Die Polarisierung einer Pandemie


Man sollte eigentlich annehmen, dass nichts eine Nation so sehr eint wie eine tiefe Krise. Schließlich ist für den Ausbruch von Covid-19 niemand wirklich sinnvoll verantwortlich zu machen, will niemand krank werden, sind Maßnahmen erforderlich. Aber der aktuelle Trend zur Polarisierung in der gesamten westlichen Welt macht dieser naiven Annahme einen Strich durch die Rechnung. Für kaum drei Wochen waren die Deutschen bereit, an einem Strang zu ziehen; in den USA gab es nicht einen Moment, in dem die Polarisierung zugunsten einer Krisenreaktion überwunden worden wäre. Uns bietet sich daher in diesen Tagen ein absurdes Schauspiel: die Polarisierung einer Pandemie.

Diese Polarisierung verläuft nicht entlang von Parteilinien. In praktisch jeder Partei gibt es Leute, die der Notwendigkeit von Maßnahmen kritisch gegenüberstehen und solche, die sie postulieren. In seinem brillanten Essay „Der Kampf um die Normalität“ stellt Jonas Schaible die Frage, warum Corona das traditionelle Rechts-Links-Schema so aufsprengt und über Parteigrenzen hinweg merkwürdigste Koalitionen erlaubt. Gerade die FDP erlebt über Corona einen veritablen Richtungsstreit, während Politiker der LINKEn (!) sich schützend vor Angela Merkel stellen:

Seine Antwort auf den Überlapp zwischen verschiedenen Gruppierungen besteht darin, wie diese auf das Konzept der Normalität reagieren:

Blickt man auf diese Diskussion über Corona-Normalität, fällt auf, dass die momentane Ordnung der Parteien verblüffend der Konstellation ähnelt, die sich bereits in den vergangenen Jahren immer dann herausgebildet hat, wenn es um den Umgang mit Zumutungen an die alte Normalität geht. Feminismus, Emanzipation von sexuellen Minderheiten, inklusive Sprache, Aufarbeitung des Kolonialismus und Umbenennung von Straßen, religiöse Pluralisierung und Antirassismus – immer wieder forderten vormals nicht sichtbare oder nicht gleichberechtigte Gruppen Rechte ein und setzten die alte Normalität so unter Rechtfertigungsdruck. Dazu kommt der Klimaschutz, der ebenfalls die bisherige Normalität infrage stellt.

Anders ausgedrückt: Mit dem Begriff „Normalität“ werden völlig andere Konzepte beschrieben, sind völlig andere implizite Annahmen verbunden, je nachdem, wen man fragt. Diejenigen, die grundsätzlich die oben angesprochenen Entwicklungen ablehnen, verstehen unter „Normalität“ eine weitgehende Umwandlung der deutschen Gesellschaft, die sie als Rückkehr in einen besseren, früheren Status begreifen. Das lässt sich zwar in der historischen Rückschau ohnehin nicht halten, ist aber als Sehnsuchtsbild schon immer sehr stark gewesen. Bereits in der Antike meckerten die Philosophen ja über die unruhigen modernen Zeiten und wünschten die Rückkehr in die Normalität ihrer Vorväter.

Ich denke, dass die Corona-Krise bei vielen zu etwas führt, das ich die „Erschütterung der Gegenwart“ nennen möchte. Was ich damit meine ist, dass kein grundlegender Konsens darüber besteht, was eigentlich grundlegende Fakten in der Gesellschaft sind. Es ist längst nicht nur ein Meinungsstreit, sondern, wenn man den verstaubten Begriff auspacken darf, ein Konflikt von Weltanschauungen. In der polarisierten Welt schauen beide Seiten auf den gleichen Gegenstand und erkennen darin völlig unterschiedliche Vorgänge.

Das liegt auch an der schweren Begreifbarkeit des Phänomens „Virus“. Die dahinterstehenden Vorgänge sind komplex, und wie beim Impfthema gilt auch hier, dass die kognitive Verzerrung des Ankers dazu führt, dass wir entweder den Experten glauben oder aber in unsichere Zweifelfahrwasser kommen. Das Konzept ist einfach: Abstand halten erschwert die Ausbreitung, etwa. Aber warum das so ist ist tatsächlich komplex. Entweder glauben wir den Experten, oder wir zweifeln, und wenn wir zweifeln, führt unser mangelnder Sachverstand dazu, dass wir schnell auf abstruseste Erklärungsmuster hereinfallen, die glaubwürdig klingen, deren Wahrheitsgehalt wir aber gar nicht prüfen können. Der Dunning-Kruger-Effekt macht gerade intelligentere, gebildetere Menschen anfällig dafür, wie diverse Impfgegner aus Berlin-Kreuzberg bestätigen können, die sonst reichlich wohlstandssaturiert eher dem progressiven Milieu zuneigen. Dazu kommt, dass Menschen ohnehin riesige Probleme damit haben, exponentielle Entwicklungen einschätzen zu können. Unsere Hirne scheinen dafür schlicht nicht gemacht.

Rattenfänger aller Art machen sich diese Effekte zunutze. Tausende von Verschwörungstheoretikern etwa schließen dieser Tage wortwörtlich die Reihen und sagen einem Virus den Kampf an, wie eine wirre Sekte, die allein durch festen Glauben die Realität ändern kann. Dabei handelt es sich überhaupt nicht um einen Gegenstand des politischen Diskurses. Man kann ja problemlos etwa Ausprägungen der Moderne wie die Ehe für Alle ins Feld ziehen, oder gegen die NATO-Politik in Osteuropa. Aber ein Virus? Das existiert entweder oder es existiert nicht. Aber nicht einmal darüber ist mehr wirklich Einigkeit erzielbar, so scheint es.

Der friktionslose Überlapp diverser Randerscheinungen, von Neonazis über Chemtrails-Jünger bis hin nun zu Corona-Leugnern ist bemerkenswert. In einem Interview mit dem Spiegel wies der Soziologe Matthias Quendt auf zunehmende Unterwanderung der Corona-Proteste durch Rechtsextremisten hin:

SPIEGEL: Auf den Demos selbst findet also keine klare Distanzierung statt – verschwimmt da die Grenze zwischen Rechtsaußen und bürgerlicher Mitte?

Quent: Diese Grenze ist längst verschwommen, da sind die Straßenproteste nur die Spitze des Eisbergs. Meine Sorge ist, dass sich die Normalisierung von Antisemitismus, Rechtsradikalen, Irrationalismus und Hass in einer kommenden Wirtschaftskrise in noch größerem Umfang rächen wird.

Warum gerade die Rechtspopulisten so konstant die Pandemie leugnen, ist vor diesem Hintergrund leicht zu verstehen. Für sie ist das öffentliche Leugnen der Pandemie business as usual. Der konkrete Gegenstand spielt gar keine große Rolle. Von dem Niveau dessen, was in den USA passiert, sind wir zwar glücklicherweise noch weit entfernt. Die drei Hauptstrategien, die von rechts zur Erschütterung der Gegenwart eingesetzt werden, die Joel Mathis in The Week nennt, funktionieren allerdings auch hier: Künstliche Kontroversen über Fakten schaffen, wo keine besteht; die Quelle abweichender Nachrichten (wie etwa unabhängige Behörden) abwürgen; einfach die Auswirkungen leugnen. Nur sind bei uns die Nutzer solcher Strategien noch auf Demos beschränkt und sitzen nicht an den Schaltstellen der Macht.

Doch auch bei uns ist die Politik nicht von dieser Polarisierung gefeit. Die oben beschriebene Unsicherheit wird gerade auch von Intellektuellen, teils sicherlich unbewusst, ausgenutzt. Thomas Schmid beschreibt das Problem so:

Im „Spiegel“ schreiben Alexander Kekulé, Julian Nida Rümelin, Juli Zeh und drei weitere Autoren: “Wir müssen aus dem Lockdown so rasch wie möglich in eine Phase übergehen, die unsere Volkswirtschaft aus dem Winterschlaf weckt, Eingriffe in unsere Grundrechte minimiert und uns dennoch hinreichend vor einem Wiederaufflammen der Gesundheitskrise schützt.“ Wer wollte das nicht? Doch mit ihrem Rezept geben sich diese Autoren sicherer als sie sein können. Sie mögen Recht haben, können das aber nicht beweisen. Mit ihrer Regierungskritik spielen sie ein altes Spiel. Sie bringen die Zivilgesellschaft, der unausgesprochen eine apriorische Überlegenheit zugewiesen wird, gegen Politik, Regierung, Staat in Stellung. 

Und kommt zum Schluss:

Ein wenig Vertrauen in die Vernunft der Regierenden täte derzeit not.

Genau an diesem Vertrauen fehlt es aber. Stattdessen werden dumpf brodelnde Zweifel gesät. Die Erklärung, wie sie etwa Wolfgang Kubicki letzthin bei Anne Will abgab, dass die Zahlen wie etwa die Reproduktionsrate nicht für konkrete Handlungsanweisungen zu gebrauchen seien, ist ja durchaus richtig. Nur führt das in die Irre, wenn dadurch die verkürzte Variante wird, dass die Zahlen generell unzuverlässig und nutzlos seien – ein Spiel mit populistischen Ressentiments, das zwar aktuell auf viel Zuspruch stößt, aber gefährlich ist. Denn, wie Markus Feldenkirchen im Spiegel richtig feststellt:

Die Unterstellung, Virologen strebten eine Herrschaft an, wie sie Laschet unternimmt, oder das Beklagen angeblicher Maulkörbe, wie es Christian Lindner bejammert hat, dienen dem Aufbauen eines Strohmanns, der danach unter Getöse attackiert werden kann. Mit der Realität hat das wenig zu tun, es dient vielmehr der identitätspolitischen Selbstvergewisserung. Es ist auch, wie Malte Lehming im Tagesspiegel vermerkt, nicht eben so, als würde eine Debatte fehlen:

Das ist die offensive Variante der Das-muss-mal-gesagt-werden-Pose. Die defensive Variante kommt subtiler daher. Ihre Vertreter eint ein diffuses Unbehagen über die massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Coronapolitik. Aber sie scheuen sich, konkrete Alternativen vorzuschlagen. Stattdessen fordern sei eine breite Debatte über Alternativen, was suggerieren soll, dass es eine solche Debatte nicht gibt. „Das ist keine Debatte. Das ist Manipulation!“, schrieb ein Kommentator in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Doch natürlich gibt es die Debatte. Es kennzeichnet die Coronapolitik, dass über alles diskutiert wird. Über deren Folgen, den Wert des Lebens, die Dauer eines Lockdowns, die Freiheitsrechte, das Modell Schweden, das Modell Südkorea, die drohende Rezession. Nichts wird ausgespart. Auf Talkshow folgt Talkshow. Politiker, Ökonomen, Virologen, Sänger und Schauspielerinnen kommen zu Wort. Und wenn die Bundeskanzlerin vor „Öffnungsdiskussionsorgien“ warnt, dann ist auch das nur eine Meinung unter vielen, die gehört oder ignoriert werden kann. Mehrere Ministerpräsidenten gehen bereits eigene Wege.

Auch das BVerfG beginnt in der Krise, seine jahrzehntelange überparteiliche Reputation zu verlieren. Der scheidende Vorsitzende Voßkuhle sprach von „liberalen Eliten“, die sein Urteil kritisierten, und machte einen Gegensatz zu den „Normalen“ auf, also der breiten Bevölkerung. Die Polarisierung macht nirgends mehr Halt.

Auffällig ist auch die Rhetorik des Krieges, die von beiden Seiten der Polarisierung der Pandemie-Debatte genutzt wird. Wo Befürworter von Maßnahmen mit dem Verweis auf die Mobilisierung der Gesellschaft argumentieren – von den wirtschaftlichen und finanziellen Folgekosten hin zur Einschränkung von Konsum und Freiheit – wird die Kriegsmetaphorik auf Seiten der Normalitären dazu genutzt, gerade den Verzicht als Opfer für die Gesellschaft hochzustilisieren. So vertreten zahllose rechtsextreme Politiker und Moderatoren in den USA (vom texanischen Gouverneur bis zur Prime-Time-Riege von FOX News, und ja, alles Männer) die Linie, der komplette Verzicht auf Sicherheitsmaßnahmen entspreche der persönlichen Teilnahme am Krieg und sprechen davon, sich „für die jüngere Generation zu opfern“. Auch die britische Hetzpresse ist auf diese Linie eingeschwungen; die Daily Mail etwa attackiert die Lehrergewerkschaft mit den Worten „Lasst die LehrerInnen Helden sein!“ dafür, die Schulen nicht öffnen zu wollen. Heldenhafte LehrerInnen sind hier dadurch definiert, dass sie sich freiwillig in Gefahr begeben und Infektionsketten unter Kindern herstellen.

Doch nicht nur im politischen Bereich ist die Polarisierung als ein durch Corona beschleunigtes Phänomen wahrzunehmen. Auch im gesellschaftlichen Bereich verschieben sich Wahrnehmungen, wird die Gegenwart erschüttert, verschiebt sich das Verständnis dessen, was „normal“ ist und was nicht.

In den USA etwa ist das Maskentragen inzwischen ein parteipolitisches Thema; über 20% mehr Anhänger der Democrats als Republicans empfinden es als sinnvoll. Und das von der niedrigen Baseline von kaum drei Vierteln überzeugten Maskenträgern auf Seiten der Democrats! Wenig überraschend ist das Thema stark mit toxischer Maskulinität verknüpft, denn auch zwischen Männern und Frauen tun sich Gräben auf. Viele Männer betrachten Masken als etwas Verweichlichendes, Feminines, ihrer nicht würdig. Sie versichern sich ihrer Stärke und Überlegenheit durch Ablehnung des Maskentragens oder Einhaltens von Sicherheitsabständen. Erst kürzlich erschien im Federalist, der Hauszeitung der Rechtsradikalen in den USA, ein Artikel, der argumentierte, Trump könne keine Maske tragen, weil das „Schwäche signalisiert“.

Auffällig ist auch, unabhängig vom geographischen Standort, dass in der Corona-Krise fast nur Männer zu Wort kommen. Generell sorgt die Corona-Krise für eine scharfe Trendwende im Gleichstellungsbereich. Das DIW hat eine ganze Menge Zahlen darüber gesammelt, wie in der Corona-Krise die Belastung von Haushalt und Kindeserziehung verteilt sind – und die Ergebnisse sind ebenso wenig überraschend wie gleichzeitig erschütternd. Frauen tragen die Hauptlast auf beiden Feldern, auch wenn beide vollerwerbstätig sind, und selbst dann, wenn Frauen (was selten genug vorkommt) die Haupternährerinnen der Familie sind.

Die genauen Auswirkungen der Krise werden uns noch länger beschäftigen und sind sicherlich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht voll ersichtlich. Generell aber gilt, dass ein auseinander fallendes Verhältnis des Gegenwartsverständnisses, ein Begriff von Normalität, der sich in zwei Hälften der Gesellschaft fundamental unterscheidet, für den Zusammenhalt eben dieser Gesellschaft ein ernsthaftes Problem ist.

Corona leuchtet ein Schlaglicht auch diese Polarisierung vor allem deswegen, weil es ein Thema ist, das sich für eine Polarisierung eigentlich nicht eignet. Streits über die Eurorettung, über die Flüchtlingspolitik, über Steuern, sie alle sind als Gegenstände der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung verständlich. Aber eine Krise wie eine Pandemie würde eigentlich einen Effekt des Zusammenstehens erwarten lassen, der überhaupt nicht eintritt. Stattdessen versucht eine Seite, das Problem durch schiere Willenskraft klein zu halten. Und das ist besorgniserregend.

{ 65 comments… add one }
  • Ralf 16. Mai 2020, 18:10

    Grundsätzlich Zustimmung!

    Nur wird das Problem mit der folgenden Formulierung aus meiner Sicht etwas überzeichnet:

    Für kaum drei Wochen waren die Deutschen bereit, an einem Strang zu ziehen; in den USA gab es nicht einen Moment, in dem die Polarisierung zugunsten einer Krisenreaktion überwunden worden wäre.

    In Deutschland sind noch jede Menge Menschen bereit an einem Strang zu ziehen. Auch hier im Blog dominieren zahlenmäßig nicht die Aluhüte. Die Aluhüte sind lediglich lauter, penetranter und unverschämter. Wie in jeder Diskussion erinnert man sich am Ende immer am ehesten an die Trolle und weniger an die vielen ruhigen Vernünftigen, weil die Trolle eben einen größeren Splash machen. Weil sie sich in den Vordergrund spielen. Weil sie in alle Richtungen austeilen. Und so ähnlich ist das auch in der deutschen Gesamtgesellschaft. Seit Tagen diktieren ein Sänger und ein Koch die Medienschlagzeilen. Meine Tante hingegen, mit der ich letztens noch telefoniert habe, verhält sich sehr vernünftig und hat normale Ansichten. Aber der hält niemand ein Mikrophon vor die Nase. Und die BILD-Zeitung hat sie auch noch nicht nach ihrer Meinung gefragt.

    Selbst in den USA ist die Polarisierung übrigens zeitweilig zurückgedrängt worden, wie man an den temporär gestiegenen Umfragewerten von Donald Trump sehen konnte, die mittlerweile allerdings wieder auf das gewohnte, niedrige Niveau zurückgefallen sind.

    • Stefan Sasse 16. Mai 2020, 18:54

      Ja, da hast du vermutlich Recht. Glück auf! ^^

    • Ariane 17. Mai 2020, 09:03

      Jep danke. Ja, das ist ein Hin und Her. Ich telefonier auch viel mit meiner Großtante und merke, wie sie der Fernsehkonsum verängstigt, wenn alle ständig von Lockerungen reden und das macht mich unfassbar wütend. Da sollten dieselben Regeln gelten wie auf Twitter. Ich bin da auch schon die Anwältin meiner geliebten Rentnergang und die Lockerungs-Trottel würden ihren Kram nie meiner Tante so ins Gesicht sagen und so sollten sie gefälligst aber reden, wenn sie einen Fernsehauftritt!! haben.

      Stattdessen kann ich wieder die Scherben aufsammeln und sie beruhigen und mit lustigen Katzengeschichten ablenken, obwohl ich natürlich selbst Angst habe, dass sie und wir nicht alle heil davonkommen werden. Und „unsere Sorgen und Ängste“ werden nicht ernstgenommen, aber die von Hygiene-Demonstranten. Ich mach das nicht mehr mit, mir braucht keiner kommen und meinen, für sowas soll ich Verständnis haben. Irgendwo hörts halt mal auf. Und das sollten alle so machen, die ähm nicht an die große Weltverschwörung glauben.

  • Jens Happel 16. Mai 2020, 18:36

    Ich sehe genau die gleichen Gründe für die Polarisierung bei Corona wie sonst auch. Insofern keine Überraschung für mich.

    Alles was nicht Mainstream ist wird im Fernsehn und der Presse abgebügelt.

    Palmers Satz wurde z.B. komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Er hat nicht gesagt, dass man die Alten einfach sterben lassen soll. Er hat das Sterben abgewogen gegen die Kinder, die laut WHO durch den Armutsschock den der weltweite Lockdown auslöst sterben werden.

    So erging es auch Wagenkencht bei ihrer Position zu den Flüchtlingen.

    Und ganz allein kann ich mit dieser Einstellung nicht sein, wenn die Deutschen in Umfragen mehrheitlich der Meinung sind, man könne in der Öffentlichkeit nicht mehr seine Meinung sagen.

    In den Fernsehdiskussionen werden auch nie wirklich breite Positionen abgedeckt. In der Eurokrise ist zum Beispiel Flassbeck, der als einer der wenigen Ökonomen die Deflation vorhergesehen hat, als alle anderen noch von Hyperinflation laberten, nie zur Prime Time ins Fersehen gekommen. Er war beim Deutschlandfunk und teilweise bei den dritten Programmen, das wars. Für Anne Will ist seine Message wohl nicht oportun genug.

    Zur Zeit wird in den Mainstream Leitmedien nie darüber berichtet, dass es gute Gründe gibt anzunehmen dass der R-Wert schon vor dem Lockdown unter 1 war. Im Prinzip muss man nur den Inkubationszeit, Meldeverzug etc. berücksichtigen.

    Über Gates wird 99% Stuss erzählt, aber seine Stiftung hat eben Forschung gefördert, bei der ein Impfpass in die Haut gesetzt wird. Das er damit die Welt beherschen will ist alles Blödsinn. Es gibt sogar gute Gründe in Regionen der Welt ohne funktionierende Verwaltung, mit so einem „Chip“ den Impfstatus zu bestimmen und so nötige Impfungen zu erkennen, z.B. zweite Masernimpfung. Nur so „detailiert“ wie ich das in diesem kurzen Absatz schildere geht die Presse da nicht drauf ein. Die sagt einfach alles Quatsch und dann finden die Leute so einen Link:

    https://healthcare-in-europe.com/de/news/der-impfpass-der-zukunft-geht-unter-die-haut.html#

    (Auf der Pressmitteilung vom MIT steht die Gates Stiftung als Förderer)

    Die Presse ist auch nicht mehr willens die eigene Regierung zu kritisieren. Das Maskentheater hätte Anlass für viele kritische Fragen genug geboten. Dass die Regierung ihren eigenen Pandemieplan ignorierte ebenso.

    Und dass viele der Massnahmen nicht angemessen waren, kann man daran erkennen, dass sie von den Gerichten einkassiert wurden. Wenn die Regierung aber Fehler macht, die von Gerichten korrigiert werden, warum weist die Presse niemals voher auf diesen Misstand hin? Die könnten das auch ohne Urteil, dafür haben wir Pressefreiheit. Diese Presse braucht keine Pressfreiheit, die ist mit Narrenfreiheit schon fein raus.

    4. Gewalt war gestern.

    Mein Fazit ist, wenn die Presse ihren Job machen würde und nicht ständig die Hälfte weglassen würde, hätten wir nicht so viele Spinner.

    Glaubst du KenFM, RT, und all die anderen wären so erfolgreich, wenn die Leute nicht merken würde das irgendwo ein Teil fehlt. Die Presse hakt einfach nicht mehr nach. Bei Skripal gibt es in der offiziellen Version so dermaßen viele Fragezeichen, aber keiner fragt alle tippen nur den DPA Ticker ab.

    Die Meinungsvielfalt in der Presse ist ein sehr schmales Brett geworden, kein Wunder, dass im Internet nach Alternativen gesucht wird.

    Am Ende haben wir dann Aluhutträger, Chemtrailer und Gates-Hasser die mit Faschos auf Demos für die Bürgerrechte gehen. Und jetzt sagt die Presse unisono man solle nicht auf Demos für Bürgerrechte gehen. Das ist komplettes Absurdistan an diesem Bild ist alles falsch.

    Gruß Jens

    • Stefan Sasse 16. Mai 2020, 18:59

      Ich werde dich sicher nicht darin anfechten, dass die Talkshows unterirdisch sind. Anne Will und Co waren schon immer mies.

      Aber beim Rest? Ich meine, Bullshit über Gates kommt nicht aus den Leitmedien, sondern aus der Verschwörungsecke. Und wildes Spekulieren über R-Zahlen war auch echt nicht wirklich angebracht.

      Mir scheint auch zu oft ein „meine Position ist nicht diskursdominant“ mit „meine Position kommt im Diskurs nicht vor“ verwechselt zu werden. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.

      • Jens Happel 19. Mai 2020, 02:39

        Nein, der Gates Quatsch kommt nicht aus den Leitmedien. Aber zum Beispiel die Impfchips oder Tatoos, deren Erforschung von der Gates Stiftung finanziert werden, kommen eben auch nicht in den Medien vor. Wenn nicht jetzt wann dann?

        Ich finde solche Chips in Menschen auch gruselig, obwohl ich den Nutzen beim Impfen in chaotischen Entwicklungsländern einsehe.

        Das wäre jetzt die Gelegenheit darüber zu diskutieren. Die lassen es aber unter der Decke, so befeuern sie natürlich die Verschwörungstheoretiker, die sagen die stecken alle unter einer Decke und verschweigen etwas.

        Offenbar hat die Gates Stiftung auch diverse Printmedien finanziell unterstützt. Das ist natürlich dann ein richtiger Brandbeschleuniger.

        Anstelle hier die Fakten aufzudecken und das gerade zurücken, werden jetzt alle Demonstranten als Aluhutträger und Faschos diffamiert. Die gibt es sind aber nicht alle. Und dass ist ein immer wieder kehrendes Muster in unseren Medien. Auf Fakten und Argumente wird nicht eingegangen sondern die Andersdenkenden werden pauschal diffamiert und aus den andersdenkenden ein paar besonders schrille Gestalten als Paradebeispiele vorgeführt. Über die Normalos und deren Argumente braucht man dann nicht mehr zu denken.

        Bei den Flüchtlingen war jeder, der er nicht so prall fand, dass so viele Menschen mit komplett anderem Kulturhintergrund kommen, als Fascho dargestellt. Dann hat die AFD auch noch davor gewarnt, dass da Terrosisten bei sein könnten. Das wurde abgetan und dann kam Amiri. Wenn du an der Kippe stehst wem du glauben sollst und dann passiert so was hast du wieder einen verloren.

        Bei den Ceta Demos wurden alle als Antiamerikaner verurteilt, die an den Demos teilnahmen.

        Und die Diskussion über die R-Zahl ist wichtig. Und auch die Forschung daran ist wichtig, da sie uns etwas darüber sagt wieviel Lockerung möglich ist ohne, dass die Intensivstationen überquellen. Außerdem wurde die R-Zahl unter 1 nicht von irgendjemanden in den Raum geworfen sondern von der Regierung als Ziel ausgegeben.

        Wenn die Zahlen stimmen, würde nämlich das Verbot von Grossveranstaltungen und eingeschränkter Schulunterricht sowie ein Apell an die Vernunft reichen.

        Zu dem Artikel von Herrn Nill auf Telepolis kam wenig Gegenrede und das was kam war für Mathematiker eine Beleidigung.

        Wenn wirklich eine Mehrheit der Deutschen meint, man könne nicht mehr offen seine Meinung in der Öffentlichkeit sagen, gibt es nur zwei Erklärungsmöglichkeiten. Entweder die Mehrheit sind Faschos, weil die dürfen das aus guten Gründen wirklich nicht ihre Meinung in der Öffentlichleit sagen oder unsere Demokratie hat ein riesen großes beschissenes Problem, dass von unseren Medien einfach ignoriert wird.

        Die Medien sind so obrigkeitshörig geworden, dass ist unglaublich. Beim Spiegel war eine Umfrage unter Jugendlichen. Ein Mehrheit sagte, die Regierung sagt nicht immer die Wahrheit. Grund genung für den Spiegel die Jugendlichen Ansichten als populistisch abzutun.

        https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/shell-jugendstudie-2019-anfaellig-fuer-populismus-und-verschwoerungstheorien-a-1291545.html

        Wie bewertet der Spiegel, denn die Fakten, dass z.B. Frau von der Leyen und Herr Scheuer (beide waren oder sind Teil der Regierung) ihre Handydaten gelöscht haben vor dem U-Ausschuß. Als Maßnahme zur Wahrheitsfindung? Und so eine Tante wird danach Chefin der EU.

        Offenbar denkt der Spiegel, die Regierung sagt immer die Wahrheit. Investigativer Journalismus in 2020 und Augstein Senior rotiert im Grab.

        Ich bleibe dabei, den überquellenden Bullshit haben die Medien größtenteils durch Vernachlässigung ihrer Aufgaben zu verantworten.

        Das Problem ist, eine zeitlang funktioniert es eine Minderheit abzustempeln als Fascho, Antisemit, Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker, Populist etc.

        Wenn aber die Zahl der so stigmatisierten eine gewisse kritische Größe erreicht hast du dein Blatt überreizt und selbst die eigene Glaubwürdigleit begraben, die du aber bräuchtest um die Dinge wieder gerade zu rücken.

        Wir ernten was wir säen.

        Gruß Jens

        P.S. Offtopic. Heute hat mich Merkel erstmals so richtig positiv überrascht.

        https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-05/eu-wiederaufbauplan-angela-merkel-emmanuel-macron-coronavirus

        Das war bitter nötig und wird ihr in ihrer eigenen Partei noch einiges abverlangen. Respekt!

        • Stefan Sasse 19. Mai 2020, 07:02

          Ich habe überhaupt nichts gegen eine Diskussion dieser Themen. Aber wir kriegen diese Diskussion nicht, wenn wir über die Aluhüte berichten oder mit den Trotteln dort diskutieren. Wir kriegen diese Diskussion auch nicht, wenn wir einem Lindner oder Laschet zuhören.

          • Jens Happel 21. Mai 2020, 14:51

            Aber wir kriegen diese Diskussion nicht, wenn wir über die Aluhüte berichten oder mit den Trotteln dort diskutieren. Wir kriegen diese Diskussion auch nicht, wenn wir einem Lindner oder Laschet zuhören.

            Aluhutträger und Trottel ok. Aber wenn du schon ablehnst mit Politikern aus CDU und FDP darüber zu sprechen, kannst du gleich sagen du willst nur mit Gleichgesinnten darüber sprechen.

            • Stefan Sasse 21. Mai 2020, 20:49

              Das will ich auch nicht. Es gibt eine Menge kluger Kritiker der Maßnahmen. Aber die zwei gehören nicht dazu, die versuchen einfach nur, populistische Stimmungsmache zu betreiben.

            • Ariane 21. Mai 2020, 23:02

              Jep, das hatten Stefan und ich beide glaub ich irgendwo mit drinnen. Wenn die sich hinsetzen und alle sagen, sie wollen nicht virologisch diskutieren, dann weiß ich nicht, was da rauskommen soll.

              Wenn wir so tun als gäbe es die Pandemie nicht einfach als Realität. Wie will man denn da diskutieren. Die steht nun mal im Zentrum der ganzen Sache. Die ist kein eigener Player mit einem Anliegen, das man in einer Diskussion wegargumentieren kann oder so.

              Und wenn das nicht gegeben ist, dann kommt man nicht in eine gute Diskussion. Dann streitet man nur darum, ob die Pandemie existiert oder nicht. Und hat eine Scheindiskussion. Genauso könnten wir diskutieren, ob Luft existiert.
              Ich verstehe auch immer noch nicht, wieso wir zumindest in Teilen immer noch da feststecken. Das erscheint mir einfach total absurd.

    • Ralf 16. Mai 2020, 19:04

      Daran ist vieles richtig, aber nicht alles.

      Zur Zeit wird in den Mainstream Leitmedien nie darüber berichtet, dass es gute Gründe gibt anzunehmen dass der R-Wert schon vor dem Lockdown unter 1 war. Im Prinzip muss man nur den Inkubationszeit, Meldeverzug etc. berücksichtigen.

      Weshalb der R-Wert bereits vor dem Lockdown unter 1 war, ist z.B. sehr ausführlich in den Mainstream-Medien diskutiert worden. Die Korrelation mit der bereits vor dem Lockdown dramatisch gesunkenen Mobilität, ermittelt anhand von deutschlandweiten Handy-Mobilitätsdaten, ist z.B. in unzähligen Zeitungsartikeln und in TV-Diskussionsrunden debattiert worden. Aus dem Stegreif fällt mir etwa Mai Thi Nguyen-Kim bei Maybrit Illner ein.

      Vielleicht muss man vom Bürger auch einfach mal erwarten dürfen, dass er, wenn er zu einem Thema eine Meinung äußern will, dann eben auch ein bisschen querlesen muss. Ich bin z.B. beruflich vielbeschäftigt, finde aber trotzdem die Zeit jeden Tag quer über Spiegel, Guardian, Politico, FiveThirtyEight und Tagesschau zu lesen. Plus – wenn ich Zeit habe, etwa alle zwei Tage – die Washington Post und die SZ. Plus eigentlich immer die gängigen Politik-TV-Talks im Video-Stream. Plus natürlich die Debatte hier im Blog. Wem das zu aufwendig ist, kann gerne weniger oder garnicht lesen, sollte dann aber eben auch die Klappe halten, wenn Themen in der Öffentlichkeit auf’s Tapet kommen. Wer viel liest, findet hingegen auch Flassbeck und Wagenknecht, selbst wenn die gerade nicht bei Anne Will sitzen. Du hast sie ja auch gefunden.

      • Stefan Sasse 16. Mai 2020, 19:07

        Ja, das ist auch ein guter Punkt.

      • Ariane 17. Mai 2020, 09:10

        Jep danke! Sehr gut erklärt. Man kann auch gerade nicht mehr alles mitkriegen. Ich komm auch oft erst abends dazu, mal in die Medien zu gucken und das wirkt echt wie ein Paralleluniversum. Frag dann meistens per Chat erstmal Freunde, ob die mal kurz erklären können, worum es eigentlich geht, um überhaupt zu wissen, ob man sich damit beschäftigen sollte.
        Männerwelten: ja ganz spannend, Fußball/Verschwöridioten: ?? Ok, gutes Witzethema, Grundrentenstreit: ?? Wer hat für sowas denn gerade Gehirnmasse übrig^^

        Seh ich auch so, wenn man dann über irgendetwas reden will, sollte man erstmal herausfinden, ob der Aufwand lohnt und das überhaupt interessant ist. Ich hab ja gerade sowas wie „Urlaub“ (haha) und krieg die Krise, wenn hier ein Nachbarschaftskrieg um die Kehrwoche (Sassestefan kennt das bestimmt) ausbricht. Da verweigere ich mich auch einfach mitzumachen und such nur nach dem schnellsten Weg, den Schwachsinn zu beenden. (Und mit Hygiene-Demonstranten(??), die meinen Hände waschen wäre ein Grund, den Aufstand zu proben, sollte man genauso verfahren) Denen sollte man einfach sagen, dass sie sich bitte zu Hause (!!) wieder einkriegen sollen und gut ist.

      • Jens Happel 21. Mai 2020, 15:05

        Vielleicht muss man vom Bürger auch einfach mal erwarten dürfen, dass er, wenn er zu einem Thema eine Meinung äußern will, dann eben auch ein bisschen querlesen muss.

        Also ja und nein. Ja, ich hätte etwas mehr querlesen müssen, mea culpa, aber nein, weil die Meinungsäuérung möchte ich nicht erst von einem fundierten Quellenstudium abhängig machen. Normalerweise lese ich jeden Tag Recht viel und auch mehrer Leitmedien, zeit.de, welt.de spiegel,de und faz.net ist eigentlich täglich dabei. Ich war wohl etwas beschäftigt in der Zeit als, dass in den Medien verbreitet wurde. Insofern, war das ein sehr schlechtes, besser falsches Beispiel von mir.

        Gruß Jens

    • Marc 16. Mai 2020, 19:10

      Palmers Satz wurde z.B. komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Er hat nicht gesagt, dass man die Alten einfach sterben lassen soll. Er hat das Sterben abgewogen gegen die Kinder, die laut WHO durch den Armutsschock den der weltweite Lockdown auslöst sterben werden.

      Pro-Tipp: Wenn man kleine Kinder retten will, muß man keine Menschen opfern, sondern nur die Entwicklungshilfe verbessern.

      • Stefan Sasse 16. Mai 2020, 19:58

        Wenn jemands Sätze permanent „missverstanden“ werden, würde ich an dessen Stelle mal drüber nachdenken, woran das liegen könnte. Oder ob man nicht vielleicht einfach nur plausible deniability will. Der Trick ist uralt. Wilde Aussage, Aufmerksamkeit generieren, dann sagen dass man falsch verstanden/zitiert wurde. Macht dieser Typ Politiker permanent.

      • Ariane 17. Mai 2020, 09:14

        Ja, die Diskussion hatte ich auch (mit diesem Hallaschka und seinen Fans auch noch, glaub der Hallaschka wurde jetzt gesperrt oder so)

        Totale ähm „Spinner“. Netterweise wollten sie meine Oma natürlich nicht opfern, der wünschen sie alles Gute. Aber andere Leute können ja dran glauben, wegen KINDERN IN AFRIKA. Logischerweise war die Debatte dann beendet als ich mal nachfragte, wie der Tod meiner Oma (bzw natürlich anderer Leute Omas) denn ein Kind in Afrika retten könnte. Interessanterweise war die Antwort „Geld/Wirtschaft“

        Das ist totale Perversion und die merken es wirklich nicht. Kennen die armen Menschen denn keine Leute, die sie mal wieder in die Realität zerren? Wenn die nicht soviel Diskursmacht hätten, wär das ja echt traurig. So eher gefährlich und ärgerlich.

      • Jens Happel 19. Mai 2020, 02:57

        Ich glaube nicht, das Palmer da was dagegen hätte.

        Ist aber abgesichts der Problematik etwas naiv. Und die Gegenfrage ist, befürwortest du jetzt jedes Jahr einen Lockdown von Winter bis Frühling?

        2017/2018 hättest du damit ca. 20.000 normale Grippetote in Deutschland verhindern können. Nach deiner Logik ist der Lockdown ab sofort einmal im Jahr fällig und das restliche Jahr sammeln wir Geld für Hungernde.

    • CitizenK 16. Mai 2020, 21:57

      Das sind keine „Demos für Bürgerrechte“, sondern eher für Bürgerkrieg. Der Koch hat sich ja schon bewaffnet und ruft dazu auf.

      Das Problem sind nicht einzelne Spinner oder Irre, das Problem sind ihre Anhänger. Offenbar haben Menschen mit einer bestimmten Persönlichkeitsstörung eine starke Wirkung. Politiker, die auf dieser Welle mitschwimmen, machen sich schuldig.

      • Stefan Sasse 16. Mai 2020, 22:31

        Sehe ich auch so.

      • Ariane 17. Mai 2020, 09:20

        Politiker, die auf dieser Welle mitschwimmen, machen sich schuldig.

        Jep. Ganz ehrlich, die Spinner interessieren mich gar nicht, höchstens als Witzmaterial. Ich meine der Koch, der Sänger, der Rapper, der Schwindeldoktor, zig Ex-Journalisten. Ken Jebsen, der den Antisemitismusbeauftragten von BaWü als Redner auf seiner antisemitischen Demo haben will. Die haben einen Knall.

        Aber die Medien und die Politiker, die da mitmachen, die stehen in der Verantwortung und diese Melange ist extrem gefährlich, wie gesagt Hanau, Halle, Christchurch mit Breivik, dem sie alle nacheifern.
        Das ist kein Geheimwissen, die haben alle Manifeste und Videos hinterlassen, jeder der auf diesen Zug aufspringt und das irgendwie unterstützt – und wenn es nur mit „Sorgen und Ängste ernstnehmen“ ist, macht sich mitschuldig. Und wenn wir ein nächstes Hanau haben, haben die ganzen Mit-Propagandisten Blut an den Händen. Das ist vielleicht zu hart, aber ich persönlich kann es nicht mehr ertragen, ein zweites Hanau jetzt und ich wär fertig mit den Nerven und würde drei Tage durchheulen, vor allem wenn als erstes wieder Gauland interviewt wird, der erzählt, dass das nur ein einzelner Verwirrter war.

        Also: Graswurzelkampagne für eine bessere Welt aus Selbstschutz. 🙂

    • sternburg 17. Mai 2020, 05:13

      Hui. Eine spaßig wilde Mischung aus Meinung und Tatsachenbehauptungen.

      Als bekennender Unfallglotzer ignoriere ich mal die Meinungen und beschäftige mich mit den Tatsachenbehauptungen.

      „Alles was nicht Mainstream ist wird im Fernsehn und der Presse abgebügelt.“

      Starker Einstieg, Respekt. Lässt sich leider schwer beurteilen ohne Kenntnis Deiner Definitionen der Begriffe „Mainstream“, „Presse“ und „Fernsehen“ (btw: ich vermisse hier die Worte „Funk“ und „Film“).

      Da Du keine Belege oder auch nur Anhaltspunkte darob anbietest, warum man Deiner Behauptung Glauben schenken solle, antworte ich mal mit einer sportlichen Gegenthese: Du leidest entweder an einer krankhaften Verengung des Begriffes „nicht Mainstream“ oder an einer seltsamen Privat-Definition des Begriffs-Komplex „Presse, Funk, Film, und Fernsehen“.

      Das ist übrigens eine Tatsachenbehauptung. Der kann man argumentativ entgegen treten. Ich an Deiner Stelle wüsste, wie das das geht. Hey, ich benutze, wenn mir danach ist, Formulierungen wie „der medial-militaristische Komplex“. Aber dann denke ich mir auch was dabei.

      „Palmers Satz wurde z.B. komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Er hat nicht gesagt, dass man die Alten einfach sterben lassen soll. Er hat das Sterben abgewogen gegen die Kinder, die laut WHO durch den Armutsschock den der weltweite Lockdown auslöst sterben werden.

      Huiuiui. Komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Wir übergeben mal das Mikrofon an jemanden, der das einfach nur protokollierte Klar, die SZ hat das bestimmt alles mißverstanden.

      Aber davon ganz abgesehen: Warum genau sollte man „das sterben“ abwägen gegen „die Kinder, die laut WHO wegen des Lockdowns sterben“? Ich ahne ziemlich genau, was Du behaupten willst und ich und die Realität, wir beide hätten zu dieser Behauptung eine starke Gegenthese. Aber wenn Du Deine Behauptung schon nicht klar formuliert kriegst, warum sollte ich auf dieses Geraune irgendetwas erwidern?

      „So erging es auch Wagenkencht bei ihrer Position zu den Flüchtlingen.“

      Lasse ich aus Gründen der persönlichen sozialen Hygiene – und weil ich hier zu Gast bin – mal aus.

      „Und ganz allein kann ich mit dieser Einstellung nicht sein, wenn die Deutschen in Umfragen mehrheitlich der Meinung sind, man könne in der Öffentlichkeit nicht mehr seine Meinung sagen.“

      Ich würde behaupten, so ziemlich 100 % der Leser dieser Buchstaben sind der Meinung, Du darfst hier öffentlich – und ohne Angst vor Repressalien; wieso sprechen diesen Teil des Satzes die Schnullernazis und sonstwie Gestörten nie aus? – Deine Meinung sagen. Oder zur Not sonstwo, ich möchte da die hiesigen Gastgeber nicht binden.

      Puh, kommt da noch viel. Mir wird das an der Stelle langweilig. Vielleicht kann den Rest irgendein anderer Gast übernehmen (oder – ganz verrückte Idee – der Jens Happel denkt einfach selber über sein Zeug nochmal drüber).

      • Jens Happel 19. Mai 2020, 03:33

        Starker Einstieg, Respekt. Lässt sich leider schwer beurteilen ohne Kenntnis Deiner Definitionen der Begriffe „Mainstream“, „Presse“ und „Fernsehen“ (btw: ich vermisse hier die Worte „Funk“ und „Film“).

        Dafür, dass dir die Definition fehlte hast du es aber ganz gut verstanden. Hast wohl geraten.

        https://www.welt.de/politik/article193977845/Deutsche-sehen-Meinungsfreiheit-in-der-Oeffentlichkeit-eingeschraenkt.html

        Lesen bildet.

        Und danke für den Link von der SZ, der meine These eindrucksvoll bestätigt. Irgendwas hat die SZ beim „protokollieren“ weggelassen.

        Der Stern hat den ganzen Absatz gedruckt, den ich ich mal hier protokolliere besser zitiere:

        https://www.stern.de/politik/deutschland/berlin-hoch-drei/der-ob–corona-und-die-alten–lasst-boris-palmer-reden-9249948.html

        „Ich glaube, dass es ihm darum geht, dass wir alle irgendwann mal sterben und auch das Grundgesetz das nicht verhindern kann. Und wenn Sie die Todeszahlen anschauen durch Corona, dann ist es bei vielen so, dass eben Menschen über 80 insbesondere sterben, und wir wissen: Über 80 sterben die meisten, irgendwann. Also ist Corona nicht wie Ebola eine Krankheit, die 20-Jährige mitten aus dem Leben reißt, sondern tödlich ist sie für hochaltrige Menschen, fast ausschließlich. Und insoweit müssen wir abwägen. Ich sag’s Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären, aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen, aber die weltweiten Zerstörungen der Weltwirtschaft sorgen nach Einschätzung der UNO dafür, dass der daraus entstehende Armutsschock dieses Jahr eine Million Kinder zusätzlich das Leben kostet. Da sieht man: Es (der shutdown; die Red.) ist ein Medikament mit Nebenwirkungen, wir müssen es richtig dosieren.“

        Hervorhebung von mir. Das Wort „dosieren“ hat die SZ weggelassen. Und dadurch bekommt die Aussage eine andere Wirkung, denn einfach sterben lassen hat er nicht gesagt.

        Offenbar bist du auch dafür jedes Jahr einen Lockdown zu machen. 2017 und 2018 hätten wir so 20.000 Grippetote verhindern können. Weil abwägen ob die Massnahmen angemessen sind ist für dich ja ein NoGo. Du willst ja jedes Jahr von Herbst bis Winter die Schotten dicht machen. Am besten bleiben auch alle das ganze Jahr zu Hause, dann retten wir auch die Verkehrstoten. Den Lockdown blos nicht dosieren , denn so was machen nur Nazis.

        Ich würde behaupten, so ziemlich 100 % der Leser dieser Buchstaben sind der Meinung, Du darfst hier öffentlich – und ohne Angst vor Repressalien; wieso sprechen diesen Teil des Satzes die Schnullernazis und sonstwie Gestörten nie aus? – Deine Meinung sagen. Oder zur Not sonstwo, ich möchte da die hiesigen Gastgeber nicht binden.

        Keine Sorge. Ich zähle nicht zu der Mehrheit. Ich sage meine Meinung hier schon lange und bin Sasse dafür auch dankbar. Der Satz bezog sich darauf, dass man in der Öffentlichkeit sofort mit so „wohlfeilen“ Argumenten wie den deinen runter gemacht wird, wenn man nicht die Meinung die gerade in den Medien oprtun ist ausspricht. Die Mehrheit hat darauf wohl keinen Bock und hält dann lieber die Klappe. Die Gefahr ist bei mir allerdings gering. Ich diskutiere auch mit Leuten die mich als Gestört oder Schnullernazi bezeichnen.

        Ich diskutiere hier sogar mit Klarnamen. Herr sternburg.

        Grüße Jens

  • Ariane 16. Mai 2020, 22:53

    Mal als Kurz-Analyse bzw Eigen-Reflektion:

    Conchita Wurst hatte sehr deutlich andere Pläne, als einen Fake-ESC zu moderieren und dort als Sängerin aufzutreten.

    Ich bin jetzt gleichzeitig neidisch auf die Haare und werfe einen anerkennenden Blick auf die sexy männlichen Oberarme. Und warum haben Männer automatisch immer die perfekten weiblichen Beine? (das wusste ich aber schon).

    Also ja. Mit seinem eigenem Geschlecht und seiner eigenen sexuellen Präferenz konfrontiert und verwirrt zu werden ist irritierend. Man sollte dafür aber nicht Conchita Wurst oder anderen Leuten die Schuld geben.
    3 ESCs mit dem Versuch, da über Internet drüber zu reden, ist übrigens auch sehr irritierend. (aber deswegen keine Verschwörung oder Diktatur)

    • Ralf 16. Mai 2020, 23:12

      Ich suche noch nach dem Anknüpfungspunkt zu Stefan Sasses Artikel … 😀

      • sternburg 17. Mai 2020, 03:42

        Als Mensch, der jedes Wort in diesem Kommentar von Ariane verstanden hat und einordnen kann, teile ich diese suche tbh.

  • derwaechter 17. Mai 2020, 00:43

    Dass dir v.a. Männer negativ auffallen könnte aber auch daran liegen, dass es generell unter den Meinungsstarken rausposaunern und auch Otto Normal Demonstranten viel mehr Männer gibt. Egal bei welchem Thema.

    Mir sind beim Thema bescheuerter Corona statement gleich mehrere Frauen fest im Gedächtnis geblieben.

    https://www.bostonglobe.com/2020/04/16/nation/this-is-covid-19-not-covid-1-folks-kellyanne-conway-mistakenly-suggests-name-virus-means-multiple-versions/

    https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87775382/schluepfer-demo-im-supermarkt-gegen-corona-maskenpflicht-das-sagen-die-frauen.html

    https://images.app.goo.gl/pBUFA8HKgpZtbi2X9 (von den Damen habe ich noch „bessere“ Bilder gesehen die ich nicht aus dem Kopf bekomme. Ich finde sie nur nicht wieder)

    • Ariane 17. Mai 2020, 09:33

      Ja, weil Männer immer die Diskurshoheit beanspruchen und die Frauen ein bisschen „unsichtbar“ sind. Und weil du ziemlich häufig beim Genderthema etwas empfindsam bist, sind dir die Frauen dann mehr aufgefallen, so ist meine Vermutung 😉

      Dieses ganze „Eso-Schwachsinns-Gedöns“ ist meiner Erfahrung nach eher eine weibliche Domäne, weil Männer zu machomäßig sind, um sich mehr mit Ernährung und Gesundheit zu beschäftigen. Die haben da lieber ihre Kriegsfantasien und bewaffenen sich gegen einen Virus, was auch nicht wirklich rationaler ist.

      Diese Angst vor einem Impfzwang ist einfach die Rückkopplung der Masern-Parties. Da wurde das nötig, weil Masern zu den ansteckendsten und gefährlichsten Krankheiten überhaupt gehört und irgendein nicht geimpfter Schüler unabsichtlich in irgendeinem abgelegenen afrikanischem Dorf, das wohl nicht von Bill Gates besucht wurde, eine Epidemie auslöste und mehrere Menschen starben. Und Bill Gates und die WHO dann anrücken mussten, um zu verhindern, dass das indianermäßig ausartet.

      Ist genau so gefährlich und macht mich genauso wütend wie die Untergrundkämpfer. Wir haben das Wissen und müssen es nur anwenden (oder sogar anwenden lassen), wir sind nicht mehr im Jahre 1500. Und das ist nun mal mehr als Eigenverantwortung bei Pandemie, weil man nicht beeinflussen kann, wer geschadet wird. Also ich bin sofort auf Seiten der Aliendiktatur und fordere einen Impfzwang. Deswegen bin ich auch für Lockdown und geordnete Öffnungen, das ist zu komplex, als dass man es den Menschen alleine zumuten kann, das einzuschätzen.

  • sternburg 17. Mai 2020, 03:58

    Du kannst diese Beobachtung zweier in ihrer Ansprechhaltung grundsätzlich unvereinbarer Bestandteile der deutschen Bevölkerung übrigens auch kürzer fassen*.

    Damit möchte ich (diesmal, höhö) keinen einzigen Deiner Buchstaben schlecht machen. Die sind alle gut und wertvoll und haben ihre Berechtigung. Ich persönlich hätte das vielleicht kürzer gefasst. Aber ich neige selber zur Buchstaben-Verschwendung, also wem erzähle ich das.

    *(mit Dank an die Wochendämmerung)

    • CitizenK 17. Mai 2020, 09:52

      Danke für den Tip. Interessantes Format.

      Eins verstehe ich allerdings nicht: R 0,75 wegen Wirtschaft und Kollateralschäden?

      • CitizenK 17. Mai 2020, 09:55

        Korrektur: R kleiner als 0,75 soll genauso schädlich sein wie R größer als 0,75.
        (Die Zeichen wurden nicht übertragen)

    • cimoudain 17. Mai 2020, 10:49

      Deinen Hinweis auf Pinky and the Brain deute ich mal unernst wie folgt:
      Es gibt da jemanden der die Weltherrschaft an sich reissen will. Aber anstelle dem wie geplant zu folgen, lessen sich mache von dem was eigentlich vorgeht ablenken und reden sinnlosen Stuss, wodurch sie der Sand im Getriebe des Plans sind.
      Schlussfolgerung: sternburg baut sogar die Verschwörungstheoretiker in die Verschwörungstheorie ein. 😉

    • Ariane 17. Mai 2020, 12:34

      exakt dasselbe Wohlstandsmadentum wie bei der Klimakrise: Wenn ich nur ausreichend daran herumdefiniere, dann ist das deren Problem und nicht meins. <3

      @Citizen

      Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der genaue R-Faktor ein bisschen egal, solange die Gesundheitsämter noch in der Lage sind, die Ansteckungswege nachzuvollziehen. Wenn das nicht mehr möglich ist, hat man irgendwann exponentielles Wachstum so wie vor ein paar Wochen, als nach und nach ein vollständiger Lockdown verkündet wurde.
      Und jetzt probieren es alle nochmal von vorne und hoffen, dass die Hygiene-Demonstranten kein Covid haben und unkontrolliert verbreiten.

      Oder es waren doch die Aliens, man weiß es nicht^^

  • Ariane 17. Mai 2020, 08:58

    Danke für den Artikel erstmal. Muss das nochmal irgendwann (höhö) in Ruhe durchlesen, mit allen Links und so.

    „Erschütterung der Gegenwart“ passt ganz gut, eventuell ist es sogar noch mehr. Ich muss das selbst noch ordnen und das ist es vielleicht. Es passiert so wahnsinnig viel gleichzeitig und ne Pandemie ist dazu so eine unsichtbare Gefahr, dass ich mich ständig überfordert fühle. Einerseits ist es natürlich ein Medienthema, andererseits betrifft es durch die Maßnahmen jeden ganz persönlich, auch noch auf unterschiedlich Weise.

    Selbst mal eben fix im Supermarkt einkaufen ist ja nicht mehr. Find ich total nervig, mach ich meistens zu zweit und dann gleich für ne halbe Woche oder so. Also ich kann Heiko Herrlich (Fußballer der Zahnpasta brauchte und Quarantäne brach) da schon verstehen.

    Dazu noch die ganze Einzelkommunikation mit unterschiedlichen Leuten, wo sich ständig Offizielles mit Privatem vermischt. Das ist total irritierend und verwirrend. Hab letzte Woche länger mit dem Chef meiner Hausverwaltung gequatscht, der mich um 19.30 aus dem „HomeOffice“ zurückrief, nachdem ich morgens mit einer seiner Angestellten geredet hatte. Man telefoniert dann auch ganz anders, da die erst seit ca 2 Jahren dran sind, war das mehr Klatsch und Tratsch aus dem Treppenhaus.

    Privat hab ich schon die Regel eingeführt, jedes Telefonat wenn möglich per Whatsapp vorzubereiten und jede „Krankheit“ (wegen Pandemie!) doch bitte sofort zu konkretisiren^^ Nachdem ich meine Ma nur mal fragte (per WA) wie es so geht und zurückkam „Der Hand gehts besser“ Hand? Nie von Handproblemen gehört natürlich. Also zwischendurch ist so eine Coronakrise ja die reinste Comedyveranstaltung und dann guckt man aus seiner friedlichen Kleinstadt (in der es wirklich ganz nett und rücksichtsvoll zugeht) mal in die Medien und sieht irgendwelche Hygiene-Demonstranten mit dem Koch der jede Verschwörungsfantasie der Welt glaubt und weiterverbreitet. Merkel ist reptiloider Alien, hält Kinder in Bunkern gefangen, die von US-Soldaten (die von Trump, Xi und Putin gemeinsam!!) kommandiert werden, befreit werden sollen.

    Ich sag mal. Das ist schon alles arg merkwürdig – gelinde gesagt. Außer dass hier Pandemie ist und es Lockdownmaßnahmen braucht, weiß niemand irgendwas genaues und wielange das dauert und überhaupt. Und jeder reagiert auf so eine brutale Veränderung glaub ich erstmal instinktiv „wie immer“. Mir sind am Anfang auch die Gefühle (bin halt Sensibelchen) um die Ohren geflogen, meine normale Empathie steigert sich dann total und das ist auch nicht gut fürs Gehirn. Das wirkte auf Außenstehende auch „übergeschnappt“ und war es ja auch, aber so reagiere ich nun mal bei Stress. Und dann fange ich an zu sortieren, mich selbst und meine Liebsten absichern, Medien einordnen, spontan in 12 Std Tiefschlaf fallen. Und schwupps war ich wieder auf der Höhe, bzw auf normalem Level. (Lobo hatte einen Artikel dazu, der das mit kollektiver akuten Belastungsreaktion erklärte, den fand ich sehr gut)

    Und andere reagieren anders und suchen Schuldige für die Verwirrung und zwar jeden, der sich anbietet, Merkel, China, das RKI, Bonzen, Arme Leute, egal. Und wenn man sich dann nicht hinsetzt und mal seine Gedanken und Gefühle für sich selbst sortiert, sondern gleich losrennt und die Medien alles gleichzeitig aufschreiben, dann haben wir 5.000 Leute auf Hygiene-Demos, die vorm Weltuntergang warnen. Und dann heißt es plötzlich, das sind besorgte Bürger, müssen wir total ernst nehmen und der Kanzleramtsminister!! gibt ein offizielles Statement heraus, dass keine Impfflicht geplant ist. Äh? Und morgen dann, dass Merkel in Wahrheit keine Dikatorin und reptiloide Alienfrau ist?

    Ich weiß nicht, ob du das schon mit drin hattest, ich fand diesen Artikel von Natascha Strobl ganz gut, wo sie die Welterklärung der rechten Seite analysiert:
    https://www.republik.ch/2020/05/16/der-tod-gehoert-wieder-den-rechten
    Jep, da wird ne Pandemie einfach zum Kampf auf Leben und Tod umgedeutet, egal wie bescheuert das ist.

    Ich hab ja gestern diesen Fake-ESC auf Pro7 gesehen und ich fand das war großartiges Fernsehen und gleichzeitig auch die gute Gegenerzählung. Es war solidarisch und kosmopolitisch. Die haben ja oft Migrationshintergründe und Niko Santos (der hat gewonnen auch) kommt eigentlich aus Spanien und die spanischen Punkte wurden von seiner Familie verkündet und das war total herzergreifend.

    Oder auch schön: für Deutschland verkündete Hakan Cananoglu (türkischer National-Fußballspieler, geboren in Deutschland) die Punkte.
    Moderator fragt: Wo bist du? Und er antwortet: „Zuhaus – in Mailand“
    weil er gerade für den AC Mailand arbeitet. Lukas Podolski (jetzt in der Türkei) durfte auch mitmachen und der verkündete für Polen (wo er herkommt) und ist ja totaler Kölner und vergab passenderweise 12 Punkte an die Türkei, wo er jetzt wohnt.

    Natürlich waren die Videoschalten oft so unperfekt wie im normalen Leben, wenn hier selbst die Kanzlerin manchmal klingt, als rufe sie von der ISS an.
    Der Mond als „Land“ war auch vertreten und in der Pause trat ein Kalou-Doppelgänger mit einem Corona-Song (Deutschland ist stabil) an.

    Also ich fands großartig, muss ich mir nochmal in Gänze angucken, aber es war eben eine Werbung für Solidarität und Völkerverbidung (ich kannte von den Promis nur 3 Leute natürlich) und Conchita Wurst als spontan verwandelte Frau und überhaupt, ich hab Tränen gelacht und am Ende Tränen der Rührung in den Augen gehabt, was will man mehr.

    Sorry, bissl abgekommen. Aber ich glaube diese beiden „Erzählungen“ Kampf oder Solidarität ringen gerade um die Deutungshoheit und manchmal liegt das halt nah beieinander. Wenn Putin sich die ESC-Sendung anguckt, macht er daraus eine Verschwörung der Verweichlichung und Homosexualität etc.pp. Das Problem hat ja ganz Osteuropa mit dem ESC. Wenn der ESC dann in Moskau stattfindet, bekommt Putin Ärger, wenn da keine Regenblogenflaggen gezeigt werden dürfen.

    Und die Menschheit an sich ist nicht verrückt und verroht und aggressiv, aber sie ist beeinflussbar und das nutzen viele absichtlich und unabsichtlich aus und reißen ganz normale Leute in ihren Verschwörungsabgrund mit, bis die nicht mehr merken, dass sie andere Leute permanent verletzen, weil sie meinen, sie hätten das gottgegebene Recht dazu. Und das haben sie nicht. Jeder wäre gerne „auserwählt“, hat ja einen Grund, warum sich diese Mythen seit Jahrtausenden halten, früher waren die Juden die Bösen, heute sind es reptiloide Aliens aus nem Videospiel, aber es ist immer dieselbe alte Leier.

    Und da muss man erstmal bei sich selbst anfangen und seine Gedanken und Gefühle sortieren, sich mit anderen Menschen austauschen (denen es übrigens allen gerade so geht) und dann gucken, wie man mit der Situation klarkommt, ohne selbst verletzt zu werden oder andere zu verletzen. Und das sollten ganz schnell und dringend mal die politischen Führer und Medien checken, weil die die größte Reichweite haben, wenn die anfangen zu framen, kommen kleine unbedeutende Menschen wie wir hier nicht mehr gegenan. Dann können wir nur noch Exil planen und das will ja hoffentlich niemand.

    • Stefan Sasse 17. Mai 2020, 10:39

      Ich fürchte, der Artikel ist auch etwas inkohärent, weil ich so viele verschiedenen Sachen reinbringen wollte. Nicht nur Jonas‘ großartige Ideen, ohne einfach sein Essay neu zu schreiben, auch die Erschütterung der Gegenwart und den ganzen restlichen Blödsinn, der da gerade so passiert.

      • Ariane 17. Mai 2020, 12:43

        Ja, ich glaub das haben wirklich alle, weil ja selbst sowas Schnödes wie der Einkauf im Supermarkt brutal anders ist. Meine Katze hat früher manchmal ne Tür im Flur bei Langeweile geöffnet und wenn ich dann nachts ins Bad ging, bin ich natürlich gegengelaufen, weil da normal keine Tür im Weg ist.

        Schiefer Vergleich natürlich, aber so funktioniert ja irgendwie unser Gehirn, und aktuell laufen wir ständig gegen Türen, die normalerweise nicht da sind. Nur hat halt kein Alien aus Fortnite die Tür dahingezaubert, sondern ähm eine schwarze Katze, die im Dunkeln unsichtbar ist wie eine globale Pandemie 😀

  • CitizenK 17. Mai 2020, 10:03

    Voßkuhle hat keine Angst und die Demokratie und keine Sorge, dass wir unsere Grundrechte nicht wieder zurückbekommen. (Quelle grad nicht zur Hand).

    Dass sollte doch wenigstens die beruhigen, die noch nicht ganz abgedriftet sind. Also die, denen es wirklich um die Grundrechte geht und die Angst haben, die da oben wollten eine Diktatur errichten.

    • Stefan Sasse 17. Mai 2020, 10:41

      Ich habe davor ehrlich gesagt keine Angst, weil ich dem BVerfG da vertraue. Deswegen finde ich es auch wenig hilfreich, wenn das Gericht polarisiert wird; damit kann es diese Funktion nämlich nicht mehr wahrnehmen.

      • cimourdain 17. Mai 2020, 10:55

        Dann kannst du dich auf einen Vorsitzenden freuen, bei dem im Wikipedia Eintrag der Teil Kritik/Kontroversen bereits jetzt länger ist als der restliche Artikel:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Harbarth

        • Stefan Sasse 17. Mai 2020, 11:30

          Na hurra 😀

        • Ariane 17. Mai 2020, 12:44

          Großartig! Ich fand schon immer, dass Voßkuhle ne Schraube locker hat, die jetzt wohl ganz rausgefallen sind.

          Wir brauchen einen Gerichtsreporter für DD 😀

          • cimourdain 17. Mai 2020, 21:31

            Wieso Voßkuhle? Ich spreche von seinem ziemlich sicheren ( Bundespräsident steht noch aus) Nachfolger.

            • Ariane 18. Mai 2020, 02:34

              Ja ich weiß, ich kann nur den Voßkuhle schon überhaupt nicht leiden. Also viel schlimmer kanns eigentlich auch nicht mehr werden. Ham die denn keine anderen, ne namenlose Frau oder sowas?

    • popper 17. Mai 2020, 11:20

      Wenn Voßkuhle das sagt, dann ist das für dich der „Heilige Gral“ der Zukunft. Du warst schon mal weniger naiv. Eine derartige Verengung des Debattenraums gut zu heißen, wie das im Blog derzeit geschieht, wo nur noch Zuschreibungen gelten sollen und divergierende Meinungen zum offiziellen Narrativ als Verschwörungstheorien abqualifiziert werden, zerstört jede sachliche Diskussion. Und ist das Gegenteil ein freien demokratischen Gesellschaft. Dabei merkt „ihr“ in eurem masoretischen Eifer gar nicht, wie ihr genau das tut, was ihr der heterogenen Protestmasse vorwerft. Ihr verschwört euch gegen die Würde des Menschen und sein Recht auf freie Meinungsäußerung. Wer dabei, wie ihr, auf Begriffe wie Verschwörungstheorie, Querfront etc. ausweicht, verschleiert ganz offensichtlich seinen Unwillen und Mangel an Argumenten hinter Killerphrasen. Und kommt, ohne sich die Argumente der Menschen anzuhören, zu Negativurteilen und bereitet damit den Weg zu dem, was ihr behauptet, verhindern zu wollen – eine monokausale Meinungsdiktatur. Einfach nur grotesk.

    • Ralf 17. Mai 2020, 11:47

      Voßkuhle hat keine Angst und die Demokratie und keine Sorge, dass wir unsere Grundrechte nicht wieder zurückbekommen. (Quelle grad nicht zur Hand).

      Sorry, für diese Erkenntnis brauche ich weder Deine Quelle noch Voßkuhle. Dass nirgendwo in Deutschland die Würde des Menschen und sein Recht auf freie Meinungsäußerung in Gefahr sind, ist offensichtlich für jeden, der Augen hat. Dabei bedeutet das Recht auf freie Meinungsäußerung, dass jeder seine Meinung sagen darf, nicht dass jedem Spinner zugehört werden muss. Das Recht auf freie Meinungsäußerung besagt überdies nicht, dass sich der Sprecher durch seine öffentlich geäußerte Meinung nicht als Dummkopf und Aluhut entlarven kann.

    • Dennis 17. Mai 2020, 12:30

      @ Citizen K

      Zitat:
      (Quelle grad nicht zur Hand).

      Man kann z.B. hier gucken:

      https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEyNDEwNjI/andreas-vosskuhle-im-gespraech

      ab Minute 20

  • R.A. 17. Mai 2020, 10:48

    Eigentlich lohnt nicht über völlige Spinnereien wie die Bill-Gates-Theorie zu reden. Das ist letztlich nur eine Handvoll Durchgeknallte, die zwar lautstark sind, aber keinen echten Anhang haben.
    Daß die plötzlich so groß in den Medien sind liegt m. E. nicht daran, daß sich da wirklich eine ernst zu nehmende Polarisierung aufbaut. Sondern es ist so wunderbar leicht alle Kritiker von Regierungsmaßnahmen mit dem Aluhut zu brandmarken und damit inhaltlich nicht auf die Kritik einzugehen.

    Und es ist schon richtig: In der Krise stehen die Leute erst einmal zusammen. Und das war auch in Deutschland so, die ersten lockdown-Wochen gab es auch keine Proteste, sondern insgesamt einen breiten Konsens.

    Kritisch wurde es einige Zeit später, als die Kanzlerin und ihr Medienanhang die Gelegenheit nutzen, aus der Krise PR zu machen. Und dafür einen möglichst langen und harten lockdown zu propagieren, auch wenn die Argumente dafür immer dünner wurden.

    Die wesentliche Polarisierung läuft derzeit deswegen nicht zwischen Kubicki und den „Linken“. Sondern zwischen den Ministerpräsidenten, die Merkels Kurs verworfen haben und versuchen die Folgen der Krise zu managen – und dem Kanzlerin-Lager, das weiterhin die PR-Masche fahren wollen.

    • Stefan Sasse 17. Mai 2020, 11:30

      Na, ich bin echt froh dass du nicht polarisierst 😀

    • Ariane 17. Mai 2020, 12:52

      Die Polarisierungen laufen zwischen allen Menschen auf der Welt, da sollte man nun nicht die Kanzlerin oder Aliens (unklar, ob das nicht dasselbe ist wohlgemerkt) verantwortlich machen.

      Man sollte vielleicht merken, wenn man mitpolarisiert und es einstellen, bevor man die Kanzlerin verdächtigt, etwas anderes zu sein als ähm die Kanzlerin.

    • sol1 17. Mai 2020, 15:42

      „Kritisch wurde es einige Zeit später, als die Kanzlerin und ihr Medienanhang die Gelegenheit nutzen, aus der Krise PR zu machen. Und dafür einen möglichst langen und harten lockdown zu propagieren, auch wenn die Argumente dafür immer dünner wurden.“

      …und schon haben wir die nächste Verschwörungstheorie!

  • Hias 17. Mai 2020, 11:40

    und jetzt dieser Artikel ins bayerische übersetzt:
    https://www.youtube.com/watch?v=D0vgM3S9xZE

    😉

  • Dennis 17. Mai 2020, 12:03

    Kritik an einer Sache; ansonsten gilt Nichtäußerung ja als Zustimmung^ :

    Zitat Stefan Sasse:
    „Auch das BVerfG beginnt in der Krise, seine jahrzehntelange überparteiliche Reputation zu verlieren. Der scheidende Vorsitzende Voßkuhle sprach von „liberalen Eliten“, die sein Urteil kritisierten, und machte einen Gegensatz zu den „Normalen“ auf, also der breiten Bevölkerung. Die Polarisierung macht nirgends mehr Halt.“

    Das gehört meiner Meinung nach nu wirklich nicht in den Zusammenhang „Die Polarisierung einer Pandemie“. Polarisierung womöglich schon, aber aus anderen Gründen und nur zeitlich, also zufällig, im hier besprochenen Zusammenhang.

    Erinnert im Übrigen etwas an das berühmte Kinderspiel:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Post

    Zitat aus dem verlinkten „Verfassungsblog (M. Steinbeis)“
    „Ich denke, ich tue Voßkuhle nicht Unrecht, wenn ich vermute, dass diese „liberalen Eliten“, die er meint, sich mit jenen, die jetzt sein Urteil kritisieren, weitgehend decken.“

    Daraus wird dann hier:

    Zitat Stefan Sasse:
    „Voßkuhle sprach von „liberalen Eliten“, die sein Urteil kritisierten “

    Suche den Fehler ^

    Die Komplexe „Corona“ „EZB-Urteil“ und „Populismus/liberale Eliten“ wurden im ZEIT-interview angesprochen, aber jeweils UNABHÄNGIG voneinander. Natürlich könnte ich sagen: Ich denke, ich tue Herrn V. nicht unrecht, wenn ich das einfach mal zu einem Cocktail verrühre – allerdings könnte ich dabei auch falsch denken. Neu ist das, was Voßkuhle da zum Thema Eliten und Populismus gesagt hat, ja eh nicht. In diversen Variationen ist diese Debatte schon lange auf dem Markt, zum Beispiel in der Form, links-liberal gestrickte elitistische Identitätspolitik (Prenzlauer Berg und so^) mit dem traditionellen linken Sich-um-die-kleinen-Leute-kümmern zu konfrontieren. Wurde auch hier auf DD schon verschiedentlich durchgekaut.

    Gehört zwar nicht hierher, aber die Tatsache, dass Voßkuhle „Präsident“ des Gerichtes ist bzw. war, bedeutet eigentlich nur, dass er nach aussen den Grüß-Gott-Onkel spielt und intern „Dienstvorgesetzter“ ist, was keinen Einfluss auf die Rechtssprechung hat. Seine Stimme im 2.Senat wiegt nicht mehr als jede andere der insgesamt 8. Womöglich kam sogar die eine Gegenstimme im Senat in der EZB-Sache von ihm ^ (okay, ist nicht sehr wahrscheinlich), aber der/die betreffende RichterIn ist ja nicht aus der Deckung gekommen, obwohl das zulässig ist und häufig gerne gemacht wird (Sondervotum).

    • Ariane 17. Mai 2020, 12:50

      Herr Gerichts-Expertenkorrespondent.

      https://verfassungsblog.de/schoenen-gruss-von-der-liberalen-elite/
      Hier nochmal der verlinkte Artikel vom Steinbeis. (Immerhin will er nicht mit Voßkuhle reden, Glück gehabt)
      Stefan und ich rätselten schon herum, was für einen „Skandal“ er meint, wenn er vom Herrn Papier spricht.
      Weißt du da Bescheid?

      Wir wussten keinen großen Skandal, außer dass das ein alter, weißer Mann ist. Aber davon gibts ja sehr viele, das sollte man ja nicht gleich skandalisieren, nur weil einigen davon gerne mal die Sicherungen aus dem Gehirn springen. ^^

      • Dennis 17. Mai 2020, 22:38

        Zitat Ariane:
        „Weißt du da Bescheid?“

        Trotz meiner umfangreichen investigativen Recherchen isses halt so, dass ich den Leutchen ja nu nicht in die Seele gucken kann.

        Der olle Papier gibt halt ständig Interviews und sonstige publizistische Beiträge, Vorträge und all so was mit konservativen Einschlag und letztes Jahr als Krönung dann ein zum „Bestseller“ hochgehyptes Trivialwerk mit reisserischem Titel („wie der Rechtsstaat ausgehöhlt wird“), und den üblichen konservativen nostalgischen Positionen, allerdings ohne auf AfD-Niveau umzukippen.

        Das gefällt dem Steinbeis, Maximilian, gar nitt so, denn der tickt ja eher links-liberal und bucht den Papier, Hans-Jürgen, darob unter Skandalnudel ab.

        So ist das Leben unter alten weissen Männern. Der Steinbeis is ja nu auch schon knapp 50 und da stellt sich die Frage, ob der auch schon als Altweissmann gilt oder noch ’ne Schonfrist hat. Kennst du dich da aus?

        Oder isses gar so, dass man, wenn man irgendwas mit links drauf hat, auch noch mit 90 KEIN awM ist sondern ewig von dieser Kiste grundsätzlich befreit ist, unerachtet des Alters ? Fragen über Fragen

        • Ariane 18. Mai 2020, 02:33

          Also bei mir gilt die Regeln, dass nur Altweißmann ist, wer sich wie einer benimmt.

          Und wer bedeutungsschwanger von einem Skandal raunt, ohne zu erklären, was denn so Skandalöses passiert ist, ist definitiv ein alter weißer Mann. In meinem Regelwerk gibt es auch die alte weiße Frau. Obwohl die Begriffsfindung ja mal echt fantasieloser ist. Snowflakes find ich schöner, aber das gilt hier ja sicherlich als Geheimsprache und dann ist ja auch wieder doof.

          Und der Steinbeis hat mich schon mit seinem Ratgeber über Gesprächshinweise mit Rechten genervt. Alte weiße Männer scheinen sich nie vorher die Frage zu stellen, ob die Leute denn nichts Besseres zu tun haben als Kaffeekränzchen mit rechten Halbnazis zu veranstalten. Ich werde eigentlich nur aus Egoismus als Diplomatin/Schlichterin tätig oder lass mich dafür bezahlen, aber unter „Freizeitvergnügen“ stell ich mir schon was anderes vor.

          Alte weiße Männer und Frauen werden laut meinen Regeln in den Club der linksgrünversifften hypermoralen Gutmenschen aufgenommen, was auch das viel schönere Wort ist! Und Genderneutral! Wer sich als Opa bezeichnet und Internetsprache versteht oder wie meine Oma schon sowohl auf einer Hochzeit von Lesben und einer Mischehe einer Blondine und einem gebürtigen Senegalesen war, ohne ein böses Wort zu sagen. Solche Leute werden zwangsrekrutiert als Gutmenschen.
          Und da das ja was mit links ist, dürfen da alle unabhängig von Alter, Geschlecht, anderem Gedöns rein 🙂

          • Stefan Sasse 18. Mai 2020, 06:40

            Ich war auch kein großer Steinbeis-Fan bisher. Deswegen finde ich es ja so beachtlich, dass er diese Generalkritik gegen das BVerfG fährt.

    • Stefan Sasse 17. Mai 2020, 13:08

      Point taken. Ich finde allerdings die Dichothomie von „liberalen Eliten“ und „normalem Volk“ von Voßkuhle auch jenseits des konkreten Urteils extrem bedenklich.

  • sol1 17. Mai 2020, 19:32

    Das Problem ist, daß hier ein Fall von Diskursnapping vorliegt:

    /// Während die Querfront des Anti-Infektionsschutzes das unbedingte „Recht auf Erscheinen“ für sich beansprucht, entkernt von jener solidarischen Dimension, zwingt sie jene politische Linke, die nicht am irren Rand enden will, zur Aber-Ausdifferenzierung der eigenen Position. Die würde dann sinngemäß lauten: „Die Versammlungsfreiheit und das körperliche Wir-Werden sind zentrale Grundsätze der Demokratie, aber der pandemische Imperativ des gegenseitigen Schutzes wiegt in diesem Fall schwerer, sodass das Recht auf dicht gedrängtes Erscheinen für den Moment ausgesetzt wird.“

    Fraglos ist solch eine Differenzierung einerseits zu begrüßen. Auch weil man im linken Diskurs ja bisweilen noch auf viel ideologische Altbestände trifft, die in ihrer Grobschlächtigkeit („die da oben“, „US-Imperialismus“ usw.) sehr dringend Differenzierung benötigen. Die Kehrseite dessen ist nur: Innerhalb der demokratischen Debattenpraxis ist solch eine Differenzierung, vorsichtig gesagt, oft kein strategischer Vorteil. Wer dieser Tage einfache, unterkomplexe Antworten sucht, ganz gleich aus welchem politischen Spektrum er kommt, landet deshalb zunehmend leichter bei Verschwörungstheoretikern, Rechtspopulisten und Querfrontquerulanten. Schon deshalb, weil letztere alle anderen politischen Kräfte, zumindest wenn diese nicht in die Nähe des Querfrontpopulismus geraten wollen, zur Erhöhung der eigenen Komplexitätskompetenz zwingen. Das zeigt einerseits die intellektuelle Widerstandskraft der pluralistischen Demokratie, könnte mittelfristig aber auch zu ihrem neuralgischen Angriffspunkt werden. Auch das: eine Dialektik der Aufklärung. ///

    https://www.zeit.de/kultur/2020-05/corona-demos-berichterstattung-verschwoerungstheorien-demokratie-demonstrationen-medien-macht/komplettansicht

    Gut zu sehen in Berlin – während die Antifa-Gegendemonstranten sich brav an die Begrenzung auf 50 Personen hielten, stürzten sich die Medien auf die Freaks von der Querfront:

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/gender-raus-oder-ich-werd-zum-nazi

    • Ariane 18. Mai 2020, 01:49

      Jep über Proteste wird nur berichtet, wenn da nur Freaks sind oder mindestens eine Flasche geworfen wird!

      Ist echt schade, ich meine FfF oder sonstwer hatte da einige gute Ideen, hab nur mitbekommen, dass die in der Lockdown-Phase so eine Zettelchen-Aktion in Berlin gemacht haben, woanders hat man statt auf dem Balkon geklatscht als Protest auf Töpfe und Pfannen eingeschlagen (war irgendwo im Ausland).
      Ich mein, wer meint, ein Protest ist immer eine Massendemo ist auch recht fantasielos, das ergibt nur eindrückliche Bilder (auch wichtig!). Aber an eine einzelne Ohrfeige oder einen Kniefall erinnert man sich genauso jahrelang. Oder ein Video das mal auf Pro7 lief.

  • Ariane 18. Mai 2020, 02:07

    Es passt vielleicht eher zur Wohlstandsverwahrlosung, aber ich möchte euch den Lindner macht den Herrlich nur schlimmer nicht vorenthalten:

    Christian #Lindner trifft sich im Nobelrestaurant #Borchardt u.a. mit Immobilenunternehmer und Honorarkonsul von Belarus Steffen #Göpel.Umarmung ohne Maske inklusive.Scheinbar gelten die Abstandsregeln nicht für die Eliten.Wer ist das denn, mit dem sich CL da trifft? (1/7) pic.twitter.com/ysk35B2u0f— Zweitwahl (@Second_Best_yet) May 17, 2020

    Danach kam es im Nobelrestaurant Borchardt zu einer Polizeirazzia

    Am Freitagabend."Im „Borchardt“ gab’s zum Schnitzel Polizeibesuch"https://t.co/Ca5hMGPzjh— Zweitwahl (@Second_Best_yet) May 17, 2020

    Ich vermute, die Razzia war freundlicher als wenn in der Shishabar ein Mensch zuviel herumlungert. Alter! Und ich dachte, das mit der Bundesliga ist aussichtslos, weil da zuviele Millionäre rumhängen, die nie erwachsen werden mussten, sondern für immer den Kleinjungstraum leben. Ich meine der Herrlich hat immerhin niemanden umarmt, so dass es eventuell auch noch zu einer Atemnot kam (der sieht auch aus wie hier die Risikogruppe)

    Ich fordere ein Ranking! Promis, die öffentlich auf Hygieneregeln äh scheißen!

    Ich nominiere Kalou für die 1. Größter Sympathiefaktor, fröhlich und mit Corona-Song-Gesangseinlage und einem Sprachgemisch, das mich sofort ein Mikrofon in Fußballkabinen herbeiwünschen lässt! Knapp gefolgt von Heiko Herrlich, der seine Geschichte immerhin so öffentlich erzählt hat, dass das hastige Weglöschen auf Youtube wegfällt. Söder war heute übrigens im Doppelpass, Lauterbach hatte keine Zeit, der wohnt ja schon in der ARD.

    Bei Politikern ist die Sache schon schwieriger, da streiten Kurz, Kretschmer und der Lindner um den Sieg. Man muss Lindner natürlich zugute halten, dass er nur ein Schnitzel essen wollte, bevor die Verbotspartei alles verbietet und quasi „versehentlich“ in eine Polizeirazzia geriet, was sicherlich ein Missverständnis war! Da würde ich ihm nur den Platz 2 hinter Kretschmer gönnen, obwohl der kein Nobelschnitzel hatte, sondern gegen das Gesetz verstoßen hat, um sich beschimpfen zu lassen. Schwierig!

    Also die Fußballer machen mehr Spaß, fordere Lockdown für Politiker, die zu blöd sind, das mit den Hygieneregeln zu kapieren und nur Lockerungsorgien für systemrelevante Menschen, die es mehr verdient haben, nach einem anstrengenden Tag des Hinternabputzens unter Lebensgefahr ein Nobelschnitzel oder Eis mit einer Freundeperson zu essen. Wenn sie sich denn nur sowas leisten könnten.

    Es ist zum Heulen und Kotzen gleichzeitig. Bei den Fußballern kann man jedenfalls noch drüber lachen.

  • Jens Happel 22. Mai 2020, 13:24

    Ich wollte noch ein paar aktuelle Beispiele anfügen, die unterstreichen sollen, weshalb ich den Medien die Hauptschuld gebe, dass die Menschen zunehmend in alternativen Medien unterwegs sind.

    In der Printausgabe vom Spiegel Nr. 20 vom 09.05.2020. Wird auf drei bedruckten Seiten und einer Fotoseite über die Coronademonstraten berichtet. Die Überschrift „Wut und Wahnsinn“ ist schon mal ein geiler Einstieg. Man erfährt viel darüber wie die Seitenzugriffe auf diverse alternativen Medien KenFM, Rubikon, und CompactTV zugenommen haben. Ständig wird gewarnt, dass extreme von rechts und links die Demos unterwandern würden. Eine Sozialpsychologin die zum Thema Verschwörungstheorie promoviert hat kommt zu Wort, deren Erklärung ich allerdings etwas platt fand, zumindest so wie sie im Spiegel dargestellt wird.

    Was denn aber nun die nicht Extremen stört und warum die „normalen“ Demonstranten zur Demo gehen KEIN einziges Wort.

    Dafür nochmals eine pauschale Verunglimpfung der damaligen Demonstrationsteilnehmer an den S21 Demos.

    Im original
    Stuutgart ist ein guter Ort (Anmerkung von mir, weil dort auch eine Hygiene Demo war), diesem Phänomen nachzuspüren. Hier entstanden vor 10 Jahren die massiven Proteste gegen Stuttgart21, die republikweit für Aufsehen sorgten. Es waren keine Linksradikalen, die damals ihren Unmut zeigten, sondern zumeist wohlhabende Bürger, die ihre Lebensqualität durch den Bau des Bahmhofs beeinträchtigt sahen. (Und dann kommts..) Heute gibt es durchaus Parallelen zu den Wutbürgern von damals

    Klar wer demonstriert muss entweder Linksradikal oder Wutbürger sein. Die S21 Demonstranten waren also einfach wütend, dass sie eine Baustelle vor der Nase haben sollten. Ja klar, der Bundesrechnungshof war das wohl auch, der hatte auch schon damals vor horrenden Kostensteigerungen gewarnt. S21 wird sich nach aktuellem Stand weder betriebswirtschaftlich für die Bahn noch volkswirtschaftlich für die BRD rechnen. Und der Spiegel qualifiziert alle Demonstranten als egoistische Wutbürger ab.

    Damals wie heute nur Verunglimpfung, und keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten der „normalen“ Bürger.

    Auch bei anderen Themen sind die Leitmedien mehr damit beschäftigt, Andersdenkende in eine bestimmte Ecke zu stellen. Ebenfalls aktuelles Beispiel die als gemeinnützig anerkannte Online-Zeitschrift infosperber.ch in der Schweiz.

    https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/

    Wer den Artikel durchliest merkt schnell, inhaltlich wird sehr wenig an den Artikeln von Infosperber kritisiert, es geht nahezu ausschließlich darum, dass Infosperber gelegentlich von Rechten zitiert wird und dass Leser im dortigen Forum Artikel zu KenFM verbreiten.

    Das erinnert mich an die Demokraten die über Wikileaks geschimpft haben, dass sie die Machenschaften der Parteispitze gegen Sanders publik gemacht haben. Man erschießt lieber den Überbringer der Botschaft als sich um den Inhalt der Botschaft Gedanken zu machen.

    Die Gegenrede von Infosperber kann man hier durchlesen

    https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Der-verkrampfte-Versuch-Infosperber-in-eine-Ecke-zu-stellen

    Und wie krampfhaft die Medienwoche versucht hat Mitarbeiter von Infosperber zu kompromittierten Aussagen zu bewegen kann man hier in der veröffentlichten Korrespondenz nachlesen

    https://www.infosperber.ch/data/attachements/MedienWoche.Mail-Wechsel.pdf

    Noch ein aktuelles Beispiel, die BDS Initiative wurde als antisemitisch eingestuft, deshalb bekommt sie nun keine öffentlichen Veranstaltungsräume für ihre Veranstaltungen. Sie setzt sich aber für Gewaltfreiheit ein und, dafür dass ausnahmslos alle UNO Beschlüsse eingehalten werden sollen, deswegen will die jüdische Stimme für den Frieden, weiter mit der BDS reden.

    Die jüdische Stimme nimmt laut Satzung nur Menschen jüdischer Herkunft auf

    https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Stimme_f%C3%BCr_gerechten_Frieden_in_Nahost

    Weil die jüdische Stimme weiterhin mit BDS reden will und wie BDS den Abzug Israels aus den besetzten Gebieten fordert (immerhin ein UNO Beschluss)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Resolution_446_des_UN-Sicherheitsrates

    Wird nun die „jüdische Stimme“ – also Menschen jüdischer Herkunft – als antismetisch bezeichnet und bekommt ihrerseits nur noch unter größten Schwierigkeiten Zugang zu öffentlichen Räumen für ihre Veranstaltungen.

    Hierzu der Tagesspiegel als positives Gegenbeispiel

    https://www.tagesspiegel.de/politik/goettinger-friedenspreis-antisemitismus-ist-mehr-als-ein-label/24063608.html

    Die Leitmedien und die etablierten Eliten singen in diesem Land „Spiel nicht mit den Schuddelkindern“ und jeder der mit ihnen spielt wird selber zum Schmuddelkind. Es geht rein gar nicht mehr um eine inhaltliche Auseinandersetzung sonder um reine Stigmatisierung.

    Gelegentlich habe ich den Eindruck, die ARD ist ein serviler Diener der CDU geworden. Die CDU sagt bück dich und die ARD antwortet mit der Gegenfrage wie tief?

    AKK hat anlässlich Rezos Video „zerstört die CDU“ totalen Stuss zur Kontrolle von Meinungsäußerungen im Internet erzählt. Es ist eigentlich dabei ganz einfach. Es gelten die gleichen Regeln wie für Kommentare in Zeitungen. KEINE außer den üblichen, keine Beleidigungen kein Holocaust Leugen etc.

    Die ARD machte in den Tagesthemen daraus ein Drama der Verwirrung und Vertuschung.

    https://norberthaering.de/news/tagesthemen-akk/

    Und ganz aktuelle Norbert Häring noch zu einem Interview der ARD mit Herrn Söder.

    https://norberthaering.de/news/ard-soeder-interview/

    Was ich zeigen will. Die Medien verfolgen mehrheitlich das Ziel Andersdenkende zu verunglimpfen, sobald das anders denken zu weit vom Mainstream abweicht. Zusätzlich kuschen sie vor der Regierung.

    Und um das gleich vorneweg zu nehmen, dass ist für mich keine Verschwörung der Medien, sondern der schlechten wirtschaftlichen Lage der Printmedien geschuldet, die zu einer Konzentration der wesentlichen Printmedien geführt hat. Viele Journalisten fürchten um ihre Jobs und wer aus der von der Redaktionsleitung vorgegeben Marschroute zu weit abweicht verliert als erster den Job.

    https://www.deutschlandfunk.de/konzentration-im-zeitungsbereich-die-informationsvielfalt.2533.de.html?dram:article_id=418663

    Bei ARD und ZDF kommt hinzu, dass die Politik die Intendanten bestimmt. Ich bin ein klarer Befürworter des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks, da Italien und die USA ein wirklich abschreckendes Beispiel darstellen. Ich plädiere aber dafür die Intendanten vom Volk wählen zu lassen und nach dem Verhältniswahlrecht die Posten zu besetzen, so dass dort die Vielfalt auch abgebildet werden kann.

    Mittlerweile werden von den etablierten Medien so viele Menschen abgekanzelt als Nazis, Klimaleugner, Aluhutträgr, Russlandversteher, Antisemit, Verschwörungstheoretiker und wenn alles nicht passt als unqualifizierter Wutbürger, dass die Gruppe mittlerweile so groß geworden ist, dass das Prinzip der Ausgrenzung allein zahlenmäßig nicht mehr funktioniert.

    Diese schaffen sich im Internet ihre alternativen Medien, die jedes mal wenn die etablierten Medien wieder einmal die Hälfte weglassen automatisch an Glaubwürdigkeit gewinnen.

    • Stefan Sasse 22. Mai 2020, 15:53

      Der große Unterschied ist halt, dass S21 protestieren nicht Leben in Gefahr bringt.

    • R.A. 24. Mai 2020, 19:24

      “ … weshalb ich den Medien die Hauptschuld gebe, dass die Menschen zunehmend in alternativen Medien unterwegs sind.“
      Grundsätzlich Zustimmung (nicht unbedingt zu jedem Beispiel).
      Zu viele Journalisten sehen sich in erster Linie als Erzieher. Sie wollen dem Volk die „richtige“ Weltsicht beibringen und entsprechend wird die Nachrichtenauswahl sortiert.

      Früher war „sich nicht mit einer Sache gemein machen“ oberste journalistische Pflicht, heute gilt im Gegenteil, der Journalist solle „Haltung zeigen“, sich also aktiv für eine Sache einsetzen.

      Und viele Leute wollen als Erwachsene nicht von anderen Leuten erzogen werden und durch das Internet fliegt oft auf, wenn die Recherche schlecht war. Damit erodiert das Vertrauen.

      Und das führt dann leider dazu, daß sich zu viele Menschen in wirklich trüben Quellen „informieren“. Und dabei nicht merken, daß da oft noch weniger recherchiert, im Gegenteil sogar oft bewußt gelogen wird.

      Wenn aber jeder nur noch selektiv den Medien/Quellen glaubt, die sein Weltbild bestätigen – dann ist keine vernünftige faktenbasierte Diskussion mehr möglich. Und die ist die Basis jeder Demokratie.

      Und umgekehrt wird auf Recherche häufig verzichtet, weil die zu Fakten führen könnte, die nicht in diese Weltsicht passen.

      • Stefan Sasse 24. Mai 2020, 20:03

        Das ist schlicht nicht wahr. Auch früher haben sich Journalisten mit Sachen gemein gemacht. Nur halt mit deinen, deswegen fiel dir das nicht auf.

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.