Ich lag falsch (1): Einführung

Ich habe in den vergangenen acht Jahren meiner Bloggerkarriere viele Positionen geräumt, von deren Richtigkeit ich einmal überzeugt war. Aber eine davon habe ich bislang noch nicht groß thematisiert, obwohl es wohl die ist, wo meine Kehrtwende am deutlichsten ist. Es geht natürlich um Feminismus, Gleichberechtigung, Gleichstellung, Maskulismus. Um Frauenquoten, geschlechtergerechte Sprache, um Kita-Plätze und biologische Grundbedingungen, um gläserne Decken und Rollenmodelle, um Gendertheorien und Gender-Pay-Gaps. Früher war ich der Überzeugung, dass der Feminismus von Übel ist, dass er Männer und Frauen spaltet und dass er sein Ziel grundsätzlich verfehlt. Und während ich mit Alice Schwarzer und Thea Dorn immer noch nichts anfangen kann, so musste ich doch mittlerweile einsehen, dass meine Vorstellungen davon ungefähr denen der konservativen Rednecks entsprachen, die den Vertretern der völligen Gleichberechtigung der Afroamerikaner die Spaltung der Gesellschaft vorwarfen. Ich lag falsch.

Um diesen Missstand zu beheben, möchte ich eine kleine Artikelserie starten, in der ich meine gewandelte Einstellung zu diesen Themen erklären, den Ursprung meiner gewandelten Meinung offenlegen und das ganze in eine kohärente Form gießen will. Mit folgenden Themen möchte ich mich dabei beschäftigen:

1) Rechtliche und soziale Randbedingungen

Rechtliche Gleichstellung heißt noch lange nicht, dass man auch im Alltag gleichberechtigt ist. Dieser Teil erklärt die Diskrepanz zwischen Gesetzesanspruch und Wirklichkeit. Meines Erachtens nach werden zudem soziale Faktoren für die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen oft übersehen. Mein Vorwurf an den politischen Feminismus, dass es sich letztlich um ein Elitenprojekt handle, spielt in diese Kategorie mit hinein.

2) Familienpolitik als Kernpunkt der Emanzipation

Mein Argument ist, dass das entscheidende Politikfeld für die Emanzipation beider Geschlechter, vor allem aber der Frauen, auf dem Gebiet der Familienpolitik liegt und nicht in Frauenquoten für Vorstände. Dieses Argument fußt direkt auf den im ersten Teil angesprochenen sozialen Problemen.

3) Mysoginie im Alltag

Die irrige Vorstellung, die Gleichstellung sei bereits im Wesentlichen erreicht – der ich auch angehangen habe – ist letztlich blind gegenüber den gesellschaftlichen Realitäten und konnte eigentlich nur aus dem Blickwinkel des männlichen Privilegs heraus entstehen. In diesem Teil soll deutlich gemacht werden, wo wir im Alltag Mysoginie erleben und wo Rollenbilder sich in der Gegenwart drastisch auswirken.

4) Genderkonstruktion und historische Grundlinien

Welche Rollenbilder haben wir und woher kommen sie eigentlich? Hatten sie eine Berechtigung, haben sie diese noch, und wer profitiert eigentlich davon? Welche Rolle spielt geschlechtergerechte Sprache?

Wie mein langsamer Abschied von der politischen Linken auch war diese Abwendung vom Maskulismus ein gradueller Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum vollzogen hat und vor allem mit Perspektivenwechseln zu tun hat. Normalerweise halte ich mein Privatleben aus diesem Blog heraus und erzähle keine langen und breiten Geschichten, um meine Punkte deutlich zu machen. Das überlasse ich Tom Friedman. Die persönliche Natur dieses Wechsels wird es mehr als sonst erforderlich machen, dass ich auf persönliche, weil prägende, Erfahrungen zurückgreife. Ich versuche es trotzdem auf ein Minimum zu beschränken. Trotzdem möchte ich versuchen deutlich zu machen, warum ich die Seiten gewechselt habe, ein Wechsel, der wegen meines langen Schweigens zu dem Thema für Stammleser abrupt erscheinen könnte. Er ist es nicht.

Der wesentliche, entscheidende Faktor, der zum Überdenken vorher liebgewonnener Positionen führte, waren meine Erfahrungen mit der Schwangerschaft meiner Frau und meinem Kind. Der Doppelstandard, der von der Gesellschaft konsequent angewendet wurde wenn es um die Frage ging, wer im beruflichen und privaten Bereich kürzer treten müsse, um das Wohl des Kindes zu gewährleisten, wurde unerträglich. Ich werde im dritten Teil der Serie noch genauer darauf eingehen. Meine Erfahrungen mit den Einschränkungen, denen Frauen aufgrund von Schwangerschaft und Mutterschaft ausgesetzt sind, brachte ein Weltbild ins Wanken und speist meinen Fokus auf der Familienpolitik als der zentralen Gleichstellungspolitik.

Trotzdem war mir der Feminismus selbst noch immer ein Buch mit Sieben Siegeln. Wie so viele andere empfand ich ihn als aggressiv, polarisierend, einseitig, abgehoben und schädlich. Zum Teil hat sich diese Einstellung auch nicht geändert, wie im zweiten Teil etwas näher ausgeführt wird. Der „klassische“ Feminismus gibt mir weiterhin nichts. Ich fand meinen Zugang an einem eher ungewöhnlichen Ort: auf Youtube. In meiner Fixiertheit auf einen Gegner, der seit den 1990er Jahren auch für einen großen Teil der Frauen selbst zunehmend irrelevant wird, übersah ich komplett eine neue Generation. Es ist der Feminismus von Laci Green, Anita Sarkeesian und Emma Watson. Er beschäftigt sich nicht mit Frauenquoten und luftigen Gendertheorien, sondern mit alltäglichen Herausforderungen, und er begreift Männer nicht als Gegner, sondern als Verbündete im Kampf um die Gleichberechtigung von Frauen.

Meine Motive sind dabei im Übrigen nicht selbstlos und edel. Das hier ist kein „Feed the World“-Konzert oder das Kleben von „Ein Herz für Kinder“-Aufklebern, um mich selbst danach besser zu fühlen. Ich lehne die klassischen Rollenbilder auch aus egoistischen Motiven ab: ich habe keine Lust auf die Rollenverteilung des alten Patriarchats. Ich möchte gerne mit meinem Kind auf den Spielplatz können, ohne als einziger Mann dort von den versammelten Müttern komisch angeschaut zu werden. Ich will nicht allein verantwortlich für die Versorgung der Familie sein. Ich will nicht der dominante und mächtige Teil einer Beziehung sein, nur weil meine Frau sich um Haushalt und Kind kümmerte und daher kein eigenes berufliches Standbein besitzt. Ich will in einer gleichberechtigten Beziehung leben, und ich habe keine Lust darauf, mir von der Gesellschaft vorschreiben zu lassen, wer die Wäsche macht, die Kleider näht, den Abwasch macht oder ein neues Auto kauft und es Samstags wäscht. Es ist Zeit, dass das Patriarchat endlich stirbt, um nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer zu befreien.

Ich hoffe, dass die Artikelserie einige interessante Diskussionen auslösen wird. Legen wir los.

{ 38 comments… add one }

  • Sebastian 25. September 2014, 13:11

    Meine volle Zustimmung.

    Ich würde Dich bei der Prämisse, Du hättest den Feminismus per se aus Privileg abgelehnt, vielleicht ein bischen entlasten: Naivität und Ahnungslosigkeit reichen ja schon :-) Wie Du schon sagst, braucht man ein kleines bischen Lebenserfahrung um sich eben in bestimmte Probleme anderer Menschen hineinzuversetzen. Vielleicht braucht man auch die Bescheidenheit eines gewissen Alters, um das einzusehen.

    Mit jedem Vater, der entschlossen hat, seine Kinder kennenzulernen, Zeit mit denen zu verbringen und als Bezugsperson der Mutter gleichberechtigt zu sein, der dafür Elternzeit genommen hat, oder mal verkürzt gearbeitet hat usw ändert sich langsam das Rollenbild. Wenn diese Väter Chefs werden, ist es eben kein Problem mehr, wenn Väter Elternzeit nehmen wollen, dann kann vielleicht auch der Arbeitstag um die Anforderungen von Eltern herumgeplant werden.

    Das geplante Elterngeld Plus geht da ja schon in die richtige Richtung. Es regt vielleicht mehr Eltern an, gemeinsam Teilzeit zu arbeiten, statt einer voll und einer gar nicht.

    • Stefan Sasse 25. September 2014, 13:15

      Ja, Naivität gehört sicher auch mit rein. Meine Güte sind mir viele meiner früheren Aussagen peinlich 😀

      Wollte eh auch noch mal ne Artikelserie machen „Warum ich kein Linker mehr bin“ 😀

  • RickRocktopus 25. September 2014, 13:51

    Habe ja schon auf Nerdstream Era erwähnt, dass ich einen ähnlichen Weg durchmachte (inklusive des Unverständnisses für klassischen Feminismus) . Hier nochmal: herzlichen Glückwunsch, vor allem dazu, dass du den Mumm hast, diese Veränderung in deinen Ansichten öffentlich zu machen und zu diskutieren. Vor allem der letzte Absatz zeigt hervorragend auf, wieso Gleichberechtigung uns alle angeht. Freue mich schon auf die nächsten Teile! :)

  • Satch 25. September 2014, 14:09

    Von mir auch: Volle Zustimmung! Die gleichen Porbleme machen meine Frau und ich gerade auch. Wobei ich sagen muss, dass ich meine Position nicht ändern musste 😉
    Allerdings beschäftigt mich (als Linken) an dem Thema doch eine Frage ganz besonders: Ist eine ernsthafte Gleichstellung unter heutigen wirtschaftlichen Bedingungen überhaupt vorstellbar?
    Ich zweifle da doch ein wenig. Es gibt schließlich wirtschaftliche Zwänge. Ein Unternehmen wird eben nicht auf seinen Mitarbeiter für ein halbes Jahr verzichten wollen, „nur“ weil der jetzt „Vater und Hausmann spielt“.
    Ich kann mir gleichberechtigte Partnerschaft (jedenfalls sobald Kinder im Spiel sind) überhaupt nur vorstellen, wenn beide Partner die Arbeitszeiten deutlich senken können. Denn einfach nur die Rollen zu vertauschen kann ja auch keine Lösung sein. Es geht eben darum, dass beiden Partnern dieser ominöse Spagat zwischen Beruf und Familie erst einmal ermöglicht wird. Dazu reicht bei Vollzeitstellen einfach die Zeit nicht.
    Und daran im kapitalistischen Wirtschaftssystem etwas realistisch zu ändern, ohne die Betroffenen in die Armut zu treiben, das ist m.E. nicht möglich. Da fehlen die realistischen Spielräume, auch für die Arbeitgeberseite. Die ist schließlich verpflichtet, Gewinne zu machen.

    PS: Die Alternative ist natürlich eine flächendeckende Kitabetreuung ab dem ersten Lebensjahr, und das bis abends um sieben. Da komme ich persönlich dann aber schon in den Bereich, in dem ich mich frage, warum ich denn jetzt Kinder bekommen habe, wenn ich die eh nur abends schnell zum Ins-Bett-Bringen sehe.

    • Stefan Sasse 25. September 2014, 16:43

      Ich denke, dass das im aktuellen Wirtschaftssystem machbar ist, ja. Wir brauchen keine Revolution. Was wir brauchen ist ein Umdenken und Wertewandel.

  • Blue 25. September 2014, 14:30

    Die Chance, dass Du deinen Kindern entfremdet wirst, liegt bei etwa 30%.

    Sollte der Fall eintreten, sprechen wir uns wieder…

    • Stefan Sasse 25. September 2014, 18:46

      Höh?

      • chrima 26. September 2014, 15:15

        Was @blue meinte: In dieser „patriarchalischen“ Gesellschaft ist die Chance, dass Dir erlaubt wird Euer gemeinsames Kind bis zum erreichen der Volljährigkeit „gleichberechtigt“ zu betreuen bei höchstens 70% liegt. (Meiner Einschätzung nach sogar eher bei 50%.)

        Die 30% Wahrscheinlichkeit, dass Dir als Vater das gemeinsame Kind genommen wird, Du es höchstens alle 14 Tage noch für 48 Stunden sehen darfst (auch nur wenn die Kindsmutter gutwillig ist), Du zwar für alles zahlen darfst (und damit in die Rolle des „Familienernährers“ gezwungen wirst) aber keinerlei Mitspracherecht in der Erziehung des Kindes hast und aus dem Alltag des Kindes (wenn nicht aus dessen Leben) gedrängt wirst, ist leider familienpolitsch gewollte Realität in dieser ach so patriarchalischen Gesellschaft.

        Mit der Familienpolitik hast Du Dir tatsächlich eines der wichtigstens Felder des Geschlechterkampfes gewählt.
        Wenn Du Dich erst genauer mit dieser Thematik auseinandersetzt hast wird es Dich nicht überraschen, dass es ausgerechnet Feminist(innen) sind, die sich extrem dafür engarien den augenblicklich bestehenden Status der Unrechtmäßigkeit (es gibt genug Urteile gegen das bestehende Familienunrecht der BRD, sei es durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, sei es durch das BVfG) aufrecht zu erhalten.

        Spätestens wenn es auch Dich erwischt, dann so meint @blue könnte man sich weiterunterhalten.

        Ich hoffe für Dich von einer derartigen Erfahrung verschont zu bleiben.

  • Robin 25. September 2014, 16:51

    Ich würde Sebastian zur Seite springen, wenn er deinen Sinneswandel auf Lebenserfahrung schiebt. Und es ist tatsächlich so, dass verschiedene Lebensphasen verschiedene Stufen der Diskriminierung bedeuten. In der Schule beispielsweise wird man als Mann bzw. Junge tendenziell diskriminiert, weil das Schulsystem Frauen bzw. Mädchen zu signifikant besseren Abschlüssen verhilft. Das setzt sich im Studium fort. Wenn man in diesem Alter ohne empfundenes Patriarchat den Feminismus als merkwürdigen Angriff auf einem abstrakten Schlachtfeld empfindet, dann ist das vielleicht kurz gedacht, aber naheliegend. Wenn dann die Felle erst so richtig verteilt werden ändert sich die Betroffenheit – und damit die Perspektive.

    Ich denke, dass Du mit deiner Debatte möglicherweise einen Zeitgeist beschreibst, obwohl oder gerade weil Du ihn persönlich begründest. Zumindest bin ich sehr gespannt auf die Artikelserie! Und obwohl ich deinem Tenor („He for She“, wenn ich das mal so zusammenfassen darf) beispringen will erwarte ich einige kontroverse Punkte.

  • Martin 26. September 2014, 12:42

    Bei der Verwendung von Begriffen wie „Feminismus“ und „Patriarchat“, die nicht zuvor im Text definiert worden, besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Streitgespräch entwickelt, bei der die Beteiligten oft die gleichen Positionen vertreten, dies jedoch nicht merken, weil sie unter demselben Begriff jeweils etwas anderes verstehen.

    Ich würde deswegen empfehlen im weiteren entweder eine Definition solcher Begriffe noch nachzureichen (gleich vorweg: es gibt, gerade ich gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, nicht DIE allgemein anerkannte Definition eines Begriffs, deswegen wird in wissenschaftlichen Arbeiten ja immer ausgeführt „…im Rahmen dieser Arbeit wird unter X folgendes verstanden…“), oder ganz auf diese Begriffe zu verzichten und statt dessen, wie in Deinem letzten Absatz geschehen, nur auf konkrete Positionen abzustellen.

    Denn bei diesen Positionen kann ich Dir vollständig zustimmen. Nur wird dir – lege ich eben mein Verständnis dieses Begriffes zu Grunde – der Feminismus bei der Umsetzung dieser Ziele eher Steine in den Weg legen. Für mich ist der Feminismus eine patriarchische Ideologie, die eher an alten Rollenverständnissen festhalten will, statt uns davon zu befreien.

    Aber warum über Begriffe streiten, wenn man bei den Positionen übereinstimmt?

    • Stefan Sasse 26. September 2014, 15:03

      Gerne. Wie ich es verwende:
      Patriarchat: Herrschaftsstruktur, die die Männer in Machtpositionen setzt und Frauen ausschließt und dies irgendwie legitimiert
      Feminismus: Bewegung für die Gleichberechtigung der Frau
      Politischer Feminismus: First and Second Wave Feminism

      • Martin 27. September 2014, 05:59

        Danke Stefan.
        Könnte ich dich dazu bringen, deine Definition weiter zu präzisieren? Heißt Patriarchat, dass jeder Mann Macht gegen mindestens eine Frau ausübt? Oder anders: Wie kann ich empirisch überprüfen, ob eine Gesellschaft patriarchalisch ist?

  • Mirko (linker Maskulist) 26. September 2014, 16:04

    Patriarchat: Herrschaftsstruktur, in welche Männer und Väter dazu genötigt werden, ein Leben lang zu arbeiten und damit das Leben von Frauen und Kindern zu unterhalten. Wird als „Privileg“ der Männer gedeutet, wobei übersehen wird, dass Arbeit in den seltensten Fällen „Selbstverwirklichung“ sondern vielmehr Maloche und Entbehrung bedeutet, sowie, dass die wenigsten Männer „Machtpositionen“ inne haben.

    Feminismus: Bewegung, welche Frauen, die der Elite angehören, Machtpositionen verschaffen will, ohne dass diese Frauen dieselben Entbehrungen und Leistungen wie Männer erbringen müssen (z.B. Frauenquote).

  • Mirko 26. September 2014, 16:14

    Wer Rechtschreib- oder Grammatikfehler findet, darf sie auf EBay versteigern.

  • Sten berg 26. September 2014, 19:09

    >>Motiven ab: ich habe keine Lust auf die Rollenverteilung des alten Patriarchats. Ich möchte gerne mit meinem Kind auf den Spielplatz können, ohne als einziger Mann dort von den versammelten Müttern komisch angeschaut zu werden. Ich will nicht allein verantwortlich für die Versorgung der Familie sein. Ich will nicht der dominante und mächtige Teil einer Beziehung sein, nur weil meine Frau sich um Haushalt und Kind kümmerte und daher kein eigenes berufliches Standbein besitzt.<<

    Und von was träumst Du sonst so? – Patriarchat bedeutet zuerst nur Macht der Männer und Väter, was die daraus machen, ist ihre Sache. Un das bedeutet eben, dass, gerade bei der Einstellung Männer unter 60 heutzutage, dass die meisten Männer genau das wollen wie Du. Wenn auch Frauen schräg gucken, weil Du auf dem Kindergarten bist, dann hat das was mit Matriachat zu tun. Frauen kämpfen sehr hart um ihre Vormachtstellung bezüglich Erziehung der Kinder. Sie wollen auch weniger einen Mann, der sich ach so herzlich um das Kind kümmert, sondern viel mehr einen Mann der Karriere macht und sie versorgt. Einfach mal die Augen aufhalten, die Männer zwischen 30-40, die noch keine Scheidung erlebt haben, sind i.d.R. Mittelständer. Männer die Scheidung erleben, wird das Wechselmodel(was Du in der Ehe willst) untersagt und die Frau. Scheinbar will die moderne Frau nichts sehnlicher als eine perfekte Ausbildung, um sich selbst und sogar eine Familie finanziell versorgen zu können. Wer das glaubt, kennt nicht die Folgen der Scheidungsindustrie.

    Steht eine Scheidung ins Haus, verwandelt sich das medial erdachte weibliche Wesen in die reelle Weiblichkeit. Plötzlich ist die Frau außerstande, sich selbst zu versorgen. Folgt man den Schilderungen im Krieg um Unterhalt, ist die Frau wie im Traum gelähmt. Von ihren schauspielerischen Fähigkeiten vor Gericht abgesehen, ist sie völlig hilflos. Die Energie der Frau ist dann gerade ausreichend, um Geld auszugeben, aber keinesfalls, um Geld zu verdienen. Ich beziehe mich hier erstmal nur auf kinderlose Ehen.

    Sind aus der Ehe Kinder hervorgegangen ändert sich die Dramaturgie der Vorstellung. Die, in Bezug auf die Erzielung eigenen Einkommens, arbeitsunfähige Frau ist auf einmal in der Lage zwei Kleinkinder rund um die Uhr zu versorgen. Aus den Schilderungen könnte man annehmen, die Erfindung von Haushaltsmaschinen hat auf einem anderen Planeten stattgefunden. Für das “Wohl des Kindes” ist eine 24stündige Betreuung durch die Scheidungsmutter unverzichtbar. Durch auch nur sekundenlange Abwesenheiten der Scheidungsmutter, würden die Kinder lebenslange Schäden erleiden.

    Dass der Vater seine Kinder sehen will, wird bisweilen als Zumutung betrachtet. Allein durch seine Bankver­bindung darf der Vater stets präsent sein. Die Schei­dungsmutter bekommt sofort Lähmungserscheinungen, wenn auch nur am Rande erwähnt wird, dass sie selbst Geld verdienen könnte. Alleine der Gedanke, Kinder den Großeltern oder anderen Kinderbetreuungen anzuvertrauen, erzeugt bei Scheidungsmüttern allergische Anfälle beliebiger Art.

  • Sten berg 26. September 2014, 19:12

    Kurzum: Du liegt bei deinem Falschsein, aber sowas von falsch.

    • Stefan Sasse 26. September 2014, 20:47

      Ich habe das Gefühl, du generalisierst Einzelfälle.

      • chrima 27. September 2014, 13:15

        Nein, er generalisiert keinesfalls „Einzelfälle“.

        Was er (in drastischen Worten und anscheinend mit viel begründeter Wut im Bauch) berichtet ist die alltägliche Erfahrung in tausenden Trennungskriegen.

        «In unserem Rechtsstaat kann es Menschen, weit überwiegend Vätern, widerfahren, dass gegen ihren Willen und ohne ihnen anzurechnendes schuldhaftes Verhalten ihre Ehen geschieden, ihnen ihre Kinder entzogen, der Umgang mit diesen ausgeschlossen, der Vorwurf, ihre Kinder sexuell missbraucht zu haben erhoben und durch Gerichtsentscheid bestätigt und sie zudem durch Unterhaltszahlungen auf den Mindestselbstbehalt herabgesetzt werden. Die Dimension solchen staatlich verordneten Leides erreicht tragisches Ausmaß und sollte seinen Platz auf der Bühne, nicht in unserer Rechtswirklichkeit haben.» – Harald Schütz, Richter am OLG Bamberg, in einem Vortrag am 10. Mai 1997 auf dem 49. Deutschen Anwaltstag

  • Sten Berg 26. September 2014, 22:59

    Dann musst Du Dich mal fragen, wer Dir Deine Gefühle einsuggeriert hat. Noch einmal, das Wechselmodell, das nach Deinem Wunsch eindeutig auch das Model nach der Scheidung wäre, ist in Deutschland ein Exot. Die Frau erhält zu 90% das Kind komplett zu gesprochen und der Vater wird nicht nur Wochenendspaßonkel, sondern via Unterhaltsmaximierungsprinzip(juristischer Begriff aus dem FamGe!) und Fiktives Einkommen (juristischer Begriff aus dem FamGe!) zum Zahlesel vor allem wegen nachehelicher Solidarität(juristischer Begriff aus dem FamGe!) und Kindeswohl(juristischer Begriff aus dem FamGe!), bzw. als unverheirateter ERZEUGER (juristisch: biologischer Vater) ohne Sorgerecht dazu verdonnert . Keine Mutter auf der Welt bekommt so viel Unterhalt wie die Mutter in Deutschland. In vielen unserer Nachbarländer ist das Wechselmodell nach der Scheidung Standard. Unterhalt gibt es bei diesem Modell für die Frau gar nichts bis etwas, weswegen Frauen gar nichts davon wissen wollen.

    Nach der Scheidung leben, wenn ein Kind vorhanden ist, 50% der Männer in Existenzminimum, sind zwei Kinder vorhanden leben 75% der Männer in Existenzminimum. Bei mehreren Kindern geht es auf 100% zu. Sie werden dazu verdonnert im Hamsterrad funken zu verursachen, während die Frau verdonnert wird, darauf zu achten, was der Mann nach der Ehe verdient. Die Scheidungsstatistik verdeutlicht, dass Frauen einen Mann als Sponsor suchen und nie ernsthaft Karriere machen wollten. Jegliche Statistiken zeigen völlig was anderes als von der Glotze berichtet wird. Jahresverdienst Männer = 40.000€ im Schnitt. Jahresverdienst Frauen 20.000€ im Schnitt. Quelle DiW. Von karrieregeilen Frauen in der Realität schwer zu finden. Cashcouch eigentlich schon bei jeder Nachbarschaft. Trivial = 360°-Beweis.

    Tatsache ist auch, dass Männer eher eine Scheidung in der Kindheit ihrer Kinder erleben, wenn sie zu den sogenannten „aktiven“ Vätern gehören. So nennt man Männer die Deine Wünsche sich selbst erfüllen: Vatersein zu wollen. Die Rate liegt hierbei nicht auf 30% wie oben erwähnt, sondern bei 70%. Kinder werden inzwischen von 20% AE-Mamis erzogen. Die größten Harze 4- Gruppe sind AE-Mamis.

    Von Einzelschicksäle kann bei Weitem nicht mehr gesprochen werden. Das ist das System, das seit Mitte den 70er am Laufen ist. Kommt Dir das wie eine Verschwörung vor, dann würde ich Dir mal Begriff wie Feminismus oder „das Kind gehört der Mutter-Verschwörung“ zu werfen. Das Du Dich als Mann Dich selbst damit benachteiligst steht ganz groß in der Überschrift: „Feminismus“

    Feminismus ist eine Ideologie, die der Frauenbevorzugung, Ausbeutung der Männer und Familienzerstörung zur Profilierung der Frau dient. Zur Erreichung der Ziele wird eine ausgeprägte und eindeutige Klage- und Opferkultur gepflegt. Feminismus besteht aus Sexismus und Misandrie.

    Wer für Menschenrechte ist, nennt sich Humanist. Die menschenverachtendsten Sprüche gegenüber Menschengruppe nach Hitler kamen von Feministinnen.

    • Stefan Sasse 27. September 2014, 09:17

      Wie im nächsten Teil der Serie hoffentlich deutlich wird, bin ich mit den von dir kritisierten Zuständen auch nicht einverstanden. Nur teile ich deine Problembeschreibung als einer Verschwörung der Frauen zu Lasten der Männer überhaupt nicht. Alleinerziehend zu sein ist kein Spaß, und das Problem der Hartz-IV-Mütter ist ja real. Mein Argument ist ja gerade, dass Frauen wirtschaftlich weniger unabhängig sind als der Mann und daher auch nach einer Scheidung abhängig, was ein beschissener Zustand ist.

  • techniknoergler 27. September 2014, 17:51

    „Früher war ich der Überzeugung, dass der Feminismus von Übel ist, dass er Männer und Frauen spaltet und dass er sein Ziel grundsätzlich verfehlt. Und während ich mit Alice Schwarzer und Thea Dorn immer noch nichts anfangen kann, so musste ich doch mittlerweile einsehen, dass meine Vorstellungen davon ungefähr denen der konservativen Rednecks entsprachen, die den Vertretern der völligen Gleichberechtigung der Afroamerikaner die Spaltung der Gesellschaft vorwarfen. Ich lag falsch. “

    Ich glaube diese Aussage zeigt eher die Begrenztheit von Sprache auf. Feminismus ist von Übel und spaltet Männer und Frauen, das hat aber nicht mit der Sichtweise irgendwelche konservativen rednecks zu tun – und die Diskrminierung auf Grund der Hautfarbe durch eine von seltsamen Anreizen geleiteten Polizei ( http://reason.com/reasontv/2014/09/25/bad-rules-make-bad-cops-bart-wilson-on-t ) steht auch auf einem ganz anderen Blatt.

    Denn angesichts dessen, was du danach schreibst, scheinst du grundsätzlich auch immer noch dieser Ansicht zu sein (kann ich aber erst nach der Artikelserie beurteilen). Was sich geändert hat ist, was du jetzt unter dem Begriff „Feminismus“ verstehst, in Kombination mit einem aus persönlichen Gründen gesteigerten Interesse an Familienpolitik.

    Was du vorher geglaubt hast, hatte aber mit irgendwlechen rechte heuchlern nichts zu tun.

    Ich glaue trotz deiner Abwendung von der Linken – was auch immer du darunter verstehst, denn deine Positionen scheinen mir immer noch linksliberal – bist du von einem Linken Vorurteiol mehr beeinflust, als zuvor:

    „Rechtliche Gleichstellung heißt noch lange nicht, dass man auch im Alltag gleichberechtigt ist. Dieser Teil erklärt die Diskrepanz zwischen Gesetzesanspruch und Wirklichkeit. “

    Der Satz vertauscht schon die grundlegensten Begrifflichkeiten. Er müsste lauten „Rechtliche Gleichberechtigung heißt noch lange nicht, dass man auch im Alltag gleichgestellt ist.“

    Denn wie im Alltag Menschen miteinander umgehen hat nichts mit gleichberechtigt oder nicht zu tun.

    Im Alltag „gleichgestellt“ zu werden hat aber nichts mit Gleichberechtigung zu tun – es widerspricht ihr. Denn wer möchte die dazu notwendige monotonie der Verhaltensweisen durchsetzen? Und wie soll das ohne rechtliche Ungleichbehandlung gehen.

    • Stefan Sasse 28. September 2014, 18:25

      Entschuldige die Begriffsverwechslung, da hast du Recht.

      Und linksliberal lasse ich mir gerne gelten. Aber eben nicht mehr „links“, und dazwischen liegen Welten.

  • techniknoergler 27. September 2014, 17:53

    Mit Maskulismus hat eine Ablehnung des Feminismus auch nichts zu tun. Es gibt nicht nur zwei extremen.

    • Stefan Sasse 28. September 2014, 18:25

      Korrekt. Ich war dem Maskulismus lange Zeit aber zumindest nahe.

  • Sten berg 27. September 2014, 19:57

    Stefan Sasse 27. September 2014, 09:17
    Wie im nächsten Teil der Serie hoffentlich deutlich wird, bin ich mit den von dir kritisierten Zuständen auch nicht einverstanden. Nur teile ich deine Problembeschreibung als einer Verschwörung der Frauen zu Lasten der Männer überhaupt nicht. Alleinerziehend zu sein ist kein Spaß, und das Problem der Hartz-IV-Mütter ist ja real. Mein Argument ist ja gerade, dass Frauen wirtschaftlich weniger unabhängig sind als der Mann und daher auch nach einer Scheidung abhängig, was ein beschissener Zustand ist.“

    Und dann schwafle ich Dir zum X-ten Mal was vom Wechselmodell und davon, dass unverheiratete Männer grundsätzlich kein Sorgerecht erhalten, vor. Du willst definitiv einiges nicht verstehen.

    Das Wechselmodell bedeutet im Normalfall, kann aber auch an den Berufen beider Elternteile angepasst werden, dass beide Eltern die Kinder im Wochenwechsel haben. Was also bedeutet, dass das Geheul deiner bemitleidende Damenwelt durchaus gar nicht sein müsste. Dass sie auch zwei Wochen im Monat Zeit hätten, mal für ihren Beruf und mal für ihre Kinder zu wechseln. Dass ist selbstverständlich die Lösung für jede Mutter, die ihren Berufsleben auch tatsächlich erfüllen will. Wollen allerdings die meisten nicht! Sie wollen einfach ganz bequem wie die Made im Speck leben.

    Daher wird jeder Versuch Deinerseits bei mir Mitleid zu erwecken an der Realität ersticken.

    Wenn es um das Unterhalt geht, kennen AE-Mütter plötzlich keine Hilfe von vier Großelternteile, vom anderen Elternteil, vom neuen Partner und andere Möglichkeiten NICHT mehr, die bei intakten Familien gängig möglich sind. Sie jammern nur herum wegen dem lieben Geld zu liebe. Ich rede hier von der AE-Mutter-DeutscherDurchschnitt und nicht von einer merkwürdigen Ausnahme, die man irgendwo in Oslo entdeckt hat. Der Witz ist noch, würden sie ordentlich arbeiten gehen, hätten alle viel mehr in der Tasche als sie realistisch bei dem Vater rausholen können. Aber die Faulheit überwiegt. Und am Ende haben gerade die Kinder von diesem unverschämten und ausbeuterischen Verhalten der Mutter am wenigsten davon.

    Dazu zurück zum Wechselmodell. Beide Eltern können viel mehr den Kindern bieten, da genug Zeit und Geld beider Eltern vorhanden wäre. Schon allein weil beide sich alleine finanzieren können.

    Das ist genauso, was übrigens auch wesentlich weniger der Fall in verheirateten Fällen ist, wenn beide eheliche Elternteile mit Steuerklasse 4 leben würden. Aber das endet bekanntlich meist mit Steuerklasse 3+5. Jemand arbeitet Vollzeit, ein anderer nur Halbzeit. Unter der Berücksichtigung, dass die Frau DeutscherDurchschnitt gerade mal ein Kind bekommt (die 1,3 erreichen wir vielmehr dank unserer Einwanderer), ist selbst die Kindesbegründung für den schwachen Berufsweg der Frau DeutscherDurchschnitt eine Unverschämtheit den Kindern gegenüber. Dass Kind wird als Ausrede vorgeschoben! Ein einziges Kind kann diese viel weniger Arbeitszeit der Frau DeutscherDurchschnitt überhaupt nicht begründen.

    8-10% der Kinder kommen zu den Vätern. Die AE-Väter heulen bei Weiten nicht so im Opferstatus herum wie die AE-Mutterwelt, sondern finden die offenbaren und naheliegenden Lösungen und packen an. Sie schießen die Mutter, das andere Elternteil viel weniger ab, finden einen neuen Partner, die u.a. mit ihren Eltern aushelfen kann, bewerkstelligen in einer viel höheren Relation eine Vollzeitstelle usw. usf. und erhalten in der Relation wesentlich und selbstverständlich viel weniger Unterhalt von den Müttern als umgekehrt.

    • Stefan Sasse 28. September 2014, 18:31

      Ich werde mit Sicherheit niemanden verteidigen, der seinen Ex-Partner ausnutzt. Nur zu generalisieren halte ich für unangebracht.

      Und gerade das von dir beschriebene Ding – Männer arbeiten 100%, Frauen allenfalls 50%, Steuerklassen 3 und 5 – kritisiere ich ja massiv. Meine Argumentation ist nur, dass die Ursachen nicht in einer natürlichen Faulheit der Frau liegen – aber dafür warte einfach auf den nächsten Teil der Serie.

  • Hans Alef 27. September 2014, 20:46

    Merkwürdig, ich bin durch meine bitteren Erfahrungen in der Gesellschaft als Hausmann erst zum Männer – und Väterrechtler geworden……..

    • Stefan Sasse 28. September 2014, 18:32

      So beeinflussen einen halt die persönlichen Biographien…ist ja nicht verwerflich. Ich versuche nur zu erklären, woher mein Wechsel kommt.

  • Sten Berg 27. September 2014, 22:55

    Hallo Hans Alef, nicht wirklich.
    Das ist ja das eigentliche Grundproblem von Herrn Sasse.
    Zuerst gibt er den Ratschlag, der zu den meisten Scheidungen führt. Einfach mal die Mittelständer um sich schauen – nicht die Berühmten und Reichen vom TV – sondern die Normalreichen um einen. Diese Ehe mit einem Arbeitstier als Vater und Ehemann halten am längsten. Bzw. um genauer zu sein, reicht die Ehefrau viel weniger die Scheidung ein. Warum sollten die Prinzessinnen auch die Scheidung einreichen, sie haben ja alles in ihrem Leben was einem Frauenherz begehrt: Verwöhnung pur. (Frauen reichen im Schnitt am meisten die Scheidung ein.)

    Dann kommt hinzu die Ungerechtigkeit, die ein aktiver Vater erleben muss.

    Nach dem Familienrecht wäre es sogar am besten, wenn der Ehemann rumhurt, rum säuft und keine Minute um die Kinder sich kümmert. Da es kein Schuldprinzip im Familiengerichtsäle mehr gibt, die Schuld rein sexistisch dem Vater zugewiesen wird, können inaktive Väter wesentlich klarer mit dem sexistischen Urteil leben. Das Urteil passt ja und scheint auch für die inaktiven Väter als richtig: „Die Mutter hat sich ja die meiste Zeit um die Kinder sich gekümmert. Ist ja richtig so, dass sie die Kinder auch bekommt.“

    Aktive Väter allerdings sind genauso rechtslos und voller Schuld wie die inaktiven Väter vor Gericht. Aber selbstverständlich kommen sie mit diesem Urteil viel weniger klar, weil sie das einfach nicht verdient haben.

    Noch besser wird es natürlich, wenn die Opfer-Abo-Ehefrau rumhurt, rum säuft und sich keine Minute um die Kinder sich kümmert. Da es kein Schuldprinzip in den Familiengerichtsälen mehr gibt, die Schuld rein sexistisch dem Vater zugewiesen wird, werden die Kinder von Amt und Gericht der inaktiven Mütter zugewiesen. Ironie: Passt ja. -> Solche Erscheinungen brachten mich dazu, das alles zu überdenken.

    Oder noch besser: wenn die Opfer-Abo-Ehefrau rum säuft, rumhurt, dabei ein One-Night-VaterUnbekannt-Kuckuckskind wirft und sich keine Minute um das Kuckuckskind sich kümmert. Da es kein Schuldprinzip in den Familiengerichtsälen mehr gibt, die Schuld rein sexistisch dem Ehemann zugewiesen wird, für das One-Night-VaterUnbekannt-Kuckuckskind Amt und Gericht der inaktiven Mütter zugewiesen und die finanzielle Last dem bekloppten Ehemann, weil er mal vor Jahren ein Jawort gab. Ironie: Passt ja.

    Tatsache ist, und das scheint Herr Sasse auch nicht zu wissen, verlieren aktive Väter nach der Scheidung viel mehr die Bindung zu den Kinder als inaktive Väter!

    Man könnte es mit Fußball vergleichen. Unsere Nationalmannschaft war ziemlich oft im WM-Finale. Verloren oft und gewannen oft auch. Doch nur ein einziges Tor frisst bis heute die Nerven aller Fußballnationalmannschaftfans posttraumatisch auf: Das Wembley Tor. Ungerechtigkeiten verursachen die tiefsten Schmerzen.

    Wenn man dann noch weiß, dass ein Matriarchat (Jugendbeamtinnen, Familienrichterinnen, Familienanwältinnen, Sachgutachterinnen) für diese Massenungerechtigkeit der Neuzeit verantwortlich ist, weiß man gar nicht mehr, wie man Feminismus als Mann noch toll finden kann.
    Diese Beispiele sind die Regel, da deutsches Gesetz!

    • Stefan Sasse 28. September 2014, 18:35

      Dem Herr Sasse ist das alles vollkommen bewusst. Der Herr Sasse findet das auch ziemlich beschissen. Der Herr Sasse ist deswegen auch für Gleichberechtigung und nicht Privilegierung.

  • Hans Alef 28. September 2014, 12:41

    Du hast Recht Sten Berg. Mir ist auch bewußt, das ich selbst als Hausmann keine Väterrechte vor Gericht hätte.

  • techniknoergler 28. September 2014, 16:35

    „Nur teile ich deine Problembeschreibung als einer Verschwörung der Frauen zu Lasten der Männer überhaupt nicht.“

    Würde ich auch nicht so beschreiben. Denn ich bin kein sogenannter Maskulist. Und wenn du das auch nicht so gesehen hast, warst auch du keiner, Stefan.

    Zwischen Feminismus und Maskulismus liegen Welten, zumindest wenn man beide Begriffe parallel definiert.

    Feministen tun das natürlich nicht.

    Im folgenden werde ich auch – was ich eigentlich versuche zu vermeiden – gnadenlos psychologisieren (zumindest für meine Verhältnisse). Wenn jemand mit „ich bin jetzt auf Grund von Erfahrung erleuchtet, die krude Sekte hatte doch recht, wer das nicht einsieht dem steht noch der steinige Erfahrungs-/Erleuchtungsweg bevor“ kommt, gibt es leider keine andere Möglichkeit jemanden noch zu erreichen. Denn er nimmt die altbekannten Einwände ja nicht mehr ernst. Stattdessen wurde das Framing der Sekte – wer uns nicht zustimmt ist unerleuchtet – ja übernommen.

    „Alleinerziehend zu sein ist kein Spaß, und das Problem der Hartz-IV-Mütter ist ja real. Mein Argument ist ja gerade, dass Frauen wirtschaftlich weniger unabhängig sind als der Mann und daher auch nach einer Scheidung abhängig, was ein beschissener Zustand ist.“

    Doch warum wird das so einseitig betrachtet?
    Du beschwerst dich darüber – aus eigener Lebenserfahrung – das du und deine Frau ihr Leben nicht so gestalten konnten, wie sie es wollten und zwar aus äußeren Zwängen und Unverständnis von Arbeitgebern heraus. Aber aus einem mir unerfindlichen Grund können sich viele, die das stört, da keinen anderen Reim drauf machen als den größten Gender-Quatsch und das absurd-einseitige Fraiming der Feministen zu übernehmen: Alles ein männliches „Privileg“.

    Tolles „Privileg“ zum ewigen Malocher beim AG verdammt zu sein.

    Sich nicht schon vorher aus Mangel an Erfahrung an Einschränkungen der eigenen Optionen gestört zu haben wird nicht etwa so interpretiert, wie es offensichtlich wäre, nämlich dass man da als Mann eine Benachteiligung von Männern auf Grund des Geschlechts übersehen hat. Stattdessen ist offenbar der einzige Weg für viele Ehemänner mit einer solchen Ungleichbehandlung umzugehen, irgendwie _primär_ eine Benachteiligung von Frauen rein zu interpretieren. Was nicht heißt, das ihre Ehefrau nicht tatsächlich in gleichem Maße ebenfalls Benachteiligung erfährt, die Uminterpretation der Benachteiligung von Männern als Patriachat und primäre Frauenbenachteiligung ist der Knackpunkt. Das sie damit entweder

    a) einer biologische Intuition folgen
    oder
    b) genau in das gesellschaftliche Rollenbild verfallen, das sie angeblich mit ihrem neu gefundenen Weltbild hinterfragt wollen (und anderen vorwerfen nicht zu hinterfragen)
    oder
    c) eine Kombination daraus oder eine Wechselwirkung dieser beiden Aspekte

    wird im Erleuchtungswahn nicht gesehen. Welche der drei Optionen zutrifft (vermutlich c) ist dabei absolut zweitrangig und könnte eigentlich eine Frage für echte, seriöse Wissenschaftler sein, die sich dort keine Druckes ausgesetzt fühlen müssten, da die Beantwortung der Frage rational betrachtet kaum Relevanz hat, außer für die Frage, ob vollkommene statistische Gleichverteilung sinnvoll erreichbar ist, was nur im Fall b denkbar ist – falls man es überhaupt als Wert an sich ansieht. Paradoxer Weise geht dem „akademischen Feminismus“, also den gender studies, genau diese Wissenschaftlichkeit ab, da man genau das anstrebt: Dogmatisch an b) zu glauben und statistsiche Gleichverteilung im Enderegebnis zu erreichen, da alles andere eine Diskriminierung der Frau sei (zumindest primär). Das nicht erkennen zu wollen, schön zureden oder sich dem gar bewusst anzuschließen ist eigentlich – wie eben schon aufgezeigt – ein Verstoß gegen den Anspruch den Konvertierte wie Stefan an sich selbst haben: Undogmatisch Rollenbilder zu überwinden.

    Und um sich das zurecht zu biegen hängt man sich halt an den non-sense der Gender-Sekte, eventuell mit ein wenig Kritik an ihrer Fixierung auf „Eliten“, da man ja seine vorherige Ablehnung noch irgendwie rationalisieren möchte.

    —-
    (Übrigens ist mir in dem Zusammenhang auch nicht klar, in wie fern dies eine Abwendung vom linken Gedankengut seien soll. Natürlich kann sich jemand gleichzeitig von anderen Glaubensgrundsätzen aktueller Linker distanzieren, doch seiner abstrakten Natur nach, die Welt in Unterdrücker vs. Unterdrückte bzw. in aus Dummheit oder Bosheit von Privilegierten gesellschaftlich Benachteiligte (auf die gesellschaftliche Normen nicht ausgelegt sind) vs. Bevorzugte (auf die sie ausgelegt sind) einzuteilen, ist es typisch links.)
    —-

    Wenn man übrigens jede nicht-feministische Position als Maskulismus bezeichnet, na dann ist diese nüchterne Betrachtung halt Maskulismus. Dann ist Maskulismus – anders als Feminismus – eben nicht die Fixierung auf die angeblich systematische Benachteiligung immer eines Geschlechtes, während das andere bevorzugt würde, sondern viel näher an dem Selbstanspruch dran, mit denen sich der Feminismus und die Gender-Sekte nach aus verkaufen wollen: Rollenbilder und reflexartige Täter- und Opfer-Zuschreibungen überwinden. Und gerade auch über die Mechanismen nachzudenken, die Ehemänner dazu verleiten bei ihrer eigenen Benachteiligung als Mann reflexartig zu denken „das ist Frauenbenachteiligung“ und sich dann verzweifelt auf die feministische Rationalisierung stürzen:

    Das liegt am Patriarchat. Das ich es nicht gesehen lag an meinen Privilegien und ich kämpfe hier nicht primär für meine Gleichbehandlung – auch wenn „es hilft doch auch Männern“ ein guter selling point für andere ist, aber nicht meine Hauptmotivation – sondern gegen die Benachteiligung der Frau.

    Ob das biologisch oder gesellschaftlich oder im Wechselspiel der beiden Faktoren begründet liegt ist dann für Maskulisten halt eine interessante Frage, an die ohne Dogma ranzugehen wäre – da sie für Werteentscheidungen irrelevant ist. In jedem Fall wäre der Maskulismus dann hauptsächlich die Aufforderung als Mensch sich den Mechanismus bewusst zu machen und zu hinterfragen – zumindest wenn wieder jemand für ein Ingangsetzen des Gewaltmonopolisten eintritt, aber auch bei anderen, gesellschaftlich relevanten Handlungen, die über die höchstpersönlich Sphäre hinaus Wirkung entfalten, wie der Errichtung eines Hilfswerkes für alleinerziehnde Mütte, das Vätern die gleiche Hilfe verweigert, da Frauen ja die stärker benachteiligten seien.
    Wenn das schon „Maskulismus“ ist, dann sei es so.

    Ich denke aber es ist mit „Egalitarismus“ oder einfach nur „ich bin für Gleichberechtigung“ besser umschrieben. Ganz bestimmt ist aber die Bezeichnung Feminismus dafür falsch, wie schon aus der Selbstbezeichnung, aber auch dem Hauptfokus und den Positionen der Feministen – jetzt auch scheinbar Herr Sasse – klar wird. Würde jemand, der behauptet genannte „maskulistische“ Positionen selber zu vertreten, sich selbst von sich aus als Maskulist bezeichnen, dann könnte natürlich der selber Einwand greifen. Doch es ist ja eine Fremdbezeichnung, die Feministen einfach jedem, der nicht Feminist ist, aber trotzdem eine Meinung zu Thema Gleichberechtigung auf hat, also nicht „unpolitisch“ zu diesem Themenbereich auftritt, auf pappen.

    Und wenn Feministen halt die moderate, rationale Position absichtlich mit dem Begriff Maskulismus belegen, in ihrem Versuch echtes Einsätzen für Gleichberechtigung als verkappten Chauvinismus oder Jammern von Memmen, die sich ständig als Mann benachteiligt sehen, zu diffamieren, na dann wird der Begriff Maskulismus halt von ihnen unabsichtlich geadelt und auf ein höheres Podest gesetzt.

    • Stefan Sasse 28. September 2014, 18:39

      Ich verwehre mich dagegen, einfach komplett ins andere Lager gewechselt zu haben. Ich lehne immer noch genügend Elemente des Feminismus ab, als dass die mich als einen der Ihren sehen würden. Wegen den Begriffen bitte nicht zu sehr versteifen; ich verwende die sicherlich nicht wasserdicht.

      Ich bin auch grundsätzlich nicht der Überzeugung, dass wir heute eine „Unterdrücker-Unterdrückte“-Dynamik haben. Mein Argument ist vielmehr, dass der aktuelle Stand beiden Seiten schadet.

      Das mit den Linken hat gar nichts damit zu tun, ich habe das nur am Rande erwähnt. Überschneidungen gibt es da nicht.

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