Produktivität & Arbeitslosigkeit: 49 Euro für die soziale Gerechtigkeit

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der führenden Wirtschaftsnationen, kurz OECD, veröffentlichte dieser Tage ihr alljährliches Compendium of Productivity Indicators. Hierin stellt der Think Tank eine Entkoppelung der Produktivitätsentwicklung zu den Löhnen fest, wonach zuletzt der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Nationaleinkommen rückläufig war, ein Umstand, der gerade in Deutschland seit gut 10 Jahren beklagt wird. Dabei ergibt sich seit der weltweiten Finanzkrise das Bild, dass zwar der Beitrag der Arbeit, ausgedrückt in den Arbeitsstunden pro Kopf in Bezug auf das BIP, zugenommen hat, der Wert der abhängigen Beschäftigung jedoch nicht. Andererseits ist die Arbeitslosigkeit gerade in den G7-Ländern in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts spürbar zurückgegangen, was nicht zufällig korreliert, wie die Forscher der OECD anmerken. Arbeit wandert nach Wirtschaftskrisen in wenig produktive Dienstleistungsbereiche ab, der Anteil von Teilzeitbeschäftigungen nimmt zu. Eine nicht ungefährliche Entwicklung, schließlich besteht Wohlstandssteigerung darin „work smarter“ und nicht arbeitsintensiver.

Die Frage treibt Deutschland nicht erst seit den Arbeitsmarktreformen des sozialdemokratischen Kanzlers Gerhard Schröder um: ist es sinnvoller, Menschen aus dem Erwerbsleben zu nehmen, wenn sie den stetig steigenden Anforderungen an Produktivität und Bildung nicht gerecht werden können? Oder ist jede Tätigkeit sinnvoll, solange sie ein Erwerbseinkommen sichert, selbst dann, wenn dies zur Bestreitung des eigenen Lebensunterhaltes nicht ausreichend ist? Die führenden Wirtschaftsnationen haben dazu mehrheitlich eine eindeutige Position. Während in Deutschland der Anteil der Langzeitarbeitslosen mit rund 50% traditionell außerordentlich hoch war, bringt die Mehrheit der Industrieländer beschäftigungslos gewordene Menschen schneller wieder in Lohn und Brot.

Der Kern der Agenda 2010 wollte dies ändern und Deutschland war danach auf dem Weg durchaus erfolgreich, von 2005 bis 2015 sank der Anteil der Langzeiterwerbslosigkeit von 53 auf 44 Prozent. Keine andere wichtige Nation kann dabei solche Erfolge verbuchen, im Gegenteil. So stieg in Staaten mit einem deutlich liberaleren Arbeitsrecht wie den USA und Großbritannien diese spezifische Kennzahl um rund ein Drittel an. Doch dieser Weg hatte für das soziale Gefüge in Deutschland einen Preis, insbesondere in der zweiten Hälfte der Nullerjahre wuchs zwar die Beschäftigung rasant, die Zahl der geleisteten Stunden konnte mit dem Wachstum jedoch nicht Schritt halten. Auch hierzulande entstand zunehmend eine Schicht der Working Poor, Menschen, die in unsicheren Arbeitsverhältnissen ihr Leben fristen, die nicht am allgemeinen Wohlstandszuwachs teilhaben. Schon zuvor hatte das Einkommensgefälle deutlich zugenommen, nun tat sich ein neuer Spagat zwischen immer mehr hochbezahlten Berufen und sehr gering entlohnten Jobs auf. Die unteren Einkommensschichten zahlten damit einen doppelten Preis für Globalisierung, Wiedervereinigung und Migration: erst sanken ihre Realeinkommen teilweise beträchtlich und danach gaben die Versuche, sie in Beschäftigung zu halten oder wieder zu bringen den Rest. An dem grundsätzlichen Befund ändert sich auch wenig, dass vor allem die üblichen Verdächtigen Geringqualifizierte, Alleinerziehende, Migranten und Ostdeutsche von diesen Entwicklung betroffen sind und natürlich der nationale Arbeitsmarkt aufnahmefähig und durchlässig geworden ist. Darum soll es an dieser Stelle nicht gehen.

Komponenten des Volkseinkommens

Die OECD-Studie erinnert an den typischen Weg. Um Arbeitslosigkeit zu beseitigen, wird für einige Jahre die Produktivitätsentwicklung zurückgehen und der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen sinken. Zwischen Sylt und Bodensee erlebten wir das in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends, wo die Gewinn- und Vermögenseinkommen von 28% auf 36% hochschnellten. Doch diese Ausschläge haben sich längst wieder umgekehrt, seit 2012 haben wir eine Stabilisierung auf einem Niveau, das mit 68:32 nahe an den historischen Durchschnittswerten orientiert. So machten zwischen 1985 und 2015 die Arbeitnehmerentgelte am nationalen Einkommen 69% aus. Daran gemessen beträgt der „Verteilungsspielraum“ zwischen Löhnen und Gewinnen 1% des Volkseinkommens oder 23 Milliarden Euro. Im Schnitt sind das für jeden Arbeitnehmer weniger als 600 Euro im Jahr oder 49 Euro im Monat, brutto. Zur Erinnerung: die linken Parteien von SPD und LINKE sehen den Staat nicht in der Lage, auf einen solchen Betrag bei der Einkommensteuer verzichten zu können. Zudem, so die sozialpolitische Begründung, wäre die Auswirkung für kleine und mittlere Einkommen eher im homöopathischen Bereich.

Productivity OECD

Deutschland nahm in den letzten Jahrzehnten niedrigere Produktivitätsgewinne als die anderen G7-Staaten in Kauf. Hierfür gibt es zwei wesentliche Gründe: in den 1990er Jahre drückte die Integration der alten, weit unproduktiveren DDR-Betriebe die Leistungsverbesserung. Und im folgenden Jahrzehnt sollte die auf ungeahnte Rekord Dimensionen angewachsene Arbeitslosigkeit zurückgedrängt werden. Deutschland war zum kranken Mann Europas geworden, die wirtschaftliche Dynamik der Aufbruch-Jahre um die historische Zeitmarke 1990 erlahmt. Während die übrigen G7-Länder seit 2009 nur noch ein sehr geringes Produktivitätswachstum von jährlich 1,1% aufweisen, konnte sich die deutsche Volkswirtschaft mit 1,3% vergleichsweise sehr gut halten. Und während nun USA, Großbritannien und Frankreich ihre seit 2009 aufgebauten hohen Arbeitslosenzahlen begonnen haben abzubauen, konnte man hierzulande die Früchte früherer Reformen und einer relativ stabilen Wirtschafts- und Finanzpolitik ernten.

Deutschland ist zur Joblokomotive geworden. Seit 1995 hat sich die Arbeitslosigkeit um 44% verringert, mit gemessenen 4,6% (Harmonised Unemployment Rate HUR) herrscht in der Republik Merkels nahezu Vollbeschäftigung, kein anderes OECD-Land kann im 20-Jahresvergleich mit solchen Daten aufwarten. Dies ist allerdings auch ein Beleg, wie sehr das Land in der Endphase der Kohl-Ära gelähmt war und sich verspätet auf die Bedingungen einer globalisierten Wirtschaft eingestellt hat. In der Post-Finanzkrisenzeit schafften auch die angelsächsischen Staaten wieder Beschäftigung, einzig die Euroländer und hiervon dezidiert Frankreich gelang dies nicht. Träge wie ein leckgeschlagener Tanker verharren deren Volkswirtschaften in Unterbeschäftigung.

Investitionsquote Deutschland

Die Wissenschaftler in Paris bemerken auch einen spürbaren Rückgang der Investitionstätigkeit in der Nachkrisenzeit. Doch Deutschland betrifft dies von den G7-Staaten weniger als andere. Die nationalen Bruttoanlageinvestitionen liegen mit 19% im absoluten historischen Mittel. Die staatlichen Investitionen schwanken mit der Trendkurve der Gesamtinvestitionen. Seit Antritt der amtierenden großen Koalition 2013 haben die öffentlichen Investitionen leicht angezogen auf nunmehr 2,4%. Damit steht das wichtigste Mitglied der Eurozone besser da als die anderen G7-Staaten, die in den letzten Jahren die Investitionen des Staates zum Teil deutlich zurückgenommen haben. Die in den internationalen Institutionen und auf Konferenzen erhobenen Klagen über teutonische Investitionszurückhaltung haben also nur sehr eingeschränkt ihre Berechtigung.

Bruttoanlageinvestitionen des Staates (Bundesfinanzministerium)

Deutschland hat damit seine wirtschaftspolitischen Hausaufgaben gemacht, soweit man das unter den Begrenzungen einer demokratischen Verfasstheit leisten kann. Die Trends verliefen dabei nicht außergewöhnlich, geringeres Produktivitätswachstum fand ihre spezifischen Begründungen. Auch der Rückgang der Arbeitnehmerentgelte am nationalen Einkommen war nicht ungewöhnlich, nicht das Ergebnis einer falschen Politik, sondern der richtigen. Seit 2010 erntet die Berliner Politik und ragt damit immer mehr unter den G7-Staaten heraus. Kein Wunder, dass internationale Begehrlichkeiten und Forderungen an die deutsche Regierung zunehmen.

 

Statistischer Nachtrag:

 

Beschäftigung Service (2005 = 100)

 

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  • CitizenK 22. Mai 2017, 19:27

    Die „wahre“ Zahl der Arbeitslosen lässt sich eher an der Zahl der sogenannten „Unterbeschäftigten“ ablesen, die derzeit bei 3,6 Millionen Menschen liegt, also um eine satte Million höher als die offizielle Arbeitslosenzahl.

    Die Zahl der Erwerbstätigen sagt nichts darüber aus, ob es sich auch um halbwegs „normale Jobs“ handelt. Dazu ein Beispiel: Eine vollzeitbeschäftigte Mitarbeiterin im Einzelhandel (bislang also = 1 Erwerbstätige) wird ersetzt durch zwei teilzeitbeschäftigte Verkäuferinnen (= 2 Erwerbstätige) oder gar durch vier geringfügig Beschäftigte (= 4 Erwerbstätige). Obwohl die Arbeitszeit (40 Stunden pro Woche) gleichgeblieben ist, gibt es statistisch nun zweimal bzw. Viermal so viele Erwerbstätige wie vorher.

    Seit 2010 laufen die „Kopfzahl“-Entwicklung bei den Erwerbstätigen und die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden, also das Arbeitsvolumen, auseinander.

    Sozialpolitisch besonders brisant ist die Tatsache, dass wichtige Teile unseres sozialen Sicherungssystems, von der Arbeitslosenversicherung bis hin (vor allem) zur entenversicherung, auf dem Modell der möglichst ohne
    Unterbrechungen praktizierten Vollzeit- Erwerbsarbeit mit einer (mindestens) durchschnittlichen Vergütung basieren – eine sichere Quelle für zukünftige Altersarmut.

    Quelle: https://makronom.de/das-deutsche-jobwunder-ist-schlechter-als-sein-ruf-21001

    Dort gibt es auch Grafiken dazu, die nicht ganz so froh stimmen wie die im Artikel.

    • In Dubio 22. Mai 2017, 19:58

      Ich bin im Artikel auf den Punkt eingegangen. Wichtig war mir: das ist keine unilaterale Erscheinung. Sie und ich, wir können uns doch an die Debatten in den 1990er Jahren erinnern: Arbeitszeitverkürzung und mehr Teilzeit nach dem Modell der Niederlande, um mehr Beschäftigung zu bekommen. Rot-Grün hat dazu in der ersten Legislaturperiode ein Gesetz durchgebracht, dass es den Angestellten erlaubt, einseitig ihre Arbeitszeit zu verkürzen. Nun fordert die SPD dieses Recht auch, einseitig die eigene Arbeitszeit erhöhen zu können.

      Es bringt nichts, über die Definition von Arbeitslosigkeit zu streiten. Auch hier gibt es eine internationale Definition, die bei solchen Vergleichen zugrunde gelegt wird. Wir sind in Deutschland besonders streng, selbst wenn jemand kaum arbeiten kann und in der letzten Zeit nicht eigenständig gesucht hat und sich nur arbeitssuchend meldet um seine Ansprüche zu sichern, wird er unter Umständen als arbeitslos gezählt. Um vergleichen zu können – und nur darum ging es in dem Artikel! – müssen wir harmonisieren. Das tut die OECD und auf der Basis schneidet Deutschland gut ab. Das gibt ein Gefühl für die Einordnung ohne damit zu sagen, alles wäre bestens. Aber Nabelschau ist problematisch.

  • Rauschi 23. Mai 2017, 08:19

    Auch der Rückgang der Arbeitnehmerentgelte am nationalen Einkommen war nicht ungewöhnlich, nicht das Ergebnis einer falschen Politik, sondern der richtigen.
    Es ist alos die richtige Poltik, die das zur Folge hat?
    Auch hierzulande entstand zunehmend eine Schicht der Working Poor, Menschen, die in unsicheren Arbeitsverhältnissen ihr Leben fristen, die nicht am allgemeinen Wohlstandszuwachs teilhaben.
    War denn Wachstum nicht mal ein Synonym für Wohlstand? Warum sollten Menschen arbeiten, wenn sie trotzdem auf Zahlungen des Staates angewiesen sind und allen damit verbunden Auflagen folgen müssen (also das Gegenteil von selbstbestimmtem Leben) und im Alter von der Mindestsicherung leben müssen?
    Wenn das die Ergebnisse der richtigen Politik sein sollen, dann gute Nacht. Da steht aber dann das Wirtschaftmodell stark in Frage, wir sollten auf die Suche nach einem besseren gehen, da gibt es ja gute Ansätze, wie Kreislaufwirtschaft und cradle to cradle. Hätte auch den Vorteil, das wir den Planeten nicht mehr zerstören müssen, damit irgendwelches Wachstum (das offensichtlich nicht zu mehr Wohlstand führt) uns noch schneller in den Abgrund führt:
    [Allerdings arbeiten heute fast alle tonangebenden Kräfte aus kurzfristigen Eigeninter­essen genau dagegen an. Doch selbst wenn dies gelingen sollte, würden wir dadurch die zweite und noch schwerer zu überwindende Grenze nur umso schneller zu spüren bekommen: die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Diese Grenze betrifft nicht ­allein das Klima, sondern auch unsere Böden, unsere Süßwasservorräte, die Artenvielfalt, die Ozeane und Wälder, die alle einem beschleunigten Verwüstungsprozess ausgesetzt sind. Da man Geld nicht essen kann und es auf einem toten Planeten auch kein Wirtschaftswachstum mehr geben wird, sind die Grenzen der Biosphäre letztlich auch die Grenzen der Megamaschine.]

    Quelle: http://www.megamaschine.org/2016/03/01/ausstieg-aus-der-megamaschine/

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 23. Mai 2017, 10:05

      Es wäre hilfreich, wenn Sie nicht unter jedem Thread die Systemfrage aufwerfen würden. Wie bereits geschrieben, würde ich hier den Trennstrich zwischen uns beiden ziehen. Ich werde Sie nicht von den Vorteilen des Kapitalismus überzeugen können, daher spare ich mir diese Zeit. Nur einen Satz zum Nachdenken und meinetwegen Überprüfen: je entwickelter eine kapitalistisch organisierte Volkswirtschaft, desto weniger Verbrauch natürlicher Ressourcen, messbar an unseren Flüssen, Wäldern und der Anzahl von Naturparks.

      War denn Wachstum nicht mal ein Synonym für Wohlstand? Warum sollten Menschen arbeiten, wenn sie trotzdem auf Zahlungen des Staates angewiesen sind und allen damit verbunden Auflagen folgen müssen.

      Kein System kann den Anspruch haben, mit einem Einkommen nicht nur den Erwerbstätigen selbst, sondern eine Anzahl von unbekannten Angehörigen mitzuversorgen. In jedem OECD-Land gibt es Menschen, die neben ihrer Erwerbsarbeit auf unterstützende Leistungen angewiesen sind. Schon Marx war übrigens klar, dass der Lohn sich nicht nach der persönlichen Bedürfnisstruktur des Arbeiters richten kann. Wie soll auch ein Arbeitnehmer entlohnt werden, wo der eine Single und der andere alleinerziehend mit einem fast 1.000 EUR pro Monat höheren Bedarfsanspruch ist?

      • Rauschi 23. Mai 2017, 11:48

        Nur einen Satz zum Nachdenken und meinetwegen Überprüfen: je entwickelter eine kapitalistisch organisierte Volkswirtschaft, desto weniger Verbrauch natürlicher Ressourcen, messbar an unseren Flüssen, Wäldern und der Anzahl von Naturparks.
        Dann denke ich das mal zu Ende, wenn sich erst alle Länder der Welt dank des kapitalistische Systems entwickelt haben , dann wird alles gut, weil dann niemand mehr irgendetwas verbraucht, habe ich Ihre Aussage erfasst?
        Scheitert nur leider daran, das es dann kein Wachstum mehr gibt und der Kapitalismus zusammen bricht, denn selbst ein Verharren auf einem Status Quo kann der nicht ertragen, weil sich Investitionen schlicht nicht lohnen.
        Sie meinen ernsthaft, ein weiter wie bisher, am besten mit höherem Tempo wäre der richtige Weg? Nimmt zwar nicht alle mit und die Abgehängten werden immer mehr, das gehört aber so?
        Wie lange soll das tote Pferd geritten werden, bis Sie absteigen?

        Gruss Rauschi

      • popper 23. Mai 2017, 13:32

        In Dubo schreibt: …je entwickelter eine kapitalistisch organisierte Volkswirtschaft, desto weniger Verbrauch natürlicher Ressourcen, messbar an unseren Flüssen, Wäldern und der Anzahl von Naturparks…

        Ja? Dann erklären Sie uns einmal genau diesen Verweisungszusammenhang. Und zwar unter dem phänomenologischen Aspekt, dass die Wirtschaft angeblich ein autopoietisches System sein könnte, das die Elemente, aus denen es besteht, selbst produzieren und reproduzieren muss. Und wie stellt sich für Sie die Tatsache da, dass, was Sie entwickelten Kapitalismus nennen, schlicht eine Kreditgeldökonomie ist. Und zwar Geld als relatives Maß der Produktion.

        Schon der Fleischanteil bei der Mammutjagd war eine Frage der Verteilung. Und daran hat sich bis dato im Prinzip nicht viel geändert. Der Grunddissenz ist darin zu finden, das es sich beim Kapitalismus um eine Warenwirtschaft und nicht um eine Güterwirtschaft handelt. Deshalb erfolgt die Investition vor der Ersparnis. Nicht der Nichtkonsum der Haushalte bestimmt die Investition, der Geldvorschuss der Unternehmen entscheidet über die Höhe der wirtschaftlichen Aktivität. Hieraus resultiert eine unabweisbare Bedingung. Denn die Unternehmen – wollen sie nicht bankrott gehen – sind verpflichtet, das ausgegebene Geld wieder zu erwirtschaften, indem sie die erzeugten Waren dazu einsetzen, um nicht nur die Kosten, auch einen Gewinn zu erzielen.

        Insoweit ist ihre klassenkämpferische Attitüde nur ein profaner Reflex in der gleichen Art, wie Sie ihn permanent ihren Diskussionspartnern unterstellen. Die Ungleichgewichte lassen sich nicht in eine Balance bringen, egal ob man Neiddebatten nach oben oder nach unten führt. Man muss erst einmal verstanden haben, dass die Existenz von Geld an einer korrespondieren Schuld hängt, so dass Geld als „soziales Verhältnis“ nicht aus einer Gütertheorie heraus erklärt werden kann. Der Auktionator oder die unsichtbare Hand der Gleichgewichtstheorie der Neoklassik ist einer Realmystik geschuldet, die den imaginären Markt in seiner neoliberalen Variante zur obersten Instanz verklärt. Nur im Handel zwischen mindestens zwei (!) Menschen entsteht Marktgeschehen, dessen Funktionalität aus auferlegten Regeln durch den Menschen entsteht. Die hieraus resultierende Machtfrage fällt dem Staat zu, der mit seinem Gewaltmonopol den Rechten und Pflichten des Marktes Geltung bzw. Durchsetzungskraft verleiht. Das mag man Systemfrage nennen, wer sie aber nicht stellt, bleibt gefangen im Aufprall widerstreitender Ideologien.

        Ich selbst glaube nicht, dass Ökonomie ein System sein im Luhmannschen Sinne kann. Deshalb bin ich auch der Überzeugung, dass eine endgültige Abkehr von einem Gleichgewichtsbegriff und die ihm zugrunde liegende konstruktivistische Chimäre einer Balance widerstreitender Kräfte die Grundlage seines Raisonnements ist. Die ökonomische Orthodoxie, von der Neoklassik bis zum neueren Marxismus, postuliert seit 200 Jahren eine Vorherrschaft der Gütersphäre über den „Geldschleier“. Seine Entwicklungstheorie, die auf einer realwirtschaftlichen Basis aufsetzt zeigt seit vielen Jahren, dass mit noch so guten Absichten, mit falschen Konzepte und Theorien eine Katastrophe nach der anderen fabriziert werden kann. Eine Theorie, die nicht widerlegt werden kann, hat keine wissenschaftliche Basis. Deshalb ist der Neoliberalismus, da er einen Markt zur höchsten unbezweifelbaren Instanz erhebt keine Wissenschaft.

        • In Dubio 23. Mai 2017, 22:39

          Ja? Dann erklären Sie uns einmal genau diesen Verweisungszusammenhang.

          Nein, sicher nicht. Rauschi hat in ihrem ersten Kommentar einen Ausflug zu dem Ressourcenverbrauch des kapitalistischen Systems gemacht. Meine einzige Reaktion hierauf bestand in dem Hinweis, die eigene These zu überprüfen unter dem Aspekt eine (von mir in der Kürze nicht bewiesenen) Fakt.

          Artikel selbst setzt sich der statistischen Wahrheit auseinander, dass der Abbau von Arbeitslosigkeit eine Verlangsamung der Produktivität und eine zeitweise Verringerung der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen bedingt. Das ist explizit eine makroökonomische Betrachtung und ich hatte erwartet, die Anhänger des Hamburger Ökonoms Flassbeck würden sich begierig auf den fleischhaltigen Knochen stürzen.

          Solche Artikel sind weit aufwendiger als andere. Ich experimentiere damit, ich nehme eine Ausgangsthese und experimentiere damit, in dem ich die behaupteten Entwicklungen anhand umfangreichen Datenmaterials überprüfe. Vielleicht ist es einigen Kommentatoren nicht bewusst, aber solche Artikel schreibe ich in meiner Freizeit und opfere damit freie Zeit von mir. Ich probiere unvoreingenommen etwas aus und versuche, dies dem Forum transparent zu machen. Ehrlich gesagt empfinde ich es nicht gerade als einen freundlichen, respektvollen Akt, auf solche Arbeiten mit allgemeinen angelesenen theoretischen Betrachtungen über die Weltläufe zu reagieren.

          • Rauschi 24. Mai 2017, 07:46

            Artikel selbst setzt sich der statistischen Wahrheit auseinander, dass der Abbau von Arbeitslosigkeit eine Verlangsamung der Produktivität und eine zeitweise Verringerung der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen bedingt.
            Wie kann man diese Wahrheit denn aus den Tabellen heraus lesen? Daraus kann man maximal eine Korrelation heraus lesen, aber mitnichten irgendeine Wahrheit oder gar, welche Faktoren was bedingen.
            Schon rein logisch kann das nicht hinhauen. Da werden dann von den Menschen in Arbeit, die ein niedrigeres Einkommen haben, auf einmal unproduktive Dienstleistungen nachgefragt, die es im Boom nicht gab? Wie das? Oder von den Unternehmen, die in Krisenzeiten offensichtlich keinerlei Interesse an Produktivitätssteigerungen haben, weil dann die Kosten erst recht egal sind? Aber diese gesunkenen Einkommen können durch einen Zaubertrick dann wieder zum Aufschwung führen, weil was passiert ist? Schon die Aussage, das die Agenda 2010 unsere Wirtschaft angeblich wettbewerbsfähiger gemacht hat, führt zu einigen Fragen.
            Die Arbeitslosen mussten also erst den Zwangsabstieg angedroht bekommen, damit diese sich endlich einen Job suchen? Genau jene sollen aber dann dazu geführt haben, das die Unternehmen auf einmal produktiver und damit wettbewerbsfähiger wurden? Sind denn neuerdings gerade die erzwungenen Arbeiten die produktivsten, oder belegen nicht empirische Studien eher das Gegenteil? Ich habe das neulich einen Abgeordneten gefragt, so richtig erklären konnte der mir das auch nicht. Es widerspricht auch jeder Erfahrung, aber wenn Sie das aus den Tabellen heraus lesen, dann wird das wohl so sein.

            Ich werde Sie nicht von den Vorteilen des Kapitalismus überzeugen können, daher spare ich mir diese Zeit.
            Zum gefühlt 20sten Mal, ich bin mir der Vorteile des Systems durchaus bewusst, aber es gab seit Beginn auch immer die Schattenseiten dazu, nur das diese eben nicht uns betrafen. Was Sie allerdings vertreten, ist die Neoliberale Ausprägung, die dafür sorgen wird, das heiss geliebte System noch schneller gegen die Wand zu fahren.
            Sie besprechen Wirtschaftssysteme und diese dürfen aber niemals in Frage gestellt oder erweitert werden? Der Kapitalismus braucht Wachstum zum Überleben, das werden Sie wohl nicht bestreiten, weil dann wirklich jede Debatte nutzlos ist.

            Gruss Rauschi

            • In Dubio 24. Mai 2017, 09:08

              Wie kann man diese Wahrheit denn aus den Tabellen heraus lesen? Daraus kann man maximal eine Korrelation heraus lesen, aber mitnichten irgendeine Wahrheit oder gar, welche Faktoren was bedingen.

              An dieser Stelle sehe ich, dass die statistische Erklärung für Sie nur noch zur Schutzbehauptung verkommen ist. Wir reden hier immerhin von internationalen, eindeutigen Trends. Diese sind Ihnen nicht einen Gedanken wert, obwohl dies doch eine Herausforderung sein müsste – intellektuell meine ich. Das Motto: „was nicht sein darf das nicht sein kann“, ist es nicht. Beweis zu führen ist sowohl statistisch als auch theoretisch sehr einfach, so einfach, dass Sie selbst darauf kommen könnten.

              Für diejenigen, die Statistiken nicht trauen, empfiehlt sich ein Gang zur örtlichen IHK oder Agentur für Arbeit. Wenn Menschen arbeitslos werden, überlegen sie sich des Öfteren auch den Gang in die Selbständigkeit. Seit den Arbeitsmarktreformen wird dies sogar besonders gefördert. Und wenn Sie mit Beratern der IHK sprechen, so können die Ihnen berichten, dass die Leute vor allem auf originelle Ideen kommen wie die Gründung eines Reinigungsservices oder Hausmeistergesellschaft. Statistisch lässt sich leicht belegen, dass in den Nachkrisenjahren der Anteil des Produzierenden Gewerbes wie der Bauwirtschaft abnehmen, während Dienstleistungen zunehmen. In Ländern mit weniger dichtem Sozialnetz wie den USA beginnt es mit Betteln und geht dann über einfache Arbeiten wie Schuheputzen und Hilfsdienste. Und zum Schluss: die LINKE kritisiert wie niemand sonst, dass seit den Arbeitsmarktreformen die Leute in einfache, schlecht bezahlte Tätigkeiten gedrängt würden. Ein wesentlicher Teil der absorbierten Langzeitarbeitslosen hätte in niedrig bezahlten und befristeten Jobs sowie in der Zeitarbeit Beschäftigung gefunden. Es entspricht durchaus der betrieblichen Erfahrung, dass Zeitarbeiter nicht die Produktivität aufweisen wie Langzeitbeschäftigte.

              Ansonsten bin ich bereits vor einigen Wochen mit Ihnen darauf eingegangen, wie die Produktivität bei Rationalisierungen zunimmt. Logischerweise kehrt sie sich um, wenn neue Leute eingestellt werden, erst recht, wenn diese zuvor längere Zeit arbeitslos waren. Wir müssen das nicht wiederholen, Sie werden sich sicherlich daran erinnern.

              Zum gefühlt 20sten Mal, ich bin mir der Vorteile des Systems durchaus bewusst ..

              … die Sie nie – nicht mal in Nebensätzen – erwähnen. Woher soll ich das dann wissen?

              Sie besprechen Wirtschaftssysteme und diese dürfen aber niemals in Frage gestellt oder erweitert werden?

              Jeder Artikel hat eine Überschrift, darunter finden sich dann kürzere und längere Texte, wo der Schreiber umreißt, was er darlegen und in Blogs, worüber er diskutieren möchte. Ich lasse mich durchaus häufiger davon wegführen. In solchen Debatten stelle ich an mich jedoch geringere Anforderungen an Dokumentation und Beweisführung. Schließlich war das nicht mein Thema. Ich versuche diese Sidesteps nun etwas mehr zu begrenzen, da jeder spätere Versuch die Debatte einzuhegen, zuletzt zu den Vorwürfen geführt hat, ich würde Argumenten ausweichen, „wenn es eng“ würde.

              Soweit ich irgendwann das Interesse habe, über Systemalternativen zu debattieren, werde ich dazu einen Artikel verfassen. Bisher war das nicht der Fall. Die unterschiedlichen Formen marktwirtschaftlicher Ordnungen geben für mich genügend Diskussionsbedarf.

              • Rauschi 24. Mai 2017, 09:46

                Diese sind Ihnen nicht einen Gedanken wert, obwohl dies doch eine Herausforderung sein müsste – intellektuell meine ich. Das Motto: „was nicht sein darf das nicht sein kann“, ist es nicht. Beweis zu führen ist sowohl statistisch als auch theoretisch sehr einfach, so einfach, dass Sie selbst darauf kommen könnten.
                Dann mal immer her mit den Beweisen, das sollte ja nun ganz einfach sein. Ich kann Ihnen beweisen, das durch ein grösseres Rohr mehr Flüssigkeit fliesst, anhand von Gleichungen und von Experimenten. Da ist Ursache und Wirkung eindeutig, das würde ich gerne mal in einer Statistik sehen, da haben Sie fast immer das Hennen/Ei Problem, was war zuerst und was bedingt was. Aber Sie können mir gerne das Gegenteil beweisen. Das auch und gerade in Statistiken gerne die Zahlen genommen werden, die zur Untermauerung der eigenen These dienen, sollte Ihnen auch bekannt sein. Aber wissen Sie was, da Ihre Intelligenz ja die aller anderen um Meilen voraus zu sein scheint, ersparen Sie uns doch so was und erklären sofort, damit auch Normale Menschen an Ihren Erkenntnissen teil haben dürfen. Ihre Ausführungen, die irgendetwas beweisen sollen, sind ja dermassen dünn, das es schon rein logisch nicht hinkommen kann. Die Unternehmen stellen in Krisenzeiten Leute ein, die nachweislich unproduktiver sind? Warum, sind die doof, warum haben die in den Boomzeiten niemanden eingestellt? Weniger Absatz, aber die stellen Leute ein, weil Unternehmen ja so gerne Arbeitsplätze schaffen?
                Wer vergiftet hier eigentlich dauernd durch persönliche Beleidigungen das Klima? Hat sich durch die Eröffnung des neuen Themas irgendetwas verändert? Nein, aus meiner Sicht nicht und deswegen klinkt ich mich hier aus.

                Zum Abschluss:
                Zum gefühlt 20sten Mal, ich bin mir der Vorteile des Systems durchaus bewusst ..
                … die Sie nie – nicht mal in Nebensätzen – erwähnen. Woher soll ich das dann wissen?

                Das zeigt mir nur, das Sie meine Antworten maximal überfliegen, denn das habe ich auf jeden Ihrer Einwürfe zum Kapitalismus geschrieben, lesen Sie einfach mal meine alten Beiträge, wird nicht so schwer zu finden sein. Dieses Verhalten zeigt mir nur Ihre Respektlosigkeit gegenüber anderen Meinungen, die Sie aber immer von allen anderen einfordern.

                Viel Spass in der Echokammer
                Rauschi

                • In Dubio 24. Mai 2017, 11:18

                  Ich habe dem Artikel zwei Grafiken hinzugefügt. Daraus ist erkennbar, dass die Beschäftigung im Dienstleistungsbereich in der Wirtschaftskrise 2009 / 2010 stagnierte oder leicht rückläufig war – wie eben die Gesamtbeschäftigung – bevor sie in den Nachkrisenjahren weit schneller anzog als in den anderen Wirtschaftssektoren. Das ist exakt das, was die Forscher der OECD geschrieben haben und was jeder selbst aus den Zahlen destillieren kann. Nochmal: in der Krise arbeitslos gewordene Menschen werden weit überproportional vom Dienstleistungsbereich aufgenommen. Hier sind die Zahlen – gerade im Vergleich zur Vorkrisenzeit – absolut beeindruckend.

                  Nun sind Sie daran. Sie können behaupten, damit wäre ja weder bewiesen, dass es sich dabei um unproduktivere oder schlechter bezahlte Jobs handeln würde. Dann wird das Durchschnittseinkommen in dem Sektor gegengehalten. Dieses Spiel werde ich aber in dieser Richtung nicht weitermachen, das wäre Hase und Igel und ich spiele sicher nicht den Hasen.

                  Sie sind frei, sich bei den Datensammelstellen DIW, Statistisches Bundesamt, OECD, Eurostat, Weltbank selbst zu bedienen. Ich habe belegt, was ich vor Wochen behauptet habe. Und was eigentlich einsichtig ist.

                  Ich habe geschrieben, für intelligente Menschen könnte es eine Herausforderung sein, ein Argument anhand der angeführten Belege eben auch zu widerlegen. Dies ist allemal anspruchsvoller als eine Argumentations- und Theorieschablone über alles zu legen. Sie werden kaum bestreiten, dass mein Vorgehen innovativ in dem Sinne ist, dass Sie es sonst nicht finden – hantiert mit Zahlen und Daten aus seriösen, wissenschaftlichen Quellen. Sie fordern doch kritisches Denken ein. Das beginnt damit, dass man Thesen selbst überprüft.

                  Ich schreibe nirgends, Unternehmen würden in Krisenzeiten einstellen. In Nachkrisenzeiten, Rauschi, Nachkrisenzeiten.

                  Und ja, ich bin etwas eingebildet und von mir selbst überzeugt. 🙂

                  • Rauschi 24. Mai 2017, 11:40

                    Nur eine Frage zur überragenden Logik:
                    Wie kommen wir von „in der Krise“ zu „aus der Krise“, wenn sich die Arbeitslosenzahlen erst nach einer Krise ändern? Ursache, Wirkung?
                    Unternehmer haben weniger Gewinn und Umsatz, Arbeitnehmer weniger Einkommen, wie führt das aus der Krise, so rein logisch? Das ist keine Theorie, sondern reine Logik und eigenständiges Denken, also, zeigen Sie mal Ihre Stärken.

                    • In Dubio 24. Mai 2017, 11:58

                      Arbeitslosenzahlen sind nachlaufende Indikatoren einer wirtschaftlichen Entwicklung. 2007 / 2008 stürzte die Weltwirtschaft, gemessen am Zuwachs des BIPs, ab. Die Zahl der Erwerbslosen begann in den USA in der zweiten Jahreshälfte 2008 zu steigen, während in Deutschland im Winter 2008 noch Partystimmung beim Konsumklima war.

                      Das war schon immer so: während sich die deutsche Wirtschaft schon 1932 spürbar erholt zeigte, kam dies erst um die Jahreswende 1933 langsam bei den Arbeitslosen an. Folgerichtig stürzte die NSDAP bei den Reichstagswahlen im November 1932 regelrecht ab. Zwei Monate später erreichte sie bei in weiten Teilen irregulären Wahlen – die SS nötigte Deutsche ihr Kreuz offen zu machen – ihr historisch bestes Ergebnis, das die Weimarer Republik beendete.

                      Unternehmen investieren, wenn sie einen Markt und Nachfrage sehen. Innovative Unternehmer (Stichwort Schumpeter) tun dies bereits, wenn Märkte und Produkte noch gar nicht vorhanden sind. Steve Jobs hat so das iPhone konzipiert und iTunes entwickelt. Zuvor sah man keinen Bedarf der Verbraucher, auf ihrem Handy auch im Internet zu surfen. Musik ohne Kopierschutz galt als nicht verkäuflich. Sie werden zugestehen, beides waren Trugschlüsse.

                    • Logos 25. Mai 2017, 17:34

                      WIEDER GEBEN SIE KEINE ANTWORT!
                      Die Frage: „Wie kommen wir von „in der Krise“ zu „aus der Krise“, wenn sich die Arbeitslosenzahlen erst nach einer Krise ändern?“ bleibt unbeantwortet. Das „wie“ schreit nach einer kausalen Begründung, nicht eine lapidaren Darstellung vermeintlicher oder tatsächlicher Sachverhalte.

                      Sie: Das war schon immer so
                      faceplam

                      Unternehmen investieren, wenn sie einen Markt und Nachfrage sehen.
                      Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz: wer soll denn bei anhaltend hohen Arbeitslosenzahlen, die gemäß ihrer Darstellung erst NACH der Krise kleiner werden, die Produkte kaufen? Wo soll denn der Markt für Massenprodukte herkommen, wenn es an entsprechender Massenkaufkraft infolge von Massenarbeitslosigkeit mangelt?

                  • Logos 25. Mai 2017, 17:12

                    Was ihre Statistiken als „Beweis“ anbetreffen:
                    Was sagen ihnen die Stichworte „Koinzidenz, Korrelation und Kausalität“?
                    Augenscheinlich viel zu wenig: sonst würden sie nicht ständig DEN Kardinalfehler hinreichend denkfauler und ungebildeter Menschen begehen, die aus Korrelation eine Kausalität herbeifabulieren.

                    „Aus einer Korrelation eine Kausalität zu machen ist dumm“
                    – Gunter Dueck. Matheprof und Innovationsexperte
                    https://youtu.be/rc37ov1iVFQ?t=1646

      • Logos 23. Mai 2017, 18:15

        Es wäre hilfreich
        FALSCH! Nicht „es“ sondern „ihnen“. Warum mangelt es ihnen an Redlichkeit, ihre subjektive Meinung als solche zu formulieren?

        wenn Sie nicht unter jedem Thread die Systemfrage aufwerfen würden.
        1) Welche Systemfrage angeblich?
        2) In welche Worte glauben sie das reindeuten zu können?
        3) Allein der Umstand, dass sie nicht wollen, dass die Systemfrage aufgeworfen wird, deswegen sollte sie thematisiert werden.
        4) Für die korrekte Erfassung des ihres neoliberalen Märchens wäre es abträglich, die Systemfrage nicht zu stellen. Aber die korrekte Systemfrage!

        Wie bereits geschrieben, würde ich hier den Trennstrich zwischen uns beiden ziehen.
        Und das heißt genau was?

        Ich werde Sie nicht von den Vorteilen des Kapitalismus überzeugen können,
        Im Gegensatz zu ihnen dürfte Rauschi den Kapitalismus verstanden haben. Tatsächlich geht es doch gar nicht um Kapitalismus, sondern Neoliberalismus! Gegen diesen wenden sich hinreichend vernünftige Menschen, welche diesen verstanden haben. „Die Systemfrage“ von Rauschi thematisiert daher entgegen ihrer Falschbehauptung gar nicht den Kapitalismus, sondern den Neoliberalismus, welcher ganze Gesellschaften ins Unglück reißen und Elend stürzen wird.

        je entwickelter eine kapitalistisch organisierte Volkswirtschaft, desto weniger Verbrauch natürlicher Ressourcen, messbar an unseren Flüssen, Wäldern und der Anzahl von Naturparks.
        Noch deutlicher hätten sie nicht demonstrieren können, dass sie den Kapitalismus nicht verstanden haben

        „Der Mann ist Makroökonom, und er findet, dass in dem Feld jahrelang Ideologen den Ton angegeben hätten. Ein „Marktfundamentalismus“ habe geherrscht, ein falscher Glaube an effiziente & zum Gleichgewicht tendierende Märkte, ein bizarres Bild vom rein rational handelnden Menschen. Mathematische Kenntnisse seien für Ökonomen immer wichtiger geworden, das Lesen von Geschichtsbüchern hingegen entbehrlich & die Wirklichkeit irrelevant. „Und genau das“, sagt Frydman …, habe in die Misere geführt.“
        – Roman Frydman, Professor der New York University, zitiert von Thomas Fischermann & Petra Pinzler, DIE ZEIT Nr. 8/2012, 16. Februar 2012

  • Kning 23. Mai 2017, 11:18

    Seit Antritt der amtierenden großen Koalition 2013 haben die öffentlichen Investitionen leicht angezogen auf nunmehr 2,4%

    2,4 % des BIP ist angesichts des Rückstaus aber noch immer viel zu wenig – trotz der leichten Erhöhungen der Investitionen nimmt man in vielen Schlüsselfeldern keine merkliche Entspannung wahr: Verkehrsinfrastruktur, Breitbandausbau, öffentliche Gebäude (z.B. Schulen), Wohnungsbau – hier kann man ggf. von notwendiger Instandhaltung sprechen, aber ein merklicher Sprung nach vorne ist nicht erkennbar.
    Nicht falsch verstehen: Es geht nicht um staatliche Investitionen um jeden Preis, aber das Land benötigt dringende Investitionen in Infrastruktur.
    Mir ist ein Rätsel wie E-Mobilität, Digitalisierung, Energiewende oder bessere Bildung gelingen soll, wenn nicht durch Investitionen ein Rahmen geschaffen wird.

    • In Dubio 23. Mai 2017, 12:24

      Die öffentliche Hand wendet in Deutschland traditionell vergleichsweise wenig Steuermittel für Investitionen auf. Länder wie beispielsweise die USA oder Großbritannien verteilen diese anders. Das kann man kritisieren, aber das war nicht mein Fokus. Der richtet sich auf volkswirtschaftliche Zusammenhänge: der Abbau von Arbeitslosigkeit geht zeitweise zu Lasten der Produktivität wie der Verteilungsgerechtigkeit. So lange dies temporärer Natur ist, ist Aktionismus der Politik verfehlt. Und wie so oft kritisieren wir in Deutschland das Falsche.

      Die aktuelle Bundesregierung hat relativ viel in den Straßenbau investiert. Der Staat hat aber zunehmend Probleme, Bauprojekte selbst zu organisieren, weil ihm Manpower und nicht selten politischer Wille auf den nachgeordneten Gebietskörperschaften fehlen. Das Thema Breitbandausbau ist ein wunderschönes Beispiel für Zielkonflikte: eigentlich fällt dies in den Beritt privater Telekommunikationsunternehmen wie der Deutschen Telekom AG. Diese ist durchaus bereit, die Milliardenbeträge zu stemmen, verlangt dafür jedoch ein zeitweises Monopol und die Aufhebung der Netzneutralität. Die erste Forderung verstößt gegen allgemeine kartellrechtliche Bestimmungen und gegen den Verbraucherschutz. Unterschiedliche Geschwindigkeiten für digitale Inhalte gefährden zudem das Recht auf freie Meinungsäußerung und wird von weiten Teilen der Gesellschaft abgelehnt. Da der Konflikt nicht entschieden wird, fällt Deutschland bei der digitalen Aufrüstung zurück.

      Auch beim Wohnungsbau lassen sich solche Zielkonflikte aufzeigen, wo Gesellschaft und Politik sich weigern, diese zu entscheiden. Die Energiewende hat bisher relativ viele Finanzmittel verschlungen und die Republik hat kein Konzept, in welche Richtung weiter zu marschieren ist. Ein Weiter so würde sowohl die finanziellen Ressourcen von Staat und Haushalten sprengen und stößt an Akzeptanzprobleme von direkt Betroffenen. Da ist die Sanierung von öffentlichen Gebäuden noch die einfachste Aufgabe. Dort stehen Rathauschef allerdings vor politischen Problemen: In Umfragen ist das Thema zwar populär, Wahlen werden damit jedoch nicht gewonnen. Ein Bürgermeister, der seinen Sitz renovieren lässt, aber ein Hallenbad wegen zu hoher Kosten und ausbleibenden Besuchern schließt oder gar Gebühren erhöht, wird bei der nächsten Wahl nicht unbedingt wiedergewählt.

  • popper 24. Mai 2017, 09:50

    In Dubio schreibt …Ehrlich gesagt empfinde ich es nicht gerade als einen freundlichen, respektvollen Akt, auf solche Arbeiten mit allgemeinen angelesenen theoretischen Betrachtungen über die Weltläufe zu reagieren…

    Vorbemerkung: Vielleicht lesen SIE zu wenig… oder was ich eher vermute, Sie konsumieren Geschriebenes nur unter dem Aspekt der Vernutzung und Bestätigung ihrer neoliberalen Filterblase… Sie sind Gottseidank dabei auf der großen Fahrt der Schulterklopfer im Nadelstreifen…

    Nun zur Sache: Man kann über Expertisen trefflich streiten, was Sie nach eigenem Bekunden ja gerne tun. Dass Sie nun ausgerechnet den OECD-Bericht zur Grundlage eines Kommentars über Produktivität und Arbeitslosigkeit machen, zeigt, dass Sie die Betriebsblindheit dieser Institution entweder nicht realisieren wollen oder als willkommenen „Futtertrog“ liebgewonnener Vorurteile benutzen. Es ist nur allzu offensichtlich, dass eine negative Entwicklung der Weltwirtschaft, deren Ursachen in den ständigen Empfehlungen der OECD zu finden sind, mit einem kausalen Nexus unangreifbar gemacht werden soll.

    Die OECD hat sich mit ihren Jahresberichten stets approximativ seiner Stilblüten aus vorangegangenen Jahren entledigt. Und tut es weiterhin; allerdings mit sehr mäßigem Erfolg. Die eklatanten Fehlurteile /-einschätzungen werden sukzessive den argumentativen Bedürfnissen in einer Neubetrachtung angepasst. Das nennt man Nischenargumente. Anstatt vernünftige Bezüge zwischen Zahlen und Datenmaterial herzustellen, wird Wachstum als Selbstzweck gehandelt. Ohne jeden Bezug zur Nachfrage und realen Bedürfnissen. Auf die lapidare Erkenntnis, dass Strukturreformen niemals einen eklatanten Nachfragemangel beheben können, kommt ein neoliberales Flaggschiff dieser Kategorie nicht. Das ist nicht verwunderlich, ist es doch in seinem Bericht 2016 noch für fiskalische Expansion zur Wachstumsankurbelung eingetreten. Hielt aber schon damals stoisch daran fest, dass Strukturreformen die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten auf lange Sicht bestimmt verbessern können. Nachweis aus der Praxis? Null.

    Zudem sind diese Vorschläge weder neu noch überzeugend. Im Gegenteil, sie werden von den ökonomischen Realitäten widerlegt. Diese OECD Berichte sind nichts anderes als neuer Wein in alten Schläuchen. Ergebnis hinsichtlich der Gesamtnachfrage: NULL, NADA!! Reine Angebotslehre ohne Sinn und Verstand für makroökonomische Gesetzmäßigkeiten. Was Sie allerdings daraus für Deutschland ableiten ist das übliche statistische Sammelsurium, mit altbekannten tradierten Weisheiten eines Neoliberalen-Verstehers. Mein Vorschlag an Sie wäre, doch mal ihren eigenen Verstand zu benutzen und ihren Kopf nicht immer nur mit interessengelenkten Studien vollzustopfen, die an notorischer Inkonsistenz leiden. Und zum wiederholten Male, Zahlen sind keine Fakten. Und das Nachplappern aka Methode-Affe ist auch nicht zielführend.

    Begreifen Sie doch endlich einmal, dass man sich in einer faktenbasierten Diskussion immer fragen lassen muss, wie man die Erkenntnisse, die zu der Vorstellung des Ist- Zustandes geführt haben, gewonnen hat. Denn ohne eine Theorie darüber zu haben, wie man die Phänomenologie dessen, was man selbst für wahr hält, geht es nicht. Das ist im Grunde ganz einfach. Jede Theorie ist nicht Abbild der Realität, sondern ein Abbild der eigenen Vorstellung von Realität. Also ist es legitim und erforderlich, dass jeder sich und seinen Diskussionspartnern gegenüber Rechenschaft darüber ablegt, wie seine Wahrnehmungen theoretisch strukturiert sind. Das kann logisch konsistent sein oder auch nicht.
    Ich habe ein durchaus differenziertes Verhältnis zur Neoklassik. Denn jeder vernunftbegabte Mensch, der sich darüber Gedanken macht, kommt zu dem Ergebnis, dass es kein akzeptiertes Paradigma gibt, das damit vergleichbar und auch nur im Ansatz so kompetitiv wäre, hinsichtlich seiner logischen Geschlossenheit, individualistischen Gesellschaftssicht und handlungstheoretischen Stringenz. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass man bei der Frage, wie Wirtschaft funktioniert dann ins Schleudern kommt, wenn man bei einer sachlichen Betrachtung feststellen muss, dass die „große Theorie“ (konsistente Modellierung) etwas nicht mehr erklären kann, was in der „kleinen Theorie“ (auf Erfahrung beruhend) als nicht bestreitbar erkannt wurde. Der Grund liegt darin, dass das ökonomische Prinzip nur dann und nur dann funktioniert, wenn es eine Beschränkung der Mittel oder Ziele gibt. Aber genau das ist der Beginn der Katastrophe. Weil die herrschende Wirtschaftstheorie von einer Beschränkung der Mittel ausgeht (Erstausstattung). Kann aber nicht nachweisen, wie die persönliche Budgetrestriktion zustande kommt.

    Diese ist aber Vorbedingung für das individuelle opti- bzw. maximieren. D.h. die Erstausstattung ist theoretisch jedem vorgegeben, aber wie er sie einsetzen kann, um andere Güter einzutauschen, erklärt die Theorie nicht. Wenn nun diese zugrundliegende Theorie einer liberalen Gesellschaft, die die persönliche Handlungsfreiheit als ihr Markenzeichen propagiert, sein Aktivitätsniveau nicht erklären kann, steht sie auf sehr, sehr wackeligen Beinen. Der Versuch mit immer mehr ökonometrischer Zurichtung Erklärungsnischen zu füllen, ist das eigentliche Dilemma der Neoklassik. Der Zusammenschluss von Neoklassik und Neoliberalismus ergab dann die Melange, die die individuelle Handlungsfreiheit des Individuums und seine Erfahrungswelt durch das Primat der Vernutzung extrem einschränkt. Den Menschen wird Freiheit versprochen aber systemimmanent intellektueller Zwang auferlegt. Etymologisch entsteht eine grundlegende Verschiebung des Wortverständnisses. Erkenntnistheoretisch entledigt sich der einzelne Mensch aufgrund dieses brain-washing seiner grundlegenden Fähigkeit, Wahrheiten aus einem logischen Zusammenspiel von Ratio und Empirie zu extrahieren. Er glaubt nur noch, was ihm die Experten sagen, um nicht aus dem Mainstream herauszufallen und seine Reputation zu verlieren. Gegen diese Art von Herdentrieb, der uns dazu verführen will, die eigene Intelligenz zu diskreditieren sollte sich jeder Mensch verwahren. Es lohnt sich selbst zu denken, Herr Pietsch… und viel zu lesen.

    • Logos 26. Mai 2017, 17:37

      Hallo popper,
      zunächst einmal ziehe ich wieder meinen [nicht vorhandenen] Hut vor Ihren bestechenden Formulierungen. Noch mehr vor Ihrem Argumentationsvermögen. Chapeau!

      Leider allerdings enthalten ihre ansonsten treffenden Erwiderungen eine Aussage, der ich fundamental widersprechen muss. Nämlich
      Denn jeder vernunftbegabte Mensch, der sich darüber Gedanken macht, kommt zu dem Ergebnis, dass es kein akzeptiertes Paradigma gibt, das damit vergleichbar und auch nur im Ansatz so kompetitiv wäre, hinsichtlich seiner logischen Geschlossenheit, individualistischen Gesellschaftssicht und handlungstheoretischen Stringenz.
      Bitte lesen Sie mal eine Analyse http://de.neoliberalismus.wikia.com/wiki/Neoliberalismus und darin insbesondere das Kapitel „Logik vs. innere Widersprueche“, welches die Sicht von “logischer Geschlossenheit und … Stringenz“ imo klar widerlegt. Sie sind hiermit erst die dritte Person, der ich meine Analyse des Neoliberalismus zugänglich mache. Darauf dürfen Sie sich etwas einbilden. Bitte beachten Sie, dass sich die Seite noch im Aufbau befindet. Konstruktive Kritik oder Verbesserungsvorschläge gern über die dortige Kommentarfunktion oder, falls sie mal persönlich Kontakt aufnehmen möchten: kritisches-netzwerk.de > Impressum. Dort erfahren Sie meine indirekt Kontaktdaten.

      Sie werden feststellen, dass sich einige ihrer Diagnosen inhaltlich genauso, nur anders oder ggf noch härter formuliert, in meiner Analyse (Tipp: falls das Inhaltsverzeichnis nicht automatisch angezeigt wird: erst mal anzeigen lassen, um sich einen Überblick zu verschaffen) wiederfinden. Z.B. in den Kapiteln „Begriffe“ sowie „Neoliberale Unworte und negierte Sachverhalte“. Sofern Sie Interesse haben, unterbreite ich Ihnen das Angebot, an der Seite mitzuarbeiten.

  • Logos 24. Mai 2017, 10:53

    Herr Pietsch, vielleicht springen sie doch mal über ihren Schatten und lassen sich den Rat eines Außenstehenden geben: Schon in der nur kurzen Zeit, die ich mich hier betätige ist – ganz besonders aufgrund ihres neuesten „Artikels“ – ist eines klar geworden: die Probleme, die ihre Kritiker mit ihren Behauptungen und sie mit den Erwiderungen ihrer Kritiker haben, sind viel grundlegender, als die jeweils speziellen Aspekte, die sie beleuchten zu können glauben.

    Es geht nämlich in Wahrheit um Basics, wo schon wesentliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. Diese Differenzen werden sich dann IMMER auch im Speziellen widerspiegeln. Was aber nur der „Schatten“ viel grundlegenderer Differenzen ist.
    Mein Vorschlag zur Güte: Legen sie doch mal bitte dar – am besten unter einem neuen Artikel – was sie unter „Kapitalismus“ verstehen, seit wann und wodurch der entstanden ist und wodurch er maßgeblich getrieben wird. Letzeres darf/kann durchaus mehrere Faktoren beinhalten.

    Dann sollten sie ausführen, was sie unter Neoliberalismus verstehen: ist das für sie ein Synonym für Kapitalismus? In welchem Verhältnis stehen ihrer Ansicht nach Kapitalismus und Neoliberalismus? Ist Neoliberalismus ihrer Meinung nach eine Steigerungsform des Kapitalismus – womöglich „Super-Kapitalismus?

    Die Suchfunktion dieses blog hat nichts zu Tage befördert, was diese Fragen klärt. Falls sie meinen, dem wäre doch so: ein konkreter Link wäre hilfreich. Danke.

    Und vielleicht wäre es gut, wenn auch die Kommentatoren ihre Sicht der Dinge darlegen. Ich habe schon zu beiden Themenaspekten ausführliche Artikel geschrieben – einmal „Das kapitalistische Manifest“ und einmal den Vergleich von Neoliberalismus und Kapitalismus, der anhand von derzeit 37 Kriterien (werden in Kürze mehr) vergleicht, in wiefern und ob überhaupt der Neoliberalismus eine „Steigerungsform“ des Kapitalismus ist. Mein einleitender Satz daraus:
    Turbokapitalismus, Raubtierkapitalismus, Killerkapitalismus, Casino-Kapitalismus etc. – alles letztlich verwirrende und nicht zielführende Versuche, das zu beschreiben, was längst einen Namen hat: Neoliberalismus* – bzw. Marktradikalismus.

    • In Dubio 24. Mai 2017, 11:45

      Herr Pietsch, vielleicht springen sie doch mal über ihren Schatten und lassen sich den Rat eines Außenstehenden geben:

      Man sucht und nimmt Rat von jemanden, zu dem ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde. Aber ich höre Ihnen zu. 😉

      Legen sie doch mal bitte dar – am besten unter einem neuen Artikel – was sie unter „Kapitalismus“ verstehen, seit wann und wodurch der entstanden ist und wodurch er maßgeblich getrieben wird. Letzteres darf/kann durchaus mehrere Faktoren beinhalten.

      Warum sollte ich das? Ich sehe weder Anlass noch Sinn darin, über das kapitalistische Wirtschaftssystem zu diskutieren. Denn das würde mindestens voraussetzen, dass eine (realistische) Alternative mit empirischen Erfahrungen vorliegt. Was wir haben, sind verschiedene Formen marktwirtschaftlicher Ordnungen. Darüber debattiere ich gerne, aber nicht über abstrakte Wirtschaftstheorien in philosophischer Form.

      Dann sollten sie ausführen, was sie unter Neoliberalismus verstehen:

      Daran ließ schon meine Vorstellung 2014 keinen Zweifel: hier.

      In weiten Teilen befürworte ich eine Marktwirtschaft mit staatlichem Ordnungsrahmen. Ich stelle ein breites soziales Netz nicht in Frage noch staatliche Verbote gesellschaftlich nicht akzeptierter Produkte oder Handlungsweisen. Das unterliegt dem Primat der Politik, die allerdings auch die Konsequenzen zu tragen und zu rechtfertigen hat. Wenn beispielsweise durch Verbote und Beschränkungen Unternehmen der Gentechnik und Biotechnologie sich aus Deutschland zurückziehen, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb in anderen Ländern betreiben und damit auch der Einfluss auf Vor- und Nachteile der Branchen dem hiesigen staatlichen Zugriff entzogen sind, dann ist das zu begründen und Gegenstand öffentlicher Debatten.

      Soweit wir über Systeme der sozialen Sicherung reden, so funktionieren diese nach dem Solidarprinzip. Dieses Organisationsprinzip ist dem engen Familienverbund entnommen und dort gelten ungeschriebene Regeln auf Gegenseitigkeit. Soweit sich diese auf ein nationales Versorgungssystem anwenden lassen, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn aber nur Komponenten eines Systems übernommen werden, so kann dies nicht funktionieren. Dann müssen andere Regelungsmechanismen angewendet werden.

      Eine freie Gesellschaft basiert auf dem Prinzip der Eigenverantwortung. Dies hat immer Vorrang und ist keine Frage der wirtschaftlichen Ordnung. Nur da, wo der einzelne nicht wirken kann, ein Markt sich nicht entwickeln kann und die private Organisation versagt, darf und muss der Staat eingreifen. Das kann die Ausnutzung eines Monopols wie beispielsweise im Falle Facebook sein, das kann der Entzug des Sorgerechts bei Kindesmisshandlung sein.

      Ich bin zwar Anhänger von Hayek und Friedman. Sie waren hochintelligent, herausragend in ihrer Forschungsarbeit und bedenkenswert in ihren Empfehlungen. Dennoch würde ich schon aus humanistischen, aber auch aus sozialpolitischen Gründen ihre Sichtweisen bei weitem nicht 1:1 übernehmen. Man kann aber Menschen ehren und respektieren, ohne mit ihnen konform zu gehen.

  • Rauschi 24. Mai 2017, 13:36

    @ In Dubio
    Entschuldigung, aber das ist eine Bankrotterklärung der Logik.
    Auf eine Frage nach dem Warum mit: „das war schon immer so“ zu antworten, beantwortet genau nichts. Sogar auf die Frage, warum es nachts dunkel wird, kann ich mit „das war schon immer so“ antworten, oder die wisssenschaftlich richtige Antwort, das es an der Drehung der Erde um die Sonne und der Eigenrotation der Erde liegt, geben. Merken Sie einen Unterschied? Ich frage nach Ursache und Wirkung und Sie sagen, die Wirkung gab es schon immer, die Ursache bleibt offen.
    Erst schreiben Sie:
    A[Um Arbeitslosigkeit zu beseitigen, wird für einige Jahre die Produktivitätsentwicklung zurückgehen und der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen sinken. ]
    um dann einzuwenden, das:
    B[Arbeitslosenzahlen sind nachlaufende Indikatoren einer wirtschaftlichen Entwicklung.]
    Also erst führt B zu A um dann zu behaupten, B kommt nach A, wie denn nun? Es gibt A und B, wie kommt man von A nach B. Oder noch deutlicher: Wie kommt man vom Punkt hohe Arbeitslosigketi in einer Krise zu abnehmender Arbeitslosigkeit, die aber nach Ihrer Aussage erst nach der Krise greift?
    Wie entsteht die wirtschaftliche Entwicklung? Macht das der Markt von selbst, so mit unsichtbarer Hand?
    Nochmals zum Mitlesen: Bedarf führt zu gar nichts, erst Nachfrage führt zum Erfolg.

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 24. Mai 2017, 14:05

      Rauschi, so geht das nicht. Ihnen wurde schon eingangs im Artikel eine Begründung für Ihre Frage geliefert. Ich habe Ihnen dies ausführlich begründet. Die Argumentation eines ganzen Parteienspektrums, des linken nämlich, geht so, Sie selber argumentieren seit dem Sie sich hier beteiligen, das ganze deutsche Jobwunder sei ja gar keins, die Menschen wären in schlechten Beschäftigungsverhältnissen untergekommen – nur um zum Schluss zu schreiben, ich würde nicht begründen. An der Stelle setze ich einen Punkt und eine spezielle Rauschi-Regel, weil diese Ihre Methode wenden Sie sehr häufig an. Sie selbst bieten meist nur theoretische Gedankenspiele und drangsalieren den Gegenüber bis zur Erschöpfung. Sie meinen offensichtlich, Sie könnten jede belegte Begründung dadurch erwidern, dass Sie sie mit einer theoretischen „Überlegung“ verhauen, um zum Schluss zu kommen, nie sei etwas bewiesen. Ich werde zukünftig deshalb in Ihrem Fall nur noch maximal 1mal auf solche Fragen, die ich meiner Ansicht nach in dem gleichen Strang bereits beantwortet habe. Danach können Sie meinetwegen Ihre Fragen als unbeantwortet abheften.

      Was verstehen Sie an dem normalen Wirtschaftskreislauf nicht? Wachstum verliert an Fahrt, 6-12 Monate später werden Jobs gestrichen (hallo, in jedem Arbeitsmarkt müssen Sie Kündigungsfristen beachten, Rauschi!), nach 12-24 Monaten wächst die Zuversicht in Unternehmen, Aufträge werden erteilt, Investitionen getätigt, Stellen ausgeschrieben (hallo Rauschi, eine Vakanz führt selten im nächsten Monat zu einer Neubesetzung!). Während also schon höhere Umsätze getätigt werden, sitzt der Großteil der zuvor Entlassenen noch auf der Straße. So schwer zu verstehen, Rauschi?

      Wenn ein Unternehmen erst dann Produkte auf Lager hat, wenn sie nachgefragt werden, ist der Markt häufig verlaufen. Ich erinnere mich noch an das Jahr 2000, irgendein Unternehmer kam auf die Idee, Kinderroller als trendy für Erwachsene zu vermarkten. Die ersten Unternehmen verdienten sich mit der Idee eine goldene Nase, Monate später gab es die Tretroller breit zu kaufen, 2001 hat es fast jeder Supermarkt. Allein, der Trend ebbte ab, die Umsätze gingen drastisch zurück. Sehen Sie heute noch Rollerfahrende Erwachsene? Wenn ich Ihnen folgen würde (das heißt, die Wirklichkeit verleugnen), so gab es plötzlich Demos aufgebrachter Konsumenten, die vehement Trettroller für die Bürger forderten. So etwas ist mir nicht in Erinnerung.

      • Rauschi 24. Mai 2017, 17:29

        Was verstehen Sie an dem normalen Wirtschaftskreislauf nicht? Wachstum verliert an Fahrt, 6-12 Monate später werden Jobs gestrichen
        Ich liebe ja passiv-Konstruktionen, das passiert einfach, das kann niemand näher erklären, Sie offensichtlich auch nicht. Das verliert warum an Fahrt? Sie verstehen offensichtlich meine Fragen nicht, ich frage nach dem Warum und Sie erklären das Wie.
        nach 12-24 Monaten wächst die Zuversicht in Unternehmen, Aufträge werden erteilt, Investitionen getätigt, Stellen ausgeschrieben
        Wieder passiv, das fällt vom Himmel? Warum ist denn vorher das Vertrauen gesunken, wurden Aufträge nicht erteilt, ich verstehe den Wechsel schlicht nicht, was ist passiert zwischen geht und geht nicht mehr?
        Das ist doch keine Theorie, sondern eine Frage der Logik, wollen Sie mir erzählen, die Wirtschaft arbeite gegen die Logik?
        Wenn das immer so laufen müsste, dann gäbe es schlicht keine Entwicklung, weil sich bei jeder Konjunkturschwankung der Effekt verstärken würde, schlichte Logik. Scheint aber wohl ein neues Phänomen zu sein, denn nachweislich gab es ja Entwicklung.

        Wenn ein Unternehmen erst dann Produkte auf Lager hat, wenn sie nachgefragt werden, ist der Markt häufig verlaufen.
        Was hat das mit meiner Aussage zu tun? Ein Bedarf bewirkt eben keine Nachfrage, sonst müsste Afrika boomen, denn die haben ganz sicher Nachholbedarf. Wenn keine Kaufkraft zum Bedarf da ist, passiert genau nichts, egal, was die Unternehmen auf Lager haben.

        Auch die zusätzlichen Grafiken erklären nichts, schon gar keine Kausalketten. Da müssen Sie schon mit mehr aus der Ecke kommen.

        Gruss Rauschi

        • In Dubio 24. Mai 2017, 18:43

          Sie argumentieren und fragen (zu) häufig theoretisch, wo die Fragen des Lebens doch so einfach sind. Daher ein sehr einfacher Lebenstipp: Nehmen Sie sich bitte einen X-beliebigen Annual Report einer Y-beliebigen Gesellschaft. Schauen Sie ins Gesetz (HGB), in die Vorschriften der IFRS und US-GAAP. Unternehmen haben ausführlich darzulegen, welche Erwartungen sie für die nähere Zukunft haben. Nach diesen Erwartungen und Prognosen richten sich Investitionspläne, Vertriebsaktivitäten, logistische Jahresaufträge, Vorgaben für das Management, Kapazitätsplanungen der Produktion. Liebe Rauschi, wenn Sie demnächst in den Telekom Store gehen, sagen Sie dann: „Tachen, könnten Sie bitte für mich ein iPhone produzieren, das ich dann kaufen kann?“ Nein, Sie erwarten, dass es sofort für Sie bereit liegt. Woher soll Apple aber wissen, wie viele Kunden jetzt gerade ein iPhone wollen? Sie müssen planen und prognostizieren. Je besser das gelingt, desto profitabler kann gewirtschaftet werden. Das Beispiel mit dem Tretroller hatte einen tieferen Sinn: was meinen Sie, wie die Ergebnisse der Unternehmen aussahen, die 2001 Lieferverträge geschlossen haben und 2002 endlich dieses Kinderspielzeug anbieten konnten? Eher schlecht, weil der Trend vorbei war. In den Lägern gab es hohe Restbestände, die zu einem Bruchteil des Preises des Jahres 2000 verschleudert wurden.

          Warum muss ich Ihnen solche sehr einfachen Sachen eigentlich erklären? Wissen Sie die wirklich nicht, kann ich das nicht bei Ihnen voraussetzen? Eine ernst gemeinte Frage mit der Bitte um eine ehrliche Antwort. Ich muss wissen, was ich bei meinen Lesern voraussetzen kann.

          Jedenfalls, aufgrund Erwartungen gibt es Konjunkturschwankungen. Die Erwartungen und Prognosen von Millionen und Milliarden Marktteilnehmern, Unternehmern wie Nachfragern. Schließlich wusste schon Ludwig Erhard, dass Wirtschaft zur Hälfte Psychologie sei.

          In Afrika haben weder die potentiellen Käufer noch die Unternehmen Kapital. Das hält sich die Waage. Auch in anderen Ländern, auch in Ostdeutschland haben wir höchst unterschiedliche Kaufkraftpotentiale. Das ist kein Argument. Es finden sich Anbieter und es finden sich Nachfrager. Der Großteil der im Gebiet der ehemaligen DDR angesiedelten Unternehmen schluckt (und winkt tendenziell ab), wenn sie meine Gehaltsvorstellungen hören. Relativ wenige können sich mich leisten. Das gilt auch für Unternehmen in meinem Kreis. Und die agieren alle in Deutschland. Nein, die Nachfrage bestimmt nicht, welches Gehalt ich durchsetzen kann.

          Da müssen Sie schon mit mehr aus der Ecke kommen.

          Ich glaube, dazu hatte ich bereits etwas geschrieben. Sie müssen sich überlegen, ob Sie in dieser Form weiterdiskutieren wollen. Denn diese Form wird nicht dazu führen, dass ich mich weiter in Details hereinziehen lasse, sondern das Gegenteil. Stets alles pauschal abzulehnen, halte ich für keine vernünftige Strategie.

          • Rauschi 24. Mai 2017, 23:29

            Schauen Sie ins Gesetz (HGB), in die Vorschriften der IFRS und US-GAAP. Unternehmen haben ausführlich darzulegen, welche Erwartungen sie für die nähere Zukunft haben. Nach diesen Erwartungen und Prognosen richten sich Investitionspläne, Vertriebsaktivitäten, logistische Jahresaufträge, Vorgaben für das Management, Kapazitätsplanungen der Produktion.
            Wollen Sie mich verschaukeln, oder was soll das Geschreibe? Ich frage, woher kommen die Erwartungen und Sie kommen mir damit???????
            Sie antworten, die stehen in irgendwelchen Tabellen, na super, was für ein ungeheurer Erkenntnisgewinn, was würde die Menschheit wohl ohne Sie machen?
            Wenn ich nach den Gründen für Schwankungen frage, dürfen Sie davon aus gehen, das ich diese als gegeben hin nehme und dafür keinerlei Nachhilfe von Ihrer Seite brauche, ist das klar genug???

            Ich habe eigentlich auch keine Antwort von Ihnen erwartet, an diesem Punkt sind schon echt grosse Ökonomen gescheitert. Was hat wohl Keyners dazu bewogen, seine Theorie aufzustellen?

            Wenn es allerdings normal ist, das die Konjunktur schwankt, dann bedarf es auch keinerlei Eingriff, es geht auch irgendwann wieder bergauf, newa? Dann war die ganze Agenda für die Füsse, flapsig gesprochen.

            Das gilt auch für Unternehmen in meinem Kreis. Und die agieren alle in Deutschland. Nein, die Nachfrage bestimmt nicht, welches Gehalt ich durchsetzen kann.
            Wie kann das denn möglich sein, der Markt bestimmt nicht Ihr Gehalt????? Was hat das mit meiner Aussage zu tun? Bei Ihnen ist immer irgendwo die Kaufkraft da und im Zweifel halt im Ausland, klar. Woher die kommt, egal, ist als gegeben voraus zu setzen, ist das das Fundament Ihres Denkens?
            Erschreckend, mehr fällt mir dazu nicht ein, hätte mir aber klar sein können, in Ihrem Universum brauchen Unternehmen auch keine Endkunden.

            Bye Rauschi

  • Jens 24. Mai 2017, 14:25

    Moin.

    Mit irgendwelchen Arbeitslosigkeitsstatistiken zu argumentieren ist zunehmend ein Witz.

    In den USA ist die Civilian Participation Rate seit 1990 im Sinkflug und nun auf dem Niveau der 70er Jahre!!!

    Trotzdem ist die ofizielle Arbeitslosenstatistik top???

    https://www.querschuesse.de/usa-arbeitsmarktbericht-dezember-2016/

    In Deutschland sind viele jetzt arm trotz Arbeit und der Niedriglohnsektor ist so groß wie sonst nahezu nirgends in der EU.

    Das Deutschland so wenig Langzeitarbeitslose hat liegt auch daran, dass Langzeitarbeitslose, die nach einer „Qualifizierung“ des Arbeitsamtes wieder keine Stelle finden, plötzlich nicht mehr als Langzeitarbeitslose geführt werden, da sie ja eine „Qualifizierung“ hatten.

    Das ist nur noch Statisitkfälschung, um Wahlen zu gewinnen. Und unsere super Qulitätsmedien und auch Sie Herr Pietsch tuten dies hier als Erfolg heraus.

    Abgesehen davon, darf bezweifelt werden, dass Deutschland so ein gutes Vorbild für andere Staaten ist, da diesen doch einige wesentliche Vorraussetzungen dafür fehlen.

    Es sind mir auf der Welt keine weiteren Staaten bekannt, die in einer Gemeinschaftswährung mit nahezu komplett fehlenden Ausgleichszahlungen existieren, und als erster das „Beggar thy Neighbour“ Prinzip anwenden könnte, so wie Deutschland dies getan hat.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Beggar-thy-Neighbor-Politik

    Ich möchte daran ereinnern, dass Deutschlands „Erfolg“ auf dem Arbeitsmarkt, wenn man ihn den unbedingt so bezeichnen will, einem Exportüberschuss am BIP von sage und schreibe 8% zu Grunde liegt.
    Schon rein mathematisch geht das nicht für alle. Vielleicht für alle außer den USA. Die haben mittlwerweile ein kummuliertes Handelsbilanzdefizit von ganz grob einem 3/4 ihres BIPs. Ob das noch so lange gut geht?

    Wenn die Länder der EU nun den deutschen Weg kopieren, können Sie allenfalls erreichen, dass die Exportüberschüsse gegenüber Deutschland zurückgehen. Binnenwirtschaftlich wird, dass für die EU ein Desaster, weil die Lohnkürzungen überall die Nachfrage reduzieren, die bereits jetzt ein Grund für mangelnde Investitionstätigkeit ist.

    Hätte Deutschland nicht den duseligen Euro gehabt sondern die DM, wäre trotz der Lohnduming Politik da kein „Boom“ am Arbeitsmarkt draus geworden, da die DM heftig aufgwertet hätte.

    Die Krisenländer im Euroraum ziehen aber den Euro runter, zum Vorteil Deutschlands. Das dieser Weg für die ganze EU verherend ist, kann man schön an Griechenland sehen. Trotz Lohnsenkungen zwischen 25% und 30% im Mittel kommen die nicht aus dem Quark. Frankreich müßte seine Löhne um ca. 20% senken um mit Deutschland wieder gleich zu ziehen.

    Kurz, Deutschland kann nur dann Vorbild für ALLE sein, wenn ALLE Länder 8% Exportüberschuss am BIP haben könnten, das geht aber leider nun ganz gar nicht, außer wir exportieren alle zum Mond 😉

    Das Deutschland mittleweile nicht nur gegenüber dem Nicht-Europäischen Ausland sonder auch gegenüber den meisten EU-Ländern im Süden eine unterbewertet Währung hat sagt sogar Prof. Sinn.

    • In Dubio 24. Mai 2017, 14:35

      Mit irgendwelchen Arbeitslosigkeitsstatistiken zu argumentieren ist zunehmend ein Witz.

      HUR

      Das Deutschland so wenig Langzeitarbeitslose hat liegt auch daran, dass Langzeitarbeitslose, die nach einer „Qualifizierung“ des Arbeitsamtes wieder keine Stelle finden, plötzlich nicht mehr als Langzeitarbeitslose geführt werden, da sie ja eine „Qualifizierung“ hatten.

      HUR

      Abgesehen davon, darf bezweifelt werden, dass Deutschland so ein gutes Vorbild für andere Staaten ist, da diesen doch einige wesentliche Vorraussetzungen dafür fehlen.

      Die Basis ist eine OECD-weite Vergleichsstudie. Zahlen sind nicht „deutsch“. Und der Bezug war nicht Deutschland, sondern die Normalität von Wellen des Wachstums wie der Konjunktur. Wenn in allen G7-Ländern die Produktivität im Zuge des Abbaus der Arbeitslosigkeit lahmt, können Sie das kaum mit „deutschen Einflüssen“ begründen.

      Deutschlands Exportüberschüsse waren 2010 hoch und sie sind es 2015. Einen Erklärungsansatz bietet das also nicht.

      Hätte Deutschland nicht den duseligen Euro gehabt sondern die DM

      Die Deutschen wollten nicht den Euro und die deutsche Wirtschaft will mehrheitlich nicht die ultralockere Geld- und Zinspolitik der EZB. Praktischerweise können Sie Ihre Beschwerde in Frankfurt Ostend anbringen, Adresse gebe ich Ihnen.

      Frankreich müßte seine Löhne um ca. 20% senken um mit Deutschland wieder gleich zu ziehen.

      Bitte den zweiten Link des Artikels öffnen. Danke.

      Sorry, das war zu leicht. Es wäre sinnvoll, sich an meiner Argumentationslinie abzuarbeiten.

      • popper 24. Mai 2017, 17:15

        Es wäre sinnvoll, sich an meiner Argumentationslinie abzuarbeiten.

        Wenn man den Antworten ausweicht, ist alles leicht. Auf die Feststellung: „Kurz, Deutschland kann nur dann Vorbild für ALLE sein, wenn ALLE Länder 8% Exportüberschuss am BIP haben könnten, das geht aber leider nun ganz gar nicht, außer wir exportieren alle zum Mond.“ antworten Sie: „Deutschlands Exportüberschüsse waren 2010 hoch und sie sind es 2015. Einen Erklärungsansatz bietet das also nicht.“ Das ist so, als würden Sie sagen sonntags war immer Sonntag. Wer „Die Anstalt“ im ZDF gesehen hat, konnte am Beispiel einer Kinderwippe sehen, dass die Überschüsse des einen die Defizite des anderen sind. Insoweit hat Jens, das Dilemma der Überschüsse doch treffend erklärt. Die Welt macht weder Überschüsse noch Defizite, ergo sind Überschüsse nicht nachhaltig. Und in einer Währungsunion zerstörerisch.

        Und ihre Behauptung: „Wenn in allen G7-Ländern die Produktivität im Zuge des Abbaus der Arbeitslosigkeit lahmt, können Sie das kaum mit „deutschen Einflüssen“ begründen.“ nimmt gar nicht Bezug auf die auf die Feststellung: „Abgesehen davon, darf bezweifelt werden, dass Deutschland so ein gutes Vorbild für andere Staaten ist, da diesen doch einige wesentliche Vorraussetzungen dafür fehlen.“ sondern versucht eine Widerlegung, der gar keine anschlussfähige Begründung vorausging.

        Wenn es stimmt: „…die deutsche Wirtschaft will mehrheitlich nicht die ultralockere Geld- und Zinspolitik der EZB…“ dann ist zunächst die Frage, wer vertritt hier die Mehrheit der deutschen Wirtschaft. Und diese Einschätzung spräche dann nur für die totale Verblödung unserer Wirtschaft. Denn eine Erhöhung der Zinsen würde die Investitionen nur weiter verteuern. Draghi hat gar keine andere Wahl, solange in der Fiskalpolitik die Weichen nicht auf Investition in den Raum stehen. Wenn der Staat und die Unternehmen sparen, bleibt den Privaten Haushalten nur die Konsequenz des sich Entsparens. Die wollen aber auch nicht so recht. Ergo bleibt alles wie es ist. Das Wachstum lahmt und die Arbeitslosigkeit nimmt faktisch zu. Natürlich nicht für Rechenkünstler aka OECD und Pietsch.

        • In Dubio 24. Mai 2017, 18:57

          Wenn man den Antworten ausweicht, ist alles leicht. Auf die Feststellung: „Kurz, Deutschland kann nur dann Vorbild für ALLE sein, wenn ALLE Länder 8% Exportüberschuss am BIP haben könnten, das geht aber leider nun ganz gar nicht, außer wir exportieren alle zum Mond.“

          Steht etwas zu den Terms of Trade im Artikel? Wird dies von der OECD angesprochen? Hat dies irgendetwas mit der Argumentationslinie des Artikels zu tun? Beim Schach eröffnet Weiß. Sie können auch nicht mit dem ersten Zug Schwarz mit der Dame vorrücken.

          dann ist zunächst die Frage, wer vertritt hier die Mehrheit der deutschen Wirtschaft.

          90% der deutschen Unternehmen sind Personengesellschaften. In Ostdeutschland gibt es nur wenige Unternehmen mit nennenswertem Exportanteil. Wenn, dann leiden diese als Importeure von Rohstoffen und unfertigen Erzeugnissen unter einem schwachen Dollar. Zudem bedeutet Personengesellschaften, dass die Eigentümer direkt die Ertragslage spüren, Gewinne werden ihnen unmittelbar zugerechnet. Das hat zur Folge, dass sie sich stärker als internationale Konzerne mit dem in Deutschland geltenden Zinsniveau beschäftigen müssen. Ihre Altersvorsorge ist die Ertragskraft des eigenen Unternehmens und die dabei erzielten Gewinne, die sie meist vorsichtig anlegen. Soweit Pensionszusagen bestehen, bedeutet ein niedriges Zinsniveau einen höheren Druck auf die Gewinne. Ja, der Großteil der deutschen Unternehmen profitiert nicht so vom schwachen Euro, dass sie die EZB-Politik mit Begeisterung aufnehmen könnten.

          Darüber hinaus zitieren Sie falsch:
          Abgesehen davon, darf bezweifelt werden, dass Deutschland so ein gutes Vorbild für andere Staaten ist, da diesen doch einige wesentliche Voraussetzungen dafür fehlen.

          Darauf antwortete ich tatsächlich:
          Die Basis ist eine OECD-weite Vergleichsstudie. Zahlen sind nicht „deutsch“. Und der Bezug war nicht Deutschland, sondern die Normalität von Wellen des Wachstums wie der Konjunktur.

          Wie gesagt: Dame, lieber Popper, nicht mit der Dame ziehen!

          • Logos 24. Mai 2017, 19:40

            Ihre Reaktion – „Antwort“ kann das ja nicht zu Recht genannt werden – bestätigt zu 100%, was ich schon die ganze Zeit feststelle:

            Sie halten ihre Leser offenbar für so dumm, dass sie nicht merken, dass sie ständig die Torpfosten verschieben und damit Antworten schuldig bleiben. In einer Tour. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihre sämtlichen Kommentare. Damit leisten sie „Politikersprech“ – [zensiert]:

            „Dinge widerlegen, die niemand behauptet* hat. Damit behält man zwar oberflächlich Recht, hat aber in Wahrheit nichts zur Sache beigetragen“!

            *Die tatsächlich angesprochenen Sachverhalte werden dafür mit Ignoranz gestraft.

            Sie sind sich selbst dann nicht zu schade, dieses tote Pferd weiter zu reiten, nachdem sie gerade zuvor darauf hingewiesen wurden und behaupten gegenüber Demjenigen, der auf ihr Versagen hinweist, [zensiert]: das Pferd lebt!

          • popper 25. Mai 2017, 07:24

            Auch hier wieder Antworten auf umgestellt Fragen. Und was den „schwachen“ Euro betrifft, offenbaren Sie wieder ihren mangelnden Sachverstand. Eine Währung kann nie absolut schwach sein, sondern nur in Relation zu anderen Währungen mit denen Handel getrieben wird. Der Euro ist z.B. schwach gegenüber den USA oder der Schweiz ober stark gegenüber dem englischen Pfund oder dem Rubel. In die USA gehen ein Fünftel unseres Exports. Die relative Schwäche ist eine unmittelbare Folge unserer Niedriglohnpolitik. Die Schwäche ist mithin eine Folge, nicht Ursache der Exportüberschüsse. Ihre Argumente sind insoweit dumm oder oportonistisch und in der Sache falsch.

          • Jens 25. Mai 2017, 18:03

            Steht etwas zu den Terms of Trade im Artikel? Wird dies von der OECD angesprochen? Hat dies irgendetwas mit der Argumentationslinie des Artikels zu tun?

            Nein, es steht nicht im OECD Artikel. Hat dies etwas mit der Argumentationslinie des Artikels zu tun? Sehr wohl!

            Denn sie behaupten die Erfolge auf dem Arbeitsmarkt seien auf die Agenda 2010 zurück zu führen
            Zitat:
            Der Kern der Agenda 2010 wollte dies ändern und Deutschland war danach auf dem Weg durchaus erfolgreich, von 2005 bis 2015 sank der Anteil der Langzeiterwerbslosigkeit von 53 auf 44 Prozent

            Da widerspreche ich noch nicht! Ich würde es nur nicht Erfolg nennen, im Anbetracht des Zustandes der EWU. Außerdem sagen Sie die Politik sei richtig gewesen.

            Zitat:
            . Und während nun USA, Großbritannien und Frankreich ihre seit 2009 aufgebauten hohen Arbeitslosenzahlen begonnen haben abzubauen, konnte man hierzulande die Früchte früherer Reformen und einer relativ stabilen Wirtschafts- und Finanzpolitik ernten.

            und hier

            Auch der Rückgang der Arbeitnehmerentgelte am nationalen Einkommen war nicht ungewöhnlich, nicht das Ergebnis einer falschen Politik, sondern der richtigen. Seit 2010 erntet die Berliner Politik und ragt damit immer mehr unter den G7-Staaten heraus. Kein Wunder, dass internationale Begehrlichkeiten und Forderungen an die deutsche Regierung zunehmen.

            Und hier widerspreche ich enorm, den die deutschen Erfolge sind nur möglich gewesen innerhalb einer Währungsunion ohne Finanzausgleich und nur für die Volkswirtschaft, die als erste schleichend über mehrere Jahre ihre Löhne unterhalb des Produktivitätsfortschritts anhob (Inflation zur Vereinfachung mal außen vor)

            8% des BIP sind Exportüberschuss. Zur groben Abschätzung wieviel Arbeitsplätze dies bedeutet. Ganz ganz grob 50% des BIP sind Löhne, damit sind Pi mal Daumen rund 4% der Jobs nur dem ExportÜBERSCHUSS zu verdanken. Wer sagt die 8% des Exportüberschusses sind die Folge der EZB kann nicht gleichzeitig behaupten der Rückgang der Arbeitslosigkeit wurde durch die Reformen erreicht. Entweder oder!

            Ohne die Währungsunion mit den Südstaaten der EU, müssten sie die Erfolge der Reformen mit dem Elektronenmiskroskop suchen, da die DM extrem aufgewertet worden wäre und von der Joblokomotive Deutschland nicht mal Schall und Rauch übrig geblieben wäre.

            Japan hat dies mehrere Jahre versucht und dort stagniert die Wirtschaft.

            Das Sie in Ihrem Artikel die Terms-of Trade komplett außen vorlassen, wenn Sie die Reformen (Hartz4 etc.) als Erfolg bezeichnen, ist ja exakt mein Vorwurf! Sie tun in ihrer Betrachtung so, als gäbe es nur den Binnenmarkt. Der Binnenmarkt in Deutschland ist aber durch die Reformen so gut wie nicht gewachsen (stagnierende Löhne = stagnierende Binnennachfrage, vgl. Sie mal die Einzelhandelsumsätze Deutschlands mit Frankreich falls sie das nicht glauben), denn nahezu alle Zuwächse kamen fast nur durch den Export und dann die Terms of Trade unter den Tisch fallen zu lassen ist ein billiger Taschenspielertrick.

            • In Dubio 25. Mai 2017, 21:30

              Der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit auf ein immer noch weit überdurchschnittliches Niveau ist kein Erfolg? Angeblich leiden Langzeitarbeitslose unter geringem Selbstbewusstsein, teilweise Verwahrlosung, sind anfälliger für Krankheiten, leben ungesünder. Die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit ist also kein legitimes arbeitsmarkt- und sozialpolitisches Ziel? Nun ja…

              Wissen Sie, Anfang der Nullerjahre argumentierten weder Lafontaine, noch Heiner Flassbeck und auch nicht die Linke, dass die Südländer eine falsche Lohnpolitik betreiben würden. Im Gegenteil, sie plädierten mitten in einer tiefen Wirtschaftskrise für Lohnerhöhungen und die Flankierung durch die Zentralbank. Kann ich daraus lesen, dass nach Ansicht der Linken Lohnerhöhungen und Niedrigzinspolitik in jeder Situation die angemessene Reaktion sind?

              Wie gesagt, plädieren Sie für den Austritt aus der EU. Denn das Gegenteil ist noch weit unrealistischer und weniger zu erreichen. In keinem der als Zahler ausgemachten Länder im Norden der EU gibt es eine Mehrheit für das, was Sie befürworten. Wenn Sie also Demokrat und rechtsstaatlich orientiert sind, ist das einzig erreichbare Ziel gemäß Ihrer Analyse der Austritt der Bundesrepublik aus der gemeinsamen Währung.

              Sie tun in ihrer Betrachtung so, als gäbe es nur den Binnenmarkt.

              Quark! Ich gehe auf die G7 und erweitert auf die OECD. Sie wissen, wer dort Mitglied ist?

              • Logos 26. Mai 2017, 14:15

                Hier nun der kausale Zusammenhang zwischem neoliberalem Lohndumping und der Euro-Krise!

                Der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit auf ein immer noch weit überdurchschnittliches Niveau ist kein Erfolg?
                Das kommt darauf an!

                A)
                Gemäß neoliberaler Angebotstheorie müssen die Löhne nur genug gesenkt werden, damit alle einen Job erhalten. Das Problem dabei ist allerdings: im Regelfall ist der Job kein Selbstzweck, sondern Folge des Sachzwanges, den Lebensunterhalt bestreiten zu müssen. Unter hinreichender Berücksichtigung dieser Tatsache ist mit dem Erhalt eines Jobs das Ziel desselben noch lange nicht erreicht, wenn dieser so schlecht bezahlt ist, dass davon eben nicht der Lebensunterhalt bestritten oder eine Familie ernährt, eingekleidet und würdig versorgt werden kann. Im Gegenteil führt die aus der Angebotstheorie erwachsende Forderung des Lohndumpings schon systemisch aus Sicht des abhängig Beschäftigten zur Nichterreichung des Ziels eines Jobs: die Umsetzung neoliberaler Forderung hat zu der Perversion geführt, dass es 40 (oder mehr)-Stunden-Jobs gibt, von denen man nur schlecht oder gar nicht leben kann.
                http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/entzaubertes-jobwunder-spd-kanzlerkandidat-plant-nur-kosmetische-korrektur

                B)
                Insbesondere ist die Agenda 2010 mit dem dadurch geschaffenen größten Niedriglohnsektor aus folgendem Grund kein Erfolg, sondern wieder einmal ABSOLUTE FEHLSTEUERUNG des Kapitalismus infolge Umsetzung neoliberaler Forderung. Im Folgen mache ich etwas, was ihnen augenscheinlich völlig wesensfremd zu sein scheint: Ich missdeute nicht wie sie Korrelationen als Kausalitäten, um damit irgendwelche kruden zusammengebastelten Behauptungen scheinbelegen zu können, sondern ich präsentiere ihnen folgende auf von Flassbecks Ausführungen basierende, selbst erarbeitete Kausalkette!

                1. Mit der Euro-Einführung haben sich die EU-Mitgliedsstatten auf das gemeinsame, von Deutschland vorgeschlagene Inflationsziel von 2% (genau 1,9%, leider nicht vertraglich festgelegt) geeinigt.

                2. Inflation wird durch die Löhne bzw. Lohnstückkosten verursacht – und nicht durch die Geldmenge* (wie es das neoliberale Konstrukt „Monetarismus“ postuliert), sonst müsste in Europa angesichts der Tatsache, dass sich die Geldmenge von 2009 bis heute rund verdoppelt hat, längst eine galoppierende Hyperinflation herrschen. *auch nicht durch die Schuldenhöhe

                3. In Deutschland wurde politisch induziertes Lohndumping mittels Hartz IV und Agenda 2010 betrieben, was zusätzlich landauf, landab von der neoliberalen Propaganda einer angeblich nötigen „Lohnzurückhaltung“ zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit flankiert wurde.

                4. Damit hat Deutschland sich absprachenwidrig und intransparent (also ohne die anderen Staaten darüber in Kenntnis zu setzen – dies könnte man zu Recht als Täuschung ansehen) nicht an das Inflationsziel von 2% gehalten.

                5. Mit dem sich auf diese unredliche Weise erschlichenen Wettbewerbsvorsprung (das ist der Grund für Deutschlands anhaltend hohe Außenhandelsüberschüsse und nicht etwa eine vermeintlich „besonders leistungsfähige“ deutsche Industrie! Dies hört man allerdings nicht so gern.) wurden die anhaltend hohen Außenhandelsüberschüsse erzielt.

                6. Außerdem wurde auf diese Weise Arbeitslosigkeit ins Ausland exportiert, welches mit zu deren Außenhandelsdefizit beitrug.

                7. Aufgrund der durch Deutschland geschaffenen Außenhandelsdefizite mangelt es den Netto-Import-Ländern an Devisen, um importierte Waren bezahlen zu können.

                8. Folglich werden die Waren auf Kredit gekauft – u. U. abgesichert durch sog. „Hermes-Bürgschaften (link is external)“. Damit kommt der Staat und letztlich der Steuerzahler auf, sollten Kredite platzen.

                9. Solange der Zustand Exporteur/Importeur unter den Ländern hinreichend gleichmäßig wechseln würde, bestünde keine Problem. Wenn aber über längere Zeit immer dasselbe Land, nämlich Deutschland, Exportweltmeister ist, dann nimmt einerseits die Solvens der Schuldnerländer aufgrund der durch Deutschland exportierten Arbeitslosigkeit ab und anderseits der verzinste Schuldenberg immer weiter zu

                10. Die auf diese Weise „niederkonkurrierten Staaten“ werden in schwere Wirtschaftkrisen getrieben, die es ihnen unmöglich machen, die aufgelaufenen Schulden zu begleichen.

                11. Das Platzen der Kredite ist zwangsläufige Quittung für die vorgenannten Fehlverhaltenweisen Deutschlands. Aufgrund der geplatzten Kredite wurden die damit „bezahlten“ exportierten Waren verschenkt (gesicherte Zahlen: mittlerweile mehr als 600 Milliarden €)!

                12. Mit den in die schwere Wirtschaftkrise getriebenen Gläubigerstaaten brechen gleichzeitig Kunden und Abnehmer für zukünftige deutsche Waren weg.

                13. Dies wird mit gewisser zeitlicher Verzögerung die deutsche Exportwirtschaft einholen!

                14. Weil irgendwelche verblendeten und verantwortungslosen Neoliberalismus-Gläubigen meinen, es käme nur auf die Exportwirtschaft an und die Binnennachfrage wäre vernachlässigbar, wurde auf diese Weise schlussendlich beides ruiniert: die Exportwirtschaft und aufgrund der Verringerung der Binnennachfrage infolge des Kaufkraftverlusts durch Lohndumping auch die Binnenwirtschaft!

                15. Am Ende sind fast Alle die Verlierer: die deutsche und ausländische Wirtschaft wie auch die deutsche und ausländische Gesellschaft! Nur die Großkonzerne, deren Kredite durch den Staat und damit die Steuerzahler getragen wurden, zählen zu den Gewinnern.

                16. Als I-Tüpfelchen und Hohn des Ganzen fehlt dann nur noch, dass Neoliberale, deren Ideologie erst in den Niedergang geführt hat, dann aufgrund der selbst verursachten Wirtschaftskrise fordern, „noch mehr Lohnzurückhaltung“ zu üben, „um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern“

                Herr Pietsch, sie hatten sich beschwert, dass hier nicht „Anhänger des Hamburger Ökonoms Flassbeck begierig auf den fleischhaltigen Knochen stürzen.“ Werden sie nun, da ich Flassbecks Kausalkette im Detail vorgebracht habe, doch ausnahmsweise in der Sache – OHNE die Torpfosten zu verschieben, OHNE auf andere Themen abzulenken, OHNE auf nicht gestellte Frage zu reagieren und gleichzeitig die gestellten mit Missachtung zu strafen – eine Antwort liefern, welche diesen Namen zu Recht verdient? AUSNAHMSWEISE? Herr Pietsch, wäre das möglich? Werden sie versuchen, die umzusetzen?

      • Jens 25. Mai 2017, 12:24

        Sie haben ein Talent mich nicht verstehen zu wollen. Die Statistiken werden schneller frisiert als man schauen kann. Dadurch, dass hierzulande auch ein Job mit drei Arbeitsstunden pro Tag und einer Anreisezeit von 2 Stunden, bezahlt zum Mindestlohn, als zumutbar gilt werden mehr und mehr Menschen als „employed“ geführt. Deswegen von Vollbeschäftigung zu reden ist einfach eine Zumutung. HUR hin oder her!

        Wenn in allen G7-Ländern die Produktivität im Zuge des Abbaus der Arbeitslosigkeit lahmt, können Sie das kaum mit „deutschen Einflüssen“ begründen.

        Geschickt am Thema vorbei. Die Frage ist doch warum es Deutschland innerhalb der Währungsunion angeblich „geschafft“ und der Rest nicht?

        Sie nennen als Grund
        Deutschland nahm in den letzten Jahrzehnten niedrigere Produktivitätsgewinne als die anderen G7-Staaten in Kauf. … Und im folgenden Jahrzehnt sollte die auf ungeahnte Rekord Dimensionen angewachsene Arbeitslosigkeit zurückgedrängt werden.

        Nennen wir das Kind beim Namen. Lohndumping.
        Mit den Hartz4 Reformen ab 2005 stagnierten oder sanken die Löhne. Deutschland hatte in dieser Zeit teilweise 0% Inflation. Frankreich und der Süden steigerten ihre Löhne weiter und hatten in Folge dessen auch eine höhere Inflation. Dies wurde bis zur Krise noch kaschiert, da die Wirtschaft noch halbwegs normal wuchs. Nach der Krise, begann dann der Austeritätskurs, der es dem Süden nicht mehr ermöglichte per Schulden entgegen zu steuern. In den Folge Jahren explodierte der Exportüberschuss, was man auch schön an der Target2 Entwicklung sehen kann. Wenn man die wachsenden Staatsschulden des Süden den Exportüberschüssen Deutschlands in den Süden zu jener Zeit gegenüber stellt erkennt man die Ursache für die seit dem ständig fortschreitende Krise. Die über die Jahre angewachsene Differenz bei den volkswirtschaftlichen Lohnstückkosten kam voll zum tragen.

        Die deutsche „Joblokomotive“ die auf den „Reformen“ beruht ist nichts als Lohndumping und Reduktion der Lohnstückosten INNERHALB einer Währungsunion OHNE Ausgleichszahlungen. Die Jobs die wir hier gewannen gingen im Süden flöten. Dies löste eine Wanderungswelle von EU Bürgern nach Deutschland aus, die als Nebeneffekt hier der Anhebung der Löhne entgegenwirkte, da ja mehr Arbeitskräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen.

        Ein kleiner Effekt, der von den Freihandelsapologeten die sich gerne auf Ricardo berufen übersehen wird. Bei Ricardo gibt es keine Ab- und Zuwanderung der Arbeitskräfte, sonst ist es mit den komperativen Vorteilen auch schwierig. Abgesehen davon, dass Ricardo von ausgeglichenen Handelsbilanzen ausging.

        Kurz ihre „Wellenbewegung“ ist ja gut und schön. Aber sie tun so, als ob die Wellenbewegung schon eine Erklärung ist. Ist sie aber nicht. Es gilt zu untersuchen, warum und durch welche Maßnahmen Deutschland wieder „hoch“ kam und warum der Rest der EU nicht.

        Sie liefern auch keine Erklärung warum der EURO für die BRD zu schwach und für den Süden zu hart ist.

        Die Deutschen wollten nicht den Euro und die deutsche Wirtschaft will mehrheitlich nicht die ultralockere Geld- und Zinspolitik der EZB. Praktischerweise können Sie Ihre Beschwerde in Frankfurt Ostend anbringen, Adresse gebe ich Ihnen.

        So what? Wollen sie ernsthaft behaupten Deutschland habe nichts getan, um seine Exporte zu steigern? Und ist komplett unschuldig an dem exorbitanten Exportüberschuss?

        Das sieht der Rat der Wirtschaftsweisen aber anders. Ok, gut sah es anders. Seit Deutschland dafür in der Kritik steht wird anders argumentiert. Das ist aber für Neoliberale typisch.

        http://norberthaering.de/de/27-german/news/800-wirtschaftsweise-merkantilismus

        Deutschland hat bewusst und mit dem Ziel die Exporte zu steigern, die Lohnnebenkosten gesenkt und so Abgaben für die Arbeitgeber gesenkt und im Gegenzug die Mehrwehrsteuer erhöht. Dies verteuert die Importe gegenüber den Exporten. Zwar steigt die Mehrwehrsteuer für alle Produkte, aber die heimischen Produktionskosten wurden durch die verringerten Abgaben verringert.

        Zusätzlich wurden durch Leiharbeit ohne equal pay und die Ausdehnung der Werksverträge sowie KAPOVAZ die Löhne gesenkt und zwar auch nominal, dort wo die Mittel eingesetzt wurden!
        Leiharbeiter sind billiger als die Stammbelegschaft und könne jederzeit gekündigt werden.

        Jetzt auf die EZB oder irgendwelche höheren Kräfte zu verweisen und so zu tun, als ob wir für die Exportüberschüsse nichts könnten, ist einfach erbärmlich!

        • In Dubio 25. Mai 2017, 15:28

          Sie haben ein Talent mich nicht verstehen zu wollen. Die Statistiken werden schneller frisiert als man schauen kann.

          Ich kenne die Kritik an der Arbeitslosenrate, seit ich politisch denken kann. Also ein paar Jahrzehnte. Früher, z.B. zu Kohls Zeiten (die Sie ja als vorbildlich ansehen) wurde kritisiert, dass die Regierung Arbeitslose in ABM und Frühverrentungen verstecken würde. Ich glaube, Sie lesen meine Begründungen nicht. Es geht nicht um die deutsche Definition. Es gibt eine gemeinsame internationale Definition, wodurch die nationalen Erhebungen auf einen gemeinsamen Standard gedimmt werden, um Vergleiche anstellen zu müssen. Sie empfehlen Blindheit. Vergleicht nicht, die Ergebnisse könnten uns nicht gefallen. Aufgabe von Statistikern, Mathematikern, Informatikern und Kaufleuten ist es, Sachverhalte messbar und vergleichbar zu machen. Wer das unter allen Umständen verhindern will, hat eine politische Agenda. Und keine gute.

          Geschickt am Thema vorbei. Die Frage ist doch warum es Deutschland innerhalb der Währungsunion angeblich „geschafft“ und der Rest nicht?

          Wo steht etwas von Währungsunion? Wissen Sie, wenn wir unter jedem Artikel, egal worum es da geht, die immer gleichen Debatten führen, wird es für mich ziemlich langweilig. Im Augenblick möchte ich nicht über Euro, Exportquoten und Sozialpolitik diskutieren. Ich habe mir mit den Analysen Arbeit gemacht. Ich würde mir wünschen, dass die gewürdigt wird. Ansonsten stelle ich demnächst einfach eine Überschrift und einen Satz ein. Dann können sich alle, die sich gerne selbst bespielen, austoben. Ich wäre allerdings nicht dabei.

          Nennen wir das Kind beim Namen. Lohndumping.

          Also gab es bei den G7 breites Lohndumping?

          Aber sie tun so, als ob die Wellenbewegung schon eine Erklärung ist. Ist sie aber nicht. Es gilt zu untersuchen, warum und durch welche Maßnahmen Deutschland wieder „hoch“ kam und warum der Rest der EU nicht.

          Die Wellenbewegungen gibt es bei den G7 und bei der Mehrheit der OECD-Staaten. Einige Eurozonenländer, genauer Italien und Frankreich, kommen hier nicht voran. Es liegt nahe, dass das Problem national und nicht international ist.

          Sie liefern auch keine Erklärung warum der EURO für die BRD zu schwach und für den Süden zu hart ist.

          Was hat das mit dem Artikel zu tun?

          Wollen sie ernsthaft behaupten Deutschland habe nichts getan, um seine Exporte zu steigern? Und ist komplett unschuldig an dem exorbitanten Exportüberschuss?

          Jupp. Gehen Sie mal in ein exportorientiertes Unternehmen. Wissen Sie überhaupt, was die tun? Und versuchen Sie anhand eines einzelnen Unternehmens herauszufinden, was diese bösärtigerweise getan haben, ihre Produkte nicht in Deutschland, sondern in China zu platzieren.

      • Jens 25. Mai 2017, 14:37

        Sie argumentieren durch die Reformen ginge es Deutschland nun besser. An dem exorbitanten Exportüberschuss ist aber die EZB schuld. Der Exportüberschuss von 8% erklärt aber weitestgehend, warum es Deutschland nun besser geht. Sind also gar nicht die Reformen für den „Erfolg“ verantwortlich sondern die EZB? Dann waren die Reformen ja für die Katz? Ihre „Argumentation“ ist voller Inkonsistenten und durch und durch widersprüchlich.

        Dabei ist es in der Theorie recht simple und in der Praxis trotzdem zum Scheitern verurteilt.

        Einfach ist: Wenn in einer Währungsunion – ohne Ausgleichszahlungen – sich nicht die einzelnen Staaten oder Regionen gegenseitig die Arbeitsplätze durch ein unterbieten bei den Löhnen, wegnehmen wollen müssen ÜBERALL die Löhne entsprechend den lokalen Produktivitätsfortschritten steigen. Tun sie dies nicht, steigt in Regionen, die ihre Löhne niedriger als den Produktivitätsfortschritt steigern, die Wettbewerbsfähigkeit und sie kann so mehr für den gemeinsamen Markt produzieren.

        Schwierig ist:
        In der Praxis werden aber in der EU die Löhne nicht von oben festgelegt sondern verhandelt, es gibt somit keine Synchronisation bei den Löhnen.

        Da Deutschland als erster seine Löhne in der EWU gesenkt hat profitiert es nun davon. (gesenkt im Sinne von weniger stark angestiegen als die Produktivität, Inflation mal außen vor gelassen)

        Der Euro ist, so wie er im Moment konstruiert ist, ein totales Desaster für Lohnempfänger in der EWU als ganzes betrachtet.

        Es gibt keine gemeinsamen Sozialkassen, keinen Länderfinanzausgleich, keine gemeinsamen Steuern. Zudem gibt es keinen Flächentarifvertrag.

        Kurz eine Gewerkschaft die regional höhere Löhne für ihre Beschäftigten heraus handelt hat sofort mit Zitronen gehandelt, da sie als unmittelbare Folge mit Jobverlust für ihre Beschäftigten rechnen muss. Den eine Anpassung über die Währung wie früher scheidet ja aus.

        So ist Deutschlands Erfolg einmalig und wird einmalig bleiben, da die anderen Länder ja ihre Löhne jetzt unterhalb des Niveaus Deutschland senken müssten, um diesen „Erfolg“ zu wiederholen, dies kann kaum gelingen, da der Abstand bereits sehr groß ist und dies die Binnennachfrage exekutieren würde.

        Kurz der deutsche Weg kann unmöglich für den Süden und/oder Frankreich funktionieren.

        Mittelfristig müssen wir der Euro grundlegend reformieren oder abschaffen, so wie er zur Zeit Konstruiert ist, wird er die EU zerstören.

        Das haben eigentlich auch alle VWLer bei der Einführung des Euros gesagt, nur will es jetzt keiner mehr hören. Da wir die politische Union oder gemeinsame Sozialkassen etc. nach wie vor nicht haben, sollte doch die einzig logische Konsequenz sein, entweder sie nun unmittelbar herbei zu führen oder aber den Euro so schonend wie möglich zu den Akten legen.

        Ein Weiter so a la Merkel und Schäuble kann nur in den Abgrund führen.

        Und die neoliberale Position*, am Exportüberschuss sei nur die EZB Schuld, oder noch doller, die Länder mit negativer Handelsbilanz sparen halt nicht ist IMHO nur dämlich und bar jeglicher Relevanz. (dies ist übrigens interessanter Weise ziemlich exklusiv die Postion deutscher Neoliberaler, die meisten Neoliberalen in der USA prangern die deutschen Exportüberschüsse an.)

        Wenn am Exportüberschuss nur die EZB Schuld ist, können wir ja gefahrlos für den deutschen Exportüberschuss, Leiharbeit ohne equal pay, die Ausdehnung der Werkvertäge, Kapovaz etc. alles wieder abschaffen, die EZB wird es ja schon alleine richten. Das könnten Sie ja dann fordern, nach Ihrer Logik.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jens

        • In Dubio 25. Mai 2017, 15:11

          Sie argumentieren durch die Reformen ginge es Deutschland nun besser. An dem exorbitanten Exportüberschuss ist aber die EZB schuld.

          Nope. Die Stoßrichtung des Artikels – hinter her noch mehrmals klar gestellt – ist eine ganz andere.

          Kurz eine Gewerkschaft die regional höhere Löhne für ihre Beschäftigten heraus handelt hat sofort mit Zitronen gehandelt, da sie als unmittelbare Folge mit Jobverlust für ihre Beschäftigten rechnen muss.

          Alternativ können Sie Gewerkschaft durch Unternehmen, Löhne durch Preise und Beschäftigte durch Produkte ersetzen. Nennt sich Marktwirtschaft und ist in der OECD weit verbreitet. 😉

          Kurz der deutsche Weg kann unmöglich für den Süden und/oder Frankreich funktionieren.

          Plädieren Sie für den Austritt aus dem Euro.

          • Jens 25. Mai 2017, 20:47

            Kurz eine Gewerkschaft die regional höhere Löhne für ihre Beschäftigten heraus handelt hat sofort mit Zitronen gehandelt, da sie als unmittelbare Folge mit Jobverlust für ihre Beschäftigten rechnen muss.

            Alternativ können Sie Gewerkschaft durch Unternehmen, Löhne durch Preise und Beschäftigte durch Produkte ersetzen. Nennt sich Marktwirtschaft und ist in der OECD weit verbreitet.

            Ihre Antwort ist Quatsch und ein Beleg, dass sie die Prozesse innerhalb der EWU nicht verstehen wollen oder gar können? Bei einem Land mit eigener Währung führt ein (zu) hoher Tarifabschluss zu Inflation und somit zu einer Währungsabwertung und nicht sofort zu Jobverlust. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie diesen Unterschied nicht erkennen können.

            Sie argumentieren die ganze Zeit, als ob alle die Länder die sie vergleichen eigene Währungen haben. Allein dadurch ist ihr Artikel schon mangelhaft.

            Für Frankreich, Deutschland und die anderen Länder in der EWU kommen besondere Aspekte hinzu, da sie ihre Währungen nicht auf- oder abwerten können. Wer dann Deutschland mit Frankreich und USA vergleicht, vergleicht einfach Äpfel mit Birnen.

            Abgesehen davon ist ihre Argumentation in Artikel und Kommentaren darunter nicht gerade stringent.

            Auf meinen Hinweis, dass die Arbeitslosenquote in den USA für die Katz ist und man die Erwerbstätigenquote berücksichtigen muss, antworten sie nur mit „HUR“. Ja, die steht da. Aber das hindert sie nicht im Artikel zu schreiben

            In der Post-Finanzkrisenzeit schafften auch die angelsächsischen Staaten wieder Beschäftigung

            Für die USA ist das definitiv falsch! Die Erwerbstätigenquote sank von 2009 bis Ende 2015 kontinuierlich. Einzig die Arbeitslosenstatistik der USA verbesserte sich, dank Friseur.

            https://www.querschuesse.de/usa-arbeitsmarktbericht-dezember-2016/

            • In Dubio 25. Mai 2017, 21:20

              Sie argumentieren die ganze Zeit, als ob alle die Länder die sie vergleichen eigene Währungen haben.

              Sie argumentieren die ganze Zeit, als gäbe es zur Steuerung der Wirtschaft nur die Geldpolitik und nicht auch die Finanzpolitik, die Konjunktur- und Wachstumspolitik wie Arbeitsmarktpolitik, sämtliche in der Hand nationaler Regierungen. Und sie argumentieren, als hätten wir in den letzten 5 Jahren nicht die weitgehende Machtlosigkeit, zumindest Begrenztheit der Geldpolitik in den USA, EU, Japan und Großbritannien erlebt. Anmerkung: die USA, Japan und Großbritannien haben nicht den Euro.

              Gut, Sie wollen weder nationale Arbeitslosenstatistiken noch internationale Berechnungen gelten lassen. Dann kann ich nur sagen: bitte treten Sie zurück, denn es wird keine Basis geben, über Arbeitslosigkeit zu diskutieren. Hören Sie an der Stelle zukünftig einfach weg, denn ich werde immer anhand von offiziellen Statistiken argumentieren, die immerhin wissenschaftlichen Standards genügen müssen. Dann sage ich, wir haben nahezu Vollbeschäftigung und Sie das Gegenteil. Da Sie nichts belegen können – schließlich akzeptieren Sie nichts – ist das das finale Punkt.

              • popper 26. Mai 2017, 08:38

                In Dubio: …Sie wollen weder nationale Arbeitslosenstatistiken noch internationale Berechnungen gelten lassen. …ich werde immer anhand von offiziellen Statistiken argumentieren, die immerhin wissenschaftlichen Standards genügen müssen. …wir haben nahezu Vollbeschäftigung…</i

                Ein klassischer Zirkelschluss ohne jeden Erkenntnisgewinn. Hier demonstrieren Sie Ihren Starrsinn und ihre Beratungsresistenz. HUR macht die nationalen Berechnungsmethoden nicht obsolet. Denn bezogen auf Deutschland lässt sich daraus nicht ableiten, die statistisch ausgearbeiteten Zahlen seien nicht aussagekräftig. Wir haben mit der Einführung unterschiedlicher Zählkreise Arbeitslosigkeit per definitionem verringert, nicht faktisch. Im Übrigen lag schon bei Einführung der Hartz-Gesetze die Arbeitslosigkeit in der alten BRD bei 2,6 Mio. Und HUR harmonisiert die nationalen Zahlen, indem es ebenso wegdefiniert was nicht in die neoliberale Brille passt. Sagt aber genau so wenig über die tatsächlichen Verläufe und Wirkursachen der Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsmarkt ist für die OECD neoklassisch wie ein Kartoffelmarkt, wo Angebot und Nachfrage voneinander unabhängig sind. Und kommt damit zwangsläufig zu inkonsistenten Ergebnissen. Wenn Ihnen das Nachbeten von Statistiken genügt, sollten Sie ihren Erkenntnisgewinn nicht für sakrosankt erklären.

                Sie argumentieren die ganze Zeit, als gäbe es zur Steuerung der Wirtschaft nur die Geldpolitik und nicht auch die Finanzpolitik, die Konjunktur- und Wachstumspolitik wie Arbeitsmarktpolitik…

                Hier zeigen Sie, wie wenig Sie verstanden haben. Es geht nicht um „Politiken“ sondern um Formen der Wirtschaft. Der Unterschied liegt in der Frage, ob Sie bei ihren Überlegungen das Prinzip des Tauschs (Erstausstattung) zugrunde legen oder Geld (Kredit) als Kommunikationsmittel der Wirtschaft begreifen. Da in der heutigen Wirtschaft Geld zum Erwerb von Waren unabdingbar ist, ist Geld (oder monetärer Gewinn) die Grundlage unseres Wirtschaftssystem. Die Dysfunktion in den USA, EU etc. ist einer Wert- bzw. Stabilitätsideologie des Geldes geschuldet, die als Monetarismus bekannt ist. Wobei die Amerikaner viel pragmatischer mit der Finanzkrise umgegangen sind als die EU. DIn Probleme in der EWU verantworten vorallem wir Deutsche. Da unsere wirtschaftlicher Erfolg seit Einführung des Euro im Wesentlichen auf Lohndumping infolge der Hartz-Gesetze beruht, schien unseben Politikern der Weg, dem Rest der EWU eine Austerität aufzuzwingen alternativlos. Die katastrophalen Folgen für Europa sehen wir.

                Wenn Sie auf die „Grenzen der Finanzpolitik“ hinweisen, beschreiben Sie etwas Richtiges, ziehen aber falsche Schlussfolgerungen. Sie glauben, treu dem Mainstream, dass die Geldmenge einen Einfluss auf die Konjunktur nimmt, was nicht mehr als Kaffeesatzleserei ist und mit Wirtschaft rein gar nichts zu tun hat. Ebenso ist die Annahme des Zins als Steuerungselement der Konjunktur einer einzelwirtschaftlichen Betrachtung geschuldet, die aus der Diskussion um das Föhl’sche Gewinnparadoxon hinreichend widerlegt ist. Aber, lassen wirst dabei, ich will Sie ja nicht überfordern.

              • Logos 26. Mai 2017, 11:16

                Sie argumentieren die ganze Zeit, als gäbe es zur Steuerung der Wirtschaft nur die Geldpolitik und nicht auch die Finanzpolitik
                Nein, tut Rauschi nicht: eine glatte Unterstellung.
                Wo wir aber gerade bei Geld sind – welche Position vertreten sie: Auf welche Weise wird Geld geschöpft? Welcher Theorie hängen sie an: Finanzintermedär-Theorie, Teilreserve-Theorie, Kreditschöpfungstheorie?
                Auch das ist wieder zentral und fundametal! Werden sie sich erneut einer Klärung ihrer Position verweigern?
                Wer ist de facto HAUPTSÄCHLICH für die Erhöhung der Geldmenge des Euro verantwortlich? Wissen sie? Ich wette: NEIN!

                Und sie argumentieren, als hätten wir in den letzten 5 Jahren nicht die weitgehende Machtlosigkeit,
                War schon vorher falsch (s.o.) und ist noch immer falsch: pure Unterstellung!

                Gut, Sie wollen weder nationale Arbeitslosenstatistiken noch internationale Berechnungen gelten lassen.
                Und auch das ist FALSCH: Nicht die Statistiken oder die Berechnungen werden infrage gestellt, SONDERN der kausale Zusammenhang zu den von IHNEN KONSTRUIERTEN Behauptungen! Wenn sie intellektuell auf dermaßen peinliche Weise an dem korrekten Verständnis von Rauschis Kritik scheitern, sollten >>>SIE<<< zurücktreten!

                Fakt ist: Deutschland hat weit über 2 Millionen Arbeitslose! Und sie fabulieren von „nahezu Vollbeschäftgung“? ist das jetzt nur himmelschreiende Inkompetenz oder schon glatte Verlogenheit?

                Sie, Herr Pietsch, können nichts belegen! SIE! Trotz der gelieferten Statistiken sind sie nämlich unisono an dem Versuch gescheitert, den kausalen Zusammenhang zwischen diesen und den von ihren konstruierten Behauptungen nachzuweisen. D.h. in Wahrheit haben sie niemals auch nur den Versuch unternommen, den kausalen Zusammenhang nachzuweisen, sondern sich immer und immer wieder in den peinlichen Verweis auf die Statistiken geflüchtet! Also ob diese belegen können, was sie sich daraus zusammenbasteln. Was einem ganz einfach Grund geschuldet ist: Die Fakten geben das einfach nicht her. ALLES, was jemand aus neoliberaler Dogmatik (nicht Ordo) glaubt ableiten zu können, wird Schwachsinn infolge von Denkfaulheit und ideologischer Verblendung sein und bleiben.

              • Jens 26. Mai 2017, 13:17

                Sie argumentieren die ganze Zeit, als gäbe es zur Steuerung der Wirtschaft nur die Geldpolitik und nicht auch die Finanzpolitik, die Konjunktur- und Wachstumspolitik wie Arbeitsmarktpolitik, sämtliche in der Hand nationaler Regierungen.

                Ich rede überhaupt nicht von Geldpolitik! Ich rede davon wie sich der Euro OHNE Ausgleichszahlung und ohne Flächentarifvertrag auf die Verhandlungsposition der Gewerkschaften auswirkt im Unterschied zu DM-Zeit.

                Und ich rede davon welche Auswirkung eine unterschiedliche Entwicklung der Löhne im Bezug zur Produktivität INNERHALB einer Währungsunion OHNE Ausgleichszahlung im Unterschied zur Vor-Euro Zeit hat.

                Das hat erst mal rein gar nichts mit Geldpolitik, Austeriät, Steuern etc. zu tun. Das betrachtet erst mal ausschließlich, was das für den Wettbewerb INNERHALB der Währungsunion bedeutet und der unterscheidet sich fundamental zu dem Wettbewerb den die Bundesländer innerhalb der BRD zu DM Zeiten hatten.

                Die Konstruktion des Euros hat dazu geführt, dass Deutschland nach den Hartz4 Reformen seine Exporte in den Rest der EU, insbesondere den Süden extrem ausbaute, siehe die Entwicklung des Target2 Systems nach 2005 als Indikator! Da eine Abwertung der Währung der Südländer nicht möglich war, ging das im Gegensatz zur vor-Euro Zeit auch ungebremst weiter!

                In diesen Jahren war nahezu das gesamte Wachstum was wir hatten ausschließlich vom Export getrieben. Von 2005 bis 2009 sanken die Reallöhne sogar in Deutschland. Erst ab 2009 steigen sie wieder. Sie steigen aber nicht so stark, als dass der Süden und Frankreich dadurch wieder aufholen könnten.

                Kurz, ihre Darstellung der Zahlen im Artikel ist so prinzipiell korrekt, aber Sie blenden die Sondereffekte durch den Euro komplett aus, und kommen so zu dem Schluss

                Deutschland hat damit seine wirtschaftspolitischen Hausaufgaben gemacht

                Auch der Rückgang der Arbeitnehmerentgelte am nationalen Einkommen war nicht ungewöhnlich, nicht das Ergebnis einer falschen Politik, sondern der richtigen.

                Diese Bewertung blendet aus, was diese Politik für den Rest der EWU bedeutet. Sie unterschlägt auch, dass dieser „Erfolg“ NUR möglich war durch Deutschlands Teilnahme an der EWU und sie unterschlägt, dass der Rest der EWU dies nicht wiederholen kann, da das Beggar thy Neighbour nur bei dem so „herausragend“ funktioniert, der es als erstes praktiziert und die innere Abwertung schleichend über mehrere Jahre stecken kann. Der Rest der EWU muss diese innere Anpassung nun schnellst möglich nachholen, um wieder Wettbewerbsfähig gegenüber Deutschland zu werden.

                Bei einem Anteil des Exportüberschusses von 8% am BIP und der Tatsache, dass alle Zuwächse am BIP und die Reduktion der Arbeitslosen (nach offizieller Statisitk) nur durch den Export gelang, kann man IMHO eine seriöse Bewertung der Reformen nicht durch führen ohne die Terms of Trade zu betrachten.

                Im übrigen akzeptiere ich die Erwerbstätigenquote und die geleisteten Arbeitsstunden als Referenz und bei der Erwerbstätigenquote zeigt sich für die USA kein gutes Bild.

                Im übrigen bin ich nicht für einen Euro-Austritt, wenn der Euro jetzt knall auf Fall platzen würde, wäre dies fatal. Aber ich wünsche mir eine Reform des Euros (Ausgleichszahlungen, gemeinsame Sozialkassen, Flächentarifvertrag etc), bin aber sehr skeptisch (bezweifele es sogar stark) ob dies gelingen kann. Sollte dies nicht gelingen bin ich durchaus dafür den Euro so schonend wie möglich wieder abzuschaffen, aber ohne nationale Alleingänge. Der Euro entsolidarisiert über den oben beschriebenen Mechanismus die Völker der EWU. Ohne ein solidarisches Zusammengehörigkeitsgefühl aber hat die EU als ganzes keine Chance.

                Im übrigen habe ich mir das nicht ausgedacht. Prof. Flassbeck hat dies bereits 2005 geschrieben.

                http://www.flassbeck.de/pdf/2005/8.11.2005/Die%20deutschen%20Lohnst%FCckkosten.pdf

                Und Dullien und Fritsche haben sich auch bereits 2007 mit dem Thema beschäftigt.

                https://www.researchgate.net/publication/4794927_Anhaltende_Divergenz_bei_Inflations-_und_Lohnentwicklung_in_der_Eurozone_Gefahr_fur_die_Wahrungsunion?enrichId=rgreq-0e0d0f9c1b320d725f965350a5375bdc-XXX&enrichSource=Y292ZXJQYWdlOzQ3OTQ5Mjc7QVM6MTQ0NTI2NTIxOTMzODI1QDE0MTE0NjkyMTY4NDY%3D&el=1_x_3&_esc=publicationCoverPdf

                Ich hoffe der Link funzt. Ansonsten Titel googlen

                „Anhaltende Divergenz bei Inflations- und Lohnentwicklung in der Eurozone: Gefahr für die Währungsunion?“

                Bei beiden Artikeln halte ich für bemerkenswert, dass sie von vor der Krise sind.

                Wir müssen bei der Betrachtung von Wachstum, Löhnen, etc. endlich die nationale Brille abnehmen und europäisch denken. Unterlassen wir das brauchen wir auch keine gemeinsame Währung.

                • Logos 26. Mai 2017, 14:21

                  Flassbeck?! Ausgezeichnet! Habe Pietsch hier http://www.deliberationdaily.de/2017/05/produktivitaet-arbeitslosigkeit-49-euro-fuer-die-soziale-gerechtigkeit/#comment-53779 mal mit Flassbecks detaillierter Kausalkette konfrontiert. Mal sehen, ob er nun etwas zustande bringt, was die Bezeichnung „Antwort“ zu Recht verdient. Insbesondere, weil er sich selbst zuvor beschwerte, dass Flassbecks Anhänger sich nicht auf den „fleischhaltigen Knochen“(sic) stürzen würden.

                • In Dubio 28. Mai 2017, 08:36

                  Ich rede überhaupt nicht von Geldpolitik! Ich rede davon wie sich der Euro OHNE Ausgleichszahlung und ohne Flächentarifvertrag auf die Verhandlungsposition der Gewerkschaften auswirkt im Unterschied zu DM-Zeit.

                  Nehmen Sie Deutschland, nehmen Sie die Eurozonenstaaten heraus und die Aussage bleibt bestehen. Allein zu den G7 zählen auch die USA, UK, Japan und Kanada, also die Mehrheit. Bei der OECD ist der Eindruck der Euroländer noch geringer. Es macht also wenig Sinn, den zeitweisen Rückgang der Produktivität wie der Lohnquote einer bestimmten deutschen Politik anzuhängen.

                  der Tatsache, dass alle Zuwächse am BIP und die Reduktion der Arbeitslosen (nach offizieller Statistik) nur durch den Export gelang

                  Sie behaupten etwas als Tatsache, was keine ist. Erstens fand der Großteil der vormals Arbeitslosen im Dienstleistungsbereich sein Auskommen, das ergibt sich aus dem Text wie den OECD-Statistiken. Dieser Bereich wird jedoch bei den Terms of Trade nicht gezählt und hat für Deutschland nur eine geringe Bedeutung. Anders sieht das für Länder wie USA und UK aus. Würden Dienstleistungen in die Berechnung einbezogen, wäre der Exportüberschuss weit geringer. Zweitens fand der große Rückgang der Arbeitslosigkeit von 2006-2009 statt. Doch noch im Jahr 2011 lag der Außenhandelsüberschuss nominal (!) auf dem Niveau von 2005. Ein Abbau aufgrund der Erhöhung exportierter Güter kann also nicht erfolgt sein.

                  Im übrigen akzeptiere ich die Erwerbstätigenquote und die geleisteten Arbeitsstunden als Referenz und bei der Erwerbstätigenquote zeigt sich für die USA kein gutes Bild.

                  Das ist nur eine Seite der Medaille. Wenn Sie eine Medaille nehmen, müssen Sie beide Seiten akzeptieren. Schließlich ist auch der Anteil der Erwerbsfähigen nicht konstant. Sowohl durch Migration wie durch erhöhte Anreize zur Arbeit (Hausfrauen werden beispielsweise zum Zuverdienst animiert) keine feste Größe.

                  Im übrigen bin ich nicht für einen Euro-Austritt, wenn der Euro jetzt knall auf Fall platzen würde, wäre dies fatal.

                  Dann sollten Sie eine Strategie entwerfen, wie Sie den Großteil der EU-Bevölkerung von der Richtigkeit Ihrer Vorstellungen überzeugen. Schließlich gibt es ja noch das Demokratieprinzip.

                  • Jens 30. Mai 2017, 20:08

                    Es macht also wenig Sinn, den zeitweisen Rückgang der Produktivität wie der Lohnquote einer bestimmten deutschen Politik anzuhängen.

                    Einerseits schreiben sie (siehe oben), dass hat nichts mit Politik zu tun anderseits schreiben, sie Deutschland konnte die „Früchte früherer Reformen“ ernten? Was den nun?

                    Wie diese durch die Hartz4 Reformen geschaffenen Arbeitsplätze nicht einer „bestimmten deutschen Politik“ zugeordnet werden können, bleibt ihr Geheimnis.

                    Zitat von mir
                    der Tatsache, dass alle Zuwächse am BIP und die Reduktion der Arbeitslosen (nach offizieller Statistik) nur durch den Export gelang

                    darauf sie
                    Sie behaupten etwas als Tatsache, was keine ist. Erstens fand der Großteil der vormals Arbeitslosen im Dienstleistungsbereich

                    Das die meisten Arbeitsplätze im Dienstleitungsbereich geschaffen wurden, ist nun nicht verwunderlich. Sind hier doch die Beschäftigten mit Werkverträgen, Leiharbeiter und prekär Beschäftigten angesiedelt, die sich nun in mehreren Jobs die Arbeit teilen, die zuvor weniger Angestellte mit Vollzeitstellen gemacht haben.

                    Und natürlich verdanken wir den Großteil der neuen Jobs den Exporten und der positiven mit Leistungsbilanz der BRD.

                    Wenn die positive Leistungsbilanz 8% vom BIP ausmacht, muss ja irgendwer in Deutschland diese 8% mit seiner Arbeit erwirtschaftet haben* und dafür auf die eine oder andere Weise bezahlt worden sein. Ob die im Dienstleistungssektor, in der Industrie oder beim Staat waren ist Gesamtwirtschaftlich völlig unerheblich. Ihr Argument geht hier völlig ins leere?

                    Doch noch im Jahr 2011 lag der Außenhandelsüberschuss nominal (!) auf dem Niveau von 2005. Ein Abbau aufgrund der Erhöhung exportierter Güter kann also nicht erfolgt sein.

                    Sie picken sich erstens nur die exportierten Güter heraus, dabei vergessen Sie, dass von 2005 bis 2010 die Dienstleistungsbilanz von -2% des BIP auf 0% am BIP drehte.**

                    Die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden hat sich in Deutschland von 2005 bis 2010 gerade einmal um 2,7% erhöht. Ihr Jobwunder in dieser Zeit war eine Flut von Leiharbeit, Werkverträgen und vor allem prekärer Beschäftigung mit Mini Bezahlung und Mini Arbeitsstunden. Gerade genug Beschäftigung um aus der Arbeitslosenstatistik zu fliegen aber viel zu wenig um davon leben zu können.

                    Ich habe mal die Summe der geleisteten Arbeitsstunden aus der Ameco Datenbank und den Saldo der Ausfuhren aus ihrer Desatisquelle für den Zeitraum von 2005 bis 2016 aufgetragen

                    Ausfuhrbilanz Arbeitsstunden
                    2005 158179 55500
                    2006 159048 56467
                    2007 195349 57437
                    2008 178298 57950
                    2009 138697 56133
                    2010 154863 57013
                    2011 158702 57909
                    2012 193222 57835
                    2013 197632 57657
                    2014 213601 58343
                    2015 244310 58895
                    2016 252032 59281

                    Nehmen Sie bitte mal 2009 als 100% und berücksichtigen Sie das 2009 die Handelsbilanz 5,6% ausmachte, also eine Änderung der Handelsbilanz von 10% nur 0,56% bei den Arbeitsstunden ausmachen kann.
                    Von 2009 bis 2016 steigerte sich die Ausfuhrbilanz um 181%. Geteilt durch 5,6 ergibt das eine von mir behauptete Steigerung der Arbeitsstunden von 4,5%. Tatsächlich haben sie sich laut Ameco Datenbank um 5,5% gesteigert. Damit ist der allergrößte Zuwachs bei den Arbeitsstunden rein dem ExportÜBERSCHUSS geschuldet.

                    Tragen Sie es mal in Excel auf. Deutschland hat sein mehr an Arbeit unter dem Strich fast ausschließlich dem Export zu verdanken! Anders kann man diese Zahlen nicht interpretieren.

                    Insofern ist die Theorie man müsse nur den Arbeitsmarkt flexibilisieren und die Löhne senken als UNIVERSELLE Theorie empirisch gescheitert. Den es können nicht alle Nationen gleichzeitig durch Lohnzurückhaltung ihre Außenhandelsbilanz verbessern.

                    Das die Hartz4 Reformen das BIP nur über den Export auf Kosten der Binnennachfrage gesteigert haben kann man auch an den Einzelhandelsumsätzen (mit Internethandel) erkennen, vor allem, wenn man sie mit Frankreich vergleicht! Die stagnieren in Deutschland seit ewig.

                    https://www.querschuesse.de/deutschland-einzelhandelsumsaetze-oktober-2016/

                    Vor allem, wenn man sie auf die Bevölkerungszahl bezieht. Keine Reallohnsteigerung keine Binnenwachstum des BIP.

                    Zitat von mir
                    Im übrigen akzeptiere ich die Erwerbstätigenquote und die geleisteten Arbeitsstunden als Referenz und bei der Erwerbstätigenquote zeigt sich für die USA kein gutes Bild.

                    Ihre Antwort
                    Das ist nur eine Seite der Medaille. Wenn Sie eine Medaille nehmen, müssen Sie beide Seiten akzeptieren. Schließlich ist auch der Anteil der Erwerbsfähigen nicht konstant. Sowohl durch Migration wie durch erhöhte Anreize zur Arbeit (Hausfrauen werden beispielsweise zum Zuverdienst animiert) keine feste Größe.

                    Ich rede von der ErwerbstätigenQUOTE, die berücksichtigt die Anzahl der Arbeitsfähigen Bürger im Nenner. Der ist übrigens auch schon geschönt, da meines Wissen nur Erwerbstätige bis 64 hinzu gezählt werden, das Renteneintrittalter aber bei 67 liegt. Ist aber noch besser als bei der Arbeitslosenstatistik. Da werden bereits Arbeitslose die älter als 58 sind nicht mitgezählt. 😉

                    Dann sollten Sie eine Strategie entwerfen, wie Sie den Großteil der EU-Bevölkerung von der Richtigkeit Ihrer Vorstellungen überzeugen. Schließlich gibt es ja noch das Demokratieprinzip.

                    Auch wenn ich das Demokratieprinzip ausdrücklich begrüße, die Aufgabe, die sie mir da versuchen aufzubürden, ist dann doch ein paar Nummern zu groß. Außerdem hätte ich dann keine Zeit mehr Ihnen hier auf die Nerven zu gehen 🙂

                    Mit freundlichen Grüßen

                    Jens

                    *Zuggeben bei dieser Argumentation muss man den Saldo der Vermögensflüsse wieder abziehen
                    ** Die Reduktion der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen in 2009 dürfte da auch ein Teil der Erklärung sein,

                    • Rauschi 31. Mai 2017, 08:11

                      @Jens
                      Einerseits schreiben sie (siehe oben), dass hat nichts mit Politik zu tun anderseits schreiben, sie Deutschland konnte die „Früchte früherer Reformen“ ernten? Was den nun?

                      Er weiss sehr wohl, woher das kommt, das hat er ja sogar explizit geschrieben:
                      [Nur, Rauschi, Sie müssen lediglich eine Zahl leicht variieren, und schon ist auch der Teil mit der sinkenden Lohnquote bewiesen, wenn Sie nämlich die Vergütung des Neueingestellten von 5,6 GE auf einen Wert darunter setzen. In diesem Fall ist dann nicht nur die Produktivität pro Kopf, sondern auch die Lohnquote gefallen, die Arbeitslosigkeit aber zurückgegangen.]
                      Er schreibt also, wenn die Arbeitslosen zu einem nicht angemessenen Lohn (analog zur Produktivität) eingestellt werden können, ist das gut für die Gewinnquote, weil die Produktivität ja die gleiche bleiben muss, wie in dem Fall, wo weder das eine noch das andere steigt, sonst passt es wieder nicht.
                      Wenn also die Auswertung zeigt, das die Arbeitslosigkeit gesunken ist und die Gewinnquote gestiegen ist, dann beweist es, das die ganzen Zugewinne in der Wettbewerbsfähigkeit nur auf Lohndumping beruhen, sonst hätte das nicht passieren dürfen. Quod erat demonstrandum.

                      Nur taugt das eben nicht als Vorbild für andere, aber diesen Widerspruch kann oder will Herr Pietsch nicht sehen.

                      Gruss Rauschi

                  • Logos 31. Mai 2017, 10:17

                    Sie behaupten etwas als Tatsache, was keine ist.
                    Selbiges machen sie doch ständig!

                    Das ist nur eine Seite der Medaille. Wenn Sie eine Medaille nehmen, müssen Sie beide Seiten akzeptieren.
                    Tatsächlich nimmt Jens ja gar keine Medaille, sondern SIE sind es, der ihm diese in den Mund legt! Dennoch im Kontext der Sache: wo haben sie denn bei den durch Lohndumping erzielten Exportüberschüssen die andere Seite der Medaille akzeptiert, dass das auf Kosten der Binnennachfrage erfolgte, die entsprechend rückläufig war und somit der Binnenwirtschaft geschadet hat? Wo haben sie akzeptiert, dass exportierte deutsche Waren im Wert von 600 Mrd. € infolge von geplatzen Krediten verschenkt wurden, weil Deutschland durch seine Lohndumpingtaktik andere Länder in wirtschaftliche Krisen gestürzt hat?

                    Schließlich ist auch der Anteil der Erwerbsfähigen nicht konstant.
                    Hat Jens Gegenteiliges behauptet? NEIN?! Was also soll diese Bemerkung?

                    Sowohl durch Migration wie durch erhöhte Anreize zur Arbeit (Hausfrauen werden beispielsweise zum Zuverdienst animiert) keine feste Größe.
                    1) Zum Zuverdienst animiert? Das ist doch ein Fakten-verzerrender Euphemismus für den Umstand, dass infolge Lohndumpings in wirtschaftliche Krisen getriebene Familien durch diesen Sachzwang genötigt wurden, irgendeinen schlecht bezahlten Drecksjob annehmen zu müssen.
                    2) Wo wurde dieser Sachverhalt denn in ihrem Artikel berücksichtigt?

                    Dann sollten Sie eine Strategie entwerfen, wie Sie den Großteil der EU-Bevölkerung von der Richtigkeit Ihrer Vorstellungen überzeugen.
                    Und sie merken tatsächlich nicht, wie sie das selbst trifft?

                    Schließlich gibt es ja noch das Demokratieprinzip.
                    Aber nur dem Namen nach. De facto leben wir doch in einer Scheindemokratie.

  • Logos 24. Mai 2017, 16:11

    Hier mal soziale Gerechtigkeit – aber RICHTIG!

    Die Frage der sozialen Gerechtigkeit wird im Allgemein – sozusagen als Standard – am Vermögen und nicht dem Einkommen bemessen. Was aber besagten ALLE letzten OECD-Studien in der Frage der sozialen Gerechtigkeit im Vergleich zu anderen Staaten? Die Schere zwischen arm und superreich ist in Deutschland besonders stark:

    ZEIT OECD-Studie: Vermögen in Deutschland besonders ungleich verteilt
    FOCUS OECD-Studie: Vermögen in Deutschland besonders ungleich verteilt – Die Schere zwischen Arm und Reich ist in Deutschland so groß wie nur in wenigen anderen Industrieländern.

    Deswegen präsentiere ich meine Gegenrechnung mit völlig anderem Ansatz (der dem sozialen Anspruch des Ordiliberalismus gerecht wird). Einem Ansatz, der im Gegensatz zu Herrn Pietsch verstanden hat, wie Kapitalismus funktioniert – aber er weigert sich ja, seine Vorstellung dessen, was Kapitalismus ist und wie der funktioniert, zu outen (ich habe dies meinerseits im „Das kapitalistische Manifest“ (kritisches-Netzwerk.de) offen gelegt):

    Das gesamte private Vermögen in Deutschland beläuft sich auf bei etwa 5000 Milliarden, was jedoch extremst ungleich in den Händen weniger Superreicher konzentiert ist (s.o).

    1) Mittels Einführung einer wesentlichen Vermögenssteuer für Superreiche und Erbschaftssteuer für Unternehmens- oder Vermögenserben könnten locker 3000 Milliarden erschlossen werden. Das über 20 Jahre ausgeschüttet ergibt 150 Milliarden/a.

    2) Zusätzlich könnte ein signifikanter Ausbau der Steuerfahndung bei Reichen, Superreichen und Großkonzernen sowie das Schließen von Steuerschlupflöchern locker 150 Milliarden jährlich erbringen.

    3) Der Rollback der Unternehmenssteuersenkungen unter Schröder, die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf mind 50% (ggf Grundgesetzänderung für bis zu 67%!), die Angleichung der Kapitalertragssteuer an die Einkommenssteuer oder noch besser darüber hinaus (also von 25% auf ggf. 50% bzw 75%) könnte weitere 200 Milliarden/a einbringen.

    4) Die Einführung einer Finanztrasaktionssteuer im Spielkasino der Aktienspekulation und der fiktiven Finanzwirtschaft dürfte weitere 100 Mrd.€/a einbringen.

    5) Macht 600 Milliarden € pro Jahr an verteilungsfähigen Mehreinnahmen. Also rund 1278 € pro Monat oder rund 15400 €/a.

    6) Hartz IV wird abgeschafft und durch ein BEDARFS-gerechtes Grundeinkommen (meint: wer nichts will bekommt nichts, wer zuviel verdient (ab zB. 10000 €/Monat) oder zuviel besitzt (ab z.B. 2 Millionen Vermögen) auch nichts) ersetzt. Auszahlung von dann mind 1400 €/Monat.
    DAS ist soziale Gerechtigkeit, Herr Pietsch!

    7) Nebeneffekt: Das Lohndumping hat sofort ein Ende: eine signifikante Anzahl von Menschen (mind. 20%) werden entweder komplett aufhören und etwa nochmals soviel sich einen anderen Job suchen, der ihnen Spaß macht. Das vermindert die Anzahl der Arbeitssuchenden drastisch, womit sich diese dann nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen – so nach dem Motto: ein Anderer ist aber bereit, für noch weniger zu arbeiten. Dies wird gewaltigen Druck auf die Angebotshöhe der Arbeitgeberseite ausüben und zu einem deutlichen Anstieg des Lohnniveaus der Mittel- und unteren Oberschicht führen. Das hat wiederum drei positive Effekte:

    8) Weiter steigende Steuereinnahmen
    9) Ankurbelung der Produktivitätssteigerungsbemühungen der Wirtschaft infolge kapitalistischer Wirkmechanismen
    10) Ein gigantischer Anschub der Binnennachfrage und ein noch nie dagewesener Konjunkturboost, weil Kapitalismus erstmals korrekt gesteuert würde.

    All dies wird einem Neoliberalen, der zwar faktenfremd behauptet, ein Ordoliberaler zu sein, de facto und erklärter Maßen jedoch wenig bis gar nichts mit sozialen Ansinnen zu tun hat, in den Ohren klingeln. Umso mehr ein Grund, es so umzusetzen!

    • In Dubio 24. Mai 2017, 17:01

      Ich weiß nicht, ob Sie sich der humoristischen Komponente Ihrer Ansichten bewusst sind. Einerseits Menschen fast alles wegnehmen, was sie erwirtschaften und erwerben und dann davon reden, dies würde sie anregen, noch mehr zu arbeiten und zu erwerben, um die Wirtschaft ins Rollen zu bringen, hat etwas. Ich denke aber, etwas Überzeugungsarbeit ist da schon notwendig. Darüber hinaus lehnen es die meisten ab, etwas geschenkt zu bekommen, sondern sie wollen selbst verdienen. Deswegen ist das Grundeinkommen bisher in den meisten Gesellschaften auch so unpopulär.

      Jedenfalls haben Sie uns jetzt demonstriert, dass Sie von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts halten. Seit Monaten gewinnen die Unionsparteien und die Liberalen an Zustimmung. Rund zwei Drittel der Deutschen möchten die Steuerüberschüsse entweder zum Schuldenabbau (über 40%) oder für allgemeine Steuersenkungen (22%) verwendet sehen. Artikel 14 GG besitzt eine Ewigkeitsgarantie und darf in ihrem Wesensgehalt nicht geändert werden – selbst nicht mit 100% der Stimmen in Bundestag und Bundesrat.

      Mit heute schon rund 800 Milliarden Euro Steuereinnahmen, über 200 Milliarden Euro Beiträge zur Rentenkasse, fast 200 Milliarden Euro für die Krankenversicherung und nochmal 150 Milliarden Euro für Arbeitslosenversicherung, Beiträgen und Gebühren (Zahlen aus dem Kopf) sind wir schon bei einer Last von über 50% bezogen auf das Volkseinkommen. Weitere 600 Milliarden Euro machen da den Bock offensichtlich Ihrer Meinung nach nicht fett. Na ja, den Bürgern verbleibt ja immer noch ein selbst erwirtschaftetes Einkommen von etwas über 500 Milliarden Euro (Staat: 2.000 Milliarden Euro). Das wird sicher als besonders gerecht empfunden.

      Wie gesagt, behaupten Sie nicht, dass Sie verfassungstreu sind. Und damit beende ich meinen Ausflug hierher. Profis können Satire besser.

      • Logos 24. Mai 2017, 19:22

        Behauptung:
        Einerseits Menschen fast alles wegnehmen,
        Doppelt falsch:
        1) nicht allgemein den „Menschen“, sondern nur wenigen Superreichen!
        2) „fast alles wegnehmen“? Wenn 2000 Mrd. bei den Superreichen VERBLEIBEN, also 40%, dann fabulieren sie wahrheitswidrig von „fast alles“?

        was sie erwirtschaften und erwerben
        Die Frage ist WIE „erwirtschaften und erwerben“: wenn dies durch Ausbeutung, Wucher, Über-den-Tisch-ziehen, lobbyistische Einflussnahme auf die Gesetzgebung zugunsten weniger Superreicher und Großkonzerne oder noch üblere Machenschaften (Betrug, Steuerhinterziehung etc) erfolgt, dann dürfte ich die Mehrheit der Gesellschaft hinter mir haben, diese es diesen illegitim bis illegal angeeigneten Gelder auf legale Weise wieder der Masse der Gesellschaft zurück zu führen!
        und dann davon reden, dies würde sie anregen, noch mehr zu arbeiten und zu erwerben,
        Bitte ersparen sie mir ihre faktenverdrehenden Märchen: Superreiche LASSEN für sich arbeiten. Ihr Reichtum basiert auf Heerscharen von zu Niedriglöhnen beschäftigen Menschen. DIESE leisten den Hauptteil der Arbeit.

        um die Wirtschaft ins Rollen zu bringen, hat etwas.
        1) Ich sags ja: sie haben die Wirkprinzipien das Kapitalismus nicht ansatzweise verstanden. q.e.d. (Danke für die erneute Bestätigung)
        2) Genau: Wenn hingegen Superreichen anstrengungslos Geld hinterhergeschmissen wird, z.B. durch völlig unnötige Steuersenkungen, dann regt DAS diese „selbstredend“ dazu an, mehr zu arbeiten. Das hat nichts – außer Realitätsleugnung.

        Ich halte ihrer inkompetenten Ansicht das Zitat einer Person entgegen, welche ihnen in Sachen qualifizierter Beurteilung ökonomischer Verhältnisse um Lichtjahre überlegen ist:

        „Meine Freunde und ich sind lange genug von einem milliardärfreundlichen Kongress verhätschelt worden. Es ist Zeit, dass unsere Regierung Ernst damit macht, allen gemeinsame Opfer abzuverlangen.“
        – Warren E. Buffett,

        Ich denke aber, etwas Überzeugungsarbeit ist da schon notwendig.
        Das ist zweifellos so. Es muss Aufklärung über das Wesen des Kapitalismus, des Neoliberalismus, wie auch deren Verhältnis zueinander erfolgen. Zu allen drei Aspekten habe ich Artikel verfasst, welche bislang alle überzeugten, welche sie gelesen haben. Schlechte Karten für sie!

        Darüber hinaus lehnen es die meisten ab, etwas geschenkt zu bekommen, sondern sie wollen selbst verdienen.
        Schade, nicht gelesen! Welchen Teil von „wer nichts will bekommt nichts“ haben sie nun schon wieder nicht verstanden?

        Deswegen ist das Grundeinkommen bisher in den meisten Gesellschaften auch so unpopulär.
        1) Ob das überhaupt stimmt, wie auch den angeblichen Grund: beides ziehe ich in Zweifel
        2) Ihr Einwand verfängt bei meinem Konzept nicht! Dafür müssen sie aber lesen!

        Jedenfalls haben Sie uns jetzt demonstriert, dass Sie von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts halten.
        Das ist eine schamlose, unverfrorene, respektlose und die Fakten auf den Kopf stellen Unterstellung, die sie durch nichts untermauern können. Sie sollten sich vorsehen: ihre charakterlose Unterstellung könnte die Grenze zur justiziablen „üblen Nachrede“ überschreiten! Entschuldigen sie sich!

        Seit Monaten gewinnen die Unionsparteien und die Liberalen an Zustimmung.
        UND?

        Rund zwei Drittel der Deutschen möchten die Steuerüberschüsse entweder zum Schuldenabbau (über 40%) oder für allgemeine Steuersenkungen (22%) verwendet sehen.
        1) Über mein Konzept wurde gar nicht abgestimmt – in sofern können sie auch nicht zu Recht Wahlen als Ablehnung meines Ansatzes umdeuten
        2) Durch mein Konzept ergeben sich doch völlig neue Steuereinnahmen, welche kein Wähler im Kopf gehabt haben kann
        3) Eine Umfrage auf der republica ergab 80% Zustimmung für ein BGE!

        Artikel 14 GG besitzt eine Ewigkeitsgarantie und darf in ihrem Wesensgehalt nicht geändert werden – selbst nicht mit 100% der Stimmen in Bundestag und Bundesrat.
        1) UND? Wer fordert Gegenteiliges? Ich NICHT! Alles andere ist diffamierende, respektlose und charakterlose Faktenverdrehung! Entschuldigen sie sich!
        2) Gegen Punkt 2 dieses Artikel wird FORTWÄHREND verstoßen! Mein Konzept verleiht diesem Punkt endlich einmal eine gesetzliche Manifestation!

        Mit heute schon rund 800 Milliarden Euro Steuereinnahmen, über 200 Milliarden Euro Beiträge zur Rentenkasse, fast 200 Milliarden Euro für die Krankenversicherung und nochmal 150 Milliarden Euro für Arbeitslosenversicherung, Beiträgen und Gebühren (Zahlen aus dem Kopf) sind wir schon bei einer Last von über 50% bezogen auf das Volkseinkommen.
        Gleichzeitig von „wir“ und Volkseinkommen zu schwadronieren ist zutiefst unredlich. Ohnehin verfehlt ihr schwacher Versuch eines Vorwurfs sein Ziel: mein Konzept trifft nicht „uns“ (und damit NICHT „wir“), als die Masse der Gesellschaft, sondern WENIGE SUPERREICHE !

        Weitere 600 Milliarden Euro machen da den Bock offensichtlich Ihrer Meinung nach nicht fett.
        Für die tatsächlich Betroffenen, die Superreichen und Großkonzerne, in der Tat nicht. Die werden doch von Regierung und Gesetzgebung gehätschelt. Siehe Warren Buffet, der ihre Darstellung Lügen straft!

        Na ja, den Bürgern verbleibt ja immer noch ein selbst erwirtschaftetes Einkommen von etwas über 500 Milliarden Euro
        Erneut bemühen sie ihre zutiefst unredliche, unseriöse und respektlose Pseudoargumentation: „die Bürger“ im Sinne von Normalbürgern (Superreiche sind KEINE Normalbürger!) sind von meinem Konzept überhaupt nicht negativ betroffen. Sofern sie sich doch mal dazu herablassen, meine Text mit hinreichender Aufmerksamkeit zu lesen, dann könnte selbst sie, der sonst wenig bis nichts merkt, kapieren, dass
        1) die [Normal-]Bürger Geld ERHALTEN und
        2) deren Steuern NICHT erhöht werden!
        Erneut verfehlt ihr intellektuell peinlicher Angriff sein Ziel.

        Wie gesagt, behaupten Sie nicht, dass Sie verfassungstreu sind.
        Behaupten sie NIE WIEDER, sie wären höflich oder würden ihren Lesern Respekt erweisen, angesichts ihrer dreckigen, an justiziablen Rufmord grenzenden Unterstellung! Sie haben jegliches Maß aus den Augen verloren!

        Und damit beende ich meinen Ausflug hierher. Profis können Satire besser.
        Was für ein charakterlich schäbiger, Fakten verdrehender und Ekel erregender Erguss. Widerwärtig!

        • In Dubio 24. Mai 2017, 19:35

          Das ist eine schamlose, unverfrorene, respektlose und die Fakten auf den Kopf stellen Unterstellung, die sie durch nichts untermauern können. Sie sollten sich vorsehen: ihre charakterlose Unterstellung könnte die Grenze zur justiziablen „üblen Nachrede“ überschreiten!

          Oh bitte, eine Anzeige! Oder gar Klage! Meinen Segen dafür haben Sie.

          Ich denke, Sie sind in diesem Blog falsch. Sie passen nicht zu unserer Klientel, deswegen würden wir es begrüßen, wenn Sie Ihr Recht auf freie Meinungsäußerung an anderer Stelle ausleben würden. Und das meine ich so. Noch so einen Kommentar würde ich zensieren.

          • Logos 24. Mai 2017, 19:51

            Wer ist hier tatsächlich der Verfassungfeind?

            Tatsache ist, dass das BverfG das bisherige Erbschaftsrecht als VERFASSUNGSWIDRIG zurückgewiesen hat, weil Unternehmenserben in grundgesetzwidriger Weise bevorteilt werden (was im Übrigen meine vorausgehende Erwiderung bestätigt!).
            http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/erbschaftsteuerreform-armut-und-reichtum-gesetz
            Wenn nun mein Vorschlag zur Beseitigung der verfassungswidrigen Bevorteilung von Unternehmenserben führt – also Verfassungskonformität herbeiführt – und SIE lehnen das ab:

            wer von uns beiden ist dann TATSÄCHLICH der Verfassungsfeind?

            PS: [zensiert]

          • popper 25. Mai 2017, 09:18

            Herr Pietsch,
            auch hier stellen Sie exemplarisch unter Beweis, dass eine Diskussion mit ihnen formal und inhaltlich nicht möglich ist. Sie schaffen es, innerhalb kürzester Zeit ihre Mitdiskutanten auf die unverschämteste Weise zu beleidigen und ihr Ringen um Sachaufklärung zu zerstören. Idem Sie einer Rede-Gegenrede verweigern und Zitate in entstellt der Weise fragmentieren. Stellen das ihre Gegenüber fest und reagieren entsprechend, wechseln Sie in den Modus scheinheilig Empörung und drohen mit Zensur. @Logos und @Rauschi haben ihnen zunächst, aber auch bis zuletzt immer wieder Brücken der Verständigung angeboten. Anstatt Argumente abzuarbeiten zerstören Sie jeden Sinnzusammenhang und weichen vom Streitgegenstand ab, um von oben herab ihre „Weisheiten“ zu platzieren.

            Sie, Herr Pietsch sind das Problem und ihrer Funktion als Administrator in keiner Weise gewachsen. Sie benutzen diesen Blog als Plattform um ihre persönlichen Ansichten zu präsentieren. Und gehen jedem akademischen Streit aus dem Weg. Nicht mit Sachargumenten, sondern mit rhetorischen Finessen, deren Sinn und Zweck offenbar darin besteht sach- und textbezoge Argumentation zu vermeiden. Weil ihnen die Argumente fehlen. Und dieses Mal kam die Bruchlandung ihrer Diskussionsrunde ziemlich schnell. Mit einer dämlich naiven Unterstellung mangelnder Verfassungstreue. Das ist angesichts der Blödheit ihrer Argumentation ungeheuerlich. Wenn Sie von Zensur Fasern, dann fangen zuerst bei sich selbst an. Sie gerade haben es nötig, über andere zu raisonieren. Schärfen Sie mal ihre Selbstwahrnehung, die ist nämlich grotesk. Aber das weiß ja jeder, der hier aufmerksam mitliest.

            • Logos 25. Mai 2017, 17:00

              Danke, das kann ich so unterschreiben! Es ist exakt so, wie Ihrerseits beschrieben. Treffend auf den Punkt gebracht.
              Nochmals Danke!

  • Rauschi 26. Mai 2017, 07:11

    Eine Debatte vielleicht mal rein an den von Ihnen gezeigten Zahlen und Fakten:
    Dann will ich mal die gezeigten Grafiken analysieren, denn die geben Ihre Behauptung, das die Lohnquote sinken muss, gar nicht her.
    Zwischen 2007 und 2009 ist die Arbeitslosigkeit am auffälligsten gesunken, von 56,6% auf 45,4%. In der Grafik zur Entwicklung der Lohnquote ist diese aber gestiegen und nicht gesunken. Da es dort keine Quellenangeben gibt, habe ich keine genauen Daten.
    Ist also das glatte Gegenteil Ihrer Aussage:
    [Um Arbeitslosigkeit zu beseitigen, wird für einige Jahre die Produktivitätsentwicklung zurückgehen und der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen sinken. ]
    Denn im ersten Link steht auch :
    [Die OECD unterstreicht in ihrem jüngsten Kompendium der Produktivitätsindikatoren auch eine Entkoppelung zwischen Produktivitätswachstum und höheren realen Durchschnittslöhnen in vielen Ländern, was zu einem anhaltenden Rückgang des Arbeitsanteils am Volkseinkommen führt.]
    Da steht keineswegs irgendetwas vom Sinken als Voraussetzung, jedenfalls nicht in dem Link, den Sie als Basis nehmen.
    Würde mich auch sehr wundern, denn wenn ich Ihre Erklärungen mal nehme und das prüfe, dann komme ich einfach nicht dahin.
    In der Krise werden Menschen arbeitslos, die Lohnquote sinkt also zwangsläufig. Dann werden wieder Menschen eingestellt oder machen sich mit kleinen Unternehmen selbstständig. Die Einkommen der Selsbständigen fallen schon mal nicht unter Lohnquote, maximal Gewinnquote, aber da sich diese nicht wirklich rechnen (Ihre Aussage) wird das wohl keinen nennenswerten Einfluss haben. Es werden aber mehr Menschen eingestellt als vorher, sonst würde ja die Arbeitslosigkeit nicht sinken, egal, wie diese gemessen wird. Dann muss aber doch zwangsläufig die Lohnquote steigen, denn es kommt doch etwas dazu, auch wenn die wieder eingestellen schlechter bezahlt werden. Wenn aber statt dessen die Gewinnquote steigt, spricht da ja gegen Ihre These, die Menschen wären unproduktiver, mehr Gewinn bei einer sinkenden Produktivität, wie geht denn das? Wenn Sie Sich schon solche Mühe bei der Analyse gegeben haben, warum ist Ihnen der Widerspruch nicht aufgefallen?

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 26. Mai 2017, 11:21

      Dann will ich mal die gezeigten Grafiken analysieren, denn die geben Ihre Behauptung, das die Lohnquote sinken muss, gar nicht her.
      Zwischen 2007 und 2009 ist die Arbeitslosigkeit am auffälligsten gesunken, von 56,6% auf 45,4%. In der Grafik zur Entwicklung der Lohnquote ist diese aber gestiegen und nicht gesunken.

      Sie machen zwei Fehler:
      (1) Der stochastische Fehler: Die Statistik, auf die Sie Bezug nehmen, zeigt allein die Langzeitarbeitslosigkeit in Relation zur Gesamtarbeitslosigkeit. Sie fassen also eine relative Zahl an, die sich in Relation zu einer anderen definiert. Die Gesamtarbeitslosigkeit kann aber steigen und der Anteil der Langzeitarbeitslosigkeit sinken und umgekehrt. Die Aussage bezog sich aber auf die Entwicklung der Gesamtarbeitslosigkeit und hierfür gibt es die Abbildung Veränderung Arbeitslosenquoten in der OECD (HUR).
      (2) Der wissenschaftlich-analytische Fehler: Wissenschaft hat den Anspruch, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Davon kann es Ausnahmen geben. Der umgekehrte Weg ist jedoch häufig nicht sinnvoll, von einem Beispiel (Deutschland) auf eine Allgemeingültigkeit zu schließen.

      Wenn Sie Sich schon solche Mühe bei der Analyse gegeben haben, warum ist Ihnen der Widerspruch nicht aufgefallen?

      Weil es den von Ihnen aufgezeigten Widerspruch nicht gibt. Gemäß der Grenzlohnthese werden neue Arbeiter nur eingestellt, wenn kurzfristig der Grenzlohn mindestens dem Grenzertrag des Arbeiters entspricht (mikroökonomische Betrachtung). Längerfristig muss der Grenzertrag dem durchschnittlichen Ertrag des Unternehmens entsprechen. Folgt man dieser These, so sinkt aber im Vergleich von mehr als einem Jahr (Grenze für längerfristig) nicht der Gewinn am Volkseinkommen (makroökonomische Ebene), sondern bleibt gleich. Es ist auch nicht richtig, dass die Selbständigenquote zum Abbau von Arbeitslosigkeit zunimmt. Tatsächlich ist es umgekehrt. In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil der Selbständigen an der Erwerbsbevölkerung gesunken, nicht gestiegen. Dies gilt für Deutschland, allerdings nicht für die USA und UK. Je höher die Arbeitsplatzsicherheit und je höher die Löhne steigen, desto mehr sinkt die Selbständigenquote, da sich Grenzanbieter dann wieder an ein lohnabhängiges Verhältnis orientieren. Potentieller Unternehmensgewinn verbunden mit persönlichem Risiko wirken nicht attraktiv genug.

      • Rauschi 26. Mai 2017, 15:08

        Die Gesamtarbeitslosigkeit kann aber steigen und der Anteil der Langzeitarbeitslosigkeit sinken und umgekehrt.
        Wollen Sie mich verschaukeln, oder was? Möglich ist fast alles, nur wahrscheinlich ist es deswegen noch lange nicht. Was bedeutet Ihre Aussage? Da werden eher Menschen mit diversen Vermittlungshemmnissen (so werden die Langzeitarbeitlosen von Ihnen defniert) eingestellt und gleichzeitig aber Mitarbeiter ohne diese Merkmale entlasssen und das sogar soviele, das die Arbeitlosigkeit insgesamt steigt? Das halten Sie für die naheliegendste Erklärung? Ich fühle mich zunehmend verar*****t, glauben Sie noch an den Weihnachtsmann?

        Weil es den von Ihnen aufgezeigten Widerspruch nicht gibt. Gemäß der Grenzlohnthese werden neue Arbeiter nur eingestellt, wenn kurzfristig der Grenzlohn mindestens dem Grenzertrag des Arbeiters entspricht (mikroökonomische Betrachtung).
        Ich sollte Ihnen doch nicht mit unbewiesenen Theorien kommen, aber Sie versteigen sich zu sowas????????
        Ich halte es da eher mit Adam Riese, Lohnquote + Gewinnquote = 100,
        wenn die Lohnquote sinkt, muss die Gewinnquote steigen, klar soweit? Sofern Sie nicht eine neue Mathematik erfunden haben, können Sie das mit keiner Therie der Welt entkräften.
        Wenn Sie also fordern, die Lohnquote sollte sinken, fordern Sie zwingend, das die Gewinnquote steigen soll, obwohl doch die neu eingestellten Mitarbeiter eigentlich die Gesamtpoduktivität senken. Das bedeutet, Sie fordern, höhere Gewinne bei sinkender Produktivität, das nenn ich aber mal Marktwirtschaft.
        Sie dürfen gern auch mal zugeben, wenn da ein Irrtum Ihrerseits vorliegt, aber wenn Sie weiterhin diesen Nonsens (mir fällt kein höflicheres Wort dafür ein) von sich geben, wird wohl niemand bei einem andern Thema Ihre Ausführungen ernst nehmen.

        Wagen Sie sich mal aus Ihrer Filterblase
        Gruss Rauschi

        • In Dubio 26. Mai 2017, 16:49

          Sie dürfen gern auch mal zugeben, wenn da ein Irrtum Ihrerseits vorliegt, aber wenn Sie weiterhin diesen Nonsens (mir fällt kein höflicheres Wort dafür ein) von sich geben, wird wohl niemand bei einem andern Thema Ihre Ausführungen ernst nehmen.
          Wagen Sie sich mal aus Ihrer Filterblase

          Dann wenden wir uns mal dem Nonsens zu, allerdings wird dies dazu meine letzte Antwort sein.

          Mathematik, Sekundarstufe: x / y = z
          Dabei steht x für die Gesamtarbeitslosenquote, y für die Lohnquote.

          x ist eine Funktion von a / b = Zahl der Arbeitslosen / Anzahl der Erwerbsfähigen. Die y ist definiert als Summe aller Löhne / Volkseinkommen.
          D x/y = D z (D steht für Delta). Setzen wir x mit 0,1 und y mit 0,7 an, dann erhalten wir 0,14.

          Nun kommen Sie und behaupten: Auch w / y müsste z ergeben. w ist dabei definiert als (Anzahl der Langzeitarbeitslosen (l) / a) * b. Versuchen wir nun, diese Gleichung zu lösen. Wir setzen dabei l / a mit 0,5 an. Die Lösung lautet folglich: 0,35.

          Sie behaupten, wenn ich Recht hätte, dass x (Arbeitslosenquote) und y (Lohnquote) in einer Beziehung zueinander stehen, dann müsste auch w / y in der gleichen (oder ähnlichen) Beziehung stehen. Sorry Rauschi, dass ist logischer, weil mathematischer Humbug. Sie kommen mit Adam Riese und bleiben in der Grundschule hängen. Das ist etwas dürftig.

          Sie haben angabegemäß Elektrotechnik studiert, da gibt es glaube ich auch einen Mathekurs als Grundlage.

          wenn die Lohnquote sinkt, muss die Gewinnquote steigen, klar soweit?

          Wo ist ein Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe?

          Wenn Sie also fordern, die Lohnquote sollte sinken, fordern Sie zwingend, das die Gewinnquote steigen soll

          Ich habe nichts gefordert, aber ja, das ist der Zusammenhang. Den kritisieren Sie politisch.

          Das bedeutet, Sie fordern, höhere Gewinne bei sinkender Produktivität, das nenn ich aber mal Marktwirtschaft.

          Nochmal: das ist keine Forderung, sondern ein (temporäres) Ergebnis zurückgehender Arbeitslosigkeit. Aber zumindest scheinen wir nach Austausch mehrerer Repliken nun auf einem gemeinsamen Nenner. Anmerkung: Nenner ist das, was bei einem Bruch unten steht…

          Anmerkung: Ich hatte Ihnen eine neutrale, nüchterne Antwort ohne jedes Persönliche gegeben. Als Replik haben Sie richtig Gift abgelassen. Nicht gerade ein Ruhmesblatt für Sie.

          • Rauschi 26. Mai 2017, 18:30

            Sie kommen mit Adam Riese und bleiben in der Grundschule hängen. Das ist etwas dürftig.
            Das ist Ihre Vorstellung von [Ich hatte Ihnen eine neutrale, nüchterne Antwort ohne jedes Persönliche gegeben. ]

            In Ihrer zweiten Grafik und allen anderen Grafiken, die es zu diesem Thema gibt, ergeben Lohnquote und Gewinnquote immer
            100%, da es sich um eine Aussage zum Verhältnis vom Volkseinkommen handelt. Wie die beiden ermittelt werden, ist für diese Betrachtung vollkommen irrelevant, es ändert rein gar nichts daran, das die Gewinnquote steigen muß, wenn die Lohnquote sinkt, da beide zusammen das Volkseinkommen ergeben.
            Sie dürfen das gerne selbst prüfen, so steht es da:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Lohnquote#Gesamtwirtschaftliche_Lohnquote
            Ja, wenn ich mich verschaukelt fühle, werde ich giftig, da haben wir mal etwas gemeinsam.
            Wiedermal die Torpfosten verschoben, aber mittlerweile fällt es auf, nicht nur mir.

            Nochmal: das ist keine Forderung, sondern ein (temporäres) Ergebnis zurückgehender Arbeitslosigkeit.
            Auch das kann ja nicht stimmen, denn wenn mehr Menschen ein Einkommen habe, da weniger arbeitslos sind, sollte die Quote immer steigen, wenn auch weniger schnell, wenn diese sinkt, dann bekommen ja offensichtlich auch die Menschen die nicht arbeitslos waren, weniger Geld, sonst haut es rein mathematisch nicht hin.

            Der wissenschaftlich-analytische Fehler: Wissenschaft hat den Anspruch, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Davon kann es Ausnahmen geben. Der umgekehrte Weg ist jedoch häufig nicht sinnvoll, von einem Beispiel (Deutschland) auf eine Allgemeingültigkeit zu schließen.
            Komisch, mir kam es so vor, als ob Sie Deutschland als Vorbild hingestellt haben, in meinem Fall aber ist es die Ausnahme von der Regel?
            Stimmt, genau das haben Sie geschrieben: [Und während nun USA, Großbritannien und Frankreich ihre seit 2009 aufgebauten hohen Arbeitslosenzahlen begonnen haben abzubauen, konnte man hierzulande die Früchte früherer Reformen und einer relativ stabilen Wirtschafts- und Finanzpolitik ernten.] oder auch:
            [Auch der Rückgang der Arbeitnehmerentgelte am nationalen Einkommen war nicht ungewöhnlich, nicht das Ergebnis einer falschen Politik, sondern der richtigen.]

            Wie habe Sie neulich gefordert: Eine gewisse Stringenz innerhalb eines Artikels?

            Gruss Rauschi

            • In Dubio 26. Mai 2017, 19:03

              Auch das kann ja nicht stimmen, denn wenn mehr Menschen ein Einkommen habe, da weniger arbeitslos sind, sollte die Quote immer steigen, wenn auch weniger schnell, wenn diese sinkt, dann bekommen ja offensichtlich auch die Menschen die nicht arbeitslos waren, weniger Geld, sonst haut es rein mathematisch nicht hin.

              Mathematik:
              Annahme: Volkseinkommen wird von einem Unternehmen in Höhe von 100 (sowohl GE als auch ME) erwirtschaftet, dabei erzielen 10 Beschäftigte 70 (Kosten für das Unternehmen), mithin beträgt die Gewinnquote 30. In Periode 2 wird ein weiterer Arbeitnehmer eingestellt, dieser erwirtschaftet jedoch nur 8 ME (=GE). Deswegen liegt sein Lohn nur bei 5,6 GE.

              Rechnen wir: das Volkseinkommen ist auf 108 GE = ME gestiegen. Die Lohnquote liegt wie zuvor bei 70%, die Gewinnquote bei 30%. Die Produktivität jedoch ist von 10 ME per Capita auf 9,8 ME per Capita gefallen.

              Bitte Rauschi: was verstehen Sie daran nicht? Das ist die Aussage des Artikels, für Kinder leicht gemacht.

              • Rauschi 27. Mai 2017, 07:01

                Rechnen wir: das Volkseinkommen ist auf 108 GE = ME gestiegen. Die Lohnquote liegt wie zuvor bei 70%, die Gewinnquote bei 30%. Die Produktivität jedoch ist von 10 ME per Capita auf 9,8 ME per Capita gefallen.
                Bitte Rauschi: was verstehen Sie daran nicht? Das ist die Aussage des Artikels, für Kinder leicht gemacht.

                Sie haben gerade die Aussgae des Artikel:
                [Das bedeutet, Sie fordern, höhere Gewinne bei sinkender Produktivität, das nenn ich aber mal Marktwirtschaft.
                Nochmal: das ist keine Forderung, sondern ein (temporäres) Ergebnis zurückgehender Arbeitslosigkeit. ]
                sauber widerlegt und merken das nicht mal!?

                Setzen, sechs. Sie waren so erpicht darauf mich zu widerlegen, das Sie offensichtlich nicht nur meine Aussage, die Lohnquote müsste steigen, widerlegt haben, sondern auch Ihre, diese müssse sinken. Wann würde diese denn tatsächlich sinken?
                Wenn a) die Produktivität des neuen Mitarbeiters höher ist als vermutet und die Preise gleich bleiben oder
                wenn b) die Löhne der anderen 10 sinken müssten, weil die durch den neuen erprsst werden können, der ja wirklich zu einem niedrigerem Gehalt arbeitet und die Preise auch gleich bleiben (das ist exakt die Funktion von Hartz IV)
                Ich habe nie abgesttitten, das die Produktivität erst mal sinkt, ich habe nur bestritten, das deswegen die Gewinnquote steigen muss.
                Was sie belegt habe, wenn auch nur an einem Microbeispiel. Wenn also die Quote gestiegen ist, hat das wohl an einer Kombination aus a und b gelegen und ist keineswegs ein wirtschaftliches Naturgesetz.

                Jetzt kommen sie bitte nicht erneut mit einer Relativierung, das wäre dann lächerlich.

                Schönes Wochenende
                Rauschi

                • In Dubio 28. Mai 2017, 07:51

                  Liebe Rauschi, ich habe nicht das geringste Interesse noch Intension mein Forum vorzuführen. Inzwischen wird dieser Thread kaum noch gelesen, nur Sie, Ihr vermuteter Mann / Lebensgefährte und Popper sind aktiv. Bitte bedenken Sie ab und zu, was Sie ungeschrieben offenbaren. Nicht zum ersten Mal zeigen Sie eine große Schwäche im Verständnis relativer Zahlen, allein in diesem Fall zweimal. Das passt nicht zu jemanden, der Naturwissenschaften studiert haben soll.

                  Im Zentrum des Artikels steht die These, dass zum Abbau der Arbeitslosigkeit die Produktivität (gemessen in BIP / Anzahl der Erwerbstätige!) zeitweise sinkt und der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen zurückgeht (gemessen in Lohnquote / nationalem Einkommen). Hiergegen haben Sie permanent argumentiert, dies wäre bereits mathematisch nicht möglich.

                  Der mathematische Beispielfall belegt die Richtigkeit der Aussage des Artikels. Dort sinkt die Produktivität (pro Kopf), allerdings bleibt die Lohnquote gleich. Nur, Rauschi, Sie müssen lediglich eine Zahl leicht variieren, und schon ist auch der Teil mit der sinkenden Lohnquote bewiesen, wenn Sie nämlich die Vergütung des Neueingestellten von 5,6 GE auf einen Wert darunter setzen. In diesem Fall ist dann nicht nur die Produktivität pro Kopf, sondern auch die Lohnquote gefallen, die Arbeitslosigkeit aber zurückgegangen.

                  Rauschi, das ist vom Verständnis her sehr simpel. Sie haben diese einfache mathematische Gleichung nicht verstanden und das ist für einen Naturwissenschaftler vorsichtig ausgedrückt sehr ungewöhnlich.

                  Die ökonomische Erklärung dahinter, aber das nur zur Ergänzung: stellen Unternehmen Arbeitslose ein, so müssen sie Annahmen über deren Produktivität treffen, da diese zeitweise Brach lag. Je länger jemand arbeitslos war, desto niedriger wird diese vermutet und entsprechend ein Lohn- / Gehaltsangebot gemacht. Das ist keine Theorie: internationale Studien haben belegt, dass Menschen, die länger als 1 Jahr arbeitslos waren, dies dauerhaft in ihrem Erwerbseinkommen spüren, sie erreichen nie wieder das frühere Niveau. Ich will das nicht mehr diskutieren, das war nur der Vollständigkeit halber.

                  Wenn Sie möchten, lösche ich diesen Diskussionsstrang.

                  • Logos 28. Mai 2017, 16:31

                    zu ihren haarsträubenden Vorwürfen gibt es eigentlich nur noch eines zu sagen:

                    P R O J E K T I O N

                    Aber dank ihrer Beratungsresistenz und ihrer völlig verzerrten Selbstwahrnehmung wird wohl weiterhin jegliche Kritik, selbst wenn diese auch noch so berechtigt ist, an ihrem Ego abprallen.

                    Nicht, dass ich mich darüber beschwere: ich finde es einfach klasse, wie sie auch noch die kümmerlichen Reste ihrer „Glaubwürdigkeit“ verbrennen und rufe ihnen ein amüsiertes „NUR WEITER SO“ zu! Wenn wir dazu beitragen können, dass die Maske von Neoliberalen fällt, dann ist ein gutes Werk vollbracht.

                    • popper 28. Mai 2017, 18:47

                      Lieber Logos,
                      eine Diskussion sollte nicht darin bestehen, dass man den Widerpart niederwirft und von ihm erwartet, dass er das widerspruchslos akzeptiert. Ich habe weiter oben geschrieben, dass die Neoklassik konsistent und widerspruchsfrei ist. Das kann man gar nicht wirkungsvoll bestreiten. Herr Pietsch argumentiert im Rahmen dieser Theorie und kann nicht dadurch widerlegt werden, dass man ihn maßlos beschimpft. Wir können und darauf einigen, dass die Neoklassik ein Glasperlenspiel ist, aber wir widerlegen damit die ihr zugrundeliegende Gleichgewichtstheorie nicht. Ob man damit vernünftige Wirtschaftpolitik betreiben kann, ist eine ganz andere Frage. Ich bin der Überzeugung nein. Wel die Neoklassik sich einen Argumentationsrahmen gibt, der sich sozusagen einen Nullpunkt schafft und von dort mit ökonometrischen Parameter Wahrscheinlichkeiten in der langen Frist berechnet, die einzreffen können oder auch nicht. Diese unterliegen allesamt der ceteris paribus Klausel. Die Auswahl der Parameter bestimmen also das Ergebnis. Die Makroökonomik versucht mit saldenmechanichen Betrachtungen die agregierten Wirkursachen über alle Sektoren zu berücksichtigen. Der Streit darüber, was richtig oder falsch ist bleibt mühsig. Über das für und wider lohnt es sich zu streiten, aber jede Form der Apodiktion schadet nur. Herr Pietsch zu überzeugen, so zu verfahren scheint äußerst scwierig zu sein. Ein unbelehrbarer Idiot ist er nach meiner Überzeugung nicht. Wenn auch ein verquerter Zeitgenosse. Insofern rate ich uns allen zur Mäßigung im Umgang miteinander.

                    • Logos 29. Mai 2017, 11:16

                      Lieber popper,
                      eine Diskussion sollte nicht darin bestehen, dass man den Widerpart niederwirft und von ihm erwartet, dass er das widerspruchslos akzeptiert.
                      Da bin zu zu 100% bei ihnen! Genauso scheint jedoch Pietsch zu verfahren: auf die ihm entgegengehaltene Erwiderungen geht er, wie sie ja auch selbst erkannt und kritisiert haben, regelmäßig nicht ein. Allein die komplette Ignoranz gegenüber ihren und die nahezu komplette Ignoranz gegenüber meinen Kommentaren spricht da Bände. Ergo: eine Diskussion, die diesem Namen und der Intention – nämlich eines Argumentationsaustausches, bei dem sich die besseren durchsetzen (was allerdings voraussetzt, auf die Argumente der Gegenseite einzugehen, woran es Pietsch ja in Gänze mangelt) – gerecht wird, wird durch den Unwillen Pietschs konsequent untergraben.

                      Ich habe weiter oben geschrieben, dass die Neoklassik konsistent und widerspruchsfrei ist. Das kann man gar nicht wirkungsvoll bestreiten.
                      Das kann man nicht nur – das habe ich sogar! Und zwar mit dem Verweis auf meine Analyse, welche sogar ein Kapitel „innere Widersprüche“ enthält.

                      Herr Pietsch argumentiert im Rahmen dieser Theorie und kann nicht dadurch widerlegt werden, dass man ihn maßlos beschimpft.
                      Auch in diesem Punkt bleibt mir nur die volle Zustimmung! Was meinen letzten Kommentar anbetrifft, war dieser meinerseits auch niemals als „Widerlegung“ intendiert, sondern ein Kommentar auf Metaebene hinsichtlich dessen Fehlverhaltens.

                      Wir können und darauf einigen, dass die Neoklassik ein Glasperlenspiel ist, aber wir widerlegen damit die ihr zugrundeliegende Gleichgewichtstheorie nicht.
                      Mit unserer Einigung widerlegen wir sicherlich nichts. Keine Frage. Aber nicht nur, dass in meiner Analyse der Nachweis geführt wird, dass die zutiefst fragwürdige Grundlage (Says „Gesetz“) oder deren Erweiterung (Walras Gesetz) der Gleichgewichtstheorie entweder falsch sind (Say) oder nur einen seltenen Spezialfall betrifft (Walras) – es reicht ein Blick auf die Realitäten – Stichworte „Überproduktion“ und Krisen – um diese Theorie als hanebüchenen Unsinn zu entlarven.

                      Ob man damit vernünftige Wirtschaftpolitik betreiben kann, ist eine ganz andere Frage. Ich bin der Überzeugung nein.
                      Angesichts der durch den Neoliberalismus verursachten schweren Krisen würde ich sagen, dass wir über das Stadium von Überzeugungen längst hinaus sind: die Wirklichkeit legt Zeugnis gegen den Neoliberalismus ab.

                      Wel die Neoklassik sich einen Argumentationsrahmen gibt, der sich sozusagen einen Nullpunkt schafft und von dort mit ökonometrischen Parameter Wahrscheinlichkeiten in der langen Frist berechnet, die einzreffen können oder auch nicht. Diese unterliegen allesamt der ceteris paribus Klausel. Die Auswahl der Parameter bestimmen also das Ergebnis. Die Makroökonomik versucht mit saldenmechanichen Betrachtungen die agregierten Wirkursachen über alle Sektoren zu berücksichtigen. Der Streit darüber, was richtig oder falsch ist bleibt mühsig.
                      „Müßig“ nach meinem Verständnis bedeutet „überflüssig, unnütz, zwecklos“. Ich vertrete das glatte Gegenteil: nur wenig ist noch wichtiger, als die Gesellschaft über die wahren volkswirtschaftlichen Zusammenhänge aufzukären.

                      Über das für und wider lohnt es sich zu streiten, aber jede Form der Apodiktion schadet nur. Herr Pietsch zu überzeugen, so zu verfahren scheint äußerst scwierig zu sein.
                      Da gehe ich einen Schritt weiter: meine bittere Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass verblendete Ideologen (und für einen solchen halte ich Pietsch) weder mit Fakten noch Argumenten beizukommen ist. Die sind gedanklich in/von einer Ideologie gefangen, die Züge eines Aberglaubens trägt. Da schlagen Überzeugungsversuche nahezu immer fehl. Es war mir von vorn herein klar, dass sich Pietsch nicht überzeugen lässt. Mit einer realistischen Chance habe ich nie gerechnet. Ich schreibe hier nur für evtl Mitleser, weil um der Wahrheit und unser Aller Willen diese Desinformation nicht unwidersprochen stehen gelassen werden sollte.

                      Ein unbelehrbarer Idiot ist er nach meiner Überzeugung nicht.
                      Idiot nicht, da gebe ich ihnen Recht. Ein Idiot wäre nicht zu so einer Desinformation fähig. Aber alles deutet darauf hin, dass Pietsch ein völlig verblendeter Ideologe ist. Ideologen haben sich von Wahrheitsfindung verabschiedet, weil sie sich im Besitz sakrosankter Wahrheiten wähnen. Damit sind sie ebenso unbelehrbar.

                      Wenn auch ein verquerter Zeitgenosse. Insofern rate ich uns allen zur Mäßigung im Umgang miteinander.
                      Rauschi hat längst den Nachweis geliefert, dass Mäßigung nicht dazu führt, umgekehrt auch von Pietsch mit Mäßigung bedacht zu werden. Und selbst habe ich diese Erfahrung ebenso machen müssen: in meinem mit Hier mal soziale Gerechtigkeit – aber RICHTIG! überschriebenen Kommentar http://www.deliberationdaily.de/2017/05/produktivitaet-arbeitslosigkeit-49-euro-fuer-die-soziale-gerechtigkeit/#comment-53731 wurden im Detail Argumente in der Sache vorgebracht, ohne sich dem Vorwurf „unmäßiger“ Anmerkungen zu Recht auszusetzen – und DENNOCH war es gerade Pietsch, der „Mäßigung“ in einer Weise mit Füßen getreten hat, die jeder Beschreibung spottet. Mit anderen Worten: man kann sich um Mäßigung bemühen, wie man will, Pietsch wird nicht davon ablassen, seine „ad hominem“-Angriffe zu reiten. Wozu dann noch eigene Zurückhaltung? Dennoch werde ich noch einen Kommentar in der Sache verfassen – und sage jetzt schon voraus, dass dieser trotz seiner sachlichen Argumente nur mit Pietschs typischer Ignoranz gestraft wird. Wie soll auf so einer Grundlage eine Diskussion, die diesen Namen verdient, erfolgen? Geschweige denn Überzeugung? Gegen Ignoranz ist man machtlos.

                  • popper 28. Mai 2017, 16:37

                    Herr Pietsch,
                    ich finde diese Entwicklung auch bedauerlich, muss aber sagen, dass Sie dieses Desaster mit zu verantworten haben. Was nützen Ihnen internationale Standards, wenn die dahinterstehende Theorie falsch ist. Ein grundlegendes Missverständnis liegt darin, dass Produktivität eben noch keinen Gewinn bringt. Denn was nutzt Ihnen die Produktivität, wenn Sie ihr Produktivitätszuwachs nicht verkaufen, weil der Kostenreduktionswahn die Nachfrage erheblich reduziert hat. Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen die ganzen Grenznutzefantasien sind betriebswirtschaftlicher Firlefanz, Sie können ihn nicht berechnen ohne willkürliche Setzung von Parametern. Sie neben das euphemistisch schätzen. Es führt kein Weg daran vorbei, die ganze Angebotstheorie dient der Kosteneffizenz als Selbstzweck ohne Sinn und Verstand für die Sektoren und Aggregate einer funktionierenden Volkswirtschaft. Erst kommt der Aufwand, dann der Ertrag. Mit wenig Impulse größtmöglichen Output ist Kinderkrankheiten. Das kehrt auch immer in den Steuersenkungsdebatten, die nach dem gleichen infantilen Muster ablaufen.

                  • Rauschi 28. Mai 2017, 18:50

                    Nicht zum ersten Mal zeigen Sie eine große Schwäche im Verständnis relativer Zahlen, allein in diesem Fall zweimal. Das passt nicht zu jemanden, der Naturwissenschaften studiert haben soll.
                    Super, Sie irren sich, weil eben Ihr „Kinderbeispiel“ Ihre Grundthese widerlegt, aber ich habe kein mathematisches Verständnis?

                    Nur, Rauschi, Sie müssen lediglich eine Zahl leicht variieren, und schon ist auch der Teil mit der sinkenden Lohnquote bewiesen,
                    Ach nein, das habe ich nicht exakt so geschrieben!?
                    [Wann würde diese denn tatsächlich sinken?
                    Wenn a) die Produktivität des neuen Mitarbeiters höher ist als vermutet und die Preise gleich bleiben]
                    Doch habe ich, das ist das gleiche in Grün, ob nun der Lohn sinkt, oder die Prduktivtät steigt, läuft auf das gleiche Ergebnis hinaus.

                    Je länger jemand arbeitslos war, desto niedriger wird diese vermutet und entsprechend ein Lohn- / Gehaltsangebot gemacht. Das ist keine Theorie
                    Schön, das Sie ständig etwas wiederlegen, das niemand bestritten hat, ich auch nicht, wer lesen kann, der lese:
                    [Ich habe nie abgestriten, das die Produktivität erst mal sinkt, ich habe nur bestritten, das deswegen die Gewinnquote steigen muss. ]

                    Wenn Sie möchten, lösche ich diesen Diskussionsstrang.
                    Auf keinen Fall, es darf jeder selbst überprüfen, wer hier offensichtlich Probleme mit den Grundrechenarten hat.

                    Spannend, das Sie nicht mal zugeben können, das Ihr Beispiel eben gerade die These Ihres Artikels nicht belegt. Wenn ich da nach belieben die Werte verschieben kann, dann kann ich damit auch beweisen, das meine Aussage stimmt. Sie müssen Sich schon klar sein, was Sie wollen. Entweder dürfen alle die Formel nach Belieben anpassen, oder keiner. Nur dann beweist diese gar nichts, nicht mal Ihre Aussage.

                    Schade, das Sie sich diese Blösse gegeben haben.

                    Gruss Rauschi

          • Logos 27. Mai 2017, 10:20

            Anmerkung: Ich hatte Ihnen eine neutrale, nüchterne Antwort ohne jedes Persönliche gegeben. Als Replik haben Sie richtig Gift abgelassen. Nicht gerade ein Ruhmesblatt für Sie.
            Hier http://www.deliberationdaily.de/2017/05/produktivitaet-arbeitslosigkeit-49-euro-fuer-die-soziale-gerechtigkeit/#comment-53731 wurde ihnen mal Konzept unterbreitet, welches dem Anspruch „sozialer“ Gerechtigkeit – im Gegensatz zu ihrem, auch gerecht wird. Darauf haben sie nur nur Gift und Galle abgelassen, sondern sich zu Abgründigkeiten wie
            Jedenfalls haben Sie uns jetzt demonstriert, dass Sie von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts halten.
            und
            Wie gesagt, behaupten Sie nicht, dass Sie verfassungstreu sind.
            verstiegen! Entschuldigung? KEINE! Trotz Aufforderung. Stattdessen zensieren sie die korrekten Beschreibungen ihres Fehlverhaltens. Und 2 Tage später beschweren sie sich über Bemerkungen, die im Vergleich zu ihren nicht nur absolut harmlos sind, sondern die sie mit ihrer unseriöse Torpfostenverschieberei und ihrer haarsträubender Pseudoargumentation geradezu herausfordern (Aktio > Reaktio!)
            Das stinkt doch vor Doppelzüngigkeit und Heuchelei zum Himmel.

            Herr Pietsch, ist es möglich, dass sie dermaßen von sich selbst eingenommen sind, dass ihnen der Ansatz einer selbstkritischen Hinterfragung nicht einmal in den Sinn kommt? Oder wie sonst ist ihr offensichtliches zweierlei Maß zu erklären? Merken sie tatsächlich nicht, wie sie ihre eigenen Ansprüche selbst ständig mit Füßen treten? Oder gelten diese nur für Andere, nicht aber für sie? Halten sie sich für etwas Besseres?
            Ein Menge Fragen, auf welche die Leser und Kommentatoren wohl ebensowenig Antworten erhalten werden, wie auf die vielen anderen Sach- und Themenfragen. Es mag ja sein, dass sie alle ihre Leser für blöd halten. Aber selbst ihnen, der sonst nichts merkt, sollte doch so langsam mal bewusst werden, dass ihr täuschendes Konzept nicht aufgeht, sondern sie mit ihrer miesen Tour auffliegen.

            Ein weiterer Sachverhalt, wo sie ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden: Erst beschweren sie sich
            und ich hatte erwartet, die Anhänger des Hamburger Ökonoms Flassbeck würden sich begierig auf den fleischhaltigen Knochen stürzen.
            Dann hat Jens Flassbeck angesprochen http://www.deliberationdaily.de/2017/05/produktivitaet-arbeitslosigkeit-49-euro-fuer-die-soziale-gerechtigkeit/#comment-53778
            Schließlich habe auch ich sie hier http://www.deliberationdaily.de/2017/05/produktivitaet-arbeitslosigkeit-49-euro-fuer-die-soziale-gerechtigkeit/#comment-53779 mal mit der Kausalkette des Zusammenhangs zwischem neoliberalen Lohndumping und der Euro-Krise im Detail konfrontiert – OHNE nennenswerte persönliche Angriffe – und was kommt von ihnen? NICHTS!

            Geben sie sich allen Ernstes dem Irrtum hin, mit diesem Verhalten würden sie nicht massiv ihre Glaubwürdigkeit, sofern davon überhaupt noch gesprochen werden kann, untergraben? Falls ja: sie irren sich! Wieder einmal. Wie nahezu ständig.

            Schweigen im Walde! Warum? Weil sie es sich gar nicht leisten können, darauf sachlich/inhaltlich ohne Torpfostenverschieberei einzugehen! Weil sie mangels valider sachlicher Gegenargumente nur verlieren können.

      • Logos 26. Mai 2017, 20:17

        Einige ganz grundlegende Erwiderungen!

        Weil es den von Ihnen aufgezeigten Widerspruch nicht gibt. Gemäß der Grenzlohnthese werden neue Arbeiter nur eingestellt, wenn kurzfristig der Grenzlohn mindestens dem Grenzertrag des Arbeiters entspricht
        Nein, Herr Pietsch, so geht das nicht. Grundsätzlich nicht: sie können die Nichtexistenz eines Sachverhaltes in der Realität „feststellen“, weil dies einer [ominösen] THESE widerspricht, ohne sich selbst der Lächerlichkeit preiszugeben. Eine These rangiert bzgl „Beweisstatus“ ja sogar unterhalb einer Theorie! Also aufgrund einer unbewiesenen Hypothese glauben sie allen Ernstes, eine Aussage über die Nichtexistenz eines Sachverhaltes in der Wirklichkeit „ableiten“ zu können? Das ist schon im Ansatz dermaßen inkompetent, dass es einem die Sprache verschlägt. Ein guter Tipp: sie sollten mal folgende Erkenntnis verinnerlichen:

        „Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, sondern wir müssen uns nach ihr richten“
        – Matthias Claudius

        2) Eine Suche durch die weltweit größte Suchmaschine förderte folgende bemerkenswerte Ergebnisse zutage:
        Keine Ergebnisse für Grenzlohntheorie gefunden
        Keine Ergebnisse für Grenzlohnthese gefunden
        Verwenden sie falsche Termini? Haben sie mal nen Link zu dieser ominösen Grenzlohnthese?

        3) Wie wird der Grenzertrag einer Putzfrau [monetär] konkret bemessen?

      • Logos 29. Mai 2017, 13:53

        Um diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten.
        Rauschi schrieb:
        … die gezeigten Grafiken analysieren, denn die geben Ihre Behauptung, das die Lohnquote sinken muss, gar nicht her. Zwischen 2007 und 2009 ist die Arbeitslosigkeit am auffälligsten gesunken, von 56,6% auf 45,4%. In der Grafik zur Entwicklung der Lohnquote ist diese aber gestiegen und nicht gesunken.

        Darauf sie:
        1) die Grafik 1 zeigt allein die Langzeitarbeitslosigkeit in Relation zur Gesamtarbeitslosigkeit
        2) Wissenschaft hat den Anspruch, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Davon kann es Ausnahmen geben.

        Zu 1) das ist korrekt. Allerdings gibt ihre HUR-Grafik (die 4.) aufgrund ihrer viel zu groben 3 Zeitabschnitte überhaupt nichts her, woraus man irgend etwas ableiten könnte. Allerdings zeigt https://data.oecd.org/unemp/harmonised-unemployment-rate-hur.htm auf der Originalseite für Deutschland EBENFALLS eine Abnahme der allgemeinen Arbeitslosenquote zwischen 2007 und 2009.

        Sie aber haben absolut – OHNE Ausnahme! – behauptet:
        Um Arbeitslosigkeit zu beseitigen, wird … der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen sinken.
        Sie haben eine absolute Aussage, eine Allaussage getätigt. Eine Allaussage wird schon durch ein einziges Gegenbeispiel widerlegt. Somit ist ihre undifferenzierte Aussage, die keine Möglichkeit der Ausnahme erkennen lässt, als falsch widerlegt!

        Zu 2) Herr Pietsch, als Maschinenbau-Ingenieur (Dipl.) habe ich -im Gegensatz zu ihnen- eine technisch/naturwissenschaftliche akademische Ausbildung genossen. BWL hingegen ist keine Naturwissenschaft. Ob es überhaupt eine „Wissenschaft“ ist, die diesem Anspruch gerecht wird, bezweifle ich. Wie auch immer: „allgemeingültig“ und „Ausnahmen“ bilden einen inneren Widerspruch. Naturgesetze sind allgemeingültig. Gäbe es Ausnahmen, wären sie es nicht mehr. Thesen, die einen allgemeingültigen Anspruch erheben, werden durch Gegenbeispiele, die sie laienhaft/trivial „Ausnahmen“ nennen, widerlegt. Wenn Regeln Ausnahmen zulassen, sind sie bestenfalls „weitgehend gültig“, aber auf gar keinen Fall allgemeingültig. Ihre Behauptungen sind also – wieder einmal – schlicht weg falsch.

        Nehmen wir als mal zu ihren Gunsten an, sie hätten statt ihre falschen, widerlegten Allaussage von „Regeln, die Ausnahmen zulassen“ gesprochen und dies in ihren BEIDEN diesbzgl Behauptungen im Artikel so formuliert (was sie wie üblich nicht haben). Wenn sie nun selbst Deutschland als Ausnahme von einer Regel bezeichnen – wie passt das mit dem allgemeinen Credo zusammen, die anderen Staaten sollten sich an Deutschland ein Beispiel nehmen; Deutschland hätte es richtig und die anderen falsch gemacht, wenn Deutschland die Ausnahme ist? Es können nicht alle anderen auch „Ausnahmen“ sein – das funktioniert schon rein logisch nicht.

        Herr Pietsch, der Volksmund hat da einen guten Rat: Schuster, bleib bei Deinen Leisten! Überlassen sie Aussagen zu Wissenschaft solchen, die dazu hinreichend qualifiziert und in Aussagelogik hinreichend bewandert sind. Sie sind es offensichtlich nicht.

        Ergo: sie können es drehen und wenden, wie sie wollen: Letztendlich behält Rauschi recht – die Grafiken geben ihre Aussagen nicht her – und sie Unrecht. Entweder widerlegen die Grafiken und/oder Logik ihre Behauptungen. Letztlich beides. Da können sie soviel mathematische Firlefänzchen veranstalten, wie sie wollen: die von ihnen bemühten Formeln bilden ihre widerlegte Behauptung doch gar nicht ab. Allein der Ansatz, mittels ihrer Trivialformeln ihre Behauptung „Um Arbeitslosigkeit zu beseitigen, wird … der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen sinken“ „belegen“ zu können, zeugt davon, dass sie nichts, aber auch gar nichts verstanden haben. Das ist nur der gescheiterte Versuch, mittels mathematischer Formeln davon abzulenken, dass ihre Ausgangsthese erst zu beweisen wäre.
        Was übrigens typisch für Neoliberale ist.
        War mir ein Vergnügen!

  • Logos 26. Mai 2017, 10:19

    Ein Resümee besonders haarsträubender Sachverhalte

    Rauschi:
    Wenn Sie Sich schon solche Mühe bei der Analyse gegeben haben, warum ist Ihnen der Widerspruch nicht aufgefallen?
    Die Antwort darauf so klar wie erschreckend: Eine Analyse, welche diesen Namen zu Recht verdient, ist auf Wahrheits- und Erkenntnisfindung ausgelegt. Beides scheint Pietsch, zumindest im Bereich der Wirtschaft, wesensfremd zu sein. Jener, der selbst zum Besten gegeben hat, „etwas eingebildet und von sich selbst überzeugt zu sein
    (imo besteht dafür nicht ansatzweise eine rechtfertigende Grundlage -im Gegenteil (zumindest was vollkswirtschaftliche Aspekte und das Verständnis kapitalistischer Wirkprinzipien anbelangt- da herrscht eher Totalversagen). Die Diskrepanz zwischen Inkompetenz und Selbsteingenommenheit mündet dann straight in den sogenannten Dunning-Kruger-Effekt)
    wähnt sich offensichtlich im Besitz sakrosankter „Wahrheiten“ und „Erkenntnisse“, die es dann dem „gemeinen Volk“ zu verkünden gilt.

    Dabei mögen die Leser doch gefälligst nicht die Systemfrage stellen. In dieser Aufforderung wird erneut ein intellektuelles Versagen erkennbar, indem Herr Pietsch wohl auf Kapitalismus abhob, obwohl de facto Neoliberalismus gemeint war. Darauf angesprochen, dass hier doch offensichtlich viel grundlegendere Diskrepanzen zwischen Artikelschreiber und Rezipienten vorliegen, als es das jeweils mehr oder weniger konkrete Thema erkennen lässt, verweigert sich Pietsch nicht nur explizit der Klärung, sondern fragt noch scheinheilig „warum“, obwohl unmittelbar zuvor die Begründung geliefert wurde. Dieses scheinheilig-ignorante „warum“ kommt von Demselben, der anstatt auf berechtigte Fragen zu antworten lapidare Kommentare wie Schade, nicht gelesen ergießt.

    Des weiteren teilt Pietsch dem erstaunten Publikum mit, dass er es als unfreundlichen, respektlosen Akt empfindet, dass [angeblich] „mit allgemeinen angelesenen theoretischen Betrachtungen über die Weltläufe“ reagiert wird. Ganz davon abgesehen, dass letzteres eine reine Unterstellung ist, fragt sich, in wie weit Pietsch Behauptungen denn nicht angelesen sind, sondern eigener Erfahrung entstammen. Die „Begründung“ für Pietschs Haltung: „Artikel schreibe ich in meiner Freizeit und opfere damit freie Zeit von mir“. Und seine Leser opfern nicht ebenso Freizeit, sondern erhalten Geld dafür, hier mitunter sehr aufwändige Kommentare zu verfassen? Oder wie stellt Pietsch sich das vor?

    Pietschs Behauptung, er „probiere unvoreingenommen(sic!) etwas aus und versuche, dies dem Forum transparent zu machen“ stellt entweder -tut mir leid, aber alles andere würde den Kern nicht treffen -Leserverarsche dar oder zeugt von einem Maß an Verzerrung eigner Selbstwahrnehmnung, die schon ans Pathologische grenzen könnte. Denn Jeder, der sich ein paar von Pietsch „Artikeln“ und „Kommentaren“ angetan hat, erkennt, dass er ideologisch voreingenommen wie nur sonst was ist. Allem liegt das Axiom der Richtigkeit der Ideologie des Neoliberalismus (NICHT Ordo, auch wenn Pietsch sich nicht zu schade ist, das glatte Gegenteil zu behaupten) zugrunde, obwohl eine hinreichend intensive Beschäftigung mit diesem Phänomen zur Erkenntnis des glatten Gegenteils führt: Wenn mir vorher jemand erzählt hätte, dass eine völlig durchgeknallte, irre, realtätsvergessene Ideologie, die sich gegen Widerlegung immunisiert hat und deren Anhängerschaft Sekten-ähnliche Züge aufweist, in allen westlichen entwickelten Nationen die Meinungshoheit in Lehrbetrieben, Politik und Wirtschaft übernommen hat, so hätte ichs nicht geglaubt. Inzwischen weiß ich es besser.

    „Die vor allem durch stoische Einflüsse auf … die neue Wissenschaft von der Ökonomie überlieferte Vorstellung einer vorgegebenen natürlichen Ordnung führte dazu, deren Ergebnisse für sakrosankt zu halten und zu glauben, Eingriffe in diese Ordnung könnten nur negative Folgen zeitigen. …, so hat Rüstow den » Geist des Liberalismus« als Säkularisierung eines deistisch-stoischen Harmonieglaubens nachgewiesen. Die Herausgeber zeigen …, dass auch der moderne Neoliberalismus dieser Harmonievorstellung verhaftet ist. Der dogmatische Glaube an den neoklassischen Gleichgewichtsautomatismus beherrscht die Problemwahrnehmung, die Analysen und die wirtschaftspolitischen Empfehlungen.“
    – Verlagstext zum Buch „Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus – Das neuliberale Projekt“ von A. Rüstow sowie F. P. & G. Maier-Rigaud

    Mit Bemerkungen wie „Artikel selbst setzt sich der statistischen Wahrheit auseinander“ outet Pietsch sein Unwissen über die Verschiedenartigkeit der Phänomene Koinzidenz, Korrelation und Kausalität. Die allgemeine Erkenntnis, dass es dumm ist, aus Korrelationen Kausalitäten zu machen, scheint Pietsch unbekannt zu sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation#Von_der_Korrelation_zum_Kausalzusammenhang

    All das kommt vom Selben, der Anderen entgegenhält:
    so geht das nicht
    Ist das zu fassen?

    Auf den absoluten korrekten Einwand von Rauschi „Wie kann man diese Wahrheit denn aus den Tabellen heraus lesen? Daraus kann man maximal eine Korrelation heraus lesen, aber mitnichten irgendeine Wahrheit oder gar, welche Faktoren was bedingen.“ kommen seitens Pietsch dann hanebüchene Bemerkungen wie
    „Wir reden hier immerhin von internationalen, eindeutigen Trends.“
    Herr Pietsch, nicht die Trends an sich werden infrage gestellt, SONDERN der kausale Zusammenhang, den sie zwischen jenen herbeifabulieren! Wieder Torpfosten verschoben. Wieder sinnentstellend reagiert – „antworten“ kann das ja nicht zu recht genannt werden. Wieder zerstören sie Sinnzusammenhänge. Wieder „antworten“ sie auf ungestellte Fragen, während sie die gestellten mit der ihnen typischen Ignoranz strafen. Weil sich diese Unart durch SÄMTLICHE ihrer Kommentare zieht, muss System bzw Absicht dahinter vermutet werden.

    Letztlich hat das eine klare Ursache : Es mangelt ihnen fundamental an validen [Gegen-]Argumenten. Was wiederum der Tatsache geschuldet ist, dass Neoliberalismus eine derart irre Ideologie ist, dass jeder Neoliberale nur verlieren kann, wenn er sich in einem Meinungsdisput tatsächlich auf Sachargumente und Logik einlässt. Vorausgesetzt, die Gegner sind hinreichend intelligent, kompetent und belesen bzw gebildet.
    Sie Herr Pietsch, haben nun das „Pech“, dass sie genau an Solche geraten sind. Dass es dann Vertreter einer meinungsdiktatorischen Ideologie wie Neoliberalismus am liebsten sehen würden, wenn diese hier nicht mehr posten, ist Ausdruck einer Haltung, die sich hartem Widerspruch lieber nicht ausgesetzt sehen will.

    Dass hier „transparent gemachte (sic), sakrosankte Wahrheiten, die sich ein Unvoreingenommener (sic) in seiner Freizeit (sic) mit Experiment (sic) und Überprüfung (sic) erarbeitet hat“ nicht dankbar und ehrerbietend angenommen, sondern stattdessen fundamental in Abrede gestellt werden, ist nicht nur eine respektlose Frechheit, sondern grenzt an Ketzerei und Häresie! HURRA, es lebe die Meinungsdiktatur! Nieder mit Ansichten, welche den Mainstream kritisch hinterfragen! Wegzensieren! Am Besten komplett löschen! (Wer Sarkasmus findet …)

    „Der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab.“
    Karl Raimund Popper, imo bedeutendster Philosoph der Neuzeit

    Thema verfehlt, Herr Popper! Was sollen denn „selbsternannte Hobbyökonomen“ (sic!) einem Leuchtturm an Erkenntnisbesitz wie mir Relevantes mitteilen können? Dialog? Ich verkünde Wahrheiten, die nicht fundamental hinterfragt werden dürfen!

    Dieser Mummenschanz wäre ein gefundenes Fressen für jeden Psychologen.

  • Logos 29. Mai 2017, 12:55

    In der Sache:
    Oder ist jede Tätigkeit sinnvoll, solange sie ein Erwerbseinkommen sichert, selbst dann, wenn dies zur Bestreitung des eigenen Lebensunterhaltes nicht ausreichend ist?
    Die Frage ist schon sehr krude gestellt: Erwerbseinkommen ist KEIN Selbstzweck, sondern soll der Bestreitung des Lebensunterhaltes dienen. Wenn das Erwerbseinkommen aufgrund neoliberalen Lohndumpings dazu nicht in der Lage ist, hat es seinen Zweck verfehlt. Die Antwort lautet demgemäß eindeutig NEIN!

    Die führenden Wirtschaftsnationen haben dazu mehrheitlich eine eindeutige Position.
    Das ist in vielfacher Hinsicht völlig schnuppe
    1) Über Richtig oder Falsch entscheidet keine Mehrheit
    2) Dank der absoluten Dominanz neoliberaler Ideologie (nicht Ordo) in Politik, Wirtschaft und Lehrbetrieben liegt es nicht der Natur der Sache, dass diesbzgl eine mehrheitlich eine eindeutige Position vorliegt. Das aber ist eben der Dominanz dieser Ideologie und NICHT der Richtigkeit der Sichtweise geschuldet
    3) Ihre Bemerkung ist nur die Beschreibung eines IST-Zustandes und eben KEIN Argument!

    Der Kern der Agenda 2010 wollte dies ändern …
    Was ist Kern der Agenda wollte ist allenfalls Mutmaßung. Ihre Sichtweise als Fakt zu formulieren ist unredlich und unseriös. Fakt ist, dass Schröder als Genosse der Bosse, der somit neoliberalen Einflüsterungen ein offenes Ohr schenkte, öffentlich damit prahlte, „den größten Niedriglohnsektor“ [Europas] geschaffen zu haben.

    Deutschland war danach auf dem Weg durchaus erfolgreich …
    Was aber nicht dem Umstand geschuldet wäre, dass Lohndumping zum Abbau von Arbeitslosigkeit geeignet sei (ist er nicht), sondern der perfiden Unterminierung des selbst gesetzten Inflationsziels für den Euroraum. Der kausale Zusammenhang wurde – UNWIDERLEGT!- hier erklärt: http://www.deliberationdaily.de/2017/05/produktivitaet-arbeitslosigkeit-49-euro-fuer-die-soziale-gerechtigkeit/#comment-53779

    … Deutschland ist zur Joblokomotive geworden
    1) siehe Widerlegung gerade zuvor
    2) siehe Eingangserwiderlegung: Jobs sind KEIN Selbstzweck!

    Keine andere wichtige Nation kann dabei solche Erfolge verbuchen, im Gegenteil.
    Weil keine andere Nation ein so perfides Spiel (siehe verlinkter Kommentar) getrieben hat wie Deutschland.

    Die OECD-Studie erinnert an den typischen Weg.
    Typisch bedeutet NICHT „richtig“. Wenn „dank“ neoliberaler Dominanz „Lohndumping“ typisch wird, dann bedeutet das noch lange nicht, dass es auch korrekt wäre. Im Gegenteil: jeder ist gut beraten, alle Behauptungen und Forderungen des Neoliberalismus (nicht Ordo) als falsch und kontraproduktiv anzusehen.

    Um Arbeitslosigkeit zu beseitigen, wird für einige Jahre die Produktivitätsentwicklung zurückgehen und der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen sinken.
    Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen = Lohnquote
    Sie behaupten also: Um Arbeitslosigkeit zu beseitigen muss die Lohnquote sinken. Nur: wo bleibt die kausale Begründung? Irgendwelche Grafiken, wie ggf, oder oder nicht Korrelationen zeigen, sind eben KEIN Nachweis für Kausalitäten!

    In diesem Kontext: hatten sie nicht einmal behauptet, nur weil sie mehr erhalten, müsse ein anderer doch nicht weniger erhalten? Da sie da nun selbst zu den Unternehmern gehören, beweist die zweite Grafik das glatte Gegenteil: steigenden Unternehmenseinkommen stehen IMMER sinkende Arbeitsentgelte entgegen. D.h. steigende Unternehmensgewinne AUF KOSTEN der abhängig Beschäftigen!

    Deutschland hat damit seine wirtschaftspolitischen Hausaufgaben gemacht, soweit man das unter den Begrenzungen einer demokratischen Verfasstheit leisten kann.
    Das ist in Gänze unkorrekt bzw. völlig falsch. Richtig gewesen wäre die Umsetzung eines Konzeptes, wie von mit im Kommentar mit der Überschrift „Hier mal soziale Gerechtigkeit – aber RICHTIG!“ dargelegt. Die neoliberale Politik hat ganz Europa an den Rand des Abgrunds und Deutschland in eine üble Zwickmühle gebracht, aus der es nur dann ein Entrinnen gäbe, wenn die Deutsche Wirtschaft und Politik total umsteuern würden.

    <Auch der Rückgang der Arbeitnehmerentgelte am nationalen Einkommen war nicht ungewöhnlich, nicht das Ergebnis einer falschen Politik, sondern der richtigen.
    Grundlegend falsch! Typisch für Neoliberale (nicht Ordos). Weil Neoliberale die kapitalistischen Wirkprinzipien bis heute nicht verstanden haben! Wieder einmal liegt die Wahrheit im glatten Gegenteil der Behauptung eines Neoliberalen: selbstverständlich ist eine neoliberale Politik falsch. Das liegt in der Natur der Sache einer Ideologie, welche kapitalistische Wirkprinzipien auf den Kopf stellt: Neoliberalismus!

  • CitizenK 1. Juni 2017, 20:18

    Die Realität – Jenseits von Charts, Tabellen und Grafiken:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeit-im-schlachthof-ausgebeutet-auf-dem-schlachthof-1.3530747

    Der Markt, der Markt, der hat immer recht?

    • In Dubio 2. Juni 2017, 07:24

      Das ist außerordentlich billig, hier verlassen Sie den Pfad der Seriosität ein ganzes Stück weit. Zumindest, soweit man Seriosität und Fairness nach der Suche nach allgemeingültigen Regeln und Erkenntnissen definiert. Zuerst zum Thema: eine marktwirtschaftliche Ordnung sagt nichts über Arbeits- und Umweltbedingungen aus. Deutschland hat die niedrigsten Lebensmittelpreise in Westeuropa, obwohl Einkommensniveau wie Lebenshaltungskosten nicht am unteren Rand rangieren. Ja, so Fleischereibetriebe sind wunderbar anonym, dass man bestens schimpfen kann, Widerspruch ist nicht zu erwarten (billig). Anders sieht es bei den Adressaten und Nutznießern der Bedingungen aus, und das sind nicht die Erzeuger, sondern die Verbraucher (eben gemessen an den erzielten Verkaufspreisen). Haben Sie sich mal im Supermarkt einen der Kunden vorgeknöpft, die zu Steaks für 3€ greift? Die Wahrscheinlichkeit, dabei ein blaues Auge zu riskieren, ist nicht so billig und würde zeigen, dass Sie nicht auf kostenlosen Applaus aus sind. Denn es ist ja nicht so, dass es nicht andere Angebote gäbe, von Unternehmen, die seriös wirtschaften. Aber deren Erzeugnisse will nicht jeder kaufen.

      Und noch eins ist superbillig: es ist keine Neuigkeit, dass in manchen Branchen die Arbeitsbedingungen hart und der Lohn karg ist. Das gilt für die Fleischereiindustrie wie für Pflegeberufe. Nur dominiert in letzter der Staat Arbeitsbedingungen und Preise. Das ficht natürlich echte Linke nicht an und so musste ich mir vor kurzem hier entgegenhalten lassen, dass andernfalls die Bedingungen noch schlechter wären. Aha, sind in einer Industrie die Löhne niedrig und die Arbeitsbedingungen schlecht, so sind hierfür Unternehmen und der Markt verantwortlich. Wird die Branche bereits vom Staat beherrscht, so verhindert er Schlimmeres. Das ist eine Regel, wo der eine immer verliert und der andere immer gewinnt. Unseriös und billig in der Argumentation und in der Qualität von dem Fleisch, das für 2€ produziert wird.

      Genauso verhält es sich beim Geschimpfe über befristete Arbeitsverhältnisse. Dummerweise ist nämlich der Staat der größte Befrister. Und genauso ist der Staat derjenige Akteur, der seine Lieferanten am heftigsten prellt. Aber, es wird ja nur Schlimmeres verhindert…

      • Rauschi 2. Juni 2017, 10:57

        Und noch eins ist superbillig: es ist keine Neuigkeit, dass in manchen Branchen die Arbeitsbedingungen hart und der Lohn karg ist.
        Weil das woanders auch nicht besser ist, wird es richtig? Ich möchte gerne Ihr Geschrei hören, wenn die Gesundheitskosten aufgrund der besseren Bezahlung steigen, was Sie sicher müssten. Dann nach der Gleichgewichtstheorie müssten die sogar besser bezahlt werden, denn es gibt ja Mangel. Jetzt kommen Sie nicht wieder mit irgendwelchen Grenznutzen, wie soll der für eine Pflegekraft berechnet werden, wo soll die Grenze des „Nutzens“ sein? Haben Sie nicht die Luxusheime ins Spiel gebracht, werden dort die Pflegekräfte besser bezahlt, denn das sollte ja drin sein, wenn der Preis für die Leistungen schon höher ist?

        Genauso verhält es sich beim Geschimpfe über befristete Arbeitsverhältnisse. Dummerweise ist nämlich der Staat der größte Befrister.
        Wieder das gleiche in grün, wird etwas falsches richtig, wenn es nur genügend andere falsch machen? Wo ist denn die „Eigenverantwortung“ der Unternehmer, werden die dazu gezwungen, es dem Staat gleich zu tun?
        Billig, wirklich billig.

        Gruss Rauschi

        • In Dubio 3. Juni 2017, 08:06

          Sie wenden wie gehabt Ihre bewährte Taktik an, mit der Sie – zumindest in Ihren Augen (Selbstbespiegelung) – nie verlieren können. Wenn der Vorteil des Staates nicht ersichtlich ist, kein Problem, drehen wir die Geschichte um, der Staat verhindert Schlimmeres. Es ist nicht möglich, eine solche Argumentationsstruktur zu schlagen, denn es ist keine. Wenn wir weitermachen wollen, werden Sie dieses penetrant vorgetragene Muster aufgeben müssen, denn das macht mir keinen Spaß.

          • Rauschi 3. Juni 2017, 11:17

            Wenn der Vorteil des Staates nicht ersichtlich ist, kein Problem, drehen wir die Geschichte um, der Staat verhindert Schlimmeres.

            Sie sind doch fähig, zu lesen, oder nicht? Aus welcher meiner Aussagen können Sie sowas heraus lesen?
            Wenn ich schriebe, das ich etwas für falsch halte, dann ist damit überhaupt nicht verbunden, das ich meine, andernfalls wäre es noch schlimmer. Nein, der Staat ist in vielen Bereichen ein denkbar schlechtes Vorbild. Ist das deutlich genug? Bleibt die Frage:
            Wo ist denn die „Eigenverantwortung“ der Unternehmer, werden die dazu gezwungen, es dem Staat gleich zu tun?

            Gruss Rauschi

            • In Dubio 3. Juni 2017, 12:52

              (..) dann ist damit überhaupt nicht verbunden, das ich meine, andernfalls wäre es noch schlimmer.

              Genau das hatten Sie bei der Debatte über die Altenpflege geschrieben. Soll ich es wirklich hervorkramen?

              Wo ist denn die „Eigenverantwortung“ der Unternehmer, werden die dazu gezwungen, es dem Staat gleich zu tun?

              Manchmal sind Ihre Forderungen von beeindruckender Schlichtheit bar der Kenntnis von realen, finanziellen und rechtlichen Verhältnissen. Sie wollen doch die Kraft der Fakten. Nun, Ein Unternehmer haftet mit seinem Vermögen für das Gelingen eines Unternehmens. Diese nicht selten mit der eigenen sozialen Existenz verbundene Verantwortung geht weit über das hinaus, was Arbeitnehmer („Gehilfen“) oder auch Politiker und erst recht Beamte tragen. Manager, die weniger Eigenverantwortung tragen, haften in der Organschaft immerhin noch persönlich (!) für Steuern wie für die Einhaltung arbeitsrechtlicher Bestimmungen.

              Wie gesagt, das ist eine Eigenverantwortung, die weit über die von Politikern wie Staatsdienern hinausgeht. Nun haben Sie zwei Alternativen der Rechtfertigung: a) Sie wussten es nicht, was allerdings im Konflikt steht mit früheren Diskussionen, wo ich Ihnen das bereits entgegen gehalten habe. Oder, b), Sie bewerten es nicht hoch. Nun denn, dann sollten Sie sich aufraffen, mal eine ähnliche Verantwortung zu übernehmen.

              • Rauschi 3. Juni 2017, 13:47

                Genau das hatten Sie bei der Debatte über die Altenpflege geschrieben. Soll ich es wirklich hervorkramen?

                Ich bitte doch sehr darum, es wäre nicht das erste Mal, das Sie Aussagen ziemlich willkürlich auf Ihre Art interpretieren.
                Ich hatte geschrieben, das die Privaten die niedrigen Tarife des öffentlichen Dienstes nicht unterbieten können, wäre ja auch eine positve Sache, das bedeutet aber keineswegs, das ich meine, es wäre ohne staatliche Einrichtungen noch schlimmer. Es geht dabei um Regelsetzung, die entweder über einen Mindestlohn gehen, oder indem Leistungen angeboten werden, an welchen sich andere Anbieter orientieren können, aber nicht müssen. Diese roten Linien sind in der Bevölkerung Konsens, wie sollte es denn wohl sonst laufen? Der heilige Markt richtet alles?

                Manchmal sind Ihre Forderungen von beeindruckender Schlichtheit bar der Kenntnis von realen, finanziellen und rechtlichen Verhältnissen. Sie wollen doch die Kraft der Fakten. Nun, Ein Unternehmer haftet mit seinem Vermögen für das Gelingen eines Unternehmens.
                Darf ich das so interpretieren (bei meiner Schlichtheit): werde Unternehmer und alle Ansprüche an Eigenverantwortung sind damit in einem Abwasch erledigt? Wenn die Mitarbeiter best möglichst erpresst werden und die Umwelt zerstört, aber das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, ist alles in Butter, so schlicht ist Ihre Sicht!? Besten Dank für diese Erkenntnss.

                Nun haben Sie zwei Alternativen der Rechtfertigung: a) Sie wussten es nicht, was allerdings im Konflikt steht mit früheren Diskussionen, wo ich Ihnen das bereits entgegen gehalten habe. Oder, b), Sie bewerten es nicht hoch.
                Ich weiss sowieso nie, wovon Sie schreiben, ist das nicht Ihre generelle Unterstellung? Ja, nur Unternehmer zu sein, schätzt ich nicht per se hoch ein, warum auch? Ich schätzte auch Alter nicht hoch ein, denn das ist keineswegs nur eigene Leistung, alt zu werden.
                Warum kaufe ich nicht bei Amazon oder Lidl? Weil ich deren Geschäftsmodell ablehne und meine Konsquenzen gezogen habe. Warum sollte ich das auch hoch schätzen, nur weil die Unternehmen gegründet haben? Absurd, um es vorsichtig auszudrücken.

                Gruss Rauschi

                • In Dubio 3. Juni 2017, 14:51

                  Er verhandelt maßgeblich die Tarifabschlüsse, an die die meisten privaten Anbieter gebunden sind. Da die Personalkosten (im Gegensatz zu kapitalintensiven Sektoren wie der Automobil- oder Pharmaindustrie) mit rund 70-80 Prozent die Kostenseite bestimmen, diese aber durch zentrale Tarifverhandlungen fixiert sind, können sich hier kaum Unterschiede zwischen Markt und Staat auszumachen.
                  So ein Ärger aber auch, dass die privaten die Löhne nicht noch mehr drücken können, damit die Marktposition gestärkt werden kann. Hätte aber wahrscheinlich das Ergebnis, das dort niemand mehr arbeiten will. Vielleicht bis auf Hartz IV Betroffene, die bestimmt die Qualität derart erhöhen werden, das alle dort untergebracht werden wollen.

                  Aussage: Die Löhne im Pflegebereich sind niedrig, die Arbeitsbedingungen schwer. Ihre Aussage: der Staat verhindert, dass Private die Löhne weiter drücken. Verstehe ich das falsch oder was meinten Sie damit?

                  Ist Ihre Behauptung nun, dass Unternehmer weniger Verantwortung tragen als Politiker / Beamte? Oder das gar der Staat eigenverantwortlich handelt, Unternehmer aber nicht? Und woran machen Sie das ggf. fest?

                  Lidl hat 170.000 Mitarbeiter und Millionen von Kunden. Amazon beschäftigt 341.000 Menschen und hat eine unbekannte Kundenzahl. Die wären sicher alle froh, wenn diese Unternehmen vom Markt verschwinden. Es ist das eine, bestimmte Produkte, Leistungen oder Handlungsweisen abzulehnen. Eine ganz andere Geschichte ist es, sich für Nichtsleister im Leben einzusetzen und deren Bedeutung herauszustreichen, die Lebensleistung von herausragenden Persönlichkeiten aber nicht zu würdigen.

                  • Rauschi 3. Juni 2017, 18:04

                    Aussage: Die Löhne im Pflegebereich sind niedrig, die Arbeitsbedingungen schwer. Ihre Aussage: der Staat verhindert, dass Private die Löhne weiter drücken. Verstehe ich das falsch oder was meinten Sie damit?

                    Was ich meinte steht oben:
                    [Es geht dabei um Regelsetzung, die entweder über einen Mindestlohn gehen, oder indem Leistungen angeboten werden, an welchen sich andere Anbieter orientieren können, aber nicht müssen.]
                    Das ist so weit weg von „ohne Staat wäre alles schlimmer“, das ich echt meine Gedanken arg verbiegen muss, um dahin zu kommen. Sind Sie der Meinung, die Privaten Anbieter sollten die Löhne drücken können, um damit Rendite zu erzielen, weil ja ein Unternehmen an sich schon das beste auf der Welt ist? Die Arbeitsplätze nicht zu vergessen, wo wäre die Menschheit ohne Arbeitsplätze? So in der Art: Arbeit macht frei, schwebt Ihnen das vor?

                    Ist Ihre Behauptung nun, dass Unternehmer weniger Verantwortung tragen als Politiker / Beamte? Oder das gar der Staat eigenverantwortlich handelt, Unternehmer aber nicht? Und woran machen Sie das ggf. fest?
                    Da „der Staat“ kein eigenes Wesen ist, kann er keine Eigenverantwortung haben. Der Unternehmer handelt im Sinne seines Gewinnes, wenn Ihnen das als Verantwortung reicht, dann ist ja gut.

                    Lidl hat 170.000 Mitarbeiter und Millionen von Kunden. Amazon beschäftigt 341.000 Menschen und hat eine unbekannte Kundenzahl.
                    Nur kurz zu Amazon:
                    [Amazon nimmt höhere Gebühren als andere Anbieter (etwa eBay) und setzt Verkäufer, die ihre Waren zugleich auf anderen Portalen günstiger anbieten, unter Druck und droht mit Entzug der Berechtigung zum Verkauf bei Amazon, wenn nicht trotz der höheren Gebühren der gleiche Endpreis angeboten wird.
                    Amazon setzte eine Verkaufsbehinderung als Druckmittel gegen Verlage ein. Wer den Forderungen nicht nachkommt, dessen Bücher werden später ausgeliefert, obwohl die jeweiligen Titel problemlos vorrätig wären.]
                    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Amazon.com#Kritik_an_Arbeitsbedingungen

                    die Lebensleistung von herausragenden Persönlichkeiten aber nicht zu würdigen.
                    Was genau heisst herausragend, war Hilter nicht auch so einer? Nein, warum sollte ich diese Leistung würdigen, glücklicherweise kann mich niemand dazu nötigen. Es gibt auch sicher eine Menge anständiger Unternehmer, aber nur Unternehmer zu sein, das nötigt mir keinen Respekt ab. Erst wenn die Leistungen und Produkte zum Wohle der meisten und der Umwelt sind, dann erweise ich dem Unternehmen Respekt, indem ich die Waren oder Dienstleistungen kaufe.

                    Eine ganz andere Geschichte ist es, sich für Nichtsleister im Leben einzusetzen und deren Bedeutung herauszustreichen
                    Was sind Nichtleister, Kinder und Alte, die ja tatsächlich materiell nichts leisten?
                    Ich wurde mal als „Nichtstörer öffentlicher Ordnung“ bezeichnet, geht das in die Richtung?

                    Gruss Rauschi

      • Jens 2. Juni 2017, 12:15

        Genauso verhält es sich beim Geschimpfe über befristete Arbeitsverhältnisse.

        Ich weiß nicht ob ich mich angesprochen fühlen soll? Bei der Leiharbeit stört mich „nur“ das equal pay nicht gesetztlich verankert wurde.

        So ist Leiharbeit nicht nur flexibler, so ist sie auch noch günstiger. Warum sollte den nun ein Unternehmer überhaupt noch fest anstellen? Das lohnt sich jetzt doch nur noch bei Angestellten, die über besonders rare Qualifikationen verfügen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Leiharbeiter von knapp 400.000 in 2005 auf eine Million in 2017 angewachsen ist. Bei equal pay, wäre sie für den Unternehmer teurer (da das Leiharbeitsunternehmen ja auch noch verdienen will) und er müßte Flexibität gegen Kosten abwägen. So hätte er bei guter Geschäftslage eine Motivation die Leiharbeiter zu übernehmen, um Kosten zu sparen. Ohne equal pay ist Leiharbeit nur ein Synonym für Lohndumping und Schwächung der Gewerkschaften.

        https://www.querschuesse.de/deutschland-leiharbeiter-medianer-bruttolohn-und-mehr/

        Werkverträge und Kapovaz sind da noch nicht mit drin.

        Das unser Wachstum seit 2009 (seit der Krise) nahezu ausschließlich vom Export getrieben ist, sollte der Vergleich der von Ihnen verwendeten Zahlen von Destatis zum Außenhandel mit den insgesamt geleisteten Arbeitstunden (Ameco), ja gezeigt haben. Oder gibt es da noch Widerspruch von ihrer Seite Herr Pietsch?

        Hier noch ein Chart, der die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze diverser EU – Länder zeigt.

        https://www.querschuesse.de/eurozone-einzelhandelsumsaetze-september-2016/

        Der Einzelhandel (inklusive Internethandel) trägt so gut wie nichts zu unserem Wachstum bei. Frankreich kriegt zunehmend Probleme, da es bislang noch nicht, so wie viele andere Länder des Südens, seine Löhne gesenkt hat.

        Hier noch ein Beispiel, dass das produzierende Gewerbe von Deutschland und Italien vergleicht. Man sieht deutlich, was Deutschland gewinnt, fehlt zu einem gewissen Teil Italien.

        https://www.querschuesse.de/deutschland-einsam-aber-mit-ueberschuss/
        (ewtas runter scrollen)

        Ich habe mir von Desatis die Exporte und Importe von Deutschland nach und von Frankreich geholt, nach den Hartz4 Reformen (2005) haben die Exportüberschüsse, nach Frankreich zugenommen (Kurze Unterbrechung in der Krise).

        Das ist auch alles nicht verwunderlich. In einer Währungsunion OHNE Ausgleichszahlungen, wird, dass auch immer so sein, wenn NUR ein Land/Region seine Löhne in Bezug zur Produktivität senkt.

        Deswegen ist ihr Vergleich von Deutschand mit den USA/UK etc. auch ziemlich nichtssagend, da man Äpfel mit Birnen vergleicht, da könnte man auch Bremen und Bayern mit den USA vergleichen.

        Was Deutschland angeblich „richtig“ gemacht hat, zerstört letztlich die EWU, der Hebel dazu ist der Euro. Was Deutschland für sich angeblich „richtig“ gemacht ging auf Kosten der anderen Länder der EWU. Und es war auch nur deshalb so erfolgreich, weil Deutschland nun mit vielen Schwachwährungsländern in einer Währung im gleichen Boot sitzt. Ansonsten wäre unsere Währung schon längst massiv aufgewertet worden und der Spuk Exportweltmeister vor China, wäre schon längst vorbei.

        Wie gesagt, der entscheidende Punkt beim Euro ist „OHNE Ausgleichszahlung“. Ohne Ausgleichszahlungen wäre uns auch die gute alte BRD zu DM Zeiten um die Ohren geflogen, da Länder wie Bremen, niemals den Lebensstandard hätten haben können ohne die Gelder von den wohlhabenderen Bundesländern.

        Der makabere Gag für mich ist, dass ausgerechnet die EU feindliche AFD den Euroaustritt will, aber aus den völlig falschen Gründen. Würde der Euro jetzt platzen, wäre Deutschland der große Verlierer. Außer dass diverse Bürgschaften für Griechenland fällig würden, würde unsere neue Währung massiv aufwerten und auf einen Schlag wüßten wir gar nicht mehr wohin mit den ganzen Autos. Dann würde auch ein Herr Gabriel merken, der meinte Deutschland exportiere so viel wegen der guten Qualität seiner Waren, dass es außer Qualität auch noch den Preis gibt, der nicht unerheblich bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielt. Wenn sie dann ihren Vergleich anstellen, würden sie merken, dass Deutschland vielleicht doch nicht so viel richtig gemacht hat, indem es seine Volkswirtschaft komplett auf Export gebürtstet hat dafür den Binnenmarkt hat erodieren lassen.

        Wenn Sie eine universelle Theorie aufstellen wollen, müssen sie schon die Außenhandelsbilanzen mit berücksichtigen, sonst wird das Bild schief. Eine universelle Theorie die nur funktioniert, wenn man sein Außenhandelsbilanz verbessert kann nicht universell sein.

        Jeder möge sich die Entwicklung der deutschen Außenhandelsbilanz seit 1950 anschauen.

        https://www.querschuesse.de/deutschland-aussenhandel-september-2016/
        (ziemlich weit runterscrollen)
        und sich fragen, wie das möglich sein kann OHNE Aufwertung?

        2005 hatte diese ein Allzeithoch und ist seitdem von 2005 bis 2017 immer weiter angestiegen!!!

        Irgendwas muss passiert sein, was könnte das nur sein?

        Gruß Jens

        • In Dubio 2. Juni 2017, 14:31

          Ich weiß nicht ob ich mich angesprochen fühlen soll?

          Nö. Nehmen wir mittleres Management, Controller oder Buchhalter. So jemand kostet bei durchschnittlicher Qualifikation und unterdurchschnittlichem Lebenslauf im Katalog von Michael Page rund 60-90 € Stundensatz. Mit Überstunden, die in diesem Bereich im Fixum enthalten sind, kommt man bei so einem Leiharbeiter leicht auf einen Monatsbetrag von 15.000 €. Beschäftigt man die Person in Festanstellung, Bedeutet dies ein Fixum von so 5.000€, zuzüglich Sozialabgaben und Sozialleistungen kommen wir dann auf ein Monatsentgelt von 6.500€. Das ist schon bedeutend weniger als der Zeitarbeiter. Wenn Unternehmen dennoch auf dieses Instrument zurückgreifen, so hat dies Gründe. Die Frage ist was sie bereit wären zu tun, um Unternehmen eine Festanstellung attraktiver zu machen. Ihre Antwort: dann verbietet doch einfach die Zeitarbeit oder verteuert sie, was auf das Gleiche hinausläuft.

          Ihre Ausgangsthese war, dass der Abbau der Arbeitslosigkeit vom Exportüberschuss getrieben wurde. Sieht man sich, wie ich dargestellt habe, den nominalen Überschuss an, so ist erkennbar, dass es im relevanten Zeitraum praktisch keine Veränderung gegeben hat. Nun führen Sie den Aspekt der geleisteten Stunden ein. Dann reduziert sich das Argument auf eine Verteilungsfrage. Es stürzt aber nicht ihre Behauptung des Lohndumpings.

          Vor 20 Jahren nicht nur Feministinnen für die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Erwerbsleben. Bis heute zielt der politischen Streit auch auf die Frage, wie die Hausarbeit geteilt wird. Wenn Sie jedoch Erwerbsarbeit und Hausarbeit berücksichtigen, so kommen Sie zwangsläufig zu dem Schluss, dass die Arbeitszeit pro Kopf zurück gehen muss.

          Auf ihr Steckenpferd möchte ich an dieser Stelle nicht im Detail eingehen. Es empfiehlt sich jedoch, manchmal die makroökonomische Ebene zu verlassen und sich in die Mikroökonomie oder gar Betriebswirtschaft zu begeben. Dann wird einiges klarer. Sie haben selbst die Autoindustrie ins Spiel gebracht. Dann betrachten Sie sich doch bitte mal die Umsätze von BMW oder Porsche in den USA/China und setzen Sie diese in Relation zu denen von Renault/Nissan. Sie behaupten, dass die bestens zahlenden Automobilhersteller die französischen Billigkonkurrenten nieder konkurriert hätten? Und das bei Lohnkosten, die im unteren Prozentbereich liegen? Nicht wirklich, oder?

          Zweifellos ist das ein schönes Thema und ich bin vorsichtig, mich nicht um wesentliche Argumente für einen Artikel zu bringen.

          • Logos 4. Juni 2017, 20:00

            Das Beispiel eines Leiharbieter als Controller für 15.000 € pro Monat ist entweder ein an den Haaren herbeigezogenes, völlig atypische Einzelbeispiel oder direkt kompletter Nonsens: Ausgerechnet in einem derart sensiblen Bereich wie Controlling einen Leiharbeiter einzustellen, erscheint als Beispiel völlig abwegig.
            Mit der typischen Lebenswirklichkeit von Leiharbeit hat das nichts zu tun.
            Womit sich die Frage stellt: warum bemüht Pietsch solch ein hanebüchenes Konstrukt? Weil die harten Fakten seine obskuren Thesen nicht hergeben!

            Es empfiehlt sich jedoch, manchmal die makroökonomische Ebene zu verlassen und sich in die Mikroökonomie oder gar Betriebswirtschaft zu begeben.
            Manchmal? Neoliberale heben doch stets auf betriebswirtschaftliche Sichtweisen ab, weil die den Unterschied zur Volkswirtschaft nicht begriffen haben oder nicht begreifen wollen.

  • Rauschi 4. Juni 2017, 10:14

    Nö. Nehmen wir mittleres Management, Controller oder Buchhalter. So jemand kostet bei durchschnittlicher Qualifikation und unterdurchschnittlichem Lebenslauf im Katalog von Michael Page rund 60-90 € Stundensatz.
    Echt, es gibt Unternehmen, die so heikle Dinge wie Controlling von Leiharbeitern erledigen lassen? Und das soll ein auch nur nennenswerter Teil der Leiharbeiter sein? Wollen Sie uns auf den Arm nehmen?
    Gerade wurde ein Gestz beschlossen, das dafür sorgen soll, das nach 9 Monaten zumindest das gleiche wie für die Stammbelegschaft gezahlt wird, ist das komplett an Ihnen vorbei gegangen!?
    [„Equal Pay“: Grundsätzlich gilt, dass Zeitarbeiter nach neun Monaten im selben Entleihbetrieb Anspruch auf den gleichen Lohn wie Stammbelegschaften haben. ]
    Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/hintergrund-leiharbeit-101~_origin-64dc2770-c5c7-4106-99b0-6f9478ff8a5a.html
    Nach Ihrer Aussage müssten die dann ja weniger bekommen, weil die vorher so fürstlich bezahlt wurden, dafür macht die Regierung ein Gesetz?
    Dann gibt es auch noch Werkverträge, da ist das HR gar nicht dabei, das geht über den Einkauf.

    Es empfiehlt sich jedoch, manchmal die makroökonomische Ebene zu verlassen und sich in die Mikroökonomie oder gar Betriebswirtschaft zu begeben.
    Es empfiehlt sich wofür? Um das grosse ganze zu verstehen? Weil ja alles nur die Summe der Einzelteile ist und Markro keine anderen Wirkmechanismen kennt als Micro?

    Zweifellos ist das ein schönes Thema und ich bin vorsichtig, mich nicht um wesentliche Argumente für einen Artikel zu bringen.
    Ist denn neuerdings ein Argument „verbrannt“, sobald es ausgesprochen wurde, darf also nie wieder genannt werden? Wie können Sie Sich sonst „um Argumente bringen“?

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 4. Juni 2017, 16:47

      Wissen Sie noch, worauf ich geantwortet hatte?

      Okay, Jens meinte, für Zeitarbeit sprächen die Kosten. Nur die Kosten, Rauschi, klar? Ob es nun um Controller, Putzkräfte oder Nasenbohrer geht, am Prinzip dürfte sich nichts ändern. Nur kenne ich die Preise im Bereich Finanzen etwas besser als für Logistik. Und das soll auch nicht weiterführen, es ging auch nicht um einen Gesamtüberblick über die Branche. Nur Kosten, Rauschi. Punkt.

      Es empfiehlt sich wofür?

      Um den konkreten Sachverhalt zu verstehen. Bitte, ich möchte nicht an jeder Stelle über die Weltläufe diskutieren. Wieder einen Punkt.

      Ist denn neuerdings ein Argument „verbrannt“, sobald es ausgesprochen wurde, darf also nie wieder genannt werden?

      Ich nehme mir Zeit, ein Thema zu entwickeln. Dazu gehört eine gewisse Statik und nach Möglichkeit Originalität. Beides ist schwerer zu erfüllen, wenn ich eine Argumentation schon breit ausgetreten habe. Sie können gerne Ihre Argumente sachfremd bringen – nur nehme ich mir dafür nicht die Zeit zur ausführlichen Reaktion.

      • Rauschi 5. Juni 2017, 09:08

        Wissen Sie noch, worauf ich geantwortet hatte?
        Okay, Jens meinte, für Zeitarbeit sprächen die Kosten.

        Exakt, er hat heschrieben:
        [So ist Leiharbeit nicht nur flexibler, so ist sie auch noch günstiger. ]
        Was Sie mit einem Nö. Nehmen wir mittleres Management, Controller oder Buchhalter. beantwortet haben. Wollten also Ihr Hirngespinst als Gegenbeipsiel für seine Aussage nehmen, passt da mal wieder die Antwort nicht zur Frage?

        Um den konkreten Sachverhalt zu verstehen.
        Welcher Sachverhalt, der für eine Makroökonomische Sicht wesentlich ist, lässt sich auf Betriebsebene besser verstehen? Die Politik kann ja fast nur die Makroebene ändern, was sollen dann solche Betrachtungen?

        Sie können gerne Ihre Argumente sachfremd bringen – nur nehme ich mir dafür nicht die Zeit zur ausführlichen Reaktion.
        Die nehmen Sie Sich auch nicht bei sachbezogener Argumentation, wo ist der Unterschied?

        Gruss Rauschi

        • In Dubio 5. Juni 2017, 10:20

          Sie lagen allein in diesem Thread zweimal mit relativen Werten daneben. Zum einen setzten Sie die Langzeitarbeitslosigkeit in Relation zur Gesamtzahl der Erwerbslosen gleich mit der Relation Gesamtzahl der Erwerbslosen zu Erwerbsfähigen und wunderten sich, dass man damit nicht ableiten könne, was ich im Artikel behauptet habe. Und dann zweitens diese Aussage:

          In der Krise werden Menschen arbeitslos, die Lohnquote sinkt also zwangsläufig [Falsch. Das ist keine mathematische Zwangsläufigkeit. Hier haben Sie die absolute Zahl „Entgelte der Arbeitnehmer“ verstanden, obwohl es sich um eine relative Zahl, nämlich der Arbeitnehmerentgelte in Bezug zum Volkseinkommen, handelte. Anders ist diese Aussage nicht erklärbar; d.V.]. (..) Es werden aber mehr Menschen eingestellt als vorher, sonst würde ja die Arbeitslosigkeit nicht sinken, egal, wie diese gemessen wird. Dann muss aber doch zwangsläufig die Lohnquote steigen, denn es kommt doch etwas dazu, auch wenn die wieder Eingestellten schlechter bezahlt werden.

          Sehen Sie jetzt den Quatsch? Sie meinten, dass allein dadurch, dass mehr Menschen Arbeitnehmerentgelte beziehen, die Lohnquote steigt. Sie begriffen auch hier nicht, dass wir nicht von einer absoluten Zahl („Arbeitnehmerentgelte“), sondern einer Relation sprachen. Auch hier gibt es keine andere Erklärung, wie Sie sonst auf die Aussage hätten kommen sollen. Mein Beispiel hat dies Ihnen vereinfacht vor Augen geführt, zur Erkenntnis hat es bei Ihnen jedoch nicht geführt. Nochmal: Sie meinten, weil etwas dazukäme, müsse die Lohnquote zwangsläufig steigen.

          Wenn aber statt dessen die Gewinnquote steigt, spricht da ja gegen Ihre These, die Menschen wären unproduktiver, mehr Gewinn bei einer sinkenden Produktivität, wie geht denn das? Wenn Sie Sich schon solche Mühe bei der Analyse gegeben haben, warum ist Ihnen der Widerspruch nicht aufgefallen?

          Sie hielten etwas für mathematisch nicht möglich, was ich Ihnen mit dem von Ihnen belächelten Beispiel sehr leicht bewiesen habe. Auch hier: Erkenntnis null.

          Es ist das eine etwas nicht zu wissen. Niemand weiß alles. Es ist auch nicht verwerflich, Probleme mit relativen Zahlen (Stoff der 5. und 6. Klasse) zu haben, obwohl bei einer Elektroingenieurin mehr als erstaunlich. Es ist aber eine menschliche Schwäche, zur Erkenntnis in die eigenen Schwächen nicht in der Lage zu sein und mit Ignoranz und wütenden Anwürfen zu reagieren.

          Wieso ist Leiharbeit ein Hirngespinst, wenn es nicht um Lageristen geht? Das Argument Ihrerseits ist doch, dass durch Leiharbeit reguläre Beschäftigung verdrängt würde. Meinen Sie denn ernsthaft, die Preisrelationen wären bei Lageristen andere als bei Controllern? Kein Problem, das kann ich Ihnen besorgen. Nur tauschen wir uns nun im 4. oder 5. Kommentar dazu aus. Sagen Sie doch einfach, ob Sie die Relation bezweifeln statt Sandwerfen zu spielen.

          Die Politik kann ja fast nur die Makroebene ändern, was sollen dann solche Betrachtungen?

          Unsinn. Die Politik greift meist auf der Mikroebene ein, egal ob es sich um Steuern, Kartellrechte oder Produktionsvorschriften handelt. By the way: an der Uni war die Makroökonomie etwas für Schmalspurfahrer, im Prinzip sehr einfach. Und damit lassen Sie uns bitte mal einen Punkt setzen, das führt zu nichts. Erst recht nicht, wenn Sie selbst mathematische Fehler nicht anerkennen wollen.

          • Rauschi 5. Juni 2017, 10:49

            Sie hielten etwas für mathematisch nicht möglich, was ich Ihnen mit dem von Ihnen belächelten Beispiel sehr leicht bewiesen habe. Auch hier: Erkenntnis null.
            Nein, genau das haben Sie nicht bewiesen. Das ich bei der Lohnqoute falsch lag, habe ich zugegeben, das Sie bei der Aussage, die Gewinnquote müsse steigen ,das zeigt Ihr Beispiel eben gerade nicht, daneben lagen, bislang nicht. Es sollte, abseits jeder Rechenart doch wohl klar sein, das ein Zusammenspiel >niedrigere Produktivität >erzeugt höhere Gewinnquote, sowas von abseits des kapitalsitischen System liegt, das es sogar Ihnen auffallen sollte.

            Dazu kann ich nur sagen:
            Es ist aber eine menschliche Schwäche, zur Erkenntnis in die eigenen Schwächen nicht in der Lage zu sein und mit Ignoranz und wütenden Anwürfen zu reagieren.

            Meinen Sie denn ernsthaft, die Preisrelationen wären bei Lageristen andere als bei Controllern?
            Na dann her damiot, ich warte schon gespannt auf die Darstellung, das Leiharbeiter das gleiche oder mehr kosten, das würde dann aber alles auf den Kopf stellen. Wie passt denn Ihre Aussage: [Wenn Unternehmen dennoch auf dieses Instrument zurückgreifen, so hat dies Gründe. Die Frage ist was sie bereit wären zu tun, um Unternehmen eine Festanstellung attraktiver zu machen.] dazu, es sollte sich doch immer rechnen, wenn die Leiharbeit teurer ist, oder nicht?

            By the way: an der Uni war die Makroökonomie etwas für Schmalspurfahrer, im Prinzip sehr einfach.
            Na das erklärt einiges, wenn Sie das so sehen. Was sagt das wohl über Sie aus, wenn nicht mal diese „einfachen“ Prinzipien begriffen wurden?

            Die Politik greift meist auf der Mikroebene ein, egal ob es sich um Steuern, Kartellrechte oder Produktionsvorschriften handelt.
            Ach, die gelten nicht für alle, also Makro, sondern nur für ein Unternehmen, also Mikro? Besser hätten Sie meine obige Aussage nicht belegen können, besten Dank.

            Nein, mir ist das jetzt echt viel zu persönlich beleidigend, ich verabschiede mich, Sie sind kein adäquater Disskusionspartner. Auf Ihre Aussagen werde ich nicht mehr eingehen, das hat keinen Zweck, ich werde nur noch Sachverhalte kommentieren.

            Bye Rauschi

            • In Dubio 5. Juni 2017, 11:00

              Gewinnquote müsse steigen

              Sie werden von mir nicht lesen, dass ich daraus ein mathematisches Faktum gemacht habe.

              Na dann her damit

              Nein, zuerst stellen Sie klar, ob Sie bezweifeln, dass es sich bei Lageristen oder anderen Geringbezahlten anders verhält. Sonst ist diese Darlegung ja nicht notwendig. Wenn ich Ihnen aber die Zahlen bringe, werden Sie ohne diese Festlegung sich neue Begründungen einfallen lassen.

              Die Mikroökonomie ist die Ebene der Subjekte. Steuern sind subjektgebunden. Der Bereich heißt allerdings Finanzwissenschaft.

              • Rauschi 5. Juni 2017, 11:37

                Sachantwort auf die Aussage: [Sie werden von mir nicht lesen, dass ich daraus ein mathematisches Faktum gemacht habe.]
                Zitat von Ihnen am 26.Mai 16:49
                [Ich: Wenn Sie also fordern, die Lohnquote sollte sinken, fordern Sie zwingend, das die Gewinnquote steigen soll
                Sie: Ich habe nichts gefordert, aber ja, das ist der Zusammenhang. Den kritisieren Sie politisch.]
                Eindeutig widerlegt, Punkt.

                • In Dubio 5. Juni 2017, 11:39

                  Der ökonomische Zusammenhang, Rauschi, der ökonomische. Nicht der mathematische. Etwas anderes können Sie daraus kaum lesen. Oder habe ich Begriffe wie „zwangsläufig“, „zwingend“ oder sonst irgendeinen mit eineindeutigem Anspruch genannt? Schon im Artikel mit Verweis auf die Studie der OECD wurde das so beschrieben. Auch die OECD sieht keinen mathematischen, sondern einen ökonomischen Zusammenhang.

                  Sie bezweifeln also nicht, dass bei Lageristen die Relationen von Lohn (Festanstellung) zu Preis des Leihbetriebes ähnlich ist wie bei Controllern? Warum wollen Sie dann von mir die diesbezüglichen Werte? Als Beschäftigungstherapie?

                  • Rauschi 5. Juni 2017, 12:19

                    Zitat:
                    [Es sollte, abseits jeder Rechenart doch wohl klar sein, das ein Zusammenspiel >niedrigere Produktivität >erzeugt höhere Gewinnquote, sowas von abseits des kapitalsitischen System liegt, das es sogar Ihnen auffallen sollte.]
                    Antwort:
                    [Der ökonomische Zusammenhang, Rauschi, der ökonomische. Nicht der mathematische.]
                    Ergo, die Ökonomie funktionniert abseits der Mathematik und abseits der eigenen kaptislischen Regeln.

                    Frage:
                    [Sie bezweifeln also nicht, dass bei Lageristen die Relationen von Lohn (Festanstellung) zu Preis des Leihbetriebes ähnlich ist wie bei Controllern? ]
                    Antwort:
                    [es (jemanden fest anzustellen) sollte sich doch immer rechnen, wenn die Leiharbeit teurer ist, oder nicht?]

                    Lesen, einfach lesen

                    • In Dubio 5. Juni 2017, 13:47

                      es (jemanden fest anzustellen) sollte sich doch immer rechnen, wenn die Leiharbeit teurer ist, oder nicht?

                      Gut. Dann lassen wir das doch so stehen. Das ist ein Statement, keine Einladung zur Debatte. Nur bietet dies weder einen Grund, einen Fakt als „Hirngespinst“ abzutun noch konkrete Daten einzufordern. Schließlich wollen Sie damit ohnehin nichts tun.

                      Gilt also die Aussage: Unternehmen bezahlen für einen Leiharbeiter mehr als für einen Festangestellten. Andere Gründe sind dafür maßgebend, dass Leiharbeit attraktiv ist. ?

                    • Logos 5. Juni 2017, 14:02

                      @Pietsch
                      es (jemanden fest anzustellen) sollte sich doch immer rechnen, wenn die Leiharbeit teurer ist, oder nicht?
                      Gut. Dann lassen wir das doch so stehen. Das ist ein Statement, …
                      Nein, Herr Pitsch, das ist kein Statement, sondern pure, zwingende Logik!

                      Nur bietet dies weder einen Grund, einen Fakt als „Hirngespinst“ abzutun noch konkrete Daten einzufordern.
                      Sie können ihr Hirngespinst als „Fakt“ verbrämen, so oft sie wollen, es wird ein Hirngespinst bleiben.
                      Jedes Hirngespinst, welches nicht belastbar belegt wird, bietet Grund genug, konkrete Belege einzufordern.

                      Gilt also die Aussage: Unternehmen bezahlen für einen Leiharbeiter mehr als für einen Festangestellten.
                      NEIN! Das ist in Frankreich so, in Deutschland im Regelfall nicht (s.u.)

                      Andere Gründe sind dafür maßgebend, dass Leiharbeit attraktiv ist. ?
                      Leiharbeit „attraktiv“? Für wen? Doch i.d.R. Unternehmen. Warum? Weil sie infolge mieser Bezahlung bzw. asozialen neoliberalen Lohndumpings oft billiger sind. Und hier der harte Beleg. Klar ist aber: für sie sind das unwillkommenne Fakten, die sie lieber ignorieren:

                      Festangestellt 3000-4000 Euro, Leiharbeiterin 2300-2600 Euro , mit Werkvertrag 1200-1300 Euro
                      SWR-Dokumentation zur Situation von Leiharbeitern z.B. bei Daimler von 2017
                      http://www.swr.de/betrifft/betrifft-harte-arbeit/-/id=98466/did=19103404/nid=98466/19euv75/index.html

              • Rauschi 5. Juni 2017, 14:00

                Oder habe ich Begriffe wie „zwangsläufig“, „zwingend“ oder sonst irgendeinen mit eineindeutigem Anspruch genannt?
                Ein Zusammenhang kann auch rein zufällig auftreten? Und soll dann als Aussage zu allen anderen Ländern dienen?
                Zitat In Dubio 26. Mai 19:03:
                [Rechnen wir: das Volkseinkommen ist auf 108 GE = ME gestiegen. Die Lohnquote liegt wie zuvor bei 70%, die Gewinnquote bei 30%. Die Produktivität jedoch ist von 10 ME per Capita auf 9,8 ME per Capita gefallen.]
                Falsch, die Produktivität=Lohnstückkosten ist gleich geblieben, vorher 0,7 GE nachher 0,7 GE, also kein Unterschied. Nicht pro Kopf rechnen, sondern pro Stück.
                In einem Zeugnis würde ich schrieben: Er war stets redlich bemüht.

        • In Dubio 5. Juni 2017, 10:33

          Nachtrag: der Unterschied zwischen Mathematik und Ökonomie ist, dass das Erste Naturwissenschaft (Eineindeutigkeit der Ergebnisse) und das andere eine Sozialwissenschaft (Aussagen über Verhaltensweisen) ist. Woher kennen Sie die Produktivität eines Langzeitarbeitslosen? Gar nicht, Sie müssen Annahmen treffen und im Zweifel werden Sie niedriger schätzen. Denn wenn Sie zu hoch ins Regal greifen, bezahlen Sie einen Lohn, von dem Sie als Arbeitgeber nicht mehr herunterkommen, dass verbieten die arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Einen Lohn kann man immer erhöhen, aber nicht senken. Folglich werden Sie jemanden, dessen Können und Produktivität Sie nicht einschätzen können, zu Beginn sehr niedrig entlohnen. Das ist Verhaltenswissenschaft.

          • Logos 5. Juni 2017, 13:48

            Gewisse Neoliberale sind so himmelschreiend unintelligent und/oder ideologisch verblendet, dass sie nicht einmal merken, wenn sie sich selbst ins Knie schießen: Es waren doch sie, Herr Pitsch, der glaubte, seine kruden neoliberalen Absurditäten durch Mathematik „belegen“ zu können. Und nachdem ihnen von Rauschi diesbzgl der Fehler, den sie leugnen, nachgewiesen wurde, weisen sie auf den Unterschied von Mathematik und Ökonomie hin?
            Wunderschöner Schuss ins Knie!

            Woher kennen Sie die Produktivität eines Langzeitarbeitslosen? Gar nicht, Sie müssen Annahmen treffen und im Zweifel werden Sie niedriger schätz
            Zuvor haben sie durch die Formulierung per Tatsachenfestellung aber den täuschenden Eindruck erweckt, als ob ihre „Schätzung“ unzweifelbarer Fakt wäre.

            Mit Schätzungen aber bricht ihr im Ansatz verrissener Versuch, ihre neoliberalen Pseudoerkenntnisse durch Mathematik belegen zu können, wie ein Kartenhaus zusammen.
            Ich liebe es, wenn sich Neoliberale vor Bräsigkeit wiederholt ins eigene Knie schießen. Bitte mehr davon!

  • Logos 4. Juni 2017, 19:38

    Um der Wahrheit und der Menschen Willen darf folgende Propaganda nicht unwidersprochen stehen gelassen werden:

    Deutschland ist zur Joblokomotive geworden
    Diese neoliberale Propaganda sei mit folgenden harten Fakten konfrontiert:
    http://gegenblende.dgb.de/artikel/++co++a8206d0a-4479-11e7-8954-525400e5a74a

    Folgen des asozialen Neoliberalismus (leerzeichen entfernen):
    www. 3sat .de/page/?source=/ard/sendung/192887/index.html

  • Logos 5. Juni 2017, 13:33

    Auch wenn gewisse Neoliberale, die zwar von sich behaupten, Anhänger von Rüstow zu sein, de facto aber die zutiefst asoziale Variante eines Friedman vertreten, es vorziehen, konstruktive Vorschläge zur Herstellung von mehr sozialer Gerechtigkeit aufs Übelste zu diffamieren (Verfassungs- und Demokratieferne), so gibt wie harte Wirklichkeit jedoch meiner Darstellung Recht:

    3sat: Die Gesellschaft rückt auseinander – Warum immer weniger Menschen immer mehr besitzen
    http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/192887/index.html

    Tagesspiegel Die Neoliberalen fordern mehr Ungleichheit – und produzieren so mehr Ungerechtigkeit
    www. Tagesspiegel .de/politik/die-neoliberalen-fordern-mehr-ungleichheit-und-produzieren-so-mehr-ungerechtigkeit-gastkommentar/139104.html

    Aber das sind für die meisten Neoliberalen unerwünschte Fakten, vor denen sie sich lieber in Ignoranz flüchten.

  • Rauschi 5. Juni 2017, 14:25

    Frage:
    Gilt also die Aussage: Unternehmen bezahlen für einen Leiharbeiter mehr als für einen Festangestellten. Andere Gründe sind dafür maßgebend, dass Leiharbeit attraktiv ist. ?
    Anwort:
    [Für Großunternehmen lohnt sich Zeitarbeit schon wegen Wegfalls des Kündigungsschutzes und der oft teuren Abfindungen aus einem Sozialplan. Bei kleinen Unternehmen kann Zeitarbeit interessant sein, wenn ein Mitarbeiter mit Spezialkenntnissen nur für kurze Zeit benötigt wird oder bei einer weiteren Einstellung das Kündigungsschutzgesetz greifen würde.
    Gerade im Kleinunternehmen sollten Sie bei der Beschäftigung von Zeitarbeitern aber auch eventuelle Nachteile bedenken. Für den Zeitarbeiter kann es besonders schwer sein, in einem kleinen eingespielten Team Fuß zu fassen. Da Sie nicht sein Arbeitgeber sind und er nur auf Zeit im Betrieb ist, wird er nie richtig dazugehören. Auch für Ihre Stammmitarbeiter kann diese Situation schwierig sein und das Betriebsklima erheblich belasten. ]
    Quelle: https://www.lexware.de/artikel/mitarbeiter-einstellen-lohnt-sich-zeitarbeit-fuer-meinen-kleinbetrieb/
    Oder:
    [Leiharbeiter würden inzwischen nicht mehr eingesetzt, um Auftragsspitzen abzufangen, klagt Wilhelm Adamy, Arbeitsmarktexperte beim DGB, »sondern mehr und mehr, um die Lohnkosten zu drücken«. Nach seiner Berechnung verdienen Zeitarbeiter im Schnitt 40 bis 50 Prozent weniger als normal Beschäftigte. ]
    Quelle: http://www.zeit.de/2011/07/Leiharbeit/seite-2
    Passend dazu:
    [Zahl der Leiharbeiter steigt auf Höchststand
    Niemals waren so viele Menschen in Deutschland in Zeitarbeit beschäftigt. Sie verdienen deutlich weniger als Festangestellte. Vor allem zwei Branchen nutzen das System. ]
    Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-09/arbeitsmarkt-leiharbeit-zuwachs-deutschland
    Also permanente Spitzen, die abgefangen werden müssen, na denn. Schlechte Personalplanung, würde ich meinen. Sie meinen sicher, zu starrer Kündigungsschutz, da waren wir schon. Also gäbe es keine Befristung oder ähnliches.

    • In Dubio 5. Juni 2017, 14:55

      Vorbemerkung: mich interessiert an dieser Stelle höchst selten die Meinung eines Journalisten, sondern die des Forums. Was soll das, Rauschi?

      Jens meint zu Beginn, Leiharbeiter würden geringere Kosten verursachen. Dem hielt ich echte Beispiele entgegen, wo dies bezogen auf die direkten Kosten nicht zutreffend ist. Da mischten Sie sich ein und taten das als Hirngespinst ab, erklärten aber nicht warum. Im weiteren Verlauf forderten Sie konkrete andere Beispiele, konnten nun aber mehrmals auf Nachfrage nicht erklären, was Sie damit wollen. Stattdessen präsentierten Sie die Argumentation des DGB und dass Leiharbeiter schlechter vergütet würden als Festangestellte – was wiederum nichts mit den tatsächlichen Kosten des leihenden Unternehmens zu tun hat. An der Stelle fühle ich mich ein Stück weit veralbert. Zum letzten Mal, denn ich möchte mit meinem freien Tag noch etwas Sinnvolles anstellen: Worüber wollen Sie mit mir diskutieren, wenn Sie gar keine tatsächlichen Zahlen zu Jens‘ Behauptung möchten? Über Leiharbeit an sich? Nein, an dieser Stelle kein Bedarf. Über das Wetter? Schauen Sie in den Wetterbericht.

      😉

    • In Dubio 5. Juni 2017, 16:31

      Für Großunternehmen lohnt sich Zeitarbeit schon wegen Wegfalls des Kündigungsschutzes und der oft teuren Abfindungen aus einem Sozialplan.

      Das zeigt zweierlei: derjenige kann nicht rechnen und hat keine Ahnung vom Sozialrecht.

  • popper 5. Juni 2017, 22:43

    Wenn ich die Diskussionen hier verfolge und gelegentlich ökonomische Sachverhalte kommentiere, dann tue ich es aus einem akademischen Impetus heraus, und weniger, weil ich erwarte, dass Herr Pietsch sich davon beeindrucken und/oder gar überzeugen ließe. Trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, mit wie viel Engagement in der Sache gestritten wird. Was mich fassungslos macht, ist die Apodiktion mit der Argumente gegeneinander eingerammt werden, deren Grundüberzeugungen aber oft jeder wissenschaftstheoretischen Vorgehensweise spotten. Herr Pietsch beruft sich auf Empirie, andere auf Falsifikation.

    Beides ist nicht mehr als nebulöses Geraume. Denn was ist Empirie ohne theoretische Substanz. Pietsch kann (oder will) nicht begreifen, dass wie auch immer gemessene Zahlen davon beeinflusst sind, mit welchem Denkmuster an ihre so genannte „Wahrheit“ herangegangen wird. Insoweit konnte und wird Empirie nie darüber entscheiden, welche Theorie richtig oder falsch ist. So wie in früheren Zeiten der Sternforschung, wonach die Erde als Mittelpunkt gesehen wurde, keine anderen Informationen zugrunde lagen, als der Erkenntnis, ihr zentraler Bezugspunkt sei die Sonne. Nicht die Datenlage machte den Unterschied, sondern die Denkweise, wie diese Daten zu interpretieren sind. Die Verhältnismäßigkeit von Raumpunkten der goezentrischen Wahrheit gilt ebenso für die heliozentrische Sichtweise. Letztere ist mathematisch nur einfacher zu beschreiben.

    Nicht anders ist es mit der Falsifikation von Theorien anhand unbestechlicher Daten. Denn diese nichts einfach nur ein methodologischer Irrtum. Denn sie beantwortet eben nicht die Frage, wie man Daten interpretieren soll, insbesondere wenn man keine konsistente Theorieparat hat, wie diese Daten denn tatsächlich zu interpretieren sind.

    Wir leben im Zustand des platonschen Höhlengleichnisses und alle Bemühungen dieser Höhlenperspektive zu entkommen müssen scheitern. Wem das zu philosophisch ist, möge sich darüber mockieren, helfen wird es ihm nicht.

    Man darf Ökonomie für eine Wissenschaft halten, müsste aber dann auch beweisen können, ob seine Analysen einer ökonomischen Theorie entstammen oder nur heiße Luft sind. Unser Wissen ist Vermutungswissen. Die Ökonomie des Mainstream, die es bis heute nicht geschafft hat eine klare theoretische Unterscheidung zwischen der realen und monetären Ebene hin zubekommen. Wer immer noch glaubt, weil es in Lehrbüchern der Ökonomie steht, die Steigerung der Produktivität sei gleichbedeutend mit einer Steigerung des Gewinns, bleibt einer ricardoschen Kornökonomie verhaftet, die davon fantasiert, Geld sei das Ergebnis von Produktivität. Unternehmen produzieren Waren. Geld ist das soziale Bindeglied des Kredits als Mittel zum Zweck. Auch zur Herstellung von Produktionsgüter bedarf es bezahlter Arbei. Wer weiter an Robinsonaden glauben will, sollte sich dann nicht wundern, wenn sich sein ökonomisches Weltbild in der Realität ökonomischer Gesetzesmäßigkeiten nicht wiederfindet. Da hilft auch kein masoretischer Eifer.

    • Rauschi 6. Juni 2017, 11:22

      Pietsch kann (oder will) nicht begreifen, dass wie auch immer gemessene Zahlen davon beeinflusst sind, mit welchem Denkmuster an ihre so genannte „Wahrheit“ herangegangen wird. Insoweit konnte und wird Empirie nie darüber entscheiden, welche Theorie richtig oder falsch ist.
      Es fängt, glaube ich, noch viel früher an, nämlich beim Menschenbild, das der jeweilige Teilnehmer vertritt. Selbst wenn die Zahlen unbestritten sind, wird die Therapieempfehlung immer aufgrund des vorherrschenden Menschenbildes verordnet, oder nicht?
      Herr Dueck hat das wunderbar erklärt, denn wenn ich das Menschenbild kenne, brauche ich manche Fragen gar nicht zu stellen, weil die Antwort sich aus diesem Bild fast zwangsläufig ergibt:
      Prof. Dr. Gunter Dueck Wertvorstellungen:
      https://www.youtube.com/watch?v=-_8aEl4NhKQ
      knapp 1 Stunde, die sich aber sehr lohnt
      Was er meint und wo ich zustimme, wir sollten uns als Gesellschaft klar werden ,welches Bild wir entwickeln wollen und wohin wir uns bewegen wollen. Daraus ergeben sich fast alle anderen Dinge, es muss nur einfach mal gemacht werden. Es bleibt also viel zu tun.

      Gruss Rauschi

    • Logos 7. Juni 2017, 10:05

      Hallo popper,
      und weniger, weil ich erwarte, dass Herr Pietsch sich davon beeindrucken und/oder gar überzeugen ließe.
      Da gehe ich sogar einen Schritt weiter: ich erwarte, dass Pietsch sich nicht überzeugen lässt. Weder durch Fakten noch durch noch so überzeugende Argumente. Beides bleibt bei verblendeten Ideologen fruchtlos. Aus bitterer Erfahrung. Dennoch sollte imo um der Wahrheit und unser Aller Willen pietsch Desinformation nicht unwidersprochen stehen gelassen werden.

      Der Diagnose, dass Pietsch Grundüberzeugungen aber oft jeder wissenschaftstheoretischen Vorgehensweise spotten ist, kann nicht berechtigt widersprochen werden. Gleiches aber auch für Andere, die sich auf Falsifikation berufen? Bitte werden Sie da mal konkret. Das interessiert mich brennend. Gerade mich als Maschinenbau-Ing unter dem Aspekt wissenschaftstheoretischer Vorgehensweise. Danke!

      So sehr ihrer vernichtenden Diagnose in Bezug auf Pietsch zuzustimmen ist, so sehr irritiert mich auf der anderen Seite ihre Darstellung, welche dem Relativismus Tür und Tor öffnet: nichts ist richtig oder falsch, sondern alles nur eine Frage des Denkmusters? Wenn dem so wäre, wäre jegliche Sachdiskussion, ja sogar jegliches Ringen und Wahrheit oder Erkenntnis, im Grunde sogar jegliche Naturwissenschaft, obsolet. Das ist eine Sichtweise, ein Denkmuster, die imo gerade das ungeheuer wichtige Ansinnen um Erkenntnisgewinn und Wahrheitsfindung konterkariert.

      Da halte ich es doch lieber mit Karl R. Popper, der das imo extrem wichtige Flasifikationskriterium einführte: eine Hypothese kann nicht endgültig als richtig bewiesen aber als falsch widerlegt werden.

      „Das Spiel der Wissenschaft hat grundsätzlich kein Ende: wer eines Tages beschließt, die wissenschaftlichen Sätze nicht weiter zu überprüfen, sondern sie etwa als endgültig verifiziert zu betrachten, der tritt aus dem Spiel aus“

      Aber auch, was Relativierungsversuche anbetrifft:

      „Während die Philosophen noch streiten, ob die Welt überhaupt existiert, geht um uns herum die Natur zugrunde“

      Gerade die Empirie hat das Denkmuster, die Erde wäre der Mittelpunkt, um die sich Sonne und Universum dreht, als falsch widerlegt. Und weitere Erkenntnisse um Gravitation und die Massenverhältnisse von Sonne und Planeten ebenso.

      Um mal in diesem Kontext konkret zu werden: Wenn neoliberale Dogmatik und deren Angebotstheorie per se die Steigerung des Beschäftigungsniveaus durch Lohnabsenkung postuliert und die harte Wirklichkeit zeigt in Griechenland, dass eine 30% Lohnsenkung zu drastischer Zunahme von Arbeitslosigkeit führt, dann ist die Angebotstheorie in ihrer aktuellen Form widerlegt. Punktum. Theoretisch wäre sie zu retten, wenn sie um irgendwelche Zusatzkriterien ergänzt würde. Das ändert aber nichts daran, dass die derzeitige Theorie mit ihrem Absolutsheitsanspruch widerlegt ist. Aber weder ist bei Neoliberalen eine Einsicht erkennbar, dass die Angebotstheorie mit ihrem undifferenzierten Absolutsheitsanspruch widerlegt ist, noch das Bemühen um Modifikation.

      Wenn Pietsch hier Thesen in der typisch neoliberalen Plumpheit als Fakten darstellt und seine eigene Datenlage steht im Widerspruch zu ebenjener, dann ist auch diese These ebenso falsifiziert.

      Die Ökonomie des Mainstream, also Neoliberalismus (nicht Ordo), ist schon von ihren Ansätzen, Paradigmen und Dogmen gar nicht in der Lage, klare theoretische Unterscheidung zwischen der realen und monetären Ebene hin zubekommen. Hayek beispielsweise hat sich kategorisch dagegen ausgesprochen, dass seine Theorien empirisch überprüfbar oder gar falsifizierter wäre. Eine Beschäftigung mit der Wirklichkeit in Sinne einer kritisch-funadamentalen Hinterfragung neoliberaler Dogmen ist seitens neoliberaler Wasserträger nicht nur unerwünscht, sondern wird abgelehnt.

  • popper 8. Juni 2017, 11:06

    …Der Diagnose, dass Pietsch Grundüberzeugungen aber oft jeder wissenschaftstheoretischen Vorgehensweise spotten ist, kann nicht berechtigt widersprochen werden. Gleiches aber auch für Andere, die sich auf Falsifikation berufen? Bitte werden Sie da mal konkret…

    Dazu möchte ich antworten, dass die poppersche Falsifikation ein erkenntnistheoretisches Abgrenzungskriterium ist, das wissenschaftliche von metaphysischen Erklärungssystemen zu unterscheiden sucht. Jedoch keinesfalls ein erkenntnistheoretisches Wahrheitskriterium, aus dem sich Theorien als richtig oder falsch ableiten lassen. Es handelt sich vielmehr um die Feststellung, dass die abschließende Bestätigung einer Theorie logisch unmöglich ist, weil selbst aus endlos-empirisch gewonnenen Erfahrungssätzen sich allgemeine Theoriegesetze nur induktiv schlussfolgern lassen.

    Die methodologische Antithese, auf die ich mich weiter oben bezogen habe finden Sie in Paul Feyerabends “Wider den Methodenzwang” (Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Frankfurt am Main 1986). Feyerabend war ja bekanntlich ein Schüler von Popper und kannte seine “Logik der Forschung” aus unzähligen Seminaren, Gesprächen und Diskussionen. Er hatte ein sehr enges Verhältnis zu Popper und wurde von Popper gefördert. Feyerabend war auch der Übersetzer von „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“. Heute muss allerdings konzediert werden, dass Poppers Falsifikationsprinzip an seinen eigenen Forderungen scheitert, somit längst falsifiziert ist, da Wissenschaft nicht danach verfahren kann, wenn sie sich nicht selbst abschaffen will. Nach Feyerabend sind es oft die kontrainduktiven Wege, die zum Ziel führen, indem man die scheinbar schwächere Position stützt. Ob man hieraus folgern kann, dass der Alleinvertretungsanspruch der Wissenschaft nichts anderes ist als Ideologie, mag dahingestellt bleiben. Eine weitere gewagte These von Ihnen ist:

    …Wenn neoliberale Dogmatik und deren Angebotstheorie per se die Steigerung des Beschäftigungsniveaus durch Lohnabsenkung postuliert und die harte Wirklichkeit zeigt in Griechenland, dass eine 30% Lohnsenkung zu drastischer Zunahme von Arbeitslosigkeit führt, dann ist die Angebotstheorie in ihrer aktuellen Form widerlegt. Punktum…

    Um dann gleich das eigene Argument im nächsten Satz zu konterkarieren:

    Theoretisch wäre sie zu retten, wenn sie um irgendwelche Zusatzkriterien ergänzt würde. Das ändert aber nichts daran, dass die derzeitige Theorie mit ihrem Absolutsheitsanspruch widerlegt ist…

    Denn gerade die Falsifizierbarkeit einer Theorie wäre ja im popperschen Sinne der Nachweis ihrer Gültigkeit.

    …Gerade die Empirie hat das Denkmuster, die Erde wäre der Mittelpunkt, um die sich Sonne und Universum dreht, als falsch widerlegt…
    Welche Empirie meinen Sie? Hätte sich Galilei an die rationalen Vorgehensregeln gehalten hätte, wäre er niemals weitergekommen. Denn der faktische Augenschein sprach gegen ihn. Die Gegner Galileis argumentierten, dass bei einer bewegten Erde ein vom Turm fallender Stein eine gekrümmte Bahn beschreibe, was Galilei dadurch in Abrede stellen konnte, dass er auf die „relative Bewegung“ hinwies, die den Vorgang sichtbar macht. Da sich Erde und Turm gleichermaßen bewegen, kann der gekrümmte Fall des Steins nicht wahrgenommen werden.

    …Wenn Pietsch hier Thesen in der typisch neoliberalen Plumpheit als Fakten darstellt und seine eigene Datenlage steht im Widerspruch zu ebenjener, dann ist auch diese These ebenso falsifiziert…

    Das würde ich als Kurzschluss und im popperschen Sinne eine unzulässige Behauptung bezeichnen. Wenn die These falsifiziert ist, kann sie als Theorie doch gelten, denn wie ich weiter oben ausgeführt habe, ist das Falsifikationsprinzip kein erkenntnistheoretischer Nachweis für die Wahr- oder Falschheit einer Theorie, sondern Voraussetzung für ihre Gültigkeit. Ich kann Ihre Bemühungen durchaus verstehen, Herrn Pietsch Unredlichkeit nachzuweisen und das trifft sicher in vielen Fällen auch zu. Ist aber reines Kalkül. Dennoch würde ich Herrn Pietsch nicht als jemanden sehen wollen, der grundsätzlich inkonsistent argumentiert. Er weiß wovon er redet und er weiß, dass er oft mit Leuten diskutiert, denen es an Sachverstand mangelt. Dazu zähle ich Sie (Logos und Rauschi) ausdrücklich nicht. Das macht die Diskussion streckenweise auch spannend. Da „Pietsch“ sich als „Neoliberaler“ bezeichnet umgibt er sich mit einer Etikette, die einer Präzisierung bedürfte. Der Neoliberalismus ist nach meiner Überzeugung keine Wirtschaftstheorie per se, sondern eine Gesellschaftstheorie, die dem Kapitalismus eine Marktradikalität hinzufügt, die metaphysische Züge trägt. Dass die Neoklassik diesen Ansatz mit ökonometrischer Stochastik unterfüttert, beinhaltet ein fatales Zusammenwirken, die mehr schadet als nützt.

    Das sieht „Pietsch“ anders. Er glaubt an die herrschende Gleichgewichtstheorie, an die ordnende Kraft von Angebot und Nachfrage und den individualisierten Nutzen im wirtschaftlichen Handeln als Kräfte des Marktes. Da man mit Statistik fast alles beweisen kann, begibt sich Pietsch gerne auf dieses Feld der Meinungsmache, weil er auch hier weiß, dass Zahlen beeindrucken. Aber Zahlen sind eben keine Fakten, sondern selbstreferenzielle mathematische Figurationen und zunächst ohne Aussagekraft. Der Streit mit ihm bewegt sich immer entlang der Frage, welche Theorie zu gelten hat.

    Sobald man sich mit ihm auf die neoklassische Argumentationsstruktur einlässt, d.h. aus dieser heraus zu argumentieren beginnt, ist man gefangen in einem Glasperlenspiel, das wie ein Spinnennetz wirkt in dem man sich nur verheddern kann. Wechselt man auf die makroökonomische Ebene, verweigert „Pietsch“ jede Form des Mitdenkens und behauptet alles sei das Aneinanderreihen mikroökonomischer Strukturelemente und somit völlig ausreichend. Er negiert in fast kindischer Weise kategoriale Grundsätze oder im weitesten Sinne Grundprinzipien der Mengenlehre. Ich glaube deshalb nicht, dass ein sachlicher Diskurs entstehen kann, der um das bessere Argument streitet oder auf konziliante Weise einen Erkenntnisgewinn anstrebt, der sinnstiftend wirkt. Wird dieser sich zu verfestigen drohende Widerspruch nicht aufgelöst, ist ein fruchtbare Diskussion nicht mehr möglich.

    …Eine Beschäftigung mit der Wirklichkeit in Sinne einer kritisch-funadamentalen Hinterfragung neoliberaler Dogmen ist seitens neoliberaler Wasserträger nicht nur unerwünscht, sondern wird abgelehnt…

    Das mag aus Ihrer Sicht sich so darstellen. Zu bedenken ist aber auch, dass auch Neoliberale Teil dieser Wirklichkeit sind. Gelegentlich merken auch Verfechter der Marktideologie, dass ihr Paradigma enorme Defizite aufweist. Aber es ist schwer, sich von einer Denkweise zu verabschieden, die Grundlage der eigenen Lebensphilosophie ist. Und „Pietsch“ ist nun wirklich ein kleiner Fisch im Teich der Ideologen. Hier im Blog oder in seiner Firma mag er reüssieren. Auf der Ebene der relevanten „tektonischen“ Verschiebungen ist sein Wirken unbeachtlich. Deshalb ist bei allem Eifer in und neben der Sache jedenfalls ein gerütteltes Maß an Gelassenheit meistens die bessere Wahl.

    • popper 8. Juni 2017, 11:13

      Zur besseren Zuordnung hier die Wiederholung:

      …Gerade die Empirie hat das Denkmuster, die Erde wäre der Mittelpunkt, um die sich Sonne und Universum dreht, als falsch widerlegt…

      Welche Empirie meinen Sie? Hätte sich Galilei an die rationalen Vorgehensregeln gehalten, wäre er niemals weitergekommen. Denn der faktische Augenschein sprach gegen ihn. Die Gegner Galileis argumentierten, dass bei einer bewegten Erde ein vom Turm fallender Stein eine gekrümmte Bahn beschreibe, was Galilei dadurch in Abrede stellen konnte, dass er auf die „relative Bewegung“ hinwies, die den Vorgang sichtbar macht. Da sich Erde und Turm gleichermaßen bewegen, kann der gekrümmte Fall des Steins nicht wahrgenommen werden.

    • Rauschi 13. Juni 2017, 06:49

      Der Streit mit ihm bewegt sich immer entlang der Frage, welche Theorie zu gelten hat.
      Nein, das sehe ich anders, den er hat theoretische Überlegungen ja meist abgebügelt und nicht gelten lassen. Rein logische Schlussfolgerung waren für ebenso irrelevant, wie der Sinn von Regeln und ob diese das angestrebte Ziel erreichen können.

      Gelegentlich merken auch Verfechter der Marktideologie, dass ihr Paradigma enorme Defizite aufweist. Aber es ist schwer, sich von einer Denkweise zu verabschieden, die Grundlage der eigenen Lebensphilosophie ist.
      Da gehe ich vollkommen da ‚Cord. Die eigene Lebensphilosophie oder auch mein Ausdruck, das eigene Menschenbild, das sind die prägenden Elemente für eine Haltung oder Meinung zu einem Sachverhalt.
      Ich hatte mal einen Lieblingsspruch: „Wahrnehmung formt Realität“, dafür habe ich aber soviel Kontra bekommen, das ich ihn nur noch selten sage. Von der Gültigkeit bin ich immer noch überzeugt.

      Gruss Rauschi

  • popper 14. Juni 2017, 10:45

    @Rauschi

    vielleicht hilft Ihnen ein Ausschnitt aus: Watzlawick, Weakland, Fisch 1974, um das Phänomen Besserwissers leichter zu ertragen:

    „Die dritte Form des Utopie-Syndroms könnte projektiv genannt werden. Der von ihr Befallene wähnt sich im Besitz der Wahrheit und damit nicht nur des Schlüssels, sondern auch der moralischen Verpflichtung zur Beseitigung alles Übels der Welt. In der Annahme, daß die Wahrheit, wenn sie nur klar und laut genug verkündet wird, alle Menschen guten Willens überzeugen muß, wird er zunächst missionarische Wege beschreiten. Führt dies aber nicht zum erwarteten Erfolg, so liegt die Schuld bei denen, die verstockt sind und sich der Wahrheit gegenüber verschließen. Denn daß seine Wahrheit die Wahrheit schlechthin ist, daran hat der utopische Weltverbesserer keinerlei Zweifel. Damit aber steht der Verteufelung «der anderen» nichts mehr im Wege, und daß in Extremfällen ihre Ausrottung nicht nur wünschenswert, sondern zur Beglückung der Menschheit einfach notwendig ist, ergibt sich dann fast zwanglos. Auf jeden Fall aber ist es klar, daß die Schuld am Nichterreichen der Utopie nicht in, sondern außer ihm zu suchen ist. Wenn also sein Leben nicht jener Zustand ekstatischen Staunens, wenn universelle Liebe aller für alle noch nicht erreicht ist, wenn sein Alltag grau und seine Erfolge mittelmäßig sind, so ist dies, weil die elterlichen und gesellschaftlichen Regeln und Einschränkungen ihn zum Krüppel gemacht haben und ihm jenes Mindestmaß an Freiheit verweigern, das er zur Erfüllung seiner selbst und zur Verbesserung der Welt braucht.“

    • Rauschi 14. Juni 2017, 17:18

      @popper
      In der Annahme, daß die Wahrheit, wenn sie nur klar und laut genug verkündet wird, alle Menschen guten Willens überzeugen muß, wird er zunächst missionarische Wege beschreiten. Führt dies aber nicht zum erwarteten Erfolg, so liegt die Schuld bei denen, die verstockt sind und sich der Wahrheit gegenüber verschließen.
      Beim lesen dieser Sätze habe ich schon geschluckt. Gilt das denn nicht auch im weitesten Sinne für uns (Sie, Logos und mich)? Wenn nein, was grenzt uns ab? Ich hoffe jedenfalls, das ich nicht zu missionarisch rüber komme, das ist nicht meine Absicht.
      Vor allem scheint es so zu sein, das man sich das Menschenbild nicht aussuchen und dementsprechend schwer verändern kann. So jedenfalls habe ich die folgenden Sätze verstanden:
      [Für Bourdieu ist der Habitus, über den jeder Mensch verfügt, die „Inkorporation des Sozialen in den Körper.“ Anders gesagt: Im Laufe unserer Sozialisation verinnerlichen wir Menschen quasi unsere Umwelt, also all das, was uns von außen prägt – was zu weitreichenden Rückkopplungen im Hinblick auf unser Verhalten führt ]
      Sehen Sie das anders? Ich für mich weiss, das ich mein Bild nicht verändern will, ob ich es könnte, ist eine andere Frage. Was meint der Fachmann?

      Gruss Rauschi

      • Logos 15. Juni 2017, 08:40

        Beim lesen dieser Sätze habe ich schon geschluckt. Gilt das denn nicht auch im weitesten Sinne für uns (Sie, Logos und mich)?
        Im allerersten Augenblick habe ich das ebenso gesehen. Aber der entscheidende Zugang ist:
        Denn daß seine Wahrheit die Wahrheit schlechthin ist, daran hat der utopische Weltverbesserer keinerlei Zweifel.
        DAS ist das Entscheidende. Diejenigen wähnen sich im Besitz sakrosankter Wahrheit. Ich hingegen bin mir bewußt, nur eine gewisse Stufe der Erkenntnis zu besitzen. Ich verfüge nicht über alle Informationen (wer tut das schon), und selbst wenn, dann heißt das ja nicht, dass aktuell gültige Sachverhalte auch in Zukunft korrekt sind.
        Im Gegenteil: es ist nun einmal Fakt, dass wir in Zeiten des Wandels leben. Deswegen muss Denjenigen, die Wahrheit noch und nur suchen, bewußt sein, dass Erkenntnis, die heute noch gültig war, morgen schon falsch sein kann.

        Das gilt selbst für wissenschaftliche Erkenntnis:
        „Die Wissenschaft von heute ist der Irrtum von morgen.“
        – Jakob von Üxküll

        Folglich ist unsere Erkenntnis nur Stückwerk.

        Popper, der Richtige, nicht der nick, hat das so ausgedrückt:
        Durch unser Wissen unterscheiden wir uns nur wenig, in unserer grenzenlosen Unwissenheit aber sind wir alle gleich.

        Sollte auch einer einst die vollendete Wahrheit finden, so wüßte er es doch nicht. Es ist alles durchsetzt von Vermutung.

        In 1.Korinther 13:9 heißt es:
        Denn unser Wissen ist Stückwerk …
        oder nach anderer Übersetzung
        Denn Stückwerk ist unser Erkennen …

        All dessen bin ich mir bewußt. Und das ultimative Argument, warum ich eben nicht zu ebenjenen utopische Weltverbesserern gehöre, ist die Tatsache, dass ich Argumenten gegenüber aufgeschlossen bin, mich von besseren Sachargumenten überzeugen lasse und ggf. meine Position ändere!

        Ideologisch Verblendete hingegen meinen, „absolute Wahrheit“ schon gefunden zu haben.
        Pietsch verweigert stur und uneinsichtig die Sachdisskussion, flüchtet aus der inhaltlichen Konfrontation durch seine ständige Torpfostenverschieberei und seine Strohmann-Pseudoargumente – und insbesondere ist Pietsch Sachargumenten oder gar Fakten nicht zugänglich, er lässt sich nicht eines Besseren belehren. Das ist augenscheinlich komplette Beratungsresistenz.

        Ich hingegen habe durch meine 180°-Kehre in meiner Position zu Atomkraft und dem BGE wie auch der 90°-Kehre zum Kapitalismus längst unter Beweis gestellt, dass ich mich von besseren Argumenten überzeugen lassen. Danach hatte Pietsch mich ja sogar gefragt, nachdem ich ihm vorwarf, dass ihm die Bereitschaft, sich überzeugen zu lassen, offensichtlich abgeht. Da gab er nur zurück, wie es denn diesbzgl bei mir aussähe. Nachdem er dann mit vorgenannten Sachverhalten konfrontiert wurde, kam von ihm nichts mehr. Wie immer.

        Im Grunde läuft Pietsch kategorische Weigerung, tatsächlich einmal im Sinne der Wahrheitssuche eine konstruktive Sachdiskussion aufzunehmen, sondern sich statt dessen in Torpfostenverschieberei zu flüchten, sobald er mit ihm nicht genehmen Sachverhalten, Argumenten und Fragen konfrontiert wird, auf eine argumentative Bankrotterklärung hinaus. Und das wiederum ist das indirekte und unfreiwillige Eingeständnis, wie schwach bzw. falsch seine Position ist.

        Im Gegensatz zu mir ist Pietsch von Poppers (dem Richtigen) Haltung Lichtjahre entfernt:

        Ich mag unrecht haben und Du magst recht haben; und wenn wir uns bemühen, dann können wir zusammen vielleicht der Wahrheit etwas näher kommen.

        In diesem Zusammenhang nochmals zu Deinem Glauben „Wahrnehmung formt Realität“.
        Ich denke ich weiß, was du meinst. Du verwendest nur die falschen, weil unpassenden Begriffe. Daher sollte hier zu Beginn eine Begriffsklärung stehen.
        Was ist Realität? Realität ist Wirklichkeit, also das, was tatsächlich ist: Objektive Fakten.

        Ich schätze, richtig ist es so:

        Menschen- und Weltbild (incl Ideologie und Sozialisation etc) bedingen die Wahrnehmung und diese unbewusst gedeutete/interpretierte Sicht der Dinge formt das, was wir subjektiv für wahr bzw. wirklich halten.

        Oder kürzer/prägnanter: Wahrnehmung formt das, was wir subjektiv für real halten.

        Würde Wahrnehmung die Realität tatsächlich formen, dann wäre das Leben ein Wunschkonzert und der Pippilangstrumpf-Slogan „ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“ kein infantiles Prinzip, sondern korrekt. Und ganz konkret: Würde Wahrnehmung wirklich die Realität formen, wäre die Erde tatsächlich doch eine flache Scheibe!

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