Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.
Fundstücke
1) Gesellschaftliche Verwerfungen
Die Welt hat eine Umfrage im Angebot, die die These der Blasenbildung in der Gesellschaft deutlich stützt. Die Umfrage zielt darauf ab, welche Politikbereiche als die wichtigsten betrachtet werden. Auffällig ist hier vor allem bei Migration eine rechte Schlagseite und den Themen Klima und Ungleichheit eine linke Schlagseite; das jeweils andere Lager interessiert das kaum. Einigkeit besteht bei den Themen Rente und Gesundheit, die alle ungefähr gleich wichtig finden. Auffällig ist die merkwürdige CDU-Dominanz beim Thema „Wirtschaft“; die CDU-Anhänger*innen sehen es deutlich wichtiger als die aller anderen Parteien. Ich finde die Zahlen deswegen spannend, weil die Schwerpunkte in BEIDE Richtungen des politischen Spektrums ausschlagen, aber immer nur im Kontext Migration der Migration darüber gesprochen wird. Warum ist es kein Problem, die Sorgen signifikanter Teile der Bevölkerung bei der Ungleichheit und der Klimakrise zu ignorieren?
Auffällig ist übrigens auch, dass die Ungleichheitsproblematik sich auch an den wirtschaftlichen Zahlen lesen lässt. Der Diskurs über die angeblich so geschundene Spitze findet sich in den Zahlen einfach nicht.
Gesellschaftspolitisch findet sich ein nicht uninteressanter Artikel in der Welt: „Warum die Familienpolitik die eigentlichen Probleme ausblendet„. Nicht uninteressant finde ich ihn auf der einen Seite, weil die darin beschriebene Problemlage durchaus real ist, aber vor allem deswegen, weil er keinerlei Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, ja nicht einmal den Eindruck erweckt, dass es irgendwelche gäbe. Diese Dauerstimmung von „alles geht den Bach runter“ ist ungeheuer korrosiv.
Ein letztes Element ist die Trans-Panik im UK: nirgendwo sonst in Europa ist Transphobie ein so beherrschendes Thema wie dort, was, wie die verlinkte Studie zeigt, vor allem ein Medienthema ist: die britischen Medien haben das Thema in einer Intensität gepusht, die in keinem Verhältnis zur gesellschaftlichen Realität steht, ähnlich wie auch in den USA, wodurch es die entsprechende „Relevanz“ überhaupt erst bekommt. Luhmann würde zustimmend nicken.
2) AfD
Es ist ein immer wiederkehrender Topos in der politischen Linken festzustellen, dass die AfD ja gar keine Politik für die breite Masse macht, sondern sich für die Reichen positioniert. Es ist nur gleichzeitig auch völlig irrelevant. Derselbe Vorwurf wurde in den 1920er und 1930er Jahren der NSDAP gemacht (siehe etwa dieses berühmte Plakat), ohne dass das je hängengeblieben wäre. Auch Trump schadet seine absurde Korruption keine Sekunde.
Eine funktionierende Strategie hat bislang noch niemand gefunden, dafür wird gerne darüber gesprochen, was alles nicht funktioniert (wie die CDU Sachsen-Anhalt gerade mal wieder beweist, gibt es jedenfalls unendlich Empirie, dass ein Nachahmen nicht hilft). Die ZEIT hat eine Art Streit veröffentlicht. Auf der einen Seite steht Robert Pausch, der argumentiert, dass die Bedenkenträgerei der moderaten Mitte (etwa, dass die Vorschläge der AfD unfinanzierbar seien), nichts nütze und durch ein distanziertes Verstehen ersetzt werden müsse. Auf der anderen Seite steht Mark Schieritz, der ein „Lob des Erbsenzählens“ schreibt und argumentiert, dass gerade das Aufzeigen der Unmöglichkeit der AfD-Ideen wichtig sei. Ich bin in der Debatte ehrlich gesagt bei Pausch und sehe in Schieritz‘ Ansatz keinerlei Erfolgsaussichten.
Eine wichtige Intervention indessen findet sich im Tagesspiegel, der eine „nützliche Verwechslung“ postuliert: die Gleichsetzung der Partei AfD und ihrer Funktionär*innen auf der einen und die Wählendenschaft auf der anderen Seite. Das ist tatsächlich ein echtes Ärgernis, weil das Vogelscheuchenargument, dass ja nicht alle AfD-Wählende rechtsextrem seien, immer noch mit schöner Regelmäßigkeit vorgebracht wird, obwohl es keine große Relevanz hat.
Eher lästig finde ich solche solche Artikel, die einfach alles irgendwie mit der AfD verknüpfen. Ein solches Meckerstück findet sich in der Welt unter dem Titel „Was ich im Schienenersatzverkehr über den Erfolg der AfD gelernt habe„. Das rangiert nur knapp über „mein Brötchen war heute morgen verbrannt, das zeigt, warum die AfD Erfolg hat“.
Wen es interessiert findet bei den Blättern eine Analyse des Programms der AfD in Sachsen-Anhalt vor allem in Bezug auf ideologische und außenpolitische Ideen.
3) USA
Wenig überraschend versucht Trump weiter, die Wahlen im November zu beeinflussen. Seine Unternehmungen und die seiner Lakaien zielen auf eine in der modernen Geschichte präzedenzlose Einmischung in die Wahlverfahren (siehe auch hier). An dieser Stelle zeigt sich mal wieder der Wert der föderalen Struktur mit ihren vielen Vetospielern. Ich möchte auch noch einmal betonen, wie oft die Warnenden als Hysteriker*innen abgewatscht wurden, als sie vor diesen Entwicklungen warnten.
Im Kongress indessen wurde gerade ohne Trumps Unterschrift eines der besten Wohnungsgesetze der letzten Dekaden verabschiedet. Mir ist etwas unklar, was die innenpolitischen Dynamiken sind – also warum Trump die Unterschrift verweigerte und warum der Kongress es trotzdem in seltener Einmütigkeit durchbrachte -, aber ich finde an dem Gesetz auffällig, dass es an zahllosen kleinen Stellschrauben Verbesserungen vorbringt, die vor allem technischer Natur sind. Für mich als Laien scheint das ein eher positives Beispiel von Entbürokratisierung zu sein; nicht mit der Kettensäge, sondern mit etwas mehr Sachverstand, sicher nicht ideal, aber immerhin mit Verstand.
Als Leseempfehlung sei außerdem dieser sehr lange und lesenswerte Artikel über den Mann hinter Trumps Maßnahmen, Vought, hier gelassen.
4) Ziviler Widerstand
Elena Witzeck stellt in der FAZ anlässlich des Cancelns von Danger Dan einige sehr unangenehme Fragen. Dazu gehört einerseits die Mentalität offensichtlicher Minderheiten, die sich schon mal in eine revolutionäre Haltung imaginieren, aber auch das Versagen der Institutionen im Umgang mit Rechtsextremisten, denen erlaubt wird, das Gedenken an die NS-Verbrechen zu kapern. Ich bin grundsätzlich kein Fan individualisierter Widerstandsakte, weil ich die Aufgabe bei den Institutionen sehen. Dass diese aber versagen, ist nicht von der Hand zu weisen.
5) Migration
Der Umgang Europas mit der marokkanischen hybriden Kriegsführung gegen Spanien – ein, denke ich, angemessener Begriff für das, was in Ceuta geschah – war ein absolutes Armutszeugnis, und ich kann jedes Wort von Mark Schieritz‘ beißender Kritik nur unterstreichen. Nicht nur haben wir den üblichen populistischen Unsinn gesehen, der beim ersten schief Angucken auseinanderfällt (wie Schieritz zurecht fragt, will Meloni, das beim nächsten Mal, wenn das in Italien passiert, das Schengenabkommen für Italien ausgesetzt wird?) und auch einfach nur widerlich ist (wie so genannte „Bürgerliche“, die Menschen mit Zombies vergleichen). Viel dramatischer ist das Versagen Europas als politische Einheit. Wären die Vorgänge in Ceuta einfach nur ein spanisches Versagen oder Folge der spanischen Migrationspolitik, wäre das ja eine Sache. Aber die waren ja offenkundig ein diplomatisches Druckmittel in einem algerisch-morakkanischen Konflikt, den dazu die Trump- und Netanjahu-Regierungen kaperten, um ihre eigene Rechnung mit Spanien zu begleichen, dessen Widerstand gegen ihre Politiken sie bestrafen wollten. Dass die Europäer angesichts Angriffen von außen auf einen der ihren nicht zusammenstehen, ist kein gutes Zeichen.
Was die Politik der Abschiebungen angeht, so zeigt ein Blick in die Abschiebungsgefängnisse Bulgariens, wie im Allgemeinen mit der Thematik umgegangen wird: wir schieben nicht nur Menschen, sondern auch das Thema ab und lassen die Menschenrechtsverletzungen einfach an Orten geschehen, an denen niemand so genau hinschaut. Die Zusammenarbeit mit den Taliban ist auch nur eine besonders eklige Seite der ganzen Geschichte. Dieser völlige Ausverkauf aller Werte wird uns noch teuer zustehen kommen.
6) Die deutsche Autoindustrie und China
Adam Tooze beschreibt in einem ZEIT-Interview sehr lesenswert den aktuellen Stand Chinas: es drängt aggressiv und staatlich massiv gefördert auf Export, und es ist an unseren Regierungen, nicht in Panik zu geraten. Unsere Wirtschaft hat grotesk versagt, vor allem die Autoindustrie. Sieht man sich die aktuelle Produktpalette an, hat man auch das Gefühl, dass die einfach einfach untergehen will. Es ist zum Haare raufen, wie sehr sich auch die deutsche Politik da hat hineinziehen und zum Büttel dieser Dinosaurier hat machen lassen. Gleichzeitig finde ich wichtig, wie Tooze Chinas aktuellen Status relativiert: die Chinesen sind immer noch weit vom europäischen Lebensstandard entfernt, und „Moralismus mit der Peitsche“ à la Merz ist da einfach die falsche Antwort. Ich habe das Gefühl – und mir scheint, das meint Tooze mit seiner Kritik an der Sicht der Deutschen auf China -, dass auf China geschaut wird wie auf die AfD, als ein Phänomen, das irgendwie wieder wegzugehen hat. Fehlt nur noch, dass Merz erklärt, Chinas Exportüberschuss halbieren zu wollen. Ich denke aber nicht, dass das wieder weggehen wird; Chinas Wirtschaftsmacht und seine aggressive Exportpolitik ist ein Faktor, mit dem man rechnen und den man als bewusste Wirtschaftspolitik eines Rivalen betrachten muss. Dann kann mit eigener Politik dem Ganzen begegnen.
Resterampe
a) Publizistischer Klärschlamm.
b) Dobrindt will „Frag den Staat“ abschaffen. Da kommen leider alle schlechten autoritären Instinkte raus.
c) Polen führt eine Digitalsteuer ein. Sehr gut.
d) Es gibt eine Studie zur BILD-Meinungsmache gegen das Heizungsgesetz.
e) Lesenswerter Beitrag zur KI-Debatte.
g) Nigel Farages heftigste Konkurrenz kommt neuerdings von rechts.
h) Interview mit David Mattei.
i) Das ist glaube ich das dümmste, das ich je von Mark Schieritz gelesen habe.
j) Wir sollten bekennende Eurozentristen sein. Dafür bräuchte es aber wesentlich mehr intellektuellen Anspruch als diese dürren Zeilen.
Fertiggestellt am 03.08.2026



4) a) Ein nicht unwichtiger Kategorienfehler: In dem Lied geht es nicht um Widerstand (Gegen eine blauschwarze Regierung sind die Rezepte nutzlos) sondern um Vigilantismus. Tatsächlich könnte mit nur wenigen ausgetauschten Worten auch eine rechte „Bürgerwehr“ damit arbeiten.
b) Danger Dan legt ein gewisses „Maulheldentum“ an den Tag. Auch wenn er gerne bei Konzerten gegen rechts auftritt, ist das was er seinem Publikum vorschlägt, deutlich gefährlicher und exponierter. In gewisser Weise ist das so wie bei dem Genre „heute würde(!) ich zur Bundeswehr gehen“, mit dem sich Kulturschaffende fortgeschrittenen Alters äußern.
5) Was macht „Weapons of mass migrations“ (Kelly Greenhill) so mächtig? Die Tatsache, dass die „Türsteherstaaten“ am Rand benötigt werden, um die Grenzen zu kontrollieren. Und der Eindruck von Kontrollverlust ist dasjenige, was Rechtspopulisten befeuert. Hier spielt das Priming , der erste Eindruck eine massive Rolle (Der Post von Lemmy Caution vom 30.06. zeigt genau diesen ersten Eindruck). Selbst wenn die Lage hinterher sehr schnell wieder normalisiert wird, die Bilder bleiben und befeuern Gerüchte. Bemerkenswert auch die schnelle Reaktion der Kerneuropa-Staaten, die Druck auf Spanien machten, der Rolle als ‚innerer Türsteher‘ gerecht zu werden.
b) Dein Fundstück „(wie so genannte „Bürgerliche“, die Menschen mit Zombies vergleichen)“ ist inzwischen gelöscht. Ich sehe das mal als „Brokkoli aus den Zähnen gepult“.
6) Die „aggressive“ chinesische Exportpolitik äußert sich in einem Exportüberschuss von 6 % (Deutschland 2024 5,8%, 2025 4,5 %, 2007-2019 6-9 %).
b) Ariane hat recht, es handelt sich vor allem um einen Angriff auf die Rechte der „alternativen“ Medien“ – nicht nur Fragdenstaat, mir fallen auch in diesem Zusammenhang auch Multipolar (RKI-Protokolle) oder die Journalistin Gaby Weber (Kohl-Akten) ein. Umso unangenehmer ist, dass zwar der Journalistenverband das Vorhaben deutlich kritisiert, die „klassischen“ Medien sich aber dazu relativ verhalten äußern (zumindest wenn man es mit Kampagnen wie FS d vergleicht)
c) Derzeit haben diese EU-Staaten eine Digitalsteuer : Österreich (5%), Dänemark (2%), Frankreich (3%), Italien (3%), Portugal (4%), Spanien (3%). Polen hat bereits eine Digitalsteuer auf Streaming-Dienste (1,5 %). Ungarn hatte eine Online-Werbesteuer (7,5%), diese ist jedoch auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
f) Mit einem gewissen ideologischen Abstand betrachtet, ist das einfach die libertär-kapitalistische Antwort auf Faktenchecker wie correctiv.
i) Interessant ist, dass das „dumme“ daran ist, dass Schieritz einen rein subjektiven Eindruck „Ich musste zuerst an [etwas] denken“ direkt mikropubliziert, OHNE eine Einordnung zu geben, obwohl es sich bei [etwas] um (wie er selbst weiß) ein Reizwort handelt.
j) Wenn dir das zu unkonkret ist, hat Luxemburg klar verdeutlicht, was für die EU die zentralen Werte der europäischen Kultur sind:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/neue-euroscheine-dieser-motiv-vorschlag-aus-luxemburg-sorgt-fuer-viel-kritik-201084233.html
Vielleicht wären Bilder, von Kriegsinvaliden, Soldatenfriedhöfen, zerbombten Städten angemessener.
4) Ich weiß nicht, ob das nicht schon zuviel der Ehre ist, denn
In gewisser Weise ist das so wie bei dem Genre „heute würde(!) ich zur Bundeswehr gehen“, mit dem sich Kulturschaffende fortgeschrittenen Alters äußern.
Es ist sogar EXAKT so – es ist linke Folklore für Kulturschaffende fortgeschrittenen Alters. Alle haben brav ihre Rollen gespielt, nichts Unerwartetes ist passiert. Die (nach Eigenaussage) angesprochenen Jugendlichen in der Provinz haben vermutlich vom guten Ratschlag „keine Angst“ zu haben, nicht soviel mitbekommen.
5)Und der Eindruck von Kontrollverlust ist dasjenige, was Rechtspopulisten befeuert. Hier spielt das Priming , der erste Eindruck eine massive Rolle (Der Post von Lemmy Caution vom 30.06. zeigt genau diesen ersten Eindruck).
Ja absolut. Vielleicht noch untertrieben, der ganze Rest ist vollkommen egal. Was wirklich dahinter steckte, wer wie reagiert, konkrete Einzelschicksale. Interessiert eh nicht mehr. Ich weiß nicht mal, ob die Mühe irgendeiner Aufklärung lohnt.
Verroht und gelöscht oder nicht, der Zombievergleich war insofern ehrlich als dass es rein über Masse geht, weg von individuellen Menschen. Und dabei ist es ziemlich egal, ob wir von Marokkanern oder Bewohnern von Ceuta reden. Die einzigen Individuen, die agieren und in Erscheinung treten sind Journalisten und Politiker vor Kulisse.
b) Danke für die Bestätigung erstmal. Die Liste an Beispielen, wer da welche Sachen mit aufgedeckt hat, ist ja noch länger. Wäre ich Unionspolitiker wäre mir die Abschaffung auch ein Anliegen – andererseits ist das so Usus, dass die echten Konsequenzen vermutlich eher gering sind.
die „klassischen“ Medien sich aber dazu relativ verhalten äußern (zumindest wenn man es mit Kampagnen wie FS d vergleicht)
Da mögen Vorurteile mit reinspielen und wie Ralf stets betont, birgt Demokratisierung seine eigenen Gefahren, aber ich glaube hier spielt ein gewisser Dünkel mit rein. Klassische Medien sind nicht so darauf angewiesen, im Gegenteil der Pöbel oder gar „linke NGOs vom Deep State finanziert“ können so an Informationen gelangen. Am Ende wird einfach gefragt und veröffentlicht. Wo kommen wir denn dahin?
Die Macht, der Gatekeeper zu sein und natürlich „streng objektiv“ die internen Leaks rauszuhauen – reine Transparenz – Hintergedanken und Spins existieren nicht, die würde ich auch verteidigen.
@ cimourdain 5. August 2026, 15:04
f) Mit einem gewissen ideologischen Abstand betrachtet, ist das einfach die libertär-kapitalistische Antwort auf Faktenchecker wie correctiv.
Interessanter und nachvollziehbarer Gedanke.
Ich werde beides nicht mögen.
zu 1)
>Ein letztes Element ist die Trans-Panik im UK: nirgendwo sonst in Europa ist Transphobie ein so beherrschendes Thema wie dort, was, wie die verlinkte Studie zeigt, vor allem ein Medienthema ist: die britischen Medien haben das Thema in einer Intensität gepusht, die in keinem Verhältnis zur gesellschaftlichen Realität steht, ähnlich wie auch in den USA, wodurch es die entsprechende „Relevanz“ überhaupt erst bekommt.
Meinem Eindruck nach sogar noch intensiver als in den USA.
Ich würde auch die These aufstellen, dass das in den USA weitgehend ein Phänomen der Republikaner ist, in UK hingegen fast parteienübergreifend.
zu 3)
> warum Trump die Unterschrift verweigerte
Weil ihm von der Legislatur aktuell nur der SAVE Act wichtig ist, wie du ja auch eingangs schreibst: angeblich ein Ansatz, die Wahl „abzusichern“, den man eben hingegen als Versuch werten könnte, angeblich „illegale“ Wähler:innen von der Wahl auszuschließen.
Alles andere macht er auf exekutiver Ebene — von Kriege anzetteln bis Motorräder vor dem Weißen Haus rumturnen lassen ist alles dabei.
zu 6)
>hat man auch das Gefühl, dass die einfach einfach untergehen will.
Das scheint mir auf Twitter aber etwas überbewertet. In der Hoffnung, dass VW in diesen genialen Schachzug nicht allzu viel Geld gesteckt (und Zeit verloren) hat, ist das halt einfach eine Brückentechnologie.
Spannender ist da für mich die Roadmap für 2035. Das sind nur noch 9 Jahre. In einigen Märkten wird die Mehrzahl neu verkaufter Autos dann bereits elektrisch sein. In anderen Märkten werden reine Verbrenner nicht mehr, oder nur noch in Ausnahmen, genehmigt sein.
Also, wie steht es um die deutsche Autoindustrie? Nun, BMW gibt sich innovativ! …indem sie auf dem Auto-Navi Werbung für den neuen Spider-Man-Film zeigen.
Es wirkt auf mich weder so, dass die Autoindustrie — oder die Zuliefererindustrie (Bosch, ZF, und und und) — da überhaupt noch die Ambition hätte, an bestimmten Stellen künftig wieder zu Punkten. Noch so, dass es eine europäische (oder deutsch-französische) Strategie der Politik gäbe.
> die Chinesen sind immer noch weit vom europäischen Lebensstandard entfernt
Ja, aber man kann das auch breiter fassen: die Aspekte Menschenrechte, Freiheit und und und mal ausgeklammert, hat China es durch ihr Wirtschafts- und Politiksystem hinbekommen, eine jahrzehntelange Strategie zu fahren, in Dinge zu investieren. Das ist teilweise mit einem deutlichen „ja, aber“ verbunden (ja, sie konnten ihr Hochgeschwindigkeitszug-Netz sehr schnell hochziehen — _aber_ das setzt eben auch ein Maß von Eminent Domain voraus, bei dem man einfach auf die Rechte einzelner Gemeinden und deren Bürger:innen, Umwelt etc. nichts gibt), ändert aber nichts daran, dass sie „uns“ in immer mehr Bereichen einfach… out-capitalisten. Da geht es auch gar nicht mehr um Niedriglohnland, sondern um ein Maß an langfristiger Planung. Stattdessen haben wir Legislaturperioden (gut) auf der politischen Seite, die diese teilweise schwierig machen (man schaue mal auf die Kernkraftwerk-Debatte), und dann Quartalszahlen-Denke auf der Wirtschaftsseite.
zu c)
> Polen führt eine Digitalsteuer ein. Sehr gut.
Vielleicht wäre es wünschenswert, stattdessen (oder auch) zumindest innerhalb der EU lang bekannte Steuervermeidungskonstrukte zu beseitigen.
Zumindest gibt es ja das Double Irish with a Dutch Sandwich nicht mehr. Dennoch für mich unverständlich, dass gegen Dinge wie „Amazon taucht vorzugsweise als SARL auf“ bisher nicht vorgegangen wurde.
zu j)
Klingt für mich, als würde Herr Schuster „eurozentrisch“ mit einer sehr engstirnigen (gar rassistischen) Definition von „was macht Europäer:innen aus“ vermischen.
Meine Informantin aus Automobil-Industrie erzählte mir, dass die bei den E-Autos nicht mehr mit diesem Hochpreissegment. Ein sehr gutes E-Auto wird 20K Euro kosten und aus die Maus. Das ist dann mit unseren Kosten so schwierig wie Unterhaltungselektronik.
5) Ceuta
Wenn Leute „Allahu akbar“ rufend durch eine einem europäischen Staat zugehörige Stadt laufen, vorher spanische Grenzbeamte zur Seite geschubst haben und V-Zeichen in die Hand recken, dann ist das für mich eine Invasion. Das geht absolut gar nicht.
Wir wissen viele Sachen noch nicht. Dazu dieser Ronzheimer: https://www.youtube.com/watch?v=cxUujcv1r3Y
Ich habe mich mit diesem Thema viele Stunden beschäftigt:
Ceuta
Moslem:Christen Quote in Ceuta ist fast 50:50. Über die Jahrzehnte sind viele Marokkaner eingewandert, die gut integriert sind. Der yt-Kanal des lokalen Fernsehsenders „El Faro de Ceuta“ ist sehr informativ. Man findet da viele Interviews mit Einheimischen. Mehrheitlich wurde die Lage als bedrückend und auch ein bisschen, aber eben nicht sehr bedrohlich empfunden. Zu den Videos gibts oft einen englischen Audiostream. Sonntag/Montag gabs Demonstrationen gegen rechtsradikale ortsfremde Influencer, die als bedrohlich für das friedliche Zusammenleben in der Stadt wahrgenommen wurden. Ein bekannter rechtsradikaler spanischer youtuber musste rennen, um ein „Gespräch“ mit Einheimischen zu vermeiden: https://x.com/comuflauta/status/2084015579514499545
Marokko
Renault und Stellantis produzieren in Marokko 1 Mio Autos für den Afrikanischen Markt. Es gibt in Marokko viel europäisches nearshoring von wissensbasierten Services. Ich treffe einige von denen auf Lernplattformen, weil die auch ihr Französisch verbessern wollen. Ich habe heute eine von diesen Leuten gefragt und die meinte, dass sie ein bisschen Mitleid hat, aber die nicht für besonders intelligent hält. Es fiehl mir schwer, die richtigen Worte zu finden.
Für Marokko wäre die Rücknahme der spanischen Enklaven nach 500 Jahren ein populistischer Coup, aber zu welchem Preis?
West-Sahara ist für Marokko ein recht grosses Ding, v.a. auch weil da der Erbfeind Algerien seine Finger im Spiel hat.
Der marokkanische Politologe meines Vertrauens nennt diesen „Kompass“ Schrott, weil unterkomplex. https://x.com/Nassreddin2002/status/2084963152546939253
So viel zu den politischen Sichtweisen im Königreich. Da brauchts keinen Trump oder Netanjahu.
Spanien
Pedro Sanchez hat nun eine Menge Illegale legalisiert. Einige Leute sind massiv gegen diese Massnahme, aber zumindest vor der Ceuta Krise waren mehr dafür. Spanien hat ein Riesenproblem mit der Ausbeutung von Illegalen in Tourismus und Landwirtschaft. 67% dieser Leute sind Latinos.
Ceuta gehört NICHT zum Schengen-Raum. Es unterliegt einem Sonderstatut. Um aufs spanische Festland zu gelangen, gibts eine Fähre mit einer sehr strengen Pass-Kontrolle. Vereinzelt tauchten anlandende Afrikaner auf Schlauchbooten an der Andalusischen Küste auf, aber die können auch von Marokko aus gestartet sein. Sehr viel sind es sowieso nicht und 2025 kamen 33k an. Die Tendenz war rückläufig.
Schildbürger
Das deutsche Twitter hat mich echt Freitag bis Montag in den Wahnsinn getrieben. Diese Mischung aus Ignoranz und krassen Forderungen kann ich nicht nachvollziehen. Es ist enttäuschend. Die feierten sogar diese erbärmliche Nius-Reporterin ab, von der ich Null Interviews mit Einheimischen gesehen hab. Die Spürnase zog es vor, in einem Auto durch die Stadt zu cruisen. Als sie dann entdeckte, dass einzelne auf einer Lastwagen-Ladefläche zur Grenze transportierte Eindringlinge doch tatsächlich auf die Strasse sprangen, wurde sie ganz aufgeregt.
Vermischtes
Der von cimourdain ins Spiel gebrachte Begriff der Wächterstaats impliziert den nicht-Akteurs-Status des Trikonts. Deshalb mag ich den Begriff nicht. Genauso das Geraune um Trump und Netanjahu.
Die Regierungen Marokkos, Algeriens und Tunesiens sind Akteure, die eigenen Interessen folgen. Sie sind nicht Angestellte-des-Monats Europäischer Staaten. Sehr informativ dazu dieses Video vom schon-echt-Linken französischen yt-Kanal Le Média: https://www.youtube.com/watch?v=p6VPzmRTAMo
Ich habe den zweiten Teil der auf ihrer Familien-Geschichte basierenden Roman-Trilogie der marokkanisch-französischen Autorin Leïla Slimani in meinen Französisch Lektüren nach vorne gezogen. Es ist so gut und liest sich auch so. Ich bin vermutlich am Wochenende durch. Die Serie ist echt beliebt und wurde auch ins Deutsche übersetzt. Der erste Teil behandelt die 40er und 50er Jahre, der zweite die 60er und 70er. Der Titel der deutschen Übersetzung ist: „Das Land der Anderen“. Es ist so wie Game of Thrones, nur in Marokko und kommt ganz ohne phantastisch-magische Elemente aus. Ich habe inzischen die Theorie, dass man so wie die Leute auf twitter wird, wenn man zu wenig Beletristik liest.
Hier eine Stimme aus Marokko auf Französisch mit zusätzlicher Audio-Spur, der seine Sicht auf die Dinge ausbreitet:
https://www.youtube.com/watch?v=UnvGixxjvTA
Was wäre passiert, wenn Marokko versucht hätte, 100k Fluchtwilligen den Übertritt nach Marokko zu verweigern. Das wäre nur mit Gewalt möglich gewesen mit sehr schlechter Presse für Marokko aus Algerien und Europa. Man hat die einfach durchgelassen. Europa will nun in Zukunft enger mit Marokko zusammenarbeiten. Das Vorgehen der marokkanischen Regierung war schlau. Die geostrategischen Realitäten sind eben nicht so, dass sie der Mitarbeiter-des-Monats der EU sind sondern ein Land mit eigenen Interessen.
Marokko ist für Europa als Partner das einfachste Land in Nord-Afrika. Das sind unsere Nachbarn. Es existieren sehr enge historische Bande zwischen der West-Sahara und Marokko, auch wenn es in Marokko einen gewissen anti-schwarzen Rassismus gibt.
Das verlinkte Video hat einen zusätzlichen englischen Audio-Track.
Danke für den Überblick, zwei kleine Anmerkungen habe ich noch:
Ceuta: Ist ebenso wenig Teil des Schengen-Raums wie die französischen oder dänischen Überseegebiete.
Westsahara: Marokko beansprucht das Gebiet nicht nur, es schafft auch Tatsachen:
https://dakhlainvest.com/projet-port-atlantique_en.html
Ich habe viel geschrieben und das Ceuta nicht Teil des Schengen-Raumes ist, hatte ich erwähnt. Unter der Rubrik „Spanien“.
Zur West-Sahara bin ich kein Experte. Ich habe von viel Verachtung im Norden gegen den Süden gelesen und gehört. Andererseits stammte die für die marokkanische Geschichte wichtige Almovariden Dynastie aus der West-Sahara. Die beherrschten Marokko von 1050 bis 1170, also schon eine Weile her. Die Westsahaurische Befreiungsorganisation Polisario ist von Algerien abhängig. Marokko war deutlich weniger Kolonie als Algerien und ist in den Beziehungen zu Europa deutlich weniger trouble maker. Algerien besitzt halt Öl und Gas.
„… das Ceuta nicht Teil des Schengen-Raumes ist, hatte ich erwähnt.“ stimmt, ich wollte es nur bestätigen und ergänzen, dass das nicht so ungewöhnlich ist.
Bei den ganzen Geschichtsdeutungen über 300, 600, oder hier 800 Jahre bin ich ziemlich skeptisch, da ist viel durch Propaganda künstlich induzierte Identität drin. Die Almoraviden und Almohaden hatten ja auch das Gebiet von Al-Andalus inne ( und mussten es gegen die Einfälle bewaffneter Gruppen, die sich in einem heiligen Krieg wähnten, verteidigen.)
Die Almoraviden und Almohaden hatten ja auch das Gebiet von Al-Andalus inne …
Manchmal sind Sie (unfreiwillig?) irrsinnig komisch 🙂 . Sie hatten es nicht „inne“, sondern kriegerisch erobert. Und das in dem fortgesetzten „heiligen Krieg“, den die Muslime nach Mohammeds Tod gegen die ihnen bekannte nichtmuslimische Welt führten.
Gruss,
Thorsten Haupts
Ich hätte das mit den Almoraviden nicht bringen sollen. Es gibt da tausende von Annekdoten, die vielleicht heute nicht mehr so wichtig sind.
In jedem Fall fand die Reconquista die meiste Zeit eben nicht in einer Frontstellung Marokko gegen Spanien statt. Die meiste Zeit waren die maurischen Herrschaften in sogenannte Taifas (Fürstentümer) zerfallen. Auf Iberischer Seite gab es 3 bis 5 Königreiche: Kastilien, Aragon, Portugal und zeitweise noch Leon und ganz am Anfang Asturien. Oft gab es Koalitionen zwischen christlichen Königreichen und Taifas. Manchmal gab es unter den christlichen Königreichen den vibe, man müsste das jetzt mit der religiösen Einheit ernster nehmen, sie schlossen sich zusammen und es kamen sogar Ritter aus Frankreich und Deutschland.
Al Andalus war weiter entwickelt als der Norden. Dort lebten auch viele Juden. Sehr kurz nach der Eroberung Granadas wurden muslimischer und jüdischer Glaube misstrauisch beäugt. Viele Mauren und Juden verliessen das Land. Den neu katholisch getauften Familien wurde über Generationen misstraut. Limpieza de sangre („Blutreinheit“) blieb in der Spanischen Gesellschaft bis ins XIX (!) Jahrhundert ein Thema. Umgetaufte Vorfahren führten zu massiven Benachteiligungen.
Al Andalus war – gefolgt von Süditalien – die Vermittlungsstelle für im christlichen Abendland vergessenen antik-griechischen Texten, von denen aber noch Arabische Übersetzungen existierten. Für die Europäische Renaissance waren diese Texte entscheidend. Die Eingabe der Frage „Welche europaeischen Gelehrten des Mittelalters verstanden Arabisch?“ in eine KI könnte erstaunen.
Mit den unterschiedlichen Sprachen auf der iberischen Halbinsel ist das so eine Sache. Ich kann Portugiesisch sehr flüssig lesen, Katalanisch aber nicht. Mit Französisch jetzt besser als vorher, aber nach wie vor schlechter als Portugiesisch. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass sich heutiges Französisch historisch aus Nord-Französisch entwickelt hat, aber Katalanisch natürlich mit südfranzösischen Sprachen wie Okzitanisch verwandt ist.
Fehlt noch Baskisch – aber das ist, soweit ich gelesen habe, der absolute Endgegner unter den europäischen Sprachen, weil es nicht zur indogermanischen Familie gehört.
1) Gesellschaftliche Verwerfungen
Ich finde die Zahlen deswegen spannend, weil die Schwerpunkte in BEIDE Richtungen des politischen Spektrums ausschlagen, aber immer nur im Kontext Migration der Migration darüber gesprochen wird. Warum ist es kein Problem, die Sorgen signifikanter Teile der Bevölkerung bei der Ungleichheit und der Klimakrise zu ignorieren?
Seltsame Frage, wenn man die Umfrage gelesen hat. Migration ist für 32 Prozent der Befragten das wichtigste Thema, weshalb sich ja gerade das Parteienspektrum verschiebt. Soziale Ungleichheit ist nur für jeden fünften Wähler ein Thema und der Klimaschutz sogar nur für 17 Prozent – also etwas mehr als die Grünen Wähler haben. Ohne Spott lässt sich hier anmerken: Das Zwanzig-Prozent-Milieu jammert um Aufmerksamkeit.
2) AfD
Stichwort: Umfrage nicht gelesen. Die Wähler der AfD interessieren sich nicht für die angebliche Ungleichheit. Ganz offensichtlich trifft die rechtspopulistische Partei mit ihrer Themenwahl den Geschmack der Kundschaft. Wie man nach dem Lesen der Umfrage (siehe Punkt 1) anderes meinen kann, bleibt im Dunkeln.
Die Gegner der Partei sagen AfD und zeigen auf Björn Höcke. Dabei sind die im Schaufenster klar Alice Weidel für Westdeutsche und Chrupalla für die Ostdeutschen. Beide schaffen Identifikation, jedenfalls mehr als Lars Klingbeil und Bärbel Bas bei der SPD.
Eher lästig finde ich solche solche Artikel, die einfach alles irgendwie mit der AfD verknüpfen. Ein solches Meckerstück findet sich in der Welt unter dem Titel „Was ich im Schienenersatzverkehr über den Erfolg der AfD gelernt habe„.
Tja, unerhört dass die Bürger einen Staat erwarten, wo etwas funktioniert. Wie kann man nur auf den Gedanken kommen, dass die Leute Protest wählen, weil sie jeden Tag mit einem dysfunktionalen Staat konfrontiert sind und das noch mit ihrem Steuergeld feiern sollen?
5) Migration
Was hat Spanien eigentlich auf dem afrikanischen Kontinent zu suchen? Das ist ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit.
Europa muss sich endlich gegen den Ansturm von Migranten wehren. Wir zerstören sehenden Auges unsere Sozialsysteme, unsere sozialen Bindungen, unsere Finanzen und nicht zuletzt die Stabilität unserer Gesellschaften. Wer zum Geier will jeden Monat Terrorattentate erleben und warum interessiert es die ach so Bewegten nicht, wenn jeden Tag zwei Gruppenvergewaltigungen in diesem Land passieren?
Die Zusammenarbeit mit den Taliban ist auch nur eine besonders eklige Seite der ganzen Geschichte. Dieser völlige Ausverkauf aller Werte wird uns noch teuer zustehen kommen.
Inwiefern? Das kannst Du gerne bei der nächsten Demo gegen Rechts als Plakat tragen.
Welche Kolonialzeit?
Ceuta wurde 1415 von Portugal erobert. Zu der Zeit war Granada noch maurisch. Nach der Kronunion zwischen Spanien und Portugal 1580 bis 1640 verblieb es bei Spanien. Da leben seit über 600 Jahren Europäer, davon 400 bis 500 Jahre kein Muslime. In den letzten Jahrzehnten sind einige Marokkaner eingewandert, weil sie lieber in einer spanisch regierten Stadt leben wollten. Das Zusammenleben ist friedlich.
Warum gibt die Türkei ihren Teil auf dem europäischen Kontinent nicht an Griechenland oder Bulgarien? Warum heißen die Falkland Inseln Falkland Inseln und nicht Islas Malvinas? Warum wird es nass, wenn Regen fällt?
Es kommen aktuell nicht viele Migranten in Europa an. Solange hier für sie ein wesentlich höherer Lebensstandard möglich wird als in den Ursprungsländern, wird es Migrationsdruck geben.
In Westafrika gibt es Menschen, die in den Ankerbehälter von Schiffen klettern und in Brasilien landen.
Wir können natürlich an Teilen der europäischen Mittelmeerküste eine Art Westwall errichten und jeden, der unangemeldet auftaucht, abknallen. Niemand fordert das ernsthaft. Ich lehne das vehement ab.
Die Wahlen nächstes Jahr in Spanien und Frankreich können das Anfang vom Ende des Europäischen Asylrechts bedeuten. Ich finde es etwas schade, aber die Welt ist ein gefährlicher Ort. Für den Feind im Innern bin ich ein Anhänger von Ahmed Mansour.
Terrorismus war in vielen Zeiten endemisch.
Die Spanier haben ein Problem mit dem britischen Gibraltar, dabei gehört das zu einem europäischen Partner. Ceuta ergibt als Enklave null Sinn. Die Türkei hat ein geschlossenes Staatsgebiet. Wie Du weißt wird seit Jahrzehnten um den Status der Falkland-Inseln gestritten.
Bei der Migration in die EU liegen wir auf dem Stand von 2019. Das ist ja nicht wenig. Die Menschen erleben Migration mehrheitlich negativ. Die sozialen Probleme eskalieren, weshalb der Populismus rechts und links boomt. Das hält der Kontinent nicht mehr lange aus. Wir haben das liberalste Zunwanderungsrecht der Welt. Und das wissen die Bürger inzwischen. Die eigentlichen Absichten haben wir zur Farce degeneriert, weshalb manche Länder ernsthaft diskutieren, aus internationalen Abkommen auszutreten. Sanchez in Spanien fährt sein Land mit Vorsatz an die Wand.
Es gibt keinen Konflikt zwischen UK und Spanien wegen Gibraltar.
Milei lehnt jegliche militärische Aktivitäten gegen UK ab. Wenn Übergabe, dann einvernehmlich.
Es geht bei den Falklands und Ceuta um die Menschen, die dort nun einmal leben.
Die Migration hat nichts damit zu tun, dass Ostasien immer wettbewerbsfähiger wird, die USA Zölle erhebt und der Autos mit Verbrennermotoren immer unatraktiver werden.
Sanchéz ist nun 8 Jahre Ministerpräsident. Die Wirtschaft hat sich gut entwickelt, in den letzten 3 Jahren um die 3%. Ab nächstes Jahr wird vermutlich die PP mit Vox als Juniorpartner regieren. Die Regierungszeit Sánchez wird als erfolgreich in die Geschichte eingehen. Er hat in Spanien seine Fans und seine Hater.
Um Gibraltar wird seit 300 Jahren gestritten:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/gibraltar-das-muessen-sie-zum-dauerkonflikt-wissen-a-1122313.html
Dass der Konflikt um die Falklands virulent ist, konnte die Weltöffentlichkeit bei der Fußball-WM erleben.
Du weißt auch, dass die EU gerade einen Konflikt mit Spanien hat, dass GEAS nicht vereinbarungsgemäß umsetzt. Und Sanchez hatte schon bei der letzten Wahl keine Mehrheit mehr bekommen.
UK und Spanien haben gute Beziehungen.
300 jähriger Konflikt hört sich dramatisch an, aber es gibt da keinen wirklich ernsthaften Streit. Die Gibraltarer wollen zu 97% weiter zum Vereinigten Königreich gehören. Spanien will das nicht wirklich übernehmen.
In Europa führen wir keine Kriege mehr, wenn das die Erwartungshaltung sein sollte. Aber ich erinnere mich noch an die WM 1982 in Spanien, da war das durchaus ein Thema. In der zweiten Gruppenphase spielten Deutschland, Spanien und England zusammen in einer Dreiergruppe, nur der Erste zog ins Halbfinale ein. Wir spielten zuerst 0:0 gegen England und schlugen im zweiten Spanien mit 2:1. England hätte also ebenfalls einen Sieg benötigt. Die Iberer, wegen der Niederlage bereits ausgeschieden, hängten sich aber nochmal besonders rein, Grund so wurde im Fernsehen gesagt, der Konflikt um Gibraltar. Das Ende ist bekannt, England kam mit dem gerade verstorbenen Kevin („Mighty Mouse“) Keagan nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.
Na, das ist doch die Lösung für wenigstens eines der deutschen Probleme. Vor dem nächsten Angstgegner der Nationalmannschaft suchen wir uns einen Felsen in (sagen wir) Paraguay aus, der aufgrund des Vermächtnisses von Karl V. ‚eigentlich‘ zu Deutschland gehört und der Trainer gibt die Parole aus „Kämpft für montana de tonterias“.
Meine Schwägerin ist Spanierin und durch sie merke ich wie stark der Nationalismus/Patriotismus in anderen Ländern ausgeprägt sein kann (bzw. wie normal das sein kann) und für sie sollte Gibraltar spanisch sein. Sie will da jetzt keinen Krieg anfangen, aber die Grundhaltung ist da.
Bestimmt. Aber offenbar sehen das die politischen Eliten anders – das Grenzregime Gibraltars ist völlig normal geworden und diplomatische Brüllkriege über Eigentumsrechte habe ich auch seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen.
Ich bin für die Abschaffung des europäischen Asylrechts.
Das passt nicht mehr in die Zeit.
Das dürfte schwierig werden. In Bezug auf die Zuständigkeit des EuGH und die Vereinbarung über die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) gilt das Einstimmungskeitsprinzip. Alternative wäre der Austritt Deutschlands aus der EU (Take back control).
Nach den Wahlen in Spanien und Frankreich im nächsten Jahr wird eine Änderung der Gesetzeslage sehr wahrscheinlich. Vielleicht sogar früher. Ich dachte, dass vielleicht Belgien das noch unterstützen würde. Nein. Die fahren auch einen harten Anti-Immigrationskurs.
Kleine Begriffs-Klugscheißerei: Ceuta ist keine Enklave (vollständig von anderen Staat umschlossenes Gebiet – Beispiel Vatikan) sondern eine Exklave (vom Mutterland abgetrenntes Territorium – Beispiel Kaliningrad)
Danke.
Ich habe das mal gecheckt. Im Spanischen und Französischen benutzen die Journalisten die ganze Zeit enclave. Ich habe es sicher in Le Monde und in El País als Bezeichnung für die Spanischen Gebiete an der Nordafrikanischen Küste gefunden. KI meint exclave ist in beiden Sprachen das korrekte Wort, wird aber selten verwendet, weil zu technisch. Die beiden Zeitungen sind für mich schon sowas wie der effektive Gold Standard der jeweiligen Sprachen.
6) Die deutsche Autoindustrie und China
Unsere Wirtschaft hat grotesk versagt, vor allem die Autoindustrie. Sieht man sich die aktuelle Produktpalette an, hat man auch das Gefühl, dass die einfach einfach untergehen will.
Klar, die Unternehmen wissen nicht, was ihre Kunden wollen. Aber in Theoretiker wie Tooze und ein verbeamteter Lehrer. Die Idee, mit deutschen Löhnen, deutschen Sozialleistungen, deutschen Steuern und deutscher Bürokratie preislich mit chinesischen Wettbewerbern konkurrieren zu können, ist schon grotesk. Das versteht sogar ein Grüner wie Fücks: Auf Dauer können wir nur so viel höhere Löhne haben, wie wir besser sind. Ein Facharbeiter in der deutschen Automobilindustrie verdient 55.500 Euro, sein chinesischer Kollege umgerechnet 8.800 Euro. Die Idee, wir seien mehr als achtmal besser als Chinesen ist derart lächerlich.
Es wird Zeit für den Schlachtruf: Löhne runter!
Wenn das eine Frage der Löhne ist, warum setzt China dann auf Subventionen und Zwangsmaßnahmen (EVs stark bevorzugt bei der Zulassung)?
Und warum setzen dann die Chinesen exzessiv auf Automatisierung? Nicht nur in den Fabriken, sondern auch in ganzen Logistiksystemen. Oder sind die Videos von selbstfahrenden und – entladenden LKWs KI-Fakes?
Das sind Fragen, die Sie sich leicht selbst beantworten könnten und angesichts Ihres Unwillens zu diskutieren mag ich ohnehin nicht diese rhetorische Art. Zudem führen Sie das erste Mal eine Begründung für die Verbreitung von BEVs in China an, die sie bisher negiert haben.
VW als immer noch einer der größten Hersteller der Welt beschäftigt nicht einmal 700.000 Menschen. BYD, der größte Hersteller Chinas, kommt auf 900.000 Beschäftigte. Nicht nur diese Menschen bilden sich im Produktpreis ab. Der reine Anteil der Lohnkosten (ohne Umlagen) in der Automobilindustrie liegt bei 10-20 Prozent. Aber: Die Fertigungstiefe ist mit 15-30 Prozent relativ gering. Die Lohnkosten der Zulieferer wie Bosch und Continental bilden sich als reine Sachkosten in der Kostenrechnung ab. Es hat ja Gründe, warum die großen Hersteller ihre Produktion verlagern und in Deutschland abbauen. Das ist nicht auf böse, unfähige Manager zurückzuführen, wie das bei Stefans fragwürdigem Linkspopulismus inzwischen üblich geworden ist.
VW hat in den vergangenen dreißig Jahren sehr unterschiedliche Managertypen an der Spitze gehabt. Keiner hat den Moloch Wolfsburg hinbekommen. Da drängt sich doch eigentlich die Vermutung auf, dass es nicht an einzelnen Menschen („Nieten in Nadelstreifen“), sondern am System Volkswagen liegt. Aus meiner Erfahrung in verschiedenen Branchen weiß es, dass es praktisch unmöglich ist, bei einer Auslastung unter 60-65 Prozent Break-even zu erreichen. VW müsste dringend unrentable Werke schließen, doch das verhindern Betriebsrat und Politik seit vielen Jahren. Das Missmanagement hat System und es hört auf die Namen Ministerpräsident und Gewerkschaft.
6) Hier ein Beispiel, wie schwer es für eine innovatives Konzept ist, auf dem eingehegten deutschen KfZ Markt Fuß zu fassen:
https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/sie-wollten-die-automobilindustrie-revolutionieren-muenchner-vorzeige-start-up-insolvent-art-1149171
Das war allerdings kein furchtbar innovatives Konzept sondern im Grunde ein mittelmäßiges BEV mit ein paar, relativ sinnlosen, Solarcellen aussen dran und darauf aufbauend ein furchtbar unrealistischer Businessplan.
Deren Scheitern hatte m.E. recht wenig mit dem spezifisch deutschen Markt zu tun.
Das sind keine rhetorischen Fragen. Die sich auch nicht nur an Sie richten.
Lt. Lehrbuch wird bei hohen Löhnen rationalisiert – automatisiert, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt. Wer die Probleme der deutschen Autoindustrie mit zu hohen Löhnen im Vergleich zu China erklärt (wie Sie mit dem „Schlachtruf“), der sollte diese Frage als erstgemeint erkennen. Niedersachsen und IG Metall haben Einfluss auf die Löhne, das Problem ist somit inkludiert.
Eine weitere nicht-rhetorische Frage schließe ich an. Stimmt es, dass viele Hybrid-Fahrer die E-Antrieb so gut wie nie (manche gar nie) nützen, diese Art Auto also vor allem wegen der Subventionen kaufen?
ernstgemeint, also ernst gemeint (nicht „erstgemeint“ – Tippfehler)
Sie entziehen sich Diskussionen. Das finde ich sehr schade. Anschließend kommen die selben Themen, die gleichen „Trigger“ und die gleichen Positionen aufs Tablett. Da fragt man sich schon, wofür man das macht.
Lehrbücher sind sehr alt. Mit der betrieblichen Realität der letzten dreißig Jahre hat das, was ich gelernt habe, wenig zu tun. Die Klassik ging von der atmenden Fabrik aus. Produktion lässt sich gemäß der Nachfrage hoch und runterfahren. Das ist nicht die Realität, sage ich mit 25 Jahren Erfahrung im Turnaround Management. Anders als die klassische Lehre meint, sind die Fix-/Gemeinkosten sehr hoch, typischerweise 65-80 Prozent.
Der Grund liegt in dem hohen Professionalisierungsanspruch, den entwickelte Volkswirtschaften haben müssen. Selbst in einer so einfach erscheinenden Branche wie Hospitality ist das notwendige Know-how extrem hoch. Jedes Unternehmen benötigt also eine wahnsinnig umfangreiche und wegen der benötigten Experten kostspielige Infrastruktur. Und die kann man nicht einfach hoch und runterfahren nach Marktlage. Wer dort leichtsinnig einschneidet, riskiert zukünftiges Wachstumspotential. Wenn VW 2026 weniger Autos verkauft, hat das keinen Einfluss auf die Zahl der Verkäufer, Einkäufer, Finanzen & HR und selbst Logistik ist schwierig. Und selbst in der Produktion lässt sich die Kapazität nicht einfach anpassen.
Nehmen Sie eine größere Anwaltskanzlei oder ein Steuerberaterbüro. Die können sich nicht einfach von einem Anwalt oder auch nur einer einfachen Buchhalterin trennen, wenn mal weniger Aufträge reinkommen. Juristen sind in solchen Kanzleien hochspezialisiert. Trennt man sich von dem jungen Mann für Vertragsrecht, fällt gleich ein ganzer Fachbereich weg. Oder die Buchhalterin, die bisher einen treuen Kunden bedient. Sie zu kündigen, weil die Auftragslage gesamt geschrumpft ist, wäre Harakiri.
Das ist in China in der Struktur nicht anders, außer dass Kündigungen dort leichter möglich sind. Und wenn in die Automatisierung investiert wird, bleiben besonders hohe Abschreibungen und Zinsbelastungen. Auch für den Einsatz besonders teuren und komplexen Kapitals braucht es Menschen. Übrigens welche, die besonders teuer sind. Deswegen halte ich nicht so viel von den Untergangsszenarien wegen KI.
Das Land Niedersachsen und die IG Metall bestimmen maßgeblich die Geschäfts-, Modell- und Investitionspolitik. Kein Top-Manager konnte sich in den letzten Jahrzehnten gegen die Arbeitnehmerbank halten. Volkswagen hat immer wieder existenzielle Probleme, weil die Entscheidungsstrukturen nicht passen.
Ja, gelesen habe ich das mit den Hybriden auch. Ich selber habe meinen Range Rover und zuvor BMW323i auch nie geladen. Neben der Steuerersparnis haben Hybride dennoch einen großen Vorteil. Diese Mischantriebe werden hauptsächlich bei eher teuren und verbrauchsintensiven Modellen verbaut. Und obwohl ich noch nie am Stecker war, sinkt der Verbrauch im Stadtverkehr, wenn der Elektro anspringt und den Antrieb übernimmt. Geladen wird er während des normalen Betriebs. Mitte des Monats werde ich allerdings mal ein E-Modell von Volvo ausprobieren, mit meinem Sixt-Abo bin ich ja flexibel.
„Sie entziehen sich Diskussionen“
Der Vorwurf kommt immer wieder – und ich verstehe ihn einfach nicht. Sie fordern „Löhne runter“ wegen der Konkurrenz aus China, und wenn ich nachfrage, kommen Sie mit dem Fixkostenblock.
Dabei wird’s hier doch grade interessant:
„Auch für den Einsatz besonders teuren und komplexen Kapitals braucht es Menschen. Übrigens welche, die besonders teuer sind. Deswegen halte ich nicht so viel von den Untergangsszenarien wegen KI.“
Dann hätte China aber gar keinen relevanten Kostenvorteil mehr.
Auch ein Auto-Laie wie ich weiß: Die Kunden in China tendieren zu einheimischen Produkten, wg. Service- und Unterhaltungs-Elektronik und weil die inzwischen genau so gut verarbeitet sind. Der Prestige-Faktor deutscher Marken spielt kaum noch eine Rolle.
Das ist eine Verschiebung am Markt, die man kaum mit den Löhnen erklären kann.
@ CitizenK 7. August 2026, 07:33
[„Sie entziehen sich Diskussionen“]
Der Vorwurf kommt immer wieder – und ich verstehe ihn einfach nicht.
Das soll heißen, dass man Dir im Verlaufe einer Diskussion Fragen stellt, auf die Du nicht eingehst. 🙂
Sie fordern „Löhne runter“ wegen der Konkurrenz aus China, und wenn ich nachfrage, kommen Sie mit dem Fixkostenblock.
Wie lange kennen wir uns? 15 Jahre? Da sollten Sie wissen, dass ich Kommentare und Artikel gerne mit einer Pointe, einer Provokation, einem Fazit oder einfach einem Gag abschließe. Ist meist abgesetzt im Schlussabsatz. „Löhne runter!“ war pointiert, aber nicht ernstgemeint, schon weil Sie so gut wie ich wissen, dass dies gar nicht so geht. Trotzdem erschrecken Sie wie Stefan immer wieder, wenn da nur der Verdacht aufkommt, jemand fordere niedrigere Löhne.
Übrigens: Im Spitzenbereich sinken die Gehälter gerade dramatisch. 20-30 Prozent weniger sind keine Seltenheit, so weiß ich aus meinen Gesprächen mit Personalberatern. Komisch, dass dagegen niemand protestiert.
Auch Maschinen werden von Menschen hergestellt. Der Vorteil der der heimischen Industrie beruhte Jahrzehnte auf Know-how. Im Westen können Patente nicht einfach kopiert werden. Innovative Unternehmer hatten lange einen technologischen Vorsprung. Da Sie auf Lehrbücher verwiesen haben: Monopolpreise sind immer weit höher als im Polypol. Dieser Vorsprung durch Technik hat China zunehmend pulverisiert.
Eine in China gebaute Maschine ist aber wesentlich günstiger. Damit sind auch die Abschreibungen wesentlich niedrigerer als im deutschen Maschinenpark. Daher die Probleme deutscher Anlagenbauer und daher die Verlagerung der Fertigung.
Auch Deutsche kaufen lieber deutsche Autos. Sie opponieren gegen Ihr eigenes Argument.
So lange wir so weitermachen wie die vergangenen zehn Jahre, gehören nennenswerte Lohnerhöhungen der Vergangenheit an. Außer man arbeitet beim Staat. Da meint man ja die Steuerzahler weiter auspressen und ansonsten alles mit Schulden finanzieren zu können.
@ CitizenK 6. August 2026, 13:29
Eine weitere nicht-rhetorische Frage schließe ich an. Stimmt es, dass viele Hybrid-Fahrer die E-Antrieb so gut wie nie (manche gar nie) nützen, diese Art Auto also vor allem wegen der Subventionen kaufen?
Das entscheidet normalerweise das Auto. Es gibt aber Menschen, die sich nur auf die Energierückgewinnung beim Bremsen verlassen (wenn der eingebaute Akku nicht sehr groß ist) und ihr Auto nicht zusätzlich laden.
Und Firmenwagen sind oft Hybrid bis rein elektrisch wegen steuerlicher Vorteile. Nach zwei, drei jahren kommen diese dann gebraucht in den MArkt und werden an private Kunden weitergegeben.
Unser Unternehmen hat schon vor Jahren auf rein elektrisch umgestellt.
1) aber immer nur im Kontext Migration der Migration darüber gesprochen wird. Warum ist es kein Problem, die Sorgen signifikanter Teile der Bevölkerung bei der Ungleichheit und der Klimakrise zu ignorieren?
Na ist doch easy, Sorgen wegen Ungleichheit sind einfach nur Neid und die Klimakrise existiert gar nicht oder wird bestenfalls hysterisch aufgeblasen, während Sorgen wegen Migration sträflich tabuisiert werden.
Nicht uninteressant finde ich ihn auf der einen Seite, weil die darin beschriebene Problemlage durchaus real ist, aber vor allem deswegen, weil er keinerlei Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, ja nicht einmal den Eindruck erweckt, dass es irgendwelche gäbe
Das ist übrigens falsch. Natürlich werden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, über den ganzen Artikel hinweg: (Zitat)
Stellt das Immer-vielfältiger-Gejubel die Verhältnisse nicht auf den Kopf? Müsste es nicht eher heißen: „Heterosexuelle verheiratete Eltern bleiben das ungeschlagene Erfolgsmodell“? […] Wie wäre es also mit einem Appell wie diesem: „Um Kinder zu schützen und Armut zu bekämpfen, müssen wir endlich über treue, stabile Beziehungen sprechen!“
Gleichzeitig sollen die Grünen sich gefälligst weniger ins Private einmischen, sich aber bitte darum kümmern, dass Frauen weniger Kinder wollen als zur „Bestandserhaltung“ (ebenfalls Zitat) nötig ist.
No offense, aber wie kannst du diesen Artikel lesen und zum Schluss kommen, hier wird mit den Schultern gezuckt- „kann man nix machen“? Natürlich ist dieser moralisierende, sich in privateste Lebensentscheidungen einmischender Vorschlag eine Lösungsmöglichkeit.
4)
aber auch das Versagen der Institutionen im Umgang mit Rechtsextremisten, denen erlaubt wird, das Gedenken an die NS-Verbrechen zu kapern. Ich bin grundsätzlich kein Fan individualisierter Widerstandsakte, weil ich die Aufgabe bei den Institutionen sehen. Dass diese aber versagen, ist nicht von der Hand zu weisen
Der Inhalt von Karin Priens Rede anlässlich des 20. Juli war übrigens folgender: „Sie betonte darin, dass die Demokratie eine Ethik der bürgerlichen Verantwortung benötigt und nicht nur durch Institutionen gestützt wird“
Außerdem „In ihrer Ansprache betonte Karin Prien: „Haltung entsteht lange vor der Bewährungsprobe. Sie beginnt im Alltag – in Familien, Schulen, Vereinen und Betrieben. Die Freiheit von morgen entscheidet sich in unserem Handeln heute.“
Sprachs und verschwand nach dieser salbungsvollen Rede wortlos in der Limousine, während der Haltung zeigende Bürgerliche, der genau dem Inhalt der Rede entsprach, von der Security abgeführt wurde. Die doppelte und dreifache Symbolik ist so poetisch, man sollte darüber ein Lied schreiben. Selbstredend als Tragödie, denn die interessante Frage, wie eine Haltung und Ethik der bürgerlichen Verantwortung konkret aussieht, die sich nicht auf Institutionen stützt, bleibt ja offen.
Und die Linken haben sie auch nicht, ich halte sowohl diese Blockade als auch das Lied von Danger Dan für Folklore, bei der einem vor Langeweile und Vorhersagbarkeit die Füße einschlafen. Kleines Wunder, dass die Faz einen Essay draus geschneidert hat, bei dem es sich mal lohnt, zwei Gehirnzellen zum weiteren Nachdenken zu nutzen.
@ Ariane 7. August 2026, 01:17
1) Gesellschaftliche Verwerfungen
Na ist doch easy, Sorgen wegen Ungleichheit sind einfach nur Neid …
Solange sich die meisten Leute darum Gedanken machen, wie man denen, die „zu viel“ haben, etwas wegnehmen kann, statt darüber nachzudenken, wie man denen am finanziell unteren Ende der Gesellschaft dabei hilft, sich selbst stabiler aufzustellen (Stichwort „Bildung“), ist dieser Aspekt der Diskussion wohl kaum von der Hand zu weisen.
Als jemand, der mit mittlerer Reife ins Leben startete, der von den Eltern nichts ererbt hat, verstehe ich nicht, wie viele Menschen den Anspruch erhebn, dass es ihnen besser gehen müsste, ohne darüber nachzudenken, was sie selbst dazu beitragen (die übliche Einschränkung: ich kenne mich als Mittelklässler weder bei den wirklich Reichen noch bei den wirklich Armen aus).
… und die Klimakrise existiert gar nicht oder wird bestenfalls hysterisch aufgeblasen, …
Fast richtig. Die Klimakrise existtiert zwar, aber WIR können es nicht ändern, und die Möglichkeiten unseres Handels werden hysterisch überbewertet.
Ich packe mit trotzdem gerade Solar aufs Dach und fahre E-Auto.
… während Sorgen wegen Migration sträflich tabuisiert werden.
Problem ist (meiner Meinung nach) nicht die Zuwanderung. Jeder, der will, soll herkommen und (mit)arbeiten. Er soll nur sein Land und seine Situation daheim lassen und sich an unsere Gesetze halten. Leider schafft es der Staat nicht mehr, diese durchzusetzen.
Na ist doch easy, Sorgen wegen Ungleichheit sind einfach nur Neid und die Klimakrise existiert gar nicht oder wird bestenfalls hysterisch aufgeblasen, während Sorgen wegen Migration sträflich tabuisiert werden.
Nun, zum einen die Fakten: Ein Drittel der Bürger sieht die Migration als Problem, aber nur halb so viele die ökonomische Ungleichheit. Wegen dem Thema Migration haben alle Parteien außer den Grünen Millionen Wähler an die AfD verloren. Umgekehrt haben die Grünen seit 2021 wesentliche Wähler verloren, weil sie das Thema Klima unangemessen überbetont haben. Nur zwanzig Prozent sehen es als wichtiges Thema – das ist nach allen Sozialstudien ein sehr abgeschottetes Milieu der Postmaterialisten und Umweltbewegten, die ohnehin zuverlässig ihr Kreuz bei den Grünen und der Linken machen. Da gibt es für die anderen Parteien nichts zu holen.
Wir bekommen jede Woche die Folgen der Massenmigration vor Augen geführt. Vor zwei Wochen der Terroranschlag auf den CSD in Berlin, letzte Woche die Stürmung der spanischen Exklave Ceuta und zehntausende Marokkaner. Das Wetter ist wie’s ist. Klimaforscher (nicht Klimaaktivisten) führen weder die aktuellen Hitzewellen noch einige Unwetterkatastrophen auf den Klimawandel zurück. Wobei wir schon beim richtigen Wort sind, im Unterschied zu den hyperventilierenden Aktivisten: Wir haben weder eine Klimakatastrophe noch eine Klimakrise. Diese Worte sind für akute, existenzielle Probleme vorbehalten. Es ist höchsten eine Katastrophe, derzeit keine Klimaanlage zu haben. Die meisten begreifen den Unterschied, weshalb die Forderungen an die Politik nicht so massiv sind wie Ihr Euch das wünscht.
Die SPD macht seit zwei Jahrzehnten ununterbrochen Politik gegen die Ungleichheit in der Gesellschaft. In der Zeit ist ihr Stimmenanteil von 35 auf 12 Prozent eingebrochen. So sehen Erfolge auf der Linken aus. SPD, LINKE und Grüne stellen traditionell ökonomische Ungleichheiten ins Zentrum ihrer Politik. Zusammen kommen diese Parteien auf knapp 40 Prozent, obwohl nur 17 Prozent von dem Thema bewegt sind. Das sollte doch reichen, oder?
>Klimaforscher (nicht Klimaaktivisten) führen weder die aktuellen Hitzewellen noch einige Unwetterkatastrophen auf den Klimawandel zurück.
In dem Sinne, dass sich konkrete Wetterereignisse sowieso nicht auf das Klima zurückführen lassen können, ja.
>Wir haben weder eine Klimakatastrophe noch eine Klimakrise. Diese Worte sind für akute, existenzielle Probleme vorbehalten.
Ja, und in der Tat haben wir ein akutes, existenzielles Problem. Und vor allem haben wir zwar Maßnahmen, dieses zu mitigieren, keineswegs aber eine Lösung. Ob die Grünen (oder andere Parteien) das Thema zu viel, oder zu wenig, oder in der falschen Richtung diskutiert haben, ist dabei zweitrangig.
In dem Sinne …
Sic!
Nein, das ist nicht zweitrangig. Die Grünen sind in den Zehnerjahren mit dem Alarmismus auf Stimmenfang gegangen und waren damit außerordentlich erfolgreich. Und das ist isoliert auf Deutschland, nirgends sonst auf der Welt wurde das Thema Klimaschutz so gehypt. Sie haben politisch maßgeblich davon profitiert, vor einer akuten Gefahr zu warnen, die es so nicht gibt. Damit haben sie das Thema verbrannt, denn wer Feuer ruft obwohl nur der Kamin Wärme abwirft, missbraucht die Bereitschaft der Menschen.
Dazu haben sie den Menschen noch vorgemacht, jeder einzelne könne etwas gegen die Klimaerwärmung tun. Und auch hier haben die Leute irgendwann den Trick durchschaut.
Die Grünen haben drei Jahre regiert. Sie haben sich dabei die zwei für den Klimaschutz maßgeblichen Ministerien, das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium und das Umweltministerium, gesichert. Ihre Politik in der Ampel wird jedoch nicht mit Klimaschutz in Erinnerung bleiben. Sie haben maßgeblich eine Reform des Staatsbürgerschaftsrechts durchgesetzt, die Legalisierung von Cannabis und von Werbung für Abtreibungen, auf sie geht das Selbstbestimmungsgesetz zurück und der gescheiterte Versuch einer Kindergrundsicherung. Die Außenministerin fuhr als Gouvernante durch die Weltgegend und betrieb Schaupolitik.
In ihrer Domäne dagegen fielen sie durch Unfähigkeit und Arroganz gegenüber dem Bürger auf. Das versprochene Klimageld wurde gekippt und für Industriepolitik eines einzelnen Politikers ausgegeben. Die Abschaltung der letzten Atommeiler, die Neuplanung von Gaskraftwerken und das Wiederanfahren alter Kohlemeiler zahlten auch nicht auf das Klimakonto ein. Mit dem sogenannten Heizungsgesetz verhedderte sich ihr führender Minister im Kleinklein eines nebensächlichen Bereichs. Die wachsende Überlastung des Stromnetzes und der steigender Anteil von Zeiten mit negativen Preisen für Strom aus regenerativen können sich die Grünen auch nicht als Leistung anheften.
Unter dem Strich hat die Partei, die sich seit Jahrzehnten als Klimaschutzpartei bezeichnet, katastrophal bei ihrer angeblichen Kernkompetenz abgeliefert. Leider fehlt Stefan an dieser Stelle jedes kritische Element.
>Sic!
Nee, halt nicht. Die Aussage ist etwa so relevant wie „Verkehrsforscher führen diesen konkreten Autounfall nicht auf einen Anstieg in den Statistiken zurück“. Nein, natürlich nicht, weil konkrete Ereignisse selten mit einer komplexen multikausalen Entwicklung in Verbindung gebracht werden können. Wären auch ohne COVID mehr Menschen als sonst 2020 gestorben? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht schon. Wären einige auch ohne COVID am gleichen Tag gestorben? Einige vielleicht schon. Folgt daraus, dass COVID nicht so schlimm war, oder dass wir keine Klimakrise haben? Nein.
>Die Grünen sind in den Zehnerjahren mit dem Alarmismus auf Stimmenfang gegangen und waren damit außerordentlich erfolgreich.
Es stand anderen Parteien frei, durch angeblich pragmatischere Alternativvorschläge auf Stimmenfang zu gehen.
Ist halt blöd, wenn ein Alarmismus einhergeht mit einem Problem, das gravierend und schnell wachsend ist. Dann kann man sich natürlich über den Alarmismus beschweren. Oder darüber diskutieren, ob die Maßnahmen etwas brächten. Damit ist das Problem aber nicht weg.
>Und das ist isoliert auf Deutschland, nirgends sonst auf der Welt wurde das Thema Klimaschutz so gehypt.
Völliger Unsinn.
COP findet nicht nur in Deutschland statt. Manchmal leider sogar in der VAE. Kyoto und Paris hat man sich nicht überlegt, weil man Langeweile hatte oder ein paar Wissenschaftler:innen in Hysterie verfallen sind, sondern weil die Probleme sonst nicht hinreichend ernst genommen werden. Was ja ganz offensichtlich nach wie vor ein Theme ist.
>Dazu haben sie den Menschen noch vorgemacht, jeder einzelne könne etwas gegen die Klimaerwärmung tun.
Ich finde es immer paradox, wie einerseits von einem „Volk der Dichter und Denker“ gesprochen wird, und von fehlender Startupmentalität, aber sobald gefordert wird, dass man sich tatsächlich mal etwas überlegt — sei es eine moderne Transformation der Autoindustrie oder eben z.B. dessen, wie einzelne konsumieren — kommt sofort ein „nee! Da können wir eh nichts tun!“—Kulturpessimismus. Not with that attitude.
Es ging auch nie darum, dass eine Person von 82 Millionen den entscheidenden Unterschied macht. Die eine Person kann aber auf neue Ideen kommen. Und viele Personen können gemeinsam Maßnahmen ergreifen. Natürlich nicht, wenn man den Tag nur damit verbringt, sich zu beschweren, dass ein Parkplatz, der einem nie zustand, einem Baum weichen musste.
>Ihre Politik in der Ampel wird jedoch nicht mit Klimaschutz in Erinnerung bleiben. Sie haben maßgeblich eine Reform des Staatsbürgerschaftsrechts durchgesetzt, die Legalisierung von Cannabis und von Werbung für Abtreibungen, auf sie geht das Selbstbestimmungsgesetz zurück und der gescheiterte Versuch einer Kindergrundsicherung.
OK, Sie haben jetzt mehrere gute Policies genannt (mehrere davon eigentlich eher libertär, und mit denen sich eher Herr Buschmann zu Recht schmücken könnte), aber ist die Aussage jetzt, dass die Grünen _zu viel_ ökologische Policies voran treiben, oder _zu wenig_?
>Die Außenministerin fuhr als Gouvernante durch die Weltgegend und betrieb Schaupolitik.
Das Thema war übrigens die Klimakrise.
Oder dürfen Parteien jetzt nicht mehr als ein Ressort + Thema besetzen?
>Das versprochene Klimageld wurde gekippt
Schrödingers Grüne: zeitgleich viel zu mächtig und doch unfähig.
> Die Abschaltung der letzten Atommeiler
Für die es seit Jahren einen breiten politischen Konsens gab.
Anyway, Sie müssen sich jetzt schon mal entscheiden, ob es eine Krise gibt oder nicht, weil wenn nicht, ist die Abschaltung der KKWs relativ egal.
>Unter dem Strich hat die Partei, die sich seit Jahrzehnten als Klimaschutzpartei bezeichnet, katastrophal bei ihrer angeblichen Kernkompetenz abgeliefert.
Es steht andere Parteien frei, hier besser zu agieren. CDU und SPD jedoch scheinen bisher niemanden dafür zu finden.
Okay, da Sie auf das Thema verweisen, tue ich das auch. Der Header lautete, warum Klimaschutz im politischen Aktionismus nicht (mehr) die Bedeutung hat wie die Migration. Kurzantwort: Weil die Menschen gemerkt haben, dass die Klimakrise keine Krise, sondern ein (Klima-) Wandel ist und weil die Klimaschutzpartei in der Regierung keinen Klimaschutz betreibt, sondern alle mögliche Gesellschaftspolitik. So, jetzt zu den Details:
Vor 35 Jahren habe ich meine Diplomarbeit über Maßnahmen zum Klimaschutz geschrieben. Wenn wir heute auf Null Emissionen wären, würde das an den Veränderungen der nächsten 100 Jahre nichts mehr ändern. Wenn Deutschland von der Landkarte verschwindet, merkt es das Klima nicht. Das zeigt zum einen, dass Klimapolitik extrem langwierig ist. Und zum anderen beeinflusst ein relativ kleines Land nicht die Weltläufe. Die hiesige Klimaschutzpolitik insbesondere der Grünen hat aber genau den gegenteiligen Eindruck erweckt. Ist die Analyse falsch, kann keine angemessene Politik daraus erfolgen. Das haben die Bürger gemerkt.
Es stand anderen Parteien frei, durch angeblich pragmatischere Alternativvorschläge auf Stimmenfang zu gehen.
Das war ja auch so. Sonst wären viele Maßnahmen unter den Merkel-Regierungen bis hin zu den Sektorenzielen undenkbar gewesen. Eigentlich alles hat sich als Mist und unwirksam herausgestellt. Genau deswegen hat das Thema und das sie repräsentierende Partei erheblich an Bedeutung verloren. Das ist keine Verschwörung, wie das bei Stefan durchklingt, sondern Rationalität. Die Bürger sind klüger als die Politik.
[Und das ist isoliert auf Deutschland, nirgends sonst auf der Welt wurde das Thema Klimaschutz so gehypt.]
Völliger Unsinn.
Das haben Umfragen der Weltbank gezeigt. Weder in anderen Industrieländern, noch Schwellenländern noch solchen des „Globalen Südens“ war das Thema in der Öffentlichkeit, in den Medien und im Ranking der Bürger so präsent wie in Deutschland. Und nur so konnte eine Milieupartei zu einer Fast-Kanzler(in)partei hochgedopt werden.
Es spielt keine Rolle ob ich im Jahr einen Interkontinentalflug mache oder darauf verzichte. Mein individuelles Verhalten hat null Auswirkungen auf das Klima. Genau das wurde und wird von Teilen der Politik bis heute suggeriert. Klimaschutz ist eine globale Aufgabe und deswegen so schwer zu lösen. Was passiert, wenn die Politik erst unehrlich kommuniziert und dann Klientelpolitik betreibt, haben wir erlebt: Das gesellschaftliche Klima wird vergiftet. Die Grünen sind heute für die Hälfte der Wähler ein rotes Tuch und die Konservativen haben Schwierigkeiten, noch Akzeptanz für entsprechende Koalitionen zu finden. Die Anti-Grünen-Partei ist dafür zur stärksten Formation aufgestiegen. Diese Entwicklungen können Sie kaum als positiv empfinden.
OK, Sie haben jetzt mehrere gute Policies genannt
Das sehen Sie so. Doch bis heute ist keines dieser Gesetze populär geworden. Sie stehen allesamt für die Probleme des Landes und für politische Hybris. Das ist und war Politik gegen die große Mehrheit der Gesellschaft. Damit kann man nicht populär werden.
Das Thema war übrigens die Klimakrise.
Oder dürfen Parteien jetzt nicht mehr als ein Ressort + Thema besetzen?
Doch. Aber dann sollten sie ihre Ansprüche anders formulieren. Baerbock hat explizit die Ex-Greenpeace-Chefin zu ihrer wichtigsten Staatssekretärin gemacht nebst Turboeinbürgerung. Im Wahlkampf warb sie im Alarmismus-Modus, die nächste Regierung (also ihre) sei die letzte vor der Katastrophe. Ihre Partei förderte Flugscham, während sie selbst separat in die USA oder auch nur zu nationalen Events flog. Bei einem US-Besuch fuhr sie medienwirksam mit dem Bus, während ihr der Regierungsflieger folgte. Nie war die (Flug-) Delegation zu den Klimakonferenzen größer als zu Ampel-Zeiten. Alles zum Schutz des Klimas. Sorry, die Leute sind doch nicht doof.
>Das versprochene Klimageld wurde gekippt
Das war ein zentrales Wahlkampfversprechen! Und nicht marode Unternehmen zu subventionieren.
[Die Abschaltung der letzten Atommeiler]
Für die es seit Jahren einen breiten politischen Konsens gab.
Immer mal wieder und in der zweiten Hälfte der Zehnerjahre auch nicht mehr. Selbst Grüne Wähler befürworteten seit 2020 die Beibehaltung der Atomkraft. Aber das Thema war Klimaschutz. Und da zahlt die Abschaltung eben nicht ein.
Es steht andere Parteien frei, hier besser zu agieren.
Wieso sollten sie? Das Thema ist selbst in Deutschland weitgehend verbrannt. Das beklagt Stefan oben, er hat aber nie aufbegehrt gegen den Schindluder, der unter dem Etikett betrieben wurde. Das Interesse der Bürger, ihre Prioritäten und die Sortierung der Parteienlandschaft sind das Ergebnis des klimatischen Etikettenschwindel der vergangenen 10-15 Jahre.
1) Gesellschaftliche Verwerfungen
Ich finde die Zahlen deswegen spannend, weil die Schwerpunkte in BEIDE Richtungen des politischen Spektrums ausschlagen, aber immer nur im Kontext Migration der Migration darüber gesprochen wird.
Echt jetzt? Die ständigen Diskussionen über Klima, die (sinnlose) Verschärfung deutscher Ziele über die EU-Ziele hinaus und die Diskussion darüber ist Dir entgangen? Und Du weißt nicht, wer Heidi Reichinnek ist?
Auffällig ist übrigens auch, dass die Ungleichheitsproblematik sich auch an den wirtschaftlichen Zahlen lesen lässt.
Hast Du den Untertext der Grafik gelesen? Und hast Du Dir Gedanken darüber gemacht, woher der starke Anstieg für das 1. Dezil von 1995 bis 1999 kommt, und was er bedeutet?
Ansonsten bestätigt das meine Theorie, dass man auf das oberste und die untersten beiden Dezile starrt, und mit dieser Differenz begründet, warum man den Dezilen 6-9 Geld wegnimmt, um es 3-5 zuzuschustern.
Darüber hinaus sollte Dir klar sein, dass „Gleichheit“ ein schlechtes Konzept ist, dass bei egoistischen Wesen wie dem Menschen nicht funktionieren kann. Hat Mutter Natur so in uns angelegt.
Dann ist „Gleichheit vor dem Gesetz“ auch ein „schlechtes Konzept“ wegen „Mutter Natur“? Also zurück zu Nepotismus und Leibeigenschaft. Und warum ist dann Sklaverei eigentlich kein „gutes Konzept“?
Ich würde mal so fragen: Was ist Ihr Ideal?
Um es vorwegzunehmen: Dass dies eine völlig überzogene Polemik ist, weiß ich – nehme ich zurück. Niemand will das, aber auch Kommunismus will hier niemand.
Ein gewisses Maß an sozial-ökonomischer Gleichheit ist halt die Voraussetzung für die Gleichheit vor dem Gesetz. Wie will man sonst z. B. das „Konzept Chancengleichheit in der Bildung“ begründen, als durch das „Konzept Gleichheit“?
Das ist viel zu viel Wischiwaschi oder wie mein Freund Hanni zu sagen pflegt: So wenig Staat wie nötig, so viel privat wie möglich. In der Realität ist das eine extrem libertäre Einstellung. Und bei Ihnen? Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo Sie die ökonomische Freiheit verteidigt hätten und wo Sie ökonomische Ungleichheit akzeptiert hätten. Wo Sie nicht für mehr Staat und höhere Steuern gewesen wären.
Deswegen würde mich Ihre Konkretisierung schon interessieren.
Hanni macht selbst Wischiwaschi. Der Parole schließe ich mich an – ich hab nur andere Vorstellungen, wieviel Staat nötig ist und wo.
Einzelheiten entnehmen Sie bitte meinen Debattenbeiträgen der letzten Jahre.
Eben. Weil es so nichtssagend ist, frage ich nach Tiefe.
Bitte übertreiben Sie nicht. Rhetorische Fragen gehen kaum als „Debattenbeitrag“ durch. 😉 Ich habe ja schon angeführt, was hängengeblieben ist: Wasserski hinter einer Yacht fahren, geht gar nicht. Ansonsten gehen Steuererhöhungen immer bis zu einer Höhe von 120 Prozent. Arme Menschen sind gut, Reiche schlecht, es sei denn sie spenden ihr Vermögen (nicht den Erben). Der Staat soll die Wirtschaft steuern, weil dem Egoismus der Menschen ist nicht zu trauen.
Sie sind für Chancengleichheit, aber auch für Ergebnisgleichheit. So ungefähr? Das wäre ja auch schon präziser.
Eher so: (Zwei Beispiele aus meiner Morgenlektüre)
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/geld-vermoegen-deutschland-100.html
… aber an Wohngeld, BaföG usw. wird gespart und Kindern mit Handicap die Schulbegleitung gestrichen.
TotalEnergies, les ich gerade, hat den Gewinn um 72 Prozent gesteigert, während tausende Hektar Wald brennen – als Folge einer Entwicklung, bewusst in Kauf genommen, aber mit viel Lobbygeld geleugnet.
Ja, so lese ich Sie auch. Sie haben eine Neigung zu grobem Populismus. Sie verbinden gerne Sachverhalte miteinander, die nichts miteinander zu tun haben. Das hier ist so typisch:
1. Keine Budgetidentität.
Die Frage, ob die Einnahmen des Staates, das Steuer- und Abgabenniveau in Ordnung ist, stellt sich für Sie nicht. Das, was sonst im Leben gilt, gilt für Sie in Bezug auf den Staat nicht. Die wenigsten Menschen können beliebig ihre Einnahmen steigern. Demgemäß müssen sie ihre Ausgaben anpassen.
Ihre genannten Ausgabenposten zählen allesamt zum Sozialetat. In manchen Fällen fällt es in die Kompetenz der Länder, anderes in das des Bundes. Was soll in dem Zusammenhang die Erwähnung der Geldvermögen? Sie sind wie der verzogene Enkel, der nichts auf die Kette bekommt, gerne aber bei Opa in die Tasche greift, weil der Alte hat genug und brauch‘ es nicht.
2. Vollzugsdefizit
Wie kommt man an das Vermögen? Der Staat müsste die Vermögensteuer aktivieren, eine neue, verfassungskonforme Rechtsgrundlage schaffen, die ausschließt, einseitig die Geldvermögen abzugreifen (wir leben immer noch in einem Rechtsstaat), es braucht zusätzliche Beamte, die die gesamten Neuberechnungen vornehmen und Beamte, die für den Vollzug sorgen können. Mit dem vorhandenen Bordpersonal, so die Steuergewerkschaft, ist das nicht annähernd zu schaffen.
Alternativen? Welche Alternativen?
Wenn die Einnahmen nicht wachsen, überlegen Bürger und Unternehmen typischerweise, wo unnötige Ausgaben gestrichen werden können. Für Sie gibt es beim Staat keine unnötigen Ausgaben. Normalerweise würde man als erstes konsumtive und Verwaltungsausgaben angehen. Der Staat weitet diese jedoch in der Krise zusätzlich aus. Sie sagen, so wenig Staat wie möglich, befürworten aber das exakte Gegenteil.
Der zweite Teil ist gar nicht zu verstehen. Was haben Waldbrände mit dem Gewinn oder gar der Gewinnsteigerung eines einzelnen Unternehmens zu tun? So betreibt TotalEnergies unter anderem auch Solar- und Windparks. Welcher Zusammenhang sollte zwischen Energieerzeugung und Waldbränden bestehen? Übrigens kommen Waldbrände besonders häufig in Naturparks vor, dort wo keine wirtschaftlichen Aktivitäten erlaubt sind. Aber es passt eben zu Ihrem populistischen Denken.
Was bei solchen Ansätzen aber zu kurz kommt, sind Prinzipien. Genau nach denen habe ich gefragt, weil ich sie bei Ihnen nicht sehe. Prinzipien geben jedoch Orientierung.
Kindern mit Handicap die Schulbegleitung
An der Stelle bekomme ich einen so dicken Hals, denn solche Wehklagen zeugen von Ahnungslosigkeit im Detail. Ich kenne zwei solcher „Begleitungen“ persönlich. Er wird hauptsächlich von Frauen ohne weitergehende Bildung ausgeübt. Es ist ein Job zum Eierkraulen. Diese Leute verdienen derart easy peasy ihr Geld, was von anderen hart arbeitenden Menschen (auch Vermögensbesitzern) weggenommen wird. Die behinderten Kinder haben dagegen nichts davon. Sie sind nämlich derart eingeschränkt, dass sie ohnehin dem Unterricht nicht folgen können. Der Job dieser „Betreuungspersonen“ ist lediglich, brav im Hintergrund zu sitzen und auf ihren Handys rumzudaddeln.
Der Fall: Die Frau hatte ein Mädchen zu betreuen. 2 Meter von ihr entfernt bekam sie nicht einmal mit, als ein Junge bewusst die Tür zuschlug, als die Finger der Kleinen sich im Türrahmen befanden. In einem anderen Fall bekam die „Betreuerin“ nicht mit, wie ihr Schützling plötzlich weglief.
Wenn der Schützling wie häufig in solchen Fällen von schwerer Behinderung ausfallen, müsste eigentlich für die Zeit eine neue Zuteilung erfolgen. Doch meist weigern sich diese Personen und melden sich entweder für die Dauer krank oder werden prophylaktisch aus dem Plan genommen. Und für so etwas soll Steuergeld geopfert werden???!???
Hören Sie mir auf mit „Einzelfällen“! Das wissen Sie doch gar nicht! Diese von mir genannten Fälle sind sämtlich nicht aktenkundig geworden, separate Studien und Statistiken über die Betreuungspersonen werden nicht geführt. Selbst wenn der Staat wollte (und er will nicht), ließe sich nicht sagen wie intensiv die Betreuung eigentlich erfolgt, mit welchem Erfolg und wie oft und wie lange Betreuungspersonen eigentlich von ihrer vertraglichen Arbeitszeit tatsächlich zur Verfügung stehen. Jedes Unternehmen könnte solche Angaben machen, der Staat, der unser Geld regelrecht zum Fenster rauswirft, gerne für Tunichtgute und Tagediebe, kann es nicht.
Wenn die Betreuung so schlecht ist wie dargestellt, hätte das längst geändert werden müssen. Wird aber jetzt mit Sparen begründet, und ich höre von befreundeten Kollegen anderes.
Auch andere Unterstützungsprogramme für benachteiligte Schüler werden gestrichen, „kein Geld“).
Der Zusammenhang beim Geldvermögen: Das stammt sicher nicht von Gering- oder Durchschnittsverdiener (die mit ihrer Miete genug zu tun haben). Und ist doch sicher alles versteuert? Dann kann es mit dem Raubrittersteuerstaat doch nicht so wild sein wie behauptet. Vermögen vermehrt Vermögen (durch vermögensbezogenes Einkommen, hohe Vermögen vermehren sich schneller. Wohneigentum nur noch für Erben, steuerfrei. Gemeinden müssen Bäder und Bibliotheken schließen, Schulsanierungen aufschieben – von Hitzeschutz gar nicht zu reden.
Prinzipien? Kürzung beim einem BaföG unter der Sozialgrenze „die Ausgaben anzupassen“ – Passt hervorragend zu dem Prinzip, benachteiligte Gruppen (x-mal bestätigt von OECD u. a.) zu unterstützen.
Wohnkosten steigen und steigen, machen bei unteren Einkommensgruppen teilweise bis zu 50 % des Einkommens aus.
Und da soll ich Verständnis haben für Großverdiener, deren offizielle Steuerlast nicht mit der realen übereinstimmt? Die 300 Wohnungen wurden hier schon mehrfach genannt, und bei „Beteiligungsgesellschaften“ kennen Sie sich ganz sicher besser aus als ich.
Weitere Lesefrüchte: Betrug und Trickserei beim Mindestlohn über 50 Mrd., Ausfall für die Sozialkassen 22 Mrd. Den Zusammenhang muss ich nicht herstellen?
Nein, ich höre nicht auf mit „Einzelfällen“, die Teil eines Systems sind.
z. B. Malta hat offenbar keine corporate tax, Briefkasten- und Einmann-Unternehmen machen Milliardenumsätze. Womit wohl?
Funfact zum Schluss: Der Flieger der Regierung im judenhassenden taxavoiding Irland kann nicht bei Nebel landen, weil: bloß keine Technik von Juden. Passt.
Betrug und Trickserei beim Mindestlohn über 50 Mrd., Ausfall für die Sozialkassen 22 Mrd. Den Zusammenhang muss ich nicht herstellen?
Vor allem sollten Sie Ihre Rechnungen nicht von Bugs Bunny erstellen lassen. Die gesamten Beitragseinnahmen der BfA belaufen sich gerade mal auf 41 Milliarden Euro. Der angebliche Schaden soll also mehr als die Hälfte des jährlichen Aufkommens ausmachen und das nur durch behauptete Tricksereien beim Mindestlohn. Wie groß muss wohl der Betrug bei Besserverdienern sein?
z. B. Malta hat offenbar keine corporate tax, Briefkasten- und Einmann-Unternehmen machen Milliardenumsätze.
Doch, Malta hat eine Corporate Tax, die sich auf 35% beläuft. Das ist übrigens auch die Höhe des Spitzensteuersatzes auf Malta. Und anders als bei uns gibt es bei Ausschüttungen auch nicht on top eine Abgeltungsteuer. Es gibt aber ein Rückvergütungssystem – EU-konform! – so dass die Körperschaftsteuer auf 5% sinkt. Das ist natürlich erheblich niedriger als die deutsche Unternehmensteuerbelastung von knapp 30 Prozent. Und da wundern Sie sich, dass solche Länder interessant sind? Haben Unternehmen Nationalitäten?
Generell besteuert Malta überhaupt niedrig: bei der Einkommensteuer ebenso wie bei der Umsatzsteuer. Trotzdem ist die Staatsverschuldung mit 42 Prozent weit niedriger als in Deutschland. Andere Länder bekommen das auch hin, die Schweiz, Uruguay, Polen, Luxemburg, Singapur um nur einige zu nennen. Es ist kein Naturgesetz, dass prohibitive Steuern zwingend sind.
Ich habe ja schon häufiger angeführt, was mich wirklich an den Debatten interessiert. Nein, es ist nicht das „Gewinnen“. Ich wollte von Ihnen wissen, was Ihre Prinzipien sind, insbesondere im Verhältnis Bürger zu Staat. Deswegen ging es mir im ersten Schritt auch nicht darum, den Inhalt zu bewerten, obwohl das natürlich Spaß macht. Dazu dann unten. Nur fällt auf, und Sie sagen das ja selbst, dass Sie nicht wirklich Prinzipien folgen, sondern ihre Positionen aus dem Sammelsurium an Einzelfällen zusammensetzen. Finde ich ehrlich interessant. Bei mir ist das definitiv anders, was bedeutet, auch Dinge zu akzeptieren, wenn sie mir nicht gefallen. Das ist der Nachteil mit echten Prinzipien.
Ich war nie vom Inklusionskonzept überzeugt. Die Realität, die ich auch über meine Frau erfahren habe, bestätigt meine skeptisch-ablehnende Haltung. Sie fällt darunter (wir hatten das Thema an anderer Stelle), dass man (kleinen) Menschen nicht hilft, wenn man sie mit entwicklungstechnisch, intellektuell und körperlich völlig überlegenen Mitmenschen konfrontiert. Geistig behinderte Menschen können nicht mit einer normalen Realschulklasse mithalten. Also spielen wir Theater.
Ich sage ja auch, solche Fälle werden weder aktenkundig noch werden sie offen diskutiert. Zu leicht setzt man sich dem Vorwurf der Diskriminierung aus. Aber wer behauptet, das Konzept der Inklusion sei ein erfolgreiches, sollte nach so vielen Jahren der Erfahrung objektive Fakten liefern.
Und wie gesagt, der Job ist extrem easy peasy und völlig ohne Verantwortung. Die liegt nämlich beim beamteten Lehrer. Wer will solche Jobs schon streichen? Den Schulämtern ist es auch egal solange der Finanzminister dafür zahlt.
Geldvermögen
Und? Was wollen Sie damit sagen? Wenn es einem gutsituierten Bürger gehört, kann man es wegnehmen? Dazu bräuchte man doch ein Prinzip, oder? Außer Robin Hood.
Und ist doch sicher alles versteuert? Dann kann es mit dem Raubrittersteuerstaat doch nicht so wild sein wie behauptet.
Was soll die eine dumme Bemerkung zusammen mit einer absurden? So lange Bürger in Deutschland noch etwas mehr als für den täglichen Bedarf haben, kann der Staat das wegsteuern?
– Vermögen vermehrt Vermögen
Hm. Wie entsteht denn Vermögen? Auf der ganzen Welt sind in den letzten Jahrzehnten neue Geldadel entstanden, gerade in Ländern, die bis vor kurzem als arm galten. Da war doch wenig bis nichts, was sich hätte vermehren lassen.
Bill Gates war das Kind eines Rechtsanwalts und einer Lehrerin. Weder Millionäre und schon gar nicht Milliardäre. Richard Branson war das dritte Kind von einem Rechtsanwalt und einer Balletttänzerin. Dietmar Hopp stammt ebenfalls aus einem kinderreichen Elternhaus, der Vater Lehrer. Wie geht das, wie kommt man ohne viel zu einem Milliardenvermögen?
Sind wir hier auch einer Ihrer Lebenslügen auf der Spur? Wenn Sie sagen „Vermögen vermehrt Vermögen“, warum geben wir den Menschen offensichtlich nicht die Möglichkeit in der Breite, Vermögen zu bilden und zu vermehren? Sie haben nach Ihren Aussagen nie genau dafür gekämpft.
Die Verbindlichkeiten der Bundesrepublik gegenüber ihren Bürgern, bestehend aus hauptsächlich Renten- und Pensionsversprechen, aber auch Pflege- und Gesundheitszusagen belaufen sich brutto auf 16-18 Billionen Euro. Abgezinst sind es immer noch 8-10 Billionen Euro. Aber die 18 Billionen müssten eigentlich in der Staatskasse liegen. Das wären, hätte man es den Bürgern nicht prophylaktisch abgenommen, für jeden Deutschen im erwerbsfähigen Alter knapp 300.000 Euro. Stellen Sie sich das vor! Wenn jeder Deutsche zusätzlich zu seinem sonstigen Vermögen diesen sechsstelligen Betrag auf seinem Konto hätte, bräuchten wir uns über die Kosten von Rente und Pflege keine Gedanken zu machen.
Nur, so ist es nicht. Und das es nicht so ist, hat maßgeblich damit zu tun, was Sie Ihr Leben lang politisch richtig fanden. Oder nicht? Der Staat jedenfalls verzinst dieses Vermögen nicht, das seine Bürger ihm anvertraut haben. Er verteilt es nur um, ohne Gewinn für irgendjemanden.
– Wohneigentum
Wieso gibt es so wenig Wohneigentum? Das war ja schon zu meiner Kindheit so. Meine Eltern mussten hart arbeiten und sehr viel sparen, um sich das leisten zu können. Meine Mutter arbeitete regelmäßig bis tief in die Nacht als selbständige Schneiderin, mein Vater und meine Oma assistierten ihr. Normal war das auch damals nicht.
Gemeindekosten
Haben Sie mal in den Haushalt einer Gemeinde geschaut? Der Großteil der vom Bürger erbrachten Steuern gehen für das relativ bequeme Beamtenleben und deren Altersversorgung drauf. Dann kommen noch Sozialausgaben dazu. Habe ich Sie je gehört, dass Gemeinden doch weniger Staatsdiener einstellen sollten und vor allem schlechter qualifizierte auch marktgerecht vergüten? Oder die Beamtenpensionen um 70 Prozent kürzen? Nein? Warum nicht? Sie sorgen sich doch angeblich um die Bäder und Bibliotheken.
– Studenten sind benachteiligte Gruppen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vielleicht auch Fußballprofis, die nach der Karriere einen geschundenen Körper haben?
– Und da soll ich Verständnis haben für Großverdiener, deren offizielle Steuerlast nicht mit der realen übereinstimmt?
Wie kommen Sie darauf? Nur weil Sie gerade Einkommen- und Erbschaftsteuer nicht auseinanderhalten?
Wieso wollen so wenige junge Menschen Unternehmer werden, aber die Mehrheit Beamte? Statistisch ist es so, dass die meisten Reichen etwas mit Selbständigkeit und Unternehmertum in ihrer Vita haben. Also Unternehmertum ist der Weg zum Reichtum. Aber den Job will kaum jemand machen. Warum ist das so?
Inklusion
Die Skepsis (habe ich auch) scheint sehr deutsch zu sein. In anderen Ländern hat man die offenbar nicht. Sonderschulen wie in Deutschland kennt man da nicht. Ein weites Feld. Der Punkt war: Warum gerade hier kürzen – in Richtung AfD (Regierungsprogramm S.-A.)
Malta
Halten wir fest: Sie sind für Tax Havens, also dafür, dass manche effektiv weniger oder keine Steuern zahlen müssen, die für diese Region demokratisch beschlossen wurden. Sie haben hier mal argumentiert, das mit den Verrechnungspreisen würde nicht mehr funktionieren. Dann frage ich aber: Warum sitzen Google, Apple & Co. in Irland und Malta?
Geldvermögen
Ihr Prinzip: Wer hat, dem soll gegeben werden. Begründet u. a. mit einem interessengeleitet interpretierten Gleichnis aus der Bibel. Weil die armen Schlucker sowieso kein Vermögen bilden können, soll es Begüterten erleichtert werden.
Kleines Beispiel vom unteren Rand des Problems: Wohlhabende Eltern kaufen für ihre studierenden Kinder kurzerhand eine Wohnung in der teueren Unistadt. Zweimal im eigenen Umfeld erlebt. Die finanziert sich quasi selbst und bringt beim Verkauf steuerfrei einen schönen Gewinn. Die Möglichkeit haben Eltern ohne Vermögen nicht. Chancengleichheit?
Ich war immer für die „Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand“, wie das salbungsvoll damals hieß. Wie oft habe ich hier den Streit um den „Gewerkschaftsfonds“ erwähnt? Eine Beteiligung der Arbeitnemervertretngen wie in den skandinavischen Ländern wurde hier von interessierter Seite verhindert. Die Initivative ihres Vorbilds Schröder geriet zur Abzocke für Drückerbanden und Versicherungen.
Wohneigentum
Da ist was dran. Auch meine Eltern haben sich ihr Klein Häuschen buchstäblich erhungert, damals nach dem Krieg. Dazu sind viele junge Leute heute nicht mehr bereit. Berechnungen zeigen allerdings, dass die Relation Lohneinkommen – Kaufpreis heute ungünstiger ist. Wäre eine genauere Betrachtung wert.
Gemeinden
„… gehen für bequemes Beamtenleben drauf“.
Kein Kommentar. Dass Ihnen dieses Niveau an dieser Stelle nicht selbst peinlich ist, verwundert mich nun doch.
Steuerlast für Großverdiener
Gilt für beide Steuerarten, kann die gut auseinanderhalten. „Gehilfe in wirtschafts- und steuerberatenden Berufen“ (so hieß das damals) steht auf meinem IHK-Zeugnis. Auf die Beteiligunsgesellschaften gehen Sie wohlweislich nicht ein. Aber mir Diskussionsverweigerung vorwerfen.
Unternehmertum ist der Weg zum Reichtum
Ein Weg, stimmt. Ich habe große Achtung vor Unternehmern, die etwas aufbauen. (Besonders, wenn wie bei Hopp keine Tricksereien dabei waren wie bei eingen US Tycoons). Selbst erarbeiteter Reichtum ist verdient. Sie sollen halt angemessen Steuern zahlen, das ist es.
Aber da ist dann noch die Machtfrage. Einfluss auf Meinungsbildung und direkt auf die Politik. Als guter Demokrat kann man doch davor nicht die Augen verschließen.
Und dann auch noch das Grundgesetz. Ein Anhänger des Rechtsstaates kann nicht einfach Artikel für gegenstandslos erklären.
Inklusion
Ich spreche nicht vom dualen System. Ich spreche davon, dass wir so, wie wir die Dinge handhaben, immer nur Mist produzieren. Aus Gutmenschtum und ideologischer Verblendung. Das zieht sich bei uns durch alle Themen, auch in diesem Strang.
Ich habe mal kurz die KI bemüht. Sie sagt das, was ich seit Jahrzehnten weiß:
Erfolgsfaktoren: Der Erfolg hängt laut vergleichenden Berichten fast ausschließlich von den Rahmenbedingungen ab – insbesondere von barrierefreien Gebäuden, kleineren Klassen und ausreichend ausgebildetem Fachpersonal.
Risiken bei Mangelverwaltung: Fehlen die Ressourcen, führt dies laut Analysen (wie vom Deutschen Institut für Menschenrechte) dazu, dass Kinder mit Behinderungen im Regelschulsystem überlastet oder stillschweigend an Sonderschulen gedrängt werden.
Wir haben keine Rechtfertigung für unsere dauernde Erfolglosigkeit. Die Gründe sind die gleichen wie bei der frühkindlichen Betreuung: Wir verballern unsere knappen Ressourcen für Gleichmacherei, gewähren gutverdienenden Eltern kostenlose Kitaplätze, schaffen damit eine überbordende Nachfrage und überlasten die wenigen (!) topqualifizierten Erzieher.
In der Betreuung von behinderten Kindern stellen wir relativ schlechtes Personal für besonders schulungsbedürftige Kinder ab. Einfach absurd.
Malta
Was soll das heißen, ich bin für Tax Havens? Steuerpolitik ist Sache der EU-Mitgliedsländer. Sie wollen ja auch nicht, dass uns die Luxemburger und die Iren in unsere abstruse, Investoren vertreibende Steuerpolitik reinreden.
Ich befürworte das, was mal die EU auszeichnete: Wettbewerb. Und das schließt auch Steuerwettbewerb ein. Wer mehr verlangt – Preise, Löhne und eben auch Steuern, muss das durch Leistung rechtfertigen. Ein Land mit maroder Infrastruktur, miserablen Bildungssystem, investorenfeindlicher Bürokratie molochartigem Sozialsystem hat hier kein überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis. Im Markt bedeutet das: Entweder mit den Preisen runter oder mit den Leistungen rauf. Sehen Sie das wirklich anders?
https://www.deliberationdaily.de/2016/07/die-folgen-des-brexits-endlich-wieder-steuerwettbewerb/
In Bezug auf Steuern argumentieren Linke wie Nazis: Bürger sind Untertanen und sie gehören wie die ansässigen Unternehmen dem Staat. So wird gerade ja auch Wahlkampf gemacht: Vergesellschaftung von privatem Vermögen. In Berlin ist ja der Witz, dass die LINKE die Wohnung vergesellschaften will, die sie selbst vor Jahren verkauft haben.
Geldvermögen
Ich möchte, dass die Bürger die besten Möglichkeiten bekommen, Vermögen aufzubauen. Eindeutig ist das in Deutschland nicht der Fall. Und offensichtlich ist die Ursache die Politik, für die Sie in Ihrem Leben standen.
Denn warum befürworten Sie „Gewerkschaftsfonds“? Erstens haben wir in Deutschland die grundgesetzlich geschützte Koalitionsfreiheit. Allein die Hälfte der Arbeitnehmer sind in Unternehmen mit Betriebsrat. Nur ein Bruchteil ist gewerkschaftlich organisiert. Zum anderen sind Sie auch hier für die Vergesellschaftung von Eigentum, in diesem Fall von Unternehmerschaft zu Gewerkschaften. Kein Arbeitnehmer wird dadurch Vermögensbesitzer. Sie bleiben so arm wie sie sind. Es gibt keinen Grund, einer derart schwach legitimierten Organisation Volksvermögen anzuvertrauen.
Chancengleichheit: Weil sich Chancengleichheit in einer freien Gesellschaft nie völlig herstellen lässt, lassen wir zu, den Erfolg unterschiedlich zu besteuern. Das ist die Rechtfertigung für jeden linearen Steuertarif. Aber Sie müssen sich schon entscheiden, was Sie den Vorzug geben: Wenn Sie für hohe Erbschaftbesteuerung sind, müssen Sie für niedrige Einkommens- und Unternehmensbesteuerung sein. Sonst haben Sie kein Prinzip.
Wohneigentum
Die Wohnpreise sind weitgehend politisch gemacht. Mit seiner Baulandausweisungspolitik und Verkauf von Grundstücken im Besitz des Staates bestimmt die Politik das Preisniveau. Weiter geht es mit den Bauauflagen bis hin zur Regulierung von Mieten. Dazu kommen Notarkosten und Steuern. Wenn Deutsche sind seltener Wohneigentum leisten können, dann ist das politisch gemacht.
Gemeinden
Spitz, aber zutreffend. Wenn eine Organisation hauptsächlich Personalaufwendungen hat und die Mitarbeiter dazu noch weit über Markt bezahlt sind, braucht sich doch niemand zu beklagen, wenn wenig Geld für Sachausgaben zur Verfügung steht. Und wer kommt dann eigentlich auf die Idee, als erstes bei den Sachausgaben zu sparen und nicht bei den Personalkosten anzusetzen?
Beteiligungsgesellschaften
Was wollen Sie dazu konkret wissen? Sie haben kein Argument und keine Frage formuliert. Wir haben bei Start-ups, GmbH & Co. KGs kein gesondertes Steuerrecht.
Unternehmertum
Ein Weg, stimmt.
Nicht ein Weg. Der Weg. Wer nicht den Weg der Selbständigkeit und damit des eigenen Risikos geht, wird es schwer haben, reich zu werden. Wohlstand und Erfolg sind die Summe richtiger Entscheidungen. Wer viele falsche Entscheidungen trifft, wird immer erfolglos sein. Erwin hat das ganz gut illustriert, wobei nicht realitätsnah: Niemand wird mit einer Aktie reich, sondern in dem er sein Risiko gut verteilt. Risikoreich, aber gestreut. Nie alle eine Eier in einen Korb.
Viele Jahre hatte der ÖRR den größten Einfluss auf die Meinungsbildung. Doch die aus Zwangsgeldern finanzierten Woke-Journalisten haben die eigene Glaubwürdigkeit zerstört. Das ist die wichtigste Währung bei Informationen.
Global sind Informationen dezentralisiert worden. Es gibt weder ein Meinungs- noch ein Informationsmonopol. Und das ist für jeden Marktwirtschaftler eine gute Nachricht. Meinen Sie mich interessiert, wem die WELT gehört? Oder der Economist? Keinen Deut. Ich interessiere mich Null für Tichys Einblick und NIUS. Mein Interesse an Meinungen professioneller Journalisten ist überschaubar, ich lese sie zur Unterhaltung. Mich interessiert allein, ob ein Medium zu strengen wissenschaftlichen und journalistischen Standards verpflichtet ist.
Sie können aber nicht verhindern, dass andere Menschen anders sind. Und auch da machen Facebook (kenne ich nicht!) und Twitter (dito!) nur ihren Job. Übrigens haben Linke sich noch nie beschwert, wenn Millionäre und Milliardäre über NGOs politischen Aktivismus nicht nur fördern, sondern initiieren.
@ CitizenK 12. August 2026, 08:58
Malta
Warum sitzen Google, Apple & Co. in Irland und Malta?
Weil sie da mehr Geld verdienen, als wenn sie zu uns kommen. Hier zahlen sie mehr Steuern. Gerechtigkeit?
Geldvermögen
Wohlhabende Eltern kaufen für ihre studierenden Kinder kurzerhand eine Wohnung in der teueren Unistadt. Die finanziert sich quasi selbst und bringt beim Verkauf steuerfrei einen schönen Gewinn. Die Möglichkeit haben Eltern ohne Vermögen nicht. Chancengleichheit?
Hat mein Nachbar auch so gemacht, als er für einen Konzern nach München ging. Dann zog die Tochter zum Studieren nach München, sie ist anschließend in München geblieben und wohnt immer noch drin.
Mein Nachbar ist Dr. der Betriebswirtschaft, wenige Jahre jünger als ich. Als wir uns kennenlernten, waren wir finanziell ebenbürtig. Er wurde über mehrere Positionen Vorstandssprecher bei einem großen Autozulieferer, flog regelmäßig nach Brasilien und u.a. mit der Kanzlerin nach China, während ich die bestebezahlte Position meiner Laufbahn unfreiwillig aufgeben musste und die letzten zwölf Jahre vor der Rente mit einem Drittel meines „besten“ Nettoeinkommens haushalten musste. Er hat seine Entscheidungen getroffen, ich meine. Chancengleichheit? Ja. Wäre ich in der Schule fleißiger gewesen, hätte das auch meine Laufbahn sein können.
Wohneigentum
Auch meine Eltern haben sich ihr Klein Häuschen buchstäblich erhungert, damals nach dem Krieg. Dazu sind viele junge Leute heute nicht mehr bereit.
Ja. Der Lebensentwurf zeigt aber, anders als früher, nicht mehr automatisch in Richtung Familie. Da reicht eine Wohnung, gerne gemietet, man will und soll ja flexibel sein.
Ist keine Ungerechtigkeit, sondern einfach nur eine andere Zeit.
Berechnungen zeigen allerdings, dass die Relation Lohneinkommen – Kaufpreis heute ungünstiger ist. Wäre eine genauere Betrachtung wert.
Braucht man nicht mehr genauer betrachten, wurde schon. Wie oft ich hier schon gegen die sich ständig verschärfenden Vorgaben für Schallschutz, Wärmedämmung, Brandschutz gewettert habe, und höre dann Sachen wie „Aber der Klimawandel …“, „Haben nur die Reichen in ihren Eigenheimen Anspruch auf Ruhe?“ oder „Hier soll keiner verbrennen, weil ein Bauherr am Brandschutz spart“ – die typische „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“-Argumentation.
Unternehmertum ist der Weg zum Reichtum
Selbst erarbeiteter Reichtum ist verdient. Sie sollen halt angemessen Steuern zahlen, das ist es.
Was ist „angemessen“?
Anders als bei einem „normalen“ Angestellten oder Beamten, der regelmäßig in der Regel auf monatlicher Basis entlohnt wird und deswegen stabil besteuert werden kann (über die Höhe der Besteuerung reden wir ein andermal), sind die Umsätze von Unternehmen volatil, die daraus abgeleiteten Gewinne auch (wenn wir es mal auf diesem Level der Komplexität belassen wollen).
Ein Unternehmen braucht finanzielle Puffer, Spielräume etc, die der Unternehmer sicherlich anders bewertet als der Staat. Unterschied ist: Der Staat trägt keine Verantwortung, muss die Konsequenzen für Fehleinschätzungen nicht tragen bzw. wälzt sie auf die Allgemeinheit ab (z.B. Nokia). Der Unternehmer hat deutlich höheres Risiko, hat deutlich mehr zu verlieren.
Wie will jemand wie Du das bewerten oder gar einpreisen?
Aber da ist dann noch die Machtfrage. Einfluss auf Meinungsbildung und direkt auf die Politik. Als guter Demokrat kann man doch davor nicht die Augen verschließen.
Das ist sicherlich mal einen eigenen Beitrag wert, passt hier nicht rein.
@ CitizenK 8. August 2026, 07:32
Du hattest gefragt, warum man Dir vorwirft, dass man mit Dir nicht wirklich diskutieren kann. In der letzten Ausgabe hast Du Dich mehrfach vor einer Frage gedrückt, die ich Dir gestellt habe, und mit gleichzeit Ansichten unterstellt, die ich nicht teile.
Hier wieder:
Dann ist „Gleichheit vor dem Gesetz“ auch ein „schlechtes Konzept“ wegen „Mutter Natur“? Also zurück zu Nepotismus und Leibeigenschaft. Und warum ist dann Sklaverei eigentlich kein „gutes Konzept“?
Ich drehe das mal um:
Weil wir keine Sklaven mehr wünschen, darf also kein Mensch sich dafür entscheiden, einen höheren Lebensstandard anzustreben als die anderen? Jeden Euro Mehrverdienst muss er dem Staat geben, der es so verteilt, dass alle auf den Euro genau gleich viel haben?
Frag nach bei Pol Pot; der fand genau dieses Konzept gut.
Ich halte mich eher an Margaret Thatcher: „The problem with socialism is that you eventually run out of other people’s money“
Du weißt, dass das nicht meine Position ist. Mit Pol Pot/ Sklaverei sind wir auch polemisch quitt 😉
So oft schon habe ich hier mit dem Konzept von John Rawls argumentiert. Ein Liberaler, kein Sozialist, noch nicht mal ein Sozialdemokrat. Unbegründete und ja: unverdiente materielle Ungleichheit reduzieren, nicht abschaffen. Das Leben ist ungerecht genug. Wenn eine Gesellschaft insgesamt reicher wird, davon aber nur das oberste Zehntel profitiert, dann ist das nicht „fair“. So krass wie in den USA ist es bei uns ja noch bei Weitem nicht, es gibt aber Bestrebungen (NIUS, AfD) in dieser Richtung. Und dort ging es den Durchschnittsamerikanern in der Truman/Eisenhower-Zeit mit hohen Steuern besser als heute.
Das Argument, die Sozialquote ins Verhältnis zum BIP zu setzen und nicht nur zum Haushalt kam hier schon. Damit erscheint der Sozialstaat nicht mehr so „überbordend“. Eine Angleichung in Richtung EU-Niveau halte ich dennoch auch für sinnvoll angesichts der Haushaltslage. Auf eines weist Markus Lanz immer wieder hin, und da hat er einen Punkt: Sozialleistungsempfängern wird die Sorge um Miete und Nebenkosten abgenommen „vom Amt“, während Normal- und Geringverdiener da sehr zu knapsen haben. Allerdings zahlt das Sozialamt auch nicht jeden Betrag: Die Wohnung, die ein Mindestlohn-Angestellter und seine BaföG-Frau bezahlen mussten -weil sie keine andere fanden – war dem Amt für die Nachmieterin zu teuer. (Mäßiger Ausstattung, Randlage, winziger Balkon. 15 Euro/qm, 20 % über Mietspiegel).
Apropos Mietwohnung, weil du die Vermieter da immer so im Nachteil siehst: Was der Vermieter da alles „umlegen“ kann hat mich überrascht. Das ist, als würde mir beim Kauf eines Fernsehers oder eines Schranks der Hausmeister und die Grundsteuer extra berechnet.
Die NZZ glaubt, dass eine völlige Freigabe der Mieten das Wohnungsproblem lösen würde. Die Mieter müssten dann halt „bereit sein, eine höhere Miete zu zahlen“. Wenn sie können, sage ich.
P.S. @ Lemmy
Angeblich sind die Mieten in Argentinien durch die Freigabe um 40 % gesunken. Stimmt das?
@ CitizenK 11. August 2026, 11:53
Unbegründete und ja: unverdiente materielle Ungleichheit reduzieren, nicht abschaffen.
Dieser sehr allgemeinen Forderung kann ich gut zustimmen.
Das Leben ist ungerecht genug.
In Deutschland? Echt jetzt?
Für mich immer wieder spannend sind die Maßstäbe, die man sich aussucht. Nimm nicht nur Deutschland, nimm Europa. Den Sprung nach Afrika oder Asien erwarte ich ja gar nicht.
Wenn eine Gesellschaft insgesamt reicher wird, davon aber nur das oberste Zehntel profitiert, dann ist das nicht „fair“.
Jetzt wird es spannend:
• Definiere „fair“
– Deine Meinung ist nur Einzelmeinung und kein Maßstab; aber mal KONKRET definiert wäre es ein ANfang für eine Diskussion.
– Dann: Wenn nur das obere Zehntel profitiert, warum versucht man dann, den oberen 30, 40 oder 50% in die Tasche zu greifen?
– Dann: Was würde mit dem Geld, wenn es dann nach deinen Kriterien zu „fair“ vom oberen Zehntel eingezogen wurde, geschehen? Es würde ja nicht speziell herangezogen, um den Ärmsten der Armen unserer Gesellschaft zu helfen, sondern flösse normal in den Steuerhaushalt.
– Dann: Wie berücksichtigt man persönlichen Einsatz? Wer sein Geld durch viel Arbeit und gute Ideen erwirtschaftet hat, sollte doch nicht abgezogen werden; das wäre ja „unfair“. Jemand, der im Lotto gewonnen hat, sollte abgezogen werden dürfen, das war ja Glück?
Was ist mit Spekulanten: Einer setzt sein ganzes Geld auf eine einzelne Aktie und gewinnt ein Vermögen – was soll der abgeben? Ein anderer setzt sein ganzes geld auf eine einzelne Aktie, und verliert ein Vermögen – wird der entschädigt? Wenn Du letzteres nicht willst, solltest Du ersteres nicht erlauben; entweder wird in Geschäftsdingen eigenverantwortlich gehandelt, oder eben nicht.
So krass wie in den USA ist es bei uns ja noch bei Weitem nicht, es gibt aber Bestrebungen (NIUS, AfD) in dieser Richtung. Und dort ging es den Durchschnittsamerikanern in der Truman/Eisenhower-Zeit mit hohen Steuern besser als heute.
Lange her, andere Zeiten, anderes Land, andere Situation – ist nur Augenpulver von Dir. Es gibt Emirate, da ist die obere Schicht so reich, dass keine Steuern erhoben werden, die öffentlichen Verkehrsmittel umsonst nutzbar sind etc. Würdest Du das auch als Beispiel akzeptieren?
Das Argument, die Sozialquote ins Verhältnis zum BIP zu setzen und nicht nur zum Haushalt kam hier schon. Damit erscheint der Sozialstaat nicht mehr so „überbordend“.
Das ist kein Argument, sondern nur ein anderer Maßstab, der als Argument dazu dienen soll, noch mehr Geld rauszuhauen.
Eine Angleichung in Richtung EU-Niveau halte ich dennoch auch für sinnvoll angesichts der Haushaltslage. I
Wie stets sehr konkret. Wenn ich sehe, wie es um Frankreichs Fiinanzen steht, halte ich das für genau den falschen Weg
Apropos Mietwohnung, weil du die Vermieter da immer so im Nachteil siehst: Was der Vermieter da alles „umlegen“ kann hat mich überrascht. Das ist, als würde mir beim Kauf eines Fernsehers oder eines Schranks der Hausmeister und die Grundsteuer extra berechnet.
Ich schlage mal wieder die Hände über dem Kopf zusammen.
Wenn Du in Deinem eigenen Haus wohnst, zahlst Du die ganzen Nebenkosten von der Grundsteuer, Abwasser, Versicherungen etc doch auch. Wenn Du Dein Haus renovierst oder sanierst (in der Regel aus einem guten Grund), zahlst Du die Kosten doch auch.
Warum soll die ein Mieter nicht zahlen müssen, er wohnt doch auch?
Die NZZ glaubt, dass eine völlige Freigabe der Mieten das Wohnungsproblem lösen würde. Die Mieter müssten dann halt „bereit sein, eine höhere Miete zu zahlen“. Wenn sie können, sage ich.
Das Problem sind nicht „hohe Mieten“. Das Problem sind zu wenige und die falschen Wohneinheiten. Wäre genug Wohnraum an den Stellen, wo er gebraucht wird, wären die Wohneinheiten in der gewünschten (geringeren) Größe verfügbar, gäbe es diese Mietpreis-Situation nicht.
Eure Diskussion hat ja auch interessante Aspekte. CitizenKs Annahme, dass bei einer Freigabe der Mieten diese deutlich ansteigen würden, steht exemplarisch für das geringe marktwirtschaftliche Wissen in unserem Land. Preise bilden sich durch Angebot und Nachfrage. Sind die Preise hoch und damit die Renditen, lockt das weitere Anbieter an, die ebenfalls auf hohe Renditen hoffen. Dadurch jedoch wächst das Angebot, während die Nachfrage stabil bleibt. Ergo: Die Preise fallen.
Dieses Prinzip gilt auch dort, wo die freie Preisbildung verboten ist. Mit dem Mietendeckel zeigt sich die Knappheit und damit das Potential für höhere Renditen in anderen Bereichen: Hohe Abstandszahlungen, Eliminierung von schlechten Bonitäten der Mieter. In der Planwirtschaft kamen Günstlingswirtschaft, Schwarzmarkt und Parallelwährungen hinzu. Wer das will, soll es offen sagen.
Was ist mit Spekulanten: Einer setzt sein ganzes Geld auf eine einzelne Aktie und gewinnt ein Vermögen – was soll der abgeben? Ein anderer setzt sein ganzes geld auf eine einzelne Aktie, und verliert ein Vermögen – wird der entschädigt?
Guter Punkt. Wie ist das z.B. mit Prostituierten? Der Beruf ist moralisch anrüchig und ausbeuterisch. Dazu tun die Frauen etwas, was die meisten Menschen ohne Bezahlung machen. Und dann ist es auch unfair, wenn Edelprostituierte für zwei Stunden 2.000 Euro bekommen und im Laufhaus ein Kunde für 20 Minuten 50 Euro bezahlt und die Professionelle sonst in zwei Stunden keine Kunden hat.
Wie wäre das nach den Fairnessgesichtspunkten zu bewerten?
@ Stefan Pietsch 11. August 2026, 19:02
CitizenKs Annahme, dass bei einer Freigabe der Mieten diese deutlich ansteigen würden, steht exemplarisch für das geringe marktwirtschaftliche Wissen in unserem Land. Preise bilden sich durch Angebot und Nachfrage. Sind die Preise hoch und damit die Renditen, lockt das weitere Anbieter an, die ebenfalls auf hohe Renditen hoffen. Dadurch jedoch wächst das Angebot, während die Nachfrage stabil bleibt. Ergo: Die Preise fallen.
Würden sie nicht. Die Kosten sind und bleiben aufgrund der vielen strengen Vorgaben hoch, die Kommunen brauchen immer mehr Zeit, Bauanträge abzuarbeiten. Es gibt dort, wo Wohnungen gebraucht werden, in der Regel zu wenige Grundstücke, an denen die klammen Kommunen aber auch verdienen wollen.
Selbst wenn man jetzt sofort volle Pulle nach Bedarf loslegt, dauert es 20 Jahre, bis die Situation halbwegs entspannt ist. In der Zwischenzeit sind viele Boomer tot, aus ihren großen Wohneinheiten raus, die dann zum Teil unverkäuflich sein werden. Kleine Wohnungen werden Teuer bleiben.
Sicher. In keinem Markt können Anbieter dauerhaft unter Herstellungskosten verkaufen. Nur ist das kein Argument dagegen. Zwingt die Politik Vermieter dazu, werden diese keine Wohnungen anbieten und keine bauen. Das ist das volkswirtschaftliche Problem des deutschen Wohnungsmarktes. Einerseits gibt es nicht genügend Wohnungen für die Nachfrage. Es braucht dringend Neubauten. Andererseits deckelt der Staat die Renditen, ohne wirklich zu wissen, wo diese tatsächlich liegen. Im Zweifel erlaubt er nur Minusrenditen.
Wenn die politische Linke die Wahl im September gewinnt und den Volksentscheid zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften umsetzt, wird nicht nur die regionale Immobilienwirtschaft einen Vertrauensschaden erleiden, von dem sich das Land in einem Jahrzehnt nicht erholen wird. Niemand wird mehr in Berlin bauen, egal ob 10 oder 1000 Wohnungen. Das ist der Grund, warum die Bundesregierung ein Gesetz zur Verhinderung der Vergesellschaftung vorbereitet. Ist der Damm nämlich gebrochen, gibt es kein Halten mehr.
„Das Leben ist ungerecht genug“
bezieht sich auf das Leben allgemein: Wo man wie geboren wird/aufwächst, die „natürliche Lotterie“ der Gene und der Gesundheit.
Daher meine Position: Wenigstens in den wenigen (materiellen) Kategorien einen gewissen Ausgleich schaffen. Die Haltung „sowieso alles ungerecht, kann man nix machen“ widerspicht meiner ethischen Grundüberzeugung.
Dazu im Anschluss an den Punkt „Inklusion“ in der anderen Diskussion. ein Beispiel aus meinem unmittelbaren Umfeld.
Eine Tochter sehr bis hochbegabt, Überfliegerin, die Schwester, wenige Jahre jünger, schafft nicht Hauptschulniveau. Was darf die Förderung kosten? Wie arm darf sie als Erwachsene sein, und im Alter?
Definiere „fair“
Die aktuelle Erbschaftssteuer-Diskussion bezieht sich nur auf die ganz oben.
Das Geld soll doch in den allgemeinen Haushalt. Die Unterstützung der ganz Armen ist doch auch Sache der ganzen Gesellschaft. Es geht nicht um die Umvererteilung von Ganz-Oben nach Ganz-Unten.
Man könnte aber auch über zielgerichtete Maßnahmen nachdenken, wie dies in einigen US-Bundesstaaten der Fall ist. Eine Millionärsteuer zur Stärkung des allgemeinen Bildungswesens.
Steuerfreier Lottogewinn ist nicht mein Ideal. Kann man nur mühsam begründen mit den gemeinwohlorientierten Lotto-Überschüssen. Überzeugt mich allerdings nicht.
Börsenverluste können mit späteren Gewinnen verrechnet werden. Ich kriege auch nach zehn Jahren immer noch einen Extra-Bescheid, den ich bei solchen Einkünften verrechnen könnte.
„andere Zeiten, anderes Land, andere Situation“
Kein Augenpulver. Die Entwicklung in den USA seit Reagan hat für „Jack the Plumber“ keine Verbesserung gebracht. Die krasse Ungleichheit führt zu dieser gespannten und gewaltorientierten Entwicklung in den USA – mit allen Folgen für die Demokratie und weite Teile der Welt.
Wenn die US-Bürger das wollen und wählen – ihre Sache. Ich will das nicht.
„Angleichung in Richtung EU-Niveau“
Missverständnis? Ich meinte die Versorgung von Migranten, die auf EU-Niveau ja deutlich schlechter ist als in D. In dem Punkt ändere ich meine Meinung. Wir müssen da nicht unbedingt die Musterschüler sein, wenn es uns insgesamt nicht (mehr) gut geht.
Mietwohnung
Die Miete ist doch der Preis für die Überlassung einer Wohnung? Darin sollte alles enthalten sein bis auf verbrauchsabhängige Nebenkosten. Wenn ich ein Auto miete oder eine Software, dann gibt es auch nur den einen Preis. Was ist bei einer Wohnung anders?
Das Problem sind nicht „hohe Mieten“
Leider doch. Wohnungen sind keine Ware. Der Wettbewerb funktioniert nur sehr eingeschränkt – zu unterschiedlich sind die Faktoren. Eine billige Wohnung im Dorf kann ich nicht in die City mitnehmen.
Für Gut- und Sehrgut-Verdiener „funktioniert“ der Markt ja, die können die hohen Mieten bezahlen. Normalverdiener halt nicht. In Metropolen wie Paris oder London haben sie dann kaum was zu essen.
Rausziehen aufs Land und pendeln? Machen ja einige. Es gibt ja auch die Werbekampagne zur Vorteilen des Landlebens. Wird nicht reichen.
Eine günstige Wohnung zu ergattern wirkt wie eine Gehaltserhöhung – und umgekehrt. Wer aus welchen Gründen auch immer umziehen muss, kriegt quasi eine Lohnkürzung. Deshalb halte ich das Wohngeld insgesamt für eine sinnvolle Lösung, auch wenn man darin eine verdeckte Subventionierung von Vermietern sehen kann.
Kennt jemand Beispiele dafür, dass eine völlige De-Regulierung der Mieten die Situation verbessert hat? Dann her damit.
Börsenverluste können mit späteren Gewinnen verrechnet werden.
Einspruch. Die Einkommensteuer kennt sieben Einkunftsarten, welche mit ihrem Ergebnis zusammengezogen und darauf die Einkommensteuer festgelegt wird. Mache ich mit meiner Selbständigkeit Verluste, können diese mit meinen Überschüssen als Arbeitnehmer verrechnet werden. Wie das so ist, viele Steuerpflichtige haben oft mehrere Einkünfte. Am Ende zählt das Ergebnis.
Traden ist eine relativ populär gewordene Art der Einkommensgewinnung. Dabei investiert man spekulativ und meist sehr kurzfristig auf die Entwicklung von Börsenkursen. In Summe entstehen dabei weder Gewinne noch Verluste für die Spekulanten. Der Gewinn des einen ist der Verluste des anderen.
Gewinne aus solchen Börsengeschäften sind ganz normal als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu versteuern. Verluste jedoch können nur mit der gleichen Einkunftsart verrechnet werden. Es war ein neidgetriebener Sozialdemokrat, der durchsetzte, nur Gewinne zu besteuern, Verlustabzüge aber nicht zuzulassen. Der BFH hat diese Ungleichbehandlung 2021 einkassiert.
Jedenfalls, bei diesem Nullsummenspiel erzielt der Staat hohe Steuererträge, in dem er den Verlustabzug stark beschränkt. Er besteuert, was gesellschaftlich keinen echten Mehrertrag erbringt. Raubritter.
Mieten sind überall dort sehr hoch, wo Wohnungsknappheit besteht. Wie wollen Sie das verhindern außer durch mehr Wohnungen? Berlin ist so ein schönes Beispiel. Einerseits beklagt die Stadt seit zwei Jahrzehnten steigende Mieten. 2010 lebten in der Hauptstadt 3,4 Millionen Menschen, heute sind es über 3,7 Millionen. Das ist ein Zuwachs um über 300.000 Einwohner.
In dieser Zeit sind aber nicht 300.000 zusätzliche Wohnungen entstanden. Und das, obwohl dazu die Möglichkeit bestanden hätte. Tatsächlich sind rund 150.000 Wohnungen zu wenig gebaut worden. In einem Volksentscheid stimmten die Berliner dagegen, auf dem Tempelhofer Feld tausende Wohnungen zu bauen. Später beschloss der Senat jedoch, auf dem eigentlich nicht bebaubaren Areal für bis zu dreitausend Asylbewerber Unterkünfte einzurichten. Der Beschluss soll bis 2036 verlängert werden. Modulare Unterkünfte sind geplant.
Warum nur steht die AfD in Berlin bei 18 Prozent?
@ CitizenK 12. August 2026, 11:02
„Das Leben ist ungerecht genug“
bezieht sich auf das Leben allgemein: Wo man wie geboren wird/aufwächst, die „natürliche Lotterie“ der Gene und der Gesundheit.
Ist eine Lotterie ungerecht?
Daher meine Position: Wenigstens in den wenigen (materiellen) Kategorien einen gewissen Ausgleich schaffen. Die Haltung „sowieso alles ungerecht, kann man nix machen“ widerspicht meiner ethischen Grundüberzeugung.
Es gibt doch einen gewissen materiellen Ausgleich. Mir beispielsweise geht es gut (genug); ich erhalte keine Sozialhilfe, keine Wohnzuschüsse, zahle aber vergleichsweise hohe Abgaben.
Eine Tochter sehr bis hochbegabt, Überfliegerin, die Schwester, wenige Jahre jünger, schafft nicht Hauptschulniveau. Was darf die Förderung kosten? Wie arm darf sie als Erwachsene sein, und im Alter?
Wie viel Aufwand muss ich pro Person betreiben? Wer kommt dafür auf? Was mich an Deinem Ansatz immer wieder stört, ist, dass Du stets die Aufgabe des Staates siehst, alle (auch schwierige Fälle) ohne Rücksicht auf Kosten und Personal massiv so lange zu fördern, bis irgendwann ein „Erfolg“ eintritt. Aber die Eigenleistung des Geförderten spielt bei Dir nie eine Rolle.
Die aktuelle Erbschaftssteuer-Diskussion bezieht sich nur auf die ganz oben.
Das Geld soll doch in den allgemeinen Haushalt. Die Unterstützung der ganz Armen ist doch auch Sache der ganzen Gesellschaft. Es geht nicht um die Umverteilung von Ganz-Oben nach Ganz-Unten.
Du hinterlässt mich ratlos. Es geht Dir also in der Tat nur ums Wegnehmen, damit einer nicht so viel mehr hat als der andere.
Die Miete ist doch der Preis für die Überlassung einer Wohnung? Darin sollte alles enthalten sein bis auf verbrauchsabhängige Nebenkosten. Wenn ich ein Auto miete oder eine Software, dann gibt es auch nur den einen Preis. Was ist bei einer Wohnung anders?
Du willst also, dass für eine Wohnung alle nicht verbrauchsabhängige Kosten (Anteile an Grundsteuer; Versicherungen, Wartung von Fahrstühlen, Schneeschieben im Winter, eventuelle Putzaufgaben im Treppenhaus etc. in die Meite integriert werden?
Mal überlegen: Wer würde als erstes losschreien, weil es nun keine Transparenz mehr gibt? Wer würde sich darüber beschweren, dass die Miete von Monat zu Monat unterschiedlich ausfällt, weil sich Nebenkosten ändern?
[Das Problem sind nicht „hohe Mieten“]
Leider doch. Wohnungen sind keine Ware. Der Wettbewerb funktioniert nur sehr eingeschränkt – zu unterschiedlich sind die Faktoren. Eine billige Wohnung im Dorf kann ich nicht in die City mitnehmen.
Nein. Und in der Stadt gibt es solche Wohnungen nicht. Dort fehlen sie – Markt?
Für Gut- und Sehrgut-Verdiener „funktioniert“ der Markt ja, die können die hohen Mieten bezahlen. Normalverdiener halt nicht. In Metropolen wie Paris oder London haben sie dann kaum was zu essen.
Auch Gut- und Sehrgut-Verdiener“ müssen deutlich mehr zahlen als vor zehn Jahren, und verzichten n anderer Stelle auf Luxus oder Alterssicherung.
Deshalb halte ich das Wohngeld insgesamt für eine sinnvolle Lösung, auch wenn man darin eine verdeckte Subventionierung von Vermietern sehen kann.
In dieser Hinsicht bist Du ein zuverlässiger Lieferant: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.
Wer als Vermieter dort, wo Wohnraum gebraucht wird, eine schick und modern ausgestattete kleine Wohnung hat, hat Glück. Nur der.
Kennt jemand Beispiele dafür, dass eine völlige De-Regulierung der Mieten die Situation verbessert hat? Dann her damit.
Mal wieder schwarz oder weiß? Hab keins, genauso, wie Du fürs Gegenteil auch kein Beispiel hast.
Aber eines kannst Du mir glauben? Ich bin von dem ganzen Theater so angepisst, dass ich keinen Euro in den Wohnungsbau investieren würde. Viel zu geringe Rendite, viel zu viel Stress beim Bauen, viel zu viel Ärger beim Vermieten.
Radio Eriwan meldet: Im Prinzip waren die Mieten zwischenzeitlich in der STADT Buenos Aires inflationsbereinigt um 30% gesunken, allerdings können die in Zukunft in kürzeren Zyklen erhöht und den Mietern einfacher gekündigt werden. Stadt Buenos Aires ist speziell, weil du eh ganz gut verdienen musst, um dir da eine Mietwohnung zu leisten. Für den Grossraum Buenos Aires ausserhalb der Stadt (Conurbano) oder Provinzstädte gabs nicht diese Senkung der realen Mietpreise. Da ist die Datenlage auch schlechter.
Wohnen wird nachhaltig günstiger, wenn neue Wohnungen gebaut werden. Anders als in allen anderen Argentinischen Aufschwüngen (Anfang 90er, nach 2003) dümpelt der Bausektor auf sehr niedrigen Werten vor sich hin. Das aktuelle Wachstum ist sehr zweigespalten: Rohstoffe und Banking gehts sehr gut, Industrie und Bauwirtschaft schlecht.
2) AfD
Es ist ein immer wiederkehrender Topos in der politischen Linken festzustellen, dass die AfD ja gar keine Politik für die breite Masse macht, sondern sich für die Reichen positioniert. Es ist nur gleichzeitig auch völlig irrelevant.
Ja.
Eine funktionierende Strategie hat bislang noch niemand gefunden, …
Doch, ich (und viele andere), die seit dem Erstarken der AfD ab 2015 der Meinung waren, man müsse die Themen der AfD aufgreifen …
… gibt es jedenfalls unendlich Empirie, dass ein Nachahmen nicht hilft
…nicht ihre Lösungen.
Wollte damals keiner hören, jetzt ist der Zug abgefahren.
Das rangiert nur knapp über „mein Brötchen war heute morgen verbrannt, das zeigt, warum die AfD Erfolg hat“.
In weiten Bereichen des Ostens scheint das inzwischen zu reichen.
5) Migration
Was die Politik der Abschiebungen angeht, so zeigt ein Blick in die Abschiebungsgefängnisse Bulgariens, wie im Allgemeinen mit der Thematik umgegangen wird: wir schieben nicht nur Menschen, sondern auch das Thema ab und lassen die Menschenrechtsverletzungen einfach an Orten geschehen, an denen niemand so genau hinschaut.
Krokodilstränen …
Welche Lösung schlägst Du vor?
Die deutsche Autoindustrie und China
Adam Tooze beschreibt in einem ZEIT-Interview sehr lesenswert den aktuellen Stand Chinas: es drängt aggressiv und staatlich massiv gefördert auf Export, …
Zutreffend
… und es ist an unseren Regierungen, nicht in Panik zu geraten.
So leicht gesagt, so leicht den Schwarzen Peter verteilt. Unsere Regierungen müssen sich Wahlen stellen, und der Wähler bestraft in der Regel die Regierungen dafür, dass sie unterlassen, was der Wähler nicht will. Eine vergleichbare Industriepolitik mit Weitsicht, so wie China sie betreibt, können wir nicht durchsetzen, weil wir dazu weder die Mittel noch den Wählerwillen noch das Geld haben. Bei uns fließt so viel Geld in die Sozialpolitik, dass relevante Wirtschaftspolitik nicht möglich ist. Und wo doch mal ein zarter Ansatz erfolgt, steht gleich die Linke auf und will noch mehr für den Sozialstaat.
Unsere Wirtschaft hat grotesk versagt, vor allem die Autoindustrie.
„Grotesk versagt“? Sorry, das ist jedes Mal aufs neue Bullshit. Vielleicht nicht alles immer perfekt gemacht, aber im Nachhinein ist jeder klug.
Wir haben keine staatlich gesteuerte und bezahlte zentralisierte Forschung wie in China, nicht mal ansatzweise die benötigten Ressourcen und Rohstoffe, die sich China in der ganzen Welt (gerne auch bei Diktatoren) zusammenklaubt, keine staatlich geförderte (bzw. nach außen künstlich verteuerte) Batterieproduktion, dazu eine Kundschaft (samt entsprechender Altersstruktur), die seit Jahrzehnten im klassischen Autobau sozialisiert wurde, statt wie in China ein explodierender Markt an Neukunden.
Und wenn hier dann mal jemand was hochziehen will, gibt es (im vergleich zu China) extreme Lohnforderungen, bürokratische Behinderungen, ökologische Einwände, und 80% der Bevölkerung vor Ort sind dagegen.
Wir sind bei allem, was Infrastruktur angeht (auch Lade-Infrastruktur) zu langsam und zu bürokratisch.
Was ich immer wieder in diesem Zusammenhang als „schizophren“ empfinde, ist: Auf der einen Seite will man nicht Export-Weltmeister sein, weil man damit die anderen irgendetwas zwischen kolonialisieren oder ausbluten lässt. Und gehen hier mal Arbeitsplätze verloren, ist da Geschrei stets groß.
Autokratische Wirtschaftspolitik kannst Du halt nur in einer Autokratie machen, nicht in einer „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“-Demokratie.
Hierzu ergänzend und sehr gut ausgedrückt von Prof Jan Schnellenbach:
https://x.com/schnellenbachj/status/2085446818490454442
Es stellt sich aber auch die Frage, ob China das ewig so durchhält.
@ Lemmy Caution 7. August 2026, 12:38
Hierzu ergänzend und sehr gut ausgedrückt von Prof Jan Schnellenbach:
https://x.com/schnellenbachj/status/2085446818490454442
Es stellt sich aber auch die Frage, ob China das ewig so durchhält.
Den Ausführungen stimme ich zu
Grotesk versagt vielleicht nicht, aber definitiv nicht mit Ruhm bekleckert. Die WiWo hat’s auch auf dem Titel. Die Zusammenfassung hier in einem guten Thread. https://bsky.app/profile/stefanhajek.bsky.social/post/3msizn3i2l223
@ derwaechter 7. August 2026, 20:23
Grotesk versagt vielleicht nicht, aber definitiv nicht mit Ruhm bekleckert.
Ja, da kann ich mitgehen. Auf der einen Seite ist man im Bereich E-Auto „nur“ den Wünschen der Kunden gefolgt, statt stärker nach vorne zu schauen (das Merkel-Prinzip; sie ließ sich fürs Nichtstun bzw. Rückwärtsgehen feiern, mault jetzt aus der zweiten Reihe, und ihre Nachfolger-Regierungen scheitern daran, die Scherben zusammenzufegen).
Auf der anderen Seite auch im bereich Arbeitsplätze; hier hätte man deutlich stärker modernisieren und nicht rentable Werke frühzeitig schließen müssen, statt sich immer wieder bequatschen zu lassen.müssen
a) Publizistischer Klärschlamm.
Immer wieder widerlich
Schüttet Ihre operative Gesellschaft (Tochter-GmbH) Gewinne an die Holding-GmbH aus, greift die Steuerbefreiung nach § 8b Abs. 1 KStG
Statt dass der Gewinn voll versteuert oder privat entnommen wird, bleiben 95 % steuerfrei.
Der nahezu steuerfreie Erlös verbleibt komplett in der Holding und steht als Eigenkapital für neue Investitionen, Gründungen oder den Vermögensaufbau zur Verfügung.
Sagt Google. Sie wissen das natürlich auch ohne Google. Es findet sich aber nicht in Ihren Beiträgen, auch nicht auf meinen Einwurf hin.
Verluste nur innrhalb der Einkommensart, sag ich doch. Deshalb kann ich bis heute meinen (kleinen) Verlustvortrag nicht nutzen.
Ich verstehe Ihren Punkt nicht. Was ist daran kritikwürdig? Ohne diese steuerliche Regelung wären Konzerne steuerlich nicht mehr möglich.
Das Prinzip ist doch, dass es eine Besteuerung auf der Organebene und eine auf der Ebene natürlicher Personen gibt. 8b (1) KStG gilt nur für Ausschüttungen einer Kapitalgesellschaft an eine Körperschaft, also eine juristische Person. Juristische Personen sind Mäntel. Sie können nicht essen, nicht schlafen, keinen Spaß haben und keinen Urlaub machen. Selbst die Yacht, die in ihrem Namen gekauft wird, können sie nicht nutzen.
Wird Gewinn 100 von Gesellschaft A auf Gesellschaft B übertragen, ist nichts passiert. Gesellschaftsrechtlich ist auch sichergestellt, dass der Eigentümer von A auch Eigentümer von B ist. B muss mindestens mit 10 Prozent an A beteiligt sein. Der typische Fall: Ich habe eine Holding (Beteiligungsgesellschaft). die hat eine Tochter, an der sie mit 50 Prozent beteiligt ist. Die anderen 50 Prozent hält eine PE. Der Gewinn des Jahres 2025 i.H.v. 100 wird ausgeschüttet. Ich habe logischerweise Anspruch auf die Hälfte. Der mit 18 Prozent KöSt belastete Gewinn wird bei mir nicht besteuert. Wenn die Holding den Gewinn an mich ausschüttet, wird dieser mit meinem persönlichen Einkommensteuersatz, also 42 Prozent plus Soli plus KiSt, belastet. In Summe liegt auf der an mich gezahlten Dividende mit 47,25 Prozent belastet.
Wo genau ist Ihr Problem damit?
Diese Konstruktion ermöglicht Menschen mit sehr großem Vermögen (sonst lohnt der Aufwand ja nicht), ihr Vermögen fast steuerfrei zu vermehren.
Die hohe Grenzbelastung (Netto von Brutto), mit der Sie immer argumentieren, greift hier ja nicht. Die sehe ich bei meinem Geringverdiener-Verwandten, der massiv Überstunden kloppt wegen der teueren Wohnung und kaum was davon hat – auch weil Sozialleistungen wegfallen, die jetzt noch zusätzlich gekürzt werden.
Das ist alles falsch.
Wieso sollten nur sehr vermögende Menschen Holding-Strukturen aufbauen können? Die Mindesteinlage einer GmbH beträgt gerade 12.500 Euro, ein Gesellschaftsmantel (ohne Anrechnung der Einlage) kann jeder schon für 5.000 – 25.000 Euro (ABC-GmbH) kaufen. Interessant sind solche Holding-Konstrukte gerade für kleine Mittelständler. Ich habe für ein kleines internationales Start-up so etwas auch aufgebaut mit Holding in Berlin und operativer Einheit in Riga. Das hat nichts mit Steuerersparnis zu tun, denn so lange das Geld ohnehin in Deutschland verbleibt, interessieren sich die Finanzämter ohnehin nicht für Verrechnungspreise. Die sind in solchen Konstrukten der Hebel des Eigentümers, seine Geldflüsse sauber gesellschaftsrechtlich zu steuern. Nur Steuerersparnis ist da nicht drin, das Geld bleibt ja im Organkreislauf. Die greift bei Ausschüttung. Nur ausgeschüttet wird wenig, die Eigentümer werden über Geschäftsführergehälter vergütet, die durchaus über Markt liegen. Die werden aber normal versteuert und der Sozialversicherungspflicht unterworfen.
Internationale Investoren greifen auf solche Konstrukte weniger zurück. Sie müssen sich bei Ihren „Ideen“ und populistischen Aufsaugungen immer mal fragen, was eigentlich wäre, wenn es das, was Sie kritisieren, nicht gäbe. Gesellschaft A zahlt an Gesellschaft B Dividende, die Gesellschaft C bedient. Immer fällt auf den Gewinn KöSt und Soli an. Das wäre wegen der Mehrfachbesteuerung des Gewinns zum einen verfassungswidrig, zum anderen gäbe es dann keine Konzernstrukturen. Deutschland würde noch uninteressanter für internationale Investoren.
PE-Portfolios werden auch über Holdingkonstrukte gesteuert. Solche Schwergewichte jedoch setzen nicht auf Eigenkapital, schon nicht wegen der steuerlichen Diskriminierung. Sowohl bei Übernahme von Unternehmen als auch bei Gründung von Start-ups erhalten diese sogenannte Shareholder Loans, also Gesellschafterdarlehen. Damit hat der Eigentümer die Gesellschaft in vollständiger Abhängigkeit. Trägt sich ein Geschäft nicht, wird ist durch den Mangel an Cash und der fehlenden Nachschusspflicht der Eigentümer ausgetrocknet. Zinsen und Tilgung steuern steuerfrei den Geldfluss.
„Wir haben eine exklusive Strategie entwickelt, die speziell für GmbH-Geschäftsführer konzipiert ist – um jährlich fünf- bis sechsstellige Steuerbeträge zu sparen und gleichzeitig betriebliche Gewinne steuerfrei in privates Vermögen zu transformieren.“
https://www.disabatino.de/?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=24022311261&utm_content=201027690649&utm_term=gmbh%20steueroptimierung&matchtype=p&device=c&network=g&adposition=&placement=&gad_source=1&gad_campaignid=24022311261&gbraid=0AAAABEMUu9AKWGQDaDUb1O4mxhTjVuo3K&gclid=CjwKCAjw1vXTBhB-EiwAEKr_k5KJW3Ds-qdIzcKyl0Xebt6j–X4l4jkOYJVVGdwmUWLU3fDbmqZIBoCTwIQAvD_BwE
Alles falsch?
Das ist der Grund, warum Erwin und ich Ihnen Populismus und Neidgehabe vorwerfen. Sie werfen irgendetwas in den Ring, das nichts untermauert außer ihren neidischen Blick.
Hier ist es eine Internetseite, die für Steuerersparnisse wirbt. Das gibt es wie Sand am Meer und Millionen Deutsche „sparen“ Steuern, ich übrigens auch. Sie können auch mit Betriebsrenten Steuern sparen, um ein einfaches Beispiel zu nennen. Das Problem jedes Steuersparmodells: Es hat Haken und Ösen, selbst die Stiftung auf den Cayman. Wie kommen wir jetzt zu einem seriösen Ansatz? In Ihrem Link steht:
Wir, die Di Sabatino Finanzkonzepte GmbH unterstützen GmbH-Geschäftsführer dabei, ihre Unternehmensgewinne VOR Steuern in wachstumsstarke ETFs zu investieren und so ihre private Altersvorsorge steuerlich zu optimieren, wodurch Sie und Ihre Mitarbeiter bis zu 100 % Ihres hart erarbeiteten Geldes für Ihren Vermögensaufbau nutzen können.
Wir haben hier verdammt wenig Informationen und vor allem keine, die Ihre Position stützen. Die war nämlich:
Diese Konstruktion ermöglicht Menschen mit sehr großem Vermögen (sonst lohnt der Aufwand ja nicht), ihr Vermögen fast steuerfrei zu vermehren.
Offensichtlich arbeitet das Finanzkonzept im Rahmen der Altersvorsorge von Organen der Geschäftsführung mit ETFs. Das sind nun Produkte, die auch für Kleinverdiener erschwinglich sind. Keine verschwiegene Privatbank, kein Versprechen wirrer Finanzkonstrukte mit Stiftungsmodellen auf einsamen Inseln. Und mit dem von Ihnen angegriffenen § 8b KSTG hat es auch nichts zu tun. Ein Indiz für die Steuerersparnis ist sehr simpel: Ein wesentlicher Teil des GF-Gehalts wird als Teil des Arbeitnehmerentgelts als Pensionszusage gewährt. Was auch nicht besonders originell ist.
Generell beschweren Sie sich immer über die Konsequenzen Ihrer politischen Vorlieben. So befürworten Sie hohe Steuern. Technisch gesprochen ist das nichts anderes als die Umverteilung von Geldmitteln aus der Tasche der Bürger – für die sie gearbeitet und Lebenszeit geopfert haben! – in den Steuersäckel. Bei einem Steuerniveau von 10% ist das kaum merklich, es ist Grundrauschen in den normalen Ausgaben. Bei 50% ist das völlig anders. Wer seinen Lebensstandard verbessern will, landet automatisch bei einem derart großen Ausgabeposten. Der Staat kämpft gegen diese richtige Wahrnehmung der Bürger, in dem das Geld gleich einbehalten wird, noch ehe es auf dem Konto landet. Das ist übrigens in vielen Ländern anders, gerade dort, wo das Steuerniveau deutlich niedriger ist. Dort überweist der Bürger am Ende eines Steuerjahres den Steuerbetrag an sein Finanzamt.
Zur menschlichen Natur gehört seine Anpassungsfähigkeit. Das Steuersystem ist Teil der menschlichen Umwelt. Haben Sie sich nie gefragt, wie es sein kann, dass die Staaten die Steuersätze erhöhen und dennoch der Anteil am BIP nicht steigt? In Europas Süden ist das geradezu augenfällig, die Steuersätze sind hoch, das Steueraufkommen gemessen am BIP aber niedriger. Oder, wir haben es besprochen: Es ist doch absolut erstaunlich, dass in der ärmsten Stadt des Landes dreistellige Millionenbeträge in den Schließfächern nur einer Sparkassenfiliale liegen sollen.
Wie überall im Leben gibt es einen beim Verhalten nicht nur einen weißen und einen schwarzen Bereich. Viele halten sich dazwischen im Grau auf. Im Steuerrecht ist das Grau umso größer wie das System komplex ist. Ich war mein ganzes Leben Anhänger eines einfachen, simplen Systems. Sie hatten immer die oppositionelle Ansicht. In einem einfachen System gibt es wenig zu tricksen und zu verstecken. Es führt zu mehr Ehrlichkeit und Transparenz, aber auf allen Seiten. Staaten können in einem einfachen Steuersystem nicht so hoch besteuern wie in einem hochkomplexen. Und damit wären Linke ja ihres Spielfeldes beraubt. 🙂
Die Aussage war: Wohlhabende haben Möglichkeiten, steuersparend Vermögen aufzubauen, die weniger Wohlhabende nicht haben. Und die haben Sie nicht widerlegt.
Nein, das war nicht die bedingungslose Aussage. Sie stimmt ja auch nicht. Sie haben sie auch nicht belegt., wenn wir von dem albernen Link absehen. Ich soll also Ihre nicht belegte These widerlegen? Strange.
Und dann bringen Sie ein Beispiel, nachdem eine Strategie angedeutet wird, die ganz sicher kein großes Vermögen erfordert. Sie zertrümmern also Ihr eigenes Argument.
Natürlich habe ich mehr Möglichkeiten, wenn ich über mehrere Einkommensquellen verfüge. Da ich mehrere Einkunftsarten bespiele, kann ich gestalten. Ich bin aber kein Millionär, ich verfüge nur über Wissen.
Sie bewegen sich zwischen dem Fantum dieses Gestaltens und Fantasialand. Ihr Ideal sind prohibitive Steuersätze, die gezahlt werden müssen ohne Ausweichmöglichkeit bei einem variablen Steuersystem. So etwas gibt es nicht und so etwas gab es nie. Sie können nur wählen zwischen einfachem Steuersystem mit niedrigen Sätzen und ohne Ausnahmen oder einem komplexen System mit hohen Steuersätzen und vielen situationsangepassten Gestaltungsmöglichkeiten. Ich präferiere Eins, Sie die zwei.
Langzeitstudien zeigen, dass Investoren nur selten allgemeine ETFs in der Vermögensentwicklung schlagen können. Das ist im Prinzip also einfach. Reiche Menschen haben oft mehr riskiert. Aber die Deutschen sind eben ein risikoscheues Volk.
Die Begrenzung des Verlustabzugs gilt aber nur für Kapitalerträge. Das ist eine Diskriminierung dieser Einkunftsart.
Nicht nur. In meinem Fall ein Verlust (auch das gab es mal) aus dem Verkauf einer Wohnung unter Zeitdruck. Mit mehr Kapital im Rücken hätte ich durchgehalten. Die Wohnung wäre heute das Doppelte wert.
Jetzt bringen Sie das klassische Verliererargument. Das sage übrigens nicht ich, das steht so in jedem Investitionsratgeber. „Hätte ich nur mehr Zeit, mehr Geld gehabt“. Die Wahrheit ist: Wir haben nie genügend Zeit und Geld. Wirtschaftlich handeln bedeutet, Zeit und Ressourcen genau abzuwägen und sich realistische Ziele zu setzen.
Erfolg ist das Ergebnis von richtigen Entscheidungen, nicht von Ressourcen, die man hat. Madeleine Schickedanz gehörte mal zum exklusiven Kreis der Milliardärinnen in Deutschland. Heute misst sich ihr Vermögen in kleineren Millionenzahlen, wenn überhaupt. Sie hat auf die Aussagen von Verlierern vertraut: Wenn sie nur genug Zeit und Geld aufbringt, wird alles rosarot.
Ich kenne Geschichten von Tradern, die mit einem einzigen Trade einen sechsstelligen Betrag verloren, ja sich finanziell ruiniert haben, statt mit einem niedrigen zweistelligen Verlust rauszugehen. Das Argument: Wenn man nur genügend Zeit und Kredit bekommt, steigt der Kurs wieder. Es ist fast immer eine ruinöse Strategie. Erkennen Sie sich wieder?
Warren Buffett wurde nicht als Millionär geboren. Aber er hatte ein Gespür für richtige Börsenentscheidungen. Der Trick für Reichtum ist nicht, mit einem Vermögen zu beginnen, sondern die Marktentwicklung zu spüren, noch bevor sich der Markt bewegt. Wenn Sie in eine Hausse einsteigen, verlieren Sie. Die Profis lachen Sie aus.
Die Familie Brenninkmeijer ist heute nicht deswegen einer der reichsten Europas, weil C&A eine Goldgrube wäre. Im Gegenteil. Sie sind reich, weil sie ihre Möglichkeiten breit und erfolgreich gestreut haben. Das unterscheidet sie von Frau Schickedanz.
Entscheidungen.
Warum so gehässig?
Es ging nicht um Spekulation, sondern um eine barrierefreie Wohnung für das Alter.
Verlustvorträge gibt es nicht nur für die „diskriminierte“ (sic!) Einkommensart „Kapitalerträge“.
Daran ist nichts gehässig und auch nicht gehässig gemeint. Es ist kein Werturteil über irgendjemanden. Doch genau so steht es in jedem Investitionsratgeber. Sie scheinen nie einen gelesen zu haben.
Wer davon ausgeht, ewig Zeit und unendlich Ressourcen zu haben, wird scheitern. Ich empfehle Ihnen nur exemplarisch das Buch von Dr. Alexander Elder: „Alles, was Sie über Trading wissen müssen“. Lesen Sie das Kapitel über Selbstdemontage, die Einleitung haben Sie selbst oben angeführt.
Sie tun so, als wüssten Sie, wie Märkte und Preise sich entwickeln.
Hätten Sie tatsächlich dieses Talent, wären Sie mehrfacher Millionär oder eher Milliardär. Trösten Sie sich, dieses Talent hat niemand. Es gibt Aktien, die erbringen ein Jahrzehnt keine Rendite, tendieren in den Verlust, bevor sie explodieren. Wer hat die Zeit und die Mittel, das auszusitzen?
Vor einigen Jahren hat meine Mutter ihr Haus verkauft. 2021 bekam sie im historischen Vergleich einen absoluten Spitzenpreis. Eine verwandte Immobilienmaklerin hatte ihr zum Halten geraten, ein Jahr später würde sie noch mehr erzielen. Es wäre eine Fehlkalkulation gewesen, weniger Monate später brach der Markt ein. Meine Mutter war klüger als die „Fachfrau“, die den typischen Fehler von Amateuren machte: Der Gewinn heute ist mehr wert als der Gewinn morgen oder übermorgen.
Sie haben den Punkt nicht verstanden. Verluste aus Kapitaleinkünften können nur mit Gewinnen aus der gleichen Einkunftsart verrechnet werden. Das ist eine diskriminierende Einschränkung zu den anderen Einkunftsarten. Verluste aus Vermietung und Verpachtung können Sie mit anderen Gewinnen / Überschüssen verrechnen.
Mit dem Sparen im Sozialbereich sollte man hier anfangen:
(Heidelberg) Die Stadt beschreibt nicht nur ein Softwareproblem, sondern ein Behördenproblem. Jugendhilfe, Schule, Migration, Medizin, Krankenhilfe und Arbeitsverwaltung arbeiten mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und eigenen Programmen. Bei Migration seien Bund, Land, Kliniken, Krankenkassen, Ausländerbehörden, Schulämter und Jugendämter beteiligt. „All diese Akteure arbeiten mit eigenen Software-Lösungen. Diese sind jedoch nicht aufeinander abgestimmt.“
Und das ist ganz Baden-Württemberg offenbar so. Kaum abzuschätzen, was das an Kosten verursacht – und Ärger für die Kunden/Bürger. Ob es in anderen Ländern besser aussieht?
@ CitizenK 13. August 2026, 08:13
(Heidelberg) Die Stadt beschreibt nicht nur ein Softwareproblem, sondern ein Behördenproblem. Jugendhilfe, Schule, Migration, Medizin, Krankenhilfe und Arbeitsverwaltung arbeiten mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und eigenen Programmen. Bei Migration seien Bund, Land, Kliniken, Krankenkassen, Ausländerbehörden, Schulämter und Jugendämter beteiligt. „All diese Akteure arbeiten mit eigenen Software-Lösungen. Diese sind jedoch nicht aufeinander abgestimmt.“
Und das ist ganz Baden-Württemberg offenbar so. Kaum abzuschätzen, was das an Kosten verursacht – und Ärger für die Kunden/Bürger. Ob es in anderen Ländern besser aussieht?
Ich verstehe Dich nicht. Immer wenn ich sage, dass der Staat effizienter werden soll, lautet die Antwort „Ja, aber …“
In diesem Punkt gab es von mir nie ein „Aber“. Hab das mehrfach am Irrsinn der BaföG-Verwaltung demonstriert. Jetzt habe ich gelernt, dass das offenbar in weiten Teilen der Verwaltung üblich ist: Digitale Daten ausdrucken und per Hand wieder eintragen. Wie kann man mir unterstellen, dass ich einen solchen Schwachsinn verteidige?
@ CitizenK 13. August 2026, 18:27
In diesem Punkt gab es von mir nie ein „Aber“.
Aber sicher …
Hab das mehrfach am Irrsinn der BaföG-Verwaltung demonstriert.
Sagen wir mal so: Bei mir ist nur hängengeblieben, dass zu wenig Geld bei den Studenten ankommt, weil die Regierung Merz etwas sparen will.
Jetzt habe ich gelernt, dass das offenbar in weiten Teilen der Verwaltung üblich ist: Digitale Daten ausdrucken und per Hand wieder eintragen. Wie kann man mir unterstellen, dass ich einen solchen Schwachsinn verteidige?
Tut das einer? Ich nicht … 😉
Das ist aber, man glaubt es kaum, die Realität in den BaföG-Ämtern. Und das habe ich hier schon seit Jahren kritisiert. Das führt dazu, dass die Studenten das ihnen zustehende Geld oft viel zu spät bekommen, nicht selten erst nach einem halben Jahr.
Und es sind offenbar auch viele andere Ämter. Vielleicht kann
@ Lemmy
abschätzen, wie groß das Problem ist und damit die Ressourcenverschwendung.
Die Unterstellung, ich verteidigte eine ineffektive Verwaltung, zeigt den Grad der Voreingenommenheit.