Antisemitische Linke verschleudern mit Trump und der CDU visionslos das Sondervermögen in der Straße von Hormuz, um Dick Pics zu kaufen – Vermischtes 24.03.2026

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.

Fundstücke

1) CDU und Grüne

In der FAZ fordert Eckart Lohse, dass sich die CDU einige unangenehme Fragen zu ihrem Verhältnis zu den Grünen stellen müsse. Anlass ist das erfolgreiche Regierung der Partei und das gute Abschneiden in Wahlen in vier Flächenländern: Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hessen hatten alle erfolgreiche schwarz-grüne Koalitionen. Er unterstellt Merz sogar, durchaus mehr Interesse an einer schwarz-grünen Zusammenarbeit zu haben, als er im Wahlkampf 2025 hat durchblicken lassen. Eine ähnliche Argumentation findet sich auch in der ZEIT. Sowohl Grüne als auch CDU sind in vielen Ländern mittlerweile eher bürgerliche Parteien (während man früher ja gerne SPD und Grüne als linke Parteien in einen Topf warf). Das Problem für die CDU – das beide Artikel nicht ansprechen – ist, dass sie sich nicht beide Seiten offenhalten kann. Das übersehen in meinen Augen auch viele andere rechtere Kommentierende, wenn sie eine „Öffnung“ der CDU zur AfD verlangen: eine für Koalitionen mit der AfD offene CDU ist nicht für Koalitionen mit den Grünen (und wesentlich schwieriger der SPD) offen. Das ist ein Dilemma. Die SPD hatte dasselbe Problem ja auch mit der LINKEn einerseits und CDU/FDP andererseits.

2) Donald Trump und die Demokratie

Weil hier ja gerne angezweifelt wird, dass Demokratie, Meinungsfreiheit und Liberalismus generell in den USA massiv gefährdet sind, einige Fundstücke dazu.

Trump hat auf Truth Social damit geprahlt, dass er die Medienlandschaft der USA im Alleingang umgestaltet hätte. Politischer Druck auf Medien, ihre Berichterstattung zu ändern und unliebsame Kommentator*innen zu entlassen, feiert er offen. Man muss sich das wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Der bestreitet das nicht mal, anders als manche Kommentatoren hier. In einem anderen Post erklärte er, dass Journalist*innen, die sich gegen den Krieg im Iran äußerten, Verräter seien und droht ihnen mit entsprechenden Prozessen. Das wäre der Bush-Regierung selbst in ihren dunkelsten Tagen nicht eingefallen. Dazu passt auch seine Bemerkung gegenüber einer Journalistin, mit ihrer kritischen Nachfrage habe sie „one strike towards treason„. Der Mann ist ein absoluter Autokrat. Auch die New York Times sieht das entsprechend. Siehe auch dieses Interview in der ZEIT zum Thema.

Wo das alles enden wird? Vielleicht ist Otmar Tibes‘ „Rückkehr der Monster“ eine erhellende Lektüre; er meint, dass wir das Ende des Nachkriegsliberalismus‘ sehen. Ich halte das eigentlich für unkontrovers; die Frage ist nur, was nachkommt. Nothing good, methinks.

3) Antisemitismus in der LINKEn

Die LINKE hat immer das Potenzial, einen mit aktivistischem Blödsinn zu enttäuschen. In diesem Fall ist es sowohl dummer als auch ekliger Blödsinn. Man sieht etwa stolze Bekennervideos der Aktivist*innen der LINKE Niedersachsen, die sich darüber freuen, eine „antizionistische“ Plattform etabliert zu haben, die explizit nicht nur die Regierung Israels kritisiere (das dürftige Feigenblatt, mit dem man das gerade noch so machen kann), sondern „Zionismus“ als Ideologie und sich mit Palästina solidarisch erklären. Dazu passt, dass Gregor Gysi Rassismus vorgeworfen wird. Mal wieder so ein „Revolution frisst ihre Kinder“-Moment. Indessen hat auch der Spiegel das Thema aufgegriffen: Die Linke: Antisemitismusproblem verschärft sich in der Partei. Die Deutung, dass dies der Partei fundamental die Anschlussfähigkeit nimmt, stimme ich grundsätzlich zu (siehe dazu auch die taz). Die schießen sich ins Aus. Auch das ist eine Brandmauer.

4) Dick pics

Christina Dongowski schreibt bei 54books eine Rezension zu einem Buch über das grassierende Phänomen der dick pics, also dass Frauen ungefragt Bilder erigierter Penisse von fremden Männern zugeschickt bekommen. Wegen meines Geschlechts bin ich bisher glücklicherweise noch nicht in den Genuss gekommen, aber ich habe erst letzthin wieder Schülerinnen darüber reden hören. Es gehört quasi einfach dazu, fact of life, dass man mit 17 oder 18 Jahren über Instagram oder Snapchat willkürlich diese Bilder bekommt. Es ist mir einfach unbegreiflich.

5) Entfernung von der Wirklichkeit

Udo Endruscheit schreibt bei HDP über die Entkernung der SPD. Dankenswerterweise kaut er nicht das Klischee wieder, dass die SPD sich von ihrer traditionellen Klientel entfernt habe und blablabla, sondern erkennt eine Rationalisierungskrise. Wahrnehmung und Realität entkoppelten sich. So werden Parteien bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, obwohl sich diese in ihrer konkreten Politik gar nicht finden. Die SPD etwa hat schon ewig keine Sozialleistungen mehr ausgegeben, aber trotzdem als Partei der Transferempfänger*innen geframet. Die Grünen machen den langweiligsten und inhaltslosesten Wahlkampf ihrer Geschichte, um ja nicht zu moralisieren, und trotzdem nimmt man sie als moralisierend wahr. Die FDP könnte sich auf den Kopf stellen und wäre Partei der sozialen Kälte. Und die AfD, wie Endruscheit richtig bemerkt, hat den Ruf, die Partei der „kleinen Leute“ zu sein, propagiert aber eine Politik für die großen Leute. Was Endruscheit eher am Rande bemerkt ist aber wichtiger Teil dieses Bildes: die AfD spricht die GEFÜHLE der „kleinen Leute“ an, und das ist das Entscheidende. Wer Gefühle anspricht, kann gewinnen. Und die SPD ist völlig emotionslos.

6) Deutschland und Iran

Lars Klingbeil und Kaja Kallas haben beide verkündet, dass er Irankrieg nicht „unser“ Krieg sei (Deutschlands bzw. Europas). Daniel-Dylan Böhmer argumentiert in der Welt, dass es sehr wohl unser Krieg sei, weil die wirtschaftlichen Auswirkungen des US-Desasters uns ja voll träfen. Mir scheint das eher Semantik, da auch Böhmer sich klar gegen eine deutsche Beteiligung ausspricht. Er findet Macrons Forderungen fruchtbarer, etwa mit dem Iran eine Durchfahrt europäisch begleiteter Schiffe zu verhandeln. Ich halte diesen Ansatz für sehr bedenkenswert. Europa sollte tatsächlich mit dem Iran verhandeln, dass seine eigenen Lieferungen (und nur die) unter europäischem Schutz die Meerenge passieren dürfen. Ich hielte es für einen riesigen Fehler, den USA zu helfen, und Europas bisherige klare Kante ist absolut korrekt. Trump hat die europäischen Verbündeten permanent vor den Kopf gestoßen, beleidigt, kleingeredet und, vor allem, zu Gegnern erklärt und attackiert. Es wäre verheerend, ihm nun aus der Patsche zu helfen. Stattdessen sollte Europa eigene Machtpolitik betreiben und Washington seine eigene Medizin zu schmecken geben. Wir können die Schwäche der USA nutzen, um eigene Vorteile herauszuschlagen. Vielleicht überlegt man es sich dann im State Department das nächste Mal zweimal, eine wichtige Allianz zu brechen. Es wäre die Sprache der Stärke, mithin die einzige, die Trump versteht.

7) Verschwendung des Sondervermögens

Es ist gloating time für die Gegner von Staatsschulden. Eine Studie des ifo-Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass bis zu 95% des Sondervermögens effektiv zur Stopfung von Haushaltslöchern genutzt wurden (die ZEIT hat eine auch grafisch schön aufbereitete Analyse). Leider bestätigt die Regierung damit alle Kritiker*innen: im regulären Haushalt wurden die Investitionen praktisch auf null heruntergefahren, stattdessen werden die Mittel des Sondervermögens nun für ohnehin geplante Dinge benutzt. Dass selbst die Regierungszahlen bestenfalls (!) eine 50%-Verwendung des Geldes für Investitionen vorsehen, ist aussagekräftig genug. Das ist auch wahrlich nicht allein der SPD anzulasten; die CDU macht das Spiel genauso mit (sogar hauptsächlich: Agrardieselrückvergütung, Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie, die Abschaffung der Flugsteuer und die Erhöhung Pendlerpauschale, nur um einige zu nennen). Zu tun gäbe es wahrlich genug.

Ob, wie im ZEIT-Artikel postuliert, zu laxe Regeln das Hauptproblem sind, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, kreative Haushälter*innen werden um jede Regel Wege finden. Ich denke, das Problem ist zweigleisig. Das eine ist politisch. Ich halte wenig von der Idee, den Haushaltsprozess zu verrechtlichen; das führt immer zu diesen Ausweichmanövern. Das muss in die politische Arena. Es braucht Konstituenten für Investitionspolitik, und an denen fehlt es. Da fast keine Partei vorbereitet war, gibt es auch keine Pläne; ohne Pläne muss das Geld zwangsläufig auf die Art verschleudert werden. Es rächt sich also auf sachlicher Ebene das lange Sträuben gegen Investitionspolitik, weil die Expertise (und Interessensgruppen) fehlen. Zum anderen fehlt es auch an politischer Kontrolle; es gibt kaum Interesse in Medien und Öffentlichkeit dafür, und auch in der Opposition nicht. Das andere Thema ist tatsächlich eines der Umsetzung: das Geld hätte wesentlich mehr in die föderalen Strukturen gemusst, am besten auf die tiefste Ebene. Hätte man es den Kommunen gegeben, hätte man zumindest mal Bausubstanz reparieren können u.Ä., weil die Kommunen gar nicht die Möglichkeiten haben, solche Herumrechnereien zu machen, wie es der Bund tut (und hätten sie sich einfach mit dem Geld entschuldet, wäre das immer noch besser gewesen als das, was wir gerade haben). Auch die Länder hätten es sinnvoller ausgeben können; Universitäten oder der Ausbau der Erneuerbaren sind hier nur zwei Themen.

Resterampe

a) Der Economist (!) beklagt das Verfestigen einer „erblichen Elite“ in China (!!) und fordert mehr Umverteilung (!!!). Nicht, dass er Unrecht hätte, aber das hatte ich nicht auf meiner Bingo-Karte. Das Sturmgeschütz des Kapitalismus fordert die Kommunisten auf, doch bitte was gegen soziale Ungleichheit zu tun und die Reichen mehr zu besteuern.

b) Eventuell ist die AfD auf den Sozialen Medien gar nicht so beliebt, sondern hat nur genügend Likes in Nigeria gekauft. Arsch auf Eimer.

c) Zur Abwechslung mal gute Nachrichten über Deutschland. Vielleicht auch wichtig angesichts der moralischen Panik zum Thema Meinungsfreiheit.

d) Why AI probably won’t take your job.

e) Plädoyer gegen „Retro-Futurismus“.

f) Wenn Arbeitgeber Wahlkampf machen. Da ist halt auch wieder mal das Problem, dass gegen solche Gesetzesverstöße kaum vorgegangen wird.

g) Kritik an der EVP-Zusammenarbeit mit der AfD. Relevant finde ich die Betonung, dass der Ausschluss solcher Zusammenarbeit der CDU hilft. Es liegt in ihrem Eigeninteresse.


Fertiggestellt am 18.03.2026

{ 161 comments… add one }
  • Lemmy Caution 24. März 2026, 08:20

    zu 2) Trump vs Liberale Grundordnung
    Der Angriff geht sicher weiter und und ich empfehle, mehr in die Tiefe zu gehen. Letztlich ist das ein Generalangriff auf alles mögliche, das in der progressiven Nachkriegszeit zu einer Art Konsens wurde, d.h. Dinge wie Anti-Rassismus, Wohlfahrtsstaat, Feminismus, ökologische Verantwortlichkeit.
    Einen einigen Block bilden die auch nicht. In letzter Zeit gibts ja vermehrt Kritik zwischen denen und von reichweitestarken „Teilzeitsympathisanten“ wie Joe Rogan oder Triggernometry.

    Welche Ideen stecken hinter der neuen Rechten?
    Es ist ein weites Feld, aber ich habe ein paar gute Quellen entdeckt. Frankreichs Akademiker und Journalisten schlagen das in der Hinsicht erschreckend provinzielle Deutschland übrigens deutlich: Der yt Kanal Blast, Arnaud Miranda, etwa. Aber meine Liebe zu den Nachfolgesprachen des Lateinischen wird hier nicht geteilt.
    In englischer Sprache sehr interessant ist der vielschreibende kanadische Politologe Quinn Slobodian, der kürzlich bei Thilo Jung zu Gast war. https://www.youtube.com/watch?v=3Mzr_g8WQmA
    Ein Interview von Ezra Klein mit Naomi Klein. Naomi Klein bringt mit ihrem neuen Buch „Doppelgänger“ eine interessante Perspektive ein. Obwohl ich es liebe ihr berühmtes „Die Schock-Strategie“ von ganzem Herzen zu hassen, hat mich das hier begeistert:
    https://www.youtube.com/watch?v=vDTWU4m2H-g

    Teilweise stiess dieser Angriff auf unsere ideologische Grundkonstitution auf Schwachpunkte des Konsenses.
    Aus meiner Sicht:
    – Wir sind überreguliert. Das ist wahr.
    – Was von Jürgen Zimmer bis zu der Vulgär-Anti-Kolonialistischen Linksjugend so zu ihrem Thema gedacht wird, macht mich wütend.
    – Deindustrialisierung ist ein drängenderes Problem als Klimawandel.

  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 08:45

    1) CDU und Grüne

    Wie sich die Zeiten ändern. Früher wurde von kleineren Parteien die Orientierung hin zu den großen Volksparteien erwartet. Heute ist es anscheinend umgekehrt. Die CDU ist noch ein Monolith der deutschen Parteienlandschaft, weil sie sich eben nicht beliebig bewegen kann. Wenn sie es tun würde, egal ob zur AfD oder zur LINKEN hin, würde das sowohl ihre Kernwählerschaft als auch ihre Mitgliederbasis sprengen.

    Die Grünen sind wieder auf dem Weg zu einer Unter-10-Prozent-Partei. Wenn es einen unattraktiveren Partner als die Sozialdemokraten gibt, dann sind des die Grünen. Sie kämpft gerade in ihrem 20-Prozent-Milieu aus Postmaterialisten und Umweltbewegten mit der LINKEN um die Vorherrschaft. Diese Milieus stehen aber den Christenparteien besonders fern. Und hier kann man die CDU noch mit Verve als Nazipartei und Friedrich Merz und Jens Spahn als Steigbügelhalter der Tief-Nazis beschimpfen.

    Wohin die Orientierung der Grünen geht, zeigte sich deutlich in Rheinland-Pfalz, dem deutschesten Bundesland in Deutschland mit seiner stärker ländlich geprägten Bevölkerung. Deutlich einstellig, weit von den früheren Hochzeiten entfernt. Es ist das Problem der Grünen, dass sie weitgehend in diesem Land nicht mehr mit der Mehrheitsgesellschaft kompatibel sind.

    • sol1 26. März 2026, 21:50

      „Die Grünen sind wieder auf dem Weg zu einer Unter-10-Prozent-Partei.“

      Da ist bei dir der Wunsch Vater des Gedankens, wo doch die Grünen nicht nur zum dritten mal in Folge in Baden-Württemberg gewonnen haben, sondern nun auch in der drittgrößten Stadt Deutschlands den OB stellen.

      „…dem deutschesten Bundesland in Deutschland…“

      Das Adjektiv „deutsch“ zu steigern spricht nicht gerade für eine gute Beherrschung der deutschen Sprache.

      • Stefan Pietsch 26. März 2026, 22:11

        Realitätsverweigerung ist ja bei Linken eingepreist:

        2025 entschieden sich 5,8 Millionen Wähler für die Grünen, 2021 waren es noch 6,8 Millionen gewesen. Der Stimmenanteil sank durch den Verlust von einer Million Wähler von 14,7 auf 11,6 Prozent. Der Verlust von weiteren 0,6 Millionen Wählern würde die Grünen sicher in den einstelligen Bereich drücken.

        In Baden-Württemberg holten die Grünen vor fünf Jahren 32 Prozent der Stimmen, das waren 1,6 Millionen Wähler. Vor Wochen waren es 2 Prozentpunkte weniger, wobei sie 0,3 Millionen weniger Erststimmen erhielten. Seit Jahren erleben die Grünen eine Serie an Stimmverlusten, egal ob Bundestagswahl, Europawahl, Landtagswahlen. Auch in Rheinland-Pfalz haben sie in den letzten fünf Jahren jeden achten Wähler verloren.

        Es ist kein Wunschdenken, Trends über einen längeren Zeitraum fortzuschreiben, vor allem, wenn keine Ereignisse oder Verhaltensänderungen erkennbar sind, die eine Trendumkehr begründen könnten.

        • sol1 27. März 2026, 07:53

          „Es ist kein Wunschdenken, Trends über einen längeren Zeitraum fortzuschreiben…“

          Wunschdenken ist es, die Bezigspunkte für diesen Trend so zu wählen, daß es zur eigenen These paßt.

          „…wenn keine Ereignisse oder Verhaltensänderungen erkennbar sind, die eine Trendumkehr begründen könnten.“

          In Baden-Württemberg etwa ist ein enorm populärer Ministerpräsident nicht mehr zur Wahl angetreten.

          • Stefan Pietsch 27. März 2026, 08:37

            Der Referenzzeitraum Rheinland-Pfalz 2021 – 2026 ist willkürlich, der Referenzzeitraum Baden-Württemberg 2021 -2026? Solch Dialektik schaffen nur Linke.

            Auch Ihnen müsste bekannt sein, dass bei Bundestagswahlen weder Ministerpräsidenten zu Wahl stehen noch nur die Ergebnisse einzelner Landesverbände zählen. Und dass Baden-Württemberg eine reine Persönlichkeitswahl war, haben wir hier ausreichend diskutiert. Wenn Sie das nicht mitbekommen haben, können Sie es ja nachlesen.

            • sol1 27. März 2026, 11:30

              „Der Referenzzeitraum Rheinland-Pfalz 2021 – 2026 ist willkürlich, der Referenzzeitraum Baden-Württemberg 2021 -2026?“

              Natürlich ist der Referenzzeitraum willkürlich – nimmt man den Referenzzeitraum 2006-2026, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

              „Solch Dialektik schaffen nur Linke.“

              Bei dieser Obsession mit den „Linken“ kann wohl nur noch ein guter Psychologe helöfen.

  • DerDieDas 24. März 2026, 08:46

    7) Die «Kritik» an der angeblichen «Verschwendung des Sondervermögens» dokumentiert nur den elenden Zustand des deutschen Wirtschaftsjournalismus. Auch hier wird leider ja völlig affirmativ diese «Kritik» als «verschleudern» von Geldern diffamiert, weil dies angeblich nicht für «Investitionen» verwendet werden.

    • Lemmy Caution 24. März 2026, 11:52

      Es ist ein Unterschied, ob Geld in Investitionen fliessen oder in Konsum.
      Verschleudern ist natürlich polemisch. Wenn ich jemanden 2k Euro schicke, weil die sonst verhungert, wird das Geld konsumptiv eingesetzt aber nicht verschleudert.
      Dafür empfehle ich ein klares Verständnis dieser Begriffe in der Ökonomie. Dafür sind die KIs da.
      Hier on top mein Verständnis [Lemmynomics]: Mit einer Investition geht die Ökonomie sozusagen in die 4. Dimension, die Zeit. Wenn man Mittel investiert, hat man irgendwann in der Zukunft mehr Zeugs zum konsumieren. Wenn man heute etwas konsumiert, hat man dieses Plus an möglichem Konsum in der Zukunft eben nicht.
      Wenn wir aber Konsum mit Vergeugung gleichsetzen, ist das halt etwas seltsam, weil wir alle Konsum zum Überleben brauchen.

  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 08:48

    ) Donald Trump und die Demokratie

    Dass Donald Trump kein Demokrat ist und die USA zu einer Autokratie umformen will, schrieb ich hier schon 2020. Wer das 2025 erstmals behaupten, da kann ich nur sagen: Guten Morgen!

    Die Frage ist nicht, was der amtierenden amerikanische Präsident will, sondern ob ein Land von der Größe der USA das von seiner Bevölkerung wie den Institutionen zulässt.

  • CitizenK 24. März 2026, 08:49

    5) Ja. Stimmt. Schröders „Hol mir mal ne Flasche Bier“ hat mehr bewirkt als der Einsatz der SPD für Mindestlohn und Mietpreisbremse.

    Aber was bedeutet das für die „Politische Bildung“ – auch in der Schule? Und überhaupt für die „deliberation“?

    Und: Stimmt er wirklich, dass nicht Programme gewählt werden, sondern Personen? BW scheint das zu bestätigen RP eher nicht. Weidel ist seit Jahren die unbeliebeste Politikerin, Pistorius der beliebteste. In den Wahlergebnissen zeigt sich das nicht.

    • Stefan Sasse 24. März 2026, 09:14

      Es ist einfach viel komplexer als solche Schlagwortsätze. Die Leute wählen ja vor allem politische Identitäten.

      • Stefan Pietsch 24. März 2026, 10:41

        Landtagswahlen sind Personality Shows unter Einfluss des Korrekturbedürfnisses zur Bundespolitik. Das ist in anderen Demokratien nicht anders. D.h. auf Landesebene spielt das Wahlprogramm nur selten eine Rolle, zumal die Bürger wissen, dass regional maßgeblich verwaltet wird.

        Pistorius/Weidel: Auch hier begreifen die Bürger die Verhältnisse. Der Verteidigungsminister ist nicht nur erkennbar einflusslos in seiner eigenen Partei, er strebt auch nicht nach mehr Einfluss. Warum sollten seine Sympathiewerte dann in irgendeiner Form auf das Konto der SPD einzahlen?

        Weidel ist interessant: Sie war mal eine der unbeliebtesten Politiker. Das ist sie längst nicht mehr, im Gegenteil. Mit der Popularität ihrer Partei stiegen auch ihre Werte. Im Umfeld von jüngeren Menschen – eine wichtige Wählergruppe der AfD – höre ich häufig, dass sie den Umgang mit der Partei im Allgemeinen und mit Weidel im Besonderen missbilligen. Journalisten von ARD und ZDF legen hauptsächlich Wert darauf, die Rechtspopulisten vorzuführen statt für den Zuschauer Informationen herauszudestillieren. Und jüngere Menschen haben einen ausgeprägteren Kompass für Fairness. Weidel profitiert nach meiner Einschätzung auch von diesem Opferbonus.

      • Dennis 24. März 2026, 13:01

        Ja, aber genau das findet dieser Herr Endruscheit doch ganz entsetzlich und begehrt dringend, dass nicht nur das sondern gleich in einem Aufwasch auch „Emotion“ und „Stimmung“ endlich verschwinden müssen. Diese fürchterlichen Defizite in uns halten sich zwar seit Jahrtausenden und verhindern, dass „falsche Wahrnehmungen“ endlich mal durch das angeblich „Rationale“ ersetzt werden, aber man kann ja dran arbeiten.

        Beanstandet wird u.a. auch ein „strikt majoritäres Demokratieverständnis“, das nur formal korrekt sei, aber „normativ unvollständig“.

        Übersetzt heißt dieses Wortgeklingel: Die Leut sind doof und müssten erstmal auch Weise und Aufgeklärte, wie z.B. Endruscheit, geschult werden. Einfach so wählen lassen ist ganz falsch, denn das ist lediglich „Wahrnehmungsdemokratie“ und es versteht sich von selbst, dass den Doofen da draußen für die richtige Wahrnehmung das – wie es heißt – „epistemische Fundament“ fehlt.

        Da hilft nur: Umschulen, umschulen, umschulen, am besten unter Aufsicht eines Wahrheitsministeriums. Wird aber nicht wirken. Das Volk, der große Lümmel, wird auch weiterhin auf Emotion und dgl. setzen. Am Ende bleibt den großen Aufklärern nur Terror. Kennt man schon.

        • CitizenK 24. März 2026, 13:21

          Auch von Dir also ein Abgesang auf die romantische Idee des autonomen Bürgers/Wählers und damit der deliberativen Demokratie? Nun, da Habermas tot ist?

          • Dennis 24. März 2026, 22:16

            Es stellt sich da u.a. die Frage: Wer hat eigentlich die Aufklärer aufgeklärt?

            Der erwähnte Großaufklärer und Säulenheilige H. der ihrerseits sich aufgeklärt dünkenden bundesrepublikanischen Intellektuellenkaste war übrigens zuletzt (2023) in Sachen Krieg gegen die Ukraine ein begeisterter Unterstützer der Kremlpropaganda; aufgeklärt, aufgeklärt. Für ihn begann der Krieg natürlich erst 2022 und nicht etwa 2014 und selbstverständlich pflegte er auch über die „Verletzung der russischen Sicherheitsinteressen durch den Westen“ zu raunen. Ansonsten: Verhandeln, verhandeln. Ein herrschaftsfreier Diskurs mit Putin leuchtet natürlich jedem Aufgeklärten unmittelbar als eine hervorragende Idee ein.

            Olaf Scholz war in dieser Sicht „sachlich umfassend informiert“ und „reflektiert“, Barbock dagegen wurde mit sexistischen Anklängen eher als dümmerliches Mädel abgekanzelt: „Spontan“, „unvermittelt“, „kurzschlüssig“. Sie gehöre zu den „Jüngeren“, die „ihre Emotionen nicht verstecken“. Eine „Ikone“ der „neuen Kriegsbegeisterung“, die Habermas aus seiner Eremitage in Starnberg entdeckt haben wollte. Selbstverständlich nicht in Russland, sondern in Deutschland.

            Eigentlich ging es dem Herrn H. nur um biedermeierliche Gemütlichkeit im Philosophenstüberl. Deliberativ ist schon deswegen einfach wunderbar, weil das kein normaler Mensch versteht.

        • Ariane 24. März 2026, 14:16

          Also der Analyse stimme ich ja zu. Politische facts spielen nur eine untergeordnete Rolle und ja diese Parteimythen sind wirkmächtig, sehr.

          Insofern sind Herr Endruscheit und die SPD ja in ihrem Frust vereint, weil sie meinen ein 300-Seiten Grundsatzprogramm wäre eine ideale Lösung und dann liest das einfach keiner!

          Ja nun. Das hat imo nicht nur den Grund, dass die Leute dumm und lesefaul sind (die mangelnde Lesbarkeit dieser Konstrukte sollte auch erwähnt werden!), sondern dass das nur ein kleiner Teil dessen ist, was dann wirklich in der Politik/Regierung passiert.

          Da geht es ja auch um Durchsetzbarkeit, Verhandlungsgeschickt, Gewichtung, ja auch Sympathie. Sonst könnten wir den Krams ja auch irgendeiner KI überlassen.

          • Dennis 24. März 2026, 21:33

            Klar doch, manfrau muss sich ja nicht schämen ein Mensch zu sein und keine „epistemisch-rationale“ Maschine.

            Ach ja, und die Parteiprogramme. Es ist IMHO nicht grundfalsch, dass das bei den Genossen beliebt ist, aber sollte halt nicht in Beschäftigungstherapie für esoterische Parteizirkel ausarten. Früher gab’s mal das Godesberger Programm, ein wirklich großer Wurf, von dem auch normal interessierte Nicht-Politjunkies mindestens mal was gehört haben, jedenfalls damals hatten. Das passte in ein lüttes (wie ihr da oben das wohl nennt^) Oktavheft, das vielfach angefragt und verschickt wurde. Hab das – etwas vergilbt – heut noch. Konzis und für jeden Halbgebildeten les- und verstehbar. Das sollte auch so sein und galt nicht als peinlich.

            Wurde damals übrigens auch aus der Verzweiflung geboren. Nach der Wahlpleite ’57 mit Adenauers absoluter Mehrheit war klar: So geht’s nicht weiter. Einer des wesentlichen Autoren war:

            https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Eichler

            Es war ja nicht so, dass der und andere philosophisch nichts drauf hatten, aber die Leut erstmal für dumm erklären war nicht der Ansatz.

            • Ariane 24. März 2026, 22:33

              Hab das – etwas vergilbt – heut noch
              Oh da bin ich ein bisschen neidisch. ich kenne das Godesberger Programm (bzw dessen Wirkung) natürlich, habe aufgrund deines Beitrags aber nochmal für einen Stilvergleich reingeluschert (wie wir hier oben sagen^^)

              Heutzutage nimmt man natürlich ein PDF und weiß dann gleich, dass es 20 Seiten sind. (ungefähr die Länge hat bei der SPD mittlerweile ja ein „kurzes“ Papier zur Kommunalwahl Rotenburg/Wümme)
              https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Grundsatzprogramme/godesberger_programm.pdf

              Ist tatsächlich gut lesbar und kommt ohne Wortgeklingel aus. Bisschen drüber, aber von Pathos und Poesie könnte sich die SPD heute echt was abschneiden. Vielleicht eine Modeerscheinung, dass man nur noch leidenschaftlicher Hater sein kann, aber leidenschaftliches „Für irgendwas“ nicht mehr konsensfähig ist.
              Und ich bin epistemisch-rational /bzw einfach masochistisch genug, dass ich gelegentlich tatsächlich in die heutigen Eloborate reinlese und das ist eher nicht zu empfehlen.
              Spaßeshalber mal verglichen: das jetzt geltende Hamburger Programm umfasst 78 PDF-Seiten in kleinerer Schriftart (aus Mitleid wird gleich eine Kurzfassung angeboten.)

              Wurde damals übrigens auch aus der Verzweiflung geboren. Nach der Wahlpleite ’57 mit Adenauers absoluter Mehrheit war klar: So geht’s nicht weiter.
              Tatsächlich war das damals eine gute Idee und heute vermutlich auch noch. Vielleicht sollte man ein gemeinsames Lesen empfehlen.

  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 08:53

    3) Antisemitismus in der LINKEn

    Lektionen über die Demokratie: Deutschland hat seit 2014 unter großem Applaus der Linken, insbesondere der Grünen, die Zusammensetzung seiner Bevölkerung beklagt. Anschließend wurde Migranten der Erhalt der Staatsbürgerschaft und damit das Wahlrecht wesentlich erleichtert. Wenn Millionen Israelhasser nach Deutschland kommen und diese in absehbarer Zeit wählen dürfen, ist es nur folgerichtig, dass sich eine Partei dem Anliegen annimmt. Naheliegenderweise ist das die LINKE.

    Daran ist wenig auszusetzen. Lediglich, dass es auf der Linken noch viele ideologisch Versprengte gibt, die eine solche Partei, die mit den Prinzipien des Landes bricht, als Koalitionspartner einer bürgerlichen Partei in Frage kommen soll.

    • sol1 26. März 2026, 22:02

      Ich verweise auf die Hockeyschlägerkurve auf S. 80:

      https://berlin-monitor.de/wp-content/uploads/2026/02/BerlinMonitor2025_Aktuell.pdf

      Antisemitismus ist in erster Linie ein Problem in der rechten Hälfte des politischen Spektrums.

      • Stefan Sasse 27. März 2026, 11:03

        Korrekt. Dazu steht nicht im Widerspruch, dass es AUCH auf der Linken vorkommt und AUCH steigt.

        • sol1 27. März 2026, 11:32

          Bei linken Splittergruppen muß man immer bedenken, daß eine straffe Organisation eine öffentliche Wahrnehmung hervorrufen kann, die in keinem Verhältnis zur zahlenmäßigen Stärke steht.

  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 09:03

    5) Entfernung von der Wirklichkeit

    Dankenswerterweise kaut er nicht das Klischee wieder, dass die SPD sich von ihrer traditionellen Klientel entfernt habe

    Wieso Klischee? Die SPD bekommt seit Jahren Wahl für Wahl schriftlich, dass sie ihre traditionelle Klientel, diejenigen, die sie erreichen will, nicht erreicht. Das ist kein Klischee, sondern die Realität.

    Die Wähler beklagen, die SPD würde sich mehr um Bürgergeldempfänger kümmern als um die hart arbeitende Mitte. Tatsächlich hat ihr Arbeitsminister Hubertus Heil mit dem Bürgergeld nicht nur ein Bedingungsloses Grundeinkommen light geformt. Es fällt der Breite der Partei auch extrem schwer, sich unter dem Druck des konservativen Koalitionspartners von diesem Irrweg zu befreien, selbst wenn ihr das ihre eigenen Wähler sagen. Genauso halten die Sozialdemokraten sklavisch an Frühverrentungsprogrammen fest und reden mehr Arbeitslosenprogrammen das Wort. Steuersenkungen sind nur mit Würgereizen in den Kanon aktuell aufgenommen worden, am besten für solche Leute, die keine oder kaum Steuern zahlen. Man will ja sicher gehen.

    Wenn so unterschiedliche Personen wie Fücks, Ricarda Lang oder Felix Banazcak ihrer Partei einen überbordenden Moralismus attestieren, könnte an dem angeblichen Vorurteil doch etwas dran sein.

    • sol1 26. März 2026, 22:04

      „Tatsächlich hat ihr Arbeitsminister Hubertus Heil mit dem Bürgergeld nicht nur ein Bedingungsloses Grundeinkommen light geformt.“

      Wie entsetzlich!

      „Künstliche Intelligenz wird den Arbeitsmarkt grundlegend verändern, sagt Karsten Wildberger. Er plädiert für das bedingungslose Grundeinkommen, um den Wandel aufzufangen.“

      https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/kuenstliche-intelligenz-karsten-wildberger-ki-arbeitsmarkt-gxe

      • Stefan Pietsch 26. März 2026, 22:12

        Die SPD hat immer etwas anderes behauptet. Möglicherweise sind ja Linke notorische Lügner?

        • sol1 27. März 2026, 07:55

          „Möglicherweise sind ja Linke notorische Lügner?“

          Fragt der notorische Lügner – ganz mein Humor…

  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 09:18

    6) Deutschland und Iran

    Der Beweis, dass man auch mit wenig Wissen meinungsstark sein kann. Ich weiß nicht, ob es wirklich beruhigt, wenn auch Lehrer in Deutschland Populismus können. Oder eher beunruhigend.

    Europa sollte tatsächlich mit dem Iran verhandeln, dass seine eigenen Lieferungen (und nur die) unter europäischem Schutz die Meerenge passieren dürfen. Ich hielte es für einen riesigen Fehler, den USA zu helfen, und Europas bisherige klare Kante ist absolut korrekt.

    Das lachen sich ja selbst die Iraner tot, wenn sie nicht von den Schergen der Republikanischen Garden erschossen werden. Europa ist kein Player, der im Nahen Osten mitreden könnte. Und wie richtig festgestellt, führt ja nicht die EU Krieg im Persischen Golf, sondern die USA und ihre Schutzverbündeten, von Saudi-Arabien bis zum Oman. Die verlassen sich lieber auf die größte Militärmacht der Welt oder in äußerster Not auf Israel, als auf die politisch und militärisch impotente EU.

    a. Die USA sind längst Energieexporteur, während die EU wegen Deutschlands massiv auf billige fossile Rohstoffe angewiesen ist.

    b. Der Krieg gegen den Iran trifft vor allem China, das einen wesentlichen Teil des sanktionierten Rohöls abnimmt.

    c. Der Rohölpreis ist einer, der in US-Dollar fakturiert wird. Folgerichtig sauste in den März-Wochen der Dollarkurs nach oben, während der Euro erheblich nachgab. Folge: Öl wird für Europäer besonders teuer, während Amerikaner immerhin einen Teil über ihre Währung ausgeglichen bekommen.

    d. Ebenfalls Hauptbetroffener sind die anderen ostasiatischen Staaten, die mit ihrer Industrieproduktion ebenfalls auf Rohöl angewiesen sind.

    e. Die Börse ist x-mal klüger als deutsche Lehrer: Die Kursabstürze laufen anders als andere Börsenentwicklungen morgens über die asiatischen Märkte, drücken die europäischen Werte bis amerikanische Anleger zum Zug kommen. Der deutsche Leitindex DAX verlor seit Ende Februar mit einem Kurssturz von 25.400 auf zeitweise gut 21.000 Punkte erheblich mehr an Wert als der US-amerikanische Technologieindex NASDAQ, der lediglich von einer Range im Bereich 25.000 Punkten auf 24.200 Punkte nachgab.

    Mit dem Ausbau der KI brauchen die USA weit mehr Energie. Aber die können sie selbst erzeugen, im Gegensatz zu Deutschland, dass sich über seine wirtschaftliche Schrumpfung freut, weil es angeblich dem Klima nutzt.

    • Stefan Sasse 24. März 2026, 14:00

      You know what, fuck yourself

      • Stefan Pietsch 24. März 2026, 14:28

        Ja, alles Fakten, die bei Dir keine Rolle spielen. Und jetzt auch noch ausdrucksstark.

        • Ariane 24. März 2026, 17:14

          Nee er hat Recht. Anknüpfend an die Diskussion neulich.
          Schreib doch deine Meinung auf, ohne Stefan zu beleidigen dabei.
          Und erzähl jetzt bitte nichts von deinem hochanständigen Diskussionsstil, das ist ne persönliche Beleidigung und die Reaktion hochverdient.

          • Stefan Pietsch 24. März 2026, 18:36

            Stefan schreibt einen Kommentar bar jeden Know-hows. Das ist die Methode, die ja nicht nur mich regelmäßig aufregt. Er bläst halt seinen persönlichen Ärger über Trump raus. Mir kommen auch einige nicht druckfähige Ausdrücke über die Lippen, wenn ich die Charts sehe. Nützt aber nix, ich muss die Dinge nehmen wie sie sind.

            Ich zumindest schreibe keine Kommentare ohne Fakten. Das sollte doch der Mindestanspruch sein. Die Ausdrucksweise – naja, das scheint ja eher eine Generationenfrage zwischen uns zu sein. Ich jedenfalls habe noch nie seit dem ich kommentiere – also seit zwanzig Jahren – im öffentlichen Raum die Ausdrucksweise „FY“ verwendet. Und sicher gab es da schon die ein oder andere Situation, wo Stefan so etwas an meiner Stelle in die Tasten gehauen hätte.

            Zu der Einordnung als Beleidigung: Als ich mal am Airport Miami in Gegenwart einer Polizistin eine Sache mit dem F-Wort garnierte, drohte sie mir mit Arrest. Also, international scheint Stefans Reaktion eindeutig als Beleidigung durchzugehen. 🙂 Sei’s drum, ich bin nicht empfindlich. Sollten andere beim Rumholzen aber auch nicht sein.

            • Ariane 24. März 2026, 19:51

              Das sollte doch der Mindestanspruch sein.
              Vielleicht fangen wir mal mit dem Mindestanspruch an, dass hier niemand persönlich beleidigt wird? Es gibt doch wahrlich genug Seiten im Internet, wo man diesen Spaß haben kann.

              Nimm das doch einfach an. Es ist nicht mal böse gemeint, sondern als Hinweis, weil ich ernsthaft nicht weiß, ob du das nicht blickst oder aus reiner Absicht beleidigend wirst.
              Und ich finde es btw schade, weil ich die letzten Tage wieder Spaß an der Seite habe – und auch versuche mir ein Beispiel an Stefans gelassener Ignoranz zu nehmen – aber machste nix, ich bin tatsächlich ein sensibles, weibliches Wesern und ich lese auch ungern Beleidigungen, die nicht an mich gehen und bin sofort im Konflikt, ob ich das Stefan als Seitenbetreiber überlasse oder dann eine schlechte „Internetfreundin“ bin, wenn ich das ständig ignoriere.

              Ist vielleicht ein wenig peinlich, aber auch für SasseStefan. Vielleicht ist es gut, wenn ich das mal aufschreibe? Für mich ist es tatsächlich ein Konflikt, den ich hier habe – bis dahin dass ich mir gelegentlich andere spleenige Hobbies suche^^ Ich würde gerne wissen, wie du es siehst oder auch andere. (ein Mensch Ariane – du bist zu sensibel für diese Seite ist auch ok :D)

              • Stefan Pietsch 24. März 2026, 20:13

                Ich führe gerade eine Strichliste. Ein Satz zieht mehr Kommentierungen nach sich als die Aufzählung von Fakten. Immerhin. 🙂 Ich hab‘ zugeschlagen, Stefan hat zurückgeschlagen. No big deal.

                Wenn Du siehst, wie Stefan und ich uns jeden Tag, übrigens auch heute, unter anderen Threads austauschen, spricht einiges dafür, dass er das ähnlich sieht. Ich habe kein Problem mich für Fehlverhalten zu entschuldigen. Da sind hier allerdings nicht viele da.

                Generell: Ich liebe andere Meinungen, da kann ich mich schön abarbeiten. Ich mag (ganz offensichtlich) auch Stefans Vermischtes sehr, das ist ja oft eine Mischung zwischen Fakten, Meinungen und Populismus. Manchmal lässt Stefan allerdings die Fakten Fakten sein. Das triggert mich.

                Ohne näher ins Detail zu gehen, aber mich hat schon mal die Verteidigung von Stefan eine Freundschaft gekostet.

                • Stefan Sasse 24. März 2026, 22:24

                  Ich hab überhaupt kein Problem mit sachlicher Kritik, aber ich kann mich nicht erinnern, dich je mit deinem Job oder so in Verbindung gebracht zu haben.

                  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 22:31

                    Ja, das war unter der Gürtellinie und dem Moment geschuldet. Das war nicht in Ordnung, entschuldige.

        • Thorsten Haupts 24. März 2026, 19:14

          Der Beweis, dass man auch mit wenig Wissen meinungsstark sein kann. Ich weiß nicht, ob es wirklich beruhigt, wenn auch Lehrer in Deutschland Populismus können. Oder eher beunruhigend.

          Den Absatz hätten Sie sich einfach schenken können bzw. müssen. Und das müssten Sie auch selber wissen, so was ist schlicht kindisch.

          • Stefan Pietsch 24. März 2026, 19:22

            Gut. Ich weiß nicht, gibt es noch weitere Kommentatoren, die noch nicht ihre Meinung gesagt haben?

        • Erwin Gabriel 31. März 2026, 01:32

          @ Stefan Pietsch

          Ja, alles Fakten, die bei Dir keine Rolle spielen. Und jetzt auch noch ausdrucksstark.

          Mal im Ernst, den hast Du Dir verdient. Wir hatten das hier schon öfter, dass Fakten bewertet werden, und die Bewertung unterliegt der eigenen Prägung – Deiner Prägung, meiner Prägung, und der Prägung von Stefan Sasse und anderen. Wenn jemand Fakten nach seiner Prägung auswählt und andere ignoriert, oder Fakten passend zu seiner Prägung vornimmt, ist das in Ordnung. Du hast da wenig Grund zur Beschwerde, und keinen Grund, deswegen persönlich und ausfallend zu werden.

    • Johnson 24. März 2026, 15:05

      @ Mr Pietsch:

      Those are some..ahem…rather strange takes. It’s the US and Israel only that are waging war against Iran, and the UAE, Qatar, Oman, Bahrain etc. were pulled into this against their will as Iran started targeting installations on their territory in response to US attacks from there. I absolutely think the EU could negotiate with Iran re their oil and gas shipments through the Gulf and the Strait of Hormuz. Why not?

      a) Yes – for now anyway. And you might have noticed that, energy exporting nation or not, gas prices are going up in the US too, hence Trump’s claims he’s negotiating with Iran to end the war (which have been swiftly denied by Iran) and obviously only serve to calm the markets and lower oil prices for now.

      b) You’re saying it like that’s a good thing?

      c) No it didn’t. Where did you get that? FX USD to Euro has been flat and, if anything, trending down slightly over the month of March to date. And as mentioned, oil (and gas) has been getting more expensive in the US too. This rain is falling on everyone.

      d) Again, you’re saying it like that’s a good thing. Most of those SE Asian nations are US allies (Japan, South Korea, Taiwan etc.). You really think it’s a good thing to crater the economies of your allies?

      e) Ah. Maybe I’m doing it wrong then. My portfolio has not been doing great since the start of the war, and even though it’s been making up some of its losses it’s below where it was when the war started. Anecdotally that’s the same or similar for other people I know.

      • Stefan Pietsch 24. März 2026, 18:26

        a) Trump is a player and performer. Actually, his position is weak. Therefore, he claims negotiations to be able to stand up declaring victory.

        b) No. Just to know Trump is also aiming on China.

        c) Flat? End of January, the EUR/USD hit the mark of 1.2. One month later the FX was 1.182 and dropped in the last weeks down to 1.141. Flat is something totally different.

        d) Absolutely not. The war is a nightmare for the global economy but not only for Germany. Stefan might think increasing oil prices are mainly a matter for the United States.

        e) Clear. But the main reason might not be the war depending on the mix of your portfolio. I.e. Nvidia has lost more than 16 percent from its all-time-high of $203 down to $170. the most valuable company counts for the NASDAQ, S&P and many ETFs. But, and now the big But: two-third of the losses occurred in the week before Trump went to war.

        Don’t get me wrong: The war is horrible for all assets but more for Asia and Europe than for the United States. While the US100 ranges on the level of November 2025, the DAX is down on April 2025.

        • Johnson 24. März 2026, 19:21

          @ Mr Pietsch:

          a) And do you think that’s a good or even promising strategy? As the famous quote from The Departed goes: ‚If you piss in your pants you can only stay warm for so long‘. It’s not going to be great for anyone other than Iran if it turns out Trump was using err…alternative facts for this claim. Disclaimer: Of course Iran could be lying about this to not look weak as well.

          b) Maybe. But I ask again – do you think that’s a smart move? Starting a war (you haven’t won yet by a long shot) AND poking another superpower in the eye at the same time?

          c) Yes, flat. I see your little trick narrowing the window to the dip of the USD at the end of January, but if you widen that window just a bit to about 2 months you see that the USD in mid March is essentially back at the level where it was in mid January relative to the Euro. And nominally we are talking about swings of 3 cents US here anyway.

          d) Sure. But what’s the conclusion we draw from this?

          e) I knew it – I am doing it wrong! 🙂 As a rule I don’t by hype stocks like Nvidia (mainly because I am worried about getting out at the right time – might have left money on the table over the years with that approach of course). And there is no doubt that the markets were selling off (and not just shedding hype overloads) after the war started. BTW – an asset crisis in Asia will reach Europe and America in the short run as well – remember the mid to late 90’s when the Asian tiger economies flamed out?

          • Stefan Pietsch 24. März 2026, 20:03

            a) I haven’t referred my opinion, just the facts Stefan has missed earlier. Asking for my judgement if Trump has a valuable strategy I have to ask: Are you joking?

            b) Same. My fear would have been Yi exploits the weakness and attacks Taiwan.

            c) No trick, just the fact. Many obstacles hint the raise of the US-$.

            d) Stefan has rolled out a „strategy“ without reflecting to the obvious. Hence I have reacted emotionally. Germany stands on the outside line without any influence on the game.

            e) I am trading Nvidia as well as other assets. Last Friday I have sold stocks of Nvidia with a serious amount for a preferable price ($175). In the afternoon, prices fell, Nvidia by 4 points. My losses increased. Thanks to Mr Trump and his social network, he announced release on Monday and I collected a smart profit.

            • Johnson 24. März 2026, 20:57

              @ Mr Pietsch:

              a) Ok. More on this below under e). Not sure though what „facts“ Mr Sasse missed.

              b) This for example, among other things.

              c) Come on. You’re in corporate finance, are you not? And look at the chart for one year, the USD actually went on a long slide relative to the Euro starting in April 2025 (lost about 6 cents overall), and it’s still not back at that level even though Trump catapulted the global oil price into the stratosphere in the meantime.

              d) Germany does not need to be a player in the Middle East and/or especially in this current war to negotiate a deal with Iran. If what you say were true, nations like Switzerland, Canada, Japan or Sweden would never be able to negotiate any deals globally.

              e) Good for you. However, you see the obvious problem with this, don’t you?

              • Stefan Pietsch 24. März 2026, 22:28

                a) Counter question: Which facts has Stefan Sasse mentioned underpinning his opinion?
                Europa sollte tatsächlich mit dem Iran verhandeln, dass seine eigenen Lieferungen (und nur die) unter europäischem Schutz die Meerenge passieren dürfen.

                c) No. I am Change Manager, CFO, Interim. The goal declared of the Trump administration is absolutely clear: The value of the dollar should shrink dramatically. One year ago, speculations have occurred of ratios around 1.5. And indeed, since Trumps comeback the Greenback has lost from nearly par to 1.2 just in one year.

                d) You remember the nuclear agreement with the Iran going back to 2015, don’t you? You know what happened. Trump skipped it and it was dead. So easy. And the Europeans stand stepped beside and moralised.

                The point is, the Europeans could not make any deal with the regime without benefits to the US. Plus, Stefan forgot the sanctions against Iran. Each part of the comment has been nonsense in the light of any realistic politics.

                e) Just good luck. You do not need to explain to me the catastrophe Trump for the stock markets. But Trump is the reality which I have not chosen nor voted for. I have to deal with it.

                • Johnson 24. März 2026, 23:07

                  @ Mr Pietsch:

                  a) I don’t think you need facts (whatever those might be) to „underpin“ an opinion. I am of the absolute opinion that Roger Waters, David Gilmour, and Nick Mason should get together for one last tour (or two). Do I need facts for that?

                  c) CFO is not corporate finance? Ok. Doesn’t matter, and I have not heard or read that the Trump administration specifically wants a lower USD. Doesn’t make sense as nothing turbocharges inflation like a soft national currency.

                  d) All agreements with Iran were dead the moment the US starting firing missiles at Iran. Period. And I maintain the Europeans could very well make a side deal with Iran to open the Strait of Hormuz (for themselves) if they wanted to. Other countries have apparently done so. Of course there would likely be consequences. But whether those are worse than entering a war no one wanted – dunno.

                  e) No, it’s more than that. IMO this looks like manipulating the markets by knowingly spreading false or misleading official information to achieve a specific result.

                  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 23:58

                    a) Sure, opinion without facts is …. boring.

                    c) Nope. Not in any event. Oh, absolutely sure with Think Tanks beyond. Trumps policies are focused on terms of trades, interests on bonds and inflation. In terms of the Trump administration a lower USD would be an absolute advantage.

                    d) They have been dead before. A deal with the Iran in the way we „discuss“ would be a hard breach of the international sanction regime.

                    e) Yep.

                    • Lemmy Caution 25. März 2026, 18:14

                      A weak currency increases inflation. That’s one of the few things in economics we really know.
                      In the US, it has a less pronounced effect than it would in Germany because the US trade ratio is much lower.

                      (exports + imports) : gross domestic product
                      Germany: 70%
                      USA: 26%
                      Chile: 62%
                      Argentine: 32%
                      Côte d’Ivoire: 85%
                      Burkina Faso: 55%

                    • Stefan Pietsch 25. März 2026, 18:45

                      Streiten wir jetzt über Trumps ökonomische Kenntnisse?

                    • Lemmy Caution 25. März 2026, 21:45

                      Das war kein Streit. Fiel mir grad so ein.
                      Ich finde diese Sichtweise einleuchtend. https://en.wikipedia.org/wiki/Rational_expectations
                      Das war im Übergang zum Neoliberalismus eine wichtige Erklärung, warum die realen Phillips-Kurven (Inflation/Arbeitslosigkeit) anders verliefen als es nach dem damaligen keynesianischen Mainstream erwartet wurde. Die Formeln sind nicht wichtig.
                      Milei hat einen seiner geclonten Hunde nach Robert Lucas benannt.

                      Die starken Unterschiede der Außenhandelsquoten dito.

    • Lemmy Caution 24. März 2026, 16:37

      Der Angriff auf den Iran war ein einziges Desaster.
      Trump muss nun betteln, dass es einen Frieden gibt und die Iraner wieder Schiffe durch die Strasse von Hormus lassen.
      Das Land lässt sich nicht mit Landstreitkräften erobern, weil überall mit hohen Bergen umgeben. Für Venezuela oder Kuba könnte vermutlich ich einen erfolgversprechenden Invasionsplan aufstellen; der Iran ist da in einer ganz andere Liga.
      Wenn man einen Krieg nicht gewinnen kann, sollte man ihn nicht führen.

      • Stefan Pietsch 24. März 2026, 17:09

        Das ist doch ein Chicken Game. Der Iran braucht die Straße von Hormus. Umgekehrt könnten die USA die Inseln Qeschm und Larak einnehmen. Es ist immer töricht, die Handlungsmöglichkeiten des Gegenübers zu unterschätzen. Gerade das lehrt doch die jüngere Geschichte. Wir können immer nur unser eigenes Handeln planen, nicht das von anderen.

        Ansonsten, ja, aber schön, wenn wir uns das alles gegenseitig bestätigen können.

        • Lemmy Caution 24. März 2026, 17:40

          Die iranische Führung kann länger auf die Strasse von Hormus verzichten. Denen ist es doch egal wie elendig die iranische Bevölkerung dahinvegitiert.
          Es ist ein Taco Trump game: Trump Always chickens out.

          • Stefan Pietsch 24. März 2026, 18:38

            Ja. Und wo ist die Überraschung? Wie beim BREXIT bekommen die Wähler mal wieder vor Augen geführt, dass Populisten in Regierungsämtern definitiv keine gute Sache sind.

    • Lemmy Caution 24. März 2026, 16:39

      Für das Ausleben schlechter Umgangsformen gibt es eigentlich x.com

    • Soeren Schmitz 24. März 2026, 18:47

      Der Rohölpreis ist einer, der in US-Dollar fakturiert wird
      Ich habe vor kurzem eine Analyse gelesen, dass der von ihnen angesprochene Petro-Dollar auch ein Opfer des Krieges werden könnte. Offenbar gibt es ernsthafte Überlegungen auf Seiten der Golf-Länder einen Split zu machen Öl für Asien, Ozeanien und Afrika künftig in chinesischen Yuan, Europa und die Amerikas weiter in Dollar.

      Damit würden die US-Amerikaner ein entscheidendes Privileg verlieren. Auch eine Sache, die der Dealmaker Donald warscheinlich übersehen hat.

      • Johnson 24. März 2026, 19:28

        @ Mr Schmitz:

        Never going to happen. If I had a dollar for every time someone predicted the end of the global oil price in USD I’d be writing this from my own private island in the Caribbean.

        And countries like Japan, South Korea, Taiwan and Singapore will never agree to pay for oil in Chinse yuan; nor would the Gulf States ever accept yuan as payment.

      • Stefan Pietsch 24. März 2026, 19:46

        Die Idee taucht immer wieder auf. Das sagt eigentlich alles.

        Der Dollar ist weiterhin die Reservewährung Nummer eins. Auf Platz zwei folgt – Gold. Dann der Euro. Der Yuan zählt nicht und die Gründe dafür liegen klar auf der Hand.

        Die Umstellung der globalen Fakturierung ist nicht nur enorm aufwendig, sondern verlangt konzentriertes Handeln über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg. Und warum sollten ausgerechnet die arabischen Staaten den USA in dieser Lage von der Fahne gehen?

        Und dann die Spitze: Man könne ja einen Asset in verschiedenen Währungen handeln. Sorry, das ist ein Alptraum für internationale Händler. Sie müssten plötzlich ständig Währungsumrechnungen und vor allem Währungssicherungsgeschäfte vornehmen. Wer halst sich so etwas auf?

      • Thorsten Haupts 24. März 2026, 21:28

        Offenbar gibt es ernsthafte Überlegungen auf Seiten der Golf-Länder einen Split zu machen Öl für Asien, Ozeanien und Afrika künftig in chinesischen Yuan …

        Nie im Leben! Der Yuan ist unter 100%iger direkter Kontrolle einer Diktatur und jede/r weiss das. Damit ist er keine Währung, sondern ein staatlich gewährtes (oder verweigertes) Gnadenrecht.

        • Stefan Sasse 24. März 2026, 22:25

          Die Iraner verlangen gerade Yuan für die Passage, aber was wollen die aktuell auch mit Dollar?

  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 09:30

    7) Verschwendung des Sondervermögens

    Ja. Wenn eintritt, was Kritiker der überbordenden Verschuldung (das ist kein Sondervermögen!) gesagt haben, haben nicht die Kritiker recht, sondern die Schuldenbefürworter.

    Sorry, die Zwangsumwidmung war zwangsläufig und sie ist nicht in erster Linie eine parteipolitische Sache. Mit der eine Dekade währenden Stagnation ist auch die Geschäftsgrundlage für die stetige Ausweitung des Sozialstaates entfallen. Eigentlich. Aber ein Süchtiger entwöhnt sich auch höchstens in der Gosse, wenn überhaupt. Da die gesamte Linke Ausgabenkürzungen für nicht realisierbar hält, muss der Staat stetig seine Einnahmen erhöhen. Wenn dafür Steuereinnahmen durch fehlendes Wachstum wegfallen, müssen es eben Schulden sein.

    Frankreich hat es binnen eines Jahrzehnts geschafft, seine finanzpolitische Souveränität zu verlieren. Das streben die Schuldenbefürworter hier ja auch an. Die politische Verantwortung ist aber doch klar: Die SPD stellt den Finanzminister. Der Bundeskanzler ist für das Gesamte verantwortlich.

    Wenn der Hund keinen Wurstvorrat anlegen kann, muss die Einrichtung so gestaltet sein, dass der Hund nicht an die gesamten Vorräte kommt.

    Kommunen: Fakt eins ist, dass die Kommunen Personal und Sozialausgaben als größte Haushaltsposten haben. Fakt zwei ist, dass die meisten stark bis überschuldet sind. Wenn man ihnen nun hohe Milliardenbeträge so überweist, was wird wohl passieren? Abgestandener Witz: Sie reparieren die maroden Dorfstraßen!!!!

    Es ist die Arbeitnehmervertretung Verdi, welche die öffentlichen Haushalte mit ihrer unsäglichen Tarifpolitik an die Wand drückt. Mehr Schuldengeld bedeutet mehr Entfesselung der Gewerkschaftsmacht. Wieso sollte noch ein öffentlicher Arbeitgeber dagegen halten, wenn er zur Not zu Krediten greifen kann?

  • Stefan Pietsch 24. März 2026, 09:35

    c) Zur Abwechslung mal gute Nachrichten über Deutschland. Vielleicht auch wichtig angesichts der moralischen Panik zum Thema Meinungsfreiheit.

    Ja, wahnsinnig beruhigend. Schön, wenn später ein Gericht einkassiert, dass die Hausdurchsuchung wegen einem harmlosen Tweet doch nicht nötig war und der Rechtsanwalt umsonst bemüht wurde.

    f) Wenn Arbeitgeber Wahlkampf machen. Da ist halt auch wieder mal das Problem, dass gegen solche Gesetzesverstöße kaum vorgegangen wird.

    Ja, Gewerkschaften können zum Glück eine „Gesetzesverstöße“ begehen. Ich hatte einmal mit einem von der IG Metall dominierten Betriebsrat in einer klassischen Industriebranche zu tun. Es gibt nach Verdi nichts Schlimmeres: Extrem destruktiv, teils selbstzerstörerisch in Bezug auf den dominierten Betrieb, selbst in existenziellen Krisen. Da ist es verständlich, wenn Eigentümer und Management keinen Bock auf eine solche „Arbeitnehmervertretung“ haben.

  • Thorsten Haupts 24. März 2026, 09:48

    Zu 7) Das muss in die politische Arena. Es braucht Konstituenten für Investitionspolitik, und an denen fehlt es. Da fast keine Partei vorbereitet war, gibt es auch keine Pläne; ohne Pläne muss das Geld zwangsläufig auf die Art verschleudert werden.

    Das geht wirklich völlig an dem eigentlichen Kernproblem vorbei: Deutschlands Konsumausgaben verschlingen den Grossteil aller Steuereinnahmen PLUS Schulden, weswegen für Investition zu wenig übrig bleibt. Keiner Deiner Vorschläge ist auch nur ansatzweise geeignet, dieses Kernproblem zu beseitigen oder wenigstens zu mildern.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Ralf 24. März 2026, 14:46

      Ich sehe es wie Thorsten. Leider habe ich keinen Vorschlag, wie man die Politik dazu bewegen könnte mehr für Investitionen und weniger für Konsum auszugeben. Eine solche Neujustierung der Prioritäten würde notwendigerweise Verlierer produzieren und die Medien würden das nutzen, um empört Stimmung dagegen zu machen (und Einschaltquoten zu generieren). Aber ohne positive Medienbegleitung wird ein Stimmungswandel in der Bevölkerung nicht zu erreichen sein und ohne Stimmungswandel in der Bevölkerung wird die Politik kein heißes Eisen anfassen.

  • Thorsten Haupts 24. März 2026, 09:54

    Zu 6)

    Nein, natürlich ist das nicht Deutschlands Krieg. Deutschland hätte gerne gewartet, bis dass der Iran sein Raketenarsenal vervielfacht und sich nuklear immun gemacht hat. Um dann trauertriefende, scheinheilige Nachrufe auf Israel zu schreiben.

    Wenn der Krieg gegen den Iran (bisher) eines bewiesen hat, dann dass deutsche „Experten“ die Kriegsvorbereitungen des Iran inklusive ballistischer Langstreckenraketen völlig unterschätzt haben und jetzt offenbar die absolut letzte Gelegenheit war, das iranische Massenmörderregime wengstens vom Bau von Nuklearwaffen abzuhalten. Dass Deutschland das nicht ernsthaft wollte, haben die vergangenen Jahrzehnte bereits bewiesen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  • derwaechter 24. März 2026, 13:11

    a) Erbschaftsteuern sind bei Ökonomen nich unbeliebt und der Economist ist da schon immer (zumindest solange ich das erinnern kann) ebenfalls für.

    Siehe z.B. hier von 2017 „A hated tax but a fair one“

    „First, target the wealthy; that means taxing inheritors rather than estates and setting a meaningful exemption threshold. Second, keep it simple. Close loopholes for those who are caught in the net by setting a flat rate and by giving people a lifetime allowance for bequests; set the rate high enough to raise significant sums, but not so high that it attracts massive avoidance. Third, with the fiscal headroom generated by higher inheritance tax, reduce other taxes, lightening the load for most people.“

    • Stefan Sasse 24. März 2026, 14:02

      Hm, ist das dann ein deutsches Phänomen?

    • Thorsten Haupts 24. März 2026, 14:58

      Erbschaftsteuern sind bei Ökonomen nich unbeliebt und der Economist ist da schon immer (zumindest solange ich das erinnern kann) ebenfalls für …

      Re economist – völlig korrekt. Seitdem ich ihn bevorzugt lese (Anfang 2000er). Kapitalismus als Wirtschaftsordnung wie als Ideologie hat auch keine Präferenz für oder gegen Erbschaftssteuer – beide funktionieren mit oder ohne.

      • Stefan Sasse 24. März 2026, 15:21

        Erzähl das mal CDU oder FDP. Deswegen meine Überraschung. Danke für die Aufklärung!

        • derwaechter 24. März 2026, 17:41

          Die Antwort liegt bereits in der von mir zitierten Überschrift „A hated tax but a fair one“.

          Theoretisch sehr sinnvoll, aber politisch unbeliebt, insbesondere bei deren. Wählerschaft.

        • Thorsten Haupts 25. März 2026, 20:57

          Ich persönlich bin auch eher dagegen. Aber nicht wegen „Kapitalismus“.

          • Stefan Sasse 26. März 2026, 09:22

            Sondern?

            • Thorsten Haupts 26. März 2026, 19:46

              Hatte ich schon einmal ausgeführt: Die Erbschaftssteuer wird auf ein nach Steuern erwirtschaftetes Vermögen erhoben, an dem die Gemeinschaft überhaupt keinen Anteil hatte und das der Vererbende anderen Zwecken zukommen lassen wollte, als der Staatskasse. Es ist IMHO schlicht Raub, fertig.

  • CitizenK 24. März 2026, 13:39

    „…seine eigene Medizin zu schmecken geben.“

    Auch wenn ich das von Journalisten und Politikern öfter lese und höre: Ich halte das für eine unerwachsene Trotzreaktion.
    Ich könnte ja verstehen, dass man aus (berechtigter) Angst vor Terrorakten nicht mitmachen will. Aber was ist mit den von den gleichen Leuten äußerst besorgten Aussagen über die Sicherheit Israels? Der weltweiten Terror-Unterstützung durch Iran? Die Achse mit Moskau und Beijing? Das Mitgefühl für die terrorisierte Bevölkerung im Iran? (Detail*: Verschüttete Frauen werden aus Trümmern nicht gerettet, weil Männer die ja nicht anfassen dürfen).
    Es ist nicht nur das erwartbare Raketen- und Atomarsenal (auf das @Thorsten zur recht hinweist) , es ist auch die unterschätzte Hisbollah (bereits wieder über tausend Raketen) und die Hamas, die über kurz oder lang wieder aufgerüstet würden. Selbst unter den beklagten und kritisierten Kontrollen werden wieder Waffen nach Gaza gesschmuggelt (Detail*: Patronen, einzeln in Tamponpackungen). * In deutschen Medien finde ich davon nichts.

    • Thorsten Haupts 24. März 2026, 14:56

      Die Deutschen WOLLEN (nach 20 Jahren gegenteiliger Fakten jetzt bewusst) nicht wahrhaben, dass man mit Teheran, Hamas, Hisbollah et al keine Abkommen schliessen KANN, weil diese für die Herrschaften nur ein wertloses Stück Papier sind.

      • Ariane 24. März 2026, 17:31

        Ja. Aber ich finde das schwierig, weil das schnell zu einer Art Vernichtungslogik führt. Ok, da ist niemand, mit dem man auch nur verhandeln könnte. Die haben echt viele aus der Führungsriege gekillt und ein Regimechange ist trotzdem nicht in Sicht.

        Und nun? Dummerweise leben da ja auch noch andere Menschen unter all diesen Arschlöchern. Ist halt Pech, wenn die mit weggebombt werden oder vertrieben wie gerade im Libanon? Wir in Europa wollen sie ja auch nicht haben.
        Und der Iran ist scheiß groß. Eher unwahrscheinlich, dass man sämtliche Machthaber mit Luftschlägen killen kann – noch unwahrscheinlicher, dass kA der Schahsohn (bzw einer, der dem Westen gefällt) plötzlich auftaucht als Leader.
        Gibt es dafür eine Lösung oder soll das weitergehen, bis da nichts mehr ist oder eine Art zweites Syrien entsteht?

        • Thorsten Haupts 24. März 2026, 19:19

          Wäre ich Jesus, wüsste ich Antworten drauf. Also ziehe ich mich auf die bekannten Fakten zurück: Die Behandlung des Irans in den letzten 30 Jahren (Diplomatie und Sanktionen) hat absolut nicht funktioniert, sondern ihn nur immer näher an Interkontinentalraketen und Nuklearwaffen gebracht. Plus ihm Zeit und Gelegenheit für den Aufbau seiner Proxy-Milizen gegeben. Ernsthaft geschwächt wurde er erstmalig, als sich Israel in den letzten beiden Jahren über den bisherigen „Experten“konsens einfach hinwegsetzte.

          • Ariane 24. März 2026, 20:05

            Ja. Weiß nicht. Das ist es ja vielleicht eben.
            Letztes Jahr hieß es, der 12-Tage-Angriff hätte das Nukleararsenal restlos vernichtet. Nun wieder sie waren kurz davor (aber wussten vllt auch nur zufällig gerade, wo Khamenei ist)
            Schwer zu beurteilen und das kann hier von uns vermutlich sowieso niemand.

            Weiß nicht. Ich bin keine Pazifistin und das hier ist ja auch was anderes als ein Angriff gegen einige Raketenstellungen. Mehr wie der Versuch, eine große Lösung herbeizuführen und nun steht man dumm da und droht damit, Charg nochmal aus Spaß zu bombardieren oder lässt die Welt rätseln, ob es Verhandlungen gibt oder nicht oder bombardiert gleichzeitig, während man die Sanktionen auf iranisches Öl auf dem Meer aufhebt.
            So wirklich nach Lösungen für die Probleme scheint mir das eben auch nicht auszusehen.

            • CitizenK 24. März 2026, 21:19

              Man muss die Situation und das erratische (mindestens) Verhalten von Trump et al. trennen. Eine „normale“ Führung hätte erwartbare Reaktionen der Gegenseite berücksichtigt. Ausgang trotzdem ungewiss, aber nicht so verfahren wie jetzt.

              • Ariane 24. März 2026, 21:46

                Ich sehe nicht, wie man die Situation von dem erratischen Verhalten Trumps trennen sollte.

                Und Thorsten hat recht, es gibt da auch gar keine Kardinalslösung. Das macht aber ein „Rumballern ohne größeren Plan“ auch nicht gleich richtig.
                Ja, man hat da jetzt echt viel kaputt gemacht. Dummerweise die anderen auch. Regime-Change ist nicht, den Leuten gehts beschissener als vorher. Die Kg Uran liegen irgendwo weiter rum. Sicherheit in der Region jetzt vermutlich langfristig verschlechtert.

                Kann in einem Jahr wieder anders aussehen, aber große vorteile sehe ich hier nicht. Schon gar nicht, wenn man den Vergleich zb zum 12-Tage-Krieg letztes Jahr zieht.

                • CitizenK 26. März 2026, 14:00

                  Dein letzter Satz widerspricht dem ersten. Das war vergleichsweise rational. Ich verstehe eure Denkweise nicht. Weil es nicht gelungen ist, war es falsch?

                  • Stefan Sasse 26. März 2026, 16:13

                    Weil es nicht gelungen ist (und nicht wirklich gelingen konnte), war es dumm.

                    • Ariane 26. März 2026, 17:49

                      Ich weiß ernsthaft nicht einmal, was genau „es ist gelungen“ bedeuten sollte.
                      Man bombt einmal hart drauf und die gesamte iranische Führungsriege auf allen Ebenen tritt ab? Und wird ersetzt durch jemanden, mit dem man verlässlich verhandeln kann? Womöglich auch noch ein Demokrat?

                    • Stefan Sasse 27. März 2026, 10:56

                      Nein, regime change ist ja explizit nicht das Ziel. Bret Deverauxs Artikel dazu ist IMHO extrem gut: https://acoup.blog/2026/03/25/miscellanea-the-war-in-iran/

                    • Ariane 27. März 2026, 14:57

                      Ja, super Artikel. Hab ich gestern spät noch gelesen (muss mir das vor dem Schlafen eigentlich dringend abgewöhnen^^)

          • derwaechter 26. März 2026, 10:29

            Der unter Obama eingegangene und unter Trump aufgekündigte Deal war was die Atomwaffenproblematik angeht schon nicht so schlecht. Auf jeden fall deutlich besser als das was Trump dafür bekommen hat (nichts) und das was jetzt passiert (viel Zerstörung mit wenig strategischem Gewinn).

            • Stefan Sasse 26. März 2026, 12:40

              Jepp.

            • CitizenK 26. März 2026, 13:50

              „…nicht so schlecht“.

              Wer kann das beurteilen? Jedenfalls haben auch die UN-Beobachter offiziell festgestellt, dass ihnen Informationen vorenthalten wurden und sie nicht den Zugang zu allen Stätten erhielten. Und was ist von einem „friedlichen Atomprogramm“ zu halten, wenn große Mengen Uran fast waffenfähig hochangereichert werden?

            • Thorsten Haupts 26. März 2026, 19:44

              Woher nehmen Sie diese Gewissheit? Ernsthaft – welche halbwegs gesicherten Informationen liegen Ihnen vor, dass dieses Abkommen vom Iran in irgendeiner Weise be- und geachtet wurde?

  • Ariane 24. März 2026, 15:40

    3) Antisemitismus in der LINKEn
    Jep, ich beobachte das auch mit Sorge und denke, wenn sie sich nicht voll ins Abseits schießen wollen, brauchen sie da zunächst mal eine innere Brandmauer.
    Die Tagesschau schrieb gestern, dass die Parteiführung für den Bundesparteitag ein Papier vorbereitet hat. Sind nur Zitate drin, aber das zeigt schon, wie krass verhärtet das ist:

    So heißt es, die Linke sei mehrheitlich davon überzeugt, dass es sich dabei um „Völkermord“ handele. Andererseits dürften Menschen, die Zweifel daran hätten, dass der juristische Tatbestand eines Genozids erfüllt sei, nicht fälschlicherweise unterstellt werden, „sie würden damit die israelischen Kriegsverbrechen leugnen oder gar unterstützen.“

    Hier der Artikel:
    https://www.tagesschau.de/inland/antisemitismus-linke-parteichefs-antrag-100.html

    4) Dick Pics
    Es gehört quasi einfach dazu, fact of life, dass man mit 17 oder 18 Jahren über Instagram oder Snapchat willkürlich diese Bilder bekommt.
    Ich bin SO froh, nicht mehr in dem Alter zu sein. Bin da mehr bei Tini, kam auch nicht so häufig vor und es ist vermutlich hilfreich, altersmäßig aus der allgemeinen Fuckability herauszufallen.

    Aber ich glaube diese Beiläufigkeit macht das oft unsichtbar, einfach weil es kein „big deal“ ist. Hatte neulich ein Gespräch mit einem Freund, dass es zb nicht ungewöhnlich ist, dass die Herausgabe der eigenen Handynummer zb zum Zwecke eines Autokaufs als Einladung für platte sexuelle Anmachen gilt.
    Kann passieren, macht das ganze aber auch zu einer brauchbaren Firewall um zu gucken, ob Männer bei so etwas Alltäglichem creepy werden.

    • Stefan Sasse 24. März 2026, 22:19

      Ja, ich hab auch schon öfter gehört dass Leute einfach sexy Kundinnen anrufen. Was hart illegal ist. Da ist kein Unrechtsbewusstsein.

      • Ariane 24. März 2026, 23:13

        Nee solche Männer sind eher beleidigt, wenn man genervt statt erfreut/geschmeichelt reagiert.

        Und „hart illegal“ – ja ist aber ein Dilemma. Es zwingt frau auch dazu, deutlich mehr Aufwand und Zeit zu investieren – für einen Typen, der 2 Sekunden mit seinem Penis gedacht hat. Mit ungewissem Ausgang.

        • Stefan Sasse 25. März 2026, 08:23

          Ich finde das halt so krass. Wie kannst du auf die Idee kommen, dass das funktioniert? Oder ok ist?

          • Ariane 25. März 2026, 17:33

            Die Frage wäre bei Männern vermutlich besser aufgehoben.

            Aber ich bezweifle, dass da genau 1 Gehirnzelle drauf verwendet wird. Das ist ja auch nicht Richtung „Hey, ich fand dich nett, würd dich gerne näher kennenlernen“ sondern schon eher.
            „Hey! Ficken?“ (vermutlich sind dick pics so beliebt, weil man sich Buchstaben gleich sparen kann)

            Also zumindest hab ich noch genug Hoffnung in Männer insgesamt, dass sie nicht noch ne halbe Stunde überlegen, bevor sie mit SOWAS kommen – aber die Bereitschaft da als Angesprochene auf Motivsuche und tiefergehende Gespräche zu gehen, ist auch irgendwie nicht so ausgeprägt.

            • Stefan Pietsch 25. März 2026, 18:06

              Ehrlich gesagt, ich kann Nullkommanull zu dem Thema beisteuern. Auch nicht zu Collien Fernandes. Ich stamme aus einer anderen Generation, in der schon Handys nicht verfügbar waren.

              Auch wenn ich weiß, dass es so etwas gibt – meine Frau kann einiges vom Benehmen junger (!) Männer berichten – so kann ich mir nicht vorstellen, dass so etwas passiert. Fremdschämen und Peinlichkeit ist da vorherrschend.

              Männer sind nicht generell so!

              • Ariane 25. März 2026, 22:48

                Ja ich weiß. Notallmen^^
                but always a man ist halt genauso richtig.

                Und ich möchte euch nicht eure Illusionen rauben, die Arten ändern sich. Aber sexuelle Belästigung/Gewalt ist kein neues „heutzutage“ Phänomen, das bei jungen Männern auftritt oder mit Erfindung eines Handys aufkam. Sorry to say – aber es gibt hier genau eine gemeinsame Komponente.

                • Stefan Pietsch 25. März 2026, 23:19

                  Hm, sonst lehnst Du solche Aussagen ab.

                  Ich habe es beruflich mehr als einmal erlebt (einmal als Betroffener), dass Frauen die „Sex-Karte (Belästigung, Unangemessenheit u.ä.) gezielt als Instrument eingesetzt haben. Als Konsequenz habe ich ein Jahrzehnt lang keine vertraulichen Gespräche mehr mit Frauen geführt.

                  Not all women, but always a woman.

                  • Ariane 26. März 2026, 00:04

                    Ich lehne die Aussage gar nicht ab. Ich weiß, dass es nicht alle Männer sind.
                    Das wäre ja sonst super easy, kann man die Hoffnung auf den Trend von KI-Frauen setzen oder nur noch Handynummern für Männer ab 35 oder so. Notallmen hat seine ganz eigene Problematik.

                    • Stefan Pietsch 26. März 2026, 18:31

                      Mir ist das ernst. In meinen Positionen geht es um die wirtschaftliche Existenz.

                      Ich sage seit Jahren: Ich habe kein Problem, die Strafen für Sexualvergehen hochzusetzen. Allerdings unter einer Bedingung: Die Strafen für Falschbezichtigungen müssen ebenfalls drastisch sein. Denn egal, ob in der juristischen Aufarbeitung die Beschuldigungen belegt werden können oder nicht, die Unschuldsvermutung ist immer de facto außer Kraft gesetzt.

                      In meinem Verfahren, in dem ich ein sicheres Blatt hatte, kam die Gegenseite plötzlich mit Behauptungen des unangemessenen Verhaltens. Dazu hatten sie eine ehemalige Kollegin als angebliche Zeugin genannt. Ich hatte nur das Glück, dass die Richterin sofort den Aspekt abtötete und auf die Möglichkeit eines Zivilverfahrens verwies. Dazu kam es natürlich nie, nicht im Ansatz. Die Taktik hatte nicht funktioniert und damit war es erledigt.

                      Es ist nicht der einzige Fall, wo jeweils eine Frau sich zu solchen Sachen hinreißen ließ. Immer Frauen, nie Männer. Und immer das Instrument Sex im weiteren Sinne.

                      Wie erwähnt habe ich danach Frauen für lange Zeit von jeder Teilhabe an informativen weil vertraulichen Gesprächen ausgeschlossen. Das sind die Konsequenzen, die dann eben alle Frauen zu tragen haben. So wie Du das ja umgekehrt auch bei Männern siehst.

                • Stefan Sasse 26. März 2026, 09:30

                  Man denke nur an dieses Poklatschen, das Mitte des 20. Jahrhunderts völlig normal war.

                  • Ariane 26. März 2026, 17:40

                    Ja. Eventuell könnte das sogar tatsächlich ein Fall von „Wandel der Zeiten“ sein, quasi eine Privatisierung der sexuellen Belästigung durch Dickpics oder Handybelästigungen statt Offensichtliches in der Öffentlichkeit.
                    Kann dann schnell angezweifelt und für alle Seiten zum bedauerlichen, individuellem Einzelfall erklärt werden.

                    Diese Offensichtlichkeit gibts tatsächlich kaum noch – der Konsens ist da auch so groß und klar, dass das direkt sanktioniert wird, dass es eben aufgehört hat.

                    Insgesamt als Frau aber trotzdem oft noch schwierig in der Dienstleistungsbranche, auch oder gerade auf nichtsexueller Ebene.

                    • Stefan Sasse 27. März 2026, 10:55

                      Generell sind offene Anzüglichkeiten inzwischen klar sanktioniert. Der Wendepunkt war da für Deutschland echt der „Herrenwitz“ mit Brüderle damals, in meiner Wahrnehmung zumindest.

                  • Thorsten Haupts 26. März 2026, 19:35

                    Ach? Ich war Anfang der achtziger (81/82) für 2 jahre zwei- bis dreimal die Woche in diversen Hamburger (Gross)Diskos und habe – wenn es hoch kommt – offensichtliches Angrabschen von Mädchen vielleicht fünfmal mitbekommen (und ich war und bin ein guter Beobachter), unter gering geschätzt mehreren tausend jungen Männern. Wenn das zu Recht mit einer Ohrfeige geahndet wurde, brauchte der Täter nicht auf die Unterstützung seiner Gruppe zu hoffen (Hohngelächter war wahrscheinlicher). Wenn er Pech hatte, gingen andere Männer dazwischen, imklusive seiner Bekannten/Freunde.

                    In der Zeit, in der ich aktives Nachtleben hatte, grob zwischen 1980 und 2000, waren tätliche Übergriffe nahezu ausschliesslich auf das Oktoberfest und verwandte Volksfeste beschränkt, ausgelöst ebenso im wesentlichen durch viel zu viel Alkohol.

                    Woher stammen die Gerüchte über die Vergangenheit? Die sozialen Normen meiner Jugend und jungen Erwachsenenzeit ware sehr klar und strikt gegen ungefragte Übergriffe auf Mädchen oder Frauen.

                    Gruss,
                    Thorsten Haupts

                    • CitizenK 26. März 2026, 20:26

                      „…klar und strikt“?
                      Ein paar Jahre früher. Der Chef (Gruppenleiter) fragt vor der ganzen Abteilung eine Kollegin nach der Farbe ihrer Unterwäsche. Die protestiert, die anderen grinsen. Nichts weiter.

                    • Thorsten Haupts 26. März 2026, 23:59

                      Ich bin jetzt seit 25 Jahren in überwiegenden Männerbranchen unterwegs – IT und Anlagen/Infrastrukturbau. Ich habe das nie erlebt, nie gehört und wäre selbst sofort dazwischengegangen, Managementlevel völlig wurscht.

                    • Thorsten Haupts 27. März 2026, 13:45

                      Heisst übrigens nicht, es kommt niemals vor. Heisst nur, es ist weniger weit verbreitet, als progressive Aktivisten behaupten. Wäre es so weit verbreitet, hätte ich es mitbekommen oder davon gehört.

                    • Stefan Pietsch 29. März 2026, 12:14

                      @CitizenK
                      @Stefan Sasse

                      Kennen Sie den Film „Hausboot“? Der Hollywood-Klassiker ist von 1958. In einer Szene macht ein einfacher Arbeiter sehr anzügliche Sprüche über die Aufmachung der von Sophia Loren gespielten Cinzia Zaccardi. Nach einem Schlag auf ihren Hintern schüttet Cinzia dem Belästiger ein Glas Wein ins Gesicht. Cary Grant missbilligt nicht nur das übergriffige Verhalten, sondern verweist ihn noch des Bootes.

                      Anders als manche Überlieferung zeigen solche Darstellungen sehr klar, dass schon lange vor der Geburt von Stefan (und auch meiner) übergriffiges Verhalten gegenüber Frauen keinen gesellschaftlichen Rückhalt hatte.

              • Stefan Sasse 26. März 2026, 09:19

                Nope, aber es sind eben so viele, dass man sich fragen muss, woher die auf die Idee kommen. Das ist das, was mir unklar ist.

                • Stefan Pietsch 26. März 2026, 09:38

                  Sooo viele?? Hast Du eine Statistik, Studie?

                  Und nein, auch in den Achtzigerjahren war es nicht normal, einem Mädchen oder einer Frau auf den Hintern zu klatschen. Nicht normaler als heute. Und ich muss es wissen, ich habe damals nicht nur gelebt, ich war ein hormongesprengter Teenager. Tatsächlich hat man damals Mädchen eher auf die Oberweite gestarrt.

            • Stefan Sasse 26. März 2026, 09:18

              Ja, an die richte ich sie auch. Aber ich verstehe es einfach nicht.

          • Thorsten Haupts 25. März 2026, 20:56

            Mangelnde Erziehung! Eines der Kernursachen für heutige Probleme.

    • Thorsten Haupts 26. März 2026, 19:52

      Und ganz nebenbei: Wie man einen sexuellen Belästigungsfall mutmasslich frei erfindet, der dann die deutschen Medien über Tage hinweg beschäftigt und von Teilen der Politik weidlich ausgeschlachtet wird, findet sich hier:

      https://x.com/GuntramPross/status/2036726173741244533

      • sol1 26. März 2026, 22:19

        Wen willst du mit dem Aluhutscheiß von NIUS beeindrucken, den ein krankes Hirn von der AfD auf Twitter verbreitet?

        • Thorsten Haupts 26. März 2026, 23:56

          Ah, einmal ausweichen. Stimmen die Fakten oder stimmen sie nicht? Wenn sie nicht stimmen, her mit den Belegen.

          • sol1 27. März 2026, 07:59

            Das sind keine Fakten, das ist offensichtlich eine halluzinierende KI.

            „…her mit den Belegen.“

            Das wäre erst einmal *deine* Aufgabe.

            Schließlich ist Twitter voll mit diesem Quatsch:

            https://old.reddit.com/r/600euro/comments/1s4htcn/kommissar_humbug_ermittelt/

            https://old.reddit.com/r/600euro/comments/1s1u3u4/die_scham_mu%C3%9F_die_seiten_wechseln_nicht_auf_x/

            • Thorsten Haupts 27. März 2026, 13:40

              Haben Sie Leseschwierigkeiten? Die Quellen für die Fakten und Thesen, die im tweet aufgestellt werden, sind im darauffolgenden tweet desselben Autors genannt:
              WDR, ZEIT, FR, 2 x NIUS, Handelsblatt, FOCUS

              • sol1 27. März 2026, 18:59

                Daß eine KI oft „Quellen“ liefert, in denen sich die Behauptungen nicht wiederfinden, sollte mittlerweile hinreichend bekannt sein.

                Dem Irrsinn von der angeblich „linksradikalen Organisation HateAid“ wird man jedenfalls nicht in seriösen Medien finden.

                • Thorsten Haupts 27. März 2026, 21:29

                  Ist das jetzt echt alles, was Ihnen zu dem tweet einfällt? Auch ne Bankrotterklärung.

      • Ariane 26. März 2026, 23:47

        Du hast die Professorenriege mit dem Flittchenvorwurf und dem Masterplan, dass es eine PsyOp ist, damit Männer nicht mehr flirten vergessen.
        Ach nee, Psyop steht auch in deinem Link, nur für medialen Staatsstreich.

        My bad. Ihr habt natürlich recht. Sexuelle Gewalt ist nur ein minderschweres Problem, kommt selten vor, wird auch nur von Menschen verübt, die niemand kennt und die mit niemandem von euch hier zu tun haben. Tut mir wirklich leid, das Thema angeschnitten zu haben. Ich werde mich künftig zurückhalten und den Lockerroom der Intellektuellen hier nicht mehr behelligen.

        • Stefan Pietsch 27. März 2026, 08:58

          Liebe Ariane, was willst Du eigentlich?

          So schrieb ich deutlich zu Beginn: Auch wenn ich weiß, dass es so etwas gibt – meine Frau kann einiges vom Benehmen junger (!) Männer berichten – so kann ich mir nicht vorstellen, dass so etwas passiert.

          Der Aufhänger war von Stefan denkbar schlecht gewählt, aber leider typisch. Die angeblichen Übergriffe gegenüber Collien Fernandes von Seiten ihres Mannes sind der Aufreger. Der gleichzeitige Skandal in Berlin, wo über Monate (!) junge Mädchen in der Obhut des Staates sexuell belästigt, vergewaltigt und erpresst wurden, ist dagegen kein Wort wert. Und während hier gleich eilfleißig CitizenK die Unschuldsvermutung gegenüber dem Staat (!!) (sic!) reklamierte, gilt sie natürlich für Männer wie Ulmen nicht. Kein Bedauern, kein Fordern von Konsequenzen, nichts. Passt das Bild wie bei Collien Fernandes, ist gleich die Justizministerin unterwegs und werden Demonstrationen abgehalten.

          Wir haben in den letzten Jahren viele Fälle gehabt, wo prominente Männer nachweislich falsch der Vergewaltigung beschuldigt wurden: Andreas Türk, Jörg Kachelmann, Luke Mockridge, die so nie stattgefundenen Übergriffe gegenüber Gina-Lisa Lohfink und andere. Ihnen allen ist eins gemein: Die fälschlich von Frauen Beschuldigten wurden zwar freigesprochen, ihre Karriere wie ihr öffentliches Ansehen ist aber bis heute im Eimer. Die Täterinnen (nicht gegendert) laufen frei herum, bekamen höchsten ein bisschen Geldstrafe. Kollateralschaden im Geschlechterkampf eben.

          So wie in den Fällen Marc Dutroux und Jeffrey Epstein. Die Namen der Männer sind weltweit bekannt als perverse Sex- und Triebtäter. Die gleichberechtigt handelnden Frauen wurden zwar von der Justiz bestraft, ihre Namen bleiben jedoch weitgehend im Dunkeln.

          Du beklagst (zu Recht) den Schlag auf den Hintern. Aber Du findest keine Worte, wenn Männer wie ich auch Opfer von Frauen werden. Männer und Opfer? Das geht nicht. Was ist schlimmer: Der Schlag auf den Hintern oder der Versuch, die Existenz eines Menschen vernichten zu wollen oder ihn zumindest um Geld zu betrügen?

          Ich habe ein faires Angebot im Sinne der Checks & Balances gemacht: Härtere Strafen für Sexualstraftaten, aber auch härtere Strafen für Falschbezichtiger:innen. Weder Du noch Stefan noch sonst jemand, der so fleißig für das Bild von Frauen als Opfer eintritt, hat sich darauf nur mit einem Wort eingelassen.

          Stefan behauptete im Verlauf, früher wären Übergriffe von Männern massiver gewesen. Das weisen Kommentatoren, die die Zeit aktiv als Teenager und junge Erwachsene erlebt haben, klar zurück. Und 1980 war das Phänomen der Gruppenvergewaltigung auch weitgehend unbekannt. Auch Studien oder Statistiken konnten nicht angeführt werden.

          Was willst Du also eigentlich?

          • sol1 27. März 2026, 11:37

            Jetzt mußt du es nur noch schaffen, den bösen Linken die Schuld dafür zu geben, daß der Vatikan seit einem Jahrhundert Fälle von sexuellem Mißbrauch vertuscht:

            https://correctiv.org/aktuelles/akten-des-missbrauchs/2026/03/19/geheime-dokumente-belegen-die-verantwortung-des-vatikans-fuer-missbrauch/

          • Ariane 27. März 2026, 14:28

            Ich wusste nicht, dass man hier nicht einfach über Stefans Ausgangsartikel diskutieren darf, ohne Forderungen zu stellen. Verzeihung.

            Der Aufhänger war von Stefan denkbar schlecht gewählt, aber leider typisch. Die angeblichen Übergriffe gegenüber Collien Fernandes von Seiten ihres Mannes sind der Aufreger.
            Weder Stefan noch ich haben den Fall Collien Fernandes hier auch nur erwähnt – auch keine anderen prominenten Fälle, die in der Zeitung stehen.
            Der Aufhänger war ja eben ein anderer – ob du ihn schlecht gewählt hältst oder nicht und ich habe dazu eigene Erfahrungen eingebracht.

            Das ist dann irgendwie entglitten bis hin zu „Collien Fernandes ist ne Psyop“ und dann war es mir ein bisschen zu doof zum Weitermachen. Sorry.

            Ich habe dazu kein Angebot zu machen oder eine Forderung zu erheben – ob fair oder unfair. Auch nicht zwingend die Zeit und Muße hier mühevoll längliche Beiträge zu schreiben.

            Schutzlücken schließen schön und gut, aber ich halte das für einen symbolischen Beitrag der Regierung. Ich halte es für kein juristisches Problem, ich hab nämlich in die Dunkelfeldstudie von Anfang des Jahres hineingesehen. Wird sowieso nicht angezeigt, der höchste Wert lag bei 16%, häusliche Gewalt bei 5%, digitaler Kram 2%. bei Männern als Opfern ist die Dunkelziffer so extrem hoch, dass es wissenschaftlich quasi nicht mehr erfassbar wird.

            Von daher: nett, wenn Gesetze da sind. Aber es wird nicht angezeigt (was vermutlich Gründe hat) und die Verurteilungsquote ist dann so niedrig, dass man jedem und jeder Betroffenen vermutlich raten sollte, sich den Ärger gar nicht erst anzutun.
            Also sorry, keine Forderung und kein Angebot von meiner Seite.

    • sol1 26. März 2026, 22:21
  • Ariane 24. März 2026, 18:10

    6) Deutschland und Iran
    Puh, das ist aber eine Extremposition deinerseits.
    Also im Gegensatz zu einigen Kommentatoren hier halte ich den jetzigen Irankrieg für einen wahnwitzigen Clusterfuck. Und nur weil wir gerne günstiges Öl oder Kram hätten, macht es das auch nicht zu „unserem Krieg“ eher zu Kollateralschäden.

    Fürchte außer „duck and cover“ bleiben da wenige Optionen. Eine Einzelverhandlung der EU mit dem Iran (glaube sowas schwebt dir vor?) wäre schon ein extremer Bruch des Bündnisses (nicht zu vergessen, dass etliche der Kolletaral-Schäden Golfstaaten auch Verbündete sind) – zudem noch in einer völlig unberechenbaren Lage.
    Wäre ja nicht unwahrscheinlich, dass die EU dann mit jemandem verhandelt, der wird auf dem Rückweg von den Israelis gekillt, während Trump gerade verkündet, dass er den Krieg siegreich beendet.

    Ähnliche Problematik gibts ja auch, wenn man der Meinung ist, wir sollten da dringend ein Minensuchboot hinschicken. Am besten ohne Plan, was man tut, wenn das abgeschossen ist. Da darf man bestimmt sowieso nur mitmachen, wenn man sich mit niemandem abspricht, Verbündete genauso verwirrt wie die Feinde und ein bisschen „aus Spaß“ ballert. (bestimmt geheimer Masterplan)

    Ist zwar unbefriedigend, aber die Sprachregelung, dass man gerne behilflich ist, wenn der Krieg beigelegt ist, scheint mir da nicht ganz blöd.

    7) Sondervermögen
    im regulären Haushalt wurden die Investitionen praktisch auf null heruntergefahren, stattdessen werden die Mittel des Sondervermögens nun für ohnehin geplante Dinge benutzt.
    Sorry, aber ich würde auch an der Intelligenz jeden Haushälters zweifeln, wenn die nicht losrennen und überall einen Sticker mit „Sonder“ draufkleben. Ist schon das 1&1 der Buchhaltung.

    Deswegen wollte ich das Ding lieber ganz killen, diese Rechentricks sind ja nicht neu (gibts logischerweise bei so einem großen Unternehmen immer). Unabhängig vom Sondervermögen wurden auch viele Coronakosten dann durch die Rücklagen von Arbeits/Krankenversicherung gedeckt und nicht durch den regulären Haushalt. (Kleine Erinnerung: nach dem Urteil zur Schuldenbremse hat Lindner eine Zahlungsaufforderung an die Agentur für Arbeit geschickt wegen den Kosten für die Kurzarbeit)

    Ist generell imo ein Problem, wenn man Haushaltsfragen zu sehr verrechtlicht und es ist ein massives Problem, weil man dadurch zusätzlich weniger Transparenz und Ausgabenkontrolle hat, obwohl das ja eigentlich ein Ziel sein sollte.

    Noch eine Ergänzung zur Planbarkeit: (und ja plötzlich unerwartet einen Batzen Geld zu haben führt zu ähnlichen Problem, wie kurzfristig festzustellen, dass kein Geld da ist)
    Neben meinem Credo „mehr Geld für Kommunen“ hab ich ja auch das Credo, dass dieses Hin und Her Gift ist, weil es eben diese Planungszyklen oft genug verhindert.
    Ein Beispiel aus meinem Landkreis: Man hat festgestellt, dass sehr viele Brücken marode sind (na sowas) – leider reicht das Budget nicht, um sowas wie einen allgemeinen Brückensanierungsplan aufzustellen.
    Man braucht das Geld, um quasi „spontan“ die Brücke zu reparieren, die als erstes droht, zu kollabieren. Mit etlichen Problemen, die dann dank mangelnder Planung (Ausweichverkehr) so entstehen.

    • Soeren Schmitz 24. März 2026, 19:13

      Fürchte außer „duck and cover“ bleiben da wenige Optionen

      Die militärische sehe ich für Deutschland nicht: auf welcher Basis sollte ein Bundestagsmandat zu Stande kommen?

      Dennoch halte ich die Passivität der Europäer für falsch. Vom Iran gehen unbestreitbar Gefahren aus. Und ich kaufe auch ein Stück weit das israelische Argument des Präventivkriegs Die iranische Regierung hat mehrfach erklärt Israel auszuradieren – ich würde auch nicht warten wollen, bis Nuklearrakten auf der Startrampe stehen, bis ich Sand ins Getriebe streue. Also nutzt man eine Gelegenheit und sorgt für Verzögerung.
      Ich würde daher eine Doppelstrategie fahren – Europa könnte gemeinsam mit China als
      als Makler auftreten, parallel aber die USA per Scheckbuch unterstützen. Denn wenn Trump verliert und irgendwas sehr Dummes in Sachen Ukraine macht, wird es für uns noch teurer…

      • Ariane 24. März 2026, 20:27

        Die militärische sehe ich für Deutschland nicht: auf welcher Basis sollte ein Bundestagsmandat zu Stande kommen?
        Ach das sehe ich überhaupt nicht, nicht mal dass es da zu einer Abstimmung kommen könnte.

        Aber ich finde es durchaus berechtigt, dass es keinen Automatismus gibt, die USA führen Krieg und weil wir Verbündete sind, sollten wir da aktiver mitmachen. Die EU hat es aus der Presse erfahren, genauso wie dass Trump die Russland-Sanktionen aufgehoben hat. Vor zwei Monaten gab es die ernsthafte Befürchtung, dass Grönland angegriffen wird.
        Ist ja alleine aufgrund des allgegenwärtigen Wahnsinns schon verständlich, dass man da lieber Abstand hält.

        Ansonsten hat Deutschland immerhin das Manko und Privileg zugleich, nicht so der große Außenpolitikplayer zu sein. Frankreich und UK da die Führung zu überlassen und im Zweifel zu machen, wofür die sind, finde ich nicht verkehrt.

      • Stefan Sasse 24. März 2026, 22:22

        Ich sag auch nicht, dass das falsch wäre, sondern dass es falsch wäre, dieser Regierung unter diesen Umständen bedingungslos zu Hilfe zu eilen.

      • Lemmy Caution 25. März 2026, 14:58

        Wir sollen den USA Geld geben, weil die full yolo einen Krieg gegen den Iran starten, den sie nicht gewinnen können?
        Und Iran akzeptiert uns dann als Makler, weil diesen Krieg auch noch finanzieren? Die sind iranischen Machthaber sind zwar skrupelloser als Trump, aber nicht so blöd.
        Ich habe mir gestern und heute dieses lange und sehr interessante Interview angehört. Ich stimme nicht mit allem überein. Die Frau denkt schon irgendwie aus der Perspektive der Grünen, aber das war mal jemand der Ahnung vom Iran hat.
        https://www.youtube.com/watch?v=RgL4bAh8YoM

    • Stefan Sasse 24. März 2026, 22:21

      6) Ich habe das Gefühl, das ist gerade Schrödingers „Unser“. Es ist insofern unser Krieg, als dass er uns zweifellos betrifft; es ist nicht unserer, dass wir ihn weder angefangen haben noch mitmachen sollten.

      7) Richtig, deswegen sage ich ja auch immer, dass diese Versuche, den Haushalt zu entpolitisieren, einfach Quatsch sind.

      • Ariane 25. März 2026, 17:23

        Ich habe das Gefühl, das ist gerade Schrödingers „Unser“.

        Es ist auch eine schöne Nebendebatte, damit man nicht sagen muss, ob man den Krieg unterstützt oder ablehnt 😉

      • Lemmy Caution 25. März 2026, 18:58

        Aktuell radikalisiert der Krieg den Iran. Die hardliner der Revolutionsgarden bestimmen die Politik.
        Ali Chamenei war 1989 bis zu seiner Ermordung vor ein paar Wochen Religionsführer, also oberste Macht. Er war eher Hardliner, aber in seinem Testament wollte er nicht, dass sein Sohn – ein absoluter Hardliner – das Amt übernimmt. Im Krieg will die politische Führung aber Einigkeit demonstrieren und sein Sohn Hodschatoleslam Modschtaba Chamenei wurde von den Geistlichen zum neuen Religionsführer gewählt.
        Wenn man nett zu den Autokraten nett ist wie z.B. gegenüber Putin oder auch Chavez/Maduro ist nicht gesichert, dass die Gesellschaften den Autokratismus irgendwann überwinden, aber ein Krieg, den man eigentlich nicht gewinnen kann, ist vielleicht die schlechteste Idee.

        • Lemmy Caution 25. März 2026, 19:06

          Chavez/Maduro bis 2018, aber da war die „Bolibananische Robulotion“ schon seit 4 Jahren offensichtlich gescheitert. Davor versuchte man es mit freundlich. Die harten Sanktionen begannen erst 2019.

  • Ariane 25. März 2026, 17:21

    zu Punkt 3 – Antisemitismus in der LINKEn hat Gysi auch zu den Vorwürfen gegen ihn dem Spiegel ein ganz gutes Interview gegeben:
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gregor-gysi-ueber-antisemitismus-in-der-linken-diesen-machtkampf-muessen-wir-jetzt-zu-ende-fuehren-a-f46c9537-5c25-4141-922e-2043b69acad8

  • Erwin Gabriel 25. März 2026, 20:27

    5) Entfernung von der Wirklichkeit

    Die SPD etwa hat schon ewig keine Sozialleistungen mehr ausgegeben, …

    Hörst Du überhaupt zu, wenn Lars Klingbeil den Mund aufmacht?

    • Stefan Sasse 26. März 2026, 09:22

      Ja, aktuell fordert er Kürzungen ohne Ende.

      • Erwin Gabriel 26. März 2026, 10:09

        @ Stefan Sasse 26. März 2026, 09:22

        Ja, aktuell fordert er Kürzungen ohne Ende.

        Ja. Das Ehegatten-Splitting soll gekürzt werden, zum Beispiel. Ehegatten-Splitting sorgt dafür, dass gleiche Haushaltseinkommen gleich besteuert werden, dass also ein Haushalt mit einem Einkommen von 7.000 Euro genauso besteuert wird wie ein Haushalt mit zwei Einkommen von 4.000 und 3.000 Euro.

        Oder ein O-Ton: „Um Menschen mit geringeren Einkommen zu entlasten, müssten „die mit den Spitzeneinkommen und die mit den hohen Vermögen ihren Beitrag dazu leisten“. Sein Vokabular zielt implizit darauf ab, dass offenbar Spitzeneinkommen ihren Beitrag nicht leisten. Das ist einfach nur unverschämt.

        Sein Forderung, „mehr zu Arbeiten“, klingt für einen Mann, der jahrelang bei Diskussionen zu einem späteren Renteneintrittsalter den Dachdecker hervorkramte, eher unglaubwürdig. Vermutlich wird er offiziell der Grundforderung der Union zustimmen, um dann bei den Details wieder dagegenzuhalten.

        Als er ans Ruder kam, war ich echt begeistert. Aber was die SPD unter seiner und Bas‘ Führung abzieht, ist permanenter Wahlkampf und geht in meinen Augen gar nicht.

  • Stefan Pietsch 27. März 2026, 20:03

    @Stefan Sasse

    Sag‘ mal Stefan, schläfst Du heute, hast Du Feierabend oder ist einfach Dein Internet ausgefallen? Ich möchte weder als Lügner noch Rassist beschimpft werden. Entschuldigungen kommen eh nicht, werden nur immer erwartet.

  • Lemmy Caution 28. März 2026, 17:25

    h) Umfragen im Cono Sur
    Seit dem 9. März hat der Cono Sur neben Milei mit José Antonio Kast in Chile noch einen sehr weit rechts stehenden Präsidenten. Kast artikuliert und agiert vergleichsweise gedämpfter als Milei. Darin unterscheidet er sich nicht von der linken Vorgängerregierung, die stark um Haushaltskonsolidisierung und Währungsstabilität besorgt war. Bei Amtseinführung hatte Kast 57% Zustimmung. Nachdem er nur 10 Tage regiert hatte, liegt die Zustimmung nun bei nur noch bei 47%. Die Ablehnung stieg im selben Zeitraum von 34% auf 49%. Was hat Kast gemacht? Eigentlich nichts. Bagger haben einen sinnlosen Graben zur peruanischen und bolivianischen Grenze gezogen. Er hat ein Gesetzesvorhaben angekündigt, gemäss dem die gutverdienenden Begünstigten der niedrigverzinsten staatlichen Darlehen fürs Studium sich weniger leicht aus ihrer Rückzahlverpflichtung rauswinden können und weniger Geld für staats-subventionierte Postgraduierten-Studienfortsetzungen in Europa und Nordamerika. Beides Dinge, die ich vielleicht sogar ok finde, aber ich weiss darüber zu wenig Details.
    Chilenische Wähler haben sich in den letzten Jahren zu mindestens 4 Zeitpunkten als sehr wankelmütige Besatzung ihrer Demokratie gezeigt.
    Aus meiner Sicht neigen die seit einigen Jahren zu unrealistischen Erwartungen. Auf das Platzen der Erwartungsblase folgt dann Volatilität. Im Falle Kast vollzog sich dies nun extrem schnell, was natürlich auch den hoffentlich tnur temporär stark steigenden Benzin und v.a. Diesel-Preisen geschuldet ist. Mal sehen, als wie stabil sich der Stimmungsumschwung erweist. Mir macht das übrigens Hoffnung für mein gestörtes Verhältnis zu Ost-Deutschland.
    Ausserdem gibt es Anzeichen, dass die aus meiner Sicht erstaunlich hohe Zustimmung für Milei zerbröselt.

  • Regina 29. März 2026, 20:50

    3. Wer sich wie du, Stefan, über Antizismus empört statt über Genozid, ist wirklich im rechten Lager angekommen. Welch ein Abstieg.

    • Stefan Sasse 30. März 2026, 09:53

      „Antizismus“? Und ich kann mich über beides gleichzeitig empören.

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