„Morning in America“ in Philadelphia: die neue Mehrheitsgesellschaft

logo_general_fin_webParteitage in den USA haben hauptsächlich zwei Nutzen: Einigkeit zu demonstrieren und die Kernbotschaft der jeweiligen Partei, mit der sie ihren Kandidaten ins Rennen schickt, zu betonen. Der Parteitag der Republicans in Cleveland letzte Woche war eine feindliche Übernahme, ein Putsch von außerhalb: die Republicans wurden die Party of Trump. Die Konservativen wurden entweder zu Quislings oder gingen ins politische Exil. Wirklich einig ist die Partei daher kaum. Man kann aber nicht sagen, dass es keine Kernbotschaft gegeben hätte. Amerika, das ist die neue Meistererzählung der GOP, ist ein Dystopia, und nur ein einziger Mann kann es richten: Donald Trump, der praktischerweise in Hillary Clinton auch gleich die Hauptverantwortliche ausgemacht und zum Verbrecher abgestempelt hat. Den Zivilisationsbruch, den der Republikanerparteitag darstellte, habe ich beschrieben. Da in Hillary bei den Democrats das Establishment selbst die Kandidatin stellte, war kaum ein ähnliches Chaos zu erwarten wie in Cleveland. Die Democrats zeigten aber darüber hinaus eine überraschend deutliche Vision Amerikas, die sich krass von der der Republicans abhebt – und den Moment markiert, in dem die Democrats mit neuer Zuversicht den Anspruch verkünden, für die Mehrheitsgesellschaft in Amerika zu sprechen – ein Anspruch, den sie effektiv seit Richard Nixons „silent majority“ von 1968 nicht mehr erhoben haben.

Natürlich war der DNC-Parteitag nicht ohne Probleme. Besonders am ersten Tag gab es hässliche Auseinandersetzungen mit einer lautstarken Minderheit von Bernie-Sanders-Unterstützern, die mit dem Mantra „Bernie or Bust“ (Bernie oder Pleite) protestierten. Dabei überbrüllten sie eine Rede von DNC-Vorsitzenden Debbie Wasserman Schultz, was angesichts ihrer nicht gerade konfliktfreien Vergangenheit mit Bernie Sanders kaum verwundern dürfte (Clinton ergriff entsprechend die Konsequenz und zwang Wasserman Schultz bereits zu Beginn des Parteitags, statt wie geplant an seinem Ende, zum Rücktritt). Sehr unschön waren die Bilder von weißen Mittelklassedemonstrierenden, die mit „No TPP!„-Rufen schwarze Redner niederbrüllten, die von den Erfahrungen mit Polizeigewalt und Armut berichteten. Sanders‘ entschlossenes Eingreifen (per persönlicher SMS an alle Delegiertenführer) und vor allem Michelle Obamas und Elizabeth Warrens Reden schlossen dieses Kapitel aber schnell.

Die Rede von Michelle Obama war der erste rednerische Höhepunkt des Parteitags und setzte den Ton für den Rest. Wer auch immer die Rede geschrieben hat kann sich auf die Schulter klopfen; sie ist ein Musterbeispiel politischer Rhetorik, egal, ob man ihren Aussagen zustimmt. Besonders ein Satz stach zurecht heraus: „I wake up every morning in a house that was built by slaves. And I watch my daughters, two beautiful, intelligent black young women, playing with their dogs on the White House lawn.“ (Jeden Morgen wache ich in einem Haus auf, das von Sklaven erbaut wurde. Und ich beobachte meine Töchter, zwei wunderschöne, intelligente, schwarze junge Frauen, wie sie mit ihren Hunden auf dem Rasen des Weißen Hauses spielen.) Das ist die Vision von Obamas Amerika, auf den Punkt gebracht. Es ist eine bessere Zukunft für Minderheiten.

Genau diese Botschaft wurde auf dem Parteitag wieder und wieder in den Mittelpunkt gestellt. Schwarze Opfer von Polizeigewalt sprachen vor schwarzen Witwen ermordeter schwarzer Polizisten, Homosexuelle berichteten von ihren Erfahrungen, Latinos begeisterten sich für den American Dream. Es war ein Leitmotiv, das den gesamten Parteitag hindurch wieder und wieder in den Vordergrund gestellt wurde.

Interessant war aber auch die Auswahl der Sprecher und ihre Präsentation auf der Bühne. Die Democrats bedienten sich ungeniert einer Sprache des Patriotismus und des Optimismus, die bisher eigentlich immer den Republicans vorbehalten gewesen war und beschwörten ein aufs andere Mal die wahre Größe Amerikas. Dieser Schwerpunkt auf dem Parteitag war nur möglich, weil Trump dieses Feld vollständig geräumt hat, um ein dystopisches Bild der Vereinigten Staaten zu zeichnen. Es ist sicher kein Zufall, dass Hillary Clinton in ihrer Rede davon sprach, dass Trump den „Morning in America“ in ein „Midnight in America“ verwandelt habe. Der berühmte Spot Ronald Reagans verkörperte wie kein zweiter das Gefühl, das die Republicans von sich und ihrer Politik zeichnen wollten. Die Democrats beanspruchen nun für sich, die Erben von Roosevelt UND Reagan zu sein. Dazu passen die religiösen Untertöne, die den Parteitag durchzogen (Jamelle Bouie beschrieb den Parteitag als „infused with the spirit of black church“). Trump hat auch dieses Feld geräumt, und während die Evangelikalen weiterhin jeden Kandidaten der Republicans unterstützen (mit Ausnahme relativ kleiner Abtrünniger, die aber auch nicht Clinton wählen), hat Clinton zum Stand des Parteitags bereits einen Zugewinn von über 20% bei Katholiken erzielt.

Die Democrats waren lange die Partei des „Me, too“ gewesen: Wenn die Republicans ihre Gläubigkeit und ihren Patriotismus hervorstrichen, konnten die Democrats stets nur aus der Defensive heraus erklären, ja auch gläubig und patriotisch zu sein. In Philadelphia versuchten sie nun, das Vakuum auf der Rechten selbst auszufüllen und die Deutungshoheit über diese Begriffe nach über vier Jahrzehnten wieder an sich zu reißen. Dabei ist dieser Versuch eindeutig nicht die direkte Übernahme der republikanischen Spielart: die Religiosität ist offener, weniger von calvinistischen Idealen geprägt als die der Republicans. Ihr Patriotismus beschwört die Einigkeit eines bunten Amerikas. So fanden sich wie früher aus republikanischen Parteitagen viele Soldaten und Polizisten. Doch diese Botschaften wurden immer in den Kerngedanken von Vielfalt eingebunden. Am deutlichsten wurde dies wohl in der Rede von Khizr Khan, dem Vater eines gefallenen muslimischen Soldaten, der Trump direkt als unpatriotisch angriff: „You sacrificed nothing and no one!“ (Sie haben nichts und niemanden geopfert) Trump, wenig überraschend, griff Khan für seinen muslimischen Glauben an und erklärte, seine harte Arbeit als CEO sei durchaus mit dem Opfer von Khans Tod vergleichbar. Die Tiefen von Trumps moralischem Abgrund sind immer aufs Neue überraschend. Auch die „großen“ Namen unter den Sprechern – Barack Obama, Bill Clinton, Joe Biden, Elizabeth Warren – unterstützten diese Botschaft. Sie zeichneten ein optimistisches Bild der Zukunft, von einem bunten und einigen Amerika, das zusammenhält, und betonten die mannigfaltigen Schwächen Trumps.

Es dürfte kaum überraschen, dass der Parteitag der Democrats eine deutlich diszipliniertere Geschichte war als das Chaos bei den Republicans, und dass er in der Lage war, ein deutliches Narrativ zu zeichnen, für was die Democrats stehen. Und das ist eben deutlich mehr als nur ein „wählt nicht Trump“, und das wird sich in den kommenden drei Monaten noch mehrmals zeigen. Die Republicans haben letztlich nur das Argument für sich, dass Trump einer der ihren ist. Marco Rubio begründete seine Unterstützung Trumps erst jüngst wieder damit, dass man keinesfalls die Nominierung eines Supreme Court Richters aus der Hand geben dürfe. Als Begründung, einen Präsidenten zu wählen, ist das aber eigentlich eine Bankrotterklärung. Die Umfragewerte Clintons stiegen nach dem Parteitag denn auch; sie liegt nun zwischen sechs und zehn Prozent vor Trump.

Das branding der Democrats aus dem Parteitag aber ist auch jenseits der direkten Konsequenzen für die Wahl interessant. Ich habe bereits oben ausgeführt, dass die Democrats damit das Odium des „Me, too“ abschütteln. Es ist aber wichtig, dass sie nicht einfach versuchen, das bisherige branding der Republicans für sich zu kooptieren. Stattdessen stellen sie es in den Kontext ihres eigenen Selbstverständnisses; sie reklamieren den Mantel der Mehrheitsgesellschaft für sich, die für über 40 Jahre von den Republicans beansprucht wurde. It’s morning again in America.

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  • Ralf 31. Juli 2016, 20:55

    Hmmm … also Deine Beschreibung der republikanischen und demokratischen Parteitage orientiert sich doch recht stark entlang Deiner eigenen politischen Vorstellungen und nur bedingt entlang der Realitaet …

    Da in Hillary bei den Democrats das Establishment selbst die Kandidatin stellte, war kaum ein ähnliches Chaos zu erwarten wie in Cleveland.

    Ich kann nicht erkennen, in welcher Form der RNC-Parteitag „chaotischer“ war als der DNC-Parteitag. Bei den Republikanern ist in erster Linie die Fuehrung des Establishments zerrissen. Die regulaeren Waehler, die weit ueberwiegende Mehrheit an Abgeordneten, die Delegierten stehen in ganz normalem Umfang hinter Donald Trump. Siehe z.B. hier:

    http://fivethirtyeight.com/features/gop-voters-are-rallying-behind-trump-as-if-he-were-any-other-candidate/

    Bei den Demokraten ist es andersum. Das Establishment ist einig wie nie. Die Parteibasis, die regulaeren Waehler und die Delegierten hingegen waren beim DNC voellig zerrissen (und nicht nur beim DNC sollte man hinzufuegen). Die Proteste waehrend des demokratischen Parteitags waren deutlich heftiger als beim „chaotischen“ RNC:

    http://fivethirtyeight.com/features/so-far-protest-crowds-at-the-democratic-convention-are-dwarfing-those-in-cleveland/

    Schlechte Stimmung und offener Widerspruch waren beim DNC sehr viel klarer. Beim RNC scheiterte ein relativ klaeglicher Versuch der NeverTrump-Anhaenger, die sich dann anschliessend fuer den Rest der Veranstaltung mehr oder minder still zurueckzogen. Als einziger Skandal darf Ted Cruz‘ Trotzrede gewertet werden. Allerdings zeigte die Tatsache, dass Cruz mit einem bahnbrechenden Laerm regelrecht von der Buehne gebuht wurde, wer beim RNC die Hosen anhatte. Der Parteitag war auch professionell organisiert. Die Tatsache, dass grosse Teile des Establishments nicht dabei waren, macht den Kongress nicht zu einem „chaotischen“ Kongress. Im Gegenteil. Durch deren Abwesenheit (und damit die Abwesenheit von Kritik an Trump) wirkte das ganze wesentlich geschlossener. Dazu kam, dass selbst einige derjenigen, die nicht zum RNC kamen, Trump trotzdem ihr Endorsement gaben (McCain oder Rubio zum Beispiel) und in manchen Faellen wandten sich diese Politiker dann wenigstens mit einem aufgezeichneten Statement an die Delegierten.

    Bei den Demokraten war die Lage voellig anders. So wie Du das beschreibst, gab es praktisch nur am ersten Tag Proteste der Sanders-Anhaenger. Und so wie Du das oben schreibst, klingt es, als seien primaer schwarze Redner von der Buehne gebuht worden. Beides ist voellig falsch. Der Protest des NeverClinton-Fluegels, insbesondere aus der Delegation von Kalifornien, zog sich durch den gesamten Kongress hindurch und konzentrierte sich nicht auf den ersten Tag. Man konnte die Buhrufe selbst bei Hillarys Rede beim grossen Finale hoeren. Ganz besonders heftig waren die Buh-Rufe zum Beispiel bei Leon Panettas Rede (ich glaube, das war ebenfalls der letzte Tag). Siehe z.B. hier:

    https://www.rt.com/usa/353672-panetta-speech-interrupted-chants/

    Buhrufe waren grundsaetzlich am lautesten bei militaerischen und oekonomischen Themen. Am zweiten Tag nach der offiziellen Nominierung kam es zu einer Sitzblockade durch die Sanders Anhaenger. Aber diese Proteste richteten sich gegen das demokratische Establishment, gegen die Politik des demokratischen Establishments und gegen Hillary persoenlich. Mit Sicherheit richteten sich die Proteste nicht gegen schwarze Redner im besonderen.

    • Stefan Sasse 31. Juli 2016, 21:17

      Du hast völlig Recht dass „chaotisch“ das falsche Wort ist.

      Ich meine auch nicht, dass die BoB-Leute sich spezifisch gegen schwarze Redner richteten, sondern dass es bei denen am auffälligsten „negativ“ war.

      Stimme auch zu, dass die Basis bei den Dems tatsächlich zerstrittener ist; gleichzeitig ist sie aber auch inklusiver und enthält beim DNC 2016 auch viele Nicht-Democrats.

      • chriwi 3. August 2016, 05:28

        Ich habe irgendwie den Verweis auf die E Mail Veröffentlichung der Demokratischen Führung vermisst. War das nicht ein Grund für die lauten Protestrufen?

        • Stefan Sasse 3. August 2016, 18:59

          Nicht der Grund, nein. Sie haben sie zusätzlich befeuert und mehr Munition gegeben. Der Protest war so oder so da.

  • Hias 2. August 2016, 22:50

    Wie schätzt Du die Sache mit Trumps Angriff auf Khizr Khan ein? Eigentlich müsste ihn dies doch massiv Sympathien kosten, einen Vater eines im Krieg gefallenen Soldaten so anzufahren.

    • Ralf 3. August 2016, 01:57

      Ich bin zwar nicht gefragt worden, antworte aber trotzdem mal. Ich bezweifele stark, dass dieser Skandal langfristige Folgen haben wird. Man hatte ja Ende letzten Jahres auch schon spekuliert, dass Trump die Aeusserung John McCain sei kein Kriegsheld das Genick brechen wuerde. John McCain ist ein Senator der Republikaner und Vietnamveteran, der in Kriegsgefangenschaft gefoltert worden war und sich trotzdem weigerte vorzeitig aus der Gefangenschaft entlassen zu werden, solange seine Kameraden niedrigeren Ranges noch eingesperrt waren. Aber die Waehler haben sich nicht weiter drum gekuemmert. Die Waehler blieben auch still, als Trump den ehemaligen Praesidenten George W. Bush angriff. Das mag die Leser in Deutschland wenig wundern, da Bush hierzulande ja ohnehin nie beliebt war. Aber in grossen Teilen des republikanischen Elektorats wurde er nach wie vor verehrt und es war folglich erstaunlich zu sehen, dass sich die republikanischen Waehler kaum am Sturz des „Bush-Denkmals“ stoerten. Und man dachte auch, es sei aus fuer Trump, als er sich als erster Praesidentschaftskandidat seit Jahrzehnten weigerte seine Steuererklaerungen der letzten Jahre offenzulegen. Oder als er erklaerte, ein mexikanisch-staemmiger Richter waere aufgrund seiner Herkunft unfaehig ein faires Urteil zu faellen. Oder als er verkuendete die Grenzen fuer Muslime komplett zu schliessen. Und und und.

      Was wir daraus schlussfolgern koennen, ist dass Trump, was seine Aussagen angeht, voellige Narrenfreiheit besitzt. Die die in seinem Lager sind, kann nichts mehr verschrecken. Gleich was er sagt oder was er tut. Am Ende wird dieses Lager wohl zu klein sein, um die Praesidentschaftswahl zu gewinnen. Aber Sympathien verliert Trump bei seinen Unterstuetzern – wohl so um die 85% der Republikaner – durch rein garnichts.

      • Kning 3. August 2016, 11:28

        Der Angriff gegen Khizr Khan könnte aber am Ende selbst für „The Donald“ der berühmte Tropfen, der dass Fass zum Überlauben bringt, gewesen sein.
        Auch aus der politischen Rechten bekommt er Kritik und selbst aus seinem innersten Zirkel gab es entprechende Warnungen und Kritik (vgl. http://www.nytimes.com/2016/08/03/us/politics/donald-trump-gop.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&clickSource=story-heading&module=first-column-region&region=top-news&WT.nav=top-news&_r=0
        Vielleicht war der Angriff auf die Khans da Anfang vom Ende des Wahlkampfes von Donald Trump.

        • Stefan Sasse 3. August 2016, 19:03

          Wie ich schon auf Twitter gesagt habe: Trump ist gegenüber diesen Sachen so lange unverwundbar, bis er es plötzlich nicht mehr ist. Vielleicht widersetzt er sich bis November den Gesetzen der politischen Gravitation. Vielleicht auch nicht. Im letzteren Falle wird er sehr schnell und hart fallen. Das voraussagen zu wollen ist allerdings aussichtslos.

          • Ralf 4. August 2016, 01:53

            Ich glaube ein „harter Absturz“ ist nicht Trumps Problem. Seine Fans haben sich bisher als voellig resistent erwiesen, was die zahlreichen Skandale angeht. Trumps wirkliches Problem ist, dass er keine Independents oder moderate Republikaner HINZUGEWINNT, solange er fast taeglich mit neuen Ungeheuerlichkeiten in den Nachrichten ist. Trump MUSS aber hinzugewinnen, denn er ist der Underdog in diesem Wettbewerb. Bis auf einen einzigen Tag in diesem Jahr lag er z.B. beim Polls-Only-Modell von FiveThirtyEight hinter Clinton zurueck (beim realistischeren Polls-Plus-Modell lag er sogar immer und zwar deutlich zurueck). Das heisst der „Default“ ist, dass Clinton die Wahl gewinnt, ES SEI DENN Trump kann mehr Waehler aktivieren oder Waehler von Clinton abziehen. Beides ist extrem unwahrscheinlich solange er sich auf Twitter zum Affen macht, waehrend Hillary zunehmend mit der Gravitas einer Praesidentin rueberkommt. Es hilft auch nicht, wenn Trump durch neue, voellig unnoetig vom Zaun gebrochene innerparteiliche Konflikte mit John McCain, Paul Ryan oder Kelly Ayotte moderate Republikaner weiter verschreckt. FiveThirtyEight hatte von Anfang an, noch waehrend der Primeries, auf Trumps „low ceiling“ hingewiesen, also die Gefahr, dass es moeglicherweise zu wenig ausreichend radikale Waehlergruppen gibt und so sein Potential, selbst im Best Case Szenario, bei unter 50% liegt. In den Primaries ist er damit durchgekommen, wohl auch wegen der enormen Zahl an Kandidaten. Wenn man gegen sechs Gegner antritt, kann man auch noch mit 35% moeglicherweise die Wahl gewinnen. Im One-On-One gegen Clinton und bei einem insgesamt wesentlich weniger radikalen Gesamtelektorat, wird jetzt aber wohl die „low ceiling“ Trumps Genick brechen. Und mit seinen gegenwaertigen Aeusserungen igelt er sich noch mehr unter dieser Ceiling ein, anstatt zu versuchen sie zu durchbrechen.

            • Stefan Sasse 4. August 2016, 11:38

              Stimme dir völlig zu.

            • Floor Acita 4. August 2016, 12:12

              Ich bin im Prinzip nicht völlig anderer Meinung, dennoch kam Nate Silver vor den primaries zur Einschätzung Trump könne nicht gewinnen und auch Bernie gab er je nach Zeitpunkt nur eine Chance Vermont vlt New Hampshire zu holen. Ich sage dass nicht, weil ich irgendwetwas gegen Nate oder seine Modelle prinzipiell habe oder gar von bias im engeren Sinn rede. Aber viele Leute unterschätze immer wieder wie stark Ideologie in die Interpretation von Zahlen und Fakten einwirkt und in einem Jahr in dem vieles nicht stimmt, was lange Zeit als unumstößlich galt, ist gerade das plus-Modell (das bisheriges und wahrscheinlicheres Verhalten stärker berücksichtigt) anfälliger denn je (was sich ja auch in der demokratischen Vorwahl in Michigan gezeigt hat). Nur 1 Ausrutscher möchte man sagen – solange dieser Ausrutscher sich nicht gerade für den 4. November wiederholt… Letztendlich habe ich keine Ahnung wie viele unwahrscheinliche Wähler Trump tatsächlich aktivieren/organisieren kann. Auch nicht wie Leute im „anti-Establishment“ Jahr letztendlich auf Clinton reagieren. Wenn ich von „klassichen“ Modellen ausgehe, stimme ich Deiner Analyse zu – es ist aber noch zu früh um tatsächlich definitiv den Daumen über diese klassischen Modelle für das Wahljahr 2016 zu heben oder zu senken…

              • Ralf 4. August 2016, 13:30

                Nate Silver hatte genau zu dem Thema auf FiveThirtyEight einen Post geschrieben. Seine Begruendung, weshalb Trump in den Primaries unterschaetzt worden war, war nicht, dass die Modelle falsch waren, sondern dass er sich dazu hat verleiten lassen den Modellen nicht zu glauben, weil es politisch-historisch einfach unmoeglich schien, dass ein Kandidat wie Trump gewinnen koennte. Die rohen Zahlen hatten eigentlich immer fuer Trump gesprochen. Trump war seit, ich glaube, Ende Januar durchgehend bestplatziert in allen Umfragen und hat diese Fuehrung nie abgegeben.

                Was die General Election angeht, ist es nun andersrum. Trump liegt praktisch permanent zurueck.

                • Floor Acita 4. August 2016, 14:10

                  Stimmt! 🙂
                  Bin also verhalten optimistisch,
                  trotzdem sehe ich unwahrscheinliche Wähler und Drittpartei-Wähler (Johnson wird definitiv auf allen Stimmzetteln stehen, Stein wahrscheinlich auch, zumindest in den meisten Staaten) als historisch ungewöhnlich hohen Unsicherheitsfaktor.

  • sol1 3. August 2016, 09:48

    Wie wichtig die emotionale Mobilisierung mit positiven Werten für die Democrats ist, wird hier anhand des Brexit-Referendums aufgezeigt:

    https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/aug/01/hillary-clinton-remain-leave-vote-donald-trump-populism

    • Stefan Sasse 3. August 2016, 19:04

      Genau deswegen finde ich den DNC so wichtig und bin vorsichtig optimistisch, dass Hillarys convention bounce dauerhaft sein wird.

  • Floor Acita 4. August 2016, 11:34

    Ich finde auch, dass sich der Parteitag angenehm von dem Repuplikaner abgehoben hat. Humanizing Clinton war denke ich zu einem gewissen Teil erfolgreich. Gerade Bill Clintons Rede, aber auch die vielen Leute für die sie sich im Laufe ihres Lebens persönlich eingesetzt hat. Ich bin verhalten optimistisch was die Zukunft angeht. Ich hoffe, dass die Democrats den Anspruch erheben für die Mehrheitsgesellschaft zu sprechen und sehe zumindest hoffnungsvolle Ansätze. Bei aller konkreten Kritik oder auch Meinungsunterschieden zwischen den beiden Lagern, sehe ich gerade diesen Anspruch , bzw nicht-Anspruch („verstecken“) als eine der wesentlichen Grundlagen für die Spaltung (das Wort Spaltung kann genau wie das Wort „rigged“ viele Dinge meinen und vor allem verschiedene Eskalationsstufen annehmen – hier sehe ich es nicht als absolut oder gar organisatorisch, sondern bewegen uns mehr am unteren Ende). Zum Beispiel wurde lange Obama nicht dafür kritisiert, dass er Guantanamo nicht tatsächlich geschlossen hat, auch nicht unbedingt, dass er zu wenig real versucht hat, sehr wohl aber dafür, dass er nicht offensiv und öffentlich die Republikaner für ihre Schritte kritisiert die sein vom Wähler 2-fach erteiltes Mandat dazu unterlaufen. Dass er wirkt als würde er sich für die kleinsten, sinnvollsten Maßnahmen halb entschuldigen, dass er es einfach stehen lässt wenn seine angeblichen exzessiven executive orders kritisiert werden, wenn selbst Hillary selbst dafür kritisiert wird die Republikaner als ihre „Feinde“ bezeichnet zu haben, während Obama die geringste Anzahl an executive orders aller Präsidenten erlassen hat und Bush die meisten, während Hillarys Gegner sie als Mörderin bezeichnen, sie einsperren oder gar erschiessen wollen, während die Republikaner davon reden die Wüste in Syrien zum glühen zu bringen, Familienmitglieder von Terroristen zu töten oder zu foltern „selbst wenns nicht funktioniert“. Dafür werden sie weder kritisiert, noch werden sie gefragt wie sie das ganze finanzoieren wollen, welche konkreten Gesetze oder auch Abteilungen sie dafür nutzen/einsetzen wollen etc. Demokraten jeglicher couleur haben sich jahrelang gefallen lassen, dass jegliche Gedanken an höhere Steuern als „Bestrafung“ von Reichen bezeichnet werden, während die Kürzung von Sozialabgaben niemals als „Bestrafung“ von Armen bezeichnet wird. Es wurde einfach akzeptiert, dass die Republikaner die Verfechter des small government sind und vernünftig mit Geld umgehen können, obwohl die Fakten sagen, dass die Staatsausgaben jedesmal unter Republikanern steigen, während sie unter Demokraten fallen. Auch wird das Einregieren in Themen wie Abtreibung und Heirat nie als big government bezeichnet. Es sind diese und andere Fragen welche die Grundlage bilden für die Unzufriedenheit im linken Lager, vor allem bei Leuten die einfach nicht im Kalten Krieg aufgewachsen sind und deshalb btw auch nicht verstehen, was es bedeuten soll sie würden Worte wie Sozialismus, Revolution etc „nicht richtig verstehen“, anstatt anzunehmen, dass sie nunmal eine andere Definition haben (nichts ungewöhnliches sprachethymologisch). Sie konnten nicht verstehen, dass ihnen und Bernie gar nicht mehr zugehört wurde, nachdem diese Worte und andere „Reizthemen/Signalworte“ genannt wurden und ihre Kontrahenten auf Kurzschlüsse zurückgefallen sind, die aus der Färbung dieser Begriffe während des Kalten Krieg (von ALLEN Seiten und aus allen möglichen Intentionen heraus) herrühren. Wie gesagt, in dieser Zeit sind Millenials halt einfach NICHT aufgewachsen. Ich hoffe also, dass alles was ich gesehen habe und alle von dir aufgezeigten Anzeichen, ob es jetzt scheinbar nach links (college tuition, campaign finance, health care) oder „rechts“ (Religiösität, Aussenpolitik, fiskale Vernunft) geht, dazu führen dieses neue Selbstbewusstsein ond offensives Auftreten zu entwickeln. Das ist der überwiegend optimistische Teil dieser convention. Auch sehe ich einzelne Aspekte zu einer neuen, tiefgreifenderen Einheit…

    Das bringt mich allerdings dann doch auch zu Kritik. Als caveat will ich voransetzen, dass das Ganze ein Prozess ist und ich verstehe, dass die conventions in der Tradition der letzten 45 Jahre eher risige Werbeveranstaltungen sind als Parteitage im eigentlichen Sinne. That said… Auch ich habe Kritik an dem Auftreten einiger Sanders supporter, vor allem wenn es um Sprechchöre geht, ABER echte Einheit kann nicht von oben konformistisch erzwungen werden. Auch muss beachtet werden, dass knapp 2000 Leute von ca. 4700 eben nicht mit der Mehrheit übereinstimmen, unabhängig davon wie ich die EINZELNEN Fragen sehe. Hier will ich nämlich erneut eine Kritik an mangelnden Nuancen und vor allem Pluralismus anmerken. Wo ist das Problem, wenn z.B. anti-TPP Schilder gezeigt werden (beide Kandidaten mit signifikanter Delegiertenunterstützung haben diese Forderung)? Muss ich das Verlassen des Saals nach Clintons formeller Wahl als „Protest“ oder „Besetzung des Medienzelts“ bezeichnen, wenn Delegierte mit anderer Meing einfach nur für 2h Intzerviews gegeben haben? Die Livecams zeigten ca. 100 Leute, umringt von ca. 150 Journalisten und dazwischen ca. 200 Polizisten die aber auch einfach nur rumstanden – falls das ein Protest war, war es der friedlichste und gerade am wenigsten irgendeinen Ablauf unterbrechenden den ich in meinem Leben jemals gesehen habe. Muss ich jede Meinungsverschiedenheit als floor fight und devisiveness bezeichnen, anstatt als lebendige/leidenschaftliche Diskussion verschiedener Standpunkte? Muss ich wirklich alle möglichen Schilder einsammeln, nur um sie dann und anere wieder auszugeben, so dass während Obama’s Rede NUR Obama-Schilder, während Michelles Rede NUR Michelle Schilder und während Bernies Rede NUR Bernie Schilder zu sehen sind? Das ist eher erheiternd und völlig unnötig autoritär. Ich finde die Demokraten sollten sich mehr als bunte, vielfältige Partei verkaufen, in der natürlich nicht alle 1er Meinung sind, die aber von der Vielfalt ihrer Persönlichkeiten und Inhalte und dem offenen, unverkrampften Umgang damit lebt. Auch kann Hillary einfach behaupten „No more war? – That’s right, that’s what we are fighting for!“ anstatt den Ruf ausgerechnet mit USA zu übertönen – was Assoziationen mit den Republikanern weckt die Schilder „No Racism! No War!“ mit amerikanischen Flaggen überdeckt haben. Natürlich ist beides technisch kein freedom of speech issue, da Parteien private Organisationen sind, but come on… Anstatt Delegiertenschulungen zB in Washington state ausfallen zu lassen, hätte man Delegiertentreffen und -austausch eher befördern sollen. Auch ist es wichtig für die Clinton Anhänger den Bernie Leuten zu zu zuhören und mit ihnen über politics zu diskutieren. Nach dem Motto “ ich höre dich, es ist nicht einfach in DC – lass uns mal zusammen setzen und vlt finden wir realistische Wege/Strategien auf diese Dinge hinzuabeiten“. Auch sollte jetzt hölle aufgepasst werden, welche Narrative im Raum herumschwirren, die man selbst verbreitet hat, die im Vorwahlkampf von der jeweiligen Position aus Sinn gemacht haben, aber jetzt völlig kontraproduktiv werden. Und mein belibtes go-to Beispiel ist immer „BernieBros“. 2/3 der Millenial-Frauen gaben Bernie den Vorzug vor Hillary, ebenso eine knappe Mehrheit von Millenial African-Americans, Latinos, Asians. Laut Umfragen ist dieser Vorspürung bei general election voters die nicht in der Vorwahl gewählt haben (z.B. Independents etc) noch höher (70% z.B. für junge Schwarze). Es wäre schon ironisch wenn im Zuge des Färbens eines unliebsamen Rivalen als „sexisisch/rassitisch“ jetzt massenhaft junge Frauen und junge Minderheiten vor den Kopf gestossen würden (ihr seht Bernie supporter nur, wenn sie weiss und männlich sind – ich werde hingegen ignoriert, weil ich schwarz oder eine Frau bin) und so die notwendige Einheit im eigenen Lager unterlaufen würde. Das bedeutet natürlich nicht mit Kritik an Schwächen von Bernies Kampagne, gerade im Bereich Rassismus/Verhältnis zur black community, zurückzuhalten. Aber wird das als absolut und feindselig aufgeworfen oder als Frage von „wie können wir uns einander besser verstehen und zuhören und unsere Ziele gemeinsam erreichen). Lange Rede kurzer Sinn, man kann sich immer auch jahrelang darüber streiten, welchen Einfluss oder nicht-Einfluss jemand hatte, wie nervig jemand ist, wer, welche Fehler gemacht hat etc. Aber am Ende des Tages dürfte es für einen Clinton supporter auch nur kurzfristig befridigend sein nach einem Trump Wahlsieg sagen zu können „I told you“. Das macht jeder zwar immer noch mit Nader oder Dean Anhängern, aber trotzdem war Bush Präsident und hat den Irak-Krieg gestartet… Ich sah ein Interview mit einer Hillary supporterin die zB überrascht war, dass 2 männliche, weisse Bernie supporter neben ihr ganz gerührt waren während Michelle Obamas Rede. Die Tatsache, dass sie ernsthaft davon überrascht war, dass Leute die den Anspruch haben links vom mainstream zu stehen von dem von Dir zitierten Satz gerührt sind (wer war das denn nicht?) sollte etliche Alarmglocken schrillen lassen. Sie konkret hatte jetzt die Möglichkeit Bernie-Leute persönlich kennen zu lernen und ich habe durchaus Stimmen von konstruktiven Gesprächen z.B. bei 1-2 Bierchen an der Bar gehört. Aber wie viele weibliche Clinton Anhänger gibt es jetzt im ganzen Land, die letztendlich eine ganze Generation von Leuzten nur als hässliche, nervige, rassistische und sexistische weisse, priviligierte Vorstadtknaben wahrnimmt? Ich selbst habe gesagt ich glaube daran, dass die meisten Bernie Anhänger rumkommen. Die realistischeren Umfragen zeigen im Moment noch einen ca. 10% gap zwischen notwendig (laut DNC UND Mook) und ist – vor dem Parteitag waren es noch 30%! Allerdings wäre diese Bewegung schneller, SICHERER und vollständiger, nachhaltiger zu erreichen, wenn man diese aktive Zusammenarbeit betreibt anstatt Leuten einfach nur zu sagen „fall in line!“ (wenn man Verständnis zB für Tim Kaine und andere hat, die in konservative Wahlkreise müssen, sollte man auch ein wenig Verständnis zB für einen Delegierten aus Utah, Alaska, New Hampshire etc. haben, der 70-80% seiner Wähler erklären muss, was er eigentlich in Philly gemacht hat. Schließlich war es ja nicht so als wäre Hillary nicht auf dem Wahlzettel gestanden). Falls das Neue tatsächlich das neue Normal werden sollte und der Spitzenreiter der primary in Zukunft immer „nur“ ~55% bekommen sollte, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ein einzelner Rivale wie in diesem Jahr mit dem Anspruch in Verhandlungen geht „Hey, wären wir in Europa und würden die Wahl gewinnen, wären wir in einer Koalitionsregierung und würden nur ca. 1-2% von einander liegen. Ich bin also der Meinung, dass wir uns darauf verständigen sollten eine Art internen Koalitionsvertrag zu machen. Im Falle eines Wahlsieges würde ich gerne unsere inhaltlichen Positionen im nahe dem Verhältnis 54/46 in der Mitte unserer beiden Postionen sehen, ausserdem wären 2-3 vlt auch 4 Benennungen meinerseits für Department leader, Mitarbeiter, Kommisionsleiter etc. ganz nett – vlt auch VP und state-department“. Wir leben in spannenden Zeiten und eine ganze Menge vorher scheinbar festgezurrter „Tatsachen“ und „Wahrheiten“ brechen auf. Wir werden sehen wo das alles hinführt. Wir werden darüber streiten, auch was richtig ist und welchen großen oder auch geringen Einfluss jetzt tatsächlich die eine oder andere Gruppe, Demonstration, Kampagne hatte oder hat. Aber alle Seiten sollten sich auf die Schulter klopfen und sich gratulieren, dass man die lange Periode gesellschaftlicher Dominanz der GOP und ihrer Ideologie anscheinend überlebt hat und gerade im Begriff ist zu brechen. Ich bin zuversichtlich für die Zukunft und auch mehr und mehr für den Wahlkampf, aber gewonnen ist die Wahl noch nicht – und mit ihr steht und fällt eine ganze Menge…

    • Stefan Sasse 4. August 2016, 12:19

      Ich stimme die überwiegend zu. Vielleicht als Ergänzung: Obamas Zurückhaltung, so frustrierend sie sein mag, legte die Grundlage für den Triumph dieses DNC. Acht Jahre republikanischer Selbstzerstörung und konstanter Versuche, ihnen die Hand zu reichen, ermöglichten die „Lieblingsfeinde Republicans“ Attacke Hillarys.

  • Floor Acita 4. August 2016, 11:47

    Ein paar interessante Interviews:
    es empfiehlt sich natürlich immer (auch) den jeweils von einem selbst betrachtet anderen Standpunkt zu sehen/hören. Kleiner Tip 😉

    Clinton-Deligierte/Supporter (primary Clinton supporting host):
    https://www.youtube.com/watch?v=p-3sp3g3TYU

    Bernie-Deligierte (primary Bernie supporting host):
    https://www.youtube.com/watch?v=iBy0z6Mx6zI

    Reporter’s Roundtable (gibt einen ziemlich guten Gesamteindruck, gerade allerdings vielleicht auch für neue oder halb-wonks 🙂 über die conventions, mit Schwerpunkt DNC. Ich denke alle prinzipiell auf Clintons Seite, aber man sieht Unterschiede im Alter? Bei dem Fusion Typ bin ich mir auch nicht 100% sicher, aber ich denke, dass er Clinton unterstützt hat): https://www.youtube.com/watch?v=4QManw4MsC0

  • Ariane 7. August 2016, 00:27

    Sorry, bisschen spät mit dem Kommentar^^
    Ich muss zugeben, dass ich da schon etwas neidisch auf die Amerikaner bin (bzw auf die Demokraten). Hatten wir ja schon beim Brexit-Thema kurz angesprochen. So eine positive Gegenbotschaft fehlt mir hier in Deutschland, bzw Europa, total. Ich hab nicht alles gesehen, aber das war auf jeden Fall erbaulich da zuzuhören, weil ich dieses ganze Weltuntergangsgerede nicht mehr hören kann. Und – auch wenn Dubio vermutlich gleich wieder auf meinem idealistischem Herz herumtrampelt^^ – ich glaube auch daran, dass es einen Durst nach solchen positiven Botschaften gibt und dass das mehr zieht als Panikmache vor Trump. Vielleicht ist Amerika da empfänglicher für bzw auch mutiger darin, positive Botschaften mit Pathos auszusprechen, aber ich bin überzeugt, dass man damit mehr Wähler aktiviert als wenn man versucht, Trumps Rumgeflenne noch zu überbieten.
    Für diesen Wahlkampf ist das natürlich noch relativ einfach, weil Trump viele Felder kampflos aufgegeben hat und seine Masche auch nur funktioniert, wenn er eben die totale Dystopie zeichnet. Deswegen bin ich nicht so sicher, ob das neue Branding wirklich dauerhaft sein wird. Bei Obama hat man ja schon gesehen, dass es schnell Enttäuschungen gibt, wenn Visionen auf die Realität treffen. Und außerdem kann natürlich niemand sagen, wie es mit den Republikanern nach einer verlorenen Wahl weitergeht. Wenn sie ihren „Stammplatz“ bei diesen Themen zurückholen wollen, sieht es vielleicht schon wieder anders aus.

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