Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.
Fundstücke
1) Pogrom in Belfast
Einer der düster-faszinierendsten Aspekte rund um das Thema „Selbstradikalisierung der Bürgerlichen“, das ich mit Ariane im Podcast diskutiert habe, ist die Reaktion auf die Ausschreitungen in Belfast. Dort war es in Reaktion auf einen – man muss leider sagen: wieder einmal – erfolgten Messerangriff durch einen Geflüchteten (siehe dieser Artikel im Guardian) zu etwas gekommen, das man durchaus als Pogrom bezeichnen kann. Ein aufgepeitschter Mob attackierte willkürlich Geschäfte und Wohnhäuser von Menschen mit Migrationshintergrund. Genauso, wie diese Messerangriffe letztlich nur eine statistische Frage der Zeit sind, genauso sind es auch diese Pogrome, weil von rechten Politiker*innen und Medien ein Klima der Gewalt geschaffen wird, das vor allem in einer Enthemmung der Sprache Ausdruck findet. So werden die Pogrome auf FOX offen gefeiert. Gleichzeitig drohen andere Figuren düster mit „very turbulent years„, die Großbritannien und anderen europäischen Ländern bevorstünden. Auch die Welt ist wieder an vorderster Front dabei, dieser Enthemmung Vorschub zu leisten. Henry Donovan etwa erklärt: „Nein, das Hauptproblem ist nicht „rechtsradikale Gewalt“„, was angesichts von Pogromen einen erschreckenden Mangel an Urteilsfähigkeit vermissen lässt. Eine andere Überschrift fragt: „Wie lange noch? Die Frage, die sich Briten stellen, ist existenziell„. Es ist durchaus ulkig, Pogrome als „Frage stellen“ zu bezeichnen. Ahmad Mansour indessen hetzt schon einmal vorsorglich gegen „Die Einzelfall-Lüge von den psychisch kranken Tätern„, damit dem Hass auf gar keinen Fall moderierende Einflüsse oder gar Kontext entgegenstehen können. Das alles heißt übrigens auch keine Sekunde, dass die Ursprungstat irgendwie entschuldbar sei. Aber wie man aus dem Zorn über solch eine Tat massive, gewalttätige Pogrome gutheißen kann, erschließt sich mir keine Sekunde. Bürgerlich ist daran gar nichts. Es ist die Politik des Mobs.
2) Fertility Divide
Eine amerikanische interessante Studie untersucht den „Fertility Divide“ zwischen verschiedenen Ideologien und kommt zudem Schluss, dass die niedrigeren Geburtenraten von Progressiven gegenüber Konservativen neben der offensichtlichen Dimension der traditionellen Wertorientierung der Konservativen auf zwei Faktoren beruht: der Einschätzung der eigenen elterlichen Fähigkeiten und der Furcht der Weitergabe genetischer Effekte. Letzterer ist bei Progressiven wesentlich ausgeprägter. Ich habe mangels Sachkenntnis keine Ahnung, wie gerechtfertigt das ist, aber ich erinnere mich noch an Sarah Palin seinerzeit und wie unter Konservativen gefeiert wurde, dass sie ihr behindertes Kind hat und so liebt, da scheint bei den amerikanischen Konservativen schon eine entsprechende Kultur zu herrschen. Der für mich interessantere, weil nachvollziehbarere, Teil ist der über die elterlichen Fähigkeiten: Konservative sind wesentlich überzeugter davon, gute Eltern zu sein, als Progressive das sind. Ich denke, wie alle Medaillen hat das zwei Seiten. Einerseits spricht daraus eine gewisse Hybris der Konservativen, die dann gerne zu der Kindesmisshandlung führt, die in Skandalen aus diesen Kreisen immer wieder Bahn bricht. Auf der anderen Seite ist die ständige progressive Seelensuche auch nicht sinnvoll, weil man als Eltern immer Fehler machen wird, immer mal überfordert sein wird.
3) British Decline
Im Atlantic ist ein sehr langes und lesenswertes Profil über die Lage Großbritanniens unter dem aussagekräftigen Titel „How Britain Became as Poor as Mississippi„. Da Mississippi nun wahrlich nicht als Perle der USA gelten kann, ist der Vergleich durchaus krass. Das Bild, das der Artikel zeichnet, ist auch entsprechend: heruntergekommene Städte, verwahrloste Gegenden, schlechte wirtschaftliche Aussichten. Ich bin bei diesen Zeichnungen immer nicht sicher, ob sie nicht zu apokalyptisch sind – oder ob wir die Sache nicht zu rosig sehen. Bezüglich Großbritannien ist das Leitmotiv des „decline“ ja seit mindestens drei Generationen fest in den Briten verpflanzt. Das Land ist ja quasi schon immer auf dem absteigenden Ast; erst im imperial decline, der in den 1920er Jahren gefühlt wurde, dann nach der endgültigen Relegierung in die zweite Reihe in den Dekolonisierungen in den 1970er Jahren, wo die allseits gefühlte Malaise Margret Thatcher ins Amt spülte – was in vielen Gegenden ikonische Industrieruinenlandschaften hervorbrachte, die wie nichts anderes für den heutigen decline zu stehen scheinen. Dass das alles zu einem Aufschwung genau der Rechtsradikalen führt, deren engstirniger Nationalismus das Land maßgeblich in die aktuelle Krise zu treiben hilf, ist unter diesen Umständen schon fast geschenkt.
4) Normenkonflikt
Die Grundgesetzwidrigkeit mancher Reformfantasien, die Ariane und ich ja auch im Podcast thematisiert haben, prallt immer wieder auf die rechtsstaatliche Realität. Ich habe dieses Phänomen in den vergangenen Jahren schon öfter beschrieben: die Verrechtlichung der Politik macht diese zunehmend handlungsunfähig. Zwischen Schuldenbremse, Sozialstaats- und Klimaschutzgebot, von der Verflechtung mit der EU gar nicht zu reden, prallen die politischen Kräfte immer wieder ab. Ein neues Urteil bestätigt dabei einmal mehr, dass „das Existenzminimum unantastbar bleibt“. Diese Normenkonflikte sind rechtlich nicht lösbar, nur politisch, und sie lassen radikale Fantasien in allen Lagern wachsen, die sich irgendwann entladen werden. Die Frage ist nur, wo. Dass das erste Opfer der Entladung der liberale Rechtsstaat sein wird, steht außer Frage. In den vergangenen Jahren sah es öfter so aus, als wären eher die Progressiven mit ihrem Bedürfnis nach Investitionen und Klimaschutz diejenigen, die den Prozess beförderten; inzwischen sind es die radikalisierten Ex-Bürgerlichen.
5) Politiker*innenbeleidigungen
Die Dauerposse um Politiker*innenbeleidigungen hat sich als Thema der Kulturkämpfer*innen mittlerweile totgelaufen, aber das Problem als solches bleibt ungelöst, und das in beide Richtungen. Josephine Ballon hat im Spiegel die richtige Idee: „Wir müssen die Betroffenen nicht weniger schützen – sondern besser„. Denn dass die Beleidigungen sehr oft ein unerträgliches Maß übersteigen ist ebenso wahr wie dass die Hausdurchsuchung wegen eines „Schwachkopfs“ schwachköpfig ist. Aber die verbale Gewalt sägt ebenfalls an den Fundamenten von Rechtsstaat und Demokratie und ist eine Vorstufe zu realer Gewalt und ihrer Akzeptanz. Wehret den Anfängen.
6) Kriminalitätsstatistik
Dobrindt prangerte bei der Veröffentlichung der Kriminalitätsraten vor allem linksextreme Gewalt gegen Polizist*innen an. Zunahme frauenfeindlicher Straftaten um 50% berührte ihn gar nicht. Generell werden Kriminalitätsstatistiken grundsätzlich selektiv gelesen und diskutiert. So schaffen es Progressive ja auch genauso zuverlässig, die Straftaten aus dem migrantischen Milieu kleinzureden oder den Linksextremismus zu relativieren, wie es Konservativen gelingt, Gewalt gegen Frauen oder rechtsextreme Straftaten bei weitem nicht so belangvoll wie das jeweilige Gegenstück zu finden. Letztendlich bleibt Deutschland dankenswerterweise trotz aller Katastrophenmeldungen ein relativ friedliches Land.
7) KI
Der ZEIT-Journalist Yves Bellinghausen hat in der ZEIT ein Dossier über den Einsatz einer Agenten-KI geschrieben. Er hatte sich selbst als KI-Agenten nachgebaut, der für ihn Telefonate und Interviews übernahm. Die Erkenntnisse aus diesem Selbstversuch sind durchaus interessant, fallen aber in meinen Augen in den generellen Trend, was KI-Nutzung angeht: die Dinger können immer mehr, aber es gibt eine Art gläserne Decke, gegen die sie stoßen, und wenn es nur die zunehmende Sinnlosigkeit bestimmter Interaktionen ist. Wenn man ehrlich ist, sind miteinander telefonierende KI-Agenten in zahlreichen Fällen sicherlich die wesentlich sinnvollere Alternative als menschliche Konservationen – von Restaurantreservierungen zu Arztterminen. Dass Interviews, die eine KI mit der anderen führt, nicht sonderlich ergiebig sind, dürfte auf der Hand liegen. Aber viele Tätigkeiten dürften in Zukunft recht leicht von dieser neuen Software erledigt werden und dabei natürlich auch Arbeiten überflüssig machen. Gleichzeitig glaube ich aber nach wie vor, dass dadurch neue menschliche Tätigkeitsfelder entstehen werden.
Resterampe
b) Interview mit Ulrike Franke zum Ende von FCAS.
c) Guter Punkt zum autonomen Fahren.
d) Die Fehler der 2000er Jahre werden 1:1 wiederholt.
f) Diese Leute hören sich echt selbst nicht mehr reden.
g) Dorothee Bärs selbst finanziertes Studium. Immer dasselbe mit diesen Leuten.
h) Hunter Biden’s Life After Shame. Daran erkennt man meiner Meinung nach auch die wahren Christen oder Konservativen: die müssten diesen gefallenen und bereuenden Leuten nämlich aufhelfen.
i) Da sind wieder die bürgerlichen Rechtsstaatsverteidiger*innen: „Deutschland bricht EU-Recht, verständlicherweise“ erklärt Anna Schneider. Die sollen sich nochmal beschweren wenn Progressive „verständlicherweise“ EU-Recht brechen, das ihnen nicht in den Kram passt, ob Migration oder Schuldengrenzen oder was auch immer. Recht ist kein à-la-Carte-Menü! Diese Leute sind eben weder liberal noch bürgerlich.
j) Ist schon praktisch, dass Liberale und Konservative nie mit Finanzierung behelligt werden. Siehe auch hier.
k) Sehr wichtige Entscheidung eines Münchner Gerichts zu KI. Ich hoffe, das hält sich.
l) Der Zusammenhang von Finanzmärkten und Hunger.
m) Sehr lesenswertes Interview mit Antonio Scurati. Ich habe den ersten Band seiner Reihe seinerzeit gelesen und rezensiert.
n) Die Leistungen der Regierung erschöpfen sich echt in Identitätspolitik.
o) Robert Misik sehr lesenswert zum Antiurbanismus.
p) Ich finde den US-Umgang mit Trinkgeld völlig pervers. Das sollte komplett verboten werden.
q) Wählende verstehen Ideologie nicht. Auch so etwas, das in die gleiche Richtung läuft wie die Idee „moderater“ Wählender.
r) Francis Fukuyama und S21. Eine Geschichte vieler Missverständnisse.
t) Enshittification of the Internet, ChatGPT-Edition.
u) Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre (Juni 2026): Rechtsaußen-Rückgang verstetigt sich. Auch mal gute Nachrichten.
v) Sehr lesenswerte Reflexion über Kaiser Wilhelm.
x) Auch mal ein merkwürdiges Hufeisen von LINKE zu CDU.
Fertiggestellt am 23.06.2026



1) Pogrom in Belfast
Was ich bei Stefan Sasse feststelle, ist eine zunehmende Selbstradikalisierung mit dem Drang, vor der Geschichte Recht zu behalten. Das zieht sich hier durch den gesamten Strang.
Als erstes das Thema Migration, Aufhänger sind die Ausschreitungen in Belfast. Die nordirische Hauptstadt ist nicht gerade dafür berühmt, ein ruhiges Plätzchen auf dieser Welt zu sein, Jahrzehnte bekriegten sich aus religiösen Motiven Katholiken und Protestanten. Da erscheint es schon aus der Ferne betrachtet eine gute Idee, dort noch muslimische Armutsflüchtlinge hinzubringen. Muslime bereiten in jeder westeuropäischen Gesellschaft massive Gewaltprobleme. Radikalisierte Islamisten, von denen wir ja auch in Deutschland viele haben mit einem archaischen Gesellschaftsbild fallen immer wieder mit Alltagskriminalität wie terroristischen Taten auf. So auch in Belfast nach einem schweren Messerangriff eines Sudanesen. Anschließend kam es zu Angriffen auf Häuser, Autos und Geschäfte.
Moment, das kommt einem doch aus Berlin und anderen Städten z.B. anlässlich der Proteste zur Euro-Rettungspolitik bekannt vor. In der Hauptstadt kümmert es die Politik schon lange nicht mehr, wenn Luxuswagen abgefackelt werden, kein Stefan Sasse würde dazu nur einen Satz schreiben.
Jahrzehntelang betonten Bevölkerungsforscher, dass Deutschland Arbeitsmigration benötige. 200.000-250.000 solcher Fachkräfte wurden als angemessen angesehen, um einerseits die Probleme der Demographie zu mildern, andererseits – und das ist wichtig – die Aufnahmefähigkeit der Gesellschaft nicht zu überfordern. Doch 2015 öffnete Merkel alle Schleusen, über 4,4 Millionen Migranten kamen seit dem, weitgehend mit wenig Bildung und wenig Finanzmittel ausgestattet, das über die Bezahlung von Schleusern hinausging. Dass die meisten unerbetenen Zuwanderer Muslime und Araber waren, milderte das Problem nicht.
Linke haben Bevölkerungsforscher immer für Spinner gehalten. Und auch Leute wie Stefan Sasse waren durchaus auf dem Standpunkt, man müsse aufnehmen was komme, die Grenzen könnten nicht geschützt und Menschen mit dem Wort „Asyl“ auf den Lippen nicht abgewiesen werden. Man zündet die Gesellschaften an und beklagt, dass die das Feuer nicht klaglos ertragen.
Man zündet die Gesellschaften an und beklagt, dass die das Feuer nicht klaglos ertragen.
Nein, verehrter Herr Pietsch, kein Ärger über Politik rechtfertigt oder entschuldigt Gewaltorgien eines Mobs! Das galt für die BLM-„Proteste“ in den USA genauso, wie es für die Ausschreitungen in Belfast gilt. Gegen Mobs geht man immer und ausnahmslos mit Härte vor und ich persönlich plädiere in jedem Fall, völlig unabhängig vom Anlass, für ein paar öffentlichkeitswirksame Hinrichtungen. Dass die Medien auf unterschiedliche Mobs unterschiedlich verständnisvoll reagieren – mit den BLM-Mobs waren deutsche Medien sehr gnädig – ändert daran überhaupt nichts. Die öffentliche Meinung war, ist und bleibt ein Euphemismus für öffentliche Müllkippe.
Gruss,
Thorsten Haupts
Bravo! Haltung gezeigt! Nur habe ich nichts gerechtfertigt. Was ich aber schreibe, sind jahrhundertelange Erfahrungen. Wir denken immer, alles auf den Kopf stellen können und dann laufen die Dinge anders.
Auch in Deutschland werden die (gewaltsamen) Konflikte zunehmen, die Anzeichen sind überdeutlich. Das ist keine Rechtfertigung von Gewalt, sondern nüchterne Analyse.
Erzählen Sie mir bitte keinen Unsinn. Man zündet die Gesellschaften an und beklagt, dass die das Feuer nicht klaglos ertragen. ist alles, aber keine „nüchterne Analyse“.
Am Ende einer nüchternen Analyse steht nicht eine nüchterne Analyse, sondern ein (in diesem Fall: polemisches) Fazit. Stefan wertet aber alles als bösartiges Fazit.
Ich bin völlig gegen Progrome, aber wir sollten diese Wut ernster nehmen. Wenn man aus Gründen der Globalen Wettbewerbsfähigkeit alles in die Londoner Finanzwelt steckt und sich für den überwiegenden Teil des restlichen Landes keinerlei Perspektiven eröffnen, sind das die Folgen.
Wenn die ursprüngliche Bevölkerung einen unaufhaltsamen Verlust ihres Lebensstandards im Vergleich dem ihrer Eltern erleben und dann noch fragwürdige Asylbewerber gratis-Wohnraum in Hotels und neu errichteten Unterkünften erhalten, schlagen die Leute irgendwann zurück.
Wir sollten das genauer von mehreren Seiten betrachten auch in Bezug auf unser eigenes Land. Und mein Ausblick auf Ostdeutschland ist nun wirklich nicht der empathischste.
Ich bin völlig gegen Progrome, aber wir sollten diese Wut ernster nehmen.
Nein, da bin ich bei Thorsten. Bei Pogromen in solchen Ausmaßen muss man mit aller Härte erstmal zwischenhauen (öffentliche Hinrichtungen müssen es ja nicht gleich sein^^ – aber ansonsten gilt das auch für die Ausschreitungen bei BLM oder sonstigem)
Danach kann man ja sehen, ob Leute für einen echten Diskurs aufzutreiben sind.
So ein Pogrom hat auch nichts mit irgendeiner Wut zu tun, sondern mit enthemmter Gewalt – und zwar gerne mit Lust an Gewalt, die mit dem eigentlichen Anlass gar nichts mehr zu tun hat. Die muss man erstmal loswerden, wenn man da irgendetwas ernsthaft diskutieren will.
Stefan spricht hier selbstverständlich von „Progromen“, obwohl in der internationalen Presse der Begriff „Ausschreitungen“, manchmal mit „rassistisch“ davor dominiert. In Bezug auf Belfast wird eine ganz andere Phase mit „Progromen“ umrissen.
Gerade als Deutsche sollten wir sehr vorsichtig mit dem Begriff umgehen. Dass Stefan es nicht tut, ist ein weiteres Anzeichen, wie sehr er sich radikalisiert und Grenzen, gerade auch sprachlicher wie historischer Form, nicht mehr einhält.
Die Politik, gerade die deutsche, hat seit 2015 geradezu mutwillig gesellschaftliche Konflikte potenziert. Die Regierung Merkel hat die Grenzen scheunentorartig geöffnet und über 4,4 Millionen Armutsflüchtlinge kamen durch. Das sind fast 6 Prozent der Gesamtbevölkerung und dass, ohne dass die Regierung darüber ein einziges Mal im Deutschen Bundestag abstimmen ließ oder nur eine Aussprache ansetzte. Als Merkel 2017 bei der Bundestagswahl zweistellige Verluste erlitt, erklärte sie noch am Wahlabend, sie wisse nicht, was sie hätte anders machen sollen. Die Regierung aus Union und SPD wurde anschließend fortgesetzt als wäre nichts gewesen.
Das ist gelebte Demokratie in Deutschland. Selbst erdrutschartige Veränderungen erst in der Gesellschaft und dann im Wahlergebnis führen keinen Deut zu einer Veränderung der politischen Konstellationen und der Politik. Und wenn es dann immer noch nicht reicht, überlegt man sich ein Parteiverbot, die den ganzen Frust absorbiert.
Als es in Kiew zu Zeiten der orangenen Revolution zu heftigen Ausschreitungen mit Toten kam, verteidigten wir im Westen die Demonstranten, dass ihnen angesichts des Verhaltens der Regierung keine andere Wahl bliebe als zu den Waffen zu greifen.
Die vornehmste Aufgabe eines Staates ist, seine Bürger zu schützen und ihnen körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten. Ihr macht diesen selbstverständlichen Anspruch permanent lächerlich. Das vergiftet.
Wir können es auch gerne rassistische Ausschreitungen nennen, wenn dir das weniger Unbehagen bereitet. Es ändert ja nichts an dem, was da passiert ist. Es sind Ausbrüche ungehemmter Gewalt und die sind immer besorgniserregend und gefährlich und müssen schnellstmöglich eingedämmt werden.
Die vornehmste Aufgabe eines Staates ist, seine Bürger zu schützen und ihnen körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten. Ihr macht diesen selbstverständlichen Anspruch permanent lächerlich.
Diese Aufgabe gilt erstaunlicherweise für alle Menschen in diesem Land. Du machst diesen Anspruch lächerlich, wenn du einen Mob mit politischen Schwierigkeiten rechtfertigst.
Das wäre sinnvoll, ja. Wie gesagt, warum müssen wir von Progromen sprechen, wenn internationale Medien von racist riots reden? Hat durchaus einen ernsten Kern, Ariane.
Was mich halt auch stört: Bei allem, wo gerade Linke nur den Verdacht haben, es könnten rassistische Motive involviert sein, läuft eine Empörungswelle. Aber bei dem gleichen Sachverhalt, nur eine andere Gruppe von Betroffenen, gibt es bestenfalls ein gelangweiltes Wegschauen, wenn nicht rechtfertigen. Ein toter Mensch ist ein toter Mensch. Und ein abgefackeltes Auto ist ein Schrotthaufen, egal, was der Täter für Motive hatte.
Gerade rufen linke Gruppierungen zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen den AfD-Parteitag in Erfurt auf. Der Parteitag soll nach Ansicht der LINKEN und Gewerkschaften verhindert werden. Das sind verfassungsfeindliche Akte.
Mein Punkt ist: Man kann solche gesellschaftlichen Konflikte analysieren. Aber wir sollten immer Analyse von Rechtfertigung trennen. Und zur Analyse gehört, dass die Politik mit der veränderten Migration gesellschaftliche Konflikte stark angeheizt hat. Es ist kein Unterschied, ob dies in Großbritannien, in den USA, in Deutschland oder Südafrika passiert. Das ist unabhängig von Ethnie, Wohlstand und Geschlecht. Wenn wir das als Arbeitsgrundlage hätten, wären wir im Entwicklungsstand einiges weiter.
Astreiner Nazi-Sprech, widerlich.
Wir wissen heute besser als vor 10 Jahren, dass Migration zur Aufrechterhaltung der Arbeitskraft sehr komplex. Japan ist umgekehrt, China wird das vielleicht nie versuchen. Wir haben darin eine gewisse Tradition, dh der ständige Zufluss im 19. Jhdt vornehmlich von Populationen, die das Joch des Russischen Reiches ertragen mussten. In Frankreich gabs im 19. Jahrhundert auch starke Einwanderungswellen aus den West-Gebieten Russlands, d.h. das Gebiet des besetzten Polens, und aus Italien.
Und halt das Araber, Berber, Türken, Afrikaner und Islamgläubige insgesamt nicht alle gleich sind. Das beinhaltet natürlich auch, dass man Grenzen setzt. Ich lehne diesen gewissen Hang zur Laissez-Faire Laschheit ab. In einigen Punkten sollte die Politik sehr klar sein und auch Druck ausüben.
Du reagierst wenig auf das von mir Gesagte. Die Empfehlungen bewegten sich im Mittel der von mir genannten Spanne, was z.B. auch das Statistische Bundesamt in seinen Projektionen immer nutzte. Die Politik hat dann plötzlich die Zahlen vervielfacht und qualifizierte Fachkräfte durch unqualifizierte Armutsflüchtlinge ersetzt.
Ich betrachte die Dinge aus einer anderen Perspektive als du.
Ich denke, dass sich die Welt so radikal ändert, dass wir sie neu analysieren sollten.
Ich bin ja inzwischen für mehr Kontrolle an der Grenze.
Gibt keine andere Perspektive. 🙂
Das ist nicht einmal Second-Best-Lösung. Ein Staat hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, seine Grenzen zu schützen. Diese Schutzpflicht dient den eigenen Bürgern, die nebenbei ja den Staat finanzieren. Innerhalb der EU hat man sich aus guten Gründen für die Verlagerung der Schutzpflicht auf die europäische Ebene entschieden.
Was absurd ist, dies richtig zu finden und gleichzeitig sich auf den Standpunkt zu stellen, jedes Land müsse einzeln prüfen, ob im Rahmen der Regeln ein Flüchtling vielleicht nicht in Griechenland, wohl aber in Deutschland aufgenommen werden müsse. Diese Absurdität ist jedoch seit 2015 Standard.
Wir haben ein Problem der Rechtsinterpretation. Die Genfer Flüchtlingskonvention wird von anderen internationalen Gerichten nicht so ausgelegt wie vom EuGH. Und die erste Frage bei der Auslegung von Recht ist immer: Hat der Gesetzgeber mithin der Souverän, das so gemeint wie Richter etwas interpretieren? In Bezug auf die europäische Migrations-Rechtssprechung muss man zehn Tequilas intus haben um dies noch zu bejahen.
Wenn wir in Europa dieses Recht weiter so exerzieren, bringen wir die Gesellschaften um.In Deutschland sehe ich den Kipppunkt längst überschritten, deshalb auch persönliche Entscheidungen. Man kann nicht innerhalb weniger Jahre 4,4 Millionen weitgehend kulturferne Menschen mit weit unterdurchschnittlicher Bildung und anderen Traditionen aufnehmen und meinen, das würde die Gesellschaft nicht zum kippen bringen.
Peter Scholl-Latour
2) Fertility Divide
Einerseits spricht daraus eine gewisse Hybris der Konservativen, die dann gerne zu der Kindesmisshandlung führt, die in Skandalen aus diesen Kreisen immer wieder Bahn bricht.
Derartiger, vorurteilsbeladener Hass macht schon sprachlos. Konservative sind in der Tendenz Kindermisshandler und Kinderschänder.
Studien zeigen viel mehr, dass Konservative ein positiveres Zukunftsbild haben und optimistisch eingestellt sind. Ganz im Gegensatz zu Linken, die immer den Weltuntergang an die Wand malen: Atomkrieg, Waldsterben, Überhitzung, Epidemien, Klimakatastrophe.
Studien zeigen viel mehr, dass Konservative ein positiveres Zukunftsbild haben und optimistisch eingestellt sind. Ganz im Gegensatz zu Linken, die immer den Weltuntergang an die Wand malen: Atomkrieg, Waldsterben, Überhitzung, Epidemien, Klimakatastrophe.
Hört sich nach Quatsch an. Die Menschen, die Angst vor Migration, Windrädern, Wärmepumpen, der Ghettoisierung der Städte oder dem allgemeinen moralischen Verfall haben, würde ich nicht ins linke Spektrum zuordnen.
Konservative glauben im Gegensatz zu Progressiven nicht an die eine glücklich machende Lösung, wie das Ihre Aufzählung (Wärmepumpe!) impliziert. Sie sind pessimistischer, was gesellschaftliche Entwicklungen betrifft (zu Recht, wie die Erfahrung lehrt), aber privat sehr optimistisch und sie haben anders als Progressive ein positives Menschenbild. Deswegen sind sie ja auch häufiger religiös. Deswegen sind sie auch weit häufiger verheiratet und Unternehmer oder selbstständig.
Konservative Menschen sind mit ihrem Leben zufriedener. Häufiger als liberal oder politisch links eingestellte Zeitgenossen können sie in ihrem Leben einen Sinn erkennen. Das zeigt eine Studie von Forschern um David Newman der University of Southern California in Los Angeles, die jetzt im Fachjournal „Social Psychological and Personality Science“ veröffentlicht wurde.
So bezeichnet sich beispielsweise in den Vereinigten Staaten jeder Zweite der den Republikanern Nahestehenden als glücklich. Bei den Demokraten sind es hingegen weniger als 30 Prozent. Ähnliche Trends finden die Wissenschaftler auch in anderen Ländern. Die Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen. (..)
Bei ihrem Studiendesign haben die Forscher um Newman aber darauf geachtet, die möglichen Effekte durch Religiosität und Konservativismus voneinander zu trennen. Sie fanden, dass sich das Glück der Konservativen nicht einfach durch Religion erklären lässt. Es ist noch größer. Die Autoren der aktuellen Studie vermuten, dass sich das Wohlbefinden der Konservativen durch eine stärkere soziale Verankerung im Familien- und Freundeskreis erklären lässt. Aber vielleicht leiden sie auch einfach seltener unter sozialen Verhältnissen, die von politisch Linken kritisiert werden.
https://www.welt.de/print/die_welt/article178208078/Konservative-sind-gluecklicher.html
Hätten Sie alles wissen können statt sich Vorurteilen des linken Spektrums hinzugeben.
Weder im Welt-Artikel, noch im Fachartikel wird auf Zukunftsängste eingegangen. Die Fragen, die gestellt wurden waren alle von der Art: „How often, if at all, do you have the feeling that life is meaningless?“ oder “My life has a real purpose”.
Ausser beim Sinn des Lebens gab es außerdem kaum Korrelation zwischen Konservativismus und Zufriedenheit, wenn man Religion herausgerechnet hat:
„[…] the relationship between political orientation and meaning in life remained significant after adjusting for religiosity, whereas relationships involving other well-being measures were usually no longer significant after adjusting for religiosity. „
Was meinen Sie? „Haben Sie Angst vor einem Atomkrieg?“ Oder so etwas? Das ist nicht zielführend, weil die Relationen in jeder Gesellschaft anders sind. Es geht um Einstellungsfragen. Sie können ja selbst die KI anwerfen, aber Sie kommen nicht umhin, dass konservative Menschen eine positivere Lebenseinstellung haben. Also das glatte Gegenteil des Behaupteten.
„Aber vielleicht leiden sie auch einfach seltener unter sozialen Verhältnissen, die von politisch Linken kritisiert werden.“
Zitat aus Ihrer Quelle. Letzter Satz. Überlesen?
Wissenschaftler sprechen nicht von „vielleicht „, sondern Erkenntnissen. Ich habe es nicht zitiert, weil es keine allgemein akzeptierte Erkenntnis ist.
Aber das ist ein Nebenkriegsschauplatz.
Studien zeigen viel mehr, dass Konservative ein positiveres Zukunftsbild haben und optimistisch eingestellt sind.
Detlef Schulze sah das unbelegt und gegen die entsprechenden Studien als Quatsch an. Ich werte das mal als klaren Punktsieg (wenn schon nicht durch technischen KO) für mich. 🙂
Ich werte das mal als klaren Punktsieg (wenn schon nicht durch technischen KO) für mich.
Das koennen Sie gerne so werten. Ueber Zukunftsangst steht da aber trotzdem nichts, dass haben Sie so interpretiert, wahrscheinlich, weil das irgendwie Ihren Erfahrungen entspricht. Und das ist ja auch nicht unlogisch. Menschen, die Problem jetzt sehen oder in der Zukunft erwarten, sind draengen natuerlich eher auf Veraenderungen, um diese abzuwenden. Allerdings ist es genauso logisch, dass Konservative Angst vor potentiellen Problemen haben, die Veraenderungen mit sich bringen, dass sie diese ablehnen. Beide Argumente machen Sinn. Ob die Angst der Konservativen oder die der Progressiven ueberwiegt, weiss ich nicht, wurde aber in der Studie auch gar nicht untersucht.
Sie sehen doch selber an den Foristen hier im Blog, wer welche Zukunftsaengste hat. Stefan Sasse hatte Angst vor Corona, Jens Happel hatte Angst vor der Diktatur, die kommt wenn Corona-Massnahmen durchgesetzt werden. Mir mach der Klima-Wandel sorgen, Ihnen die Einwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen. Ralf fuerchtet die Gefahr durch soziale Medien, Thorsten Haupts die zunehmende Einschraenkung freier Meinungsaeusserung.
Ehrlich, ich sehe in keinster Weise, dass „Konservative ein positiveres Zukunftsbild haben“.
Uebrigens, ich habe mich hauptsaechlich an diesem Satz von Ihnen aufgehangen. Was Ihre Kritik an Stefan Sasse bzgl. den Konservativen Kindesmisshandlern angeht, stimme ich Ihnen uebrigens zu.
Nur der Form halber, Sie gehören zu meinen liebsten politischen Gegnern mit hohem intellektuellem Niveau.
Ich habe keine Angst vor Einwanderung. Sie ist passiert. Und ich hatte keinen Einfluss darauf. Angst hätte ich, würde mich jemand gerade mit einer Waffe bedrohen. Ich musste in meinem Leben so viel kämpfen, dass ich gelernt habe, schwierige Situationen zu managen. Ich kann auf das, was mir nicht gefällt, reagieren. Ich habe vor 11 Jahren hier (!) prognostiziert, wie die Entwicklung laufen und was passieren wird. Ich hatte also ausreichend Gelegenheit, ohne Angst aber mit Bedauern mich darauf einzustellen. Anders als die vielen naiven Träumer (auch hier im Blog). Und ich habe meine Entscheidungen getroffen. Sie sind unabänderlich. Warum sollte ich da Angst haben?
Gäbe es überhaupt etwas, was Sie überzeugen könnte? Das ist doch die Frage. Ich sehe da nichts. Konservative haben mehr und häufiger Kinder, sind häufiger verheiratet, gründen häufiger Unternehmen und sind in hochverantwortlichen Positionen. Was kann mehr Zukunftsoptimismus ausdrücken als solche Lebensentscheidungen?
4) Normenkonflikt
Es wäre etwas Neues, würden sich Linke an Grundgesetzverstößen stören. Zur Erinnerung: Die von SPD und Grünen geführte Ampel-Regierung scheiterte wegen ihrer verfassungswidrigen Finanzpolitik. Und Stefan verstand die Welt nicht mehr, er kommentierte, wenn nur der liberale Finanzminister Lindner in Karlsruhe geschickter argumentiert hätte, wäre es nicht zum Totalschaden gekommen.
Auch hier erschöpft sich der Bloginhaber in Mutmaßungen, die hauptsächlich seiner Phantasie entspringen. Anders als beim Haushaltsurteil, dem von Linken geforderten Paritätsgesetz, den Enteignungskonzepten, die allesamt von Verfassungsgerichten mehrfach zurückgewiesen wurden und dennoch als Untote weiterleben, ist bei den bisher bekannt gewordenen Konzepten der Bundesregierung nichts auf den ersten Blick Verfassungswidriges erkennbar.
Auch hier: Selbstradikalisierung eines „Progressiven“.
Zu t)
Exakt das – die LLMs lernen aus sich verschlechternden Trainingsdaten, die von anderen LLMs produziert werden – ist mir vor einem Jahr auf-/eingefallen. Das muss nicht zwangsläufig so bleiben, aber für das Training ist dann ein erheblich aufwendigerer Qualitätssicherungsprozess notwendig.
>Exakt das – die LLMs lernen aus sich verschlechternden Trainingsdaten, die von anderen LLMs produziert werden – ist mir vor einem Jahr auf-/eingefallen.
Jupp. War leider vorhersehbar; unter https://en.wikipedia.org/wiki/Model_collapse findet man ein paar Infos zu dem Phänomen.
>für das Training ist dann ein erheblich aufwendigerer Qualitätssicherungsprozess notwendig
Naturgemäß kann weder ein Mensch noch eine Maschine gut erkennen, ob Output ‚echt‘ ist. Dass LLM-generierter Output sich täuschend ähnelt, ist halt sowohl Feature als auch Bug. Deshalb haben die Tools, die Lehrer:innen anbieten, das bei Abgaben zu erkennen, auch hohe Raten an false positives und false negatives. Kurzfristig kann man da wohl nur raten, künftig wieder vermehrt auf mündliche und/oder in den zugelassenen Werkzeugen stark reglementierte Prüfungen zu setzen.
LLMs werden immer halluzinieren. Sie geben bei manchen komplexeren technischen Fragen falsche Antworten und erzeugen unnötig komplexen Code. Claude Code schaltet dem eigentlichen Modell Skripte vor, die erstaunlich erfolgreich darin sind, die Code Qualität zu verbessern.
Es gibt aber riesige Probleme in anderen Feldern:
– Die Chinesen trainieren ihre Modelle mit den US-Modellen und das verringerte die Abstände so rapide, das viele auf die wesentlich kostengünstigeren chinesischen Modelle umstiegen. Mirage aus Frankreich kann hier nicht wie die Chinesen agieren.
In den USA wächst der gesellschaftliche Widerstand.
– Die Kosten der permanenten Investitionen in immer neue Rechenzentren kann in den nächsten Jahren nicht eingespielt werden, auch weil mit den Chinesen neue potente Wettbewerber den Markt betreten und überhaupt fraglich ist, ob für viele Aufgaben vielleicht bald lokale LLMs wettbewerbsfähig werden.
– KI Nutzung war bisher subventioniert und der Umstieg von Abomodelle auf die wirkliche Tokennutzung, liess viele KI-nutzende Unternehmen erschaudern.
– Aber: Besonders in stark integrierten Unternehmensanwendungen mit viel Integration ist der Fortschritt erschreckend. Hier ein Video und der Typ ist sehr kompetent: https://www.youtube.com/watch?v=eLDHrqKplVI
6) Kriminalitätsstatistik
Das Problem der wachsenden Gewalt gegen Frauen hat maßgeblich mit der Migration zu tun. Auch wenn sich das überdeutlich in den Statistiken zeigt, darf es nicht thematisiert werden. Das Land ergeht sich in unbewiesenen Behauptungen wegen digitalisierter sexueller Gewalt, die eine Schauspielerin erfahren haben soll und die gleichen Aktivisten blicken selbstverständlich über die Vergewaltigungen in der Obhut des Staates hinweg. In Deutschland muss eine vergewaltigte Frau hoffen, dass der Täter ein weißer Einheimischer ist, sonst interessiert ihr Leid niemanden.
Zu 2) Einerseits spricht daraus eine gewisse Hybris der Konservativen, die dann gerne zu der Kindesmisshandlung führt …
Ja, wer kennt sie nicht, die weit verbreiteten Kindesmisshandlungen in den Einfamilienhäuser-Vororten deutscher Städte … Merkst Du eigentlich manchmal noch, was Du schreibst?
Ich erinnere übrigens höflich daran, dass der einzige Versuch, Kindesmisshandlung sogar gesetzlich zu verankern, von den GRÜNEN der achtziger und neunziger kam, die versuchten, die Ärsche kleiner Jungs für den Missbrauch durch Schwule freizumachen. Unter Zuspruch von Teilen des linksliberalen (!) Bürgertums.
Gruss,
Thorsten Haupts
>Ja, wer kennt sie nicht, die weit verbreiteten Kindesmisshandlungen in den Einfamilienhäuser-Vororten deutscher Städte
Ich sehe nichts in dem Abschnitt, das sich auf Deutschland bezieht. Der ursprüngliche Bezug ist USA. Auch Sarah Palin war eher keine deutsche Politikerin.
Stefans Aussage ist vielleicht etwas provokativ und reduktiv. Aber natürlich gibt es im von ihm thematisierten Milieu vermehrt Haltungen zur Erziehung von Kindern, die wissenschaftlich mittlerweile als missbräuchlich eingeordnet wird. Die Hybris, man wisse es besser, führt zu „mein Kind kommt mir nicht in die staatliche Schule“, „ein Klaps auf den Po hat früher auch nicht geschadet“ bis hin zu frühzeitlicher Indoktrination in Sekten und auch sexueller Gewalt.
Was das mit „aber die Grünen“ zu tun hat, bleibt offen. Die spielen in den USA eher die Rolle einer Alibi-Partei.
Ich hatte Stefan S. Aussagen auf Deutzschland bezogen, auch wenn die Studie in den USA gemacht wurde. Dieser Beitrag wäre völlig überflüssig, wenn Stefan nicht davon ausginge, dass sich die Ergebnisse wie die Argumente übertragen liessen. Darüberhinaus sind zumindest in deutschen Medien auch nicht regelmässig Misshandlungsskandale aus den USA publik geworden, was sollte bezogen auf die USA also diese Spitze?
Ob _Stefan_ davon ausgeht, dass sich das 1:1 übertragen lässt, weiß ich nicht; ich jedenfalls gehe davon nicht aus. Zum Beispiel, weil hier Homeschooling korrekterweise verboten ist.
>Darüberhinaus sind zumindest in deutschen Medien auch nicht regelmässig Misshandlungsskandale aus den USA publik geworden
Das geht ja sehr in die Breite. Z.B. conversion therapy (die hierzulande bei Minderjährigen seit 2020 verboten ist, in den USA jedoch nur in der Hälfte der Bundesstaaten).
Ich hatte Stefan S. Aussagen auf Deutzschland bezogen, auch wenn die Studie in den USA gemacht wurde.
Vermutlich werden wir die Beweggründe nie erfahren, wenn Stefan einfach Kommentarurlaub macht und dem Fußvolk die Küchenpsychologie darüber überlässt 😀
Ich wäre noch aus einem weiteren Grund skeptisch, Menschen sind ja selten eindeutig Konservativ oder progressiv und das bedeutet in den USA auch gerne noch was anderes als in Deutschland. Mehr als vage Hinweise für Deutschlands Situation würde ich hier nicht sehen.
Auch gibt es deutliche Unterschiede im Mindset, Stefan hatte in irgendeinem letzten Vermischten ja eine andere Studie aus den USA, die zeigte, dass Gewalt gegen Kinder (gemeint waren sowas wie Schläge) noch deutlich normaler ist als in Europa/Deutschland heutzutage.
a) „Linke Medien“ und so.
Die USA geben nicht (angepasst) 50 Milliarden Dollar für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus.
d) Die Fehler der 2000er Jahre werden 1:1 wiederholt.
Ist in Deutschland die Altersarmut gestiegen, weil langjährige Hartz-IV-Empfänger nicht mehr ihr Haus halten konnten? Linke werden immer alberner. Die Sozialausgaben steigen schneller als die Nettoeinkommen der Erwerbstätigen. Das ist das Kernproblem.
g) Dorothee Bärs selbst finanziertes Studium. Immer dasselbe mit diesen Leuten.
Über Baerbock, die weit mehr die öffentlichen Quellen angezapft hat und wesentlich erfolgloser mit ihren Bildungsanstrengungen war, wurden wesentlich weniger Worte verloren. Dorothea Bär verwendet die Argumentation des Bundesverfassungsgerichts. In diesem Fall ist das für Linke ein Skandal. Und ja, wer 20 Stunden die Woche studiert, kann nebenher jobben.
i) Da sind wieder die bürgerlichen Rechtsstaatsverteidiger*innen: „Deutschland bricht EU-Recht, verständlicherweise“ erklärt Anna Schneider.
Deutschland geht überall Sonderwege, das ist kein Skandal. Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland verstoßen jahrzehntelang systematisch gegen EU-Recht, aber das war für Stefan Sasse immer Notwehr. Das ist The Big Picture.
j) Ist schon praktisch, dass Liberale und Konservative nie mit Finanzierung behelligt werden. Siehe auch hier.
Mit der Finanzierung von Was? Mit der Finanzierung von „wenn die Bürger nicht mehr so viel zahlen müssen“, kann der Staat nicht mehr sämtliche „Wünsch-Dir-Was“-Programme bezahlen?
p) Ich finde den US-Umgang mit Trinkgeld völlig pervers. Das sollte komplett verboten werden.
Linke Deutsche verstehen aus ihrer Blase die Welt nicht. Mal irgendetwas Neues bitte.
s) Nieten in Nadelstreifen.
Ein unter Aufsicht des Staates und von Gewerkschaften dominiertes Unternehmen. Ein anderes, die Deutsche Bahn, ist gerade wieder wegen ihrer Unfähigkeit in den Schlagzeilen. Beweis #53434223, dass der Staat sich aus der Wirtschaft heraushalten sollte und Gewerkschaften keine Mitsprache bei unternehmerischen Entscheidungen haben sollten.
g) Dorothee Bärs selbst finanziertes Studium. Immer dasselbe mit diesen Leuten.
Noch dazu:
Ich beschreibe Baerbock anlässlich dieses Fotos so, wie ich sie über die Jahre erlebt habe. Unter anderem als „herrisch“, „karrieristisch“ und „von oben herab“. (..)
Eine Szene aus dem Wahlkampf 2021, in dem sie Kanzlerkandidatin der Grünen war, ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Das war in Bielefeld. Eine große Kundgebung zusammen mit Parteikollegin Britta Haßelmann. Baerbock war fertig mit ihrem Programm und ging zu ihrem Wahlkampfbus, auf dem ein riesiges Bild von ihr drauf war, zurück, um weiterzureisen. Da wartete ein Rentner mit beigem Hut und beiger Weste und einem Blatt Papier und einem Stift.
„Frau Baerbock“, fragte der Rentner, „würden Sie mir vielleicht ein Autogramm geben?“ Baerbock schaute ihn an. Sie blieb sogar kurz stehen. Sie sagte, fast herrisch zurechtweisend: „Dafür habe ich keine Zeit.“
Und sie stieg in den Bus. Und die Tür ging hinter ihr zu. Und der Bus fuhr los. Und der Rentner mit seinem Hütchen und seiner Weste und mit dem leeren Blatt Papier stand immer noch da, als der Bus schon längst nicht mehr zu sehen war. Und genau darauf bezog sich meine Einschätzung, sie sei herrisch und von oben herab.
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6a3a895e84d1ec4a45f9a0a0/sexismus-vorwurf-herrisch-und-von-oben-herab-nach-meiner-baerbock-beschreibung-gelte-ich-als-frauenfeind.html?source=puerto-reco-2_ABC-V50.5.B_schlagzeilen
Warum wurde diese Geschichte damals nicht groß thematisiert, wohl aber fragwürdiges Verhalten von männlichen Politikern, gerade wenn sie in der Union und FDP sind?
„was angesichts von Pogromen einen erschreckenden Mangel an Urteilsfähigkeit vermissen lässt“
Ich glaube, du meinst das anders.
Zu i) Recht ist kein à-la-Carte-Menü!
Flüchtlingsrecht in der EU ist schon sehr lange A la Carte Menü, Deutschland ist hier nur Nachzügler. Andernfalls hätte Stefan vollkommen Recht.
e) Welcher Teil ist unschön(er) ? Das Rumpöbeln oder das Doxxing?
h) Mir gefällt sehr der Schlusssatz, in welchem klar gestellt wird, was die größten Gefahren für H. Bidens Rehabilitation in ein anständiges Leben sind : Crack, Cryptocurrencies und Congress.
.i) Nicht nur in den aufgeladenen Themen, auch bei sehr technischen Sachen kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen EU und nationalen Gesetzgeber. Das ist banal und hat imho nicht viel mit dem Rechtsstaatsideal zu tun, weil sich die EU-Richtlinien und Vorschriften in die Rechtshierarchie „Verfassung bindet Gesetzgeber, Gesetze binden Exekutive bei der Umsetzung“ hineindrängen.
p) Es ist auch nicht ganz „erlaubt“. Minimum Wage ist $ 7,25 bundesweit ohne tips und $ 2,13 mit tips. Soweit so übel. Aber immerhin gilt, dass wenn der Angestellte mit tips nicht auf die $ 7,25 kommt, die Arbeitgeberin die Differenz aufstocken muss.
q) Alternative Lesart: Aus den Medien in a) haben Wählende gelernt, dass „socialism“ bedeutet, dass jeder krankenversichert ist – und finden das eher moderat.
v) Bessere Wortwahl wäre: Das Gegenstück zum „great man“ ist nicht „mediocre man“ sondern „great fuckup“
x) (Eigenes) Bob Blume schlägt Bundesaltenspiele vor
https://web.de/magazine/wissen/psychologie/bundesjugendspiele-gut-verstehen-jugend-42386854
Finde ich schon deswegen sympathisch, weil ich das hier auch schon angedacht hatte (Vermischtes vom 13.07.2023)
Bessere Wortwahl wäre: Das Gegenstück zum „great man“ ist nicht „mediocre man“ sondern „great fuckup“ …
Nope! Nichts an Wilhelm II war „great“, nicht einmal seine Fehler. Das war ein Durchschnittsmensch, der mit auch noch mangelnder Ausbildung (Fehler seiner Eltern!) auf dem Platz des mächtigsten Mannes Deutschlands landete.
Kennen Sie dieses Buch?
https://www.amazon.de/Gro%C3%9Fe-Verlierer-Von-Goliath-Gorbatschow/dp/3498063650
Nicht gerade tiefe Analyse, aber unterhaltsam.
Ja, steht bei mir im Bücherschrank. Sehr unterhaltsam … und sehr lehrreich. Glück ist zwar nicht die Basis von Erfolg, aber es gehört zu grossen Erfolgen immer mit dazu.
s) China startet gerade eine Export-Initiative für E-LKWs für die Langstrecke. Mit Akku-Tauschsystem. Noch vor wenigen Jahren galt das als völlig unrealistisch. Da werden auch wieder einige überrascht sein.
Ich hatte dazu, (sorry nie wieder auffindbar) kurze Erfahrungsberichte von LKW-Fahrern, die jetzt E-LKWs fahren, gelesen. Die zeigten sich selbst überrascht, wie groß der Vorteil in „Arbeitsplatzzufriedenheit“ war, weil weniger Geräusche und Vibrationen vorhanden sind und dass sie die Arbeit dadurch als deutlich weniger belastet von so „Nebenerscheinungen“ sehen.
Eigentlich etwas komisch, dass solche Argumente bislang gar keine Rolle spielen (wer interessiert sich schon für LKW-Fahrer), aber das wäre ein MASSIVER weiterer Benefit und auch für so eine Mangelbranche dann natürlich (vermutlich) ein deutlich wichtigerer Wechselgrund, weil du damit die Leute kriegst.
>Ich hatte dazu, (sorry nie wieder auffindbar) kurze Erfahrungsberichte von LKW-Fahrern, die jetzt E-LKWs fahren, gelesen.
https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/elektrisch-fahren-lastkraftwagen-strom-statt-diesel-gueterverkehr-strasse-,e-lkw-114.html
>Der Dauerlärm und die Vibrationen des Dieselmotors fallen weg, dazu beschleunigt der Elektroantrieb kräftiger und gleichmäßiger. „Da merkt man erst, was für ein Stressfaktor das vorher war.“
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Naja, aber was soll man darüber gut debattieren?
Es gilt wie für den sonstigen Fuhrpark auch:
– in der Anschaffung zunächst mal teurer (aber der Gap schrumpft)
– danach jedoch wartungsarmer
– es gibt noch Infrastrukturschwächen (auch hier: wird immer besser)
Bei LKWs spielt dann noch mehr als bei PKWs (ist gut, Jürgen, du juckelst alle drei Wochen nach Italien) die Reichweite eine Rolle. Auch das ist ein Problem, was sich von Generation zu Generation bessert.
Ich wüsste politisch nicht Sinn oder Notwendigkeit, das zu debattieren. Speditionen rotieren halt den Fuhrpark durch, setzen dabei vermehrt auf E-LKW (Brennstoffzelle scheint auch hier eine Totgeburt; Oberleitung eher eine Nischen- oder Brückenlösung), und nennen es teilweise als Perk. Das ist ein technologischer Erfolg, aber politisch auch kein spannendes Thema.
„kein spannendes Thema“
Vielleicht doch? Zeigt zumindest, dass die Entwicklung viel schneller ist als erwartet.
Noch vor 5 Jahren waren (auch hier) alle von rechts bis links einig: Wird nicht kommen. Wie auch bei den Großspeichern. Und leider auch bei der Erderhitzung.
>Noch vor 5 Jahren waren (auch hier) alle von rechts bis links einig: Wird nicht kommen.
Weiß ich nicht. Ich denke, mit dem Tesla Roadster (2008) und Model S (2012) wurde gezeigt, dass E-Auto kein Spielzeug mehr war, sondern anfing, ernst zu werden. Dass darauf Dinge wie E-Bikes, E-LKWs und mehr folgten, finde ich nicht überraschend. Vieles aus dem IT-Bereich — Akkutechnologie, schnellere CPUs, die jetzt zur Steuerelektronik wird — konnte übernommen werden; vieles aus dem klassischen Automobil-Bereich wurde plötzlich obsolet.
Wenn sich wirklich alle oder auch nur viele Politiker:innen vor 5 Jahren, also 2021, einig waren, dass das bei LKWs nicht praktikabel sei, dann ist das ein ernsthaftes Problem mangelnder Analysefähigkeiten. Ich hoffe, dass man zumindest in der Wirtschaft da etwas weiter dachte.
Danke für den Link!
Ich denke, Citizen hat nicht unrecht. Habe auch schon einige Artikel gelesen, dass die Wirklichkeit da selbst optimistische Hochrechnungen übertroffen hat.
Auch, dass Arbeitsplatz-Zufriedenheit bisher unterbeleuchtet war. Aber gerade in so einer Mangelbranche kann das ein zusätzliches Plus bedeuten, dass dann auch die Planung nochmal beeinflusst.
Wenn Deutschland sich da nicht immer so schwer tun würde, könnte man in der Infrastruktur auch zwei Probleme verbinden, es ist ja ein riesiges Problem, dass gute Übernachtungsmöglichkeiten für LKW-Fahrer fehlen und die Raststätten bis oben vollgestopft sind und die LKWs sonstwo hinmüssen.
Das zu verbinden sowohl mit Lademöglichkeiten als auch Infrastruktur zum Übernachten könnte für den Alltag von LKW-Fahrern schon einiges bedeuten.
Zu 2) „und der Furcht der Weitergabe genetischer Effekte“.
Wie habe ich mir das vorzustellen? Dass ein Progressiver mit einem IQ von 80 oder Trisomie 21 oder angeborener Fettleibigkeit Angst hat, das an sein Kind zu vererben? Und Konservative haben das nicht?
Zu 4) „die Verrechtlichung der Politik macht diese zunehmend handlungsunfähig“
Dieser Punkt ist immer noch unterbeleuchtet. Ich glaube, viele Menschen empfinden diese Ohnmacht als außerordentlich belastend. Und wenn dann jemand wir Trump kommt und Sachen macht, die bis kurz davor als unmöglich geframed wurden, dann sind diese Menschen erleichtert und denken „es geht doch, es brauchte nur jemanden der Eier hat“. Ich glaube weiterhin, dass das einer der Gründe ist, weshalb viele Wähler gegen die eigenen Interessen wählen. Sie wünschen sich jemanden an der Spitze, der einfach macht, ob das einem selber schädigt, kann da sogar nachrangig sein. Hauptsache ein Ende der Selbstblockade.
2) Gings bei Palin nicht mehr um die Abtreibungsfrage und sie wurde deswegen (von Konservativen) gelobt oder hab ich das falsch in Erinnerung?
4) Dieser Punkt ist immer noch unterbeleuchtet. Ich glaube, viele Menschen empfinden diese Ohnmacht als außerordentlich belastend.
Ja, aber ich glaube hier liegt ein Problem in der politischen Klasse selbst, die das Selbstbewusstsein und den Machtanspruch auf Gestaltungsmacht abgegeben hat. Das führt zu einer Abwärtsspirale.
7)die Dinger können immer mehr, aber es gibt eine Art gläserne Decke, gegen die sie stoßen, und wenn es nur die zunehmende Sinnlosigkeit bestimmter Interaktionen ist.
This, das ist ja teilweise ein Vermüllungsproblem. Siehe auch die Diskussion über Reden/Artikel von KI geschrieben. Dann kannst es auch wegwerfen oder ner anderen KI zu lesen geben. Es sollte eher Anlass geben, die Sinnhaftigkeit zu überdenken und wenn man nichts Nachdenkenswertes beizutragen hat, kann man es auch lassen.
In meinem früheren Job in der Verwaltung war das noch krasser und ich kanns absolut verstehen, wenn man für den Anfang da vielleicht KI-Hilfe nimmt, wenn man mit seinem Anliegen der Verwaltung schreibt. Aber das ja ein Rüstungswettlauf, wenn ich dann gerne ne eigene KI brauche, die das KI-Geschwafel da erstmal rausextrahiert und sagt was Sache ist.
Und da hab ich es mehrmals erlebt, dass auf meine Mensch-Antwort dann leider auch nur KI-Geschwafel kam ohne auf meins einzugehen und dann konnte ich die Konversation irgendwann aus Sinnlosigkeit abbrechen. Weil ich noch keine eigene KI hab, die sich dann für immer gegenseitig zuschwafeln können^^ eine Lösung für irgendwas eh erst in Sicht, wenn da wieder zwei Menschen kommunizieren, die weder Zeit noch Bock auf so ein Hin und Her haben. Diese Hauptmotivation zur Lösungsfindung hat eine KI eben nicht.
zu 5) “Politikerbeleidigung”
Alles mal wieder nur die Schuld von Internet und Social Media. Ohne die Online-Amplifikation wäre ein am Stammtisch geäußerter “Schwachkopf” oder “Lackaffe” für niemanden ein Problem. Erst das tausendfache Teilen, Liken und Noch-Oben-Drauf-Legen macht die harmlose Bemerkung zu dem völlig zurecht geahndeten Verbrechen.
1 ) und 3 musst du gemeinsam lesen. Seit dem Brexit ist UK – wenn man von der City of London absieht , massiv verarmt und nähert sich politisch einem ‚failed state‘. Entsprechend gab es immer wieder riots in den letzten Jahren: 2022 Leicester, 2024 Southport, 2024 Harehill. Und wie Herr Pietsch beobachtet hat, ist die ehemalige Kolonie Nordirland da besonders betroffen weil noch der Religions- bzw. Nationalitätenkonflikt dazu kommt. 2013 Belfast, 2018 Derry, 2021 und 2025 landesweit. Aber es ist natürlich sehr praktisch, dass sich der „Volkszorn“ am leichtesten gegen Ausländer und Minderheiten dirigieren lässt statt ins Banken- oder Regierungsviertel.
2) Der große Fehler der Studie ist, dass sie das große gemeinsame Element „soziale Herkunft“ aus der Beobachtung herausnimmt. Richtig wäre es gewesen, da jeweils innerhalb der gleichen Statusbrackets liberals und conservatives (die womöglich viel näher beieinander sind) zu vergleichen.
Aber sollten die Erkenntnisse aus der Studie valide sein, wirft der Faktor „Furcht vor der Weitergabe genetischer Defekte“ ein unangenehmes Thema auf: Die Neigung von progressiven Liberalen zu eugenischem Denken, die eine lange historische Tradition hat: Ich möchte mal nur an die Zwangssterilisationen in Skandinavien erinnern. Womöglich ist in diesem Bereich das christlich-konservative Menschenbild robuster in Bezug auf grundsätzliche Menschenwürde.
4) Was genau ist der Unterschied zwischen dem Rechtsstaatsbejammern hier und dem in Fundstück i) ?
5) Gut dass Josephine Ballon als Juristin von HateAid e.V. (mitfinanziert von Bundesministerien und Parteien) sich dafür einsetzt, dass die Demokratie, genauer gesagt deren Souverän ( also Politiker in Bundesministerien und Parteien) vor den Despektierlichkeiten dieses übergriffigen „Volkes“ geschützt werden.
6) Genaueres Hinsehen hilft auch hier. Die Mehrheit der frauenfeindlichen Straftaten im Bereich PMK betrifft Beleidigungsdelikte – die Zunahme beruht rein auf erhöhter Anzeigebereitschaft .
7) Wäre da nicht ein enormes Potential für dich. Da die meisten Kolumnisten im Bereich Politik / Gesellschaft sehr erwartbare (und hochgradig ‚durchschnittliche‘) Meinungen liefern, wäre es am einfachsten, dir selber entsprechende KI-Agenten zu bauen, die dir deinen Newsfeed bearbeiten und entsprechende Artikel ausspucken. Du musst dann nur noch den Meinungsartikel besprechen, den z.B. Robin Alexander über Stuttgart21 geschrieben hätte.
1) Hier hat Stefan Pietsch einen validen Punkt. Pogrom ist ein unangebrachter Begriff, da das Wort Ausschreitungen bezeichnet, die seitens der Staatsgewalt geduldet oder gestützt werden. [Etwa werden vielfach die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen als Pogrom klassifiziert, z.B: https://www.amazon.de/Politische-Brandstiftung-Rostock-Asylbewerberheim-Flammen/dp/336001040X ] Bei diesem Fall sehe ich weder Duldung seitens der Ordnungskräfte, Verharmlosung durch die Politik noch vorher ein Anheizen durch Regierungspolitiker (wenn auch durch britische Medien).
zu 7
KI ist gekommen um zu bleiben, aber es ist nicht nur eine neue Technologie: es ist defacto eine technologische Revolution die so tiefgehend ist, wie bspw. der Buchdruck, oder die Dampfmaschine.
Die Herausforderung hat so viele Dimensionen. Wenn wir nur einmal auf die Auswirkungen auf die Abläufe „normaler“ Menschen schauen, werden wir sehen, dass sich komplette Berufsbilder in sehr kurzer Zeit völlig verändern und die Anpassungszeiten gleichzeitig sehr kurz sind. Das erzeugt Angst, Frust und Abwehr. In der breiten Gesellschaftlichen Debatte ist KI nach wie vor ein Nischenthema und politisch ein Randthema (wenn nicht ein Politiker dabei ertappt wird, Zeitungsbeiträge via KI zu schreiben.
Dabei ist die Relevanz auf so vielen Ebenen derart fundamental, dass es eigentlich einen nationalen Aktionsplan KI geben müsste. Das Allerwichtigste, damit die KI Transformation keine Geschichte des Verlusts wird, die unsere Gesellschaft aus den Angeln hebt wäre einen breiten Plan, wie wir KI Kompetenz in die Köpfe der Menschen bekommen.
Ich würde es eher auf Höhen wie „(pervasive) Internet“ und „Digitalisierung“ aufhängen: ja, damit _könnte_ sich vieles ändern, aber _ob_ das in der Form passiert, wie erwartet, ist schwierig abzuschätzen. Transformer-Modelle gibt es in Produktivform erst seit ca. einem halben Jahrzehnt; ChatGPT ist gerade mal 3,5 Jahre alt.
Bei der Einführung von Tabellenkalkulationen wurde auch prognostiziert, der Job von Buchhalter:innen stehe auf der Kippe; das ist nicht passiert. Stattdessen hat sich die Tätigkeit verschoben, respektive das, was den tatsächlichen Wert des Personals ausmacht, rückte mehr in den Vordergrund. Denkbar, dass „KI“ dazu führt, dass gewisse stupide Aufgaben (ich lasse ein LLM eine Mail so formulieren, wie Es Sich Gehört™; mein Gegenüber verwendet dann ein LLM, um die Mail so zusammenzufassen, dass die entscheidenden Infos rausgezogen werden können) wegfallen. Oder man stellt vielleicht fest, dass diese künstliche Förmlichkeit eigentlich von vornherein unsinnig war. Denkbar, dass ein LLM bei der Erfassung von Rechnungen schlauere Vorschläge hat und 95% schon anhand von Mustern erkennt. Die Person muss dann „nur“ noch mal drüber schauen — aber genau dieses „nur“ macht den Wert aus. Denkbar, dass an der ein oder anderen Stelle festgestellt wird: das Wandmotiv in der Firmenküche muss gar keine echte Kunst sein; ein paar generische Farbkleckse tun es auch. Dann wurde dies aber von vornherein nicht wertgeschätzt.
>einen breiten Plan, wie wir KI Kompetenz in die Köpfe der Menschen bekommen.
Gerne, aber dazu gehören für mich Aspekte wie:
– wie funktioniert ein LLM prinzipbedingt?
– was kann man damit erreichen, und was nicht? Was ist echt, was nur eine täuschend echte Simulation?
Und da sind wir noch nicht mal bei der Ethikdebatte.
Das Allerwichtigste, damit die KI Transformation keine Geschichte des Verlusts wird, die unsere Gesellschaft aus den Angeln hebt wäre einen breiten Plan, wie wir KI Kompetenz in die Köpfe der Menschen bekommen.
Ich teile Deinen Optimismus überhaupt nicht. KI ist völlig anders als etwa die Einführung von PCs in die Arbeitswelt Anfang der 90er Jahre. Letzteres war lediglich ein Tool, mit dem die Arbeitnehmer nun lernen mussten umzugehen, aber PCs haben Menschen nicht ersetzt. Mein Vater etwa arbeitete als Ingenieur in der Lüftungstechnik. Dessen Ausführungspläne wurden dann halt per CAD statt wie früher mit Tusche gezeichnet und Bestelllisten für die geplanten Anlagen wurden als Datei am Computer anstatt der früher üblichen handschriftlichen Dokumente auf Papier erstellt. Es änderte sich also das Medium, mittels dessen Ergebnisse gespeichert und übermittelt wurden, aber es brauchte immer noch den Menschen, um die Ergebnisse erstmal zu erstellen. KI hingegen ist vielmehr vergleichbar zu den Automatisierungswellen in der Industrie in den 90er und 2000er Jahren, als Arbeiter in der Fertigungsindustrie durch Roboter und Maschinen ersetzt wurden. Die betroffenen Menschen wurden anschließend nicht “anderswo” eingesetzt, sondern verloren schlicht ihren Job. Wenn eine Werkshalle in der Autoindustrie in den 80er Jahren noch einem Ameisenhaufen glich, sitzt dort heutzutage nur noch ein einziger Mensch und drückt hin und wieder auf einen Knopf in einem Raum, in dem sich Maschine an Maschine reiht. Die Arbeitsplatzverluste, die sich daraus ergaben, waren die Ursünde, aus denen letztlich Armut, Hartz IV und die Abwendung breiter Bevölkerungsteile von der Demokratie folgten. KI droht genau diese Geschichte zu wiederholen – aber in dramatisch verschärfter Form. Bei Markus Lanz habe ich nun mehrfach die Prognose gehört, dass das deutsche Budget in 2029 nur noch für Verteidigung, Soziales und Schuldendienst reichen wird. Und diese Planungen beinhalten nicht einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Sollte ein solcher Anstieg kommen, wird unsere Gesellschaft zusammenbrechen, weil wir uns entscheiden werden müssen entweder alle Russisch zu lernen oder bittere Armut in der vollen Breite der Gesellschaft zu akzeptieren oder einen Staatsbankrott mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen hinzunehmen.