Zwischen Traditonalismus und Phantasialand: Der Populismus der Linkspartei

Es gibt Parteien, auf die kommt es bei einer Wahl an. Sie kämpfen darum, die Regierung zu stellen, Mehrheiten zu erringen oder Teil der Exekutive zu werden. Und es gibt Parteien, die keine Rolle spielen. Eine Stimme für sie ist von vornherein eine verlorene, weil ihr Personal keine Chance besitzt, ihre Ideen zu Gesetzen werden zu lassen. Im Mehrheitswahlrecht ist dies meist bei den kleineren Parteien so, sie sind weitgehend bedeutungslos, weil die dominierenden Richtungen die absolute Mehrheit erzielen. So konnte mancher bei der US-Präsidentenwahl mit Trump sympathisieren, ohne sich mit einer Stimme für die Libertarian Party die Hände schmutzig zu machen. Auf die Art wird ein Votum für eine eigentlich einflusslose Partei zu einem Statement. Der Wähler macht mit, hat aber mit den Folgen des Entscheids nichts zu tun. In Deutschland dient die Linkspartei als Sammelbecken für jene, die mit ihrem Kreuz gleich ihr Gewissen entlasten wollen, sozusagen der Rosenkranz für Atheisten.

Die LINKE befindet sich in Isolation. Selbst die SPD will nicht so recht mit ihr, seit die Saarland-Wahl im Februar gezeigt hat, wie kontaminiert ein potentielles Bündnis mit den Populisten um Erben des SED-Regimes sein kann. Im Spät-Winter wurden die Sozialdemokraten vor allem von der Siegerstraße geworfen, weil sie offen eine Koalition mit den Tiefroten anstrebten. Seitdem ist die Flirtphase zwischen den beiden linken Parteien beendet und die Fronten wieder klar sortiert. Angesichts desaströser Umfragewerte wird Martin Schulz nicht mit Fragen zu R2G behelligt, eher würden die mitreisenden Journalisten das Taschentuch auspacken, um ihr Lachen ob der abstrakten Perspektive zu verbergen. Währenddessen tut Sahra Wagenknecht das, was sie am liebsten tut, nämlich gegen die SPD austeilen.

Die Ikone der verhinderten westlichen Berufsrevolutionäre weiß dabei sehr genau, dass sie in einer Zeitschleife feststeckt. Seit nunmehr fast 15 Jahren antichambrieren beide Parteien auf Arbeitsebenen, nur um sich danach die gegenseitigen Antipathien mitzuteilen. Während die SPD immer noch weiß, dass sie das Kanzleramt nur erreicht, wenn der politische Gegner von der Union gegen 30% und damit auf seine Kernwählerschäft schrumpfen würde, zeigen die linken Populisten am liebsten beim potentiellen Partner ihre Beißreflexe. Rot-Rot-Grün ist heute so fern wie es immer war. Das hochintelligente politische Naturtalent Wagenknecht läuft so Gefahr, ihre Gaben zu verschleudern wie ein Lukas Podolski, der aus Selbstfesselung nie den Sprung in die Beletage schaffte. Albrecht Müller von den Nachdenkseiten ist ein guter Freund des Ehepaares Lafontaine. Als solcher fungiert er gleichermaßen als Sprachrohr der geheimen Wünsche und Sehnsüchte der inzwischen 48jährigen. Doch derzeit sieht es so aus, als würde eher der Bayer Karl-Theodor zu Guttenberg Bundeskanzler als dass die optische Wiedergeburt Rosa Luxemburgs auch nur Finanzministerin würde. Dabei gehen die Gedanken noch eine Stufe höher.

Die Regierungsbeteiligungen der ehemaligen PDS waren selbst auf Landesebene meist von kurzer Dauer und selten ein echter Gewinn für das Renommee der Partei. In Nordrhein-Westfalen unterstützte man kurzzeitig die erste Kraft-Regierung, bevor man in die außerparlamentarische Opposition entschwand. In Hessen scheiterte eine rot-rot-grüne Koalition schon, bevor es zum Schwur kam. Ansonsten bleiben die ostdeutschen Verbände, die entweder monoton mitregieren oder wie in Berlin nach Sparmaßnahmen heftig abgestraft werden. Selbst die erste Landesregierung unter Führung der Linkspartei in Thüringen wird wohl nach den Wahlen 2019 keine Fortsetzung erfahren. Die Partei von Bodo Ramelow ist unter anderem wegen einem Neuzuschnitt der Kreise in Umfragen abgestürzt, die SPD bewegt sich in Richtung Einstelligkeit.

Eine Schwäche eint alle linken Parteien und die Erben der SED machen keine Ausnahme: sie kennen ihre Kundschaft und deren Belange nur unzureichend. Üblicherweise initiieren sich die Spitzen der Linkspartei als Beschützer der Benachteiligten und zu kurz Gekommenen. Mit Forderungen nach Erhöhungen von Sozialhilfesätzen, Mindestlöhnen, Höchstgrenzen für Gehälter und einer liberalen Asyl- und Zuwanderungspolitik meint man, Arbeiter und Arbeitslose ködern zu können. Dass dabei gerne daneben gezielt wird und die Klientel der LINKEN keineswegs so verarmt ist, wie ihre Funktionäre annehmen, tut der Selbstsuggestion keinen Abbruch. Mit der AfD ist zudem ein neuer Konkurrent aufgetaucht, der inzwischen deutlich erfolgreicher die Gruppe der Unzufriedenen und gering Bezahlten umwirbt. Zudem haben die Rechtspopulisten um Alexander Gauland im Osten ihre stärksten Bataillone und bedrohen daher die traditionelle Basis der Tiefroten.

Dabei konstatierte schon 2014 die parteieigene Rosa Luxemburg-Stiftung einen deutlichen Wandel in der Wählerzusammensetzung:

In den Jahren seit 2010/11 begann sich die Anhängerschaft der Linkspartei zu verändern, zunächst vermutlich durch die Abwanderung bestimmter Wählerschichten. Dieser Prozess verstärkte sich durch das Auftreten der neuen Partei Alternative für Deutschland.

Die AfD zieht unter den Anhängern aller Parteien insbesondere diejenigen an, die eine Nähe zu rechten Einstellungsmustern aufweisen. Bereits die Vorläufer-Studie von 2014 machte auf diese Tendenz aufmerksam, dass die AfD wie ein politischer Magnet Personen mit antidemokratischen, autoritären und ethnozentrierten Einstellungen anzieht. Diese Tendenz hat sich weiter verstärkt. Ein Ausdruck dafür ist der erneut zurückgegangene Anteil von Anhängern mit rechten Einstellungsmustern (nicht nur) bei der Linkspartei.

Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Personen, die bei der Sonntagsfrage DIE LINKE präferierten, spiegeln in gewisser Weise prototypisch die gesellschaftliche und politische Polarisierung im Land infolge des aufsteigenden Populismus. Die Linkspartei gewinnt an Attraktivität im modernen demokratischen Milieu. Der Anteil von Abiturientinnen und Abiturienten unter den Anhängern steigt; wie die letzten Wahlen zeigen, nicht nur bei der Sonntagsfrage, sondern auch an der Wahlurne.
WASG und Linkspartei.PDS 2005 und DIE LINKE 2009 gewannen von der SPD enttäuschte Wählerinnen und Wähler. (..) Spätestens mit der Wahl 2013 war klar, dass es der Linkspartei nicht gelungen ist, diese aus den traditionellen sozialdemokratischen Milieus stammenden Wählerinnen und Wähler dauerhaft an sich zu binden. Ein Teil ging zurück zur SPD, ein Teil blieb der Wahl fern und ein dritter ebenfalls großer Teil in Ost wie West wanderte weiter zur AfD.

Seit längerem tobt bei der Linkspartei ein Richtungsstreit, ob man den enttäuschten Schichten nachrennen oder sich an jene Milieus wenden soll, die in den USA Bernie Sanders und in Großbritannien Jeremy Corbyn zujubeln. Für die erste Richtung stehen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine, für die zweite die Parteivorsitzende Katja Kipping. Beide Seiten sind sich in herzlicher Abneigung verbunden. Während die Fraktionsvorsitzende einen deutlich nationalistischen Ansatz verfolgt, bemüht sich die Spitze des Karl-Liebknecht-Hauses um eine stark internationalistische Politik der offenen Grenzen und Ausweitung der Kompetenzen Brüssels.

Der nicht entschiedene Richtungsstreit zwingt die LINKE nach geradezu zu einer ausgeprägt populistischen Erscheinung. Denn bis heute ist es keiner politischen Partei gelungen, die so gegensätzlichen Milieus junger Idealisten mit den ergrauten Schichten von Berufsrevolutionären, abgehängten Arbeitern und wütenden Arbeitslosen auf Dauer zusammenzubinden. Die 20 bis Mitte 30jährigen haben, mit Abitur ausgestattet, ihre Zukunft weitgehend vor sich, die anderen hinter sich, soweit sie überhaupt eine hatten. Entsprechend kämpfen die Traditionalisten um die richtige Deutung ihrer Lebensläufe und Schutz ihres oft geringen Status. Die Idealisten dagegen träumen den Traum der Weltverbesserung, wo es keine Grenzen gibt. Wenig verwunderlich befürwortet Katja Kipping ein bedingungsloses Grundeinkommen als Symbol einer Welt, wo Arbeitseinkommen nicht mehr zwingend notwendig sind. Der Flügel um Wagenknecht hält davon wenig und setzt auf eine Erhöhung der Arbeitslosenentgelte sowie eine klare Konfrontation in der Arbeitswelt zwischen Arbeitnehmern und den Konzernen.

Die nicht gelösten innerparteilichen Konflikte machen jede Regierungsbeteiligung unmöglich. Dort, wo sich die LINKE an Koalitionen beteiligt, dominiert eine Ausrichtung die andere. Im Grunde ist die Partei allein im Osten regierungsfähig, da sie für eine relevante Größe aber die westdeutschen Landesverbände benötigt, die auf Linie der Gruppe um Wagenknecht/Lafontaine liegen, scheitert jede Annäherung an die SPD. Kurzerhand wird der Schwarze Peter den Sozialdemokraten zugeschoben, die sich erst der LINKEN annähern müssten um zur Zusammenarbeit fähig zu sein. Doch nach dem Auftauchen der AfD dürfte es die Linkspartei in die endgültige Bedeutungslosigkeit drücken, würde eine gewandelte SPD unter Führung der ehemaligen Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel den Kanon übernehmen, der allein den zerrissenen Post-Sozialisten so etwas wie Identität stiftet. So bleiben sie die klassische Oppositionspartei, denn allein dieser Status sichert den Tiefroten auf absehbare Zeit respektable Wahlergebnisse.

Das Drama der Linkspartei und ihrer Anhänger: niemand mag mehr um sie kämpfen. Die 8-10 Prozent sind in allen Bewertungen eingepreist, mit dem Gewinn von ein paar Stimmen wird die SPD längst nicht mehr reich. Wenn die schlimmsten Prognosen in zwei Wochen wahr werden, dann vereint das linke Lager bei einer hohen Wahlbeteiligung nur noch ein Drittel des Elektorats. Um in dieser Situation überhaupt wieder mehrheitsfähig zu werden, müsste man aus dem Verschiebebahnhof raus den Wählern von Union, FDP und – horrible dictu – AfD ein attraktives Politik-Angebot unterbreiten. Der Grund, warum die Milieus der AfD von allen Parteien (mit Ausnahme der Grünen) umworben werden, liegt in deren Volatilität. Die größten Profiteure der zuletzt rasant gestiegenen Wahlbeteiligung waren neben den Rechtspopulisten CDU und FDP. Die Wähler der Linkspartei dagegen sind in ihren Traditionsbataillonen entweder nicht mehr erreichbar, weil sie außerordentlich treu dem Protest sind. Oder ihre Idealisten fallen mit zunehmendem Alter und ihrem gefestigtem Wohlstand ohnehin den anderen Parteien zu.

Während die Traditionalisten eine treue Klientel bilden, benötigt die wachsende Gruppe der Idealisten ständig neue Reizsetzungen. Wer 2008 Barack Obama zujubelte, war nach weiteren 8 Jahren Lebensalter nicht unbedingt ein Fan von Bernie Sanders. Und Jeremy Corbyn hat 50 Jahre das immer Gleiche vertreten, gilt aber erst seit kurzem en vogue. So strotzt auch das aktuelle Wahlprogramm der LINKEN vor Reiz- und Schlüsselworten. Dabei spielt keine Rolle, ob die Vorschläge in sich konsistent oder gar der mathematischen Logik gehorchen. Es zählt allein, dass das geneigte Publikum die Schlagworte hört. Dies soll an zwei Beispielen aufgezeigt werden.

Der Mindestlohn gilt weiterhin in den linken Milieus als effektivste Möglichkeit, durch staatliche Lenkung prekären Schichten höhere Einkommen zu ermöglichen. Die Lohnuntergrenze soll damit als politisches Instrument eingesetzt werden. Noch im Wahlkampf 2013 forderte die LINKE daher 10€ Mindestentgelt für jede Tätigkeit. Von den G7-Staaten sind seither die Lohnstückkosten in Deutschland am stärksten gestiegen. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung relativ mehr bekommt. Im letzten verfügbaren 4-Jahreszeitraum sind die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste von 2012 bis 2013 um 9% gestiegen. Die LINKE fordert nun einen Mindestlohn von 12€, was 20% mehr sind als sie noch vor 4 Jahren als gerecht ansah. Gegenüber der heutigen Regelung soll das Mindestentgelt gar um absurd erscheinende 36% erhöht werden. In diesen Größenordnungen zeigt sich reiner Populismus ohne jeden Realitätsbezug, selbst ohne Stringenz zu den eigenen Positionen.

Weit deutlicher wird die Diskrepanz zwischen politischer Forderung und Logik im Abschnitt Steuern des Wahlprogramms, einfach, weil Mathematik trotz aller Versuche der Linkspopulisten unbestechlich ist. Zur Reform des Einkommensteuertarifes schreiben die Wahlkämpfer:

• Alle zu versteuernden Einkommen unter 12.600 Euro im Jahr bleiben steuerfrei. (..) Der Steuerverlauf wird abgeflacht.
• Höhere Einkommen wollen wir stärker besteuern. Ab 70.000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr beträgt der Steuersatz 53 Prozent. (..) Der durchschnittliche Steuersatz für 70.000 Euro Einkommen liegt bei ca. 30 Prozent.

Während das Reizwort 53 Prozent Steuersatz fällt, unterschlagen die Populisten, zu welchem Steuersatz ihre eigentliche Klientel, die prekär Beschäftigten, eigentlich ins Erwerbsleben einsteigen sollen. Die Frage ist nicht nur entscheidend für den Tarifverlauf, sondern ganz wesentlich für die Attraktivität von Erwerbsarbeit am unteren Ende der Einkommensskala. Daher werden im Folgenden 2 Alternativberechnungen durchgeführt. Zuerst wird unterstellt, dass die LINKE die sozialpolitisch verträglichste Lösung wählt und den Eingangssteuersatz auf dem heutigen Niveau von knapp 14% belässt, nur dass dies – wie auch der durchschnittliche Steuersatz – erst nach dem neuen Grundfreibetrag von 12.600 Euro greift. Im zweiten Szenario wird angenommen, dass die Ökonomen im Karl-Liebknecht-Haus davon ausgehen, Beträge über dem Freibetrag mit dem bereits heute geltenden Steuersatz von knapp 6% im Durchschnitt und 22% in der Grenze zu besteuern.

Einkommensteuertarif 2017

In der ersten Variante steigt die Grenzbelastung der Einkommen wesentlich schneller an als dies bisher der Fall ist. Dies entspricht der inoffiziellen Philosophie der Partei, die jede Leistung bestrafen möchte. Bei jeder Überstunde, bei jeder Gehaltserhöhung muss der Fiskus geradezu hart zuschlagen. Im Gegenzug wird der sogenannte Mittelstandsbauch im Tarif beseitigt. Zwar steht am Ende eine Grenzbelastung von Einkommen in Höhe von 70.000 Euro mit 53%, allerdings ist die gleichbedeutend mit einer erheblichen Steuerentlastung aller steuerpflichtigen Einkünfte. Im Ergebnis bedingt dies Steuerausfälle, welche selbst die Vorstellungen der FDP weit in den Schatten stellen und selbst Spitzenverdiener profitieren. Es ist anzunehmen, dass dies nicht unbedingt im Sinne der Erfinder ist.

Einkommensteuertarif gemäß Wahlprogramm der LINKEN (Variante 1)

Die zweite Variante ist sozialpolitisch höchst kritisch zu bewerten. Zwar bleiben geringe Einkommen unter 12.600 Euro steuerfrei, aber wer wird dafür schon arbeiten, wenn in gleicher Höhe Sozialtransfers gezahlt werden? Folglich wird Arbeit erst über dem Grundfreibetrag interessant, und an der Stelle schlagen die Steuerexperten der Linkspartei ziemlich herzlos zu. Mit dem ersten Euro müssen 22% an den Fiskus abgeführt werden, das gab es nicht mal zu den seligen Zeiten des Dr. Helmut Kohl. Hinzu kommen immerhin noch Sozialabgaben in gleicher Höhe, so dass schon Geringverdiener wie Berufseinsteiger nahezu die Hälfte ihres Einkommens an den Staat abgeben müssen. Die Steuerbelastung verläuft fast analog zum heutigen Tarif, wobei die Grenzbelastung im höheren Bereich zunimmt. Aber auch diese angepasste Besteuerung führt nur dazu, dass selbst Spitzenverdiener mit 70.000 Euro monatlich gerade 105€ mehr entrichten müssen (Ehepaar mit 140.000 steuerpflichtigen Einkommen sind es 210€). Das ist der Wert, an der die Linkspartei anscheinend den Unterschied zwischen einer neoliberalen und einer sozial gerechten Gesellschaft festmacht. Ergo: Im Modell der LINKEN sind ausgerechnet ihre Wähler mit eigenem Einkommen die Gekniffenen.

Einkommensteuertarif gemäß Wahlprogramm der LINKEN (Variante 2)

Liebe Hobby-Finanzwirtschaftler von der Linkspartei: Wenn das steuerfreie Existenzminimum erhöht wird, so bekommt auch der Millionär seine Steuersenkung. Der Grenzsteuersatz sagt wenig darüber aus, wie die echte Steuerbelastung ausfällt. Mit Spitzensteuersätzen zu argumentieren ist Augenwischerei für solche, die nicht rechnen können.

Am Ende steht unter dem Strich, dass die Linkspartei weitgehend ziellos vor sich hin politisiert. Eine Regierungsbeteiligung ist auf mittlere Sicht eine Spielerei aus dem Phantasialand. Der parteipolitische Gewinn ist auch nicht erkennbar, hat die LINKE doch die Erfahrung gemacht, dass Ministerposten von ihrer Klientel nicht honoriert werden. Entsprechend konzentriert sich die Parteispitze darauf, innere Widersprüche mit populistischen bis absurden Forderungen zu übertünchen, was die Stammwähler begeistert, gleichzeitig jedoch abschreckend auf Wechselwähler wirkt. Dies zeigt sich auch daran, dass nur rund jeder Vierte der Partei eine wichtige Rolle wünscht, bei Grünen und FDP ist es jeder Zweite.

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  • Stefan Sasse 10. September 2017, 18:15

    Deine Einleitung springt ein wenig arg großzügig zwischen Halbwahrheiten und Klischees hin und her, aber der Artikel wird schnell besser. Ich habe 2009 noch LINKE gewählt, 2013 schon nicht mehr. Der Grund dafür liegt daran, dass mich das Rückwärtsgewandte der LINKEn immer mehr und mehr abstößt – noch mehr als das bei der SPD, die darin auch echt gut ist. Die deutsche Linke ist aus eigenem Verschulden bei den niedrigen Prozentwerten angekommen, in denen sie aktuell verharrt. Es gibt einfach keine Idee, wie die Zukunft besser zu gestalten ist; alles was man hört ist, die Gegenwart etwas weniger scheiße zu machen. Aber die Gegenwart ist nicht scheiße, die Gegenwart ist so mittel. Das ist nicht sonderlich befriedigend, aber es reizt halt auch nicht gerade zur Revolution.

    • Rauschi 11. September 2017, 06:58

      @Stefan Sasse
      Der Grund dafür liegt daran, dass mich das Rückwärtsgewandte der LINKEn immer mehr und mehr abstößt – noch mehr als das bei der SPD, die darin auch echt gut ist.
      Das schreiben Sie , obwohl sie gerade als Vorschlag etwas uraltes ausgekramt haben haben:
      [Die Lösung kann daher nur in einem Ansatz bestehen, den SPD und Grüne gerade wieder aus der Versenkungskiste der frühen 1950er Jahre herauskramen: eine europäische Armee.]
      Ist das [wie die Zukunft besser zu gestalten ist]? Was an der Wiederherstellung von guten Arbeitsplätzen rückwärtsgewandt ist, hat sich mir immer noch nicht erschlossen.
      Wer will denn wieder zurück in die Feudalzeit, ohne Arbeitnehmerschutz, ohne Umweltschutz? Alle Macht den Konzernen (sogenannte „Freihandelsabkommen“) die nur Konzernschutzabkommen sind. Ist modern = gut? Aus der Hirnforschung ist bekannt, das unter Angst keine Kreativität möglich ist, also müssen erst die Verhältnisse geändert werden, bevor die Mehrheit der Bevölkerung auch neue Ideen entwickeln kann.
      Ist die soziale Spaltung eine Errungenschaft, die verteidigt werden muss? Was ist daran der Weg in eine bessere Zukunft?
      Oder sollte es erst die Gegenwart scheiße werden, damit Sie für eine „rückwärts gewandete“ Verbesserung eintreten? Das momentane System nimmt immer mehr Menschen nicht mit, die unteren 40% können sich heute von Ihrem Einkommen weniger leisten als 1995, ist das ein Fortschritt oder geht zumindest in die richtige Richtung, bei der Gestaltung einer besseren Zukunft?

      Ratlose Grüsse
      Rauschi

      • Ralf 11. September 2017, 13:12

        @ Rauschi

        Der Frage schliesse ich mich an ^^

        • In Dubio 11. September 2017, 13:17

          Welcher Frage? Es sind 5 Plural? 😉

          • Ralf 11. September 2017, 16:58

            Ich schliesse mich allen fuenf Fragen an … ^^

            Oder ich kann auch gerne selbst praezisieren: Was eigentlich ist problematisch an der sogenannten „Rueckwaertsgewandtheit“ der LINKEN (der Begriff „rueckwaertsgewandt“ ist natuerlich negativ konnotiert, aber formulieren wir ihn mal ins Positive um, dann kommen wir zu „seinen Werten treu bleiben“)? Die Frage stellt sich konkret an Stefan Sasse, der dies ja bei der Partei ausdruecklich bemaengelt. Bedeutet rueckwaertsgewandt oder unmodern immer gleich schlecht? Was waere dann mit einer Idee wie der Demokratie? Die reicht bis ins alte Griechenland zurueck? Gehoert die Demokratie deshalb abgeschafft, weil etwas Antikes ja wohl kaum modern, kaum hip sein kann?

            Vor einem Jahr etwa las ich uebrigens einen Artikel im Spiegel. Dort wurde mit der LINKEN hart ins Gericht gegangen. Sie solle endlich ihren Widerstand gegen die Kriege der Bundeswehr aufgeben. Sie solle sich endlich mit Hartz IV abfinden. Die Armen werden nicht mehr bekommen. Punkt. Aus! Die LINKE sollte sich auch endlich davon verabschieden Wohlhabende staerker besteuern zu wollen. Und ihre Ideen den Mindestlohn betreffend begraben. Und und und. So ging das ueber zwei Seiten.

            Einziges Problem: Wenn die LINKE all das taete, waere sie keine linke Partei mehr. Genau wie die SPD waere sie dann eine neoliberale Mitte-Rechts-Partei. Das Land haette dann eine fuenfte CDU. Und millionen Menschen, die mit der derzeitigen Politik nicht einverstanden sind, haetten keine Partei mehr, die sie waehlen koennen. Keine Partei mehr, mit der sie sich identifizieren koennen. Wem wuerde das nutzen? Der Demokratie wohl kaum.

            • In Dubio 11. September 2017, 18:05

              Was eigentlich ist problematisch an der sogenannten „Rückwärtsgewandtheit“ der LINKEN.

              Im Grunde nichts, wenn man sich keinen Illusionen hingibt. Ich denke, für einen Neoliberalen habe ich außerordentlich wohlwollend geschrieben. Und ich habe ja durchaus Sinn für Nostalgie. Nur liegt in der Vergangenheit selten die Lösung für die Zukunft. Noch kein Unternehmen gewann eine frühere Marktposition wieder, in dem es auf Produkte oder Produktionsformen der Vergangenheit setzte. Selbst Retroprodukte fristen mit Ausnahmen (z.B. Fiat 500) ein Nischendasein. Die Champions League wird nicht deswegen abgeschafft, weil es sehr stark eine Mehrklassengesellschaft im Fußball befördert hat. Ein Zurück zum Landesmeister-, UEFA und Pokal der Pokalsiegerwettbewerb wird es nicht geben. Und hätte Deutschland 2014 noch gespielt wie 1974, hätte man sich nicht mal für die WM-Endrunde qualifiziert. Es war in der Menschheitsgeschichte immer so, dass sich die Zukunft neue Lösungen gesucht hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende die LINKE Recht behält, ist nicht super hoch. Ist das aber nicht der Fall, verliert das Land.

              Bei aller Liebe: dass Hartz-IV in den nächsten 10 Jahren abgeschafft wird, erscheint nicht wahrscheinlich. In welcher Konstellation sollte das möglich und was danach kommen? Gibt es dafür Vorbilder (außer in der Vergangenheit, die ja auch nicht nur rosarot war)? Dass der Mindestlohn in einer Relation zum Durchschnittseinkommen stehen sollte, ist eine uralte Erkenntnis, welche von der LINKEN ignoriert wird. Ich sehe durchaus Zukunftsprobleme, allerdings kann ich mir keine Lösung der Vergangenheit vorstellen, die dafür passt. Sie ignorieren ja auch geflissentlich, dass seit den Siebzigerjahren bis 2005 immer mehr Menschen arbeitslos geworden sind. Ein Renner waren unsere Konzepte damit also nicht. Ja, ich sehe die Probleme zunehmender Entkoppelung der gesellschaftlichen Schichten, schließlich schreibe ich seit vielen Jahren dagegen an. Unser Sozialstaat, wie er heute konzipiert ist, bildet dafür keinen ausreichenden Schutz. Möglicherweise, weil er zu einer Zeit entwickelt wurde, wo eben ein größerer Zusammenhalt gegeben war. Die sozialen Parteien haben dafür ihre Rolle, aber genauso wie Konservative und Liberale können sie nicht für sich in Anspruch nehmen, in der Vergangenheit besonders viel richtig gemacht zu haben.

              Seit 2005 hat das linke Lager von 51% auf geschätzt 34% verloren. Ja, die großen Verluste fallen bei der Sozialdemokratie an, diese Erkenntnis ist inzwischen aber auch 8 Jahre alt. Die LINKE konnte in dieser Zeit kein bisschen davon profitieren, sollte sie bei 8% einlaufen. Mit einer solchen Bilanz muss man sagen: verdammt viel falsch gemacht.

              Das Land hätte dann eine fünfte CDU.

              Mit Verlaub: Atomausstieg, Abschaffung der Wehrpflicht, Quote in Aufsichtsgremien, Mindestlohn, de facto Eurobonds, vorgezogener Renteneintritt, Reichensteuer, steigende Steuerlast, flächendeckende Ganztags-Kitas – hätte man 2005 dies für das Jahr 2017 prognostiziert, hätte man gefragt, ob die letzten 12 Jahre die linken Parteien die Mehrheit gehabt hätten. Der Großteil, was das linke Herz damals begehrte, wurde verwirklicht. Dem gegenüber stehen die sehr langsame Erhöhung des Renteneintrittsalters und ein ausgeglichener Staatshaushalt, der aufgrund glücklicher Umstände und zu Lasten der Gläubiger des Staates gelungen ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass Konservative und Liberale so im Jahr 2005 die Zukunft gemalt hätten.

              Und dennoch sind die Linken nicht zufrieden.

              • Rauschi 11. September 2017, 19:26

                Gibt es dafür Vorbilder (außer in der Vergangenheit, die ja auch nicht nur rosarot war)?
                Gibt es Vorbilder (die in der Zukunft liegen und somit unbekannt sind?)
                Zukünftige Vorbilder, erscheint mir ein schwieriges Konzept zu sein, um nicht zu sagen unmöglich. 😛

                Gruss Rauschi

                • In Dubio 11. September 2017, 20:48

                  Wie wär’s mit Vorbildern aus dem Ausland? Nennt sich Neu-Deutsch Benchmark.

                  • Rauschi 12. September 2017, 14:25

                    Na besten Dank für den kostenlosen und übeflüssigen Sprachunterricht.
                    Was sagt der Name über die Methode? Sie haben doch nachgefragt, nicht ich:
                    [Gibt es dafür Vorbilder (außer in der Vergangenheit, die ja auch nicht nur rosarot war)]
                    Ihre Frage, oder verwenden Sie etwa rhetorische Fragen, das ist doch bei anderen nicht gewünscht?

                    *Herr, schmeiss Vorbilder vom Himmel*
                    Gruss Rauschi

                    • In Dubio 12. September 2017, 14:30

                      Die Arbeitsmarktreformen hatten ihr Vorbild in Skandinavien und den Niederlanden. Da ich das vor kurzem bereits andiskutiert habe, war der Hinweis zumindest nicht abstrakt, während Sie einen Punkt durch Karikieren setzen wollten. Finden Sie das sympathisch?

                    • Rauschi 12. September 2017, 15:08

                      Die Arbeitsmarktreformen hatten ihr Vorbild in Skandinavien und den Niederlanden.
                      Nein sowas, wo stand das in Ihrer Antwort? Es ging um die Abschaffung von Hartz, oder nicht?

                      …während Sie einen Punkt durch Karikieren setzen wollten. Finden Sie das sympathisch?
                      Humor versus Häme, da finde ich Humor alle mal symphatischer.
                      Wozu diente jetzt Ihre Frage nochmal?

                      *Ätschi, Kindergarten kann ich auch*
                      Rauschi

              • Stefan Sasse 12. September 2017, 15:22

                Ich glaube viele Linke befinden sich in so einem wuschigen Zwischenstadium von zufrieden und unzufrieden, und genau da liegt halt auch das Problem des linken Lagers. Keiner ist 100% happy mit Merkel, aber nur wenige finden sie 100% schlecht. Die Totalopposition der NachDenkSeiten etwa ist ja schon seit Jahren albern, ihre aggressive Reaktion darauf, die Merkel-CDU „sozialdemokratisiert“ zu nennen, bezeichnend. Die deutsche Linke hat kein Zukunftsprojekt. Es ist nicht so als ob die CDU eins hätte, aber Konservative brauchen das halt per Definition nicht.

                • Logos 13. September 2017, 11:32

                  Zu Stefan Sasse 12. September 2017, 15:22
                  Was also haben wir hier? Mal die „Argumente“ besonders eindrücklich gegenüber gestellt:
                  1) „wuschigen Zwischenstadium von zufrieden und unzufrieden, und genau da liegt halt auch das Problem“
                  2) „Die Totalopposition … ist ja … albern“
                  Fazit:
                  Total dagegen ist albern also schlecht, dawischen ist auch ein Problem, also ebenfalls schlecht. Ergo: nur volle Zustimmung ist gut!
                  Das ist nicht nur rein logisch absurd, sondern konterkariert auch noch den Sinn von Opposition.

                  Aber wie gut, dass sich gewisse Autoren mit diesen eigenen inneren Widersprüchen nicht befassen müssen, „weil“ ich ja ein Troll bin. Das ist zwar „ad homnim“ und somit ein klassisches Pseudoargument und die hier vorgebrachten Argumente sind so stichhaltig wie auch unwiderlegbar, aber all das spielt ja keine Rolle, „weil“ ich ein Troll bin. Das Ergießen der diffamierenden aber völlig substanzlosen Unterstellung „Troll“ als Kampfbegriff dient ja gerade der Stigmatisierung und bedarf daher einerseits keiner Begründung und anderseits keiner Auseinandersetzung mit den vorgebrachten [Gegen-]Argumenten. Da sind Sie aber „fein raus“, Herr Sasse. Ganz großes Kino!

                  Was lernen wir daraus? Wenn einem Argumente nicht passen und man selbst unfähig ist, diese stichhaltig zu widerlegen, wird der andere einfach als Troll diffamiert [oder zensiert – was in diesem Fall NICHT an Sasse gerichtet ist]. Problem erledigt. Zumindest in der kruden Haltung eines Stefan Sasse.

                  Die deutsche Linke hat kein Zukunftsprojekt.
                  Wenn ich hingegen ein Zukunftsprojekt wie das BGE vorstelle und wie es zu finanzieren ist, dann wird man entweder ignoriert oder einem haltlos Demokratie- und Verfassungsferne unterstellt.
                  Oder wenn ich das Zukunftskonzept von Prof Bontrup zur Beseitigung von Massenarbeitslosigkeit vorstelle, dann ist die überwiegende Reaktion erneut Ignoranz oder es melden sich Figuren, die nicht einmal das Konzept kapiert haben.
                  Mit anderen Worten: wie mans macht, macht mans falsch: hat man kein Zukunftsprojekt ist das schlecht, hat man eines [oder gar zwei] ist es ebenfalls schlecht. Es ist also immer schlecht, sobald von der vorgefassten Meinung eines Sasse [oder Pietsch] abgewichen wird. DAS ist doch mal eine „erwachsene“ Haltung, die von „Reife“ und „tiefer Weisheit“ zeugt.
                  Nein, wie im Kindergarten kommt man sich hier nicht vor. Das sei ferne!

                  Hier lesen ja gemäß eigener Bekundung Kommentatoren mit, „die sich von anderer Sichtweise bereichern“ lassen wollen. Der Ansatz ist zwar lobenswert, aber mal ernsthaft: Wie soll man sich denn von solchen kruden Haltungen „bereichern“ lassen können?
                  Ergo: Nicht jede Haltung ist eine Bereicherung, nur weil sie anders ist.

                  • Stefan Sasse 13. September 2017, 14:44

                    Das BGE mag ein persönliches Steckenpferd von dir sein, aber es ist nicht ein Projekt der deutschen Linken. Es hat wenig Freunde in Grünen und SPD, und die LINKE ist über die Frage völlig gespalten.

                    • Logos 14. September 2017, 09:31

                      Herr Sasse, ein paar Sachverhalte zur Klarstellung:
                      1) Nein, das BGE ist nicht mein persönliches Steckpferd. Ich vertrete politisch keine persönlichen Steckpferde. Generell nicht. Das ist nicht meine Art.

                      2) Ich spreche mich nicht einmal für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Bei meinem Konzept ist im Gegenteil das Grundeinkommen an harte Bedingungen geknüpft. Nur eben völlig andere als jetzt. Es ist ein Bedingte Grundeinkommen

                      3) Es geht mir um Lösungskonzepte für das grundlegende Problem der Massenarbeitslosigkeit der Gesellschaft und damit der Zersetzung derselben. Dazu habe ich zwei Konzepte vorgestellt: das bedingte Grundeinkommen und Prof Bontrups verteilungsneutrale Umlegung der Produktivitätsgewinne bei vollem Lohn- und Personalausgleich.
                      []

                      Es spricht für doch Bände, dass Sie den von mir aufgezeigten inneren Widerspruch zwischen Ihren eigenen Aussagen nicht auflösen konnten. Es spricht auch für sich, dass meine Argumente wohl so gut waren, dass Sie sich zu einem Kommentar genötigt sahen. Das will so gar nicht zu Ihrer ad hominem-Diffamierung „Troll“ passen. [].

                      Grüne und SPD sind nur dem Label nach noch Linke – de facto aber längst im neoliberalen Mainstream []. Dennoch widerspricht zumindest die Aussage hier http://bge17.de/parteien-und-das-grundeinkommen/ ihrer Behauptung

                      Die Piratenpartei hat sich klar für ein BGE ausgesprochen.

            • bevanite 12. September 2017, 17:16

              Der Gag an dem „Argument“ mit der Rückwärtsgewandtheit ist, dass Konservative in ihrer Wirtschaftspolitik streng genau genommen noch rückwärtsgewandter sind, stammen doch ihre Leitbilder aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert.

              • Logos 13. September 2017, 11:26

                Ein wahres Wort, welches nicht genug herausgestellt werden kann und insbesondere und umso mehr für Neoliberale gilt, die oft nichts anderes als Neoklassik vertreten.
                Jean-Baptiste Say gilt als ein Vertreter der klassischen Nationalökonomie. Auf ihn und Mill geht das 1803 formulierte sog. „Saysche Gesetz“ zurück. Nur wenige Sekunden kritischer Überlegung reichen aus, um den Schwachsinn dieses „Gesetzes“ zu entlarven. Tatsächlich: 1803 mag das u.U. sogar zutreffend gewesen sein. Aber heute schon lange nicht mehr. Was Neoliberale jedoch nicht davon abhält, sich immer noch darauf zu berufen, als ob es noch gültig wäre.

                Entgegen der Darstellung ist weder Rückwärtsgewandheit noch „modern“ ein Wert oder Unwert an sich. Aber bei Neoliberalen, die Neoklassik bemühen, kommt hinzu, dass sie einfach – um es euphemistisch zu formulieren – groben Unfug vertreten. DAS ist ein Vorwurf, der ungleich mehr Substanz besitzt als Sasses „Rückwärtsgewandheit“.

                []

              • Stefan Sasse 13. September 2017, 14:44

                Als ob ich konservative Wirtschaftspolitik verteidigte.

                • Logos 14. September 2017, 09:27

                  [ … insbesondere und umso mehr für Neoliberale gilt, …]

      • Stefan Sasse 11. September 2017, 17:15

        Ich möchte dezidiert betonen, dass ich kein Problem mit den meisten Zielen der LINKEn habe. Mehr Geld/Wohlstand für Arme? Gerne! Höhere Löhne für Niedriglöhner? Her damit. Sicherere Jobs? Klar! Belastung für die Superreichen? Zeit wird’s. Und so weiter. Meine Probleme mit der Partei sind methodischer Natur. Ich halte ihre konkreten Lösungsvorschläge für rückwärtsgewandt, nicht ihre Ziele. Ich will das aber bald in einem größeren „Zukunft der Linken“-Themenkomplex behandeln.

      • Erwin Gabriel 12. September 2017, 10:04

        @ Rauschi

        Man kann doch eine europäische Armee wünschen (egal, wie alt der Vorschlag ist), UND eine moderne (= zeitgemäße) Bildungs-, Einwanderungs-, Sozial und Wirtschaftspolitik anstreben – einen Widerspruch vermag ich da nicht zu erkennen.

        Was an der Wiederherstellung von guten Arbeitsplätzen rückwärtsgewandt ist, hat sich mir immer noch nicht erschlossen.

        Das WIEDER. Neu schaffen – gerne. Aber die „guten, alten“ Arbeitsplätze etwa bei Opel oder Nokia oder am Band von VW sind nicht mehr da. Die lassen sich auch nicht wieder herzaubern.

        Ist modern = gut?

        Eine sinnlose Frage. Das kann man genauso wenig beantworten wie die Frage, ob Regen gut ist. In der Sahel-Zoone fehlt er, in Houston war es gerade etwas viel. Aber mich freut, dass auch eine Konservative in Ihnen steckt.

        Aus der Hirnforschung ist bekannt, dass unter Angst keine Kreativität möglich ist, also müssen erst die Verhältnisse geändert werden, bevor die Mehrheit der Bevölkerung auch neue Ideen entwickeln kann.

        Abgesehen davon, dass meiner subjektiven Erfahrung nach Menschen bzw. Individuen kreativ sind und Ideen entwickeln, nicht aber Bevölkerungen oder Bevölkerungsteile – Ihre Aussage impliziert, dass die Mehrheit der Bevölkerung Angst hat. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

        … die unteren 40% können sich heute von Ihrem Einkommen weniger leisten als 1995, ist das ein Fortschritt oder geht zumindest in die richtige Richtung, bei der Gestaltung einer besseren Zukunft?

        Ganz offensichtlich ist das ein Fortschritt (aber, wenn ich das noch ergänzen darf, eher zum Schlechteren, und kein Schritt in Richtung „Gestaltung einer besseren Zukunft“).

        • Rauschi 12. September 2017, 10:43

          Man kann doch eine europäische Armee wünschen (egal, wie alt der Vorschlag ist), UND eine moderne (= zeitgemäße) Bildungs-, Einwanderungs-, Sozial und Wirtschaftspolitik anstreben – einen Widerspruch vermag ich da nicht zu erkennen.
          Der Massstab ist doch nicht, was wer kann, darunter fällt fast alles (ich kann</b auch Adler mit Mäusen vergleichen, da kommt nur nichts bei raus, können tue ich es trotzdem). Sondern, was in einer Debatte konsitent ist. Er hat ja nicht beides gefordert, jedenfalls steht das in seinem ersten Kommentar nicht, sondern die „Rückwärtsgewandtheit“ beklagt. Das geht nun wieder gerade nicht, wenn ich eine andere Massnahme, die ebenfalls unter diesen Begriff fällt, gerade als anzustrebend beschrieben habe. Klar soweit?

          Das WIEDER. Neu schaffen – gerne. Aber die „guten, alten“ Arbeitsplätze etwa bei Opel oder Nokia oder am Band von VW sind nicht mehr da. Die lassen sich auch nicht wieder herzaubern.
          Das wieder bezog sich auf das
          gut, es dürfte doch wohl klar sein, das niemand für die Wiedereinführung der Pferdefuhrwerke plädiert, wegen der Arbeitsplätze. Aber man kann auch alles falsch verstehen wollen.

          Eine sinnlose Frage. Das kann man genauso wenig beantworten wie die Frage, ob Regen gut ist. In der Sahel-Zoone fehlt er, in Houston war es gerade etwas viel. Aber mich freut, dass auch eine Konservative in Ihnen steckt.
          Das müssen Sie doch nicht mir schreiben, sondern Herrn Sasse. Er beklagt die „Rückwärtsgewandheit“, das Gegenteil davon ist die Moderne, das scheint das bessere zu sein, in seinen Augen. Nachfragen dazu an Ihn, nicht an mich.

          Abgesehen davon, dass meiner subjektiven Erfahrung nach Menschen bzw. Individuen kreativ sind und Ideen entwickeln, nicht aber Bevölkerungen oder Bevölkerungsteile – Ihre Aussage impliziert, dass die Mehrheit der Bevölkerung Angst hat. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
          Abgesehen davon, das es unmöglich ist, ganze Bevölkerungsteile zu kennen verstehe ich den Einwand nicht. Ob Sie etwas nachvollziehen können oder nicht, oder ob ich das kann, ist doch vollkommen irrelevant für die Befindlichkeiten der Bevölkerung. Die Umfragen sagen, das die Mehrheit ihre eigene Situation noch positiv sieht, aber schon die Einschätzung, wie es den Kindern gehen wird, ist negativ. Das belegen zahlreiche Umfragen
          [Es ist in weiten Teilen der die deutsche Gesellschaft tragenden Mittelschicht ein mehr oder weniger fundiertes Gefühl der Abstiegsbedrohung vorhanden, oft weniger bezogen auf die selbst erreichte Position, sondern vor allem mit Blick auf die eigenen Kinder. Das ist in Zeiten, in denen die Babyboomer ihre Kinder auf die Arbeitsmärkte und ins eigene Leben entlassen, eine durchaus brisante Mischung, denn zum einen gibt es viele Babyboomer und zum anderen ist die Sorge, dass es die eigenen Kinder schlechter haben (könnten), ein doppelte Ohrfeige für diese Generation, denn zum einen haben sie sehr viel investiert in die eigenen Kinder angesichts der eigenen Erfahrung, dass es immer „zu viele“ gab und man sich permanent im Wettbewerb mit den vielen anderen bewähren musste, zum anderen wird mit der Aussicht (bzw. der erfahrbaren Realität), dass es für die nachwachsende Generation nicht nach oben geht, ein bundesdeutscher Grundkonsens verletzt.]
          Umfrage von McKinsey, kein linkes Organ.
          Quelle: https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2016/07/166.html

          Ganz offensichtlich ist das ein Fortschritt (aber, wenn ich das noch ergänzen darf, eher zum Schlechteren, und kein Schritt in Richtung „Gestaltung einer besseren Zukunft“).
          Kein Fortschritt (zumindest nicht im normalen Sinne), eine Entwicklung, die niemand ernsthaft als Fortschritt bezeichnen kann.
          [Fortschritt bezeichnet eine – zumeist im positiven Sinne verstandene – Änderung eines Zustandes. Gegenbegriffe sind Rückschritt oder Stillstand. Fortschritt und Innovationen begünstigen einander.]
          Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fortschritt

          Gruss Rauschi

          • Erwin Gabriel 13. September 2017, 21:37

            @ Rauschi 12. September 2017, 10:43

            Sie argumentieren am Punkt vorbei. Herr Sasse beklagt, da kann ich ihm auch folgen, die Rückwärtsgewandtheit der Linken. Und nicht nur hier, also ist Herr Sasse doch konsistent. Hat nichts mit der Forderung nach einer europäischen Armee zu tun (was nebenbei gesagt eine „moderne“ Idee ist, selbst wenn schon Adenauer davon geträumt haben sollte.
            Klar soweit?
            Fortschritt bezeichnet eine – zumeist im positiven Sinne verstandene – Änderung eines Zustandes
            Die Änderungen des Zustands haben Sie ja selbst aufgeführt, „zumeist“ bedeutet „nicht immer“, und darüber, dass die Entwicklung in die falsche Richtung geht, sind wir uns einig – wo ist Ihr Punkt?

            Es grüßt
            Eugen

            • Rauschi 15. September 2017, 07:14

              Sie argumentieren am Punkt vorbei. Herr Sasse beklagt, da kann ich ihm auch folgen, die Rückwärtsgewandtheit der Linken.
              Und ich habe gefragt, was genau der Kritikpunkt an „rückwärtsgewandt“ ist, denn er teilt ja die Ziele, aber nicht die „Methoden“(what ever that means)?
              Und nicht nur hier, also ist Herr Sasse doch konsistent.
              In soweit konsistent, das ich die Kritik immer noch nicht begriffen habe, das stimmt.
              Hat nichts mit der Forderung nach einer europäischen Armee zu tun (was nebenbei gesagt eine „moderne“ Idee ist, selbst wenn schon Adenauer davon geträumt haben sollte.
              Wie, ist jetzt modern doch =gut, obwohl Sie gemeint haben, das wäre eine selten dumme Frage? Eine Idee ist so alt wie der Erfinder, nicht wie der, der sie wieder raus kramt, oder wie definieren Sie modern?

              Gruss Rauschi

              • Erwin Gabriel 18. September 2017, 13:27

                @ Rauschi

                Das schreiben Sie, obwohl sie gerade als Vorschlag etwas uraltes ausgekramt haben haben

                Das war Ihr Zitat, darauf hatte ich mich bezogen.

                es grüßt
                E.G.

                • Rauschi 18. September 2017, 15:56

                  Das schreiben Sie, obwohl sie gerade als Vorschlag etwas uraltes ausgekramt haben haben
                  Das war Ihr Zitat, darauf hatte ich mich bezogen.

                  Was will der Künstler mir sagen? Die Aussage ging an Herrn Sasse und ich bin mir ganz sicher, das er sich selbst verteidigen kann, falls das notwenig sein sollte. Ist das nun Zustimmung oder Erwiderung oder was?
                  Sie dürfen Ihren Beissreflex gerne ein wenig zurückschrauben, in der Sache kommt ja eher weniger von Ihnen.

                  Gruss Rauschi

  • Logos 11. September 2017, 06:27

    Und es gibt Parteien, die keine Rolle spielen. Eine Stimme für sie ist von vornherein eine verlorene, weil ihr Personal keine Chance besitzt, ihre Ideen zu Gesetzen werden zu lassen.
    Schon der zweite Satz eine dieser typisch Pietschen haarsträubenden intellektuellen Zumutungen. Pietsch Behauptung ist doch offensichtlich falsch:
    Denn der parlamentarischen Opposition kommt – zumindest theoretisch – die enorm wichtige Aufgabe des um Ausgleich bemühten Korrektivs in Form von z.B. Kontrolle, Kritik und des Aufzeigens von Fehlern oder unbotmäßiger Bedienung von Partikularinteressen, z.B. Politik für Superreiche, Banken und Großkonzerne, wie um Neoliberalismus Usus [1], zu.

    Damit ist Pietschs Behauptung als Falschdarstellung widerlegt.

    [1] Genau das aber funktioniert in diesen Zeiten nur noch wenig bis gar nicht, weil – ausgenommen die wieder stereotyp gebashte Linkspartei – alle Parteien neoliberal [] sind. Die eine mehr, die andere etwas weniger.

  • CitizenK 11. September 2017, 07:41

    @ In Dubio

    Was haben Sie im Politikunterricht im Hinblick auf die Rolle der Opposition in der parlamentarischen Demokratie nicht verstanden? (Um mal Ihren Diskussionsstil zu spiegeln).

    Eine Opposition wirkt allein dadurch, dass sie da ist. Der britische Begriff der „fleet in being“ ist für die LINKE sicher zu hoch gegriffen, zeigt aber, worum es geht.

    Und ganz konkret: Die LINKE hat Verdienste allein durch ihre zahlreichen Anfragen. Viele Missstände sind erst dadurch ans Licht gekommen. Die oft gewundenen und ungenauen Antworten der Regierung geben weiteren Aufschluss.

    Die Fixierung auf Regierungsbeteiligung hat etwas von Scheuklappen. Nicht ohne Grund erhält der Oppositionsführer bei den Erfindern der parlamentarischen Demokratie ein staatliches Gehalt. Das Elend der Großen Koalition ist und bleibt das Fehlen einer starken Opposition.

    • In Dubio 11. September 2017, 08:24

      Was haben Sie im Politikunterricht im Hinblick auf die Rolle der Opposition in der parlamentarischen Demokratie nicht verstanden?

      Weiß ich nicht, man kann ja schlecht sagen, was man nicht verstanden hat, bis man damit konfrontiert wird. Ich kann Ihnen aber zweierlei zu meinem Verständnis von Opposition sagen:

      (1) Opposition ist Regierung im Wartestand. Es irritiert mich zunehmend, wenn nicht nur Parteien selbst, sondern auch ihre Anhänger sich genügsam geben und sich auf Dauer mit dem Minderheitenstatus bescheiden. Hauptsache, wir sind schön! So führe ich nicht mein Leben. Es besteht darin, gestalten zu wollen und die Dinge deutlich zu verbessern. Am Ende eines Jobs wie meines Lebens soll stehen: er hat die Dinge verändert. Erinnern Sie sich an die Oppositionsführer der Nachkriegsgeschichte? Ein paar Namen werden Sie runterbeten können, ja, aber nur, weil sie danach noch eine prominente Rolle in der Geschichte einnahmen. Die Kanzler jedoch lernt jedes Kind im Geschichtsunterricht.

      (2) Früher hat man mit seiner Partei mitgefiebert und gehofft, dass sie doch endlich die Mehrheit erringen möge. Doch als Anhänger von der LINKEN wie der AfD muss man schon sehr viel Koks geschnüffelt haben, um damit am 24. September abends ernsthaft zu rechnen. Worüber freuen sich diese Leute? Ich sag’s Ihnen: dass es ein Stück schwerer ist, eine Regierung zu bilden und die anderen den Protest gezeigt bekommen. Protest ist keine Lösung und manchmal einfach nur dumm.

      Gestern bin ich wie so oft in solchen Zeiten mit der Frage konfrontiert worden, was soll derjenige wählen. Als Liberaler mag ich diese Frage nicht, ich kann nicht entscheiden, was jemand anders wählen soll. Allerdings erfuhr ich dabei Erschreckendes: einige mir noch aus der Kindheit vertraute Menschen, gebildet, intelligent, wollen in zwei Wochen die Alternative für Deutschland wählen. Sie hassen Angela Merkel und suchen eine Partei, wodurch Merkel nicht im Amt bleibt und die Ausländerpolitik deutlich revidiert wird. Das ist aus vielerlei Gründen nicht möglich, aber destruktive Parteien zu wählen ist mit Sicherheit die schlechteste aller Optionen.

      Es ist ein relativ langer und substantierter Artikel. Fällt niemanden mehr ein als einen einzigen Satz im Opener zu kritisieren? Um mit der Bundeskanzlerin zu sprechen: Kinners…

      • Erwin Gabriel 13. September 2017, 21:46

        @ In Dubio 11. September 2017, 08:24

        einige mir noch aus der Kindheit vertraute Menschen, gebildet, intelligent, wollen in zwei Wochen die Alternative für Deutschland wählen. Sie hassen Angela Merkel und suchen eine Partei, wodurch Merkel nicht im Amt bleibt und die Ausländerpolitik deutlich revidiert wird. Das ist aus vielerlei Gründen nicht möglich, aber destruktive Parteien zu wählen ist mit Sicherheit die schlechteste aller Optionen.

        Da kenne ich auch den einen oder anderen. Zwei davon haben selbst Migrationshintergrund, sind aber berufstätig und halten „die Deutschen“ für blöd, jeden herein zu lassen. Für die bedeutet Merkel „Destruktion“, und das man das auf vielfältigste Weise so verargumentieren kann, da hat Frau Merkel selbst sehr viel für getan.

        Ähnlich hat man früher auf die Grünen geschaut, die wurden damals auch häufig aus Protest gewählt. Mit Blick auf Themen wie Energiewende, Diesel-Paranoia, multikulturelle Gesellschaft etc. kann man konstatieren, dass die nicht ganz erfolglos waren. Etwas Vergleichbares erhofft man sich nun von der AfD.

        • In Dubio 14. September 2017, 08:25

          Der gern bemühte Verweis ist zu pauschal. Genauso könnte man beispielsweise auf die Schill-Partei zeigen, der ein kurzes parlamentarisches Leben vergönnt war. Die Stimmanteile für die AfD weisen auf ungelöste Probleme und ein Unbehagen in der Gesellschaft hin. Soweit so klar, soweit so alt die Erkenntnis. Aber es gibt gravierende Unterschiede zu den Grünen der Gründungsphase: ihre Wähler sind älter, männlich und von Ängsten getrieben. Und: die AfD ist nicht mehr in der Gründungsphase. Fünf Jahre nach ihrer Entstehung wurden in der Partei Koalitionen mit der SPD diskutiert. Die Alternative hat sich gerade durch Herrn Gauland dazu bekannt, auf absehbare Zeit keine Koalition anzustreben. Man sei nunmal eine rechtspopulistische Partei.

          Die Prognosen, die AfD könne sich ja noch entwickeln, höre ich seit vier Jahren. Innerhalb einer Legislaturperiode hat es die Partei jedoch versäumt, sich nur schrittchenweise zu entwickeln. Weiterhin ist man zutiefst zerstritten, sägt gerade mit Frauke Petry den zweiten Hoffnungsträger an der Parteispitze ab und bekennt sich stattdessen zum Rechtsaußenrand. Die Grünen werden bis heute von vielen gewählt, weil sie für etwas stehen (und die Wähler sich davon Lösungskompetenz versprechen): Umwelt. Ein Kreuz für die Partei ist gleichzeitig ein Ablass. Das alles gilt nicht für die AfD, begonnen damit, dass niemand, nicht mal ihre Fans, der Partei Kompetenz in irgendeiner Sache zubilligen.

    • Stefan Sasse 11. September 2017, 17:16

      Ich denke ich kann die LINKE kritisieren UND gleichzeitig ihre Verdienste anerkennen.

  • Logos 11. September 2017, 08:19

    In Deutschland dient die Linkspartei als Sammelbecken für jene, die mit ihrem Kreuz gleich ihr Gewissen entlasten wollen, sozusagen der Rosenkranz für Atheisten.
    Erneut einer dieser krassen Falschbehauptungen, die der Kombination aus Linkenbashing, extrem schlichtem Weltbild und ideologischer Verblendung geschuldet sein dürfte.

    In Deutschland kommt der Linkspartei die extrem wichtige Aufgabe der letzten echten Opposition, die sich gegen den gesellschaftzerstörenden Neoliberalismus stemmt, zu. Wer es völlig zu recht für falsch hält, dass die exekutierte neoliberale Politik immer „unsozialer“ [1] wird, für den ist unter den etablierten Parteien DIE LINKE die einzig verbliebene Möglichkeit in diesem Parteienspektrum.

    [1] „asozial“ darf hier ja nicht geschrieben werden, selbst wenn es in der Sache noch so berechtigt ist [2], [].

    [2] asozial = gesellschaftsschädlich (offizielle Definition)

    Eine Ideologie, nämlich der Neoliberalismus, deren politisch-gesetzgeberische Umsetzung
    – gesamte Gesellschaften destabilisiert
    – Egoismus züchtet und Solidarität zerstört [1]
    – die Gesellschaft spaltet [2]
    – den inneren/sozialen Frieden zerstört
    – die soziale Ungerechtigkeit steigert [3, a]
    – die Schere der zwischen Arm und Reich extrem auseinander klaffenden Vermögensverteilung noch weiter öffnet [4]
    – sich nicht um die Einhaltung des Mindestlohns schert [5]
    – ermöglicht, dass Personen durch Strafen bei ALGII unter das gesetzliche Existenzminimum fallen [6]
    – maßgeblich dazu beiträgt, dass die ohnehin schon bestehende extrem ungleiche Vermögensverteilung noch weiter auseinanderbricht [7]
    – zu Ausbeutung [8]
    – Lohndumping, Hungerlöhnen [9]
    – zu steigender Erwerbsarmut [10, a, b]
    – steigender Kinderarmut [11]
    – steigender Altersarmut führt [12,13]
    – die Armutsquote zu neuen Höchstständen führt [14]
    – durch befristete Arbeitsplätze zunehmend Lebens- und Planungunssicherheit erzeugen [15]
    – unter Schweiß, Blut und Tränen erkämpfte Errungenschaften der Zivilisation (Arbeitnehmerschutz- Umwelt- und Verbraucherschutzrechte) unter Propagandierung hohler Phrasen wie „Flexibilisierung, Liberalissierung, Deregulierung“ abbaut
    – []
    – über die gesellschaftliche Verarmung mittelbar den Rechtsextremismus/Nationalismus befördert [16, a] und
    – Menschen regelrecht krank macht [17]
    die darf mit Fug und Recht als gesellschaftsschädlich [] bezeichnet werden, weil sie es ist. Dass dies den Apologeten der gesellschaftlichen Zerstörung, [] nicht passt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Ergo: Noch niemals in diesem Blog dürfte ein Terminus und Vorwurf derart erschlagend untermauert, belegt und substanziiert worden sein. Folgerichtig zwingend wird „unsozial“ wird dieser die Gesellschaften in den Abgrund treibenden Ideologie nicht ansatzweise gerecht – [].

    [1] http://www.forumzfd.de/Interview_GesineSchwan
    [2] https://www.heise.de/tp/features/Die-Spaltung-der-Gesellschaft-vertieft-sich-3392223.html
    [3] https://www.heise.de/tp/features/Die-soziale-Ungleichheit-waechst-3395414.html
    [3a] https://www.heise.de/tp/features/Die-soziale-Ungleichheit-waechst-3395414.html
    []
    [10a] http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/erwerbsarmut-arbeitsmarkt-boomt–trotzdem-gibt-es-immer-mehr-arme-27918448

    []
    [14] http://www.focus.de/finanzen/news/steigende-ungleichheit-kluft-zwischen-arm-und-reich-so-gross-wie-nie_id_3796698.html
    [15] https://youtu.be/sQ94j3TMLAo?t=1370
    [16] https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/135_butterwegge.pdf
    [16a] http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/neoliberalismus-nationalismus-als-ideales-gespann
    [17] https://www.youtube.com/watch?v=4rBtE0ytAUE

    Anmerkung der Administration: Noch so ein Artikel, und er fliegt raus. Außerdem, auch das wiederholt geschrieben, machen wir hier nicht Werbung für ein bestimmtes Forum.

    • Rauschi 11. September 2017, 10:27

      Außerdem, auch das wiederholt geschrieben, machen wir hier nicht Werbung für ein bestimmtes Forum.
      Werbung? Welche Werbung?
      1 Link geht zum kritschen Netzwerk, alle anderen auf unterschiedliche Quellen, wo soll da irgendeine Werbung versteckt sein?
      Was ist denn nun wieder falsch, was ist unsachlich oder eine Beleidigung?

      *wunder, kopfkratz*
      Rauschi

      • In Dubio 11. September 2017, 10:38

        Der Großteil der „Nachweise“ ging zu einer Meinungsplattform, deswegen wurden sie ja bis auf einen gelöscht. Die Regeln für diesen einen Kommentator wurden ihm hier schriftlich mitgeteilt. Ich habe selten eine so lernresistente Person kennengelernt. Und bitte, könnten Sie beim Thema bleiben und sich nicht immer nur diesem einen Kommentator als seine Verteidigerin annehmen? Danke.

        • Rauschi 11. September 2017, 10:44

          Und bitte, könnten Sie beim Thema bleiben und sich nicht immer nur diesem einen Kommentator als seine Verteidigerin annehmen?
          Was wir können, kann ich nicht beurteilen, ich kann nur darüber befinden, was ich kann.
          Nicht mal mehr Nachfragen sind erlaubt, sondern kommen in die Kategorie „Entschuldigung“ und werden ignoriert? Ist die Quelle nicht glaubwürdig, weil sie oft auftaucht? Wenn das alles aus der Welt, dem Spiegel oder einer anderen Platform stammen würden, was wäre der substantielle Unterschied? Oder alle von DIW, ist das dann auch Werbung?

          Ich werde auf Ihre Artikel nicht mehr eingehen, denn ich möchte Sie ja auf keinen Fall erneut überfordern.

          Gruss Rauschi

          • Stefan Pietsch 11. September 2017, 11:14

            Ist die Quelle nicht glaubwürdig, weil sie oft auftaucht? Wenn das alles aus der Welt, dem Spiegel oder einer anderen Platform stammen würden, was wäre der substantielle Unterschied?

            Dass Sie als angebliche Akademikerin den Unterschied nicht kennen, befremdet mich. Die von Ihnen genannten Quellen müssen zahlreiche Prüfroutinen durchlaufen, bevor sie veröffentlicht werden. Und damit ist, anders als Sie denken, nicht gemeint, dass sie einer bestimmten Ausrichtung entsprechen müssen. Näheres erfragen Sie bitte bei Ihrem Uni-Professor, der Ihnen die Grundlagen für journalistische wie wissenschaftliche Qualitätsstandards wieder in Erinnerung rufen kann.

            Ich werde auf Ihre Artikel nicht mehr eingehen, denn ich möchte Sie ja auf keinen Fall erneut überfordern.

            Schön, das hatten Sie ja bereits mehrfach angekündigt.

            • Rauschi 11. September 2017, 11:35

              Näheres erfragen Sie bitte bei Ihrem Uni-Professor, der Ihnen die Grundlagen für journalistische wie wissenschaftliche Qualitätsstandards wieder in Erinnerung rufen kann.
              journalistische Qualitätsstandards werden in einem Eletrotechnikstudium nicht vermittelt, etwa bei BWL oder VWL?
              Sie können also beurteilen, das diese bei den besagtenLinks nicht der Fall ist, nach wissenschaftlichen Standards, also mehr als eine Quelle und Gegenprüfung durch eine andere, unabhängige Seite?
              Dann ist ja gut.

              Schön, das hatten Sie ja bereits mehrfach angekündigt.
              Sagt ja einiges aus, wenn sich sich über das ausbleiben von Kritik freuen.

              Gruss Rauschi

        • In Dubio 11. September 2017, 12:32

          @Logos @Rauschi

          Ihre Quelle hat nicht die Publizistischen Grundsätze des Deutschen Presserates unterschrieben noch hält man sich an Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens. Während Wissenschaft politisch neutral ist, formuliert Ihr Forum eine klare politische Zielsetzung, der sich alle publizierten Beiträge unterzuordnen haben. Dass angebliche Akademiker keine Grundkenntnisse in seriösem Publizieren haben, erschreckt doch eher. Wenn Hauptschüler wie Sie argumentieren, könnte ich das verstehen. Mit Ihrem angeblichen Bildungshintergrund jedoch nicht.

          Keine Verpflichtung zu allgemein anerkannten Standards, keine Seriosität. Ende der Diskussion.

          Der Artikel nennt als einen wesentlichen Fakt, dass die steuerpolitischen Vorstellungen der LINKEN nicht annähernd sozialen Zielen dienen. Das wäre eine Auseinandersetzung wert. Aber da scheinen Sie nichts zu haben.

          • Rauschi 11. September 2017, 13:00

            Ihre Quelle hat nicht die Publizistischen Grundsätze des Deutschen Presserates unterschrieben noch hält man sich an Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens.

            Ich kann doch sicher nachlesen, dass deliberationdaily das unterzeichnet hat, oder nicht?

            Während Wissenschaft politisch neutral ist, formuliert Ihr Forum eine klare politische Zielsetzung, der sich alle publizierten Beiträge unterzuordnen haben.
            Schrieb einer, der Grafiken in seinen Artikel einbaut, zu denen keinerlei Quelleangaben existieren und die somit auch „wissenschaftlichen Standards“ nicht entsprechen. Und dessen Ausrichtung eindeutig auf der Seite nachzulesen sind
            [Stefan Pietsch ist Mitte 40, verordnet sich politisch im liberal-konservativen Lager und sieht sich als überzeugten Neoliberalen im Sinne Alexander Rüstows. Gleichzeitig unterhält er eine politische Liebe zur SPD. Politische Theorie interessiert ihn eher wenig, Studien über historische Trends und Geschichte dafür umso mehr. Privat ist er Fan des 1. FC Köln. Lesern dieses Blogs und von Oeffinger Freidenker ist er unter dem Pseudonym „In Dubio“ bekannt.]
            und wohl eher nicht unter „neutral“ fallen.
            Sind denn Zeitungen neuerdings wissenschafltiche Einrichtungen und mir hat das keiner gesagt?
            Dass angebliche Akademiker keine Grundkenntnisse in seriösem Publizieren haben, erschreckt doch eher.
            Das angebliche Anwälte viel grössere Kenntnisse in seriösen publizieren haben, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Sofern sich diese Menschen nicht an Universitäten zu Zwecken der Forschung oder Lehre aufhalten, besteht dazu auch keinerlei Veranlassung.
            Wenn Hauptschüler wie Sie argumentieren, könnte ich das verstehen. Mit Ihrem angeblichen Bildungshintergrund jedoch nicht.
            Das ist allein Ihr Problem, was Sie verstehen und was nicht. Aber immer wieder die Bildung des Gegenübers in Frage zu stellen, das ist sogar Citizen mittlerweile übel aufgestossen, das sollte Ihnen vielleicht mal zu denken geben.

            Keine Verpflichtung zu allgemein anerkannten Standards, keine Seriosität. Ende der Diskussion.
            Dito
            Der Artikel nennt als einen wesentlichen Fakt, dass die steuerpolitischen Vorstellungen der LINKEN nicht annähernd sozialen Zielen dienen. Das wäre eine Auseinandersetzung wert. Aber da scheinen Sie nichts zu haben.
            Das habe ich oben schon begründet, als Akdemiker sollten Wiederholungen bei Ihnen nicht nötig sein.

            Gruss Rauschi

            • Stefan Pietsch 11. September 2017, 13:13

              Die Grafiken sind eigene Berechnungen, können Sie selbst aus den Einkommensteuertabellen des EStG generieren. So etwas kann ich nämlich (und wurde im Text kenntlich gemacht). Ich erhebe nicht den Anspruch, eine seriöse Quelle in oben genannten Sinne zu sein, obwohl ich mich an die Regeln halte. So wie sich Akademiker grundsätzlich an Regeln halten sollten, welche ihnen in ihrer Ausbildung beigebracht wurden. Warum ist es da für Sie nicht akzeptabel, daran erinnert zu werden? Über zu Guttenberg lästern, aber gleichzeitig jeden eigenen Anspruch ignorieren, geht das?

              Übrigens hat derjeniger welcher gerade mit seiner Ausbildung geprotzt und auch Sie lassen das des Öfteren nicht unerwähnt. Das ist dann der Maßstab.

          • Stefan Pietsch 11. September 2017, 13:10

            P.S. an @Logos: es gibt keine zweite Chance zur Veröffentlichung.

    • Erwin Gabriel 12. September 2017, 10:18

      @ Logos 11. September 2017, 06:27
      Denn der parlamentarischen Opposition kommt – zumindest theoretisch – die enorm wichtige Aufgabe des um Ausgleich bemühten Korrektivs in Form von z.B. Kontrolle, Kritik und des Aufzeigens von Fehlern oder unbotmäßiger Bedienung von Partikularinteressen, z.B. Politik für Superreiche, Banken und Großkonzerne, wie um Neoliberalismus Usus [1], zu.
      Damit ist Pietschs Behauptung als Falschdarstellung widerlegt.

      Nein – zumindest praktisch nicht. 🙂

  • Blechmann 11. September 2017, 12:16

    Ein Artikel der „weitgehend ziellos vor sich hin politisiert“. De facto hatte die LINKE doch noch nie mehr Stimmen als jetzt und sie war noch nie so nahe dran an der Konkurrenzpartei SPD wie jetzt.

    Die Grundidee, dass es Aufgabe einer Partei ist, eine Rolle, egal welche, zu spielen, scheint mir doch eher ein liberaler als ein linker Ansatz zu sein. Erfolg um jeden Preis.

    Nehmen wir die Grünen. In der Regierung helfen sie dabei mit Kriege zu führen und die Umwelt zu zerstören, indem sie ihren Wählern dabei ein gutes Gewissen verschaffen. Pseudo-ökologische Maßnahmen wie die Mülltrennung und das Bauen von Windrädern geben dem Grünen-Wähler ein gutes Gewissen, ohne dass er dabei seinen Lebensstil irgendwie einschränken muss. Gilt es für USA und NATO in den Krieg zu ziehen, klebt die Grüne Partei flugs ein „Hitler“-Schildchen drauf. Wohlfühlpolitik für die Wohlhabenden mit ökologisch-moralischem Anspruch ermöglicht den Grünen eine Rolle in der Politik zu spielen. Das wäre analog dann auch der Ansatz für die LINKE, pseudo-sozial(istisch)e Wohlfühl-Politik (sozial ist was Arbeit schafft) für die Gutsituierten, um eine Rolle in der Politik zu spielen zu können.

    Die Grundidee hinter all diesen Artikeln, dass jede Partei die unteren 20% ignorieren und Politik für die oberen 80% machen soll, weil das ja mehr sind, scheint mir auch nicht so wirklich genial. Da ist dann die Konkurrenz eben auch größer.

    P.S.
    Und der Richtungsstreit bei den Linken kommt mir überzeichnet vor. Wagenknecht ist für die Abschaffung der Sanktionen bei HartzIV, also für ein bedingstes Grundeinkommen. Sie ist vielleicht eher ein Realo im Vergleich zu den linken Fundis.

    • In Dubio 11. September 2017, 12:39

      Die LINKE hat von 2009 auf 2013 erheblich an Stimmen verloren. Das fiel nur nicht auf, weil sie wegen der neuerlichen großen Koalition Oppositionsführerin im Deutschen Bundestag wurde und die Wahlniederlage der SPD im Fokus stand.

      Politische Vorstellungen sind nichts wert, wenn sie sich nicht in der Realität beweisen und bewähren. Die LINKE hat ja schon Schwierigkeiten, ihre eigenen, theoretischen Vorstellungen zur Einkommensteuer in ein konsistentes Konzept zu gießen, das den Regeln der Mathematik standhält. Vielleicht lässt es sich also – in Ihren Worten gesprochen – nicht vermeiden, Kriege zu führen und die Umwelt zu zerstören. Was nützt die Propagierung eines Ziels, wenn es in keinster Form umsetzbar ist?

      Lesen Sie die Nachdenkseiten zu Katja Kipping. Das ist blanker Hass im eigenen parteipolitischen Lager.

      • Blechmann 11. September 2017, 13:40

        „Vielleicht lässt es sich also – in Ihren Worten gesprochen – nicht vermeiden, Kriege zu führen und die Umwelt zu zerstören. Was nützt die Propagierung eines Ziels, wenn es in keinster Form umsetzbar ist?“

        Man fühlt sich gut dabei, nehme ich an. Was nützt es Kriege zu führen und die Umwelt zu zerstören?

        • In Dubio 11. September 2017, 13:48

          Das weiß ich nicht. Nur denke ich, dass Menschen, zumindest in ihrer Mehrzahl und gerade, wenn sie Verantwortung für andere tragen, nicht grundsätzlich und vorsätzlich böswillig handeln.

          • Ralf 11. September 2017, 16:21

            Naja, da argumentieren Sie aber arg optimistisch. Menschen handeln gewoehnlich eigennuetzig. Ob das eigennuetzige Verhalten anderen schwer schadet, ist gleichgueltig. Waere das nicht so, dann waeren die meisten Staaten in der Welt nicht Diktaturen, dann gaebe es keine Sklaverei und keine Ausbeutung, dann gaebe es viel weniger Umweltverschmutzung und dann gaebe es kein Verbrechen.

            • In Dubio 11. September 2017, 18:16

              Nein, Eigennutz ist zwar ein Antrieb, aber bei weitem nicht der alleinige. Sonst würden Menschen heutzutage keine Kinder bekommen und zu ihren Gunsten auf beruflichen Erfolg verzichten. Und auch viele Unternehmer und Geschäftsführer handeln nicht allein aus Eigennutz. Angesichts der deutlich gestiegenen persönlichen Haftungen ist diese Annahme nicht sehr realistisch. Viele Führungskräfte verdienen nicht mal das Doppelte ihres durchschnittlich bezahlten Mitarbeiters. Eigentlich gilt die Faustformel: eine Führungskraft sollte mindestens das Doppelte des bestbezahlten Mitarbeiters seines Bereichs verdienen. Bitte verschonen Sie mich von den Berechnungen für DAX-Konzerne. Ich arbeite im Mittelstand, da sind solche Dimensionen absurd.

              • Ralf 11. September 2017, 20:40

                @ In Dubio

                Nein, Eigennutz ist zwar ein Antrieb, aber bei weitem nicht der alleinige. Sonst würden Menschen heutzutage keine Kinder bekommen und zu ihren Gunsten auf beruflichen Erfolg verzichten.

                Eltern bekommen Kinder nicht um das Gemeinwohl zu mehren, sondern aus purem Eigennutz. Fuer viele Menschen ist es der Lebenstraum ein Kind auf die Welt zu bringen und dieses Kind dann heranwachsen zu sehen und zu begleiten bis es erwachsen ist. Ich kenne stolze Eltern die fast jeden Tag ein oder mehrere Bilder ihrer Kleinen posten und jeder noch so winzige Schritt wird auf Facebook dokumentiert und kommentiert. Gerade vielen Frauen ist die Verwirklichung des Familientraums um ein Vielfaches wichtiger als ihre berufliche Karriere. Und viele Vaeter sind stolz auf ihre Kinder, die den Familiennamen weiterfuehren werden und den Eltern somit ein Stueck Unsterblichkeit verleihen. Wenn Ihnen Geld und Beruf so furchtbar wichtig sind, sollten Sie nicht von Sich auf die Gesellschaft als Ganzes schliessen. Ihre Prioritaeten sind nicht die Prioritaeten der Mehrheit.

                Und auch viele Unternehmer und Geschäftsführer handeln nicht allein aus Eigennutz. Angesichts der deutlich gestiegenen persönlichen Haftungen ist diese Annahme nicht sehr realistisch. Viele Führungskräfte verdienen nicht mal das Doppelte ihres durchschnittlich bezahlten Mitarbeiters. Eigentlich gilt die Faustformel: eine Führungskraft sollte mindestens das Doppelte des bestbezahlten Mitarbeiters seines Bereichs verdienen.

                Keine Ahnung wer diese Fausformel definiert hat und mit welchem Recht und auf welcher Basis sie Allgemeingueltigkeit besitzen sollte. Aber unabhaengig davon geht es Firmenbesitzern finanziell in der Regel selbstverstaendlich deutlich besser als ihren Angestellten. Um ein Beispiel aus der Praxis zu nennen, erinnere ich mich etwa an das recht kleine Ingenieurbuero (2 Chefs, denen die Firma gehoerte und fuenf Angestellte), in dem mein Vater lange Zeit als angestellter Ingenieur arbeitete. Die beiden Chefs fuhren jeweils einen dicken BMW, bewohnten ihr eigenes Einfamilienhaus und im Urlaub ging es in die Suedsee, nach Thailand oder nach Suedafrika. Mein Vater hingegen fuhr einen Opel Corsa, wohnte mit seiner Familie in einer Sozialwohnung und im Urlaub ging es nach Mallorca. Das ist in wenigen Worten der Unterschied zwischen einem Chef und einem einfachen Angestellten. Neben den rein finanziellen Vorteilen kommt bei einem Firmenbesitzer natuerlich auch noch der sichtlich hoehere Status dazu, die gesellschaftliche Anerkennung, die daraus folgt, sowie das Privileg sich selbst verwirklichen zu koennen ohne einem Vorgesetzen zu unterstehen; man arbeitet also tatsaechlich ausschliesslich fuer sich selbst und nicht fuer irgendjemand anderen. Wenn Sie das nicht ausreichend attraktiv finden, werden Ihnen millionen Menschen widersprechen. Und deshalb gehen Firmenchefs ihrer Taetigkeit selbstverstaendlich in allererster Linie aus reinem Eigennutz nach. Anzunehmen es ginge dieser Klientel primaer um das Gemeinwohl ist zutiefst absurd.

                • In Dubio 11. September 2017, 21:02

                  Eltern bekommen Kinder nicht um das Gemeinwohl zu mehren, sondern aus purem Eigennutz.

                  Okay, warum kümmere ich mich um Kinder, die nicht meine sind? Am Wochenende werde ich noch die Patenschaft für beide übernehmen, das kostet mich eigentlich nur Geld.

                  Keine Ahnung wer diese Faustformel definiert hat und mit welchem Recht und auf welcher Basis sie Allgemeingültigkeit besitzen sollte.

                  Es gibt Dinge, die sich eingeschliffen haben. Es wird aber von Führungskräften als allgemein „fair“ definiert. Wie kommt die LINKE auf ihre Kennzahl?

                  Das ist in wenigen Worten der Unterschied zwischen einem Chef und einem einfachen Angestellten.

                  Ich rede nicht von Firmenbesitzern gutgehender Gesellschaften. Ein mir bekanntes Unternehmen war 8 Jahre in öffentlicher Hand, dabei wurden jährliche Verluste von 5 Millionen Euro bei 25 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Dann wurde ein Management Buy-Out durchgeführt, Preis 100.000 Euro. Die Mitgesellschafter erhalten rund das Doppelte wie die 4-5 Topverdiener des Unternehmens. Ihr Risiko: neben der persönlichen Haftung für Steuerschulden, Verstoß gegen Arbeitszeiten haften sie im Falle des Falles gegenüber einem Insolvenzverwalter z.B. auch in Fragen von Insolvenzverschleppung. Ich kenne Ihre Reaktion, sie ist falsch: eine Insolvenz ist nicht so leicht festzustellen, es ist eher ein gleitender Prozess. Die 4-5 Topverdiener haben dieses Risiko nicht. Wie ist dieses Risiko einkommensmäßig zu bewerten?

                  Das Gegenstück zu Eigennutz ist nicht Gemeinwohl. Oder würden Sie ernsthaft behaupten, eine alte Ehefrau (in einem mir bekannten Fall war es der Ehemann) pflegt ihren an Alzheimer erkrankten Mann aus Gemeinwohlinteresse?!

                  • Ralf 11. September 2017, 21:47

                    Oder würden Sie ernsthaft behaupten, eine alte Ehefrau (in einem mir bekannten Fall war es der Ehemann) pflegt ihren an Alzheimer erkrankten Mann aus Gemeinwohlinteresse?!

                    Sie nennen Beispiele von uneigennuetzigem Verhalten, die eines gemeinsam haben: Es handelt sich um Beziehungen zwischen engsten Verwandten und Familienangehoerigen. Denen bringt man in der Tat mehr Verantwortungsgefuehl entgegen.

                    Aber waehrend Ihnen wahrscheinlich wichtig ist, dass Ihre Frau nicht von Ihnen enttaeuscht ist, ist es Ihnen wohl deutlich weniger bedeutsam, ob irgendein Cousin zweiten Grades ein Problem mit Ihnen hat. Noch weniger duerfte Sie interessieren, was Ihr Nachbar, dem Sie nur hin und wieder begegnen, ueber Sie denkt. Oder der Kollege in der Nachbarabteilung, in der Sie nur selten zu tun haben. Und noch weniger duerfte Sie der Herr Hinz interessieren, der am anderen Ende der Stadt wohnt und mit dem Sie bestenfalls mal die Strassenbahn geteilt haben.

                    Wo ist auf dieser Skala das Firmenbesitzer-Angestellten-Verhaeltnis? Handelt es sich um einen Kleinstbetrieb und hat man viele Jahre gut miteinander gearbeitet, dann resultiert das sicherlich in der Mehrzahl der Faelle in einem engen persoenlichen Verhaeltnis. Und in einem solchen engen persoenlichen Verhaeltnis empfindet der Firmenbesitzer sicher auch Verantwortung fuer seinen Mitarbeiter. Je groesser aber der Betrieb wird, desto weniger Kontakt hat der Chef mit den einzelnen Angestellten. Arbeiter kommen und gehen und der Boss begegnet kaum einem. Und je loser das Verhaeltnis zwischen Chefetage und Angestellten ist, desto weniger Verantwortungsgefuehl gibt es logischerweise bei den Entscheidungstraegern gegenueber der Belegschaft. Weshalb sollte man sich auch um das Schicksal von Menschen kuemmern, die man ueberhaupt nicht kennt?

                    • In Dubio 12. September 2017, 08:15

                      Ihr Denken ist geprägt von Großunternehmen und den Geschichten der Linkspartei. Die Unternehmenslandschaft in Deutschland sieht weit anders als dieses Zerrbild aus. Das typische deutsche Unternehmen hat 20-1000 Mitarbeiter, ist eine GmbH und hat einen Geschäftsführer, der zwischen 80.000 – 500.000 Euro verdient. In zwei von drei Fällen macht es Gewinn, der bei einem Umsatz von 25 – 50 Millionen Euro bei 100.000 – 3 Millionen Euro liegt. In einem Drittel der Fälle kämpft man in der Verlustzone. Das ist die deutsche Wirtschaftswelt, worüber Sie sich im Bundesanzeiger ein Bild machen können.

                      Sie haben sich um die konkrete Frage gedrückt, wo wir den Scheinwerfer gedreht hatten. Was würden Sie für die Übernahme des Geschäftsführer-Risikos verlangen? Wie ungerecht das alles von unten betrachtet ist, wissen wir. Dennoch verweigern tausende Spitzenkräfte den Titel „Geschäftsführer“, weil es ihnen das Risiko nicht wert ist. Nur ein Beispiel: Sie zahlen im Schnitt 1.300 Euro Strafe für jeden Fall, wo ihr Mitarbeiter die 10-Stunden-Regel des Arbeitsschutzgesetzes reißt, selbst wenn Sie davon nichts wissen, weil der Kerl Überstunden schrubben wollte. Das interessiert nicht, dafür öffnen Sie Ihr eigenes Portemonnaie. Nochmal: was würden Sie dafür verlangen?

                      Die abstrakten Fälle, die Linke gerne heranziehen, taugen nichts in der Realität. Deswegen wird sie auch nur von einem harten Kern gewählt.

                    • Ralf 12. September 2017, 20:04

                      Ihr Denken ist geprägt von Großunternehmen und den Geschichten der Linkspartei.

                      Also da wo ich lebe, hoere ich eher weniger von den Geschichten der Linkspartei und ich hatte Ihnen ein ganz konkretes Beispiel genannt, und zwar aus einem Kleinunternehmen. Weit kleiner noch als das, was Sie als „typisches deutsches Unternehmen“ bezeichnen. Und so frage ich mich inwiefern dieses konkrete Beispiel vom Denken an Grossunternehmen gepraegt sein soll.

                      Die Unternehmenslandschaft in Deutschland sieht weit anders als dieses Zerrbild aus. Das typische deutsche Unternehmen hat 20-1000 Mitarbeiter, ist eine GmbH und hat einen Geschäftsführer, der zwischen 80.000 – 500.000 Euro verdient.

                      Das bestaetigt doch meine Argumentation. Das Medianeinkommen der Haushalte lag im Jahr 2010 in Deutschland bei 24.152 Euro (Quelle: Wikipedia). Selbst wer am alleruntersten Ende Ihrer Skala kratzt, hat fast viermal mehr in der Tasche als der Durchschnittshaushalt. So schlecht kann es den (im Vergleich mit ihrer eigenen Gruppe mit Abstand am niedrigsten bezahlten) Geschaeftsfuehrern also nicht gehen.

                      Andererseits bleiben Sie jedoch eine Erklaerung schuldig, weshalb ein Geschaeftsfuehrer eines „typischen deutschen Unternehmens“ irgendeine Form von Verantwortungsgefuehl oder Interesse am Schicksal der Arbeitnehmer entwickeln sollte, die fuer ihn arbeiten. Ja sicher, in einem kleinen Mom and Pop-Business mit einem einzigen langjaehrigen Angestellten, der dreissig Jahre im Betrieb mitgearbeitet hat, da gibt es sicherlich eine enge persoenliche Bindung und daraus resultierend ein Gefuehl der Verantwortung fuer seine Leute. Aber in einem Betrieb mit 300 Mitarbeitern? Wie wahrscheinlich ist es da, dass der Chef mal persoenlich mit dem kleinen Lagerarbeiter gesprochen hat? Dass der Chef den Namen der Putzfrau kennt, die am Abend reinemacht. Kennt der Chef die Geburtstage seiner 300 Angestellten? Weiss er um ihre persoenlichen Verhaeltnisse? Wer gerade geheiratet hat? Wer zuhause einen kranken Elternteil pflegt? Schickt er zu Weihnachten eine persoenliche, handgeschriebene Karte an seine 300 Angestellten? Oder laeuft er taeglich an den vielen Ameisen einfach vorbei, geht in sein Buero und hat mit den Sorgen und Noeten, sprich dem Leben, der allermeisten Mitarbeiter nichts bis fast nichts am Hut? Ich denke wir kennen die Antwort auf diese Fragen. Illustrieren laesst sich das auch ganz einfach, wenn man mal zum 10- oder 20-jaehrigen Jubilaeum in seine alte Schule zurueckkehrt und seinen geliebten alten Klassenlehrer wiedertrifft. Irgendwie geht man davon aus, dass man dem genauso viel bedeutet haben muss, wie das umgekehrt war und man ist enttaeuscht und entsetzt, dass der Lehrer sich noch nicht einmal an den Namen seines ehemaligen Schuelers erinnert. Aber irgendwie ist es logisch. Der Lehrer hat halt hunderte, moeglicherweise tausende Schueler im Laufe seiner Karriere. Und waehrend Sie nur diesen einen Lehrer hatten und viel Empathie und Erinnerung in die Beziehung investiert haben, verduennt sich die Aufmerksamkeit, die der Lehrer zurueckgeben kann auf die Gesamtmasse aller seiner Schueler. In der Folge bedeuten Sie als individueller Schueler dem Lehrer, der sich um so viele andere auch noch kuemmern muss, meist ueberhaupt nichts. Je mehr Menschen Sie als Unternehmer fuehren, desto loser werden Ihre Kontakte sein, desto geringer wird Ihr Interesse und Ihr Verantwortungsgefuehl fuer den Einzelnen werden.

                      Sie haben sich um die konkrete Frage gedrückt, wo wir den Scheinwerfer gedreht hatten. Was würden Sie für die Übernahme des Geschäftsführer-Risikos verlangen? Wie ungerecht das alles von unten betrachtet ist, wissen wir. Dennoch verweigern tausende Spitzenkräfte den Titel „Geschäftsführer“, weil es ihnen das Risiko nicht wert ist. Nur ein Beispiel: Sie zahlen im Schnitt 1.300 Euro Strafe für jeden Fall, wo ihr Mitarbeiter die 10-Stunden-Regel des Arbeitsschutzgesetzes reißt, selbst wenn Sie davon nichts wissen, weil der Kerl Überstunden schrubben wollte. Das interessiert nicht, dafür öffnen Sie Ihr eigenes Portemonnaie. Nochmal: was würden Sie dafür verlangen?

                      Ich habe Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass die 10-Stundenregel in der Praxis ein grosses Problem darstellt. Ich hoere von Ihnen jetzt zum ersten Mal davon. Leider bin ich kein Jurist, aber ich waere erstaunt, wenn sich das Problem dieser Regel nicht durch eine einfache schriftliche Anweisung loesen liesse, die den Mitarbeitern verbindlich mitteilt, dass 10 Stunden Arbeitszeit nicht ueberschritten werden duerfen.

                      Was ist das „Geschaeftsfuehrerrisiko wert“? Nun ich habe in meinem letzten Post beschrieben, welche Vorteile ein Geschaeftsfuehrer selbst in einem Kleinstunternehmer hat gegenueber dem einfachen Angestellten. Wenn Ihnen mehr Geld, ein eigenes Haus, mehr Lebensqualitaet, persoenliche Freiheit und ein hoeherer gesellschaftlicher Status nicht ausreichen, dann werden Sie halt gemeiner Arbeitnehmer.

                      In der Wissenschaft sind Sie uebrigens ebenfalls in einer sehr risikoreichen Lage. Solange Sie keine feste Professur in Haenden halten, sind Sie staendig abhaengig davon ausreichend Foerdermittel zu bekommen. Klappt es einmal nicht, sind Sie draussen. Auf der Strasse. Gerade in Deutschland hangeln sich Wissenschaftler oft von 6-Monatsvertraegen zu 6-Monatsvertraegen. Die Bezahlung dabei betraegt in Deutschland wohl so um die 50.000 Euro – wenn Sie Glueck haben, wohlgemerkt – und ihre Arbeitszeit liegt bei um die 12 Stunden taeglich, oft die Wochenenden miteinschliessend. Und oft wissen Sie selbst mit 40 Jahren noch nicht, ob der Sprung in eine Professur je gelingen wird. Dazu kommen die haeufigen Ortswechsel, die dieser Berufsweg mit sich bringt, und die es stark erschweren Wurzeln und Bindungen aufzubauen. Verglichen damit klingen 80.000 Euro Jahresgehalt, wohlgemerkt Ihr „Worst-Case-Szenario“ fuer einen Geschaeftsfuehrer, wie ein Traumjob …

                      Ich bezweifele, dass Sie bei Ihrem Einkommen einen sozialen Ausgleich benoetigen. Ihnen geht es doch gut. Und zur Unterstuetzung mit den Kindern bekommen Sie Kindergeld, obwohl Sie vermutlich auch ohne dieses auskommen koennten. Wenn Ihre Kinder im entsprechenden Alter sind, werden sie kostenlose Schulen und spaeter kostenlose Universitaeten besuchen koennen. Und und und. Sozialer Ausgleich findet doch statt. Und ein mehr als das, benoetigen Sie nicht. Waeren Sie arbeitslos waeren oder so arm, dass Sie sich trotz Arbeit keine Wohnung leisten koennen oder aehnliches, dann wuerde ich argumentieren, dass Sie weitere Hilfen bekommen sollten. Bezahlt wuerde das von denen, denen es bei uns besser geht. Wenn Ihre Schwester Einkommen in Spanien hat und nicht in Deutschland, dann traegt sie halt zum spanischen Haushalt bei anstatt dem deutschen. Bis wir eine EU-Steuer bekommen. Aber das ist ein anderes Thema …

                    • In Dubio 12. September 2017, 21:05

                      Okay, jetzt ist mir ein ganzes Stück klarer, warum Sie so mit der LINKEN sympathisieren. Ihre Vorstellungen von der Unternehmenswelt jedenfalls sind überspitzt formuliert aus der Steinzeit.

                      Es beginnt mit der Open-Door-Policy. Mancher Chef sitzt heute mit im Großraum, viele haben eine offene oder eine Glastür. Assistentinnen ist bei vielen schon aus finanziellen Gründen nicht drin.

                      Ich habe jeden persönlich gekannt, den ich entlassen habe. Ich kannte immer den Charakter, ich wusste, wen ich entlasse. Bei 50 Leuten stellt der Geschäftsführer persönlich ein und Geburtstage werden heute im Outlook verwaltet. Das ist eine Standardhinterlegung. Manche Unternehmen pflegen es, dem Mitarbeiter einen Blumenstrauß oder ein Geschenk zu überreichen. Manche nicht. Generelle Antworten gibt es nicht. Bei Unternehmen bis so 200 Mitarbeiter gibt nicht selten der Geschäftsführer selbst die monatlichen Gehaltszahlungen frei, natürlich kennt man besser als jeder andere im Unternehmen die Gehälter. Dann will man auch wissen, wer warum wie bezahlt wird. Sie scheinen wirklich zu denken, es gibt für alles einen Hiwi. Nein, bei 300 Leuten und mehr können Sie nicht bei jedem die persönlichen Verhältnisse kennen, das kann niemand, außer man liest es auf Facebook.

                      Vor Jahren habe ich zusammen mit einem anderen Prokuristen die Geschäftsführung einer Vertriebsorganisation eines alteingesessenen Maschinenherstellers übernommen. Es war lange absehbar, dass das Konstrukt mit dem vorherigen Geschäftsführer nicht funktionierte. Tatsächlich gab es keine wirkliche Alternative zu meinem Partner und mir. Ich habe die Aufgabe aus Pflichtgefühl übernommen, ich habe dafür keinen Cent mehr bekommen, dennoch wurde mir das nicht Gegebene vom Betriebsrat öffentlich geneidet. Ich bin immer in der Spitze mit meinem Gehalt, das liegt aber an meiner Funktion. Der Titel Geschäftsführer verblieb beim CEO der Gruppe, wir hatten die gesamte operative Verantwortung. Wenn Sie mir also kommen und meinen, Führungskräfte würden allein aus egoistischen Motiven handeln, bekomme ich eine Halskrause. Sie sind weit weg von der unternehmerischen Wirklichkeit.

                      Ich habe Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass die 10-Stundenregel in der Praxis ein großes Problem darstellt. Ich höre von Ihnen jetzt zum ersten Mal davon.

                      Weil Sie in Ihrer Blase leben und nicht mit Geschäftsführern reden. Das ist Ihnen in der Sache nicht zum Vorwurf zu machen, allerdings die Art, wie Sie darüber reden. Ich habe das in jedem Unternehmen. 10-Stunden-Verstöße ist ein geflügelter Begriff, Führungskräfte werden inzwischen intensiv geschult. Preisfrage: ein Chirurg hat 9 Stunden operiert, nun kommt ein neuer „Notfall“ rein. Die OP wird 2 Stunden dauern. Darf er gemäß Gesetz und Rechtsprechung operieren?

                      Es gibt zwei wesentliche Motive, warum Mitarbeiter die 10-Stunden-Regel ignorieren: Der eine ist rein monetärer Art, Arbeitnehmer im Außendienst, die Überstunden bezahlt bekommen, sind auf die Zuschläge scharf. Der zweite Grund ist Verantwortungsgefühl: eine Aufgabe muss noch erledigt werden, die Maschine eines Kunden muss instandgesetzt werden, da sonst der Betrieb nicht arbeiten kann, solche Dinge. Beides bekommen Sie arbeitsrechtlich nur sehr schwer in den Griff, weil genau diese Leute meist die Leistungsträger sind. Sie können Sie also kaum entlassen, ohne Ihr eigenes Unternehmen zu zerlegen. Folglich nimmt man als Chef das Risiko, aber das tut man nicht, um sich selbst zu bereichern, sondern zum Nutzen des Unternehmens, von dem jeder Arbeitnehmer profitiert. Haben Sie schon mal einen Kunden erlebt, dessen Betrieb steht, weil er von einer defekten Maschine abhängig ist und der angereiste Mitarbeiter (Reisezeit gilt als Arbeitszeit!) legt nach 10 Stunden den Griffel weg?

                      Nachtrag: wir reden von Spitzenverdienern. Heute sind Einkommen von 80.000 – 120.000 Euro nicht Spitze. Man liegt damit unter den oberen 5%, ja, aber nicht, wie man sich bei GF vorstellt, unisono bei den ersten 1%.

                    • Ralf 12. September 2017, 23:36

                      Nein, bei 300 Leuten und mehr können Sie nicht bei jedem die persönlichen Verhältnisse kennen

                      Eben. Und deshalb gibt es auch keine persoenliche Beziehung zwischen einem Geschaeftsfuehrer eines mittelgrossen Unternehmens und dem Gros seiner Angestellten. Und wenn keine persoenliche Beziehung existiert, dann gibt es kein besonderes Verantwortungsempfinden fuer diese Angestellten. Warum auch? Sind halt irgendwelche Nummern, von denen die meisten extrem ersetzbar sind. Muss man dann Entscheidungen ueber diese Menschen treffen, trifft man die entlang des Eigennutzes. Jedenfalls gibt es keinen offensichtlichen Grund, weshalb man seinen Eigennutz einschraenken sollte, um irgendwem sein Schicksal zu erleichtern, zu dem man keinerlei persoenliche Bindung hat. Wenn Sie da die loebliche Ausnahme sind, dann herzlichen Glueckwunsch. Aber als Ausnahme, wie man so schoen sagt, bestaetigen Sie lediglich die Regel …

                      Es gibt zwei wesentliche Motive, warum Mitarbeiter die 10-Stunden-Regel ignorieren […] Folglich nimmt man als Chef das Risiko, aber das tut man nicht, um sich selbst zu bereichern, sondern zum Nutzen des Unternehmens, von dem jeder Arbeitnehmer profitiert.

                      Ihre Argumentation leuchtet mir ein, allerdings haben Sie still das Thema verschoben. Ihr urspruenglicher Punkt war ja gewesen, dass Sie bemaengelten, dass Geschaeftsfuehrer staendig Strafen aus der eigenen Tasche bezahlen muessten, die wegen der unerbetenen Eigenmaechtigkeit ihrer Angestellten anfallen (also Angestellte, die ungefragt einfach laenger als 10 Stunden arbeiten). Dass dieser Eigenmaechtigkeit recht einfach ein Riegel vorgeschoben werden kann, indem eine entsprechende schriftliche Anweisung erteilt wird, haben Sie ja nicht bestritten. Ich nehme also mal an dieses Problem ist vom Tisch. Ist doch toll, dass wir wenigstens ein Problem dann schon mal geloest haben!

                      Bleibt die Frage nach der grundsaetzlichen Nuetzlichkeit der strikten Anwendung dieser 10-Stundenregel. Und ich gebe Ihnen Recht, dass etwas mehr Flexibilitaet dort anzustreben waere. Ausnahmen in dringenden Faellen sollten hier erlaubt sein. Allerdings birgt eine solche Flexibilitaet die offensichtliche Gefahr in sich, dass sich Firmen sehr schnell in der „permanenten Ausnahme“, im „permanenten dringenden Fall“ wiederfinden koennten. Das waere den Arbeitnehmern gegenueber nicht fair. Ein Mittelweg wuerde sich also anbieten. Zum Beispiel koennte man Ausnahmen erlauben, aber nur in einer begrenzten Zahl und nur bei einem finanziellen Bonus fuer den Betroffenen. So waere allen gedient. Dem Kunden. Der Firma. Und dem Angestellten.

                      Sie hatten angeführt, wie ungleich Einkommen wären. Ist der Unterschied zwischen jemanden mit einer Yacht mir zu rechtfertigen?

                      Der Staat ist nicht dafuer zustaendig Yachten und Haeuser in Suedspanien gerecht zu verteilen.

                      Aus meiner persoenlichen Sicht sollte es das Anliegen des Staates sein Bedingungen zu schaffen, unter denen auch der Aermste ein wirtschaftlich ertraegliches Leben fuehren kann, in der die, die gewillt sind hart zu arbeiten, bis in die Mittelklasse aufsteigen koennen, auch wenn sie aus bildungsfernen Milieus stammen und unter denen eine solide Infrastruktur und gezielte Investitionen Leben, Arbeit und Zukunft fuer unsere Gesellschaft ermoeglichen. Ich sehe eine weitere Funktion des Staates darin Reichtum zu begrenzen. Was den letzteren Punkt angeht, meine ich nicht die, die ein Haeuschen in Suedspanien haben, sondern die, die zehn Villen in Monaco besitzen. Ihre Schwester kann also ruhig schlafen, selbst wenn ich Bundeskanzler wuerde (und das ist eher unwahrscheinlich).

                      Heute sind Einkommen von 80.000 – 120.000 Euro nicht Spitze. Man liegt damit unter den oberen 5%, ja, aber nicht, wie man sich bei GF vorstellt, unisono bei den ersten 1%.

                      Unter den Top 5% zu sein, ist doch schon mal klasse. Denen in dieser Gruppe, geht es besser als den unteren 95%. Ich faend’s super so ein Gehalt zu haben!

                    • In Dubio 13. September 2017, 08:18

                      Eben. Und deshalb gibt es auch keine persönliche Beziehung zwischen einem Geschäftsführer eines mittelgroßen Unternehmens und dem Gros seiner Angestellten. Und wenn keine persönliche Beziehung existiert, dann gibt es kein besonderes Verantwortungsempfinden für diese Angestellten. Warum auch?

                      Sie engagieren sich im Fall Rana persönlich, Sie nehmen Anteil, Sie fühlen sich nahezu persönlich betroffen. Die Familie Rana ist nicht mit Ihnen verwandt, Sie haben sie nie persönlich getroffen, noch ein Wort getauscht. Alles, was Sie wissen, wissen Sie nicht mal von Ihnen nahestehenden Personen, sondern aus Zeitungsartikeln. Die Ranas wohnen nicht in Ihrem Ort, nicht mal in Ihrem Land, sondern 9 Flugstunden entfernt.

                      Sie erzählen mir, dass Menschen, die aus wohlüberlegten Gründen Verantwortung für andere übernehmen, die von ihren Kollegen und Mitarbeitern danach beurteilt werden, wie sie mit anderen umgehen, jemanden, der für sie arbeitet, für den sie und deren Familien Verantwortung übernommen haben, diese Mitarbeiter behandelt wie eine Nummer? Wie soll ich zukünftig Ihr Engagement glauben, wenn Sie so denken und fühlen?

                      Die Wahrheit ist: anders als zu Ihres Vaters Zeiten kann man heute extrem gut verdienen, ohne eine Führungsposition inne zu haben. Wenn Leute, die es könnten, nicht Verantwortung für andere Menschen übernehmen, dann nenne ich das Egoismus und Eigennutz. Ich werde Sie nicht mehr davon überzeugen können, dass auch in Unternehmen das 20. Jahrhundert vorbei ist. Was Sie schildern, gibt es immer noch. Aber wenn ich mir anmaße, einen relativ breiten Blick zu haben, dann sind solche Manager heute die Ausnahme und nicht die Regel.

                      Einen Mitarbeiter, der gegen die 10-Stunden-Regel verstößt, zu sanktionieren, ist gar nicht so einfach. Zwar kann der Arbeitgeber eine Abmahnung erteilen, aber diese begründet keine Kündigung im Wiederholungsfall. Das Gesetz jedenfalls kennt keine Schwankungsbreiten. 1 Minute drüber ist ein Verstoß. Der Mitarbeiter erhält im Zweifel sein Entgelt zuzüglich Überstundenzuschläge, was wollen Sie da noch nachbessern? Je höher Sie die Zuschläge setzen, desto attraktiver ist es für den Arbeitnehmer, gegen das Arbeitszeitschutzgesetz zu verstoßen. Übrigens: der Chirurg hätte nicht operieren dürfen. Notfälle in Krankenhäusern sind keine Ausnahme, sondern der Regelfall.

                      Ich hatte schon mal einen Artikel zum Arbeitszeitschutzgesetz in Vorbereitung, die Hälfte war geschrieben. Vielleicht sollte ich ihn doch noch einstellen. Mein Punkt in der Geschichte war: nicht der Arbeitgeber haftet für Verstöße, sondern der Vorgesetzte. Ein Chef übernimmt eine persönliche Verantwortung. Und es geht ja nicht nur um Ordnungsgelder: ein Vorgesetzter, der nur einen 10-Stunden-Verstoß erlaubt, wo ein Mensch zu Schaden kommt, haftet auch hier ganz persönlich. Würden Sie eine solche Verantwortung übernehmen wollen?

                      Ich fänd’s super so ein Gehalt zu haben!

                      Und die Verantwortung?

            • Rauschi 11. September 2017, 19:22

              Naja, da argumentieren Sie aber arg optimistisch. Menschen handeln gewoehnlich eigennuetzig.

              Das ist nicht optimistisch, sondern realistisch, das belegen die Forschung und Empirie. Der Mensch ist ein soziales Wesen und vor der Sprache wird die Empathie ausgebildet, die bei Kindern noch sehr lebendig ist. Das es verloren geht, hängt offensichtlcih mit der Sozialisation und der Erziehung zusammen. Ausnahmen gibt es immer, aber für die Mehrheit der Menschen gilt Ihre Aussage nicht.

              Gruss Rauschi

    • Stefan Sasse 11. September 2017, 17:20

      Es ist die Kernkrankheit der Linken, dass sie ideologische Reinheit über Kompromisse im Regierungshandeln stellen. Grüne haben in den sieben Jahren Rot-Grün mehr erreicht als in den 15 Jahren Opposition vorher, und in denen seither.

      • Blechmann 15. September 2017, 20:09

        „Grüne haben in den sieben Jahren Rot-Grün mehr erreicht als in den 15 Jahren Opposition vorher, und in denen seither.“

        Das schon, fragt sich halt was sie erreicht haben. Sowas wie HartzIV und Auslandseinsätze der Bundeswehr sind eigentlich keine Kernanliegen der Grünen. Und den Atomausstieg haben sie in der Opposition „erreicht“, wenn man so will.

  • R.A. 11. September 2017, 12:34

    > In Deutschland kommt der Linkspartei die extrem wichtige
    > Aufgabe der letzten echten Opposition, die sich gegen den
    > gesellschaftzerstörenden Neoliberalismus stemmt, zu.
    Immer wieder witzig, wie sehr sich SED und AfD gleichen.
    Die einen organisieren den linken Schmuddelrand der früher bei der SPD war, die anderen den rechten Schmuddelrand der früher bei der Union war.

    Bei Parteien sind sich im Populismus, der Putin-Hörigkeit und der Ablehnung des „Establishments“ einig, auch das Verteilen von Wahlgeschenken propagieren sie eifrig.
    Und beide sind eben zu sehr Schmuddelkinder, um für eine Regierungskoalition auf Bundesebenen in Frage zu kommen.

    Im wesentlichen ist ihre Rolle destruktiv – sie verhindern verschiedene Regierungskoalitionen zwischen den demokratischen Parteien und sorgen daher häufig für GroKos. Was ihnen dann taktisch hilft, weil GroKo die Ränder stärkt.

    • Stefan Sasse 11. September 2017, 17:21

      Bisher scheint mir die LINKE nicht von der GroKo zu profitieren.

      • Erwin Gabriel 12. September 2017, 14:12

        @ Stefan Sasse 11. September 2017, 17:21

        Bisher scheint mir die LINKE nicht von der GroKo zu profitieren.
        🙂
        Zustimmung. Ich bezweifle aber, dass das ander Großen Koalition liegt.

        • Stefan Sasse 12. September 2017, 15:25

          Ich auch. Ich hab nur dieses Gefühl, dass die Leute eine Menge Klischees über die elektorale Wirkung von GroKo und Opposition rumtragen. Sollte mal einen Artikel…oh wait.

  • Rauschi 11. September 2017, 14:03

    Liebe Hobby-Finanzwirtschaftler von der Linkspartei: Wenn das steuerfreie Existenzminimum erhöht wird, so bekommt auch der Millionär seine Steuersenkung. Der Grenzsteuersatz sagt wenig darüber aus, wie die echte Steuerbelastung ausfällt. Mit Spitzensteuersätzen zu argumentieren ist Augenwischerei für solche, die nicht rechnen können.
    Lieber Hobbypolitiker, offensichtlich können anderen die Werte des Parteiprogrammes besser auswerten, gerade bei „Durchschnittsfamilien“ (Jahresbruoot 28000, 2 Kinder) ist die Entlastung bei den Linken mit Abstand am höchsten, jeder teste das mal für sich selbst:
    https://steuer-o-mat.de/App
    Ein unabhängige Plattform, die sonst Software für die Steuererklärung verkauft.

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 11. September 2017, 14:31

      Sie haben leider wieder nicht den Teil auch nur ansatzweise verstanden: In der Variante 1, die offensichtlich die Grundlage für die Software bildet, profitiert ausnahmslos jeder. Also auch jene, die nach Vorstellungen der Partei 53% Grenzsteuersatz zahlen sollen. Das steht auch im Artikel. Nur wäre das eine Steuerreform mit weit größeren Ausfällen für die Staatskasse als was die FDP vorschlägt. Und die wird ja heftigst von links kritisiert.

      P.S.: Ich habe das mal für einen Single gerechnet, auch da kommt eine tolle Steuerentlastung heraus. Ist die LINKE die neue FDP? Partei der Besserverdienenden? Entlastung 1.700 Euro bei so einem hohen Einkommen. Nur, Rauschi, das steht alles im Einklang zum Artikel.

      • Rauschi 11. September 2017, 14:40

        Nur wäre das eine Steuerreform mit weit größeren Ausfällen für die Staatskasse als was die FDP vorschlägt. Und die wird ja heftigst von links kritisiert.
        Falsch, die ist gegenfinaziert, durch erhebliche Steuererhöhungen bei Erbschaften und einer Wiedereinführung der Vermögenssteuer sowie Aufhebung der Priviligierung von Kapitalerträgen.
        Auf welcher Grundlage Ihre Variante 2 beruht, darf aber im dunkeln bleiben, das finde ich extrem wissenschaftlich seriös, oder habe ich die Quellen dafür übersehen?
        Annahmen, die sich auf welcher Grundlage bilden, im Gegensatz zu den vorliegenden Zahlen, auf denen der Rechner beruht?

        Gruss Rauschi

        • In Dubio 11. September 2017, 14:46

          Text lesen, Rauschi. Ich wiederhole nicht alles.

          Gegenfinanziert? 60 – 80 Milliarden Euro, die man dann allein durch Besteuerung besonders hoher Vermögen wieder reinholt? Sehr lustig. Wieso wird die Union kritisiert, wenn sie den Mittelstandsbauch beseitigen will? Warum die FDP, wenn sie für alle Einkommensteuerzahler Entlastungen durchsetzen will? Kein seriöser Finanzwissenschaftler behauptet, dass sich durch eine stark eingeschränkte Vermögensteuer nur annähernd ein höherer 2stelliger Milliardenbetrag generieren ließe.

          • Rauschi 11. September 2017, 15:47

            Text lesen, Rauschi. Ich wiederhole nicht alles.
            [Daher werden im Folgenden 2 Alternativberechnungen durchgeführt. Zuerst wird unterstellt, dass die LINKE die sozialpolitisch verträglichste Lösung wählt und den Eingangssteuersatz auf dem heutigen Niveau von knapp 14% belässt, nur dass dies – wie auch der durchschnittliche Steuersatz – erst nach dem neuen Grundfreibetrag von 12.600 Euro greift. Im zweiten Szenario wird angenommen, dass die Ökonomen im Karl-Liebknecht-Haus davon ausgehen, Beträge über dem Freibetrag mit dem bereits heute geltenden Steuersatz von knapp 6% im Durchschnitt und 22% in der Grenze zu besteuern.]
            Das beantwortet meine Frage?
            [Annahmen, die sich auf welcher Grundlage bilden, im Gegensatz zu den vorliegenden Zahlen, auf denen der Rechner beruht?]
            Ihre Annahmen, die nach dem Motto verfahren, ich wähle eine Variante, bei der die Linke besonders übel abschneidet und muss das auch nicht belegen, weil es ja nur meine Annahme ist? Ernsthaft?
            Wie war das mit seriöser Wissenschaft? Analyse der vorliegenden Programme und nicht der hineingedichteten Annahmen?

            *über nichts mehr wunder*
            Rauschi

            • In Dubio 11. September 2017, 17:21

              Das beantwortet meine Frage?

              Ja.

              Annahmen, die sich auf welcher Grundlage bilden, im Gegensatz zu den vorliegenden Zahlen, auf denen der Rechner beruht?

              Rauschi, natürlich hat das Programm nur eine Variante. Fakt ist aber, dass im Wahlprogramm keine Angabe über den Eingangssteuersatz gemacht ist, womit ein Tarif nicht berechnet werden kann. Schließlich braucht eine Kurve nicht nur einen Endpunkt, sondern auch einen Anfangspunkt. Hat man irgendwann mal bei der Kurvendiskussion gelernt. Aufgrund der weiteren Forderungen der Linkspartei kann man zu der Ansicht gelangen, dass Variante 1 das ist, was gilt. Aber die Tür bleibt für Variante 2 offen. Und: zwar zahlen die Steuerzahler weniger, aber jede zusätzliche Einheit Einkommen wird höher besteuert als heute. Wo ist da die Leistungsgerechtigkeit?

              Jedenfalls habe ich die beiden Varianten gerechnet, die aufgrund des Wahlprogramms möglich ist. Ich verrate Ihnen etwas: die erste habe ich zuerst gerechnet, bis mir auffiel, dass das Programm auch anders interpretiert werden kann. Ich wollte mich nicht den Vorwurf aussetzen, die LINKE wolle gar nicht so hohe Steuerausfälle, wie die, zu denen ich in Variante 1 komme. Ich denke, ich habe die Partei sehr fair behandelt.

  • Patrick 11. September 2017, 14:04

    Ist den beiden Stefans bekannt, dass Logos die gelöschten Kommentare bei seinem Gastbeitrag erneut einsetzt? Ich kriege da wegen Abo immer eine Mail… 🙂

    • Stefan Pietsch 11. September 2017, 14:33

      Ja weiß ich. Er hält sich halt für besonders schlau.

    • Stefan Sasse 12. September 2017, 15:26

      Nein, aber es passt. Soll er halt.

  • Rauschi 11. September 2017, 14:05

    Korrektur, der richtige Link ist:
    https://steuer-o-mat.de/

  • Ariane 11. September 2017, 17:23

    Huch, bisschen einschüchternd, wenn schon soviele Kommentare aufgelaufen sind und der Artikel noch keine 24 Stunden alt ist^^

    Ich bin ebenfalls nicht der Meinung, dass reine Oppositionsparteien an sich in Gänze nutzlos sind. Ich finde sogar, dass die LINKE in den ersten Jahren als reine Oppositionspartei ziemlich erfolgreich war. Dann hatten sie aber erst kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu, alte Fußballerweisheit.
    Irgendwann war halt das Optimum als Oppositionspartei ausgeschöpft und dann hätten sie theoretisch auf die Realo-Seite umschwenken müssen, um weiterhin Gestaltungsmacht (zumindest in Aussicht) zu haben. Dummerweise sind sie jetzt nichts Ganzes und nichts Halbes und giften sich entweder gegenseitig oder die SPD an (die giftet natürlich auch zurück, aber für die ist es nicht ganz so existenziell wichtig). Reine Protestwähler können sie auch vergessen. Wer mit seiner Stimme gegen die Unbill des Lebens protestieren möchte, hat jetzt die AfD.
    Für den Wähler ist sie damit eigentlich überflüssig, protestieren kann er woanders und wenn der Wähler eine linkere Politik will, hilft ihm eine LINKE ohne irgendeine Art von Regierungsperspektive nicht weiter.

    Ich glaube übrigens gar nicht, dass eine Linkskoalition für die Wähler auf Dauer so ein Schreckgespinst wäre. Klar das bräuchte Vorbereitung. Heute Streit unter den Linken wer der größte Verräter ist und morgen koalieren, wäre ungünstig. Aber zwei Jahre Waffenstillstand und Sondierungen würden schon helfen. Klar, die BILD fällt bei solchen Aussichten in Ohnmacht und wir wissen ja, die SPD fällt auch in Ohnmacht, wenn die BILD in Ohnmacht fällt usw. Da bräuchte sie ein dickeres Fell.
    Aber für den irgendwie linkswählenden Menschen sind die Unterschiede nicht so wahnsinnig riesig, wenn beide Ränder ein wenig gestutzt oder leiser gestellt werden. Deswegen ärgert mich es auch, dass es auf Landesebene wenig Fortschritte gibt, viele Knackpunkte wie zb die NATO würden dort ja gar keine Rolle spielen.

    • In Dubio 11. September 2017, 18:10

      Ich finde sogar, dass die LINKE in den ersten Jahren als reine Oppositionspartei ziemlich erfolgreich war. Dann hatten sie aber erst kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu, alte Fußballerweisheit.

      Ich habe im Artikel angedeutet, dass ich das nicht so sehe. 2005 erzielte die LINKE Gewinne zu Lasten der SPD. Aber seitdem hat sich nicht mehr viel getan, und das ist nun 12 Jahre her. Die 8-10 Prozent für die LINKE sind bei allen konkurrierenden Parteien eingepreist, der LINKEN sind nur schwer Wähleranteile abzunehmen, jedenfalls wäre der politische Preis enorm hoch, denn man müsste befürchten, an anderen Fronten Anteile zu verlieren. Die Union hat für ihre starke Sozialdemokratisierung die AfD bekommen, nun wird sie zukünftig nur noch mehrheitsfähig sein, wenn sie ihre Position hält und auf SPD-Seite kein charismatischer Gegenkandidat erscheint. Ansonsten würde der Union passieren, was die SPD die letzte Dekade erfahren hat: sie würde marginalisiert.

      • Ariane 11. September 2017, 19:02

        Ich meine damit gar nicht die Wahlergebnisse. Aber durch ihre Gründung und den ersten Einzug in den Bundestag konnten sie die SPD eine ganze Weile vor sich hertreiben und dürfen sich IMHO auch ein Mitverdienst an ersten HIV-Korrekturen und dem leichten Linksrutsch der SPD auf die Fahne schreiben. Ist natürlich keine aktive Gestaltung, aber sie haben die linke Flanke besetzt und die SPD musste darauf reagieren, genau wie die CDU irgendwie auf ihre rechte Flanke mit der AfD reagieren muss.

        Insofern hat die LINKE alleine durch ihr Dasein durchaus Einfluss auf die Politik der BRD gehabt, das meinte ich. Aber in der Opposition ist der Einfluss irgendwann ausgeschöpft. Wenn man mehr verändern will, muss man kurz- oder langfristig eine Regierungsbeteiligung wollen. Nur irgendwie ist die LINKE da jetzt bei der Hälfte steckengeblieben.

        • Stefan Sasse 11. September 2017, 19:25

          HIV-Korrekturen ist vielleicht nicht die beste Abkürzung 😉

          Ansonsten stimme ich euch beiden zu. Die LINKE ist eingeboxt, im Guten wie um Schlechten.

        • In Dubio 11. September 2017, 19:26

          Das sehe ich ja genauso, aber dies war nur so, weil man eben auf die Zugewinne der LINKEN schaute. Den gleichen Effekt sehen wir seit 2015 mit der AfD. Nur, heute ist ein fester Anteil für die LINKE eingepreist, warum sollte man noch auf deren Wähler Rücksicht nehmen?

          • Ariane 11. September 2017, 19:51

            Erstmal einen neuen Namen für Hartz4 erfinden, damit das nicht mit HIV abgekürzt wäre, sollte auf jeden Fall ins Wahlprogramm 😉

            Ja die Zeit ist irgendwie über sie hinweggefegt, ich finde dafür sind die Umfragen sogar noch ziemlich gut. Sollte die SPD in die Opposition gehen, kann das auch nochmal deutlicher runtergehen. Jetzt müsste halt eine Entscheidung kommen – irgendwann mitregieren oder für immer Opposition. Und irgendwann nimmt so etwas ja eine Eigendynamik an, will man regieren, verschreckt man die Radikalen und treibt sie zur AfD oder sonstwohin. Wird man noch radikaler, verschreckt man die Realos usw.
            Diese Knackpunkte in der LINKEn sind ja keine Meinungen, bei denen man unbedingt die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat.
            Hartz4 abschaffen ist ein super Slogan, aber man muss das dann ja ersetzen und kann (eigentlich) nicht die Zeit einfach 15 Jahre zurückdrehen. Und aus der NATO austreten wollen um und bei zwischen 10-15% der Bevölkerung, also auch keine Massen. Hier das hab ich auf die Schnelle gefunden, Juli 2016 fanden 87% die NATO wichtig. Soviele möchten also vermutlich auch nicht austreten. Und alles andere ist ja mehr oder weniger auch zb im linken SPD-Flügel mit eingepreist.

            • In Dubio 11. September 2017, 20:47

              Die Frage für mich aus politstrategischer Sicht ist: Das linke Lager muss gegenüber den rechten Parteien von CDU/CSU, FDP und AfD rund 10%-Punkte abholen, um wieder mehrheitsfähig zu werden. Wie soll das geschehen? Die Kalkulation mit den Nichtwählern jedenfalls wird nicht mehr funktionieren, wir werden eine verhältnismäßig hohe Wahlbeteiligung und damit Entschiedenheit haben.

              Ich sehe die LINKE nicht als überflüssig. 10% können nicht lügen. Allerdings habe ich auch begründet, warum ich die Partei dauerhaft für nicht regierungsfähig halte. Wenn es eine Chance für Rot-Rot-Grün gab, dann ist sie vorbei, spätestens mit der zweiten Protestpartei. Das zeigt die Erfahrung aus anderen Demokratien. Eine rechte Protestpartei mit dem Schuss Fremdenfeindlichkeit ist immer erfolgreicher als eine linke. Der zweite Fingerzeig ist die – jedenfalls gemäß Umfragen – erstaunliche Stärke der Liberalen. Wenn in Deutschland 25% der jungen Menschen studieren statt 13% wie zu meiner Zeit und Akademiker bessere Einkommenschancen haben, dann wird das Auswirkungen auf ihr Wahlverhalten haben. In den Achtzigerjahren haben Leute wie ich SPD gewählt – heute nicht mehr. Gleichzeitig hat die direkte Konkurrenz von der Union bei den Frauen gewonnen – angesichts einer zunehmenden Versinglung der Gesellschaft eine nicht zu vernachlässigende Entwicklung. Wenn Frauen nicht mit den Sozialprogrammen der linken Parteien zu ködern sind – womit dann?

              Es ist Zeit für einen Strategiewechsel – wie auch immer der aussehen mag. Ich bin jedenfalls gespannt.

              • Ariane 11. September 2017, 21:57

                Das linke Lager muss gegenüber den rechten Parteien von CDU/CSU, FDP und AfD rund 10%-Punkte abholen, um wieder mehrheitsfähig zu werden. Wie soll das geschehen?
                Ich sehe das nicht so festgefahren wie du. Vor einigen Jahren war die FDP knapp bei 12% und über die Grünen hieß es, das ist die neue Volkspartei, also da ist ja oft unheimlich viel Bewegung drin. Ich spinn mal ein Szenario zusammen (kann natürlich ganz anders kommen): Schwarz-Gelb kommt an die Regierung. Für Merkel ist es die letzte Legislaturperiode und ich behaupte, ohne Merkel und mit der AfD an der rechten Flanke rückt die Union zumindest ein Stückchen nach rechts, die FDP stellt sich wieder nicht sonderlich geschickt an in der Regierung und die AfD macht mind. noch einen Radikalisierungsruck.
                Ohne Merkel und mit nur einem Miniruck nach rechts sind die Frauen übrigens vermutlich die ersten, die abspringen. Alleine mit diesem Szenario könnten schon locker mehr als 10% Bewegungen hin und her losgetreten werden, ohne dass wir uns etwas für das linke Lager zurechtspinnen.
                Und soviel Fantasie gehört dann nicht mehr dazu, dass da auch mal irgendetwas Positives passiert und die nicht die nächsten vier oder acht Jahre vor sich hindilettieren. Wenn rechts der Mitte was in Bewegung kommt, würde es vielleicht schon reichen, stillzusitzen und keine gravierenden Fettnäpfchen mitzunehmen 😉

                • In Dubio 12. September 2017, 08:38

                  Gute Strategie – wir tun einfach mal nix, die Wähler werden schon zu uns kommen, wenn die anderen Fehler machen. 🙂 Echt jetzt?

                  Die Wähler haben seit Mitte der Nullerjahre der FDP im Schnitt über 10% gegeben, 2013 rausgenommen. Der Schnitt in den Achtziger und Neunziger Jahren lag bei so 7-8 Prozent. Die AfD hat Politprofis an Bord, das unterscheidet sie von früheren Rechtspopulisten. Es ist also durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen bis Möglichen, dass man sich zu einer FPÖ oder einem Front National wandelt. Dann ist die Union parteistrategisch gezwungen da zu bleiben, wo sie ist. Und da erscheint sie dem geneigten Publikum weit überzeugender als die Konkurrenz von der SPD. Und Dir ist ja auch aufgefallen, dass der Nachwuchs der Partei wesentlich weniger einnehmender erscheint als der der Union. Hört sich also für mich sehr nach Gesundbeten an.

                  Die LINKE ist in ihrem 9-Prozent-Turm gefangen, mehr wird es nicht. Die Grünen hatten ihre Hochphase, als Merkel den Atomausstieg verkündete. Das ist inzwischen 7 Jahre her, seit dem verliert die Partei kontinuierlich. Ihr fehlt offensichtlich das Thema, das wie zuvor das Nein zur Atomenergie Generationen verbindet. Und die SPD? Kein Thema, kein Image, kein Vertrauen, kein Personal. Wenn das innerhalb von 4 Jahren abgearbeitet sein sollte, wäre das eine Managementleistung, die in der Wirtschaft ihresgleichen sucht. Dagegen wäre der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag ein Kinderspiel und der ist ja auch erst seit 8-12 Monaten in ziemlich trockenen Tüchern.

                  • Rauschi 12. September 2017, 10:50

                    Gute Strategie – wir tun einfach mal nix, die Wähler werden schon zu uns kommen, wenn die anderen Fehler machen. Echt jetzt?

                    Ich habe mal ein Gespräch mit einem Abgeordneten geführt, das war kein Linker. Auf die Frage, warum seine Partei nicht versucht, mit einem guten Porgamm zu punkten, meinte er: Die Wahlforscher wären sich einig, das immer die Regierung abgewählt wird und nie die Oposition rangewählt. Erst fand ich das eine Bankrotterklärung des Herrn, aber, wenn es stimmt, dann ist obige Taktik genau die Richtige, warten, bis die es richtig vermasseln, eine andere Wahl sehe ich nicht. Bleibt nur die Frage ob es stimmt.

                    Gruss Rauschi

                    • In Dubio 12. September 2017, 11:26

                      Das ist schon eine richtige Faustformel, nur lässt sich das auch beschleunigen. Interessanterweise werden linke Parteien schneller abgewählt als rechte. Im Herbst 2015 war die Kanzlerin sturmreif, ihre Popularitätswerte sanken rapide. Richtig, dummerweise waren keine Wahlen. Aber dumm auch, dass die Linke nichts weiter einfiel als die CDU-Vorsitzende in ihrem Kurs zu bestätigen. Anfang diesen Jahres war Merkel sichtbar müde, die erneute Nominierung eine Qual. Wenige Monate später erscheint mit Schwarz-Gelb eine Koalitionsmöglichkeit am Horizont, die noch im Mai als absurd galt.

                      Wenn es also eine gute Möglichkeit gab, die Union in ihrer Dauerregentschaft abzulösen, dann wäre es 2017 gewesen. Stattdessen wird das linke Lager wahrscheinlich ein historisch schlechtes Ergebnis einfahren. Aber wir können ja warten, bis die Bürger vernünftig werden und die Rechten sich in Berlin dauerbesaufen. Vielleicht macht die CDU ja auch Theresa May zur Kanzlerin?

                    • Stefan Sasse 12. September 2017, 15:31

                      Es ist kein Hexenwerk zu verstehen, warum linke Regierungen schneller abgewählt werden als Rechte. Sebastian Haffner hat das mal schön geschrieben (paraphrasiert):
                      Der Mensch macht die Arbeit mit der rechten Hand, weil das Routine und Handwerk, Stabilität und so weiter ist. Die linke Hand ist eher für das Kreative, das Nachdenken, die Rebellion und so weiter. Er schloss diese Überlegungen mit dem schönen Satz: „Man sollte aber nie vergessen, dass es auch Linkshänder gibt.“

                  • Rauschi 12. September 2017, 11:31

                    Dagegen wäre der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag ein Kinderspiel und der ist ja auch erst seit 8-12 Monaten in ziemlich trockenen Tüchern.
                    Wie zukunftsorientiert die FDP mit der CDU agiert, lässt sich in NRW gegutachten, das nenn ich aber mit vollen Tempo zurück zur Feudalherschaft ohne Arbeitnehmer- und Umweltschutz.
                    [Das haben Lindner und Laschet konkret vor: Steuergelder sollen
                    zukünftig wieder auch an Firmen fließen können, bei denen
                    ausbeuterische Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder die Missachtung von
                    Klima- und Umweltschutz an der Tagesordnung sind. Das betrifft auch die
                    Beschaffung sogenannter „sensibler Produkte“, d. h. Bekleidung,
                    insbesondere Arbeitskleidung und Uniformen sowie Stoffe und
                    Textilwaren, Naturkautschuk-Produkte, landwirtschaftliche Produkte (zum
                    Beispiel Kaffee, Kakao, Orangensaft, Pflanzen, Tropenfrüchte wie
                    Bananen und Ananas), Büromaterialien, die die Rohstoffe Holz,
                    Gesteinsmehl und Kautschuk enthalten, Holz, Lederwaren, Gerbprodukte,
                    Natursteine, Spielwaren, Sportartikel (Bekleidung, Geräte), Teppiche
                    und Informations- oder Kommunikationstechnik (Hardware).]
                    Quelle http://www.sven-giegold.de

                    Gruss Rauschi

                    • In Dubio 12. September 2017, 11:40

                      Ja, genau: sollten Union und FDP nach dem 24. September regieren, werden sofort die Sozialversicherungen abgeschafft, Hartz-IV halbiert und den USA die NATO-Beistandspflicht im Atomkrieg mit Nordkorea ausgesprochen.

                      Kopfschüttel…

                    • Skeptiker 12. September 2017, 13:22

                      @In Dubio
                      Es spricht für sich, dass Sie nicht auf das Eingehen, was Rauschi schrieb, sondern sich auf eine völlig abgedrehte Überteibung, die nichts mit Rauschis Worten zu tun hat, kaprizieren.
                      Dann auch noch etwas von „Ja, genau“ schwallern, obwohl Rasuchi eben dies nicht geschrieben hat.

                      Ja, das ist zum Köpfschütteln! Aber nicht wegen Rauschis Kommentar.

                    • Stefan Pietsch 12. September 2017, 13:35

                      Ach unser Logos… Heute unter anderem Pseudonym, aber die IP…

                      Sie sollten nicht sofort Partei für Ihre Freundin Rauschi und dann noch bestimmte Stichworte benutzen. Wer sein Pseudonym ändert, sollte auch seinen Stil ändern, sonst nützt die beste Maskerade nichts.

                    • bevanite 12. September 2017, 17:29

                      Ich weiß, dass Sie einen persönlichen Beef mit Logos haben, aber im Kern hat er hier doch recht. Würden Sie die von Rauschi beschriebenen Maßnahmen der schwarz-gelben Landesregierung in NRW ernsthaft als zukunftsorientiert sehen? Das liest sich doch eher wie „Vorwärts in die Achtziger“…

                    • Ariane 12. September 2017, 17:37

                      Der Kleinkrieg interessiert mich btw kein Stück.
                      Der Vorwurf der Rückwärtsgewandtheit ging ja an das linke Lager.
                      Konservative Regierungen brauchen wie Stefan weiter oben schrieb, nicht zukunftsorientiert zu sein, dafür sind sie eben konservativ im Sinne von bewahrend.

                    • Rauschi 12. September 2017, 17:45

                      Konservative Regierungen brauchen wie Stefan weiter oben schrieb, nicht zukunftsorientiert zu sein, dafür sind sie eben konservativ im Sinne von bewahrend.
                      Die konservativen sind ja nicht mal konservativ, sondern auch „rückwärtsgewand“. Zurück zu den guten alten Zeiten ohne Arbeitnehmerschutz und Umweltgedöns, so hört sich deren Programm für mich an. Warum schiessen eingentlich Linke dauernd gegen Linke und nicht gegen den „echten“ Gegner?

                      Gruss Rauschi

                    • Stefan Sasse 13. September 2017, 14:48

                      Linke bekriegen sich immer, das ist in ihrer DNA. Hab da vor Urzeiten mal drüber geschrieben. http://oeffingerfreidenker.blogspot.de/2011/11/zwischen-verrat-und-triumph.html

                      Und die CDU will nicht so weit zurück. Übertreibt deren Positionen mal nicht.

                    • Rauschi 13. September 2017, 16:30

                      Wenn ich das recht verstehe, dann meinen Sie, es liegt an der mangelnden Fähigkeit, Kompromisse positiv zu bewerten?
                      Muss ich ja nicht teilen, diese Erkenntnis, aber warum nehmen Sie auch an diesem Spiel teil, es gibt keine Linke DNA?

                      Und die CDU will nicht so weit zurück. Übertreibt deren Positionen mal nicht.
                      Nein, nur bis Mitte des letzten Jahrhundert, was macht das qualitiativ für einen Unterschied, rückwärts ist rückwärts, von ganz weit rückwärts habe ich nichts gelesen? Rückwärts war schlecht, oder habe ich da was falsch verstanden?

                      Logos als Troll zu betitel finde ich wirklich sehr daneben. Was sagt das über Ihren Blog, lasse Sie hier Trolle Artikel einstellen? Angesehen davon ist die Definition (Ach nein, ich vergass, Sprache ist, was gesprochen wird, sich auf Definitionen zu einigen ist sowas von gestern.) eines Troll vollkommen anders, als Sie das werten:
                      [Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die ihre Kommunikation im Internet auf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielt. Dies erfolgt mit der Motivation, eine Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen. In darauf bezogenen Bildern wird oft der aus der Mythologie bekannte Troll dargestellt.]
                      Davon kann ja keine Rede sein, auch wenn Herrn Pietsch einige Ausdrucksformen nicht gefallen. Ich persönlich sehe keinen Unterschied, ob mich jemand mit „gehobener Sprache“ dumm nennt, oder das direkt ausgesprochen wird.

                      Gruss Rauschi

                    • Stefan Sasse 14. September 2017, 17:20

                      Ich verstehe die Bemerkung zum Thema linker DNA nicht.

                    • Rauschi 14. September 2017, 18:05

                      Ich verstehe die Bemerkung zum Thema linker DNA nicht.
                      Sie bemängeln an den Linken, das die quasi per DNA nicht zu Kompromissen fähig wären und sich und dem Erfolg deswegen selbst im Weg stehen.
                      Reicht es nicht, wenn die das untereinander machen, die gesamte Krtik an den Linken daran aufzuziehen, ist aber doch keinen Deut besser. Sie kritisieren doch permanent deren Handeln und Politik, statt der Mängel der Gegenseite anzugreifen,. Wo ist der Unterschied, zwischen Ihrer Kritik an den Linken und der Unfähigkeit zu Kompromissen der Linken selbst. Ich sehe da keinen Unterschied.

                      Bin mal gespannt auf Ihren Artikel. Welche Methode, höhere Steuern von Reichen zu bekommen, ausser Steuererhöhungen gibt es denn? Oder müssen die Linken ein ganz neues Konzept entwickeln, damit es nicht rückwärts gewandt ist?

                      Gruss Rauschi

      • Blechmann 15. September 2017, 20:41

        „Die Union hat für ihre starke Sozialdemokratisierung die AfD bekommen, nun wird sie zukünftig nur noch mehrheitsfähig sein, wenn sie ihre Position hält und auf SPD-Seite kein charismatischer Gegenkandidat erscheint“

        Das halte ich für optimistisch. Die CDU profitiert von Merkel-Bonus und der guten Wirtschaftslage. Wenn Merkel weg ist und Wirtschaft nicht mehr gut läuft, werden sie für ihre linken Positionen nicht mehr viel Stimmen erben. Mit Euro und Flüchtlingen hat die CDU außerdem zwei potentielle Probleme am Hals, wo sich bisher aus meiner Sicht eine Lösung nicht abzeichnet. Erdogan-Deal, Flüchtlinge in Europa verteilen, Sparpolitik für Südeuropa, klappt alles nicht richtig und neue Konzepte seh ich keine bisher.

    • Blechmann 15. September 2017, 20:24

      „Wer mit seiner Stimme gegen die Unbill des Lebens protestieren möchte, hat jetzt die AfD.“

      Das ist aber schon sehr vereinfacht. Wenn dem so wäre, dann wären doch die meisten AfD-Wähler von der LINKEN her gekommen, was nun gerade nicht der Fall ist. Wenn ich gegen den Linksruck der CDU „protestiere“, wähle ich wohl kaum die LINKE. Und wenn mir die SPD nicht sozial genug ist, wähle ich nicht AfD.

  • Skeptiker 12. September 2017, 13:17

    Hallo Herr Pietsch,
    es ist nicht mehr zum Aushalten, weswegen ich mich auch mal zu Wort melde. Bitte sehen Sie es mir nach, wenn ich Tacheles rede. Die Lage ist zu bestürzend, um noch ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

    Es ist schon erschreckend, mit welcher Naivität Sie hier manche Mainstreammedienerzeugnisse bewerben. Ist das Absicht oder wissen Sie es tatsächlich nicht besser? In jedem Fall untergräbt ihre Darstellung fundamental Ihre Glaubwürdigkeit.

    Ohnehin sind Sie ja kein Wissenschaftler und arbeiten nicht nach wissenschaftlichen Methoden. Ganz im Gegensatz zu Prof. Rainer Mausfeld. Und dessen Fachexpertise* widerlegt radikal ihre leichtgläubige Hinwendung zu bestimmten Erzeugnissen des Bezahljournalismus.

    Würde mir die Frage gestellt, welche Darstellung überzeugender, fundierter und qualifizierter ist, so müsste ich keine Nanosekunde nachdenken. Sie ahnen sicherlich, dass die Antwort nicht zu Ihren Gunsten ausfällt.

    Auch Journalisten, die es nicht mehr in diesem korrumpierten Betrieb aushielten und ausgestiegen sind, bezeugen eine völlig andere Sachlage als das, was Sie Ihren Lesern weismachen wollen:

    http://gruppe42.com/2017/08/19/gruppe42-im-dialog-dirk-pohlmann-ueber-machtkontrolle-medien-und-geheime-dienste/

    Wäre nett, wenn Sie dazu mal Stellung bezögen.

    *: https://www.rubikon.news/artikel/massenmediale-ideologieproduktion

  • popper 12. September 2017, 13:28

    @In Dubio

    Kopfschütteln kann man nur über Ihre Arroganz, mit der Sie sich weigern, auf Sachverhalte einzugehen, die @Rauschi mit Fundstelle vorgetragen hat. Denn davon:

    …sollten Union und FDP nach dem 24. September regieren, werden sofort die Sozialversicherungen abgeschafft, Hartz-IV halbiert und den USA die NATO-Beistandspflicht im Atomkrieg mit Nordkorea ausgesprochen…

    überhaupt nicht gesprochen. Da Sie offenbar nichts sinnstiftendes zum Vorhaben in NRW zu sagen wissen und ihnen die Fakten nicht in den Kram passen, zeichnen Sie dieses alberne Zerrbild. Da ist ja jedes Kasperle Theater intelligenter. Und das nennen Sie womöglich auch noch Diskussionskultur.

    Aber klar doch, Giegold ist Grüner und dazu noch links angehaucht, da verzurrt sich natürlich alles im Gemüt eines AfD Sympathisanten.

    • In Dubio 12. September 2017, 13:38

      Wir diskutieren hier über die Linkspartei, die FDP kommt noch dran. Und sorry, ich äußere mich nicht zu jedem, der meint, eine öffentliche Meinung zu haben.

      • Rauschi 12. September 2017, 14:15

        Und sorry, ich äußere mich nicht zu jedem, der meint, eine öffentliche Meinung zu haben.
        Aber schreiben in einem Blog mit Kommentarfuntkion?
        Was ist eine öffentliche Meinung, das gleiche wie eine veröffentliche Meinung, die irgendwo in Netz herum geistert?
        Sie haben mir mal wieder in Oberlehrermanier geantwortet, Sie hätte ja statt dessen sehr wohl antworten können, die FDP komme auch noch dran.
        Aber mal wieder Häme und das bei Ihren hohen Ansprüchen an respektvollen Umgang miteinander?

        *Immer noch über nichts mehr wunder*
        Rauschi

        • In Dubio 12. September 2017, 14:19

          Wer ist Herr Giebel? Hat er hier schon kommentiert? Nur weil irgendjemand irgendwo im politischen Zirkus irgendetwas labert, ist das noch lange kein allgemeines Thema.

          Wollen wir über die katastrophale Performance der Berliner Landesregierung hier diskutieren, Frau „Ich kann mich nicht sortieren“?

          • Rauschi 12. September 2017, 15:14

            Wer ist Herr Giebel? Hat er hier schon kommentiert? Nur weil irgendjemand irgendwo im politischen Zirkus irgendetwas labert, ist das noch lange kein allgemeines Thema.

            Lesen Herr Pietsch, lesen
            [Aber klar doch, Giegold ist Grüner und dazu noch links angehaucht, da verzurrt sich natürlich alles im Gemüt eines AfD Sympathisanten.]
            bezog sich auf:
            [….Lederwaren, Gerbprodukte, Natursteine, Spielwaren, Sportartikel (Bekleidung, Geräte), Teppiche und Informations- oder Kommunikationstechnik (Hardware).
            Quelle http://www.sven-giegold.de]

            Als angeblicher Akademiker sollten Sie des lesens doch fähig sein, oder?

            *Kindergarten kann auch Spass machen*
            Rauschi

            • In Dubio 12. September 2017, 15:35

              Und Sie glauben, dass Sie hier die Altersbegrenzung erfüllen?

              • Rauschi 12. September 2017, 16:03

                Ist es nicht vollkommen irrelevant, was ich glaube?
                Ich begebe mich auf Ihr Niveau, Spiegel, dämmert da was?

              • Logos 15. September 2017, 13:57

                Und sie?

    • Blechmann 15. September 2017, 20:53

      „…sollten Union und FDP nach dem 24. September regieren, werden sofort die Sozialversicherungen abgeschafft, Hartz-IV halbiert und den USA die NATO-Beistandspflicht im Atomkrieg mit Nordkorea ausgesprochen…“

      Ich persönlich glaube, die Neigung „Sozialschmarotzer“ zu piesacken, ist bei der SPD weit ausgeprägter als bei der CDU. FDP hat glaube ich mehr Interesse ihre eigene Klientel zu pampern, als HartzIV-Empfänger um die Bäume zu jagen. Da ist einfach nicht genug Profit rauszuholen. Was Arschkriecherei bei der USA angeht, dürfte Merkel allerdings unschlagbar sein. Ihre Reaktion auf ihr abgehörtes Handy war schon..bemerkenswert.

  • Erwin Gabriel 12. September 2017, 14:30

    @ popper 12. September 2017, 13:28

    Und das nennen Sie womöglich auch noch Diskussionskultur.

    Dass Herr Pietsch seine Tastatur nicht immer mit Samthandschuhen bedient, ist bekannt und gelegentlich zu tadeln. Gilt in gleichem Maße für seine Kontrahenten, die sich auch immer mal wieder im Ton vergreifen, oder an Formulierungen statt an Argumenten abarbeiten etc.

    Ich stimme Ihnen zu, eine gute Diskussionskultur ist das nicht.

    … da verzurrt sich natürlich alles im Gemüt eines AfD Sympathisanten.

    Aber wer sind Sie, dass Sie sich darüber beschweren? Sie machen es doch mit Ihrer Beleidigung keinen Deut besser.

    verständnislose Grüße
    E.G.

    • Rauschi 12. September 2017, 15:23

      Dass Herr Pietsch seine Tastatur nicht immer mit Samthandschuhen bedient, ist bekannt und gelegentlich zu tadeln.
      Ach ja, und wer macht das ausser popper und logos, habe ich Ihre Kritik überlesen oder Ihren Tadel, der direkt an Ihn ging?

      Gilt in gleichem Maße für seine Kontrahenten, die sich auch immer mal wieder im Ton vergreifen, oder an Formulierungen statt an Argumenten abarbeiten etc.
      Wer ist denn der jenige, der am wenigsten auf Argumente eingeht? Bei meinem Argument mit den 40% kam vom ihm nur die Erwiderung, das wäre doch ein Vergleich mit einer Zeit vor 22 Jahren und wäre damit unstatthaft oder was auch immer. Als würde das die Sache nicht besonders perfide machen, das 22 Jahre Wachstum noch nicht mal spurlos vorbei gegangen sind, sondern zu Einbussen geführt haben.
      Sie kennen doch den Wirkmechanismus Aktion->Reaktion?
      Da hier keine Heiligen schrieben, darf doch niemand ernsthaft erwarten, das die persönliche Angriffe folgenlos bleiben.
      Sogar Citizen ist die Anspielung auf mangelde Bildung von Seiten In Dubio mittlerweile sauer aufgestossen

      genauso verständnislose Grüsse
      Rauschi

      • In Dubio 12. September 2017, 15:39

        Die Behauptung war, dass in den letzten 10 Jahren die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen nicht zugenommen habe. Dies wird allgemein anhand des Gini gemessen, der Linken so lange genehm war, wie er eine Zunahme der Ungleichheit signalisierte. Aus diesen zwei Gründen habe ich Ihr Argument abgelehnt: Zeitraum passte nicht im entferntesten und Maßstab war falsch.

        Sie scheinen im Augenblick Ihre infantile Phase zu haben…

        • Rauschi 12. September 2017, 16:01

          Aus diesen zwei Gründen habe ich Ihr Argument abgelehnt: Zeitraum passte nicht im entferntesten und Maßstab war falsch.
          Auch so, Sie legen den Maßstab fest und daran haben sich alle zu halten? Dann ist ja gut, mit dem Kindergartenniveau scheine ich hier goldrichtig zu sein.
          Wenn sogar Uwe dazu schreibt:
          [mal abgesehen davon, das es sich mit hoher Chance nicht um dieselben Personen handelt, ist das ein ganz übler Punkt.]
          scheinen andere das als Argumnet gelten zu lassen.
          Wenn sie aber hier der Oberförster sind, dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil.
          Alles ist gut, alles in Butter, weitergehen, es gibt nichts zu sehen.

          *mit Humor lässt sich alles viel einfacher ertragen, einige scheinen aber zu „erwachsen“ dafür zu sein, wunder*
          Rauschi

        • popper 12. September 2017, 16:07

          Ungleichheit von Einkommen und Vermögen… wird allgemein anhand des Gini gemessen…

          Der taugt aber nicht, um die Ungleichheit dort zu messen, wo sie am größten ist, nämlich bei den unteren und oberen 10%. Und warum sind Sie so darauf versessen, den moderaten Anstieg der letzten 10 Jahre zu instrumentalisieren, Kunden Sie darüber hinwegtäuschen, dass die Ungleichheit ein Ausmaß angenommen und sich verstetigt hat, das Gesellschaftsstrukturen schädigt und ökonomisch kontraproduktiv ist.

      • Erwin Gabriel 18. September 2017, 13:45

        @ Rauschi 12. September 2017, 15:23

        [Dass Herr Pietsch seine Tastatur nicht immer mit Samthandschuhen bedient, ist bekannt und gelegentlich zu tadeln.]

        Ach ja, und wer macht das ausser popper und logos, habe ich Ihre Kritik überlesen?

        Ja.

        • Rauschi 18. September 2017, 15:52

          Und zwar wo? Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.
          Ein Link wäre hilfreich.

          Gruss Rauschi

    • popper 12. September 2017, 15:51

      @Gabriel
      Aber wer sind Sie, dass Sie sich darüber beschweren? Sie machen es doch mit Ihrer Beleidigung keinen Deut besser.

      In Dubio alias Pietsch einen AfD-Symphatisanten zu nennen ist eine Schlussfolgerung, keine Beleidigung. Ich schließe das aus seiner Einstellung zum Neoliberalismus, der in dieser extremen Form nur mit der AfD kompatibel ist.

      • In Dubio 12. September 2017, 15:56

        Ich werde in ein paar Tagen meine Wahlentscheidung publik machen, das habe ich bereits angekündigt. Also halten Sie bis dahin die Klappe.

        • Rauschi 12. September 2017, 16:08

          Also halten Sie bis dahin die Klappe.
          Tatsächlich hat sich
          [Dann ist ja gut, mit dem Kindergartenniveau scheine ich hier goldrichtig zu sein.]
          schon bewahrheitet.

          *Hurra, mit Förmchen schmeiss*
          Rauschi

        • Logos 12. September 2017, 16:58

          Machen sie es sich und allen anderen doch ganz einfach:
          Schließen sie die Kommentarfunktion.
          Verkünden sie, das hier Kritik an ihrer Haltung, ihren Behauptungen oder ihrem Verhalten absolut unerwünscht sind.
          Man möge doch einfach die von ihnen sakrosankt verkündeten Wahrheiten glauben. Punktum. Ersparen sie Allen dieses Theater, als ob es hier um kritische Diskussionen ging, die diesen Namen verdienen.
          Ihre Aversion dagegen ist ihnen förmlich abzuspüren.

  • bevanite 12. September 2017, 17:11

    Plant Stefan Pietsch hier einen ganzen „Ich mag Linke nicht, also sind sie die Bösen“-Zyklus? Anders kann ich mir nicht erklären, warum hier in regelmäßigen Abständen Artikel kommen, die im Prinzip nichts anderes aussagen außer, dass er die Linke blöd findet und dazu noch (wie im letzten Artikel mit den „Verlierern“) mit küchenpsychologischen Deutungen garniert. Wäre ich genauso küchenpsychologisch unterwegs, dann vermutete ich, dass Herrn Pietsch vor geraumer Zeit mal eine Geliebte von einem PDS/Linken-Mitglied ausgespannt wurde…

    Rot-Rot-Grün ist heute so fern wie es immer war.

    Den Satz widerlegen Sie lustigerweise später mit ein paar nebensächlich erwähnten Fakten: in zwei Bundesländern, Berlin und Thüringen (das Land der NSU – hört, hört!) regieren rot-rot-grüne Koalitionen. Gab es in der Geschichte der BRD bislang so noch nicht. Hätte jemand 1997 behauptet, dass es in zwei Dekaden irgendwo rot-rot-grüne Bündnisse gibt, wäre diese Person direkt in der Geschlossenen gelandet. Damals galt es sogar unter Politikwissenschaftlern als gesetzt, dass die PDS eine Partei von Ossi-Rentnern sei, deren Wählerschaft ausstirbt. Stattdessen scheinen sie jetzt bei jüngeren Wählern wieder neue Sympathisanten dazu zu gewinnen.

    Und der Wandel in der Wählerschaft, den Sie ja kurioserweise eher als Problem beschreiben, eine begrüßenswerte Entwicklung: So wird man nämlich vielleicht jene Leute los, die in der Vergangenheit durch dubiose antizionistische oder nationalistische (Stichwort hier Lafontaines „Fremdarbeiter“-Rede 2005) Aktionen aufgefallen sind und ein echter Neustart ist möglich. Wenn also dafür jüngere urbane Wähler dazukommen, ist dies doch eher ein Vorteil und macht die Partei moderner und auch liberaler. Und wenn Die Linke heute für offenere Grenzen und Europäisierung steht, ist dies ein 180-Grad-Wandel zur ihren beiden Vorgängerparteien, der euroskeptischen PDS und der isolationistischen und im Kern nationalistischen SED – ebenfalls eine positive Tendenz. Es ist durchaus noch Potential vorhanden für eine Partei, die in Wirtschaftsfragen echte sozialstaatliche, aber in kulturellen Fragen liberale Positionen vertritt.

    Hinter dem Mindestlohn stand übrigens eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Ebenso bezüglich der Ablehnung diverser Bundeswehr-Einsätze. Demnach war Die Linke hier nicht so weit von der Stimmung in der Bevölkerung entfernt wie ihr so oft unterstellt wird. Und außenpolitisch müssen wir mal sehen, inwiefern Erdogan hier vielleicht ungewollt als indirekter „Wahlkampfhelfer“ sowohl der Linken als auch den Grünen wirkt, sind diese beiden Parteien schließlich die einzigen, deren kritische Haltung gegenüber ihm authentisch wirken.

    Mit der AfD ist zudem ein neuer Konkurrent aufgetaucht, der inzwischen deutlich erfolgreicher die Gruppe der Unzufriedenen und gering Bezahlten umwirbt.

    Das werden wir ja erstmal sehen. Mit Figuren wie Jörg Meuthen an der Spitze hat man ja eindeutig die Spitzenverdiener umworben. Das Wirtschaftsprogramm der AfD ist eindeutig monetaristisch, sodass selbst die FDP dagegen sozialstaatlich wirkt. Da werden noch einige Wähler ein paar üble Überraschungen erleben. In Thüringen – wo die AfD bereits seit längerem im Landtag sitzt – sind ihre Umfragewerte bereits im freien Fall. Dort bekommt man eben auch vor Ort mit, was für Flitzpiepen sich dort einen schnellen Reibach machen wollen.

    Und hören Sie mal auf mit Von Und Zu Guttenberg, der Typ ist weg vom Fenster und außerhalb Bayerns will den aristokratischen Möchtegern-Doktor keiner mehr in der Politik sehen.

    • In Dubio 12. September 2017, 19:03

      In 1 1/2 Wochen findet die Bundestagswahl statt, das wissen Sie ja. Es bietet sich folglich an, über ein paar Parteien näher zu schreiben. Den Anfang machte die LINKE, weil sie mir, neben einer anderen, am fernsten steht. Und ja, nur auf Linke einzudreschen, finde ich dann auch ziemlich witzlos. Aber sie bieten halt Themen. Worüber soll ich bei der Union schreiben? Eben, dazu fällt mir nichts ein.

      Gerade Thüringen scheint ein weiterer Beleg zu werden, dass linke Regierungen ein besonders kurzes Haltbarkeitsdatum haben, wobei es schon als erstaunlich gilt, wenn die 5 Jahr voll werden.

      Ich habe nur geschrieben, dass die Milieus der jungen Idealisten und der alten Konservativen nicht so recht zusammenpassen. Und dass die Jungen meist nach ein paar Jahren abwandern. Muss nicht sein, ist aber in der demokratischen Geschichte meist der Fall gewesen.

      Hinter dem Mindestlohn stand übrigens eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

      Hinter schönem Wetter auch. Fakt ist: Die FDP hat in vier gemeinsamen Regierungsjahren mehr LINKE-Projekte umgesetzt als die LINKE im Bundestag dank eigener Mehrheit durchsetzen konnte. Deutliche Erhöhung des Schonvermögens bei der Anrechnung auf das Arbeitslosengeld 2 und die Abschaffung der Praxispauschale waren Themen, die im Wahlprogramm 2009 standen. Ich sehe halt nicht, dass man in der Opposition besonders einflussreich ist, nicht mal die Hartz-IV-Sätze kann die LINKE nur um 10€ erhöhen.

      Das Wirtschaftsprogramm der AfD ist eindeutig monetaristisch, sodass selbst die FDP dagegen sozialstaatlich wirkt.

      Sie meinen, niemand liest das Wahlprogramm der LINKEN, wohl aber das der AfD? Die LINKE will auch Wege zum Kommunismus gehen, interessiert nur niemanden. Was nicht bedeutet, dass das Kommunismus-Thema in Deutschland populär wäre.

      Wir werden sehen, wie sich die Popularitätswerte von zu Guttenberg entwickeln. Meine Wette gegen Sie: in 4 Jahren wird der Adelige bundesweit weit beliebter sein als Sahra Wagenknecht mit ihrer ordentlichen Doktorarbeit. Top, die Wette gilt?

      • popper 13. September 2017, 08:58

        @In Dubio

        Wir werden sehen, wie sich die Popularitätswerte von zu Guttenberg entwickeln. Meine Wette gegen Sie: in 4 Jahren wird der Adelige bundesweit weit beliebter sein als Sahra Wagenknecht mit ihrer ordentlichen Doktorarbeit. Top, die Wette gilt?

        Sehen Sie, solche Sätze entlarven sie mehr als alle ihre neoliberalen Sprüche zusammen. Ihr Wertekanon ist purer Populismus. Sonst sind Sie für Leistung. Hier setzen Sie auf die hohle Popularität eines Blenders. Sahra Wagenknecht hat ihre Doktorarbeit mit „magna cum laude“ abgeschlossen, insoweit ist ihr Adjektiv ‚ordentlich‘ despektierliches Gelabere. Gutenberg wurde der Doktortitel wegen unwissenschaftlichen Schummeleien aberkannt. Doch für Sie bleibt er ‚der Adlige‘ mit Popularitätswerten, die ihn im fingierten Wettstreit um die bessere Verpackung reüssieren lassen. Auf eine derartige Unverhältnismäßigkeit hinsichtlich Seriosität und Renommees von zu Gutenbergs setze ich auf seine Popularität einen dicken Haufen.

        • Logos 14. September 2017, 08:51

          Womit sich zeigt, was viele Neoliberale im Grunde ihres Herzens sind: Opportunisten par exzellence. Dem Opportunisten ist nichts heilig – außer der eigene Vorteil. Das erlaubt es Neoliberalen, Bankenrettungen selbst dann zu befürworten, wenn das gegen die Fundamente ihrer Glaubensdogmen verstößt.
          Die opportunistische Partei schlechthin war für mich immer die FDP. Die bis zum Erscheinen der AfD die Sperrspitze des parteilichen Neoliberalismus verkörperte. Und so kommt zusammen, was zusammen gehört: Neoliberalismus, der den darunter liegenden Opportunismus kaschiert.
          Jemand, der noch bei hinreichend klarem Verstand ist, kann doch nicht ernsthaft neoliberalen Dogmen glauben schenken.
          Was erklärt, wie es zu solchen groben inneren Widersprüchen kommen kann, wie Sie entlarvt haben. Eben immer gerade so, wies persönlich zu pass kommt.
          Um des persönlichen Vorteils Willen lässt sich dann eben noch hü und dann sogleich hott pseudoargumentieren. Stringenz? Im Orkus.
          Aber das ficht doch nichtden opportunistischen Profiteur an.

  • Erwin Gabriel 14. September 2017, 09:57

    @ Ralf 12. September 2017, 23:36

    Nein, bei 300 Leuten und mehr können Sie nicht bei jedem die persönlichen Verhältnisse kennen

    Eben. Und deshalb gibt es auch keine persönliche Beziehung zwischen einem Geschäftsführer eines mittelgroßen Unternehmens und dem Gros seiner Angestellten. Und wenn keine persönliche Beziehung existiert, dann gibt es kein besonderes Verantwortungsempfinden für diese Angestellten.

    Sie haben weiter oben Lehrer erwähnt. Bei der Anzahl der Schüler, die eine Lehrkraft pro Jahr oder über mehrere Jahrgänge kennen lernt bzw. zu betreuen hat, kann sich kein Lehrer alle relevanten Informationen zu jedem Schüler merken. Und obwohl er nicht jeden einzelnen Schüler, nicht jede einzelne Schülerin persönlich gut und intensiv kennt, wird er – als guter Lehrer – sich trotzdem grundsätzlich der Probleme der Schüler bewusst sein, trotzdem für alle Sorge und Verantwortung tragen, und trotzdem versuchen, jedem gerecht zu werden.

    Das Gleiche gilt für gute Chefs. Mit dem Unterschied vielleicht, dass in der Schule die Zeit viele Probleme regelt, während in einem Unternehmen Angestellte und Arbeiter nicht so oft „die Klasse wechseln“. Dann zählt nicht ausschließlich das Wohl des individuellen Mitarbeiters, sondern auch das Wohl der Belegschaft.

    Das liegt natürlich nicht nur im Interesse der Belegschaft, sondern durchaus auch im Eigeninteresse der Führung: Eine in sich stimmige Belegschaft, in der die motivierten Mitarbeiter sich gut verstehen, ist produktiver. Ich mag nicht so viele Leute einstellen wie ein Herr Pietsch (mein Bereich ist kleiner), aber meine erste Priorität ist, dass die Leute zusammenpassen. Fachliches Wissen, Arbeitsabläufe etc. kann ich einem willigen Kollegen in der Regel vermitteln. Aber es ist mir noch nie gelungen, aus einem Arschloch einen guten Kerl zu machen. Und passen Kollege oder Kollegin gut in Team, haben alle mehr Spaß und bessere Stimmung, mich eingeschlossen.

    PS: Was die 10-Stunden-Regel angeht, oh ja, die ist ein Thema. Rückfahrt aus München in den Norden, Baustelle, Unfall, zwei Stunden Stehen im Stau; da bucht keiner in Hamburg eine Übernachtung, weil er innerhalb der 10 Stunden den Weg nach Lübeck nicht schafft. Oder Verspätungen bei der Bahn, aber der Anschlusszug war pünktlich und ist schon weg. Oder ein Gespräch mit Kunden, anschließend heißt es: „kommen Sie, ich zeige Ihnen noch schnell, woran wir gerade arbeiten.“ Redaktionsschluss, aktuelle Meldung, aber die Bestätigung fehlt. Der Stammkunde, der 30 Sekunden vor Ladenschluss angehetzt kommt und noch dringend etwas braucht. Die Hochzeitsfeier der Tochter eines Bekannten, zum Abschluss wird noch eine letzte große Runde bestellt etc.

    Es gibt Hunderte Gründe, warum und wie man ohne böse Willen, ohne Absicht der Ausbeutung in solche Situationen kommt.

    Ich fänd’s super, so ein Gehalt zu haben!
    Warum haben Sie es nicht?

    • In Dubio 14. September 2017, 10:17

      Zur Klarstellung: ich führe regelmäßig nur kleine Teams.

      Ansonsten habe ich die gleichen Erfahrung wie Sie, was für eine Typisierung spricht.

  • Logos 15. September 2017, 13:55

    [„Hinter dem Mindestlohn stand übrigens eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung.“]
    Hinter schönem Wetter auch.
    Schönes Wetter liegt nicht im Einflussbereich der Gesetzgebung. Ein Mindestlohn schon. Wer jedoch der Ansicht ist, mit einem solchen deplatzierten Sprüchlein den Hinweis auf die Pflicht[-Vergessenheit] der Regierung, die Interessen der Gesellschaft zu vertreten, abbügeln zu können, outet damit sein „Demokratieverständnis“.

    Ich sehe halt nicht, dass man in der Opposition besonders einflussreich ist, nicht mal die Hartz-IV-Sätze kann die LINKE nur um 10€ erhöhen.
    Das ist ja auch eine Frage der Gesetzgebung und diese von der Opposition zu erwarten ist Realitäts-vergessen. Der Opposition kommen andere Aufgaben zu, wie hier auch schon mehrfach korrekt eingewandt wurde. Und das weiß Pietsch auch ganz genau.

    Was nicht bedeutet, dass das Kommunismus-Thema in Deutschland populär wäre.
    Pietsch weiß ja nicht einmal, was Kapitalismus ist. Dann über Kommunismus zu schwadronieren kommt dem Blinden nahe, der Sehende über Farbe belehren will. Zur Klarstellung: ich lehne Kommunismus entscheiden ab.

    Wir werden sehen, wie sich die Popularitätswerte von zu Guttenberg entwickeln. Meine Wette gegen Sie: in 4 Jahren wird der Adelige bundesweit weit beliebter sein als Sahra Wagenknecht mit ihrer ordentlichen Doktorarbeit. Top, die Wette gilt?
    Das ist doch bemerkenswert: der Linkspartei Populismus vorzuwerfen, während man selbst selbigen in einer Tour bedient. Wie nennt sich das noch mal, wenn anderen zum Vorwurf gemacht wird, was man selbst [um mehr] tut?

    Richard David Precht hat mal völlig zu recht erkannt:
    „Jetzt kann ja jeder jedem Populismus vorwerfen. Dann kann man am Ende den Begriff Populismus wieder rauskürzen und vielleicht ne Sachdiskssion führen. Also der Begriff Populismus ist ein zu populistischer Begriff, um sinnvoll benutzt zu werden.“

    Diese Erkenntnis stünde manchem Autor gut zu Gesicht. Wenn es selbigen denn um Sachdiskussionen ginge. Genau die aber meiden hier gewisse Personen wie der Teufel das Weihwasser. Es geht ums stereotype Linken-Bashing. Einer Diskussion unwürdig. Damit wäre im Grunde schon das meiste zu Pietschs Artikel gesagt.

    Ausgenommen die Richtigstellung, dass Populismus nahezu immer als substanzloser Kampfbegriff missbraucht wird, der als Vorwurf nicht taugt, weil er mit dem Anspruch einer repräsentativen Demokratie kollidiert.

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