Klimapolitik festgefahren

2019 war sicher kein gutes Jahr für den Klimaschutz. Die jährliche Konferenz, die diesmal aufgrund der politischen Unruhen vom ursprünglichen Veranstaltungsort Santiago de Chile nach Madrid verlegt werden musste, bildete dabei den unrühmlichen Schlusspunkt. Die internationalen Bemühungen um verbindliche Vereinbarungen wirken festgefahren, der Frust bei vielen Aktivisten wächst und damit die Gewaltbereitschaft. Symptomatisch dafür steht die deutsche Fridays-for-Future (FfF)-Initiatorin Neubauer, die angesichts der gescheiterten Klimakonferenz fragte, was denn noch geschehen müsse, damit die Politik sich endlich bewegt. Und die Aktivisten-Konkurrenz von Instinction Rebellion (XR; Rebellion gegen das Aussterben) rühmt sich ohnehin, dort weiterzumachen, wo die jugendlichen Demonstranten von FfF aufhören. Dabei hat die Empörung durchaus ihre Berechtigung, die politischen Führungen der weltweit wichtigsten Emittenten wirken zerstrittener denn je. Das Scheitern der Fortführung des Kyoto-Protokolls auf der Konferenz 2009 in Kopenhagen markierte die offene Konfliktlinie zwischen der Spitze der entwickelten Länder und den aufstrebenden Mächten. In der Folge haben sich beide Seiten radikalisiert. In den westlichen Staaten angeführt von Nord- und Mitteleuropa dominiert zunehmend eine ungeduldige Jugend die Debatte, während auf der anderen Seite der Barrikaden Populisten und Autokraten jeden Fortschritt verhindern. Es ist Zeit für einen Reset.

Auch 2019 wird der globale Ausstoß der Kohlendioxidmoleküle mit knapp 37 Milliarden Tonnen ein neues Allzeit-Peak erreichen. Große Waldbrände in der Amazonas-Region wie in Australien setzen der Umwelt ähnlich zu wie das weiterhin robuste Wachstum der Weltwirtschaft. Zwar fällt der Anstieg mit 0,6% schwächer aus als in den Vorjahren, dennoch befindet sich der Hunger nach Wohlstand auf Kollisionskurs mit dem Klima. Von dem Ziel der UN, die jährlichen Emissionen zwischen 2020 und 2030 im Zwölf-Monats-Rhythmus um 7,6% zu senken, sind wir meilenweit entfernt.

Dass der Anstieg überhaupt so maßvoll ausfällt, hat mit dem verringerten Einsatz von Kohle als Energieträger in der EU wie Nordamerika zu tun. In China und Indien fiel das Wachstum schwächer aus als geplant, wie sich überhaupt die Weltwirtschaft seit längerem eintrübt. In Deutschland wird sich der CO2-Ausstoß aller Voraussicht nach um 50 Millionen Tonnen verringern, was einem Rückgang um über 7% entspricht. Während Wind und Gas einen höheren Anteil an der Energiegewinnung erreichen, wirken das Bevölkerungswachstum wie die kalte Witterung im Frühjahr gegenläufig.

Doch wo ist die Koordination? Ziele und Prioritäten der Teilnehmerländer in Madrid unterschieden sich dramatisch. Damit ist es jedoch faktisch unmöglich, zu einem abgestimmten Verhalten zu kommen, denn nur wenn Einigkeit über Richtung und Instrumenteneinsatz besteht, ist eine bewusste Koordination möglich. Unter diesen Bedingungen musste der Gipfel scheitern und die Enttäuschung auf Seiten jener, die Fortschritte sehen wollten, war vorhersehbar. Die Klimaaktivisten gehen von falschen Voraussetzungen aus und ihnen fehlt die Nüchternheit in der Betrachtung. Bewaffnet mit den Statements von Forschern, die sie nicht gelesen haben und im Zweifel auch nicht verstanden hätten, hängen sie dem Glauben an, gleichgerichtetes Denken in jeder Ecke dieser Welt sei eigentlich zwangsläufig. Schließlich sage die Wissenschaft, der Weltuntergang stehe bevor. Und so oder so ähnlich argumentieren auch die Interpreten des Koran ohne ihn je gelesen zu haben.

In den Kommentarfunktionen zu diesem Blog wird die eingeräumte Möglichkeit, Verlinkungen einzustellen, höchst unterschiedlich genutzt. Die meisten ziehen es vor, die Meinungen anderer wiederzugeben, die sie irgendwo aufgeschnappt haben. Zielführend ist schon das selten. Und bei keinem anderen Thema als der Klimakrise wird mantraartig auf die geballte Meinung der Wissenschaft verwiesen, die dies und jenes gesagt habe. Hundertausende Wissenschaftler seien nicht nur zu den exakt gleichen Erkenntnissen gelangt, sondern würden sogar exakt das Gleiche fordern. Es ist wohl ein einmaliges Ereignis in der Menschheitsgeschichte, dass sich eine Zunft praktisch so einig ist. Wer jedoch annimmt, der Blog müsse angesichts einer solchen Übermacht vor Links aus den Nähten platzen, sieht sich getäuscht. Zu keinem Thema werden so wenige Studien verlinkt wie bei der Klimadebatte. Wer eine universitäre Ausbildung genossen hat, sollte spätestens an dieser Stelle hellhörig werden, denn im kühl-nüchternen Ambiente der Wissenschaftlichkeit wird streng getrennt zwischen Forschung und deren Erkenntnissen und politischen Empfehlungen. Letztere werden üblicherweise nur nach Auftrag erteilt.

Damit nährt sich der Verdacht, dass viele Klimaaktivisten ähnlich den jungen gelehrigen Koranschülern sich mit Emotionen aufladen, die sie nicht steuern können. Ist schon das eine gefährliche Entwicklung, wird sie verstärkt durch eine Opposition, die nahezu zynisch Machtpolitik mit kurzfristigen Interessen betreibt. Die südamerikanischen Länder befinden sich seit der Finanzkrise in einer langjährigen Abwärtsspirale, die mit der Zeit Populisten an die Macht gespült hat. Getrieben von Existenzängsten wird der Regenwald abgefackelt und der Raubbau an der Natur mit wirtschaftlicher Entwicklung gleichgesetzt. In der EU halten polnische, bulgarische und ungarische Autokraten (die es eigentlich nicht geben dürfte) die Hand auf und sehen das Klimathema nur als weiteren Quell Subventionen aus dem Brüsseler Haushalt abzugreifen. China und Indien begraben gerade ihre Wachstumsgelüste unter einem exorbitant steigenden Berg von Schulden. Der Durst nach der Süße des Wohlstandes droht die asiatischen Ökonomien zu überfordern.

Die Schwellenländer, zu denen China und Indien immer noch und der südamerikanische Kontinent ohnehin gehören, lebten lange gut damit, unter dem Regime des Klimaschutzes nahezu kostenlos westliches Know-how zugeführt zu bekommen. Investoren aus Deutschland, Frankreich und den USA finanzierten UN-zertifizierte Wasserkraftwerke und Windparks in Pakistan, Malaysia und Nicaragua und erhielten dafür EU-Subventionen wie Wertpapiere, die sie an europäischen wie nordamerikanischen Börsen handeln konnten. Diese Welt ist mit dem Scheitern eines Folgeabkommens zu Kyoto untergegangen.

Die Umweltpolitik steht vor einem mehrfachen Dilemma(ta). Bereits heute entstehen die größten Mengen der klimaschädlichen Gase in Ländern, die trotz ihrer Prosperität auf Wissenstransfer angewiesen sind. Doch Wissen besitzt üblicherweise ein Preisschild, es wird ähnlich wie Finanzkapital aufgebaut, entwickelt und ist im Westen mit einem Eigentumsvorbehalt versehen. Das Wissen, gebildet an Universitäten, betrieben mit hohen Kosten, wird entwickelt in Köpfen, ausprobiert in Labors und dokumentiert in Patenten. Am Ende wird es in den Umsätzen von Produkten zu Geld gemacht. Aufsteigerländer klauen es seit Jahren ähnlich den kleinkriminellen Raubkopierern von Musik- und Filmdateien. Andere Wege sind der über die Subventionierung von Entwicklungsprojekten, finanziert mit westlichen Steuergeldern und im Gegenzug für Wirtschaftsversprechen.

Schon unter dem Kyoto-Regime galt das Produzieren von CO2-Zertifikaten (sogenannte Verschmutzungsrechte) in unterentwickelten Ländern für Umweltaktivisten als anrüchig. Sie sahen und sehen hierin ein Freikaufen des Westens von seiner Verpflichtung, selbst Verzicht zu üben. Nicht zuletzt unter diesem moralischen Druck ihrer Wähler wurden die Möglichkeiten erheblich eingeschränkt, durch die Förderung von Umweltprojekten Zertifikate zu produzieren.

Die meisten der Staaten, die lange von eigenen Verpflichtungen befreit waren, sind zu wirtschaftlichen Konkurrenten der alten entwickelten Welt herangewachsen, bestehen aber weiterhin auf den alten Vorzugskonditionen. Sie wissen um die Erpressbarkeit der EU, der USA und Kanada in Fragen des Klimaschutzes, deren demokratisch gewählte Regierungen unter massiven Druck ihrer Wählerschaft stehen – einen Druck, den Autokraten nicht aushalten müssen. Donald Trump hat den Scheinfrieden von Paris mit dem Ausstieg aus dem Klimaabkommen aufgebrochen. Leider können solche Hardcore-Populisten nur auf Probleme hinweisen. Lösen können sie sie nicht.

Die Verzichtspredigten der Klimaaktivisten und ihrer politischen Arme bei den grünen Parteien finden kein echtes Gehör. Auch in 2019 ist der Flugverkehr gewachsen, wurden mehr SUVs verkauft und mehr Fleisch verzehrt. Der Warenaustausch zwischen Asien und dem Westen wächst und wächst, allen Sabotage-Versuchen der Trump-Administration zum Trotz. Die Kreuzschifffahrtsbranche legt ein neues Rekordjahr hin, 20 Jahre alte Tanker wie gerade die AIDA Mira werden umgerüstet, um der Nachfrage hinterherzurennen, Billigreisen sind en vogue. Das Erlebnisbedürfnis der Menschen ist ungebrochen und verdrängt die Sorgen einer Minderheit um das Klima in den Bereich der Sonntagsreden.

Im Gegenzug offenbaren die Lobbyisten des Klimas eine bedauerliche Unernsthaftigkeit. Man möchte den Leuten ja nicht den Spaß nehmen, sondern nur bewussteres Leben verlangen. Es geht nicht um den Verzicht auf Fliegen, Fahren, Urlauben und den Genuss von Rindersteaks, sondern nur von allem ein bisschen weniger. Das hört sich an wie die Reden eines evangelischen Pfarrers, der nicht die letzten Gläubigen aus der Kirche vertreiben will. Tatsächlich paart sich hier Ambitionslosigkeit mit Chaos. Der Klimabewegung fehlt jede Idee, wie mit welcher Strategie welcher Fortschritte erreichbar sein könnte. So bleibt das Ganze im Esoterischen. Währenddessen freuen sich heute die Grünen, einen plakativen Preis für CO2 in ausgewählten Branchen einführen zu können, so als führte schon die Verteuerung umweltschädlichen Verhaltens um ein paar Cent zu Verzicht und Alternativen. Keine andere Partei lernt so wenig aus ihrer Politik wie die Grünen. Am Ende betonen Parteivertreter auch mehr den Umverteilungscharakter der CO2-Bepreisung als dessen unterstellte Lenkungswirkung.

Zu allen Zeiten gab es einen Teil von Bürgern, welche die Erlösung in dem Verzicht auf irdische Genüsse ansahen. Fasten, also das Kurzhalten unter den eigentlichen Bedarf, ist Teil der monotheistischen Weltreligionen. Damit einher gehen die immer gleichen Probleme. Die Teilnehmerzahlen schrumpfen und vor und nach der Fastenzeit ist Völlerei. Fast jede Diät scheitert und führt zum Gegenteil des eigentlich Beabsichtigten. Die Begründer der großen Religionen wissen das, weshalb den Gläubigen mit den Tugendregeln ein ganzer Kanon von Bußmaßnahmen mitgegeben wird.

Unser Unterbewusstsein wertet Verzicht als Strafe, so die Erkenntnis von Verhaltensforschern, die aktuell nicht so Konjunktur haben. Die Strafe wiederum verlangt nach Kompensation. Erst wenn die Belohnung doppelt so hoch ausfällt wie die Strafe, befindet sich unsere Psyche wieder im Gleichgewicht. Angenommen die Wissenschaft hat für diesen Teil recht, dann erklärt dies die Erfolgslosigkeit der bisherigen Klimaschutzpolitik und die Ergebnisse der Umfragen, wonach nur eine Minderheit überhaupt Kosten für den Klimaschutz schultern will.

Wenn Klimapolitik Erfolg haben will, muss sie endlich umdenken. Dabei definiert sich Erfolg nicht darin, ob ein paar mehr Demonstranten freitags die Schule schwänzen oder die Grünen über oder unter der 20 Prozentmarke liegen. Und sie muss Koalitionen bilden, Kompromisse suchen – Kompromisse, die sich nicht in ein paar mehr oder weniger Flügen ermessen.

Ehrlich gesagt, ich zweifle sehr stark daran, dass die meisten Klimabewegten dazu in der Lage sind. Zu sehr scheinen andere Ziele im Vordergrund zu stehen als schnöde Emissionswerte zu senken. Die Grünen und die sie stützenden Milieus haben sich in einer Wagenburg verschanzt, wir hier drinnen, ihr da draußen. Statt auf solche zuzugehen, die schließlich benötigt werden, wird sich abgegrenzt. Wer nicht mindestens ein Verzichtsgebot nennen kann, ist kein Gläubiger. Wer auf Intelligenz und Phantasie baut, gehört nicht zum inneren Kreis, ist einfach eine lächerliche Figur. So macht man Feinde, keine Verbündeten.

Partnerschaften beginnen damit, die Unterschiedlichkeit anzuerkennen und sie als Vorteil zu begreifen. Sex mit Gleichgeschlechtlichen macht schließlich den meisten keinen Spaß. Nationen, Völker und Bürger haben höchst unterschiedliche Interessen und Vorstellungen. Koordination und gleichgerichtetes Verhalten kann da nur über einen pauschalen Regelungsmechanismus gelingen, der es ermöglicht, dass jeder auf die ein oder andere Art seinen Vorteil daraus ziehen kann. Verhaltensauflagen und Detailplanungen sind da hinderlich.

Wenn wir wollen, dass China und Indien und die anderen Aufsteiger in unserem Sinne Klimapolitik betreiben, müssen wir etwas anbieten. Und dieses Angebot darf nicht von anderen als Kuhhandel bekämpft werden. Unternehmen und Experten transferieren jeden Tag ihr Wissen, aber sie lassen sich dafür bezahlen. Wenn wir möchten, dass in Pakistan weniger Kohle verfeuert wird, müssen wir es für hiesige Unternehmen attraktiv machen, dort zu investieren und mit sauberer Energie Gewinne zu machen.

Nicht Moral ist der allgemein gültige Steuerungsmechanismus. Es ist der Preis für Leistung und Güter. Das ist die universelle Sprache, wenn fremde Menschen zusammen arbeiten und versuchen, ein gemeinsames Ziel zu finden. Damit der Preis dahin wirkt, die CO2-Emissionen zu senken, muss er für alle unter gleichen Bedingungen ohne Ausnahmen entstehen. Ein CO2-Preis, abgestellt auf die Verhältnisse in den reichsten Ländern, ist dazu wenig geeignet. Ein frei verhandelbarer Preis wie im Cap & Trade-System, abhängig von alternativen Kosten und in Anbetracht der Dringlichkeit, Emissionen zu senken und Alternativen zu schaffen, schon weit eher. Und es ist nunmal leichter und günstiger, in China ein hochmodernes Atomkraftwerk und auf den Philippinen ein Wasserkraftwerk zu bauen als in Frankreich den Standard von 20.9 auf 21.2 anzuheben oder die Kapazität der Wehratals um 10% zu erhöhen.

Der nüchterne Blick auf die Sache ohne moralische Entrüstung ist leider etwas aus der Mode gekommen. Wir haben es verlernt, auf das Ergebnis zu schauen und sind mehr fixiert auf den Weg dorthin. Doch wer Trends umkehren will, muss sich mit seinen Gegnern auseinandersetzen, nicht mit seinen Freunden. Und wer Großes bewirken will, darf weder andere mit Kleinteiligkeit und Vorschriften steuern und er muss die Ziele und Motive des anderen verstehen.

Das weltweite Klima zahlt den Preis, wenn es daran fehlt.

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  • mikefromffm 20. Dezember 2019, 14:28

    Puh, da liest man nach langer Zeit mal wieder einen Artikel vom Pietsch, nur um festzustellen, dass alles so wie früher ist: Selten einen so dämlichen Quatsch gelesen. Was für 1 Verschwendung von Lebenszeit ….

    • Rauschi 20. Dezember 2019, 14:37

      Dem kann ich nur zustimmen, ein einziges Mimimi eines Menschen, der die Konsequenzen seiner Handlung weder sehen noch tragen will, sondern lieber den kommenden Generation aufbürden möchte.

      Der auch Erfinder- und Unternehmergeist bei Wind und Sonne nicht belohnen will, sondern lieber auf irgendwas neues warten will, das der Markt schon hervor bringen wird. Wahnsinn hoch 10!
      Das würde nämlich [der nüchterne Blick auf die Sache ohne moralische Entrüstung]verlangen, der aber nur von anderen erwartet wird. Wie absurd.

  • Stefan Sasse 20. Dezember 2019, 14:50

    Deine Problembeschreibung ist bezüglich der internationalen Poltitik überwiegend korrekt. Natürlich ist falsch, dass es überhaupt eine große Verzichtbewegung gibt; die imaginiert ihr euch immer nur herbei. Gleiches gilt für den beknackten Vergleich mit dem Koran Aber das nur am Rande. – Die Frage ist doch vielmehr, was die Konsequenz ist. Müssen wir jetzt CO2-Zertifikate einführen? Dann fehlt mir noch die Begründung, warum das plötzlich weltweit klappt, wo es früher nie ging. Oder eine CO2-Steuer. Oder…was genau? Du kritisierst zurecht, dass der aktuelle Stand mehr als überschaubar ist, kritisierst und polemisierst alle bestehenden Regeln, stellst dich erhaben und moralisierend darüber – und trittst dann mit einem Tusch von der Bühne. Ich bleibe ratlos zurück.

    • Stefan Pietsch 20. Dezember 2019, 15:42

      Ich sage nicht, dass es eine große Verzichtsbewegung gibt. Es sage, dass die Klimaaktivisten im wesentlichen auf das Instrument Verzicht setzen. Die Gruppe der Klimaaktivisten selbst ist wiederum eine kleine.

      Zu keinem anderen Thema lese ich hier und andernorts: Die Wissenschaft sagt. Üblicherweise kann man in solchen Fällen Studien en masse abgreifen, die mit einer Summary anfangen und einem Resümee der Ergebnisse enden. Das macht es auch solchen, die keine wissenschaftlichen Leuchten sind, leicht sich zu orientieren. Doch zum Thema Klimakrise? Nichts. Ich kann mich nicht erinnern, dass überhaupt jemand schon eine Studie eingestellt hat. Das höchste der Gefühle sind sogenannte Meta-Studien zur Validität von Prognosen. Woher haben die Leute also dieses „Die Wissenschaft sagt“? Ich habe in den letzten Tagen etwas gegoogelt und man bekommt dabei renommierte Namen. Was man nicht bekommt ist: das ist doch absolut eindeutig! Anscheinend sind angesehene Forscher erkennbar genervt, wie ihre Profession für ein politisches Megathema missbraucht wird. Wissenschaftler im allgemeinen haben da einen ganz eigenen Fachstolz. Die Bibel hat jahrhundertelang auch kaum jemand gelesen und jeder meinte zu wissen, was drin steht. Mit dem Koran ist es das Gleiche. Wieso meinst Du, solche Verhaltensmuster seien nur auf zwei Weltreligionen beschränkt?

      Wie bereits in der früheren Artikelserie weitschweifiger ausgeführt, wurde im Rahmen des Kyoto-Protokolls ein globales Zertifikatesystem eingeführt. Fast jedes UN-Mitgliedsland hat so etwas implementiert und sei es in Fragmenten. Es hat den unbestreitbaren Vorteil, dass nicht erst detaillierte globale Regeln zu vereinbaren sind und von der UN und nicht von den Mitgliedsstaaten gesteuert wird. Jede Steuer wiederum unterliegt der nationalen Souveränität. Der Erfolg des CO2-Handels funktionierte sehr wohl, nur waren die größten Wachstumsländer ausgenommen. Jede Reduzierung in den USA und der EU wurde weit überkompensiert durch ein Mehr an Emissionen in China und Indien. Das war die Bruchstelle: 2009 konnte man sich nicht einigen, dass auch für China und Indien die Menge an Zertifikaten begrenzt wird. Und so ist es bis heute geblieben.

      Deutschland hat binnen einen Jahres um 50 Millionen Tonnen reduziert. Dieser große Erfolg wird nur überhaupt nicht wahrgenommen, denn die deutschen Emissionen liegen gerade bei knapp 900 Millionen Tonnen, jetzt unter 850 Millionen Tonnen. Nur 50 Millionen sind ein Fliegenschiss, wenn es weltweit um über 200 Millionen Tonnen rauf geht. Anders gerechnet: wären die Emissionen gesamt so stark gefallen wie hierzulande, wären es jetzt nicht 37 Milliarden Tonnen, sondern 34 Milliarden Tonnen. Daran erkennst Du, wo die wahren Potentiale liegen.

      China und Indien werden sich in dieser Frage nicht wirksam beteiligen, wenn sie keine handfesten monetären und entwicklungstechnischen Vorteile daraus ziehen können. Folglich müssen wir uns weit mehr damit befassen, gegenseitige Vorteile zu geben als zu diskutieren, wo ein paar Millionen Bürger in Europa Verzicht üben könnten.

      Ich möchte die Dinge nüchtern anfassen, was seltsamerweise bei diesem Thema den Aktivisten nicht möglich ist. Beschimpfungen der Art „How dare you?!“ und „Leute wie Sie sind schuld, dass wir Klimawandel haben!“ sind nicht gerade zielführend, wenn man eine bestimmte ökonomische Größe (Emission Null) erreichen will. Erkennbar wird man dafür jeden brauchen, aber nur ein Teil wird sich einbinden lassen. Ein klassisches Dilemma, das nicht kleiner wird, wenn man sich selbst in eine Wagenburg packt.

      Die Lage ist wirklich ernst.

      • Rauschi 20. Dezember 2019, 16:35

        Wie ernst kann die Lage sein, wenn Sie ein bisschen Verzicht schon anlehnen? Nie als einzige Massnahme, aber auch als eine Massnahme? Seit wann ist Konkurrenz nicht mehr die Maxime?

        • Stefan Pietsch 20. Dezember 2019, 19:54

          Sie sind ein seltsamer Mensch. Vor zwei Stunden bekunden Sie, der Artikel sei nicht lesenswert und lohne kein Nachdenken. Nur, um jetzt Fragen dazu zu stellen. Wer darin 1 Cent Logik findet, kann ihn behalten.

          Ich lehne Verzicht nicht ab, schließlich bin ich Katholik und moralisch denkend. Danach dürfen wir nicht alles tun, was wir tun könnten. Aber Verzicht, der nicht auf Freiwilligkeit beruht, ist Zwang. Sind Sie für Zwang? In einer freien Gesellschaft dürfen Zwangsmittel nur in extremen Notsituationen eingesetzt werden. Dabei ist ein Notstand kurzfristig und übergangsweise. Zwar ist die Definition von Notlage situationsbedingt, bei einer Dauer von mehr als einem Jahr fehlt jedoch allein das Kriterium der Kurzfristigkeit.

          Der Ausstoß von CO2 ist keine Straftat, noch schädigt es irgendjemanden weder mittel- und schon gar nicht unmittelbar. Die Durchsetzung eines irgendwie gearteten Verzichts durch Zwang ist damit in einem Rechtsstaat und einer freien Gesellschaft nicht zulässig. Damit scheidet das Mittel des Strafrechts zur Durchsetzung eines Verzichtsgebots aus. Der Verzicht kann daher nur freiwillig erfolgen.

          Beim Zertifikate-Handel kann jeder auf umweltschädliches Verhalten verzichten und wird finanziell belohnt, in dem er besser als andere gestellt wird, oder sogar Erlöse aus dem Verkauf seiner Verschmutzungsrechte erzielen kann. Wer auf bestimmte Verhaltensweisen wie Fliegen nicht verzichten will, wird nicht bestraft, er muss nur einen weiteren Teil seines Einkommens aufwenden, um anderen ihr Verschmutzungsrecht abzukaufen. Dem Klima jedenfalls ist es egal, ob ein Manager von Frankfurt nach Madrid zu einem Konzernmeeting fliegt oder ein Billigtourist von Stuttgart nach Mallorca. Der Billigtourist kann sich überlegen, ob es ihm den Flug noch wert ist oder ob er sein Recht zur Emission von 464 Kilo CO2 nicht anders einsetzt. Und das Unternehmen wird die Notwendigkeit solcher Meetings überprüfen und eine neue Kosten-Nutzen-Analyse vornehmen.

          Ein Höchstmaß an persönlicher Freiheit und trotzdem ein gewünschtes Umweltziel erreichen – das sollte doch eigentlich das Ideal sein.

          • Rauschi 21. Dezember 2019, 06:41

            Wenn CO2 nicht schädlich ist, worum geht es dann? Warum sollte jemand für Verzicht auf etwas unschädlich belohnt werden?

            Wann konnte jemals ein globales Problem mit den Idealvorstellungen gelöst werden? Genau, noch nie!

            • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 09:00

              Haben Sie den Artikel verstanden?

              In irgendeiner Passage steht, dass wenn Menschen etwas als Strafe empfinden – z.B. den Verzicht auf X oder Y – sie nach Überkompensation durch eine Belohnung streben.

              Versuchen Sie doch mal – und sei es nur theoretisch – zu beziffern, was ein Appell zum Verzicht auf unnötige Flugreisen fürs Klima bringt. Ich kann Ihnen jedenfalls beziffern, was die reduzierte Zuteilung von Verschmutzungsrechten CO2 in Deutschland bringt, wenn wir nur Zertifikate für 800 Millionen Tonnen ausgeben. Was ich dabei nicht beziffern kann, welcher Preis sich dabei bilden wird.

              • Rauschi 21. Dezember 2019, 10:29

                Na und, der Mensch strebt nach so vielem, muss man dem deswegen nachkommen?

                Welchen Unterschied das zur Steuer macht, bleibt im Dunkeln.
                Wie gehabt.

                • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 11:20

                  Psychologie ist nicht so Ihr Fach. Dabei steht dafür beispielhaft das beschlossene Klimapaket. Der CO2-Preis steigt und die Kompensationsmaßnahmen von der Pendlerpauschale bis zu verschiedenen Zuschüssen und Subventionen. Den anders als Sie weiß die Bundesregierung: 60% der Wähler lehnen fintierenden Belastungen zugunsten des Klimas ab. Die werden in ein paar Monaten sicher nicht die Grünen wählen um mehr von dem zu bekommen, was sie nicht wollen.

                  • Rauschi 21. Dezember 2019, 13:48

                    Nein, ich habe gerade erstdie Umfragen gepostet. Es gibt eine Mehrheit, sogar eine deutliche.
                    Sie haben keine Ahnung von Beweggründen. Warum verzichten auch heftige Raucher auf den Glimmstengel, wenn Kinder anwesend sind? Kriegen die Geld dafür oder wollen die Kinder möglichst nicht schädigen? So einfach kann es sein, wenn man nicht immer das falsche Menschenbild zu Grunde legt.

                    • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 14:58
                    • Rauschi 21. Dezember 2019, 16:54

                      Wir halten also, mit Fakten haben Sie es nicht so.
                      Civey liegt fast immer voll daneben.
                      Besser sieht es hier aus:
                      https://ec.europa.eu/clima/citizens/support_de ganz aktuell.
                      Wenn unsere Regierung jetzt doch Geld nimmt, was bedeutet das für die Demokratie?

                    • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 18:13

                      Eben, Sie haben es nicht mit Fakten, sondern dichten sich die Dinge zusammen. Erstens vermischen Sie nationale und internationale Ebene. Zweitens, In Ihrem Link steht kein einziges Wort dazu, was Thema war, nämlich dass die Deutschen bereit wären, zusätzliche Belastungen (persönlich!) zu tragen. Jede Umfrage dazu zeigt, eine Mehrheit lehnt solche Belastungen ab. Entweder Sie verstehen wiederholt die einfachsten Sachverhalte nicht oder Sie lügen. Und dann noch mit unangenehmen Ton.

                    • Rauschi 21. Dezember 2019, 19:32

                      Mehrheit der Deutschen würde fürs Klima verzichten.
                      Zeit, 09.06.2019
                      Beim Geld ist es geteilt, aber auch die Mehrheit.
                      So eindeutig ist das keineswegs. Ausserdem wird bei uns nicht Politik nach Umfragen gemacht. Muss ich mir ständig anhören, jetzt geb ich das mal zurück.

                    • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 19:41

                      Mehrheit der Deutschen würde fürs Klima verzichten.

                      Worauf? Auf Bananen? Es ging allein um die Frage, ob die Deutschen fürs Klima zahlen würden. Seit mehreren Kommentaren versuchen Sie zu suggerieren, dafür gäbe es eine Mehrheit. Da haben Sie sich verkämpft, weil Sie meinen, die Welt sei so, wie Sie. Zum Glück nicht.

                    • Erwin Gabriel 22. Dezember 2019, 00:49

                      @ Rauschi 21. Dezember 2019, 19:32

                      Mehrheit der Deutschen würde fürs Klima verzichten.

                      Ja, das sgen alle, mit denen ich spreche, aber sie handeln nicht so – Theorie und Praxis halt. Der Fleischkonsum steigt, die Urlaubsflüge steigen, die Zahl der verkauften SUVs steigt, der Stromverbrauch steigt etc.

                      Das muss nicht für den Einzelnen gelten, aber für das Gros der Bevölkerung.

                    • Ralf 22. Dezember 2019, 01:51

                      @ Erwin Gabriel

                      Ich will nicht behaupten, die Zahlen hier seien exemplarisch oder dass sie die Zukunft voraussagen, aber es gibt vielleicht auch ein paar positive Tendenzen, die nahelegen, dass es auch in Deutschland eine wachsende Zahl Menschen gibt, die vernünftig ist und verantwortlicher handelt …

                      https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-12-19/german-air-travel-slump-points-to-spread-of-flight-shame

                    • Stefan Pietsch 22. Dezember 2019, 11:22

                      Hoffnungswerte sind ein Akt der Hilflosigkeit und Verzweiflung. Waren Sie nicht derjenige, der darüber anhaltend spottet, weil es seinem Verzichtsmantra zuwiderläuft?

                    • Erwin Gabriel 28. Dezember 2019, 14:58

                      @ Ralf 22. Dezember 2019, 01:51

                      … aber es gibt vielleicht auch ein paar positive Tendenzen, die nahelegen, dass es auch in Deutschland eine wachsende Zahl Menschen gibt, die vernünftig ist und verantwortlicher handelt …

                      Unbesehen geglaubt, wenn auch nur sehr selten erlebt.

                      Was ich aber in Mengen sehe, sind leute, die sich statt drei Sorten Wurst nur noch zwei auf den Tisch packen, und sich abends das Steak reinziehen mit der Begründung, sie verzichten schon und würden ‚praktsch‘ kein Fleisch mehr essen.

                      Ein bisschen so wie Teenager beim Zimmeraufräumen: 3 Stunden maulen, 30 Minuten etwas von links nach rechts geräumt, und das Zimmer wird als ’sauber‘ deklariert, weil man ja 3½ Stunden ‚gerackert‘ hat.

                      AutoBILD und Auto, Motor und Sport jubeln weiter über den neuen 600-PS-SUV von Audi, während der hersteller selbst seinen e-SUV im Fernsehen bewirbt (und jeder, der sich so etwas kauft, fälschlicherweise denkt, dass er die Umwelt rettet).

                      So wird das nichts.

                  • Rauschi 21. Dezember 2019, 19:14

                    Jede Umfrage? Nö ich habe doch gerade das Gegenteil belegt. Die Menschen wollen international Geld ausgeben, national aber nicht?
                    Sie haben bei den AKW gelogen, nachgewiesen. Dafür brauche keinen speziellen Ton, da reicht mein Link. Spiegel, Nase?
                    Denn nicht mal der Focus Link belegt ihre Aussage. Wenn aber jetzt die Regierung doch Geld fordert, sind die blöde? Wie ist das mit der Demokratie vereinbar? Sollte doch einfach zu beantworten sein.? Was umgehen die Zertifikate das Problem, die können sich auch nicht alle leisten. Kostet auch Geld, oder etwa nicht?

                    • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 19:36

                      Zitieren Sie den Satz, wo die Befragten dazu befragt werden, ob sie (persönlich) bereit sind, für den Klimaschutz zu zahlen. Darum ging es. Zitieren Sie. Wenn Sie es nicht können, sind Sie eine Lügnerin.

                      Wo habe ich beim AKW gelogen? Sie wissen nicht mal den Unterschied zwischen wirtschaftlich („supereffizienten Energiequelle“) und Energieeffizienz ist. Das ist unterirdisch, gerade von jemand, der behauptet, mal etwas mit Naturwissenschaften gemacht zu haben.

                      Für 36% ist der Klimaschutz das wichtigste Thema, für knapp 2/3 gibt es wichtigeres.

                      Rund 22 Prozent sind der Meinung, dass eine umfassende CO2-Bepreisung eingeführt werden sollte, um das Klima zu schützen.

                      Was haben Sie daran wieder nicht verstanden? Das Wort „Bepreisung“? Bepreisung bedeutet, dass eine Sache einen Preis bekommt und die Nutzer dafür zahlen sollen. Und 22% hört sich für Sie vielleicht viel an, ist aber ziemlich wenig, denn Rauschi – es gibt 100%. Okay, das sagt Ihnen nicht viel, ich verstehe…

                      Demgegenüber gab ein knappes Viertel an, bewusst klimaschonende Produkte zu kaufen, auch wenn diese teurer seien als herkömmliche.

                      Wenig.

                      18 Prozent sprachen sich daraufhin für eine Klimaschutzsteuer, zum Beispiel in Form der zurzeit diskutierten CO2-Abgabe auf fossile Energieträger, aus. Über ein Viertel der Deutschen würde stattdessen eine freiwillige Spende bevorzugen:

                      Nirgends, wirklich nirgends findet sich eine Bereitschaft bei einer Mehrheit, selbst mehr für den Klimaschutz auszugeben. Das ist die Wahrheit und Sie … wahrscheinlich eine Lügnerin.

                      Mit Lügnern diskutiere ich nicht, auch Donald Trump verachte ich.

                    • Rauschi 22. Dezember 2019, 18:26

                      Muss man feige sein, um ier ander Lügern zu nenne ?Ja, muss man. Denn Sie haben doch als Beleg die Aussage von Greenpeace genommen, die noch nie die wirtschaftliche Effizienz beurteilt haben. Es geht um Energiewende, nihct um maximael Geldscheffeln.
                      Das ist unterirdisch, gerade von jemand, der behauptet, mal etwas mit Naturwissenschaften gemacht zu haben. Nicht mal Ihre Ausrede ist in sich logisch, natürlich würde ein Naturwissenscahftler auf die Energieeffizienz abzielen, immer zuerst. Warum die aber wirtschaftliche effient sein sollen, bleibt im dunkeln, welches ist das denn? Ohne Subventionen und die Kostenübernahme der Endlagerung sind die morgen pleite.

                      Rund 22 Prozent sind der Meinung, dass eine umfassende CO2-Bepreisung eingeführt werden sollte, um das Klima zu schützen.
                      So viel zur Aufforderung:
                      [Zitieren Sie den Satz, wo die Befragten dazu befragt werden, ob sie (persönlich) bereit sind, für den Klimaschutz zu zahlen]
                      Oder auch
                      [70 Prozent der Wähler von Union und SPD wollen CO2-Preis
                      Viele Deutsche unterstützen Ausgaben für den Klimaschutz. Sie sollen allerdings sozial verträglich sein und Menschen mit geringem Einkommen nicht belasten. ]
                      https://www.tagesspiegel.de/politik/deutsche-fuer-klimaschutz-70-prozent-der-waehler-von-union-und-spd-wollen-co2-preis/25027604.html
                      Ja, das soll Geld kosten. Aber sagen die anderen deswegen, sie lehnen das ab? Auch bei Zertifkaten würde es teurer, wie sonst sollen Gewinne für die Erfinder zustande kommen?
                      [Zunehmend würde sich die Menge an Zertifikaten auf jene Bereiche konzentrieren, in denen der Verzicht auf Kohlendioxid besonders schwer fällt, und die Produkte und Dienstleistungen deutlich verteuern.]
                      Wer zahlt die Forschung? Warum sollen die Erfinder von Wind und Sonne nicht profitieren? Warum solllte das System, das die ganze Zeit nicht funktioniert hat, auf einmal funktinieren?

                      Zeigen SIe mir die Umfrage zu 2% Miltärhaushalt. Ist die Regierung nicht demokratisch und hat Paris unterzeichnet? Was wollen Sie, seit wann wird Politik nach Umfragen gemacht und hätte man die nicht machen müsssen, bevor man Verträge unterschreibt?

                      Wenn die Energiewende gut gemacht wird, kostet das auch nicht mehr, sondern weniger. Wenn es Alternativen zu fossilen gibt, werden die auch genutzt werden. Das sind im Moment aber die Dinge, die Sie aus welchem Grund auch immer ablehnen.
                      Sie müssen beweisen, das die Mehrheit das ablehen, nicht ich, ich habe das nicht behauptet. Und dann müssen Sie beweisen, das sich die Regierung schon mal um diese Mehrheiten geschert hat, oder das sie da getan haben. Was soll der Schmuh? Ablenkung?
                      Wer ist denn nun der Lügner?

                    • Rauschi 22. Dezember 2019, 18:42

                      Für 36% ist der Klimaschutz das wichtigste Thema, für knapp 2/3 gibt es wichtigeres.

                      Da steht aber auch:
                      [Zuletzt hatte der ARD-Deutschlandtrend ergeben, dass zwei Drittel der Deutschen der Meinung sind, dass der Klimaschutz vor Wirtschaftswachstum Vorrang haben sollte.]
                      Passt dann auch nciht in Ihr Konezpt.
                      Ich habe aber echt keien Lut merh auf diese absurde Debatte, die alles blockieren will, das es schonnan Massnahemn gibt.

                      Ich feiere jetzt Weihnachten bei meiner Familie, da möchten ich meinen Seelenfrieden behalten.
                      Für alle besinnliche Feiertage.

                • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 19:54

                  Guckst Du hier:

                  Auch Umweltsteuern haben nicht das Ziel, Umweltschädigung ganz zu vermeiden, sondern nur Anbieter und Nachfrager anzuregen, über Alternativen nachzudenken, so sie denn billiger sind als die Entrichtung der Steuer. (..) Dem Staat, zumal dem demokratisch organisierten, ist es unmöglich, einen objektiven Preis für die Umweltnutzung zu bestimmen.

                  Zielgenau ist das alles nicht. Und das soll es wohl auch nicht sein. Während die Regierungen darauf achten müssen, dass eine Lenkungsabgabe keine zu hohe Belastung für den einzelnen darstellt, kämpfen Lobbyisten für ein de facto-Verbot ungebührlichen Verhaltens. Doch dafür sind Steuern das falsche Mittel.

                  Steuern steuern zwar, aber eine CO2-Abgabe würde gerade nicht zu Null-Emissionen steuern, außer per Zufall. Zudem handelt es sich bei dem Instrument wieder um eine der vielen nationalen Alleingänge, die Aktionismus signalisieren sollen, aber denen die Zielgenauigkeit fehlt.

                  Der Gegensatz dazu ein Cap (Abschneiden) & Trade (Handel) System.
                  Mit Cap & Trade würde sich ein weltweites System zur Reduzierung von CO2-Emissionen bilden. Die ersten Anstrengungen würden dahin gehen, Schadstoffe dort zu vermeiden, wo dies am leichtesten fällt – ökonomisch gesprochen wo die Menschen besonders preissensibel reagieren (preiselastisch). Zunehmend würde sich die Menge an Zertifikaten auf jene Bereiche konzentrieren, in denen der Verzicht auf Kohlendioxid besonders schwer fällt, und die Produkte und Dienstleistungen deutlich verteuern.

                  Unter einem solchen Regime steigt der Veränderungsdruck weit mehr als durch Umweltsteuern. Während jene, welche die Steuer tragen können, ihr umweltschädliches Verhalten beibehalten können, enden Ausweichreaktionen bei Cap & Trade spätestens 2050. Dann nützt auch die Bereitschaft von Milliardären nichts mehr, notfalls absurd hohe Preise für CO2 zu bezahlen. Es ist schlicht nicht mehr legal möglich.

                  Zusammenfassung für Begriffsstutzige:
                  Steuer ergiebig und Bestrafung, aber keine Zielgenauigkeit in der Menge. Cap & Trade bedingt ergiebig, Maßnahmen bleiben den Bürgern überlassen, extrem zielgenau.

                  • Rauschi 22. Dezember 2019, 18:31

                    Cap & Trade bedingt ergiebig, Maßnahmen bleiben den Bürgern überlassen, extrem zielgenau.
                    Und kostenlso, wie der Bürger fordert, schon klar, der Markt regeln alles.
                    Bei dem die Natur und das Klima keine Akteure sind, aber wer das glauben will, dem kann man nicht helfen.

                  • Erwin Gabriel 6. Januar 2020, 14:07

                    @ Stefan Pietsch

                    Zusammenfassung für Begriffsstutzige:

                    Alle derartigen „Ergänzungen“ sind überflüssig.

                    Steuer ergiebig und Bestrafung, aber keine Zielgenauigkeit in der Menge.

                    Das ist nachvollziehbar.

                    Selbst wenn man die Bekämpfung des Klimawandels als vorrangig begreift, ist das doch nur ein Teilproblem des Themenkomplexes „Umweltzerstörung“. Wie will man als Staat festlegen und beziffern, welchen Schaden welche Umweltsünde anrichtet? Für Länder mit ausgedehnten Wäldern mag beispielsweise eine CO2-Belastung als weniger relevant angesehen werden als eine Gewässerverschmutzung.

                    Da kann doch nur sinnvoll sein, bei den Rohstoffen anzusetzen, die wir der Erde entnehmen. Hier werden ja nur Gewinnungs- und Transportkosten angesetzt, nicht aber die Kosten für Wiederbeschaffung – wenn ich bei Mediamarkt einen Fernseher kaufe, werden mir ja auch nicht nur die Kosten für Lagerung und Transport berechnet, sondern es fließen auch die Herstellungskosten (bzw. Einkaufspreis) ein.

      • Stefan Sasse 20. Dezember 2019, 17:30

        „Die Klimaaktivisten“ gibt es eh nicht. Da hast du alle Sorten von Spinnern dabei. FFF setzt mWn überhaupt auf keine spezifische Strategie, sondern fordert zu Handeln auf.

        Ja, die Lage ist extrem ernst. Und ich sehe nicht, dass die von dir geforderten Ansätze irgendwo diskutiert werden. Die FDP entscheidet sich ja gerade hauptsächlich, ob sie der AfD Wähler streitig machen will, die Klimawandelleugnung betreiben. Und die CDU ist ausgebrannt.

        • Stefan Pietsch 20. Dezember 2019, 20:05

          Noch im Europawahlprogramm trat die FDP für ein weltweites Cap & Trade-System ein, wie viele Ökonomen wünschen die Liberalen eine modifizierte Fortsetzung des Kyoto-Protokolls, von dem bis 2008 eigentlich alle Beobachter ausgingen und das ein Jahr später spektakulär ausgerechnet unter der Präsidentschaft der Europäer scheiterte.

          Wörtlich heißt es:
          Der Klimawandel ist eine der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Eine Herausforderung, der Europa sich stellen muss – mit europäischen und internationalen Lösungen. Nur so lässt sich im Weltmaßstab wirklich etwas bewegen. Nationale Alleingänge hingegen werden dieser globalen Aufgabe nicht gerecht. (..) Durch die Chancen der Innovation können wir Klimapolitik neu denken. Denn Technologieoffenheit und Wettbewerb bieten Potential für die besten Lösungen.

          Geben wir der Emission von CO2 weltweit einen Preis: effiziente Klimapolitik durch die Kräfte und Kreativität des Marktes
          Dazu müssen wir der zu reduzierenden Größe, der CO2-Emission, einen fühlbaren Preis geben. Damit würden Investitionen in Vermeidung von CO2-Emissionen unmittelbare wirtschaftliche Vorteile ergeben, sie würden sich rechnen. Ein solcher Preis für Emissionen müsste alle Sektoren einschließen, das heißt vom Strom über Wärme bis zu Mobilität und Transport. Die Reduzierung von CO2-Emissionen im Bereich der Industrie muss über CO2-mindernde Technologie vorangetrieben werden. Klimapolitik ist Standortpolitik. Der CO2-Emissionspreis soll sich marktwirtschaftlich durch einen weltweit vereinbarten und stringent angelegten Emissionshandel (ETS) bilden. Die international völkerrechtlich verbindlich (zum Beispiel im Rahmen des Paris-Nachfolgeprozesses) zu vereinbarende und entsprechend der Klimaziele zu reduzierende Menge der Zertifikate ist die Steuergröße.

          Das war vor wenigen Monaten und ich gehe davon aus, dass das noch gilt. Jedenfalls äußerte sich die Generalsekretärin Linda Teuteberg vor einigen Tagen. Bemerkenswert ist, dass ich das zuvor nie gelesen habe, meine studierte, erfahrene und nun gelebte umweltökonomische Überzeugung deckungsgleich mit der FDP-Position ist. Ich denke nicht, dass sich die Liberalen da an AfD-Anhänger anbiedern. Ich nämlich bin definitiv keiner!

          • Stefan Sasse 21. Dezember 2019, 10:11

            I stand corrected.

          • popper 21. Dezember 2019, 10:37

            Wer von: Kräfte und die Kreativität des Marktes und auch laufend neue technische Möglichkeiten wie zum Beispiel die Digitalisierung nutzen. schwadroniert, der baut auf wohlklingende Versprechungen, von denen er keine konkreten Vorstellungen hat. Schon das Schwafeln von den angeblichen „Kräften und der Kreativität des Marktes“ zeigt, wie weit die FDP von der Realität entfernt ist und nur noch auf Worthülsen baut. Wahrscheinlich ist Lindner bei seiner Bankrottunternehmung von derartigen Phantasmen ausgegangen. Und führt heute eine Partei der Windbeutel, die, wenn es tatsächlich mal um Regierungsverantwortung geht, davonläuft.

            • Erwin Gabriel 22. Dezember 2019, 00:55

              @ popper 21. Dezember 2019, 10:37

              Wer von … schwadroniert…
              Schon das Schwafeln … zeigt …
              etc …

              Auweia …

              • Rauschi 28. Dezember 2019, 14:30

                @Erwin Gabriel
                Immer wieder interessant zu sehen, woran sich die Leser stören, an falschen Beschuldigungen wegen angeblicher Lügen offensichtlich nicht.
                Aber an anderen Kleinigkeiten. An Falschaussagen in Bezug auf die Wissenschaft offensichtlich auch nicht, sicher sind die sich einig, deswegen scientists for Future!

                • Erwin Gabriel 6. Januar 2020, 19:03

                  @ Rauschi 28. Dezember 2019, 14:30

                  Immer wieder interessant zu sehen, woran sich die Leser stören, an falschen Beschuldigungen wegen angeblicher Lügen offensichtlich nicht.
                  Aber an anderen Kleinigkeiten.

                  Immer wieder interessant zu sehen, wie Sie das eigentliche Thema verfehlen.

                  Ich diskutiere gerne mit allen hier, auch immer wieder mit Ihnen, immer wieder mit popper. Teilweise stimme ich Ihnen zu, teilweise vertrete ich andere Meinungen. Und da, wo man anderer Meinung ist, legt man seine Ansichten, Argumente, Fakten, Quellen auf den Tisch, um sachlich darüber zu reden.

                  Ich habe aber keine Lust, mit jemandem zu diskutieren, der sich im Ton vergreift, der herablassend, zynisch oder beleidigend ist, der einem die Worte und Argumente verdreht etc.

                  Wenn ich also Sie oder popper bitte, sich zu mäßigen, dann deswegen, weil ich mit ihnen eine Sachdiskussion führen möchte. Da Sie und popper auch andere (z. B. mich) um Mäßigung angehen, sollten Sie dafür Verständnis aufbringen. Ist nicht bös gemeint, erleichtert nur, auf andere einzugehen.

                  • Rauschi 7. Januar 2020, 14:40

                    @Erwin Gabriel
                    Ist nicht bös gemeint, erleichtert nur, auf andere einzugehen.
                    Ich benötige in dem Punkt keine Nachhilfe von Ihnem, auch wenn Sie das mal wieder nicht böse gemeint haben. Wie herablassend das wirkt, ist Ihnen offensichtlich nicht bewusst.

                    Ich habe aber keine Lust, mit jemandem zu diskutieren, der sich im Ton vergreift, der herablassend, zynisch oder beleidigend ist, der einem die Worte und Argumente verdreht etc.
                    Nicht böse gemeint, aber das sehen Sie falsch. Genau das mache ich nämlich nicht, aber immer wieder werfen Sie oder Herr Pietsch mir das vor. Wenn hier jemand pausenlos mit Quellen und Fakten kommt, dann wohl meine Wenigkeit und nicht Sie oder Herr Pietsch. Sarkasmus lasse ich mir doch nicht verbieten und wer heutzutage nicht sarkstisch wird, der ist hier sowieso falsch. Wie zynisch waren die Aussagen zur Kriegslüge von Herrn Sasse? Na, kam da was von Ihnen oder ist Ihnen das nicht aufgefallen? Nochmal, Sie wollen oder können es nicht verstehen, ich verdrehe gar nichts, ich frage, dann kommt aber wieder der Vorwurf, ich würde rethorische Fragen stellen. Wenn Sie nicht wollen, dann lassen Sie die Debatte mit mir doch einfach, diese Ignoranz eines anderen Autoren hier scheint Sie ja auch nicht zu stören. Nur zu. Dabei bekommt der auch nur ganz sachliche Fragen, aber hier kann man es eingen wohl nie Recht machen. Stört mich aber nicht mehr. Wer nicht will, der lässt es eben bleiben.
                    Ist es der neue Umgangston, mir mehrfach nachweislich fälschlicherweise Lüge vorzuwerfen?
                    Nein, ich werde nicht persönlich, das ist immer Herr Pietsch. Wo bitte habe ich mich vergriffen? Das mit der Folter muss ich Herrn Sasse mittlerweile unterstellen. Nach dem Samon, der da bezüglich der 18 Jahre Lüge zum Krieg kam. Aber auch da war kein Sterbenswörtchen von Ihnen zu lesen? Wie kommt das?
                    Ich spiegele Herrn Pietsch sein Verhalten zurück und das auch teilweise bei Ihnen. Aber Sie wie Herr Pietsch werfen mir immer wieder die gleichen falschen Dinge vor. Das mir ab und an die Hutschnur platzt, das ist aber offensichtlich unverständlich. Wird wohl so sein müssen, ich erwarte hier mittlerweile nichts anderes mehr.

                    • Erwin Gabriel 10. Januar 2020, 19:21

                      @ Rauschi 7. Januar 2020, 14:40
                      Wie herablassend das wirkt, ist Ihnen offensichtlich nicht bewusst.
                      Nein, das war es in der Tat nicht. Ich wollte weder Sie noch popper beleidigen oder herabsetzen, sondern mich erklären.

                      Nicht böse gemeint, aber das sehen Sie falsch. Genau das mache ich nämlich nicht, aber immer wieder werfen Sie oder Herr Pietsch mir das vor.
                      Vielleicht ist auch Ihnen nicht bewusst, dass Sie manchmal so wirken. Wenn ich Ihnen so etwas schreibe, dann in der Regel, weil ich mich absolut missverstanden fühle von Ihnen. Aber auch diese Aussage soll nicht einseitig Schuld zuweisen oder herabsetzend wirken.

                      Wo bitte habe ich mich vergriffen? Das mit der Folter muss ich Herrn Sasse mittlerweile unterstellen.
                      Das ist ein Beispiel dafür, was ich mit übergriffig meine. Ich finde eben nicht, dass man einem Menschen so etwas unterstellen darf, und ich habe an keiner Stelle von Herrn Sasse etwas gelesen, was mich diesen Schluss ziehen lässt; eher im Gegenteil.

                      Nach dem Samon, der da bezüglich der 18 Jahre Lüge zum Krieg kam. Aber auch da war kein Sterbenswörtchen von Ihnen zu lesen? Wie kommt das?
                      Zum einen bin ich nicht verpflichtet, jedem hier Contra zu geben, nur, weil Sie das für richtig halten. Zum anderen ist mir durchaus klar, dass der Krieg in Afghanistan völkerrechtlich widerrechtlich war und für viele Menschen Tod, Verkrüppelung, Verletzung, Verlust, Flucht, Entwurzelung bedeutete. Aber eben auch für viele Menschen (besonders Frauen und Mädchen) Freiheit, Bildung etc. brachte. Speziell was die deutsche Bundeswehr, die ja (anders als Amerika oder England) nicht in direkter Taliban-Umgebung bzw. zum Kämpfen eingesetzt war, zumindest am Anfang an Aufbauarbeit leisten konnte, war schon sehr hilfreich für die dortige Bevölkerung. Ich sehe mich außerstande, eine klare, ablehnende oder zustimmende Meinung zu entwickeln; es bleibt zum „ja“ oder „nein“ immer ein fettes „aber“ stehen. Die Methoden, mit denen die USA den Krieg gegen und in Afghanistan erzwangen, waren widerlich. Das, was das Taliban-Regime mit der Bevölkerung anstellte, war ebenfalls widerlich.
                      Ohne klare Meinung kann ich keine klare Stellung beziehen. Meinem Eindruck nach ist das die gleiche Sicht, der gleiche Konflikt, der auch Stefan Sasses Aussagen die Klarheit fehlen lässt, die Sie bemängeln. Wenn Sie daraus ableiten, dass einer von uns Folter gutheißt oder duldet, ist das (ich weiß ja, wie ich da ticke) ein Fehlschluss.

                      Ich spiegele Herrn Pietsch sein Verhalten zurück und das auch teilweise bei Ihnen.
                      Ich möchte Sie nochmal darum bitten, Ihre Vorbehalte gegen Herrn Pietsch mit ihm selbst zu diskutieren. Herr Pietsch und ich diskutieren auch nicht über Sie, sondern sagen Ihnen das, was wir glauben sagen zu müssen, selbst.

                      Aber Sie wie Herr Pietsch werfen mir immer wieder die gleichen falschen Dinge vor.
                      Wenn wir als Definition von „falsch“ dahingehend einigen können, dass ich bestimmte Dinge anders als Sie beurteile, mag das so sein. Wenn Sie allerdings Ihre Intention als grundsätzlich „richtig“ und mein Verständnis Ihrer Aussagen bei Abweichung als „falsch“ deklarieren, nehme ich das gleiche Recht auch für mich in Anspruch. Dann ist Ihr Vorwurf an mich, herablassend zu sein oder falsche Unterstellungen zu behaupten, genauso ohne Grundlage wie meine Vorwürfe an Sie.

                      Das mir ab und an die Hutschnur platzt, das ist aber offensichtlich unverständlich.
                      Mir ist in der Diskussion mit Ihnen auch schon mal die Hutschnur geplatzt. Verständnis haben auch Sie nicht gezeigt, sondern mir ordentlich die Leviten gelesen; ich habe mich anschließend entschuldigt, weil es nicht meine Intention war, übergriffig zu werden. Sie teilen gelegentlich auch ganz ordentlich aus, aber eine Entschuldigung etwa an Stefan Sasse wegen des Vorwurfs, Folter gutzuheißen bzw. zu akzeptieren, habe ich auch noch nicht gelesen.

                      Zurück zum Anfang: Es war nicht meine Intention, herablassend zu sein, doch wenn ich nach Ihrem Hinweis meine Worte lese, muss ich zugeben, dass durch meine Formulierungen dieser Eindruck durchaus entstehen konnte. Ich bitte hiermit Sie und popper um Entschuldigung.

                    • Stefan Sasse 10. Januar 2020, 19:51

                      Kann ich so auch unterschreiben.

                    • Rauschi 16. Januar 2020, 11:34

                      Vielleicht ist auch Ihnen nicht bewusst, dass Sie manchmal so wirken. Wenn ich Ihnen so etwas schreibe, dann in der Regel, weil ich mich absolut missverstanden fühle von Ihnen.
                      Es ist doch wohl ein Unterschied, ob ich so wirke oder ob es so ist, wie sie schreiben.
                      Für meine Wirkung bei Ihnen bin ich nur sehr indirekt verantwortlich, ich habe nur das zu verantworten, was ich tatsächlich schreibe.

                      …und ich habe an keiner Stelle von Herrn Sasse etwas gelesen, was mich diesen Schluss ziehen lässt; eher im Gegenteil.
                      Wer schreibt, der Typ (Assange) wäre halt ein A..loch und es gäbe schlimmere Dinge auf der Welt, er nimmt das schulterzuckend hin, wie auch so viele andere Dinge. Da auch weder zu Snowden noch zu Manning etwas kam, muss ich das unterstellen. Oder wie sähe es auch, wenn Russland einen westlichen Whistleblower so behandelt würde?
                      Ich weiss nicht, ob Sie das mitbekommen habe, wer aber meint die 50000 Toten wären vielleicht (also mit Fragezeichen versehen) zu viele, wie soll ich das nennen? Doch, er muss viele Dinge nicht explizit schreiben, das schwingt immer mit.

                      Ich sehe mich außerstande, eine klare, ablehnende oder zustimmende Meinung zu entwickeln; es bleibt zum „ja“ oder „nein“ immer ein fettes „aber“ stehen.
                      Warum? Es gibt eine klare rechtliche Kategorie, an die sich die angeblich zivilisierten Länder halten sollten. Das nennt sich Völkerrecht und da gibt es ein Gewaltverbot, das ist schwarz / weiss, wie fast alles im Rechtssystem. Sonst könnte durch mögliche Teilaspekte, die nicht so total negativ sind, alles gerechtfertigt werden, jeder Krieg, jedes Unrecht. Sogar die Menschenversuche der Nazis, weil da ja brauchbare Ergebnisse für die Medizin heraus kamen. Sehen Sie wohin das führt, da keine klare Linie zu haben? Es gilt das Recht und das sagt glasklar: KEINE GEWALT.

                      Wenn Sie daraus ableiten, dass einer von uns Folter gutheißt oder duldet, ist das (ich weiß ja, wie ich da ticke) ein Fehlschluss.
                      Nicht einer von uns, sondern nur einer, der ganz explizit genannt ist. Wenn sich jemand Entschuldigungen oder auch Erklärungen für einen Krieg aus den Fingern saugt (denn die Regierung hat diese gar nicht genannt), muss ich doch wohl davon ausgehen, dass er diesen gutheisst. Und zwar, ohne das sowas nochmal geschrieben werden muss. Ich habe doch extra nachgefragt, was das überhaupt soll und was er damit bezwecken will. Da kam wie so oft keine Antwort.

                      Wenn wir als Definition von „falsch“ dahingehend einigen können, dass ich bestimmte Dinge anders als Sie beurteile, mag das so sein.
                      Nein, ich meine das wortwörtlich. Sie werfen mir vor, ich würde rhetorische Fragen stellen, was ich nicht tue. Sie werfen mir vor, ich würde keine Quellen nennen, was ich sehr wohl tue. Folglich sind die Vorwürfe unbegründet und damit falsch.

                      Wenn Sie allerdings Ihre Intention als grundsätzlich „richtig“ und mein Verständnis Ihrer Aussagen bei Abweichung als „falsch“ deklarieren, nehme ich das gleiche Recht auch für mich in Anspruch.
                      Also hätte ich das jemals gemacht. Weder im- noch explizit. Sonst würde ich auch nicht im Netz diskutieren. Das allerdings unterscheidet Sie auf jeden Fall positiv von Herrn Pietsch, der hat noch nie einen Fehler zugegeben oder eine andere Meinung auch nur gelten lassen.

                      Sie teilen gelegentlich auch ganz ordentlich aus, aber eine Entschuldigung etwa an Stefan Sasse wegen des Vorwurfs, Folter gutzuheißen bzw. zu akzeptieren, habe ich auch noch nicht gelesen.
                      Da ich den Vorwurf auch nicht zurücknehme, warum sollte ich mich entschuldigen? Ja, ich teile auch aus, aber bei Ihnen habe ich mich schon entschuldigt, wenn es zu weit ging. Aber manche Vorwürfe sind so hanebüchen, dass ich echt verzweifele, ob ich mich so unklar ausdrücke. Gerade kam erst wieder von Herrn Sasse der Vorwurf an mich, ich würde Gewalt von anderer Seite gutheissen.
                      [Ich bin sehr zuversichtlich, dass du eine gute Rechtfertigung für eine gezielte Tötung eines amerikanischen Generals hätte, der völkerrechtswidrig in irgendeinem Land rumspringt und Terroraktionen koordiniert. Ich glaube an dich!]
                      http://www.deliberationdaily.de/2020/01/eine-kurze-geschichte-der-identitaetspolitik/#comment-103469
                      Was ich nachweislich noch nie gemacht habe. Kam eine Entschuldigung? Nö.

                      Ich bitte hiermit Sie und popper um Entschuldigung.
                      Angenommen, deswegen habe ich ja geschrieben, das Ihnen das wohl nicht klar ist.
                      Wenn die unterschiedlichen Massstäbe wieder aufhören, kommen wir auch wieder auf eine sachliche Basis. Ich finde dieses persönliche Niveau sowieso wenig zielführend.

      • popper 20. Dezember 2019, 18:21

        Deutschland hat binnen einen Jahres um 50 Millionen Tonnen reduziert. Dieser große Erfolg wird nur überhaupt nicht wahrgenommen…

        Von was gehen Sie dabei aus, wenn Sie das alsggroßenErfolg bezeichnen. Noch im Jahr 2010 lag die deutsche Klimaschuld bei 942.542.000 Tonnen – gerade einmal 24,7 Prozent unter dem Niveau von 1990. Ziel also NICHT erreicht! 2010 galt dann schon ein neues Klimaziel: minus 40 Prozent bis 2020. 40% wären dann über 377 Mio. Da dann 50 Mio. als großen Erfolg zu bezeichnen ist absurd. Deutschland verfehlt seit Jahrzehnten seine Emissionsziele.

        • popper 20. Dezember 2019, 18:28

          Übrigens verwenden Sie den falschen Genitiv: …einen Jahres ist falsch, es muss heißen: binnen eines Jahres.

        • Stefan Pietsch 20. Dezember 2019, 20:08

          7% Reduzierung innerhalb von zwei Vergleichsperioden, die gerade 12 Monate auseinanderliegen, ist enorm. Darüber hinaus gibt es keine Klimaschuld, sondern Emissionen. Die Gesamteinschätzung finden Sie im Artikel. Nothing to discuss!

          • popper 21. Dezember 2019, 10:14

            Das wäre nur ein Streit um Worte. Und, wenn man auf null kommen will schon… zumal die Bundesregierung(en) ihre Ziele und Absichtserklärungen bisher immer verfehlt hat.

            • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 11:14

              Das ist eine statistische Wertung, keine politische.

              Es ist nicht nur die Bundesregierung, die regelmäßig ihre Ziele verfehlt hat. Und warum? Weil man ein Mengenziel ausgegeben hat, die mit einer Fülle von Maßnahmen ohne Mengensteuerung hinterlegt hat. So sieht nicht mal die Budgetplanung einer Pommesbude aus. Oder anderer Vergleich: wenn Sie und Ihre Frau am Jahresanfang nur einmal in den Urlaub zu verreisen um das Klima zu schonen, tatsächlich aber auch, weil Ihr Budget nicht mehr hergibt, dann wird das nicht unbedingt so passieren, wenn Ihnen eine Zusatzeinnahme zufließt und Sie der Ansicht sind, doch mehr Erholung zu brauchen.

      • cimourdain 21. Dezember 2019, 00:50

        Der Rückgang der deutschen CO2 Emissionen 2018 ( nach 4 Jahren Stagnation) ist auf den geringeren Bedarf an Heizenergie ( milder Winter ) und den höheren Anteil an Sonnen- und Windenergie bei der Stromerzeugung zurückzuführen.

        • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 09:01

          In Deutschland wird sich der CO2-Ausstoß aller Voraussicht nach um 50 Millionen Tonnen verringern, was einem Rückgang um über 7% entspricht. Während Wind und Gas einen höheren Anteil an der Energiegewinnung erreichen, wirken das Bevölkerungswachstum wie die kalte Witterung im Frühjahr gegenläufig.

          War das zu unverständlich?

      • popper 29. Dezember 2019, 15:16

        Die Bibel hat jahrhundertelang auch kaum jemand gelesen und jeder meinte zu wissen, was drin steht.

        Nur so für ihre Wissenserweiterung. Die Bibel stand bis zum 14. Juni 1966 sogar noch auf dem römischen Index, d.h. sie gehörte zu den verbotenen Büchern, die nach den Vorstellungen der römischen Kongregation nicht ohne Anleitung gelesen werden durften.

        • Erwin Gabriel 10. Januar 2020, 19:37

          @ popper 29. Dezember 2019, 15:16

          Nur so für ihre Wissenserweiterung. Die Bibel stand bis zum 14. Juni 1966 sogar noch auf dem römischen Index, d.h. sie gehörte zu den verbotenen Büchern, die nach den Vorstellungen der römischen Kongregation nicht ohne Anleitung gelesen werden durften.

          In der Tat, eine Wissenserweiterung, für die ich danke. Ich habe mal ein bisschen rumgegoogelt und fand Erstaunliches.

          Gibt es eine Empfehlung für eine bestimmte „vollständige“ (=katholische?) Bibel? Es könnte durchaus spannend sein, da nochmal reinzuschauen (das letzte Mal ist ziemlich lange her; mit 14 bin ich aus der katholischen Kirche ausgetreten).

  • CitizenK 20. Dezember 2019, 17:20

    Wie werden eigentlich die Emmissionswerte eines Landes ermittelt – und von wem?

    • Stefan Pietsch 20. Dezember 2019, 19:34

      Zur zweiten Frage: In Deutschland ist dafür offiziell das Bundesumweltamt zuständig, dem die Ämter der Sektoren zuliefern. Die erste Frage kann ich aus dem Stegreif nicht beantworten.

    • cimourdain 21. Dezember 2019, 00:40

      Das UBA nimmt die verbrannten (entspricht den verkauften mit einem kleinen Korrekturfaktor z.B. durch nicht verbrauchtes Heizöl) Kraftstoffmengen und multipliziert sie mit einem Faktor, der vom Kohlenstoffgehalt des Brennstoffs abhängt :
      https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1968/publikationen/co2-emissionsfaktoren_fur_fossile_brennstoffe_korrektur.pdf
      Letztlich nicht allzuviel mehr als stöchiometrisches Rechnen.
      Bei den Treibhausgasemissionen durch Tierhaltung nimmt es den Bestand der einzelnen Viehsorten und multipliziert die jeweilige Anzahl mit einem Faktor,der von der Tierart abhängt.

    • Ariane 21. Dezember 2019, 00:53

      Emission ist ziemlich allgemein, darunter würde zb auch Lärm oder Wasserqualität fallen.
      Im Grunde nähert man sich von zwei Seiten: einerseits stehen überall Mess-Stationen herum, die zb Luftqualität und Wasserqualität messen. Zweitens werden einzelne „Dinge“ gemessen, wie zb jedes Auto vermessen wird, damit man weiß, welche und wieviel Schadstoffe es in die Luft verbläst. (das ist das mit dem Dieselskandal^^) Gilt aber auch für Heizkessel zb. Und wie Cimourdain schreibt, wird dann mit mathematischer Magie hochgerechnet, um zb den Luftschadwert eines Steaks zu ermitteln.

  • Ariane 21. Dezember 2019, 02:05

    Herrje, du solltest echt mal deine Übertreibungen etwas zurückfahren. Gewaltbereitschaft droht!! Die Aktivisten sind mit Emotionen aufgeladen, die sie nicht mehr kontrollieren können!!!
    Echt jetzt?? Weil Luisa Neubauer einen frustrierten Tweet abgesetzt hat? Was machst du, falls sie mal gegen eine Mülltonne tritt? Den Bürgerkrieg ausrufen?

    Ich bin auch nicht sicher, ob ich bei der Aussage so mitgehe. Ich muss sagen – wie klein es auch ist – dass ich durchaus positiv überrascht war, dass sich die GroKo überhaupt zu einem Klimapaket aufgerafft haben. Und zwar außerplanmäßig, normal werden solche Maßnahmenpakete ja eher nach einer Wahl in Koalitionsvereinbarungen abgemacht.

    Ich denke, es ist ziemlich normal, dass komplexe Probleme auch komplexe Lösungen erfordern, das ist mit dem Klima wie mit allem anderen. Natürlich hast du recht, dass Indien, China und andere fleißig weiter CO2 in die Luft blasen wollen, während die EU auf einem anderen Weg ist.
    Aber was ist denn die Alternative? Nix tun? Erst was tun, wenn China und Indien mitmachen? Und hey, da wohnen mehr Leute, lieber noch länger warten, bis die zehnmal soviel sparen? Kein Problem der Welt wurde durch einen komplett einstimmigen Beschluss aller Länder (oder auch nur der wichtigsten) erreicht, kein einziges! Das ist so oder so illusorisch. Jedes Problem wurde beseitigt, weil irgendein Land das bei sich gelöst hat und andere das kopiert haben (oder auch nicht). Das ist als wenn du hier verkündest du bist nicht sicher, ob das mit den Menschenrechten und parlamentarischer Demokratie so toll ist, schließlich gibt’s ja überall Menschen und man sollte das Problem lieber gemeinsam lösen und weil China nicht mitmacht, lassen wir es lieber sein.
    Außerdem erwähntest du doch letztes Mal, dass wir auf den großen wissenschaftlichen Durchbruch warten, wenn wir die supereffiziente Energiequelle oder so gefunden haben, können wir sie ja überallhin verkaufen oder meinetwegen verschenken. Also wenn du schon relativierst, dann bitte so, dass sich nicht alles gegenseitig widerspricht 😉

    Ich bin selbst unsicher, was ich von Co2-Zertifikaten halten soll. Natürlich ist die Idee charmant, dem sozusagen einen Geldwert zuzurechnen. In der Theorie immer super, in der Praxis kommt da teilweise aber häufig wenig raus, weil man mit Rechenmagie so wahnsinnig viel Schmu machen kann. Soweit ich mich erinnere, ist die UN-Idee damals auch gescheitert, weil jeder zehn Extrawürste wollte und das alles so großzügig war, dass die Länder oder Firmen das eher als neue Geldquelle gesehen haben als dass jemand damit was eingespart hätte.

    Da mein Partner Autoverkäufer ist, krieg ich das ja manchmal hautnah mit, wie die Konzerne aus den jetzigen Umweltvorschriften eher Goldgruben machen und da stehen mir teils die Haare zu Berge.
    Erstes Beispiel: Die Grenzen bemessen sich irgendwie am Flottengewicht und dummerweise verdient man an SUVs viel mehr als an Kleinwagen. Ergebnis: die kleinen Kleinwagen verschwinden, die Mittelwagen werden aufgepustet wie Ballons (man vergleiche zb mal ein Fiesta-Modell von vor 10 Jahren mit heute, die sind doppelt so groß und schwer) und immer neue Riesenteile nachgeschoben und gepusht wie nichts gutes. Und je mehr Panzer man da hat, desto mehr Co2 kann man verpusten und verdienen tut man auch besser, am Schluss hat man in absoluten Zahlen mehr Co2 als vorher.
    Zweites Beispiel: Plug-In-Hybride werden steuerrechtlich extrem subventioniert, man bezahlt zb für einen Edge (Riesen-SUV) mit einem Wert von 70.000 nur 50% der normalen Nebenkosten. Nun fügt es sich so, dass die Teile gerade total beliebt als Firmenwagen sind und fast ausschließlich nur mit Benzin gefahren werden (das die Fahrer nicht selbst zahlen müssen) und dummerweise ist der Benzinverbrauch (Schadstoffe glaub ich auch) noch mieser als in einem ganz normalen Benziner/Diesel. Auch hier führt also eine eigentlich kluge Idee eher zu mehr als weniger Co2.

    Im einzelnen ist das vielleicht nicht so tragisch und ich bin auch dafür, viele verschiedene Maßnahmen auszuprobieren und nicht nur eine Sache zu verfolgen. Aber wenn wir an Co2 ein Preisschild rankleben, müsste es eigentlich sehr einfach aufgebaut sein und dann hat man wieder andere praktische Probleme.

    • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 09:49

      Uff, liebe Ariane, Du überforderst mich! Dabei ist in ein paar Tagen das Fest der Liebe, hab‘ Einsicht!

      Herrje, du solltest echt mal deine Übertreibungen etwas zurückfahren. Gewaltbereitschaft droht!!

      Das ist das, was einzelne Aktivistengruppen, die derzeit verstärkten Zulauf genießen – IR und „Sand im Getriebe“ – ankündigen. Das heißt dann „ziviler Ungehorsam“, ist aber das Gleiche.

      Weil Luisa Neubauer einen frustrierten Tweet abgesetzt hat?

      Diese Dame will die Anführerin einer Bewegung sein. Als Anführer einer Sache habe ich eine besondere Verantwortung und darf meinem Frust über Misserfolge nicht freien Lauf lassen, denn es wirkt als Multiplikator. Gutes Anschauungsmaterial liefert ein 72jähriger Sonnenbankbesucher, der einige Hotels besitzt und derzeit in Washington 1600 Pennsylvania Ave residiert. Der Mann setzt tausende Tweets am Tag ab und macht die ganze Welt verrückt.

      Ich muss sagen – wie klein es auch ist – dass ich durchaus positiv überrascht war, dass sich die GroKo überhaupt zu einem Klimapaket aufgerafft haben.

      Echt? Wenn eine Organisation, für die ich Verantwortung trage, in existenzielle Nöte kommt, kündige ich der versammelten Belegschaft an: „Ich will Sie nicht erschrecken, die Zeiten sind ernst. Deswegen entlassen wir vorerst den Hausmeister und Weihnachtskarten werden dieses Jahr nicht versandt. Dafür geben wir jedem Kunden nächstes Jahr 1€. Danach läuft es hoffentlich besser, zumindest ist es ein Signal.“ Ich vermute, man wird mich schnell für geisteskrank erklären. Kein problembezogener Ansatz, keine angemessene Maßnahme, nichts nachvollziehbares. Danach wird der Frust bei allen Beteiligten wie Betroffenen noch höher sein. Die einzige Konsequenz: der Mann muss weg. Aber halt, Ariane würde jubeln: wenigstens hat er sich aufgerafft, außer der Reihe etwas zu tun!

      Ich denke, es ist ziemlich normal, dass komplexe Probleme auch komplexe Lösungen erfordern, das ist mit dem Klima wie mit allem anderen.

      Ich denke, das ist eine Luftblase und den zehnfachen Betrag fürs Phrasenschwein wert. Dein Freund sollte, wenn er gut ist, etwas über Verkaufe und Wirksamkeit einer Marketingmaßnahme beibringen. Es gibt Unternehmen, die bringen Jahr für Jahr verschiedene und stark konkurrierende Rabattaktionen auf den Markt in der Absicht, damit den Absatz zu steigern. Und sind immer wieder bass erstaunt, wenn Kunden dies nicht nutzen. Damit der einfache Kunde / Bürger etwas anwenden kann, muss es einfach und verständlich sein. Zähl‘ bitte mal ganz schnell die 10 Maßnahmen auf, welche beschlossen wurden. Und nicht spicken! Kannst Du nicht? Ich auch nicht. Und nun erkläre das, was Du nicht verstanden hast, Deiner Oma. Herzlichen Glückwunsch, das wirkt ganz sicher!

      Erst was tun, wenn China und Indien mitmachen?

      Les‘ nochmal den Artikel und komm‘ dann zurück. Hast Du da einen Button, wo Du drauf drückst, dann kommt die Floskel?
      ationen, Völker und Bürger haben höchst unterschiedliche Interessen und Vorstellungen. Koordination und gleichgerichtetes Verhalten kann da nur über einen pauschalen Regelungsmechanismus gelingen, der es ermöglicht, dass jeder auf die ein oder andere Art seinen Vorteil daraus ziehen kann. (..) Wenn wir wollen, dass China und Indien und die anderen Aufsteiger in unserem Sinne Klimapolitik betreiben, müssen wir etwas anbieten.

      Was hast Du daran nicht verstanden? Bitte genauer. Wenn Du so das Klimapaket gelesen (und verstanden!) hast, verstehe ich Deine Jubelarien über etwas, das Tun simuliert, damit nichts passiert.

      Außerdem erwähntest du doch letztes Mal, dass wir auf den großen wissenschaftlichen Durchbruch warten, wenn wir die supereffiziente Energiequelle oder so gefunden haben, können wir sie ja überallhin verkaufen oder meinetwegen verschenken.

      Wieso multipliziert sich dieser Quatsch eigentlich? Erstens, Leute wie Du waren es, die für die Abschaffung einer supereffizienten Energiequelle eingetreten sind, die man bis dato gut in die Welt verkaufen konnte. Jetzt haste nichts in Händen und spottest über andere. Ariane im Glück. Zweitens, wir brauchen ökonomische Bedingungen, dass Menschen innovativ sind. Und das funktioniert nicht über ein paar mehr Forschungsstellen irgendwo im Staatsdienst. Es ist ja gerade das Mysterium des Marktes, dass man nicht planen kann, wie er ein gewünschtes Ergebnis erreicht. Wenn es Unternehmen und Forschern nicht gelingt, eine emissionsfreie Antriebsart zu erfinden oder erzeugtes CO2 wieder aus der Atmosphäre zu nehmen, werden wir bei einem Cap & Trade im Jahr 2050 nicht mehr fliegen, weil Null Emissionen gelten. Oder wir werden so viel fliegen wie wir wollen, weil es emissionsfrei ist. Das müsste Dir eigentlich zusagen, denn Dein Ziel ist doch Null Emissionen. Oder nicht? Umgekehrt gefragt, welchen Erfolg hat es, wenn Du jetzt nächstes Jahr nicht nach Mallorca fliegst, sondern mit Ökostrom in die Alpen? Ach ja, 1 Millionen Chinesen fühlen sich aufgerufen, es Dir gleichzutun und reisen auch in die Alpen. Bitte nicht!

      Natürlich ist die Idee charmant, dem sozusagen einen Geldwert zuzurechnen.

      Tut’s nicht. Der Wert ist genau unbestimmt, er kann 1€ oder 500€ betragen, das ist ja, was Deinesgleichen ärgert. Ihr habt keinen politischen Einfluss drauf. Der Geldwert eines Glas Wasser bei Dir in der Wohnung ist 1 Cent. Das gleiche Produkt mit der gleichen Wirkung beläuft sich in der Wüste für einen Verdurstenden bei 1 Million Euro. Deinesgleichen sehen das als unfair und sozial ungerecht an. Für Leute wie mich ist es fair und gerecht.

      Soweit ich mich erinnere, ist die UN-Idee damals auch gescheitert, weil jeder zehn Extrawürste wollte und das alles so großzügig war, dass die Länder oder Firmen das eher als neue Geldquelle gesehen haben als dass jemand damit was eingespart hätte.

      Schon wieder so viel Unsinn, sorry. Das Europäische System ist nachgelagert zu Kyoto. Hat wenig mit Welt zu tun. Die Festlegung erfolgte von der EU-Kommission und ja, die erste Phase, welche die ohnehin negativ Eingestellten kritisiert haben, war ohnehin nur eine Testphase, und zu Beginn der zweiten wurden zu viele Zertifikate ausgegeben. Es ist ohne Zweifel Mist, wenn man Emissionen von 200 Millionen Tonnen erreichen will, Scheine für 250 Millionen Tonnen ausgibt. Aber Deinesgleichen führen die Rechtfertigung „gute Idee, nur schlecht gemacht“ dauernd im Munde. Kein System funktioniert am Anfang perfekt, aber zumindest müssen wir bei Cap & Trade nicht bei Null anfangen, sondern haben Behörden, Überwachungsregelungen und Erfahrung und internationale Vereinbarungen. Eine Steuer hat den Nachteil, ewig und drei Tage über die angemessene Höhe debattieren zu können, ohne am Ende des Tages zu wissen, um wie viel die Emissionen eigentlich sinken sollen. Typische Fehlsteuerung.

      Eine brandaktuelle Umfrage besagt, die Deutschen lieben den SUV. Das werden wohl nicht nur Firmenkunden sein. Meine SUVs jedenfalls waren keine Firmenfahrzeuge und ich habe nie in einer Company gearbeitet, wo diese in der Flottenpolicy erlaubt waren. Gibt es, weiß ich, aber SUVs werden nicht nur von Rechtsanwälten und Ärzten gefahren. Darüber hinaus könntest Du hoffentlich von Deinem Freund viel lernen. Was genau haben die Verbrauchsvorschriften für Automobile gebracht? Also in Zahlen. Trotz ständig verschärfter Regeln hat sich der Ausstoß bei stagnierender Flotte in der EU erhöht. Grandios! Oder einfach nur wieder „Schlecht gemacht“ über Jahrzehnte? Wo war dann der Lerneffekt?

      Linke werden wohl nie begreifen, dass es auf das Ergebnis ankommt und nicht auf den guten Willen und den Weg.

      • Rauschi 21. Dezember 2019, 10:42

        Supereffiente Energiequelle? Welche? AKW sind die ineefzienteste Art der Stromerzeugung, nur so nebenbei.
        Nicht mal Sie „Supersachlicher“ Autor kommen ohne persönliche Anschudigungen aus, erwarten aber, dass sowas global funktioniert mit der Einigung? Ganz sicher, was auch sonst?

        • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 10:59

          Der Unterschied zu Ihnen: Ariane und ich verstehen uns. Das muss jetzt nicht weiter erläutert werden, es würde sich ohnehin Ihrem Verständnis entziehen.

          Tja, weil die Kernenergie so ineffizient ist, setzen mehr Staaten auf sie als auf Windräder. Die haben alle keine Ahnung und sind voll böser Absichten. Das die Atomkraft sehr ineffizient sei, habe ich aus einer Studie von Greenpeace. Das ist ungefähr so, als hätte Porsche die Schädlichkeit eines Tempolimits für die Verkehrssicherheit belegt.

      • Ariane 21. Dezember 2019, 12:34

        Wenn Du so das Klimapaket gelesen (und verstanden!) hast, verstehe ich Deine Jubelarien über etwas, das Tun simuliert, damit nichts passiert.
        Das ist jetzt aber ein bisschen gemein. Mir vorwerfen, dass ich mich zumindest über Winzfortschritte freue, während du gar nichts machen möchtest, bis nicht alle Länder gleichzeitig mitmachen, niemand auf irgendwas verzichten muss und am besten noch 35 andere drängende Probleme gelöst sind, ist natürlich viel viel vernünftiger und besser.
        Und wenn ich dir erzähle, dass ich auf jedem Acker fünf Windräder, auf jedem Neubau Solarpanel und Busse und Bahnen kostenfrei haben möchte, bin ich radikal, kann meine Emotionen nicht mehr kontrollieren und löse morgen einen Bürgerkrieg aus^^

        Erstens, Leute wie Du waren es, die für die Abschaffung einer supereffizienten Energiequelle eingetreten sind,
        Also ich sag mal so: Eine Technologie, die alle 20 Jahre hochgeht und dabei ganze Landstriche unbewohnbar macht und deren Müllproblem wir erst in den Griff kriegen, wenn wir das ganze Co2-neutral in die Sonne schießen können, scheint mir wenig geeignet als Lösung aller Probleme.

        Und weder Innovationen noch der Markt sind mystische Dei-ex-Machina. Die werkeln nicht aktiv vor sich hin, sondern sind menschengemacht und wie Menschen gelegentlich überaus träge, reagieren aber auf Veränderungen. Wenn keiner darauf hinweist, dass Plastiktüten nicht so toll sind, werden die weiter produziert. Sobald hier aber Verbraucher und Politik aktiv werden, gibt es einen Druck Alternativen anzubieten, die dann auch genutzt werden. Und ja, Plastiktüten sind natürlich einfacher als ein komplettes Mobilitätskonzept.

        Aber nehmen wir SUVs: ja, die Leute kaufen die Dinger wie verrückt. Aber das ist nur eine Seite der Medaille, eigentlich sind es Synergieeffekte. Das ist kein Selbstläufer, Menschen wachen nicht morgens mit dem Wunsch nach einem SUV auf. Die werden beworben und gepusht ohne Ende.
        Wenn – stark vereinfacht – die Politik morgen entscheidet, dass Autos per Kilogramm zu zahlen sind heißt es übermorgen „die Leute lieben kleine und leichte Autos“

        • Stefan Pietsch 21. Dezember 2019, 13:34

          Das ist jetzt aber ein bisschen gemein.

          Wenn ich am Jahresende zum beliebtesten Blogger gekürt werde, habe ich ungefähr so viel falsch gemacht mit der 1. FC Köln, wenn sie absteigen.

          Mir vorwerfen, dass ich mich zumindest über Winzfortschritte freue.

          Ich sag‘ Dir jetzt mal, wie das in der Unternehmenswelt abläuft, wenn ein Management Erfolg haben will. Es wird das Maximum an möglichen Maßnahmenbündeln gezogen. Das Vertriebsnetz / Händlernetz wird einer scharfen Revision unterzogen, Minderleister fliegen raus. Angefangen bei den großen Kostenblöcken kommt alles auf den Prüfstand, Abteilungen aufgelöst, ggf. neue Resorts geschaffen. Die Preisstruktur und Modellpolitik wird überarbeitet, ein Sofortprogramm aufgelegt sowie Kostenbringer eingestellt.

          Will heißen: die harten Maßnahmen stehen am Anfang, kommen schnell und radikal. Die Menschen werden am Anfang gefrustet und an das Unvermeidliche mit dem Holzhammer gewöhnt. Am Ende soll das Gefühl bleiben, es hätte noch schlimmer kommen können. Die Umsetzungen kommen rasch, damit die Leute nicht zum Meckern kommen. Fatal ist, alles auf die Bank zu schieben, ein Aktionspaket nach dem anderen in größeren Abständen anzuschieben. Das frustriert alle, von den Eigentümern bis zu Belegschaft und Kunden, denn niemand weiß und glaubt mehr, dass das ein Ende hat. Die Politik handelt meist umgekehrt und ist deswegen erfolglos. Schröder war der letzte Politiker, der im Stakkato-Modus etwas durchgepeitscht hat. Danach war monatelang totaler Frust und dann ging’s rasant aufwärts.

          Wir haben in Deutschland kein Problem mit Plastiktüten. Das schwimmt in den Flüssen Ostasiens. Ich weiß nicht, wie wir dieses Umweltproblem mit einem Verbot in Deutschland lösen wollen. Wobei ich nichts dagegen habe, sich das anzusehen. Nur, mich stört die große Problembeschreibung und danach das kleine Karo.

          SUV: Die Wahrheit ist, die Politik hat mit ihrer kleinteiligen Regelungswut wieder enormen Mist gebaut und kegelt ausgerechnet die Produkte aus dem Markt, die am meisten gebraucht werden. Statt dies als Menetekel zu begreifen, forderst Du mehr Regelung. Damit mehr Mist gebaut werden kann. Doch, die Menschen wachen morgens auf und wollen einen SUV. Sie merken nämlich, dass sie zu alt für die kleine Kiste geworden sind, wo man die Beine anziehen muss, und es bequemer für die Knochen mit hohem Einstieg ist. Oder was meinst Du, warum Hochstühle in Restaurants so beliebt geworden sind? Weil Du mit Werbung zugeballert worden bist?

          Du wirst nie eine Verkäuferin, wenn Du nicht nach den Bedürfnissen von Menschen fragst. Die Luxushersteller werfen heute lieber E-SUVs auf den Markt, als auf das Segment zu verzichten. Denn dann kaufen die Leute lieber den Diesel.

          • Rauschi 21. Dezember 2019, 13:40

            Die Superlösung ist also welche?
            Immer noch nur ganz viel heiße Luft. 😛

  • CitizenK 22. Dezember 2019, 10:42

    Dietmar Hopp (SAP-Gründer, Großaktionär, Ex-Vorstand und Ex-Aufsichtsrat von SAP)

    @ Stefan P.
    „Reichtum verpflichtet. Wenn man so reich geworden ist wie ich, dann hat man einfach die Verpflichtung, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Der Gesellschaft, die mir diesen beruflichen Erfolg ermöglicht hat.

    Dann habe ich damals einfach das Grundgesetz verändert. Eigentum verpflichtet, steht da drin. Ich habe es erweitert in: …Reichtum noch viel mehr!

    #Hanni H.
    „Und was bringt Sie auf die Palme?
    Ignoranz und Borniertheit. Wenn Menschen behaupten, es gibt keinen Klimawandel und man braucht keinen Klimaschutz, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Solche Menschen haben einfach nicht verstanden, worum es geht. (…) Es geht um die Zukunft unserer Jugend und Kinder. Die Jugend ist dafür auf die Straße gegangen. Diese Freitagsdemonstrationen waren gut und wichtig“.

    „Wir alle müssen umdenken“

    (Quelle: http://www.rnz.de)

    • Stefan Pietsch 22. Dezember 2019, 11:20

      Artikel folgt.

    • Stefan Pietsch 22. Dezember 2019, 12:41

      Jetzt kann ich ehrlich gesagt doch nicht an mich halten. Sie führen einen ausgewiesenen Mäzen und Förderer des Sozialen und Kulturellen als Leumund für Ihr politisches Wunschkonzert an, also jemanden, der eigentlich Ihr Ideal sein müsste. Über Dietmar Hopp hätte es an diesem Wochenende einiges zu sagen gegeben, doch Sie sind sich der Billigkeit nicht zu schade. So mahnte der geborene Heidelberger, dass die Ikone der Klimabewegung bis zur Erschöpfung instrumentalisiert würde, von ihren Eltern und von ihren Anhängern. Eine immer noch Sechszehnjährige.

      Beim Freitagsspiel TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund gab es wieder übelste Pamphlete, Sprechchöre und Transparente gegen den SAP-Mitbegründer. Hier wurde derjenige übelst verunglimpft, der Ihre Ideal ist und der nichts anderes tut als sein Vermögen für andere einzusetzen. Doch genau das ist nicht gewollt. Statt diesen Menschen lautstark öffentlich zu verteidigen, sind Sie sich an dieser Stelle nicht zu schade, den von Ihnen als Vorbild Benannten für Ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Das macht mich eine ganze Strecke wütend. Auf Sie.

      Stehen Sie mal auf für Dinge, wo man auch öffentlich Ohrfeigen bekommen kann.

      • Rauschi 22. Dezember 2019, 17:38

        Ach, citizen war im Stadium und hat gepfiffen? Was in Ihrem Kopf umgeht, weiß der Henker. Ich bin entsetzt.
        Öffentlich verteidigen, das macht er doch, welchen Text haben Sie Nicht-demonstrieren gelesen?

      • CitizenK 22. Dezember 2019, 22:31

        Ich habe große Achtung vor Herrn Hopp. Das habe ich auch hier im Blog schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Ich habe ihn lediglich zitiert, die Quelle genannt.

        Seine Stiftung hat viele Millionen für moderne Geräte der Krebs-Therapie für Kinder zur Verfügung gestellt. Hätte Herr Hopp – wie andere Milliardäre – das Geld für Yachten oder Finanzspekulationen verwendet, den Kindern hätte nicht geholfen werden können. Die Uni-Klinik – der „schlanke“ Staat, hatte kein Geld dafür.

        Herrn Hopp können selbst Sie nicht – wie mir – unterstellen, ein linker Spinner („Wunschkonzert“) zu sein. Wenn er sagt, dass „Reichtum verpflichtet“, dann kann ich nicht so falsch liegen. Auch nicht mit der Forderung, dieser Verpflichtung nachzuhelfen, z. B. mit einer Vermögensteuer.

        P.S. Ja, in dem Interview hat der den Eltern von Greta Thunberg unterstellt, dem Kind zu schaden. Das ist aber ein ganz anderes Thema. Die Freitags-Demos der Jungen für das Klima unterstützt er ausdrücklich! Das passt Ihnen nicht, verständlicherweise.

        Ich zitiere nochmals Herrn Hopp: „Wie müssen alle umdenken“. Schaffen Sie das auch?

        • Stefan Pietsch 22. Dezember 2019, 22:37

          Wenn er sagt, dass „Reichtum verpflichtet“, dann kann ich nicht so falsch liegen.

          Völlig d’accor.

          Die Freitags-Demos der Jungen für das Klima unterstützt er ausdrücklich! Das passt Ihnen nicht, verständlicherweise.

          Irrtum.

          Sie haben die falsche Gelegenheit für das Falsche genutzt. Auch Reiche und Wohlhabende dürfen in diesem Land mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt werden. Das sollte manchmal wichtiger sein als mancher alberner Stellungskampf. Immerhin ist ein Mensch direkt und persönlich aufs Übelste angegriffen und verleumdet worden. Schade dass Sie die Gelegenheit verpasst haben, einem Menschen Ehre zu erweisen.

          • CitizenK 23. Dezember 2019, 12:53

            Falls Sie die Fussball-Rüpel aus Dortmund meinen: Mit denen habe ich nichts, aber auch gar nichts zu tun. Übel, gemein und dumm. Hat aber mit dem Thema hier ebenfalls nichts zu tun.

            Hopps Meinung zu den Freitags-Demos habe ich wörtlich zitiert, kein Irrtum.

            Schade, dass Sie die Gelegenheit verpasst haben einzuräumen, nicht genau gelesen und sich argumentativ verrannt zu haben.

          • Rauschi 25. Dezember 2019, 13:32

            Auch Reiche und Wohlhabende dürfen in diesem Land mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt werden. Das sollte manchmal wichtiger sein als mancher alberner Stellungskampf.
            Dürfen klar , aber nicht müssen! Wenn Sie das bei den Armen auch so halten würden, weil alle Menschen sind, keine Frage. Das aber nur für Reiche zu fordern ist nicht nachvollziehbar.
            Alberner Stellungskampf, welcher denn? Der wo Sie anderen Lügen vorwerfen, obwohl die Lüge von Ihnen stammt?

  • Ralf 22. Dezember 2019, 11:24

    Statt auf solche zuzugehen, die schließlich benötigt werden, wird sich abgegrenzt. Wer nicht mindestens ein Verzichtsgebot nennen kann, ist kein Gläubiger. Wer auf Intelligenz und Phantasie baut, gehört nicht zum inneren Kreis, ist einfach eine lächerliche Figur. So macht man Feinde, keine Verbündeten.

    Hmmm … Das nennt man wohl unfreiwillig komisch. Der Appell nach mehr aufeinander zugehen im selben Satz wie die Beleidigung der Partner als bornierte, intelligenzfeindliche Wagenburg. Das wird bestimmt helfen Konsens zu erzeugen …

    Das beste, was die Klimabewegung machen kann, ist Leute wie Sie komplett zu ignorieren und am Wegesrand liegen zu lassen. Das Schicksal des Planeten wird sich entscheiden, je nach dem wie schnell die Angst vor der Katastrophe die Angst vor der Veränderung übertreffen wird. Es wird noch mehr Tote geben. Noch mehr Flüchtlinge. Noch mehr Menschen werden ihr Hab und Gut in Stürmen und Feuern verlieren. Irgendwann wird eine Mehrheit erkennen, dass es so nicht weiter geht. Es wird zu spät sein. Hoffentlich nicht viel zu spät. Der Prozess hat bereits begonnen und die Zahl der Vernünftigen wächst. Sich um die Überzeugung derer, die überzeugt werden können zu kümmern, macht mehr Sinn, als sich in endlosen Diskussionen mit denen zu verfangen, die die Folgen der Klimakrise leugnen, die Bemühungen die Katastrophe abzuwenden lächerlich finden und sich über jeden Rückschlag der Umweltbewegung diebisch freuen.

    • Stefan Pietsch 22. Dezember 2019, 11:39

      Sie bleiben in Ihrem Labor. Jobs als Politiker, Manager, Verhandlungsführer oder Verkäufer sind definitiv nichts für Sie. Damit sind Sie aber nicht Lenker, sondern Gefolgstier, denn es fehlt die Fähigkeit, andere Menschen zu beeinflussen.

      Was Sie komisch finden, ist doch einfach zu begreifen. Wer heute Verhaltensänderungen zugunsten des Klimas bewirken will, ist offensichtlich in der Minderheit. Damit dies anders wird, damit er die Dinge verändern kann, muss er auf die Beharrungskräfte zugehen. Wer verändern will, muss die aktive Rolle übernehmen, er kann von dem anderen vorerst kein Entgegenkommen erwarten. Die Wagenburg ist der falsche Ort, um zu gewinnen. Das Beste, was sich dort erreichen lässt, ist, nicht zu verlieren.

      So betrachtet haben Sie noch einen sehr weiten Weg auf dem Pfad der Vernunft zurückzulegen, denn Sie stehen erst am Anfang. Aber die Hoffnung ist ja Ihre Währung.

      • Ralf 22. Dezember 2019, 12:15

        Mit die wichtigste Eigenschaft von „Lenkern“ ist zu erkennen, wer Partner sein kann und wer immer nur Gegner sein wird. Und dann seine Zeit nicht mit denen zu verschwenden, denen es um nichts anderes geht als Sand ins Getriebe zu streuen.

      • Rauschi 22. Dezember 2019, 12:15

        Na der ist wieder typisch, von anderen fordern, was man selbst nicht leistet. Sind Sie Politiker?
        Aber einen Artikel zu schreiben, der vorgibt, zusammen führen zu wollen, welcher verlassen polarisiert, ist echt an Ironie nicht zu über bieten.
        Gibt es eine Mehrheit für die 2%? Gibt es eine Mehrheit für Auslandseinsätze? Gibt es eine Mehrheit für Vermögenssteuer?
        Schert das eine Regierung? Nach Ihren Einlassungen zu muss es das auch nicht. Zeigen sie doch mal die zahlreichen Umfragen dazu, was abgelehnt wird, ablehnen und nicht so super finden ist ein Unterschied.
        Ich bin für die Energiewende, weil das auf Dauer billiger ist. Warum sind Sie dagegen.

      • popper 22. Dezember 2019, 22:06

        Herr Pietsch, Sie realisieren offenbar nicht, wie sehr Sie sich mit deratigen Statements als personifizierte Denkschublade outen und ohne Not ihrem Denken Grenzen setzen und ihre vielbschworene Liberaität als Chimäre entlarven und ad absurdum führen. Mit Kant würde ich das eine selbstverschuldete Unmündigkeit nennen. Insoweit muss hier dahingestellt bleiben, wer hier noch einen sehr weiten Weg auf dem Pfad der Vernunft zurückzulegen hat.

    • Rauschi 22. Dezember 2019, 11:44

      Korrekt, aber Inkonsistenzen erkennt er immer nur bei anderen.
      Warum er das Thema auf einmal doch ernst nimmt, obwohl eben noch bestritten wurde, das es Oberhaupt Klimaflüchtlinge geben wird, bleibt sein Geheimnis.
      Ich wünsche einen schönen 4ten Advent.

  • Juri Nello 22. Dezember 2019, 15:21

    Fest steht: So wird das definitiv nix mit der Erhaltung der Lebensfähigkeit für die meisten Menschen. Das wird sich halt entsprechend auswirken.

  • Sebastian 10. Januar 2020, 11:46

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