DDR 2.0

Wer seit Ausbruch der Corona-Pandemie die deutsche Politik verfolgt, kann den Eindruck gewinnen, das Land würde nicht von dafür gewählten Repräsentanten regiert, sondern von Experten aller Couleur. Virologen, Epidemiologen, Mediziner, Physiker und Ethiker geben sich die Klinke in die Hand und erhalten Audienz bei der Bundeskanzlerin. Nur Juristen und Ökonomen stehen bei der gelernten DDR-Bürgerin Merkel nicht hoch im Kurs, sie werden mit Verachtung und Ignoranz bestraft. Dabei ist das Grundgesetz das Buch, nach dem in Deutschland alles staatliche Handeln ausgerichtet sein soll und die Ökonomie der Teil, der Verhältnismäßigkeiten justiert. Doch Fragen von verfassungsrechtlicher Tragweite werden unter der Regentin Angela Merkel nicht von Verfassungsrechtlern, sondern von Ethikern entschieden. Die Dauer-Chefin des Staates entschwebt währenddessen in den Himmel der Unfehlbarkeit. Deutschland mag keinen Impfstoff für die nach Schutz gierende Bevölkerung haben. Wie Politbürostars des untergegangenen DDR-Reiches mag sie jedoch auch keinen nennenswerten Fehler erkennen.

Lesezeit: 4 Minuten

Die studierte Physikerin an der Staatsspitze hat einen neuen Weg entdeckt, wie eine Pandemie zu beenden ist. Diese Lösung ähnelt frappierend der Methode, zu der zu allen Zeiten chaotisch regierende Autokraten griffen. Es ist die Anordnung. Aus naturwissenschaftlicher Sicht endet eine Pandemie auf zwei Wegen. Entweder sind irgendwann so viele Probanden immunisiert, dass Viren keine neuen Wirte finden, oder die Menschen sind dem Zustand überdrüssig und kehren trotz Infektionsgefahren zu ihren normalen Lebensabläufen zurück. Die Merkel-Definition lautet, die Pandemie endet, wenn die große Kanzlerin aus dem Amt scheidet. Genau so hat sie es zwar nicht gesagt, aber offensichtlich gemeint. Nach Ansicht der 66jährigen sollten die Bürger Ende des Sommers nicht mehr gegängelt werden, wenn die Bundesregierung jedem in Deutschland ein Angebot machen könne. Wohlgemerkt, Angebot, nicht geimpft, immunisiert oder sonst wie verstorben. Wenn man im Berliner Raumschiff der Ansicht ist, es seien für die nächsten Wochen genug Impfstoffe eingekauft, dann, ja, dann ist Corona vorbei.

Das nennt sich nun wissenschaftlich. So überhaupt nicht zum wissenschaftlichen Ansatz der Kanzlerin will ihre Sprache passen, die seit Monaten infantilisiert den Deutschen die angeblichen Zwänge in der Sprache von Achtjährigen nach dem Bild der „Sendung mit der Maus“ erklärt. Nonchalant springt die Herrscherin über die Richtlinien der Politik auch über die Kleinigkeit hinweg, dass diese Zusage binnen Wochen um den Zeitraum von Quartalen verschoben wurde. Klarheit, das zeigt sich auch in dieser Krise, ist Merkels Sache nicht.

Monatelang hatte sie wie schon in den vorherigen prägenden Zeiten ihrer Kanzlerschaft ihre Rolle sehr schnell gefunden. Anordnungen zeigten sie als handlungsfähige Chefin der Staatsgewalt. Leider folgt auf Phase I (vermeintlich schnelles Reagieren) bei Merkel immer die chaotische Phase II. Dann, wenn Organisation gefragt ist, Strategien entwickelt und Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden müssen, versagt Mutti vor der Aufgabe.

Nach der gestrengen Regentin, die das Jahr 2020 über ihre Bürger ermahnte und manchmal mit Strenge maß, fehlte ihr jede Exitstrategie aus dem Lockdown, in den sie das Land zweimal schickte. Die einzige offizielle Strategie lautete „Impfstoff“. Umso bedenklich wirkt es da, wenn die Pfarrerstochter die Kompetenz über die Beschaffung des überlebensnotwendigen Vakzins an eine unbekannte zypriotische EU-Kommissarin mit dem schönen Namen Stella Kyriakides outsourcte. Das ist jedoch auch das einzige, was an der Dame aus dem kleinen EU-Mitgliedsland bemerkenswert ist, Managementkompetenzen konnte und brauchte sie in ihrer politischen Karriere nicht nachzuweisen. Das aufziehende Desaster war vorhersehbar, Merkel selbst griff ins Steuer ein und steuerte den Karren zielsicher an die Wand.

Statt Fehleinschätzungen zu bekennen und Fehler offen anzugehen, griffen die verantwortlichen Stellen, die den Tod vieler EU-Bürger riskierten, zum finger pointing. Die Pharmaindustrie, welche die USA, Großbritannien und viele andere Staaten außerhalb der Europäischen Union mit großen Mengen an Impfstoff versorgen, seien schuld, da sie Brüssel nicht Gleiches angedeihen ließen. Dass die EU einfach Monate später als die Amerikaner und Israelis den Wirkstoff bestellten, nach dem die ganze Welt binnen kurzer Zeit gieren würde, fällt da unter den Tisch. Man wolle keinen Impfnationalismus ist da ein weiteres Argument, was Weltoffenheit zeigen soll um den Dilettantismus zu überdecken. Klingt toll, löst nur keine Begeisterung aus, wenn man selbst von einer gefährlichen Infektion bedroht ist.

Das Ranking der impfenden Staaten ist unbestechlich und zeigt das Ausmaß des politischen Versagens. In ihrer Not greift die Berliner Politik dazu, alle Länder, die erfolgreicher sind (also sehr viele) die demokratische und rechtsstaatliche Eignung abzuerkennen. Binnen Tagen sind die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Israel aus dem Kreis der zivilen Staaten herausgefallen. Pech, sie haben sich nicht so viel Zeit zum Verhandeln wie die Europäer gelassen.

Während meine amerikanischen Freunde Ende Januar ihre Impfration erhielten, wartet meine 79jährige Mutter auf unbestimmte Zeit auf ihren Termin. Die Politik attestiert sich stattdessen Umsicht und Ratio – wie man das halt ungeachtet der Ergebnisse in der DDR tat. Und die öffentlich-rechtlichen Sender, die so ungern „Staatsfunk“ genannt werden wollen, konnten sich in den ersten Wochen vor Applaus kaum zurückhalten. Die EU habe keine Wucherpreise bezahlt. Die Unternehmen trügen das Risiko. Sensible Gesundheitsdaten seien nicht verscherbelt worden.

Alles Schutzbehauptungen von in ihren Ämtern völlig überforderten Politikern. Die Mehrkosten von höheren Bestellvolumina und Preisen sind durch die Kosten einer Woche Lockdown großzügig abgedeckt. Anscheinend fehlen in der Kommission ein paar Controller, die Opportunitätskosten auszurechnen verstehen. Das marktwirtschaftliche System hat sich als besonders leistungsfähig erwiesen, in dem binnen Jahresfrist ein Impfstoff entwickelt wurde. Ganz im Gegensatz zur demokratischen Politik und seinen Ämtern, die orientierungslos dahinverwalten. Dass es in einer solchen Situation durchaus angemessen sein kann, wenn sich Staat und Unternehmen das Risiko einer schnellen Verimpfung teilen, dafür fehlt weitgehend das Verständnis. Und während man jedes Grundrecht in den Monaten der Pandemie aushebelte – inklusive der Würde des Menschen – lobt man sich des uneingeschränkten Datenschutzes. Ob ein Endfünfziger bei der Frage „Daten gegen Impfstoff“ auch wie von der Leyen und Merkel entschieden hätte?

Ein einziges Mal in 12 Monaten Pandemie nebst gravierenden Grundrechtsbeschränkungen zitierte die Person, die einen Amtseid auf die Verfassung abgelegt hat, die zwingenden Anforderungen: „geeignet, erforderlich, verhältnismäßig“. Wie wenig die in einer Diktatur aufgewachsene Pfarrerstochter von der Verfassung hält, demonstrierte sie in einer vertraulichen Videokonferenz vor einigen Wochen. Allen Ernstes fragte jene Politikerin, die geschworen hat, die Gesetze und die Verfassung zu achten, warum man den Leuten das Reisen nicht verbieten könne. Wohlgemerkt, verbieten. Zahlreiche ihrer Vorschläge wurden in den vergangenen Monaten als schlicht verfassungswidrig von den Gerichten gekippt. Das hielt Merkel jedoch nicht davon ab, immer gravierendere Grundgesetzverletzungen zu fordern. Das Parlament fiel ihr übrigens dabei nicht in den Arm.

Nun sind die Kabinettsmitglieder und die sie stützenden Parteien vorrangig mit Schadensbegrenzung beschäftigt. Die Pharmafirmen könnten doch enteignet und gezwungen werden, ihre Patente Konkurrenten zugänglich zu machen. Oder die produzierten Impfmengen könnten doch gleich beschlagnahmt werden. Kein Witz, sondern bereits Realität: Vor einigen Wochen beschlagnahmte der Zoll die Lieferung von FFP2-Masken an ein Unternehmen, das in Deutschland Familien- und Erziehungsdienstleistungen anbietet. Während sich das Management umsichtig und frühzeitig mit Masken eingedeckt hatte, versagt die Bürokratie. Da muss dann eben die Staatsgewalt mit Enteignungsverordnungen zuschlagen.

Der Amtsschimmel wiehert fleißig. Während in Israel die Krankenhäuser und ihr Personal fleißig durchimpfen, Doppel- und Sonderschichten schieben um die Pandemie schnellstmöglich zu überwinden, ist hier den Impfzentren das Wochenende heilig. Wäre ja noch schöner, wenn man den üblichen Rhythmus verändern würde! Auch im Monat 12 bestimmt die geringe weil phlegmatische Belegschaft in den Gesundheitsämtern das Maß der Einschränkungen. Eine Nachverfolgung sei nur bei einer Inzidenz unter 50 möglich. Was ebenfalls eine Schutzbehauptung ist, denn die Leistungsfähigkeit der Behörden ist höchst ungleich verteilt, je nachdem, wie eben die Verwaltung geführt wird. Auch hier sind die Parallelen mit der DDR offensichtlich: Behörden bestimmen, was Bürger dürfen und was nicht. Der auf Grundrechten basierende Rechtsstaat wird bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

Mitarbeiter des örtlichen Amtsgerichts berichten, dass Krankenhäuser Totenscheine falsch ausgestellt würden. Die Krankenhäuser, von denen nicht wenige trotz Pandemie finanziell mit dem Rücken an der Wand stehen, reagieren damit ökonomisch rational. Im Herbst beschloss der Bundesrat Corona-Prämien für Krankenhäuser, welche sich an der Anzahl betreuter Corona-Patienten bemisst. Auch Statistikfälschung war mal eine Spezialität des untergegangenen Arbeiter- und Bauernstaates.

Als im Januar weitere Verschärfungen beschlossen wurden, wussten Wissenschaftler, die das Ohr der Kanzlerin haben, zu berichten, wie sinnvoll die Maßnahmen seien. Physiker erklärten, welch positive Auswirkungen die Beschränkung von Bewegungsradien und die Reduzierung von Kontakten hätten. Anscheinend hat niemand Frau Merkel gesagt, dass die Bürger keine Moleküle sind, die sich strikt nach vorberechneten Kurven verhalten. Sozial- und Verhaltensforscher hätten möglicherweise andere Ansichten zum Shutdown vortragen können. Aber die gelten ja in den Augen von Naturwissenschaftlern nicht als echte Forscher. Dafür können die Physiker und Virologen nicht erklären, warum die schon im Oktober prognostizierten Wirkungen nicht so eingetreten sind.

Im Spätherbst verkündigte das Politbüro aus Kanzlerin, Gesundheitsminister und Ministerpräsidenten eine Art Speed-Lockdown, der das Weihnachtsgeschäft retten solle – und das Weihnachtsfest mit Verwandten dazu. Dass daraus nichts wurde, wussten Lauterbach und Konsorten allerdings bereits drei Tage, nachdem die von Kritikern unter dem Oberbegriff Shutdown light getauften Maßnahmen in Kraft gesetzt worden waren. Statt zu Erleichterungen kam es dann im Dezember zu weitreichenden Verschärfungen. Nur formal wurden diese zeitlich befristet, politisch wurde das Land auf einen endlosen Shutdown vorbereitet. Geeignet? Erforderlich? Verhältnismäßig? Wer würde heute solche Fragen stellen?

Der Ethikrat erklärt nun im Auftrag der Kanzlerin, warum für Geimpfte keine Sonderregeln gelten könne. Der Solidaritätsgedanke hat auch Wissenschaftler, die keine Echten sind, infiziert. Statt Claqueure, welche einfach die Position des Kanzleramtes wiederkäuen, hätten zur Bundespressekonferenz zur Abwechslung ein paar ehemalige Verfassungsrichter geladen werden können. Diese hätten dem Land sicher erläutert, dass es nicht darum geht, Geimpften Sonderrechte einzuräumen, sondern Grundrechte wieder zurückzugeben.

Dass die Politik versucht, dies mit hohem Einsatz zu verhindern, ist nachvollziehbar. Die Deutschen sind genügsam, solange alle in Sparta leben. Der Solidaritätsgedanke ist den meisten offensichtlich heilig. Doch eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften würde selbst der Mehrheit, die bisher wie ein Fels hinter der Berliner Politik steht, das Versagen auf allen Ebenen vor Augen führen. Spätestens dann stellt sich die Frage nach Schuldigen und der Verantwortung. So will die fehlerfreie Kanzlerin ihre Amtszeit nicht beenden.

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  • Stephan 4. Februar 2021, 23:10

    Alles richtig. Hinzufügen möchte ich noch, dass ich auf Telegram bei Attila Hildmann gelesen habe, dass sich Merkel in Seancen mit Stalin abspricht!

    • Stefan Pietsch 4. Februar 2021, 23:19

      Sie bekommen noch Telegramme?

      • Stephan 5. Februar 2021, 00:23

        Natürlich. Von Stalin und Honecker. Wie soll ich sonst über die große Transformation der BRD in die DDR 2.0 mittels unserer „verdeckten“ Coronavirus-Maßnahmen kommunizieren?

        • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 00:28

          Stalin ist 144 Jahre alt und Honecker 108. Sie wollen mich wohl auf den Arm nehmen? Die haben doch gar kein Internet!

          • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 07:03

            Den Sozialismus in seinem Lauf
            Hält weder Ochs noch Esel auf

            • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 10:00

              🙂 🙂 🙂

              Soooo gut

              • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 12:02

                Hab ich schon mal erwähnt dass es dazu einen grandiosen Podcast gibt…?

                • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 12:33

                  @ Stefan Sasse 5. Februar 2021, 12:02

                  Hab ich schon mal erwähnt dass es dazu einen grandiosen Podcast gibt…?

                  Nein. Haben wollen …

    • Marc 5. Februar 2021, 07:59

      Hallo Herr Fachmann. Bitte helfen sie mir. Bestätigen sie bitte, dass viele Spiele eigene Zahlungsmittel emittieren, dass Facebook & Co das auch könnten und dass der logische Schluss daraus ist, dass MMT Humbug ist.

  • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 07:04

    Das ist glaube ich das Abgedrehteste, was ich von dir seit „Grüne Kreuzritter“ gelesen habe.

    • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 08:33

      Die dauerhafte Missachtung des Rechts, der demokratischen Institutionen und das multiple Staatsversagen (Auszahlung der November-/ Dezemberhilfen, verfassungswidrige Impfstrategie) solltest Du nicht mit „abgedreht“ beiseite wischen. Jedenfalls, als die Kanzlerin ernsthaft, ja fast verzweifelt und ultimativ forderte, das Reisen zu verbieten, dachte ich das auch: die ist abgedreht. Merkel ist seit Jahren bei den Grünen-Anhängern weit beliebter als bei konservativen Wählern. Das passt.

      • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 12:02

        Diese Kritik ist absolut berechtigt. Daraus den Vergleich „DDR 2.0“ abzuleiten ist abgedreht.

        • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 12:34

          Wer will, findet sehr viele Parallelen zur DDR. Und ich war bereit dazu, zugegeben. Nun wäre es an meinen Kritikern abzuwehren, wo die Vergleiche hinken. Dass in der DDR nicht gewählt wurde? Das sollte doch nicht der einzige Unterschied zwischen einem liberalen, freiheitlichen Land und einer Diktatur sein.

          Beherberungsverbote, 15-km-Radius, Reiseverbote, Beratungsresistenz, von der Regierung bestimmte Impfstrategien (und damit Entscheidungen über Leben und Tod), Ethikrat statt Verfassungsrichter, wissenschaftlich unfundierter, pauschaler Entzug von Freiheitsrechten, Verweigerung der Rückgewährung dieser und dann die Zurückweisung von Verantwortung.

          Ich hätte mir vor 12 Monaten nicht träumen lassen, dass so in diesem, meinem Land abgeräumt wird, was ich seit frühester Kindheit geschätzt habe. Das ist kein Virus, dass das tut. Das sind Menschen, beginnend mit jenen, die in der Regierung sitzen und endend bei jenen, die mich umgeben.

        • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 12:35

          @ Stefan Sasse 5. Februar 2021, 12:02

          Diese Kritik ist absolut berechtigt.

          Volle Zustimmung.

          Daraus den Vergleich „DDR 2.0“ abzuleiten ist abgedreht.

          Teilweise Zustimmung. Wir haben keine Stasi und so’n Zeug. Aber die Älteren und Erfahreneren unter uns wissen, dass Parlament und Journalismus auch anders geht.

          • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 14:48

            Wir sind trotzdem von einer Diktatur meilenweit entfernt. Dass die Medien versagen, geschenkt. Das tun sie seit längerem. Das hat aber nichts mit einer Diktatur zu tun. Ich werfe Lindner ja auch nicht vor, das Vierte Reich installieren zu wollen, nur weil mir seine Politik missfällt. Da stimmen einfach die Maßstäbe nicht. In der DDR gab es keine freie Presse, sondern nur Propaganda. Heute gibt es freie Presse, die halt ihre Aufgabe nicht sonderlich gut machen. Aber das ist Versagen, nicht Repression.

            • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 15:39

              @ Stefan Sasse 5. Februar 2021, 14:48

              In der DDR gab es keine freie Presse, sondern nur Propaganda. Heute gibt es freie Presse, die halt ihre Aufgabe nicht sonderlich gut machen.

              Ja. Selbst, wenn das für den Leser keinen Riesenunterschied macht, ob der Redakteur gezwungene oder freiwillige „Hofberichterstattung“ macht – das ist noch weit von DDR 1.0 oder 2.0 entfernt. Die Öffentlich-Rechtlichen „filtern nur“.

              Aber die „andere“ Seite ist auch nicht besser. Ich war vor Jahren mal bei Achgut und Tichy unterwegs, als die noch kontroverse Diskussionen hatten. Kannste seit langem nicht mehr reinschauen; die gleiche Soße, nur anders herum. Alles Anti-Anti-Anti, alles Scheiße, alle doof und blöd, nur die nicht. Und Fakten, Pseudo-Fakten und Meinung wild verquickt.

              Macht keinen Spaß mehr sich über irgendetwas zu informieren“.

              • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 17:46

                Meine politische Sozialisierung war viel mit NachDenkSeiten und Co. Meinungsmache, Gleichschaltung der Medien, Bertelsmann, das ganze Programm. Ich kenn diese Geisteshaltung, ich hatte sie lange genug selbst. Umso schlimmer, dass sich das jetzt in den bürgerlichen Bereich so reinfrisst. Es ist echt erschreckend zu sehen.

                • Erwin Gabriel 6. Februar 2021, 18:30

                  @ Stefan Sasse 5. Februar 2021, 17:46

                  Umso schlimmer, dass sich das jetzt in den bürgerlichen Bereich so reinfrisst. Es ist echt erschreckend zu sehen.

                  Ich hatte früher den SPIEGELabonniert; war irgendwann für mich nicht mehr lesbar. Ich hatte (falls Du die kennst) DIE WOCHE abonniert; 2002 wurde die eingestellt. Auch die FINANCIAL TIME DEUTSCHLAND; da habe ich von dem Finanz- und Wirtschaftskram bestenfalls die Hälfte verstanden, aber der Rest war richtig gut (der Sport-Teil der beste in Deutschland); eingestellt. Eine Weile ging die WELT; etwa zu dem Zeitpunkt, als die parallel das Kompakt-Format entwickelten, öffneten die sich ein bisschen. Nun ja.
                  Ich hatte auch eine Weile regelmäßig die Zeit gelesen, war aber irgendwie für mich der Charme raus, seitdem Helmut Schmidt nicht mehr dabei war (Giovanni di Lorenzo ist ist auf so eine ölige Art eitel geworden).

                  Wo kann ich mich (und sei es, als bürgerlicher Spießer) denn nur INFORMIEREN, ohne dass mir überall gleich eine Meinung reingedrückt wird? Denken kann ich nämlich selbst.

                  • CitizenK 6. Februar 2021, 19:45

                    Ja, um die FTD is’s wirklich schade. Hab ich auch als Verlust empfunden. Gibt es für diesen Journalismus wirklich keine Nachfrage?

                  • Stefan Sasse 7. Februar 2021, 14:29

                    Weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich will ja gerade die Meinungsartikel ^^

                    • Erwin Gabriel 7. Februar 2021, 22:57

                      @Stefan Sasse 7. Februar 2021, 14:29

                      Weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich will ja gerade die Meinungsartikel

                      Und ich will mir eine eigene Meinung bilden können.

                      Ich habe nichts gegen eine Meinung oder einen Kommentar zu einem fundierten Artikel, der kompetente Informationen liefert. Bei unserem heutigen Standard-Journalismus ist die Meinung zuerst da. Sie ersetzt entweder die Information, oder sie lässt nur die Informationen zu, die die Meinung stützt. So groß der Unterschied in der Meinung ist, wenn ich zu aktueller Tagespolitik bei SPIEGEL oder TICHY lese, so klein werden die Unterschiede bei der Präsentation des Themas.

                      Ich habe da keinen Bock mehr drauf.

                    • Stefan Sasse 8. Februar 2021, 03:11

                      Ich bilde mir ja auch meine eigene Meinung. Aber das tue ich durch das Reiben an den Meinungsartikeln anderer. Die reinen Nachrichten sind ja bei jeder Zeitung gleich, da ist ja völlig hupe, wo du liest.

                    • Erwin Gabriel 8. Februar 2021, 13:48

                      @ Stefan Sasse 8. Februar 2021, 03:11

                      Ich bilde mir ja auch meine eigene Meinung. Aber das tue ich durch das Reiben an den Meinungsartikeln anderer.

                      Ich habe (wie jeder andere auch) zu praktisch allem eine Meinung. Ich hätte nur gerne, dass die kompetent ist.

                      Und um sich an anderer Leute Meinungen zu reiben, hätte ich gerne, dass auch deren Meinung kompetent ist.

                      Wäre also toll, wenn jemand, der eine Meinung vertritt, auch die Informationen liefert und Quellen benennt, auf der diese Meinung basiert. Ist in den meisten Medien nicht (mehr) der Fall.

                      So, wie etwa Du, Jens Happel oder Stefan P. belegen, wie sie auf eine Meinung kommen, kann ich sie nachvollziehen, übernehmen, modifizieren oder ablehnen. Die meisten „Journalisten“ gehen offenbar davon aus, dass ihre Meinung ohne weitere Begründung genügt; die werden von mir in der Regel als „inkompetent“ eingestuft und zur Meinungsbildung nicht herangezogen.

                    • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 06:40

                      Ah ok, aber das ist ja eine andere Kritik. Jetzt sehe ich was du meinst.

            • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 16:18

              Es gibt auch heute noch viele ehemalige DDR-Bürger, die fanden viel an dem Regime gut. Demokratie, Marktwirtschaft und Rechtsstaat werden nicht so hoch bewertet als dass man sie nicht abwählen könnte. Nicht ohne Grund wählen die Ossis seit 30 Jahren zu einem Drittel und mehr Parteien, die kein einwandfreies Verhältnis zu diesen Errungenschaften der Zivilisation haben.

              Du hast mehrfach in den vergangenen drei Jahren Christian Lindner in die Nähe der AfD („AfD light“) gerückt und damit den Eindruck erweckt, er teile das gleiche Gedankengut wie eine rechtsextreme, vom Verfassungsschutz beobachtete Partei. Das musst Du Dir anrechnen lassen. Oder in Deinen Worten: Sei doch wenigstens (!) ehrlich.

              • Erwin Gabriel 6. Februar 2021, 18:42

                @ Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 16:18

                Es gibt auch heute noch viele ehemalige DDR-Bürger, die fanden viel an dem Regime gut.

                Ohne Zweifel hat man das mit dem OSten nicht so gut hinbekommen, wie das versprochen wurde. Dass dazu nicht nur die West-Produkte viel besser waren, sondern auch West-Produktion und -Wirtschaft, war für viele dann doch eine große Überraschung.

                Aber da liegt auch das Argument gegen Deine Aussage: Obwohl viele Wähler im Westen die schlechten Seiten der DDR vergessen und die weniger schlechten zu guten Erinnerungen geworden sind,wählen sie nicht Miss DDR 2.0, sondern AfD oder LINKE.

                Fazit: Ms. DDR 2.0 ist eben doch nicht Ms. DDR 2.0, sondern Mrs. Germany.

                Ich kenne so viele, die schimpfen, und praktisch alle (auch ich) schimpfen vom bequemen Sofa.

                PS: Christian Lindner ist sicherlich genauso wenig „AfD light“, wie wir in einer DDR 2.0 leben. Ich halte nichts von der Idee, dass man einen guten Gedanken, der von einer falschen Person bzw. von der falschen Pertei übernommen wird, derwegen auch für falsch hält. Wie schon mal gesagt, war Hitler Vegetarier; deswegen von allen den Konsum von Fleisch zu verlangen, um sich gegen „rechts“ abzugrenzen, wäre genauso albern.

                • Stefan Pietsch 7. Februar 2021, 19:09

                  Die LINKE ist die Fortsetzung des DDR-Regimes. Wie wenig harmlos die in ihrem Gedankengut sind, zeigte sich vor Jahresfrist bei einer Versammlung, die vom Parteivorsitzenden Riexinger geleitet wurde und wo darüber siniert wurde, bestimmte Menschen „zu entsorgen“. Der Parteivorsitzende milderte immerhin ab und meinte, „nützliche Beschäftigung“ würde reichen. Auch die AfD ist nicht über jeden rechtsstaatlichen Zweifel erhaben, also das passt schon.

                  Christian Lindner ist sicherlich genauso wenig „AfD light“, wie wir in einer DDR 2.0 leben.

                  Das solltest Du Stefan sagen, der findet das durchaus passend.

                  • Erwin Gabriel 7. Februar 2021, 23:00

                    @Stefan Pietsch 7. Februar 2021, 19:09

                    Die LINKE ist die Fortsetzung des DDR-Regimes…
                    Auch die AfD ist nicht über jeden rechtsstaatlichen Zweifel erhaben, also das passt schon.

                    Ja, die LINKE und die AfD, nicht die Kanzlerin.

                    Das solltest Du Stefan sagen, der findet das durchaus passend.

                    Habe ich schon bei anderer Gelegenheit, und hier liest er sicherlich auch mit. 🙂

    • Ariane 5. Februar 2021, 10:13

      Hätte noch Merkel als Domina zu bieten^^

      • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 10:18

        Mir gefällt nicht, wenn jemand mit mir in der Kindersprache spricht. Euch anscheinend schon. Vielleicht sollte ich mal einen solchen Artikel verfassen, als Test, ob Euch tatsächlich die Sprache zusagt oder ihr der einen Person einfach nur alles abnehmt.

        • Ariane 5. Februar 2021, 10:20

          Kann mich nicht erinnern, von Merkel Kindersprache gehört zu haben. Und dass Dominas (Dominae?) Kindersprache nutzen, wäre auch an mir vorbeigegangen.

          • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 10:35

            Es ist Dir nicht zum Vorwurf zu machen, dass Du Dich in dem Gewerbe nicht auskennst. Du bist halt in dieser Hinsicht, wie soll ich sagen, traditionell.

            Schau Dir die Regierungserklärung an.

            Nochmals: ich möchte so nicht angesprochen werden. Ich bin erwachsen, intelligent und gebildet. Wem das gefällt, nun …

            • derwaechter 5. Februar 2021, 12:12

              Ich bin ebenfalls erwachsen, intelligent und gebildet und genau deshalb finde ich den Stil in diesem Beitrag auch so störend.

              Ich habe keine Interesse mich durch diesen ganze Blödsinn mit „gelernten DDR-Bürgerin“, „Pfarrerstochter“, „schönen Namen Stella Kyriakides “ usw. zu graben, um irgendwo möglicherweise einen ernsthaften Gedanken zu finden.

              • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 12:27

                Das finde ich schade.

              • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 14:43

                Dito.

              • Ariane 6. Februar 2021, 13:28

                über gelernte DDR-Bürgerin gabs auch schon mal ne Diskussion, das kam schon mal. Find ich immer noch strange, funzt bestimmt auch nur mit der DDR. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, zb Laschet als gelernten BRD-Bürger zu bezeichnen oder meinetwegen gelernter Rheinländer (wenn er das ist).

                • Stefan Pietsch 6. Februar 2021, 14:17

                  Es ist wohl typisch links, die eigene Herkunft verleugnen zu müssen (und die anderer). Ich bin israelfreundlich, westlich ausgerichtet, Fan der USA, römisch-katholisch erzogen, (erz-) liberal denkend, Kind aus kleinbürgerlichen Verhältnissen der Alt-Bundesrepublik. Ich habe keine Scheu, dass immer wieder zu erwähnen. Es ist daher nur konsequent, dies auch bei anderen zu tun. Heuchlerisch ist es, bei mir auf solche Eigenverweise Bezug zu nehmen, aber zu kritisieren, dass ich den Hintergrund einer öffentlichen Person thematisiere.

                • Stefan Sasse 6. Februar 2021, 14:55

                  Es ist ja auch nur despektierlich benutzt.

            • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 12:39

              @ Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 10:35

              Nochmals: ich möchte so nicht angesprochen werden. Ich bin erwachsen, intelligent und gebildet. Wem das gefällt, nun …

              So viele, die ich kenne, wollen klare Gedankengänge, klare Antworten auf komplexe Probleme. Sie ist nicht ja nur „Deine“ Kanzlerin 🙂

      • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 12:04
  • Juri Nello 5. Februar 2021, 10:04

    Wer die internationalen Medien so verfolgt, darf wahrnehmen, dass auch in Israel die Impfbereitschaft schwindet. Das könnte u. a. an den Infektionsszahlen liegen:

    https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-infektionszahlen-101.html

    Offenbar scheint der Fall doch häufiger zu zutreffen, dass Geimpfte infektiös sind.
    Vor diesem Hintergrund kann man wohl kaum von einer Aufhebung der Beschränkungen für Geimpfte schwadronieren.

    • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 10:13

      Wer die internationalen Medien so verfolgt, der wird von einer britischen Studie gehört haben, nach der Geimpftedas Virus meist nicht übertragen.

      Ansonsten gefällt mir der Fatalismus nicht: Maske forever?

      • Juri Nello 5. Februar 2021, 17:04

        Nur die Maske?

        Der von der Tagesschau gescholtene A/Z wird von der NY Times hochgelobt.
        Es kommt dabei wohl wieder nur drauf an, wer irgendetwas sagt, nicht was der Inhalt ist.
        Willkommen beim Feldtest.

  • Ariane 5. Februar 2021, 10:12

    Es wird ja auch viel zu wenig geredet, dass Pandemie und Lockdown nicht gut für die Psyche ist, insofern vielen Dank für die Erinnerung.

  • Kirkd 5. Februar 2021, 11:01

    Man kann sich aus Abneigung gegen Personen und deren Entscheidungen Zusammenhänge und Vorgänge auch von der Realität losgelöst zusammenreimen und sich darin hineinsteigern. Dein Text belegt dies eindrücklich.

    • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 11:12

      Mehrere Personen in meinem Umfeld, weibliche Personen, wählen seit dem Mittelalter CDU. 2017 wird das letzte Mal gewesen sein. Seit ihrem Aufstieg fanden sie Angela Merkel toll. Auch das ist vorbei.

      Ihre Sichtweise auf die Politik sind ähnlich, wie ich es im Artikel in Worte gefasst habe. Und es sollte nun wirklich jedem zu denken geben, wenn die wichtigste Repräsentantin einer Partei kontinuierlich bei den Anhängern anderer Parteien beliebter ist als in der eigenen. Das deformiert Parteiendemokratie.

    • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 12:46

      @ Kirkd 5. Februar 2021, 11:01

      Man kann sich aus Abneigung gegen Personen und deren Entscheidungen Zusammenhänge und Vorgänge auch von der Realität losgelöst zusammenreimen und sich darin hineinsteigern.

      Ich mag Merkel auch nicht. Aber das ist nicht der Grund, warum ich ihr bei jeder Herausforderung Versagen attestiere, bei der sie selbst aktiv wurde (Ausnahme: zur Finanzkrise 2009 folgte sie Steinbrücks Vorschlägen, das hat recht gut funktioniert).

      Eben weil ich an so vielen Stellen sehe, was sie alles nicht tut, bzw. wie sie (meiner Wahrnehmung nach) falsch reagiert, kann ich sie nicht leiden. Anfangs hatte ich sie auch gewählt.

      Dein Text belegt dies eindrücklich.

      • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 14:49

        Ich bin auch kein Merkel-Fan.

        • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 15:54

          Worin zeigt sich das? Ich meine, außer dass Du ihre EU-Politik kritisierst.

          • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 17:47
            • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 18:50

              Weiß ich. Aber 16 Jahre sind eine lange Zeit. Meiner Beobachtung nach ist das linke Lager spätestens 2015 falling in love mit Merkel.

              Es sind die Sympathisanten der Grünen. Und dazu habe ich vor einigen Tagen eine aufschlussreiche Umfrage gelesen, wonach 93% der Grünen-Anhänger, aber nur zweidrittel der CDU-Bannerträger die Kanzlerin positiv bewerten. Ich finde, das Abziehbild passt. Und ich denke, ich trete Dir (wie manch anderem im Forum) nicht zu nahe, dass Du Dich exakt da einreihen würdest.

              Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mit der Politikerin Merkel nichts anfangen kann. Das war 2005 so und hat sich bis heute nicht geändert. Ganz schlimm ist es nur seit Frühjahr 2020 geworden. Falls Du meinst, aha – nein. Ich habe auch Kohl (noch mehr) abgelehnt, ich mochte Reagan und Thatcher nicht. Oder Bush junior. Und schon gar nicht Trump. Dennoch sehe ich mich durchaus in der Lage, die Lebensleistung dieser Personen des öffentlichen Interesses nach den mir zugänglichen Informationen auch positiv zu würdigen. Warum sollte mir das ausgerechnet bei Merkel abgesprochen werden?

              Du bist derjenige, der vorurteilsbeladen ist. Aus Sicht der sich aufgeklärt fühlenden Milieus in Deutschland ist es nicht schwer, Kohl, Reagan, Thatcher, Bush und Trump abzulehnen. Wer könnte sich zu deren Fans erklären?! Aber Merkel, die Kanzlerin der Flüchtlinge, des Atomausstiegs, die die Homoehe ermöglichte und den Deutschen zeigt, dass sie sich für höhere moralische Werte bescheiden müssen? Bitte, was ist denn das für eine Unperson!

              So denkst Du wahrscheinlich. Dabei frage ich, was ist so aufgeklärt daran, einen Politiker gut zu finden, mit dessen Grundüberzeugungen man übereinstimmt?

              • Jens Happel 5. Februar 2021, 19:59

                Meiner Beobachtung nach ist das linke Lager spätestens 2015 falling in love mit Merkel.

                Sehe ich auch so. Seit dem ist sie auch untouchable in der ehemals mitte links Presse Zeit und SZ.

              • Stefan Sasse 6. Februar 2021, 11:58

                Deine Beobachtung ist falsch. Ich betrachte Merkel positiver als die meisten Alternativen, aber das sagt mehr über die Alternativen aus als über Merkel. Du wirst mir sicher verzeihen, dass ich sie einem Kanzler Merz vorziehen werde. Aber das heißt nicht, dass ich ein Fan bin. Du wirst vermutlich einen Kanzler Ramelow auch einer Kanzlerin Wagenknecht vorziehen, ohne dass dich das zum Ramelow-Fan macht.

            • Erwin Gabriel 7. Februar 2021, 23:26

              Stefan Sasse 5. Februar 2021, 17:47

              Stefan Sasse: Ich bin auch kein Merkel-Fan.

              Stefan Pietsch: Worin zeigt sich das?

              Stefan Sasse:http://www.deliberationdaily.de/2020/04/merkel-und-ich/

              Ich erinnere mich an den Artikel, auch daran, dass Du darin bestenfalls erklärst, dass Du Dich aufgrund einer ausbleibenden Rechts-Diktatur mit ihr arrangiert hast (oder so).

              Probleme mit Merkel? Nicht wirklich …
              Aber

              • Stefan Sasse 8. Februar 2021, 03:12

                Ja, richtig. Arrangiert. Das ist was anderes als ein Fan sein, wie Stefan unterstellte.

                • Erwin Gabriel 11. Februar 2021, 20:04

                  Stefan Sasse 8. Februar 2021, 03:12

                  Ja, richtig. Arrangiert. Das ist was anderes als ein Fan sein, wie Stefan unterstellte.

                  🙂 Das ist auch etwas anderes, sie doof zu finden, wie Du immer wieder implizierst.

  • Kning4711 5. Februar 2021, 11:17

    Erstmal vielen Dank für den pointierten Beitrag. Ich finde die Schärfe und Pauschalität Ihrer Kritik erfrischend, weil man sich an dieser Abarbeiten kann – jedoch stimme ich Ihnen in einem zentralen Narrativ Ihres Beitrags nicht zu: Ich glaube nicht, dass Frau Merkel sich wohl fühlt, in der Art wie Sie regieren muss. Gerade weil Sie die Erfahrungen eines Unrechtsstaates gemacht hat, wird es Sie doppelt schmerzen, so viel den BürgerInnen dieses Landes abverlangen zu müssen.

    Für die Selbstgefälligkeit mit der einige politische Akteuere am Anfang der Krise agierten kann Frau Merkel ja nichts – in der gestrigen Ausgabe von „Kontraste“ war ein Interview mit dem Ministerpräsidenten von Sachsen zu sehen, dass er heute wahrscheinlich so nicht mehr geben würde. Gleichsam ist unser Regierungshandeln in zwei föderalen Korsetten gefangen: Einerseits in der EU, anderseits im Bund-Länder Spannungsfeld. Das macht entschlossenes Handeln sicher nicht einfacher.

    Unbenommen ist die Führungsleistung wesentlicher Protagonisten deutlich ausbaufähig und (bereits an anderer Stelle ausführlich dargestellt) die Krisenkommunikation desaströs. Die Einbindung des Parlaments ist ebenfalls ausbaufähig – ist aber nicht nur seit Corona so, man erinnere sich auch an die Nacht-und Nebelsitzungen im Zuge der Finanzkrise 2009.

    Summa Summarum wäre es wirklich wünschenswert, wenn sich zu gegebenen Zeitpunkt ein Gremium bilden würde, welche Deutschlands Vorgehen während der Krise analysiert und HAndlungsempfehlungen für ein neues Pandemieszenario aufstellt und für die notwendigen institutionellen und gesetzlichen Weichenstellungen formuliert. Ich glaube hier war schon an anderer Stelle die Rede vom „Corona Unterschuchungsausschuss“.

    • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 12:18

      Danke, so soll es sein. 😉

      Ich maße mir nicht an zu wissen, was Angela Merkel fühlt. Ehrlich gesagt ist es mir auch egal, es hat keine Bedeutung. Andererseits glaube ich anders als die meisten nicht, dass ihre Herkunft keinen Einfluss auch ihr politisches Denken habe. Merkel ist nicht auf dem Gebiet der DDR geboren worden, sondern in der freien Hansestadt Hamburg. Als sie noch ein Baby war, zog die Familie auf Betreiben des Vaters in die DDR über. Er war Pfarrer. Der Kontrast hätte kaum gravierender sein können. Der Vater wird seine Entscheidung oft vor den Kindern gerechtfertigt haben und sie werden sie verstanden oder dauerhaft abgelehnt haben.

      Mein Vater war starker Raucher. Dies hat mich so negativ geprägt, dass ich selbst als Teenager den Verführungen in der Schule widerstehen konnte, ich fand rauchen einfach nur widerlich. Andere wurden genauso wie ihre Eltern Raucher.

      2012 schrieb der SPIEGEL einen interessanten Weihnachtsleitartikel, „Die Erfindung Gottes„. Dabei wurde auch von Forschungsergebnissen berichtet, um sich dem Phänomen Gott zu nähern:
      Erst mit neun oder zehn Jahren sind sie offen für die nüchternen Auskünfte der Wissenschaft. Kelemen fürchtet allerdings, dass der Kinderglaube von der weise eingerichteten Schöpfung auch im Erwachsenenalter noch unterschwellig das Denken formt.

      Kürzlich ging die Psychologin ihrem Verdacht auf den Grund. Sie wählte dafür die denkbar unwahrscheinlichsten Kandidaten: 80 Wissenschaftler von Elite-Universitäten wie Harvard oder Yale traten zum Test an, darunter Chemiker, Geologen und Physiker, Männer wie Frauen. Sie nahmen Platz vor einem Monitor, auf dem in schneller Folge Aussagen erschienen, richtige und falsche. Und dazwischen auch solche, wie Kinder und Schöpfungsgläubige sie plausibel finden: „Bäume produzieren Sauerstoff, damit die Tiere atmen können“ – „Die Erde kreist um die Sonne, damit sie beschienen wird“ – „Vögel verbreiten Samen, um den Pflanzen beim Keimen zu helfen“.

      Nie würden gestandene Forscher solche naiven Behauptungen akzeptieren. Aber Kelemen gab ihnen für jeden Satz nur rund drei Sekunden. Und siehe da, wenn es pressierte, hauten die Leuchten der Aufklärung wiederholt daneben. „All das Wissen, das sie ein Leben lang angehäuft haben“, sagt Kelemen, „bewahrt sie offenbar nicht vor dem Rückfall in alte, kindliche Erklärungsmuster.“

      Vielleicht erkennen Sie, worauf ich hinaus will. Unter starkem Stress kehren Menschen zu den Erklärungsmustern zurück, die sie schon in jüngster Kindheit geprägt haben. Ich glaube, nicht viele, die in den USA aufgewachsen sind, würden bei einer Pandemie danach rufen, den Menschen das Reisen zu verbieten. Bei Menschen, die in diktatorischen Regimen lebten, trifft man solch radikalen Vorschläge häufiger.

      Genauso finde ich es durchaus nachdenkenswert, wie wenig Angela Merkel in Krisen auf die demokratischen Institutionen wie den Bundestag vertraut. Oder, dass sie nur ein einziges Mal in einer existenziellen Krisensituation die Bedingungen für ihr Handeln im Amt formulierte, so wie es die Verfassung vorgibt. Zufall? Interpretation? Dann bitte ich um alternative Erklärungen.

      Unbenommen ist die Führungsleistung wesentlicher Protagonisten deutlich ausbaufähig und (bereits an anderer Stelle ausführlich dargestellt) die Krisenkommunikation desaströs.

      Nicht nur das. Unser gesamter Staat ist besonders phlegmatisch. Das fällt nicht nur im aktuellen Vergleich mit dem keineswegs spartanischen israelischen Staat auf. Das fällt jedem auf, der sich einige Zeit im Ausland aufgehalten hat. So hat der Kommentator DerWächter vor einigen Wochen formuliert, dass er sich eine Rückkehr von Oslo nach Deutschland nicht vorstellen könne, dazu wäre der deutsche Staat auch zu wenig leistungsfähig.

      Ich sehe das absolut genauso.

      • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 12:51

        @ Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 12:18

        Unser gesamter Staat ist besonders phlegmatisch. Das fällt nicht nur im aktuellen Vergleich mit dem keineswegs spartanischen israelischen Staat auf. Das fällt jedem auf, der sich einige Zeit im Ausland aufgehalten hat.

        Und wie – da schließe ich mich an!

      • derwaechter 5. Februar 2021, 13:58

        das ist echt Küchenpsychologie der untersten Schublade.

        Ich gehe mal beispielhaft auf eine Aussage ein und gucke was die Fakten so sagen.

        „Ich glaube, nicht viele, die in den USA aufgewachsen sind, würden bei einer Pandemie danach rufen, den Menschen das Reisen zu verbieten“

        Hier als Beispiel die Regional Stay Home Order aus Kalifornien. Da wurde so ziemlich jede Reise verboten.

        „All individuals living in the State of California are currently ordered to stay home or at their place of residence, except for permitted work, local shopping or other permitted errands, or as otherwise authorized“

        Solche Maßnahmen trafen übrigens auf breite Zustimmung im ganzen Land:
        „Among all respondents, 81% percent said it was the right decision. That broke down to 87% support among Democrats, 82% among Republicans, and 76% among independents.“
        https://www.politifact.com/article/2020/apr/22/large-majorities-americans-support-keeping-stay-ho/

        Ebenso wie Grenzschließungen:

        Auf die Frage, ob „their country should close their borders and not allow anyone in or out until the Coronavirus of COVID-19 is proven to be contained“

        antworten mehr Amerikaner mit ja als Deutsche:

        „Two in three (67%) Americans support the closure of their borders. Some country’s residents (mostly in Europe) are much less likely to agree with the closure of their borders, including those in the Netherlands (44%), Sweden (47%), Germany (50%), Belgium (52%) and Hungary (56%) and Poland (57%).“
        https://www.ipsos.com/en/majority-67-global-citizens-support-closing-their-borders-few-33-believe-covid-19-contained

        Und sogar eine landesweiter Lockdown in den USA wurde von einer Mehrheit befürwortet:
        „The survey of 2,500 registered U.S. voters found that more than half of people (52 percent) would be in favor of a nationwide shutdown to halt the disease“
        https://www.newsweek.com/majority-americans-back-national-lockdown-coronavirus-poll-1532914

        Aber die sind wahrscheinlich alle nicht in den USA aufgewachsen…

        • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 16:01

          Durchaus Punkt für Sie. Ich habe selbst als Reaktion gegoogelt. Es finden sich massenweise Einträge zu der Akzeptanz von Beschränkungen in den USA. Allerdings datieren diese erstaunlicherweise sämtlich um den März / April 2020. Danach praktisch nichts mehr. Das war just die Zeit, in der das Virus die USA erstmals heftig durchschüttelte. Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht, denn auch in Amerika werden dauernd Umfragen gemacht. Jedenfalls zeigen die wenigen Treffer zu Thanksgiving, dass ungefähr ein Drittel der Amerikaner dort zu den Verwandten verreisen wollten und dafür auch in Kauf nahmen, die Dinge lockerer zu sehen. Ein Drittel ist nicht die Mehrheit und belegt nicht meine Behauptung, das ist richtig. Von daher kann ich Ihre Position nicht widerlegen.

          • derwaechter 5. Februar 2021, 18:17

            Mir ist das auch aufgefallen, aber es gab auch aktuellere Umfragen.
            Der zitierte Lockdown in Kalifornien ist m.W. auch von Anfang 2021.

            Ausserdem könnte man sogar die ja sehr deutliche Wahl Bidens (besonders bei der Popular Vote) z.T. als Referendum für eine strengere Corona-Politik lesen. Das war ja ein dominierendes Wahlkampfthema und ein Unterschied der Kandidaten wie Tag und Nacht.

            • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 18:59

              Das ist aber dann doch sehr weit hergeholt. In der Befragung der Wähler am 3. November 2020 fiel auf, dass Biden vor allem wegen der Ablehnung von Trump gewählt wurde. Daneben gab es als weiteren Grund die Sorge vor Corona, schon richtig. Wichtig, aber nicht (allein) bestimmend. Und das Corona-Thema ist ja sehr überwölbend, darunter kann die Ablehnung des Laissez faire bis hin zu Restriktionen verstanden werden.

              Lassen wir’s dabei, Sie haben Recht, dass die Amerikaner zum Schutz vor dem Virus zu erheblichen Mobilitätseinschränkungen bereit sind. Lassen Sie’s mir, dass ich Mobilität als eine der wesentlichesten Errungenschaften der liberalen Gesellschaft ansehe und ein Verbot von Reisen sich mit diesem Verständnis nur schwer verträgt.

              • derwaechter 5. Februar 2021, 20:12

                Ich schrieb bewusst „könnte“ und „z.T.“. Ich denke es ist weitgehend Konsens, dass die verkorkste Corona-Politik Trumps ein wichtiger Faktor bei seiner Niederlage war.

                Reisen werden ja auch nicht mi r nichts dir nichts Verboten, sondern „nur“ als Ultima Ratio in einer absoluten Aussnahmesituation. Niemand hat die Absicht das Reisen dauerhaft zu verbieten. So lange sich das nicht ändert, sind weder die USA noch die BRD eine DDR 2.0

      • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 14:44

        Du maßt dir permanent an, ihre Gefühle und Absichten zu wissen. Sonst würdest du ja solche Formulierungen nicht verwenden und lang und breit ihre Prägung küchentischpsychologisch auseinandernehmen! Sei doch wenigstens ehrlich in dem, was du tust.

        • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 15:55

          Das ist nicht wahr. Wenn ich Angela Merkel (sehr zurückhaltend) mit Attributen belege – was selten vorkommt – dann um ihre Politikhaltung zu beschreiben. Ansonsten bitte ich um drei, vier Zitate.

          • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 17:47

            Ich glaube ich habe noch keinen Artikel von dir über Merkel gelesen, in dem du NICHT auf ihrer Herkunft aus der DDR rumreitest.

            • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 18:53

              Ich reite auch auf meiner Herkunft herum und hatte die in dem Artikel „Nun also Merz im April“ bei allen drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz herausgestellt. Besonders originell ist Deine Beobachtung also nicht. Ich bin der Auffassung, man kann einen Menschen und seine Werte nicht verstehen, wenn man nicht seine Geschichte und Herkunft kennt. Das gilt generell und nicht speziell bezogen auf Angela Merkel.

  • Jens Happel 5. Februar 2021, 11:34

    Nur Juristen und Ökonomen stehen bei der gelernten DDR-Bürgerin Merkel nicht hoch im Kurs, sie werden mit Verachtung und Ignoranz bestraft.

    Ich finde den Link nicht, aber ich meine den ersten Lockdown haben vier Ökonomen im Kanzleramt vorgeschlagen.

    Anscheinend hat niemand Frau Merkel gesagt, dass die Bürger keine Moleküle sind, die sich strikt nach vorberechneten Kurven verhalten.

    In der Tat, die „Modelle“ mit denen Viola Priesman die Kanzlerin berät sehen aus als hätte ich sie programmiert und zwar als ich in der Oberstufe war!

    https://twitter.com/theotherphilipp/status/1355164530960199684

    Das ist schon fast Scharlatanerie. Die Modelle kann man auch weglassen und gleich mit einer Exponential Funktion rechnen.

    Zu den nächsten Experten: Ethikrat. Die haben allen Ernstes gefordert Impfverweigerer sollen keine Beatmungsgeräte bekommen.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/video222856500/Ethikrat-fordert-Impfverweigerer-sollen-auf-Intensivbett-und-Beatmungsgeraet-verzichten.html

    Was Ethisch ist und was nicht ist vielleicht strittig. Seltsam ist aber, dass im Ethikrat Mitglieder sind, die nicht mit beiden Füssen auf unserer Verfasssung stehen. Ich bezweifele rundheraus, dass dieser Vorschlag mit Artikel 1 unseres GG kompatibel ist.

    Es sagt viel aus über unsere Gesellschaft, wenn jemand der bei einer Berufsbezeichnung das große I oder ein Gendersternchen vergisst einen Shitstorm abkriegt, aber der Mensch der diese Äußerung machte völlig unkritisch überall zitiert wird.

    Nichts von dem was Merkel, Söder, Spahn und Leuterbach abziehen ist irgendwie wissenschaftlich begründbar. Effizient schon 2 mal nicht.

    Mein Eindruck ist, dass es nur noch um Gesichtswahrung geht und nicht mehr um eine effektive Pandemiebekämpfung.

    Es gibt auch nach einem Jahr keine Erkenntnis, welche Massnahme wie wirkt. Kolloteralschäden werden auch nicht erfasst. Der einzige Beamte, der dies getan hatte wurde gefeuert als er damit an die Öffentlichkeit ging.

    Auf welchem extrem dünnen Eis die „Massnahmen“ stehen zeigt der folgende Chart.

    https://twitter.com/BenMarten/status/1357451996006019073

    Wie will man da etwas steuern, wenn man nichts weiß. Das ist wie auf hoher See in stockdunkler Nacht ohne Licht, ohne Radar und ohne Echolot. Wenn dann die Kommunikationsleitung zwischen Brücke und Maschinenraum noch eine Faxgerät ist, weißt du der Kahn fährt unter deutscher Flagge.

    Gruß Jens

    P.S. Ansonsten amüsant zu lesen.

    • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 12:25

      Nur ein Gremium ist befähigt, die Politik zu beraten, inwieweit rechtliche Unterschiede zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften vertretbar und angemessen sind und das sind Grundgesetzexperten. Alles andere ist Voodoo.

      Es geht nicht um Gesichtswahrung, das ist zu harmlos. Es geht um die Abweisung von Verantwortung. Deswegen wird Israel (unter anderem vom sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten Haseloff) die Rechtstaatlichkeit abgesprochen und von der Leyen unterstellt mit harschen Worten AstraZeneca Vertragsbruch und stellt selbst das Folgeabkommen mit Großbritannien unter Quarantäne. So drastisch reagieren auch Autokraten und Diktatoren, wenn sie um ihre Macht fürchten.

      • Jens Happel 5. Februar 2021, 20:05

        Es geht nicht um Gesichtswahrung, das ist zu harmlos. Es geht um die Abweisung von Verantwortung.

        Ja, kann ich auch zustimmen.

    • Detlef Schulze 5. Februar 2021, 21:35

      In der Tat, die „Modelle“ mit denen Viola Priesman die Kanzlerin berät sehen aus als hätte ich sie programmiert und zwar als ich in der Oberstufe war!

      https://twitter.com/theotherphilipp/status/1355164530960199684

      Das ist schon fast Scharlatanerie. Die Modelle kann man auch weglassen und gleich mit einer Exponential Funktion rechnen.

      Je komplexer ein Modell ist, desto mehr Parameter muss man aus Daten abschätzen. Deswegen nuetzt ein Komplexes Pandemie-Modell fuer die Voraussage nichts, wenn die Datenlage schlecht ist. Sie haben recht, wahrscheinlich haette in der Tat eine Exponentialfunktion genuegt. Das haette aber auch Kritik gehagelt. Der von Ihnen verlinkte Twitter-Thread ist im Uebrigen albern. Ihr Artikel über Schweden war aber gut.

      • Jens Happel 5. Februar 2021, 23:01

        Danke für das Kompliment bezüglich des Schweden Artikels.

  • Kirkd 5. Februar 2021, 12:10

    Ich halte von Merkel nix und kann auch verstehen, dass CDU Anhänger Merkel nicht mögen. Die Gründe werden andere sein.

    Aber das hat mit der Lesart, die Du in Deinem Beitrag servierst, nichts zu tun. Da wird einfach nur Deine Abneigung in eine völlig verzerrte Geschichte übersteigert.

    • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 14:43

      Exakt das.

      • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 15:53

        @ Kirkd 5. Februar 2021, 12:10
        Da wird einfach nur Deine Abneigung in eine völlig verzerrte Geschichte übersteigert.

        @ Stefan Sasse 5. Februar 2021, 14:43
        Exakt das.

        Exakt das nicht.

        Lassen wir den Punkt „völlig verzerrt“ einmal stehen – Ihr seht das offenbar so.

        Der Punkt ist aber nicht, dass eine Abneigung gegen Merkel das auslöst. Käme die gleiche Politik von Armin Laschet, Olaf Scholz, Friedrich März, Markus Söder oder Annegret Kramp-Karrenbauer, würden auch die gleichen Beschwerden und Bewertungen kommen.

        Nicht das negative Bild, dass der eine oder andere (u.a. ich) von unserer Kanzlerin hat, löst die negative Bewertung ihrer Politik aus, sondern ihre Politik, die getroffenen und nicht getroffenen Entscheidungen sind der Grund für die schlechte Bewertung der Kanzlerin.

        Ich finde es blöd, wenn Sachkritik abgetan wird nach dem Motto „Nur, weil der die nicht leiden kann“. Es werden eklatante Fehler gemacht, und die aktuelle Politik ruiniert Existenzen – das sind Fakten. Ihr könnt diese Fakten gerne anders als „DDR 2.0“ bewerten, ihr könnt die getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen gerne für alternativlos halten.

        Die Beschwerden sind aber begründet, selbst wenn Euch die dazugehörigen Bewertungen, Interpretationen und Schlussfolgerungen zu weit gehen.

        • Stefan Sasse 5. Februar 2021, 17:46

          Deswegen habe ich an anderer Stelle explizit Stefans Sachkritik zugestimmt. Es ist die Form, die ich nicht gutheiße. Deine Anwürfe muss ich daher hier zurückweisen.

        • Kirkd 5. Februar 2021, 18:37

          Ich habe die wahnhafte Form der Kritik kritisiert, nicht Sachkritik abgetan. Wenn der Text von Stefan bei Dir als „Sachkritik“ gilt, dann kann ich Dir leider auch nicht mehr helfen. Ich erwarte von einem Akademiker, dass er Sachkritik auch sachlich äussern kann.

          • Erwin Gabriel 7. Februar 2021, 23:37

            Kirkd:

            Da wird einfach nur Deine Abneigung in eine völlig verzerrte Geschichte übersteigert.

            Ich habe die wahnhafte Form der Kritik kritisiert, nicht Sachkritik abgetan.

            „Völlig verzerrt“, „wahnhafte Form“ – da steht nicht: „In der Sache hast Du ja Recht, aber mit Deinem Urteil übertreibst Du aber.“

            Ich erwarte von einem Akademiker, dass er Sachkritik auch sachlich äussern kann.

            Das erwarte ich von jemandem, der so etwas fordert, ebenfalls. Scheint wohl, dass Ihr beide Deinen Kriterien nciht gerecht werdet…

            Stefan Sasse: Exakt das.

            Tja …

            Deswegen habe ich an anderer Stelle explizit Stefans Sachkritik zugestimmt. Es ist die Form, die ich nicht gutheiße.

            Diese Einschätzung teile ich. Aber „Exakt das“ ist etwas anderes als das, was Du hier schreibst.

  • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 12:32

    @ Stefan Pietsch on 4. Februar 2021

    Ganz allgemin lautet mein Kommentar „ja, aber…“

    Wer seit Ausbruch der Corona-Pandemie die deutsche Politik verfolgt, kann den Eindruck gewinnen, das Land würde nicht von dafür gewählten Repräsentanten regiert, sondern von Experten aller Couleur.

    Nett formuliert – ja, diesen Eindruck kann man gewinnen, obwohl wir beide wissen, dass er falsch ist. Noch hat kein Virologe etwas entschieden, höchstens einen Rat gegeben, der befolgt wurde (oder auch nicht).

    Nur Juristen und Ökonomen stehen bei der gelernten DDR-Bürgerin Merkel nicht hoch im Kurs, sie werden mit Verachtung und Ignoranz bestraft.

    Nun ja, wenn ich krank bin, gehe ich auch zum Arzt und nicht zum Kaufmann oder Anwalt. Deswegen strafe ich die nicht gleich mit Verachtung. Dass sich Merkel – wie Helmut Kohl – nicht für die Wirtschaft interessiert, ist allerdings auch nicht neu.

    Deutschland mag keinen Impfstoff für die nach Schutz gierende Bevölkerung haben. Wie Politbürostars des untergegangenen DDR-Reiches mag sie jedoch auch keinen nennenswerten Fehler erkennen.

    Ich bin eigentlich ganz froh, dass es in der EU über die EU läuft, und so (zumindest theoretisch) eine Gleichbehandlung stattfindet. Das in anderen Ländern vielleicht die Triage angewandt werden muss, während bei uns jeder zweite durchgeimpft ist, hätte mich schon bedrückt.

    Nachteil bei dieser Lösung ist halt die „Flinten-Uschi“. Frau von der Leyen ist nun wirklich eher für die gelungene Selbstdarstellung auf anderer Leute Kosten bekannt als für gute Bewältigung von Organisations- und Logistik-Aufgaben oder für das Abschließen vernünftiger Verträge.

    Die Merkel-Definition lautet, die Pandemie endet, wenn die große Kanzlerin aus dem Amt scheidet. Genau so hat sie es zwar nicht gesagt, aber offensichtlich gemeint.

    Dass sie nicht als die Kanzlerin der vielen Toten in die Geschichtsbücher eingehen möchte, kann ich nachvollziehen.

    So überhaupt nicht zum wissenschaftlichen Ansatz der Kanzlerin will ihre Sprache passen, die seit Monaten infantilisiert den Deutschen die angeblichen Zwänge in der Sprache von Achtjährigen nach dem Bild der „Sendung mit der Maus“ erklärt.

    Praktisch jede Frau, die ich kenne, fühlt sich durch Ihre Art angesprochen und mitgenommen. Bei den Männern ist die Quote sicherlich etwas kleiner, aber das Niveau, auf dem hier im Forum zu diesem Thema diskutiert wird, ist sicherlich deutlich höher als das Niveau da draußen. Und wer sich bei Plasberg, Maischberger, Will und Illner informieren möchte, wird durch die Spezialisten eh nicht schlauer.

    Ich verstehe durchaus Deinen Punkt, und es ist auch nicht meine Wellenlänge, aber es funktioniert irgendwie.

    Leider folgt auf Phase I (vermeintlich schnelles Reagieren) bei Merkel immer die chaotische Phase II. Dann, wenn Organisation gefragt ist, Strategien entwickelt und Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden müssen, versagt Mutti vor der Aufgabe.

    Ja, jedes mal. Kann ich nicht leugnen

    Nach der gestrengen Regentin, die das Jahr 2020 über ihre Bürger ermahnte und manchmal mit Strenge maß, fehlte ihr jede Exitstrategie aus dem Lockdown, in den sie das Land zweimal schickte.

    Da ist sie nicht die Einzige.

    Dass die EU einfach Monate später als die Amerikaner und Israelis den Wirkstoff bestellten, nach dem die ganze Welt binnen kurzer Zeit gieren würde, fällt da unter den Tisch.

    Einmal mehr wurde Europa (wie schon 2015) „überrascht“.

    Das Ranking der impfenden Staaten ist unbestechlich und zeigt das Ausmaß des politischen Versagens.

    Je dicker die Eier, desto dicker offenbar die Spritze. Wenn Benjamin Nethanjahu, Donald Trump oder Boris Johnson vorne liegen, wundert mich schon, dass es von Erdogan und Putin nichts Vergleichbares zu berichten gibt.

    Die Politik attestiert sich stattdessen Umsicht und Ratio – wie man das halt ungeachtet der Ergebnisse in der DDR tat.

    „Die Politik“ gibt es in diesen Zeiten, in denen jeder Ministerpräsident und Parteiwichtel etwas Anderes fordert, eigentlich nicht. Aber da jeder von denen sich Umsicht und Ratio attestiert, wird zumindest ein Teil von denen Recht haben.

    Und die öffentlich-rechtlichen Sender, die so ungern „Staatsfunk“ genannt werden wollen, konnten sich in den ersten Wochen vor Applaus kaum zurückhalten.

    Sehe ich ähnlich. Recht schwach, das Ganze.

    Die Mehrkosten von höheren Bestellvolumina und Preisen sind durch die Kosten einer Woche Lockdown großzügig abgedeckt. Anscheinend fehlen in der Kommission ein paar Controller, die Opportunitätskosten auszurechnen verstehen.

    Das ist allerdings ein sehr starkes Argument, dem ich nichts entgegenzusetzen habe.

    Das marktwirtschaftliche System hat sich als besonders leistungsfähig erwiesen, in dem binnen Jahresfrist ein Impfstoff entwickelt wurde. Ganz im Gegensatz zur demokratischen Politik und seinen Ämtern, die orientierungslos dahinverwalten.

    Wenn man verallgemeinern möchte, läuft es wohl darauf hinaus.

    Während in Israel die Krankenhäuser und ihr Personal fleißig durchimpfen, Doppel- und Sonderschichten schieben um die Pandemie schnellstmöglich zu überwinden, ist hier den Impfzentren das Wochenende heilig.

    Was willst Du hier mit Sonderschichten, wenn kein Impfmittel da ist?

    Auch hier sind die Parallelen mit der DDR offensichtlich: Behörden bestimmen, was Bürger dürfen und was nicht. Der auf Grundrechten basierende Rechtsstaat wird bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

    Da übertreibst Du heftig.

    Dafür können die Physiker und Virologen nicht erklären, warum die schon im Oktober prognostizierten Wirkungen nicht so eingetreten sind.

    Das sehe auch ich. Aber wenn die es schon nicht wissen – weißt Du es besser?

    Diese hätten dem Land sicher erläutert, dass es nicht darum geht, Geimpften Sonderrechte einzuräumen, sondern Grundrechte wieder zurückzugeben.

    Das ist wieder ein zutreffender Punkt. Aber da sich die Impfung primär gegen die Erkrankung des Geimpften richtet und nicht gegen die Ansteckung anderer, muss mal hier schauen, was passiert. Dann wird das aber auch kommen.

    • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 13:18

      Das Procedere ist immer das Gleiche: Merkel ruft ihr Küchenkabinett bestehend aus handverlesenen Wissenschaftlern zusammen, lässt sich die Hiobsbotschaften und die radikalen Empfehlungen geben und trifft sich danach virtuell mit den Ministerpräsidenten, denen sie verkündet, wenn die drastischen Maßnahmen nicht ergriffen würden, würde sie ihr Veto öffentlich machen nebst verkappter Rücktrittsdrohung (so im Mai 2020 geschehen). Es ist in einer Demokratie nicht ganz einfach, sich als gewählter Vertreter öffentlich gegen die beliebteste Politikerin des Landes zu stellen. Und gefährlich ist es obendrein.

      Wenn ich ein Vertragsproblem habe, gehe ich zum Anwalt und frage nicht meinen Arzt. Welche Rechte in einem Verfassungsstaat dem Bürger entzogen werden können, ist keine ethische, sondern eine juristische Frage.

      Ich bin eigentlich ganz froh, dass es in der EU über die EU läuft, und so (zumindest theoretisch) eine Gleichbehandlung stattfindet. Das in anderen Ländern vielleicht die Triage angewandt werden muss, während bei uns jeder zweite durchgeimpft ist, hätte mich schon bedrückt.

      Ich nicht. Ich freue mich für meine älteren amerikanischen Freunde, dass sie so schnell geimpft wurden. Ich hätte es aber mindestens genauso meiner Mutter gewünscht, die irgendwann in den Sommermonaten drankommen wird. Und ich bin sehr verärgert, wenn ich aufgrund fehlenden Impfschutzes meinen Sommerurlaub nicht antreten kann, während es auf dieser Welt Länder geben wird, wo die Bevölkerung durchgeimpft ist. Du glaubst nicht, wie wütend mich die Aussicht macht.

      Nachteil bei dieser Lösung ist halt die „Flinten-Uschi“.

      Ich lehne die Wortwahl ab, aber ich revidiere mein Urteil über die EU-Kommissionspräsidentin total. Mea culpa, dass ich sie empfohlen habe.

      Dass sie nicht als die Kanzlerin der vielen Toten in die Geschichtsbücher eingehen möchte, kann ich nachvollziehen.

      Tote lassen sich in einer Pandemie nicht vermeiden. Doch sie wird als die Versagerin eingehen, die mit ihren politischen Entscheidungen dafür sorgte, dass die Bevölkerung viel langsamer als in vielen anderen Ländern geimpft wurde.

      Praktisch jede Frau, die ich kenne, fühlt sich durch Ihre Art angesprochen und mitgenommen.

      Mich gruselt’s. Mit welchen Frauen umgibst Du Dich?! Hast Du die Regierungserklärung gesehen (sehen übrigens auch viele nicht)?

      Da ist sie nicht die Einzige.

      Es gibt Ministerpräsidenten, die das öfters anmahnten und auch Wege aufzeigten. Doch nicht mit Merkel.

      Was willst Du hier mit Sonderschichten, wenn kein Impfmittel da ist?

      Der wenige Impfstoff bleibt ja auch liegen! Schließlich ist ja auch mal Wochenende! Die Altenheime sind immer noch nicht durchgeimpft, die ganze erste Gruppe ist inzwischen Wochen hintendran.

      Das sehe auch ich. Aber wenn die es schon nicht wissen – weißt Du es besser?

      Ich denke schon. Erstens sind Prognosen mein Job und zweitens mag ich mich vielleicht nicht so gut mit Molekülen auskennen – mit dem Verhalten von Menschen dagegen umso besser.

    • popper 5. Februar 2021, 20:37

      Dass sie nicht als die Kanzlerin der vielen Toten in die Geschichtsbücher eingehen möchte, kann ich nachvollziehen.

      Herr Gabriel, 60.597 Corona-Tote mit oder an weiß man nicht so genau, wahrscheinlich die meisten mit, weil nur positiv getestet, aber nicht obduziert, sind vom 01. März bis heute im Mittel 177 Tote täglich. In Deutschland sterben jeden Tag, je nach Jahreszeit, 2.600 – 3.200 Menschen, gemittelt 2.900. Diese 177 machen 6,1% aus.

      Bereits daraus kann man schließen, dass Frau Merkel nicht als Kanzlerin der vielen Toten in die Geschichtsbücher eingehen wird, sondern als Kanzlerin, die ihre Bürger wegen eines Virus, der über 90% der Population unbehelligt lässt oder ein leichtes Kratzen im Hals verursacht, jahrelang eingesperrt und ihrer Grundrechte beraubt hat. Die zunächst mehrfach vorerkrankte Alte und dann alle anderen nötigte (wenn nicht 60-70% geimpft sind, wird es keine Freiheiten geben), sich einem genetischen Experiment am Menschen auszuliefern und dabei so nebenbei die Wirtschaft und das soziale Leben ruinierte.

      • derwaechter 5. Februar 2021, 23:45

        Kaum ein Staatschef einer westlichen Industrienation (ausser Trump und mit Abstrichen Johnson ) wird wegen seiner Corona-Politik in die Geschichte eingehen, weil sich die Massnahmen und Effekte in diesen Ländern sehr ähneln.

        Deshalb ist diese Fixierung auf Merkel auch einigermassen absurd. Anders als z.B. beim Atomausstieg oder auch in der Flüchtlingsfrage unterscheidet sich ihre Politik nicht fundamental von ihren Peers.
        Und m.E. sind weder Macron, noch Solberg noch Sanchez in der DDR aufgewachsen. Ich mag mich da aber auch irren.

      • Erwin Gabriel 11. Februar 2021, 20:22

        @ popper 5. Februar 2021, 20:37

        60.597 Corona-Tote mit oder an weiß man nicht so genau, wahrscheinlich die meisten mit, weil nur positiv getestet, aber nicht obduziert, sind vom 01. März bis heute im Mittel 177 Tote täglich.

        „wahrscheinlich“… da vermuten Sie also auch nur, genau wie die Gegenseite.

        In Deutschland sterben jeden Tag, je nach Jahreszeit, 2.600 – 3.200 Menschen, gemittelt 2.900. Diese 177 machen 6,1% aus.

        Ja – 6,1 %, ist nicht gerade wenig. Halbieren wir, um die „mit Corona Gestorbenen“ in einer großen Näherung herauszurechnen und bei den „an Corona Verstorbenen“ zu bleiben. 3,05 % von 2.900 Toten täglich sind knapp100 am Tag und etwas über 32.000 Menschen im Jahr, die AN Corona sterben.

        Vielleicht habe ich aber immer noch zu „schlimm“ gerechnet, und es sterben im Jahr nur ein Drittel davon wirklich durch und an Corona.
        Dann hätten wir – trotz Lockdown, Masken und Schutzmaßnahmen – immer noch 10.000 Tote pro Jahr (die Bevölkerung einer Kleinstadt) durch diese Krankheit; wie viele wären es, wenn man die Schutzmaßnahmen nicht oder nur deutlich eingeschränkt ausgeführt hätte? Zumal ab einer gewissen absoluten Zahl das Verhältnis zwischen schwer Erkrankten und Toten sich deutlich in Richtung Tod verschieben würde, weil man nicht für allePlätze hat.

        Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich kann und will nicht nachweisen, dass Ihre Fakten und Ihre Meinung falsch sind, und das Verhalten der Bundes- und Landesregierungen ist nicht kongruent.

        Aber auch mit Ihren Annahmen komme ich auf eine Opferzahl, die mich erschreckt.

        • Rauschi 12. Februar 2021, 09:15

          Darf ich Sie auf einen Denkfehler hinweisen?

          Diese 2900 oder 177 sterben immer, jedes Jahr, jeden Tag, auch vor Corona und danach wohl auch weiterhin.

          Die kommen nicht obendrauf, sondern sind Teil des ganzen Sterbegeschehens in Deutschland, die sind 2018 an einer schweren Grippewelle gestorben oder an Krebs oder Kreislaufversagen, was sich da an Ursachen gerade so anbietet.

          Das ist nicht zynisch, das sind einfach die Fakten:
          Menschen sterben, jeden Tag, das kann niemand ändern.

          Wenn Sie die 6% schon schlimm finden, warum liegt dann der Fokus nicht viel mehr auf den 94%, die doch in der Summe viel mehr sind und deren Tod man eventuell auch hätte verhindern können?
          Das verstehe ich an der ganzen Debatte nicht, warum sind alle anderen Todesarten auf einmal egal und die Lupe ist auf einen Virus gerichtet?
          Um mal was ganz banales zu schreiben:
          Nur eines im Leben ist sicher, es endet immer mit dem Tod.

          • Erwin Gabriel 17. Februar 2021, 11:11

            @Rauschi 12. Februar 2021, 09:15

            Das verstehe ich an der ganzen Debatte nicht, warum sind alle anderen Todesarten auf einmal egal und die Lupe ist auf einen Virus gerichtet?

            Warum der Fokus auf das Virus gerichtet ist, sollte bei einem Blick in die Nachrichten klar sein: Dass man Leichen zwischenlagern und in Lastwagen wegkarren muss, kenne ich sonst nur aus Kriegs- und Katastrophengebieten.

            Wenn Sie die 6% schon schlimm finden, warum liegt dann der Fokus nicht viel mehr auf den 94%, die doch in der Summe viel mehr sind und deren Tod man eventuell auch hätte verhindern können?

            Ein guter argumentativer Punkt, dem ich trotz meiner Erläuterung oben nicht viel entgegensetzen kann. Da werde ich drüber nachdenken müssen.

            Dafür danke!

            Es grüßt
            E.G.

  • Erwin Gabriel 5. Februar 2021, 17:06

    @ Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 13:18

    Das Procedere ist immer das Gleiche: Merkel ruft ihr Küchenkabinett bestehend aus handverlesenen Wissenschaftlern zusammen, lässt sich die Hiobsbotschaften und die radikalen Empfehlungen geben und trifft sich danach virtuell mit den Ministerpräsidenten, denen sie verkündet, wenn die drastischen Maßnahmen nicht ergriffen würden, würde sie ihr Veto öffentlich machen nebst verkappter Rücktrittsdrohung (so im Mai 2020 geschehen).

    Eigentlich hat sie bei Corona sehr wenig zu entscheiden. So nutzt sie die Mittel, die sie hat, um ihre als richtig angenommene Politik durchzusetzen. Würdest Du auch tun.

    Es ist in einer Demokratie nicht ganz einfach, sich als gewählter Vertreter öffentlich gegen die beliebteste Politikerin des Landes zu stellen. Und gefährlich ist es obendrein.

    Ja, so sind sie, die Gefahren der Demokratie. Nichts ist perfekt.

    Welche Rechte in einem Verfassungsstaat dem Bürger entzogen werden können, ist keine ethische, sondern eine juristische Frage.

    Ich denke, dass es beides ist.

    Der eigentliche Punkt aber ist, dass Du annimmst, dass Merkel sich nicht schert. Ich denke schon, dass sie sich der Problematik bewusst ist und abwägt. Sie kommt halt zu einem anderen Ergebnis als Du (oder ich).

    Und ich bin sehr verärgert, wenn ich aufgrund fehlenden Impfschutzes meinen Sommerurlaub nicht antreten kann, während es auf dieser Welt Länder geben wird, wo die Bevölkerung durchgeimpft ist. Du glaubst nicht, wie wütend mich die Aussicht macht.

    Doch, glaube ich; meine Frau ist auch so drauf. Ist aus meiner Wahrnehmung aber nur ein Luxus-Problem. Wir müssen aus der ersten in die zweite Klasse, woanders geht man noch zu Fuß.

    Ich revidiere mein Urteil über die EU-Kommissionspräsidentin total. Mea culpa, dass ich sie empfohlen habe.

    Ich hatte in dieser Position auch deutlich mehr erwartet erhofft, aber sie fällt wieder in das Bundeswehr-Muster zurück, anderen die Schuld zuzuweisen und ihre Fehler zu vertuschen.

    Na, wer weiß, was uns Deine andere Empfehlung, Friedrich Merz, eingebracht hätte – (außer Dir eine Flasche Wein, die jetzt an mich geht 🙂 ).

    Tote lassen sich in einer Pandemie nicht vermeiden. Doch sie wird als die Versagerin eingehen, die mit ihren politischen Entscheidungen dafür sorgte, dass die Bevölkerung viel langsamer als in vielen anderen Ländern geimpft wurde.

    Ich weiß nicht, ist zu früh, da was zu sagen. Wenn sich Corona noch drei, fünf oder acht Jahre hinzieht (mit jährlich ein bis zwei neuen Mutationen zur Winterzeit), wird der nächste oder übernächste Kanzler das Corona-Etikett kriegen. Dann steht sie gut da.

    Mich gruselt’s. Mit welchen Frauen umgibst Du Dich?!

    Mit klugen Frauen (ich hab sie extra gefragt)

    Merkel bleibt weitgehend ruhig, argumentiert meist sachlich, und zeigt trotzdem genug Emotionen, dass man ihr abnimmt, dass „ihr Volk“ ihr am Herzen liegt. Ob sie nun beruhigend oder sedierend rüberkommt, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

    Hast Du die Regierungserklärung gesehen?
    Nö. Hab ich was verpasst?

    Die Altenheime sind immer noch nicht durchgeimpft, die ganze erste Gruppe ist inzwischen Wochen hintendran.

    Bestreitet keiner, dass es suboptimal läuft.

    [… weißt Du es besser?]
    Ich denke schon.

    Echt jetzt? Ich beneide Dich um Deine überaus gesunde Selbsteinschätzung.

    Ich halte Angela Merkel für eine hochintelligente Frau. Sie hat Berater, sie wägt ab, und zieht eben andere Dinge mit ins Kalkül ein als Du, oder bewertet anders als ich. Ich muss ihr zugutehalten, dass im Vorfeld bestimmte Folgen und Situationen nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit angenommen werden können, selbst wenn jeder im Nachhinein glaubt, dass alles zwangsläufig und klar gewesen wäre (zumindest bei mir ist das nicht so, dass alles immer im Vorfeld klar gewesen wäre).

    Ich halte Ihr zugute, dass sie Menschenleben retten will, und da sie sich nicht für Wirtschaft interessiert, und selbst keine Unternehmerin ist, ist ihr diese Seite vielleicht nicht so wichtig. Du würdest von einer anderen Seite unter Feuer genommen werden, that’s the difference.

    …und zweitens mag ich mich vielleicht nicht so gut mit Molekülen auskennen – mit dem Verhalten von Menschen dagegen umso besser.
    … sagt der Mann, der Ursula von der Leyen empfahl? 🙂

    (Der war unfair – sorry, musste raus …).

    Ich bin ja in weiten Bereichen bei Dir. Große Teile der Wirtschaft werden halt in Zeitlupe geschlachtet, egal, wie andere das sehen. Die Halbherzigkeit, das Chaos bei den finanziellen Unterstützungen, ist alles echt nicht toll.

    Aber es ist keine DDR 2.0, und Fehler geschehen nicht aus Böswilligkeit oder Mutwillen, auch nicht aus Desinteresse, sondern eher aus Ratlosigkeit und Überforderung.

    • derwaechter 5. Februar 2021, 20:04

      „Aber es ist keine DDR 2.0, und Fehler geschehen nicht aus Böswilligkeit oder Mutwillen, auch nicht aus Desinteresse, sondern eher aus Ratlosigkeit und Überforderung.“

      Mit dieser naheliegenden Erklärung kommen viele offenbar einfach nicht zu recht.
      Dann müssen es Verschwörungen sein, sinistre Motive der Politiker oder halt, wie in diesem Fall, eine Kanzlerin, die sich in Wahrheit nach der DDR ihrer Kindheit sehnt und Corona als Chance wahrnimmt wenigstens eine Art Ersatz-DDR zu erschaffen.

      • CitizenK 6. Februar 2021, 08:39

        Man könnte auch wahrnehmen, dass bei Merkel keinerlei persönliche Interessen zu erkennen sind. Und warum kapriziiert man sich auf eine Person, die in diesem Punkt in einem einem Geflecht von föderalen Machtstrukturen agiert: „Flehentliche Appelle“ sind gerade kein Zeichen von diktatorischem Gehabe. Rätselhaft, wie man das nicht sehen kann.

        Warum provoziert diese Frau so viel emotionale Ablehnung bei Konservativen und Liberalen? Beobachter aus dem Ausland kommen zu anderen Urteilen. Zum Beispiel nennt John Bercow sie „a hugely sophisticated and accomplished leader“.

        Auch hier im Blog: Keiner „mag“ sie. Als ob es in der Politik darum ginge, Politiker zu „mögen“.

        • Stefan Pietsch 6. Februar 2021, 10:37

          Man könnte auch wahrnehmen, dass bei Merkel keinerlei persönliche Interessen zu erkennen sind.

          Wie kommen Sie darauf? Sicher, es gibt Politiker, die in der Öffentlichkeit ihre Emotionen, ihre Neigungen, Ängste besser unter Kontrolle haben und andere, die das weniger können. Aber sie sind da, so zu tun als wäre Merkel ein absolut emotionsloser, von keinen Ängsten und Euphorien getriebener Mensch ist absurd.

          Es gibt wenige öffentliche Szenen von ihr, die das illustrieren. Aber es gibt sie. So ließ z.B. der russische Präsident Putin bei einem Staatsempfang einen Hund im großen Saal des Kremls kreisen und die Weltöffentlichkeit konnte verfolgen, wie ängstlich Merkel angesichts ihrer Hundephobie auf den Hund starrte. Wie sie sich in der Stunde gefühlt haben mag und ob dies wohl keinen Eindruck auf ihre Gesprächsführung gelassen hat?

          Bei einem Treffen der EU-Regierungsschefs im vergangenen Sommer stürmte ein Kollege mit ausgestrecktem Arm auf die Kanzlerin zu. Sie blieb nicht etwa stehen und wehrte die Hand mit einer Geste ab. Nein, sie wich sichtbar verschreckt zurück (kein Youtube-Video). Im Frühherbst wurde ihr akurater Umgang mit ihrem Maskenschutz publik – nicht weil sie es bekannt gemacht hätte, sondern weil Kameras dies einfingen. Sie trennt extrem sorgsam zwischen neuen und benutzten Masken und wechselt häufig am Tag. Man könnte sagen, vorbildlich. Man könnte aber auch sagen, sehr ängstlich. Es gibt keinen Spitzenpolitiker, von dem Ähnliches bekannt geworden wäre.

          Es war die Kanzlerin, die sich Anfang Mai 2020 hefstigst dagegen wehrte, den Lockdown zu lockern, so heftig, dass sie erst- und einmalig in 15 Jahren im Amt verklausuliert mit Rücktritt drohte. Es ist Merkel, die den Radikal-Verfechtern von Zero Covid Gehör schenkt. Es ist Angela Merkel, die als politisches Ziel für den gesamten Winter eine Inzidenz von unter 50 ausgab, obwohl alle namentlichen Experten behaupten, dies wäre in Wintermonaten unmöglich zu erreichen.

          Keine persönlichen Interessen?

          Es sind Leute wie Sie und Stefan, die immer behaupten, gemischte Teams mit unterschiedlichen Ansichten seien förderlich für den Erfolg. Und gleichzeitig sind Sie die Kommentatoren, die nichts dabei finden, wenn sich die Kanzlerin ausschließlich mit Wissenschaftlern umgibt, die sie in ihrer Position bestätigen. Es sehe darin keine besondere Konsistenz der Argumentation.

          Warum stellen Sie Ihre Frage nicht in Bezug auf Trump? Wie haben Sie eigentlich über Kohl geurteilt? Ich meine, als er regierte?

          Jan Fleischauer nennt heute die Regierung eine Ansammlung von Trotteln. Und er bestätigt unabgesprochen (!) meine Sicht auf die Politik der Kanzlerin:
          Was sagt die Kanzlerin zu all dem? Man habe in schwieriger Lage das Menschenmögliche getan. Ich würde sagen, so hart hat noch niemand über die jetzige Koalition geurteilt. Wenn das, was wir sehen, das Maximum ist, zu dem diese Regierung in der Lage ist, dann sagen sich viele Leute: Langsam wird es wirklich Zeit, dass wir eine neue Regierung bekommen.

          Es sei auch nebensächlich, wie viel Impfstoff man bestellt habe, hat die Kanzlerin erklärt. Ich will nicht ungerecht sein, aber so war es vielleicht in der DDR. Da spielte es keine Rolle, ob man etwas bestellt hatte oder nicht. Es gab einfach nichts. Das sieht im Kapitalismus gemeinhin anders aus. Da gilt: Wer zuerst bestellt hat, wird auch als Erster beliefert.

          Es gibt Gründe, warum ich Merkel nicht mag. Einige sind hier beschrieben.

          • CitizenK 6. Februar 2021, 12:07

            Das Urteil eines angesehenen Liberal-Konservativen interessiert Sie gar nicht obwohl der in seiner Funktion als Speaker viele Staatschefs kennt und vergleichen kann?

            John Kampfner (ebenfalls ein Brite) kommt im Gegensatz zu Ihnen
            „die Kanzlerin, die sich Anfang Mai 2020 hefstigst dagegen wehrte, den Lockdown zu lockern…“ zu dieser Einschätzung:

            „Merkel moved quickly to ensure joined-up decision making. She succeeded most of the time. Regional leaders maintained their autonomy, giving them far greater flexibility in urgent procurements“.

            Inzwischen haben die „regional leaders“ ja für einiges Chaos gesorgt, wurden dann von den Folgen wieder eingefangen. Wie lange das hält, bleibt abzuwarten.

            Auch der Vorwurf, Unmögliches zu verlangen („…in Wintermonaten unmöglich zu erreichen“) ist nicht länger haltbar. Januar und Februar sind doch Wintermonate?Heidelberg liegt seit einiger Zeit kontant unter 50.

            Merkel ist „ängstlich“, weil sie sich keine Covid-Infektion einfangen will? Ja, da sind Putin, Trump und Bolsonara ganz andere Kaliber. Richtige Kerle, auch nicht so hasenfüßig gegenüber einem winzig kleinen Virus. Vorbilder?

            Das alles heißt nicht, dass es nicht Vieles begründet zu kritisieren gibt. Auch beim Impf-Management bin ich mir noch nicht sicher. Das Angebot von BioNTech (Mehrlieferungen) auszuschlagen war wohl ein gravierender Fehler. Aber wenn man als Christenmensch „seinen Nächsten lieben wie sich selbst“ tut, kann man Merkel/Spahn eigentlich keine Vorwürfe machen.

            • Stefan Pietsch 6. Februar 2021, 14:01

              Machen Sie den Selbsttest, ob Sie ein wertebasierter Mensch oder Opportunist sind. Helmut Kohl war spätestens nach 1992 ein im Ausland hoch geachteter Staatsmann, der eine Jahrhundertaufgabe bravorös gemeistert hatte. Seine Popularitätswerte im Inland blieben jedoch bescheiden. Nun die entscheidende Frage: Wieweit haben Sie damals solche Stimmen überhaupt beachtet und welchen Einfluss hatte es auf Ihr Bild des Einheitskanzlers?

              Noch heute wird Kohl links als „Bimbeskanzler“ verschmäht, als der Politiker, der sein angebliches Ehrenwort über seinen Eid stellte und weniger als jener Politiker, welcher eine phantastische politische Leistung erbrachte und – vor allem – Erfolge vorweisen konnte. Daran gemessen müsste Helmut Kohl Zustimmungswerte von 80 Prozent gehabt haben, es waren aber immer nur gut die Hälfte. Bei Merkel ist es umgekehrt.

              Ich schätze an Menschen, wenn sie etwas risikieren. Wenn jemand nur zur Aushebelung der förderalen Struktur des Landes dezent sein Amt in die Waagschale wirft, überzeugt mich das nicht.

              Trump mag ein Chaot gewesen sein, aber er war klüger als die ganze Brüsseler Entourage und Merkels Super-Kabinett, delegierte die Impfstoffbeschaffung an einen organisationserfahrenen Militär und stellte unverzüglich ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, als die Schacherer in Europa noch gar nicht begonnen hatten, über Vertragskonditionen zu verhandeln. Ja, in diesem Sinne auf jeden Fall war Trump ein weit besserer Regierungschef als Merkel.

              Nehmen wir uns nochmal die Worte unserer Politiker vom Herbst zu Herzen, als Merkel wie der Regierende Bürgermeister von Berlin wort- und, ja, tränenreich die Bürger anklagten, wie viele Tote ihnen ein Shoppingerlebnis wert sei. Diese Frage richte ich seit Wochen nun an Merkel und ihre Unterstützer (also auch Sie): Wie viele Tote haben Sie durch Ihr verkorkstes, verantwortungsloses Management auf dem Gewissen, wo sie europäische Solidarität, Cent-Gewinne bei den Preisen und die Abweisung von Verantwortung über den Schutz von Menschenleben stellten? Sie haben Menschenleben auf dem Gewissen, an Ihren Händen – so Ihre Worte – klebt Blut.

              Es ist oft schlimmer, an den eigenen Maßstäben gemessen zu werden als an sonst welchen. Das hätte Angela Merkel wissen können.

              Sie sind immer noch total nachsichtig in Ihrer Kritik, das ist auch ein Vorwurf. Der Fehler war nicht so sehr, das Angebot von BionTech auszuschlagen. Der große Fehler war, trotz nur einer Strategie aus der Pandemie (Warten auf einen Impfstoff) sich Monate Zeit für die Bestellung großer Mengen gelassen zu haben und das Beschaffungswesen an eine völlig ungeeignete Person (weil allein politisch bestimmt) auszulagern. Das ist das völlige politische Versagen von Berlin.

              Dazu kommt, was Jan Fleischhauer anführte, weshalb wir anscheindend wirklich von einem Trottel-Kabinett regiert werden:
              Vor vier Wochen kamen sie in Berlin auf die Idee, den Mangel an Impfstoff zu lindern, indem man dem medizinischen Personal erlaubt, aus einer Ampulle des Biontech-Wundermittels nicht fünf, sondern sechs Impfdosen zu ziehen. Im Gesundheitsministerium waren sie begeistert. Auf einen Schlag 20 Prozent mehr Impfstoff. Toll!

              Flugs wurden die Zulassungsrichtlinien geändert – mit dem Ergebnis, dass es nun nicht 20 Prozent mehr Impfungen gibt, wie erhofft, sondern deutlich weniger. Wie das, werden Sie sich fragen. Nun ja, leider hatte man versäumt, vor der Umstellung in den Vertrag zu schauen, den man mit Pfizer geschlossen hat. Dort steht unter dem Punkt Liefermenge „Impfdosen“, nicht „Ampullen“. Also liefert der Konzern entsprechend weniger Gläschen. Pfizer sagt: vertragsgemäß.

              Je größer das Versagen, um so mehr wird jetzt in der Politik um sich geschlagen. Das Versagen läge bei der Wirtschaft, die nicht genügend produziere und die EU übervorteile. Schuld seien die Unternehmen, welche Verantwortung für einen wenig getesteten Impfstoff abwälzen und gleichzeitig den großen Reibach machen wollten. Schuld seien all jene, die sich große Mengen Impfstoff gesichert hätten (Impfnationalisten), schuld sei auch dieser Kerl in London, als Clown verspottet, weswegen man jetzt flugs den Austrittsvertrag mit Großbritannien breche und Irland zum Königreich rechne.

              Alle sind schuld – nur Merkel und von der Leyen nicht, welche die politische Verantwortung tragen.

              Wir befinden uns im vierten Monat im Lockdown, praktisch den gesamten Winter. Und Sie loben, dass man nun in einer mittleren deutschen Stadt einen Wert von unter 50 erreicht habe. Ich weiß nicht, wahrscheinlich ist es ganz gut, dass Sie nicht Manager geworden sind, wenn so Ihre Erfolgsmessung aussieht.

              Ich mag die Menschen. Dennoch würde ich den wenigsten Verantwortung anvertrauen, schon gar nicht über mein eigenes Leben. Das hätte Jesus mir sicher auch nicht zugemutet.

        • popper 6. Februar 2021, 14:49

          Warum… „a hugely sophisticated and accomplished leader“

          Weil das zutrifft, soweit es um die Sicherung ihrer Machtansprüche geht. Ihre politischen Entscheidungen sind geprägt von einem einfaltslosen Oportunismus gegenüber den Machteliten, was übrigens auf viele Politiker besonders der jüngeren Zeit zutrifft. Auf der anderen Seite sichert sie sich durch ihre konspirative Hinterzimmerdiplomatie ein ihr genehmes Meinungsspektrum. Was bis in die Medien hineinreicht, durch gezielte Bevorzugung.

          Frau Merkel ist der oportune Idealfall für dahinter stehende „Machteliten“ (Deep State). Hier übertrifft sie alles, was auch nur geeignet ist, den dystopischen Zustand ihrer fantasielosen Politik zu charakterisieren. Was sie hält sind ihre über Jahre hinweg installierten autoritären Absicherungsmechanismen durch allerlei gefügige Hofschranzen in der Partei und den Medien und einer einlullenden massenpsychologischen Indolenz. Eben ein Schweigen der Lämmer.

          • Erwin Gabriel 17. Februar 2021, 11:15

            @ popper 6. Februar 2021, 14:49

            Ihre politischen Entscheidungen sind geprägt von einem einfaltslosen Oportunismus gegenüber den Machteliten, was übrigens auf viele Politiker besonders der jüngeren Zeit zutrifft. Auf der anderen Seite sichert sie sich durch ihre konspirative Hinterzimmerdiplomatie ein ihr genehmes Meinungsspektrum. Was bis in die Medien hineinreicht, durch gezielte Bevorzugung.

            Frau Merkel ist der oportune Idealfall für dahinter stehende „Machteliten“ (Deep State). Hier übertrifft sie alles, was auch nur geeignet ist, den dystopischen Zustand ihrer fantasielosen Politik zu charakterisieren. Was sie hält sind ihre über Jahre hinweg installierten autoritären Absicherungsmechanismen durch allerlei gefügige Hofschranzen in der Partei und den Medien und einer einlullenden massenpsychologischen Indolenz. Eben ein Schweigen der Lämmer.

            Zustimmung. Zu 100 %.

      • Erwin Gabriel 11. Februar 2021, 20:31

        @ derwaechter 5. Februar 2021, 20:04

        … wie in diesem Fall, eine Kanzlerin, die sich in Wahrheit nach der DDR ihrer Kindheit sehnt und Corona als Chance wahrnimmt wenigstens eine Art Ersatz-DDR zu erschaffen.

        Diese Argumentation halte ich auch für reichlich dick aufgetragen. Aber es würde mich auch wundern, wenn die Sozialisierung imSozialismus (inkl. „Parteikarriere“) keine irgendwie nachwirkenden Spuren hinterlassen hätte.

        Und sei es in der Form, dass sie Maßnahmen, die knallharten West-Liberalen die Zornesröte ins Gesicht treibt, aufgrund ihrer Herkunft für „normal“ hält.

        Aber ich denke, dass Ratlosigkeit und Überforderung die maßgeblichen Kräfte sind. Ich habe im Laufe der Jahre ein paar Staatssekretäre getroffen – uiuiui, da hätten die meisten mit ihrer Lebensferne und Ahnungslosigkeit bei mir echte Probleme bekommen.

    • Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 20:18

      Würdest Du auch tun.

      Wie in jedem ordentlichen Gemeinwesen ist mein Aufgabenbereich definiert. Werde ich übergriffig (was ich des öfteren werde, weil ich mich für kompetenter halte), kann es passieren, dass ich in die Schranken verwiesen werde. Unsere Verfassung grenzt die Aufgaben der Verfassungsinstitutionen sauber ab. Übergriffigkeit in diesem Bereich schädigt das fein tarierte Spiel der Institutionen.

      Ich denke, dass es beides ist.

      Ich habe ein anderes ethisches Verständnis als andere. Nur ist das nicht relevant. Ob ich Egoist bin, feige, narzistisch – mag ethisch verwerflich sein. Für unser Zusammenleben in einer liberalen Gesellschaft ist das ohne Belang. Daneben ist das Bundesverfassungsgericht ein Verfassungsorgan. Der Ethikrat nicht.

      Der eigentliche Punkt aber ist, dass Du annimmst, dass Merkel sich nicht schert.

      Unsinn. Ich werfe Merkel nicht vor, dass ihre Amtspflichten ernst nimmt. Ich werfe ihr vor, dass sie sie nicht im Geiste unserer Verfassung auslegt. Das war bereits bei den früheren Krisen merkbar und zeigt sich durch ihr Verhalten wie öffentliche Äußerungen heute. Merkel interpretiert das Recht auf Leben absolut, wo die Verfassung es relativiert. Darauf haben der Bundestagspräsident wie ehemalige Verfassungsrichter hingewiesen. Merkel liegt objektiv falsch, aber im Einklang mit der Mehrheit der Gesellschaft. Für mich ist die Verfassung wichtiger.

      Ist aus meiner Wahrnehmung aber nur ein Luxus-Problem.

      Der Abgesang auf ein Grundrecht ist kein Luxusproblem, Herr Gabriel!

      Wenn sich Corona noch drei, fünf oder acht Jahre hinzieht

      Daran arbeitet die Politik. Nicht nur Aktivisten, auch einigen Politikern scheint der Gedanke geradezu unangenehm, dass mit der Durchimpfung der Gesellschaft die Beschränkungen fallen könnten. Während sich die Politik und die Menschen in den USA und Israel auf ein Leben nach dem Virus vorbereiten (und freuen), diskutieren wir in Deutschland, ob der Lockdown bis Sommer verlängert werden muss und ob wir nicht erst eine „Zero Covid“-Strategie verfolgen müssten, bevor (eventuell) die Dinge besser werden könnten. Was für ein Kontrast!

      Merkel bleibt weitgehend ruhig, argumentiert meist sachlich, und zeigt trotzdem genug Emotionen, dass man ihr abnimmt, dass „ihr Volk“ ihr am Herzen liegt.

      Nochmal: alles andere wäre auch bedenklich. Das nehme ich selbst einigen AfD-Abgeordneten ab, was zeigt, wie niedrig die Latte hier hängt.

      Schau‘ mal ab Minute 23:30.

      Sie hat Berater, sie wägt ab

      Das ist das Bild. Tatsächlich umgibt sie sich nur mit Beratern, die ihre Ansichten teilen. Als die SPD mit Professor Dr. Klaus Stöhr einen ausgewiesenen Pandemieexperten zu den Beratungen hinzuziehen wollte, lehnte das Kanzleramt ab. Dabei besitzt der Mann weit mehr Expertise in der Bekämpfung einer Pandemie als das gesamte Küchenkabinett.

      Ihre Entscheidungen in den Krisen ihrer Kanzlerschaft waren spontan, nicht abwägend, getrieben von Ängsten, wie sie selbst bekannte.

      Ich möchte wirklich wissen, was nach Ansicht von Dir, von Stefan und anderen uns heute von der DDR unterscheidet, in den Verhaltensweisen. Nur darauf bezog sich meine Kritik im Artikel. Es ist übrigens eine Frage, welche die Menschen in Ostdeutschland bis heute beschäftigt. Was haben sie durch den Mauerfall gewonnen? Wenn uns nicht mehr einfällt als die Möglichkeit, alle vier Jahre zu wählen, fände ich das sehr dürftig.

      P.S.: Bezüglich des Wetteinsatzes melde ich mich!

      • popper 6. Februar 2021, 08:43

        Die Expertise von Professor Dr. Klaus Stöhr ist wie die von Prof. Drosten unbestritten. Er war bis 2007 bei der WHO Leiter des Global-Influenza-Programms und SARS-Forschungskoordinator. Ist aber im Zusammenhang mit der Vogelgrippe als Panikmacher aufgetreten und wechselte, oh Wunder, 2007 in die Impfstoffentwicklung der Pharmafirma Novartis, Forschungsstandort Boston/Cambridge. Ich weise deshalb darauf hin, weil so mancher glaubt, Stöhr hätte Frau Merkel auf einen anderenbesseren Weg gebracht. Möglicherweise war er anderer Meinung, was die Mutation betrifft und wurde deshalb außen vor gelassen. Früher wurde die Verlängerung des Lockdowns mit einem Virus begründet, heute genügt eine Mutation. Da die Fallzahlen rückläufig sind, geht auch die absolute Verbreitung dieser Mutation zurück. Das meldet sogar das RKI; insoweit ist die Evidenz dürftig. Viren mutieren. Wenn diese jetzt als Begründung für die Weiterführung des Lockdown herhalten müssen, dann kommen wir da nie mehr raus. An dieser Strategie wird sichtbar, dass es Frau Merkel gar nicht mehr um eine Beendigung, sondern um die Weiterführung des Status quo geht, um die Absichten des WWF einer System-Transformation (Great Reset) Vorschub zu leisten.

        • Stefan Pietsch 6. Februar 2021, 10:41

          Möglicherweise war er anderer Meinung, was die Mutation betrifft und wurde deshalb außen vor gelassen.

          So ist es, ja. Stöhr tut sich seit Wochen als Kritiker der Regierungspolitik hervor. Genauer behauptet, es herrsche anders als in anderen Ländern Chaos und Unkenntnis über den Stand der Epidemie. Auch Streeck ist als vorsichtiger Kritiker nicht gewünscht am Hofe, dafür aber Zero Covid-Vertreter. Man kann das tendenziös nennen.

      • Erwin Gabriel 17. Februar 2021, 11:24

        @Stefan Pietsch 5. Februar 2021, 20:18

        Der Abgesang auf ein Grundrecht ist kein Luxusproblem, Herr Gabriel!

        Nein, grundsätzlich nicht. Aber du wirst ja, Herr Pietsch, nicht in Dein Haus eingesperrt, damit man beispielsweise Deine politische Meinung unterdrücken kann. Es geht darum, dass Du Dich in bestimmten Bereichen frei bewegen kannst, und – um andere und Dich zu schützen – in anderen Bereichen temporär eben nicht.

        Wenn die Polizei einen Tatort absperrt, schränkt man das Grundrecht eines jeden Gaffers auf Freizügigkeit ein; verhindert man, dass er von der Leiche kein Handy-Video drehen kann, um es auf Youtube zu posten, schränkt man sein Grundrecht auf Meinungsfreiheit ein. Ich finde diese Grundrechtsverletzungen trotzdem vollkommen OK. 🙂

  • cimourdain 6. Februar 2021, 11:44

    Wenn man über die Provokation der Überschrift hinwegsieht, ist die Frage ‚Was ist schiefgegangen, dass die Politik derart versagt mit Durchwursteln, Vorschirftenaktionismus und Missmanagement ? Das waren Merkmale der DDR-Führung.‘ legitim.
    Allerdings denke ich, dass es zu kurz gesprungen ist, das auf Charakter und Sozialisation von Angela Merkel zurückzuführen. In Bayern sieht die Regierung Markus Söder genauso aus (wenn nicht noch schlimmer), und der ist nun fast das Gegenteil, was Hintergrund und Persönlichkeit betrifft.
    Deshalb möchte ich ein anderes Problem betrachten: Das Fehlen einer funktionierenden Opposition mit Wechselperspektive, was für die Demokratie fatal ist. Betrachten Sie nur die Parteien: SPD ist in Inhalten, Personal und Wählergunst komplett ausgeblutet; Grüne sind regierungstreuer als die CDU; FDP und Linke haben als einzige Idee, die jeweils eigene Klientel mit mehr Geld zu versorgen; und die „Alternative“ ist aus so vielen Gründen nicht wählbar, dass ich darüber schweigen möchte.
    Auch was den Diskurs betrifft, ist durch die Gleichsetzung von Regierungskritik mit den ‚Querdenkern‘ die Debatte weitgehend zerstört worden. Ein gutes Beispiel liefert der allererste Kommentar von Stephan hier.
    Das ganze führt bei vielen (persönliche Beobachtung) zu einem gewissen Fatalismus, der alle Vorschriften als gottgegeben hinnimmt (und sie bei Bedarf ’strategisch‘ übertritt. Ein solcher Fatalismus und die unterdrückte Wut, die dahinter steckt, kann leicht irgendwann komplett umschlagen.

    • Stefan Sasse 6. Februar 2021, 12:01

      Es gibt halt auch keinen Wunsch nach so einer Opposition! Politik geht da hin wo Stimmen sind. Und die sind nun mal aktuell dort, wo sie sind. Das kann man bejammern, und ich hab das zu meiner linken Zeit weiß Gott genug getan. Aber das alte Brecht-Wort gilt halt auch hier: ein neues Volk wählen kannst dir nicht. Das ständige Gemecker ist auch nicht überzeugend.

      • Stefan Pietsch 6. Februar 2021, 14:06

        Es gibt halt auch keinen Wunsch nach so einer Opposition!

        Ich hoffe das lehrst Du nicht, wenn Du über die Prinzipien von Demokratie sprichst! Es ist auch dringend nötig, jeden Tag die Zähne zu putzen. Wenn das jemand nicht will, hat es Konsequenzen!

      • Erwin Gabriel 6. Februar 2021, 18:54

        @ Stefan Sasse 6. Februar 2021, 12:01

        Es gibt halt auch keinen Wunsch nach so einer Opposition!

        WAS ???
        Natürlich gibt es die. Das Thema hatten wir doch an anderen Stellen schon oft genug. Die AfD ist niocht von Rechtsextremen gegründet worden (selbst wenn sie sich in den letzten Jahren dahin entwickelt hat), sondern von konservativen CDU-Mitgliedern, die ausgegrenzt wurden und eine neue politische Heimat suchten.

        Du kennst mich bzw. meine politschen Vorstellungen inzwischen gut genug, um zu wissen, dass CDU / SPD / GRÜNE / LINKE / AfD nicht für mich wählbar sind. Selbst die FDP ist nur das kleinste Übel, aber eine strunznormale konservative Partei gibt es gerade nicht.

        Politik geht da hin wo Stimmen sind. Und die sind nun mal aktuell dort, wo sie sind.

        Auch nicht. Sonst wäre 2015 nicht möglich geweesen, und auch die Bewältigung der Corona-Krise würde anders laufen.

        Du wohnst zwar nicht direkt in Stuttgart, aber Du argumentierst wie ein Stadtmensch.

        Ein neues Volk wählen kannst dir nicht.

        Weißt Du, was ich wirklich hasse? Wenn ich mich im Vorfeld einer Wahl mit dden Parteiprogrammen beschäftige,Kandidaten auf der Straße anlabere, die entweder so denken wie ich (auch auch nur so tun), und anch der Wahl erklärt irgendein Großkopferter, dass man für einen Scheiß den (fast) keiner will, einen überzeugendden Auftrag vom Wähler bekommen habe.

        Das ständige Gemecker ist auch nicht überzeugend.

        Gemecker ist unbegründet, Kritik mit Argumenten hinterlegt. Lies die Argumente, dann wird aus dem, was Du als Gemecker siehst, eine Diskussion.

      • cimourdain 6. Februar 2021, 22:21

        Wessen Wunsch nach einer Opposition meinst du ? Wessen Stimmen? Ich habe den Verdacht, dass du da nicht wirklich auf ‚das Volk‘ schaust, sondern auf die Filterblase, die die klassischen Medien liefern. Allein hier im Forum hast du genügend Wunsch nach Corona-Opposition: Pietsch und Gabriel aus konservativ-liberaler Position, popper und Happel aus linker staatsmisstrauischer und Beermann aus einem Wunsch nach effektiverer Stringenz.
        Und hier wird dein Brecht-Zitat zum Bumerang. Das Gedicht „Die Lösung“ richtete sich in tiefem Sarkasmus genau gegen die Abgehobenheit und das Misstrauen, das Regierung und Medienfunktionäre (der Sekretär des Schriftstellerverbands) gegenüber der Bevölkerung an den Tag legten – ein Muster, das sich auch aktuell zeigt.
        Auch wenn du das Gedicht wahrscheinlich auswendig herbeten kannst, hier der Text zur allgemeinen Weiterbildung:
        https://www.deutschelyrik.de/die-loesung.html

    • Stefan Pietsch 6. Februar 2021, 14:12

      Danke.

      Ich meinte mit der Überschrift nicht, dass Deutschland eine Diktatur sei oder politisch gelenkte Richter habe. Ich meinte damit, dass Politik und Gesellschaft sich in wichtigen Bereichen verhalten als wären wir in der DDR. Und ich spreche damit nicht (allein) die Bundeskanzlerin an, das wäre eine Fehlinterpretation.

      Auch was den Diskurs betrifft, ist durch die Gleichsetzung von Regierungskritik mit den ‚Querdenkern‘ die Debatte weitgehend zerstört worden. Ein gutes Beispiel liefert der allererste Kommentar von Stephan hier.

      Sehr wichtiger Punkt, den Jens und ich, aber auch Erwin seit Monaten beklagen. Es ging, nicht zum ersten Mal, darum, Andersdenkende mit moralischen Anwürfen mundtot zu machen. Es ist für mich absolut okay, wenn ich bei provozierenden Artikeln heftig angegangen werde. Auch Vorwürfe, ich würde „platt“ argumentieren, akzeptiere ich. Nicht akzeptieren kann ich Kommentare, die mich zum Nazi, Klimaleugner, Corona-Leugner und Querdenker abstempeln wollen. Da verlässt der andere die Basis des Diskurses.

      Also Danke für Ihren Einwurf.

    • Erwin Gabriel 6. Februar 2021, 18:56

      @cimourdain 6. Februar 2021, 11:44

      Das Fehlen einer funktionierenden Opposition mit Wechselperspektive, was für die Demokratie fatal ist. Betrachten Sie nur die Parteien: SPD ist in Inhalten, Personal und Wählergunst komplett ausgeblutet; Grüne sind regierungstreuer als die CDU; FDP und Linke haben als einzige Idee, die jeweils eigene Klientel mit mehr Geld zu versorgen; und die „Alternative“ ist aus so vielen Gründen nicht wählbar, dass ich darüber schweigen möchte.
      Auch was den Diskurs betrifft, ist durch die Gleichsetzung von Regierungskritik mit den ‚Querdenkern‘ die Debatte weitgehend zerstört worden.

      meine Zustimmung, und meinen Dank!

      • Stefan Sasse 7. Februar 2021, 14:35

        Korrekt, aber mein Punkt ist ja gerade: die Mehrheit will keinen Wechsel!

        • Erwin Gabriel 17. Februar 2021, 11:30

          @ Stefan Sasse 7. Februar 2021, 14:35

          Die Mehrheit will keinen Wechsel!

          Dann können wir ja endlich Volksbefragungen einführen 🙂

          Du hast natürlich Recht mit Deiner Aussage, aber schon ab Deiner Generation, geschweige denn unsere Kinder und Enkel, werden einen hohen Preis dafür zahlen müssen.

          • Stefan Sasse 17. Februar 2021, 16:12

            Ich finde das auch furchtbar – also dass die Mehrheit keinen Wechsel will. Aber was soll ich machen? Ich bin halt Demokrat. Muss mit dem Land und dem Volk leben, das ich habe.

            Und nein, Volksbefragungen…egal, wir hatten das schon^^

  • Juri Nello 7. Februar 2021, 09:41

    Als wenn es auch nur irgendetwas ausmachen würde, welcher Ochse den Karren zieht.

    Kommen wir doch mal halbwegs wieder zum Thema zurück:

    Der Deutsche warnt: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/astrazeneca-impfstoff-suedafrika-studie-101.html

    wo der Ami voll des Lobes ist (vgl. NY Times, WaPo, etc.) .

    Übersetzungsfehler der Nachrichtenagenturen?

  • popper 7. Februar 2021, 11:04

    Einige Kommentare erinnern mich an das Lied von Hanns Dieter Hüsch: Spiel nicht mit den Schmuddelkinder, sing nicht ihre Lieder…

    Es reicht eben nicht, sich in Blogs zu entrüsten, man muss auch, wenn sich etwas ändern soll, seinen Protest gegen die unverhältnismäßigen und grundrechtswidrigen Maßnahmenin in die Öffentlichkeit tragen. Nur so wird der Protest wahrgenommen, indem man ihm ein Gesicht gibt. Ich verstehe andererseits, dass Repressionen, die jemand befürchten muss, eventuell seinen Job zu verlieren, eine Rolle spielen können. Sich aber bei jeder Gelegenheit von diesen und jenen distanzieren, spielt der politischen Agende in die Hände. Mir ist egal, ob jemand querdenkt, wenn er das hier anprangert: (https://www.welt.de/politik/deutschland/article225864597/Interner-E-Mail-Verkehr-Innenministerium-spannte-Wissenschaftler-ein.html) all die Menschen, die immer noch glauben, es gehe hier um ein Virus oder den Schutz der Bevölkerung, ist einfach nur schrecklich naiv und opfert sich für poltische Lügen.

    • cimourdain 7. Februar 2021, 13:21

      Das von der Welt auch hier zitierte ‚Geheimpapier‘ des Innenministeriums wurde bereits anfang April von Fragdenstaat veröffentlicht (und auch hier diskutiert). Es zeigt deutlich, wie stark die Angst vor Kontrollverlust das „Coronadenken“ prägt und welche Eigendynamik dadurch letztlich losgetreten wird.

      Nachbemerkung: Die „Schmuddelkinder“ sind von Degenhardt nicht Hüsch

  • cimourdain 7. Februar 2021, 11:34

    Ein kleiner Medienhinweis:
    „Die Anstalt“ vom 02.02.2021
    versucht ein bisschen die Komplexität des Themas einzufangen und stellt einige sehr relevante Fragen zu dem auch hier angesprochenen Missmanagement

    • popper 7. Februar 2021, 13:56

      Die „Schmuddelkinder“ sind von Degenhardt nicht Hüsch‘ Ja, hab‘ ich verwechselt.

      Das Geheimpapier‘ des Innenministeriums wurde bereits anfang April von Fragdenstaat veröffentlicht (und auch hier diskutiert).

      Der Punkt ist der, dass ein 200 Seiten starker Schriftverkehr dazu zwischen Führungsebene des Innenministerium und den Forschern besteht, den das BMI nicht herausgeben wollte, sodass erst auf Herausgabe geklagt werden musste. Beteiligt waren: RKI, Max Plank, Helmholz, zufällig alles Bundesbehörden, plus Charité natürlich.

  • Stefan Sasse 7. Februar 2021, 14:47

    Ich finde übrigens den Artikel vom Fleischhauer passend (dass ich das mal sagen würde):
    https://www.focus.de/politik/deutschland/focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-das-trottel-problem-diese-regierung-verlangt-selbst-nach-ihrer-abloesung_id_12951119.html
    Der macht auch den DDR-Vergleich, aber mit wesentlich mehr Maß und Ziel. (Dass ich das mal sagen würde…)

    • CitizenK 7. Februar 2021, 17:08

      Frage 1: Warum braucht man für sachlich fundierte Kritik einen DDR-Vergleich (mit oder ohne Augenmaß)?

      Frage 2: Könnte man bei dem Verhalten von Pfizer in der Ampullen/Dosen-Frage statt Trotteligkeit (= Gutgläubigkeit) der Besteller nicht eher sittenwidriges Verhalten des Verkäufers annehmen? Lt. BGB: „Bei der Auslegung einer Willenserklärung ist der wirkliche Wille zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinne des Ausdrucks zu haften.“

      • Stefan Sasse 7. Februar 2021, 17:32

        Frage 1: Braucht sie nicht, ist aber als Stilmittel grundsätzlich zulässig.

        Frage 2: Klar könnte man das. Aber man muss schon sagen, dass die Regierung sich trotzdem nicht eben mit Lorbeeren schmücken kann gerade. Da geht viel schief. Das muss man nicht schönreden. Dass sie alleine schuld sind glaubt nur Stefan Pietsch.

      • Stefan Pietsch 7. Februar 2021, 19:05

        Zu Frage 1: Mir wurde bisher nicht attestiert, sachlich fundierte Kritik geäußert zu haben. Sie selbst ja auch nicht, Sie meinen ja, der gutmütige Staat würde noch dauernd übervorteilt (siehe unten).

        Zu Frage 2:

        Es ist das, was ich immer an Leuten wie Ihnen amüsant finde und auf die bezogen ich den Artikel „Das Impfdesaster, Merkels Schuld und des Bürgers Beitrag“ geschrieben habe. Sie sehen den Staat nicht als Dienstleister, sie begleiten die im Auftrag handelnden Personen nicht kritisch, sondern Sie sind Fan des Staates.

        Erstens: Der Staat ist Gesetzgeber. Und der Staat hat flugs die Gesetzeslage verändert, als er für sich einen Vorteil erkannte. Man kann auch sagen, er wollte mit dem doppelten Spiel seinen Geschäftspartner Pfizer übervorteilen, denn in keinen anderen Bereich ist so etwas möglich.

        Zweitens: Wie alle Vertragspartner würde auch das Gesundheitsministerium an den Buchstaben des Vertrages kleben, wenn sich denn daraus Honig ziehen ließe. So ist das in Streitfällen.

        Drittens: Es gibt keinen Anlass, den Willen zu erforschen, der ist ja schließlich sehr klar im Vertrag präzisiert. Dort steht, es werden Impfdosen geliefert, keine Ampullen. Würde Pfizer nun selbständig entscheiden, Ampullen zu liefern, wäre das Vertragsbruch, nicht die Erforschung des Willens.

        Der Staat hat die Macht. Und trotzdem vermuten Sie ihn als Opfer. Da kann man nur den Kopf schütteln über so viel Fangehabe. Ich bin da weit kritischer mit meinem 1. FC Köln als Sie mit Politikern, die Sie bestenfalls nur wählen.

        Bleibt nur noch die Frage: in welcher Fan-Bettwäsche schlafen Sie? Ich vermute Schwarz-Weiß mit dem Bundesadler draufgestickt.

        • CitizenK 8. Februar 2021, 07:39

          Winkeladvokatentricks und Mätzchen. Ohne mich.

          • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 09:24

            Sie kneifen. Da sind keine Winkeladvokatentricks. So funktioniert Recht. Sie behaupten lediglich Unklarheit, wo Klarheit herrscht, nur dass der Staat sich wieder mal selbst ausgetrickst hat.

            Wir leben völlige Staatsversagen auf allen relevanten Ebenen. Und das einzige, was sie als Kritik zu äußern haben, ist, dass er grundsätzlich alles gut sei , nur im Einzelnen sein halt Fehler gemacht worden. Bedauerlich, aber wir haben einen tollen Staat! Ein Staat, der am Anfang einer Pandemie von Masken abrät, weil er keine beschaffen kann. Ein Staat, der auch nach Monaten seine Bürger nicht testen kann, weil er nicht weiß, wie er Testkapazitäten besorgen soll. Ein Staat, der seine Bürger beschimpft, weil die Ergebnisse der anempfohlenen Strategie nicht tragen.

            Und ein Staat, der nicht einmal nach Monaten in der Lage ist, die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen. Ein Staat, der unfähig ist, professionell Verträge abzuschließen. Ein Staat, dass sich daran begeistert um Cent-Beträge bei einem überlebenswichtigen Mittel zu feilschen und der das kleine Einmaleins nicht beherrscht. Ein Staat, der Hilfsgeld dazu zusagt, aber unfähig ist, sie auszuzahlen. Und ein Staat, der freie Maskenvergabe ankündigt, aber sein Versprechen wochenlang nicht halten kann.

            Ja, im Prinzip ist dieser Staat ganz toll, nur an den Details müssen wir noch arbeiten. *Ironie off Und die Staatsvertreter feiern sich am Ende ob dieser tollen Leistungen selber und attestieren sich, dass sie im Grunde keine Fehler gemacht haben.

            Im Herbst beschimpften Spitzenpolitiker des Landes die Bürger pauschal, Menschenleben zu gefährden. Ich hätte so gerne einmal von Ihnen und von Stefan den Spiegel gehört: Ihr, Angela Merkel. Jens Spahn. Ursula von der Leyen. Ihr tötet Menschen.

            Ich fand diese verbalen Entgleisungen im Oktober 2020 unverzeihlich und ich werde sie nicht verzeihen.

            • Marc 8. Februar 2021, 10:13

              Und ein Staat, der nicht einmal nach Monaten in der Lage ist, die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen.

              Diese Strategie ist unmöglich. Selbst auf Intensivstationen, die gerade auf Vermeidungen von Infektionen optimiert sind, kann sich das Virus unter dem professionellen ausgebildeten Personal ausbreiten. In einem Heim, das in allen Belangen weniger ausgestattet ist, das zudem weitaus offener ist und die Bewohner aufgrund von Demenz oder anderen Erkrankungen die Hygieneregeln nicht einhalten können, ist ein hinreichender Schutz nicht zu gewährleisten. Ganz zu schweigen von den Risikogruppen, die im privaten Umfeld leben.

              DER BESTE SCHUTZ DER RISIKOGRUPPEN IST ZEROCOVID!

              • popper 8. Februar 2021, 10:49

                DER BESTE SCHUTZ DER RISIKOGRUPPEN IST ZEROCOVID!

                Wenn man ein mechanistisches Weltbild hat, ja.

              • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 11:34

                Ich möchte Sie bitten mich nicht anzuschreien.

                Diese Position haben Sie vor zwei Monaten noch nicht vertreten, da ging es „nur“ darum, den Inzidenzwert zu verringern. Sie haben sich radikalisiert.

                Es ist ja eine Tautologie: der beste Schutz gegen Viren ist der, dass es keine Viren gibt. Genial, warum ist uns das nicht bei anderen Plagen der Menschenheit eingefallen? Wenn ich als zivile, liberale, offene Gesellschaft keine andere Lösung als das Exreme habe, ist das die Kapitulation. Solche Strategien schließen alle anderen Interessen und Lösungen aus. Ich denke nicht, dass Sie sich mit solch extremistischen Ansätzen in einer zivilen, liberalen, offenen Gesellschaft wohlfühlen können.

                Was ist mit Alternativen, Impfungen und medizinische Versorgung? Covid-19 bedeutet schließlich nicht das Todesurteil, definitiv nicht.

                In Deutschland sterben zu über 80 Prozent Menschen in Altenheimen. Nicht einmal 5% der Menschen über 65 Jahren leben in Deutschland in Altenheimen, aber der Großteil stirbt dort an Corona. Damit ist eigentlich klar, wo das Problem liegt. Nicht allgemein in Bahnen, Busen, Theatern, Kinos und Friseurstuben, nur zu einem diffusen Teil bei älteren Menschen, aber sehr fokussiert in Altenheimen. Nun ist Ihr Vorschlag, dass sämtliche Menschen in Deutschland, das sind rund 83 Millionen, ihr Leben dauerhaft auf ein Minimum dimmen sollen, weil 783.000 potentiell gefährdet sind.

                Kann ich nur sagen: irre. Nirgends sonst würden Sie eine so absurde Strategie gutheißen.

                • Marc 8. Februar 2021, 12:27

                  Nun ist Ihr Vorschlag, dass sämtliche Menschen in Deutschland, das sind rund 83 Millionen, ihr Leben dauerhaft auf ein Minimum dimmen sollen, weil 783.000 potentiell gefährdet sind.

                  Dann geben Sie es doch endlich zu, dass Sie bereit sind, die Risikogruppe für Ihre Freiheit zu opfern. Ich bin es nicht.

                  • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 12:35

                    Ich mag es nicht, wenn meine Bitten ignoriert werden. Ich habe dann das Gefühl, es mit einem rücksichtslosen Ignoranten zu tun zu haben.

                    Wer in einer freien Gesellschaft immer nur eine Alternative kennt, ist wahrscheinlich weder frei noch besonders intelligent.

                    • Marc 8. Februar 2021, 13:23

                      Bis zur jetzigen Phase der Pandemie gab es zu ZeroCovid keine Alternative, die Leben schützen konnte. Der Schutz der Risikogruppen war IMMER mit deren Toten erkauft.

                    • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 16:57

                      Doch. Richtiges Verhalten zu Beginn und in den Sommermonaten. Haben Sie nur vergessen.

                      Fahren Sie Auto? Sie erkaufen sich Ihre Mobilität mit dem Tod von Menschen. Finde ich moralisch abstoßend.

                    • Marc 8. Februar 2021, 17:19

                      Im Straßenverkehr gibt es Regeln und Einschränkungen. Ich befürworte das. Um im Bild zu bleiben, propagieren sie, dass nur um die Risikogruppen ein Tempolimit gilt und ansonsten freie Fahrt. An diesem Beispiel sieht man, wie unrealistisch und kindisch ihre Vorstellung ist.

                    • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 17:31

                      Jede Geschwindigkeit über 8 km/h führt zu schweren Verletzungen bis hin zu Todesfällen. Das befürworten Sie also und widersprechen damit nicht meinem Vorwurf.

                      Ja, innerorts gilt eine weit geringere Geschwindigkeitsbegrenzung als außerorts. Verkehrsberuhigte Zonen auf der Autobahn wären auch albern.

                    • Marc 8. Februar 2021, 22:06

                      ZeroCovid heißt weder Null infizierte noch Null Tote. Es heitß nur, dass jeder Ausbruch so massiv bekämpft wird, dass eine Ausbreitung nahezu unmöglich wird. So wie man mit 8 km/h sterben kann, wie man auch beim Ausrutschen mit 0 km/h sterben kann, so kann man auch bei ZeroCovid an Covid 19 sterben.

                    • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 22:55

                      Was ich gar nicht verknusen kann, ist, wenn man mich für blöd verkaufen will:

                      Das Ziel heißt Null Infektionen!

                      Anscheinend haben da die Initiatoren von Zero Covid etwas nicht verstanden. Oder Sie wollen uns einfach für dumm verkaufen.

                    • Marc 9. Februar 2021, 09:19

                      [Beleidigung gelöscht. Keep civil. -Stefan Sasse] Im Link steht doch eindeutig, dass nach erreichen einer Nullinzidenz noch lokale Ausbrüche und Hotspots bekämpft werden müssen. Wörtlich und in deutscher Sprache. Ziel ist es, die Nullinzidenz zu halten, solange aber Pandemie herrscht, wird es Ausbrüche geben. Asien macht es vor.

                    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 09:54

                      Da steht an allererster Stelle, das Ziel seien Nullinfektionen. Das haben Sie bestritten. Auch weiter steht:

                      Die Strategie, die Pandemie zu kontrollieren, ist gescheitert („flatten the curve“). Sie hat das Leben dauerhaft eingeschränkt und dennoch Millionen Infektionen und Zehntausende Tote gebracht. Wir brauchen jetzt einen radikalen Strategiewechsel: kein kontrolliertes Weiterlaufen der Pandemie, sondern ihre Beendigung. Das Ziel darf nicht in 200, 50 oder 25 Neuinfektionen bestehen – es muss Null sein.

                      Sie behaupten das Gegenteil. Nochmal auf Deutsch: Das Ziel von Zero Covid lautet Null Infektionen. Sie machen die Nebensache zur Hauptsache und verkehren damit den Sinn: sollte es zu Infektionen kommen, müssen die Maßnahmen so hart sein, dass bald wieder zu Null Infektionen zurückgekehrt wird. Das ist die Strategie. Und im Mittelpunkt steht das Ziel Null Infektionen.

                    • Marc 9. Februar 2021, 10:29

                      Natürlich ist das die Strategie und sie vermeidet Todesfälle, wie es die Regulierung des Straßenverkehrs ebenfalls erzielt, aber die Totenzahl sinkt nicht auf Null, wie sie behaupten.

            • CitizenK 8. Februar 2021, 11:46

              „Die Belegungszahlen spiegeln sich gut in der abfallenden Sieben-Tage-Inzidenz“ (…) „Die Lockdown-Maßnahmen waren die einzig richtige Reaktion, um dem Geschehen Einhalt zu bieten. Wir sind froh, dass wir eine Regierung haben, die so bedacht vorgegangen ist. Ohne diese Reaktion wären wir überrollt worden“.

              (Zitate von Covid-Intensivpflegerinnen der Universiätsklinik Heidelberg, RNZ vom 08.02.2021). Der Altersdurchschnitt der Patienten ist 66.

              • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 12:07

                Sind das die relevanten Personen in diesem Land? Keine Erzieherinnen, Unternehmer, Jugendbetreuer, Teenager, Kreative?

                Ihr Land ist arm.

                • CitizenK 8. Februar 2021, 12:30

                  „Erzieherinnen, Unternehmer, Jugendbetreuer, Teenager, Kreative?“

                  Ist diesen geholfen, wenn sich die Ambulanzen vor den Notaufnahmen stauen wie in London und Portugal?

                  • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 12:36

                    Ihnen ist auf jeden Fall mehr mit einer Situation wie in Israel geholfen.

                    Lieber CitizenK, wir können uns das gerne so um die Ohren schlagen. Wenn Sie das anspruchsvoll finden…

                    • CitizenK 8. Februar 2021, 12:49

                      Ich spiele immer den Ball, nicht den Spieler. Bis dieser mich immer wieder persönlich angeht und beleidigt.

                    • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 13:01

                      Ich beleidige Sie nicht. Zumindest ist das nicht meine Absicht, wenn ich Sie (und auch Stefan) manchmal härter anpacke. Aber mein ganzes Leben bin ich darauf betrimmt, die Dinge kritisch zu betrachten. Alles, selbst im Erfolg, auch und gerade mich. Ich finde, für die Worte der Kanzlerin vergangene Woche gibt es keine Rechtfertigung mehr. Wer völlig erfolglos ist trotz drastischer Maßnahmen und weitreichender Kompetenzen und sich dann hinstellt und behauptet, es wären keine Fehler begangenen worden, der hat die reale Welt verlassen.

                      Und wer auch noch den Versuch unternimmt, einen solche(n) Versager(in) in Schutz zu nehmen, der macht mich zugegeben wütend.

              • popper 8. Februar 2021, 13:50

                Schau doch bitte nach Schweden, dort kannst Du sehen, dass SARS-CoV-xy, wie alle anderen Coronaviren, saisonal verstärkt auftreten und sich wieder abschwächen. Mit und ohne Lockdown, mit und ohne Maske. Das kennt man doch: im Winterhalbjahr bekommen alle verstärkt ihre Erkältungskrankheiten. das war bisher Konsens. Noch so viele Lockdowns oder dieser inzwischen absurde Wirrwarr an widerstreitenden Maßnahmen, könnten das jemals verhindern.

                Komm endlich mal runter von deinem ständigen Alarmismus. Der Durchschnitt der COVID-Patienten in der Heidelberger-UNI-Klinik besagt schlicht gar nichts über die Betroffenheit einer gesamten Population.

                Jetzt wird auf den Mutationen herumgeritten und gleich wieder behauptet, diese seien die neue Bedrohung, gegen die das Beibehalten oder Ausweiten der Maßnahmen notwendig sei. Ein weiterer Grund, die epidemiologische Lage bis Juni oder gleich September fortzuschreiben. Was die Politik, zusammen mit ihren Beratern und zuarbeitenden Institutionen (RKI, PEI etc.) in den fast 12 Monaten zustande gebracht haben, sind aufaddierte Zahlen, die den statistischen Laien erschrecken, aber nichts erklären. Sie haben ein Virus zur alternativlosen Gefahr hochstilisiert, zu dem es aus den Vorjahren keine Vergleichsparameter gibt, was es ohnehin schwierig macht, die Zahlen in ein sinnvolles Verhältnis zu setzen.

                In fünf Jahren haben wir dann 15 Mio. positiv Getestete, eventuell einige tausend Impfgeschädigte und 350.000 Corona-Tote, wenn wir nicht endlich mit dieser Erbsenzählerei aufhören oder den Viren mit Zero-COVID den Krieg erklären. Doch etwas haben wir in fünf Jahren dann hoffentlich begriffen; dass unser Tunnelblick auf SARS-CoV-xy jahraus, jahrein zu immer wiederkehrenden Zahlenreihen führt, die alles bedeuten, nur nicht, dass es ein grundlegendes gesundheitliches Problem gibt, das nach eine Totalretadierung der Wirtschaft und des Soziallebens verlangt.

                Drosten hat uns ob seiner virologischen Scharfsinnigkeit für Sommer 2021 schon 100.000 Infizierte pro Woche prognostiziert, wird aber, ich möchte wetten, wie bei allen seinen bisherigen Horrorerzählungen, krachend danebenliegen.

  • popper 8. Februar 2021, 10:46

    Was viele in ihrer Naivität und Unwissenheit gegenüber den mRNA-Impfstoffen völlig ausblenden ist, dass dieser mRNA-«Impfstoff» nicht nur einen anderen Weg als bisherige Impfstoffe geht. Er wird zu einem Zeitpunkt verimpft, wo die klinische Phase noch gar nicht abgeschlossen ist und die EMA zu bestimmten Risiken bis Juni 2021 von BionTech noch Aufklärung verlangt (bedingte Zulassung).

    Man könnte aufgrund der technischen Funktionsweise der mRNA auch sagen, dass es sich überhaupt nicht um einen Impfstoff handelt, sondern um eine mRNA, die in einer Fetthülle (Lipid-Nanopartikel) verpackt an eine Zelle geliefert wird, da eine ungeschützte RNA sofort abgebaut würde, bevor sie in die Zelle gelangt. Was den „Impfstoff“ unwirksam machen würde. Es handelt sich also um ein medizinisches Gerät, das die menschliche Zelle dazu anregen soll, zu einem Erregerproduzenten zu werden, der die Zellen durch eine Neuprogrammierung der RNA direkt zur Bildung von Antikörpern anregt, obwohl die Krankheit noch gar nicht da ist und vielleicht in vielen Einzelfällen auch nie kommt.

    Diese erzwungenen Antikörper, die dann unter Umständen überhaupt keinen «Gegner» zur Neutralisierung finden, könnten sich gegen eigene Organe wenden und allergische Reaktionen auslösen, bis hin zum anaphylaktischen Schock. Es könnte durchaus passieren, dass ab Mai oder Juni erste Fälle chronischer Toxizität der „Impfstoffe“ (Autoimmunerkrankungen) auftreten. Denn man weiß ja nicht (wurde nicht untersucht), was diese freigesetzten Nanopartikel, die bekanntlich hochtoxisch sind und im ganzen Körper verteilt werden, auslösen. Man stelle sich nur einmal vor, es würden bei mehr als 5 bis 10 von 1 Millionen Geimpften Komplikationen geschehen, dann würde sich die Massenimpfung zum größten Arzneimittelskandal seit Contergan ausweiten. Der Grünenthal-Skandal würde dagegen geradezu unbedeutend wirken, wenn heute viel mehr Menschen betroffen wären.

    Es ist mir insoweit völlig unverständlich, warum die Regierungen der ganzen Welt, dieses brandgefährliche Experiment an ihrer Bevölkerung zulassen. Israel, das als herausragendes Beispiel für schnelle Durchimpfung gepriesen wird, könnte – man darf gar nicht daran denken – ein gesundheitliches Desaster erleben. Oder bekommt der Prioritätenkatalog dadurch seinen Sinn, dass man vorrangig hochbetagte multimorbide Menschen impft, ja sogar Palliativpatienten, weil sich eine Kausalität zwischen Impfung und Todesursache, bei unmittelbar nach der Impfung verstorbenen, bestreiten lässt. Im Gegensatz zu den PCR-Tests, wo der verstorbene, positiv getestete und multimorbide Heimbewohner, in jedem Fall als Corona-Toter gezählt wird. Es ist sehe, sehr beängstigend, was zur Zeit passiert, wenn man bedenkt, dass schon darüber gestritten wird, ob Geimpfte mehr Freiheiten erhalten sollten und damit Druck auf alle ausgeübt wird, sich ja schleunigst impfen zu lassen.

  • Marc 8. Februar 2021, 13:06

    And die @achDieArmenKinder-Fraktion:

    https://www.n-tv.de/panorama/Seltene-Krankheit-erfasst-britische-Kinder-article22343684.html

    Immer wieder landen Kinder in Großbritannien im Krankenhaus, Wochen nachdem sie eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben. Sie leiden an einem Syndrom namens PIMS, haben Fieber und gefährlich niedrigen Blutdruck. Teilweise müssen die Kinder sogar auf die Intensivstation.

    • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 13:10

      An diejenigen, die meinen, es gäbe nichts Wichtigeres auf der Welt als 85jährige Demenzkranke in Altenheimen vor einem manchmal tödlichen Virus zu bewahren:

      Mangelernährung infolge der Covid-19-Pandemie erhöht das Sterberisiko von Kindern weltweit: Mehr als 150 Kinder zusätzlich pro Tag könnten in den kommenden zwei Jahren an den Folgen von Mangelernährung sterben, wenn nicht rasch gegengesteuert wird, warnt Save the Children in einem neuen Bericht. Millionen weitere Kinder könnten durch Nährstoffmangel bleibende Gesundheitsschäden davontragen. Die Pandemie droht viele Jahre des Fortschritts für die Ernährung von Kindern zunichte zu machen.

      • Stefan Sasse 8. Februar 2021, 13:20

        Was für eine Menschenfreundlichkeit.

        • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 16:57

          Ja. Im Gegensatz zu Dir. 😉

        • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 23:14

          Hier noch etwas, um Dein Herz weiter zu erwärmen:

          To make matters worse, many children—mostly girls—will never go back to their books. Many will become child labourers or brides. In one coastal area of Kenya, for example, only 388 of the 946 schoolgirls who got pregnant during the school shutdown last year have resumed their studies.

          Merke: Deutschland ist nicht der Mittelpunkt der Erde! In Afrika geht es um Zukunftschancen von Menschen, die gerade begonnen haben zu leben. Und unsere größte Sorge sind Menschen, die sehr betagt sind.

    • CitizenK 8. Februar 2021, 13:21

      Auch hierzulande leiden Covid-Patienten im besten Alter nach überstandener Krankheit noch monatelang, sind nicht arbeitsfähig. Hinzu kommen auch hier psychische Spätfolgen. Aber offenbar zählen nur Tote.

      Auch Ärzte werden nicht gehört. „Es ist furchtbar, was dieses Virus in der Lunge anrichtet“, so der Chefarzt einer Heidelberger Fach-Uniklinik. Die sogenannte „Risikogruppe“ umfasst viel mehr Menschen als „Alte mit Vorerkrankungen“.

      • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 17:33

        In meinem direkten Umfeld hatten drei Personen, die zu den Risikogruppen zählen. Im schlimmsten Fall war es eine kurze Grippe.

        Ich kann das auch.

        • CitizenK 8. Februar 2021, 17:36

          Strohmänner aufbauen? Mir etwas entgegenhalten, was ich gar nicht bestritten habe?

          • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 17:44

            Was ist Ihre Schlussfolgerung daraus? Die schreiben Sie nicht. Was Sie schreiben, sind Worst-Case-Entwicklungen. Solche sind nicht zielführend, da alles zur Einordnung fehlt: Wie viele sind betroffen, wie hoch ist der Anteil völlig harmloser Verläufe etc?

            • CitizenK 8. Februar 2021, 18:40

              Ich verstehe meine Beiträge hier als Mosaiksteine für das ganze Bild. Was alle wissen, brauche ich nicht noch mal zu sagen: Viele werden gar nicht krank, einige haben leichte Verläufe, manche schwere. Wobei man einige Risikofaktoren kennt, aber bei Weitem nicht alle. Die Unkalkulierbarkeit ist das Problem, eine Risikoabschätzung kaum möglich. Hier gab es einen Ausbruch in einem Pflegeheim, nachdem nur eine Person ins Krankenhaus musste. Wie es anderswo aussieht, ist bekannt.

              Auch dass die Gesundheitsämter ertüchtigt werden müssen, dass die App ein Flop ist, die Schul-Kakophonie – alles bekannt, alles dringend zu reformieren. Kritik daran ist sehr berechtigt.

              Klar ist aber auch: Je mehr Kontakte, desto mehr Infektionen und desto mehr Erkrankungen und dadurch wiederum mehr schwere Verläufe. Die Intensivzahlen spiegeln die Inzidenzen. Deshalb fordern die Mediziner: die Zahlen müssen noch weiter runter, wir dürfen die erreichten Erfolge nicht verspielen.

              Um Ihre Autobahn-Analogie zu nehmen: Wenn nach Einführung von Beschränkungen von Grundrechten wie Gurtpflicht oder Tempolimits auf Baustellen die Opferzahlen des „Unfallgeschehens“ sinken – würden Sie dann auch schnell „Lockerungen“ verlangen?

              • popper 8. Februar 2021, 19:51

                Klar ist aber auch: Je mehr Kontakte, desto mehr Infektionen und desto mehr Erkrankungen und dadurch wiederum mehr schwere Verläufe. Die Intensivzahlen spiegeln die Inzidenzen. Deshalb fordern die Mediziner: die Zahlen müssen noch weiter runter, wir dürfen die erreichten Erfolge nicht verspielen.

                Kennst Du die tatsächlichen Infektionen und die daraus entstehenden Erkrankungen und Todesfälle. Dann bist Du der Einzigste. Du redest von Infektionszahlen, die auf ständig veränderten PCRs an ständig veränderten Bevölkerungsruppen beruhen. Und Du kennst nicht die erhebliche Dunkelziffer und nicht die tatsächliche Durchseuchung oder Grundimmunität gegen SARS-CoV-xy. Und bitte, jedes Mal, wenn die Zahlen fallen, weil das die natürliche Folge einer Erkältungssaison ist, heißt es: wir dürfen den Erfolg nicht verspielen. Welchen Erfolg? Das Präventionsparadox ist anhand dieser Quellen widerlegt: (https://ourworldindata.org/grapher/excess-mortality-raw-death-count?tab=chart&stackMode=absolute&country=~DEU&region=World
                https://ourworldindata.org/grapher/projected-population-by-country?tab=chart&stackMode=absolute&country=AUT~DEU~SWE~CHE&region=World
                https://nitter.nixnet.services/SHomburg/status/1357214446142300161#m)

              • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 20:32

                Auch dass die Gesundheitsämter ertüchtigt werden müssen, dass die App ein Flop ist, die Schul-Kakophonie – alles bekannt, alles dringend zu reformieren. Kritik daran ist sehr berechtigt.

                … und noch vieles mehr, dass wir nicht in jedem Kommentar aufarbeiten. Was ich mich halt nur frage (und mich wundere, dass ich damit immer noch so allein bin): Was funktioniert überhaupt, dass es rechtfertigt, diesen Staat zu verteidigen? Offensichtlich kann er nur Routine: Straftickets ausstellen, monatliche Transfers auszahlen.

                Daneben, und das ist eben bei Ihrer Argumentation so unangenehm: Sie arbeiten mit der moralischen Erpressung. Sie stellen jene, die die Dinge politisch anders aussehen, in den Senkel. Was sollte die Erwähnung von monatelangen Folgeschäden, wenn Sie selbst sagen, das wüssten wir ja und die Verläufe wären eben unterschiedlich? Wenn Sie das nicht zum Zwecke der moralischen Erpressung tun, warum dann?

                Ich halte die Autobahnanalgie für nicht besonders geeignet, zumindest nicht in Bezug auf die Pandemie. Sie wurde auch von Marc eingeführt. Denn dieses ist eine Analogie für ein auf Dauer angelegtes, regelbasiertes System. Anders herum ausgedrückt: wer mit den Regeln des Straßenverkehrs argumentiert, geht implizit davon aus, dass wir dauerhaft Masken tragen und Abstand halten müssen, um uns vor Viren zu schützen. Nur so passt dann auch Ihre Schlussfolgerung.

              • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 20:39

                Merken Sie eigentlich, dass Sie sich die Wortwahl der führenden Politiker zu eigen machen? „Wir dürfen die Erfolge nicht verspielen.“ So redet doch kein vernünftiger Mensch! So reden Politiker. Und es wäre eine neue Entwicklung, wenn wir politisch nicht mehr abwägen, sondern immer auf jene Gruppe gerade hören, wo wir die Fachexpertise vermuten. Ich gehe davon aus, dass Sie sich auch vehement gegen die Lockerung der Schuldenbremse stemmen?

              • Rauschi 9. Februar 2021, 12:11

                Wobei man einige Risikofaktoren kennt, aber bei Weitem nicht alle.
                Wie kommen Sie zu den Einschätzung? Wegen der seltenen Fälle bei relativ Gesunden, die auch in der Grippesaison sterben könnten? Doch, das hohe Alter, ab 80 zuzüglich Vorerkrankung und Aufenthalt in einem Pflegeheim das ist das Hauptrisiko. Da Sie aber nicht mal wissen wollen, wie das Virus dahin kommen kann, wollen Sie wohl auch niemanden schützen.
                It´s as easy as that.

                Die Unkalkulierbarkeit ist das Problem, eine Risikoabschätzung kaum möglich. Hier gab es einen Ausbruch in einem Pflegeheim, nachdem nur eine Person ins Krankenhaus musste.
                Was genau soll unkalkulierbar sein? Ich verrate Ihnen mal was : Das ganze Leben ist ständig unkalkulierbar, wir übergehen das aber im Alltag, weil es sonst unerträglich wäre.
                Risikoabwägung? Was wollen Sie denn gegen was abwägen? Können die Menschen das nicht mehr selbst machen? Wir behandeln alle wie kleine Kinder und die echten Kinder zur Belohnung noch besonders übel.
                Meine Tante liegt im Krankenhaus nach einem Schlaganfall, aber ich und Ihre Kinder dürfen Sie nicht besuchen, raten Sie man, warum. Absurd, dabei weiss man seit langem, das der Beistand von Angehörigen und Freunden die Genesung fördert, was also soll das?
                Wir würden uns auch testen lassen, das interessiert aber da niemanden, die haben die sturen Regeln, absurd.

                Die Intensivzahlen spiegeln die Inzidenzen. Deshalb fordern die Mediziner: die Zahlen müssen noch weiter runter, wir dürfen die erreichten Erfolge nicht verspielen.
                Nein, die Intensivzahlen spiegeln die Inzidenz der über 80 Jährigen, die steht neuerdings auch im Lagebericht, die war gestern bei 132.
                Die Zahlen fallen, was wollen Sie eigentlich?
                Sollten sich nur Menschen unter 50 „infizieren“ würde das auf der Intensivstation gar nicht bemerkt, weil die in der grossen Überzahl nicht schwer krank werden.
                Nichts anderes zeigen die Zahlen des RKI, bitte einfach nachlesen
                https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html
                Intensivsituation hier:
                https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen

  • CitizenK 8. Februar 2021, 13:07

    „Wer völlig erfolglos ist trotz drastischer Maßnahmen“

    So „erfolglos“, dass der VGH Mannheim soeben die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben hat, weil das Infektionsgeschehen im Land das nicht mehr rechtfertige.

    Was gleich anschließend die Frage aufwirft, wer eigentlich bestimmt: Gewählte Politiker oder nicht gewählte Richter.

    • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 13:16

      Artikel 28 Abs. 1 Satz 1 Grundgesetz:
      Die verfassungsmäßige Ordnung in den Ländern muß den Grundsätzen des republikanischen, demokratischen und sozialen Rechtsstaates im Sinne dieses Grundgesetzes entsprechen.

      Ups, dieses häßliche Wort: Die Bundesrepublik ist eine Rechtsstaat! Nix nur der Wähler bestimmt. Beantwortet das Ihre Frage?

      • CitizenK 8. Februar 2021, 13:37

        Wer bestimmt, was „verhältnismäßig“ ist, entscheidet letztendlich. Wie jenes Verwaltungsgericht in Sachsen, das durch Aufhebung des Verbots einer Demo den Weg mit bereitet hat das dortige massenhafte „Infektionsgeschehen“. Das Land gehört bis heute zu den dunkelsten Flecken auf der Landkarte.

        • Stefan Pietsch 8. Februar 2021, 16:55

          Die gesamte juristische Szene ist zumindest im Trend absolut einig. Die Maßnahmen sind entweder über den Grenzen der Verfassung hinaus oder haarscharf. Also im Extrembereich. Da ist nicht so wahnsinnig viel Interpretationsspielraum. Eindeutig ist, dass Grundrechtseinschränkungen nur sehr begrenzt und unter den Bedingungen, welche die Kanzlerin sich scheut sie zu erwähnen, zeitlich haltbar. Es gilt, was schon der Bundestagspräsident, ebenfalls Jurist, frühzeitig gesagt hat: das Recht auf Leben steht nicht über allen anderen Grundrechten. Wenn Sie das verstanden haben, verstehen Sie die Urteile. So lange Sie sich damit schwer tun, werden Sie die Urteile als willkürlich empfinden.

          Sachsen hat eine Grenze zu Tschechien und auch in Corona-Zeiten viel Transitverkehr mit dem Nachbarland. Tschechien hatte zeitweise sehr hohe Infektionswerte. Das ist der Grund, dass Sachsen sich lange an die Spitze der Bundesländer mit hohen Inzidenzwerten gesetzt hat, keine Demos. Heidelberg hat keine Grenze zu Tschechien?

          • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 08:14

            Das ist eine recht banale Feststellung. alle Entscheidungen über diese Maßnahmen, die Gerichte treffen, werden zwangsläufig Aufhebungen sein, weil der Erlass von Maßnahmen Sache der Politik ist. Wenig überraschend sind deswegen alle Gerichtsentscheidungen „negativ“.

            • CitizenK 9. Februar 2021, 08:31

              Stimmt es eigentlich, dass die USA „die Pharmaindustrie unter Kriegsrecht gestellt“ haben (Tagesspiegel)?

              • popper 9. Februar 2021, 09:19

                Ich antworte dir mit Augustinus: „Nimm das Recht weg,“ so schrieb er, „was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?“ Auf unsere Regierung und deren Spitze übertragen hieße das: Nimm die Grundrechte weg, definiere sie um in Privilegien und Freiheiten, die von Seiten der Obrigkeit zugeteilt werden können oder auch nicht – was ist dann ein Staat noch anderes als eine eher ineffektiv geleitete Räuberbande?

                • popper 9. Februar 2021, 09:22

                  Mein Kommentar sollte eine Replik darauf sein:
                  Gedankenexperiment: Das BVerfG macht sich poppers Sichtweise zu eigen und erklärt alle Pandemie-Maßnahmen der Regierung für unverhältnismäßig. Wäre das noch Juristerei oder doch Politik?

              • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 09:41

                Wäre mir neu. Das muss aber nicht heißen dass es falsch ist, hab es nur noch nicht gehört.

            • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 10:26

              Normalerweise sind Gesetze und Maßnahmen des Staates grundgesetzkonform. Angela Merkel hat sich dazu eine eigene Sicht über die kritische Haltung der Justiz zu eigen gemacht und in den Runden rausgehauen, dann müsse man halt noch mehr Maßnahmen beschließen.

              Auf dem Boden der Verfassung? Ich habe meine Zweifel.

              • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 11:49

                Gerichte heben immer wieder auf. Und man weiß nicht immer vorher, was am Ende als verfassungskonform gilt und was nicht. Ich hatte das seinerzeit in meiner Reihe zur Demokratie in Deutschland ausführlicher besprochen. Deine Argumentationslinie ist Populismus.

                • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 12:30

                  Doch, das kann man meist vorhersehen. Nenne mir ein höchstrichterliches Urteil, dass in den letzten 20 Jahren völlig überraschend gekommen wäre. Ich kenne keins.

          • CitizenK 11. Februar 2021, 17:28
            • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 20:56

              Jetzt haben Sie aber lange gesucht nur zur Gesichtswahrung. Schade. Ihre Behauptung war, in Sachsen hätten Demos sich als Spreader-Ereignisse herausgestellt. Berlin und Mannheim haben aber mit Sachsen nichts zu tun.

              Ich kann es noch hundertmal schreiben: Wenn Menschen zusammenkommen, gibt es ein Risiko, dass Viren übertragen werden. Das kann eine Grippe oder ein Schnupfen, HIV oder Covid-19 sein. Falls Sie darüber mit mir debattieren wollen – ich kenne noch ein paar offene Türen. Ich möchte da nur eins wissen: ist Ihre Schlussfolgerung, sämtliche menschlichen Begegnungen zu untersagen, denn so argumentieren Sie? Dann habe ich etwas für Sie: Ich habe heute meine Tochter, die in einer Apotheke mit vielen kranken Menschen in Kontakt kommt (möglicherweise auch Corona-Kranken), mehrmals heftig und eng umarmt. Ich meine, ich habe sie auch geküsst. Und dann habe ich noch einem älteren Unternehmer, den ich nicht näher kenne, die Hand geschüttelt. Und unter Beachtung der Abstandsregeln haben wir längere Zeit ohne Maske miteinander gesprochen. Welche Geldstrafe droht mir jetzt?

              Suchen Sie bitte die Punkte, wo wir echten Dissens haben und schlagen Sie mir nicht mit Trivialitäten.

              • CitizenK 11. Februar 2021, 21:16

                Die Meldung über die Studie kam erst jetzt. Ich musste also gar nicht suchen. Die Studie legt nahe, was ich (weiter oben) nur vermutet hatte.

                „Wenn Menschen zusammenkommen, gibt es ein Risiko, dass Viren übertragen werden“

                Wenn viele Menschen ohne Abstand und Masken zusammen in Bussen sitzen und dann dicht gedrängt durch eine Stadt ziehen, dann steigt das Risiko.

                Nehmt ihr eigentlich zur Kenntnis, was derzeit in Tschechien vor sich geht. Wollt ihr das hier auch?

                • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 21:30

                  Tschechien, Tschechien? Da war doch irgendetwas? Ist das eines der knapp 200 Länder, die in der WHO organisiert sind? Nee, nicht konkret. Ich bin mit den anderen 198 Ländern vollauf beschäftigt.

                • Rauschi 12. Februar 2021, 09:59

                  Die Meldung über die Studie kam erst jetzt. Ich musste also gar nicht suchen. Die Studie legt nahe, was ich (weiter oben) nur vermutet hatte.
                  Erstens ist es KEINE Studie, sondern eine Diskussionspaier und da werden wilde Korrekationen zu Kausalketten aufgebauscht, das einem schwindelig werden kann.
                  Ein absurdes Schmierentheater und eine Schande für jeden, der sich auf Wissenschaft berufne möchte.
                  Ich empfehle immer, die Primärquellen zu lesen, bei jeder Studie. War Ihnen das zu aufwendig?
                  Mal ne naive Frage, wenn diese Gefährder nicht im Bus gewesen wären, hätten die dann nicht schlicht einfach die Menschen in der Umgebung angesteckt, weil man sich ja angeblich nicht schützen kann? Warum ausgerechnet die Menschen im Bus infektiös sein sollten, bleibt das Geheimniss der Autoren.

                  Denn, es ging ja gar nicht um die Demo, sondern um die Busfahrten dahin. Lokale Demos sind also total ungefährlich.

    • cimourdain 8. Februar 2021, 18:51

      „Was gleich anschließend die Frage aufwirft, wer eigentlich bestimmt: Gewählte Politiker oder nicht gewählte Richter.“ In zwei Richtungen ein Irrtum:
      Es sind nicht die gewählten Politiker ( Bundes/Landtag, die Legislative), die Corona-Verordnungen bestimmen, sondern die Regierung bzw. die Ministerpräsidenten, also Politiker, die -böse gesagt- von den Parteispitzen ausgekungelt wurden.
      Und selbstverständlich gehört die Normenkontrolle zur Aufgabe der Judikative. Bei ‚echten‘ Gesetzen übernimmt das das Verfassungsgericht, bei Verordnungen (s.o.) obliegt das sachlich dem Verwaltungsgericht. Diese Art der Gewaltenteilung ist genau einer der wichtigen Unterschiede zur DDR.

      • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 06:42

        Die Rgierungspolitiker*innen wurden auch gewählt.

        • CitizenK 9. Februar 2021, 08:35

          Gedankenexperiment: Das BVerfG macht sich poppers Sichtweise zu eigen und erklärt alle Pandemie-Maßnahmen der Regierung für unverhältnismäßig. Wäre das noch Juristerei oder doch Politik?

          • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 09:42

            Wenn das BVerfG der Überzeugung ist, die Pandemie stelle keine oder nur eine geringe Gefahr dar, müssten sie die Maßnahmen als unverhältnismäßig verwerfen. Glücklicherweise ist popper aber kein Verfassungsrichter.

            • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 10:24

              Das ist nicht die Richtschnur des Bundesverfassungsgerichts. Die Richtschnur ist, ob Grundrechtseinschränkungen geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sind. Hier steht die Politik im Obligo, dies endlich nachzuweisen. Doch stattdessen begibt man sich in Berlin inzwischen auf Vorratshaltung von Begründungen, Grundrechtseinschränkungen dauerhaft zu erhalten. Das Stichwort dazu lautet: Vorsorge. Aus Vorsorge sind die Maßnahmen erforderlich, um eben erst keine Verbreitung von Infektionen zuzulassen, nicht, diese zurückzudrängen.

              Das ist die Umkehrung unserer freiheitlichen Grundordnung, wie wir sie bisher kannten.

            • Rauschi 9. Februar 2021, 10:48

              [Aber statt die Anforderungen etwa an den Nachweis von Tatsachen und Begründungen für die Wirksamkeit von Maßnahmen zu erhöhen, wird ganz im Gegenteil derzeit erwartet, dass sich das Publikum an eine „Im-Zweifel-für-die-Sicherheit“-Begründung gewöhnen soll. Der Begriff der Vorsorge kehrt die Beweislast um. Man sollte ehrlich sein: Freiheit, die ihre Ungefährlichkeit beweisen muss, ist abgeschafft. ]
              https://verfassungsblog.de/verfassungsbruch-schlimmer-ein-fehler/

          • Rauschi 9. Februar 2021, 10:45

            Ist ein Urteil, das die Gesetze der Politik zum Gegenstand hat, nicht immer politisch?
            Egal, wie es ausfällt?

          • Dennis 9. Februar 2021, 10:48

            @ Citizen

            Die beiden Sphären überschneiden sich doch eh. Nur Naive oder solche, die sich absichtlich dumm stellen, trennen J und P kategorisch. Die eigenen politischen Vorstellungen sind dann offiziell nicht politisch sondern „sachlich“. Richter*innen werden natürlich auch gewählt oder jedenfalls ausgewählt, von entsprechenden Ausschüssen oder direkt vom Bundestag/Bundesrat beim BVergG , was ja grundsätzlich gar nicht anders geht, solange sie nicht von den Göttern oder den Göttinnen ernannt werden. Dabei müsse man streng sachbezogen und qualifikations-orientiert vorgehen, hört man häufig, was so viel heißt wie: meinen politischen Vorstellungen gemäß. So ist das Leben.

            Das genannte Gericht hat übrigen die weitaus meisten corona-bezogenen Eilanträge abgelehnt. Die Hauptsache-Sachen kommen wohl noch, soweit das anhängig bleibt. Da warten wir mal in Ruhe ab, gähn. So lange kann jeder mit den Quatschbegriff „verfassungswidrig“ nach Belieben rumschmeißen, gähn.

            • CitizenK 9. Februar 2021, 12:01

              „Nur Naive oder solche, die sich absichtlich dumm stellen, trennen J und P kategorisch“

              Darauf wollte ich hinaus. Die gleichen Leute, die vorher die „Herrschaft der Virologen“ beklagten, bejubeln jetzt die Herrschaft der Juristen. Weil, die können Maßnahmen gegen eine Pandemie viel besser beurteilen als Wissenschaftler. Juristen können alles.
              Aktuell: Der VGH Mannheim erlaubt regionale Ausgangssperren also nach Landkreisen. Mein nächster Landkreis ist genau einen Kilometer/einen Straßenbahn-Stop weiter. Dort herrschen dann ganz andere Bedingungen?

              • Rauschi 9. Februar 2021, 12:16

                Weil, die können Maßnahmen gegen eine Pandemie viel besser beurteilen als Wissenschaftler.
                Ich will doch schwer hoffen, das Juristen die Rechtmässigkeit eines Gesetzes besser beurteilen können als Mediziner.
                Nur darum geht es, denn Belege für die Wirksamkeit fehlen immer noch, nur am Rande bemerkt.

              • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 12:43

                Die gleichen Leute, die vorher die „Herrschaft der Virologen“ beklagten, bejubeln jetzt die Herrschaft der Juristen.

                Ich finde es befremdlich, wenn Lehrern die verfassungsrechtliche Ordnung des Staates, der sie geschworen haben zu dienen, so wenig am Herzen liegt.

                Zur Auffrischung: Deutschland hat im Grundgesetz die Gewaltenteilung hinterlegt. Diese besagt, dass die Aufgaben der Administration, der Verfassung von Gesetzen und die Überprüfung von Gesetzen und ihrer Durchführung zwischen den Gewalten Exekutive (Bundesregierung), Parlament (Deutscher Bundestag) und Judikative (Verfassungsgerichte und oberste Gerichte des Landes) aufgeteilt werden.

                Seit Monaten maßt sich die Politik an, alles in einer Person zu sein. Der Bundestag wie die Landesparlamente werden bei der Verfügung weitreichender Grundrechtseinschränkungen nicht gefragt und empfinden sich selbst als störend. Gerichtsurteile, wenn sie denn ergehen, werden von der Politik mit Missmut begleitet und von entsprechenden Kommentatoren (siehe Ihren) als unangemessen zurückgewiesen. Ist zwar alles nicht im Sinne und den Buchstaben der Verfassung, aber (angeblich) für eine gute Sache.

                Bleibt noch die Frage: wo sind eigentlich Virologen als Teil der Verfassung erwähnt?

                • CitizenK 9. Februar 2021, 13:41

                  Sie können ganz beruhigt sein: Unsere verfassungsmäßige Ordnung liegt mir sehr am Herzen.

                  Ich habe allerdings als junger Politologe gelernt, hinter formalen Strukturen die informellen, oft wirksameren zu sehen. Sie müssten das aus Unternehmen doch eigentlich kennen? Juristen haben da ein Handicap, eine déformation professionelle. Ich habe das wiederholt am Künast-Urteil illustriert. Durch juristische Interpreationskünste wird der Sinn eines Gesetzes (die verfassungsmäßige Ordnung!) ins Gegenteil verkehrt.

                  • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 13:59

                    Dann erklären Sie mir bitte die Gleichsetzung von Virologen mit Juristen.

                    Für unser Staatswesen sind allein die formellen Strukturen relevant. Die Informellen dürfen niemals die Formellen unterlaufen. Genau das aber tut Merkel seit Jahren.

                    Das Künast–Urteil erging von einem Amtsgericht oder Oberlandesgericht. Niemand bestreitet, dass auch Juristen Fehler begehen. Aber ich sprach explizit von höchstrichterlichen Urteilen. Ich hatte in den vergangenen 20 Jahren kein anders, je ein höchstrichterliches Urteil zu kritisieren.

                    • CitizenK 9. Februar 2021, 16:52

                      Politiker sind in medizinischen Fragen auf Fachleute angewiesen, genau so wie Richter sich auf Gutachten stützen. Es gibt immer wieder krasse Fehlurteile aufgrund falscher Gutachten).

                      „Herrschaft der Virologen“ war ein populistisches Gerede. Hätten die Politiker aus dem Bauch heraus entscheiden sollen? Der Vorwurf der einseitigen Auswahl der Berater mag berechtigt sein. Aber was hätte eine Besetzung mit gegensätzlichen Beratern gebracht? Eine Talkshow-Runde, in der sie sich gegenseitig blockieren.

                      Formell kontrolliert das Parlament die Regierung. Das ist Schulwissen aus dem Gemeinschaftskundebuch. Das stimmt schon wegen der Partei-Zusammensetzung nur sehr begrenzt. Abgeordnete der Regierungspartei haben nur ein begrenztes Interesse an einer wirklichen Kontrolle. Hinzu kommt der Informationsvorsprung der Exekutive. Das kann man schon in den „Informationen zur politischen Bildung“ nachlesen. Dazu braucht es kein Studium.

                      Im Unternehmen grosso modo vergleichbar mit dem Verhältnis Vorstand und Aufsichtsrat, der lt. Gesetz „den Vorstand kontrolliert“, das aber auch nur begrenzt kann. Stichworte Kooption und gegenseitige Verflechtung. Das wissen Sie sicher viel besser als ich.

                      Inwiefern hat Merkel formelle Strukturen unterlaufen?

                    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 17:11

                      Ethische Fragen fallen in die Kernkompetenz der Politik. Sie lassen sich nicht delegieren, auch nicht an ein Gremium von Ethikern. Und wie Sie selbst oft geschrieben haben, ist das Grundgesetz selbst eine moralische Anleitung. Wenn das so ist und Ihre Worte gelten, dann sind eben im Zweifel Verfassungsrechtler zu fragen, was das Grundgesetz meint.

                      Berater sind Berater und keine Entscheider. Wenn Berater zu Entscheidern werden, sind die Rollen vertauscht. Leider exkulpieren sich viele Menschen so aus ihrer Verantwortung, auch Politiker. Auch ich frage Experten, aber entscheiden muss ich immer noch selbst. Berater neigen zudem dazu, sich nach allen Seiten abzusichern, denn auch sie wollen nicht wirklich entscheiden.

                      Und ja, die Politik ist verpflichtet (zum Beispiel in den Sachverständigenräten) unterschiedliche Fachansichten zu hören. Wenn Ihnen das neu erscheint – herzlich willkommen in unserer Verfassungswirklichkeit! Ein einseitiger Beraterkreis führt zum Tunnelblick, man befeuert sich gegenseitig statt eben dem zum folgen, was Aufgabe der Einholung von Expertise ist: einen Gesamtüberlick zu gewinnen.

                      Die Verfassungsrichter haben mehrfach – gerade in den letzten Jahren ihrer Kanzlerschaft – angemerkt, dass der Deutsche Bundestag bei Fragen nationaler Bedeutung beraten muss. Das ist weder in der Flüchtlingskrise noch während Corona wie vorgesehen geschehen. Dieses komische Gremium zwischen Bundesregierung und Ministerpräsidenten ist von der Verfassung nicht vorgesehen. Dort werden Entscheidungen getroffen, die eigentlich den Parlamenten vorbehalten sind. Auch Merkels Küchenkabinett aus wenigen Wissenschaftlern ist von der Verfassung nicht vorgesehen. Dieses hat aber entscheidenden Einfluss auf die Einschränkung von Verfassungsrechten. Merkel schafft an den Institutionen vorbei Gremien, die verfassungsrechtlich und demokratisch nicht legitimiert sind und räumt ihnen de facto grundgesetzliche Befugnisse ein.

                    • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 18:12

                      Es ist fruchtlos, weil das vorgeschoben ist. Stefan mag die Corona-Politik der Regierung nicht, deswegen fährt er auf, was er kann. Expertenherrschaft und durch das BverfG aufgehobene Gesetze waren ja noch nie ein Problem, wo es um Schuldengrenze oder Hartz-IV ging.

                    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 18:18

                      Wo?

                      Ich sagte heute, dass ich in den vergangenen 20 Jahren kein Problem mit irgendeinem höchstrichterlichen Urteil hatte. Dazu gehörten auch Entscheidungen zu Hartz-IV. Zur Schuldenobergrenze fällt mir ad hoc keins ein. Erzähl‘ nicht immer so einen Mist, wie einseitig ich die Dinge betrachten würde. Ist eine herzliche Bitte.

        • cimourdain 9. Februar 2021, 18:28

          Formaler Punkt für dich, aber es ist halt eine Akklamationswahl ohne Gegenkandidaten in einem Gremium (Parlament) mit gesicherten Mehrheiten.

          • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 20:07

            So what? Die Mehrheiten entspringen ja der Wahl. Diese Argumentation ist Unfug, so funktioniert Demokratie.

  • popper 8. Februar 2021, 14:25

    Wie jenes Verwaltungsgericht in Sachsen, das durch Aufhebung des Verbots einer Demo den Weg mit bereitet hat das dortige massenhafte „Infektionsgeschehen“.

    Also bitte, Marc, Sie kommen doch damit über eine schiere Behauptung nicht hinaus. Bei dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz geht es letztlich darum, dass staatliche Gewalt gegenüber den Bürgern schonend und nur bei wirklicher Dringlichkeit angewandt werden soll. Grob gesehen besteht die Prüfung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes aus vier Punkten. Danach ist eine staatliche Maßnahme verhältnismäßig, wenn sie:
    1. einen legitimen Zweck hat
    2. geeignet ist
    3. erforderlich ist
    4. angemessen ist.
    Z.B. bei der Legitimität des Zwecks ist eher Aufmerksamkeit geboten. Hier ist zu unterscheiden zwischen der Verwaltung, der Rechtsprechung und der Gesetzgebung. Die beiden Erstgenannten sind bei der Legitimität des Zwecks an das Gesetz gebunden. Die Gesetzgebung hingegen kann auch Ziele/Zwecke verfolgen, welche nicht ausdrücklich in der Verfassung erwähnt werden.

    Oder ist die Welt für Sie inzwischen auf einen derartig windigen Erklärungsmodus zusammengeschnurrt. Gerichte orientieren sich an den Prinzipien des Rechtsstaates. Wenn eine verbotene Demo aufgehoben wurde, die das Infektionsgeschehen negativ beeinflusst, dann ist das Gericht dafür nicht verantwortlich zu machen. Im Übrigen muss bei dem Begriff Infektionsgeschehen beachtet werden, dass allein bei positiv Getesteten keine Infektion vorliegt, zumal wenn sie darüber hinaus keinerlei Krankheitssymptome haben.

  • popper 8. Februar 2021, 15:02

    Eilmeldung:

    Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hat die nächtliche Ausgangssperre in BW ab dem 11.02.2021 außer Kraft gesetzt…

    • Marc 8. Februar 2021, 17:42

      Die Mannheimer Verwaltungsrichter wiesen die Argumentation der Landesregierung zurück, dass eine „verfrühte“ Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen die Gefahr eines erneuten exponentiellen Wachstums des Infektionsgeschehens berge. Diese Darstellung sei zu pauschal und undifferenziert.
      Zudem müsse die Landesregierung prüfen, ob diese Ausgangsbeschränkungen landesweit angeordnet werden müssten oder ob differenziertere, am regionalen Infektionsgeschehen orientierte Regelungen in Betracht kämen. Den gesetzlichen Anforderungen habe das Land zuletzt – anders als Ende Dezember und Mitte Januar, als Eilanträge erfolglos blieben – nicht mehr entsprochen.

      Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/gericht-hebt-ausgangssperre-auf-100.html

      D.h. Die Ausgangssperre war Ende Dezember und Mitte Januar verhältnismäßig. Jetzt, nachdem die Infektionszahlen erfolgreich durch den Lockdown gesenkt wurden, sind sie es nicht mehr. Regional können sie weiterhin verhältnismäßig sein. Ergo: Die bisherige Politik war rechtens, aber durch den Erfolg wurde sie zu restriktiv und muss angepasst werden. Der Rechtsstaat funktioniert.

      • popper 8. Februar 2021, 19:28

        Jetzt, nachdem die Infektionszahlen erfolgreich durch den Lockdown gesenkt wurden, sind sie es nicht mehr. Regional können sie weiterhin verhältnismäßig sein

        Das ist Ihre Interpretation, nicht Urteilsbegründung des Gerichts. Die Landesregierung wollte ja weiter an der Ausgangssperre festhalten, was zeigt, dass sie eine Überprüfung der Verhältnismäßigkeit gar nicht in Erwägung ziehen wollte.

      • Rauschi 10. Februar 2021, 14:13

        D.h. Die Ausgangssperre war Ende Dezember und Mitte Januar verhältnismäßig. Jetzt, nachdem die Infektionszahlen erfolgreich durch den Lockdown gesenkt wurden, sind sie es nicht mehr.

        Nein, wieso sollte das so sein, ich habe extra nachgesehen und einen Vergleich mt Bundesländern ohne Ausgangssperre gemacht, da zeigt sich keinerlei Unterschied:
        NRW 12.01: 7 Tagesinzidenz: 149
        BW 12.01: 7 Tagesinzidenz: 139
        Sachsen 12.01: 7 Tagesinzidenz: 342
        Aktuell
        NRW 09.02: 7 Tagesinzidenz: 67
        BW 09.02: 7 Tagesinzidenz: 60
        Sachsen 09.02: 7 Tagesinzidenz: 91
        Nachzulesen hier:
        https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html

        Tja, ich würde vorschlagen, wir nehmen uns Sachsen zum Vorbild, die Zahlen beweisen doch, das die was richtig machen, oder?
        Weil dort die Ausgangssperre erst ab 22 Uhr gilt, nicht wie BW, ab 20 Uhr? Alles total irre, keine Sau weiss, was wie und warum wirkt, aber alle machen mit.

    • Rauschi 10. Februar 2021, 13:19

      Und die Landesregierung zeigt dem Gericht einfach den Stinkefinger und erlässt neue Regeln, wegen Karneval, der aber überall abgesagt wurde?
      [Das Land Baden-Württemberg will von diesem Donnerstag an nächtliche Ausgangsbeschränkungen für regionale Corona-Hotspots erlassen. Nachdem der Verwaltungsgerichtshof die landesweite Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr kassiert hatte, soll es nun nahtlos Beschränkungen in Stadt- und Landkreisen geben, die über dem Schwellenwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche liegen. Das Gesundheitsministerium hat eine entsprechende Vorlage in die Abstimmung mit den anderen Ressorts gegeben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen in Stuttgart…
      Hintergrund für das Tempo ist auch, dass man über Fastnacht keine Lücke bei den Ausgangsbeschränkungen lassen möchte. Nach Zahlen des Landesgesundheitsamts vom Montag liegen mittlerweile 18 der 44 Stadt- und Landkreise bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz unter 50. Erstmals seit dem 10. Oktober unterschritt auch die Landeshauptstadt Stuttgart wieder diese Schwelle.] https://www.badische-zeitung.de/land-plant-ausgangsbeschraenkungen-fuer-hotspot-kreise-ab-donnerstag

      Ein echtes Vorbild in der Umsetzung von Gerichtsurteilen, davon sollte der Bürger sich aber mal mindestens 2 Scheiben abschneiden.
      😛
      0,05 % der Bevölkerung in 7 Tagen positiv getest, von denen 90% nicht mehr als eine Erkältung haben, doch da erscheint mir die Wegsperrung echt angemessen.

      • CitizenK 10. Februar 2021, 16:23

        Gestern hat der Landkreis mit der höchsten und der mit der niedrigsten Inzidenz getauscht. An einem Tag. So schnell kann es gehen.

        • Rauschi 10. Februar 2021, 16:39

          So so, und was sagt uns das?
          Das die Willkür fröhlich Urstände feiert?
          Das die Verzögerungen in den Meldeketten unterschiedlich sind?
          Ein Mix aus Allem?
          Keine Ahnung, meine Glaskugel gibt auf.

  • CitizenK 9. Februar 2021, 10:02

    Null ist unrealistisch. Ich gebe aber zu bedenken, dass wir das Ziel auch bei den Verkehrstoten anstreben. Obwohl wir wissen, dass es wohl nicht zu erreichen ist.

    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 10:20

      Wir haben kein Ziel bei Verkehrstoten. Wir haben erst Recht kein Ziel bei Verkehrsunfällen (vergleichbar mit Infektionsfällen). Wir haben nicht mal Maßgaben, die Werkzeuge der Mobilität so sicher zu machen, wie es der Stand der Technik gerade erlaubt. Das lassen wir die Bürger („Markt“) zu einem weitreichenden Maße selbst bestimmen.

      Was Sie als unrealistisch bewerten, berät aktuell die Bundesregierung. Zero Covid, das ist im Grunde die neue, noch nicht öffentliche Strategie.

      • Marc 9. Februar 2021, 10:32

        Stimmt, Tempolimits sollen nur die Haltbarkeit der kostbaren Verbrennermotoren verlängern.

        • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 10:53

          Warum gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung für Züge auf Bahngleisen?

          Jedes System mit sehr vielen Elementen benötigt strenge Regeln, damit die Elemente zusammenwirken können und das System überhaupt funktioniert. Es gilt das Wort meines Fahrlehrers bei der Bundeswehr auf einen vorlauten Wehrpflichtigen. Dieser behauptete, er könne innerorts ein Auto auch mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h beherrschen. Nein, das könne er nicht, war die Erwiderung des Fahrlehrers, weshalb eben ein Tempolimit gelte.

          Die Bahn darf auch 300 km/h fahren, wenn der Zug beherrschbar bleibt. Und ein Auto darf in einer Spielstraße nicht einmal 30 km/h fahren, weil es eben selbst dann nicht beherrschbar durch den Fahrer ist. Mit der Zahl der Unfälle oder gar Verkehrstoten hat das nichts zu tun. Auch mit Schritttempo lässt sich ein Kind überfahren, believe me!

          • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 11:50

            Warum gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung für Züge auf Bahngleisen?

            Die gibt es…?

            • CitizenK 9. Februar 2021, 11:56

              Sicher gibt es die. Wird festgelegt von Experten aufgrund von Bauweise/Zustand der Fahrzeuge, der Gleise und der Signal- Anlagen. Die Grenze liegt dort, wo es gefährlich wird. Wie es bei Autobahnen auch sein sollte.

            • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 12:29

              Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht, ebensowenig wie auf Teilen des regionalen Schienennetzes. Andernorts gibt es sie, allerdings aus den gleichen Gründen wie bei Straßen: Beherrschbarkeit.

              Die meisten Länder erlauben nicht mal auf Autobahnen freie Fahrt, aber nicht, um damit die Zahl der Verkehrstoten gering zu halten. Ob jemand mit 100 oder oder 150 gegen eine Betonwand knallt, bleibt im Ergebnis das Gleiche.

      • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 11:48

        Selbstverständlich haben wir das. Das Ziel ist null. Dass wir es nicht erreichen ist klar, aber das ändert ja wenig daran, dass das Ziel aller Verkehrssicherheitsmaßnahmen die Bewegung auf die null hin ist.

        • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 12:37

          Seit über 50 Jahren sind Verkehrstote ein politisches Thema. Wo ist das Ziel in den Jahren kodifiziert worden? Was tut der Staat, um das Ziel durchzusetzen? Und warum erlaubt der Gesetzgeber den Erwerb von Fahrzeugen, die in Crashtests durchfallen?

          Haben wir auch das Ziel Null Morde? Warum legen wir dann so viel mehr Wert, Gesetze zu schaffen, welche die Taten bestrafen, nicht aber, sie zu verhindern?

          Als junger Prüfer habe ich eins früh gelernt: Kontrollen sind nicht dazu da, kriminelle Handlungen zu verhindern. Das ist nicht möglich und daher kein geeignetes Ziel. Das Ziel ist, das Entdeckungsrisiko so zu gestalten, dass kriminelle Handlungen bei gewisser Sorgfalt nach gewisser Zeit auffallen.

          • Marc 9. Februar 2021, 13:05

            Das Ziel ist immer die Null – Verkehrstote, Morde, etc., aber es ist Konsens, dass sie niemals erreicht wird. Exakt so ist das auch bei der ZeroCovid-Strategie. Das Ziel kann niemals dauerhaft erreicht werden. Das nennt man Realitätsschock. Wenn sie keinen verspüren, sind sie noch nicht dort angekommen.

            • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 13:18

              Für das Ziel tut man etwas (alles). Das wäre bei einer Covid Null-Strategie so (weshalb sie einige ja befürworten, wegen der Maßnahmen), das ist aber weder im Straßenverkehr noch bei Morden so. Sie stellen ja auch nur eine Behauptung auf, führen aber nicht Beweis.

              • Marc 9. Februar 2021, 14:02

                Was soll bewiesen werden? Wovon sprechen sie? Dann beweisen sie, dass es bei einer Inzidenz von 50 und einer vollständigen Aufhebung des Lockdowns keine weiteren Covid-19 Toten gibt. Wo ist dieser „Beweis“?

                • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 14:26

                  Diesen Beweis muss ich verfassungsrechtlich nicht führen. Er ist albern.

                  Sie sollten ein Beleg dafür anführen, dass das Ziel des Staates null Verkehrstote ist.

                  • Marc 9. Februar 2021, 17:42

                    „Vision Zero“ – Null Verkehrstote bis 2050

                    Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht das Programm „Vision Zero“. Ziel ist, die Zahl der Verkehrstoten durch Änderungen in der Infrastruktur auf null zu senken. Die Hochschule Ingolstadt forscht dafür an neuen Assistenzsystemen.

                    https://www.br.de/nachrichten/bayern/vision-zero-null-verkehrstote-bis-2050,RppaXEI

                    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 17:52

                      Das ist absolut neu. 50 Jahre Debatte über Verkehrstote und mit der Einführung einer neuen Technologie formuliert man eine Vision. Zugegeben, das ist ein Ziel von Null. Aber es ist nicht Ihre eigentliche Behauptung, die sowohl in der Zeit als auch bereichsübergreifend behauptete, bei Verkehrtoten wie Morden sei das Ziel immer Null Todesfälle. Ursprünglich hatten Sie noch weiter formuliert, denn Zero Covid will nicht nur jeden Todesfall vermeiden, sondern auch jede Infektion. Das entspräche einer Welt ohne Verkehrsunfällen und ohne Mordversuche oder sogar generell ohne Straftaten.

                      Solche Ziele, hoffentlich können wir uns darauf einigen, gibt es nicht.

                    • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 18:15

                      Weird, dass Taiwan, Neuseeland etc. mit einer ZeroCovid Politik gut gefahren sind. Scheint doch zu gehen.

                    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 18:20

                      Taiwan hatte meiner Erinnerung nach mit einer anderen Strategie durchschlagenden Erfolg – irgendwas mit Apps und Datenschutz. Irgendetwas, was ihr vehement ablehnt.

                    • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 20:05

                      Ja, du liegst du tatsächlich falsch.

                    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 20:20

                      Irgendwie ist das dann doch anders als Du sagst:

                      Seit April gab es keine inländischen Infektionen mehr, sondern nur noch von außen mitgebrachte Fälle. Die ganze Zeit waren keine Lockdowns nötig, und abgesehen vom häufigeren Maskentragen ging das Leben für die meisten völlig normal weiter. Nur ganz wenige andere Länder – etwa Vietnam, Neuseeland und Südkorea – konnten die Kurve ähnlich flach halten. (..)

                      Ebenso wie Kontaktpersonen von Infizierten muss jeder Einreisende in Quarantäne, meist für 14 Tage. Damit man keinen Fuß vor die Tür setzt, wird das Mobiltelefon während dieser Zeit überwacht – ohne App oder GPS, sondern per Funkzellenortung. Entfernt es sich zu weit vom Fleck, wird es abgeschaltet oder beantwortet man einen täglichen Kontrollanruf nicht, klopft jemand an die Tür.

                    • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 21:42

                      Die haben im März einmal richtig dicht gemacht und danach nachverfolgt. Wir haben im März nicht richtig dicht gemacht und praktisch nicht nachverfolgt. Und ich bin der erste, der den deutschen Datenschutz kritisiert. Und dass wir über den Sommer alles weggeschmissen haben, was der „Lockdown“ im Frühjahr erreicht hat, hab ich hier auch schon öfter gesagt.

                    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 22:16

                      Was verstehst Du genau unter „richtig dichtgemacht“? Warum haben wir nicht nachverfolgt? Weil in den Ämtern Pfeifen sitzen?

                      Tolle Strategie: Lockdown forever!

                    • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 07:29

                      Nein. Lockdown einmal richtig statt den Forever-Lockdown mit riesigen Flurschäden überall. Das wäre meine bevorzugte Variante.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 09:21

                      Nun schreibe ich zum dritten Mal: Welche Maßnahmen hast Du konkret im Frühjahr vermisst?

                • popper 9. Februar 2021, 15:27

                  @Marc 9. Februar 2021, 14:02

                  Gilt hier die Beweislastumkehr? Sie sind in der Beweispflicht, dass die sogenannten Covid-19-Toten tatsächlich daran gestorben sind. Denn selbst das RKI lässt das nicht untersuchen und deklariert nur. Die WHO widerspricht dieser Verfahrensweise. Auch diese alles bestimmende Inzidenz besteht aus falsch positiv Getesteten, keine Kranken. Da ist bereits der Begriff falsch. Was es fortlaufend gibt sind Tote, täglich zwischen 2.600 und 3.200. Die hat man dann schon mal, jetzt müssen nur 1,5 Mio. Symptomlose getestet werden und schon hat man bei einer Fehlerquote von 1,4% (INSTANT-Ringversuch) 21.000 falsch Positive. Die reichen allemal aus, um moralisch gegenüber denen aufzutrumpfen, die eine Reaktionsweise (Lockdown) aus dem 16. Jahrhundert, welches damals schon nicht funktioniert hat, die Verbreitung einer echten Erkrankung (Pest) aufzuhalten, für pseudowissenschaftlichen Unsinn halten.

  • Rauschi 9. Februar 2021, 10:42

    Zuerst einmal muss ich vorweg schicken, das ich zwar immer die Politik der Regierung kritisiert habe, aber einen anderen Blick als den hier präsentierten speziell auf Frau Merkel doch wohl mehr als angebracht finde.

    Was das mit der Pfarrerstochter oder „gelernter DDR Bürgerin“ zu tun haben soll, weiss ich nicht.
    Ich weiss nicht mal, ob sich alle Kinder von Pfarrern gleich entwickeln, halte das aber eigentlich für eine eher absurde Annahme. Was sind denn dann die „gelernten BRD Bürger“ für ein Menschenschlag? Alle gleich? Man kann aus Ihren Zuschreibungen nur eines ablesen, Ihren Abscheu gegen die Person, nicht mehr.

    Merkel muss weg? So einfach wäre die Sache? Wirklich? Weil alle nach deren Pfeife tanzen, obwohl wir doch in der besten aller Demokratien leben? Scheint ja nicht so ganz schlüssig zu sein, Ihr Ansatz.

    Aber mal zum „echten“ Inhalt
    Das marktwirtschaftliche System hat sich als besonders leistungsfähig erwiesen, in dem binnen Jahresfrist ein Impfstoff entwickelt wurde.
    In welchem System wurden bislang Impfstoffe entwickelt? Planwirtschaft, oder wie? Nicht nur das ist ein Trugschluss, denn Sie widersprechen Sich ja auch noch:
    Dass es in einer solchen Situation durchaus angemessen sein kann, wenn sich Staat und Unternehmen das Risiko einer schnellen Verimpfung teilen, dafür fehlt weitgehend das Verständnis.
    Der Staat, also diese Behörden, die gar kein Geld haben, die teilen sich das Risiko mit den ansonsten total selbstlosen Unternehmen? Woher ist das, kennen Sie im Gegensatz zu allen anderen die Verträge, oder worauf beruht diese Einschätzung? Das ist in allen Fällen eine bedingte Zulassung, da keines der Mittel schon die 3te Phase der Studien abgeschlossen hat.
    Im Übrigen trägt nicht der Staat da ein Risiko, sondern die Menschen, die geimpft werden, die tragen das. Die sind Teil einer Zulassungsstudie.

    Der Ethikrat erklärt nun im Auftrag der Kanzlerin, warum für Geimpfte keine Sonderregeln gelten könne. Der Solidaritätsgedanke hat auch Wissenschaftler, die keine Echten sind, infiziert.

    Der Hauptgrund für den Ethiklrat war allerdings, das es keine medizinishce Begründung dafür gibt, denn es gibt keinen Beleg für eine sterile Immunität. Nicht mal die Menschen, die zu den „Genesenen“ zählen, bekommen die zurück, obwohl es bei denen ja medizinisch sehr sicher ist, das die es nicht weiter geben können, denn die Immunantwort hat ja dafür gesorgt, dass das Virus nicht überlebt hat.

    Es sind auch keine Sonderregeln, sondern schlicht die Grundrechte, die man zurück möchte. Die waren und sind nicht an einen medizinischen Befund gekoppelt.

    Doch eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften würde selbst der Mehrheit, die bisher wie ein Fels hinter der Berliner Politik steht, das Versagen auf allen Ebenen vor Augen führen. Spätestens dann stellt sich die Frage nach Schuldigen und der Verantwortung. So will die fehlerfreie Kanzlerin ihre Amtszeit nicht beenden.

    Wer bislang das Versagen nicht bemerkt hat, dem wird auch das nichts zeigen.
    Wer mit dem Finger auf rodelnde Familien zeigt und die zu Covidioten erklärt, der hat sowieso jedes Mass und jede Mitte verloren.

    Wer die Massnahmen immer noch rechtfertigt, der will nicht sehen, das eine Regierung nicht zum besten der Menschen handeln kann, denn dann könnte man es nicht begründen, wie es sein kannn, das Die Regierung es schafft, die Kollarteralschäden einfach weg zu ignorieren.

    Hier mal ein Auszug aus der Kinderrechtskonvention (ein völkerrechtlich bindender Vertrag, dem Deutschland beigetreten ist), der gerade mit Füssen getreten wird:
    [Artikel 3: Wohl des Kindes
    (1) Bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleich viel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.
    (2) Die Vertragsstaaten verpflichten sich, dem Kind unter Berücksichtigung der Rechte und Pflichten seiner Eltern, seines Vormunds oder anderer für das Kind gesetzlich verantwortlicher Personen den Schutz und die Fürsorge zu gewährleisten, die zu seinem Wohlergehen notwendig sind; zu diesem Zweck treffen sie alle geeigneten Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen.
    (3) Die Vertragsstaaten stellen sicher, dass die für die Fürsorge für das Kind oder dessen Schutz verantwortlichen Institutionen, Dienste und Einrichtungen den von den zuständigen Behörden festgelegten Normen entsprechen, insbesondere im Bereich der Sicherheit und der Gesundheit sowie hinsichtlich der Zahl und der fachlichen Eignung des Personals und des Bestehens einer ausreichenden Aufsicht.]
    https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention

    Aber was soll´s, Hauptsache, wir fühlen uns mit Lappen (oder auch Alltagsmaske) vor dem Mund als Menschenretter, was spielt das Wohl der Kinder da schon für eine Rolle?

    Das aber aus der Richtung, die vorher nicht das geringste Interesse am Wohl der Risikogruppen gezeigt hat, sei es bei den Zuständen in den Alten- und Pflegeheimen (das war bei der letzen Bundestagswahl ein Thema, kann sich jemand an die gebrochenen versprechen der Kanzlerin erinnern?) oder Altersarmut? Da war pausenlos von Generationengerechtigkeit die Rede und das die Alten auf Kosten der Jungen leben würde etc.

    Den dafür verantwortlichen Politikern soll ich auch nur eine Sekunde abnehmen, es ginge ihnen um Gesundheit? Im letzen Jahr wuren 20 Krankenhäuser geschlossen, wo war da Ihr Aufschrei, das die Kosten doch keine Rolle spielen dürfen?
    Panik zur Gesundheitsförderung? Wie geht das?
    Das Thema ist aber nur noch ermüdend, weil es keine Mitte zu geben scheint.

    Goggelt doch mal Milgram Experiment und fragt Euch, zu welcher Gruppe Ihr gehören wollt.
    Zu den 26 oder den 14?

    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 13:16

      Was das mit der Pfarrerstochter oder „gelernter DDR Bürgerin“ zu tun haben soll, weiss ich nicht.

      Erziehung und Herrkunft prägt unser Denken.

      Merkel muss weg?

      Steht dort weder noch ist das gemeint. Darüber hinaus kandidiert die Bundeskanzlerin in diesem Jahr weder für den Bundestag noch steht sie nochmals für das Amt zur Verfügung. Wie meinten Sie neulich? Das ist verschüttete Milch.

      In welchem System wurden bislang Impfstoffe entwickelt?

      Private Unternehmen haben in einem Höllentempo auf völlig neuartige Weise Impfstoffe entwickelt. Im Gegenzug hat der Staat auf mittelalterliche Instrumente wie das Wegsperren von Bürgern gesetzt und beim Einkauf von Impfstoffen, wie soll ich sagen, ein höllenmäßiges Tempo vorgelegt, nur halt anders.

      Der Staat, also diese Behörden, die gar kein Geld haben, die teilen sich das Risiko mit den ansonsten total selbstlosen Unternehmen?

      Was hat das mit Geld zu tun? Wenn Sie eine Operation benötigen, können Sie mit dem behandelnden Arzt verhandeln. In der Standardvorlage steht meist: der Patient stellt keine rechtlichen Ansprüche, sollte es bei der Behandlung zu Komplikationen kommen. Für Behandlungsfehler haftet der Arzt. Mit anderen Worten: Arzt und Patient teilen sich das Risiko einer nicht erfolgreichen Behandlung.

      Der Hauptgrund für den Ethiklrat war allerdings, das es keine medizinishce Begründung dafür gibt, denn es gibt keinen Beleg für eine sterile Immunität.

      Dann kann die Politik das auch sagen. Dann sind andere am Zug, beispielsweise die Verfassungsjuristen. Stattdessen geben die Ethiker ein politisches Statement ab.

      • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 13:31

        Der Staat entwickelt doch auch keine Impfstoffe! Das sind völlig unterschiedliche Welten, mit völlig unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Das sind nicht mal mehr Äpfel und Birnen, das ist ja nicht mal mehr alles Obst!

        • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 13:33

          Tempo: schnell, effizient versus sehr langsam, sehr ineffizient.

          • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 18:09

            Tempo: Papiertaschentuchmarke

            • Rauschi 9. Februar 2021, 21:44

              Tempo: Papiertaschentuchmarke
              Falsch, das ist eine Gattungsbezeichnung wie Flip Flop, deswegen haben die Hersteller die Markenrechte verloren, nur so nebenbei als gelernter Erbsenzähler kann ich mir das nicht verkneifen. 😛
              https://www.it-recht-kanzlei.de/marke-gattungsbegriffe-markenueberwachung.html

              • CitizenK 9. Februar 2021, 22:17

                Die Vorgeschichte:
                „die nsdap schanzte dem fürther unternehmer, nsdap-stadtrat und gründer des versandhauses „quelle“, gustav schickedanz (nsdap-mitglied seit 1932), einen teil des aktienpaket weit unter wert zu und der bedankte sich bei seiner partei mit einer spende von 20000 reichsmark. 1935 erwarb er noch die restlichen anteile an dem unternehmen und sicherte sich die markenrechte.“

              • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 07:26

                Oh cool danke, das wusste ich noch gar nicht! 🙂

                • CitizenK 10. Februar 2021, 07:52

                  Eine typische „Arisierungs“- und Nachkriegs-Wirtschaftswunder-Erfolgsgeschichte. Eine spezielle Art, Wohlstand „selbst zu erarbeiten“.

      • Rauschi 9. Februar 2021, 15:01

        Erziehung und Herrkunft prägt unser Denken.
        Deswegen meine Frage, prägt das alle gleich? Kennst einen, kennste alle?

        Natürlich prgöt das, die Frage ist nur, wie es prägt und wie stark und in welche Richtung, nichts davon können Sie sinnvoller Weise beantworten.

        Private Unternehmen haben in einem Höllentempo auf völlig neuartige Weise Impfstoffe entwickelt. Im Gegenzug hat der Staat auf mittelalterliche Instrumente wie das Wegsperren von Bürgern gesetzt und beim Einkauf von Impfstoffen, wie soll ich sagen, ein höllenmäßiges Tempo vorgelegt, nur halt anders.
        Das ist in mehrfach Hinsicht schlicht falsch, denn es wird nun schon seit 18 Jahren in dieser Richtung geforscht. Das war auch nicht meine Frage, sondern, in welchem System bislang etwas erforscht oder erfunden wurde? Herrschte bis eben Planwirtschaft? Woran nochmal liegt es, das diese tollen Unternehmen kein Mittel gegen Ebola entwickelt haben? Planwirtschaft oder fehlende Profitaussichten?

        Was hat das mit Geld zu tun? Wenn Sie eine Operation benötigen, können Sie mit dem behandelnden Arzt verhandeln. In der Standardvorlage steht meist: der Patient stellt keine rechtlichen Ansprüche, sollte es bei der Behandlung zu Komplikationen kommen. Für Behandlungsfehler haftet der Arzt. Mit anderen Worten: Arzt und Patient teilen sich das Risiko einer nicht erfolgreichen Behandlung.
        Also geht es doch um Geld und nicht um Gesundheit? Haftung? Wer trägt denn das echte Risiko? Nicht immer der Patient? Der muss in jedem Fall mit dem Fehler leben, auch wenn er entschädigt werden sollte. Deswegen macht man Studien, um diese Risiken soweit möglich zu minimieren, oder was meinen Sie, wozu die dienen?
        Was genau teilt sich dann der Staat mit den Herstellern? Kennen Sie die Haftungsbedingungen denn, die Verträge sind geheim, soweit ich weiss?

        Dann kann die Politik das auch sagen. Dann sind andere am Zug, beispielsweise die Verfassungsjuristen. Stattdessen geben die Ethiker ein politisches Statement ab.
        Das hat die Politik auch gesagt, war nicht genau das Ihr Vorwurf?
        Und was hat jetzt widerum der Ethikrat mit Frau Merkel zu schaffen, sind das auch alles Pfarrestöchter und -Söhne oder wie?
        Der Ethikrat gibt immer politische Statements ab, dafür wurde der eingerichtet. Was war Ihr Vorwurf?

      • cimourdain 9. Februar 2021, 18:34

        @Stefan Pietsch
        „Erziehung und Herkunft bestimmen unser Denken“
        Jetzt oute ich mich hier als protestantischen (immer noch im Verein) Pastorensohn. Das hat sicher mein Denken und meine Moralvorstellungen geprägt. Trotzdem komme ich zu ganz anderen Ergebnissen als Angela Merkel.

        • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 18:49

          Das Erste meinte ich, das Letztere nicht. Ich habe das übrigens an mir selbst aufgezeigt: Mein Vater war Raucher, was ich so abstoßend empfand, dass ich nie eine Zigarette angerührt habe. Andere haben solche Eltern als Vorbild genommen und das Verhalten nachgeahmt. In beiden Fällen war das Elternhaus mitentscheidend, wenn auch mit höchst unterschiedlichen Auswirkungen.

          Wenn ich also anführe, dass Merkel aus einem Elternhaus stammt, wo der Vater Pfarrer war, dann, dass sie das mit Sicherheit in ihrer protestantischen Haltung, die sich in ihrer Amtsführung immer wieder zeigte, geprägt hat. Und ich hatte angeführt, dass der Umzug der Familie von Berlin in einen diktatorischen Staat mit Sicherheit oft innerfamiliäre Debatten nach sich gezogen hatte, welche wiederum Auswirkungen auf ihre Haltung gehabt haben wird.

  • popper 9. Februar 2021, 14:11

    Hier kann man lesen, was für eine Scharlatanerie dieser Topvirologe heute betreibt:
    (https://t.me/frieden_rockt_offiziell/4834)

    • schejtan 9. Februar 2021, 16:59

      Es geht darum, dass man um Coronaviren an zum Beispiel den Haenden zu eliminieren keine speziellen Desinfektionsmittel braucht, sondern Wasser und Seife genuegen. Das hat mit Lockdown etc. rein gar nix zu tun. Da kann eher mal sehen, was fuer eine Scharlatanerie du hier betreibst.

      • popper 9. Februar 2021, 17:39

        Worin, bitte, sehen Sie Schalatanerie. Ich weise lediglich darauf hin, was Herr Prof. Drosten in diesem Interview gesagt hat: Anders als zum Beispiel […] Noroviren […] reichen bei Coronaviren Wasser und Seife aus. Sind das jetzt nur virologische Spekulationen oder was entnehmen Sie daraus? Von Lockdown war in meinem Post keine Rede.

        • schejtan 9. Februar 2021, 18:17

          Wodrin besteht denn die Scharlatanerie Drostens? Dass er vor ein paar Jahren gesagt hat, dass zur Desinfizierung von Coronaviren Wasser und Seife genuegen und heute, nun ja, das Gleiche sagt?

  • derwaechter 9. Februar 2021, 17:09

    Noch so ein Ostalgiker an der Spitze eines „freien“ Staates. Honni wäre stolz! https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-weltweit-tirol-ausreise-who-1.5199226

    • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 18:13

      Habs vorher auch im Radio gehört. Für die Rechten ist die Antwort auf alles einfach erst mal „Grenze schließen“ 😀 :D: D

      • derwaechter 9. Februar 2021, 19:30

        Ich dachte das sind die Kommunisten die so wie früher die Reisefreiheit begrenzen? Ich bin verwirrt.
        Dass Rechte wie nun in Österreich die Grenzen im eigenen Land schliessen macht die Sache nur noch verwirrender.

        Im Ernst halte ich Grenzen schliessen (bzw. strenge Regeln für Einreisende) für ein durchaus wirksames Mittel. Greift in den Alltag der meisten ausserdem meist deutlich weniger ein als z.B. Lockdowns, Schliessen öffentlicher Einrichtungen etc.

        • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 20:08

          Ja, schließt sich ja nicht aus 😀 Ich find’s nur witzig.

  • CitizenK 9. Februar 2021, 18:25

    „…ihr ablehnt“.

    Ihr? Das sind eher liberale Positionen, die ihre Berechtigung haben, wenn man -wie Sie – Freiheit über Sicherheit und Leben stellt. Und Leute wie mich verhöhnt, die ein anderes Wertsystem haben. Ich rede seit Wochen gegen kontraproduktiven Datenschutz und will eine funktionierende App.

    Solche Verdrehungen sollten hier wirklich keinen Platz haben.

    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 18:44

      Erstens: ich stelle Freiheit nicht über Sicherheit, sondern neben Sicherheit und Leben. Steht so übrigens in der Verfassung, sollten Sie mal lesen. 😉

      Zweitens: Ich respektiere die Wertesysteme anderer. Was ich weniger respektiere, ist, wenn diese behaupten, das Recht auf Leben ginge über alles und so stehe es schließlich in der Verfassung.

      Drittens: Als ich vor zwei, drei Wochen über die Einschränkung des Datenschutzes schrieb, damit eine Nachverfolgungs-App auch nachverfolgen könne, erntete ich einen Shitstorm (Neudeutsch). Marc war dabei und noch andere, ich meine auch Sie. Wenn nicht, sorry, dass ich Sie darunter subsummiert habe. Jedenfalls war damals die klare Mehrheitsansicht, man könne die Bewegungen von Infizierten nicht per App aufzeichnen und überprüfen lassen. Danach habe ich mich in die Kissen geheult.

    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 19:14

      Übrigens: Ich will nie wieder von Linken bei Terroranschlägen hören oder lesen, man müsse solche Risiken aushalten, absolute Sicherheit gebe es nicht. Wenn wir 83 Millionen Bürger über Monate ohne konkreten Anlass wegsperren können, dann mit Sicherheit ein paar Gefährder und abgelehnte Asylbewerber. Merken Sie sich das, denn ich werde irgendwann – 2022 oder 2024 – darauf zurückkommen.

      • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 20:07

        Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

        • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 20:15

          Viele haben gesagt, man könne die Grenzen nicht schließen. Witzigerweise die Gleichen (nebst Bundeskanzlerin) die das seit Monaten fordern.

          • CitizenK 9. Februar 2021, 20:46

            “ ohne konkreten Anlass…“
            Jetzt verrennen Sie sich. Absolute Sicherheit gibt es auch mit den striktesten Beschränkungen nicht. Das weiß ich und Stefan Sasse schreibt es immer wieder. Man kann nur Wahrscheinlichkeiten senken.
            Bei dem Hinweis zu den Grenzschließungen haben Sie einen halben Punkt. Allerdings ist der Schaden durch die weltweite Pandemie deutlich größer als durch die Flüchtlinge.

            • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 21:21

              Ich sehe das schon so. Es gibt keine absolute Sicherheit. Deswegen sind Zero Covid-Anhänger für mich (gefährliche) Spinner. Leider solche, die es bis in den Kreis der Bundesregierung geschafft haben.

              • CitizenK 9. Februar 2021, 21:52

                Man könnte das auch weniger verbissen sehen: „Ideale sind wie Sterne, man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich an ihnen orientieren.“ Carl Schurz (angeblich) Dieses Zitat stammt aus einer Rede des amerikanischen Staatsmannes Carl Schurz, die er im Jahr 1859 in Boston mit dem Titel „True Americanism“ gehalten hat.

                Übrigens ein großer (deutscher und amerikanischer) Demokrat, den leider kaum noch einer kennt.

                • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 22:19

                  Kennen Sie die 80:20-Regel? Es ist Unsinn und Zeitverschwendung, nach den 100% zu streben. Meist nicht erreichbar und wenige Prozent kosten einen irre Aufwand. Falls Sie Paralellen zu den Vorstellungen von Zero Covid sehen – das ist durchaus gewollt. 😉

                  • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 07:29

                    „Perfekt ist der Feind von gut“? 🙂

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 09:20

                      Perfekt ist schön, aber mit sehr hohen Kosten erkauft – und das ist nicht vor allem monetär zu sehen. Das solltest Du eigentlich aus Eigenbeobachtung kennen. Versuche mal das Haus klinisch rein zu bekommen, irre. Dagegen es einfach sauber zu halten ist vergleichsweise einfach.

                      Strebe nach Perfektion, wo Du es Dir leisten willst. Aber bürde nicht anderen die Kosten für Deinen Perfektionsdrang auf.

                    • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 16:08

                      Ich widerspreche dir nicht. ^^

                  • CitizenK 10. Februar 2021, 08:26

                    Die Regel hat in vielen Lebensbereichen ihre Berechtigung. Im Unternehmen, evtl. auch bei der Klimapolitik (Deutschland vs. Entwicklungsländer).

                    Bei einer Pandemie mit expotenziellem Wachstum sicherlich nicht. Da können 20 % in einer bestimmten schon viel zu viel sein. Diese Erfahrung machen gerade die Iren und die Portugiesen – und die Russen, wie die neuen Zahlen nahelegen. Die höhere Infektiosität bei den Mutanten liegt nach übereinstimmenden Studien zwischen 40 und 60 Prozent. Daraus gilt es Schlüsse zu ziehen. Die 80:20-Regel wäre mit Sicherheit nicht geeignet.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 09:02

                      Sie interpretieren die Regel falsch. Und Sie sagen selbst, das Ziel Zero Covid sei nicht erreichbar. Zwischen Null Infektionen und der Zahl an betroffenen Menschen bei einem Laissez faire gibt es eine Spanne. Vermeide 80 Prozent dieser Infektionen mit 20% des Aufwandes, der für 100% Infektionsvermeidung nötig wäre. Das bedeutet die Regel. Vermeiden wir Hotspots in Altenheimen, regeln wir den Zugang besser durch Schnelltests für Personal und Besucher, haben wir mit verhältnismäßig geringem Aufwand schon eine hohe Anzahl von Infektionen vermieden. Versuchen wir das auf dem Wege, das gesamte öffentliche wie private Leben von 83 Millionen auf ein Minimum herunterzufahren, sind die Kosten immens – und wir erreichen nicht einmal 100%. Für diese letzte Meile sind unvorstellbare Anstrengungen notwendig, vor allem auch psychischer wie moralischer Art (Alte sterben ohne Abschied von Angehörigen einsam in Krankenhäusern).

                    • Marc 10. Februar 2021, 10:21

                      Vermeiden wir Hotspots in Altenheimen, regeln wir den Zugang besser durch Schnelltests für Personal und Besucher, haben wir mit verhältnismäßig geringem Aufwand schon eine hohe Anzahl von Infektionen vermieden.

                      Die EInrichtungen, die ich kenne und das sind einige, testen alle ihr Personal und die Gäste schon lange. Das hat aber nicht vor Infektionen geschützt. Die Erklärung ist einfach: Es senkt nur die Wahrscheinlichkeit. Wenn aber die Infektionszahlen exponentiell steigen, steigen auch die Infektionszahlen in den Heimen exponentiell. Ein verbesserter Schutz hilft nicht, die Infektionszahlen signifikant zu senken.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 11:22

                      Sie haben in den letzten Tagen mehrfach versucht, mich auf den Arm zu nehmen. Das hat nicht gerade Ihrer Glaubwürdigkeit genutzt. Es vermittelt den Eindruck, dass Sie alles versuchen zu verkaufen, wenn es Ihrer Argumentation dient.

                      Die Infektionen in Altenheimen sind deutlich ungleich im Land verteilt. Manche sind viel stärker betroffen, andere schwächer. Das unterscheidet sich selbst nach Landkreisen, wie das Beispiel Tübingen zeigt. Noch im November 2020 konstatierte die Süddeutsche, dass man einen genauen Überblick nicht habe, weil eben nicht besonders offen damit umgegangen werde. Das folgt dem Motto: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

                      Eugen Brysch, der Vorstand der deutschen Stiftung Patientenschutz, klagt: „Zwar reden die Regierungschefs viel von den vulnerablen Gruppen, aber die Fakten werden nicht zusammengetragen. Im neunten Monat der Pandemie ist für Bund und Länder die Situation der hier lebenden und arbeitenden Menschen eine Blackbox.“

                      Unbekannt ist zudem, wie viele Heimbewohner momentan isoliert werden. Trotz der Forderungen der Politik, die Heime in der zweiten Welle offen zu halten, sodass die Bewohner weiterhin von Angehörigen besucht und Therapiemöglichkeiten in Anspruch nehmen können, hat wieder ein beträchtlicher Anteil der Heime geschlossen.

                      Das differiert deutlich von Ihren Beobachtungen. Wie passen Sie diese nun an solche Schilderungen an?

                      Infektionen treten nicht nur in Altenheimen, sondern auch in Justizvollzugsanstalten, Asylbewerberheimen und Obdachlosenunterkünfte sehr konzentriert auf. Was ist all diesen Einrichtungen gemein? Nein, nicht was Sie behauptet haben, dass die Menschen dement seien und deswegen unfähig, sich an Regeln zu halten. In all diesen Einrichtungen leben Menschen sehr eng zusammen. Wenn Sie in Bio aufgepasst haben, dann sind solche Umstände ideale Bedingungen für die Verbreitung von Infektionen aller Art.

                      Das hat all wenig mit Ihren Begründungen zu tun. Sicher, Zero Covid würde wirksam schützen. So wie ein Verbot des Straßenverkehrs die Todeszahlen auf Null senken würde. Aber es ist alles andere als smart. Alle anderen Interessen zählen nicht wegen der Gefahr für ein paar hunderttausend Bürger. Gibt es wirklich nichts Intelligenteres?

                    • Rauschi 10. Februar 2021, 10:57

                      Das hat aber nicht vor Infektionen geschützt. Die Erklärung ist einfach: Es senkt nur die Wahrscheinlichkeit.

                      Das schützt nicht? Wie kann es dann aber sein, das das Personal in den Krankenhäusern zu einem berschwindend geringen Anteil infiziert wird?
                      Ist das so eine unsichtbare Energiewelle, die sich halt einfach ausbreitet? Weil Menschen bei hohen Infektionszahlen auf einmal Kontakt zu Menschen haben, mit denen die sonst nie zu tun hatten?
                      Sind die Test nicht sicher? Die PCR Tests? Die alles finden können? Wenn man lange genug sucht? Und Sie wollen trotzdem immer noch nicht wissen, wie genau das dahin kommt? Spooky, echt spooky.
                      Gerade wurde die neue Virusvariante in einem Altenheim bei geimpften Menschen nachgewiesen, obwohl das Personal negativ war.
                      [Zuletzt war die Variante B 1.1.7 bei bereits geimpften Pflegeheimbewohnern im Kreis Osnabrück aufgetreten. Keiner der Betroffenen zeigte jedoch schwere Krankheitssymptome. Man sei auch guter Dinge, dass dies so bleibe, sagte Geschäftsführer Tim Rotthaus. „Allerdings kann ich natürlich nicht in die Zukunft blicken.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Fall prüfen lassen.

                      Die Einrichtung im Landkreis Osnabrück hat 100 Plätze. Von den rund 160 Mitarbeitern wurde keiner auf die Virusvariante positiv getestet. Dennoch sind alle in sogenannter Familien- oder Arbeitsquarantäne, die sie nur für den Weg zur Arbeit verlassen dürfen.]
                      Da, wie ich wiederholt gemeint habe die alten Menschen sehr wenige soziale Kontakte haben und man durch diese Mutation sogar den wahrscheinlichen Überträger finden könnte, wie wäre es da mit einer gezielten Untersuchung?
                      Endlich mal, nach fast einem Jahr?
                      Nein, wir lassen lieber die Friseure zu und die Kneipen, das wirkt viel, viel besser, newa?

                    • Marc 10. Februar 2021, 23:09

                      @Pietsch

                      In ihrem Artikel wird erwähnt, dass es unterschiedliche Handhabungen gibt. Ich kann nur von denen erzählen, von denen ich weiß.
                      Und danke für dieses Zitat aus ihrem Artikel:

                      Strenge Maßnahmen verhinderten nicht, dass 17 Bewohner starben

                      Es ist genau, das was ich sage. Die Konsequenz ist, dass eine Strategie, die allein auf Schutz der Risikogruppen basiert, scheitern muss. Daher nochmals ein Dankeschön.

                      @Rauschi

                      Ja, gute Daten fehlen, keine Frage. Aber Schutz allein ist zu wenig, das weiß man sicher. Siehe oben. Daher sind Lockdownmaßnahmen notwendig. Ich bin für einige Lockerungen, aber gegen eine allgemeine Öffnung.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 23:52

                      Nochmal: Wenn man die Infektionen auf Null treibt, sind auch Altenheime geschützt. Das ist eine sichere, aber auch dumme Strategie. Es ist eine Strategie, als habe es Aufklärung und technischen Fortschritt nie gegeben. Irgendwann beginnen wir dann auch wieder mit Hexenverbrennungen.

                      Es spricht nicht für Sie, dass Sie bei einer Quelle / Beleg / Argument die zentralen Punkte aussparen. Auch solches Vorgehen fällt nicht unter „Bildungsrepublik Deutschland“. Und Menschen, die mit Sarkasmus arbeiten, sind nicht über jeden moralischen Zweifel erhaben – sehr zurückhaltend formuliert.

                      Ich mag diesen Charakterzug nicht. Mehr noch, ich verachte ihn. Von daher beende ich unter diesem Thread die Debatte mit Ihnen.

                    • Rauschi 11. Februar 2021, 06:55

                      @Marc
                      Aber Schutz allein ist zu wenig, das weiß man sicher.
                      Wie irre wird es noch? Wenn es keinen Schutz gibt, dann gibt es den nicht,auch nciht, wenn die anderen sich alle brav verhalten.

                      Das ist ja unfassbar, sie wollen nicht mal wissen gegen was man sich schützen muss, wissen aber schon, das es nciht geht?
                      Warum sind dann nicht alle Menschen im Krankenhaus schwer krank oder tot, denn die haben ganz sicher nahen Kontakt mit dem Virus.
                      Gestoren ist von den im Krankenhaus Tätigen laut RKI noch KEINER/KEINE.
                      Man kann sich nicht schützen? OK, die Panikverbreitung zeigt Wirkung, das ist nicht Ebola und sicher kann man sich schützen, man sollte nur auch wissen, wovor.
                      Fodern Sie Untersuchungen, Untersuchungen und wieter, bis das endlich geklärt ist, oder sollen wir ernsthaft die nächsten Jahre so weiter machen, aufdas dann nicht nur 30% der Kinder geschädigt sind, sondern alle?
                      Glückwunsch, da ist der Schaden dann maximal.

                    • Marc 11. Februar 2021, 11:33
                    • Rauschi 11. Februar 2021, 13:54

                      @Marc,

                      wie geschrieben, ich berufe mich auf das RKI und da steht bei verstorben NULL,
                      Tabelle 6 Seite 10, was da eine Zeitung schriebt, ist mir echt egal.
                      https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Feb_2021/2021-02-09-de.pdf?__blob=publicationFile
                      Es ging darum, das man sich offensichtlich schützen kann, denn infiziert sind auch nur wenige dort, wie ist das wiederum zu erklären, an einem superspreaderort wie einem Krankenhaus? Gar nicht, oder doch damit, das man sich sehr wohl schützen kann aber nicht jeder dieses Wissen zu haben scheint.
                      Man muss halt mal nachprüfen und nicht rumspekulieren.

                • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 07:27

                  Im Geschichtsbuch meines Leistungskurses ist er im Kapitel Migration drin, wenn es dich beruhigt. 🙂

                  • CitizenK 10. Februar 2021, 08:17

                    Auch die Geschichte von der Befreiung Kinkels? Spannend für die Mittelstufe. Und von dem dilettantischen Revolutionär (Siegburg) , aus dem dann ein anerkannter Staatsmann wurde? Muss dabei an Stefan P. denken, der schon Joschka Fischer für einen schlimmen Finger hält.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 09:03

                      Wieder falsch: Ich habe Joschka Fischer (im Gegensatz zu sehr vielen Konservativen) immer sehr geschätzt.

                    • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 16:06

                      Gottes Willen, nein. Ich meine, Schurz wird noch kurz erwähnt.

          • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 21:40

            Äpfel und Birnen. Ich sage nach wie vor, dass eine Grenzschließung, die auf einer Verordnung, stichprobenartigen Kontrollen und Knöllchen für Verstöße basiert, zwar wohlstandsverwahrloste Ski-Urlauber*innen abschreckt. Aber sicher nicht Leute, die seit mittlerweile einer Dekade von der griechischen Küstenwache und Frontex im Dutzend billiger auf dem Mittelmeer ermordet werden.

            • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 22:27

              Unter Mord machst Du es seit neuestem nicht mehr, oder? Junge, Junge, der Grenzverkehr besteht nicht hauptsächlich aus Skifahrern, sondern Pendlern. Kleine Definition: Pendler sind Menschen, die aus beruflichen Gründen zum Gelderwerb Grenzen überschreiten, um an einem anderen Ort als ihrem Wohnort einer Arbeit nachzugehen.

              Von dem Gelderwerb muss der Pendler Steuern und Abgaben zahlen, von denen Staatsdiener ihren Lohn bekommen, damit sie das Staatswesen an die Wand fahren können und dem Pendler de facto Berufsverbote erteilen.

              • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 07:32

                Auch Pendler dürften sich von einer Verordnung und Strafzahlung deutlich mehr beeindrucken lassen als Flüchtlinge aus einem Kriegsgebiet.

                Und wer Flüchtlinge aufs Meer schleppt und ihren Bootsmotor kaputt macht und sie dann verlässt, für den habe ich kein anderes Wort übrig. Genauso wie die Grenzpolist*innen, die in den Balkanländer die Flüchtlinge in Berge und Wälder karren und dort aussetzen. Das ist hochgradig kriminell, aber es stört natürlich diejenigen, die bei jeder kleinen Corona-Verordnung den Rechtsstaat bedroht sind, kein Stück.

                • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 09:18

                  Wir können die Grenzen gegenüber Fremden nicht zuhalten, weil wir sie nicht (gewaltsam) am Grenzübertritt hindern können, aber wir können die Mobilität von Inländern stark beschränken, weil die auf wesentlich sanftere Mittel reagieren? Wenn Du mich fragst, ziemlich verquer. Du würdest einen Dieb also nicht hindern, in Dein Haus einzudringen, wenn Du ihn nicht mit netten Worten abweisen kannst?

                  Das Problem ist doch ein ganz anderes, Stefan. Laut Rechtslage und Rechtssprechung (EuGH) muss die EU jeden Flüchtling reinlassen und seinen Asylantrag prüfen. Ein so liberales Regime leistet sich kein Gemeinwesen der Welt. Natürlich würde es auch die EU sprengen, wenn wir uns an unsere eigenen Regeln hielten. Also sourcen wir das Problem aus, wer die Grenzen passieren darf und wer nicht. Und das ist dann ein sehr schmutziges Geschäft. Du selbst deutest ja auch an, dass Du den ultraliberalen Zugang zur Gemeinschaft nicht einschränken willst, nur die Behandlung von Flüchtlingen soll irgendwie netter werden.

                  • CitizenK 10. Februar 2021, 09:29

                    In diesem Punkt kann ich nicht wirklich widersprechen. In der Flüchtlingsfrage müssten sich beide Seiten ehrlicher machen, Lebenslügen aufgeben. Thema für sich.

                  • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 16:08

                    Ein so liberales Regime, dass mitten in einer Pandemie möglichst freie Bewegung und Betätigung ist, leistet sich auch fast keiner. Ist halt so ein Ding mit Grundrechten. Jeder mag andere besonders gern und findet andere unter anderen Umständen für übertrieben.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 17:38

                      Ich mag alle, auch die, auf die ich weniger zurückgreife. Und so soll es auch sein.

                    • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 17:46

                      Scheinbar ja nicht, über das Grundrecht auf Asyl klagst du seit Jahren.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 18:02

                      Nein. Welche Klage denn? Ich beklage, dass nach einer Ablehnung nicht abgeschoben wird. Da ist aber bereits über den Anspruch entschieden worden. Ich beklage nicht, dass Deutschland ein liberales Asylrecht hat. Das ist so und es nützt überhaupt nichts, dies in Frage zu stellen. Es kann nicht in Frage gestellt werden.

                      Das ist wieder ein Beispiel, an dem sich zeigt, wie Du mir etwas in die Schuhe schiebst, was mir nicht ist. Ich nehme und liebe unsere Verfassung, so wie sie ist. Und Recht ist Recht. Das akzeptiere ich kommentarlos. Immer und jederzeit.

                    • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 22:51

                      Abschiebung braucht zwei Seiten, das haben wir schon öfter festgestellt. Jemand, der abschiebt, und jemand, der aufnimmt. Und an letzterem hakt es eben allzu oft.

                    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 23:36

                      Der heutige Status führt dazu, dass Abschiebungen häufiger unmöglich sind als dass das Rechtserfordernis durchgesetzt werden kann. Zusammen mit dem sehr liberalen Aufnahmerecht führt dies dazu, dass das Eindringen in den Rechtsraum der Europäischen Union zu einem de facto-Bleiberecht führt. Diesen eklatanten Rechtsbruch meinst Du für ein höheres Gut („Humanität“) akzeptieren zu können. Dass permanente Rechtsbrüche immer das Vertrauen in den Rechtsstaat erodieren lassen, ist dagegen ein Gedanke, der Dir fremd ist.

                      Deutschland ist gemäß Grundgesetz an ein sehr liberales Asylrecht gebunden. Doch auf europäischer Ebene ist dies eben nicht in dieser harten Form kodifiziert und damit änderbar. Das linke Spektrum in Deutschland lehnt dies jedoch ab.

                    • Stefan Sasse 11. Februar 2021, 10:52

                      Du meine Güte, Deutschland ist auch nicht an das extrem liberale Eigentumsrecht gebunden, das wir aktuell haben. Das rechte Spektrum lehnt entsprechende Reformen auch ab.

                    • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 11:10

                      Extrem liberale Eigentumsrecht?! Wo hast Du denn den Quatsch her?

                    • Stefan Sasse 11. Februar 2021, 13:56

                      Gleiche Quelle wo dein Quatsch des liberalen Einwanderungsrechts herkommt. Aber ernsthaft: Der Schutz des Eigentums hängt relativ hoch.

                    • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 21:04

                      Das Recht auf Eigentum ist als einziges durch Spezifikationen eingeschränkt. Weder das Recht auf Ehe und Familie, auf Religionsausübung, Koalitionsfreiheit sind durch vergleichbare Restriktionen limitiert. Andere demokratische Staaten kennen diese Begrenzung und Gemeinwohlvorgaben nicht. Wie nennst Du solche Eigentumsbegriffe? Super-ultra-liberal? Und wie ultraliberal ist unser Recht auf Ehe und Familie?

                      Umgekehrt hat Deutschland aber eines der liberalsten Asylrechte der Welt, historisch bedingt und das respektiere ich. Aber Du musst die Welt nicht argumentativ auf den Kopf stellen, wenn Dir ein Fakt gegen den Strich geht.

    • Marc 9. Februar 2021, 19:36

      Die taiwanesische Apps funktionieren anonym und dezentral:

      Wir nennen das partizipative Selbstüberwachung. Bei Orten mit hohem Risiko, wie zum Beispiel Bars, verlangen wir von den Leuten, dass wir sie im Falle einer Infektion kontaktieren können. Die Informationen werden aber dezentral und distribuiert gespeichert, so dass die an solchen Orten oft erwünschte Anonymität gewahrt bleibt.

      https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Taiwans-Digitalministerin-Sehen-die-Demokratie-selbst-als-eine-Technologie-id58833006.html

      Datenschutz ist nicht das Problem.

      • Stefan Sasse 9. Februar 2021, 20:08

        Exakt. Und sie sind auch wesentlich weniger relevant als der Lockdown.

  • CitizenK 9. Februar 2021, 20:56

    „jeder Einreisende in Quarantäne, meist für 14 Tage…Mobiltelefon überwacht“.

    Das sind auch massive Eingriffe in Grundrechte. Im Vergleich zu einem monatelangen Lockdown aber weit geringer. Soweit Konsens.

    Bei uns könnte das aber nur für Einreisende über Flughäfen funktionieren. Bahn, Auto im Grenzverkehr mit F, BENELUX , Schweiz, Tschechien, Polen?
    Allein die LKW-Fahrer. Hier könnte allenfalls ein riesenhaftes Testmanagement helfen. Aber dann: Wohin mit den an der Grenze positiv Getesteten?

    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 21:20

      Der Anlass war ein anderer: Stefan behauptete (an den Fakten vorbei) Taiwan habe seine Erfolge durch eine strikte Lockdown-Strategie erreicht und nicht durch so alberne Dinge wie Apps.

      Taiwan hat einen hohen Exportanteil in die gesamte Welt. Und ich bin nicht für das Management verantwortlich. Wenn Amateure darüber räsonieren, wird es oft lächerlich. Dem setze ich mich nicht aus.

  • CitizenK 9. Februar 2021, 21:55

    „dass wir über den Sommer alles weggeschmissen haben, was der „Lockdown“ im Frühjahr erreicht hatten…“

    …auf Druck und mit massiver Unterstützung derjenigen, die heute die Regierung am heftigsten kritisieren.

    • Stefan Pietsch 9. Februar 2021, 22:21

      Streeck mahnte im Sommer 2020 an, man müsse eine alternative Strategie entwickeln, wie man möglicherweise dauerhaft mit dem Virus leben könne. Aber der ist ja kein akzeptierter Wissenschaftler.

      • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 07:26

        Er liegt zumindest konsistent falsch.

        • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 09:22

          Streeck liegt falsch?! Drosten liegt sehr oft falsch und der berät die Bundesregierung.

        • Rauschi 10. Februar 2021, 10:13

          In welchem Punkt liegt er falsch?
          Belege daür und Aussagen dazu bitte, sonst grenzt das an Rufmord

          • Juri Nello 11. Februar 2021, 23:20

            Pandremix?

      • CitizenK 10. Februar 2021, 08:07

        Wissenschaftler irren sich, gewinnen neue Erkenntnisse, ziehen unterschiedliche Schlüsse daraus.

        Im Sommer glaubten die meisten , das Schlimmste liege hinter uns. Auch hier im Blog wurden die Warner vor der zweiten Welle verhöhnt. Bitte prüfen Sie sich selbstkritisch. Ich jedenfalls war nicht frei von Wunschdenken.
        Das reflektierten die Medien, mainstream und social, die Talkshows die privaten Gespräche. Dass die Politiker davon beeinflusst werden, ist doch gerade das Positive an der offenen Gesellschaft und der Demokratie.

        Nochmal: Ich könnte eine ziemlich lange Liste von Kritik an Maßnahmen erstellen, aber das wäre redundant. Hinterher immer alles schon vorher gewusst zu haben, ist nicht fair und nicht konstruktiv. Aus Fehlern und Erfolgen (auch von anderen) lernen – das ist aus meiner Sicht der einzige Weg aus der Krise. Dass er lang sein wird, wissen wir inzwischen.

        • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 09:12

          Im Sommer glaubten die meisten , das Schlimmste liege hinter uns.

          Auch wenn Sie’s mir nicht glauben: nein. So etwas habe ich auch nie geschrieben. Ich höre auf die Wissenschaft, vor allem versuche ich auch den großen Bereich der Unsicherheit mit ins Kalkül zu ziehen. Nur: Es ist absurd, in den Frühlingsmonaten und den gesamten Sommer über die Menschen eingesperrt zu lassen, weil in einem halben Jahr die Infektionen sehr wahrscheinlich deutlich ansteigen werden. Der Staat hat seine Aufgaben nicht gemacht. Was hat er mit den Daten der Gastronomiebetriebe angestellt, warum hat er für Sommerurlauber keine Anordnungen erlassen, warum wurden die Kapazitäten im medizinischen Bereich nicht ausgebaut? Und, und, und. Die Bürger müssen die Versäumnisse der Politik ausbaden. Das ist die Wahrheit.

          Benchmarking scheint aus der Mode gekommen zu sein, wenn ich so Ihren Kommentar lese. Es geht nicht darum, dass man in einer unsicheren Situation hinterher vieles besser weiß. Es geht darum, dass viele andere mit der Unsicherheit weit besser zurechtgekommen sind. Und das hat etwas mit Qualität zu tun. Mit der Qualität der Politik und des Gemeinwesens. Für ein Land, in dem die Bevölkerung als vergleichsweise diszipliniert und staatsgläubig gilt, sind die Resultate eine Bankrotterklärung.

          Nach dieser Krise – also schon bald – werden wir uns über die Qualität unseres politischen Personals wie unserer staatlichen Strukturen unterhalten müssen. Woher kommt diese enorme Behäbigkeit, die Unfähigkeit, sich auf Neues einzustellen? Warum haben wir keine atmenden Kapazitäten wie jedes Unternehmen?

    • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 07:28

      Exakt. Die haben halt immer recht. Wenn die Maßnahmen Erfolg haben, sind sie völlig übertrieben, weil der Inzidenzwert ist ja niedrig. Wenn sie nicht klappen, sind die völlig übertrieben, denn der Inzidenzwert ist ja trotzdem hoch. Win-win für die Meckerer.

      • Dobkeratops 10. Februar 2021, 13:29

        Fairerweise muss man allerdings feststellen, dass es dieselbe Win-Win-Situation auch spiegelbildlich gibt:

        Sinken die Zahlen, liegt es an den Maßnahmen, die damit ihre Wirksamkeit beweisen. Sinken sie nicht, liegt es an den sorglosen Bürgern, jedenfalls auf keinen Fall daran, dass die eine oder andere Maßnahme zur Erreichung des ausgegebenen Ziels wenig geeignet erscheint.

        Da kann sich jeder fast nach Belieben gegen Kritik immunisieren.

        • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 16:10

          Stimmt natürlich!

          • CitizenK 10. Februar 2021, 19:38

            Nein. Die Zahlen sanken: Nach moderaten Kontaktbeschränkungen (November) moderat, nach strengen (Januar) deutlich. Die vorübergehende Lockerung über die Feiertage machte einen Buckel in der Kurve.

            Wer da partout keinen ursächlichen Zusammenhang sehen will, braucht schon starke Argumente für eine alternative Erklärung.

            • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 22:17

              Eine irre Annahme, die Menschen könnten zum wichtigsten Familienfest auf Hautkontakt verzichten wie das gesamte Jahr über. Was haben Sie denn für ein Menschenbild?! Enger Kontakt bedeutet höheres Infektionsrisiko. Wer bestreitet das? So hat sich das Virus immerhin in Italien und Spanien explosionsartig verbreitet.

              Aber, und nun das Aber: Lockerungen bedeuten mitnichten, dass sich die Menschen jeden Tag auf der Straße um den Hals fallen. Es bedeutet nicht, dass sie ganz eng auf der Parkbank kuscheln. Mit solchen Kommentaren verzerren, veralbern und trivialisieren Sie die Debatte.

              • CitizenK 11. Februar 2021, 07:46

                „….verzerren, veralbern und trivialisieren Sie die Debatte.“

                Please play the ball and not the man. Der objektiv messbare Verlauf einer Pandemie hat mit meinem Menschenbild rein gar nichts zu tun.

                • CitizenK 11. Februar 2021, 07:58

                  @Stefan Pietsch
                  Meine Feststellung enthält keinerlei Wertung bezüglich der Sinnhaftigkeit von Lockerungen über die Feiertage. Die Regierung hat akzeptiert, dass diese Kontakte für die Menschen wichtiger sind als das Ziel, die Zahlen weiterhin konstant zu senken.

                  Es kann sein, dass meine Interpretation nicht richtig ist. Es kann aber nicht sein, dass sie nicht richtig sein DARF. Also her mit den Gegenargumenten.

                  • Rauschi 11. Februar 2021, 08:18

                    Weiterhin konstant zu senken? Wie zu welchem Zeitpunkt?
                    Können Sie mal bitte auf meine sachlichen Einwände eingehen, danke?

                  • CitizenK 12. Februar 2021, 13:07

                    In der Kurve in GB fehlt der Feiertags-Buckel. Vielleicht deshalb?

                    „Wenn das Virus seine Angriffsmethode wechselt, müssen wir unsere Verteidigungsmethode wechseln”, sagte Johnson. In den vergangenen vierundzwanzig Stunden hätten sich die Erkenntnisse über die Übertragbarkeit des mutierten Virus radikal verändert. „Wir können Weihnachten nicht wie geplant verbringen“, so Johnson.

                    • Rauschi 12. Februar 2021, 13:41

                      Was soll denn das infantile Gerede von Virusstrategien?
                      Viren mutieren, immer und ständig, wo soll der Neuigkeitswert sein?
                      Was war mit Schweden, warum haben die keine Delle, die ich bei uns immer noch nicht sehen kann, sondern auch sinkende Zahlen? Hat die Virusstrategie dazu geführt, das die Mutation einen Bogen um Schweden macht?
                      Wie irre werden die Erklärungen denn noch?

                • Rauschi 11. Februar 2021, 08:11

                  Und was genau beweist der messbare Verlauf über Ursache und Wirkung?
                  Wo kann ich den Verlauf denn sehen?

                  • CitizenK 11. Februar 2021, 08:17

                    Die Kurve ist zu sehen in allen großen Zeitungen: FAZ, ZEIT Süddeutsche.

                    Wenn im Abstand der durchschnittlichen Inkubationszeit nach einer Lockerung der Kontaktbeschränkungen die Zahl der Neu-Infektionen ansteigt und danach wieder sinkt, dann ist dies zumindest ein deutlicher Hinweis. Wenn man meine Deutung nicht akzeptiert, muss man eine andere anbieten. Die sehe ich bisher nicht.

                    • Rauschi 11. Februar 2021, 08:24

                      Meine Frage ist ganz einfach: Haben sich die Menschen erst nach Erlaubnis nicht an die Beschränkungen gehalten oder wurde das nicht die ganze Zeit so gehandhabt? Warum haben die dann nicht sonst auch immer anderen angesteckt? Sind die Menschen mehr als 14 Tageinfektiös, weil Weihnachten war.
                      Sie können mir aber auch sicher die Zunahme der Kinder bei Zunahme der Störche erklären, das kann ja nur zusammen hängen, oder?

                    • popper 11. Februar 2021, 12:58

                      Wenn man meine Deutung nicht akzeptiert, muss man eine andere anbieten. Die sehe ich bisher nicht.

                      Du siehst das nicht, weil Du immer nur dahin schaust und dich dort informierst, wo keine sachlich fundierte Information, sondern nur Propaganda stattfindet. Die Daten aus den offiziellen Quellen belegen nichts, das auch nur in irgendeiner Weise eine „Epidemiologische Notlage von Nationaler Tragweite“ belegen könnte. Allein das seit der 46. KW vom RKI eingeführte Teststrategie mit gezielten Antigentests (Schnelltests) als Vortests für nachfolgende PCR-Tests sowie obligatorische PCR ohne Vortests.

                      Damit wird der gezielten Manipulation freien Lauf gegeben. Und das ist auch so beabsichtigt, um Zahlen je nach Lage und Interesse, Lockdowns und Maßnahmen zu verhängen, verlängern oder in die eine oder andere Richtung zu verändern. Nur Naivlinge glauben immer noch, die Zahlen beruhten auf sachgemäßer Datenerhebung und es ginge um Bekämpfung einer Pandemie.

            • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 22:51

              Exakt.

            • Rauschi 11. Februar 2021, 06:47

              Die Zahlen sanken: Nach moderaten Kontaktbeschränkungen (November) moderat, nach strengen (Januar) deutlich. Die vorübergehende Lockerung über die Feiertage machte einen Buckel in der Kurve.
              Buckel in der Kurve? In welcher Kurve?
              Sorry, aber ich gehe einfach mal davon aus, das die achtsamen Menschen immer Abstand gehalten haben, ganz ohne Vorgabe von Mutti und die andere sich auch schon vorher nicht daran gehalten haben? Widersprechen Sie dem Gedanken?
              Wie soll man da eine Auswirkung von Weihnachten sehen?

              Und im Übrigen gibt es Untersuchungen, die belegen, das eine Ansteckung nicht mal im gleichen Haushalt vorkommt.
              Spricht die Leute, die jetzt angeblich Menschen angesteckt haben, die sie sonst nicht angesteckt hätten, wenn da nicht gelockert worden wäre, die hätten dann eben jemand anderen angesteckt, weil die sowieso immer unverantwortlich handeln.
              So sieht es aus und nun können Sie mir sicher erklären, da Sie ja die Infektionsweg aus dem FF aufzählen können, was genau da an Weihnachten passiert sein soll und wo ich einen Buckel sehen könnte.
              Besten Dank

    • Rauschi 10. Februar 2021, 10:43

      …auf Druck und mit massiver Unterstützung derjenigen, die heute die Regierung am heftigsten kritisieren.
      Aha, dann mal raus mit der Sprache, wer hat die Macht und den Einfluss, die Richtung der Regierungpolitik zu ändern?

      Da es überhauot keine Opposition gab, jedenfalls im Parlament, kann das ja nun nicht stimmen.

      Erkläre mir doch mal bitte jemand, warum in einem Land ohne leichten oder harten lockdown die Inzidenzen sinken und die es sogar geschafft haben, das die 2te „Welle“ nicht schlimmer als die erste ist, was die Todeszahlen angeht?

      Werden ab sofort aus der Grippe auch Wellen anstelle von Jahressaisons?
      Nur mal Spasseshalber nachgefragt.

      Was könnte denn überzeugen, das die Massnahmen nicht wirken, wenn es weder die Todeszahlen , die nicht gesunken sind, noch der Vergleich mit einem Land, das anders handelt und trotzdem besser da steht, schafft?
      Oder der totale Flopp der Massnahmen in Italien oder Frankreich letztes Jahr?
      Kein Ahnung, aber Sie wissen sicher, warum hier so wenige Elefanten frei rumlaufen, oder? Weil ich die mit meinen Händeklatschen vertreibe. Wie gut das wirkt, sieht man daran, das keine hier sind, oder etwa nicht?
      Wäre zumindest eine Korrelation, wie bei Störchen und familienfreundlicher Umgebung und der damit verbundenen Kinderanzahl.

      Ernsthaft, es gibt Studien, die eine Wirksamkeit der „harten“ Massnahmen widerlegen und nicht mal theoretisch kann ich den damit angeblich verbundenen Schutz der Risikogruppen verstehen, echt nicht.
      Gingen da sonst Menschen hin, die ansonsten die Risikogruppe nicht besucht hätten? Gibt es überhaupt diese ominöse Übertragung bei symptomfreien „Kranken“? Oder liegt die Vermutung, das diese Menschen eben ein so gutes Immunsystem haben, das die Viren sofort erfolgreich bekämpft, viel näher und die damit verbundene Schlussfolgerung, das keine Gefahr von „normalen“ Menschen ausgeht?
      Keine Ahnung, aber das interessiert ja keinen mehr, oder wo sind die unzähligen Studien ala Alltagmaske und deren Wirksamkeit, die mir damals um die Ohren gehauen wurden?
      Jetzt stellt sich ein Söder dahin und meint, ja, die würden schützen, aber die OP oder FFP 2 schützen eben besser und der wird nicht geteert und gefedert?
      Weil besserer Schutz doch wohl immer besser gewesen wäre, oder etwa nicht?
      Mir brummt der Schädel bei den ganzen offenen Fragen, deren Beantwortung aber wohl ausser mir niemanden interssiert.
      Was machen wir bloss, wenn mal ein echter Killervirus vorbei schaut?

  • CitizenK 10. Februar 2021, 09:25

    Stefan P. aus dem Gedächtnis zitiert: Ein Staatswesen, in dem ein ehemaliger Steinewerfer (auch noch auf Polizisten) in höchste Staatsämter aufsteigen kann…

    • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 10:04

      Oh, ich gebe zu das mal geschrieben zu haben. Aber in einem bestimmten Kontext, denn Fakt ist es ja. Aber tatsächlich habe ich Joschka Fischer von Beginn (Mitte / Ende Achtzigerjahre) sehr geschätzt. Wegen ihm habe ich 1994 ein einziges Mal Grün gewählt und mit meinen Kommilitonen war ich Anfang der Neunzigerjahre einig, dass er eine dominierende Figur der Politik werden könne (würde).

      Das müssen Sie mir jetzt mal so glauben. Übrigens habe ich auch über Christian Lindner schon des öfteren nicht so nette Worte verloren. Nur: Steinewerfer war er nach allem, was bekannt ist, nie.

      • CitizenK 10. Februar 2021, 10:12

        Akzeptiert. Zeigt mir, dass Menschen sich sehr ändern können. Wie Kretschmann oder früher Wehner. Deshalb glaube ich auch nicht, dass „gelernte DDR-Bürger“ sich nicht ändern können.

      • Stefan Sasse 10. Februar 2021, 16:09

        Ist ja auch relativ egal. Dummheiten in den 20ern haben viele gemacht. Relevant ist, was sie draus gelernt haben.

        • Stefan Pietsch 10. Februar 2021, 17:36

          Wie schon mehrfach geschrieben, sind Menschen erst mit rund 30 erwachsen, wobei das kein festes Datum ist, sondern ein Zeitraum. Auch mit 28 darf man erwachsene Züge zeigen. Ich bin da mit jungen Menschen nachsichtig, umgekehrt können sie allerdings nicht erwarten, schon für absolut voll genommen zu werden.

  • Marc 10. Februar 2021, 11:48

    Wenn sich diese Studie bestätigt, gibt es bald einen Game Changer:

    https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1359314229061439490

    Oxford Studie zeigt, dass frühe Gabe (Symptombeginn) von Budenosid (zB Asthmainhalator Pulmicort) bis 90% der Krankenhausfälle verhinderte.

  • popper 10. Februar 2021, 13:31

    Wissenschaftler irren sich, gewinnen neue Erkenntnisse, ziehen unterschiedliche Schlüsse daraus.

    Und was soll uns das sagen? Tatsache ist, dass Wissenschaftler im Dunstkreis der Kanzlerin mit ihren Prognosen und Modellen von ihr als „die Wissenschaft sagt“ apostrophiert werden, während andere einfach gehört ungehört bleiben und medial als Spinner und Verschwörungstheoretiker verunglimpft werden. Es ist eben nicht richtig, gebetsmühlenhaft zu behaupten, die Lockdowns und Maßnahmen würden helfen. Alle Graphiken zeigen, dass mit Beginn der Lockdowns die Sterberaten eher anstiegen. Mit Beginn des Light-Lockdowns im November sogar sehr, weil derzeit alles unter COVID-19 subsummiert wird. Jede Form von Differenzialdiagnose wird ausgeschlossen. Das RKI hat im Falle von COVID-19 im Oktober 2020 von der dem Bundesministerium für Gesundheit unterstehenden Behörde folgende Symptomatik veröffentlicht wurde (fett von mir):

    “Husten 45 %, Fieber 38 %, Schnupfen 20 %, Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns* 15 %, Pneumonie 3,0 %;”

    Allein die aufgeführten Symptomatiken taugen überhaupt nicht dazu, von einer neuartigen Krankheit zu sprechen, weil diese Symptome nämlich unspezifisch sind. Ich bin mittlerweile der Auffassung, dass, die Tests, Fallzahlen und Maßnahmen vom tatsächliche saisonalen Infektionsgeschehen abgekoppelt sind und sich in den Zahlen nicht widerspiegeln können.

    Man muss inzwischen von bewusster Irreführung ausgehen, da ständig die Parameter wechseln und Entscheidungen sich von wissenschaftlichen Erkenntnissen abkoppeln und politisch motiviert sind (s. Pressekonferenz Kanzlerin). Insbesondere Virologen sind heute die Dompteure der Politik. Wobei schon in der Bezeichnung Virologe eine Irreführung liegt, weil hier bereits suggeriert wird, diese würden Viren identifizieren, was zu keiner Zeit der Fall war und bis heute nicht ist. Dem molekularbiologischen Laien, ist überhaupt nicht bekannt (wie auch, es berichtet ja in den Medien keiner darüber), dass es sich bei einem sogenannten Virus in Wahrheit nicht um ein Genom, sondern eine Gensequenz handelt. Alle Versuche, Viren in vivo zu isolieren und nachzuweisen sind bis dato gescheitert. Damit soll nicht behauptet werden, da sei nichts vorhanden, es geht lediglich um die Feststellung, dass kein vollständig nachgewiesenes Virus vorliegt, sondern immer nur ein aus real in der Natur vorkommenden Komponenten im Labor und am Computer konstruiertes. Wir reden heute über Viren, als sei ihre Existenz Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis. Der gepriesene Goldstandard von Prof. Drostens Team testet natürlich nicht auf ein Virus, sondern im Regelfall auf eine außerordentlich kurze RNS-Gensequenz (RNS für Ribonukleinsäure). Das kann selbst ein in Mikrobiologie unbewanderter Interessierter aus dem Studien der von Drosten und seinen Kollegen veröffentlichen Publikation erfassen. Es ist im Wesentlichen das E2-Gen, ein winzig kleines Protein, welches Teil des für Coronaviren typischen E-Gens ist. Aber warum ausgerechnet dieses durch seine Kleinheit doch so unspezifische Protein.

    Nur wenn wir, die wir mit dieser Materie nicht vertraut sind, uns eingehend darüber informieren (das ist möglich), sind wir eher in der Lage, zu verstehen, was uns Prof. Drosten hinter der Barriere unserer eigenen Inkompetenz an Falschinformation täglich in seinen Podcasts unterjubelt. Dieser ganze Zahlen- und Informationswirrwarr, der seit Februar 2020 auf die Menschen niederprasselt, hat nur deshalb bei vielen seine Wirkung nicht verfehlt, weil die Menschen von den Medien ausschließlich mit emotionalen Stimulanzen, bestehend aus Bildern und partiellen Ereignissen konfrontiert werden, die zweifelsfrei erschreckend sind, jedoch eine sachgemäße Aufklärung wissenschaftlicher Zusammenhänge verhindern.

    Interessant ist, dass die praktisch zeitgleich mit der angeblichen Entdeckung des Virus propagierten, sogenannten mRNA-“Impfungen” auf das S-Gen zielen sowie auf das nach dessen Bauplan synthetisierte Spike-Protein. Wie alle seiner „Zunft“ besteht letzteres aus kettenförmig verbundenen Aminosäuren. Spezifisch für das Protein ist eine Umhüllung aus Zuckerverbindungen, sogenannten Glycanen. Eine von zwei Domains des Proteins, die Bindungs-Domain ist ein Enzym, welches Peptide und andere Proteine aufspalten kann. Dieses benutzt wie eine Art Schlüssel den ACE2-Rezeptor der Zelle, um so der genetisch kodierten, molekularen Struktur des Proteins Zugang zum Zellinnern zu verschaffen. Für den Transport selbst bedarf es allerdings mehr, wenn man auf technologischem Wege das körpereigene Immunsystem austricksen möchte. Beide, das Spike- wie das E-Protein (letzteres von Envelope wie Umhüllen abgeleitet) sind in der Konstruktion des Virus in dessen Hülle (Membran) angesiedelt; so die Lehrmeinung. Das Spike-Protein ist real, auch seine biochemischen Eigenschaften, mittels derer es mit Rezeptoren der Zellmembran koppeln kann, aber die Geschichte mit dem Virus, das sich des Proteins bedient, wartet immer noch auf den wissenschaftlichen Beweis.

    Das ist deshalb ein wichtiger Punkt, weil die Ereignisse hinter der vordergründigen Propaganda, wir hätten es mit einer allgemeinen, schweren Bedrohung durch ein Virus zu tun, Aufschluss über die genersalstabsmäßigen Vorbereitungen geben, die dazu führten, dass sich heute Menschen einem Impfexperiment verpflichtet fühlen und fest daran glauben, das würde sie vor SARS-CoV-2 und seine tausendfachen Nachfolger (Mutanten) schützen. BionTech hat 2019 einen Verlust von 180 Mio. eingefahren, sodass man nur staunen kann, warum sich Herr Sahin, dessen Forschungsschwerpunkt auf der Entwicklung von Medikamenten für die Krebstherapie lag, nach eigener Aussage, bereits am 12. Januar 2020 spontan die Idee kam, gegen das Virus einen sogenannten mRNA-“Impfstoff” zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, der, man staune, auf dem S-Gen basiert?

    Wenn man doch sofort “entdeckte”, dass das S-Gen der Knopf zur Rettung der Menschheit ist; warum testete man nicht auch sofort auf dieses wohl speziellere Gen und suchte sich stattdessen ein anderes heraus, das überhaupt kürzeste, welches in der Konstruktion des Virus auffindbar ist, nämlich das E2-Gen? Das E2-Gen beziehungsweise Envelope-Protein ist auch Symbol des Testwahns und der auf ihn zugeschnittene Test wird als einer auf das Virus verkauft. Das S-Gen respektive Spike-Protein ist Symbol des Impfwahns und die auf dieses bestimmte Protein zielende Impfung wird als eine gegen das Virus verkauft. Aber das, was man da verkauft, kann schwer auf Viren zielen, da man sie doch noch nicht einmal isoliert hat, weder beim Einen noch beim Anderen. Es zielt auf Proteine. Proteine sind Lebensbausteine und unverzichtbar für unseren Stoffwechsel. Der in Bezug auf die “Messung der Pandemie” nicht nur bei Wissenschaftlern inzwischen weltweit in die Kritik geratene RT-PCR-Test stellt also natürliche Prozesse innerhalb unseres Körpers im Labor nach.

    Der für das Protein erforderliche Abschnitt der DNS wird mit Hilfe der entsprechend kodierten Boten-Ribonukleinsäure (Boten-RNS; englisch mRNA für messenger RNA) aus dem entsprechenden DNS-Strang im Zellkern erstellt (transkribiert). Ein Art Adapter, die Transfer-RNS (englisch tRNA für transfer RNA) sorgt für die Übersetzung (Translation) in eine Aminosäuresequenz; das Protein, welches nun (auch mehrfach hintereinander) synthetisiert werden kann. Es gibt aber auch fremde zelluläre und nichtzelluläre Strukturen, die mittels eines Enzyms namens reverse Transkriptease ihr Erbgut, ihre RNS in die DNS der Zelle einbringen können. Der Prozess nennt sich reverse Transkription (RT für Reverse Transcription). Diese Fähigkeit spricht man Prokaryoten und auch Viren zu. Daraus resultiert schließlich auch der Name des Gesamtprozesses: Reverse Transcription — Polymerase Chain Reaction (RT-PCR, zu deutsch Reverse Transkription — Polymerase Kettenreaktion). Der in Bezug auf die “Messung der Pandemie” nicht nur bei Wissenschaftlern inzwischen weltweit in die Kritik geratene RT-PCR-Test stellt also natürliche Prozesse innerhalb unseres Körpers im Labor nach.

    Vor dessen Einsatz muss man natürlich die Substanzen isolieren; nein, nicht Viren, aber zum Beispiel Proteine. Dieser Prozess wird Reinigung, irritierenderweise aber auch Isolierung genannt. Das Ganze wird in den Medien und der Politik sprachlich immer wieder auf Viren bezogen. Dass dies nicht der Wahrheit entspricht, wissen alle im Metier Tätigen ganz genau. Ersetzen wir jedoch Viren (Genome) durch Gene und Proteine, dann werden die Dinge rasch klar. Denn um letztere geht es die ganze Zeit.

    Ich habe Verständnis, dass nicht jeder die Energie und Zeit aufbringen kann oder will, um diese Zusammenhänge zu erfassen. Dann bleibt man halt in dem Wust der täglichen Berichterstattung hängen, deren Sinn und Zweck darin zu bestehen scheint, einen Umbruch unserer Gesellschaften zu bewirken. Seit Mitte Dezember 2020 wurde aus dem Vereinigten Königreich über die zunehmende Verbreitung der SARS-CoV-2 Linie B.1.1.7 berichtet, die sich durch eine ungewöhnlich hohe Zahl an Mutationen insbesondere im viralen S-Protein auszeichnet. Man geht mittlerweile davon aus, dass diese Variante erhöhte Übertragbarkeit aufweist, die in einer höheren Reproduktionszahl resultiert. Experimentelle Studien zur weiteren Bestätigung der erhöhten Übertragbarkeit dieser Variante sind im Gange, aber von Natur aus zeitintensiv. Das ist pure Propaganda. Erstens existieren von diesen Genen naturgemäß in relativ kurzer Zeit Hunderte, wenn nicht gar Tausende Mutationen, und zweitens ist absolut nichts über eine erhöhte Infektiosität der Mutation bekannt. Hier wird schlicht ein Gerücht in die Welt gesetzt, gut erkennbar an: “Man [wer ist man? …] geht davon aus”; gekoppelt mit “Studien zu weiteren Bestätigung […] sind im Gange, aber von Natur aus zeitintensiv”. Hier geht es um nichts weiter als um die Erzeugung von Stimmungen. Die dann geschickt mit unbestrittenen Tatsachen gekoppelt werden.

    Die angebliche Mutation(en) des Virus wird über einen Umweg hergeleitet. Man vergleicht sequenzierte Erbsubstanz mit der von in den Datenbanken abgespeicherten Sequenzen. Kleine Veränderungen in, wie gesagt kleinen Sequenzen werden als Mutation des jeweiligen Gens gedeutet. Auch hier eine willkürliche Festlegung von Ursache und Wirkung. Der Eindruck entsteht, dass alles was man zuvor noch nicht kannte, für die Entdecker zuvor auch noch nicht existierte. Schwerwiegender im Falle Corona ist jedoch, dass die Mutation eines kleinen Gens bei den Wissenschaftlern zur Mutation eines Virus auswächst. Ein Virus, das — auch dies sei ein weiteres Mal betont — niemals vollständig isoliert und in Gänze nachgewiesen, sondern konstruiert wurde.

    Was jetzt passiert mit dieser Impfkampagne zeigt, die Menschen beginnen, Gott zu spielen. Hier wird programmiert! Menschliche Zellen werden quasi angewiesen, einen bestimmten Code zu schreiben — ganz wie in der Software-Entwicklung. Auch hier hat das Spike-Protein zurück eine allgemein bekannte Rolle: die Zellmembran zu durchdringen, um das Protein nach dem “Bauplan” des Gens in der Zelle erzeugen zu lassen. Diese Rolle ist nach dem Erkenntnisstand auch dann gültig, wenn das Gen NICHT Teil des SARS-CoV-2 — Virus ist. Der “Impfstoff” hat danach seine ebenfalls schlüssige Aufgabe: Er soll das Immunsystem dazu bringen, dieses Protein zu bekämpfen. Doch benötigt seine Boten-RNS (mRNA) für die Reise in die Zelle ein Vehikel. Dieses Vehikel tut genau das Gegenteil von dem, was die “Impfung” vorgibt, erzielen zu wollen. Es umgeht unsere Immunschranken. Womit ich zu den Lipid-Nanopartikeln komme. Es fällt auf, dass man bei Biontech in Bezug auf Impfungen plötzlich eine Holzhammer-Methode unterstützt, um massenhaft und eben ganz und gar nicht individualisiert, den Menschen mRNA zu spritzen. Dabei ist jeder Mensch in seinem Immunsystem einzigartig aufgestellt, ja es ist dann diesbezüglich auch noch in sich variabel und in seinem Möglichkeiten wie Erfordernissen von der “Tagesform” und den Umweltbedingungen abhängig. Was für den Einen ohne Folgen bleibt, kann für den Anderen lebensgefährliche Auswirkungen haben, weil der verabreichte Stoff für diesen toxisch wirkt.

    Es läge doch nahe, nach einer mRNA-“Impfung” den vermeintlichen Erfolg dadurch zu prüfen, dass man nachfolgend auf das S-Gen und kodiertes Spike-Protein auch testet. Denn dann würde schließlich offensichtlich, ob es eine zahlenmäßige Vermehrung oder Verminderung des Proteins gegeben hat. Um vergleichen zu können, müssten Tests auf das Gen natürlich auch vor massenhaften Injektionen mit dem “Impfstoff” erfolgen! Aber nein, es wurde und wird auf das E-Gen, ja sogar nur auf eine Teilsequenz desselben getestet. Dass das alles im Unklaren liegt, zeigen die Reaktionen auf den Wunsch der Menschen nach mehr Freiheit. Frau Merkel tönte noch vor Monaten, die Pandemie ist vorbei, wenn wir einen Impfstoff haben. Was nun, wir haben ihn und befinden uns im Lockdown. Lässt das nicht vermuten, dass auch das nur eine ihrer vielen Lügen war und in der Zukunft noch einige kommen werden? Dass das Ganze nicht der Gesundheit dient, sondern wirtschaftlichen und politischen Interessen. Warten wirs ab.

  • Rauschi 11. Februar 2021, 08:26

    Meine Frage ist ganz einfach: Haben sich die Menschen erst nach Erlaubnis nicht an die Beschränkungen gehalten oder wurde das nicht die ganze Zeit so gehandhabt? Warum haben die dann nicht sonst auch immer anderen angesteckt? Sind die Menschen mehr als 14 Tageinfektiös, weil Weihnachten war.
    Sie können mir aber auch sicher die Zunahme der Kinder bei Zunahme der Störche erklären, das kann ja nur zusammen hängen, oder?

    • Marc 11. Februar 2021, 09:05

      Es geht nicht um Verhaltensänderungen, sondern um die Reduzierung von Kontakten. Diese ändert die Infektiionswahrscheinlichkeit und zeigt sich in wissenschaftlichen Studien, die sie selbst verlinkt haben. Dass solche Maßnahmen wirken, ist wissenschaftlicher Konsens. Ob alle Maßnahmen sinnvoll sind und ob sie verhältnismäßig sind, ist noch unklar bzw. eine politische und/oder juristische Frage.

      • Rauschi 11. Februar 2021, 12:44

        Die Frage bleibt die gleiche, haben die Menschen die Kontakte begrenzt oder nicht, ganz einfach.
        Benötigen die dafür eine Vorgabe von Mutti, oder haben die das nicht ohnehin die ganze Zeit gemacht?

        Dass solche Maßnahmen wirken, ist wissenschaftlicher Konsens.
        Wäre mir neu, denn bislang wurde das nie so gemacht, bzw. immer auf echte „Gefährder“ begrenzt und nicht einfach allen eine potentielle Gefährlichkeit unterstellt.

        Nein, sowas gab es noch nie, von daher kann es gar keine Erkenntnisse darüber geben, was das bringt.

        • Marc 11. Februar 2021, 13:21

          Den Unterschied zwischen Offen und Lockdown sieht jeder an der Belebung der Innenstädte. So leer wie während des Lockdowns waren die nie und das ist nichts anderes als sichtbare Kontaktreduzierung.

          Nein, sowas gab es noch nie, von daher kann es gar keine Erkenntnisse darüber geben, was das bringt.

          Es gibt jetzt zur aktuellen Pandemie zahlreiche Studien, sie haben eine davon selbst verlinkt.

          • Rauschi 11. Februar 2021, 13:44

            Es gibt jetzt zur aktuellen Pandemie zahlreiche Studien, sie haben eine davon selbst verlinkt.
            Ja und exakt die belegt, das die „harten“ Massnahmen gar keine bzw. nur einen minimalen Effekt in wenigen Ländern hatten.
            Sie haben aber die ganze Zeit das glatte Gegenteil behauptet.
            Auch wenn viele Leute in der Innenstadt rumtoben würden, haben die alle untereinander keinen Kontakt, der nach Vorgabe Gesundheitsamt ( das ist auch das einzige Kriterium, das ich gelten lasse, nur für die sollen wir unter 50 oder 35 oder welchen absurden Wert sich jemand demnächst ausdenken könnte) zu einer Ansteckungsgefahr führt.
            15 Minuten näher als 1,5 Meter face to face im Gespräch, nicht, nebeneinander an der frischen Luft gehen oder stehen oder sonst was machen.
            Ich habe in jeder Innenstadt immer gleich viel Kontakt, nämlich gar keinen, egal, wie voll es da auch sein mag.
            Ist das bei den anderen Menschen anders?

          • Rauschi 11. Februar 2021, 13:46

            Ach ja, die Studien, ich erinnere mich noch lebhaft an die zahllosen Studien zu Alltagsmasken, das war aber dann doch wohl eher eine Lachnummer, newa?

    • CitizenK 11. Februar 2021, 10:11

      Meine Frage nach einer alternativen, überzeugenden Interpretation des Kurvenverlaufs ist noch nicht beantwortet. Gegenfragen sind keine Antworten.

      Allenfalls kann ich die nicht gerade originelle Sottise von den Störchen und den Babys deuten als: Zufall. Na dann.

      • Rauschi 11. Februar 2021, 12:56

        Meine Frage nach einer alternativen, überzeugenden Interpretation des Kurvenverlaufs ist noch nicht beantwortet.

        Weil Sie nicht mal die Originaldaten nehmen, sondern so einen Schmuh von Welt oder Zeit oder sonst einer Zeitung. Die Quelle der Wahl ist immer das RKI!
        So, was stellt ich da fest, da gibt es überhaupt keinen einheitlichen Trend für die besagt Zeit.

        Ich nehme nur mal Sachsen als Beispiel raus, nachlesen müssen Sie selbst, ich habe den Link oft genug gepostet:
        17.11 Inzidenz: 172.9
        24.11 Inzidenz 193.5
        08.12 Inzidenz 319
        22.12 Inzidenz 427
        04.01 Inzidenz 323
        12.01 Inzidenz 342

        Wo kann ich da eine Beule erkennen?
        Sie kennen aber schon die ganzen Meldeverzüge, die dazu führen, das man keinerlei sinnvolle Aussage zu irgendeiner Zahl machen kann?

        ich weigere mich schlicht, so eine unsinnige Annahme, wie alle Familienbesuche waren unverantwortlich und deswegen sind die Zahlen wieder gestiegen, auch nur in Betracht zu ziehen.
        Da müssen Sie schon mit etwas sinnvollerem als steigenden Zahlen um die Ecke kommen.
        Nein, Sie sind in der Beweislast, nicht ich, denn Sie wollen ja die Menschen weiter zwingen, gegen die eigene Natur zu handeln, weil sich da sonst irgendwas irgendwie ausbreiten könnte.

        Interpretation eines Kurvenverlaufes? Anhahnd welcher Daten wollen Sie denn da welchen Zusammenhang sehen?
        Warum war das in Schweden nicht der Fall, sind die etwa keine Familienmenschen, oder was?
        Nichts, aber wirklich gar nichts können Sie an überzeugenden Argumenten vorlegen und eine Kurve zeigt keine Ursachen sondern nur Entwicklungen, was sollte das beweisen?

  • CitizenK 11. Februar 2021, 09:01

    Die FAZ listet heute einige handwerkliche Fehler der aktuellen Politik auf:

    „Während sich in anderen europäischen Ländern die Bürger kostenlos auf Corona testen lassen können, hält Deutschland die Zahl der Tests weiter künstlich knapp, testet nur Kontaktpersonen Infizierter und bestimmte Berufsgruppen.

    Doch gemessen daran, wie wichtig es wäre, die vielen symptomfrei Infizierten zu finden, die das Virus unbemerkt weitergeben können, müssen Testwillige noch immer zu hohe Hürden überwinden.

    …, als seien ordnungsgemäße Verwaltungsabläufe wichtiger als eine effektive Pandemiebekämpfung. Da wurden mit viel Aufwand fälschungssichere Gutscheine für FFP2-Masken entwickelt, von der Bundesdruckerei gedruckt, an die Krankenkassen geschickt, die sie wiederum an ihre Risikopatienten schickten. Statt einfach jedem Haushalt einen Packung in den Briefkasten zu werfen, wie Mecklenburg-Vorpommern das gerade macht.“

    Das sehe ich auch so und verstehe es nicht.

    • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 09:23

      Der Artikel beginnt weit rabiater und bleibt im Ton hart. Er kritisiert die enorme Selbstzufriedenheit, er bemängelt die Einfallslosigkeit der Politik und die Unfähigkeit wie schildbürgerhafte Bürokratie der Verwaltung. In jedem Unternehmen wären ob solchen Totalversagens Köpfe gerollt.

      Falls Sie darin den Grundtenor meiner Artikel wiedererkennen – gut!

      • CitizenK 11. Februar 2021, 10:08

        „Einfallslosigkeit der Politik und die Unfähigkeit wie schildbürgerhafte Bürokratie der Verwaltung“

        Das sehe ich auch so. Die Alternative war aber nicht, auf Kontakbeschränkungen zu verzichten.

        • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 11:12

          Kontaktbeschränkungen sind ein weites Feld. Während den einen es am liebsten wäre, jeder der 83 Millionen Deutsche hätte einen eigenen Käfig, in den man ihn einsperren könnte, reichen mir weitreichende Kontaktbeschränkungen für Infizierte und „vulnerable Gruppen“. Das sind sehr große Unterschiede.

      • Stefan Sasse 11. Februar 2021, 10:53

        Ich teile die harsche Kritik, aber die Idee, dass dafür in jedem Unternehmen Köpfe gerollt wären – vor allem die der Verantwortlichen – ist lachhaft.

        • CitizenK 11. Februar 2021, 11:06

          Darauf kommt es auch gar nicht an. Dieser immer wieder herangezogene Vergleich ist so verfehlt, wie den Staat als „Dienstleister“ zu sehen. Dies würde ein Vertragsverhältnis voraussetzen. Das Verhältnis vom Bürger zum Staat ist aber das gerade nicht. Müsste ein Jurist eigentlich wissen.

          • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 11:12

            Was ist denn der Staat für Sie wenn nicht Dienstleister?

            • CitizenK 11. Februar 2021, 11:47

              Der Staat hat hoheitliche Aufgaben und Befugnisse. Einen Dienstleister können Sie heuern – und feuern. Da sind Sie der Chef. Dass das beim Staat anders ist, erleben Sie doch selbst immer wieder bei der Steuerprüfung. Oder wenn Sie zu schnell fahren. Ein Dienstleister, der mich einsperren kann, wenn ich seine Regeln nicht befolge – was für ein abwegiger Vergleich.

              In den Staat werden wir hineingeboren. Das können wir uns so wenig aussuchen wie die Familie. Mit der hat der Staat mehr gemeinsam als mit einem Dienstleister-Vertragsverhältnis. Von einer Schicksalsgemeinschaft zu reden ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber auch ganz nicht abwegig. Auch Sie hängen mit drin, können Frau Merkel nicht feuern, so gern Sie das täten. Besonders schicksalhaft zeigt sich das bei der Wehrpflicht, die ja nicht endgültig abgeschafft ist. Schon bei der Zertifizierung von Impfstoffen können Sie nicht einfach einen anderen „Dienstleister“ beauftragen, weil es zu langsam geht.

              Das sind schon mal gravierende Unterschiede.

              Der Gedanke, die Politiker seien unsere „Angestellten“, die man bei der nächsten Wahl „feuern“ kann, findet sich bei Tocqueville. Vor dem Hintergrund der absolutistischen Herrschaft in seiner Heimat im Überschwang der Begeisterung über die Freiheiten in den USA mag das angehen. Mit der aktuellen Wirklichkeit in der Bundesrepublik Deutschland hat es wenig zu tun.

              • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 12:44

                Die hoheitlichen Aufgaben sind durch Gesetze verliehen und damit durch den demokratischen Prozess bestimmt. Souverän über den demokratischen Prozess ist der Bürger, mithin wir alle. In anderen Worten: wir bestimmen durch Wahlen, was die Aufgabe des Staates ist und was nicht.

                Genauso verhält es sich mit den Steuergesetzen und Strafgesetzen. Übrigens enthalten auch Verträge oft Vertragsstrafen – für beide Seiten. Wir als Gemeinschaft bestimmen, welche Regeln zu gelten haben. Das ist im Verein und auch Unternehmen nicht anders, auch wenn dort die Regeln anders gesetzt werden. Das Prinzip bleibt das Gleiche.

                Eine Mehrheit im Deutschen Bundestag kann bestimmen, dass die Flugsicherung nicht mehr von Beamten, sondern privaten Sicherheitsfirmen erledigt wird. Der Deutsche Bundestag kann festlegen, dass es keine Strafen für Steuerhinterziehung gibt. Das alles können wir tun und die Bundeskanzlerin sowie die angeschlossenen Behörden müssen dies exekutieren.

                Und natürlich können wir die Bundeskanzlerin feuern. Wir müssen dazu nur Parteien und Abgeordnete wählen, die sie nicht unterstützen. Das ist das Grundprinzip der Demokratie. Und jeder Staatsgewalt muss auf diesem Wege demokratisch legitimiert sein und geht damit vom Souverän, dem Bürger, aus.

                • CitizenK 11. Februar 2021, 21:09

                  Sie wissen, dass ich das auch weiß. Also, was soll das?

                  • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 21:11

                    Wenn Sie’s wissen – dann suchen sich doch bitte den Anknüpfungspunkt für eine Debatte. Ich weiß, dass es nicht Ihre Absicht ist, aber mit Ihrer Methode versuchen Sie eher den anderen vorzuführen. Andere machen das mit Absicht, Sie aus Versehen.

                    • CitizenK 11. Februar 2021, 21:32

                      Nach meinem Verständnis kann man „jemand vorführen“ nur mit Absicht, nicht aus Versehen.

                      Ich halte die „Dienstleister“-Sicht des Staates für verfehlt. Warum, habe ich dargelegt. Der „Gesellschaftsvertrag“ der politischen Theorie ist etwas völlig anderes als ein Vertrag zwischen zwei Rechtssubjekten.

                      Sie beklagen regelmäßig, dass Sie für Ihre Steuern nicht die erwarteten staatlichen Leistungen. Ich will auch einen besseren Staat, aber auch für diejenigen, die weniger oder gar keine Steuern zahlen (können). „One man – one vote“ und hat die Vorstellung abgelöst, nur wer das Gemeinwesen mit-finanziert, darf mit-entscheiden. Längst allgemein akzeptiert.

                      Ich tippe mir die Finger wund mit Gedanken, wie man (aus meiner Sicht) den Staat verbessern könnte – und Sie schreiben: Der CitizenK hält das „autonome“ Gebilde von unveränderbar. Ob da eine Diskussion noch einen Sinn hat?

                    • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 22:19

                      Sie verwenden die Technik.

                      Der Staat ist nicht einfach da. Er ist durch Verfassung, Gesetze und Institutionen definiert. Außerhalb der Grundrechte ist praktisch alles durch den Souverän änderbar. Und der Souverän ist das deutsche Volk in Gänze. Warum ist der Staat da? Was ist sein Sinn und Zweck? Der Amtseid der Bundeskanzlerin lautet, dem deutschen Volke zu dienen. Was nicht vorkommt: „dem Staat“ zu dienen. Was darin vorkommt: Das Wort „dienen“. Und dieses Wort steckt zufällig auch im Dienstleister. Womit ist also der demokratische Staat in unserem Leben vergleichbar? Ich weiß, Sie sind Anhänger der Theorie, der Staat sei etwas so Besonderes, dass er mit nichts vergleichbar sei. Ich halte das für abgehoben. Wir entwickeln auf Grundlage von Vergleichen. Wir vergleichen neue Technologien mit alten. Und das Grundgesetz sagt eben auch, dass alles, was neu hinzukommt – wie z.B. Steuern – diese immer kategorisiert und verglichen werden müssen. Versucht der Gesetzgeber, etwas Neues, nie Dagewesenes zu schaffen (wie z.B. die Abgabe für die Atomenergiekonzerne) bewegt sich außerhalb der Verfassung. Wir dürfen, ja wir müssen also vergleichen.

                      Ich halte den Staat nicht mit einem Industrieunternehmen oder Handelskonzern vergleichbar. Ich halte ihn auch nicht mit der Ehe oder Familie, mit einem Verein oder der Kirche vergleichbar. Solche Vergleiche fallen mir nur ein, wenn ich Menschen, die grundsätzlich dem Staat gegenüber, sagen wir, freundlich gegenüber gesinnt sind, zuhöre. Der Staat erscheint dann als gutes Familienmitglied oder alternativ wie eine Ersatzreligion. Sie schütteln jetzt sicher mit dem Kopf, aber das fällt mir auch manchmal bei Ihren Texten ein. Meine Sicht wiederum ist nicht die der Familie oder Religion, sondern eben des Dienstleisters.

                      Sie beklagen regelmäßig, dass Sie für Ihre Steuern nicht die erwarteten staatlichen Leistungen.

                      Ich argumentiere, im Unterschied wie Sie es verstehen, nicht aus individueller Sicht. Das zeigt sich überdeutlich darin, dass ich hierzu Studien, Vergleichswerte und Durchschnittsbelastungen heranziehe. Als Individuum komme ich in Studien nicht vor, ich bin kein Vergleichswert und ich bin kein Durchschnitt.

                      Das sind Punkte, wo Sie mich grundsätzlich missverstehen. Warum ist das so, frage ich Sie. Ist es wirklich unpräzise, wenn ich schreibe, wir würden sehr hohe Steuern zahlen? Ich kenne Ihre Steuerlast nicht und werde meine sicher nicht publik machen. Folglich ist das „Wir“ doch sehr abstrakt.

                      Ich lese nicht, wo Sie den Staat verbessern wollen. Also, soweit es nicht um ein Mehr an Geld für den Staat geht. Da, das stimmt, haben Sie in den Jahren immer viel geschrieben. Wir brauchen mehr dies und mehr das. Weniger, wir brauchen besser. Bessere Staatsdiener z.B., qualifiziertere, flexiblere, engagierte. Ein Brainstroming in der öffentlichen Verwaltung usw. Sie machen den Eindruck, als wäre das Impfdesaster und unglückseliger Zufall und nicht Glied einer Kette, in der sich Staatsversagen an Staatsversagen reiht.

                      Ich habe es schon einmal an Sie geschrieben: viele Staaten haben etwas, wo sie richtig gut sind. Die Amerikaner, was Liberalität und Sicherheit betrifft. Die Skandinavier im sozialen Ausgleich und dem Engagement, Benachteiligte in die Gesellschaft zu integrieren. Die Schweiz in der Effizienz öffentlicher Leistungen. Die Chilenen in der Freiheit in einem Umfeld dirigistischer staatlicher Systeme. Uruguay in der Gleichheit der Gesellschaft. Das Baltikum in der Modernität des Staatsaufbaus.

                      Deutschland hat all das nicht, ist überall bestenfalls Durchschnitt. Das einzige, wo Deutschland Spitze ist, ist die Belastung derjenigen, welche den Kern jeder Gesellschaft bilden, das Rückgrat, die Erwerbstätigen. Wenn Sie verbessern wollen, müssen Sie sich diesen Fragen stellen. Darüber diskutiere ich sehr gerne mit Ihnen.

            • Stefan Sasse 11. Februar 2021, 13:56

              Tautologisch, aber „der Staat“?

              • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 20:59

                CitizenK meint, „der Staat“ sei ein autonomes Rechtsinstitut, an dem wir nichts ändern könnten. Wie das Wetter und Hefepilze. Der Staat hat (eine) Funktion(en), welche durch demokratische Entscheidungen bestimmt werden.

                • CitizenK 11. Februar 2021, 21:08

                  „Wie das Wetter und Hefepilze“

                  Was ist ein „atonomes Rechtsinstitut“?

          • Stefan Sasse 11. Februar 2021, 13:55

            Völlig richtig.

          • popper 11. Februar 2021, 15:54

            Dies würde ein Vertragsverhältnis voraussetzen.

            Verträge sind auch durch konkludentes Handeln gültig, der Haken dabei ist, dass die Parteien den Mangel an schriftlicher Fixierung dazu nutzen, gegenseitige Ansprüche und Verpflichtungen zu bestreiten.

            Der Staat ist schon per definitionem Dienstleister. Dafür verlangt er z.B. Steuern. Denn die Produktionstätigkeit öffentlicher Haushalte besteht darin, Sachgüter und Dienstleistungen von Unternehmen zu erwerben und hieraus unter Einsatz eigener Produktionsfaktoren öffentliche Dienstleistungen zu erbringen.

        • Stefan Pietsch 11. Februar 2021, 11:09

          Dafür kennst Du die Unternehmenswirklichkeit zu wenig. Nur mal eine Zahl: Durchschnittlich hält sich ein CEO knapp 2 Jahre auf seinem Posten. Die Zeit ist so kurz (ähnlich wie bei Profifußballtrainern), weil die Eigentümer bei Mißerfolg sehr schnell die Geduld verlieren. Kurze Verweildauern in Spitzenpositionen sind übrigens auch meine Erfahrung.

  • Rauschi 11. Februar 2021, 13:58

    Mal ne grundsätzliche Frage:

    Wenn ich anhand sinkender Zahlen Angst vor der Mutation haben muss und dass es ja viel schlimmer kommen könnte, was machen wir dann erst bei steigenden Zahlen?

    Ist 0,035% der Bevölkerung, die sich in 7 Tage mit etwas infizieren darf, das in 90% der Fälle keine Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hat wirklich ein sinnvolles Ziel oder sollten wir nicht lieber auch daran gehen, alle seltenen Krankheiten heilen zu wollen, das trifft immerhin 0,05% der Bevölkerung?

    • Marc 11. Februar 2021, 15:01

      Gründen sie eine Bewegung oder Partei und setzen sie ihre Idee politisch um.

      • Rauschi 11. Februar 2021, 15:48

        Schon passiert.
        Und nun?

        Was hat das mit meiner Frage zu tun?
        Nichts?
        Gut.

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