Noten für den lügenden Senat, das Internet schämt sich und Elternzeit ändert mediale Berichterstattung – Vermischtes 21.10.2018

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten.

1) The Senate is drifting away from Democrats indefinitely

But the next cycle is the one where the harsh reality of the Senate’s structural bias towards smaller, less dense states truly begins to sink in for Democrats. All those seats that Democrats lost in 2014? Good luck taking them back. As the Washington Examiner’s Philip Klein observed earlier this week, the Democrats’ numerical advantage in opportunities—Republicans will be defending 22 seats, Democrats just 12—masks the number of actual opportunities the party will have. […] So why is the map so limited? The vague notion that 2020 should present so many more pickup opportunities for Democrats stems from the seesaw feeling we’ve become inured to over the last few Senate cycles. What this misses, and what should be so frightening for Democrats looking at their Senate prospects down the road, is how many of those 2014 Republican pickups Democrats have no chance of taking back. […] Rather than a pendulum shift in Democrats’ favor, the 2020 Senate election is shaping up to be the moment when the organic Republican majority within the Senate falls into place. Trump won 46 percent of the popular vote in 2016 but 60 percent of states, and states like Idaho and Wyoming get just as many senators as California. Unless a whole bunch of red states suddenly turn blue, Democrats will be stuck where they are: in the minority. Some Democrats are hopeful that the sharp red shift in predominantly smaller, whiter, more rural states will be counterbalanced as diversifying states like North Carolina, Georgia, Arizona, and Texas turn blue. But those smaller, whiter, more rural states have already completed their shift to the right; the others have a long—in some cases, really long—way to go before they can be considered “blue” in the way that we consider, say, Arkansas “red.” The Democratic frustration of living under minority rule isn’t exactly subdued right now. But it’s about to become one of the biggest political stories of the next decade. (Slate)

Auf der einen Seite ist der Ärger über dieses Problem mehr als verständlich. Der Senat, das hat die Affäre Kavanaugh gezeigt, ist ein extrem wichtiges Organ. Dass die Republicans aller Wahrscheinlichkeit nach die Kontrolle behalten werden wird ihnen mindestens zwei weitere Jahre geben, in denen sie beliebig Extremisten und Straftäter in höchste Ämter hieven können.

Auf der anderen Seite gilt es zu bedenken, dass diese Struktur in der Verfassung nun mal angelegt ist, da hilft alles Jammern nichts. In den USA hat das Land Wählerstimmen, nicht der Bewohner des Landes. Selbst wenn man Kalifornien in 15 neue Staaten aufspalten würde, repräsentierten die Senatoren dieser neuen Staaten immer noch mehr Einwohner als die von Wyoming. Diese Absurdität erlaubt es Reaktionären, gleich unter welcher Parteiflagge, bereits seit zweihundert Jahren den Fortschritt zu blockieren. Das lässt sich auch nicht ändern, wenn man nicht die Verfassungs komplett durch eine andere ersetzen will, nicht einmal ein amendment würde hier helfen. Die Debatte ist also müßig.

Ich wären allerdings immer vorsichtig bei diesen „für immer“-Festschreibungen. Das Wählerverhalten und die Wählerloyalitäten können sich auch wieder ändern, und wenn sie das tun, wird sich die andere Seite über diese Ungerechtigkeiten beklagen. Das Interesse für Verfassungsrecht und die „wahren“ Intentionen der jeweiligen Verfassungsväter ist ja immer bei denen besonders groß, die mit dem Status Quo nicht einverstanden sind. So debattieren gerade die Democrats die Federalist Papers, und in Deutschland schwafelt die AfD von Hochverrat und was das Grundgesetz eigentlich so alles verbiete.

2) Die Täter sollten sich schämen

#MeToo hat das geändert. Nicht, weil die Männer plötzlich anders sind, sondern weil das übliche Abwiegeln schon angesichts der Masse der Aussagen unmöglich wurde. Manche Männer haben durch #MeToo erfahren, dass ihr übergriffiges Verhalten inakzeptabel ist. Andere haben erfahren, wie ihre Geschlechtsgenossen mit Frauen umgehen, und waren zutiefst angewidert. Die mediale Aufmerksamkeit, die Themen wie sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch seitdem gewonnen haben, bedeutet nicht nur, dass die Bevölkerung offenbar von solchen Fällen erfahren will. Sie bedeutet auch, dass viele Betroffene den Mut gefasst haben, offen zu sprechen – und dass ihnen bei entsprechender Beweislage Glauben geschenkt und ihr Erlebtes ernst genommen wird. […] Auch mehrere Männer sind im vergangenen Jahr an die Öffentlichkeit getreten, und sie wurden oft nicht ernst genug genommen. Darunter war der ehemalige Profi-Footballer und heutige Schauspieler Terry Crews. Als der ihm zuvor unbekannte Hollywood-Agent Adam Venit 2016 bei einer Party Crews statt einer Begrüßung an die Genitalien fasste und zudrückte, war dieser schockiert, fühlte sich entmannt und zum Objekt degradiert. Aber er hatte Angst vor der Schlagzeile, wenn er sich wehren würde. Erst durch #MeToo fasste er Mut, doch seine Aussage bewirkte wenig. Adam Venit arbeitet nach wie vor als Künstleragent; zum Prozess kam es nicht. Auch die Medien maßen dem Fall keine große Aufmerksamkeit bei. Warum nicht? Ganz einfach: Terry Crews misst 191 Zentimeter, ist schwarz und äußerst muskulös – er sieht nicht aus, wie man sich ein Opfer vorstellt. Das ist die nächste große Aufgabe für #MeToo: Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass wirklich jeder zum Opfer werden kann. (FAZ)

Ich sehe die Lage nicht ganz so rosig wie die FAZ, weil sowohl hier im Blog als auch auf Twitter als auch sonst im Umfeld offenkundig ist, dass den Leuten eben immer noch nicht geglaubt wird und stattdessen Solidarisierung mit den Tätern an der Tagesordnung steht. Da kommen auch drei psychologische Effekte dazu.

Einerseits, dass Leute, die nicht so aussehen als könnten oder sollten sie Opfer sein, weil sie gängigen Stereotypen starker Persönlichkeiten entsprechen (wie etwa der oben erwähnte Terry Crews), nur sehr schwer als Opfer wahrgenommen werden können.

Andererseits, weil die Gesellschaft die Schuld immer noch bei den Betroffenen selbst sucht. Das ist besonders, aber bei weitem nicht ausschließlich, ein Phänomen bei Frauen, wo dann nach Gründen gesucht wird. Warum hat sie auch was getrunken? Warum ging sie auch mit aufs Zimmer? Warum zog sie sich so an? Implizit im Hintergrund ist da immer die „Männer sind Schweine“-Idee, dass Männer gefährliche sexuell getriebene Bestien sind. Absurderweise wird diese Idee dann auch noch ständig von Unbeteiligten verbreitet und die Verantwortung somit aufgelöst. Männer „sind halt so“.

Und drittens wird oft nicht geglaubt, dass erfolgreiche und mächtige Personen Täter werden können. Ich hatte den Fall letzthin in meiner Klasse, wo allerseits der entsprechende Vorwurf gegen den Fußballer Ronaldo verworfen wurde, weil der „das ja gar nicht nötig habe“.

Gegen diese behämmerten Vorurteile ist nur schwer anzukommen. Und dass die meisten Männer immer noch nicht in der Lage sind, überhaupt das Problem zu erkennen, und stattdessen lieber über die Möglichkeit der Falschbeschuldigung diskutieren, tut sich da auch nicht so viel, wie es könnte und sollte.

3) Ganz allein im dunklen Internet

Ich persönlich bin schon seit längerer Zeit der Überzeugung, dass der exponenzielle Wandel, den gerade unsere Mediennutzung in den vergangenen Jahren durchlaufen hat, gerade das Bildungssystem vor große Herausforderungen stellt. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass das wirklich Gefahren birgt: Wir leben in einer Zeit, in der hochmotivierte und zum Teil hervorragend finanzierte Propagandisten daran arbeiten, den Grundkonsens unserer liberalen Demokratie zu durchlöchern. Sie versuchen, Hass akzeptabel zu machen, finden Toleranz „krank“ und verstehen sich bestens mit den homophoben Kleptokraten im Kreml. Diesen Propagandisten hat das Silicon Valley ganz aus Versehen ein Biotop gebaut, in dem Untergangs- und „Umvolkungs“-Narrative ordentlich Reichweite erzeugen können. In diesen neuen, algorithmisch auf Monetarisierung, nicht auf Wahrhaftigkeit optimierten Ökosystemen bewegen sich Kinder und Jugendliche permanent, oft ohne großes Verständnis für die zugrunde liegenden Mechanismen. Über die Aktivitäten der Propagandisten wissen sie nicht viel. Aber sie haben durchaus das Gefühl, dass da manchmal irgendetwas komisch ist. Und weil Eltern und Lehrer selbst oft genug überfordert mit diesem neuen Zustand sind, fühlen sich Kinder und Jugendliche dabei oft alleingelassen – völlig zu Recht. Die Lehrpläne kommen mit der Entwicklung nicht mit. Die stabilen, gut eingebundenen, gut informierten unter den Jugendlichen können mit all dem vermutlich hervorragend umgehen. Manche aber werden durch das Zusammenspiel von Propaganda und algorithmischer Sortierung in ein gefährliches Fahrwasser geraten, werden anfangen, sich für rechtsradikalen Hip-Hop und Holocaustleugnung zu interessieren. (SpiegelOnline)

Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist die „Ankerheuristik“. Diese besagt, dass die erste Information, die wir zu einem Thema bekommen, als „Anker“ fungiert, an dem quasi alle weiteren Erkenntnisse aufgehangen werden – oder auch nicht, wenn sie nicht passen. Das Phänomen lässt sich besonders eindrücklich an den Impfgegnern studieren. Üblicherweise beschäftigen sich Menschen nicht mit Immunologie. Wir glauben der Ärztin dank ihrer fachlichen Kompetenz und Autorität, dass eine bestimmte Impfung notwendig oder sinnvoll ist.

Wer aus irgendwelchen Gründen das Googeln anfängt oder anderweitig in die Fänge eines Heilpraktikers gerät, beschäftigt sich häufig zum ersten Mal intensiver mit dem Thema – und alle so gefundenen Informationen dienen als Anker. Da ist es dann verhängnisvoll, dass die Quacksalber die Google- und YouTube-Suche bei den entsprechenden Schlagworten dominieren. Ähnliches geht genauso bei Holocaust-Leugnung, Chemtrails, der Kriegsschuld im Zweiten Weltkrieg und vielem Mehr vor sich.

4) Leugnen sinnlos!

Wenn man genau hinschaut, dann sieht man bei den Personen, die einen menschengemachten Treibhauseffekt bezweifeln, einerseits jene notorischen Trolle, die immer dem widersprechen, was sie als „Mainstream“ ausgemacht haben. Wenn sie darin einen Nutzen sähen, dann würden sie auch behaupten, dass Wasser nicht nass macht und dass hinter diesen „Fake News“ vom nassmachenden Wasser George Soros stünde. Andererseits gibt es auch jene Menschen, die den Klimawandel anzweifeln, weil ihnen die Überbringer der schlechten Nachrichten nicht passen, ihren fast hysterischen und ununterbrochenen Alarm-Ton, der immerzu mit bestimmten Forderungen verbunden wird und Sätze liebt, die mit „Wir müssen…“ beginnen und mit umfangreichen Verboten enden. Das ist dann also eher eine Art kulturelle und politische Allergie gegen den Typ der Weltuntergangspropheten mit ihrem Eisbären-Kitsch – die sind tatsächlich immer schwer auszuhalten, könnten aber recht haben. Dessen ungeachtet scheint es mir nie vernünftig und sinnvoll, einen brennenden Dachstuhl zu ignorieren, nur weil die „Feuer!“-Rufe ziemlich schrill daherkommen. Es wäre schön, man würde diese „Allergiker“ dazu gewinnen, sich auch Gedanken darüber zu machen, wie man dem Klimawandel beikommen könnte. Denn wie die Homöopathie evidenzbasiert rausgeschmissenes Geld ist, so ist der Klimawandel – wie gesagt – evidenzbasiert wirklich. Alle ernstzunehmenden Berichte der vergangenen dreißig bis vierzig Jahre lassen keinen Zweifel daran, dass sich das Klima zu unserem Schaden schnell verändert – und dass wir diese Veränderung durch exzessive Kohlenstoffemissionen selbst herbeiführen. Auch wenn manche wissenschaftlichen Berechnungen nicht stimmten in all den Jahren und eilfertig vorausgesagte Ereignisse nicht eintrafen – der ganze große Trend ist doch nicht zu leugnen (und wurde schon Ende der 70er Jahre festgestellt, wie die New York Times in einer Reportage jüngst rekonstruierte). Das bestätigen einem nicht nur Meteorologen oder Glaziologen, sondern auch Winzer und Landwirte. (Salonkolumnisten)

Es gibt nur wenige Haltungen, die so grundlegend pervers sind, wie die vieler Konservativer zum Klimawandel. Da wird fröhlich – Stichwort Ankerheuristik aus Fundstück 3 – auf Basis eines YouTube-Videos oder des eigenen Bauchgefühls der Konsens von praktisch allen Klimawissenschaftlern angezweifelt, oder es wird zwar der Klimawandel akzeptiert, aber einfach schnoddrig erklärt, dass man da eh nichts machen könne und man gefällig sein SUV fahren wolle. Der blanke Hedonismus angesichts der größten menschengemachten Katastrophe aller Zeiten, die uns existenziell bedroht, ist absolut verblüffend. Spätere Generationen werden uns dafür verfluchen.

5) Münchner Menetekel

Die einzige relevante linksliberale Opposition sind die Grünen. Sie verbinden gerade Frische, Solidität, Bürgerlichkeit und weitmöglichste AfD-Ferne zu einem Gewinnerkurs. Aber im Hintergrund haust immer noch das Lehrmeisterhafte, der Meister Lämpel fürs 21. Jahrhundert, der die Welt durch hohe Moral und Verbote retten will. Haben sie den im Griff, wird das bayerische Ergebnis eher zur Regel denn zur Ausnahme. Denn die Grünen brauchen ihre Themen wie Klimawandel, ökologische Transformation der Wirtschaft, Einwanderungsgesellschaft, Stärkung der liberalen Demokratie und das gute Leben nicht auf die politische Agenda setzen – diese Themen kommen von ganz alleine nach vorne. Die SPD-Führung kann machen, was sie will. Sie kann Gelassenheit zeigen. Dann hält man sie für weltfremd. Oder in Panik verfallen. Dann hält man sie für unfähig. Der Niedergang ist kaum noch aufzuhalten. Sie müsste sich jemanden backen, der eine Mischung aus Macron, Obama und Schmidt wäre – und ihm bedingungslos folgen. Kann sie nicht, wird sie nicht. Es wird richtig bitter. Wenn die Linke je wieder eine Rolle spielen will in Deutschland, dann muss sie ihre Kräfte bündeln und fusionieren. Es bleibt ihr nichts anderes übrig. SPD und Linke müssen zusammengehen. Es ist ganz einfach: Die SPD muss ihre Geschichte und die Kränkungen vergessen und die Linke ihren linken Dogmatismus. Alles eher unwahrscheinlich. Aber sie haben keine Wahl. Und die FDP? Sie muss etwas wollen, was über Steuererleichterungen für Hoteliers, Apotheker und Feinripphersteller hinausgeht. Das reicht nämlich nicht auf Dauer für eine relevante Größe. Drängende Themen machen auf Dauer die Politik, nicht die Performance. (Salonkolumnisten)

Ich ignoriere die üblichen Invektiven gegen die Grünen einfach mal (viele Konservativen haben echt eine geradezu erotische Abneigung gegen sie) und konzentriere mich mehr auf den Aspekt der SPD. Ich stimme den Salonkolumnisten darin zu, dass die Partei gerade einfach nicht gewinnen kann. Ich habe das auf Twitter in letzter Zeit auch schon öfter postuliert. Egal, was die Partei macht, es ist falsch. Und zwar komplett. Alle stürzen sich drauf. Das letzte Mal, dass ich einen positiven Artikel zu etwas gesehen habe, das die Partei macht, muss 2016 gewesen sein. Die Sozialdemokratie sieht sich einem allgemein verbreiteten Zynismus gegenüber, gegen den sie kaum mehr eine Chance hat. Natürlich helfen auch ihre eigenen taktischen Fehler – da kann man sich bei der SPD immer drauf verlassen – ihr nicht weiter, aber das Problem ist viel struktureller.

6) Politics isn’t the problem, Senator Sasse, it’s the answer

We could, in fact, have a society in which college is free and universities select children who are academically socially well rounded rather than aggressive resume-builders. We could, in fact, provide housing, healthcare and economic security as well as limits on work hours, so that people could actually afford to pursue hobbies, interests, community activities and family time so that intra-familial and extra-familial social bonds could be strengthened. All of those things are within Senator Sasse’s control to achieve. He simply refuses to lift a finger to achieve them. […] Both economically and socially, Senator Sasse is blaming the victims of cutthroat economic policy, institutional discrimination and good old boys networks for their own victimization–while minimizing his own role in protecting those oppressive systems and pretending he cannot do anything about them. The communitarian, pro-social and pro-family values Senator Sasse and other conservatives claim to support are achievable if they really want them. But the path to achieving them is expressly political: increasing economic security and protecting the vulnerable. This will make racists, sexists and wealthy plutocrats very angry–indeed, even modest attempts at social and economic justice have already done so. It’s a big reason why Trump is president. But that is hardly the fault of the victims of bigotry and greed. It’s directly the fault of powerful men like Senator Sasse who refuse to do anything about it. (Washington Monthly)

Das passt zum letzten Vermischten, wo es um die überzogene Gestaltungsmacht der obersten Verfassungsgerichte ging. Was hier im Artikel skizziert wird, ist ja der eigentliche Kernkonflikt zwischen Progressiven und Konservativen: Machbarkeitsglaube auf der einen Seite, die Überzeugung, dass Wandel behutsam und organisch kommen muss auf der anderen Seite. Es ist glaube ich keine Überraschung, dass ich auf der progressiven Seite stehe, aber Andrew Sullivan hat in seinem Artikel, warum es echter Konservativer bedarf, schön ausgedrückt, warum die als Korrektivfunktion so wichtig sind: praphrasierend schießen wir gerne mal über das Ziel hinaus. Und andersherum brauchen die Konservativen die Progressiven als Korrektiv, weil sie allzu sehr in Versuchung sind, einen Status Quo aus Veränderungsangst einfach anzunehmen statt das Problem anzugehen.

Die fruchtbarsten politischen Streits finden entlang dieser Achse statt. In Deutschland ist dieses Gefüge noch halbwegs intakt, auch wenn der in der BRD immer schon gegebene Strukturkonservativmus meist die Überhand hat. In den USA dagegen ist die Balance völlig auseinandegedriftet, gibt es – auch das ist eine Schlussfolgerung aus Sullivans Artikel – kaum echte Konservative mehr. Senator Sasse ist daher auch nicht so problematisch, weil er klassische konservative Positionen vertritt, sondern weil er damit inzwischen nicht mehr eine Achse eines gesunden Systems verkörpert. Er ist in einer Partei, in der mehrheitlich ideologische Fanatiker aktiv Sabotage betreiben. Und in diesem Falle ist seine wohlgesetzte Zurückhaltung ein Versagen.

7) Media congratulates Trump for spreading lies about Warren

One of the innumerable ways in which Donald Trump has degraded American politics is his habit of relentlessly using belittling nicknames for his political opponents. Seizing on a superficial or imagined characteristic — “Liddle Marco,” “Low-Energy” Jeb Bush, etc. — he repeats it, like a middle-school bully, recruiting his sycophants to circulate the meme. Axios reports that Trump is especially pleased with his insulting of Massachusetts senator Elizabeth Warren, a contender for the 2020 Democratic nomination. Axios brings us word that behind the scenes the bully-in-chief and his lackeys are chortling about their success. “Trump’s nicknames slyly capitalize on and exacerbate a real or perceived weakness: A former aide said: ‘You hear them and laugh, and then they say: ‘You know what? He’s kinda right!’,’” it reports, adding in the news outlet’s signature “Be Smart” coda: “Be smart … Trump’s ‘Pocahontas’ nickname, as offensive as it may be, has been wickedly effective from his point of view.” One of the preconditions for the success of Trump’s method is a news media that will devote far more attention to grading the effectiveness of Trump’s bullying than its truth. […] Perhaps because this report came out on Labor Day, or perhaps because the news media is too shallow to care, its findings have failed to make much impact. Instead we are left with lots of admiring commentary about Trump’s bullying game being on point. “It clearly got in Warren’s head: The fact that she got a DNA test, let alone is doing a massive rollout of the results, shows how much it’s on her mind,” reports Axios. “It now becomes a symbol of whether she’s honest. Did she lie to advance her academic career?” Well, she didn’t — a fact the story declines to mention. But who cares about the truth when we can describe the effectiveness of the lie? (New York Magazine)

Das Phänomen Trump ist auch ein massives Phänomen des Medienversagens. Trotz mittlerweile dreier Jahre intensiven Dauerbeschusses ist es immer noch nicht angekommen, dass die Mechanismen klassischer journalistischer Tätigkeit von Trump und seinesgleichen gehackt wurden. Durch die neutralen Berichte über offensichtliche Lügen („He said, she said“) wird selbst der größte Bullshit legitimiert, beim Zuschauer bleibt immer irgendetwas kleben. Es ist schwierig, das System komplett zu ändern, vor allem wenn dabei die Gefahr ist, dass Objektivität und Neutralität völlig den Bach runter gehen. Aber die Neutralität, die die Medien aktuell gegenüber dem Weißen Haus ausüben, ist die Neutralität Schwedens im Zweiten Weltkrieg – sie hilft nur einer der beiden Seiten. Bislang spielen nur die Rechten dieses Spiel, aber irgendwann werden auch linke Populisten drauf kommen, dass es eine effiziente Strategie ist, und dann bricht der Laden vollends zusammen.

8) Elternzeit ändert das Verhalten von Männern

Väter, die in Elternzeit gehen, verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern und verrichten mehr Haushaltsarbeit als andere Väter – und zwar nicht nur kurzfristig. Der Effekt halte auch noch Jahre nach der Elternzeit an, zeigt eine Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Väter, die in Elternzeit waren, verbringen demnach in den ersten sechs Lebensjahren ihres Kindes am Wochenende täglich rund eineinhalb Stunden mehr mit ihren Kindern als Väter, die durchgehend arbeiteten. Auch was die Hausarbeit betrifft, macht sich die Elternzeit noch länger bemerkbar. Väter, die Elternzeit und Elterngeld in Anspruch nahmen, machten täglich eine halbe Stunde mehr Hausarbeit, zeigt die Studie. Auch wenn die meisten Väter nur zwei Monate Elternzeit nähmen, verändere dies langfristig die Rolle, die der Vater in der Familie habe, sagt Wirtschaftswissenschaftler Marcus Tamm, der an der Studie mitgearbeitet hat. „Dass diese Verhaltensänderungen so nachhaltig sind, war auch für uns überraschend.“ Die Elternzeit der Väter wirkte sich den Angaben zufolge auch auf die Erwerbstätigkeit der Mütter aus, zumindest im ersten Lebensjahr des Kindes: Mütter arbeiten dadurch pro Woche gut neun Stunden mehr. (SpiegelOnline)

Immer daran denken, Kinder: Vorlieben und Verhalten sind rein biologisch geprägt und können praktisch nicht beeinflusst…sorry, ich musste mich kurz fassen. Einmal mehr zeigt sich, dass bereits kleine Maßnahmen und Änderungen im Alltag große Effekte haben und Geschlechterklischees ändern können. Man muss nur wollen und ein bisschen offen sein. Dazu passen auch Studien, die etwa zeigen wie sehr sich das Rollenbild gerade junger Mädchen positiv verändert, wenn die zuhause sehen, dass der Vater ganz selbstverständlich auch Hausarbeit macht – und zwar nicht nur die gegenderten Aspekte, die er sich als Familienpatriarch heraussucht (Möbel aufbauen, Löcher bohren, Reifen wechseln) sondern halt auch Wäsche waschen, putzen und kochen, und nicht nur am Sonntag. Da ist noch viel zu tun, übrigens auch bei uns. Die alten Gewohnheiten sterben langsam. Aber man muss halt man anfangen, statt sich bequem immer auf biologistischen Schmarrn zurückzuziehen.

9) Warum alle Eltern gewalttätig sind und versuchen es zu vertuschen?

Als Sozialpädagoge dachte ich 2009, dass ich ein wunderbarer Pädagoge sei, liebevoll, großherzig, respektvoll, lustig, verständnisvoll, freundlich, etc. Ich war ein Gegner von Gewalt und dachte tatsächlich, dass ich gewaltfrei mit Kindern und Jugendlichen umgehen würde. Dann las ich die Gewalt-Definition des Psychologen Dr. M.B. Rosenberg. Er schreibt zu der Frage: Was verstehen wir unter Gewalt: “Jeder Versuch, andere Menschen (auf der Basis meiner Bewertungen) zu bestrafen, und jeder Versuch, meine Bedürfnisse zu erfüllen, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer.” Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du diese Gewaltdefinition liest. Ich war damals geschockt. Denn ich war tatsächlich liebevoll, großherzig und wertschätzend, so lange alle machten, was ich wollte. Wenn das nicht der Fall war, konnte ich ganz anders. Ich wurde laut, habe den Kindern mit Konsequenzen gedroht, wenn sie ihre Aufgaben nicht erledigten, geschimpft und Regelverstöße geahndet. Es gehört nicht zum Selbstbild von Eltern und Pädagogen, sich hinzustellen und zu sagen: Ja, ich verhalte mich oft rücksichtslos und im Sinne von Dr. Rosenberg gewalttätig. Viel lieber bagatellisieren wir unsere Handlungen, rechtfertigen sie und sagen, das Kind hätte sich ja nicht so destruktiv verhalten müssen, oder wir hätten überreagiert, weil wir zu müde waren, oder wir finden sonst eine Erklärung, die unser Verhalten rechtfertigt um auf keinen Fall verantwortlich zu sein. […] Wenn wir es genau betrachten, sind wir rücksichtslos, weil uns Selbstbewusstsein fehlt. Wenn ich als Vater oder Mutter alles vorleben würde, was ich mir von meinem Kind wünsche, bräuchte ich keine Regeln, keine Konsequenzen und keine Strafen. Da wir uns unseren Kindern gegenüber oft rücksichtslos verhalten und somit dieses gewalttätige Verhalten vorleben, machen es uns unsere Kinder nach. Statt uns zu wundern und unser Verhalten zu korrigieren, werden wir noch rücksichtsloser, indem wir noch härtere Konsequenzen verhängen, noch mehr Stress an den Kindern abreagieren und sie noch mehr zum Funktionieren zwingen – durch Manipulation oder Strafe. (Tassilo Peters)

Das ist einer dieser Artikel, die einem instinktiv ein schlechtes Gewissen machen. Ja, ich bin gewalttätig im Sinne von Dr. Rosenberg. Ebenso wie Klischees langsam sterben, sterben alte Erziehungsmethoden nur sehr langsam. Es ist bald 20 Jahre her, dass es unter Rot-Grün strafbewehrt wurde, sein Kind zu schlagen. Meine Schüler fallen immer noch aus allen Wolken, wenn ich ihnen diesen Fakt präsentiere, und lachen zynisch auf. Recht auf gewaltfreie Erziehung, hahahahahaha, selten so gelacht. Und auch hier fasse ich mich gerne an die eigene Nase: es ist super schwer, im Alltag NICHT auf Gewalt zurückzugreifen, wenn man gestresst ist, ob körperlich oder psychisch im Sinne Dr. Rosenbergs.

Umso wichtiger ist es, ein Problembewusstsein zu schaffen und das eigene Verhalten zu reflektieren. Glücklicherweise ist die schwarze Pädagogik der NS-Zeit mit einigen wenigen Ausnahmen (meist bei religiösen Fundamentalisten) weitgehen ausgestorben, aber viele Reste bestehen als „common knowledge“ oder Sachen, „die man immer schon gemacht hat“ und „die uns auch nicht geschadet haben“ weiter fort. Das gilt natürlich nicht nur für Erziehung, aber es ist hier besonders auffällig, weil es sich immer noch um einen weitgehend unreglementierten Bereich handelt. Eltern müssen keinerlei Ausbildung oder Fortbildung machen, es gibt nur wenig Hilfsangebote, und diese anzunehmen ist mit einem Stigma behaftet. Die Leidtragenden sind die Kinder, die dann häufig genug nicht wegen, sondern trotz der elterlichen Erziehung zu feinen Menschen werden.

Der einzige Silberstreif am Horizont ist hier wahrscheinlich, dass immer mehr Studien zu dem Schluss kommen, dass die elterlichen Erziehungsversuche ohnehin überwiegend ins Leere laufen und keinen Effekt haben – weder zum Guten noch zum Schlechten.

10) A reckoning with racism is inevitable

Immediately after the 2016 presidential election, a great debate ensued about whether Trump voters were motivated primarily by racism or economic anxiety. Initially those who took a position were arguing from their own perceptions and assumptions, but eventually the political scientists and researchers were able to study the data and consistently concluded that racism was the more significant factor. However, for a lot of people, one group has been excluded from that conclusion. Conventional wisdom would have it that people who voted for Barack Obama and then supported Donald Trump could not have changed as a result of racism. The thought was that voting for a black man exempted them from racism. […] We also can’t ignore the fact that for the eight years of Obama’s presidency, right wing news outlets dished out a steady stream of racist appeals to their viewers in order to provide congressional Republicans with the fuel they needed to obstruct anything the president tried to accomplish. That included a certain media personality launching himself onto the political stage by reviving the whole birther movement. All of the above contributed to the 2016 election being a referendum on race, with people being compelled to take sides. Just as Karl Rove drove conservative voters to the polls in 2004 by getting gay marriage on the ballot in as many states a possible in order to tap into homophobia, Trump put racism and xenophobia on the ballot. I say all of this because it is past time for liberals to understand what is going on. We have been too quick to buy into the idea that Democrats are the ones that puts so-called “identity politics” or “cultural issues” on the table, and that if candidates only tamped down their discussions of those issues and highlighted others, we could all just get along. The truth is that it has always been Republicans who want those issues front and center because they assume that their predominantly older white evangelical voters are motivated by racism, xenophobia, sexism and homophobia. (Washington Monthly)

Ich unterschreibe all das oben im Prinzip, aber ich gehe tatsächlich davon aus, dass der entscheidende Faktor 2016 nicht der Rassismus war. Er spielte eine entscheidende Rolle, aber noch bedeutender im von den Rechten gestarteten Kulturkampf war Sexismus. Das ist eigentlich ziemlich logisch, bedenkt man dass eine Frau und nicht ein schwarzer Mann zur Wahl stand, aber breite Schichten professioneller und amateuerhafter Wahlbeobachter wollen stoisch nicht anerkennen, dass das etwas damit zu tun hat, sondern erzählen endlos Geschichten von „economic anxiety“ und ähnlichem Blödsinn, der sich empirisch nicht halten lässt.

Ich glaube einer der entscheidenden Gründe für diese Unfähigkeit, das anzuerkennen, liegt darin, dass die Frage so untrennbar mit den eigenen Politikpräferenzen verbunden ist. Das kann man ja auch an der AfD beobachten. Teilt man grundsätzlich die Positionen des rechten Abschaums – ob das nun die Abwehr von illegalen Einwanderern oder Flüchtlingen, die Erhöhung der Leitzinsen oder ein Unbehagen gegenüber der EU sind – will man keinesfalls mit etwas in Verbindung gebracht werden, das gesellschaftlich so eindeutig geächtet ist wie Rassismus oder Sexismus. Das führt zu dem merkwürdigen Ergebnis, dass überhaupt niemand mehr rassistisch oder sexistisch sein kann, schon allein, weil die Assoziation so sehr gefürchtet wird.

Warum das aus dem Unvermögen, darüber zu sprechen, resultiert, habe ich ja aber bereits an anderer Stelle aufgeschrieben.

11) Schafft die Lehrproben ab!

Das Problem ist auch hier, dass man nicht weiß, an wen man gerät. Der eine sagt, dass die “Persönlichkeit” wichtig ist, der andere will Perfektion der Abläufe. Der dritte will alles anders. Nur: Man weiß es nicht. Und es gibt genug Fälle, in denen die Fachleiter die Referendare in der Unterricht bitten und zeigen, dass sie das, was sie einfordern, selbst nicht beherrschen. Wie oft das so ist, ist eine schwierige Frage. Natürlich gibt es auch die Guten. Natürlich gibt es auch jene, die nicht nur guten Unterricht machen, sondern auch sagen, dass etwas nicht so geklappt hat, wie sie es wollten. Jene also, die zeigen, wie wichtig Reflexion ist. Aber soll das die Leitlinie für einen kommenden Lehrer sein? Soll “Ich hatte mit dem Fachleiter Glück” die Formel dafür sein, dass man einen Beruf bekommt? Oder sogar einen guten, einen gut bezahlten, verbeamteten? Und das Glück als wackliges Fundament der Referendarsausbildung hört da nicht auf. Mehr noch: Diejenigen, die sagen, dass sie das Referendariat gut überstanden haben, sagen oft auch, dass sie einfach Glück hatten, weil sie Prüfungssituationen nicht so belasten wie andere. Stressresistenz ist für den Lehrberuf wichtig, aber was wollen wir eigentlich für Lehrer haben? Jene, die gegenüber ihren Schülern zugewandt sind, sich für sie engagieren, ihre Probleme hören oder jene, die in Prüfungssituationen stressresistent sind? Und für welchen Unterricht wird hier eigentlich gelehrt? Zweifellos ist der nach einer definierten Dramaturgie durchgetaktete Unterricht mit all seinen Gelenkstellen und dem tollen funktionalen Einstieg, der schülerorientierten Erarbeitungsphase und all dem vorbereiteten Drumherum eine Kunstform. Aber ist es jene Kunstform, die den zeitgemäßen Unterricht widerspiegelt? Bekommt man den momentanen Diskurs um zeitgemäße Bildung mit, all die Diskussionen um Gemeinschaftsschulen, agilen Unterricht, digitale Erweiterung und so weiter, so ist fast allen dort geäußerten Meinungen gleich, dass der Unterricht hier etwas anderes meint. Nämlich Zeit und Raum für eigenständiges Lernen. Lernen, bei dem der Schüler die Verantwortung für Entscheidungen trägt und der Lehrer ihm hilft, sobald er oder sie Hilfe braucht. Für einen solchen Unterricht trägt die jetzige Form der Lehrprobe null und nichts bei. (Bob Blume)

In der Lehrerausbildung spiegelt sich im Kleinen das Grundproblem von Schule: Wo ich aus formalen Gründen darauf angewiesen bin zu benoten brauche ich irgendeinen halbwegs objektiven Maßstab, um wenigstens so tun zu können, als messe ich bei allen das Gleiche. Dass es oftmals so läuft wie oben beschrieben und die Noten jenseits der Resistenz gegen dumme Anforderungen und Stress wenig aussagen, ist nur ein Teilproblem davon.

Bob Blume denkt im Artikel noch ein wenig darüber nach, wie Lösungsansätze aussehen könnten, aber das grundsätzliche Problem bleibt stets dasselbe: in den aktuellen Strukturen ist das Lernen (und Lernen begleiten), das wir uns eigentlich wünschen und das von der Forschung in Studie um Studie als das klar überlegende Modell ausgegeben wird, nur schwer bis gar nicht möglich. Personalanforderungen sowohl in Menge als auch Ausbildung, räumliche Infrastruktur und und und blockieren gerade das, was man häufig bräuchte.

Fluide Lerngruppen mit eigener Schwerpunktsetzung und Lerngeschwindigkeit? Wäre cool, nur wo? Klassenlehrertandems sind erwiesernermaßen klasse, nur wer zahlt das? Noten sind doof und nichtssagend, aber mit was bewerten wir sonst und erfüllen die Ansprüche von Schülern, Eltern und Personalern? Und so weiter und so fort. Das Bildungssystem hat ständig den anerkanntesten Reformbedarf über alle Parteigrenzen hinweg, aber sobald es konkret wird steht eine Myriade von Hindernissen im Weg, die tief greifende Änderungen praktisch unmöglich machen, und das ist noch bevor ideologische Präferenzen und Elternängste in den Mix dazu kommen…

{ 86 comments… add one }
  • GerdHeiner 21. Oktober 2018, 18:35

    ad 7 …and here the rest of the story:
    https://twitter.com/gatewaypundit/status/1052047293895999488?s=17

    Don’t forget to scroll down to „Glenfish“ and „BabyDubh Cards“!

  • Ralf 21. Oktober 2018, 18:37

    Das letzte Mal, dass ich einen positiven Artikel zu etwas gesehen habe, das die Partei macht, muss 2016 gewesen sein.

    Na na, wer wird denn da so negativ sein? Da gab’s doch 2017 noch den Schulz-Hype, oder? 😀

    • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 09:58

      Der von Anfang an als etwas Unnatürliches und Albernes dargestellt wurde, auf jeden Fall aber sicherlich nicht als aktive Handlung der Partei, sondern als etwas, das ihrem Vorsitzenden trotzdem wiederfuhr.

  • Ralf 21. Oktober 2018, 18:49

    Väter, die in Elternzeit gehen, verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern und verrichten mehr Haushaltsarbeit als andere Väter

    Sicher? Oder ist es vielleicht so, dass Väter, die mehr Hausarbeit verrichten und gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen, auch wahrscheinlicher in Elternzeit gehen?

    Correlation is not causation.

    • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 09:59

      Die untersuchen ja den Vorher-Nachher-Unterschied, wenn ich das richtig verstanden habe.

  • Ralf 21. Oktober 2018, 19:07

    Er spielte eine entscheidende Rolle, aber noch bedeutender im von den Rechten gestarteten Kulturkampf war Sexismus.

    Das stimmt überhaupt nicht. Und wie falsch diese These ist, zeigt auch der riesige Erfolg, den Frauen bei den Demokraten in den Primaries in diesem Jahr hatten. Es ist doch immer noch die selbe Bevölkerung und seit der Wahl 2016 sind noch nicht einmal zwei Jahre vergangen. Nein, eine Frau hätte absolut gegen Trump gewinnen können. Nur Hillary Clinton eben nicht. Und das aus gutem Grund. Selbst der Großteil derer, die am Ende doch ihr Kreuz bei der Demokratin gemacht haben, haben es ohne Begeisterung und oft mit starker Abneigung getan. Zumindest in meinem Umfeld. Und viele sind einfach zuhause geblieben. Oder haben zum ersten Mal in ihrem Leben republikanisch gewählt. Nein, Hillary Clinton war die schlechtest mögliche Kandidaten. Verhasst beim Gegner. Verhasst bei den eigenen Leuten. Verhasst in der Mitte. Der Kardinalfehler der Democrats war so jemanden aufzustellen und gegen die Wähler durchzuboxen. Eine kompetente Frau, die auch Menschen mitreißen kann und nicht in einem Meer von Skandalen steht, hätte Trump mit Leichtigkeit besiegt. Welchen Erfolg Frauen in der Politik haben können, haben wir wie gesagt in diesem Jahr gesehen. Das sollte diese leidige Sexismus-Debatte endlich beenden.

    • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 10:00

      Das hättest du wohl gerne.
      HRC war keine sonderlich überragende Kandidatin, überhaupt keine Frage. Aber zu sagen, Sexismus habe keine Rolle gespielt, ist Unfug. Der Wahlkampf war besessen davon, und das hat ihr sicher nicht geholfen.

      • Ralf 22. Oktober 2018, 19:22

        Wer behauptet denn, Sexismus habe keine Rolle gespielt? Aber Sexismus hat den Demokraten nicht die Wahl verloren. Was den Demokraten die Wahl verloren hat, war die Aufstellung der denkbar ungeeignetsten Kandidatin.

        Ja, Trump hat den Testosteron-geschwängerten Rüpel abgegeben, hat auf Clinton heruntergesehen, sie persönlich herabgesetzt und einzuschüchtern versucht. Aber die selbe Strategie hat er auch angewendet, um Männer wie Marco Rubio, Jeb Bush oder Ted Cruz aus dem Weg zu räumen. Das hat per se nichts mit Clintons Weiblichkeit zu tun. Eine solche hässliche, arrogante Art kommt eben bei einem gewissen Segment in der Wählerschaft an. Und in den USA ist dieses Segment größer als in Deutschland. Aber das heisst nicht, eine Frau kann dort keine Wahlen gewinnen.

        Frau zu sein, ist in der Politik – auch in der amerikanischen Politik – nicht „nur ein Nachteil“. Frau zu sein, hat auch Vorteile. Man muss sie eben nur zu nutzen wissen. Frauen machen 50% der Wählerschaft aus und tendieren insgesamt deutlich stärker zu den Demokraten als Männer. So wie Trump deutlich bei weissen Männern gewonnen hat, so wie Barack Obama deutlich bei Schwarzen gewonnen hat, hätte Clinton bei Frauen punkten und die Wahl für sich entscheiden können. Was für ein politisches Momentum Frauen mobilisieren können, haben wir nur Tage nach der Inauguration im Januar 2017 beim Women’s March gesehen. Wir haben es erneut gesehen in den vielen Primaries in diesem Jahr, bei denen sich eine Rekordzahl an Frauen erfolgreich durchgesetzt hat. Und das in einem Land, in dem nicht schnell mal eben die gesamte Bevölkerung ausgetauscht worden ist. Nein, es sind noch genau die selben Menschen, genau die selbe Gesellschaft, die das angeblich so sexistische Umfeld vor noch nicht einmal zwei Jahren ausmachten.

        Nein, wir sollten uns nicht vom Märchen täuschen lassen, das uns die Zentristen am rechten Flügel der Democrats auftischen wollen. Im November 2016 ist nicht eine kompetente, gut vorbereitete Politikerin durch Sexismus hinterrücks zu Fall gebracht worden. Sondern eine von Skandal zu Skandal taumelnde, in Umfragen abstürzende Kandidatin ist wider alle Vernunft und entgegen den Wünschen der Wähler von Parteieliten auf Biegen und Brechen und mit Hilfe von Manipulation im Rennen gehalten worden, weil man geglaubt hat, jeder GOP-Kandidat – und Trump im Besonderen – wäre als Alternative so abschreckend, dass man den Menschen selbst jemanden wie Clinton den Hals herunter stopfen kann. Man hat sich selbstgerecht zurückgelehnt. Man hat keinerlei Begeisterung geweckt. Man hat für kein Programm geworben. Für keine Vision. Am Ende war der einzige Grund für Clinton zu stimmen, Trump zu verhindern. Und so kann man keine Wahlen gewinnen.

        Clinton hat verdient verloren. Das lässt sich problemlos ohne Sexismus erklären.

        • Stefan Sasse 23. Oktober 2018, 05:45

          Ich sehe das ein wenig anders, aber ich plane da eh einen Artikel dazu.

  • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 00:39

    Dass das Klima der Welt sich ändert ist unstrittig. Das tut es seit Jahrmillionen. Strittig ist die Rolle des Menschen.

    Der Klimatologe Prof. Dr. W. Kirstein argumentiert dagegen.

    Außer reichem Datenmaterial weist er regelmäßig darauf hin, dass im Weltklimarat ausschließlich Politiker und Sozialwissenschaftler sitzen, aber keiner „vom Fach“. Niemand.

    Ich habe auf der Homepage des IPCC versucht, Namen von Mitgliedern ausfindig zu machen. Vergeblich.

    • derwaechter 22. Oktober 2018, 09:49

      Das ist nicht so schwer. Geh doch einfach auf die, äh, Homepage des IPCC http://ipcc.ch/organization/organization_structure.shtml#

      Kleiner Tipp „Members“ heißt Mitglieder

      • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 10:15

        Danke – aber da bin ich schon vorher drauf gekommen. Dort stehen Mitglieds-Organisationen. Mich interessieren die beteiligten Wissenschaftler: welches Fach haben sie? Ich bin auf keine einzige natürliche Person gestoßen.

        • derwaechter 22. Oktober 2018, 11:40

          Wollen Sie mich verarschen? da sind doch ein Haufen natürliche Personen, sogar mit Bild, verlinktem CV und so weiter. Sie müssen wie gesagt jeweils auf „Members“ klicken, aber ich kann das auch gerne für Sie übernehmen:
          http://ipcc.ch/organization/bureaumembers.shtml
          http://ipcc.ch/organization/bureaumembers.shtml#tfb
          http://ipcc.ch/organization/organization_structure.shtml#

          Und wenn Sie sich für die Autoren der IPCC reports interessieren schauen sie mal hier für den aktuellen:
          https://www.ipcc.ch/report/authors/report.authors.php?q=35&p=
          http://www.ipcc.ch/report/authors/report.authors.php?q=36&p=
          https://www.ipcc.ch/report/authors/report.authors.php?q=37&p=

          Da haben Sie hunderte wissenschaftler, alles natürliche Personen

          • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 13:56

            Thx. Nicht geduldig genug gesucht. Mea culpa. Ich werde es in Ruhe durchsehen.

            • derwaechter 22. Oktober 2018, 14:38

              Na ja, schwer zu finden war das nun wirklich nicht.

              Hätte Kirstein vielleicht auch mal googlen können. Oder einfach einen x-beliebigen IPCC Report lesen, das stehen die Autoren ja auch immer aufgelistet. Pro Kapitel sogar wenn ich mich recht entsinne. Anders gesagt: Der gute Mann hat keine Ahnung oder will sie nicht haben.

              • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 15:03

                Ah. Du bist vom Fach?

              • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 16:42

                „Anders gesagt: Der gute Mann hat keine Ahnung oder will sie nicht haben.“ – Zunächst ist Kirstein tatsächlich Klimatologe. (Du auch?)

                Seine Vorträge sind faktenreich. Du kannst natürlich in der Sache widersprechen.

                Disclaimer. Ich bin nicht vom Fach, habe aber einige Vorträge von Kirstein verfolgt und mir eine Meinung gebildet, die ich hier nicht diskutiere. Außer es findet sich einer, der wirklich vom Fach ist (ohne missionarischen Auftrag, sondern es „weiß und kann“).

          • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 16:30

            Dann schauen wir sie uns mal an.

            Dr. Hoesung Lee – Ph.D. in economics

            KO BARRETT – Environmental Science

            THELMA KRUG – Mathematikerin (Schwerpunkt Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik)

            Dr Youba SOKONA – Fach nicht genannt

            Eduardo Calvo Buendía – Environmental Sciences

            Kiyoto Tanabe – Bachelor’s degree in geophysics

            PRIYADARSHI R. SHUKLA – Ph.D und M.S. in (ungenannt)

            Jim Skea – BSc Mathematical Physics

            Dr. Debra Roberts – Fach nicht benannt

            Prof. Dr. Hans Otto Pörtner – habilitated in Animal Physiology

            Zhai Panmao – B. S. degree in Climatology

            Valérie Masson-Delmotte – PhD in Physics of Fluids

            Da hab ich erst mal aufgehört, ist nervig. Zhai Panmao ist, jedenfalls nach dem Wortstamm, tatsächlich Klimatologe. Die anderen sind … ähm … schwerstinteressiert.

            • derwaechter 23. Oktober 2018, 06:45

              Netter Versuch. Diese Diskussion ist blödsinn. Entweder kannst oder willst du es nicht verstehen, aber bitte. Kaum einer der Fachleute hat sich vom IPCC distanziert. Die Leute im IPCC haben für ihre jeweiligen Bereiche die relevante Expertise und diese ganze Hawaii Geschichte ist Mumpitz.

              Aber gut dass die Welt noch so Universalgelehrte wie dich hat die mehr über Geschichte wissen als Historiker und mehr übers Klima als Klimawissenschaftler. Wahrscheinlich kannst du auch besser mein Waschbecken tauschen als ein Klempner und wenn ich mal ernsthaft krank bin werde ich dich bitte bei YouTube zu schauen was ich wirklich habe. Mein Arzt hat nämlich höchstens halbsoviel Ahnung wie Du.

              • Wolf-Dieter Busch 23. Oktober 2018, 07:11

                Du klingst, als wollte ich dich behumsen. Ist nicht der Fall.

                „Die Leute im IPCC haben für ihre jeweiligen Bereiche die relevante Expertise (…)“ – Expertisen ausstellen kann jeder (du oder ich auch); akademische Grade können nur Unis ausstellen.

                Ich habe von den obersten zwölf Mitgliedern die CV angeklickt und die Fachkompetenz, soweit ersichtlich, extrahiert. Nicht die Tätigkeit, die ergibt sich natürlicherweise aus der Mitgliedschaft. Was willst du mehr?

                Meine Behauptung lautete: im IPCC sitzen keine Fachleute für Klima. Bewiesen habe ich sie nicht, aber auf plausibel abgeklopft (ist plausibel).

                „Aber gut dass die Welt noch so Universalgelehrte wie dich hat die mehr über Geschichte wissen“ – zu viel der Ehre. Ich habe eine normale Allgemeinbildung plus Grund-Skepsis plus Google. So wie du auch.

                • derwaechter 23. Oktober 2018, 21:40

                  Du scheinst immer noch zu glauben Klimatologe sei ein klar definierter Universitätsabschluss bzw Grad. So wie Arzt oder Jurist. Dem ist aber nicht so. Daher ist dein ganzer Ansatz wenig zielführend. Jetzt bin ich aber wirklich raus. Du kannst doch auch selber Googlen nehme ich an.

                  • Wolf-Dieter Busch 23. Oktober 2018, 22:17
                    • derwaechter 24. Oktober 2018, 07:30

                      Sehr gut. Nächster Schritt: lesen!

                      „Die wenigsten Universitäten bieten einen Studiengang zur Klimaforschung an. Vielmehr sind es andere Fächer, die in ihrer Breite das Berufsfeld des Klimatologen abdecken.
                      Meteorologie oder auch Geowissenschaften sind geeignete Programme für zukünftige Klimatologen.
                      Auch Umweltwissenschaften, Ozeanologie, Hydrologie und Geographie sind gut geeignet.“

                      Oder

                      „Nur eines verbindet all diese Spezialisten für die Erdsystemanalyse gewiss nicht: einen speziellen Lehrstuhl oder ein einheitliches Studienfach Klimatologie mit einer geordneten und eigenständigen Prüfungsordnung. Den Königsweg zur Klimatologie gibt es nicht. Als Klimaforscher arbeitet man bestenfalls oder nennt sich so. Am Ende eines Fachstudiums, sagen wir sechs Semester Bachelor-Studium Meteorologie und vier weiteren Semestern zum Master-Meteorologe, findet man sich im Kreise von Quereinsteigern wieder.“

                      Usw usf.

                      Warum nur beschleicht mich jetzt schon das Gefühl, dass du es immer noch nicht verstehen wirst/willst?

                    • Wolf-Dieter Busch 24. Oktober 2018, 09:25

                      „Sehr gut. Nächster Schritt: lesen!“ – Dein Einstiegssatz hat Stil (++).

                      Ansonsten hat Klimatologie immerhin einen eigenen Eintrag; und gleich mal deine Beispiele für ab mit den Fachkompetenzen oben.

    • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 10:13

      Nachtrag – Mein Kommentar bezieht sich auf (4) „Leugnen sinnlos“.

      Stefan, du verwendest den Ausdruck „Klimawissenschaftler“. Dieses suggestive Kunstwort ist nicht zu verwechseln mit Klimatologe. Die gängige Methode dieser „Klimawissenschaftler“ ist der Versuch, das Klima-Verhalten mit Computermodellen zu simulieren.

      Das hat diese Schwachstellen: es trifft Annahmen über beeinflussende Faktoren, die aber naturgemäß nicht auf Vollständigkeit überprüfbar sind; und es gibt darüber hinaus keine sinnvollen Testläufe für die Computer-Simulationen, die Vorhersage mit Eintreffen abgleichen.

      Aber selbst unter der (unplausiblen) Annahme von deren Vollständigkeit wäre das Klima ein im mathematischen Sinn „chaotisches Problem“, das heißt: bereits nach wenigen Iterationen wäre Präzision mit irrwitzig hoher Nachkommastellenzahl erforderlich, die bereits eine übersehene Mücke in der Zukunft verändern könnte.

      Und nochmal zur Erinnerung: Kirstein sagt aus, dass im Weltklimarat kein Klimatologe vertreten ist. Ich konnte die Aussage bislang nicht falsifizieren. Ich habe mit Email eine Anfrage an IPCC gestellt und werde berichten.

      • derwaechter 22. Oktober 2018, 12:54

        Die Begriffe werden oft synonym verwendet, eine klare Abgrenzung gibt es da nicht. Aus Wikipedia: „Die Klimatologie und Klimaforschung ist keine scharf abgegrenzte, geschlossene Wissenschaft, sondern beschäftigt sich als primäres Teilgebiet der Meteorologie und Geographie mit den physikalischen Erscheinungen der Lufthülle der Erde und ihrer Interaktion mit den Gegebenheiten der Erdoberfläche in Raum und Zeit (Lauer 1995).“

        Wer nur kurz IPCC und climatologist googelt landet z.B. beim ersten vorsitzenden des IPCC und Klimatologen Bolin https://www.ipcc.ch/pdf/bolin/press-review/hit-04-01-08.pdf oder hier bei einem gewissen François-Marie Bréon, IPCC member – Climatologist https://www.youtube.com/watch?v=WJmvk4yehSk

        Oder

        • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 16:05

          Bert Bolin war Meteorologe, nicht Klimatologe. (Achte auf den Abschluss, nicht auf sein Tätigkeitsfeld, auf dem kann sich jedermann tummeln und tut es auch.)

          François-Marie Bréon ist Informatiker. Sorry, auch kein Klimatologe.

          Weißt du, ich könnte mit meinem Diplom auf den Klima-Shows rumturnen behaupten, ich bin Akademiker und Klimaforscher. Könnte mir, glaub ich, keiner verbieten (außer meinem Ehrgefühl).

      • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 13:40

        Ein Klimawissenschaftler ist ein Wissenschaftler, der sich mit dem Klima beschäftigt. Analog zum Geschichtswissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler oder Naturwissenschaftler. Sehe nicht wo die Nomenklatur hier ein Problem ist.

        • derwaechter 22. Oktober 2018, 14:31

          Die Nomenklatur ist keine Problem und selbst wenn man das mal kurz annimmt findet man ohne Probleme „Klimatologen“ im IPCC. Ein quatsch-Argument und ich ärgere mich schon, dass ich darauf reingefallen bin.

          • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 16:09

            Wenn die bloße Nomenklatur kein Problem wäre, wäre man ja beim „Klimatologen“ geblieben. Ging nur schlecht, weil es halt eine eingetragene akademische Disziplin ist, da wären einige auf den Stuhl gestiegen.

          • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 17:10

            Never feed the troll.

        • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 15:56

          Der „Wissenschaftler“ könnte auch ein Soziologe sein, der sich halt mit Klima beschäftigt mit der gleichen Leidenschaft wie für seltene Briefmarken. Sorry, ist für mich kein Argument.

          • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 17:11

            Quatsch. Jemand, der ein Wissenschaftler für ein Gebiet ist, arbeitet dort wissenschaftlich. Das ist im Namen.

            • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 17:22

              „Jemand, der ein Wissenschaftler für ein Gebiet ist, arbeitet dort wissenschaftlich“ – und da hast du Recht:

              Ein Historiker könnte anhand von Dokumenten die Klimageschichte seit 50 v. Chr. verfolgen. (Wissenschaftliche Methode: Dokumentenrecherche). Er könnte sich disziplinübergreifend mit Ökonomen zusammen Feinmessung anhand der Getreidepreise vornehmen (dass die Preise mit dem Klima korrelieren sollte klar sein).

              Das, lieber Stefan, wären die wissenschaftlichen Methoden, die dir als Historiker zur Verfügung stehen. Wahrscheinlich kennst du noch einige mehr.

              Aber dir steht keine wissenschaftliche Methode zur Verfügung, um das Klima auf die Zukunft zu extrapolieren.

              Stets zu Diensten! Gruß vom Troll.

          • Blechmann 23. Oktober 2018, 00:31

            Gibt es denn zu diesem Kirstein einen Beleg, dass er Klimatologe ist? Ich hab im Netz nix gefunden.

            • Blechmann 23. Oktober 2018, 01:17

              Hab gerade angefangen das Video zu schauen. Uh, was für ein Schwätzer. Das tue ich mir nicht zur Gänze an. ^^‘

              • Wolf-Dieter Busch 23. Oktober 2018, 05:04

                Anderthalb Stunden können anstrengend sein, kann ich verstehen. Hier ein 20-minütiges Interview (durchaus kontrovers geführt).

      • Blechmann 23. Oktober 2018, 00:03

        Das Wetter ist ein „chaotisches Problem“, das Klima nicht.

        • Wolf-Dieter Busch 23. Oktober 2018, 04:57

          Ach?

  • R.A. 22. Oktober 2018, 08:32

    1) “ in denen sie beliebig Extremisten und Straftäter in höchste Ämter hieven können.“
    Schon immer konnte eine Senatsmehrheit so etwas tun. Hat sie aber nicht.
    Es ist ziemlich abstrus dem politischen Gegner vorzuwerfen, er würde bei einem Wahlsieg skandalöse Sachen machen, die er bisher nicht gemacht hat und auch nicht angekündigt hat.

    „Diese Absurdität erlaubt es Reaktionären …“
    Das ist keine Absurdität, sondern Föderalismus. Entsprechende Effekte gibt es in allen Staaten, die nicht komplett zentralistisch durchregiert werden (und da gibt es dann andere Probleme). Und diese Effekte haben nichts mit „Reaktionären“ zu tun – es ist historischer Zufall, welche politische Positionen in einem Land und zu einer gewissen Zeit davon profitiert oder nicht.

    2) “ dass den Leuten eben immer noch nicht geglaubt wird “
    Und das wird hoffentlich auch so bleiben. Keine Gesellschaft kann vertrauensvoll und fair funktionieren, wenn bei Konflikten einseitig einfach nur geglaubt wird.

    „Und dass die meisten Männer immer noch nicht in der Lage sind, überhaupt das Problem zu erkennen, und stattdessen lieber über die Möglichkeit der Falschbeschuldigung diskutieren, “
    Die Frage ist, was genau eigentlich das Problem sein soll. Vergewaltigung und sexuelle Belästigung sind strafbar und werden auch bestraft. Wenn das unzureichend sein soll, also mehr Fälle bestraft werden sollen, kommt man unvermeidlich zur Frage, nach welchen Maßstäben das geschehen soll. Und wenn die bloße Behauptung schon reichen soll, dann muß man auch über das Risiko von Falschbehauptungen sprechen.
    Das ist alles eine zwingende logische Folge.

    3) „Alle ernstzunehmenden Berichte der vergangenen dreißig bis vierzig Jahre lassen keinen Zweifel daran, dass sich das Klima zu unserem Schaden schnell verändert“
    Das ist falsch.
    Es gibt sehr viele ernstzunehmende Berichte über den menschlichen Anteil am Klimawandel.
    Aber es gibt eigentlich keine seriösen Forschungen, daß dieser Wandel „zu unserem Schaden“ sein wird. Es gibt da eine ganze Menge möglicher Folgen, einige davon sind sehr positiv (z. B. die ergrünende Sahara). Eine vernünftige Diskussion oder gar Bilanz zu den möglichen Folgen gibt es bisher fast nicht, weil sich die Kontroverse so sehr auf die Klimamodelle konzentriert.

    8) „Vorlieben und Verhalten sind rein biologisch geprägt “
    Hat irgendwer „rein“ biologisch behauptet? Wohl nicht.
    Daß Väter durch eine Elternzeit mehr mit ihren Kindern machen (und das auch hinterher nachwirkt) ist trivial (und war auch eine positive Folge, die erwartet wurde).
    Über biologisch beeinflußte statistische Unterschiede zwischen den Geschlechtern sagt das überhaupt nichts.

  • Stefan Pietsch 22. Oktober 2018, 09:01

    Im Neusprech-Jargon genannte „Mainstream-Politiker“ beschweren sich seit einiger Zeit, dass sich die politische Debatte zu stark auf das Thema Migration verengt habe. Du gehörst ja zu den Anhängern dieser Bewertung. Dezenter Hinweis: das gilt auch für einen so feministischen Aufsatz wie #MeToo.

    ad 2)
    Allerdings kann ich an dieser Stelle das gerade Gesagte gleich wieder einkassieren. Monatelange Debatten, und Du bist leider völlig resistent für die Intensionen – von Argumenten will ich gar nicht sprechen – eines Teils Deines Publikums. Da muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Fangen wir an.

    Andererseits, weil die Gesellschaft die Schuld immer noch bei den Betroffenen selbst sucht.

    Unsinn. Woher Du das hast, bleibt Dein Geheimnis.

    Und drittens wird oft nicht geglaubt, dass erfolgreiche und mächtige Personen Täter werden können.

    Wenn der Plebs den Mächtigen eines zutraut, dann dass sie Macht missbrauchen. Schau‘ am besten in Dein zuletzt gelesenes Kinderbuch.

    Die #MeToo-Debatte ist ein grandioser Erfolg – in Deinen Augen. Bitte hilf‘ mir auf die Sprünge, wie viele Strafverfahren gab es im letzten Jahr wegen dieser weltweiten Kampagne für den modernen Feminismus? Seien wir höflich, die Zahl ist überschaubar an einer Hand.

    Ich persönlich halte nicht so viel von Anklägern, die aus dem Dunkeln der Anonymität heraus operieren. #MeToo ist bis heute nichts weiter als ein öffentlicher Pranger geblieben, in dem alles vom losen Spruch bis zur Vergewaltigung vermischt wird. Ein Pranger jedoch ausschließlich gegen Männer, denn als ausgerechnet eine der Gründerinnen des Aufrufs mit dem „glaubhaften“ Vorwurf des sexuellen Missbrauchs konfrontiert wurde, war die Gemeinde doch erstaunlich verständnisvoll. Dabei ging es darum, dass ein damals Minderjähriger von einer wesentlich älteren Frau einen Blowjob verpasst bekam, angeblich gegen seinen erklärten Willen. Glückspilz oder traumatisiert, darüber streitet sich die Gemeinde noch. In jedem Fall könnte man von einem Akt der Heuchelei sprechen.

    Leider ist Köpfen wie Dir bis heute nicht klar, was sie im Geschlechterverhältnis anrichten. Wenn hunderte Migranten übergriffig gegen Frauen (Flüchtlinge, Helfer) werden, so ist das im Grunde kein Problem. Wenn ein (in Worten: ein) Abteilungsleiter übergriffig wird, so ist das ein gesellschaftliches Problem. In den ganzen Monaten hast Du kein einziges Mal geschrieben: die wenigsten Männer, und Manager ohnehin, belästigen Frauen oder vergewaltigen sie gar.

    Folgende reale Situation: in einem Unternehmen wird von einer Frau der Vorwurf erhoben, sie sei von dem Kollegen X sexuell belästigt worden (Kniff an den Po, what so ever). Belassen wir es bei Deiner neuen Welt des Prangers. Es gibt kein Verfahren, der Kollege und Abteilungsleiter X bleibt auf seinem Posten, da die Frau nicht willens ist, in einem betrieblichen oder gar strafrechtlichen Verfahren aufzutreten.

    Es ist sehr wahrscheinlich, dass aufgrund der erhobenen Stigmatisierung jede Mitarbeiterin es vermeiden wird, mit dem Herrn X auch nur eine gemeinsame Betriebsfahrt zu unternehmen. Umgekehrt wird es aber auch jede männliche Führungskraft und die meisten Kollegen es vermeiden, mit der Dame nur in einem Raum zu sein. Schließlich ist es nicht ausgeschlossen, dass die Vorwürfe nur erhoben wurden, um einem Kollegen zu schaden. Ein guter Bekannter erzählte mir ja neulich mit Worten des Triumpfs, dass schon Mädchen wesentlich intriganter sein könnten als Jungs.

    Quintessenz: das Klima ist vergiftet ohne jedes rechtsstaatliche Verfahren, ja, ohne die Annahme der Unschuldsvermutung. Ich neige immer mehr dem Gedanken zu, dass Dir das gefallen würde.

  • Stefan Pietsch 22. Oktober 2018, 09:20

    ad 5)
    Die SPD ist in einer ähnlich desaströsen Lage wie vor fünf Jahren die FDP, möglicherweise noch schlimmer. Damals jammerte aber keiner, wie unfair die Partei behandelt würde, die übergroße Mehrheit wünschte den Liberalen den politischen Exitus. Das war nicht nett, aber selbst verschuldet.

    Das Schlimmste, was ein Profi bekommen kann, ist Mitleid. Die deutsche Sozialdemokratie befriedigt seit über einem Jahrzehnt nur noch ihre Funktionäre, aber nicht ihre Wähler. Zuletzt redete man in der Flüchtlingskrise völlig an der eigenen Klientel vorbei und verlor sie anschließend an die AfD, die neue Partei der kleinen Leute. Das sind übrigens die Grünen definitiv nicht, und spätestens an dieser Stelle wird das linke Bourgeoisie-Gerede unfreiwillig komisch.

    Die gelernten Linken in der SPD glauben nun allen Ernstes, mit dem neuesten Vorschlag eines Mindestlohnes von 12 Euro ihr Publikum so begeistern zu können, dass diese in Hessen wirklich die SPD wählen. Man kann es kaum anders ausdrücken, aber die politischen Trottel der Sozialdemokratie wissen offensichtlich nicht, dass in weiten Teilen der Boomregion mit dem Rhein-Main-Gebiet als Zentrum fast jeder über 12 Euro die Stunde erhält – schwarz beschäftigte Putzfrauen vielleicht ausgenommen, aber auch dort sind die Tarife zuletzt stark angezogen.

    Der Bankangestellte bei der Deutschen Bank mit einem Monatssalär von 4.300 Euro wird es nun ganz dufte finden, wenn die SPD nun die deutliche Anhebung des Mindestlohns fordert. Das wird ihm Mut machen, wenn die Zentrale in der Taunusanlage 12 die Schließung seiner Filiale vollzieht. Tatsächlich findet sich das Gros der vom Mindestlohn Beschäftigten im Osten des Landes. In einem Landstrich, wo die Früchte für die SPD schon immer etwas höher hingen, wenden sich die Wähler jedoch aus ganz anderen Gründen von den roten Socken ab und dem braunen Gesocks zu.

    Ansonsten sollte ein politischer Beobachter nicht so geflissentlich die internationale Entwicklung der Sozialdemokratie ignorieren. Die linke Idee hat sich im wesentlichen überlebt, genauso wie das tradierte Links-Rechts-Schema. Der politische Kampf geht längst zwischen Besitzstandswahrern und Veränderungsbefürwortern. Und das scheint die Sozialdemokratie keinen Platz mehr zu haben.

    • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 10:02

      Die SPD ist in ihrer Lage selbst verschuldet, und sie wird trotzdem unfair behandelt. Beides ist wahr.

      • Stefan Pietsch 22. Oktober 2018, 10:09

        Ich wüsste nicht, wo die SPD unfair behandelt würde. In Medien und im politischen Zirkus wird immer noch so getan, als wäre die Sozialdemokratie eine große Partei, auf Augenhöhe mit der Union. Das ist sie seit nun mehr fast 15 Jahren nicht mehr und das ist eben keine Formkrise.

        Die Union hat sie ja geradezu großzügig behandelt, zum Schaden des Bürgers, in dem der Koalitionsvertrag eine klar sozialdemokratische Handschrift trägt – und damit das Gegenteil des Wählervotums. Unfair ist daran gar nichts.

        • Kning4711 23. Oktober 2018, 09:57

          Ich erkenne auch keine unfaire Behandlung. Die SPD hat (ähnlich wie die Union) ein erhebliches Ermüdungsthema Ihres politischen Spitzenpersonals. Andrea Nahles spukte schon in der SPD herum, als der Kanzler Kohl gerade abgewählt war. Es gelingt nicht neue profilierte Gesichter zu präsentieren. Zudem macht die SPD nur noch Politik für Ihren Funktionärsunterbau und findet kaum eine Haltung, die den Wähler anspricht. Sicherlich hat die Union eine ganze Menge Themen abgeräumt aber die SPD stemmt sich auch nicht dagegen.
          Ich halte einen Abgesang auf die SPD aber auch für verfrüht, da der Höhenflug der Grünen wesentlich aus der Unzufriedenheit der Wähler mit der Arbeit der GroKo resultiert. Die Großwetterlage hat zudem den Grünen in die Hände gespielt. Mit Frau Baerbock und Herrn Habeck haben Sie zwei Personen an der Spitze die durchaus sympathisch herüberkommen, auf die aber noch die Entzauberung durch das politische Tagesgeschäft wartet. Zudem soll es noch Ministerpräsidenten geben, die tatsächlich solide Ergebnisse für die SPD geholt haben: Man blicke nach Niedersachsen, Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern.

          Ich leg mich fest – für die SPD ist jeder weitere Tag in der GroKo ein verlorener Tag. Spätestens nach der Hessenwahl, sollte Sie die Wagnis gehen. Das der Bundestag aufgelöst würde ist nicht ausgemacht, schließlich stände eine potenzielle Koalition (Jamaika) in Wartestellung parat. Andernfalls wird Sie bis zum Ende der Legislatur derart marginalisiert, dass Sie tatsächlich verschwinden wird.

          • Stefan Sasse 23. Oktober 2018, 11:42

            Ich glaube immer noch nicht, dass das Verlassen er GroKo da so viel hilft. Aber schaden wird’s kaum.

            • "Wolf-Dieter Busch 23. Oktober 2018, 13:37

              Der Abstieg wurde quasi programmatisch vorbereitet unterm Schröder-Regime. Von da an gings langsam aber sicher von der Aerodynamik in die Ballistik.

              • Stefan Sasse 23. Oktober 2018, 21:15

                Ich glaube, dass die Agenda2010 so wie sie gemacht und vermarktet wurde elektorales Gift war zweifelt heute keiner mehr an.

                • Wolf-Dieter Busch 24. Oktober 2018, 09:54

                  Doch. Zur Umsetzung von Agenda 2010 wurde die Parteibasis gefügig gemacht. Davon hat diese sich nie wieder erholt (soweit es etwas zu „erholen“ gab, also sie nicht sowieso schon gefügig war).

                  Eine Parteibasis mit Rückgrat hätte einiges abbiegen oder verhindern können.

                  Zu spät. Quittung folgt.

                  • Stefan Sasse 24. Oktober 2018, 11:19

                    Das wäre das Ende der Regierung gewesen. Dazu waren sie damals nicht bereit.
                    Ansonsten sehe ich nicht, wie sich meine und deine Aussage widersprechen^^

                    • Wolf-Dieter Busch 24. Oktober 2018, 11:37

                      Nimm es als Ergänzung, nicht Widerspruch.

            • Kning4711 24. Oktober 2018, 09:50

              Das alleinige Verlassen der GroKo wird es nicht richten, aber einhergehend mir einer echten personelle Erneuerung hat die Partei eine Fighting Chace..

              • Stefan Pietsch 24. Oktober 2018, 10:37

                Das künftige Führungspersonal der SPD rekrutiert sich aus den derzeitigen Mitgliedern, insbesondere aus den heutigen Amtsträgern. Da die Sozialdemokratie schon seit einer Generation nicht interessant für talentierte politische Nachwuchskräfte ist (das hat sie mit einigen Konkurrenten gemeinsam), hat sie eben auch nur wenige Führungstalente. Es hat ja was, dass Andrea Nahles von niemanden ernsthaft herausgefordert werden konnte.

                Dagegen fließt der Pool an Talenten bei den Grünen geradezu über, kein Wunder, wandern doch sehr viele politisch Interessierte zu den Ökos. Ich sehe also nicht, wo die personelle Erneuerung der SPD herkommen sollte, zumal sie sich immer noch als closed shop geriert. Und es bedürfte der Einsicht, dass die Kundschaft einer Partei nicht die eigenen Funktionäre, sondern die Gesamtheit der Wähler ist. Anscheinend weiß man aber im Willy Brandt-Haus nicht, was die potentiellen Zielgruppen für politische Vorstellungen haben – wenn man diese überhaupt umreißen könnte.

                Die aktuellen Ideen von führenden Sozialdemokraten lassen zumindest erheblich zweifeln. So wollen maßgebliche Parteikader mit dem Thema Mindestlohn reüssieren. Das Wort „weiterhin“ spare ich mir an dieser Stelle, da dies bisher ein No-Burner war. Da die verbliebene Wählerschaft der SPD durchschnittlich verdient, wird der Großteil auch bei einer Lohnuntergrenze von 12 Euro finanziell nicht erreicht. Und ob es für diese Wähler so vorteilhaft für das eigene Selbstbewusstsein ist, mittels staatlicher Hilfe ein Gehaltsplus zu erhalten, sei dahingestellt. Viele Beschäftigte würden mit Blick auf ihren Gehaltszettel an anderer Stelle als der Topline ansetzen.

                An anderer Front kämpft der Bundesfinanzminister Scholz. Er möchte mit deutschem Steuergeld eine europäische Arbeitslosenversicherung aufbauen. Angesichts der weit verbreiteten kritischen Haltung zu den potentiellen Nutznießern einer solchen Versicherung in der Gegend des Mittelmeeres glaubt wohl nur der Hanseat, damit relevante Milieus begeistern zu können.

                • Stefan Sasse 24. Oktober 2018, 11:23

                  Sehe ich genauso wie du. Davon abgesehen hast ja mit Schulz gesehen was das bringt. Einen Monat Hype und Umfragenplus und dann erfolgt der unvermeidliche Absturz, weil du und dein Team unerfahren sind und du in den Institutionen nicht vernetzt bist und ein Wahlkampf halt nicht eben auf der linken Hinterbacke abgesessen wird, von echter Regierungsarbeit ganz zu schweigen. Es hat schon seinen Grund, warum sich AfD, LINKE und FDP derzeit in der Opposition so wohlfühlen.

                • R.A. 26. Oktober 2018, 13:27

                  „Dagegen fließt der Pool an Talenten bei den Grünen geradezu über“
                  Ach so? Warum stellen die Grünen dann diese Talente nicht in die Spitzenpositionen? Wieso nehmen sie dann Anti-Talente wie Hofreiter, Baerbeck oder die Schulze in Bayern?

                  Das grüne Spitzenpersonal lebt doch wesentlich nur davon, daß es von den Medien hochgejubelt wird und selbst bei inhaltlich grottendummen Forderungen nicht kritisch reagiert wird.

                  Nur mal so als aktuelles Beispiel die Forderung nach einem 1-Euro-Ticket. Verkehrspolitisch völliger Nonsens, wurde aber allgemein als interessanter Beitrag präsentiert. Bei jeder anderen Partei hätten die Medien den Betreffenden wegen völliger Inkompetenz zerrissen.

                  „Und es bedürfte der Einsicht, dass die Kundschaft einer Partei nicht die eigenen Funktionäre, sondern die Gesamtheit der Wähler ist.“
                  Das ist das Problem der SPD. Sie wird dominiert von der Schicht der mittleren Funktionäre, die auch ganz überwiegend die Parteitags-Delegierten stellen. Das sind meist Leute, die nie im Leben etwas anderes gemacht haben als Politik im Dunstkreis der SPD und ihrer Organisationen. Deren Bezugspunkt sind die anderen SPD-Funktionäre, mit Wählern haben die nicht mehr viel zu tun.

                  • Stefan Sasse 26. Oktober 2018, 14:32

                    Aus Neugierde: warum ist das 1-Euro-Ticket Nonsens? Gibt’s doch anderswo auch?

                    • R.A. 26. Oktober 2018, 19:08

                      Es gibt diverse Versuche des „kostenlosen“, d.h. vollsubventionierten Nahverkehrs. Mit der Forderung wäre Hofreiter aber nicht in die Zeitung gekommen, weil das kein neuer Vorschlag ist.

                      Er hat einerseits „1 Euro“ gefordert, was ziemlicher Unsinn ist. Das generiert keine echten Einnahmen, beläßt aber den Aufwand für Ticketausgabe etc.

                      Und andererseits hat er das auch für den Fernverkehr gefordert. Und das wäre nicht nur eine völlig abstruse Milliardenalimentierung, sondern würde das Verkehrsaufkommen massiv erhöhen. Was ökologisch Wahnsinn wäre. Auch sehr „grüne“ und dezidiert ÖV-freundliche Verkehrspolitiker haben so etwas nie aufgebracht, das ist für alle Experten ein klar unsinniger Vorschlag.

                      Übrigens ist auch bei „kostenlosem“ Nahverkehr (incl. Studenten- und Job-Tickets) der dadurch erzeugte Verkehr ein Problem, der Effekt ist wahrscheinlich deutlich größer als die eigentlich erhoffte Verlagerung vom Auto.
                      Aber beim Fernverkehr würde das noch viel stärker zuschlagen.

                    • Stefan Sasse 26. Oktober 2018, 19:27

                      Ok, danke für die Info.

              • Stefan Sasse 24. Oktober 2018, 11:18

                Halte ich für ein Gerücht. Das ist doch längst keine Frage des Personals mehr.

          • R.A. 24. Oktober 2018, 10:23

            > Die Großwetterlage hat zudem den Grünen
            > in die Hände gespielt.
            Das ist weniger die Großwetterlage, als eine ganz heftige Wahlkampfkampagne der meisten Medien für die Grünen.

            Natürlich gibt es eine GroKo-Mißstimmung, die der SPD schadet und u.a. den Grünen nützt. Aber da hat sich in den letzten vier Wochen nicht viel geändert.
            Der Zugewinn der Grünen seitdem ist reiner Hype.

            > Spätestens nach der Hessenwahl,
            > sollte Sie die Wagnis gehen.
            Das wäre wahrscheinlich Selbstmord. Auch wenn die GroKo unpopulär ist – die SPD sollte Neuwahlen nicht ausgerechnet zu einem Zeitpunkt provozieren, wenn sie mieseste Wahlchancen hat (und keinen Spitzenkandidaten). Eine solche Neuwahl bzw. das Verlassen der GroKo müßte ja auch inhaltlich begründet werden. Ein schlichtes „keine Lust mehr“ wäre blamabel, und Merkel wird sorgfältig vermeiden, der SPD einen echten Anlaß zu geben.

            > schließlich stände eine potenzielle Koalition
            > (Jamaika) in Wartestellung parat.
            Nein. Die Chancen für Jamaika sind derzeit deutlich schlechter als vor einem Jahr. Damals waren die Grünen noch bereit, zugunsten von Ministerämtern ein paar Zugeständnisse zu machen. Das haben sie jetzt nicht mehr nötig, von Neuwahlen könnten sie sehr profitieren.

            > Andernfalls wird Sie bis zum Ende der Legislatur
            > derart marginalisiert,
            Das muß nicht sein. Drei Jahre sind eine lange Zeit, da passiert viel und schon bald wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben.

            • Stefan Sasse 24. Oktober 2018, 11:21

              Medienkampagne für die Grünen? Wie beim Veggieday seinerzeit? Ist ja schon krasse Kampagne für die Partei.

              Hype kann Wahlen gewinnen. Frag mal die AfD.

              Ich halte den Bruch der GroKo auch für keine Gewinnerstrategie. Die Frage ist ja nur noch, ob es überhaupt eine gibt.

              Wenn es Schwarz-Grün reichen würde wäre das ja auch aus aller Sicht besser.

              Eben.

  • Stefan Pietsch 22. Oktober 2018, 09:36

    ad 8)
    Eine kleine, keineswegs repräsentative Umfrage im persönlichen Umfeld lassen erhebliche Zweifel aufkommen, ob Elternzeit mehr Empathie bedingt und der gleichgeschlechtlichen Aufteilung der Hausarbeit einen Schub verschafft. Da ist der junge Abteilungsleiter, der selbstverständlich 2 Monate Elternzeit nimmt und natürlich auch einen Teil der Hausarbeit übernimmt. Nur, das war schon vor dem Kind so. Oder der Junge, der mit 33 Jahren nicht erwachsen werden will, aber bald die väterliche Versicherungsagentur übernehmen soll. Seine Frau hat ihm erst den Ehering und dann das Kind aufgedrückt, weil sie von der Arbeit zu gestresst und die (lange) Auszeit hochwillkommen war. Sie möchte, dass ihr Frischangetrauter auch Elternzeit übernimmt – während der sie selbstverständlich auch zuhause bleibt. Schon zuvor beschwerte sie sich regelmäßig, dass er abends nach dem Besuch von (potentiellen) Kunden nicht sich auch an der Hausarbeit beteiligte. Man kann hier der Ansicht sein, der Typ sei einfach nur unmodern. Aber auch: die Tussi ist einfach faul. Und vielleicht ist das ja das Ziel des neuen Feminismus: der eigenen Klientel zu mehr Bequemlichkeit zu verhelfen.

    Fakt ist, dass Männer die Elternzeit als Add-on nehmen. Es ist ja mitnichten so, dass sich Männer nicht auch für ihre Kinder interessieren würden. Nur halt, so legen es alle Statistiken nahe, nicht so intensiv wie Frauen. Wäre ich heute in der Lage, in der ich in meinem Leben nie war (trotz Kinder), so würde ich auch 2 Monate Elternzeit nehmen, bei aller Kinderliebe. 2 Monate Auszeit vom Job, das ist machbar, kaum mehr als ein verlängerter Jahresurlaub und dann noch bezahlt.

    Aber wegen 60 Tagen im Leben kommt doch kein Mann auf den ernsthaften Gedanken, die Aufgabenteilung seiner Beziehung umzustellen. Das wäre so, als wenn ein junger Teenager wegen einer pinken Uhr ihre Klamotten auf rosa trimmt.

  • Kning4711 22. Oktober 2018, 11:32

    Zu Punkt 4:
    Die Verdrängung des Themas Klimawandel ist nicht nur ein Problem der Konservativen sondern es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Gemäß dem Floriansprinzip fordert ein ein jeder Verzicht beim anderen. Suspekt und schrecklich finde ich im übrigen auch jene sogenannten Linken, die sich gegen Kohlestrom und Atomkraft aussprechen, aber auch nicht wollen, dass für die Stromleitungen, die die Windenergie der Offshorewindparks in den Süden bringen sollen, Eingriffe in die Landschaft vorgenommen werden dürfen.
    Im Grunde genommen ist doch genau die Kernfrage: Wie können wir dem Klimawandel begegnen, ohne die Wirtschaft und unser Verhalten so zu ändern, dass das ganze aufgrund der Radikalität ohnehin nicht umsetzbar ist. Ich wüsste nicht, wann in der Geschichte jemals Selbstgewählte Wohlstandsverknappung funktioniert hätte…

    • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 11:58

      Der menschliche Einfluss auf das Klima ist strittig. Das heißt, es gibt Vertreter, die – ohne wirtschaftliches Eigeninteresse – den menschlichen Einfluss bestreiten.

      • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 13:41

        Ja, eine verschwindend geringe Minderheit.

        • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 19:27

          Die Minderheit schwindet nicht. Sie ist beharrlich.

          • GerdHeiner 22. Oktober 2018, 23:49

            Very well spoken, Wolf!

      • Blechmann 23. Oktober 2018, 00:42

        Woher weißt du das mit dem nicht vorhandenen wirtschaftlichen Eigeninteresse? Die Öl- und Kohleindustrie zahlt unter der Hand doch sicher ein nettes Salär für klimaskeptische Klimatologen. Außerdem gut bezahlte Vorträge, Bücherverkauf, Medienaufmerksamkeit.

    • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 13:40

      Stimme dir völlig zu.

  • derwaechter 22. Oktober 2018, 12:57

    2)Ich denke, das Problem ist ganz klar zu erkennen und überhaupt nicht zu leugnen. Aber die aus der Gegenbewegung entstehenden Probleme sollte man deshalb nicht ignorieren. In der ganzem Metoo Bewegung werden m.E. zwei grundlegende Fehler begangen die sowohl an sich große Probleme sind als auch die öffentliche Diskussion negativ beeinflussen indem sie wiederum eine Gegenreaktion oder schlicht Unverständnis hervorrufen. Übrigens auch bei vielen Frauen, siehe z.B. wie viele Frauen trotz allem die Republikaner, Kavanaugh und sogar Trump unterstützen.
    1. Außer Kraft setzen rechtstaatlicher Prinzipien zugunsten von außergerichtlichen Bestrafungen. Z.B. Jobverlust und öffentliche Ausgrenzung aufgrund von Verdächtigungen. Hier wird sowohl die Beweispflicht umgekehrt als auch eine Art Selbstjustiz geübt. Das ist ein Problem unabhängig davon ob die Mehrheit der Beschuldigten nun etwas getan hat oder nicht.
    2. Verlust der Verhältnismäßigkeit. Alles wird in einem Topf geworfen: von unpassenden Kommentaren bis zu Gruppenvergewaltigungen. Zuletzt sehr krass als die Verleihung des Friedensnobelpreises mit MeToo in Verbindung gebracht wurde. Was haben denn bitte Massenvergewaltigungen als Mittel des Krieges zu tun mit Footballspielern denen ein Typ an die Eier gefasst oder Frauen die gesehen haben wie Louis CK onaniert? Einer der Preisträger ist ein Chirurg der innerlich schwer verletzte Opfer von Vergewaltigungen operiert. Nicht innerlich im Sinne von mental sondern buchstäblich im Unterleib!

    9) Auch hier sehe ich, wenn auch auf einer anderen Ebene, das gleiche Problem wie oben. Was soll es denn bringen Gewalt dermaßen weit zu definieren? Ganz konkret: Wenn ich meinem Kind als Erziehungsmaßnahme den Nachtisch verbiete ist das keine sonderliche gelungene Erziehungsmaßnahme. Wenn ich das Kind fest anfasse ist das Gewalt. Wenn ich es mit dem Gürtel verprügele ist das schwerer Missbrauch. All das über einen Kamm zu scheren und „Gewalt“ zu nennen ist totaler Blödsinn.
    „Wenn ich als Vater oder Mutter alles vorleben würde, was ich mir von meinem Kind wünsche, bräuchte ich keine Regeln, keine Konsequenzen und keine Strafen.„ Ist arg naiv. Ich ziehe mich immer warm genug an, wenn es draußen kalt ist, meine Kinder wollen trotzdem immer wieder mit nassen Haaren und dünnem Jäckchen raus. Natürlich brauche ich da Regeln und Konsequenz. Strafen wohl eher nicht.

    • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 13:42

      Du machst hier den Fehler, den Verzicht auf Gewalt mit einem Verzicht auf Regeln und Konsequenzen gleichzusetzen.

      • derwaechter 22. Oktober 2018, 14:28

        9) Im unteren Abschnitt? In dem Zitat steht aber eindeutig „bräuchte ich keine Regeln, keine Konsequenzen“. Das ist naiv und schlicht falsch.

        Mein Verständnis der Begriffe am Beispiel mit der Jacke.
        Regel: Wenn es kalt ist braucht man eine Jacke
        Konsequenz: Wenn Du die Jacke nicht anziehst, gehen wir nicht raus Strafe: Wenn Du die Jacke nicht anziehst, gibt es heute Abend keinen Nachtisch
        Gewalt: Wenn Du die Jacke jetzt nicht anziehst, kriegst Du eine gescheuert (oder schlimmeres).

        Im oberen Abschnitt noch mal zur Klarstellung: Ich finde Strafe auch eine schlechte Erziehungsmethode die man vermeiden sollte. Allerdings sehe ich die Definition als Gewalt kritisch. Es wird so schwammig wenn man Begriffe so enorm weit fast und die Auswirkungen werden auch völlig unklar. Ein Kind dem als als gewaltfreie, milde Strafe der Nachtisch verweigert wird erleidet doch etwas qualitativ völlig anderes als eines das mit dem Gürtel verprügelt wird.

        • Stefan Sasse 22. Oktober 2018, 17:10

          Im obigen Beispiel ist Nachtisch entziehen wegen Jacke Gewaltanwendung. Es macht auch keinen Sinn; beides hat keinerlei Bezug zueinander. Lass das Kind ohne Jacke raus, es wird frieren und eine Jacke wollen. Keine Strafe nötig, aber Konsequenz.

          • derwaechter 22. Oktober 2018, 22:48

            Ja noch der genannten Definition ist das Gewalt. Aber die Definition halte ich wie gesagt für unsinnig. Sie verharmlost m.E. auch echte Gewalt.

            • Stefan Sasse 23. Oktober 2018, 05:47

              Sehe ich nicht so. Ich kann ja problemlos zwischen psychischer und physischer Gewalt unterscheiden.

              • derwaechter 23. Oktober 2018, 06:57

                Sorry, aber auch psychische Gewalt ist doch was viel stärkeres.

                Klar man kann jedes schlechte erzieherische Mittel als Gewalt definieren oder jede sexuelle Grenzüberschreitung als Vergewaltigung und dann innerlich oder explizit wieder Abstufen. Aber warum?

                Genauso könnte ich jede Luftbewegung Sturm nennen.

                • Stefan Sasse 23. Oktober 2018, 08:53

                  Lassen wir für einen Moment die Semantik beiseite: Die Kritik am Erziehungssystem halte ich für völlig gerechtfertigt.

                  • derwaechter 23. Oktober 2018, 21:22

                    Ja! Aber semantik ist trotzdem wichtig 🙂

  • derwaechter 22. Oktober 2018, 15:38

    Ja, vom ich-google-mal-ganz-fix-wenn-jemand-Sachen behauptet-die-komisch-wirken Fach. Dass eine Organisation wie die IPCC ohne Fachleute auskommen würde klang sofort absurd.

    Ich habe früher beruflich einen Teil der Berichte gelesen. Klimatologe bin ich nicht.

    • Wolf-Dieter Busch 22. Oktober 2018, 17:04

      Ich nehme an, du beziehst dich auf meine Frage.

      Im Folgenden wiederhole ich in freier Form, was Kirstein dazu ausgesagt hat:

      Ausgangspunkt war eine Messreihe auf Hawaii im Zeitfenster 1975-2005, die eine hohe Korrelation zwischen CO₂ und Temperatur nahelegte. Weil die Feinmessung des CO₂ – nicht ganz trivial – damals noch neu war, folgerte man Kausalität. Spätere Messreihen außerhalb dieses Zeitfensters widerlegten die Korrelation, werden jedoch nach Einleitung politischer Entscheidungen ignoriert. Das in Kürze.

      Sei es richtig oder falsch: das ist seine Aussage.

      • derwaechter 22. Oktober 2018, 22:51

        Ich dachte er hätte behauptet in der IPCC gäbe es keine Fachleute. Was hat das jetzt damit zu tun?

        • Wolf-Dieter Busch 23. Oktober 2018, 03:47

          Du hast den Vortrag nicht gehört, nehme ich an.

          Die ursprüngliche Hawaii-Messung geschah – soweit ich verstehe – durch Klimatologen. Ursprünglich vermuteten sie Kausalität (also die „realen“ Fachleute); jedoch die Erkenntnis schritt voran, die Fachwelt erkannte den Irrtum und veabschiedete sich peu a peu von IPCC.

          Übrig blieben Fachfremde und Politiker wie oben aufgelistet.

  • Blechmann 22. Oktober 2018, 23:34

    3) „Üblicherweise beschäftigen sich Menschen nicht mit Immunologie.“

    Dann sollte man ihnen vielleicht in der Schule das notwendige Wissen um Immunologie vermitteln. Genug Stunden Biologie dafür hat man schließlich allemal. Ich fand früher bei Günter Jauchs Sendung oft verblüffend wie wenig naturwissenschaftliches Grundwissen die Leute haben. Bei der Frage: Pluto ist a) kein Planet oder hat b) keine Gravitation, stimmte die Mehrheit für b) Pluto hat keine Gravitation.

    Wobei in den USA gibt es doch sogenannte Kreationisten, die glauben die Evolutionstheorie ist falsch und der Mensch aus Lehm gemacht oder so. Dagegen sind die Impf-Skeptiker doch ziemlich realistisch.

    4) Ehrlich gesagt habe ich zuerst den Klimawandel auch unter Waldsterben, Vogelgrippe, und ähnliches eingeordnet und in Foren gegen den „Quatsch“ argumentiert. Irgendwer hat mich dann aufgefordert mich im Netz kundig zu machen und ich habe nach Gegenpositionen gegoogelt. Damals gab es noch keinen einzige Klimatologen, der die Gegenposition vertreten hätte, ich fand nur einen Zahnarzt und eine Ingenieur und so. Das hat mich überzeugt. Letztlich fehlt mir jede naturwissenschaftliche Ausbildung, um mir da wirklich anhand von Grafiken und Statistiken eine Meinung zu bilden. Jedoch habe ich historisch und physikalisch ein gewisses Basiswissen, um zu beurteilen, ob etwas prinzipiell plausibel ist, wenn einem das auch fehlt, muss man glauben.

    5) „Die einzige relevante linksliberale Opposition sind die Grünen. Sie verbinden gerade Frische, Solidität, Bürgerlichkeit und weitmöglichste AfD-Ferne zu einem Gewinnerkurs.“

    Blödsinn. Grüne und AfD sind neoliberale Parteien. Die einen sind ökologisch, die anderen nationalistisch gefärbt, aber weitestmögliche Ferne sieht nun wahrlich anders aus. Beide sind systemtreu, wirtschaftnah – neoliberal eben. Könnten heute noch koalieren, wenn ihre Wähler nicht rumheulen würden. (Heißt der nicht Meister Lempel?)

    „SPD und Linke müssen zusammengehen.“

    Hm. Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Die SPD steht gegen Parteien, die an ihre Sache glauben (oder zumindest so wirken) AfD an national, Linke an sozialistisch und Grüne an Öko. Die SPD glaubt an das Wunder des freien Marktes, der alles zum besten regelt und macht nebenher ein bisschen auf sozial. Da hat sie es natürlich schwer. CDU glaubt an Merkel. Wird interessant, wenn sie die nicht mehr haben.

    6) Die Deutschen sind sehr Staats- und Obrigkeitsgläubig. Ein Politiker der den Staat offensichtlich sabotiert, wäre da sehr schnell unten durch, selbst wenn er das im Interesse seiner Klientel tut.

    • Stefan Sasse 23. Oktober 2018, 05:49

      3) Ja, ich bin da auch kein Fan von den aktuellen Bildungsplänen.
      4) Absolut.
      5) Naja, da machst du es dir etwas zu einfach.
      6) Klopf auf Holz!

    • Wolf-Dieter Busch 23. Oktober 2018, 09:12

      Zu 4 – ehrenhafter Standpunkt.

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