Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.
Fundstücke
1) Iran und die Springerpresse
Spannend ist zu sehen, wie sich die deutschen innenpolitischen Linien in der Bewertung des Irankriegs widerspiegeln. So zeigen sich etwa quasi in Echtzeit die realen Probleme mit dem Kontrarianismus, wie ihn manche Leute kultiviert haben. Da fällt etwa Ulf Poschardt auf, der letztes Jahr noch forderte, man solle Trump „in seine Gebete einschließen“ oder erklärte, „Niemand hat den Friedensnobelpreis so sehr verdient wie Trump„. Der konservative New-York-Times-Kolumnist Bret Stephens ist in einer ähnlichen Lage. Einigen Trump-Wählende versuchen sich herauszureden, dass niemand damit rechnen konnte, dass Trump das tun würde – was Unsinn bleibt.
Generell ist die Haltung der Springerpresse zu Trump bemerkenswert. Wie der Guardian berichtet, streicht der Springerverlag nun das pro-europäische Commitment und lässt nur das zu den USA bestehen. Auch die soziale Marktwirtschaft kommt nicht mehr vor. Da werden stillschweigend lang gehaltene Grundsätze abgeräumt. Noch krasser finde ich etwa, dass Ahmed Ansour in der Welt erklärt, das größte Problem Europas sei, dass es an das Völkerrecht glaube und nicht nackte Interessenpolitik betreibe, aber gleichzeitig behauptet, dass wir uns einem ideologischen amerikanischen Kreuzzug anschließen sollten. Dieser Widerspruch durchzieht die ganze neue Haltung des Springerverlags, die von Döpfner vorgegeben wird. Falls jemand meint, ich übertreibe: Leon de Winter findet in derselben Zeitung, „allein das [islamischer Fanatismus in Europa] wäre Grund genug, die Amerikaner zu unterstützen„, macht also das Argument, dass um islamischen Fanatismus in Europa zu bekämpfen, wir Krieg im Iran führen sollten. Das ist Irrsinn.
2) Lauf des Irankriegs
Der Krieg im Iran entwickelt sich immer mehr zu einem Desaster. Ziemlich offenkundig ist, dass Iran „the Upper Hand in the Upcoming Negotiations“ hat. Das Verhandlungsgenie Trump hat sich in eine Situation gebracht, in der er seinem Gegner mehr Verhandlungsmasse in die Hand gegeben hat, weil der Iran wesentlich mehr ökonomischen Schmerz verteilen kann als die US-Bombardements im Iran verursachen können. Die hilflose Rhetorik, das „Land in die Steinzeit zurückzubomben“, zeigt in ihren offensichtlichen Anleihen am Vietnamkrieg auf mehreren Ebenen die Aussichtslosigkeit der Vorstellung, dass das Zerstören irgendwelcher Infrastruktur den Zusammenbruch des Regimes bringen würde. Wenn die Geschichte eines zeigt, dann, dass Bomben die Solidarität der Bevölkerung mit dem Regime stärkt – wie abscheulich das Regime auch immer sein mag. Nazi-Deutschland, Kim Il-Sung, Vietminh, die Ayatollahs – immer dasselbe. Gute militärische Optionen haben die USA auch nicht; wie War on Rocks analysiert, ist die viel diskutierte Einnahme der vorgelagerten Insel Kharg keine gute Idee. Weniger, weil die USA sie nicht nehmen, sondern weil sie sie nicht halten könnten. Das fundamentale Problem der USA ist dasselbe wie in Vietnam, Irak oder Afghanistan – es ist für alle Beteiligten offenkundig, dass kein politisches Durchhaltevermögen besteht. Entsprechend hat, wie es im Spiegel so schön heißt, „dieser Krieg einen Gewinner. Donald Trump ist es nicht„. Inwiefern diese Vorteile tatsächlich bestehen und nicht eine Art Überreaktion der Trump-Kritiker*innen sind, ist allerdings durchaus umstritten. Elliot Cohen etwa erklärt „Three Things the Consensus Gets Wrong About the Iran War“ – einerseits, dass die USA keine Alliierten dabei hätten (nur keine europäischen), dass ein klarer Vorteil für Russland und China bestünde (diese leiden auch unter den ausbleibenden Lieferungen und der Störung des Welthandels) und dass der Iran selbst einen so großen Vorteil hätte (weil zusammengebombt werden halt trotzdem nicht gut ist). Es wird spannend sein zu sehen, welche Einschätzungen Bestand haben werden, aber dass der Irankrieg dumm war, dürfte sich halten.
3) Schwarzfahren
Eine der merkwürdigeren Diskussionen im Umfeld um Reformen gerade ist die um die Entkriminalisierung von Schwarzfahren. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie gerade jedes noch so kleine Detail sofort in riesige Grundsatzdebatten gezerrt wird, während die großen Fragen (Energiesicherheit und Ähnliches) merkwürdig unterdiskutiert bleiben. So etwa gibt es einen Leitartikel im Spiegel, der recht differenziert die These vertritt, „Schwarzfahren bestrafen? Nicht um jeden Preis„. In der Welt indes setzt Alan Posener den Gegenpunkt: „Gelegenheit macht Schwarzfahrer„. Das Witzige ist, dass sich beide Positionen nicht einmal ausschließen, denn die jeweiligen Kritiken sind beide korrekt. Es ist völlig bekloppt, dass der Staat so viel Geld ausgibt und Leute einsperrt, die schwarzfahren, und umgekehrt ist es auch nicht einsichtig, dass die Verkehrsbetriebe (und per Umweg die zahlenden Fahrgäste) quasi die Ungleichheit Deutschlands quersubventionieren sollen. Ungeachtet der Sachdiskussion teile ich Miriam Laus Frage nach der Zielgruppe der ganzen Operation; Ariane und ich hatten das ja auch im Podcast besprochen. Was genau glaubt die SPD, dass es wert macht, politisches Kapital in diese Forderung zu stecken? Egal, wie vernünftig sie sein mag.
4) Nostalgie
Der rechtsradikale Schauspieler und Regisseur Kevin Sorbo hat einen Post auf Twitter geteilt, in dem er ein Video von New York 1975 mit der Bemerkung versah, dass die Stadt damals so viel lebenswerter gewesen sei als heute. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie losgelöst von jeder Realität diese Nostalgieposts immer sind. In den 1970er Jahren war die Kriminalitätsrate New Yorks um Kategorien höher als heute, die Stadt war quasi das Musterbeispiel eines verfallenden Molochs. Hat Sorbo jemals „Taxi Driver“ gesehen? Noch in den 1980er Jahren hatte New York eine Mordrate, die sich gegenüber 1960 vervierfacht hatte – und heute GERINGER ist als 1960. Aber das ist für dieses Narrativ völlig uninteressant, weil hier blanke Ideologie steht: früher war gut, heute ist schlecht. Und dieses Schema wird einfach darüber geklatscht, Scheiß auf Fakten.
5) Tradwives
Wissenschaftler*innen haben das Tradwife-Phänomen untersucht und kamen zu, äh, überraschenden Ergebnissen. Ich zitiere gerne ausführlich: „This “tradwife” movement urges a return to traditional roles and, when researchers in the US recently set out to examine what kind of men support it, they expected to find a cohort fond of old-fashioned chivalry.“ Did you now? Daresay, how did this turn out? „The reality, they say, was rather different. Among young American men, the strongest predictor of support for the tradwife lifestyle was not gallantry but hostility towards women.“ Color me shocked. „“We were taken aback,” said Dr Rachael Robnett, a psychologist at the University of Nevada, in Las Vegas, and lead author of the study. Her team had thought that men drawn to the tradwife idea would display what academics call “benevolent sexism” — a belief that men should protect and provide for women. This seemed to them to fit with an ethos where he earns and she cooks and cares for the children. Instead, statistical tests found that the strongest predictor of male support for tradwife lifestyles was “hostile sexism”. This involves overtly negative beliefs about women, including that they manipulate men, exaggerate discrimination and should not expect equal power.“ No shit, Sherlock. Ich habe einen Palast in Venedig, den ich diesen Leuten gerne verkaufen würde. Siehe zum Thema auch diesen Artikel.
Resterampe
a) Die Rechtsradikalen in den USA entdecken gerade, dass Originalismus gar nicht immer ihren Interessen dient. Wie ich immer sage: praktisch niemand hat Prinzipien, das ist immer nur schöne Cover für die eigene Meinung.
b) Der Rechtsdrift der Jungwählenden scheint vor allem eine Legende zu sein. Siehe auch hier.
c) Nancy Pelosi behauptet, dass Hillary Clinton die qualifizierteste Präsidentschaftskandidatin seit Bush Senior war, und…nein. Es mag sein, dass sie sich in den Policies am besten auskannte, aber es gibt wesentlich mehr Qualifikationen für dieses Amt. Wahlen gewinnen etwa. Kommunizieren können. Clinton war eine der bestqualifizierten, keine Fragen, aber was den Mix an notwendigen Qualifikationen angeht, schlägt nichts Obama.
d) Weitere Katastrophenmeldung zu dummer KI-Nutzung.
e) Wenn es um Einmischung geht, misst Europa mit zweierlei Maß. Naja. Ungarn ist Mitglied der EU, da vergleicht die Welt hier schon Äpfel mit Birnen. So zu tun, als ob eine feindliche Regierung in Ungarn uns in der EU egal sein könnte, ist kompletter Quatsch. Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Welt sich nicht gegen Einmischungen positionieren würde, wenn da Linksradikale davor stünden, die Macht zu übernehmen.
f) Donald Trump und die Poesiealbum-Geste: Die ganze Welt in seinem Händchen. Peak Spiegel-Journalismus.
g) The Onion trifft mal wieder den Nagel auf den Kopf.
h) Die realen Benzinpreise sind praktisch dieselben wie 1972.
i) Aus der Rubrik „total überraschend und unvorhersehbar“ dreht Liz Truss völlig ab und ist jetzt in der rechtsextremen Verschwörungsbubble.
j) Großbritannien fördert den Ausbau der Solarenergie und nennt spezifisch Deutschland als Vorbild.
k) Frankreich verbietet ab Ende 2026 neue Gasheizungen einzubauen.
l) Plötzlich lesen sie wieder. Sie haben immer gelesen. Man sollte die Weltuntergangsszenarien nicht zu ernst nehmen.
m) Der Economist hat was dazu, wie Frankreich der Champion im Kampf gegen Desinformation wurde. Braucht nicht mal ein Social-Media-Verbot 😉
n) Robert Misik wendet sich gegen Autoritarismus in der Kunst von Rechts wie Links.
o) Im Drohnen-Krieg ist Deutschland wehrlos. Es ist echt katastrophal, wie wir überall hinterherhängen. Und bei den Drohnen im Speziellen muss ich echt sagen: fuck die SPD. Die waren die Hauptblockierer über Jahre.
Fertiggestellt am 13.04.2026



1) Iran und die Springerpresse
Was ist an dem Thema „Trump goes to war“ wirklich interessant? Dass dieser Krieg eine unfassbare Torheit ist? Echt? Dass die amerikanische Regierung keine Strategie hat? Tell me something new!
Tatsächlich fügt sich der Krieg in das Persönlichkeitsmuster von Trump ein. In seiner Sicht für lange Zeit setzt er alles ein, um den Friedensnobelpreis zu bekommen, anscheinend weil er sich in einem Fight Käfig mit seinem Vorgänger Obama wähnt. Noch als er ihn nicht bekommt, kürt ihn der ebenfalls völlig korrupte FIFA-Präsident Infantino zum Friedenspreisträger der Herzen in einer an Peinlichkeit nicht zu überbietenden Show in New York. Absoluter Tiefpunkt: Trump wartet nicht, bis ihm die Trophäe überreicht wird, sondern greift sie sich selber.
Und seit Sommer 2025 der völlige Schwenk, Krieg als Mittel der Politik und im Trump Style wie immer völlig unauthorisiert vom Kongress. Selbst beim Elementarsten des Lebens kennt Trump keine Prinzipien und Werte. Inzwischen dämmert das selbst Hardcore-Anhängern.
Dieses Dämmern ist aber sehr, sehr punktuell. Und bei Poschardt hat es immer noch nicht geschnackelt.
3) Schwarzfahren
Apropos Prinzipienlosigkeit. Die politische Linke setzt sich konsequent dafür ein, dass bestimmte Regelbrüche ungeahndet bleiben. Kein Schwarzfahrer landet im Knast. Keiner. Wer permanent ohne Ticket unterwegs ist und jede Zahlung verweigert, dem droht irgendwann mal ein kurzer Gefängnisaufenthalt. Da will es jemand aber auch wie ein Kleinkind wissen.
Ich bin auch häufiger schwarz gefahren und selten erwischt. Eigentlich ist das nur in Deutschland möglich, weil der Staat zum Betrug einlädt. Vielleicht ist es da nur konsequent, wenn die derart Eingeladenen auch nicht bestraft werden.
In anderen Ländern dieser Welt ist das so nicht möglich. Ich bin zuletzt in Quito (Ecuador) Bahn gefahren. Wie es üblich ist, wenn etwas nicht kostenlos ist, beschränkt man auch in solchen Ländern den Zugang auf Kunden, die bezahlen. Schranken verhindern den unerlaubten Zutritt. Der Kunde bekommt dafür blitzsaubere Stationen, keine Kriminalität (die sonst hoch ist), gutes Benehmen der Fahrgäste – also alles, was ein normaler Fahrgast sich so wünscht.
In Deutschland – tja, wer hat da schon echt Bock, für eine so heruntergekommene Ware zu zahlen?
1) Es sitzen massenhaft Leute im Knast. Das ist ja das Problem an der ganzen Sache.
2) Nicht der Staat lädt zum Betrug ein, sondern die Bahn.
3) Ja, die Bahn ist scheiße.
Seit wann findest du denn Gesetzesbruch ok?
1) Warum sitzen sie im Knast? Nicht, weil sie ein, zwei, fünfmal erwischt wurden (nicht gleichzusetzen mit der Anzahl der Taten).
2) Der ÖPNV und die Deutsche Bahn gehören (weitgehend) dem Staat. Also bitte.
Wie kommst Du darauf?
1) Nein, weil sie nicht zahlen konnten.
„Ich bin auch häufiger schwarz gefahren und selten erwischt.“, „In Deutschland – tja, wer hat da schon echt Bock, für eine so heruntergekommene Ware zu zahlen?“ Klingt sehr apologetisch.
1) Wenn das so wäre, dürften sie nicht fahren. Und wenn das als sozial nicht akzeptabel erscheint, muss der Sozialstaat einspringen. Aber die Herabstufung der vorsätzlichen Erschleichung einer Leistung ohne Zahlungsbereitschaft ist sonst im StGB eine Straftat.
Es ist aber unwahrscheinlich, dass Deine Arbeitshypothese stimmt. Für Bedürftige gibt es eine Unmenge an Vergünstigungen und so niedrig sind die Sozialleistungen nicht in Deutschland. Und es ist auch eine Sache, wen man da zahlenden Kunden zumutet, das sind ja von allen Umständen nicht die angenehmsten Zeitgenossen: oft ungepflegt, lärmend, belästigend, aggressiv usw.
Etwas zu machen heißt nicht es zu rechtfertigen. Würde ich es rechtfertigen, könntest Du mich kritisieren.
Vor allem aber tut man es, weil man es kann. Es ist echt faszinierend, wie hier alles totgeschwiegen oder pauschal zurückgewiesen wird, was Ordnung in die Sache brächte: Zugangssperren. Da brauchen wir nicht mehr über das Massendelikt Schwarzfahren und seine Entkriminalisierung zu diskutieren. Typisch deutsch. Einfach geht nicht.
Ich gehe nur nach dem, was ich lese. Und das ist, dass die Leute einsitzen, weil sie die Strafen nicht zahlen können.
Versuche es mal mit Rationalität und nicht Moralismus.
Erstens: Es gibt verschiedene Gruppen von Schwarzfahrern. Wie überall. Genau das soll ja übrigens in Strafverfahren herausgefunden werden, aus welchen Motiven jemand handelt. Es gibt Leute wie mich, die es einfach so tun. Oder junge Leute, aus Auflehnung gegen den Staat, Mutprobe, viele. Und natürlich gibt es Menschen mit geringem Einkommen. Nur, nicht jeder, der über wenig Geld verfügt, löst keinen Fahrschein. Das ist aber die einzige Festlegung, die Leute wie Du und Ariane treffen. Arm gleich Schwarzfahrer. Ich finde das eigentlich ein ärmliches, ja unchristliches Bild von Mitmenschen.
Das Problem ist eigentlich nie, das Schwarzfahren an sich. Nur es häufen sich mit den Monaten die Strafen von aktuell 60€, die nicht bezahlt werden. Denn wer regelmäßig schwarz fährt, wird immer mal auch erwischt. Das ist ja der Sinn von Kontrollen. Wenn ein Bürgergeldempfänger nur einmal im Monat entdeckt wird, reißt genau dieser Betrag, nicht die eigentlichen 10€ für das Monatsticket, ein Riesenloch ins Budget.
Klar, das zahlt man dann nicht. Nach vier Monaten haben sich dann 240€ oder 300€ aufgelaufen, um im Grunde 40€ zu sparen. Schlechte Kalkulation. Nur, was machst Du mit solchen Leuten? In einem Strafverfahren kann die Strafe auf 30-60 Euro runtergesetzt werden. Als Ordnungswidrigkeit geht das nicht. Und was machst Du, wenn so jemand grundsätzlich nicht zahlt und trotzdem weiter schwarzfährt? Es gibt übrigens auch Möglichkeiten der Erzwingungshaft.
Andere Perspektive: Auch 10€ für ein Monatsticket sind unter Umständen viel Geld, gerade wenn man nicht jeden Tag fährt. Es kann rational sein, durch Schwarzfahren den Betrag einzusparen, obwohl man ihn prinzipiell zahlen könnte. Das Problem vieler, gerade prekär lebender Menschen ist, dass sie ihr Budget nicht im Griff haben. Daran kann auch keine Sozialleistung etwas ändern. Dann läuft das auf. Bei der Entscheidung, zahlt jemand 300€ Strafe oder geht er für einen Monat ins Gefängnis (30 Tagessätze) kann es finanziell interessant sein, das Wegsperren vorzuziehen.
Wir wissen es nicht. Du vor allem weißt es nicht. Das ist immer Aufgabe von Strafverfahren. Das, Stefan, steht vor dem Gefängnis.
Ich verstehe nur nicht, warum eben die einfachste Lösung, solche Vergehen zu verhindern, nicht erwogen werden. Stattdessen führen wir alberne Diskussionen über das StGB oder soziale Verhältnisse. Wieder ein Beispiel, dass man in diesem Land Probleme gar nicht lösen will.
3) Ich finde die Bahn gar nicht sooo schlecht.
Die Verspätungen gibts ja nur, weil für die nächsten 20 Jahre oder so kräftig ausgebessert wird. Aber das Bahnnetz ist in Vergleich zu anderen Ländern sehr dicht. Ich finds immer unglaublich in wieviele Richtung ich mit der Bahn ca 100 km nach draussen fahren kann, um dann mit dem Fahrrad zurückzufahren. Viele Leute wissen das gar nicht. Die Taktung im Nahverkehr wird auch immer besser. Für weite Entfernungen ist es auch bequemer als Flixbus, die ja keine Liegebusse haben wie in Südamerika.
3) Dann fährst Du nicht oft Bahn. In Frankfurt, dem wichtigsten Drehkreuz, müssen die Reisenden täglich raten, von welchem Gleis ihr Zug abfährt und wann. Informationen gibt es entweder nicht oder sie sind katastrophal fehlerhaft. Züge enden einfach und plötzlich, ohne dass es darüber eine Information gibt. Nicht einmal solch einfache Leistungen wie die Information über Gleis und Abfahrtszeit bekommt dieses Chaosunternehmen und seine miserablen Mitarbeiter hin.
Zwischen Fulda und Hanau wurde zuletzt die Strecke für zwei Wochen voll gesperrt. Zwischen Gelnhausen und Hanau wurde für die Zeit ein Pendelbusverkehr eingerichtet, Fahrtzeit: 90 Minuten für eine Strecke, die mit dem Auto in 15 Minuten zurückgelegt wird. Meine Frau wäre also für die Fahrt nach Frankfurt nicht eigentlich planmäßige Zeit von 35 Minuten, sondern unfassbare 2 Stunden und zehn Minuten (bei Pünktlichkeit) unterwegs gewesen – einfach. Für eine Strecke von 60 Kilometer. Sorry, Lemmy, das ist unfassbar und wenn Du das als „nicht sooo schlecht“ verbuchst, dann kennst Du außer Deutschland nichts (was ja nicht der Fall ist).
Ich habe folglich den Taxiservice für meine Frau übernommen. Es ist eigentlich ein Skandal und wenn man das zusammen mit den verdreckten und unheimlich lauten Bahnen akzeptiert, sind wir auf Drittwelt-Niveau angekommen. Ich empfehle jedem mal in Quito mit der S-Bahn zu fahren. Im Vergleich zu diesem Möchtegern-Wohlstandsland ist das eine Wohltat.
Ist schon auch richtig, ja. Aber die Verspätungen und Ausfälle sind schon ein dickes Minus. Vielleicht ist Stuttgart hier besonders schlecht, aber teilweise gerät es zur Glücksfrage, ob und wann die Bahn kommt, da kannst auch einfach mal an den Bahnhof gehen.
Das ist überall so. Nicht nur in Stuttgart.
Beruflich brauche ich die Bahn alle 2 Monate. Das ist so ungefähr die Frequenz von den inhouse Meetings bei meinem aktuellen Kunden, aber da reise ich sowieso am Vortag an, weils da ein billiges aber gutes Limehouse Appartment gibt. Sonst habe ich mir eine Tiefenentspanntheit angewöhnt. Ich habe immer mein Kindle, mein Handy mit guten Kopfhörern und nun auch mein Samsung Galaxy Tab A11 Tablet, auf dem ich LinguaVerbum zocken kann (https://www.youtube.com/watch?v=2tIl9FP4-Rw), dabei.
Das heisst Bahn und Bahnhof sind für mich paradiesische Orte.
In der Welt, die Victor Hugo beschreibt, bewegte sich die Menschheit mit Linien-Postkutschen, und diversen Typen von Mietkutschen durch die Gegend. Die waren auch nicht immer pünktlich wegen Achsbrüchen und die Pferde mussten sich auch schon mal ein paar Stunden ausruhen.
Ich weiss auch, was es bedeutet, mit dem Fahrrad grössere Strecken über mehrere Tage zurückzulegen.
Die in der Marktwirtschaft zentrale Wahlfreiheit im Konsum schliesst halt auch ein, dass man seine Erwartungen an die Realitäten anpasst statt permant rumzuprangern.
Ich hab mal 2 Monate die Metro von Santiago zu Stosszeiten praktisch immer stehend benutzen. Die Kollektiv-Taxis und Kleinbusse in der chilenischen Provinz sind nun auch nicht sooo convenient.
5) Tradwives
Das Übliche: Männer sind schuld. Frauen machen sich nicht freiwillig zu Tradewives, wenn nicht ein Kerl dahintersteht. In welchem Jahrhundert sind solche Schreiber:innen (sic!) stehengeblieben?
Warum studieren Frauen im Westen freiwillig (!) weit lieber Gender Studies für den Papierkorb als Ingenieurwissenschaften? Ach ja, wegen der Kerle. Und warum verhält es sich in so chauvinistischen Ländern wie der Türkei und Saudi-Arabien umgekehrt?
Wo lesen Sie denn die Message heraus, gegen die Sie hier wüten? Der Beitrag beschäftigt sich ausschliesslich mit der Frage, wer auf Männerseite den (Nischen) „Tradwife“-Lifestyle bei Befragungen gut findet. Und dass das häufiger als andere Frauenfeinde sind, kommt für mich absolut nicht überraschend.
This “tradwife” movement urges a return to traditional roles and, when researchers in the US recently set out to examine what kind of men support it, they expected to find a cohort fond of old-fashioned chivalry. (..) Among young American men, the strongest predictor of support for the tradwife lifestyle was not gallantry but hostility towards women.
Solche Perspektiven gehen mir mehr und mehr gegen den Zeiger: Frauen immer als Opfer von Männern. Sorry, das ist Quatsch. Meine Frau hat viel mit jüngeren Frauen zu tun. Die Welt ist eine andere. Heute sind Männer häufiger Opfer von manipulativen Frauen, die geschickt tradierte Vorstellungen mit modernen Ansichten zu kombinieren wissen – natürlich immer nur zum eigenen Vorteil.
Noch einmal – Sie fokussieren auf etwas, was überhaupt nicht Kern des Artikels ist. Es geht NICHT darum, wer (und ob überhaupt) Frauen danach drängt, Tradwives zu werden. Es geht darum, wer diesen „Trend“ öffentlich unterstützt und warum. Und bei der öffentlichen Unterstützung sind Frauenfeinde ganz vorne, was niemanden mit Lebenserfahrung überrascht. Kommen Sie bitte mal aus dem Devensivmodus heraus – nicht jeder Artikel über Geschlechterverhältnisse ist ein Generalangriff auf Männer.
Danke!
Das ist aber ein völlig anderes Thema.
Frag ich mich auch.
b) Der Rechtsdrift der Jungwählenden scheint vor allem eine Legende zu sein. Siehe auch hier.
Typisch: Fakten durch Wahlbefragungen zählen nicht, sondern Tweets. Und ganz nebenbei wird die These bestätigt: Wer mit 20 kein Linker ist, hat kein Herz. Wer es mit 40 noch ist, hat keinen Verstand.
c) Nancy Pelosi behauptet, dass Hillary Clinton die qualifizierteste Präsidentschaftskandidatin seit Bush Senior war, und…nein. (..) Clinton war eine der bestqualifizierten, keine Fragen, aber was den Mix an notwendigen Qualifikationen angeht, schlägt nichts Obama.
Ich lach‘ mich tot. Obama ist anders als Reagan und Clinton ein verdammt kleiner Präsident geblieben. Ein guter Redner, aber sonst nicht viel. Wie bei Trump sind vor allem Eingefleischte auf ihn hereingefallen.
h) Die realen Benzinpreise sind praktisch dieselben wie 1972.
… und das ist die schlechte Nachricht. Denn für alles andere des täglichen Bedarfs arbeiten wir heute weit weniger. Menschen nennen das „Fortschritt“. Außerhalb links-grün-versiffter (:-) ) Blasen.
j) Großbritannien fördert den Ausbau der Solarenergie und nennt spezifisch Deutschland als Vorbild.
Hey, wir haben einen Treffer!!! Endlich ernennt uns irgendjemand auf der Welt zum Vorbild!!! Wir machen nicht alles falsch!!!
l) Plötzlich lesen sie wieder. Sie haben immer gelesen. Man sollte die Weltuntergangsszenarien nicht zu ernst nehmen.
Neue Studien zeigen, dass die GenZ unintelligenter als ihre Vorgänger-Generationen ist. Rumpiepen verdummt.
h) Die realen Benzinpreise sind praktisch dieselben wie 1972.
… und das ist die schlechte Nachricht. Denn für alles andere des täglichen Bedarfs arbeiten wir heute weit weniger. .
Ist das so? Die gezeigte Preissteigerung für Benzin entspricht einer mittleren Teuerung von 3,5% pro Jahr. Das ist etwas höher, als die mittlere Inflationsrate, aber in letzterer sind ja auch die ganzen High-Tech-Produkte berücksichtigt, die sich nach Markteinführung stark verbilligen und so die Inflationsrate drücken. Andere Produkte verteuern sich umso mehr.
Brot (zumindest das vom Baecker) hat sich ähnlich verteuert, Zugtickets ebenfalls.
Übrigens, was sich weniger verteuert hat ist Strom. Im Mittel nur ca. 2.6% pro Jahr ist die kWh teurer geworden.
Nachtrag:
Die Teuerungsrate ist auch nur bei 3,5% pro Jahr, weil im Jahr 2022 der Benzinpreis recht hoch war. Hätte man die Preise von Jahr 2025 genommen,
wäre die Teuerung gerade mal 3.1%, also deutlich näher an der mittleren Inflationsrate.
Kommt man mit einem Liter Benzin heutzutage nicht auch weiter voran als 1972?
Das stimmt. Der Economist hat das vor kurzem für GB untersucht.
By our calculations, motoring in Britain has rarely been so cheap
A reason to ignore public pressure for relief at the pump
„Thankfully, unlike the gas-guzzlers that choked the roads during the oil crises of the 1970s, modern machines are far more fuel-efficient. Although not everyone drives a new car, the average fleet-wide fuel efficiency of Britain’s vehicles has improved by two-thirds over the past three decades. Couple that with the lower real cost of petrol, and in February the average petrol car could travel 100 miles (160km) on £12-worth of fuel, cheaper than at any time since comparable data began in 1990 (see chart).“
https://www.economist.com/britain/2026/03/19/by-our-calculations-motoring-in-britain-has-rarely-been-so-cheap?giftId=NTgxOWIwMzYtNGJkMy00MTRhLWE4M2UtNTViMWVlNWI0ZTNl&utm_campaign=gifted_article
Kommt man mit einem Liter Benzin heutzutage nicht auch weiter voran als 1972?
Ich glaube, der Grund könnte woanders liegen.
Im Jahr 1972 war Autofahren tatsächlich noch stärker ein Luxusgut als heutzutage. Da wurde das Auto gerade erst ein Ding für die Massen. Den Pöbel^^
Beim Fliegen ist das bestimmt noch deutlich eklatanter, zu faul um da Statistiken rauszusuchen aber Flugreisen waren vermutlich damals eher ähnlich zu Kreuzfahrten heutzutage.
Ja, wesentlich teurer. Fliegen wird in den 1990er Jahren für breite Schichten erschwinglich.
„Ich glaube, der Grund könnte woanders liegen.
Im Jahr 1972 war Autofahren tatsächlich noch stärker ein Luxusgut als heutzutage. Da wurde das Auto gerade erst ein Ding für die Massen. Den Pöbel^^“
Was ja genau dafür spricht, dass Autofahren gar nicht so teuer ist bzw. definitiv nicht unverhältnismässig im Preis gestiegen wäre.
Nein, aber ich glaube, dass sich die Umstände geändert haben, ist hier bedeutsamer als der eigentliche Preis.
Wenn das Auto DAS Fortbewegungsmittel der Massen (privat, beruflich, betrieblich) ist, ist ein ganz anderer Druck da, die Preise stabil zu halten. Bei solchen krisengeprägten Sprüngen hast du nicht nur sofort eine echte Wirtschaftskrise am Hals, sondern imo noch ne schlimmere psychologische Halbpanik.
Benzinpreise sind psychologisch unheimlich wirkstark – die schlagen sofort und brutal rein und Otto-Normal-Autofahrer braucht nicht mal aufs Konto gucken, um die Preiserhöhung zu merken. Pro Tankfüllung, nix was einen in der Jahresabrechnung vom Hocker haut.
Wie gesagt, beim Beförderungsmittel der Massen ist ein ganz anderer Druck drauf. Wenn man sowas bei Kreuzfahrten hätte, wäre das eher vernachlässigbar.
Das stimmt. Es trifft viele und ist auch noch sehr sichtbar und leicht vergleichbar. Lebensmittelpreise treffen ja erst Recht alle, sind aber viel diffuser.
Früher Luxusgut heißt aber auch dass es schlicht, relativ, teurer war.
Lebensmittelpreise treffen ja erst Recht alle, sind aber viel diffuser.
Ja, niemand kauft immer dasselbe im Supermarkt. Aber jeder Autofahrer weiß eigentlich ziemlich genau, was eine Tankfüllung kostet.
Früher Luxusgut heißt aber auch dass es schlicht, relativ, teurer war.
Ich vergleiche das häufig mit E-Autos jetzt. Die Anschaffung ist teuer, der Markt an billigen Gebrauchtwagen ist noch nicht da. Das Tankstellennetz ist logischerweise nicht so krass wie für die Masse an Benzinern.
Preissprünge und Marktveränderungen betreffen eben genau diese Klientel und sind nicht so ein Massenphänomen. Die Chancen sind gut, dass sich das Verhältnis hier in 20 Jahren komplett gedreht hat.
Aber so was von!
Öl ist ein Rohstoff, der weltweit in einer Währung, dem Dollar, gehandelt wird. Rohstoffe inflationären normalerweise nicht, es sei denn, die Nachfrage steigt. Mit normalen Preisentwertungen – was ja die nationale Inflationsrate abbildet – hat ein Rohstoff nichts zu tun. Edelmetalle wie Gold und Silber inflationieren auch nicht. Ihr Bedarf für Produktionsprozesse ist nur ein geringer Teil ihrer Verwendung. Sie werden darüber hinaus zur Geldaufbewahrung und Spekulationsobjekte genutzt.
Der Preis für Rohöl muss von Entwicklungsländern genauso bezahlt werden wie von hoch entwickelten Industrieländern. Es gibt keine nationalen Preise. Im Schnitt dieses Jahrzehnts liegt der Rohölpreis mit so $55 nicht dramatisch über dem Niveau von Anfang der Achtziger Jahre mit $35. Das ist eine Preisentwicklung von nicht einmal 60 Prozent. Der Benzinpreis als Endprodukt allerdings ist seitdem dramatisch gestiegen.
Normalbenzin kostete Anfang der Achtzigerjahre umgerechnet 70 Cent. Heute sind es (vor dem Irakkrieg) 2,70 Euro, das ist fast eine Vervierfachung. Grund sind extreme Steuererhöhungen auf den Benzinpreis, also Aufschläge, die allein in die Kasse des Bundesfinanzministers wandern. Die Gier des Staates, in die Taschen der Bürger zu greifen, kennt eben keine Grenzen.
Im Benzinpreis sind, wie sie richtig schreiben, eben auch die Kosten für den Strassenbau enhalten, als Steuern. Und diese Kosten unterliegen der Verteuerung. Wenn der Rohölpreis eher konstant bleibt, wie sie schreiben, müssen dann eben die Steuern erhöht werden, um den teurer werdenden Strassenbau weiter finanzieren zu können.
Nein.
I. Die Einnahmen aus der Individualverkehr – Mineralölsteuer, Ökosteuer, CO2-Abgabe, Umsatzsteuer, Kfz-Steuer, Maut, Versicherungssteuer – übersteigen seit vielen Jahren die Investitionen und Instandhaltungsaufwendungen des Staates mehrfach.
II. Steuern sind laut Abgabenordnung (AO) Zwangsabgaben des Staates ohne Anspruch auf Gegenleistung. Zwischen der Gebietskörperschaft, die den Erhebungsanspruch hat und der Ebene, die Investitionen tätigt, gibt es keinen Zusammenhang.
Die meisten Einnahmen fließen dem Bund zu, der diese Einnahmeart in den Jahrzehnten immer gerne zum Stopfen von Haushaltslöchern genutzt hat. So ist auch die noch 2019 eingeführte nationale CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe eine steuerliche Absurdität. Klimaschutz ist Sache der EU nicht der Mitgliedsländer. Die EU delegiert manche Aufgaben und Pflichten, das ist aber etwas anderes. Wenn Deutschland neben dem EU-ETS eine CO2-Steuer einführt, um die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen zu erfüllen, ist das widersinnig.
Obendrein fallen massive externe Kosten an:
/// Zwei Monate nachdem die Europäische Kommission eine viel beachtete Studie über die externen Kosten des Verkehrs vorgelegt hat, zieht die Allianz pro Schiene nun nach. „Der Verkehr belastet die Allgemeinheit in Deutschland mit Folgekosten von 149 Mrd. EUR pro Jahr“, lautet die Kernaussage des knapp 40-seitigen Papiers, das der schienennahe Verband am Montag in Berlin vorstellte. Die Kommission hatte die Folgekosten für das Jahr 2016 auf insgesamt 987 Mrd. EUR beziffert, allerdings für alle 28 EU-Staaten zusammen.
Die Untersuchung mit dem Titel „Externe Kosten des Verkehrs in Deutschland – Straßen-, Schienen-, Luft- und Binnenschiffsverkehr 2017“, die das Züricher Infras-Institut im Auftrag der Allianz pro Schiene erstellt hat, stützt die nicht ganz neue Einsicht, dass der Straßenverkehr mit 95 Prozent den größten Teil der externen Kosten verursacht. Die Schiene trage zu den Gesamtkosten der Mobilität 4 Prozent bei. Jeweils knapp 1 Prozent stammen vom inländischen Luftverkehr und der Binnenschifffahrt. Nicht berücksichtigt habe Infras wegen mangelnder Vergleichbarkeit den grenzüberschreitenden Luftverkehr. ///
https://www.dvz.de/unternehmen/schiene/detail/news/mobilitaet-verursacht-hohe-externe-kosten.html
Jau, schlimm! Äh, Moment: Der Strassenverkehr macht also 94,5% der so definierten „externen“ Verkehrskosten aus (Lärm, Unfälle und Umweltbelastungen)? Bei einem Güterverkehrsanteil von 75 und einem Personenverkehrsanteil von mehr als 85%? Nee, nicht schlimm, sondern erwartbar. Danke „Studie“.
Die Preise von Energie- und Industrie-Rohstoffen (z.B. Kupfer und Zinn) und Gold sind in den letzten 20 Jahren z.T. viel stärker gestiegen als die Inflation in den USA.
https://chatgpt.com/share/69de97ad-c83c-838e-9399-ec45b93d6574
Zum Teil ist auch die Förderung teurer geworden, weil besonders ertragreiche Lagerstätten abgebaut sind.
Ja, aber nicht wegen Inflation, sondern gestiegener Nachfrage bei gleichzeitiger Knappheit. Anfang des Jahrtausends explodierte zeitweise der Kupferpreis, weil die Nachfrage aus China enorm anstieg. Und tatsächlich schwankt der Kupferpreis im Jahresverlauf enorm wegen seiner Konjunkturabhängigkeit. Löhne und Brotpreise tun das nicht in diesem Maße.
Kupfer wird vermutlich für lange Zeit auf einem sehr hohen Niveau verharren und gegebenenfalls noch weiter steigen.
Man sprach noch von dem Supercycle 2003 bis 2011, weil sich der reale Preis ver4fachte. Seit 2021 sind wir aber konstant bei den peak Werten von 2011. Das ist real, nicht nominal. Preise steigen sehr of wegen gestiegener Nachfrage bei gleichzeitiger Knappheit.
Chatgpt: Kupferpreis seit 2000 deflationiert mit der Inflation in den US. Durchschnittspreis fuer jedes Jahr
b) Die zitieren Wählendenbefragungen.
Nein, das sind demoskopische Befragungen unabhängig von einer Wahl. Das ist nicht zu vergleichen mit direkten Wahlnachbefragungen, die einen sehr hohen demoskopischen Wert haben.
Und wie gesagt: Die These wird bestätigt, wer mit 40 noch … Wie alt wirst Du? 😉
42. Die Antwort auf alle Fragen.
Weiß ich doch. Das war rein rhetorisch.
Zu c) (H. Clinton)
Wenn das einzige Kriterium für einen bestqualifizierten Kandidaten ist, dass dieser Wahlen gewinnen kann, ja, dann war Obama Spitze. Als Präsident war er – wie alle exzellenten Selbstdarsteller – bestenfalls Mittelmass.
Mich würde interessieren, warum?
Dafür muss man sich nur ansehen, was er in seiner Amtszeit an Bedeutendem UND Bleibendem geleistet hat. Nichts. Und das ist z.B. verglichen mit Clinton, Reagan oder Bush senior halt wenig.
@ Mr Haupts:
Well, that’s a bit unkind of you, isn’t it? And I would love to know what „significant and enduring“ accomplishments you perceive as a legacy of the Clinton and Bush Sr administrations? Even Reagan, widely credited for laying the foundations for the demise of the Soviet Union, was acting…well…rather hapless (as another commentator here described Mrs Clinton’s tenure as Secretary of State) on occasion, as in the ill fated intervention in Lebanon and his domestic economic policies (e.g. Savings and Loan Crisis).
Barack Obama had (in spades) what it takes to fill the Office of the President: Dignity, gravitas, intellect, and personal charisma. And he did what Ronald Reagan did in the early 80’s: He gave comfort and confidence (and leadership) to a deeply insecure and confused nation/society. I wish he had acted more decisively on a few portfolios, especially Guantanamo, and the wars in Iraq and Afghanistan and SCOTUS as well. But despite all that I rank Obama as easily one of the top 5 US presidents in the last 100 years.
Yes, that’s my take as well. Obama also had a very deep sense of the politically possible.
Obama was responsible for the completely idiotic war in Syria and also sent many American soldiers to Iraq and Afghanistan.
The experiment of the U.S. as the sole superpower was very convenient for Germany, but it has now truly failed. We are moving toward a world that will definitely be more dangerous for Europe, but we Europeans are not the U.S. government.
I don’t know if you understand German, but here’s an interview with Constanze Stelzenmüller, who holds some kind of team management role at the Brookings Institution: https://www.youtube.com/watch?v=vnLAMea_xvI
The decline of U.S. international influence is shocking. I defended the US for a long time in Chile. Incidentally, outside of large segments of the evangelical community, there is a strong anti-American sentiment there, which I never considered particularly rational or justified.
Presumably, the role of sole superpower would be too much for any country to handle.
I’m still surprised by the attention the US still receives in Europe.
correction: completly idiotic war in Libya, not Syria
@Lemmy Caution:
„Completely idiotic war in Libya…“ – which resulted in the downfall of one of the most repugnant dictators in Africa in the past 50 years. And without a years long engagement on the ground of US or other Western forces and the resulting casualties as they’re trying to „nation build“. I’m ok with that; same as with Syria.
Also, in Libya as well as in Syria – if Europe wanted a different course of action they could have intervened themselves without or beyond the US. Sitting on the sidelines and then armchair quarterbacking the game after it’s done is cheap and easy.
„The decline of U.S. international influence is shocking.“ Says you. Because some people in Chile may have anti-American feelings or leanings. First off, who cares, and second I assure you that the anti-Americam sentiment in Central and South America was a lot stronger in the 80’s and 90’s, and it didn’t matter then either. World politics are not decided or influenced in or by backwaters like Chile. Or Uruguay. Or even Argentina.
„Presumably, the role of sole superpower would be too much for any country to handle.“ Well, if this were the case (I disagree), then who’s stepping up to fill the void? China? The EU? Russia? Like it or not, the US are still the sole superpower in this world (for better or worse), and I see no signs of that changing any time soon, even with the current inept administration. You might consider if the EU (and Ukraine) is better off or worse off if the US decided to end its commitment to Europe and NATO.
„I’m still surprised by the attention the US still receives in Europe.“ Well, I’m surprised by your surprise because, see above. But then you do have a persistent habit of trying to explain the world from the viewpoint of Chile…
@Johnson
We should leave the societies in the Middle East or Africa much more for themselves, like we do in East Asia. Under no circumstances should we cooperate with the United States, given its deep-seated and toxic belief in its own exceptionalism.
Johnson: „The decline of U.S. international influence is shocking.“ Says you. Because some people in Chile may have anti-American feelings or leanings. [some weird stuff about Latin America I don’t understand].
Lemmy Caution: I mentioned the interview with Constanze Stelzenmüller. [https://www.youtube.com/watch?v=-eXlUsmHazM]. If you don’t understand German, you may turn on subtitles and translate to English. According to Stelzenmüller the arabic countries are loosing interest in their cooperation with with the successor state to the English colonies in North America.
Johnson: „Presumably, the role of sole superpower would be too much for any country to handle.“ Well, if this were the case (I disagree), then who’s stepping up to fill the void? China? The EU? Russia? Like it or not, the US are still the sole superpower in this world (for better or worse), and I see no signs of that changing any time soon, even with the current inept administration.
Lemmy Caution: There will be a much more multipolar world. As the EU, we should engage more closely with India and China. The rich arabic oil countries will do the same.
I don’t think the problem lies with the current incompetent US-administration. In my view, none of the administrations since Bush Jr. have been all that great, including Obama’s. The problem lies in American society and its toxic belief in its own exceptionalism. We should prepare for the end of NATO. Alliances like this don’t last forever.
The Cono Sur countries are docile, even though they’re much more closely tied to China today than to the U.S. But I think China will increasingly assert its influence there. I don’t think that’s good for Latin America, but history doesn’t unfold according to my wishes—it often takes a tragic turn. We could work together with Brazil under Lula. I do think, however, that Bolsonaro Jr. will win the election there because the current government can’t get the budget under control.
By the way, I’m currently more influenced by French-language media from France, Quebec, and the Middle East.
I am obviously German, not a US citizen. And – hopefully likewise obviously – I have no experience with neither reliable information on mass psychology. Makes it difficult for me to elaborate on your praise, so please allow me to back off.
Regards,
Thorsten Haupts
@ Mr Haupts:
Ok, but for that you do seem to have very strong opinions about Barack Obama and other US presidents…
Obamas größtes Problem war, dass die Politik seines Nachfolgers einzig darin bestand, wichtige Gesetze der Obama-Administration rückgängig zu machen. Daher ist da weniger Bleibendes, als bei anderen Präsidenten.
Aber, „Bedeutendes“ gab es einiges, wie zum Beispiel Obamacare. Oder die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Kuba, sowie die Lockerung des Embargos. Es wurde auch ein Vertrag mit Iran ausgehandelt, der nicht nur auf dem Papier den Bau der Bombe verhinderte, sondern auch Inspektionen aller Atomanlagen im Iran ermöglichte. Wir erinnern uns. Derselbe Vertrag wurde von Trump gekündigt, Kindergärten, Wohnhäuser und ein paar militärische Einrichtungen wurden zerbombt, die Weltwirtschaft auf Talfahrt geschickt, und jetzt verhandelt Trump den Vertrag nochmal neu aus.
Das galt für frühere Präsidenten auch. Bush II hatte nach gewonnener Wahl nichts Eiligeres zu tun als sofort die von Clinton aufgebaute Haushaltsüberschüsse noch in seinem ersten Amtsjahr zu verpulvern und sofort in ordentliche Defizite umzuwandeln. Er senkte die Steuern, die zuvor erhöht worden waren und krempelte die Außenpolitik im Rekordtempo auf links.
Und trotzdem ist seine Präsidentschaft unvergessen.
Und trotzdem ist seine Präsidentschaft unvergessen.
Trumps Amtszeit wird auch unvergessen bleiben, aber nicht im Guten.
Und das ist der Schlusspunkt unter die nicht besonders erwähnenswerte Präsidentschaft seines Vorgängers Obama. 🙂
Ich würde nicht mal da zustimmen. Von Obama blieb eine ganze Menge.
Das generelle Versagen in der Außen- und Sicherheitspolitik mit den Höhepunkten Syrien und Libyen?
Ein „generelles Versagen“ scheint mir an der Stelle deutlich übertrieben. Bei Syrien fehlt mir die Fantasie, was er hätte viel besser machen können. Libyen war kacke.
Man hätte sagen können: Obama always chickens out. Er hat rote Linien gesetzt und bei schlimmsten Kriegsverbrechen wie dem Einsatz von Giftgas nichts folgen lassen. Erst hat er Russland herabgewürdigt („Regionalmacht“) und dann gewähren lassen.
Das ist das Muster gewesen. Clinton war da aus anderem Holz geschnitzt.
Dafür muss man sich nur ansehen, was er in seiner Amtszeit an Bedeutendem UND Bleibendem geleistet hat
Ohne Krieg und Wirtschaftskrise einen besseren Deal mit dem Iran rausgeholt als das, was Trump gerade anbietet.
Krankenversicherungsreform. Rettung der US-Wirtschaft. Stable Recovery.
Ich finde bei Obama aber auch völlig unterschätzt, was er alles NICHT gemacht hat. Kein einziger Skandal. Kein einziger. Sauberes Regieren. Keine Fuckups. Keine Korruption.
Mein einziger Kommentar zu dem „nicht gemacht“: Das sollte der Standard für Regierungschefs in demokratischen Staaten sein, nicht eine erwähnenswerte Ausnahme. Und das ist sie ja auch nicht – Clintons einziger „Skandal“ war ein Blowjob einer jungen Mitarbeiterin, z.B. Bush senior oder Reagan hatten … keine Skandale.
aehm…Iran Contra?
Sie wären der weltweit erste, der Belege dafür hätte, dass Reagan darin verwickelt war.
Jetzt machst du das Netz aber sehr eng. Ich ging schon von der Administration aus. Selbst da war bei Obama nichts. Gute Personalauswahl, gutes Kontrolle über selbiges.
@ Mr Haupts:
Maybe you are joking. If not you’d be the first person to believe Reagan knew nothing about these activities.
When I was young I beleived in a lot of things, I was mostly wrong. Nowadays I strongly prefer facts, if I don´t get those I at least try to not substitute by „beleive“.
Wenn das der Führer wüsste!
Ist es aber halt nicht! Und Reagan keine Skandale?!!! Iran-Contra? Das war massiv!
c) Womöglich meint Pelosi mit Qualifikation die zwei Milliarden US-Dollar der Clinton Foundation. Das höchste Amt, das HRC innehatte, war Außenministerin und dort hat sie eher unglücklich agiert (z.B. beim libyschen Bürgerkrieg).
h) Die Statistik ist von 2022. Super für 1,94€ ist nicht mehr ganz aktuell.
j) Im Artikel steht nichts von Förderung, sondern nur von „Bürokratieabbau“, indem einfache Plug-In Solarmodule einfacher betrieben werden können (und die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden). Eine Nebenerkenntnis aus dem Artikel: UK (klassische Kohlenation) ist aus der Stromerzeugung mittels Kohle 2024 ausgestiegen. Schade, dass solche Nachrichten nicht mehr thematisiert werden (Ich hatte das jedenfalls nicht mitbekommen)
h) Die Statistik ist von 2022. Super für 1,94€ ist nicht mehr ganz aktuell.
Das macht aber nichts. Die mittlere Teuerungsrate in der gezeigten Statistik beträgt 3.5% pro Jahr. Wenn wir jetzt damit den Preis für 2026 hochrechnen, kommen wir auf 2,26 Euro, was ganz gut den tatsächlichen Preisen entspricht.
Stimmt, und die Durchschnittslöhne sind relativ sogar stärker gestiegen.
o) Wieder mal Fakt statt Vorurteil: 2005 bis 2021 war jeder Verteidigungsminister von der Union.
Zu d)
Das könnte dauerhaft zu einem der grössten Probleme bei der Weiterentwicklung von LLM-Modellen werden. Da es sich eben nicht um „Intelligenz“ handelt und der Grossteil der Trainingsmterialien aus dem Netz kommt, werden die Trainingsdaten mehr und mehr falsche Quellen enthalten, entweder absichtlich (wie hier) oder durch halluzinierende LLMs selbst generiert. D.h., ohne sehr enge und fachkundige Überwachung könnte die Qualität der LLM-Grundlagen zunehmend … abnehmen.
Defintiv. Das sieht man ja jetzt bereits.
Zu n)
Interessant, dass Misk das JETZT auf- und einfällt, nach den für die Finanzierung der deutschen (überwiegend linken) staatsabhängigen Kunstszene gefährlichen Attacken Weimers. Es ist ihm, obwohl sein Hauptargument im Artikel „Schweigen aus Angst“ ist, nicht aufgefallen, als De-Platforming, Canceln und nicht- bzw. abberufen mit grosser Mehrheit aus dem linken (progressiven) Lager kam. Grundsatztreu wird er – wie alle Opportunisten und Ideologen – also erst, als sein Lager in Gefahr gerät. Wenig glaubwürdig, sorry.
Gruss,
Thorsten Haupts
Steile These, aber falsch. Misik klang auch schon 2024 so:
https://misik.at/2024/07/demokratie-als-lebensform/
Dann hat er halt schon kurz VOR Weimer registriert, dass jetzt auch Linke in Gefahr sind. Ändert wenig an meiner Gesamteinschätzung, es sei denn, es findet sich ein Äquivalent in – sagen wir – 2015, als das alles noch in seine Richtung lief.
Shifting the goalposts ?
Hier etwas von 2007
https://misik.at/2007/01/im_zweifel_fur_die_liberalitat/
Okay, akzeptiert.
3) Ein paar Gedanken:
i) Es geht nicht um eine „Legalisierung“ sondern um eine Herabstufung von Straftat (Vergehen) zu Ordnungswidrigkeit.
ii) Der Entwurf stammt noch aus der Amtszeit von Marco Buschmann (FDP)
iii) Der große Unterschied (in gröbsten Zügen): Während bei der Straftat die Geschädigte (Verkehrsunternehmen) Anzeige stellen kann und die Staatsanwaltschaft dem grundsätzlich nachgehen muss (Legalitätsprinzip), liegt es bei Ordnungswidrigkeiten bei der zuständigen Behörde (Polizei), ein Bußgeld festzusetzen oder nur eine (ggf. kostenpflichtige) Verwarnung auszusprechen.
iv) Wie Herr Pietsch geschrieben hat, ist dies ein Delikt, das leicht ohne „echte“ kriminelle Absicht (um einen Vermögensvorteil zu erzielen) sondern vielmehr aus Zeitdruck, Kleingeldmangel oder Schusseligkeit heraus begangen werden kann. [Auch ich bekenne mich diesbezüglich schuldig]
v) Denkbar ist auch eine Mischkonstruktion, um das „moralische“ Argument (als Gegenpol zum „pragmatischen“) abzuschwächen: Es gibt einige Ordnungswidrigkeiten (z.B. unerlaubte Prostitution), die bei „beharrlichem“ Begehen zum Straftatbestand werden.
1) Ja gute Gedanken. Mich ärgert es auch, dass immer gleich von Legalisieren gesprochen wird, obwohl es das eben nicht ist. Falschparken ist ja auch nicht legal (ok, doofer Vergleich vllt im Deutschland Autoland), aber man kommt eben nicht so schnell in den Knast.
Wenn ich das richtig erinnere, funktionieren solche Bußgeldbescheide bei Ordnungswidrigkeit wie unbezahlte Rechnungen und eben nicht mit „ersatzweise Haft“ (bin natürlich zu brav, um mich da aus eigener Anschauung auszukennen^^)
2) Ich hab mich auch über den Zeitpunkt geärgert, das wäre wirklich ne gute Sache für die Ampel gewesen, ich glaub nicht, dass es mit der CDU Chancen hat.
3) Die Zahlen sind teils völlig wahnwitzig. Interessierte mögen das nochmal googlen oder Sol schüttelt magisch einen Link aus dem Ärmel 😉
Ich hatte da einen Artikel gesehen, da wurden die Zahlen genauer untersucht (irre, dass es da nicht eh ne Statistik gibt, wieviele menschen warum im Knast sind) – aber egal, glaub das war Berlin. Und man hatte vorher schon ca 20% geschätzt, was ja schon hoch ist.
Und in echt ist man eher bei 50%!! gelandet!
Also tut mir leid, aber das ist doch völlig behämmert. Gefängnis sollte ein so hoher Grundrechtseingriff sein, dass es gute Gründe dafür braucht. Nicht dass man keine Kohle hat. Die Leute sind ja keine Gefahr für die Öffentlichkeit, sondern in den meisten Fällen echt arme Würstchen.
Und selbst wem Empathie und Mitgefühl einfach zu moralisierend gefühlsduselig sind – das ist auch auf anderen Ebenen so haarsträubend, dass selbst die größten Law-and-Order-Menschen vllt mal ins Nachdenken kämen.
Warum machen wir es nicht wie in anderen Ländern (den meisten außerhalb unserer Grenzen) und sperren den Zugang zu Zügen der Deutschen Bahn und den ÖPNV? Zugang nur mit gültigem Fahrschein. Gleichzeitig würden dabei die Örtlichkeiten sauber gehalten von Obdachlosen, Vagabundierenden und Bettlern. Der öffentliche Bereich würde dadurch enorm aufgewertet.
Wir könnten ja mal von anderen Ländern lernen. Ist ja keine Straftat. 🙂 Und gleichzeitig wäre das eigentliche Problem des Schwarzfahrens elegant erledigt.
Weil sonst nicht die Menge der Personen transportiert werden könnte. Ebenso benötigt man dazu auch wieder Personal, welche die Zugänge kontrollieren und überwacht.
Das stimmt alles nicht. Das ist deutsches Blasendenken. Ich habe mir das in vielen Ländern angeschaut, unter anderem Dänemark (Kopenhagen), Ecuador (Quito), USA (Boston, New York), Spanien (Valencia, Barcelona, Madrid), Italien (Mailand), Großbritannien (London), Australien (Sydney), Kanada (Toronto).
Überall sind die Bahnen sauberer als in Deutschland, Obdachlose und Gesocks, das in U-Bahn-Schächte uriniert und Graffiti versprüht, gibt es nicht. Überwachungspersonal ist kaum notwendig, da die mechanischen Sperren immer respektiert werden (ich habe nie etwas anderes gesehen). Quito hat mich ganz besonders beeindruckt, insbesondere die gute Erziehung und das Benehmen der Südamerikaner. Junge Menschen stehen sofort (!) auf, wenn nur ein Älterer den Zug betritt. Es wird nicht gelärmt, es ist keine laute Musik zu hören, die Züge sind picobello sauber. Ich werde bei nächster Gelegenheit mal hier Bilder einstellen. Und Kinder turnen nicht auf den Bänken herum wie es hier üblich geworden ist, sondern gehen sittsam an der Hand ihrer Mutter.
Wenn man dort ist, meint man eine Zeitreise zu erleben.
Sie kennen sehr offensichtlich die Pariser U-Bahnen nicht. Ich schon – Ihre Aussage ist faktenfreier Unsinn.
Warum machen wir es nicht wie in anderen Ländern
Schätze aber bitte nicht wie in anderen Ländern, in denen der Nahverkehr kostenlos ist?^^
Gleichzeitig würden dabei die Örtlichkeiten sauber gehalten von Obdachlosen, Vagabundierenden und Bettlern.
Sauber halten. Von Menschen. Die weniger Glück im Leben hatten als du und ich.
Aktuell sperren wir Menschen dafür ins Gefängnis. Das ist ein eklatanter Grundrechtseingriff. Der sollte besser begründet sein als „Obdachlos, vagabundierend, bettelnd“. Eine Gesellschaft, die das zulässt und verteidigt, ist meiner Meinung nach moralisch völlig bankrott.
Der ist nirgends kostenlos. Sieh Dir dazu meine Aufzählung an, das ist ˋne ganze Latte.
Der Aspekt der Bahnbeförderung interessiert mich hier wirklich nullkommanull.
Was interessiert Dich dann?
Das hab ich sehr deutlich geschrieben. Das Gefängnis ist kein Ort für diese „würdelosen Geschöpfe“ wie du sie so freundlich bezeichnest.
Niemand gehört eingesperrt in den Knast, weil er keine Kohle hat und/oder mit seinem Leben nicht klarkommt.
Das weiß man ja nicht. Das klärt ein Gericht. Ich kann auch sagen, jemand gehört nicht eingesperrt, weil er Steuern nicht gezahlt oder nicht genau war. Es sollte auch keiner eingesperrt werden, weil er bei einer Frau zu aufdringlich war oder unter den Rock gefilmt hat. So etwas kann gelöscht werden und alles gut. Und warum werden Menschen eingesperrt, weil sie ihre GEZ-Gebühren nicht zahlen. Wir könnten so friedlich leben, wenn wir keine Gefängnisse hätten.
Weniger Glück? Das ist immer so ein Bild einer Gruppe, die bei wissenschaftlicher Beschäftigung so nicht standhält. Die Ahndung einer Straftat mit Gefängnis ist erstaunlicherweise mit dem Grundgesetz im Einklang.
Ich bin auch oft schwarzgefahren. Und es ist nicht so lange her, da habe ich es seit langem wieder getan. Ich fahre ja sonst nicht mit dem ÖPNV, aber das Wetter war mies und ich musste schnell wohin. Ich hatte allerdings keine Angst, demnächst im Gefängnis zu sitzen. Wahrscheinlich weil ich eine gepflegte Erscheinung bin. *Augenroll*
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sauber und gepflegt andere Länder ihre Citys halten. Ich war zuletzt z.B. in so Ländern wie Südafrika und Ecuador. In den Metropolen Kapstadt und Quito gibt es zwar auch viel Armut, keine Frage. Aber niemand käme dort auf die wahnwitzige Idee, diese in den Innenstadtbereich zu lassen und damit alles herabzusetzen und herabzuziehen, was zu Wohlstand und einfach Schönheit des Lebens führt.
Hier hat die Politik kein Problem, Fixer, Drogensüchtige, Bettler, Obdachlose und sonstige Beladene in die besten Innenstadtlagen zu lassen. In Frankfurt wurde in der B-Ebene unter dem Hauptbahnhof eine schicke Einkaufsmeile eingerichtet. Schon vor der Eröffnung muss sie durch privates Sicherheitspersonal von diesen Menschen freigehalten werden. Am Flughafen, dem Gesicht zur Welt, campieren immer wieder solch Mittellose. Welches Land außer unserem lässt so etwas zu?!
Meine Frau, die diesem Staat hohe Steuern und Sozialabgaben einbringt, muss das jeden Morgen und am Abend ertragen. Und auch, dass solche würdelosen Geschöpfe in den Vorbereich der Deutschen Bundesbank ihre Notdurft verrichten. Das ist heute Deutschland. Und es ist damit heruntergekommener als so manches Land des globalen Südens.
Das möchten anscheinend manche erhalten und ausbauen.
Hier hat die Politik kein Problem, Fixer, Drogensüchtige, Bettler, Obdachlose und sonstige Beladene in die besten Innenstadtlagen zu lassen.
Sollen denn diesen anderen Menschen nur Betretungsverbot für die besten Innenstädte haben oder schmeißen wir sie direkt ins Gefängnis?
Wie gesagt, da empfehle ich Dir ein paar Auslandsreisen. Seltsamerweise stellen nur wir uns solche Fragen.
Südafrika, Ecuador, Chile, Australien, Dänemark sind ja nun nicht gerade Diktaturen, oder? Die kriegen das hin. Aber ich sag‘ ja: Wir Deutschen bekommen auch wirklich gar nichts mehr auf die Kette. Wir sind das Chaosvolk dieser Welt.
Ich habe keine Ahnung, wo Du in Südamerika rumläufst, aber ich agiere in Santiago de Chile seit den 90ern definitiv mit mehr Vorsicht als in Berlin oder Paris. Die Probleme mit Drogenabhängigen ist auch stärker. Das Problem wurde in den letzten Jahren wegen der Immigration schlimmer. Ich wurde beim letzten Mal vor dem Fernbusbahnhof nahe der Universidad de Santiago von einer Polizistin angesprochen, die mich warnte, ich solle aufpassen. Das ist nicht in einem tollen Viertel, aber definitiv auch kein Slum. Auch Quito hat grosse Probleme mit Kriminalität. Innerhalb kleiner ausgesprochen touristischer Zonen natürlich deutlich weniger.
ChatGpt: https://chatgpt.com/share/69e08893-1068-8392-aaeb-3ced77b24e32
https://www.reddit.com/r/Santiago/comments/1hebvme/seguridad_en_santiago/?tl=de
Ich weiß ja nicht, was Du liest, jedenfalls nicht das, was ich schreibe.
Die Arbeitsthese ist nicht, dass in anderen Ländern die Kriminalität und Drogensucht geringer wäre. Nur schaffen sie ihre gesellschaftlichen Probleme und die Armut nicht in die Mitte ihrer Metropolen. Ja, Ecuador im Allgemeinen und Quito im Besonderen haben eine sehr hohe Kriminalität. Nur bleibt man auch als normaler Bürger davon weitgehend verschont.
Im Parque La Carolina gibt es unzählige Spielfelder und andere Freizeitbeschäftigungen. In Frankfurt gibt es dazu die Taunusanlage. Ja, in Sao Paolo und Quito patrouillieren mehr oder weniger dezent Polizisten an jeder Ecke. Aber es ist sauber. Im Frankfurter Bahnhofsviertel sind auch streifen unterwegs, aber es ist irrsinnig dreckig, es riecht nach Urin und den Gestalten möchte man nicht bei Dunkelheit begegnen.
Es ist die Haltung, wir lassen jeden überall hin, weswegen wir ja schon in absoluter Rekordzeit alle Mühselig und Beladenen dieser Welt aufgenommen haben. Und so sieht es halt auch an vielen Orten inzwischen aus. Ich habe kein Land gesehen, wo die Bürger es so verschandelt haben.
1) Oder Tempolimitüberschreitungen!
2) Ja.
3) Offensichtlich nicht.
Alles gute Gedanken, und sie kommen ganz ohne „Linke lieben Kriminalität“ aus. 😀
4) Eigentlich super-langweilig: Stefan Sasse regt sich darüber auf, dass ein abgehalfteter Serienschauspieler (wobei ich zugestehe, dass „Andromeda“ eine echt witzige Serie war) eine Dummheit retweetet. Aber dann bin ich darüber gestolpert, dass du als Referenzpunkt einen Film (Taxi Driver) zitierst. Und das ist womöglich kein Zufall. Neben der Dysfunktionalität mit Kriminalität, Überschuldung und Stromausfall ist das New York der 70er eben auch der kulturelle Brennpunkt der USA gewesen und „Brutstätte“ unzähliger Sub- und Gegenkulturen, wie CSD-Paraden, Ramones, oder Studio 54 (völlig willkürliche Auswahl).
Neben der Dysfunktionalität mit Kriminalität, Überschuldung und Stromausfall ist das New York der 70er eben auch der kulturelle Brennpunkt der USA gewesen und „Brutstätte“ unzähliger Sub- und Gegenkulturen
Was Hoffnung macht für Berlin! 😀
„Brutstätte“ unzähliger Sub- und Gegenkulturen, wie CSD-Paraden, Ramones, oder Studio 54 (völlig willkürliche Auswahl).
Kann sein. Wenn ich das nur mit Kriminalität, Überschuldung und Stromausfall etc. zusammen haben kann, werde ich lieber verzichten. Gegen- und Subkulturen werden im entwickelten Westen seit vielen Jahrzehnten völlig überschätzt, vermutlich weil sie den Drang der Mittelschichtbürger (aller politischen Coleurs) nach Abenteuer, Erregung und Abstreifen gesellschaftlicher Zwänge bedienen.
Das ist mir zu abwertend. Diese Gegen- und Subkulturen wandern ja meist irgendwann in den Mainstream.
Kein Widerspruch, seit 20 Jahren ist offensichtlich, dass der Unterschichtgeschmak den Kulturbereich westlicher Staaten übernommen hat. Unvermeidlich in halbwegs freien Demokratien.
Ob das gut ist, ist dann eine vollkommen andere Frage …
Sorry, aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema. Und ich halte die These auch nicht für haltbar.
Ja, sicher. NY war schon immer ein Bezugspunkt.
Zu 5)
Was zur Hölle veranlasst die Medien (und Dich), winzigen Minderheiten Raum in der Berichterstattung einzuräumen. „Tradwives“, also reine Ehefrauen und Mütter, machen in Deutschland eine inzwischen wirklich winzige Minderheit aus, ich nehme an, das gilt für alle entwickelten Industriestaaten (also auch die USA). Sind wir inzwischen zu besoffen von twitter und TikTok, um uns mit harten Fakten anstelle von real völlig irrelevanten „Influencer“-Trends zu beschäftigen?
Gruss,
Thorsten Haupts
Es ist, um den anderen Faden aufzugreifen, eine interessante Subkultur. Ein Influencer-Ding.
genauer: Influencerinnen-Ding, das wird doch hauptsächlich von Frauen an andere Frauen gerichtet. (Weswegen eine Untersuchung zu Einstellungen männlicher Befürworter für mich wenig Relevanz hat)
Mit einem in der Realität nicht sichtbar messbaren Einfluss. Astrologen aka Scharlatane haben nach meiner Wahrnehmung ein deutlich grösseres gläubiges Publikum.
Warum sollte sich das nicht auch an Männer richten?
Das Tradwife-Phänomen meint ja Influencertum für eine Lebenseinstellung, das funktioniert sogar nur mit Mann und Frau.
Das ist ja influencen für eine Lebensart und nicht für absurde Back- und Kochkünste.
Weil Männer, die ihren eigenen Sauerteig haben und heiße Schokolade mit Zutaten und Werkzeugen des 18. Jahrhunderts zubereiten, keine Tradwives sind, sondern Hipster ;-P .
1) Stefans Obsession mit der Welt^^
streicht der Springerverlag nun das pro-europäische Commitment und lässt nur das zu den USA bestehen
Konsequent. Das Blatt entspricht auch deutlich eher einem Fantum der amerikanischen MAGA-Bewegung als zumindest ein eigenes deutsches oder europäisches Pendant dazu auszubilden.
Daraus ergeben sich ja weitere Widersprüche, die rechtsgerichtete Politiker in Europa ja durchaus spüren (man siehe Afd oder am deutlichsten aktuell Meloni).
Wenn zb Mansour der nackten Interessenpolitik das Wort redet, müsste man konsequenterweise auch erwägen, dass diese nackte Interessenpolitik von den USA wegführen könnte. Auch wenn man hier etwaige Flüchtlinge als einziges Problem ausmacht.
Einerseits wird beklagt, dass Europa nur Zaungast ist, andererseits aber keine andere Möglichkeit erwogen als sich „dem Kreuzzug“ der Amerikaner anzuschließen. Ich finde das bemerkenswert.
5)
they expected to find a cohort fond of old-fashioned chivalry. […] Among young American men, the strongest predictor of support for the tradwife lifestyle was not gallantry but hostility towards women
Meine Güte. Shocking^^
Man muss ja hoffen, dass das eine Marketingstrategie ist und nicht tatsächlich von Leuten durchgeführt wurde, die vorher ihre gesamte Zeit mit Ritterromanen von anno dazumal verbracht haben. Vllt mal untersuchen, ob es diese old-fashioned chivalry überhaupt jemals gab! Das Ergebnis könnte ebenfalls überraschen!
c) Nancy Pelosi behauptet, dass Hillary Clinton die qualifizierteste Präsidentschaftskandidatin seit Bush Senior war, und
Das ist ja mit Abstand die dümmste Kategorie ever. Qualifiziertester Kandidat. Tja äh.
Obamal oder Bush senior haben da als Vergleich imo gar nichts zu suchen. Da müsste man schon Leute wie Kerry oder McCain nehmen.
Nur ist das halt ziemlich egal ein Ranking der „doch-nicht-Präsidenten“ aufzustellen.
l) Plötzlich lesen sie wieder. Sie haben immer gelesen. Man sollte die Weltuntergangsszenarien nicht zu ernst nehmen.
Ja aber man muss natürlich auch noch DAS RICHTIGE lesen, Weltuntergangsszenarien lassen sich ja beliebig anpassen.
Es gibt da auch eine ganz charmante Story glaub das kam von diesem Buch-Tik-Tok-Trend. Der größte Star war ein 90jähriger mit einem Antiquariat, der darüber Buchbesprechungen gemacht hat und dessen Laden dadurch auch großen Zulauf hatte. Echt toll. Vielleicht schreibt ja jemand einen schönen Roman darüber für Leute wie mich, die zu alt für TikTok sind 😉
1) Ich habe das Gefühl, wie ich ja auch schreibe, dass da ganz viel Contrarianism als treibende Kraft dahinter steht. Äquivalent zu Linken, die ständig die Sowjetunion, DDR, Kuba, Nordkorea, die PLO oder Venezuela schönreden.
5) lol
c) Wäre eigentlich mal eine interessante Artikelidee 😀
l) Ja.
c) In dieser Kategorie wäre Hilary Clinton zusammen mit Al Gore und Samuel Tilden unter den qualifiziertesten Kandidaten – alle drei haben das popular vote (was ich mal als demokratische Qualifikation sehe) gewonnen.
Für den echten Nerdaspekt müssten wir das natürlich auf Deutschland übertragen und diskutieren, ob Martin Schulz oder Armin Laschet die besten „doch nicht Kanzler“ waren^^
Ich habe Ulf Poschardt vor gut 30 Jahren kennengelernt, und der war schon damals ein Contrarian (und zwar ein salonbolschewistischer).
Man merkt ja heute noch, wo er herkommt, zum Beispiel in dieser komplett abgedrehten Anti-Trans-Tirade:
„Wir erinnern uns: McLaren spielte schon bei den New York Dolls mit dem Hakenkreuz, und später besonders virtuos mit dem Hakenkreuz-Binden bei dem heroinabhängigen Punk Sid Vicious.“
https://www.welt.de/debatte/plus68ba831172019652f128b044/selbstbestimmungsgesetz-auch-nazi-transfrauen-sind-frauen.html
Ich frage mich, ob auch nur ein einziger Leser der WELT sich tatsächlich daran erinnert – Poschardt selbst gewiß nicht, denn der war sieben Jahre alt, als McLaren Manager der New York Dolls wurde, die (was die These des Artikels auf den Kopf stellt) vor allem durch ihre Drag-Kostüme bekannt waren:
https://en.wikipedia.org/wiki/New_York_Dolls
Im Grunde schreibt er immer noch Pop-Journalismus der 1990er, der mehr schlecht als recht ins ideologische Korsett seines Blatts gepreßt wird.
Ja. Weiß nicht. Ich ziehe Stefan damit immer auf, weil er mich dazu bringt, mich auch näher damit zu beschäftigen und eigentlich denke ich, dass das gar nicht so gut fürs Gehirn ist, hier groß auf Motivsuche zu gehen^^
Und Poschi ist ja ne Liga für sich. Das ist ein alter, weißer Mann, der von seinem selbsternannten Rebellentum berauscht ist und völlig selbstversoffen in seiner adjektivüberfüllten Formulierungsgeilheit feststeckt, wo einfach keine These zu steil ist, um sie nicht zu verwenden. Da kann man auch Orban mal eben mit Anakin Skywalker vergleichen und „sich daran erfreuen“ (Selbstzensur).
Ist halt unglücklich, wenn man nicht mehr in der Lage ist, zwei kohärente Gedanken am Stück zu formulieren und der Scheiß dann beim dritten Mal schon langweilig ist.
Bei der WELT insgesamt vermute ich auch einfach viel Marketingstrategie dahinter, wie gesagt die Startseite wirkt ja schon wie Twitter oder bei Krypto-Bro auf’m Sofa. Ist eher die Frage, ob sie ihren altverdienten Status als „zugehörig zu den Qualitätsmedien“ nicht iwann verlieren und Richtung Nius abschmieren. Selbst die BILD überholt sie langsam mit Witz und teils ernsthafteren Journalisten.
Weil du mir eine Obsession unterstellt hast: ich beschäftige mich mit der Welt, weil ich verstehen will, wie die Selbstradikalisierung des Bürgertums funktioniert. Ich halte die für ein zentrales Problem unserer Tage.
Immerhin, jetzt sagst Du mal, was Du sonst abstreitest: Du gehörst nicht zum mittigen Bürgertum. 🙂 Q.e.d.
Das einzige, was hier demonstrandumed wird, ist deine Selbstradikalisierung 😉
Einigen wir uns darauf, dass Du nicht zur Mitte des Bürgertums gehörst und ich zum radikalisierten Bürgertum. 🙂
Ne, sorry, ich finde mich schon mittig. Dich übrigens auch. Die Mitte ist ein breiter Ort.
Da ist nur Platz für einen von uns. 🙂
Mir sind solche Einordnungen längst egal geworden, sei es, weil sie inflationär-nichtssagend verwendet werden, sei es, weil ich schon ein sehr gutes Selbstbild habe, wo in der Mehrheitspositionierung ich mit meinen Überzeugungen, Werten und politischen Positionen stehe. Und dann kann ich es doch nur höchst bedingt ändern.
„Mir sind solche Einordnungen egal, deswegen bestehe ich vehement darauf, Gatekeeper der Mitte zu sein“. 😀
Tja, die wenigsten Menschen verfügen nur über einen Funken Selbstkritik und Selbstreflexion. 😉
Ja, diese Faszination empfand ich bei der Selbstradikalisierung des linksliberalen Bildungsbürgertums vor 10 bis 15 Jahren auch mal. Bin nur tödlich sicher, dass Du das damals wie heute nicht so gesehen hast 🙂 .
Äh Stefan selbst weist immer wieder darauf hin, dass sowohl sein Radikalisierungs- als auch Deradikalisierungsprozess durch seine kontinuierliche Blogtätigkeit lückenlos nachvollzogen werden kann.
Siehe diesen Bekenntnisaufsatz zum Nichtmehrlinkssein, den ich zu Vergleichszwecken neulich nochmal verlinkt hatte.
Weiss ich. Missverständnis, mein Fehler. Ich gehe nach Lesen dieses Blogs über jetzt 3? 4? Jahre davon aus, er hätte den zunehmenden Woke-Unsinn in den genannten Jahren nicht als Selbstradikalisierung erkannt.
Weil du mir eine Obsession unterstellt hast: ich beschäftige mich mit der Welt, weil ich verstehen will, wie die Selbstradikalisierung des Bürgertums funktioniert. Ich halte die für ein zentrales Problem unserer Tage.
Ich nehm dich nur auf die Schippe. Außerdem darfst du hier obsessiv sein, mit was du willst. Ich finde das ja selber spannend und rätsel da gerne mal mit.
Aber gelegentlich überfallen mich auch Zweifel, ob das nicht eher Zeitverschwendung ist und sowieso rätselhaft bleibt oder doch Erkenntnisse zu erwarten sind.
Gerade wenn wir jetzt so Extreme wie Poschi nehmen.
Vielleicht sind da Typen wie zb Blome auch lohnender, das ist zb ein Konservativer, da stimme ich 50% seiner Artikel zu und 50% lehne ich ziemlich radikal ab. Er scheint mir da noch näher an der Wirklichkeit als dass man denkt, man liest Nachrichten aus dem paralleluniversum.
Ja, das ist wahr. Ich meine, ich les da ja auch nicht alles.
Spannend, danke!
5)
i) Leute, „die vorher ihre gesamte Zeit mit Ritterromanen von anno dazumal verbracht haben“ machen keine Tiktokvideos sondern kämpfen traditionsbewusst(!) gegen Windmühlen.
ii) „Das Ergebnis könnte ebenfalls überraschen!“ – Weil das Ergebnis womöglich wäre, dass moderne Frauen (egal wie „Tradwife“) wirkliche old-fashioned chivalry als ‚creepy‘ und ’stalking‘ empfänden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Frauendienst
Mein Kommentar bezog sich auf die Wissenschaftler, die die Studie durchgeführt haben, nicht auf den Untersuchungsgegenstand selbst. Hier wäre ich auch eher bei Thorsten, bin unsicher, ob das Phänomen Tradwife überhaupt in so nennenswerter Zahl vorkommt, dass eine Untersuchung lohnt oder mehr so drei Tik-Tok-Stars umfasst.
Ehrlich gesagt habe ich davon zwei-drei gesehen und fand die so absurd, ich kam gar nicht bis zum Genderaspekt, weil ich davon abgelenkt war, wie und wo man eine Ölmühle und ähnlich absurde Dinge für den Hausgebrauch findet (und eine ganze Kakaobohne vom Strauch dazu + drei Gerätschaften, um selbst Schokolade herzustellen)
II) Zurecht! Obwohl ich die hohe Minne auch eher als Tradwife-Aspekt sehen würde, der mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat:
Immerhin Es besteht aus 1850 epischen Strophen, 57 Liedern, einem Leich, drei Büchlein und sieben Briefen. zu wenig Mühe kann man hier nicht als Vorwurf verwenden^^
… und fand die so absurd …
Hausfrauen-Cosplay.
(Eigenes)
Die New York Times weiß (anders als manche hier), wofür „NATO“ eigentlich steht:
https://x.com/sissenberg/status/2040078016576204989
i) Liz Truss erzählt eine Menge Blödsinn, aber das hier ist ein offenkundiger Fake:
https://www.yahoo.com/news/articles/fact-check-former-uk-pm-075351046.html
Danke!
1) „Da fällt etwa Ulf Poschardt auf, der letztes Jahr noch forderte, man solle Trump ‚in seine Gebete einschließen’…“
Schlimmer – es hat das *letzte Woche* getan:
https://www.instagram.com/ulfposh/reel/DW3agS5Cvn3/
Und natürlich ist das alles nicht zu verstehen ohne die bedingungslose Treue von Springer zu Israel, deretwegen selbst der größte Irrsinn der Netanjahu-Regierung entschuldigt oder kleingeredet wird.
Ich muss die SPD mal in Schutz nehmen. Die Art Drohnen, die die SPD blockiert hat, waren die, die auch die USA in Afghanistan eingesetzt hat. Ja, sie wurden zur Aufklärung eingesetzt, aber eben auch für entfernt gesteuerte Angriffe. Starrflügler mit Düsenantrieb.
Die Drohnen, die heute das Schlachtfeld bestimmen, sind eher an Verbraucherprodukte angelehnte Quadcopter. Billig und in Massen zu produzieren, klein und schwer anzuvisieren. Gelegentlich auch Starrflügler mit Propellerantrieb.
Für Deutschland erfordert das eine deutlich andere Herangehensweise als das, was die SPD blockiert hat. Das ist auch daran zu erkennen, dass die Ukraine den USA mit Drohnenabwehr im Persischen Golf aushelfen musste. Wenn selbst die Vorreiter der militärischen Drohnennutzung mit diesen veränderten Bedingungen hadern, dann war es vielleicht gut, nicht zu den early adopters zu gehören.
Drohnenschwärme erfordern einfach eine andere militärische Denke.
Überlegenswert. Interessant, danke.
Militärisch ist das völlig korrekt, aber …
Ich muss die SPD mal in Schutz nehmen.
Wogegen exakt? Sie blockierte nicht bestimmte Drohnen wegen einer Vorahnung des kommenden, sie blockierte ALLE Kampfdrohnen, angeblich „aus Prinzip“. Warum also soll oder muss man sie in Schutz nehmen?
Gruss,
Thorsten Haupts