereut.

    • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:40

      Das ist einmal mehr kein Twitterproblem, sondern eine Medienproblem. Die Überschrift verkürzt das auf ein „die FDP will“, und das ist eben kein „es gibt ein“. Es ist nicht meine Aufgabe, bei jedem Artikel, jeder Überschrift, die ich lese, nachzurecherchieren. Es ist Aufgabe der Medien, das richtig zu machen und sauber zu arbeiten.

      • derwaechter 7. Juni 2023, 10:20

        Twitter lebt halt von Verkürzungen, gerne mit Ausschnitten aus Screenshots ohne Link dafür aber mit weiteren Übertreibungen oder schlimmeren im Tweet.

        „Es ist nicht meine Aufgabe, bei jedem Artikel, jeder Überschrift, die ich lese, nachzurecherchieren“
        Aber ist es Deine Aufgabe alles ungeprüft zu Teilen, nur weil es scheinbar in Dein Weltbild passt?

        Außerdem ist die Idee, dass die FDP Lastenräder und Wärmepumpen verbieten wollen würde völliger Blödsinn. Deshalb habe ich mich ja auch gewundert.

        Und es steht auch nichts von Verbot in der Überschrift. Der Begriff kommt von Dir. Du hast also nicht nur nicht nachrecherchiert sondern aktiv (unbewusst) weiter zur Verwirrung beigetragen.

        Und überhaupt klingt „recherchieren“ so komplex. In den Drukos zum Tweet wird die Verkürzung gleich mehrfach kommentiert.

      • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 17:55

        @ Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:40

        Es ist nicht meine Aufgabe, bei jedem Artikel, jeder Überschrift, die ich lese, nachzurecherchieren. Es ist Aufgabe der Medien, das richtig zu machen und sauber zu arbeiten.

        Warum schreibst Du dann „Verbotspartei FDP“?

        Bin beim Wächter: Entweder Du schreibst darüber, was die FDP will (bzw. was nicht), oder Du schreibst darüber, wie Twitter eine Meldung verdreht. Beides wäre wichtig, beides korrekt.

        Du hast Dich der Meinung von Twitter unreflektiert angeschlossen in dem Wissen um die Verdrehungen und Verkürzungen, die dort zu finden sind; Du hast mit“verdreht“.

        Bei allem Verständnis für die mühevolle und zeitraubende Arbeit, die Du Dir hier immer wieder machst (und für die ich danke): Dieser Schuh steht zurecht vor Deiner Haustür.

        • derwaechter 7. Juni 2023, 19:22

          Danke.

          Zu mal ich den Reflex nicht verstehe Dinge zu Teilen (hier oder Retweeten oder wie auch immer), die mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit falsch oder zumindest arg verkürzt sind.

          • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 20:10

            Weil natürlich andere Instinkte dahinterliegen^^

            • derwaechter 7. Juni 2023, 21:04

              Welche Instinkte sind denn das?

              • Stefan Sasse 8. Juni 2023, 11:19

                Schwierig zu definieren.

                Aber wie immer danke für die Einnordung 🙂

        • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 20:08

          My bad.

  • Thorsten Haupts 7. Juni 2023, 08:47

    Zu t und u:
    Ulrich lügt mit seinem tweet – die FDP wollte nix verbieten. Und Aiwanger fährt in Bayern 10% Ergebnisse ein, kann also nicht verblödet sein. Nebenbei lese ich im zitierten tweet nix, was echte Aufregung rechtfertigen würde – aber vielleicht kann Stefan S. uns ja aufklären, warum er das unter „dümmster Debattentreiber“ einordnet?

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:42

      Siehe mein Kommentar zu derwaechter.

      Und klar kann der auch mit 10% völlig verblödet sein, das schließt sich doch nicht aus.

      • Thorsten Haupts 7. Juni 2023, 15:35

        Doch, schliesst sich aus. Wenn man 10% der Wähler bekommt, hat man offenbar Themen richtig angesprochen, die 10% dieser Wähler bedienen. Das ist also politisch erfolgreich – und erfolgreiche Leute sind auf den spätestens zweiten Blick nach meiner Lebenserfahrung niemals verblödet.

        Dir passen vielleicht seine Themen oder seine Art der Ansprache nicht, aber das ist kein valides Kriterium für „verblödet“, Du bist nämlich nicht Jesus.

        Gruss,
        Thorsten Haupts

        • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 17:01

          Man kann sehr gut auf einem Themengebiet und trotzdem ziemlich beknackt sein.

        • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 18:06

          @ Thorsten Haupts 7. Juni 2023, 15:35

          Du bist nämlich nicht Jesus.

          Als Argument für oder gegen alles: Jesus hatte auch keine 10% 🙂

          Deine Einschätzung zur Intelligenz von Erfolgreichen entspricht auch meiner Lebenserfahrung. Ich habe lange genug in Bayern gelebt, um zu verstehen, wie schwer es sein muss, in der CSU-Wählerschaft 10% zu er- und zu behalten.

          Aber: Wenn Aiwanger verblödet ist und nur die verblödeten potentiellen CSU-Wähler anspricht, geht die Rechnung von Stefan Sasse wieder auf.

          • Thorsten Haupts 8. Juni 2023, 12:01

            Stefans Zuschreibung war wörtlich „dümmster Debattentreiber“ – und dafür sehe ich einfach kein hinreichendes Indiz, das über Stefans ideologische Vourteilsbrille hinausgeht 🙂 .

  • Thorsten Haupts 7. Juni 2023, 08:50

    Zu 5)
    Der Autor jenes klugscheisserisch daherkommenden Artikels hat zum Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 ukrainischen Widerstand übrigens als völlig sinnlos charakterisiert – solchen Leuten höre ich schon gewohnheitsmässig nicht mehr zu. Lohnt einfach nicht.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Stefan Sasse 7. Juni 2023, 09:42

      Passt.

    • Erwin Gabriel 7. Juni 2023, 18:12

      @ Thorsten Haupts 7. Juni 2023, 08:50

      Lohnt einfach nicht.

      Zustimmung

  • CitizenK 8. Juni 2023, 12:53

    „weil die Quellen, aus denen sich moralische Verpflichtungen ergeben, in dieser Art von Staat entfallen sind.“

    Bin nicht sicher, ob das Gleiche gmeint ist, aber auf den ersten Blick steht dem das Böckenförde-Diktum entgegen:
    „Der freiheitliche, säkulare Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. (…) Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert.“
    https://www.juraforum.de/lexikon/boeckenfoerde-diktum

    • Thorsten Haupts 8. Juni 2023, 15:38

      Das Zitat hat mich auch mal schwer beeidruckt. Bis mir auffiel, dass der moderne liberale Staat praktisch alle dieser genannten, nicht spezifizierten, Voraussetzungen beständig austrocknet. Und weder ich noch Bockenförde wüsste, wie man die Aufrechterhaltung der „Voraussetzungen“ in einem modernen, säkularen und liberalen Staat verfassungskompatibel organisieren könnte.

      Sprich, sollte er Recht behalten, werden freiheitliche Staaten untergehen. Dann waren sie auf neudeutsch nicht nachhaltig organisiert. Wird dann halt ein interessantes Kapitel in zukünftigen Geschichtsbüchern 🙂 .

      Gruss,
      Thorsten Haupts

      • CitizenK 9. Juni 2023, 07:05

        Wieso „austrocknet“? Man kann nicht alles verrechtlichen.
        Ohne waren und sind Krisen (Migration, Pflege, Klima) nicht zu bewältigen.

        • Thorsten Haupts 9. Juni 2023, 08:33

          Das Austrocknen geschieht nicht aktiv durch Behörden oder Institutionen, sondern liegt in der Natur eines liberalen Staates – sorry für meine verkürzte und damit irreführende Darstellung.

          Und wenn liberale Staaten ohne diese „Voraussetzungen“ Krisen nicht bewältigen können, stehen uns ziemlich unangenehme Zeiten bevor. Weil Bockenförde in einem Punkt Recht behält – liberale Staaten können diese Voraussetzungen nicht erneuern oder herstellen.

          Gruss,
          Thorsten Haupts

  • cimourdain 8. Juni 2023, 23:28

    1) i) Ein sehr gelungener Diss, dass du die Ex-Verteidigungsministerin bei ihrem Mädchennamen erwähnst.
    ii) Du schreibst zwei mal von „antiparlamentarisch“. Minister (Exekutive) haben nichts mit dem Parlament zu tun. Vielleicht lasse ich anti-partisanship gelten.
    Iii) Zum Thema Kompetenz: Es gibt tatsächlich eine Neigung Staatsbeamte mit Experten für das Funktionieren von Regelwerken und Institutionen zu besetzen (Juristenprivileg). Das ist aber wohl nicht die Kompetenz die dir vorschwebt, sondern du meinst wohl „politische“ Kompetenz: Expertentum für Macht, Selbstdarstellung, Networking.

    3) Ich sehe da eine ganz andere kulturelle Linie bei der Schlägertruppe: selbstermächtigtes Vigilantentum. Bei einem selbst diagnostizierten „Versagen“ des Staates, eigenmächtig in diese vermeintliche Lücke zu treten ist typisch für Comicgestalten (Batman voran). Jede*r glaubt, Held, seiner Geschichte zu sein.

    5) Unlogische Argumentation: Wenn du schreibst, dass Putin durch ein Verlängerung des Krieges Vorteile hat, dann spricht das doch wohl für Waffenstillstandsversuche von eurer Seite aus, nicht dagegen.
    Und dein Zurückweisen des Vergleichs mit Korea „Erstes ist hier eine UN-Vetomacht offiziell Kriegsteilnehmer.“ ignoriert komplett, dass auch im Koreakrieg die UN-Vetomacht USA offiziell und mit sechsstelliger Truppenstärke direkt am Krieg beteiligt war.

    d) Leider kein Versuch dieses Phänomen zu erklären. Mein Ansatz wäre die höhere Anzahl von Menschen in Ein-Personen_Haushalten

    i) Medienmachende greifen seit Wochen Precht an und du sagst, sie lieben ihn? Dass sie (und du auch) verdammt viel Aufmerksamkeit auf einen „Schwätzer“ aufbringen, ist allerdings wahr.

    x) Warum ist eine Misswirtschaft besser, wenn sie auch von anderen betrieben wird?

    • Stefan Sasse 9. Juni 2023, 08:46

      1) i) Ich meinte Lamprecht. Hab’s geändert.
      ii) Unsere Regierung ist eine parlamentarische. Die Minister*innen sind, mit wenigen Ausnahmen, immer auch Mitglieder des Bundestags.
      iii) Diese Kompetenzen braucht jede politische Führungskraft. Das sind die essenziellen. Sachkompetenz brauchen eher Staatssekretär*innen etc.

      3) Ja, aber das geht ja noch weiter zurück. Dieselbe Einstellung hattest du ja schon bei den Straßenschlachten der 1920er, da gab’s Batman noch nicht (und schon gar nicht den „dunklen“ Batman, auf den sich diese Typen gerne beziehen).

      5) „Eure Seite“? Und die USA waren im UN-Auftrag in Korea; die offiziellen Kriegsgegner waren Nord- und Südkorea. Hier ist Russland DIREKT Kriegspartei, nicht durch ein „wir helfen mit“.

      d) Good point.

      i) Hab keine großen Attacken mitbekommen. „Lieben“ mag der falsche Begriff sein, aber hoch und runter gereicht wird er weiterhin.

      x) Ist sie doch nicht. Das zeigt nur, dass es kein deutsches Problem ist, sondern ein allgemeines.

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