Die erste Debatte zwischen Trump und Clinton: Nachklapp

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Die erste Debatte zwischen Trump und Clinton ist vorüber. Die Presse hat Clinton fast einstimmig zur Siegerin erklärt. Wenig überraschend glänzte sie mit detailliertem Wissen über so ziemlich jedes Politikfeld, das zur Sprache kam, und hatte ordentlich geübte Antworten für praktisch jede der reichlich vorhersehbaren Fragen. Darin liegt kaum die Überraschung des Abends. Die Überraschung des Abends liegt vielmehr darin, dass Trump genau das getan hat, was er und sein Team über Wochen angekündigt haben: praktisch nichts. Trump hatte sich auf die Debatte fast nicht vorbereitet und entschloss sich stattdessen, nach seinem Instinkt zu gehen. In den Worten seines ehemaligen Wahlkampfmanagers Lewandowsky: „Let Trump be Trump.“ Es war der größte Gefallen, den er Clinton hätte tun können.

Deren Strategie bestand offensichtlich weniger darin, sich selbst zu präsentieren als vielmehr allzu deutliche Fehlgriffe zu vermeiden und ansonsten eine Tretmine nach der anderen für Trump auszulegen. Der dünnhäutige Kandidat lief dann auch prompt von einer in die nächste. Das fing damit an, dass er beständig die seit fast vier Jahrzehnten etablierte Debattennorm brach, den anderen Kandidaten während seiner Redezeit nicht zu unterbrechen. Beständig kommentierte er Clinton und brüllte in einem Fall sogar den Moderator Lester Holt nieder (was die Zuschauer hassen: die Focus Groups drehten die Anzeigen, auf denen sie zwischen 0 und 100 sekundenaktuell ihre Stimmung anzeigen, in diesem Moment unabhängig von der Parteipräferenz praktisch durchgängig auf null), die – im Splitscreen perfekt als Kontrast sichtbar – meist schlicht wartete, bis er seine Bemerkungen gemacht hatte¹.

Ihre Provokationen verfingen bereits nach rund 20 Minuten; Trumps anfangs starke und (für seine Verhältnisse) kohärenten Anworten wichen immer mehr den aus Interviews bekannten Halbsätzen und Abschweifungen, denen zu folgen praktisch unmöglich ist. Er nahm jede von Clintons Sticheleien² auf und ließ sich auf mäandernde, völlig unverständliche Detaildiskussionen über irgendwelche legalistischen Winkelzüge ein – eigentlich Clintons Spezialität. So betonte er mehrmals auf den Vorwurf, dass er schwarze Mieter diskriminiert und verdrängt hatte damit, dass er nur die Gesetze ausgenutzt habe und erklärte nachdrücklich, dass er vor Gericht niemals ein Schuldeingeständnis abgegeben hätte. In anderen Worten: ja, habe ich gemacht. Auf die gleiche Art erwischte Clinton ihn bei der Frage nach dem Kredit seines Vaters (den Clinton mit 14 Millionen Dollar bezifferte, was Trump indirekt bestätigte, indem er ihn erneut „klein und unbedeutend“ nannte) und bei der Frage nach seiner Steuererklärung, wo sie ihm unterstellte, keine Einkommenssteuer zu bezahlen. Seine Reaktion: „I’m smart.“ Ihre Reaktion: „No money for the troops, for the vets [veterans], for hospitals.“ Mitt Romneys 47% sind ein Witz dagegen.

Entgültig ins Surreale glitt die Debatte in der letzten halben Stunde ab, als das Thema auf die NATO, nukleare Erstschläge und den Irandeal kam. Trumps Antworten ergaben werder grammatisch noch irgendwelchen Sinn, noch inhaltlich. Er erklärte, dass er die NATO-Verbündeten finanziell erpressen wolle. Er sagte, dass China in Nordkorea einmarschieren müsste, weil Nordkorea mit dem Iran zusammenarbeitet, wobei es ein Fehler Clintons und Kerrys war, Nordkorea nicht in den Irandeal einzubeziehen – oder etwas Ähnliches, denn in dem Moment wusste sicherlich Trump nicht einmal mehr, womit er seinen Satz eigentlich begonnen hatte. Nie war es so offensichtlich, dass der Mann nicht die geringste Ahnung hat, von was er redet. Wenn er Präsident wäre und in seinem Kabinett ein Curtis LeMay, die Welt könnte morgen ein nuklearer Feuerball sein.

An diesem Punkt sollte man eigentlich davon ausgehen, dass die Wahl gegessen ist. Clinton müsste in den Umfragen mit 20 Prozent führen. Stattdessen muss sie sich gerade über zwei Prozent freuen. Die Debatte wird daran vermutlich auch wenig substanzielles ändern. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen war auch Clinton an diesem Abend nicht gerade fehlerfrei. Ihre Antworten kamen teils arg auswendig gelernt, ihre Pausen waren merkwürdig und zerhackten den Redefluss. Auf Trumps genuine Stärken hatte sie zudem kaum Antworten, was besonders im ersten Drittel der Debatte deutlich wurde, das eher von ihrem republikanischen Konkurrenten dominiert war. Als er ihr Druck wegen ihrer Zustimmung zu NAFTA machte und den Widerspruch ihrer Position zu TPP aufzeigte – dass sie es einerseits früher unterstützte und dass Obama immer noch dafür ist – hatte sie keine guten Antworten, obwohl es offensichtlich war, dass dieses Thema aufkommen würde. Bei NAFTA versuchte sie irgendwelche positiven Effekte für die Mittelschicht zu beschwören, ohne diese klar benennen zu können, und ließ Trumps Narrativ vom betrogenen „blue collar“-Arbeitnehmer unwidersprochen stehen.

Bei TPP imitierte sie Kerry: „I was for it, and then I was against it.“ You don’t say, Miss Secretary. In den Händen eines fähigen Gegners wäre ein solcher Satz Gift. Trump aber erkennt die Gelegenheit nicht einmal, wenn sie sich ihm bietet, weil sie politisch ist und nicht persönlich. Als das Thema Cyberwar angesprochen wurde – bei dem Trumps Antworten einen ähnlichen Kohärenzgrad aufwiesen wie beim oben angesprochenen Nuklearbeispiel – blieb mir wahrlich der Mund offenstehen als Clinton jedem Staat uneingeschränkte Vergeltung androhte, der amerikanische öffentliche oder private (!) Netzwerke hackt. Wäre Trump nicht so ein elender Narr hätte er sie mit dieser krassen Position aufspießen können. Stattdessen musste er sich am Ende der Debatte den wohlvorbereiteten Todesstoß geben lassen, als Clinton die Wähler aufforderte, Trump einfach nur zuzuhören, und ihn dann die Beleidigungen gegen eine lateinamerikanischen Miss-World-Gewinnerin und andere Frauen wiederholen zu lassen (was Trump in einem Interview nach der Debatte auch noch bekräftigte).

Nur: die starke Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft wird dafür sorgen, dass nur wenige Anhänger der Republicans sich in ihrer Unterstützung Trumps verunsichert fühlen werden. Umgekehrt werden wohl auch keine Democrats von Clinton abrücken. Stattdessen konzentriert sich die Aufmerksamkeit einerseits auf Mobilisierung und andererseits auf die Unentschlossen. Für die erstgenannte Gruppe dürfte die Debatte hilfreich gewirkt haben. Da die meisten Menschen gerne Gewinner unterstützen, hilft Clinton ihr „Sieg“ hier. Bei den Unentschlossenen bin ich selbst ehrlich gesagt unentschlossen. Mir ist und bleibt unklar wie man bei dieser Wahl überhaupt unentschlossen sein kann. Von daher würde ich hier mit Prognosen vorsichtig sein wollen. Mein Verdacht ist, dass diese Leute relativ klar einer Seite zuneigen, aber sich noch nicht festlegen wollen. Die Umfragewerte werden ab etwa Freitag oder Samstag die Veränderungen durch die Debatte wiederspiegeln. Bis dahin gehe ich davon aus, dass Clinton nur etwa 2% in den Umfragen zulegen wird. Das reicht ihr zum Sieg aus, aber es entspricht nicht dem Vorsprung, den sie eigentlich haben sollte.

¹ Allerdings nicht immer; auch Clinton redete manchmal über Holts Zeitbegrenzungen und versuchte, Trump zum Schweigen zu bringen.

² Clinton nannte Trump auch penetrant „Donald“, was Trump hasst. Er versuchte sich zu beherrschen und sie als „Secretary Clinton“ zu bezeichnen, verlor jedoch die Contenance in der letzten halben Stunde und verfiel ins „Hillary“.

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  • Ariane 27. September 2016, 17:55

    Hab bisher nur einige Ausschnitte gesehen und einige Artikel dazu gelesen. (Seit du woanders von so nem hochkomplizierten Weltraumspiel geschrieben hast, ist meine restliche Freizeit stark geschrumpft^^)
    Ich denke, sie hat das taktisch durchaus clever gemacht, schön ruhig geblieben, ihn auflaufen lassen und mehr muss sie eigentlich gar nicht tun.
    Ich gebe dir aber recht, ich glaube der Wahlkampf ist so absurd, dass die Debatten nicht die Megarolle spielen werden. Wie will man mit Trump denn ernsthaft und erwachsen über die richtige Vorgehensweise diskutieren. Dafür sind die Debatten ja eigentlich gemacht.
    Aber der Clue ist: das erwartet auch niemand mehr. Die einzelnen Positionen zu diesem und jenem sind eigentlich total latte. Das ist nur noch pure Emotion.
    Und es weiß ja auch jeder quasi schon, was er bekommt. Dass Trump es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, sich wenig auskennt aber dafür ne große Klappe hat und gerne gegen Frauen, Latinos oder sonstwen auskeilt, ist ja keine News mehr. Es ist höchstens insofern interessant (und beunruhigend), dass er den Schwenk ins Präsidiale nicht hinbekommt.
    Bei Hillary ähnlich, professionell und gut vorbereitet. Aber wer meint, sie wäre eine notorische Lügnerin oder ein Falke oder das typische Establishment, wird seine Meinung wohl auch kaum ändern.
    Und wenn weder einzelne Fakten noch Positionen eine Rolle spielen, sind die Debatten eigentlich überflüssig. Ich denke, es wird auch in den anderen nur darum gehen, wie sehr sich Trump provozieren lässt und wie cool Hillary dabei bleibt. Ich halte es auch nicht für ausgemacht, dass es am Wahltag wirklich so eng bleibt. Ich hoffe immer noch darauf (naiv wie ich bin), dass schlechtgelaunte Leute es mal gut finden, wenn jemand ihre Wut artikuliert, aber zum Schluss doch lieber jemand Professionellen an die Atomsprengköpfe setzen^^

  • Ralf 27. September 2016, 18:24

    Hmmm … da hast Du aber eine komplett andere Debatte gesehen als ich.

    Zunaechst mal zum Kontext:

    Clinton verliert seit ihrem Umfragepeak kurz nach ihrer Nominierung auf dem Parteitag stetig Stimmen. Trump hingegen gewinnt pro Woche etwa einen Prozentpunkt hinzu. Am Montagmorgen lag er im FiveThirtyEight Polls-Only Modell bei 48% Gewinnwahrscheinlichkeit. Im Now-Cast Modell fuehrte (!) er zum ersten Mal mit ueber 54% Gewinnchance. Folglich hat Trump das Momentum auf seiner Seite. Er muss im Zweifel garnichts machen und einfach warten, ob sich sein Siegestrend weiter fortsetzt. In erster Linie darf er keine Fehler machen. Er muss ruhig und „presidentiell“ (keine Ahnung, ob das im Deutschen ueberhaupt ein Wort ist) wirken und von direkten, heftigen Beleidigungen absehen. Er muss noch nicht einmal die Waehler der Drittparteien ueberzeugen, denn die ziehen gegenwaertig mehr Stimmen von Clinton ab als von ihm. Je staerker Gary Johnson und Jill Stein sind, desto besser fuer ihn.

    Fuer Clinton gilt das Gegenteil. Ihr Trend ist seit Wochen katastrophal. Und zeigt weiter bergab. Ihr groesstes Problem ist, dass sie kalt und unauthentisch wirkt und es nicht geschafft hat dem Waehler zu vermitteln, dass es ihr eine Herzensangelegenheit ist, sich fuer ihn einzusetzen. Die Debatte war ihre Chance das Ruder rumzureissen und sich engagiert zu zeigen, wie bei ihrer Acceptance Speech auf dem Parteitag.

    Sie hat es voellig vergeigt. Ihre Antworten klangen durchgehend einstudiert und nicht wie frei von der Leber weg formuliert. Sie waren gestelzt, schachtelsatzverpackt, kompliziert. Dazu kamen die staendigen Kurzpausen, mit denen sie ihren eigenen Redefluss unterbrach, wenn sie sich offensichtlich nicht an einen auswendig gelernten Satz erinnern konnte. Dazu hatten ihre Aussagen wenige Policy-Angebote fuer den interessierten Zuschauer. Das meiste waren aalglatte Politiker-Phrasen, die Trump mit seinem Signature-Kommentar „Politicians! All talk, no action“ wieder und wieder abservierte. Trump wies auch zurecht daraufhin, dass viele der Probleme, die Clinton jetzt bekaempfen will (ISIS, unguenstige Trade-Agreements etc.) in einer Zeit entstanden und gewachsen sind, als sie in maechtigen, einflussreichen politischen Positionen sass und ihre Handlungen diese Probleme oft befeuerten. Man denke etwa an die Destablisierung von Libyen. Clintons weiteres grosses Problem ist ihr Mangel an Glaubwuerdigkeit. Und dieser Mangel duerfte nicht kleiner geworden sein, dadurch dass sie eingestehen musste ein TPP-Wendehals zu sein, der scheinbar immer das sagt, was gerade genehm ist um Praesident zu werden. Einen kalten Phrasenroboter, dessen einziges Ziel die eigene Karriere ist, braucht aber kein Mensch. Dass Clinton so Nichtwaehler oder Stein/Johnson-Waehler in ihr Team rekrutiert, ist aeusserst unwahrscheinlich. Trump-Waehler ueberzeugt sie so definitiv ebenfalls nicht.

    Trump hingegen kam zum ersten Mal presidentiell rueber. Bei der Begruessung war er fast freundschaftlich (man erinnere sich an die republikanischen Debatten, wo sich Trump und Bush nachher noch nicht einmal die Haende gaben). Auch sonst sehr moderat im Ton, stimmte er Hillary sogar mehrfach zu und wies so auf Gemeinsamkeiten hin (z.B. was Waffenverkaeufe an Personen auf der No Fly-List angeht oder bezueglich der Notwendigkeit, dass die Polizei ein besseres Verhaeltnis zu den Problem-Communities in den Inner Cities bekommen muss). Er verhaspelte sich ziemlich in der zweiten Haelfte, als es um seine Steuererklaerung ging und um seine Position zum Irakkrieg vor 15 Jahren. Allerdings sind das beides keine bedeutenden Punkte. Die Irritation der Bevoelkerung darueber, dass Trump seine Tax-Returns nicht zeigen will, ist sein Wochen abgeklungen („alter Hut“). Und seine Privatmeinung zum Irakkrieg ist voellig irrelevant. Anders als Clinton, die mit ihrem Vote Amerikaner in den Krieg schickte, hatte (oder hatte nicht) Trump nur eine Privateinschaetzung ohne reale Folgen geaeussert.

    Und waehrend Clinton nur bei solchen Nebensaechichkeiten punkten konnte, gewann Trump das Duell bezueglich Wirtschaftsfragen. Clinton sah als (ehemalige) gluehende Unterstuetzerin von Trade-Agreements arm aus und wurde regelrecht von ihrem Konkurrenten abgekanzelt. Ihre staendigen Meinungsaenderungen zu TPP liessen sie darueber hinaus auch noch unglaubwuerdig und unehrlich aussehen. Und auch in der Sicherheitsdebatte wurde Clinton heftig von ihrer Vergangenheit eingeholt. War sie es doch die fuer den Krieg im Irak, fuer den Krieg in Libyen war und die zuschauen musste, als sich die Situation in Syrien immer weiter verschlimmerte. Trump fragt zurecht wo sie eigentlich war, als ISIS gegruendet wurde und immer weiter auf dem Naehrboden wuchs, den die von US-Kriegen destabilisierten Staaten hinterlassen hatten. Trump war uebrigens auch der einzige der direkt auf die Swing-States und die Sorgen der Menschen dort einging, namentlich Ohio, Pennsylvania und Michigan mehrfach nannte.

    Waehler waehlen normalerweise primaer nach Wirtschaftsthemen und Themen der inneren und aeusseren Sicherheit. Auf gerade diesen Themen hat sich Clinton disqualifiziert, was auch in der Debatte wieder und wieder zu Tage trat. Nicht vorgezeigte Steuererklaerungen werden den Wahlkampf sicher nicht entscheiden. Aus all dem folgt, dass Trump mit hoher Wahrscheinlichkeit der Sieger der Debatte war.

    18 von 18 Internetpolls, die ich mir gestern abend unmittelbar nach der Debatte anschaute, und die auch mehrere Polls von progressiven Portalen wie thehill.com oder slate.com beinhalten, sahen Trump uebrigens klar als Sieger. CNN war die einzige Ausnahme im Kanon. CNN erklaerte meiner Erinnerung nach aber auch waehrend der republikanischen Primary-Debatten laufend Jeb Bush zum gloreichen Sieger. Und wie wir im Rueckblick wissen, gewann Bush danach ja auch mit grossem Vorsprung die Nominierung.

    Richtig?

    • sol1 27. September 2016, 23:22

      „18 von 18 Internetpolls, die ich mir gestern abend unmittelbar nach der Debatte anschaute…“

      An deren Echtheit können nur Trumpeltiere glauben:

      http://www.dailydot.com/layer8/trump-clinton-debate-online-polls-4chan-the-donald/

      • Ralf 28. September 2016, 00:17

        Der Artikel ist mir bekannt. Die Problematik auch. Dennoch ist die Sache nicht so einfach:

        1.) Das selbe Problem mit den Online-Polls existierte auch schon waehrend der Primaries. Trotzdem waren die Online-Polls wesentlich naeher an den tatsaechlichen Waehlertrends dran als die Analysen der Mainstream-Medien. So wurden bei letzteren z.B. stets Jeb Bush und Marco Rubio als die besten Debatierer gefeiert, waehrend sich Online-Polls einig waren, dass Donald Trump gewonnen hatte. Die Umfragewerte fuer Bush rauschten aber nach den Debatten in den Keller und auch Rubio konnte sich nie wirklich als ernsthafter Herausforderer etablieren. Trump’s Werte hingegen stiegen und stiegen und er gab die klare Fuehrung bei den Republikanern ab Mitte Januar nie mehr ab. Im Lager der Demokraten sah es aehnlich aus. Dort feierten die Mainstream-Medien Hillary Clinton nach jeder Debatte als die grosse Siegerin. Aber ihre Umfragewerte bewegten sich langsam aber stetig immer weiter nach unten (, wenngleich sie dabei die Fuehrung nie abgab). Die Online-Polls hatten hingegen fast immer Sanders als Gewinner und tatsaechlich legten Sanders‘ Umfragewerte nach Debatten stets zu. Seine (am Ende doch nicht ganz ausreichende) Aufwaertsbewegung vollzog sich praktisch waehrend des gesamten Wahlkampfes bis ganz kurz vor Schluss.

        2.) Nicht alle Online-Polls lassen Waehler mehrfach abstimmen. Bei manchen ist nach einem Mal Schluss. Diese Polls lassen sich zwar sicher auch manipulieren. Aber die Notwendigkeit zum staendigen IP-Wechsel macht es zumindest fuer den Normelbuerger nicht ganz einfach. Online-Polls bei denen man nur einmal abstimmen konnte, stimmten aber im Ergebnis mit Online-Polls ueberein, die eine Mehrfachstimmabgabe ermoeglichten. Das deutet darauf hin, dass Manipulation kein groesserer Faktor war. Waehrend der Primaries habe ich uebrigens auch amerikanische Online-Polls mit britischen Online-Polls verglichen. Waehrend es fuer einen Trump-Anhaenger durchaus politisch Sinn macht die Stimmung auf amerikanischen Portalen zu manipulieren, ist es fraglich, weshalb diese Manipulateure die Umfragen britischer Tageszeitungen faelschen sollten. Das muessten sie aber gemacht haben, denn die britischen Umfrageergebnisse waren mit den amerikanischen identisch. All das deutet darauf hin, dass die Ergebnisse der Online-Polls nicht so stark verzerrt sind, wie Sie annehmen.

        3.) In der Politik sind die einen nicht ehrlicher als die anderen. Auch Hillary-Anhaenger werden heimlich zwei- oder mehrmal auf den Vote-Button druecken, wenn sich die Moeglichkeit dazu bietet. Am Ende koennten sich Verzerrungen also ausmitteln. Ironischerweise koennte mehr Manipulation von einer Seite sogar so begruendet werden, dass sich auf dieser Seite eben im Schnitt mehr User beteiligen oder dass die User leidenschaftlicher sind. Auch das koennte eine schlechte Performance von Clinton bzw. eine gute Performance von Trump reflektieren. Jemand der enttaeuscht ist, wird sich wohl kaum die Muehe machen stundenlang im Internet wieder und wieder abzustimmen …

        4) Die Umfrageergebnisse der Mainstream-Medien werfen ebenfalls einige Fragen auf. Erstens entsprach laut FiveThirtyEight die Zusammensetzung der Befragten nicht der Zusammensetzung der Gesamtbevoelkerung. Demokraten waren ueberrepraesentiert. Der zweite Punkt ist die Frage wie wir den „Debattengewinner“ eigentlich definieren. Meine Definition ist, dass derjenige der Sieger ist, der aufgrund der Debatten seine Chance auf die Praesidentschaft verbessert. Aber dafuer ist die Meinung von etwa 80% der Waehler, die sich bereits auf Trump bzw. auf Clinton festgelegt haben voellig irrelevant. Was zaehlt sind vor allem Independents (Nichtwaehler, Wechselwaehler oder gegenwaertige Anhaenger von Drittparteien) in Swing States. Dass diese Population in den Voter-Samples der grossen Umfragen ausreichend repraesentiert ist, darf angezweifelt werden. Aber ich gebe zu, dass das selbe Problem natuerlich auch fuer die Online-Polls existiert. Der dritte Punkt ist dass die Zahl der Befragten nicht eben gerade besonders hoch ist. Die statistische Aussagekraft ist also eher beschraenkt. Von Frank Luntz, der im geposteten Artikel zitiert wird, fange ich garnicht erst an. Sein Ergebnis resultiert aus der Befragung von 22 Leuten. Viertens sind Waehler, die sich im vorneherein bereit erklaeren an einer organisierten Umfrage teilzunehmen und sich damit festlegen die Debatte vollstaendig anzuschauen, mit hoher Wahrscheinlichkeit politisch stark interessiert. Diese Klientel duerfte allgemein eher den Demokraten bzw. moderaten Republikanern vom Typ Bush oder Rubio zuneigen. Eher bildungsferne Trump-Waehler sind da wahrscheinlich nicht zahlreich vertreten. Und die grosse Zahl an Waehlern, die Clinton und Trump beide fuer eine Zumutung halten, hat die Debatte moeglicherweise garnicht oder nicht vollstaendig gesehen. So oder so wuerden sich diese Waehler wohl eher nicht fuer eine „Clinton-oder-Trump-Umfrage“ anmelden. Dabei geht es bei der Debatte gerade um die Gunst dieser Waehlergruppe.

        • sol1 28. September 2016, 08:31

          „In der Politik sind die einen nicht ehrlicher als die anderen.“

          Alleine das ist schon eine so haarsträubend unsinnige Behauptung, daß man auf den Rest des Postings nicht eingehen muß.

          Donald Trump ist offensichtlich unehrlicher Hillary Clinton, und das Spiegel sich auch in seiner Anhängerschaft wider, wie etwa das Verhalten seines Fanclubs auf Reddit zeigt:

          https://www.reddit.com/r/The_Donald/

          • Erwin Gabriel 3. Oktober 2016, 19:28

            Dem kann ich nicht zustimmen.

            Zum einen ist es so, wie Ralf schreibt: Hillary braucht die Clinton-Anhänger nicht überzeugen, Donald nicht die Trump-Fans – irrelevant. Dann, im Wahlkampf, lügen beide. Wer glaubt, dass einer von denen die Wahrheit sagt, hat nichts verstanden.

            Unterschiedlich ist, wie sie lügen. Donald Trump wie ein Angeber: Ich habe 10 Milliarden (statt 2,5), ich baue eine Mauer etc. Die eigentlichen Botschaften („ich bin reich genug, um unabhängig zu sein“ oder „ich werde gegen die illegale Einwanderung vorgehen“) versteht trotzdem jeder.
            Hillary Clinton lügt wie ein Politiker – seifig, gedrechselt, mit unscharfen Formulierungen. Weil sie nur zugibt, was bereits bewiesen ist, muss sie mit jeder neuen Enthüllung immer weiter zurückweichen (was sie in Sachen Email-Server oder Lybien sogar vor Untersuchungsausschüssen gelogen hat, geht bereits auf keine Kuhhaut; von früheren Skandalen zu Bill Clintons Zeiten mal ganz zu schweigen).

            Sie hat die Debatte definitiv nur bei den Zuschauern gewonnen, die sie vorne sehen wollen. Trump war sicherlich nicht stärker, aber auch nicht der angsteinflößende Adolf Hitler, als der er immer wieder von Clinton dargestellt wird.

            Diese Wahl wird nicht durch Sachargumente entschieden, sondern auf der dahinter liegenden emotionalen Ebene (wie hier in Deutschland: Frau Merkel beispielsweise wird nicht für ihre Politik gewählt – die stellt sie ja immer wieder vollständig auf den Kopf). Und da konnte Donald Trump bislang besser punkten als Hillary Clinton.

            Das soll nicht heißen, das ich Trump favorisere. Ich finde die Wahl grotesk: Ein 71jähriger unerfahrener Verrückter gegen eine 69jährige pathologische Lügnerin und politische Versagerin. So schade, dass Barrack Obama nicht auf eine dritte Amtszeit gehen kann…

    • Stefan Sasse 28. September 2016, 13:59

      Das ist ja auch so ein bisschen mein Punkt: letztlich kann jeder die Debatte sehen wie er will. Gerade Hillarys schlechter Trend macht aber Trumps eher mäßige Performance problematischer als umgekehrt. Wie ich bereits auch auf Twitter sagte: für mich ist der „Siegesanteil“ an der Debatte vielleicht 55:45 für Clinton.

      • Ralf 28. September 2016, 23:16

        Ich bezweifele stark, dass Clinton die Debatte gewonnen hat.

        Ironischerweise koennte sie allerdings auch als Verliererin staerker von dem Event profitieren als Trump. Die Debatten sind naemlich oft ein Wendepunkt im Wahlkampf, von dem an der Zuspruch fuer Drittparteien deutlich abnimmt. Deren Signifikanz sinkt dadurch, dass sie auf der Buehne nicht vertreten sind und dadurch dass das Rennen von den Debatten an auch in den Medien immer staerker als ein „Entweder-Oder-Rennen“ zwischen Kandidat 1 und Kandidat 2 dargestellt wird. Clinton gibt derzeit mehr Waehler als Trump ab an Jill Stein und erstaunlicherweise auch an Gary Johnson. Sollte deren Support in den kommenden Tagen/Wochen zurueckgehen, wuerde Clinton deshalb wohl staerker profitieren als Trump. Selbst dann wenn sie die Debatten nicht fuer sich entscheiden kann. Denn die im allgemeinen eher progressive/liberale Drittparteienanhaengerschaft wird mehrheitlich wohl eher nicht in Richtung Trump abziehen.

        Ausserdem feiern die Mainstream-Medien Clinton derzeit auf allen Kanaelen als grosse Siegerin. Die haben ein Interesse an einer „Clinton-Comeback-Story“, die den Wahlkampf zu einem spannenden Entertainment-Ereignis macht. Waehler lassen sich oft durch solche Medienpraesentation beeinflussen. Zumindest ein gewisser Prozentsatz. Auch das duerfte Clinton unabhaengig von ihrer tatsaechlichen Leistung in der Debatte noch etwas Rueckenwind geben.

  • Tim 28. September 2016, 07:58

    Was deutsche Medien über den amerikanischen Wahlkampf und die Debatte schreiben, ist so stark von Wunschdenken geprägt, daß man es eigentlich sofort ungelesen in den Rundordner geben kann.

    Ich fürchte, ich muß Ralf zustimmen: Die Wahl wird von den Unentschiedenen entschieden werden, für die die albernen Debatten (wahrscheinlich) völlig ohne Belang sind. Aus ihrer Sicht müssen sie sich für Pest oder Cholera entscheiden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, daß sie ihre Stimme Johnson oder Stein geben. In diesem Fall würde es am Ende wohl auf Trump hinauslaufen.

    Furchtbar, das alles. Andererseits darf man die amerikanische Demokratie nicht unterschätzen. Auch ein Präsident Trump wäre nicht der Weltuntergang.

    • Stefan Sasse 28. September 2016, 14:00

      Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was meine Analyse von der vieler US-Medien unterscheidet.

      • Erwin Gabriel 3. Oktober 2016, 19:31

        Eben. Wunschdenken.

  • Floor Acita 28. September 2016, 11:26

    Auch wenn ich glaube dass etliche Artikel sowohl hierzulande als auch in den USA selbst von starkem Wunschdenken geprägt sind, stimme ich der Einschätzung weitestgehend zu.

    Ich sah Clintons Auftaktstatement eigentlich als sehr stark, war dabei allerdings anscheinend in der Minderheit 🙂 Den Rest des 1. Drittels bezüglich Handel würde ich allerdings ebenso an Trump geben. Hier hat Clinton eine strategische Schwäche einfach aus dem Fakt heraus, dass sie nunmal die Vergangenheit hat, die sie hat. Andererseits macht sie hier auch immer wieder Fehler, insebsondere wenn sie unter Druck gerät. Ich will hier kurz klarstellen, dass es mir tatsächlich nur um die Wirkung beim Wähler geht, nicht meine persönliche Einschätzung der Substanz. Tatsächlich ist Trumps Standpunkt zum Thema Welthandel genauso widersprüchlich und insgesamt schwach wie alle anderen seiner Standpunkte…

    Im 2. und 3. Teil der Debatte hat Hillary aus meiner Sicht allerdings tatsächlich stark zugelegt und Trump HAT definitiv alle ihre Köder geschluckt (wir haben ja bereits im August erlebt, dass er nicht gerne Fettnäppfchen auslässt, selbst wenn sie ihm mit Ankündigung vor die Füsse gelegt werden). Wenn er das tut, verliert er normalerweise in Umfragen. Ob und inwiefern ihn die Unterbrechungen sowohl von Clinton als auch Lester Holt tatsächlich beim Durchschnittswähler Punkte kosten wird man sehen, aber seine „Ausführungen“ zu birtherism, nuclear und cyber haben denke ich sehr wohl Wirkung (wie eben auch seine Bemerkungen im August – Khan, „Founder of ISIS“, etc.). Und für Trumps Image als „strong man“ ist es nie gut wenn er öffentlich ausgelacht wird, was ihn auch selbst jedesmal verunsichert und was er somit überhaupt nicht leiden kann. Insofern kann die Reaktion des Publikums aus seiner Sicht nicht gerade hilfreich gewesen sein, als er in den Raum stellte Clinton habe weder die Ausdauer noch das Temperament [sic!] Präsident zu werden. Den einzigen, zumindest halben „zinger“ landete dann ja auch Hillary als sie sagte „er hat mir im Prinzip gerade vorgeworfen mich auf die Debatte vorbereitet zu haben. Weisst Du auf was ich mich noch vorbereitet habe? Präsident zu sein!“.

    Danke im Übrigen für Clintons line mit den Hackern und ihrer Reaktion als Präsidentin. Die ist mir nämlich selbst durch die Lappen gegangen. Zwar habe ich es als typische jingoistische Aussage gesehen, aber die Tragweite mit den privaten Netzwerken habe ich tatsächlich überhört. Ansonsten denke ich aber jegliche Diskussion um hawkische Tendenzen etc. sind zu diesem Punkt unnötig. Jeder hat hier eine mehr oder weniger gefestigte Meinung und die Überlegungen unter Clintons Kritikern sind ja wohl hauptsächlich wahltaktischer Natur. (Genauso unnötig sind allerdings 2-way matchups zwischen Clinton und Trump – wir haben 41 Tage bis zur Wahl, es werden 4 Kandidaten sein). Ich denke Clinton muss zum einen tatsächlich ihr eigenes Lager schließen und mobilisieren -und hier setze ich tatsächlich was die Debatte anbelangt einen Haken der nicht zu unterschätzen ist. Der Grund warum ich ihr Auftaktstatement gut fand war, dass sie sich eindeutig links der Mitte platzierte und den conventional wisdom pivot nach rechts/mitte-rechts tatsächlich nicht gemacht hat. Das gefällt mir natürlich zum eine persönlich, zum anderen bin ich aber eben ddavon überzeugt, das es im Jahr 2016 auch die richtige Strategie ist- zum anderen muss sie Unentschlossene ansprechen. Hier habe ich eine leicht andere Einschätzung. Ich denkle die einzig verbliebenen Unentschlossenen sind Leute die, man mag es kaum glauben, den Wahlkampf bisher einfach gar nicht verfolgt haben, die nichts mitbekommen haben. Die noch kleinere Gruppe dieser Leute die zusätzlich trotzdem zu wahrscheinlichen Wählern gehören, werden normalwerweise genau mit der 1. Debatte aktiv. Das macht die Debatten m.E. nicht weniger wichtig, sondern wichtiger als in vorangegangenen Zyklen. Insofern erwarte ich eine sogar etwas klarere Absetzbewegung in den Umfragen, aber wir werden sehen. (Heute morgen kam eine neue LA Times/USC Umfrage raus, in der Trump „nur noch“ 3 Punkte vorne liegt – diese Umfrage ist stark in Trumps Richtung verschoben, Nate Silver hatte eine exzellenten Artikel dazu. Trump hatte hier zuvor mind. 6 Punkte Vorsprung). Hey 3 ist mehr als 2, right? 🙂

    Kleine Anekdote am Schluss. Der Komiker Jimmy Dore, eingefleischter hard-left Bernie-or-Bust Kritiker von Clinton, der langsam zunehmend anstrengend wird was seine stark emotionalen Ausbrüche gegen Hillary anbelangt, meinte nach der Debatte „I caught myself rooting for her“ 🙂
    Es ist wie gesagt eine Anekdote einer Person, aber ich hoffe (und somit schließt sich der Kreis meines Kommentars 🙂 es ist repräsentativ!

    • Erwin Gabriel 3. Oktober 2016, 19:37

      Der Vorwahlkampf zwischen Sanders und Clinton lief seitens der Partei und seitens Clinton nicht sauber. Sanders wurde übel gerupft. Es spricht für seinen Anstand, dass er sich das Stillhalten dazu dadurch hat abringen lassen, dass er Clinton den einen oder anderen politischen Sanders-Standpunkt untergejubelt hat.

      Wenn Hillary sich nicht links der Mitte aufstellt, verliert sie den Teil der Sanders-Wähler, die wohl oder übel aus Angst oder Ekel vor Trump zu Hillary übergelaufen sind.

      Wiederum schwächt das ihren halt in der Mitte.

      Spannend.

  • bevanite 28. September 2016, 11:43

    Auf die nationalen Umfragewerte würde ich nicht so stark schauen, die sind unterm Strich nicht so aussagekräftig. Entscheidend sind die Umfragewerte in den einzelnen Staaten. Und da lagen vor der Debatte Trump und Clinton in zwei entscheidenden swing states (Florida und Ohio) etwa gleichauf, in Pennsylvania liegt Clinton seit einer Weile äußerst knapp vorne. Mal sehen wie sich das nun nach der ersten Debatte ändert.

    Ich will die Johnson/Weld-Kampagne nicht zu sehr überschätzen, aber möglicherweise könnte der „Nader-Effekt“ beim Wahlausgang eine Rolle spielen. Johnson/Weld erreichen zwar einer für sie extrem günstigen Konstellation (Hillary wird im Netz wegen ihrem Gesundheitszustand in die Mangel genommen und Trump ist nunmal Trump, im Gegensatz dazu wirkten Johnson und Weld bislang nicht so Crackpot-mäßig, wie man es von Libertären gewohnt ist) nur in wenigen Staaten die 10%-Marke. Aber in Florida, Ohio und Pennsylvania liegen sie zwischen 5 und 10 Prozent, dort könnte also entscheidend sein, wem sie die entsprechenden Stimmen abnehmen.

    • Floor Acita 28. September 2016, 13:12

      Ich stimme im Prinzip zu. Ich hasse es sehen zu müssen, dass er so viele enttäuschte Demokraten gewinnt, zumal seine Standpunkte zu Steuern und vor allem Klimawandel unterirdisch sind.

      [i]wirkten Johnson und Weld bislang nicht so Crackpot-mäßig, wie man es von Libertären gewohnt ist[/i]
      https://www.youtube.com/watch?v=NXhR41lsEJY
      🙂

      Ich sehe die demokratuischen Protestwähler tatsächlich als großes Problem, bleibe aber zuversichtlich. Im Übrigen hat Al Gore die Wahl gewonnen (das hat die Nachzählung ergeben, sowohl popular vote ALS AUCH electoral college) aber das ist Vergangenheit.

      Aber bevor sich im worst-case wieder in alle Richtungen Vorwürfe ausgeteilt werden. Falls Hillary verliert muss sie sich schon an die eigene Nase fassen. Ich habe hier im Blog auf die Problematik des Bernie Bro Narratives hingewiesen. Umso mehr schmerzt es mich jetzt Artikel wie diese (denen ich natürlich trotzdem inhaltlich 100% zustimme) lesen zu müssen: http://www.nytimes.com/2016/09/22/opinion/the-folly-of-the-protest-vote.html?_r=0

      Daran ist man selber Schuld, das hätte man kommen sehen MÜSSEN. [god dammit] ausgerechnet African-Americans und der letzte Satz legt nahe, dass zumindest der Author denkt es seien Bernie supporter. That’s also a folly! Leute als Rassisten und/oder Sexisten zu bezeichnen ohne Anhaltspunkt und eine diverse Gruppe von Menschen überwiegend weiss zu nennen ist keine geniale politische Strategie und Taktik sondern (gerade strategischer) Unsinn/Dummheit…

  • Stefan Sasse 28. September 2016, 16:22

    By the way, in praktisch allen Umfragen hat aktuell Clinton die Debatte gewonnen. Selbst Breitbart hat sie mit +5!

  • Erwin Gabriel 3. Oktober 2016, 19:46

    Nochmal: Das ist nicht wirklich relevant.

    Clinton hat Trump als gefährliches Monster dargestellt – dass konnte man bei der Debatte nicht erleben. Der große Vorteil, den Trump aus der Debatte ziehen kann, ist, dass er nicht als verrückter Rassist rüberkam.
    Dass Hillary bessere Faktenkenntnisse und mehr Detailwissen hat, war wiederum schon vorher bekannt, hat also nichts geändert.

    Aber wer immer der/die nächste Präsident/in wird, ist eine schlechte Wahl.

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