Der Mord an einem Kind

Am vergangenen Montagmorgen ereignete sich im Frankfurter Hauptbahnhof ein Drama, das wahrscheinlich niemanden kalt gelassen hat. Um 10 Uhr schubste ein 40jähriger Mann eine Mutter mit ihrem Kind vor einen auf Gleis 7 einfahrenden ICE. Während sich die Frau ins Zwischengleisbett retten konnte, hatte ihr achtjähriger Sohn keine Chance. Der Junge wurde vom Zug erfasst und erlag seinen Verletzungen. Der vermutliche Täter versuchte unmittelbar nach seiner unfassbaren Tat noch eine betagte Rentnerin ebenfalls auf die Schienen zu stürzen und floh danach, bevor er von einem Polizisten in Zivil dingfest gemacht werden konnte. Der Fall ähnelt frappierend der Tötung einer Mutter in Voerde (NRW), die zehn Tage zuvor von einem polizeibekannten Kleinkriminellen vor einen Regionalexpress gestoßen worden war und dabei ihr Leben verlor. Nachahmung oder nicht, diese Tage verändern die Republik.

Als die Meldung am Montag auf meinem Handy aufpoppt, macht sich bei mir unwillkürlich ein Gefühl der Betroffenheit breit. Ich kenne das Frankfurter Drehkreuz der Bahn wie meine Westentasche. Von Gleis 8 fährt meist der Zug in meinen Heimatort, gegenüber ist ein großer Kiosk, in dem ich oft stöbere. Mein Neffe, der mir sehr nahe ist, ist jetzt 7 Jahre. Mein Bruder starb eine Woche vor seinem neunten Geburtstag, als er von einem LKW überrollt wurde. Egal, was noch über die Tat ans Licht kommt, wie viele Kerzen von den toten Jungen angezündet, Mahnwachen gehalten und den Eltern Trost gespendet wird – gestern verlor auch eine junge Frau den wesentlichen Teil ihres Lebens.

In jeder Gesellschaft mit zivilen Regeln des Zusammenlebens gilt ein Grundkonsens. Niemand vergreift sich an Kindern. Sie sind unschuldig und sie sind die Zukunft von jedermann. In den sozialen Netzwerken wie unter den jeweiligen Berichten im Internet bricht sich vor allem Wut und blanker Hass Bahn. Auch meine Gefühle changieren irgendwo zwischen Kastrieren und Foltern nach libyschem Modell und Aufknüpfen. Niemand braucht hier einzuwenden, dass das nicht zivilisiert sei. Das weiß ich, mein Urteil ist eigentlich immer moderat. Der Leser möge mir meine Emotionalität an dieser Stelle verzeihen.

Überblende: vor wenigen Tagen schoss im hessischen Ort Wächtersbach, zwischen Vogelsberg und Spessart gelegen, ein Frührentner auf einen jungen Mann, offensichtlich völlig grundlos. Kurz nach dem Anschlag richtet sich der Schütze in seinem Auto selbst, im 8 km entfernten Biebergemünd. Der Tatort in dem hessischen Städtchen, das später als „Dorf“ beschrieben wird, ist nicht so klein, wie es klingt. Es besitzt keine Schönheit und das Beste, was es jahrzehntelang dort gab, war eine Eisdiele. Aufregung kannten die Menschen dort seit Jahrzehnten nicht. Die größten Arbeitgeber sind die Handelskette Globus und ein Zulieferer der Automobilindustrie. In dieser so friedlichen Provinz bin ich sechs Jahre zur Schule gegangen, wenige Laufmeter von dem Platz entfernt, wo ein Einheimischer zum Mörder werden wollte. Ich bin in der Nachbargemeinde aufgewachsen und habe während meiner Studienzeit dort Post ausgetragen. In den Jahrzehnten gab es nichts, was Wächtersbach mit Gewalt in Verbindung brachte. Bis letzte Woche.

Das Verbindende all dieser zutiefst verstörenden Taten ist, dass sie zwischen verschiedenen Ethnien begangen wurden. Menschen, die sonst nichts miteinander zu tun hatten, hassen sich so, dass sie töten. Der kleine Junge auf den Gleisen war von einem Eritreer geschubst worden, der nach illegaler Einreise vor 13 Jahren in der Schweiz Asyl erhielt. Kurz zuvor galt der Familienvater noch als vorbildlich integriert, bevor er erst eine Nachbarin mit dem Tod bedroht und anschließend nach Deutschland flüchtete. Auch die 34jährige in Voerde wurde von einem hier lebenden Serben angegangen, der zuvor nur als Kleinkrimineller registriert worden war. Dass er offensichtlich psychopathische Züge gegenüber jeden zeigte, der ihm über den Weg lief, wurde nicht justiziabel. Und der Mann aus dem beschaulichen Wächtersbach war ein Rassist, der ebenfalls auf einen geflüchteten Eritreer schoss.

Bei diesen Tiefpunkten nehmen sich die Randale von jungen Männern „afrikanischer Herkunft“ in Düsseldorf nur als Nebenrauschen aus, weswegen nicht nur im medialen Feuer stehenden Rheinbad umfangreichere Einlasskontrollen und Überwachungsmaßnahmen eingeführt werden müssen.

Etwas zerbricht in diesem Land. Mag sein, dass das auch andernorts so ist. Aber wenn ich in New York, südlich der Market Street in San Francisco oder in Toronto war, wusste ich eben, dass bestimmte Gegenden nicht sicher sind. Einerseits sind diese Weltstädte ethnisch sehr heterogen, ein bunter Reigen verschiedenster Kulturen. Es ist das, was der aus der Mode gekommene Begriff von multikulti blumig beschreiben sollte. Aber wo Menschen unterschiedlicher Herkunft, Werte, Überzeugungen und Zielen zusammenziehen, steigen die Konfliktpotentiale, die im schlimmsten Fall in kriegsähnlichen Zuständen gipfeln.

In manchen Ballungsräumen in Deutschland, vorneweg dem Schmelztiegel Berlin, haben sich solche kalten Kriegsgebiete längst gebildet. Gebiete, wo ein anderes Recht herrscht als das Grundgesetz. So hat die Berliner Politik schon häufig diskutiert, über bestimmte Straftaten großzügig hinwegzusehen, sei es der Drogenhandel in Neukölln, die Zuhälterei in der Kurfürstenstraße, das regelmäßige Abfackeln von Privatautos und vorneweg die mafiösen Clans in Neukölln, Wedding, Moabit und Kreuzberg. Die Diskussionen versanden öffentlichkeitswirksam, doch auf den Straßen wird das Wegschauen gelebt.

Die jüngste Bundeskriminalstatistik listet knapp 2,1 Millionen Mehrfachtatverdächtige im Jahr 2018 auf. Hiervon sind 708.000 ausländischer Herkunft, mehr als jeder Dritte, obwohl der Ausländeranteil nur bei 13% liegt. Dabei sind jene Tatverdächtigen noch nicht unterschieden, die zwar einen deutschen Pass besitzen, migrationstechnisch aber (noch) nicht angekommen sind. Denn zu oft musste in den letzten Jahren bei spektakulären Straftaten wie Terroranschlägen registriert werden, dass bisher ungeahndete Verbrechen von jungen Männern verübt werden, die Werte und Regeln des Landes nicht akzeptiert haben. Wenn Machos aus türkisch- oder arabischstämmigen Elternhäusern Hochzeitskorsos oder gleich Sit-ins auf Autobahnen veranstalten, illegale Autorennen ausrichten und Poser im Straßenverkehr zunehmen, handelt es sich nicht einfach um neue Jugendtrends. Weit überproportional sind Täter und Verursacher solche, die ihre kulturellen Wurzeln nicht im westlichen Abendland verorten.

Die Selbstberuhigungskapseln des sich selbst als aufgeklärt gebenden Bürgertums rund um die Grünen helfen nicht wirklich. Natürlich ist immer nur ein Bruchteil von Menschen extrem gewalttätig und wird spürbar auffällig für die Sicherheitskräfte wie Justiz. Die Verurteilung zu Haftstrafen ist ja nur ein Extremausschlag, dass Menschen Normen der Gesellschaft ablehnen. Unterschwellig und daher statistisch nicht auffällig ist der gesamte Bereich darunter, angefangen beim Wegschauen von Straftaten, der gütlichen Beilegung von strafrechtlich relevanten Taten durch Verzicht auf Anzeigen bis hin zu Strafbefehlen der Staatsanwaltschaften. Bei vielen der in den letzten Jahren begangenen spektakulären Taten trafen diese verdeckenden Elemente zu. Gerade der Kosovo-Serbe von Voerde machte den ganzen Katalog durch, ohne statistisch als gefährlich aufzufallen. Doch tatsächlich drangsalierte er jahrelang jeden in seiner Umgebung auf das Übelste, ohne dass der Staat entsprechend zugreifen konnte. Das galt auch für Habte Araya, den Mörder von Frankfurt, nach allem, was nun bekannt wird. Schon länger vor der mörderischen Tat lief der Eritreer umgangssprachlich ausgedrückt aus dem Ruder, ohne dass Gesellschaft oder Politik Vorwürfe zu machen wären.

Mit anderen Worten: selbst bestens integriert erscheinende Zuwanderer haben oft ein Leben lang mit substanziellen Konflikten zwischen ihren Werten, geprägt durch ihre Kultur, Minderwertigkeitskomplexen und anderen Faktoren und den in ihrer Wahlheimat gelebten Überzeugungen zu kämpfen. Habte Araya hatte oberflächlich alles, was für ein einfaches, zufriedenes Leben erforderlich ist: Familie, Job und Einkommen, gesellschaftlich Anerkennung. Es ist leider auffällig, auch wenn es sich immer nur um verhältnismäßig wenige Fälle handeln kann, dass solche Veränderungen Menschen mit Migrationshintergrund weit häufiger betrifft als solche aus der Kerngesellschaft.

Es ist eine wichtige, noch unbeantwortete Frage, warum das so ist. Auf der anderen Seite zeigt die zunehmende Radikalisierung von gesellschaftlichen Gruppen, dass es Grenzen der Aufnahmebereitschaft gibt. Auch wer das für sich selbst ablehnt, die Symptome sind in jedem Einwanderungsland zu erkennen. Die Beispielfälle nehmen zu, in denen allein die Sorge vor ungesteuerter und damit ungewollter Zuwanderung Wahlen entscheidend beeinflussen. Der BREXIT hat seine Ursache mit einiger Berechtigung bei der Politik der offenen Grenzen, vorangetrieben von Deutschland. In Italien regiert seit kurzem eine ausländerfeindliche Partei, in Spanien, ebenfalls gebeutelt von Flüchtlingswellen, kippt eine noch kleine Partei von Rechtsextremisten die Mehrheitsverhältnisse. In unseren Nachbarländern liefern sich nicht mehr Rechte und Linke, sondern Ultraliberale mit Reaktionären Kämpfe um die Macht. Und auch in Deutschland kippen die Rechtspopulisten von der AfD die Verhältnisse, radikalisieren sich und die Gesellschaft dabei weiter.

Wenn es eine Lehre aus den dramatischen Ereignissen der letzten Tage gibt, dann muss es die sein, dass die immer noch zahlenmäßig starken gemäßigten Kräfte migrationsoffener wie zuwanderungskritischer Schichten sich aufeinander zubewegen und die gegenseitigen Positionen mehr respektieren müssen. Einstweilen gilt es mit einer Familie zu trauern, die um das Liebste in ihrem Leben gebracht wurde.

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  • GerdHeiner 31. Juli 2019, 14:09

    Voller Konsens, ausgezeichneter, ausgewogener Beitrag!

  • Stefan Sasse 31. Juli 2019, 14:30

    Letzten Samstag schubste ein 28jähriger eine 34jährige in Düsseldorf vor einen Zug. Der Täter war Deutsch. Galt vorher auch als integriert.

    Du kannst natürlich eine solche Tat zum Anlass der Ressentimentpflege nehmen, aber es ändert nichts daran, dass es Arschlöcher überall gibt. Auch in Eritrea und Serbien.

    • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 14:40

      Du hast überhaupt nicht den Punkt verstanden, worum es mir geht, Stefan. Dein Argument jedenfalls führt dazu mit einigem Recht behaupten zu können, dass es in Eritrea und Serbien offensichtlich weit mehr Arschlöcher gibt.

    • CitizenK 31. Juli 2019, 23:00

      Hätte die Tat auch in Budapest geschehen können? Ja, denn auch Ungarn ist im Schengenraum. Der Täter wäre an der Grenze ebenfalls nicht gefasst worden.

      Hätte der Autor den Artikel auch geschrieben, wäre der Täter ein („richtiger“) Deutscher? Ganz sicher nicht, denn er macht die Ursache ja an kulturellen Unterschieden fest.

      Meine Tageszeitung hat in den letzten Wochen zwei Mal von (bio-deutschen) Vätern berichtet, die jeweils zwei ihrer eigenen Kindern ermordet hatten. Darüber erschien hier nichts. Ich wundere mich daher schon etwas, dass dieser Artikel als so ausgewogen angesehen wird.

  • R.A. 31. Juli 2019, 14:33

    Sehr guter Beitrag.

    Wichtig ist m. E. gerade die Gegenüberstellung von Wächtersbach und Frankfurt. Und zwar nicht im Sinne eines Aufrechnens sondern um zu zeigen, daß es in erster Linie ein allgemeiner Gruppenkonflikt ist und man nicht einfach einer Seite die Schuld zuschieben kann.

    Solche Konflikte – gerade zwischen Einheimischen und Zuwanderern – gab es natürlich schon immer (wie es in Europa auch immer Zuwanderung gab), die gab es auch im Nachkriegsdeutschland immer. Aber in den letzten Jahren sind sie massiv eskaliert.

    Und das hat m. E. wenig zu tun mit dem speziellen kulturellen Hintergrund der Zuwanderer (Kulturelle Unterschiede sind natürlich immer ein gewisses Konfliktpotential), sondern mit Angst vor Kontrollverlust (und deswegen verstärkt das gleichartige Gefühle gegenüber der EU).

    Es hat eben nie eine Diskussion oder einen expliziten Beschluß gegeben, x Flüchtlinge aus Syrien oder y Leute aus Eritrea in Deutschland aufzunehmen. Ein solcher Beschluß hätte natürlich auch Gegner gehabt, aber mit einer demokratischen Mehrheit und insbesondere einer klaren Grenze pro Beschluß wäre das weithin akzeptabel gewesen.

    Nach deutscher Gesetzeslage sind es aber die Migranten die beschließen, nach Deutschland zu kommen und dort Versorgung und Aufenthaltsrecht in Anspruch zu nehmen. Die Deutschen müssen das hinnehmen, sie werden nicht gefragt und es wird auch nie geprüft, ob es noch genug Aufnahmekapazität gibt.

    Eine solche Konstruktion – die letztlich auf eine Entrechtung der deutschen Bevölkerung hinausläuft – kann auf Dauer nicht gutgehen, selbst wenn es viel weniger Probleme mit den Migranten gäbe als derzeit.

    Das Problem ist also nicht die Einwanderung per se. Es wird m. E. auch künftig eine Mehrheit für Einwanderung geben können, wenn man die Rahmenbedingungen vernünftig formuliert.
    Aber die aktuelle Gesetzeslage ist völlig unhaltbar und wenn sich da nichts tut, werden wir auch hier Wählermehrheiten wie in Italien oder GB bekommen.

    • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 14:57

      (..) sondern um zu zeigen, daß es in erster Linie ein allgemeiner Gruppenkonflikt ist und man nicht einfach einer Seite die Schuld zuschieben kann.

      Eben. Diese enormen Konflikte mit Gewaltexzessen gibt es in den USA wie Brasilien, in Russland wie in den Ländern mit kolonialem Erbgut. Deutschland war sehr lange eine sehr homogene Gesellschaft, die Anfang der Neunzigerjahre erste Risse bekam, als Millionen Spätaussiedler zuwanderten. Wir haben uns längst von dieser heimeligen Gesellschaft verabschiedet und diese Abschied fällt noch vielen schwer. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass wir uns damit dauerhafte, eben auch gewaltsame Konfliktpotentiale eingehandelt haben, die nicht vergehen werden.

      • Kning4711 31. Juli 2019, 15:15

        Die von Ihnen angesprochenen Konfliktpotentiale werden aber eben auch begünstigt von einer zunehmenden verlotterten staatlichen Infrastruktur.
        Personalnotstand bei staatlichen Institutionen machen den Rechtstaat zum zahnlosen Tiger – wer keine Sanktion zu fürchten hat, der wird weiter auf dem Staat und damit der Gemeinschaft herumtrampeln. Polizei ohne Reserve, die stellenweise vor kriminellen Banden und Clans kapitulieren muss, Strafverfahren die nicht durchgeführt werden können da die notwendigen Staatsanwälte fehlen, Prozesse die sich lange verzögern, Strafvollzug der Mangel verwaltet, Behörden, die Anfragen nur nach langer Zeit bearbeiten, Jugendämter, die zu wenig Personal haben um hinzuschauen und zu helfen. Schulen und Jugendclubs, die in strukturschwachen Gegenden geschlossen werden und die Perspektivlosigkeit vergrößern.

        Ja, es ist was rutschen gekommen in diesem Land – der Kit der unsere Gesellschaft zusammenhält sind die staatlichen Einrichtungen – leider ist ihre Leistungsfähigkeit sehr bedroht. Schlechte Aussichten für eine Gesellschaft, die sich immer größeren Herausforderungen gegenübersieht.

        • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 16:06

          Vor 20 Jahren gab es in Deutschland 229.000 Polizeibeamte, heute sind es 244.000. Die Konsequenz aus Ihrem Kommentar ist, dass das Leben in Deutschland gefährlicher geworden sei, weshalb mehr Sicherheitskräfte notwendig seien. Doch das stimmt ja nicht. Folglich gibt es einen anderen Schluss, nämlich der, dass bestimmte Delikte zugenommen haben, die mehr Personal erfordern und das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung stark berühren. Das trifft es wohl ziemlich genau. Nur, diese Entwicklungen, die mehr Polizei erfordern, haben eine wesentliche Ursache: die zunehmende Heterogenität der Gesellschaft, verursacht durch Migration und mehr Menschen, die ein Identitätsproblem mit den Werten des Landes haben.

          Ich vermute, das ist nicht das, was Sie eigentlich sagen wollten.

        • Erwin Gabriel 31. Juli 2019, 17:24

          @ Kning4711 31. Juli 2019, 15:15

          Polizei ohne Reserve, die stellenweise vor kriminellen Banden und Clans kapitulieren muss, Strafverfahren, die nicht durchgeführt werden können, da die notwendigen Staatsanwälte fehlen, Prozesse die sich lange verzögern, Strafvollzug der Mangel verwaltet, Behörden, die Anfragen nur nach langer Zeit bearbeiten, Jugendämter, die zu wenig Personal haben, um hinzuschauen und zu helfen. Schulen und Jugendclubs, die in strukturschwachen Gegenden geschlossen werden und die Perspektivlosigkeit vergrößern.

          Ich bin da weitgehend bei Ihnen.

          Das Gefühl, dass sich Recht und Gesetz nicht mehr durchsetzen lassen, hat ja schon die Behörden selbst ergriffen.

  • Jonah Schmitz 31. Juli 2019, 15:05

    Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Wenn es eine Lehre aus den dramatischen Ereignissen der letzten Tage gibt, dann muss es die sein, dass die immer noch zahlenmäßig starken gemäßigten Kräfte migrationsoffener wie zuwanderungskritischer Schichten sich aufeinander zubewegen und die gegenseitigen Positionen mehr respektieren müssen.

    Volle Zustimmung –
    Ich bin ratlos, und spüre, dass schnelle Erklärungen so wenig helfen wie schnelle Forderungen.
    Es wäre wichtig, wenn diejenigen gemäßigten Kräfte migrationsoffener wie zuwanderungskritischer sich bewusst werden wie viel Herabsetzung und Ausgrenzung sie sich in der gegenseitigen Auseinandersetzung zumuten Wie viel Gewalt steckt oft schon in der verwendeten Sprache in Blogs und Diskussionen? Wir müssen uns gegen die Verrohung unserer Gesellschaft wehren – und diesen Kampf muss jeder bei sich selber beginnen. Die Politik darf uns nicht vorgaukeln, die Welt sei heil. Sie sollte in uns die Zuversicht wecken, dass diese Welt nicht unheilbar ist.

    • Erwin Gabriel 31. Juli 2019, 18:01

      @ Jonah Schmitz 31. Juli 2019, 15:05

      Es wäre wichtig, wenn diejenigen gemäßigten Kräfte, migrationsoffener wie zuwanderungskritischer, sich bewusst, werden wie viel Herabsetzung und Ausgrenzung sie sich in der gegenseitigen Auseinandersetzung zumuten.

      Vielen Dank! Dem schließe ich mich gerne an.

  • Ralf 31. Juli 2019, 15:24

    Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass die Herkunft des Mörders von Frankfurt mit seiner Tat in Verbindung gebracht wird. Gegenwärtig gibt es null Hinweise darauf, dass die Geburt des Täters in Eritrea, die Kultur seiner Heimat oder seine Religion auch nur das Mindeste mit dem schrecklichen Mord zu tun haben. Könnte sehr gut sein, dass es sich hier schlicht um ein psychisch krankes Individuum handelt. Wie irrsinnig es ist, hier einen Bezug zur Herkunft des Mörders herzustellen, zeigt auch die Tatsache, dass – wie Stefan Sasse oben ja ganz richtig erwähnte – eine deckungsgleiche Tat gerade mal eine Woche zuvor von einem Deutschen begangen wurde. Vielleicht sollte man nach so traurigen Geschehnissen einfach mal eine Propagandapause machen.

    • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 15:52

      Wenn eine unfassbare Tat geschieht, suchen wir nach Erklärungen. Sowohl in Voerde als auch in Frankfurt kannten sich Täter und Opfer nicht, es gab zuvor kein Gespräch, schon gar nicht einen Streit. Selbst Morde haben meist ein klares Motiv, das nicht aus reiner Mordlust besteht. Doch genau darum handelt es sich in beiden Fällen. Bei Übergriffen auf Ausländer sind Sie ja auch schnell und gerne dabei: Rassismus. Warum interessiert Sie das?

      Der Deutsche, von dem Stefan schrieb, war der gebürtige Kosovo-Serbe Jackson Bajrami. Ein Pass macht jemanden noch nicht zum Angehörigen einer Volksgruppe – so wenig, wie eine Samenspende jemanden zu einem (echten) Vater macht. Wenn Sie Stefan zuneigen – vielleicht setzen Sie sich mit Erklärungsversuchen der Kriminalstatistik auseinander. Weit mehr Gewalttaten mit schweren Delikten von Ausländern. Und der Übergang zu „Deutschen mit Migrationshintergrund“ ist nicht etwa abrupt, sondern fließend. Heißt: je nach Untersuchung und Eingruppierung ebenfalls deutlich häufiger gewalttätig.

      Der Eritreer, wurde, obwohl illegal zugewandert, als Musterbeispiel für gelungene Integration gefeiert. Da war seine Herkunft wichtig, statt es als selbstverständlich zu nehmen, dass jemandsich vorbildlich verhält, der vor Verfolgung flieht und Aufnahme findet.

      • Ralf 31. Juli 2019, 16:18

        Ein deutscher Pass macht einen Menschen zu einem Deutschen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

        Und nochmal: Wir wissen nichts über die Motivlage der Tat in Frankfurt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Mord mit Eritrea zu tun hat. Laufende Ermittlungen sollte man nicht durch politisch gefärbte Vermutungen ersetzen.

        Wenn ein Mensch gestorben ist, kann man ruhig auch mal schweigen.

        • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 18:10

          Ein deutscher Pass macht einen Menschen zu einem Deutschen.

          So sehr, wie eine Samenspende einen Mann zum Vater macht. Wir drehen uns im Kreis. Ich habe keine Vermutungen geäußert. Ich habe bekannte Fakten aufgezählt. Der Mann galt – wie viele, die zu Schwerverbrechern wurden – als bestens integriert, ja, sogar als Vorbild. Die interessante Frage wie überproportional viele Menschen als Flüchtlinge oder generell mit Migrationshintergrund dann doch fehlen. Reiner Zufall? Das scheint Ihre Position.

          Kindesmörder wie Pädophile haben im Knast ein schweres Leben. Warum? Auch Kriminelle haben nicht selten ein moralisches Empfinden.

          • Ralf 31. Juli 2019, 18:31

            Der Mann galt – wie viele, die zu Schwerverbrechern wurden – als bestens integriert, ja, sogar als Vorbild.

            Was wissen Sie denn über den Mann? Aus der Presse ist kaum etwas zu erfahren. Zur Motivlage ist rein garnichts bekannt. Möglicherweise war der Mann geisteskrank. Es gibt derzeit nicht den geringsten Hinweis darauf, dass die Tat mit der Herkunft des Täters in irgendeiner Weise zusammenhängt. Sie stellen abseits von Fakten trotzdem einen Bezug her, weil er Ihnen politisch dienlich ist. Das ist ja nun nicht neu. Aber hier ist ein Kind gestorben. Also kann man sich vielleicht mal ein paar Tage mit Propaganda zurückhalten.

            So sehr, wie eine Samenspende einen Mann zum Vater macht.

            Der Sinn einer Samenspende ist der, dass der Spender Vater wird. Was Sie meinen, ist dass der Spender dann aber kein „echter“ Vater ist. Denn ein „echter“ Vater ist nur ein Vater, der so ist, wie Sie ihn definieren.

            Auf Einwanderer bezogen, und dahin zielte ja Ihre Analogie, bedeutet das, dass ein Einwanderer noch so integrationsbemüht sein kann, noch so viele Jahre hier verbracht haben kann und noch so sehr den deutschen Pass haben kann. Er kann eben nie ein „echter“ Deutscher werden. Denn ein „echter“ Deutscher ist nur ein Deutscher, der so ist, wie Sie ihn definieren.

            Das bewegt sich exakt auf dem Niveau von Donald Trump, der kürzlich – genau Ihrem Denkmuster folgend – vier Amerikanerinnen aufforderte doch „nach Hause“ zu gehen. Denn sie seien ja eigentlich gar keine „echten“ Amerikaner.

            Diese Denkweise ist in aller Schärfe zurückzuweisen.

            • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 18:55

              … und fleißig walzen Sie Ihre Vorurteile aus. Ich habe an keiner Stelle einen Zusammenhang zwischen der Herkunft des Mannes und der Tat gezogen. Ich habe es eingebettet in ein allgemeines Bild, wo ein grobes, allgemeines Merkmal vorliegt. Und bekanntermaßen war der mutmaßliche Täter nicht einmal in Deutschland wohnhaft.

              Sie können bei dem ansatzlos verübten Mord sagen, war Zufall, dass diese Tat ohne offensichtliches Motiv von einem Migranten verübt wurde. So, wie jemand zufällig zum Rassisten wird, der auf Flüchtlinge schießt.
              Sie können das Gleiche über den Täter in Voerde sagen.
              Sie können das über jene Gruppen behaupten, die in öffentlichen Einrichtungen wie dem Rheinschwimmbad zu erheblichen Problemen durch Belästigungen und Drohungen führen.
              Sie können das über die Hochzeitsgesellschaften auf den Autobahnen sagen.
              Und Sie können den Zufall als Ursache für Autoposer und Totraser anführen.

              Ist eben reiner Zufall, dass Männer mit Migrationshintergrund dort besonders auffällig sind. So wie in der Kriminalitätsstatistik. Die Frage danach ist nicht rassistisch motiviert, und genau diese Unterstellung weise ich auf das Schärfste zurück. Es geht darum, so klar formuliert, warum trotz attestierter bester Integration überproportional häufig Täter aus der Gruppe von Zuwanderern und Bürgern mit (naher) Migrationsvergangenheit stammen. Die Formulierung des Fakts ist kein Rassismus, mit dem Sie wie bei der Klimadebatte zunehmend die Diskussion verweigern. Jedenfalls scheinen Sie das Angebot am Ende des Artikels nicht annehmen zu wollen. Schade.

              • Ralf 31. Juli 2019, 19:10

                So, wie jemand zufällig zum Rassisten wird, der auf Flüchtlinge schießt.

                Nein, was den Fall des Schützen angeht, der vor einer Woche anlasslos auf einen Mann aus Eritrea geschossen hat, kann von Zufall keine Rede sein. Dort gibt es laut Presseinformationen, die sich auf die Aussagen der Ermittlungsbehörden stützen, klare Hinweise darauf, dass die Tat einen rechtsextremen Hintergrund hat. Deshalb ist in diesem Fall auch bedeutend, dass das Opfer aus Eritrea stammt, denn es ist nach derzeitigen Erkenntnissen genau deshalb gezielt ausgesucht worden, weil es „nicht deutsch“ aussah. Die Herkunft des Opfers steht also in einem engen, direkten Kontext mit der Tat.

                Anders sieht das mit dem Mord in Frankfurt aus. Da gibt es auch nicht den Ansatz eines Hinweises, dass die Herkunft des Täters irgendetwas mit dem Verbrechen zu tun hat. Und indem Sie auf der Herkunft herumreiten, stellen Sie die Geburt des Mannes außerhalb Deutschlands in einen Bezug zur Tat. Und erklären mit der Logik jeden anderen Einwanderer ebenfalls zum potentiellen Täter.

                • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 19:46

                  Der Eritreer in Wächtersbach wurde nicht zum Opfer, weil er aus Eritrea ist. Er wurde auch nicht zum Opfer, weil er Ausländer ist. Sondern er wurde angeschossen, weil er schwarz ist und so aussieht wie ein Flüchtling – und zufällig einer ist. Man hätte dazu auch sagen können, es ist auf einen Schwarzen geschossen worden.

                  Es ist Ihnen offensichtlich entgangen, dass ich einen Teil des Artikels die Herkunft von Täter und Opfer nicht genannt habe. Auf dem Frankfurter Bahnsteig sind üblicherweise Nationalitäten unterschiedlicher Couleur, gerade beim Einstieg in ICEs. Auf den Fahrten in meine Region sind des Öfteren ein Drittel bis die Hälfte nicht klar Biodeutsch. Innerhalb von wenigen Sekunden wollte der Eritreer 3 Biodeutsche umbringen. Wäre ich Sie, würde ich meinen: statistisch ist das zunehmend unwahrscheinlich ohne gezielte Auslese der Opfer, was sich als Rassismus klassifizieren ließe.

                  Aber ich bin nicht Sie. Habte Araya wurde in Schweizer Medien wie von seinen Unternehmen öffentlichkeitswirksam als Musterbeispiel geführt. Er besaß eine gewisse Prominenz. Bei einem Uli Hoeneß unterstellten Sie ja auch niedere Motive, unabhängig, wie die Fakten lagen. Dass Hoeneß eine Selbstanzeige gemacht hatte (Taktik). Dass er ein Spieler an der Börse war und eher süchtig (unerheblich). Dass er den Überblick über seine Pflichten verloren hatte (unglaubwürdig). Sie beurteilen Menschen so, wie Sie es mir unterstellen: nach den eigenen Vorurteilen.

                  Sie unterstellen und ignorieren die Fakten durch Nichtbeachtung. Das ist doch nichts anderes als Vorurteile pflegen.

                  P.S.: Ich hätte den Mord auch dann in einem eigenen Artikel thematisiert, wenn der mutmaßliche Täter ein biodeutscher Rassist gewesen wäre. Der Vorgang hatte mich schon tief bewegt, bevor ich Kenntnisse über den mutmaßlichen Mörder hatte.

                  • Ralf 31. Juli 2019, 19:55

                    Bei einem Uli Hoeneß unterstellten Sie ja auch niedere Motive, unabhängig, wie die Fakten lagen.

                    Hoeneß hat von uns allen gestohlen. Diebstahl, gerade wenn er von Menschen begangen wird, denen es wirtschaftlich ganz besonders gut geht, liegt in der Regel Gier zugrunde. Niedere Motive treffen die Sachlage also auf den Punkt.

                    Einziges Problem: Hoeneß hat nichts mit dem Mord in Frankfurt zu tun.

                    • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 21:23

                      Hoeneß hat von uns allen gestohlen.

                      Nein, hat er nicht. Er hat falsche Erklärungen abgegeben. Mit dem gleichen Grund können Sie jedem unberechtigten Asylantragssteller unterstellen, die Gesellschaft betrügen zu wollen – jeden.

                    • Stefan Sasse 1. August 2019, 09:19

                      Machst du das nicht…?

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 09:26

                      Nein.

                    • Ralf 1. August 2019, 07:21

                      Er hat falsche Erklärungen abgegeben.

                      Mit der Begründung können Sie auch einen Bankräuber freisprechen. Der hat ja schließlich auch nicht gestohlen, sondern ist lediglich mit einer Pistole in die Bank gelaufen und hat eine Tüte aufgehalten und da ist dann ganz ohne sein weiteres Zutun eine Menge Geld drin gelandet …

                      Nein, Hoeneß hat von uns allen gestohlen. Er hat Geld, das unserer Gemeinschaft gehört, mit hoher verbrecherischer Motivation und von Gier getrieben genommen und ist trotz allem noch ungeheuer milde davon gekommen.

                      Aber das Problem bleibt: Hoeneß hat nichts mit dem Mord in Frankfurt zu tun.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 08:56

                      Bei einem Diebstahl wird jemanden etwas weggenommen, das dieser behalten will. Geschieht dies mit Gewalt, handelt es sich um Raub (Bankräuber) oder sogar schweren Raub. Bei einer Steuerhinterziehung wird niemanden etwas weggenommen, von dem er wusste, dass es ihm gehört. Der Staat hat üblicherweise keine Kenntnis, dass ihm noch etwas zusteht. Mit der gleichen Argumentation machen Sie jeden, der seine Rechnungen nicht bezahlt, zum Dieb.

                      Bei der Partei die LINKE zahlen zahlreiche Parteimitglieder ihre Mitgliedsbeiträge nicht. Das sind alles Diebe.

                      Sie minderachten den Tod eines Kindes und das Leid der Eltern. Das Kind kann nicht wieder lebendig gemacht werden, den Eltern ihr lebenslanges Leid nicht genommen werden. Millionen Menschen in Deutschland fühlen sich seit diesen Tagen in ihrer Sicherheit bedroht, der Staat wird genötigt, zur Verbesserung Investitionen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe zu tätigen. Ein Steuerhinterzieher kann den Schaden sofort wieder gut machen, nichts bleibt vorenthalten, niemand trauert. Dennoch möchten Sie Steuerhinterzieher abgeurteilt wissen wie Vergewaltiger und knapp unter Mördern, die ohne Grund töten.

                      Ich verstehe Ihr Wertesystem nicht. Und ich verstehe nicht Ihre mangelnde Achtung des Lebens.

                    • Stefan Sasse 1. August 2019, 09:21

                      Jetzt hör mal auf mit deinem hypermoralisierenden Zeigefinger.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 09:27

                      Es war nicht meine Idee, eine Steuerverkürzung mit einem Diebstahl zu vergleichen.

                    • Rauschi 1. August 2019, 10:08

                      Ich verstehe Ihr Wertesystem nicht. Und ich verstehe nicht Ihre mangelnde Achtung des Lebens.
                      Meinen Sie die, welche in der Aussage mündet, sie wollten sich nicht von Kinderaugen moralisch erpressen lassen, deswegen wäre der ein oder andere Ertrunkene eben hinzunehmen?
                      Achtung vor dem Leben, echt jetzt?

                      Nachfrage: Ist ein Betrug erst dann ein Betrug, wenn der Betrogene merkt das er betrogen wurde?

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 10:28

                      Kurz: Sie sind eine Lügnerin.

                    • Ralf 1. August 2019, 11:33

                      Bei einer Steuerhinterziehung wird niemanden etwas weggenommen, von dem er wusste, dass es ihm gehört.

                      Was für eine spannende Rechtsauffassung! Wenn ich jemandem etwas stehle, von dem er nicht wusste, dass er es besitzt, dann bin ich kein Dieb. Wenn Sie also eine alte Jacke aus dem Schrank nehmen, die Sie lange nicht mehr anhatten und da sind noch 100 Euro in der Jackentasche, an die Sie sich nicht erinnern und jetzt greift Ihnen ein Taschendieb in diese Jackentasche und nimmt die 100 Euro, dann ist er kein Dieb.

                      Was das zeigt, ist dass Sie sich nicht die Bohne für Recht und Ordnung interessieren. Sie sind ausschließlich an freier Fahrt für die reiche Klientel interessiert, die Ihnen am Herzen liegt.

                      Mit der gleichen Argumentation machen Sie jeden, der seine Rechnungen nicht bezahlt, zum Dieb.

                      Es kann überhaupt keine Frage bestehen, dass jemand, der eine Leistung in Anspruch nimmt und sich anschließend weigert die Rechnung zu bezahlen, ein Dieb ist.

                      Sie minderachten den Tod eines Kindes und das Leid der Eltern.

                      […]

                      Und ich verstehe nicht Ihre mangelnde Achtung des Lebens.

                      Diese Aussagen sind eine Unverschämtheit.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 12:01

                      Was für eine spannende Rechtsauffassung!

                      Die einhellige Meinung von Rechtsexperten. Ich denk‘ mir – anders als Sie – diese Sachen nicht aus.

                      § 242 StGB:
                      Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

                      Steuern werden nicht weggenommen, folglich kann es kein Diebstahl sein. Das Wesen der von Abgabenpflichten ist, dass das Geld so lange dem Einkommensempfänger gehört, bis er es an die empfangsberechtigten Stellen übergibt.

                      Die Jacke ist in meinem Besitz. Alles, was da drin ist, gehört mir. Hineinzugreifen, ist eine widerrechtliche Wegnahme.

                      Es kann überhaupt keine Frage bestehen, dass jemand, der eine Leistung in Anspruch nimmt und sich anschließend weigert die Rechnung zu bezahlen, ein Dieb ist.

                      So machen Sie den Großteil der Bevölkerung zu Kriminellen. Wenn das so ist, warum verfolgt der Staat dies nicht? Wer seine Rechnungen nicht bezahlt, wird meist nur auf Zahlung verklagt. Kann er nicht zahlen, bleibt es meist dabei. Ein Sonderfall ist, wenn er unter Vorspiegelung falscher Behauptungen in den Besitz gelangt ist. Dann handelt es sich jedoch um Betrug und nicht um Diebstahl.

                      Diese Aussagen sind eine Unverschämtheit.

                      Sie suchen nach Entschuldigungen und Rechtfertigungen für den mutmaßlichen Mörder. Das ist weder Ihre Aufgabe noch die von Kommentatoren, sondern allein der Verteidigung.

                      Ich schrieb:
                      Das Verbindende all dieser zutiefst verstörenden Taten ist, dass sie zwischen verschiedenen Ethnien begangen wurden. Menschen, die sonst nichts miteinander zu tun hatten, hassen sich so, dass sie töten.

                      (..) selbst bestens integriert erscheinende Zuwanderer haben oft ein Leben lang mit substanziellen Konflikten zwischen ihren Werten, geprägt durch ihre Kultur, Minderwertigkeitskomplexen und anderen Faktoren und den in ihrer Wahlheimat gelebten Überzeugungen zu kämpfen. (..) Es ist eine wichtige, noch unbeantwortete Frage, warum das so ist.

                      (..) Wenn es eine Lehre aus den dramatischen Ereignissen der letzten Tage gibt, dann muss es die sein, dass die immer noch zahlenmäßig starken gemäßigten Kräfte migrationsoffener wie zuwanderungskritischer Schichten sich aufeinander zubewegen und die gegenseitigen Positionen mehr respektieren müssen.

                      Da ist nichts Aufhetzendes drin, das ist das Angebot zum Dialog und zum Aufeinanderzubewegen. Das Werben um Verständnis. Dazu hauen Sie mir um die Ohren:
                      Das bewegt sich exakt auf dem Niveau von Donald Trump, der kürzlich – genau Ihrem Denkmuster folgend – vier Amerikanerinnen aufforderte doch „nach Hause“ zu gehen. Denn sie seien ja eigentlich gar keine „echten“ Amerikaner.

                      Das, Ralf, empfinde ich als Unverschämtheit. Mit wem wollen Sie eigentlich diskutieren, mit wem wollen Sie versuchen zu einem Konsens zu kommen, wenn nicht mit den Gemäßigten, die das Recht auf Asyl und die Genfer Flüchtlingskonvention vollumfänglich respektieren und welche die grundsätzliche Pflicht, Menschen zu retten, nicht in Abrede stellen? Mit wem, Ralf? Sind Sie überhaupt noch dialogbereit? Sind Sie noch Teil einer Gesellschaft, die auf Kompromissen und Konsenssuche beruht? Ich habe zunehmend Zweifel…

                    • Erwin Gabriel 1. August 2019, 12:04

                      @ Ralf 31. Juli 2019, 19:55

                      Hoeneß hat von uns allen gestohlen.

                      Nein.

                      Diebstahl, gerade wenn er von Menschen begangen wird, denen es wirtschaftlich ganz besonders gut geht, liegt in der Regel Gier zugrunde. Niedere Motive treffen die Sachlage also auf den Punkt.

                      Ganz offenbar hat Stefan P. Recht, und Du nicht.

                      Stefan hat mehrere Aspekte angeführt, die im Fall Hoeness eine Rolle spielen könnten, und nach Ansicht von Fachleuten, die das besser verstehen als wir beide, auch eine Rolle gespielt haben (was selbstverständlich nichts an der Tat ändert). Das ignorierst Du schlicht, und überschreibst diesen Teil der Realität mit Deinem Weltbild.

                      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass kein ’normaler‘ Rechtsextremer mal eben so bzw. ’nur‘ aus Hass auf einen Ausländer / Flüchtling / Afrikaner schießt. Bei der Komplexität der menschlichen Persönlichkeit reicht das nicht, da müssen noch andere Sachen dazu kommen (Frau mit Afrikaner durchgebrannt, Job verloren, whatever). Genauso wird es Gründe für die Tat des Mannes aus Frankfurt geben, die für ihn Sinn gemacht haben, ob wir sie nun verstehen oder nicht.

                      Und selbstverständlich ändern auch diese weiteren Aspekte nichts an den beiden Taten, nichts am Ergebnis, nichts an den physischen und psychischen Folgen für den / die Be- bzw. Getroffenen.

                      Wir hatten das Thema schon mal zu einem anderen Thema. Der Weg von der Suche nach Gerechtigkeit zur Selbstgerechtigkeit ist kurz.

                    • Ralf 1. August 2019, 12:14

                      Ihr flüchtet euch in Haarspaltereien, weil euch die Argumente ausgehen.

                    • Rauschi 1. August 2019, 16:08

                      @Stefan Pietsch
                      Kurz: Sie sind eine Lügnerin.
                      Wow, so eine juristisch einwandfreie Anschuldigung habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Beweise sind out, schon klar.
                      Aber das bleibt ja stehen, denn Herr Pietsch darf mich verleumden, aber umgekehrt darf er nicht mal beleidigt werden, super Sache.

                      Das ist jetzt die Anwort worauf?

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 16:33

                      Sie haben eine Behauptung in verleumderischer Weise aufgestellt, die keine Grundlage hat. Sie haben behauptet, ich hätte etwas geschrieben, was ich nie, nicht mal annähernd gesagt habe. Das ist juristisch eine üble Nachrede oder umgangssprachlich: eine Lüge.

                      Das können Sie gerne juristisch überprüfen lassen. Der Haken: dabei müssten Sie tatsächlich mal Gesicht zeigen.

                    • Rauschi 1. August 2019, 16:20

                      @Erwin Gabriel
                      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass kein ’normaler‘ Rechtsextremer mal eben so bzw. ’nur‘ aus Hass auf einen Ausländer / Flüchtling / Afrikaner schießt.

                      „Nur“ aus Hass? Die meisten Tötungsdeliktee passieren innerhalb der Familie und Hass ist genau wie Liebe oder Angst ein sehr starkes Motiv.
                      Welche Rolle spielt es, ob Sie oder ich uns das vorstellen können? Für die Bewertung?

                  • Rauschi 1. August 2019, 17:47

                    Das können Sie gerne juristisch überprüfen lassen. Der Haken: dabei müssten Sie tatsächlich mal Gesicht zeigen.
                    OK, sobald ich Ihre Ladungsadresse habe, Stefan Pietsch Frankfurt ergibt nämlich keinen Treffer.
                    Kleine Auswahl Ihrer Aussagen überall ist implizit zu lesen, wer keine übermässige Zuwanderung will, muss ein paar ertrinken lassen:
                    [Sie setzen jeden moralisch herab, der Kritik an den privaten Seenotrettern erhebt. Aber Menschen sterben, wenn sie sich auf einen riskanten Weg begeben. Das Sichermachen wiederum führt logischerweise zu unbegrenzter Aufnahme.
                    http://www.deliberationdaily.de/2019/07/hintergrund-seenothilfe-in-distress/#comment-81923
                    Ich hatte immer Empathie für Flüchtlinge, die über See (oder auch zu Lande) versuchten, einen besseren Platz zu erreichen. Aber niemand möchte erpresst noch zu einem bestimmten Verhalten gezwungen werden. Inzwischen sind mir die Geschichten von Gefolterten und mit Selbstmord Drohenden weitgehend egal. Egal, weil sich die Überzeugung eingenistet hat, dass es Teil eines perfiden Spiels ist. Ich bin überzeugt, so geht es immer mehr Bürgern. Die Empathie anderer für die Erreichung der eigenen Ziele auszunutzen, finde ich menschlich niederträchtig.
                    http://www.deliberationdaily.de/2019/06/der-schmutzige-fluechtlingsdeal-der-seenotretter/#comment-81566

                    Warum gehen Menschen auf die schwimmenden Krücken, schließlich würden sich kaum jährlich tausende Menschen zwingen lassen, einen tiefen Wasserfall herunterzuspringen?
                    http://www.deliberationdaily.de/2019/07/hintergrund-seenothilfe-in-distress/#comment-81837
                    Das mit der moralischen Erpresssung finde ich die schnelle nicht, aber Sie brauchen für Ihre Unterstellungen meist auch keine Quelle, gleiches Recht für alle.

                    Tut aber immer noch nichts zur Sache.
                    Ausgerechent von Ihnen ein Angebot zur Debatte zu lesen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
                    Als Inhaber er einzig möglichen Meinung ist es einfach unglaubwürdig, so etwas als Lösung zu empfehlen.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 19:02

                      OK, sobald ich Ihre Ladungsadresse habe, Stefan Pietsch Frankfurt ergibt nämlich keinen Treffer.

                      Kein Problem, Sie müssen Ihre Klage gegen die Seite Deliberation richten, die dann wiederum dem Gericht meine Ladungsadresse gibt. Zudem habe ich nie behauptet in Frankfurt zu leben. Und Wächtersbach liegt auch nicht wenige Kilometer neben der Bankenstadt. Im Gegenteil. Zudem habe ich in der Vergangenheit oft sehr genaue Hinweise gegeben, aus welcher Stadt ich genau komme. Steht sogar in einem Artikel.

                      Vielleicht lesen Sie nochmal Ihren Vorwurf, ich hätte behauptet, Kinder und Flüchtlinge absaufen zu lassen. Nichts davon können Sie in den Zitaten erhärten. Und ich habe von moralischer Erpressung gesprochen, wenn Menschen allein zu dem Zweck auf ein Boot gehen, um sich retten zu lassen. Wie dies funktioniert, dazu gibt es übrigens Filmaufnahmen von Frontex, wo Flüchtlinge, nachdem sie von einem absolut seetauglichen Schlepper auf hohe See gebracht wurden, ohne Zwang in das angehängte Boot steigen, das nur zum Schippern gedacht ist. Ist aber etwas anderes als was Sie behauptet haben.

                    • Rauschi 3. August 2019, 10:22

                      Vielleicht lesen Sie nochmal Ihren Vorwurf, ich hätte behauptet, Kinder und Flüchtlinge absaufen zu lassen.
                      So einfach kann ich Sie widerlegen, das habe ich nie behauptet, das sie das aktiv fordern, sondern:
                      [Meinen Sie die, welche in der Aussage mündet, sie wollten sich nicht von Kinderaugen moralisch erpressen lassen, deswegen wäre der ein oder andere Ertrunkene eben hinzunehmen?]
                      Bezog sich auf Ihren Vorwurf an Ralf, der diesem genau das unterstellt,
                      Ich verstehe Ihr Wertesystem nicht. Und ich verstehe nicht Ihre mangelnde Achtung des Lebens.
                      das Sie meinen, bei mir gelesen zu haben und weit von sich weisen?
                      Zweierlei Mass, die dürfen das anderen vorwerfen, ich darf das bei Ihnen nicht?
                      Ihre sichtbare Achtung des Lebens der Griechen oder Palästinenser oder Russen ist sicher auch allen anderen hier aufgefallen. Spiegel?
                      Wie jemand, der so grundsätzlich Militäroptionen befürwortet, soetwas schreiben kann, entzieht sich mir vollständig.

                      Als wäre ich so kleinlich, Sie anzeigen zu wollen, mir ist echt schnuppe, wo Sie wohnen (nein, auch in anderen Städten gibt es keinen Treffer) und welche Ansicht Sie zum besten geben. Nur teilen muss ich die ja nicht, was Sie aber permanent von allen anderen zu erwarten scheinen. Ich habe gerade Artikel von 2015 gelesen, das wird das sehr eklatant sichtbar.
                      Auch sichtbar wird, wie viele Kommentatoren sich verabschiedet haben. Wohl nicht nur wegen Ihren Kommentaren, aber sicher auch.

                • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 19:56

                  Ergänzung: der Mann aus Wächtersbach, den wir heute Rassisten nennen, hat 55 Jahre niemanden erschossen und war er kriminell oder sonst strafrechtlich auffällig. Wenn Sie bei dem Eritreer abwarten wollen, bis Sie die Motive erfahren, die ihn zum Mörder werden ließen, dann sollten Sie das auch im anderen Fall. Vielleicht war er auch geistig gestört. Nur weil jemand Ausländer nicht mag, bringt er sie nicht um. Und wären nicht so viele Flüchtlinge in den kleinen Ort gebracht worden, wäre der Mann wahrscheinlich nicht zum Mörder geworden – und zum Selbstmörder. Immerhin war er bereit, die Konsequenzen seines Handelns zu tragen, in dem er sich selbst richtete. Der Eritreer, der 3 Menschen töten wollte, rannte davon.

                  Man kann alles entschuldigen, rechtfertigen und zurecht biegen.

                  • Ralf 31. Juli 2019, 20:02

                    Wenn Sie bei dem Eritreer abwarten wollen, bis Sie die Motive erfahren, die ihn zum Mörder werden ließen, dann sollten Sie das auch im anderen Fall.

                    In dem anderen Fall gibt es nach Aussage der Ermittlungsbehörden klare Hinweise, dass der Mord einen rechtsextremistischen Hintergrund hatte.

                    • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 21:13

                      Bei dem Eritreer gibt es Hinweise der Ermittlungsbehörden, dass er zunehmend mit seiner Rolle in einer modernen Welt nicht zurechtkam und sich nicht genügend anerkannt fühlte. Reicht das nun als Rechtfertigung?

                      Der Rassist aus Wächtersbach wäre nicht zum Mörder geworden, wären in den Ort nicht so viele Flüchtlinge gezogen. Auch das hätte ich thematisieren können, aber so sehe ich die Dinge nicht. Vielleicht sollten Sie sich mit der Aufforderung und dem Angebot am Ende des Artikels auseinandersetzen. Ich sehe nur, dass Sie sich immer tiefer im Schützengraben einbuddeln. Jeder, der eine geringfügig andere Position bezieht, ist ein Gegner, der mit allen Mitteln anzugehen ist.

                    • Ralf 1. August 2019, 07:28

                      Über den Mann aus Eritrea ist laut Ermittlungsbehörden fast nichts bekannt. Über das Motiv ist ebenfalls nichts bekannt. Deshalb kann man hier auch noch keine Schlüsse ziehen.

                      Im übrigen ist Ihnen da oben ein Missgeschick passiert und Sie haben Ihren Kommentar teilweise in meinen hineingeschrieben, so dass jetzt der Eindruck entsteht, das seien meine Worte. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Ihren Text dort wieder entfernen und als Ihren eigenen Kommentar einfügen könnten.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 08:59

                      Sie sollten sich etwas auf dem Laufenden halten. Über den mutmaßlichen Mörder ist inzwischen einiges bekannt und unterstreicht die Fragen im Artikel. Warum werden Menschen, die doch gut integriert scheinen, so ausfällig?

                      Über den Anschläger von Wächtersbach wissen wir weit weniger, dennoch reicht es Ihnen, zu einem Schnellurteil zu kommen. Versuchter Mord, weil er Rassist ist.

                    • Ralf 1. August 2019, 11:39

                      Über den Anschläger von Wächtersbach wissen wir weit weniger, dennoch reicht es Ihnen, zu einem Schnellurteil zu kommen. Versuchter Mord, weil er Rassist ist.

                      Über den Täter von Wächtersbach wissen wir, dass er einen Abschiedsbrief hinterließ, in dem er sinngemäß schrieb (Zitat aus der Presse): Wenn er schon gehen müsse, nehme er noch jemanden mit in den Tod. Damit erweise er dem Steuerzahler einen Dienst.

                      Auf dem Schreiben lag ein Koppelschloss mit Hakenkreuz und dem Motto der SS „Meine Ehre heißt Treue“.

                      Dann fuhr der Mann los und schoss auf einen Menschen mit dunkler Hautfarbe.

                      https://www.welt.de/politik/deutschland/article197540649/Waechtersbach-Taeter-war-laut-Ermittlern-isolierter-Einzeltaeter.html

                      Was genau ist Ihnen jetzt an dem Fall unklar?

                    • Erwin Gabriel 1. August 2019, 12:09

                      @ Ralf

                      Was genau ist Ihnen jetzt an dem Fall unklar?

                      Lesen hilft.

                      Würden Stefan P. oder ich auf die gleiche Weise andersrum argumentieren, würdest Du uns Rassismus unterstellen.

                      Wenn Du bei dem einen relativierst, tu das auch beim anderen. Wenn Du den anderen in Bausch und Bogen in die Tonne trittst, mach das auch bei dem einen.

                    • Ralf 1. August 2019, 12:18

                      Lesen hilft.

                      Lesen hilft? Echt jetzt?

                      Da kündigt jemand schriftlich an, einen Ausländer zu ermorden und anschließend sich selbst zu töten. Legt dann noch eine NS-Devotionalie auf seinen Abschiedsbrief. Und fährt los, schießt auf einen Ausländer und tötet sich anschließend selbst.

                      Und ich soll jetzt „besser lesen“, um diesen Fall begreifen zu können?

                      Was ist eigentlich mit euch los?

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 12:33

                      Der Beitrag hat keinen Zweifel gelassen, dass es sich dem Schützen in Wächtersbach um einen Rassisten handelte. Sie haben jedoch vorgetragen, dass es mildernde Umstände dafür geben kann, einen 8jährigen Jungen und eine Mutter durch Stoßen vor einfahrende Züge zu töten.

                      Was ist eigentlich mit Ihnen los?

                    • Ralf 1. August 2019, 13:02

                      Sie haben jedoch vorgetragen, dass es mildernde Umstände dafür geben kann, einen 8jährigen Jungen und eine Mutter durch Stoßen vor einfahrende Züge zu töten.

                      Ich habe nichts dergleichen vorgetragen. Anders als bei dem versuchten Mord in Wächtersbach ist bei dem Mord in Frankfurt die Motivlage völlig unklar. Vielleicht ist der Täter geisteskrank und gehört in die Psychiatrie. Falls nicht, soll ihn die ganze Härte unseres Rechtsstaats treffen. Aber nicht weil er aus Eritrea ist. Sondern weil er ein Mörder ist.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 14:54

                      Warum ist es Ihnen dann wichtig, bestimmte Leute als „Rassisten“ zu brandmarken? Entweder jemand begeht eine Straftat, dann ist er ein Straftäter. Oder eben nicht, dann ist seine politische Gesinnung und sonstige Charaktereigenschaften („Gier“) völlig egal. Ich habe den einem Täter psychopathische Züge attestiert. Darüber regte sich niemand auf.

                    • Stefan Sasse 1. August 2019, 15:20

                      Du hast explizit seine Herkunft als entscheidendes Merkmal in der Debatte benannt?!

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 15:24

                      Nein. Ich habe eine Seite neutral die Vorgänge ohne Zuordnung von Nationalitäten und Ethnien aufgeführt. Dann habe ich aufgeführt, warum die Fälle neben ihrer Grausamkeit und Mordlust verbindet: hier gehen Täter auf Menschen anderer Herkunft aufeinander los.

                    • Ralf 1. August 2019, 16:32

                      Warum ist es Ihnen dann wichtig, bestimmte Leute als „Rassisten“ zu brandmarken?

                      Der Täter von Wächtersbach hat sich selbst als Rassist gebrandmarkt, als er in seinen Abschiedsbrief schrieb, dass er jetzt einen Ausländer ermorden geht und ein Schloss mit Hakenkreuz und SS-Motto auf das Papier legte. Einen Abschiedsbrief schreibt man, weil man will, dass der gefunden wird und weil man die Deutungshoheit erlangen will, über das, was man im Begriff ist zu tun. Der Täter wollte also offensichtlich als Nazi und als Mörder erinnert werden. Er brauchte nicht mich, um ihn zum Rassisten zu brandmarken.

                      Aber die Frage, weshalb wir über Rassismus als Mordmotiv, nicht aber über nichtdeutsche Herkunft als Mordmotiv reden sollten, ist berechtigt. Und sie ist einfach zu beantworten. Weil Rassismus eben tatsächlich ein Mordmotiv ist, Herkunft aber nicht.

                      Da wir gerade über Gewalt reden, fällt mir eine interessante Zahl ein, die ich gerade vor einigen Tagen gehört habe. Da ging es um die Zahl der Mitglieder der Neonaziszene in Deutschland. Ich weiß nicht mehr, was die absolute Zahl war, aber ich erinnere mich daran, dass der Nachrichtensprecher sagte, 50% dieser Klientel gelten als gewaltbereit. Wenn Sie also einen Typen mit Glatze, Bomberjacke und Springerstiefeln an der Ecke sehen, dann gibt es eine Fifty-Fifty-Chance, dass der unter gewissen Umständen bereit wäre, Sie zumindest krankenhausreif zu schlagen. Und die anderen 50%, die nicht gewaltbereit sind, tragen das ihre dazu bei, eine gewaltbereite Ideologie zu fördern, die Infrastruktur aufzubauen und zu erhalten aus der die Schläger und Mörder kommen und Gewalt weiter zu verherrlichen.

                      Das ist Grund genug klar zu benennen, wenn aus dieser ideologischen Ecke Verbrechen verübt werden, weil es das gesellschaftliche Bewusstsein stärkt, dass wir dieses Pack mit allen Mitteln des Rechtsstaats aktiv bekämpfen müssen.

                      Können auch Flüchtlinge oder ehemalige Flüchtlinge oder sonstige Einwanderer gewalttätigen Ideologien anhängen? Selbstverständlich können sie das! Sie können z.B. in islamistischen Szenen für Gewalt und Terror sorgen. In diesem Fall müssen wir islamistische Ideologien mit genau derselben Härte verfolgen, mit der wir Rechtsextremisten verfolgen. Und auch hier müssen wir klar benennen, was der Grund für die Gewalttaten war. Islamismus ist in diesem Fall die Antwort. Nicht die Herkunft des Täters. Ein Anis Amri war ein schlimmer Mensch, weil er einer verblendeten Ideologie folgend unschuldige Mitbürger ermordet hat. Nicht weil er Tunesier war. Und die Lehre aus seinen Taten muss sein, die islamistische Ideologie zu bekämpfen, nicht Menschen aus Tunesien zu bekämpfen. Oder Menschen aus Tunesien unter einen Generalverdacht zu stellen.

                      Aber es gibt auch andere Motive für Gewalt, die unter Migranten möglicherweise überproportional häufig sind. Manche Menschen sind etwa eingebunden in mafiöse Strukturen und begehen aus diesen Strukturen heraus Gewalt. Auch in diesem Fall gilt, dass wir die Strukturen bekämpfen müssen, also die mafiösen Netzwerke zerschlagen müssen. Und nicht die Herkunft der Täter aus Armenien oder aus Russland zum Proxy ihrer Tatmotive zu machen.

                      Andere Täter sind möglicherweise reine Amokläufer, traumatisiert durch die nicht verarbeiteten Erlebnisse in ihrer Vergangenheit. Die USA haben z.B. ein Riesenproblem mit Veteranen, die aus dem Krieg heimkommen und zuhause einfach nicht mehr in ein normales Leben finden. Viele dieser Menschen rutschen ab in Kriminalität, Drogen und Obdachlosigkeit. Und es gibt eine heftige Debatte darüber wie man diesen Menschen helfen kann. Wie man diese Menschen in die Gesellschaft reintegrieren kann. Da geht es um Jobangebote, um Wohnungen, um Psychotherapie. Kein Mensch käme in Amerika auf die Idee pauschal Veteranen zu bekämpfen, weil die so überproportional zu negativen Erscheinungen in der Gesellschaft beitragen.

                      Und die selben Diskussionen brauchen wir in Deutschland auch. Wir sollten blind für die Herkunft auf die tatsächlich ursächlichen Motive schauen, die zu Gewalttaten führen und diese Ursachen angehen. Davon aber liest man bei Ihnen herzlich wenig.

                    • Stefan Sasse 1. August 2019, 16:43

                      Eben.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 16:56

                      Nochmal: ich habe thematisiert, dass Habte Araya Migrant ist, also zugewandert. Noch dazu in die Schweiz, nicht nach Deutschland. Für meinen Diskussionspunkt ist weder relevant, dass er schwarz ist noch dass er aus Eritrea stammt, ein Land, von dem ich ziemlich gar nichts weiß. Mein Thema hier – neben der Tragik in meinem direkten Umfeld – ist, dass selbst bei oberflächlich betrachtet guter Integration Zuwanderergruppen Schwierigkeiten haben. Wichtige Fragen sind, ob dies generell zutrifft und warum das so ist (und ob es tatsächlich so ist). Ich habe das aufgeworfen und keine Antworten gegeben. Ich habe Vermutungen, aber diese sind kein Wissen.

                      Doch wenn wir wollen, dass Migranten dauerhaft hier heimisch werden, müssen wir uns mit solchen Fragen auseinandersetzen bis hin zu der von Ihnen verachteten nationalen Identität. Denn Sie übersehen, dass jede Nation diesen Kitt braucht, gerade Vielvölkerstaaten wie Russland und ethnisch sehr gemischte Nationen wir Frankreich und die USA. Diese Identifikation wird benötigt, um in Krisen zusammenzustehen, damit Rechts-, Steuer- und Sozialsysteme breite Akzeptanz finden, damit zwischen den Bürgern so etwas wie Vertrauen besteht. Gerade diese Einzelfälle streuen so viel Gift und Misstrauen in die Gesellschaft. Wenn Sie wie ich nicht wollen, dass sich dieses verbreitet, darf man nicht darüber schweigen, sondern muss verstehen lernen. Viele Menschen haben die letzten Tage geweint über den tragischen Tod eines Kindes, das sie nicht kannten. Über ein verhungerndes Kind in Eritrea weint hier niemand. Das hat eben etwas mit Identifikation zu tun.

                      Sie haben eine gute Parallele mit den amerikanischen Veteranen genannt. In der Richtung sehe ich das auch.

                      Wenn ein Vater oder ein anderer Familienangehöriger die Tochter ermordet, weil diese einen anderen Lebensweg als den von der Familie vorgedachten einschlägt, so ist das formaljuristisch ein Mord aus niederen Motiven. Die niedere Motive sind, eigene Wertvorstellungen, die eben von der Herkunft und Kultur geprägt wurden, über das Leben eines anderen Menschen zu stellen. Ehrenmorde gibt es nicht nur in arabischen Ländern und nicht nur im Islam. Aber sie sind Ausdruck von Herkunft.

                      Sie haben mich zuletzt mehrmals in die Nähe bzw. eins gemacht mit gesellschaftlichen Randgruppen wie Rassisten und Klimaleugnern. Ich denke, das geht nicht.

                    • Ralf 1. August 2019, 17:15

                      Sie haben mich zuletzt mehrmals in die Nähe bzw. eins gemacht mit gesellschaftlichen Randgruppen wie Rassisten und Klimaleugnern.

                      Für Ihre Texte bin ich ja nun nicht verantwortlich. Die haben Sie schon selbst geschrieben.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 17:18

                      Zitieren Sie den Satz, die Formulierung oder die Passage, aus der Sie rassistische Motive ableiten oder die Sie AfD-like oder Trump-typisch ansehen.

                    • Ralf 1. August 2019, 18:01

                      Es geht nicht um ein individuelles Zitat. Ich bin gerne bereit nicht in jeden Satz immer nur das Schlimmstmögliche zu interpretieren. Ich bin auch gerne bereit wohlwollend zuzuhören. Aber aus der Gesamtheit Ihrer Artikel und Kommentare, die Sie hier zum Besten geben, sprechen Haltungen, die mit Borderline noch sehr freundlich beschrieben sind.

                      Ihr ständiges Herumreiten auf Abstammungen und Kulturen in direktem Ursache-Wirkung-Kontext zu Gewaltverbrechen. Ihr rhetorisches Vorgehen Deutschen unter Bezugnahme auf eine völkisch unterbaute Theorie von nationaler Identität ihr Deutschsein abzusprechen, damit Sie die daraus folgende Andersartigkeit dieser Ex-Deutschen als Ursache von Gewalt heranziehen können. Das ganze im Kontext der positiven Darstellung ethnisch/rassisch homogener Gemeinschaften, in denen es keine Einwanderer gibt. All das hinterlässt einen extrem bitteren Nachgeschmack.

                      In Ihrem letzten Kommentar sprachen Sie von Kitt und Identifikation, die gerade Einwanderergesellschaften brauchen, um ihren Zusammenhalt zu gewährleisten. Da kann man Ihnen nur zustimmen. Nur produzieren Sie mit Ihren Artikeln, die provozieren, polarisieren und nicht selten auch diffamieren genau das Gegenteil. Wenn ich Eritreer oder Araber wäre und Ihre Texte lesen würde, würde ich den Inhalt sicher nicht als Einladung verstehen mich hier zu integrieren. Im Gegenteil. Ich würde mir abgestoßen, ausgegrenzt und beleidigt vorkommen. Wäre ich hingegen AfD-Wähler und Pegida-Demonstrant würde ich aus fast jedem Ihrer Sätze Bestätigung für mein Weltbild finden. Wenn ich Sie wäre und ich da wirklich laufend von so vielen immer nur missverstanden werde, dann würde ich mir irgendwann mal die Frage stellen, ob das nicht auch an mir liegen könnte.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 18:48

                      Das geht nicht! Ich habe es großzügig formuliert, Sie hätten auch einen Absatz herausgreifen können, den größeren Kontext eben. Aber Sie können nichts liefern. Ich kann mit Fug und Recht darauf verweisen, im ersten Teil mit einiger Empathie und im Mittel- und Schlussteil mit Fragen und Angeboten gearbeitet zu haben – das Gegenteil von Extremisten. In dieser Hinsicht war eher Ihr Artikel absolut. Für so schwerwiegende Vorwürfe verlange und erwarte ich von Ihnen, dies präziser zu begründen als „der Text riecht danach“. Das empfinde ich als verhetzend. Dazu stimmen Ihre allgemeinen Vorwürfe nicht einmal. So habe ich nicht die Nationalität des Eritreers thematisiert, sondern sein Migrantentum.

                      In zahlreichen seriösen Studien wie auch in der zuletzt verlinkten wird intensiv darauf Bezug genommen, dass wir von unserer Herkunft in Werten und Einstellungen geprägt sind. Wir leben nicht als Neutrum, nicht als homo rationalicus.

                      Sie scheinen Null Kontakt zu AfD-Wählern zu haben. Was ich schreibe, ist in CDU, FDP und wahrscheinlich auch der SPD mehrheitsfähig – zumindest bei den Mitgliedern. Natürlich gibt es die Gefahr, eine Gesellschaft mit Migration zu überfordern. Dazu müssen wir nicht Nabelschau betreiben, das sehen Sie, wenn Sie mit offenen Augen durch die Welt gehen würden, in Österreich, in Frankreich, in Italien, nicht zuletzt in den USA und auch in Australien.

                      Das ist der Vorwurf, den ich Ihnen machen muss, weil er aus Ihren Kommentaren trieft: Sie scheinen sich vor allem nur noch mit Ihresgleichen auseinanderzusetzen und erleben einen regelrechten Kulturschock, wenn Sie auf andere Positionen treffen. Die müssen dann natürlich extremistisch sein, schließlich gibt es das nicht in Ihrem Umfeld.

                    • Erwin Gabriel 7. August 2019, 15:31

                      @ Ralf 1. August 2019, 12:18

                      Lesen hilft? Echt jetzt?

                      Und ich soll jetzt „besser lesen“, um diesen Fall begreifen zu können?

                      Nein; wie schön öfter angemerkt, solltest Du unsere Beiträge lesen, ehe Du antwortest.

      • Dennis 31. Juli 2019, 17:10

        Zitat Stefan Pietsch:
        „Der Deutsche, von dem Stefan schrieb, war der gebürtige Kosovo-Serbe Jackson Bajrami. Ein Pass macht jemanden noch nicht zum Angehörigen einer Volksgruppe “

        Eigentlich geht’s ja um die Frage, ob das V-Wort überhaupt ein sinnvolles Kriterium in der hier diskutierten Sache ist und warum.

        Als Volkskundler interessiert mir ferner, worauf ich denn – jenseits des offenbar unzureichenden Passes – so alles aufpassen muss, damit ich -trotz Pass – die anspruchsvolleren (das müssen die ja sein, sonst würde der Pass ja reichen) Volkskriterien treffe.

        Zitat:
        „….so wenig, wie eine Samenspende jemanden zu einem (echten) Vater macht. “

        Interessante Analogie. Auch in diesem Fall ist also das, was das Gesetz dazu sagt, offenbar uninteressant. Es gilt das „Echte“. Hauptsache man weiß, was das ist.

        • Erwin Gabriel 31. Juli 2019, 17:58

          @ Dennis 31. Juli 2019, 17:10

          Auch in diesem Fall ist also das, was das Gesetz dazu sagt, offenbar uninteressant.

          Diese Formulierung zeigt mir, dass Du den entscheidenden Punkt der Aussage nicht verstehen willst.

          Es gilt das „Echte“. Hauptsache man weiß, was das ist.

          Ich bin des öfteren im Auskland unterwegs. Ich werde überall sofort als Deutscher ‚erkannt‘. Das liegt nicht an meiner Staatszugehörigkeit oder an meinem Pass, den ich ja auch nicht jedem automatisch unter die Nase halte. Man erkennt mich an kulturellen Gegebenheiten wie an meiner Sprache, an meinem (im Vergleich zu anderen Kulturen) fehlenden Humor, an meinen Essgewohnheiten, an meiner Art, Hände zu schütteln – einmal sogar an meinem Anzug).

          • Ralf 31. Juli 2019, 18:11

            Ich werde überall sofort als Deutscher ‚erkannt‘.

            Du wirst an Deiner Sprache erkannt. Die ist wirklich deutsch. Aber nicht an Deiner Eigenschaft keine Kinder absichtlich vor Züge zu stoßen. Denn letzteres hat mit Nationalitäten nichts zu tun.

            • Erwin Gabriel 1. August 2019, 12:22

              @ Ralf 31. Juli 2019, 18:11

              Du wirst an Deiner Sprache erkannt. Die ist wirklich deutsch.

              Deine Aussage lautete, dass ein Pass jemanden zum Deutschen macht, und das andere Kriterien nicht gelten (sollten).

              Meine Aussage war, dass ich von anderen nicht durch den Pass als Deutscher identifiziert werde, sondern durch kulturelle Aspekte.

              Aber nicht an Deiner Eigenschaft keine Kinder absichtlich vor Züge zu stoßen. Denn letzteres hat mit Nationalitäten nichts zu tun.

              Stimmt, dennoch irrelevant. Niemand hat aus der Tatsache, dass ein Kind vor den Zug gestoßen wurde, geschlossen, dass der Täter aus Eritrea stammt; das haben erst die folgenden Ermittlungen ergeben.

              • Ralf 1. August 2019, 14:22

                Meine Aussage war, dass ich von anderen nicht durch den Pass als Deutscher identifiziert werde, sondern durch kulturelle Aspekte.

                Für die Debatte ist es völlig unerheblich, wodurch „andere“, wer auch immer das ist, Dich als Deutschen erkennen. Wichtig ist nur eines: Ob Du einen deutschen Pass hast. Wenn ja, bist Du Deutscher. Wenn nein, bist Du es nicht.

                Stimmt, dennoch irrelevant. Niemand hat aus der Tatsache, dass ein Kind vor den Zug gestoßen wurde, geschlossen, dass der Täter aus Eritrea stammt

                Nein, aber umgekehrt wird in diesem Thread spekuliert, dass die Abstammung aus Eritrea einen mit signifikanter Wahrscheinlichkeit zu jemandem macht, der abscheuliche Verbrechen begeht.

                • Stefan Pietsch 1. August 2019, 14:36

                  Nein, aber umgekehrt wird in diesem Thread spekuliert, dass die Abstammung aus Eritrea einen mit signifikanter Wahrscheinlichkeit zu jemandem macht, der abscheuliche Verbrechen begeht.

                  Nein, darüber hat niemand nur annähernd spekuliert. Wie bei der Klimadebatte marschieren Sie in die völlig falsche Richtung. Nochmal, bis Sie den Versuch machen, zu verstehen:
                  selbst bestens integriert erscheinende Zuwanderer haben oft ein Leben lang mit substanziellen Konflikten zwischen ihren Werten, geprägt durch ihre Kultur, Minderwertigkeitskomplexen und anderen Faktoren und den in ihrer Wahlheimat gelebten Überzeugungen zu kämpfen. (..). Es ist eine wichtige, noch unbeantwortete Frage, warum das so ist.

                  Das ist, das, was mich an der Stelle bewegt.

                  P.S.: Jemand wird auch zum Spieler des 1.FC Kölns, wenn er einen Vertrag beim Geißbockclub unterschreibt. Dennoch sehen sehr viele Fans in vielen Spielern ihre Vereins Söldner. Sehen Sie die Staatszugehörigkeit auch als etwas Emotionsloses, einen reinen legalistischen Akt?

                  • Ralf 1. August 2019, 15:55

                    Nein, darüber hat niemand nur annähernd spekuliert.

                    Selbstverständlich wurde darüber spekuliert. Ansonsten hätten Sie die Herkunft des Eritreers doch garnicht erst nennen müssen. Aber nicht nur, dass Sie sie nennen, Sie reiten auch noch darauf herum. Und setzen dann darüber hinaus in einem zweiten Fall fehlende Deutschstämmigkeit mit einem Mord in Verbindung. Und hier müssen Sie dem deutschen Täter sogar noch das Deutschsein absprechen, weil Ihr Argument ansonsten nicht funktioniert. Das ganze krönen Sie mit Ausführungen zu den Vorteilen ethnisch homogener, früher hätte man gesagt rassisch homogener, Staaten. Vielleicht sollten Sie sich mal Ihre eigenen Texte durchlesen, wenn Sie die scheinbar so wenig kennen.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 16:17

                      Vergessen Sie nicht, dass ich die Übergriffe im Rheinlandschwimmbad auch erwähnt habe. Nicht erwähnt blieb der heutige Angriff eines Syrers auf einen Russlanddeutschen mit einer Machete. Wenn wir in Deutschland, aber auch Frankreich und Italien den Anteil von Rassisten mit einem Fünftel schätzen – wie kommen Sie darauf, dass es unter Zuwanderern keine Rassisten gibt?

                      Der Ursprung der von mir zitierten Studie ist über 15 Jahre alt. Es geht um generelle Fragen, wie sie nunmal in diesem Blog regelmäßig thematisiert werden. Warum stört es Sie? Weil es Ihr Ideal stört. Sie stellen sich ein Land mit vielen Zuwanderern vor, das weiter offen ist für Migration, das umfangreiche Sozialleistungen für jedermann anbietet, finanziert durch sehr hohe Steuern für eine kleine Schicht. Es stört Sie, dass das – wie so vieles, was Sie zuletzt formuliert haben – eine nicht besonders realistische Vision ist.

                      Zur Klarstellung: ich fand die Studie lange vor der Flüchtlingskrise 2015 sehr interessant und habe sie schon vor dieser Zeit in Argumentationen verwandt. Sind unterschiedliche Niveaus an Steuern und Sozialsystemen Zufall oder kulturell bedingt und unter welchen Bedingungen funktionieren sie? Das sind hochaktuelle Fragen.

                • Erwin Gabriel 7. August 2019, 15:33

                  @ Ralf 1. August 2019, 14:22

                  [Meine Aussage war, dass ich von anderen nicht durch den Pass als Deutscher identifiziert werde, sondern durch kulturelle Aspekte.]

                  Für die Debatte ist es völlig unerheblich, wodurch „andere“, wer auch immer das ist, Dich als Deutschen erkennen. Wichtig ist nur eines: Ob Du einen deutschen Pass hast. Wenn ja, bist Du Deutscher. Wenn nein, bist Du es nicht.

                  Ich vergaß, dass alles, was nicht zu Deiner Meinung passt, „für die Debatte“ unerheblich“ ist.

                  Sorry.
                  Stimmt, dennoch irrelevant. Niemand hat aus der Tatsache, dass ein Kind vor den Zug gestoßen wurde, geschlossen, dass der Täter aus Eritrea stammt

                  Nein, aber umgekehrt wird in diesem Thread spekuliert, dass die Abstammung aus Eritrea einen mit signifikanter Wahrscheinlichkeit zu jemandem macht, der abscheuliche Verbrechen begeht.

        • Stefan Pietsch 31. Juli 2019, 18:27

          Als Volkskundler interessiert mir ferner, worauf ich denn – jenseits des offenbar unzureichenden Passes – so alles aufpassen muss, damit ich -trotz Pass – die anspruchsvolleren (das müssen die ja sein, sonst würde der Pass ja reichen) Volkskriterien treffe.

          Fakt ist, dass ein Samenspender Vater ist. Das ist Rechtslage. So einfach. Seltsam nur, dass die meisten Bürger und gerade fast jeder Beteiligte das anders sieht. Wie erklären Sie sich die Diskrepanz?

          Was es braucht, Deutscher zu sein? Identität. Identität ist, was die Bevölkerungen von Aufgenommenen verlangen. Egal, ob bei der Vereidigung Jungamerikaner die Nationalhymne schmettern, Türken selbst nach Jahrzehnten in Westeuropa ihren Lebensabend am Bosporus verbringen wollen und ihre Töchter mit Vettern verheiraten, ob Briten an die Größe des Empires und die Queen glauben oder Italiener an die Familie.

          Falls Sie nicht wissen, was Identität ist, gehen Sie mal in ein Fußballstadion. Am Anfang steht die Hymne, die 80% der Besucher blind mitsingen. Sie tragen das Trikot ihres Lieblingsspielers und wissen bei Nennung eines Vornamens den kompletten Spielernamen. Umgekehrt verlangen die Fans Identität der Spieler mit ihrem Verein. Vertragsangestellte, die als reine Söldner identifiziert sind, werden nicht anerkannt und oft ausgepfiffen. Es gibt auch hier keinen justiziablen Begriff, was einen Spieler zum Söldner macht. Wahrscheinlich die Ahnung, dass eine Neuverpflichtung einfach nur die Vorteile abgreifen will, aber bei der ersten Böe sich in die Büsche schlägt.

          Mesut Özil wurde in jungen Jahren von Türken angefeindet, weil er sich dafür entschied, für Deutschland zu spielen. Er gab dafür sogar seinen türkischen Pass auf. Nach ersten Erfolgen kehrte er seiner Passheimat schnell den Rücken, seine engagierten Spiele in der Nationalelf waren sporadisch, schon beim Titelgewinn wurde er mehr oder weniger durchgeschleppt. Vier Jahre später verabschiedete er sich rüde nach einer Serie verhaltensauffälliger Vorgänge. Seine Hochzeit feierte in der Türkei, obwohl er gar keinen türkischen Pass besitzt, Ehrengast war der umstrittene Staatspräsident Erdogan. Von jemanden mit der Identität Deutscher hätte man instinktiv anderes erwartet. Vielleicht, dass er in Hamburg oder in Gelsenkirchen eine große Sause veranstaltet und Angela Merkel, die ihm immerhin schon in der Kabine nahe war, als Ehrengast eingeladen hätte.

          Aber vielleicht hat ein Mesut Özil gar keine Identität. Verstehen Sie jetzt vielleicht ein bisschen, was zum Deutschsein neben dem Pass gehört? Und ist die nationale Zugehörigkeit nicht wesentlich wichtiger und weitreichender als die Identifikation mit einem Proficlub?

          • Dennis 31. Juli 2019, 23:05

            Zitat Stefan Pietsch:
            „Fakt ist, dass ein Samenspender Vater ist. Das ist Rechtslage. So einfach. “

            Stimmet nitt 🙁 Die rechtliche Vaterschaft hängt in diesem Fall von weiteren Voraussetzungen ab.

            Zitat:
            „Seltsam nur, dass die meisten Bürger und gerade fast jeder Beteiligte das anders sieht“

            Die Rechtslage – entgegen Ihrer Ansicht – auch.

            § 1600d (4) BGB :
            “Ist das Kind durch eine ärztlich unterstützte künstliche Befruchtung in einer Einrichtung der medizinischen Versorgung im Sinne von § 1a Nummer 9 des Transplantationsgesetzes unter heterologer Verwendung von Samen gezeugt worden, der vom Spender einer Entnahmeeinrichtung im Sinne von § 2 Absatz 1 Satz 1 des Samenspenderregistergesetzes zur Verfügung gestellt wurde, so kann der Samenspender nicht als Vater dieses Kindes festgestellt werden.“

            Seltsam, aber so isses halt.

            Eine weitere Regelung geht so:
            „Eine Einrichtung, in der Samen zur heterologen Verwendung für eine ärztlich unterstützte künstliche Befruchtung gewonnen wird (Entnahmeeinrichtung), hat sicherzustellen, dass der Samenspender vor der Gewinnung des Samens über Folgendes aufgeklärt worden ist:…….

            ……..den Ausschluss der Feststellung der rechtlichen Vaterschaft des Samenspenders gemäß § 1600d Absatz 4 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

            Aber okay, ist ist mir schon klar, worauf das hinaus geht: „Echter“ Vater und Vater von Gesetzes wegen muss nicht die selbe Person sein. Es spricht nichts dagegen, dass jemand privat, zumal in einem gegeben Fall, dieser Auffassung ist. Indes lässt sich das nicht verallgemeinern, d.h.: Es besteht KEINE Analogie zum kollektivrechtlichen Fall des Kennzeichens D, das in meinem Ausweis steht. Im letzteren Fall können KEINE weiteren Anforderungen gestellt werden, da können Sie mehr oder weniger alberne völkische Identitätsmythen verbreiten ohne Ende.

            Zitat:
            „Falls Sie nicht wissen, was Identität ist, gehen Sie mal in ein Fußballstadion. “

            Das kann von niemandem verlangt werden. Noch weniger, dass man die Hobbys, die danach erläutert werden, teilt.

            Völkische Identitätshuberei mag ja das eine oder andere Ego, das sonst nichts hat, festigen, indes fällt all das jenseits der Staatsbürgerschaft in die Kategorie private Auffassungen ohne Maßgeblichkeit.

            Zitat:
            „Was es braucht, Deutscher zu sein? Identität.“

            Wir will, möge diesen Unsinn glauben. Sie mögen auch an Einhörner glauben. Tatsache ist, dass ich auch dann Deutscher bleibe, wenn ich Ihre oder eine andere Identitätslyrik zurückweise. So ist das Leben.

            Mit dem hier angesprochenen Verbrechen hat all das eh nichts zu tun.

            Zitat
            „Mit anderen Worten: selbst bestens integriert erscheinende Zuwanderer haben oft ein Leben lang mit substanziellen Konflikten zwischen ihren Werten, geprägt durch ihre Kultur, Minderwertigkeitskomplexen und anderen Faktoren und den in ihrer Wahlheimat gelebten Überzeugungen zu kämpfen.“

            So so. Woher wissen Sie das? Glauben Sie etwa, dass das, was im Frankfurter Hbf sich ereignet hat, ist in Eritrea kulturell anerkannt ist ?

            Zitat:
            Wenn es eine Lehre aus den dramatischen Ereignissen der letzten Tage gibt, dann muss es die sein, dass die immer noch zahlenmäßig starken gemäßigten Kräfte migrationsoffener wie zuwanderungskritischer Schichten sich aufeinander zubewegen und die gegenseitigen Positionen mehr respektieren müssen. “

            Wo soll da jetzt die Konnektivität zum gegebenen Fall liegen? Sie verwechseln womöglich „Lehre“ und „Ressentiment“.

            • Stefan Pietsch 1. August 2019, 09:11

              Ich kenne zwei lesbische Frauen, die sich monatlich von einem Mann eine Samenspende geben lassen. Spätestens da gibt es einen Unterschied zwischen juristische und sozialer Vaterschaft.

              Die Frage nach der Identität ist nicht etwas Deutsches. In den USA setzt sich jeder einer landesweiten Debatte aus, der nicht die Fahne anbetet. Ich habe ein Beispiel für Identität genannt, da Sie ja schließlich gefragt haben, was notwendig ist, um zugehörig zu sein.

              Unsere Sozial- und Steuersysteme beruhen darauf. Nur ethnisch weitgehend homogene Staaten können sich ausgebaute Sozialsysteme leisten, in heterogenen Ländern werden sie nicht akzeptiert. Auch die Akzeptanz hoher Steuern hängt weitgehend davon ab, sich zugehörig zu fühlen, haben Studien gezeigt. So plädieren in den USA, Kanada und Australien selbst Einkommensarme nicht für hohe Steuern.

              Das sollten Sie alles bedenken, wenn Sie nationale Identität so gering achten.

              • popper 1. August 2019, 09:48

                Unsere Sozial- und Steuersysteme beruhen darauf. Nur ethnisch weitgehend homogene Staaten können sich ausgebaute Sozialsysteme leisten, in heterogenen Ländern werden sie nicht akzeptiert.

                Das ist einer der häufigsten Tricks, die Sie in Diskussionen anbringen. Sie leiten aus einem Zirkelschluss die Richtigkeit ihrer Behauptung ab. Wobei die ersten drei Prämissen pure unzusammenhängende Behauptungen sind. Und dann enden Sie auch noch damit, in heterogenen Staaten würden Sozialsysteme etc. nicht akzeptiert, was eine weitere Behauptung ist, die mit dem Vorausgegangenen nichts mehr zu tun hat. Akzeptanz ist eine intrinsische Eigenschaft, während das „Sich-etwas-leisten-können“, andere Grundvoraussetzungen besitzt. Auch, dass etwas so ist, lässt nicht darauf schließen, dass es zwingend so sein muss oder sollte.

                • Stefan Pietsch 1. August 2019, 09:58

                  Fakt ist, dass umfangreiche Sozialsysteme (Wohlfahrtssysteme) nur in Staaten mit ethnisch relativ homogener Struktur existieren. Und ein wesentlicher Grund, warum sich die Bevölkerungen in Dänemark, Finnland, Schweden, aber auch Italien und Spanien gegen Migration wenden, hat mit der Sorge um die Ausbeutung des jeweiligen Sozialsystems zu tun. So argumentieren übrigens auch Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht.

                  Ich hatte vor einigen Jahren eine internationale Studie gelesen, die sich mit der Akzeptanz hoher Steuern befasste. Leider habe ich sie nicht abgespeichert und kann sie im Netz nicht mehr finden, da ich weder weiß, wie sie hieß noch über welche Quelle ich sie bezogen habe. Danach lehnen in sehr gemischten Gesellschaften wie den USA auch diejenigen hohe Steuern ab, die davon nicht betroffen wären.

                  Die Welt ist kein Wünsch-Dir-Was-Programm, es gibt viele, sehr viele Restriktionen.

                  • popper 1. August 2019, 12:16

                    In Ländern, wie Afrika oder Lateinamerika oder Teilen von Australien brauchen die Menschen per se keine Sozialsysteme, wie in den kapitalistisch austarierten Ländern, wo Geld der Teilhabeschein erster Güte ist. Und den Unternehmen in Krisenzeiten, das Überleben sichert. Die Strukturen reichten normalerweise völlig aus, um für das eigene Auskommen zu sorgen. Erst als die „Beglücker“ kamen und die gewachsenen ländlichen agrarwirtschaftlichen Strukturen der Nomaden zerstörten und sich deren Bodenschätze durch Korruption zueigen machten, wurde diesen Menschen die Existenzgrundlage entzogen. Ich hatte eine Schwägerin, die mit Mann und Kindern fast zehn Jahre in Neu-Guinea lebte. Und dort gesehen hat, wie völlig intakte Stammeskulturen durch die Profitgier der Weißen zerstört wurden, ohne an deren Stelle neue Existenzgrundlagen zu setzen.

                    Erst mit der Wegnahme ihrer Existenzgrundlagen durch Kriege, Zerstörung und Enteignung und dem daraus resultierenden Zwang, aus Selbstversorgern Menschen zu machen, die sich das Geld zur Teilnahme an den neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen verdienen müssen, entstand der Wunsch in andere Länder zu fliehen oder dort einzuwandern, wo die Ursachen ihrer wirtschaftlichen Misere liegen. Nicht die Sehnsucht nach unseren Sozialsystemen, ist der Grund, dabei handelt es sich um ein kalkuliertes Narrativ der verantwortungslosen Verantwortlichen. Diese Behauptung von Politikern in den europäischen Ländern, ist einem Reflex geschuldet, der die Opfer zu Schuldigen machen will, um sich so vor der Verantwortung zu drücken. Das betrifft auch die von ihnen genannten Länder, die wie in Deutschland die AfD die Schwierigkeiten nutzen, um Ressentiments zu schüren, um die Verwerfungen der neoliberalen Agenda 2010 am Arbeitsmarkt und der infolgedessen zunehmenden Wachstumsschwäche der Wirtschaft, verbunden mit einer heraufziehenden massiven Rezession, zu vertuschen. Und bitte, Herr Pietsch, ihre Behauptung Lafontaine und Sahra würden hinsichtlich der Sozialsysteme genauso argumentieren, ist barer verunglimpfender Unsinn.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 12:48

                      Argentinien hat sich binnen weniger Jahrzehnte, angeführt von nationalen Populisten wie Peron, von einem der reichsten Staaten der Erde zu einer insolventen Republik heruntergewirtschaftet. Die Populistin Kirchner gilt in Argentinien ebenso gebrandmarkt.

                      Aber das war nicht der Punkt. Ihre Verweise auf sehr arme Länder sind nicht hilfreich. Es geht mir um wohlhabende Nationen. Ich habe eine Studie gefunden, die auf die von mir erwähnten aufbaut:
                      As we continue our efforts to understand and draw lessons from the social and economic success of the Scandinavian countries, it is worth remembering that these countries have some specific traits. They are small and homogenous, racial and religious diversity is limited, human capital is high, and they have been largely unaffected by violent conflict.

                      Oder auch hier (Tax Take Graphen).

              • Dennis 1. August 2019, 21:40

                Zitat Stefan Pietsch (in einem Beitrag an anderer Stelle; hier meinerseits wohl nicht richtig platziert, sorry) :

                „Mein Thema hier – neben der Tragik in meinem direkten Umfeld – ist, dass selbst bei oberflächlich betrachtet guter Integration Zuwanderergruppen Schwierigkeiten haben. Wichtige Fragen sind, ob dies generell zutrifft und warum das so ist (und ob es tatsächlich so ist). Ich habe das aufgeworfen und keine Antworten gegeben. Ich habe Vermutungen, aber diese sind kein Wissen.“

                Die zentrale Frage, wo denn jetzt genau der Link dieser Fragestellung zum Verbrechen in Frankfurt liegen soll, ist m.E. bisher nicht beantwortet, aber vielleicht habe ich das auch überlesen.

                Wenn ein konkreter Link nicht zu erkennen ist bzw. nicht nachvollziehbar beschreibbar (damit meine ich nicht dunkles Geraune) ist, stellt sie die Frage, warum diese allgemeine Fragestellung Ihrerseits überhaupt mit dem Fall verquickt wird.

                Entweder gibt es formulierbare Erkenntnisse, mindestens starke Vermutungen, dass die Tat WEGEN des Zuwanderer-Status erfolgt ist oder es gibt sie nicht. Fakt ist ferner: Alle etwaigen Argumente in Richtung „kulturfremd“ setzen voraus, dass ein Verbrechen dieser Art irgendwo draußen in der Welt als akzeptabel gilt. Das halte ich für unwahrscheinlich.

                Das kunstvolle oder auch plumpe (je nach Geschmack) Verrühren von Sachverhalten in einem Artikel und die anschließende Ausrede, man habe ja gar nicht gesagt „deswegen, weil“, also keine Kausalität hergestellt, überzeugt mich nicht sonderlich.

                • Stefan Pietsch 1. August 2019, 21:54

                  Ich habe es nun hier mehrmals angeführt: Habte Araya, der illegal in die Schweiz gekommen war, erlangte dort Asyl und wurde zum Vorzeigemigranten. In zwei angesehenen Unternehmen erhielt er Beschäftigung, er gründete eine Familie und lebte ansonsten friedlich. Anfang des Jahres änderte sich das Bild, seit dem ging er nicht mehr zur Arbeit, begab sich in psychiatrische Behandlung, was am Ende jedoch nicht die tätlichen Angriffe auf seine Frau und seine Nachbarin verhinderte, der er sogar den Tod androhte. Daraufhin wurde er von den eidgenössischen Behörden zur Verhaftung ausgeschrieben. Es gibt also eine Geschichte, wie ein anscheinend vorbildlicher Zuwanderer die Spur verlor. Psychische Erkrankungen kommen nicht aus dem Nichts, sie haben meist ihre Ursache in inneren Konflikten oder der eigenen Vergangenheit.

                  Das ist das typische Beispiel der Storyline – die übrigens erst später entstand. Begonnen hatte die Idee zum Artikel allein mit der persönlichen Berührung zu den Fällen in Frankfurt und Wächtersbach. Haben Sie eine Antwort, warum das Verbrechen tagelang den Menschen am Hauptbahnhof so nahe ging, dass sie in Tränen ausbrachen? Ich kann es nachempfinden.

                  • Dennis 2. August 2019, 10:15

                    Zitat:
                    „…Es gibt also eine Geschichte, wie ein anscheinend vorbildlicher Zuwanderer die Spur verlor. Psychische Erkrankungen kommen nicht aus dem Nichts, sie haben meist ihre Ursache in inneren Konflikten oder der eigenen Vergangenheit.“

                    Halten wir fest: Dieses Geraune soll ein „wegen der Herkunft plus Zuwanderung“ insinuieren, obwohl dieser Schluss nicht gezogen werden kann.

                    Das mit „psychischer Erkrankung“, was zur Schuldverminderung bis hin zur Schuldunfähigkeit führen kann (all das ist einstweilen offen) muss erst noch festgestellt werden. Angeblich Rechtskundige sollten das mal abwarten. Diese Vergünstigung gönne ich dem Beschuldigten vorläufig und voreilig erst mal NICHT.

                    Interessant auch, dass Sie das Konzept „persönliche Schuld“ offenbar kritisch sehen und alles auf Umstände abschieben. Vor dem Hintergrund von Zuwanderung ist das letztere ansonsten eher linke Konzept offenbar attraktiv.

                    „Haben Sie eine Antwort, warum das Verbrechen tagelang den Menschen am Hauptbahnhof so nahe ging, dass sie in Tränen ausbrachen? “

                    Ja. Verbrechen an Kindern gelten überall auf der Welt mit Recht als maximal ruchlos und lösen maximale Empörung aus – ebenfalls mit Recht.

                    Die Verbandelung dessen mit billiger Münze ist etwas anderes.

                    • Stefan Pietsch 2. August 2019, 10:24

                      Machen wir’s kurz: sehen Sie irgendwelche Probleme auf Migrantenseite bei der Integration? Sehen Sie die Häufung brutaler Übergriffe sowie die genannten Häufungen in der Kriminalstatistik als Ergebnis von Zufällen? Sie haben sich nun genug wie ein Verteidiger auf die reine Rechtspositionen zurückgezogen, wobei es bei Fragen der Integration nur am Rande um diese Aspekte geht. Nun sind Sie an der Reihe aus der Deckung zu kommen.

                      P.S.: warum weint hier niemand über den Tod von Kindern in Syrien und Eritrea?

            • Rauschi 1. August 2019, 10:18

              @Dennis

              Wer will, möge diesen Unsinn glauben. Sie mögen auch an Einhörner glauben. Tatsache ist, dass ich auch dann Deutscher bleibe, wenn ich Ihre oder eine andere Identitätslyrik zurückweise. So ist das Leben.
              Volle Zustimmung, ich lasse mir doch von keinem Moralapostel erzählen, ich wäre kein Deutscher, weil mir die „Identität“ (welche denn genau?) fehlen würde. Ich bin und bleibe ein Mensch mit deutschem Pass, das muss sogar jemand, der nur nebenbei Juro studiert hat, hinnehmen. 😉

            • Erwin Gabriel 1. August 2019, 12:28

              @ Dennis 31. Juli 2019, 23:05

              Selbst wenn ich das anders zu erklären versuchen würde als Stefan P., so teile ich seine Meinung.

              Was mich in den Augen einer deutschen Behörde zu einem Deutschen macht, ist der Pass. Was mich in den Augen anderer Menschen im In- und Ausland zum Deutschen macht, hat mit meinem Pass sehr, sehr wenig zu tun.

              • popper 1. August 2019, 13:23

                Herr Gabriel, das Problem ist doch, dass Herr Pietsch aus dem kulturellen Anderssein einseitige Schlussfolgerungen zieht. Diese Art von Essentialismus ist einfach falsch, weil Sie auf eine Wesenheit abzielt, die zwangsläufig der Beliebigkeit anheim fällt.

              • Ralf 1. August 2019, 14:38

                Was mich in den Augen anderer Menschen im In- und Ausland zum Deutschen macht, hat mit meinem Pass sehr, sehr wenig zu tun.

                Na und? Das ist doch völlig subjektiv. Anders als Sie werde ich im Ausland zum Beispiel eher selten für einen Deutschen gehalten. Dafür fanden mehrere, dass ich wohl Ire bin. Was nun? Wem nutzt diese ganze Debatte über deutsche Identität, eine Eigenschaft, die im übrigen sehr persönlich ist?

                Ich sage Dir, wem die Debatte nutzt. Der extremen Rechten nutzt die Debatte, weil sie erlaubt subjektiv festzulegen, was „Identität“ heisst, um dann denen, die man aus dem Land raus haben will, diese Identität abzusprechen. Der erste Schritt dafür ist, dass man Deutschen, das Deutschsein abspricht. Da ist dann jemand, der in Serbien geboren wurde, aber seit Jahren mit deutschem Pass in Deutschland lebt, plötzlich kein Deutscher mehr. Kein „echter“ Deutscher halt. Weil der ja nicht zum Volkskörper dazugehört.

                Das ist die Diskussion, die von Rechten normalerweise mit Dog-Whistles zwischen den Zeilen geführt wird. Außer hier im Thread. Wo man da sogar ganz offen zu sein scheint.

                • Erwin Gabriel 7. August 2019, 16:05

                  @ Ralf 1. August 2019, 14:38

                  [Was mich in den Augen anderer Menschen im In- und Ausland zum Deutschen macht, hat mit meinem Pass sehr, sehr wenig zu tun.]

                  Na und? Das ist doch völlig subjektiv.

                  Kein Einspruch; aber die Subjektivität liegt nicht in mir, sondern in meinem Gegenüber. Der bildet sich doch (s)eine Meinung. Mit welchem Recht sollte ich ihm die absprechen?

                  Ich sage Dir, wem die Debatte nutzt. Der extremen Rechten nutzt die Debatte, …

                  Und wenn ich Dir sage, dass ich hier meine Meinungen nicht frei äußern kann, ohne als ‚rechts‘ abgestempelt zu werden, kommt von Deiner Seite Widerspruch?

                  Was ‚den Rechten‘ nutzt, ist, wenn Debatten nicht geführt werden, wenn es Denk- und Redeverbote gibt.

                  …weil sie erlaubt, subjektiv festzulegen, was „Identität“ heißt, um dann denen, die man aus dem Land raushaben will, diese Identität abzusprechen.

                  Jeder hat eine derartige Identität, ob er will oder nicht. Der Unterschied zwischen ‚den Rechten‘ und mir ist, dass die diese die Leute aus dem Land haben wollen und ich nicht, weil ich den entsprechenden Zusammenhang nicht nachvollziehen kann.

                  Die Gemeinsamkeit von Dir und denen ist, dass Du Aussagen Deines Gegenübers mit einer Bedeutung auflädst, die auch für Dich erkennbar nicht gemeint sein kann, um ihn zu diskreditieren.

                  Der erste Schritt dafür ist, dass man Deutschen, das Deutschsein abspricht. Da ist dann jemand, der in Serbien geboren wurde, aber seit Jahren mit deutschem Pass in Deutschland lebt, plötzlich kein Deutscher mehr. Kein „echter“ Deutscher halt. Weil der ja nicht zum Volkskörper dazugehört.

                  Volkskörper hast Du gesagt…

                  Vielleicht sieht sich der Passinhaber mit serbischen Wurzeln auch als Serbe (ich habe so einen Nachbarn). Das hat aber nichts mit seinem Recht zu tun, sich in Deutschland aufzuhalten, und hier zu leben und zu arbeiten.

                  Das ist die Diskussion, die von Rechten normalerweise mit Dog-Whistles zwischen den Zeilen geführt wird. Außer hier im Thread. Wo man da sogar ganz offen zu sein scheint.

                  Ich habe Dir schon mal geschrieben, dass Du an Dir selbst erkennen kannst, wie man langsam ins politisch Extreme abrutscht. Das Prinzip ist auf Deiner Seite des politischen Spektrums das Gleiche. Du scheinst für eine bestimmte offene Form der Diskussion nicht mehr zugänglich zu sein.

                  Selbst wenn ich mich immer wieder dagegen geäußert habe, dass man jeden stumpf in unser Land hinein lässt, der hier hinein möchte, so habe ich noch nie „Ausländer raus“ geschrieben; im Gegenteil ist meine Meinung stets die gewesen, dass wir Zuwanderung brauchen. Habe ich hier oft genug geschrieben.

                  Du „kennst“ mich gut genug, um über meine Grundrichtung zu allen hier diskutierten Themen Bescheid zu wissen. Dennoch, wider besseren Wissens, versuchst Du nicht zum ersten Mal, mich aus diskussionstaktischen Gründen in die Rechtsaußen-Ecke zu schieben.

                  Du bist einseitig, unseriös, populistisch, diskriminierend, menschenverachtend – such Dir gerne die passenden Begriffe aus, die Du bei einem „Rechten“ mit gleicher Methodik anwenden würdest. Solange Du mir nicht annähernd die gleiche Toleranz und den gleichen Anstand entgegenbringst, wie Du von mir bislang bekommen hast, werde ich nicht mehr mit Dir diskutieren.

    • Hanni Hartmann 1. August 2019, 13:35

      Manche Kommentare hier kommen genau von der Sorte Menschen, die wir heute in Deutschland so geniessen „dürfen“: Pharisäerhaft und klug scheisserich. Die Scheune brennt aber solche Typen argumentieren-oftmals durchaus eloquent- das die Feuerwehr nicht rausfahren darf zum Löschen weil Gemäß TUV der Reifendruck nicht korrekt ist..

      • Erwin Gabriel 8. August 2019, 09:44

        🙂

        Zustimmung!

  • Hanni Hartmann 31. Juli 2019, 16:37

    Sehr ausgewogener und balancierter Bericht/Analyse

    • popper 31. Juli 2019, 20:46

      Pietsch fällt bei seinen Kommentaren zu seinem vorliegenden Artikel so oft von der „Stange“, dass von ausbalanciert, wenn das überhaupt die Sache trifft, keine Rede sein kann. Da schreibt einer, der Deutschland und seine Menschen für den finalen Referenzpunkt fürs Gute am und im Menschen hält. Sich mit den Ergüssen eines derart von Vorurteilen und Resentiments Verblendeten auseinander zu setzen, scheint mir pure Zeitverschwendung.

      Das pathologische Verhalten des Täters von Frankfurt zum Anlass zu nehmen, dìe Leier der kulturellen Fremdheit abzunudeln, die dem Migranten genetisch eine Disposition zum Kriminellen andichtet, kriecht sehr verdächtig aus der Schmuddelecke rassistischer Ideologien.

      Hier bleibt kein Platz für die Hintergründe und Fluchtursachen, die Menschen aus purer Existenzangst in untergehende Boote treibt. Alles gerinnt bei Pietsch zu Gewaltexzesssen, die nur die eine Begründung zulassen: der Migrant ist der Schuldige, weil ein Verächter unserer Kultur und am Untergang derselben interessiert, weil er die Stufe zum deutschen Übermenschen partout nicht erreichen will. Diese verlogene Identitätsseuche, die nichts anderes ist als eine Entwerung aller Werte und sich dennoch anmaßt, Vernunft walten zu lassen, in Wirklichkeit aber, um mit der Bibel zu sprechen, zu seinem eigenen Gespei zurückkehrt.

      • GerdHeiner 31. Juli 2019, 23:45

        „die Menschen aus purer Existenzangst in untergehende Boote treibt“?
        An den Weihnachtsmann glaubt der gute Popper wohl auch noch?

        • popper 1. August 2019, 07:55

          Ich erkenne nicht, was Sie mir in der Sache vorwerfen wollen. Nur, dass Sie lächerliche Vergleiche ziehen. Dass wir die Verantwortung für unser Handeln gerne verdrängen, ist ja hinreichend bekannt. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Kriege und Ausbeutung im Nahen Osten und in Afrika, die Ursachen dafür liefern, dass Menschen aus ihren Ländern fliehen müssen. Wir nennen Sie dann euphemistisch Wirtschaftsflüchtlinge und beschuldigen Sie, unsere Sozialsysteme zu plündern und die Kriminalstatistiken zu füllen. Oder erklären Sie gleich zum Abschaum der Menschheit. Wir sind ja die Guten.

          • Erwin Gabriel 1. August 2019, 12:37

            @ popper 1. August 2019, 07:55

            Dass wir die Verantwortung für unser Handeln gerne verdrängen, ist ja hinreichend bekannt. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Kriege und Ausbeutung im Nahen Osten und in Afrika, die Ursachen dafür liefern, dass Menschen aus ihren Ländern fliehen müssen.

            Auch andersrum wird ein Schuh daraus. Daran, dass sich in Afrika so viele Möchtegern-Häuptlinge zu Kriegsfürsten entwickeln, hat Deutschland genauso wenig Schuld wie an den Massakern des Jugoslawien-Kriegs.

            Deutschlamnd an allem Elend in der Welt Verantwortung zuzuschieben, ist genauso bescheuert, wie jegliche Verantwortung zu leugnen. Sie sollten über genug Intellekt verfügen, um besser differenzieren zu können.

            • popper 1. August 2019, 19:13

              Die Schuhe, die Sie sich so zusmmenschustern, möchte ich mir nicht anziehen. Dass sich in Afrika so viele Möchtegern-Häuptlinge zu Kriegsfürsten entwickeln ist nicht unsere Schuld, eine Schuld liegt vielmehr darin, dass wir sie instrumentalisieren.

              Dass Deutschland am Elend der Welt schuld sein soll, unterstellen Sie einfach. Ich habe mit keinem Wort davon gesprochen. Mein Intellekt reicht [] aus, keine abwegigen Übertreibungen in den Raum zu stellen und zu glauben, es handle sich dabei um vernünftige Argumente in der Sache.

              • popper 1. August 2019, 20:03

                Liegen die Nerven bei ihnen inzwischen wieder mal so blank, dass Sie harmlose Vergleiche zensieren, aber ihre Invektive locker durchgehen. So nach dem Motto: Quod licet Iovi, non licet bovi. Sie können einem echt leid tun.

                • Stefan Pietsch 1. August 2019, 20:07

                  Die Formulierung war beleidigend. Das haben Sie nicht nötig.

                  • popper 1. August 2019, 20:29

                    Sehe ich nicht so. Sie legen doch so großen Wert auf juristische Korrektheit. Meine Formulierung ist durch die Relativierung von der Meinungsfreiheit gedeckt und insoweit auch nicht beleidigend. Wogegen ihre Aussage gegenüber Rauschi: „Sie sind eine Lügnerin“ den Tatbestand der Beleidigung erfüllt.

                    • Stefan Sasse 1. August 2019, 20:41

                      Leute, wir sind hier in der Kommentarsektion eines Blogs! Schaltet mal alle einen Gang runter.

                    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 21:07

                      Es war eine Beleidigung, die auf eine heftige Beleidigung folgte. Ich habe vor einigen Wochen die Bedingungen dargelegt, unter denen ich diskutiere. Rauschi hat für sich entschieden, diese nicht respektieren zu wollen. Dann sollte man aber denjenigen auch nicht fortgesetzt angreifen und herabwürdigen. Ich lasse mir nicht inhumane und menschenverachtende Verhaltensweisen unterstellen noch nachsagen. An der Stelle ist meine Toleranz erschöpft. Ab und zu muss ich das deutlich machen.

                  • popper 1. August 2019, 20:52

                    An ihren Aufrufen, Stefan Sasse, stimmt einfach die Tendenz nicht.

                  • popper 1. August 2019, 22:48

                    Nein, mein Lieber, da folgte keine Beleidigung auf eine heftige Beleidigung. Sie stehen nur nicht zu den Konsequenzen ihrer Aussage. Und dann war der Hinweis Rauschis in Form einer Frage. Und Sie fühlten sich ertappt, weil Sie erkannt haben, wie menschenverachtend ihre Geschichte mit den Kinderaugen ist und auf einen Empfängerhorizont gar nicht anders wirkt, als das, was Sie zur Frage von Rauschi hinzugedacht haben und unzulässigerweise dann ihr unterstellten, sie hätte ihre, Stefan Pietschs, Gedanken vorweggenommen. Verkehrte Welt kann man da nur sagen. Aber tatsächlich beleidigt haben allein Sie.

              • Erwin Gabriel 8. August 2019, 09:48

                @ popper 1. August 2019, 19:13

                Dass sich in Afrika so viele Möchtegern-Häuptlinge zu Kriegsfürsten entwickeln ist nicht unsere Schuld, eine Schuld liegt vielmehr darin, dass wir sie instrumentalisieren.

                Da mag ich nicht widersprechen. Ich sehe durchaus, dass ‚unser‘ verhalten in der Welt nicht nur Segen bringt. Ich bin nur nicht mit der einseitigen Schuldverteilung einverstanden, die Sie so häufig äußern.

        • Hanni Hartmann 1. August 2019, 09:54

          ..die Menschen erst garnicht in die Boote treiben lassen. Der WURZEL des Übels angehen…

          • popper 1. August 2019, 11:23

            Da stimme ich ihnen sogar zu! Sehe aber in den Entwicklungen z.B. in Libyen oder in einigen Staaten Afrikas keine Anstrengungen von westlicher Seite, im Gegenteil. Es werden Warlords und totalitäre Gruppen mit Geld und Waffen versorgt, um Flüchtlinge aufzuhalten oder gleich wegzusperren. Betrachtet man sich die Handelsabkommen, passiert genau das Gegenteil von dem, was geschehen müsste: In der Handelspolitik besteht Deutschland auf dem Abschluss von Freihandelsabkommen mit den afrikanischen Staaten (Wirtschaftspartnerschaftsabkommen – EPAs). Afrikanische Staaten sollen ihre Märkte öffnen, erlangen aber kaum Vorteile, da sie theoretisch meist schon freien Zugang zum EU Markt haben. Durch die Marktöffnung drohen afrikanische Unternehmen und Kleinbauern durch Importe noch weiter marginalisiert zu werden. Denn afrikanische Staaten sind Studien zufolge nur bei 15 – 35% aller Produkte wettbewerbsfähig genug, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

          • Stefan Sasse 1. August 2019, 15:16

            Klingt cool. Und wie geht das?

            • GerdHeiner 1. August 2019, 17:35

              Wie das geht? So wie die Australier das machen geht das!

              • Stefan Sasse 1. August 2019, 18:35

                Die Australier lösen die Probleme der Entwicklungsländer? Wusste ich gar nicht. Scheint mir unterberichtet zu sein.

                • GerdHeiner 1. August 2019, 18:43

                  Ich bezog mich auf die von Schleuserbanden gesteuerte See“Not“Schiffahrt.

                  • Stefan Sasse 1. August 2019, 20:39

                    Nene, mir ging es um die „Man muss die Wurzel des Problems in den Entwicklungsländern lösen“, und das ist halt so…klar, wäre geil, aber wie zur Hölle?

                    • GerdHeiner 1. August 2019, 22:36

                      Nene, mir ging’s um „..die Menschen erst garnicht in die Boote treiben lassen.“

                      Siehe auch „– dass die Einwanderung per Schiff über das Mittelmeer nach australischem Vorbild unterbunden wird“ aus dem offenen Brief von Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof
                      an Angela Merkel.

                    • Stefan Sasse 2. August 2019, 13:27

                      Ich sag’s noch mal, ihr solltet echt schauen, mit was ihr euch da gerade gemein macht. Es gibt genug Leute die dafür plädieren, die Grenzen komplett dicht zu machen, die nicht gleichzeitig versuchen zu erklären, dass Deutschland nicht schuld am Zweiten Weltkrieg war. Aber auf der anderen Seite passt das natürlich wieder, wenn man für Konzentrationslager in Nordafrika ist.

                    • Stefan Pietsch 2. August 2019, 14:34

                      Aber Stefan, mit wem machen wir uns denn gemein? Niemand fordert mehr als die Einhaltung des Rechts. Die Frage ist da doch eher: mit wem macht Ihr Euch gemein?

                      (1) Wer auf hoher See gerettet wird, hat nicht automatisch ein Recht, in ein Land gebracht zu werden, wo er sicher einen Asylantrag stellen kann. Das ist durch die Regeln der Seenotrettung nicht gedeckt. Dennoch beharren eine Carola Rackete nebst Fans auf dieser Position.
                      (2) Abgelehnte Asylbewerber sind außer Landes zu bringen.
                      (3) Mörder wie der aus Voerde sind zu lebenslanger Haft eventuell nebst Sicherheitsverfahrung zu verurteilen.
                      (4) Eine Einreise ohne Aufenthaltsgenehmigung und ohne gültigen Pass ist nicht zulässig.
                      (5) Unrichtige Angaben im Anerkennungsverfahren führen ggf. zur Verwirkung des Anspruchs.

                      Stefan, das sind keine AfD-Forderungen, das ist seit sehr langer Zeit geltendes Recht. Wieso rebelliert Ihr dagegen? Wollt Ihr aus Deutschland eine Anarchie machen?

                    • Stefan Sasse 2. August 2019, 16:35

                      Davon rede ich überhaupt nicht. Ich rede davon, sich auf verkackte Nazis zu berufen, anstatt diese Punkte einfach zu machen. Was du da auflistet sind völlig normale, legitime Debattenstandpunkte. Kein Grund, im tiefsten politischen Morast zu wühlen und jemand wie Schultze-Rohndorf hervorzukramen.

                    • Stefan Pietsch 2. August 2019, 16:48

                      Kein Dissens.

                    • Hanni Hartmann 2. August 2019, 13:10

                      Immigranten Probleme und organisiertes Schleuser-und Schlepper Unwesen im Mittelmeer :Stimmt; wir muessen helfen; das muss und darf aber nicht bedeuten, das wir nun eine ganze „Flüchtlings Industrie“ – die die Mafia und anderes organisiertes Verbrechen gut „ernährt“- aufrecht erhalten. Wir muessen in Africa Strukturen aufbauen, die es den Menschen dort erlauben, aus ihrem miserablen Leben in ihren eigen Ländern nach vorne zu kommen. Unsere derzeitige „Entwicklung Hilfe“ muss radikal neu aufgestellt werden..

                    • Stefan Sasse 2. August 2019, 13:31

                      Klingt spannend. Und wie sieht das konkret aus? Und wie löst es innerhalb von ungefähr sechs Monaten das Problem?

                      Ich bin ja völlig bei dir, dass man viel, viel mehr machen kann und muss und dass die bisherige Entwicklungshilfe nicht so geil ist. Aber selbst wenn wir jetzt das Mörderkonzept hätten, das alle Probleme angeht – und ich glaube das existiert derzeit nicht – wäre das eine bestenfalls mittelfristige, eher langfristige Lösung. Die Leute sind aber JETZT auf der Flucht. Was also passiert zwischen jetzt und dem utopischen Zeitpunkt, da unsere radikal neu aufgestellte Entwicklungshilfe greift?

            • Hanni Hartmann 1. August 2019, 19:52

              Hier ein Link: Ist schon 3 Jahre alt; aber im Grundsätzlichen relevant: Offener Brief von Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof
              an Angela Merkel
              Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
              wir Bürger werden immer wieder aufgerufen, uns am politischen Leben zu beteiligen. Ich tue dies mit dieser Eingabe zur Lösung des augenblicklichen Problems der Migration an Sie, Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, und einige Ihrer Abgeordneten- Kolleginnen und -Kollegen.
              (..) Ich möchte nicht als ausländerfeindlich gelten. Habe ein halbes Jahr lang einem Armutsflüchtling ohne Gegenleistung ein Zimmer mit Bad gestellt, ihn an den Mahlzeiten der Familie teilnehmen lassen, ein Fahrrad geschenkt und ihn unfallversichert. Trotzdem meine ich, dass die jetzige, in Deutschland gewährte grenzenlose Gastfreundschaft gegenüber Migranten sinnlos ist, unser Sozialsystem und unseren sozialen Frieden zerstört, das bisher noch vorhandene Vertrauen unserer Bevölkerung in die Funktionsfähigkeit von Parlament, Demokratie und Kommission der Europäischen Union im allgemeinen und die Fähigkeiten der hier politisch handelnden Funktionsträger im besonderen schwer beschädigt, wenn nicht gar bei Teilen der Bevölkerung völlig zerstört. Rund 50% Nichtwähler unter den deutschen Wahlberechtigten zeigen, wie weit dieser Enttäuschungs- und Entfremdungsprozess jetzt schon ohne den neuen Einwanderungsdruck gediehen ist.
              (..) Der augenblickliche Beifall des amerikanischen Präsidenten und des englischen Ministerpräsidenten zur plötzlichen Grenzöffnung für die in Ungarn „aufgestaute“ Migranten- Menge belegt nicht das Gegenteil. Beide Präsidenten haben ein Interesse an einer weiteren Durchmischung und Desintegration der deutschen Bevölkerung und damit an einer Schwächung Deutschlands gegenüber ihren eigenen Staaten. Deutschland muss in der EU eine Vorreiterrolle für ein Unterbinden der Völkerwanderung übernehmen und nicht weiter auf eine EU Entscheidung warten.

              • Stefan Pietsch 1. August 2019, 19:59

                Lieber Hanni, der Blog ist nicht dafür gedacht, Meinungsmachwerke in voller Länge einzustellen. Bitte verlinke nach Möglichkeit den Kommentar und stelle ansonsten einzelne, kurze Zitate ein. Danke.

                • Hanni Hartmann 1. August 2019, 20:25

                  werde mich drum bemühen..

              • Stefan Sasse 1. August 2019, 20:40

                Du kannst gerne Rechtsextremisten verlinken, aber erwarte bitte nicht, dass ich Argumente eines solchen Vollkoffers wie Schultze-Rohnhofs noch mehr würdige als dies hier im Blog passiert ist.

                • Stefan Pietsch 1. August 2019, 21:09

                  Ich denke Hanni wird keine Rechtsextremisten verlinken.

                  • Stefan Sasse 2. August 2019, 13:25

                    Nun, Hanni hat das getan, von daher muss ich da gar nicht spekulieren.

                    • Hanni Hartmann 2. August 2019, 14:37

                      Nun Hanni hat den Komentar eines respektablen BW Generals verlinkt. Der ist anerkanntermaßen kein Recht Extremist. Wenn aber Sasse den Mann derart denunziert-ohne einen Hauch von ihm zu kennen- muss man das in die Kategorie des Abschmettern der derzeit vorherrschenden Nazi/Ideologie/Klima und Umwelt Jakobiner Einorden.

                    • Stefan Pietsch 2. August 2019, 14:51

                      Hanni, bitte mäßige Dich. Ob jemand ein Rechtsextremist ist, macht sich nicht an seiner Berufswahl fest. Den Job gibt es nämlich nicht. Im Jahr 2019 eine Debatte über mögliche Fehler im Jahr 2015 zu führen, ist nicht zielführend. In diesem Thread geht es allein um einige tragische Vorgänge.

                      Der Brief des Generals wird nach meiner Forschung auf fragwürdigen Seiten publiziert. Allein schon deswegen möchte ich den mit spitzen Fingern angefasst sehen. Das ist noch keine Meinungsmache, ich würde auch viele linke Seiten nicht verlinken.

                    • Stefan Sasse 2. August 2019, 16:36

                      Respektabel? Junge, wenn du meinst dass du der nächste sein musst, der hier anfängt in den Kommentaren diese Art von Mist zu verbreiten, geraten wir aneinander.

      • Erwin Gabriel 1. August 2019, 12:32

        @ popper 31. Juli 2019, 20:46

        dass Sie Herrn Pietsch nicht mögen – geschenkt, ihr gutes Recht.

        Aber man muss sich schon sehr tief in seinen eigenen Vorstellungen vergraben haben, um aus seinem Beitrag das abzuleiten, was Sie abgeleitet haben.

        • popper 1. August 2019, 14:11

          Herr Gabriel. Was habe ich abgeleitet? Und warum glauben Sie, ich würde Herrn Pietsch nicht mögen? Ich finde ihre kategoriale Einordnung wenig hilfreich. Zugegeben, ich reibe mich an den teilweise absonderlichen demagogischen Statements, aber verhehle auch nicht, dass Herr Pietsch zum Nachdenken anregt. Und das ist durchaus positiv zu sehen. Ich weigere mich aber von seiner Eloquenz auf die Tauglichkeit seiner Argumente zu schließen. dass man ihn wenig überzeugen kann ist seiner narzisstischen Persönlichkeit geschuldet. Die an der frage: was ist Wahrheit scheitert. Als Verehrer K.R. Poppers bin ich mir bewusst, dass alles Wissen Vermutungswissen ist. Dass Herr Pietsch diese Erkenntnis missachtet, sei ihm nachgesehen, reizt mich aber manches Mal zu Attacken auf die Person, wenn er es ganz toll treibt. Aber wissen Sie, ich bin zu alt, um mich daran abzuarbeiten. Ich sehe das bei allem Streit ziemlich sportiv.

          • Erwin Gabriel 8. August 2019, 09:58

            @ popper 1. August 2019, 14:11

            …Und warum glauben Sie, ich würde Herrn Pietsch nicht mögen? … Zugegeben, ich reibe mich an den teilweise absonderlichen demagogischen Statements, aber verhehle auch nicht, dass Herr Pietsch zum Nachdenken anregt. Und das ist durchaus positiv zu sehen. …

            Freunde kommen und gehen,
            aber ein guter Feind hält da ganze Leben.
            Hägar der Schreckliche

            Was für eine wunderschöne Liebeserklärung an Herrn Pietsch – ich bin begeistert! Lieber Popper, ich ziehe meine unpassende Bemerkung mit einer aufrichtigen Entschuldigung zurück.

      • Hanni Hartmann 1. August 2019, 12:41

        Manche Kommentar hier kommen genau von der Sorte Menschen, die wir heute in Deutschland so geniessen „duerfen“: Pharisäerhaft und klugscheisserisch. Die Scheune brennt aber solche Typen argumentieren-ofrtmals durchaus eloquent- das die Feuerwehr nicht rausfahren darf zum Löschen weil Gemäß TUV der Reifendruck nicht korrekt ist..

  • CitizenK 31. Juli 2019, 17:36

    @ Ralf

    Wer eine solche Tat begeht, muss in dem Moment völlig gefühllos sein – oder von negativen Gefühlen wie Wut oder Hass überwältigt worden sein. Die Traumaforschung weiß, dass dies oft in unbewältigten Erlebnissen wurzelt. Diese können bei irgendeinem – oft nichtigen – Anlass hervorbrechen.

    Dies gilt für Bio-Deutsche, für Immigranten aus dem „westlich-christlichen“ Kulturkreis ebenso wie für Flüchtlingen/Geflüchtete/Migranten aus Afrika oder Vorderasien. Letztere aber haben solche Traumatisierungen öfter und schlimmer erlebt. Eine Psychotherapie ist aus vielen Gründen nur in sehr wenigen Einzelfällen möglich. Es gibt also ein Gefährdungspotential, das nüchtern zu sehen ist noch kein Ressentiment.

    Politisch wird der Fall natürlich schon instrumentalisiert – Seehofer unterbrach seinen Urlaub jetzt, nicht nach Düsseldorf. Dabei kann der Fall nicht Merkels Flüchtlingspolitik angelastet werden, denn die Schweiz handelt so, wie die Merkel-Kritiker fordern.

    • popper 1. August 2019, 08:19

      Eine Psychotherapie ist aus vielen Gründen nur in sehr wenigen Einzelfällen möglich. Es gibt also ein Gefährdungspotential, das nüchtern zu sehen ist noch kein Ressentiment.

      Mit Verlaub, Gefährdungspotential für wen oder was? Versuchen Sie mal zu erklären, warum Menschen in psychotherapeutischer Behandlung eine Gefährdung für ihre Mitmenschen sein müssen. Heute sind sehr viele Menschen in psychotherapeutischer Behandlung, sind das alles Gefährder in dem Sinne, eine Straftat zu begehen Traumatisierungen deformieren in der Regel die eigene Persönlichkeitsstruktur und richten sich weniger gegen Mitmenschen. Vielleicht erfahren wir noch, welche Motive der Täter von Frankfurt hatte oder ob er nur, wie Sie zurecht schreiben von Politikern u.a. zur platten Instrumentalisierung genutzt wird.

      • CitizenK 1. August 2019, 22:53

        Missverständnis. Die Therapie kann die Gefahr für sich Und andere mindern. Durch zu wenige Plätze und sprachliche und kulturelle Barrieren bei Migranten äußerst schwierig.

  • GerdHeiner 1. August 2019, 10:42

    Richtigstellung:
    „Schubsen“ oder „geschubst“ wird nur im Kindergarten, dem Spielplatz oder auf dem Schulhof.

  • popper 1. August 2019, 13:53

    Ok, das ist ein Hinweis, aber er unterscheidet sich nicht von dem Zirkelschluss, den ich bei ihnen bemängelt habe. Der Auszug oben lautet übersetzt: Wenn wir unsere Bemühungen fortsetzen, den sozialen und wirtschaftlichen Erfolg der skandinavischen Länder zu verstehen und daraus Lehren zu ziehen, sollten wir uns daran erinnern, dass diese Länder einige spezifische Merkmale aufweisen. Sie sind klein und homogen, die rassische und religiöse Vielfalt ist begrenzt, das Humankapital ist hoch, und sie sind von gewalttätigen Konflikten weitgehend unbeeinflusst geblieben.

    Das erklärt einiges, ohne es zu beweisen. Die kausalen Zusammenhänge fehlen, es handelt sich wie so oft um Korrelationen. Diese sind auslegungsaffin und davon macht die Studie regen Gebrauch. Dennoch die Überlegungen sind es allemal wert. Ob das unseren Debattekontext trifft – vielleicht, das ist aber auch eine Frage des gesellschafts- und migrationspolitischen Standortes.

    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 13:59

      Gegenfrage: wie erwarten Sie eine kausale Kette bei sozialwissenschaftlichen Fragen? Können Sie Beispiele nennen?

  • popper 1. August 2019, 14:50

    Herr Pietsch, das war nicht meine Aussage. Ich erwarte gar nichts, bin aber schon der Auffassung, dass erkenntnistheoretisch induktive Urteile nichts beweisen. Das Zusammentreffen von Ereignissen sagt nichts über deren Kausalnexus. Das macht das Ganze ja für Sie so reizvoll und führt ihre Diskussionen in beliebige Endlosschleifen. Sie missachten permanent die Regeln eines ausgewogenen Diskurses, weil Sie in allem und über alles glauben Bescheid zu wissen. Führt man ihnen das vor Augen, kommt es zum unerbittlichen Streit und zu Verletzung der Integrität. Ich frage mich wozu der Aufwand gut sein soll. Ich springe nicht über jedes Stöckchen, das Sie mir hinhalten. Auch dieses Mal nicht, auch wenn Sie versuchen, längst Erklärtes in eine neue Richtung zu treiben.

  • Cimourdain 1. August 2019, 18:19

    Leider kann ich Ihren Ausführungen nicht das ‚ausgewogen‘ abgewinnen, für das Sie einige hier gelobt haben. Es gelingt Ihnen zwar glaubhaft, sich im ersten Teil von der (echten) persönlichen Betroffenheit und den daraus resultierenden niedrigen Emotionen Hass, Zorn und sadistischem Rachedurst zu lösen. Geblieben ist allerdings eines: Die Angst vor dem gesellschaftlichen Kontrollverlust. Nur so lassen sich einige einseitige ‚Fehlschüsse‘ Ihrer Argumentation erklären: dass Sie die PKS bezüglich einer Zahl zitieren aber die Kernaussage, dass Deutschland seit 1993 immer sicherer geworden ist ( gerade in Bezug auf Mord und Totschlag), durch eine vermutete geringere Verfolgung von Straftaten relativieren; dass Sie den ‚Schmelztiegel Berlin‘ geradezu baltimoresk beschreiben, aber ignorieren, dass Frankfurt, Stuttgart und München alle einen höheren Migrantenanteil haben; dass Sie –entgegen Ihren sonst gepflegten Rechtspositivismus- die Staatsbürgerschaft als nachrangig gegenüber der ethnischen Herkunft sehen ( Ihre weiter oben geäußerte Analogie mit der Samenspende geht exakt nach hinten los, da Herkunft wie biologische Vaterschaft nur die Umstände der Geburt berücksichtigen, während aus der rechtliche Vaterschaft bzw. der Staatbürgerschaft die entsprechenden Rechte und Pflichten erwachsen. ). Aber der wichtigste Fehlschluss ist meines Erachtens nach, dass Sie nicht erkennen, dass erst durch das Kalkül medialer Berichterstattung dieses Verbrechen in den Kontext „Konflikt zwischen Zuwanderern und Einheimischen“ geraten ist ( Wie bei den im ‚Krisenfenster‘-Artikel diskutierten herbeigeredeten Krisen ) und dadurch alle möglichen Dinge –bis hin zu Autoposern- durch diese Brille gesehen werden. Natürlich kann man in diesem Zusammenhang die Frage nach einem Auseinanderdriften der Gesellschaft und Offenlegung von Konflikten – Wie auch zwischen Mann und Frau, Rad- und Autofahrern, Jung und Alt, links und rechts oder dem Dauerbrenner Arm und Reich – stellen und für mehr Toleranz und Zuhören plädieren, wie Sie in Ihrem letzten Abschnitt getan haben. Aber selbst dieser schmeckt etwas schal, wenn man sich erinnert, dass genau die moderat zuwanderungskritischen Stimmen in der Vergangenheit der Hebel waren, mit dem die Gesetze immer weiter im Sinne der radikalen ‚Zuwanderungskritiker‘ geändert wurden.

    • Stefan Pietsch 1. August 2019, 20:20

      Ausgewogen oder nicht, das war durchaus mein Ziel. Ich hatte erst vor Kurzem zwei konfrontative Artikel zum Flüchtlingsthema geschrieben, ich habe nicht die Absicht, hier Volksverhetzung betreiben zu wollen.

      Ich weiß nicht, ob das Thema im Regionalen geblieben wäre, dafür war es doch reichlich spektakulär. Zum Zeitpunkt der allerersten Meldungen war der Täter nicht bekannt, das kam erst so 15-20 Minuten später. Ich kenne sowohl Frankfurt als auch Berlin sehr gut und insbesondere kenne ich Neukölln. Eine Freundin betreibt dort einen sehr beliebten Kiosk im Park. Wenn sie nicht die Situation genau kennt, dann keiner.

      Andererseits können Sie nicht übersehen, dass für die Kerngesellschaft schwer zu akzeptierende Verhaltensweisen zugenommen haben. Ich habe ein paar genannt, illegale Autorennen, Autobahnblockaden, Autoposer. Wir können dazu ein zunehmend aggressives Verhalten im öffentlichen Raum feststellen wie die wachsenden Konflikte z.B. in Schwimmbädern, die zu Schließungen und Aussperrungen einzelner Gruppen (z.B. Männer) führen. Öffentliche Plätze wie der Berliner Breitscheidplatz müssen heute aus Angst vor Attentaten mit schweren Pollern gesichert werden. Leider ist es nicht die Frage, ob wir uns damit anfreunden wollen. Ich, der hier aufgewachsen bin, muss dies hinnehmen, obwohl es mein Wohlbefinden und mein Freiheitsgefühl empfindlich berührt. Deutschland war immer ein vergleichsweise ruhiges, tolerantes und ausgeglichenes Land. Ich möchte das nicht verlieren.

      Deutschland hatte immer Zuwanderung, wie gesagt, wir sind ein offenes Land. Aber diese soll und muss sich in einem zivilisierten Land nach klaren Regeln vollziehen. Es ist bedenklich, wenn Rechtspopulisten so etwas anmahnen müssen, und nicht allein Linke dastehen und meinen, lasst doch mal Fünfe gerade! Damit machen sich Teile des Bürgertums angreifbar, bedauerlicherweise nicht die Rechtspopulisten.

  • Hanni Hartmann 2. August 2019, 14:47

    @ Sasse; Deine Reply ist so typisch: ja aber…Wir haben ein Brennendes Problem das kurz-mittel und langfristig angegangen werden muss. Kurzfristig: ALLE Aufnahmen im Mittelmeer sofort stoppen und alle die evtl noch aufgefischt werden SOFORT zurück nach Libyen/Africa. Das spricht sich ganz schnell in Africa rum und stört /stoppt umgehend das prosperierende Modell des dicken Geldes des organisierten Verbrechens. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende..

    • Stefan Pietsch 2. August 2019, 14:53

      Sehr spekulativ. Viele Flüchtlinge kommen gar nicht aus Afrika. Und viele wissen nichts von Asyl und wenn, wäre es ihnen egal. Es ist, wie wir es im Biologieunterricht mit der Diffusion gelernt haben. So lange ein größeres Einkommens- und Wohlstandsgefälle herrscht, wird es Flüchtlingsströme geben, die eben auch zur Transformation von Wohlstand führen.

      Für die Seenotrettung gelten Regeln. Das muss ein Hinweis in beide Richtungen sein: jene, die Seetaxis unterstützen wie solche, die sich blind und taub stellen wollen.

    • Stefan Sasse 2. August 2019, 16:37

      Dein Reply ist auch typisch. Das letzte Mal als ich nachgeschaut habe war Libyen ein souveräner Staat und Afrika ein Kontinent. Du kannst nicht einfach Leute, die du im Mittelmeer auffischst oder die italienische Strände erreichen in irgendwelchen Staaten abladen. Aber mit Recht und Fakten habt ihr es ja nicht so.

      • Hanni Hartmann 2. August 2019, 21:00

        @Sasse; [] 1. Wenn man Leute im Mittelmeer auffischt( was schon mal zu unterbinden ist) bringt man Leute in Seenot zum naechsetn Hafen und nicht ein paar hundert Meilen übers Wasser. 2. Diese armen Teufel erreichen kaum/nicht die italienischen Strände. Wo ist das Recht dass die dann nach D weitergelotst werden?? Wir/Ich habe es sehr wohl mit Recht. []

        • Stefan Sasse 3. August 2019, 11:19

          Weil du nicht einfach Leute an einem beliebigen Strand abladen kannst. Die haben auch kein Anrecht auf italienische Strände. Das ist ja gerade das Problem. Du kannst aber nicht sagen „es ist illegal, die nach Europa zu bringen“ (korrekt) und dafür plädieren sie einfach in ein ANDERES Land zu bringen. Nimm mal kurz an so eine Frontex-Fregatte sammelt im Mittelmeer Flüchtlinge auf und wirfst die in Libyen an den Strand. Das wäre Schleppertum!

  • Hanni Hartmann 2. August 2019, 15:15

    Der Brief des Generals wurde seinerzeit and Die Kanzlerin gesendet. Wenn dieser Brief nun auch in „diffusen“ Foren und Zirkel erscheint; ist es doch nicht : 1. Das Problem des Generals und 2. Das noch lange kein Grund diesen Mann als RechtsRadikal abzuschmettern. Seine Karriere war frei von derartigen Verdächtigungen und Unterstellungen; als Rechten hat ihn hier nur Sasse postuliert.

    • Stefan Pietsch 2. August 2019, 15:37

      Der Brief ist nichts weiter als eine Meinungsäußerung, dazu zu einem Sachverhalt, der teilweise überholt ist. Wir sind hier aber an Deiner Meinung interessiert und Deiner Begründung gemäß dem Threadthema.

      Derzeit ist die Migration vom Balkan stark rückläufig, zudem gibt es mit diesen Ländern keine nennenswerten Probleme mit der Rückführung. Zur fragwürdigen rechten (such’s Dir aus: rechtsextrem, rechtspopulistisch) Gesinnung folgendes:

      Außerdem ist diese Völkerwanderung aus der Migranten-Sicht nicht in erster Linie ein europäisches Problem, weil die meisten Migranten ganz bewusst Deutschland und Österreich wegen ihrer Sozialsysteme und ihrer Ausländerfreundlichkeit ansteuern.

      Erstens werden die Mittelmeeranrainerländer angesteuert. Zweitens scheint die Frage für nicht wenige Migranten zweitrangig, welches europäische Land. Drittens geht es sehr offensichtlich den meisten mindestens in den ersten Jahren nicht um Sozialleistungen, sondern um Aufenthalt und die Möglichkeit, hier etwas aufzubauen. Viertens waren die skandinavischen Länder mindestens ebenso begehrt, bis diese zu einer restriktiveren Aufnahmepolitik umschwenkten. Damit hat die Formulierung aber volksverhetzenden Charakter, wenn Menschen ohne Beleg Motive zugeschoben werden, die negativ konjugiert sind, ohne eindeutig zuzutreffen.

      Und in den kommenden Jahren ist nicht mit einem Abnehmen des Migranten-Stroms zu rechnen, weil die Bevölkerungsexplosion in Afrika und die Entfesselung von Bürgerkriegen rund um Kerneuropa kein Ende nehmen

      Auch hierauf trifft das zuvor Geschriebene zu. Weder hat sich die vorausgesagte Entwicklung bestätigt, noch gibt es in Afrika eine „Bevölkerungsexplosion“. Im Gegenteil: seit einem Jahrzehnt nehmen die Wachstumszahlen ab, das ist statistisch das Gegenteil des Behaupteten.

      Solche steilen Thesen ziehen sich durch das Machwerk und schon deswegen solltest Du darauf achten, was Du publizierst. Und es gibt immer mehr als eine Wahrheit.

    • Stefan Sasse 2. August 2019, 16:37

      Der Mann ist ein Rechtsradikaler. Der Brief wird schon in den richtigen Kreisen rezipiert.

  • Hanni Hartmann 2. August 2019, 15:22

    @Stefan; Klar, es kamen nicht nur Menschen übers Meer. Aber das ist ja schon mal ein erster Schritt. natuercih miesen auch die Grenzen dann über Türkei und den Balkan abgesichert werden. Es geht ja nicht nut um Africa. Derzeit werden Menschen zwischen Griechenland und Türkei ja wie Ware hin -und hergeschoben. Erdogan lasst sich diese miese und elende „Geschäft“ ja auch mit bis zu 3 Milliarden vergolden. Liest ma darüber in der Tages Presse??? Leute; wir haben hier Problematik von Dimensionen vor uns die HANDELN verlangen.

    • Stefan Pietsch 2. August 2019, 15:39

      Erdogan lasst sich diese miese und elende „Geschäft“ ja auch mit bis zu 3 Milliarden vergolden. Liest man darüber in der Tages Presse???

      Einfache Antwort: ja. Das weiß sogar meine betagte Mutter. Übrigens: Es reicht ein Fragezeichen. Mehrere kosten hier im Blog, für jedes Unnötige 3€. Bedeutet für Dich: 6€. Die Spende kannst Du in den digitalen Briefkasten werfen. 🙂

    • Stefan Sasse 2. August 2019, 16:38

      Ja, über dieses Problem liest man permanent in der Presse. Und dass man was tun muss ist auch Konsens. Nur was halt nicht. Und den Zauberstab schwingen und in Caps HANDELN fordern mag in den Kommentaren eines Blogs für dich ja gut aussehen, ist aber wenig zielführend.

  • Sebastian 4. August 2019, 14:53

    Wo im Blog mal wieder die Kriminalstatistik dran kommt: Zu ihrer Interpretation der Kriminalstatistik mag ich diesen Artikel sehr:
    https://asile.ch/2012/12/18/andre-kuhn-wie-ist-die-ueberreprasentation-von-auslandern-in-der-kriminalitat-zu-erklaren/
    Es wird eine multivariate Analyse vorgestellt, deren zentales Ergebnis lautet: „Wenn man die Kriminalitätsrate von Ausländern […] mit derjenigen der einheimischen Bevölkerung desselben Geschlechtes und sozioökonomischen Status, derselben Altersgruppe sowie desselben Ausbildungsstandes vergleicht, fallen die Unterschiede zwischen Einheimischen und Ausländern weg.“ Ergo: „Herkunft“ erklärt keinen Unterschied im Kriminalitätspotential zwischen „Einheimischen“ und „Zugwanderten“, sondern der sozioökonomische Status tut es. Eine wichtige Ausnahme, die im Artikel auch erwähnt wird: Menschen, für die (insbesondere durch Krieg) Gewalterfahrungen mehr oder weniger alltäglich geworden sind.
    Und jetzt kommt durch die Hintertür doch wieder die Herkunft ins Spiel, und mir scheint es, diesen Punkt müsse man den Kritikern lassen: In den vergangenen Jahren sind in signifikanter Anzahl junge Männer mit prekärem sozioökonomischem Status und mitunter auch Gewalterfahrungen ins Land gekommen. Und damit ein gewisses Krminalitätspotential. Ja, Deutschland ist insgesamt gleichzeitig sicherer geworden, aber es hätte halt noch sicherer werden können, meinen die Kritiker. Gleichzeitig würde ich anmahnen, solche allgemeinen Betrachtungen nicht pauschal auf Einzelfälle wie den Beschriebenen anzuwenden, da es ja immer auch noch andere erklärende Faktoren geben könnte. Die weiteren Ermittlungen werden bestimmt große mediale Aufmerksamkeit erhalten. Zur Kriminalitätsprävention schlägt der Autor vor, an den Variablen „Bildung“ und „sozio-ökonomischer“ Status zu arbeiten. Wie gut sich bei diesen oder jenen Gruppen von Migranten (aber auch von Einheimischen) daran arbeiten lässt, darüber dreht sich die Diskussionen gefühlt seit Jahren im Kreis. Ob ich beispielsweise von einem mehr oder weniger traumatisierten Soundso eine Assimilation „bürgerlicher Werte“ (einhergehend mit dem Streben nach Bildungserfolg etc.) nach einem bestimmten Plan erwarten kann, weiß ich nicht. Vielleicht hinführen… Bei einem Framing von Integration als „Geben und Nehmen“ würde ich einen Austausch auf Augenhöhe annehmen, woran ich im Einzelfall (und vielleicht auch darüber hinaus) so meine Zweifel hätte.

    Im Vergleich zum Blog finde ich es jetzt auch interessant, dass der Artikel des Kriminologen kein Wort über die im Blog zu hervorgehobenen „Werte“ verliert. Nicht untersucht? Weil theoretisch unzureichend fundiert oder nicht operationalisierbar? Andere Gründe? Spannende Frage eigentlich…

    • Stefan Pietsch 4. August 2019, 17:20

      Es wird eine multivariate Analyse vorgestellt, deren zentales Ergebnis lautet: „Wenn man die Kriminalitätsrate von Ausländern […] mit derjenigen der einheimischen Bevölkerung desselben Geschlechtes und sozioökonomischen Status, derselben Altersgruppe sowie desselben Ausbildungsstandes vergleicht, fallen die Unterschiede zwischen Einheimischen und Ausländern weg.“

      Interessant. Nur für was? Eigentlich folgen zwei Fragen daraus: inwiefern ist es relevant für die Tat und warum haben wir dann so viele von den „Falschen“? Für die Opfer von Gewaltverbrechen sicher nicht. Und auch nicht jene, die unter dem Eindruck von Gewalttaten ihr Sicherheitsempfinden prägen. Bei den Antworten sind wir wieder nahe an der AfD und das finde ich äußerst beschämend.

      In den USA sind gestern bei zwei Attentaten 30 Menschen erschossen worden, angeblich wollte zumindest der Täter in El Paso viele Mexikaner töten. Ich sehe aber nicht die Verbindung zu einigen strittigen Aussagen des US-Präsidenten, schließlich kommt es vor, dass Menschen einen Ausländerhass haben.

      • Sebastian 4. August 2019, 19:14

        OT/technical: Man kann HMTL-Tags in Antworten schreiben und die werden dann im Browser normal erkannt, nicht wahr?

      • Ralf 4. August 2019, 21:40

        In den USA sind gestern bei zwei Attentaten 30 Menschen erschossen worden, angeblich wollte zumindest der Täter in El Paso viele Mexikaner töten. Ich sehe aber nicht die Verbindung zu einigen strittigen Aussagen des US-Präsidenten, schließlich kommt es vor, dass Menschen einen Ausländerhass haben.

        Die Verbindung ist im Einzelfall immer schwer zu zeigen. Manchmal hat man Glück, wie im Fall des Rechtsterroristen, der seinen kompletten Van mit Trump-Photos zugepflastert hat …

        https://edition.cnn.com/2018/10/26/politics/cesar-sayoc-white-van-stickers/index.html

        … aber wenig überraschend bleibt die direkte Verbindung zwischen Trump-Rhetorik und rechtem Terrorismus meist eher vage. Aber es ist sehr auffällig, wie dramatisch und schwunghaft der Rechtsterrorismus zugenommen hat, seit Trump an der Macht ist. Siehe dazu etwa hier …

        https://www.csis.org/analysis/rise-far-right-extremism-united-states

        Der Kern-Auszug aus dem Text lautet: Terrorist attacks by right-wing extremists in the United States have increased. Between 2007 and 2011, the number of such attacks was five or less per year. They then rose to 14 in 2012; continued at a similar level between 2012 and 2016, with a mean of 11 attacks and a median of 13 attacks; and then jumped to 31 in 2017.[…] FBI arrests of right-wing extremists also increased in 2018. […]

        In Großbritannien hat es seit der ausländerfeindlichen Brexit-Bewegung ähnliche Sprünge in rechtsterroristischer Gewalt gegeben.

        Dabei ist Korrelation natürlich nicht notwendigerweise Kausalität und falls es eine Kausalität gibt, ist nicht klar in welche Richtung sie läuft. Führt das Aufkochen von rechtsradikalen Stimmungen im Volk zu Politikern wie Trump oder führen Politiker wie Trump zum Aufkochen rechtsradikaler Stimmungen? Ich halte es für sehr plausibel, dass die Kausalität in beide Richtungen läuft.

        Für die USA kann ich definitiv sagen, dass sich die Stimmung, seit Trump an die Macht gekommen ist, dramatisch verändert hat. Dass Leute auf der Straße plötzlich Dinge offen und laut gesagt haben, für die sich sich zuvor noch peinlich geschämt hätten. Es war als wenn der Rassist im Weißen Haus alle Zurückhaltung, allen Anstand, alle Normen zerstört hätte. Und eine Gesellschaft, in der offen Hass gepredigt wird, ist eine Gesellschaft, in der sich einige schwache Geister rasend schnell radikalisieren.

        Und natürlich polarisiert ein solcher Präsident auch enorm. Dadurch muss jeder Amerikaner entscheiden zu welchem Team er gehören will. Man kann im heutigen Klima einfach nicht mehr abseits stehen. Selbst innerhalb von Familien werden Bekenntnisse gefordert. Entweder die eine oder die andere Seite. Eine Kollegin von mir stand beim Weihnachtsessen auf und teilte ihren Verwandten mit, dass sie sie nie mehr wiedersehen will und schlug hinter sich die Türe zu. Das ist das Klima in den USA und dieses Klima war nicht so vor 2016.

        Und wenn sich jeder Amerikaner entscheiden muss, zu welchem Team er gehören will, dann bedeutet das, dass es keine „Moderaten“ mehr gibt, die in der Mitte stehen und moderieren. Die „Moderaten“ fallen deshalb jetzt auch zu signifikanten Teilen in die rechtsextremen Echokammern, was wiederum die weitere Radikalisierung fördert.

        All das mag passiv und indirekt sein, aber ja, ich habe keinen Zweifel daran, dass die Regierung Trump in den USA, ebenso wie die Brexit-Bewegung in Großbritannien, ebenso wie übrigens auch die AfD in Deutschland, Rechtsterroristen fördert, ermutigt und radikalisiert und das Klima generiert, aus dem die Mörder und Gewalttäter erwachsen.

    • R.A. 5. August 2019, 11:02

      Wenn die Kriminalitätsstatistik von „Ausländern“ spricht, ist das etwas pauschal.
      Einerseits werden da logischerweise viele Täter als Deutsche geführt, die aber von ihrem Sozialverhalten noch ihrem Migrationshintergrund verhaftet sind.
      Und andererseits werden alle Gruppen Ausländer in einen Topf geworfen. Und es gibt verschiedene Herkunftsgruppen (z. B. Polen oder diverse asiatische Länder), da ist die Kriminalitätsrate krass niedrig. Das gleicht dann die höhere Kriminalitätsrate anderer Gruppen statistisch aus.
      Man muß auch genau hinschauen, um welche Deliktgruppen es geht. Z. B. werden Verstöße gegen das Ausländerrecht in der Regel nicht gerechnet – das hat auch gute Gründe.
      Umgekehrt bleiben Steuerdelikte fast immer in der Statistik drin, obwohl gerade die Neumigranten da kaum eine „Chance“ haben kriminell zu werden.

      Wenn man mal durch ein deutsches Amtsgericht geht und sich stichprobenartig die Namen der bei Straftaten angeklagten anschaut, der bekommt einen deutlichen Eindruck wie die Kriminalitätsbelastung in der Praxis aussieht.

  • Sebastian 4. August 2019, 19:10

    Interessant für wen oder was? Nun ja, in Ihrem Blog und weiter oben in den Kommentaren findet sich eine Diskussion kriminalstatistischer Daten. Die wollte ich ergänzen. Sie schrieben, dass „überproportional Täter und Verursacher [registriert seien], die ihre kulturellen Wurzeln nicht im westlichen Abendland verorten.“ Hier fiel mir der Hinweis ein, dass „überproportional“ irreführend sein kann, wenn, wie so häufig, der Vergleich zur Gesamtbevölkerung gezogen wird, statt zu vergleichbaren Subgruppen. Nitpicky, aber trägt hoffentlich zur weiteren Versachlichung der Debatte in diesem Aspekt bei, vielleicht auch bei denen, die ihr Sicherheitsempfinden nach der Presseberichterstattung justieren.

    Bezug zum Mord in Frankfurt? Weiß nicht – ich warte die weiteren Untersuchungen ab und schließe mich anderen Kommentatoren an, dass der Vorfall als Aufhänger schwierig ist. Bei den anderen Delikten weiß ich nicht, ob das wirklich neue Qualitäten sind oder ob es heute einfach stärker Gegenstand der Berichterstattung ist, weil das Skandalisierungpotential höher ist.

    „Warum haben wir dann so viele von den ‚Falschen‘?“ Im Bereich Asyl und subsidiärer Schutz gibt es keine „Richtigen“ und „Falschen“ im von Ihnen gemeinten Sinn, sondern nur „Anspruchsberechtigte“ bzw. „nicht Anspruchsberechtigte“ im Sinne des Gesetzes. Und das ist ja erstmal auch richtig so. Im Zusammenhang mit anderen auch in Frage kommenden Sachverhalten bzw. Rechtslagen fehlt mir leider die Muße, an dieser Stelle weiter zu diskutieren.

    El Paso: Inwiefern ist das jetzt relevant zum Blog? Kausaler Zusammenhang: Nein, sehr wahrscheinlich nicht, aber ich meine nach dem Motto „Der Fisch stinkt vom Kopfe her“, dass Trump zwischendurch auch mal Kommentare von sich gab und gibt, die geeignet sind, einer Brutalisierung des Konfliktverhaltens in der Gesellschaft Vorschub zu leisten.

    • Stefan Pietsch 4. August 2019, 22:10

      Meine Behauptung ist an keiner Stelle und niemals, dass Ausländer krimineller sind. Nur nützt es einem Opfer bzw. seinen Hinterbliebenen rein gar nichts, wenn darauf verwiesen wird, dass sein Täter ja nicht per se krimineller sei. Der Artikel sollte auch nicht in diese Richtung interpretiert werden. Aufhänger war meine eigene Betroffenheit.

      Erstaunlihc oder nicht: ein hoher Teil der bekannt gewordenen Fälle mit Migranten als Täter führte zu der Erkenntnis, dass diejenigen keinen gesicherten Aufenthaltsstatus besaßen oder schlicht illegal sich aufhielten.

      El Paso: das war ironisch zu interpretieren, vielleicht nicht besonders gelungen. Ich bin davon überzeugt, dass Donald Trump ein Klima des Hasses schürt, in dem es nicht viel bedarf, Menschen gegen andere zu entzünden, zumal die Leute ohnehin alle Waffen haben. Genauso finde ich es aber auch gefährlich, solche schweren Übergriffe und Verbrechen gering in ihrer Wirkung auf die Öffentlichkeit zu erachten.

  • CitizenK 4. August 2019, 23:37

    Am hiesigen Landgericht läuft zur Zeit der Prozess gegen einen Arzt, der seine beiden Kinder ermordet und dann versucht hat, seine Frau und sich selbst zu töten. (Sein Haus sollte zwangsgeräumt werden, weil seine Überschuldung nach dem Kauf des dritten (!) Ferrari zu groß geworden war.)

    In Blaubeuren im Schwabenland hat vor wenigen Tagen ein 41 Jahre alter Familienvater seine 9 und 13 Jahre alten Töchter ermordet (das dritte Kind und die Ehefrau waren nicht zu Hause) . Diese Tat war meinem Lokalblatt nur eine winzige Meldung wert, neben „Wolf am Feldberg“.

    Wären diese Fälle anders zu beurteilen, wenn die Täter – wie der Eriträer in der Schweiz – viele Jahre „scheinintegriert“ gewesen wäre? Ist eine Tat, auch eine unfassbar grausame, anders zu beurteilen, wenn der Täter vor vielen Jahren in einer bestimmten Weltregion zur Welt kam?

    Darum geht es doch. Nicht nur vor Gericht, sondern auch in den Medien, zu denen auch dieser Blog gehört.

    • Sebastian 5. August 2019, 00:12

      In Deutschland werden jedes Jahr zwischen 100 und 200 Kinder getötet, zumeist im familiären Umfeld. Das ist an sich schon unglaublich schlimm, aber halt auch Teil der Wirklichkeit. Was diese heftige Reaktion hervorruft, scheint mir zu sein, dass es sich um eine Tötung in aller Öffentlichkeit, handelt. Das ist etwas, was noch nicht mal statistisch „sein darf“ – das maximal Unfassbare.

      • Stefan Pietsch 5. August 2019, 08:26

        Vorsicht mit solchen Zahlen! Insgesamt gibt es jährlich nur gut 500 Morde, in Ihrer Zahl sind Tötungen aller Art, vor allem die im Straßenverkehr, mitenthalten. Kindestötungen selbst finden weit seltener statt.

    • Stefan Pietsch 5. August 2019, 08:42

      Ihre Einseitigkeit ist manchmal schon extrem. Aktuell wird darüber berichtet, dass in El Paso, Texas, eine Schießerei stattfand, bei der 20 Menschen getötet wurden. Diese Nachricht schafft es bis in die Weltpresse und niemand hat Probleme, die Nationalität des Täters und die seiner mutmaßlichen Opfer zu nennen. Was geht uns das an?

      Im Artikel ist gleichlautend der Anschlag eines Deutschen auf einen Flüchtling genannt. Auch dieser Fall schaffte es zu bundesweiter Aufmerksamkeit. Dabei ist der Einzige, der dabei zu Tode kam, der Täter selbst. Warum regen Sie sich nicht darüber auf, dass ich das überhaupt thematisiere?

      Bei dem Mann ausländischer Herkunft, der letzte Woche drei Menschen am Frankfurter Hauptbahnhof töten wollte, deren Namen er nicht einmal kannte, mit denen er kein einziges Wort gesprochen hatte, soll jedoch nicht berichtet werden. Ich wiederhole: als die ersten Meldungen verbreitet wurden war nicht einmal das Aussehen des Täters bekannt. Wenn Sie heute am Gleis 7 vorbei gehen, so ist da ein einziges Blumenmeer, Sicherheitspersonal ist am Platz. Sie würden sagen: „Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen!“.

      Vor Jahren gab es mehrere Fälle der Verwahrlosung, bei der ebenfalls Kinder zu Tode kamen. Auch das waren bundesweite Themen, nur waren die Täter deutsche Sozialhilfeempfänger.

      Die von Ihnen genannten Fälle schafften es wohl deswegen nicht zu der Aufmerksamkeit, weil es sich um Beziehungstaten handelte. Über so etwas wird tatsächlich sehr selten berichtet. Aber dieses Kriterium trifft eben nicht auf die thematisierten Fälle zu. Ihnen scheint es weder um Aufklärung und Information, noch um seriöse Debatten zu gehen, sondern allein um den Schutz Ihnen politisch nahestehender Minderheiten und Gruppen. Das lässt sich zumindest aus Ihrer Kritik herauslesen.

      • CitizenK 5. August 2019, 16:58

        Bitte um Feedback:
        Ist außer Herrn Pietsch noch jemand der Meinung, dass es mir „nicht um seriöse Debatten (geht), sondern allein um den Schutz (mir) politisch nahestehender Minderheiten und Gruppen“?

        Ich bin ziemlich irritiert über diesen Vorwurf. Ich finde Beziehungstaten mindestens genau so schlimm. Ein Kind, das von den Menschen angegriffen wird, von denen es Schutz und Hilfe erwarten darf, soll weniger schützenswert sein? Das verstehe ich nicht.

        • Ralf 6. August 2019, 07:08

          Nein, das ist natürlich Quatsch.

          Aber Sie sollten Herrn Pietsch mittlerweile auch gut genug kennen, um zu verstehen, dass ein Satz wie “Ihnen scheint es weder um Aufklärung und Information, noch um seriöse Debatten zu gehen” nichts anderes heißt als “Hey, was fällt Ihnen ein nich meiner Meinung zu sein?”.

          • CitizenK 6. August 2019, 12:01

            Stimmt, sollte ich. Danke.

        • Rauschi 7. August 2019, 09:17

          Ist außer Herrn Pietsch noch jemand der Meinung, dass es mir „nicht um seriöse Debatten (geht), sondern allein um den Schutz (mir) politisch nahestehender Minderheiten und Gruppen“?

          Das glatte Gegenteil ist der Fall, es gibt hier eigentlich nur einen, der keine seriöse Debatte führen will und dessen Name hört mit ietsch auf.
          Er ging nie und geht nicht auf andere Standpunkte ein (was er aber rumgekehrt von anderen immer wieder verlangt), sondern delegitimiert diese sogar auf eine solche Art und Weise wie bei Dir.

          Ich finde das sehr abstossend, von westlichen Werten ist da weit und breit keine Spur, ich sehe nur Pharisäer.

        • popper 11. August 2019, 08:54

          Nein!! auf keinen Fall, ganz im Gegenteil,. Ich finde ihre Kommentare sehr seriös und an Sache und Inhalten interessiert. Eben das, was man von einer ergebnisoffenen Diskussion und einem Meinungsaustausch erwartet.

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