Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.
Fundstücke
1) Polen
Ich habe in letzter Zeit einige Nachrichten zu Polen gelesen, und weil ich ein gewisses Interesse an diesem wichtigen Nachbarland habe, will ich hier einiges kommentieren.
Der demographische Wandel und die gesellschaftliche Modernisierung haben auch Polen im Griff, egal was die Konservativen dort sagen. Die Zahl der klassischen Familien nimmt ab, die Zahl der Singlehaushalte zu, und die Gesellschaft wird älter. Zwar ist Polen noch ein wenig hinter dem Trend der westlichen Staaten, aber das gilt ja auch für Lebensstandard und Wachstum. Bei beiden legt Polen seit mittlerweile stabil Jahrzehnten eine bemerkenswerte Aufholjagd hin. Inzwischen hat man das Level des UK beinahe überschritten (was allerdings vermutlich eher gegen das UK spricht) und nähert sich immer weiter den westlichen Nachbarn an. Eine sehr gute Nachricht!
Weniger gute Nachrichten kommen im Verhältnis zur Ukraine. „Das Bandera-Problem der Ukraine“, wie die Welt das so schön nennt, vergiftet die Beziehung zwischen den Nachbarn, die eigentlich jedes Interesse haben müssten, zusammenzuarbeiten. Eine Art Ironie an der Stelle ist, dass dieses Bandera-Problem schon seit Jahren von den Linken vor allem im BSW-Umfeld angebracht wird, allerdings natürlich als Grund, die Ukraine nicht zu unterstützen. Dass es die Welt jetzt entdeckt, wo eher konservative polnische Elemente damit ein Problem haben, zeigt mal wieder schön die ideologischen Scheuklappen, die wir alle aufhaben.
Konflikte gibt es auch mit anderen europäischen Ländern. So etwa fuhren polnische Offizielle einen rhetorischen Angriff auf das UK wegen dessen geringer Verteidigungsausgaben. Auch spannend, wie sich die Frames ändern können. Ausgerechnet dem UK einen zu großzügigen Sozialstaat zu unterstellen, ist auch eine Kuriosität dieser Debatte. Dass die Polen massiv in Rüstung investieren – rund 4% des BIP! – und das erklärte Ziel der größten Landstreitmacht Europas haben, neuerdings in Konkurrenz zu Deutschland, das dieses ausgerechnet für 2039 ausgegeben hat (was sich das Verteidigungsministerium dabei gedacht hat, werde ich nie verstehen), birgt für die Zukunft reichlich Konfliktstoff.
Die PiS indessen betreibt fossile Identitätspolitik. Auch Polen wendet sich rapide den Erneuerbaren zu; die alte Kohlen-Romantik hat einen Platz nur noch als Legende. Die Partei ist rückwärtsgewandt, sowohl bei ihrem Familienbild (siehe erstes Fundstück) als auch wirtschaftspolitisch.
2) Normen und Regeln
Dass Deutschland ein Land zahlreicher Regeln ist, ist wahrlich keine Neuigkeit. Gleichzeitig werden diese Regeln oft nicht eingehalten. Hasnain Kazim schreibt in einer Spiegelkolumne von einer „Doppelmoral„, die hier herrsche. Ich kann mich seiner Schlussfolgerung nur anschließen: wir brauchen weniger verbindliche Regeln und dafür stärkere Normen, die diese durchsetzen. Nur, wenn das Einhalten von Normen in der Gesellschaft als Handlungsmaxime akzeptiert ist und das durch sozialen Druck auch durchgesetzt wird, haben diese Regeln eine Chance. Sonst schreibt die Bürokratie an der Lebensrealität vorbei und sorgt nur in den seltenen Fällen für Unmut, in denen dann zufällig irgendjemand für etwas erwischt und bestraft wird, das eigentlich alle machen.
3) NIUS
Stefan Niggemeier fragt, ob NIUS nur ein Scheinriese ist. Genau wie er finde ich das überraschend schwierig zu beantworten. Das rechtsradikale Schmierblatt macht wirtschaftlich massive Verluste, aber Niggemeier verweist zurecht darauf, dass das keine so relevante Kategorie ist, wie man vielleicht annehmen könnte – schließlich hat die Welt auch jahrzehntelang Verluste eingefahren, aber Springer hat sie sich eben geleistet. Und superreiche Rechtsradikale wie Frank Gotthardt können die Verluste von NIUS im zweistelligen Millionenbereich auf der linken Arschbacke absitzen (aber niemals und keinesfalls eine noch so bescheidene Vermögenssteuer, stets wichtig zu unterscheiden!). Ich denke, NIUS besitzt tatsächlich einen größeren Einfluss, als seine Abonnementzahlen vermuten lassen, weil es das Denken und Handeln des rechten CDU-Flügels maßgeblich beeinflusst, die Welt immer weiter nach Rechts drängt und ohnehin als eine Art Hauspostille der AfD gelten kann. Ignore it at your peril.
4) Donald Trump
Ebenfalls von Stefan Niggemeier gibt es einen längeren Aufsatz über Männlichkeitsvorstellungen und das Verhältnis zur Homosexualität in MAGA. Er ist in seiner Ganzheit spannend zu lesen, aber in aller Kürze: Homosexualität ist in der MAGA-Welt inzwischen kein Problem mehr, wenn es denn die richtige Homosexualität ist. Die Betroffenen müssen dem Idealbild kerniger Männer entsprechen, das Brokeback-Mountain-Modell, sozusagen. Denn Männlichkeitsvorstellungen sind in der MAGA-Welt von großer Bedeutung und werden rigoros durchgesetzt, genauso wie Weiblichkeitsvorstellungen (siehe dazu den MAGA-Look).
Auch wenn es mittlerweile durch schiere Ermüdung kaum mehr auffällt, so ist es doch relevant zu betonen, was für ein Phänomen sui generis Trump und seine Regierung sind: Sie produzieren wirklich „A Watergate Every Week„, und niemand zieht auch nur noch eine Augenbraue hoch. Offener, ja gefeierter Insiderhandel, offene, ja gefeierte Korruption, offene, ja gefeierte Rechtsbrüche – die Trumpregierung zerstört den liberalen Rechtsstaat, eine Bereicherung der Trumpfamilie und ihrer Cronies nach der anderen. Nie zuvor gab es eine dermaßen kriminelle Regierung, und man nimmt es nicht einmal mehr zur Kenntnis.
5) Meinungsfreiheitsdebatte
Die Meinungsfreiheitsdebatte hat ihren Zenit inzwischen weitgehend überschritten und ist als Modeerscheinung abgelöst werden. Kein Wunder werden die Takes in ihrer Zentrale immer schriller, wie es beim politischen Stühlerücken immer der Fall ist. Ich will dafür nur kurz den Teaser von „Der stille Tod der Meinungsfreiheit“ zitieren: „Großbritannien leidet unter einem drastischen Verlust der Meinungsfreiheit – still, aber spürbar. In Redaktionen, in Universitäten, in Kneipen wird man inzwischen leiser, wenn das Gespräch auf Migration kommt.“ Wie man ernsthaft das Gefühl haben kann, dass ausgerechnet über Migration nicht kritisch gesprochen werden könnte, wo ausschließlich kritisch und in Begriffen von Abschiebungen, Verschärfungen etc. gesprochen wird – seriously, seit Jahren hat niemand mehr außerhalb linksradikaler Zirkel eine Steigerung der Migration, offene Grenzen etc. gefordert – ist mir völlig unbegreiflich. Wie verstrahlt muss die eigene Wahrnehmung sein, um das so zu fühlen?
6) Reformdiskurs
Zuletzt eine Sammlung von Fundstücken zum Reformdiskurs. Warum es eine „erstaunliche Merz-Bas-Allianz“ geben soll, ist mir unklar. Weniger wegen der Allianz als warum das erstaunlich sein sollte. Eigentlich ist es der schwarz-rote Normalfall, dass hier zusammengearbeitet wird, und es hat ja wohl niemand außerhalb der rechten Blase ernsthaft annehmen können, dass die SPD sich widersetzen würde.
A propos rechte Blase: dort regiert wieder der Doomerismus. Unter der apokalyptischen Überschrift „Diese Steuerreform droht maximalen Schaden anzurichten“ wird das Bild der aus Deutschland fliehenden Leistungsträger*innen an die Wand gemalt, das ziemlich sicher völlig übertrieben ist.
Die Mainstreammedien sind sich ziemlich einig, dass das Reformprogramm in die richtige Richtung geht; der Konsens in dieser Frage erinnert an die 2000er Jahre. Hier scheint auch eine Art Herdentrieb und Selbstbeschwörung stattzufinden. Man nehme als Beispiel diesen Spiegel-Artikel: „Dieses Reformpaket könnte Deutschland endlich aus der Krise führen„. Der Spin der Welt betont natürlich die Rolle des Staates, geht aber in dieselbe Richtung („Endlich weniger Staat„), und ich könnte dutzende weitere Beispiele aufführen.
Was leider ebenfalls eine Konstante ist, ist die Spahn’sche Arroganz (als pars pro toto, es gibt genug solcher Äußerungen auch von Merz und anderen). Diese Abgehobenheit kommt die CDU teuer zu stehen. Dort scheint niemand zu sehen, dass die niedrigen Umfragewerte möglicherweise auch von der permanenten Wählendenbeschimpfung herrühren könnten. Nur wütend machen indessen die markigen Worte der Kapitäne der Industrie 2.0. Diese Nieten in Nadelstreifen haben die deutsche Wirtschaft maßgeblich mit an die Wand gefahren, aber wagen es, ständig große Töne zu spucken. Die sollten wahrlich mal vor ihrer eigenen Tür kehren. Beschimpfungen in die Richtung wären mindestens genauso angebracht wie der Generalverdacht gegenüber kranken Arbeitnehmenden, aber da hört man von Jens Spahn nichts dazu, und von Merz genauso wenig.
Völlig aus dem Kasten der wirren Takes zum Reformpaket ist „Damit wird die Regierung die AfD nicht halbieren“, natürlich auch aus der Welt. Wie Klaus Seipp fragt man sich, wie man darüber überrascht sein kann. Wenn dieses Reformpaket die AfD nicht stärkt (und die LINKE), wäre das ein halbes Wunder. Wie man ernsthaft auf die Idee kommen kann, dass man mit Rentenkürzungen, zusätzlichen Belastungen, Leistungskürzungen im Gesundheitswesen und Steuererhöhungen Wählende überzeugen sollte, bleibt ein Geheimnis einer völlig abgehobenen Blase. Es mag sein, dass diese Reformen notwendig sind. Populär sind sie sicherlich nicht. Es braucht schon viel Selbstsuggestion, um zu einer anderen Wahrnehmung zu kommen. Das zeigt doch auch schon die Rhetorik: wozu ständig von Schmerzen, enger zu schnallenden Gürteln und Opfern sprechen, wenn alle der Überzeugung wären, dass das, was die Regierung da gerade macht, die großartigste Geschichte seit geschnitten Brot ist? Der SPD war 2005 wenigstens klar, dass sie sich damit keine Freunde machen.
Resterampe
a) Die ZEIT hat einen längeren Aufsatz zum antisemitischen Hufeisen. Wenig hinzuzufügen. Wie Homosexuelle im Westen Pro-Hamas-Propaganda verbreiten können, ist mir eh total unklar.
b) Ebenfalls in der ZEIT gibt es eine Reportage über wegen des demografischen Wandels leerstehende Wohnungen in Japan. Die Vorhersage ist, dass das auch auf uns zukommt. Ich halte es für grundsätzlich überraschend, dass nicht auch darüber nachgedacht wird, diese sterbenden Dörfer einfach zu räumen und der Natur zurückzugeben.
c) Thema Steuerhinterziehung. Indessen wird bei den Ärmsten gekürzt. Politisch ist das verständlich: die haben, anders als Wohlhabende, keine Lobby.
d) Es ist sicherlich kein Zufall, dass Amthor und Spahn, mit die korruptesten CDU-Politiker, das Informationsfreiheitsgesetz abschaffen wollen. Siehe dazu auch hier. Und hier.
e) Schutzschirm für die Autobauer. Wahnsinn.
f) Doomer-, nicht Boomerproblem.
g) Das Masturbationsverhalten der Bürger geht den Staat nichts an. Ich stimme dem Artikel völlig zu, aber die ersten Sätze sind merkwürdig: „Knapp 200 Absätze zur Frage, ob Pädophile mit kindlichen Sexpuppen masturbieren dürfen, hat das Bundesverfassungsgericht am Donnerstag veröffentlicht. Wer will das schon lesen?“ Diese Verachtung gegenüber rechtsstaatlichen Prozeduren ist angesichts der Argumentation des Artikels ein merkwürdiges Artefakt. Die Delegitimierung der Institutionen wird diese wegdriftenden Bürgerlichen noch richtig in den Po beißen.
h) Analyse der Wahlen beim AfD-Parteitag.
i) Wissenschaftler*innen wenden sich gegen die AfD.
j) There’s Nothing Democratic About These Socialists.
k) Schöne Übersicht elektoraler Trends für die LINKE. Nichts Neues, aber bemerkenswert, dass das alles Kannibalisieren im eigenen Lager ist.
l) Interessanter Kulturvergleich zwischen Europa und USA.
Fertiggestellt am 08.07.2026



zu 7) Diese Reformen sind nicht notwendig, auch wenn das alles mantra-artig behaupten. Durch Sparen ist noch nie ein Wirtschaftsaufschwung in Gang gesetzt worden, im Gegenteil: Sparen ist das exakte Gegenteil von Wirtschaftsaufschwung. Denn wie soll ein Wirtschaftsaufschwung entstehen, wenn weniger (!) Geld ausgegeben wird? Diese so einfache wie offensichtlich Tatsache verstehen 95 % der Bevölkerung und 99 % der Politiker und deren wirtschaftspolitische Berater nicht.
Notwendige dagegen sind sowohl eine Vermögenssteuer- als auch eine Erbschaftssteuerreform. Aber das wird in Deutschland wohl niemals mehr passieren und auch deswegen werden wir bald von einer rechtsextremen Partei mitregiert.
PS: Das «Wir-haben-die-Reichensteuer-erhöht» von Lars Klingbeil ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, der Mann ist der finale Totengräber der deutschen Sozialdemokratie. Jens Spahn hat sich über ihn lustig gemacht hat („Dass jemand, der 600.000 Euro verdient, künftig 1000 Euro mehr zahlt- das kann ich vor Gott und meiner Partei vertreten»), merkt der wahrscheinlich nicht mal.
zu e)
Klassisches too-big-to-fail-Problem. Klar, de facto werden hier mal wieder Kosten sozialisiert und Gewinne privatisiert, aber es ist deutlich zu spät, diese Diskussion zu führen. IMHO bleibt nicht viel übrig, als in die deutsche Autoindustrie (mitsamt Zuliefererkette — Bosch, ZF und wie sie alle heißen) Geld reinzupumpen, unter der Maßgabe, dass sie halt wieder wettbewerbsfähiger werden. Dass die Wirtschaft auf die Politik zeigt und umgekehrt, ist ohnehin so.
Hierzu kann ich zum einen ein Interview zwischen Ronzheimer und Philipp Raasch („Autopreneur“) als Allgemeinüberblick empfehlen, und dann war es meine ich noch speziell die Folge „Der CARIAD Insider Report (und was wir daraus lernen sollten)“.
Gleichwohl möchte ich daraus keinen Doomerismus machen. Wohl aber würde ich die These aufwerfen, dass sich die Konzernstruktur — inkl. Betriebsrat — z.B. keinen Gefallen damit getan hat, wie Cariad aufgebaut wurde: viel zu starr und konzernhaft.
Was Deutschland und seine Automobilindustrie betrifft, standen riesige Geldsummen für Reinvestitionen zur Verfügung, da es jahrelang Rekordprofite gab. Doch anstatt diese Profite in dringend benötigte Neuinvestitionen zu stecken, wurden sie in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet. Als die chinesische Elektroauto-Lawine bereits über sie hereinzubrechen begann, schütteten die drei großen deutschen Autobauer laut EY allein im Jahr 2023 Dividenden in Höhe von 31 Milliarden Euro aus. Wie Tordoir und Setser es in «China shock 2.0 – The cost of Germany’s complacency» (https://www.cer.eu/sites/default/files/pb_BS_ST_china_shock_2.0_18.5.26.pdf) formulieren: Selbstzufriedenheit ist die Hauptsünde der europäischen und insbesondere der deutschen Industriepolitik.
Die Frage ist: was schließt man daraus? Allein mit Schuldzuweisungen kommen wir nicht weiter.
Die Investitionsquote der deutschen Automobilindustrie liegt zwischen 11 und 12 Prozent, die Gewinnquote bei 4,2 Prozent (bezogen auf den Umsatz). Die Behauptung, Gewinne würden statt in Investitionen zu fließen ausgeschüttet werden, ist hochgradiger Quatsch.
@ Stefan Pietsch
Die Investitionsquote der deutschen Automobilindustrie liegt zwischen 11 und 12 Prozent, die Gewinnquote bei 4,2 Prozent (bezogen auf den Umsatz). Die Behauptung, Gewinne würden statt in Investitionen zu fließen ausgeschüttet werden, ist hochgradiger Quatsch.
Zustimmung!
Tja ich weiß nicht, es ist halt eine lose-lose-Situation.
Hab heute morgen die neuen Pläne von VW gelesen (nicht durchgegangen allerdings) – aber die Automobilindustrie hat in Deutschland einen besonderen Stellenwert, weil soviele Jobs dranhängen.
Der VW-Vorstand will gerne die jetzige noch laufende Regelung widerrufen, sämtliche Standorte in Deutschland schließen bis auf Wolfsburg und das VW-Gesetz auch noch aushebeln.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-benoetigt-eine-radikalkur-doch-die-chancen-darauf-stehen-so-schlecht-wie-nie-a-203bd4e9-c24d-4c7c-9bb2-2d51c62b41ff
Stefan S. hatte in seinem Podcast zu China auch schon erwähnt, dass diese deutschen Firmen eben keine deutschen Firmen mehr sind, sondern hauptsächlich normale internationale Firmen.
Es gibt halt keine gute Lösung, ich weiß nicht mal, ob der Abwehrkampf noch lohnt. Dieses Privileg der deutschen Automobilbranche hängt an den Jobs. Wenn es die nicht mehr gibt, macht das Privileg keinen Sinn mehr.
Was nützt es, wenn VW wieder Gewinn macht und hier profitieren aber keine Arbeitnehmer davon, weil es keine mehr gibt? Wäre ja sinniger, das Geld direkt in die Transformation zu packen und vllt ne andere Branche zu suchen, die noch aktiv Arbeitsplätze aufbaut. In Niedersachsen. So Windkrams vielleicht.
Wird nicht passieren, man wird den Abwehrkampf bis zum bitteren Ende führen, was für die jetzt bei VW (und Zulieferern) vermutlich auch ok ist.
Aber da spielt mehr Nostalgie rein imo als Faktenorientiertheit.
3) NIUS
Ich denke, NIUS besitzt tatsächlich einen größeren Einfluss, als seine Abonnementzahlen vermuten lassen, weil es das Denken und Handeln des rechten CDU-Flügels maßgeblich beeinflusst, die Welt immer weiter nach Rechts drängt und ohnehin als eine Art Hauspostille der AfD gelten kann.
Das besitzt keine Logik. Ein Medium, das keine Reichweite besitzt, kann keinen besonderen politischen Einfluss haben. Wahlen werden ja immer noch nach Anzahl der Stimmen entschieden. Die WELT wird nicht deswegen gelesen, weil dort besonders viele Linksliberale schreiben.
Das Redaktionswerk Deutschland (RND) gilt als viertgrößte Verlagsgesellschaft. Hinter RND steht die Madsack-Gruppe und wer ist mit über 25 Prozent Hauptgesellschafter? Die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, mithin die SPD. Da leistet man sich teure Journalistinnen, die letztlich mit Steuergeld Journalismus im Sinne der SPD betreiben. Die SPD ist die einzige Partei in Deutschland, die über ein Mediennetzwerk Einfluss auf die öffentliche Meinung nimmt.
> Ein Medium, das keine Reichweite besitzt, kann keinen besonderen politischen Einfluss haben.
Klar kann es das.
* Ein Medium kann in der generellen Bevölkerung recht wenig Verbreitung haben, in der Berliner Journalismus-Politik-Bubble hingegen viel.
* Ein Medium kann in der generellen Bevölkerung recht wenig Verbreitung haben, in einer konkreten Partei (oder in mehreren Parteien einer Ideologie) hingegen viel.
>Das Redaktionswerk Deutschland (RND) gilt als viertgrößte Verlagsgesellschaft. Hinter RND steht die Madsack-Gruppe und wer ist mit über 25 Prozent Hauptgesellschafter? Die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, mithin die SPD. Da leistet man sich teure Journalistinnen, die letztlich mit Steuergeld Journalismus im Sinne der SPD betreiben. Die SPD ist die einzige Partei in Deutschland, die über ein Mediennetzwerk Einfluss auf die öffentliche Meinung nimmt.
Ist es der Sinn dieses Absatzes, Ihre eigene These „Das besitzt keine Logik“ zu widerlegen?
Man kann sich nicht über einzelne Investoren echauffieren, sie würden Medienmacht ausüben und ignorieren, dass in Deutschland eine Partei, die Teil der Exekutive wie Legislative ist, mit der sogenannten Vierten Gewalt sich praktisch selbst kontrolliert.
Fragen Sie mal Ralf. Was die Berliner Journalismus-Bubble fabriziert, interessiert außerhalb der Hauptstadt wenig. Deswegen sind die ja immer so erstaunt über die Wahlergebnisse. Und es steht zu beweisen, dass NIUS in einer konkreten Partei nicht nur gelesen wird, sondern Einfluss auf politische Entscheidungen hat.
„Und es steht zu beweisen, dass NIUS in einer konkreten Partei nicht nur gelesen wird, sondern Einfluss auf politische Entscheidungen hat.“
Siehe hier:
https://polisphere.eu/aktuelles/analyse-zur-kampagne-gegen-frauke-brosius-gersdorf
Bleibt Blödsinn. Dazu habe ich vor einem Jahr genug geschrieben. Ich hatte nicht von NIUS erfahren, dass Frauke Brosius-Gersdorf nominiert werden sollte. Ich bin Abtreibungsgegner und ich kannte die Juristen auch. Deswegen war das für mich vom ersten Moment ein No-Go.
Robin Alexander hat in seinem Podcast aufgezeichnet, wie die Meinungsbildung in der CDU lief. Die gleichen Leute, die Merz Anfang 2025 in die Parade gefahren waren, als er Anfang 2025 eine Abstimmung verlor, weil er mit der AfD abgestimmt hätte, sorgten auch für die Blockade von Brosius-Gersdorf.
Nehmen Sie sich einfach mal die CDU-Abgeordneten. Sind ja im Netz verfügbar. Aus christlichen Motiven eine Abstimmung mit der AfD blockieren aber dann die christliche Motivation vergessen, wenn man eine Abtreibungsfreundin wählen soll – das geht?
4) Donald Trump
Die Grünen reden gerade über das, was Männlichkeit darf („Pumpen mit lackierten Nägeln“) und Stefan kommt mit MAGA.
Offener, ja gefeierter Insiderhandel, offene, ja gefeierte Korruption, offene, ja gefeierte Rechtsbrüche
Wo wird das gefeiert??? Und natürlich wird das nicht nur zur Kenntnis genommen.
„Wo wird das gefeiert???“
Heute in der WELT z. B.:
https://www.welt.de/debatte/article6a4e56ca0f71e0f715c39ab9/fussball-weltmeisterschaft-dieser-infantino-ist-klasse.html
1. Hat mit Stefans Kommentar nichts zu tun.
2. Das ist ein Kommentar von Peter Gauweiler. Falls Sie nicht wissen, wer das ist, können Sie das hier nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gauweiler
Zu l)
Bin absolut nicht überzeugt. Mag sein, dass US-Amerikaner tendentiell weniger bereit sind, sich mit den Wechselfällen des Lebens abzufinden, aber ist das ein kategorialer Unterschied? Die höhere Klagebereitschaft in manchen Fällen lässt sich auch leicht anders erklären: Das amerikanische Rechtssystem erlaubt es Rechtsanwälten, damit zu werben, sie setzten hohe Schadenersatzsummen durch, von denen diese Rechtsanwälte dann 50% oder mehr kassieren, während die initiale Klage die Kläger nichts, zero, nada kostet.
Bei solchen generalisierenden „Kulturvergleichs-„Artikeln werde ich jedenfalls regelmässig extrem skeptisch – da werden aus anekdotischer Beobachtung resultierende Schlussfolgerungen zu kategorialen Unterschieden hochgejazzt, die wahrscheinlich nicht existieren
Gruss,
Thorsten Haupts.
6) Reformdiskurs
Das ist alles Propaganda. Die Senkung des verfassungsrechtlich Zwingenden (Erhöhung des Grundfreibetrages) und des gesetzlich Vorgeschriebenen (Anpassung des Steuertarifs gemäß Inflation) wird als „Reform“ gefeiert und der Finanzminister melkt dazu noch Spitzenverdiener. Da lachen ja die Hühner.
Nur wütend machen indessen die markigen Worte der Kapitäne der Industrie 2.0. Diese Nieten in Nadelstreifen haben die deutsche Wirtschaft maßgeblich mit an die Wand gefahren, aber wagen es, ständig große Töne zu spucken.
Ach, nicht ein überbordender Sozialstaat, Steuern und Abgaben auf Rekordniveau, Irrsinnsbürokratie und eine fehlgeleitete Industriepolitik haben das Land an die Wand gefahren? Ausländische Investoren machen seit Jahren einen großen Bogen um das Land, während bestens ausgebildete Deutsche Adios sagen. Aber daran sind natürlich die Manager schuld.
Wie immer lügt da einer, dass sich die Balken biegen:
Die Lobbyverbände der Unternehmen haben einen Mythos erfolgreich etabliert: nämlich, dass Unternehmen hierzulande im internationalen Vergleich viel zu hohe Steuern zahlen würden. Das mache den deutschen Standort unattraktiv und belaste die Wettbewerbsfähigkeit. In fast jeder Talkshow der letzten Jahre wurde dieses Argument platziert.
Wie häufig lohnt ein Blick auf die Zahlen. Zwar ist die nominale Steuerlast für Unternehmen Deutschland mit knapp 30 % recht hoch im internationalen Vergleich. Doch es kommt nicht auf die nominalen Sätze an, sondern auf das, was Firmen wirklich zahlen. Und hier relativiert sich das Bild. Die effektive Belastung in Deutschland liegt laut den neusten OECD-Zahlen von 2023 bei 26,6 % und ist seit 2017 (28,3 Prozent) sogar leicht gesunken.
Setzt man die Steuerlast ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, liegt Deutschland mit 2,4 % im OECD-Vergleich sogar am unteren Ende. Von den größeren Industrieländern liegen nur die USA mit zwei % darunter. Der OECD-Durchschnitt beträgt 3,9 %, Frankreich liegt knapp unter drei %, die Niederlande, Korea und Japan sogar deutlich über vier %.
Dass Sie keine Ahnung von Wirtschaft noch Statistik haben, ist hier ebenso bekannt als dass Ihnen jegliches gute Benehmen fehlt.
Seit zwanzig Jahren erkläre ich linken Dumpfbacken, wie die Auswertung der OECD entsteht als auch was die Besonderheit ist. Aber wie das mit Dumpfbacken so ist…
Die OECD misst und vergleicht die Belastung von Kapitalgesellschaften mit Gewinnsteuern. Bekanntermaßen liegt Deutschland da mit rund 30 Prozent aus Körperschaftsteuer, Gewerbeertragsteuer und Solidaritätszuschlag (ja, bei uns müssen auch Aktiengesellschaften solidarisch sein) im internationalen Spitzenbereich.
Nun ist es so, dass Kapitalgesellschaften ihre Gewinne oft an die Anteilseigner ausschütten. Für wen sollte man ja auch sonst arbeiten? Hier kommt die (in vielen Fällen) sogenannte Abgeltungssteuer zum Ansatz. Auch hier liegt Deutschland im obersten Bereich.
Setzt man die Steuerlast ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, liegt Deutschland mit 2,4 % im OECD-Vergleich sogar am unteren Ende.
Das ist die Dummheit, die Linke immer aus ideologischen, bildungstechnischen, intellektuellen wie Rückständigkeit begehen. Unternehmerische Aktivität ist seit den Zeiten der Vereenigde Oostindische Compagnie in der Form beschränkter Kapitalgesellschaften organisiert. In Deutschland ist das nicht so. Hier findet über 90 Prozent der unternehmerischen Leistung in Personengesellschaften statt und die unterliegen nicht der Körperschaftsteuer, sondern der Einkommensteuer und werden dort mit Steuern für Arbeitnehmer vermischt.
Wenn Sie die Steuerlast also aus „Steuereinnahmen Unternehmen / BIP“ errechnen und im Zähler die Einkommensteuer aus Gewerbebetrieb nicht mitzählen, ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland trotz spitzenmäßig hoher Steuersätze als Steuerparadies erscheint.
Ich erwarte nicht, dass Sie das begreifen, behalten noch umsetzen können. Das wäre einfach zu viel verlangt angesichts Ihrer intellektuellen Verfasstheit.
Wie immer auch Lügen über den Sozialstaat:
Es ist gelogen, dass die Sozialausgaben stark gestiegen, geschweigen denn explodiert sind. Die Sozialquote liegt seit Jahrzehnten relativ stabil bei rund 30 % des BIP. Eine Analyse es Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zeigt zudem: Beim Anstieg der realen Sozialausgaben zwischen 2002 und 2022 landet Deutschland unter 27 OECD-Staaten auf dem drittletzten Platz – mit einem Zuwachs von lediglich 26 %. Die USA kamen im selben Zeitraum auf 83 %(!), Großbritannien auf 59 %. Gesteigert hat sich also weniger das Ausgabenniveau als die politische Energie, die in dessen Bekämpfung investiert wird.
In den USA, wo die private Krankenversicherung dominant ist, zeigt sich zudem, wie die allgemeine Wahrnehmung eines »schlanken Sozialstaats« durch die aggregierten Zahlen verzerrt werden kann. Die öffentlichen Sozialausgaben liegen dort mit rund 18 % des BIP weit unter dem deutschen Wert von 26,7 %. Rechnet man jedoch öffentliche, staatlich vorgeschriebene und freiwillige Sozialausgaben zusammen – wofür der Großteil auf die privaten Krankenversicherungsbeiträge entfällt, die in den USA weitgehend verpflichtend sind –, dreht sich das Bild: Die USA kommen auf eine Gesamtquote von 30,7 %, Deutschland auf 30,4 %.
Dazu hatte ich Ihnen schon mal geschrieben, aber lesen ist ja nicht so Ihre Sache:
Ich habe Ihnen mal die OECD Daten 2022 der Sozialausgaben sortiert. Da liegt Deutschland mit knapp 28 Prozent (nicht, wie Sie behaupten 27 Prozent – offensichtlich sind Sie kein Originalquellenleser) auf Platz 6:
France 31,4
Austria 30,0
Finland 29,6
Italy 28,2
Belgium 27,8
Germany 27,7
Spain 26,0
Denmark 25,5
Sweden 25,3
Japan 24,7
New Zealand 24,6
Greece 24,4
Portugal 24,1
Slovenia 23,9
United Kingdom 22,7
Luxembourg 22,1
Czechia 21,2
Poland 20,7
Latvia 20,5
OECD 20,5
https://data-explorer.oecd.org/vis?lc=en&df%5Bds%5D=dsDisseminateFinalDMZ&df%5Bid%5D=DSD_SOCX_AGG%40DF_PUB_PRV&df%5Bag%5D=OECD.ELS.SPD&dq=.A..PT_B1GQ.._T._T.&pd=2010%2C&to[TIME_PERIOD]=false&vw=tb
Wir liegen also über 7 Prozentpunkte oder 310 Milliarden Euro pro Jahr über OECD-Schnitt. Würden wir diese 0,3 Billionen Euro jährlich weniger für Soziales ausgeben, hätten wir keine Haushaltsprobleme. Ach so, und schauen Sie sich die Länder vor uns an: Italien, Frankreich und Belgien haben noch massivere Probleme als Deutschland. Und das will etwas heißen.
https://www.deliberationdaily.de/2025/09/merz-reformiert-mit-direktzahlungen-den-sozialstaat-auf-klassenfahrt-nach-koeln-mit-der-linken-vermischtes-09-09-2025/#comment-423935
Teile des Sozialstaats zu kappen, ist politisch schwer durchzusetzen. Macron ist in Frankreich auch daran gescheitert.
Argentinien erzeugte unter Milei plötzlich ein grosses Interesse unter Wirtschaftsliberalen. Jetzt, wo es nun interessant wurde, d.h. die massive Vernichtung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze zu sinkenden Umfragewerten führt, wendet man sich anderen Themen wie Weltraumkapitalismus zu (https://www.amazon.de/Weltraumkapitalismus-Paperback-Rainer-Zitelmann/dp/3784437591).
Es ist ein bisschen Hauptsache positives Narrativ.
Falls es für die FDP in der nächsten Wahl eng mit den 5% wird, könnte ich die eventuell sogar wählen, aber ich habe da eine grosse Distanz.
Es fängt immer schon mit der Wortwahl an. Wir reden von Sozialstaat, dabei pflegen wir einen Wohlfahrtsstaat. Der Unterschied ist nicht trivial: Während sich der Sozialstaat um die Bedürftigsten (untersten 10-15 Prozent) kümmert, lässt der Wohlfahrtsstaat die gesamte oder zumindest große Teile der Gesellschaft an den staatlichen Sozialleistungen teilhaben. Wenn Bürgern mit Einkommen im sechsstelligen Bereich Elterngeld aus Steuermitteln gezahlt wird, ist hoffentlich klar, was gemeint ist. Mit Sozialstaat hat das nicht das geringste zu tun.
Darin liegt der Grund, warum die sozialen Leistungen schwer zu kappen sind. Es sind einfach zu viele Betroffene. Auch hier hat sich die Politik selbst gefesselt. Argentinien zeigt das ja auch: Milei hat viele Beamte entlassen, die kurz zuvor von der linken Regierung eingestellt worden waren. Aus dem gleichen Grund, weshalb wir Sozialleistungen an jedermann ausschütten: Wählerkauf. Jetzt hat man nicht nur die Unzufriedenen, sondern im Falle Argentiniens auch noch hunderttausende, die sich völlig neu sortieren müssen. Kennen wir auch: Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden Millionen Ostdeutsche arbeitslos und erfuhren die zynische Seite des Staates. Das wirkt bis heute nach. In den östlichen Bundesländern wird gewählt, was den Staat nicht repräsentiert.
Das sind halt die Argumentationslinien der 80er. Das Public Choice von Buchanan -> https://en.wikipedia.org/wiki/James_M._Buchanan
Ich wies ja bezogen auf Argentinien auf etwas anderes hin: die arbeitskräfteextensiven Sektoren Rohstoffe, Landwirtschaft und Finanzen boomen, die arbeitskräfteintensive Industrie stirbt. Vielleicht ist das in einer Demokratie nicht auflösbar. Moderne Libertäre wie Hans Hermann Hoppe haben aus den weitgehend gescheiterten neoliberalen Reformprogrammen er 90er den Schluss gezogen, dass man sie durchführen kann, wenn man die Demokratie „überwunden“ hat. Da bin ich dann nicht mehr dabei.
Mir kommen die Tränen, wenn ich an die armen Opfer im Osten denken. Dabei sind sie viel schlauer als die Westdeutschen. Meine entschiedene Ablehnung gegen Putin lässt sich leicht aus meiner Sozialisierung im Westen erklären, wo ja die Nazis nach dem Krieg den Russenhass hochgehalten haben. Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=7kQqLsJz6n8 Stelle: 22:10.
Während die Ostdeutschen da viel rationaler und objektiver sind. Rationaler und objektiver als diese Armenierin: https://x.com/AnnaDeMilanese/status/2075275660738658545 und die überwiegende Mehrheit der Balten, Finnen, Polen, Rumänen und Skandinavier, also Russlands Nachbarn.
Das ist Fakt: Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat ist nicht das Gleiche.
Kindergeld finde ich deutlich sinnvoller als den schlechten Transferzahlungen nach Ost-Deutschland immer mehr Geld hinterherzuwerfen.
Die USA hat auch eine Kinderförderung über das Steuersystem und weitere Programme über das Steuersystem. In Japan und Südkorea auch, aber deutlich weniger als in Deutschland, etwa 2/5.
In Argentinien haben 7 Mio keinen Zugang mehr zu Bankkrediten, weil sie überschuldet sind. Die Privatinsolvenzen und die Informalisierung des Arbeitmarktes werden immer mehr zum Problem.
https://www.youtube.com/watch?v=36bS9Py66q8 sehr am Anfang. Programm mit einer der argentinischen Ökonomie-Professorin meines Vertrauens. Naty Motyl. Eine Libertäre, übrigens. Niemand ist perfekt.
@ DerDieDas
Wie immer auch Lügen über den Sozialstaat:
Wer solche Anschuldigungen / Beleidigungen raushaut, sollte selbst einen höheren Standard als diesen an sich anlegen:
Es ist gelogen, dass die Sozialausgaben stark gestiegen, geschweige denn explodiert sind. Die Sozialquote liegt seit Jahrzehnten relativ stabil bei rund 30 % des BIP.
„Stark gestiegene“ bedeuten „deutlich mehr Euro“. „Sozialquote“ ist aber ein Prozentwert. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Aufgrund dieser Pfostenschieberei jemanden der Lüge zu bezichtigen ist dreist und unverschämt.
Der Rest des Kommentars, in dem u.a. private Aufwendungen von US-Bürgern kurzerhand als staatliche Sozialausgaben gerechnet werden, hält stabil das niedrige Niveau.
c) Thema Steuerhinterziehung. Indessen wird bei den Ärmsten gekürzt. Politisch ist das verständlich: die haben, anders als Wohlhabende, keine Lobby.
Schon wieder so etwas zum Lachen. Von den immer wieder genannten 100 Milliarden Euro Steuerhinterziehung betreffen nach Schätzungen 80 Prozent den Bereich der Schwarzarbeit, dort, wo hauptsächlich in bar gezahlt wird. Zweidrittel beziehen sich auf kleinere Beträge. Die Putzfrau, die heute noch angemeldet arbeiten will, muss man erstmal finden. Gastronomie und andere Bereiche sind ohnehin schon eng überwacht. Das Problem ist nicht die Überwachung, es ist die Gesetzgebung.
Im Bereich der Schwarzarbeit tummeln sich viele, die parallel in der Grundsicherung leben. Sie wissen genau, wie hoch die Zuverdienstgrenzen sind und bekommen offiziell keinen Cent mehr. Die Hälfte sind Ausländer, die noch nie hier legal gearbeitet haben. Die einen kassieren doppelt, die anderen zahlen doppelt. So läuft das Spiel. Nur manchmal fällt etwas Licht auf diesen Bereich, wo sich Menschen auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. Wenn eine Sparkasse in der ärmsten Stadt des Landes ausgeraubt wird und „arme“ Leute klagen, es wäre ein Schaden von 300 Millionen Euro entstanden.
e) Schutzschirm für die Autobauer. Wahnsinn.
Was ist denn das für ein dämlicher Rand? Typisch Bluesky.
f) Also verstehe ich das richtig, diese „Doomer“ stellen eine ernste Bedrohung für unser Land dar. Es ist wichtig, dass Keulpaka mit maximal alarmistischer Wortwahl und Psychologisierung darauf hinweist. Entweder ist das eine listige (selbstreferentielle) Parodie, oder er merkt es selber nicht, wie lächerlich das ist. [KI-Textanalyse tippt auf letzteres]
Ich teile diese „Doomer“-Obesssion nicht. Aber der Autor macht einen beachtenswerten Punkt: Die Fähigkeit rechter (und linker) Demagogen, Honig aus fast nichts zu saugen, hätte mich früher laut lachend zurückgelassen. Heute muss ich feststellen, dass das Wirkung erzeugt – es gibt immer mehr Leute, die aus ankedotischem X schlussfolgern, dass wir alle (beliebiges schlimmes einsetzen) werden. Und das ist für jede Gesellschaft ein Problem, weil man das kaum sinnvoll kontern kann. Während ich wahlweise Leute, die eine Dummheit begehen, für dumm oder naiv halte, hat ein nicht unerheblicher Teil der bestaufgeklärten Menschheit aller Zeiten das Bedürfnis, Bosheit, Vorsatz und finstere Absichten anzunehmen. Und gegenüber jedem Gegenargument völlig immun zu sein. Das IST in meiner Wahrnehmung ein ernsthaftes Problem, ich habe dafür bisher keine überzeugende Lösung gesehen.
Gruss,
Thorsten Haupts
Es gibt nun einmal Berufsfelder, in denen negative Persönlichkeitsmerkmale (Machiavellismus, Narzissmus, Psychopathie) häufiger anzutreffen sind. Und es gibt Ideologien (Faschismus, Militarismus) , die systematisch Empathie ab- und Bösartigkeit antrainieren.
hat ein nicht unerheblicher Teil der bestaufgeklärten Menschheit aller Zeiten das Bedürfnis, Bosheit, Vorsatz und finstere Absichten anzunehmen
Das gibts natürlich auch, aber ich finde der hier genannte Doomerismus ist noch etwas anderes, das ist ja teils Untergangsideologie ohne dass zwingend eine Verschwörung dahinter stehen muss.
Es funktioniert ja auch auf unterschiedlichen Ebenen. Momentan ist halt Deutschland dem Untergang geweiht. Gestern war es noch der Planet wegen Klima.
Börsen-Crashpropheten waren auch mal super in (gibts die noch? gefühlt ist heute jeder doof, der nicht schon ne halbe Mio an der Börse gemacht hat).
Religiöser Weltuntergang geht auch immer, man möchte es fast altmodisch nennen, aber Thiel hält ja Vorträge zum Katechon.
Linke können das auch, aber das endet glaub ich immer mehr mit Revolution als Untergang.
Es ist halt verführerisch und genau deswegen kann man damit auch Klicks und Geld machen. Außerdem ist destruktiv immer einfacher als konstruktiv, gilt für die Analyse (eh alles hin) genauso wie für Lösungsansätze (wenn Weltuntergang droht, hilft eh nur noch Revolution, Messias, Bürgerkrieg, Massenhinrichtungen oder wasauchimmer, halt was „ganz großes“)
zu 1) gute Idee sich mit Polen zu beschäftigen. Polnisch zird auf jeden Fall die nächste Sprache, die ich lernen werde. Der Zeitpunkt liegt aber noch viele Monate in der Zukunft. Ich bin da mehr so der gründliche Typ und noch mehr Zeit für Sprachen investieren kann ich aktuell leider sowieso nicht.
Die polnische Fertilitätsrate ist deutlich niedriger als die deutsche. Langsam bekomme ich den Verdacht, dass vielleicht in ökonomisch dynamischen Ländern noch weniger Kinder geboren werden als bei uns.
Polen hat deutlich weniger Sozialstaat als wir, die Wirtschaft läuft rund und die machen sich auch weniger einen Kopf um die Umwelt. Die FDP hat aber lieber den weit entfernten Milei auf ein Podest gestellt und nicht die Polen. Auch irgendwie bezeichnend.
Nachbarländer können natürlich auch nerven, aber in dieser täglich verrückteren Welt werden sie noch wichtiger. Aber ich verstehe auch, dass es aus diesen Nachbarländern gegenüber Deutschland auch Interessenkonflikte und unterschiedliche Perspektiven geben kann. Ich bewerte das auch nicht unbedingt mit einer deutschen Brille.
Nationen-Bildung war und ist in Ost-Europa auch „dank“ der Hegmonen Russland, Preussen/Deutsches Reich und KuK gewalttätig, und zwar in der Reihenfolge absteigend. Da wurde in der Vergangenheit von den Unabhängigkeitsbewegungen schon manchmal krass agiert. Das bleibt einiges zum Abarbeiten.
Die polnische Fertilitätsrate ist deutlich niedriger als die deutsche. Langsam bekomme ich den Verdacht, dass vielleicht in ökonomisch dynamischen Ländern noch weniger Kinder geboren werden als bei uns.
ich hatte überlegt, ob es vielleicht auch ähnliche Effekte wie nach dem Ende der DDR geben könnte, die gesamte Bevölkerungsstruktur in den Ostgebieten ist brutal durcheinander geraten durch Abwanderung hauptsächlich von jungen Erwachsenen und/oder Frauen. In geringerem Maße könnte das da auch auf Polen zutreffen, hab hier einige Daten gefunden (die Zahl der Auswanderer war immer deutlich größer, erst seit 2019 gibts mehr Einwanderer, hauptsächlich durch den Ukrainekrieg):
https://www.bpb.de/themen/europa/polen/541516/die-soziodemografische-struktur-der-bevoelkerung-in-polen/
Insgesamt sehr spannend und extrem ähnlich zum Rest Europas, auch wachsende Urbanisierung etc.
e) Schutzschirm für die Autobauer. Wahnsinn
Solche Tweets und Kommentare zeigen die Ahnungslosigkeit der Deutschen in wirtschaftlichen Fragen. Der Automobilmarkt ist seit Jahren überbesetzt. Die globalen Kapazitäten werden auf 100 Millionen Produktionseinheiten geschätzt, während der Markt nur 70-80 Millionen Fahrzeuge abnimmt. Dazu drängen aus Südostasien neue Anbieter auf den Markt. Unter solchen Marktverhältnissen kommt es zu Verdrängungskämpfen und zwangsläufig zu Werkschließungen und Insolvenzen. Marktbereinigung nennen Marktwirtschaftler das. Und es sagt nichts über die Kompetenz des Managements aus.
In einem solchen Markt überleben die Profitabelsten mit einem schlüssigen Geschäftsmodell. Oder die Größten, wenn sie die Politik für ihre Zwecke einspannen können. In Europa hat die Politik alles unternommen, das Geschäftsmodell der Premiumanbieter zu zertrümmern.
Die EBITDA-Marge (Earning before Interests, Taxes and Depreciation) von Tesla beträgt 11,1%. BYD liegt bei 14,7%, Nio ist defizitär. BMW weist 14,1% aus. Das zeigt, dass man in München sein Handwerk beherrscht. VW liegt nur bei 7,5%, was den Handlungsdruck zeigt. Staat und Gewerkschaften machen es dem Management besonders schwer Kapazitäten anzupassen und Produktionen an Marktgegebenheiten anzupassen. Sie gehören nicht zu einer dynamischen Marktwirtschaft.
Zu d)
Du hatst für den Vorwurf der „Korruption“, also der persönlichen Bereicherung gegen politische Vorteilsgewährung, sicher handfeste Gerichtsurteile auf Deiner Seite? Wenn nicht, würde ich ja über meine Wortwahl nachdenken – aber das kannst Du natürlich gerne auch so halten, wie die bekanntesten Demagogen der sozialen Netzwerke …
Da verwechseln Sie die Begriffe. Was Sie beschreiben, ist der Tatbestand „Bestechung“. Korruption ist jeglicher Missbrauch einer Vertrauensstellung zum eigenen Vorteil oder dem Vorteil Dritter. Lobbyismus bei Abgeordneten gehört da hinein.
Zu 2) ist das FS g) ein instruktives Beispiel, warum „Anstandsnormen“ irreführend sind. Warum musste sich überhaupt das BVerfG mit befassen ? Weil alle paar Jahre das Thema „Kinderpornographie“ auf die Agenda gesetzt wird (*) und populistische Politiker das gerne nutzen um mit Breitband-Strafverschärfung zu punkten. Damit kommen gesellschaftlich anerkannte Normen raus, die aber juristischer Blödsinn sind – ich halte die Argumentation des Gerichts auch nicht für stichhaltig.
(*) Und das nur um Überwachungsgesetze wie die aktuelle Chatkontrolle auf antidemokratische Weise durch das EP prügeln zu können.
4) Auch ohne REP-Bashing ist die Frage interessant, wie skandalwürdig die Watergate – Affäre (Regierung lässt Oppositionspartei ausspionieren) wäre. Auch ohne den offensichtlichen Fall AfD-Beobachtung sehe ich da wenig mediales Interesse. Als vor ein paar Jahren herauskam, dass der BRD-Gründervater das in einem Maße praktiziert hat, gegen das Nixons Watergate System wie ein Junior-Detektivclub anmutet
https://www.sueddeutsche.de/politik/adenauer-watergate-spionieren-1.5563729
gab es jedenfalls keine Diskussion.
j) Gut dass sich die demokratischen Zentristen dem wahren Feind zuwenden, nämlich ihren eigenen Zugpferden. Die verdienen es echt, gegen die Republikaner zu verlieren.
l) Carmichael irrt sich. Das von ihr beschriebene Verhaltensmuster ist kein amerikanisches Idealbild, sondern Ursprung einer der meistgehassten Typfiguren: https://en.wikipedia.org/wiki/Karen_(slang)
x) (eigenes) Analyse was passiert, wenn Gier in einer Gesellschaft überhand nimmt. Diskutierenswert.
https://thegrimhistorian.substack.com/p/has-america-crossed-the-asshole-threshold?r=pt3y9&utm_id=97758_v0_s00_e0_tv4_a1dennhb6uf2c4&triedRedirect=true
zu x) “Zivilisationskollaps”
Wow! Ein wirklich guter Read! Danke fürs Teilen.
Meine Frage am Schluss ist, was genau den Mechanismus am Ende des Guilded Age ausgelöst hat? Was motivierte die Menschen zum Zusammenschluss? Was würde sie heute motivieren?
x) (eigenes) Analyse was passiert, wenn Gier in einer Gesellschaft überhand nimmt. Diskutierenswert.
Spannend, danke für den Link.
Die Zeit hatte vor einer ganzen Weile auch mal eine längere Reportage darüber, dass in den USA heute ungefähr der Level an Ungleichheit erreicht wurde wie eben um die Jahrhundertwende. (im „Westen“ waren die Entwicklungen oft ähnlich/vergleichbar – Haymarket wird zb erwähnt)
Ich bin aber skeptisch, ob das zwingend was bedeuten muss. Umbrüche entstehen ja nicht auf Faktenbasis, sondern oft auf Zufälligkeiten, die einen Nerv treffen. (passt auch zu deinem Watergate-Kommentar) und Dysfunktionalitäten können sehr sehr lange anhalten und/oder plötzlich irgendwie zusammenbrechen.
Etwas im Nachhinein zu erklären ist oft deutlich einfacher als daraus etwas für die Zukunft abzuleiten.
Ja – und vor allem läuft der Trend eigentlich in die komplett andere Richtung. Anstatt dass sich Menschen zusammenschließen, verlieren große Institutionen – Gewerkschaften, Parteien, Kirchen – zunehmend Mitglieder, der Enthusiasmus sich für Projekte jenseits des Setzen eines Likes einzubringen wird immer geringer und die Zahl der Menschen in totaler Einsamkeit steigt.
Eine Gesellschaft, die sich bottom-up in Empathie und Gemeinschaftsgefühl zusammenrauft, sehe ich zumindest eher nicht …
Tja, vielleicht bin ich zuwenig Hippie, aber ich finde die Erklärung „wir haben einfach mit Empathie und Gemeinsinn“ den turnaround geschafft, ein bisschen überoptimistisch.
Empathie und Egoismus laufen in Gesellschaften immer parallel. Es war nicht der überragende Gemeinsinn, der dafür gesorgt hat, dass das Gute siegt. Das ist ein bisschen eine Märchenerzählung und verdeckt die echten und metaphorischen Kämpfe, die auch dazugehören. Und die Zeit um die Jahrhundertwende war durchaus auch eine Zeit der Straßenschlachten und (unterschwelligen) Gewaltandrohungen.
4)
Ach ja, Schwule und Rechtsradikalismus. Warum soll das nicht passen? Weltanschaulich/ideologisch kann alles passend gemacht werden, was im Übrigen keine Spezialität von MAGA ist. Schwul + ideologischer Maskulinismus + Misogynie; leuchtet doch ein^.
Früher war das mal anders, wie so manches. Einst galt mal die Kombination schwul + links-emanzipatorisch/progressiv + Frauenbewegung, der Mann sich verbunden wähnte, als Standard, was die Feministinnen allerdings wiederum nicht unbedingt zu bejubeln pflegten; die haben schon damals bei den einschlägigen Herren den Herrenmenschen gewittert, was auch ja nie ganz falsch gedacht war^.
Gegen natürliche Regungen wie sexuelle Orientierungen kann man nichts machen, bei der ideologischen Einordnung ist indes kreatives Basteln immer möglich.
Da gibt’s europäischerseits auch hübsche Beispiele, da braucht’s gar kein MAGA^. Man kann sich z.B. mal diesen Herrn angucken (zufällig namensgleich mit dem berühmteren Autor A. C.).
https://de.wikipedia.org/wiki/Renaud_Camus
Früher (das war so Ende 70er) hat der mal solche Werke veröffentlicht:
https://ia600100.us.archive.org/view_archive.php?archive=/5/items/l_covers_0012/l_covers_0012_86.zip&file=0012861996-L.jpg
Heutzutage eher so was und Ähnliches:
https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/14322/revolte-gegen-den-grossen-austausch
begehrt in rechtsradikal-bildungsbürgerlichen Kreisen wie dem Antaios-Verlag und offenbar so erheblich, dass vergriffen.
Der Camus war mal 68er und rannte in dieser Eigenschaft als Teil der „composante homosexuelle“ auf der Straße rum. Parole: „Envoyez-vous en l’air !“ und beschrieb in einer – natürlich linken – Schwulenzeitschrift seine Freizeitbeschäftigung: „Ainsi, au carrefour de sable le plus fréquenté de la dune, entre les fourrés, nous sommes trois étrangers à nous livrer à de joyeuses enculades en petit train“.
Mt Rücksicht auf den feinen Geist hier im Forum mal nicht übersetzt^. „Interessierte“ können das selbst übersetzen.
Später dann ging dessen ideologische Reise über die sozialistische Partei, namentlich über Mitterrand bis schließlich zum alten Le Pen. Die Tochter ist ihm offenbar zu links^; er hat lieber Umgang mit dem Zemmour.
Mit dem alten Le Pen pflegte übrigens auch der schwule Skandal-Schriftsteller Roger Peyrefitte (verstorben in 2000) regen Umgang und empfahl selbigen bei Wahlen wärmstens. Der Peyrefitte wiederum stand auf Adoleszenten (gerne so ab Lebensalter 12),
https://m.media-amazon.com/images/I/512JtGkFprL._AC_UF1000,1000_QL80_.jpg
was kein Geheimnis war und offenbar auch in Le Pens Kreisen nicht sonderlich gestört hat. Nun ja, in der katholischen Tradition, namentlich in F., war man in sittlichen Angelegenheiten heimlich bzw. mindestens „privat“ schon immer eher locker, nur in der Papierform streng, anders als in rigoristisch-calvinistischen Umgebungen, also z.B. USA.
Wow, spannender Beitrag, danke.
Was ist das eigenltich mit den 68ern, die wirken oft ein bisschen als wenn sie einfach dem radikalen Zeitgeist hinterherrennen und irgendwann Bücher schreiben, warum sie jetzt nicht mehr links sind und schon drei rechte Bücher veröffentlicht haben (in Deutschland Spiegel-Bestseller).
Oder sind alle, die damals links waren, heute aber nicht rechts, längst vergessen?
h) Ich empfehle zur AfD diesen wöchentlichen Podcast:
https://www.politico.eu/podcast/inside-afd/