Wie veraltete Etikette Sexismus befördern

Vor einiger Zeit gab es einen Mini-Skandal um den amerikanischen Vize-Präsidenten Mike Pence, der erklärte, dass er grundsätzlich nicht mit Frauen alleine im Raum sei. In der konservativen Presse wurde er für seine moralische Überzeugung gelobt und als Vorbild für alle guten Christenmenschen hochgehalten, während die progressive Presse verhaltene Kritik daran übte, dass Mike Pence damit den weiblichen Mitgliedern seines Stabs Karriereoptionen vorenthalte. Eine neu veröffentlichte Umfrage zeigt allerdings, dass das Problem wesentlich weiter verbreitet ist als nur Mike Pence – und um ein Problem handelt es sich absolut.

Die bereits angesprochene Kritik wegen der beruflichen Benachteiligung von Frauen ist dabei der eine Teil. Um in Spitzenpositionen zu gelangen ist fast nichts so wichtig wie Netzwerken und ein Vertrauensverhältnis mit Vorgesetzten, und wenn diese Vorgesetzten diese Möglichkeiten wegen ihrer eigenen rigiden Moralvorstellungen ausschließen, ist das ein Nachteil für Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, die problemlos ein Dinner mit Pence haben können – und dabei wertvolle Informationen und Verbindungen gewinnen.

Problematisch ist aber auch das dabei vertretene Geschlechterbild. Wenn Mike Pence erklärt, mit Rücksicht auf die Integrität seiner Ehe niemals alleine mit einer Frau im selben Raum sein zu wollen, schwingen hier gleich zwei unangenehme Annahmen mit, die ihre Wurzeln beide in der konservativen Ideologie haben.

Die erste Annahme ist, dass Männer permanent in Versuchung sind, von ihren eigenen fleischlichen Gelüsten und Instinkten übermannt zu werden und sich der sexuellen Versuchung stets hinzugeben sowie die Möglichkeit entsteht. Pences Lösung ist daher nicht, wie die konservative Interpretation dieser Geisteshaltung lautet, eine lobenswerte Selbstbeschränkung und Zeichen moralischer Kraft.

Die zweite, komplementäre Annahme ist, dass Frauen permanent eine Versuchung darstellen, gewissermaßen permament willig oder wenigstens unterwürfig sobald die Instinkte eines Mannes geweckt sind. Diese Annahme reduziert Frauen zu bloßen Objekten.

Denn wenn Pences Annahme richtig wäre, dass er selbst sich nicht unter Kontrolle halten beziehungsweise den Avancen einer Frau erwehren könnte – und was für eine Anmaßung, das einfach für alle Männer zu behaupten! – dann setzt er gleichzeitig voraus, dass Frauen sich ihm nicht widersetzen, sondern quasi willenlos hingeben würden. Das ist der Stoff, aus dem Vergewaltigungen sind.

Selbst wenn man den anderen Teil der konservativen Ideologie zur Erklärung heranzieht, dass es darum geht selbst den Geruch einer Affäre abzuwehren und so die eigene Ehre und die der Ehefrau zu schützen, so offenbart auch dies ein regressives Weltbild. Wer annimmt, dass ein Mann alleine mit einer Frau in einem Zimmer automatisch den Verdacht auf eine Affäre befördert, der schaut damit in einen Spiegel und projiziert die eigenen Ängste und Schwächen auf andere.

Dafür, dass die konservative Ideologie so sehr die Eigenverantwortung betont, werden hier Männer und Frauen merkwürdig vollständig von der Verantwortung freigesprochen und alles auf Urinstinkte abgewälzt, denen man sich nicht widersetzen könne. Das wird umso ekliger, als dass die Männer in diesem Szenario weniger schuldhaft sind als die Frauen – die sich entsprechend dem biblischen Mythos als ewige Verführerinnen nicht enziehen können – und zu allem Überfluss auch noch den Mantel moralischer Überlegenheit ergreifen können, wenn sie im Namen des Schutzes der Frau deren berufliche und soziale Gleichstellung blockieren.

Und wer jetzt glaubt, das sei nur ein Problem des amerikanischen Vizepräsidenten und damit quasi bedeutungslos, dem sei die Statistik der New York Times hier ans Herz gelegt, die auf erschreckende Weise zeigt, dass dies in den USA inzwischen mehrheitsfähig ist. Umso wichtiger ist es, dagegen vorzugehen.

Letztlich ist es wieder an den Progressiven, das Thema Eigenverantwortung anzusprechen, wo die Konservativen sich hinter Phrasen versteckend abgedankt haben. Denn tatsächlich handelt es sich hier um ein Problem von Charakterstärke. Es ist an Männern wie Frauen, ob sie ihre Eheschwüre einhalten oder nicht, für jeden einzeln.

Mit Ausnahme der ohnehin strafbaren Vergewaltigung (und die unterstellt hoffentlich selbst Mike Pence nicht einfach so jedem seiner Geschlechtsgenossen) ist es nämlich an jedem Einzelnen, Avancen abzuwehren und ein Meeting oder Dinner im Zweifel abzubrechen. Klar ist das nicht super angenehm. Aber seine eigene Schwäche zum Schaden der hierarchisch Benachteiligten hinter einem moralischen Prinzip zu verstecken ist einfach nur feige.

Anmerkung: Barack Obama hatte dieses Problem übrigens nie, obwohl er ständig alleine mit Frauen Meetings hatte. Das liegt daran, dass seine charakterliche Integrität nie in Frage stand. Der eine oder andere konservative Politiker sollte sich an ihm vielleicht ein Beispiel nehmen.

{ 37 comments… add one }

  • CitizenK 12. Juli 2017, 06:56

    Ich interpretiere das jetzt mal optimistisch: Pence kennt sich offenbar selbst und handelt entsprechend. Wie Odysseus sich an den Mast binden ließ, weil er seine Verführbarkeit kannte.

    Moral sollte nicht moralin-sauer sein, sondern – mit Knigge – praktisch: sie soll das Zusammenleben angenehmer und konfliktfreier gestalten, peinliche Situationen vermeiden und Verhaltenssicherheit geben.

    In einer verqueren Kultur wie der US-amerikanischen vielleicht sinnvoll? Anders als der PC-Irrsinn an den Unis dort.

    • Stefan Sasse 12. Juli 2017, 08:16

      Ich sehe nicht, wo da ein qualitativer Unterschied zu den PC-Irrungen besteht. Das finde ich sogar – besonders im Hinblick auf den Abtreibungsirrsinn – deutlich schlimmer.

      • CitizenK 14. Juli 2017, 20:06

        Wirklich nicht? Ich denke an jenen Professor (Nobelpreisträger), der wegen einer relativ harmlosen Bemerkung unnachsichtig gefeuert wurde.

        Und: Hätte Bill Clinton sich an die Pence-Regel gehalten, wäre ihm und der Welt viel erspart geblieben 😉

    • Erwin Gabriel 13. Juli 2017, 11:00

      @ CitizenK 12. Juli 2017, 06:56

      Ich interpretiere das jetzt mal optimistisch: Pence kennt sich offenbar selbst und handelt entsprechend.

      Vielleicht hält er sich einfach nur für unwiderstehlich.
      🙂

  • Stefan Pietsch 12. Juli 2017, 08:03

    Ich habe den Vorgang nicht gelesen, aber der Grund scheint doch ein anderer zu sein. Gerade erst ist die Beletage von Uber gegangen, weil ihnen Sexismus unterstellt wurde. In solchen Fällen ist die Glaubwürdigkeit einseitig verteilt, wogegen sich Männer schützen müssen.

    Mir sind zwei Fälle aus direkter Nähe bekannt. In dem einen wurde einer Führungskraft unterstellt, er habe eine Azubine zu sexuellen Handlungen aufgefordert. Das mündete sehr schnell in einer fristlosen Kündigung. Vorm Arbeitsgericht hatten die Vorwürfe keinen Bestand, allerdings blieb das Arbeitsverhältnis beendet. Und ich selbst war vor Jahren mit Vorwürfen nicht-ethisch einwandfreien Verhaltens konfrontiert, mit denen natürlich längst nach Beendigung eines Vertragsverhältnisses noch Honig gesaugt werden sollte. Meinen lockeren Umgang habe ich damit verloren. In meinen Büros sind nach Möglichkeit Glastüren und ein Gespräch mit einer einzelnen Mitarbeiterin findet meist bei offener Türe oder unter Zeugen statt. So mancher hat wirklich keine Ahnung, wie weit PC schon das Berufsleben durchdrungen hat.

    Lieber Stefan, das sind Schutzmaßnahmen von Männern. Nicht wegen ihrer eigenen Unbeherrschtheit, sondern um nicht Opfer weiblicher Raffinesse zu werden. Wenn Du das als sexistisch ansiehst – herzlich gerne.

    • Stefan Sasse 12. Juli 2017, 08:21

      Was du beschreibst ist ein legitimes Problem – aber ein anderes! Beide Probleme koexistieren. Sie sind nicht identisch.

  • Erwin Gabriel 12. Juli 2017, 10:06

    Ich denke, dass Sie das Richtige sehen, aber den falschen Schluss ziehen.

    Ich vermute, dass Mike Pence sich einfach dagegen schützen will, wegen sexueller Belästigung belangt zu werden – er kann nur schlecht behaupten, dass er mit Frauen deswegen nicht allein im Raum sein will, weil dass ja wieder eine Unterstellung gegen das andere Geschlecht beinhalten würde.

    Aber auch ich würde aus solchen Gründen etwa in New York auch nie in einen Fahrstuhl steigen, in dem nur eine Frau ist. Und das liegt nicht an meinem Mißtrauen gegen mich selbst.

    Aus der von Ihnen beschriebenen Situation lässt sich eine Benachteiligung für beide Seiten ableiten:
    Für die Frau: Sie kommt so nicht in Kungelrunden hinein, und hat dadurch eventuell Karriere-Nachteile.
    Für den Mann: Er trägt immer das Risiko. Steht eine solche Anschuldigung im Raum, muss der Mann seine Unschuld beweisen, nicht die Anklage seine Schuld. Und oft endet solch eine Geschichte (nach dem Motto: wo Rauch ist, ist auch Feuer) mit Kündigung des Beklagten, unabhängig davon, ob seine Schuld oder Unschuld erwiesen oder nicht erwiesen ist.

    PS: Barrack Obama mag ein anderer Fall gewesen sein; er war aber auch nicht Teil der Regierung eines bekennenden Grabblers.

    • Rauschi 12. Juli 2017, 17:08

      Für die Frau: Sie kommt so nicht in Kungelrunden hinein, und hat dadurch eventuell Karriere-Nachteile.
      Gibt es auch ein Mann Kungelrunden? Hier war doch die Rede von 1 Mann mit 1 Frau allein in einem Raum, oder nicht?

      Die Situation 1 Frau viele Männer ist auch nicht immer die angenehmste, das kommt aber sicher auch auf die Frau an. Ich musste mich in mein ganzes Berufsleben fast ausschliesslich mit Männern auseinader setzen, das sorgt für einen gelassen Umgang mit eventuell lockeren Bemerkungen.
      Aber zu Beginn, in der Berufsschule, da hatte ich auch so einen Macho in der Klasse, der mich dauernd anmachte und anzügliche Bemerkungen von sich gab. Dann war mal wieder Sport (ja, den musste ich auch mitmachen) und er fing wieder an, da habe ich dann gemeint: „Komm, lass uns Ernst machen und mal eben in der Umkleide verschwinden, dann kannst Du zeigen, was Du drauf hast“. Der hat verdutzt gekuckt und ich wurde nie wieder dumm angemacht. Mir wurde erst hinterher klar, das hätte auch schief gehen können, wenn er darauf eingegangen wäre, das ist mir aber in dem Moment nicht bewusst gewesen.
      Warum sind die Frauen heute nicht auch selbstbewust und weisen die Männer bei sowas einfach in die Schranken? Ein einigermassen resultes Auftreten sorgt für Wunder, das ist meine Erfahrung.

      Gruss Rauschi

      • Erwin Gabriel 12. Juli 2017, 20:31

        @ Rauschi 12. Juli 2017, 17:08

        Gibt es auch ein Mann Kungelrunden? Hier war doch die Rede von 1 Mann mit 1 Frau allein in einem Raum, oder nicht?

        Grundsätzlich, so finde ich, ist die Kombination Frauen & Männer in einer Gruppe immer sinnvoll und immer angenehmer als nur einseitige Besetzungen. Aber das war ja nicht das Thema.

        Ich habe schon häufiger mit meinem Chef oder auch mit Mitarbeitern in Vier-Augen-Gesprächen unter der Hand ein gemeinsames Vorgehen abgesprochen. Dann geht man eben auch mal gemeinsam essen, oder trifft sich abends zum Fußball gucken in der Kneipe, und kaspert dort etwas aus.
        Ist nicht gerade Daily Business, aber kommt vor.

        Für mich sind solche Sachen mit einem anderen Kerl kein Problem. Würde ich eine andere Frau als meine Gattin fragen, ob sie mit mir mittags zum Essen oder abends mit in die Sky-Kneipe kommt, muss ich bei ihr mit dem Verdacht leben, dass ich etwas von ihr will (oder bei den Kolleg*innen, dass wir etwas miteinander haben).
        Eine junge Kollegin von mir, die gerade in unserem Unternehmen in die Festeinstellung rutschen will, sieht das relativ entspannt; sie liegt altersmäßig zwischen meinen Töchtern, und ich bin 10 Jahre älter als ihr Vater; sie käme nicht im Traum auf die Idee, dass ich etwas von ihr wollen könnte.
        Bei den Kolleginnen ab Mitte 40 aufwärts wäre so etwas schon sehr heikel.

        • Rauschi 13. Juli 2017, 06:08

          Bei den Kolleginnen ab Mitte 40 aufwärts wäre so etwas schon sehr heikel.
          Das ist wahrscheinlich nicht so pauschal am Alter fest zu machen, es kommt immer auf den Typ Mensch an, denke ich und wie das persönliche Verhältnis zueinander ist. Wenn mein Chef, der nur minimal älter ist als ich, mit mir bei einem Essen etwas besprechen wollte, kämen mir keine Hintergedanken, bei den anderen Kollegen auch nicht. Ist aber in meinem 30 Jährigen Berufsleben noch nicht vorgekommen und Karriere habe ich eher über den Wechsel der Unternehmen gemacht, da brauche ich keine Kungelrunden. 😉
          Das mit den gemischten Runden wurde mir auch berichtet, es wurde deutlich entspannter, sobald eine Frau anwesend war. Die Erfahrung habe ich selbst umgekehrt noch nicht gemacht, weil es schlicht keine Frauenrunden gab, zu denen ein Mann dazu kam.

          Ob die Abneigung mit Etikette (noch dazu veralteter) zu tun hat, weiss ich nicht, aber mangelndes Selbstbewusstsein ist sicher ein Grund für die Einführung von Verhaltenskodizes für den Umgang zwischen Mann und Frau. Ich käme im Leben nicht auf die Idee, jemand der sexuellen Belästigung zu bezichtigen, ohne das vorher selbst energisch zurück zu weisen. Erfahrungsgemäss kommen Anmachsprüche von Männern, die auch sonst eher in die Kategorie „Sprücheklopfer“ fallen, dem kann Frau mit dem passenden Spruch schon die Grenzen aufzeigen.
          Ich weiss allerdings nicht, wie das bei den Opfern aussieht, ich bin vielleicht eher die Ausnahme als die Regel?

          Gruss Rauschi

          • Erwin Gabriel 14. Juli 2017, 17:04

            @ Rauschi

            Ich glaube nicht, dass es eine Frage von (mangelndem?) Selbstbewusstsein ist, vielleicht eher von Anstand (auf der Seite, die falsch vorgeht).

            • Rauschi 14. Juli 2017, 19:32

              @Erwin Gabriel
              Vielleicht können wir uns darauf einigen, das es eine Mischung aus beidem ist?
              Die einen haben keinen Anstand und die anderen fehlendes Selbstbewusstsein, um sich gegen Übergriffe zu wehren. Wenn mir aber bewusst ist, das meine körperliche Unversehrheit auf einer Stufe mit der geistigen steht, dann sollte ich mich doch wehren können, oder nicht? Dann lernt die Gegenseite automatisch Anstand, zwie Fliegen mit einer Klappe, sozusagen. 😉
              Leider sind die Benimmregeln nach Knigge aus der Mode. Ich habe das bei meinen Eltern als Jugendliche gelesen und war vorher auch der Meinung, alles Spiesser, aber nachdem ich die Gründe für das Buch und die Tipps gelesen habe, fand ich, es sind wirklich gute, sinnvolle Regeln für ein gutes Miteinander. Nach Knigge wäre aber ein Abendessen mit dem Chef wohl eher nicht akzeptabel. Wir begibt sich schon freiwillig in eine möglicherweise unangenehme Situation?

              Gruss Rauschi

  • Rauschi 12. Juli 2017, 11:46

    Wenn ich die Grafik richtig deute, lehnt das die Mehrheit nur für „Dinner“ und „Drink“ ab, das fände ich allerdings auch unpassend, und ich bin ganz sicher emanzipiert. Ab dem Punkt „having Lunch“ bis „having a work Meeting“ ist von Mehrheit keine Spur mehr. Ich teile mir mein Büro auch mit einem Mann, damit hat keiner von uns beiden ein Problem. (Ich habe gerade extra nachgefragt und meinem Kollegen kam die Frage ebenso absurd vor wie mir, das er fragte, warum ich so eine Frage überhaupt stelle)
    Zumal ja die Fragestellung maximal schwammig ist, wenn gefragt wird, „mit jemandem des anderen Geschlechtes“ denken 95% an einen Fremden, wenn „mit Ihrem Freund, der ein anderes Geschlecht hat“ gefragt worden würde, wäre die Antwort ähnlich wie bei Arbeitsmeeting oder gemeinsam Auto fahren ausgefallen, da bin ich ziemlich sicher.
    Wird hier etwas vollkommen unnötig aufgebauscht?

    Gruss Rauschi

    • Floor Acita 12. Juli 2017, 12:22

      Wenn ich die zahlen richtig lese, findet zwar eine Mehrheit ein Treffen „ab dem Punkt „having Lunch“ bis „having a work Meeting““ nicht mehr ausdrücklich unangemessen, aber ausschließlich das „work meeting“ wird von einer Mehrheit der Frauen als angemessen betrachtet – das kann situationsabhängig sehr wohl problematisch sein…

      • Rauschi 12. Juli 2017, 12:57

        das kann situationsabhängig sehr wohl problematisch sein…
        für wen?
        Das ändert aber doch nicht an der seltsamen Fragestellung, die nur fragt, wie finden Sie ein XY mit jemandem anderen Geschlechts, der nicht Ihr Ehepartner ist?
        Wer denkt da nicht an einen Fremden? Ich würde mich wundern, wenn das die Mehrheit der Frauen bejahen würde. Das Gezeter der Männer kann ich mir lebhaft vorstellen, wenn dem so wäre (So in der Art: kuck mal, alles Schlampen). 😉

        Gruss Rauschi

        • Erwin Gabriel 12. Juli 2017, 20:34

          @ Rauschi 12. Juli 2017, 12:57

          das kann situationsabhängig sehr wohl problematisch sein…

          für wen?

          Immer für den Mann; wenne s von der Frau ausgeht, eventuell auch für die Frau. Aber immer für den Mann.

    • bevanite 12. Juli 2017, 14:32

      Ah, habe eben erst gesehen, dass der NY-Times-Artikel verlinkt war.

      Richtig schlau werde ich daraus auch nicht. Im Artikel heißt es: „Around a quarter think private work meetings with colleagues of the opposite sex are inappropriate. Nearly two-thirds say people should take extra caution around members of the opposite sex at work.“

      Über der verlinkten Grafik schien die Fragestellung jedoch allgemeiner formuliert zu sein: „Is it appropriate or inappropriate to do the following activities alone with a man/woman who is not your spouse?“

      Das wären aber durchaus sehr unterschiedliche Szenarien, denn bei der allgemeinen Frage zählt dazu auch ein Drink mit einer platonischen Freundin oder einem Kumpel in der Kneipe. Hmmm…

  • bevanite 12. Juli 2017, 13:54

    Ich sage es ja schon länger: Mike Pence ist Trumps idealer Mann für die Verhandlungen mit dem Iran. In einigen ethisch-moralischen Grundsätzen – Homosexualität, Abtreibung und nun offenbar auch die gefährliche Präsenz von einer Frau im Zimmer – wird er sich mit den Mullahs prächtig verstehen. 😉 Ähnlich wie bei der Debatte um die Verhüllung der Haare ist diese Haltung frauen- und männerfeindlich zugleich. Frauen sind die bösen Verführerinnen und Männer die willenlosen, triebgesteuerten Wesen, die bei jeder Kleinigkeit sexuell erregt werden.

    Eine Frage zu der Statistik: ging es da speziell um den Arbeitsplatz oder um den Alltag? Dass „having a drink“ so viele Befragte als „inappropriate“ bezeichnen, erscheint mir irgendwie zu bizarr.

  • Ralf 12. Juli 2017, 18:57

    Hmmm … also ich denke man muss hier sehr stark beruecksichtigen wie das Verhaeltnis zwischen Chef und Angestelltem bzw. unter auf gleicher Ebene stehenden Kollegen ist. Verbindet einen neben dem Beruf auch eine Freundschaft und hat man auch privat miteinander zu tun, ist es naheliegend, dass man ein Projekt bei einem Abendessen oder bei einem Glas Wein bespricht. Handelt es sich hingegen um eine reine Arbeitsbeziehung, wuerde auch ich es extrem unpassend finden eine weibliche Kollegin zum Dinner oder zu Drinks einzuladen. Sowas wuerde fast automatisch zu Missverstaendnissen oder mindestens zu einer sehr unangenehmen Situation fuehren, bei der es ziemlich unklar waere, zu was man eingewilligt hat, wenn man die Einladung annimmt, waehrend es gleichzeitig ein Affront waere eine Einladung z.B. vom unmittelbaren Vorgesetzten auszuschlagen.

    Das gesagt, aus meiner Sicht gehoeren offzielle Geschaeftsbeziehungen auch unter Vertretern gleichen Geschlechts normalerweise nicht ins Restaurant oder ins Eigenheim, sondern ins Buero, wo man wenn noetig auch Zugang zu Unterlagen und Daten hat und wo ein klar formeller Rahmen gegeben ist. Zumindest gilt das, wenn die Beziehungen rein geschaeftlich und nicht privater Natur sind.

    • Stefan Pietsch 12. Juli 2017, 19:13

      Das gesagt, aus meiner Sicht gehören offizielle Geschäftsbeziehungen auch unter Vertretern gleichen Geschlechts normalerweise nicht ins Restaurant oder ins Eigenheim

      Nee, so läuft das nicht. Manchmal bespricht man Dinge abends im Restaurant, gerne auch mit einem Glas Wein. Dies gilt insbesondere beim Deal Making. Und wer 10, 12 Stunden im Büro war, hat manchmal keine Lust, auch noch die 13. und 14. Stunde dort zu bringen, vielleicht noch mit einer halbwarmen Pizza vom Lieferdienst.

      • Ralf 12. Juli 2017, 19:25

        Also bei uns sind z.B. alkoholische Getraenke grundsaetzlich nicht erlaubt bei Restaurantbesuchen mit beruflichen Hintergrund, die erstattet werden sollen. Ein einziges Glas Wein auf der Rechnung und das gesamte Essen ist nicht mehr erstattungsfaehig. Und meines Wissens nach, ist es auch grundsaetzlich verboten, Restaurantbesuche aus Foerdermitteln zu bezahlen – zumindest wenn sie von oeffentlichen Traegern kommen – es sei denn, man reist und hat wirklich keine andere Moeglichkeit zu einem Essen zu kommen (was dann auch dokumentiert werden muss).

        • Stefan Pietsch 12. Juli 2017, 19:56

          Mag sein, in höheren Etagen und mit Kundenkontakt gehört Alkohol zwar nicht zwingend dazu, manchmal aber doch. Es fühlte sich auch seltsam an, einen Deal über ein paar Millionen im funktionalen Büro mit stillem Wasser klarzumachen. Das ist total unsexy. Aus steuerlichen Gründen ist Alkohol auf der Rechnung völlig belanglos, da kann auch Bacardi stehen.

          Weiß nicht, wie das mit Fördermitteln ist. Ich arbeite nicht für gestützte Unternehmen.

          • Ralf 12. Juli 2017, 20:33

            Unterschiedliche Bereiche haben da vermutlich eine unterschiedliche Kultur. Aber Ihr Beispiel entspricht auch nicht ganz dem, was Stefan Sasse oben im Sinn zu haben schien. Deal Making geschieht ja normalerweise nicht zwischen Mitarbeitern des selben Unternehmens (der Angestellte geht ja keinen Deal mit seinem Chef ein), sondern zwischen Geschaeftspartnern unterschiedlicher Unternehmen.

            Meine Argumentation bezog sich mehr auf interne Angelegenheiten. Ein Chef sollte sich aus meiner Sicht z.B. nicht Mitarbeiter abends nach Hause kommen lassen, um in privater Atmosphaere bei einem Glas Wein den Fortschritt eines Projekts zu besprechen. So etwas laedt zu Missverstaendnissen ein und fuehrt potentiell zu unmoeglichen Situationen fuer die Eingeladenen, gerade wenn es ein One-On-One-Treffen ist (und noch schlimmer wenn der Chef ein aelterer Herr und die Eingeladene eine junge, huebsche Frau ist). Letzere koennen nicht ablehnen ohne den Vorgesetzten zu beleidigen, muessen aber gleichzeitig befuerchten moeglicherweise zu einem Date eingeladen worden zu sein und diese Einladung auch noch angenommen zu haben. Selbst wenn diese Befuerchtung voellig grundlos im Raume steht, fuehrt es einfach zu einer extrem unangenehmen Situation fuer die Beteiligten. Und das voellig ohne Grund. Es gibt schlicht keine plausible Erklaerung, weshalb man ein rein geschaeftliches Treffen nicht an einem passenderen Ort veranstalten koennte.

            Zumindest in meinem Bereich wuerde man sich mit einer Einladung wie oben beschrieben gefaehrlich nahe an einer Klage wegen sexueller Belaestigung bewegen, auch wenn das Abendessen oder die Drinks ganz harmlos gedacht sind.

            • Stefan Pietsch 12. Juli 2017, 20:53

              Abschlussgespräche genauso wie auf Messen die After-Partys finden in größeren Gruppen statt, auch mit eigenen Mitarbeitern. Dass es dabei auch ins Bordell oder in Sex-Clubs geht, ist jedoch längst ein Mythos und entspricht nicht den weitgehenden Compliance-Regeln. Aber, man muss die Sprache sprechen. Frauen haben weit eher ein kulturelles Problem, Geschäft in entspannter Atmosphäre ist oft ihre Sache nicht.

              Sie können bei so ausufernden Abendgesprächen es sich leisten, nüchterne (nicht in Bezug auf Alkoholkonsum) Typen beim Essen zu haben. Die Gesprächsführung läuft ohnehin gemäß Hierarchie. Aber an der Spitze muss die Chemie passen und zuviel Nüchternheit und Geschäftsmäßigkeit schadet.

              In den Jahrzehnten, wo ich nun schon an Geschäftsessen teilgenommen habe, ist es nie passiert, dass diese in der Wohnung des Chefs stattfand. Ihre Beschreibung halte ich weitgehend für ein Klischee. Solche Verhaltensweisen sind klar gegen Compliance und ungewöhnlich. Und heute wird sehr schnell geredet. Als Führungskraft müssen Sie über jeden Verdacht erhaben sein, alles andere gefährdet in sehr kurzer Zeit die Position. Es gibt schließlich immer noch jemanden darüber: Bereichsleitung, Vorstand, Aufsichtsrat, Eigentümer.

              • Ralf 12. Juli 2017, 22:26

                In den Jahrzehnten, wo ich nun schon an Geschäftsessen teilgenommen habe, ist es nie passiert, dass diese in der Wohnung des Chefs stattfand. Ihre Beschreibung halte ich weitgehend für ein Klischee.

                In meinem Bereich ist das relativ haeufig, allerdings geht es dabei in der Regel nicht um Geschaeftsessen, sondern um Feiern aller Art, z.B. Weihnachtsfeiern. Ich kenne das auch so aus kleineren Betrieben, in denen ein eher familiaeres Klima herrscht. Allerdings sind hier normalerweise mehrere Mitarbeiter zu Gast. Es wird nicht ein einziger Angestellter „zum Chef nach Hause bestellt“. Somit entfallen moegliche Missverstaendnisse in der Regel und es ist klar zu welchem Anlass und mit welchem Ziel etwa ein Abendessen stattfindet.

                Dass es dabei auch ins Bordell oder in Sex-Clubs geht, ist jedoch längst ein Mythos

                Also mir hat ein Freund mal von einer Weihnachtsfeier bei seinem Chef berichtet, wo nach feuchtfroehlicher Runde mehrere Prostituierte zugerufen wurden. Kann natuerlich eine zahlenmaessig unbedeutende oder untypische Anekdote sein. Aber dass mir persoenlich bereits ein Fall dieser Art bekannt ist, obwohl ich ansonsten eher wenig Einblick in die Geschaeftswelt habe, macht mich skeptisch, ob das wirklich so selten ist.

                Frauen haben weit eher ein kulturelles Problem, Geschäft in entspannter Atmosphäre ist oft ihre Sache nicht.

                Die Erfahrung hab ich so nicht gemacht. Zumindest in meinem Bereich sind viele berufliche Benachteiligungen von Frauen eher auf familiaere Verpflichtungen zurueckzufuehren. Ohne dass dabei eine Wertung einfliessen soll, ist es doch in der Regel so, dass wenn Kinder da sind in einer Familie, die Frau fast immer den groesseren Teil der damit verbundenen Last und der Verantwortung traegt. Selbst bei sehr progressiven, modernen Paaren. Mir faellt ehrlich gesagt aus meinem persoenlichen Bekanntenkreis kein einziges Gegenbeispiel ein. Und das bedeutet z.B., dass es fast immer die Frauen sind, die um kurz vor fuenf schnell nach Hause muessen, um die Kinder aus der Daycare abzuholen. Viele gerade informelle Treffen und Meetings, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden, finden aber erst am fruehen Abend statt, wenn andere Prioritaeten abgearbeitet sind. Die Folge ist, dass die betroffenen Frauen nur selten dabei sind und so vieles ueber ihren Kopf hinweg entschieden wird. Welche Anschaffungen ein Institut z.B. anstrebt, kann aber eine zentrale Bedeutung fuer Ihre Zukunftsperspektive haben (etwa wenn Ihre Arbeit von der Anschaffung profitieren wuerde). Bei solchen Entscheidungen nicht dabei zu sein, kann einen erheblichen Karrierenachteil darstellen.

                Aus den selben familiaeren Gruenden habe ich es auch immer wieder erlebt, dass Frauen z.B. das Angebot ablehnen an einem Kongress teilzunehmen. Ein Kongress dauert in der Regel einige Tage und dann waere niemand da, der sich um die Kinder kuemmern koennte. Das Ergebnis ist, dass Frauen am Ende oft einen duenneren Lebenslauf und wesentlich losere Netzwerke haben (oder gar keine). All das macht sich irgendwann bemerkbar, wenn es in der Karriere ploetzlich nicht mehr weiter geht, weil man sich nicht rechtzeitig einen Namen gemacht hat.

                • Stefan Pietsch 13. Juli 2017, 07:53

                  Also ich habe zu Beginn meiner Karriere noch den ziemlich radikalen Wandel mitbekommen. Natürlich gehen Geschäftsleute auch heute noch ab und zu ins Bordell, jedes Edel-Establishment kann davon berichten. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo und wann das der Fall ist.

                  Geschäfte, wo es um Millionen-Summen mit langen Laufzeiten geht, wo ggf. der eigene Job oder gar die Karriere dranhängt, da braucht man schon mehr Verbindendes als ein bei Mineralwasser am Eichentisch geschlossenen Vertrag. Diese ungeschriebenen Regeln verstehen viele nicht. Ausschließlich Leute, die in den Bereichen nicht erfolgreich sind. Als Unternehmen kann ich nicht mal anweisen, dass Mitarbeiter und Auftraggeber nachts noch um die Häuser ziehen, wenn dies auf eigene Kosten erfolgt. Nur Frauen sind von solcher Art Veranstaltung naturgemäß ausgeschlossen.

                  Ich weiß auch nicht, was der Punkt ist. Sicher trifft es zu, dass Frauen mehr Hausarbeit übernehmen und auch deswegen weniger verfügbar sind. Wo ist die Klage? In Deutschland haben karriereorientierte Frauen im Alter zwischen Ende 20 und Ende 30 meist keine Kinder. Das ist in den USA, Skandinavien oder Frankreich anders, sicher. Der Hollywoodstreifen „Tage wie dieser…“ brachte den Konflikt schön auf den Punkt. Am Ende sagt Michelle Pfeiffer das geschäftliche Abendessen ab, weil sie noch für ihren Sohn dasein möchte. So what? Wir können im Leben nicht alles haben, wir müssen priorisieren und das tun wir nach unseren Interessen. Ist Karriere wirklich so wichtig? Für die meisten nicht.

                  Nach einer Nachricht dieser Woche lassen sich allein dieses Jahr wieder fast 150.000 Ehepaare scheiden, bei den meisten sind Minderjährige mitbetroffen. Das wird schon so aussehen, dass sich damit wieder weniger Frauen intensiv dem Beruf widmen können, da sie meistens die Kinder betreuen.

                  Meine Schwester hat mir vor Jahren die Augen geöffnet, warum Frauen oft nicht so vorankommen: Selbst karriereorientiert, beschwerte sie sich, dass wenn sie ins Büro kommt, sie sofort loslegt und versucht, die Dinge möglichst schnell abzuarbeiten um Feierabend haben zu können. Die männlichen Kollegen dagegen halten Schwätzchen, kungeln und kommen nicht so schnell zu Potte, kein Wunder, dass sie ihre Arbeit nicht hinbekommen. Sie verstand nicht, dass die Männer Netzwerkpflege betreiben, während sie reine Facharbeit macht.

      • Erwin Gabriel 12. Juli 2017, 20:36

        Kenn ich auch so

  • Erwin Gabriel 12. Juli 2017, 20:45

    @ Ralf:
    Deal Making geschieht ja normalerweise nicht zwischen Mitarbeitern des selben Unternehmens (der Angestellte geht ja keinen Deal mit seinem Chef ein), sondern zwischen Geschaeftspartnern unterschiedlicher Unternehmen.

    Ich habe mal in einem größeren Unternehmen gearbeitet, in dem der kaufmännische Leiter auf den technischen Leiter (meinen Chef) eifersüchtig war; stets hat der uns eine Etage höher angeschwärzt. Natürlich kriegte der irgendwann mal etwas zurück. Das bespricht man nicht unbedingt im Büro, wie man sich da anstellt.

    Oder besagte junge Kollegin, weiter oben bereits erwähnt, kommt mit einer Gehaltsforderung daher, die unter dem liegt, was das Unternehmen bereit wäre zu zahlen (was ich als direkter Vorgesetzter natürlich weiß). Die Dame ist richtig gut, also gebe ich ihr Tipps, wie sie mit dem Personalchef feilschen muss, um etwas mehr rauszuholen (absegnen muss ich das später eh, aber so sind nunmal die Abläufe). So etwas bespricht man auch nicht in der Abteilungskonferenz, sondern idealerweise in irgendeiner entspannteren Situation.

    • Stefan Pietsch 12. Juli 2017, 21:08

      Na ja, solche Tipps gebe ich nicht und habe es noch nicht erlebt. Wenn insbesondere eine qualifizierte Person ihren Marktwert nicht kennt, ist das schon ein erhebliches Defizit. Wer verkaufen will, ja, wer überhaupt für das Unternehmen handelt und verhandelt, muss Marktpreise kennen. Und es ist ziemlich einfach, den eigenen Marktpreis zu erfahren, man muss sich nur dafür interessieren.

      Nicht zu wissen, was man wert ist, hat also mit Desinteresse an der eigenen Karriere zu tun.

      • Erwin Gabriel 14. Juli 2017, 17:16

        @ Stefan Pietsch

        Frisch von der Uni, erster Job, keine Vergleichsmöglichkeit, und so bemerkenswert war die Differenz nun nicht.

  • Erwin GAbriel 12. Juli 2017, 20:52

    @ Stefan Sasse:

    Mal losgelöst von einer spezifischen Antwort: Sehr interessantes Thema, dass Sie da angestossen haben. Ich habe beim Lesen und beim Antworten festgestellt, dass mein Handeln in diesem Zusammenhang von vielen Regeln bestimmt wird, die ich noch nie hinterfragt, über die ich noch nie nachgedacht habe – ich mache das halt einfach so.

    Ist schon sehr komisch, beim Nachdenken über diesen Komplex festzustellen, das sich man nie konkret Gedanken gemacht, aber klare Meinungen gebildet hat; passiert erst jetzt, bei der Beschäftigung mit dem Thema.

    Vielen Dank für ein paar erhellende Momente in meinem Kopf. 🙂

  • Wolf-Dieter Busch 13. Juli 2017, 20:40

    Zum Rassismus: historisch entstanden als ideologische Auflösung des Konflikts zwischen amerikanischem Freiheitsanspruch und Sklaverei, erklärt er den Neger zur „Rasse“ (biologisch übrigens ratzeputz falsch), erklärt sodann deren Inferiorität, und legitimiert so die Sklavenhaltung in der Baumwollwirtschaft. (Es gab spezifisch auf Neger abgestimmte Gesetze.)

    Das aus „Rassismus“ abgeleitete Kunstwort „Sexismus“ ist ein Kampfbegriff, der die Annahme der Inferiorität eines Geschlechts unterstellt. Der Begriff ist pejorativ und politisch-agitativer Natur. Er wird beliebig angewendet, aber ist frei von Sinn.

    Um die Theorie mit etwas Praxis zu würzen: der Kommentator (ich) würdigt beim Anblick einer Dame zuerst den Arsch, ehe der Blick aufwärts wandert. Wenn sie ein hübsches Gesicht hat, nimmt er es erst zum Schluss wahr.

    Im Gegenzug hat vor Jahren eine Dame mal geäußert, man könne über die Männer sagen, was man wolle, aber eins müsse man ihnen lassen, sie hätten einen festen, griffigen Arsch. Sie machen es also genau so.

    Also, Leute, locker bleiben.

    • Wolf-Dieter Busch 13. Juli 2017, 20:46

      Korrektur, ihre Worte waren: „ein fester, schwebender Arsch“.

      • Erwin Gabriel 14. Juli 2017, 17:12

        @ Wolf-Dieter Busch

        … ein fester, schwebender Arsch …

        Haben Sie die Dame geheiratet, so dass Sie nachfragen konnten? 🙂

        Nicht bös gemeint, nix für ungut. Spräche für Ihre Figur…

        Entschuldigende Grüße
        E.G.

  • Wolf-Dieter Busch 15. Juli 2017, 06:59

    Kein Grund zur Entschuldigung gegeben … nein, habe sich nicht geheiratet. Aus ihrer Sicht war es nicht naheliegend, aus zwo Gründen: erstens, außer bei mir schwebt der Arsch bei den Männern, also allen; und zwotens, außer dem „anderen Gesicht“ (Arsch) gibts ja noch das eigentliche Gesicht, das auch irgendwie zu Buche schlägt.

    Aber wir haben uns prima verstanden. Wir hatten beide eine gleichgroße Klappe. Macht übrigens Spaß, probiere es einfach mal aus.

  • CitizenK 22. Juli 2017, 16:21

    Kam eben zufällig auf einem Spaziergang am Grab Alexander Rüstows vorbei, der einmal schrieb: “ die Neoliberalen (gemeint sind die Ordo-Liberalen, CitizenK) hätten den Altliberalen „so vieles vorzuwerfen, haben [wir] in solchem Maße einen anderen Geist wie sie, dass Diesen ewig gestrigen frisst kein Hund mehr aus der Hand, und das mit Recht.“ Hayek und „sein Meister Mises gehören in Spiritus gesetzt ins Museum als eines der letzten überlebenden Exemplare jener sonst ausgestorbenen Gattung von Liberalen, die die gegenwärtige Katastrophe heraufbeschworen haben“. (Quelle: Wikipedia)

    Die heutigen Neoliberalen wären also aus seiner Sicht (und Rüstow ist ja immerhin einer der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft) so etwas die Untoten der Altliberalen.

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