Die Wahl in Baden-Württemberg ist vorbei. Zusammen mit der Trash-Kolumnistin der Herzen analysiere ich die Lage. Dazu gibt es ein Trinkspiel: jedes Mal, wenn das Wort „Ländle“ fällt, wird ein Viertele getrunken!
Shownotes:
Fünf Erkenntnisse aus der Landtagswahl
In der Analyse werden fünf zentrale Lehren aus der Landtagswahl in Baden-Württemberg gezogen. Erstens wird betont, dass Wahlkämpfe sehr wohl Wirkung entfalten könnten: Gerade in den letzten Wochen vor der Wahl hätten sich Kräfteverhältnisse noch deutlich verschoben. Zweitens zeige die Wahl erneut, wie wichtig der Kandidatenfaktor sei. Cem Özdemir habe weit über das übliche Grünen-Potenzial hinaus mobilisiert, was belege, dass Persönlichkeiten für viele Wähler entscheidender seien als die Bundespartei. Drittens wird hervorgehoben, dass hohe Wahlbeteiligung dann möglich sei, wenn die Wahl als bedeutsam wahrgenommen werde; mehrere Parteien hätten erfolgreich Nichtwähler mobilisiert. Viertens habe die AfD trotz eines schwachen Spitzenkandidaten stark zugelegt, was vor allem mit allgemeiner Unzufriedenheit, Sorgen über Sicherheit und Wirtschaft sowie ihrer Rolle in der Bundespolitik erklärt wird. Fünftens wird der SPD ein besonders tiefgreifendes Problem attestiert: Das schlechte Ergebnis und der Verlust bei Arbeitern deuteten darauf hin, dass sie sich grundlegend neu aufstellen müsse. (Corinna Emundts, tagesschau.de)
Mit Christian Dürr in den Untergang
Im Kommentar wird argumentiert, dass sich die FDP in einer schweren Krise befinde und unter ihrem Vorsitzenden Christian Dürr weiter an politischer Bedeutung verliere. Thorsten Jungholt beschreibt, dass die Partei selbst in Baden-Württemberg, lange Zeit als ein Kernland liberaler Politik betrachtet, kaum noch überzeugen könne. Diese Entwicklung zeige, dass die FDP ihr politisches Profil verloren habe und für viele Wähler nicht mehr klar erkennbar sei, wofür sie stehe. Der Autor vertritt die Auffassung, dass die Partei dringend eine Führungspersönlichkeit brauche, die den Liberalismus offensiv vertrete und als politischer „Freiheitskämpfer“ auftrete. Dürr erfülle diese Rolle nicht; ihm fehle die Durchsetzungskraft und das Charisma, um die Partei aus ihrer Krise zu führen. Deshalb stelle sich zunehmend die Frage nach einer neuen Führung. Als mögliche Alternativen würden in der Partei immer wieder bekannte Figuren wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann oder Wolfgang Kubicki genannt. Ohne personelle und inhaltliche Neuaufstellung drohe der FDP jedoch ein weiterer politischer Bedeutungsverlust. (Thorsten Jungholt, WELT)
Die CDU ist so merkelig wie vor zehn Jahren
Grüne in Baden-Württemberg: Cem Özdemirs Erfolg als Herausforderung für die Partei
Im Kommentar wird argumentiert, ein Beitrag des Südwestrundfunks über einen Schulbesuch des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel habe den Eindruck erweckt, der öffentlich-rechtliche Rundfunk greife aktiv in den Wahlkampf ein. Nikolaus Doll beschreibt, der Fernsehbeitrag habe Hagel in eine schwierige Situation gebracht, weil ein kurzer Videoausschnitt aus dem Unterricht so präsentiert worden sei, dass der Politiker unvorbereitet und fachlich unsicher erscheine. Der Autor vertritt die Auffassung, dass hier ein Beispiel für „Framing“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sichtbar werde. Der tatsächliche Verlauf des Schulbesuchs sei komplexer gewesen, doch der Bericht habe einzelne Momente herausgegriffen und damit ein verzerrtes Bild erzeugt. Dadurch werde eine politische Deutung nahegelegt, die Hagel im Wahlkampf schade. Der Kommentar deutet dieses Vorgehen als problematisch für den Anspruch politischer Neutralität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wer verstehen wolle, wie Medienberichte durch Auswahl und Darstellung bestimmte Eindrücke erzeugten, könne an diesem Fall erkennen, wie stark solche Effekte den politischen Wettbewerb beeinflussen könnten. (Nikolaus Doll, WELT)
Eine peinliche Niederlage, die zu 100% selbst verschuldet ist
Im Kommentar wird argumentiert, dass die CDU ihre Niederlage bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg vollständig selbst verschuldet habe. Ulf Poschardt beschreibt, die Partei habe im Wahlkampf zentrale politische Konflikte vermieden und sich damit der eigentlichen Dynamik demokratischer Auseinandersetzung entzogen. Demokratie lebe jedoch vom Streit; wer sich vor kontroversen Themen drücke, verliere politische Glaubwürdigkeit. Der Autor kritisiert insbesondere die strategische Zurückhaltung der Union. Statt klare Positionen zu vertreten oder politische Alternativen sichtbar zu machen, habe die Partei einen vorsichtigen und konfliktscheuen Wahlkampf geführt. Diese „Memmenhaftigkeit“ habe dazu geführt, dass die CDU kaum Profil entwickeln konnte und ihren Gegnern wenig entgegengesetzt habe. Poschardt deutet das Wahlergebnis daher nicht als Zufall oder äußere Entwicklung, sondern als direkte Folge dieser Strategie. Wenn eine Partei versuche, möglichst niemanden zu verärgern und strittige Fragen zu vermeiden, verliere sie am Ende an politischer Kraft und Überzeugung. Genau dies habe sich in Baden-Württemberg gezeigt. (Ulf Poschardt, WELT)
Schulbesuch: Lehrerin treibt CDU-Spitzenkandidat Hagel mit kritischen Fragen zur Weißglut
Im Bericht wird geschildert, dass ein Schulbesuch des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg für große Aufmerksamkeit sorgte. Wie dargestellt wird, begleitete das ARD-„Mittagsmagazin“ Hagel bei einem Besuch einer Stuttgarter Gemeinschaftsschule. Dort stellte eine Lehrerin dem Politiker wiederholt kritische Fragen zu Bildungspolitik und zur Verantwortung der CDU in der Landesregierung. Der Bericht beschreibt eine angespannte Situation: Als die Lehrerin erneut eine Frage stellen wollte, habe Hagel ihr vor den Schülern das Wort abgeschnitten und erklärt, er wolle gerade mit den Kindern sprechen. Zudem wurde er spontan aufgefordert, den Treibhauseffekt zu erklären. Seine Erklärung sei anschließend in sozialen Netzwerken stark kritisiert und vielfach verspottet worden; auch Politiker wie Karl Lauterbach hätten sich dazu geäußert.Hagel erklärte später, die Szene gebe den tatsächlichen Ablauf nur teilweise wieder. Die Lehrerin sei zuvor mehrfach ins Wort gefallen, und sein Ziel sei gewesen, mit den Schülerinnen und Schülern direkt ins Gespräch zu kommen. Die CDU betonte außerdem, die Lehrerin habe sich mit der Erklärung zufrieden gezeigt. (Redaktion, News4teachers)
Im Kommentar wird argumentiert, dass Wahlkämpfe vor allem von politischem Risiko und klaren Positionen lebten. Ulf Poschardt beschreibt, Cem Özdemir habe im baden-württembergischen Wahlkampf einen entschlossenen und konfliktbereiten Stil gewählt. Gerade diese Bereitschaft, offensiv aufzutreten und Gegner anzugreifen, mache seinen Erfolg möglich, obwohl die Politik der Grünen im Land nach Ansicht des Autors viele Probleme verursacht habe. Demgegenüber erscheine CDU-Kandidat Manuel Hagel zu vorsichtig. Der Kommentar führt aus, Hagel habe versucht, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und Konflikte zu vermeiden. Dadurch sei es ihm jedoch nicht gelungen, eine klare Alternative zur amtierenden Regierung zu präsentieren. Der Text zieht daraus eine allgemeine Schlussfolgerung über Wahlkämpfe: Wer aus Angst vor Fehlern zu defensiv agiere, könne keine Wahl gewinnen. Politischer Erfolg erfordere Mut zu klaren Positionen und die Bereitschaft, Risiken einzugehen. In Baden-Württemberg habe gerade dieser Unterschied im Wahlkampfstil den entscheidenden Vorteil für Özdemir geschaffen. (Ulf Poschardt, WELT)
Das muss doch Folgen haben. Oder?
Im Kommentar wird argumentiert, dass das katastrophale Ergebnis der SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg zwar politisch Druck erzeugen werde, die Konsequenzen jedoch unklar blieben. Mark Schieritz beschreibt, dass Wahlniederlagen der Sozialdemokraten häufig sofort mit einfachen Erklärungen versehen würden: Manche sähen die Ursache in einem zu linken Kurs, andere in einer zu großen Annäherung an die politische Mitte, wieder andere machten Parteichef Lars Klingbeil persönlich verantwortlich. Der Text hält diese Deutungen für wenig überzeugend. Der langfristige Niedergang der SPD habe bereits vor zwei Jahrzehnten begonnen und sei auch unter früheren Führungspersonen wie Frank-Walter Steinmeier, Martin Schulz oder Olaf Scholz nicht gestoppt worden. Gleichzeitig zeigten internationale Beispiele, dass weder ein rechter noch ein linker Kurs automatisch Erfolg bringe. Die Wahldaten in Baden-Württemberg deuteten ebenfalls keine klare Strategie an: Arbeiter wählten häufig die Alternative für Deutschland, Angestellte eher die Bündnis 90/Die Grünen. Viele ehemalige SPD-Wähler seien zu den Grünen gewechselt, deren Spitzenkandidat Cem Özdemir stark abgeschnitten habe. Der Kommentar schließt, dass politischer Druck auf Klingbeil zwar zunehmen werde. Ob daraus jedoch klare programmatische Konsequenzen entstehen, bleibe offen.
Linksliberale sind in der Krise. Warum gerade jetzt ein Grüner gewinnt
Im Kommentar wird argumentiert, dass der Wahlsieg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg bemerkenswert sei, weil er in einer Zeit gelinge, in der das linksliberale Lager politisch eher in der Defensive gesehen werde. Robert Pausch beschreibt den Erfolg als „überwältigend“, da Özdemir einen großen Rückstand gegenüber dem CDU-Kandidaten Manuel Hagel aufgeholt habe. Als entscheidenden Faktor nennt der Text Özdemirs Strategie, sich im Wahlkampf bewusst als eigenständige Persönlichkeit zu präsentieren und nicht primär als Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen. Aussagen wie „Wir Grünen können Auto“ oder die Selbstbeschreibung des Landesverbands als „CSU der Grünen“ hätten signalisiert, dass er pragmatisch und parteiübergreifend denke. Damit habe er ein verbreitetes Gefühl angesprochen: Viele Wähler wünschten sich Politiker, die „für das ganze Land“ sprächen und nicht nur für eine Partei. Ein weiterer Vorteil sei seine Bekanntheit als ehemaliger Bundesminister gewesen. Gleichzeitig zeigt der Kommentar ein strukturelles Problem der Grünen: Innerparteiliche Regeln und Doppelspitzen würden häufig verhindern, dass einzelne Persönlichkeiten stark hervortreten. Am Ende stellt der Text jedoch eine zentrale Frage: Der Wahlsieg sei das eine – ob daraus auch politischer Gestaltungsspielraum entsteht, bleibe offen. Erfolgreich gewählt zu werden bedeute noch nicht automatisch, gesellschaftliche Mehrheiten für konkrete Politik zu organisieren.
Er war kein grüner Ministerpräsident
Im Porträt wird Winfried Kretschmann als Ausnahmefigur beschrieben, die Baden-Württemberg über 15 Jahre geprägt habe, ohne einfach als „grüner Ministerpräsident“ im klassischen Sinn aufzugehen. Peter Unfried argumentiert, Kretschmanns Erfolg habe nicht nur auf konkreter Politik beruht, sondern vor allem auf einer besonderen Verbindung von Ökologie, regionaler Kultur, philosophischer Reflexion und alltäglicher Bodenständigkeit. Dadurch habe er viele Menschen weit über das grüne Kernmilieu hinaus angesprochen. Der Text stellt heraus, dass Kretschmann weniger als Parteipolitiker denn als Repräsentant des ganzen Landes wahrgenommen worden sei. Gerade diese Haltung habe ihn populär gemacht und zugleich seine Partei verändert, auch wenn seine Methode bundesweit nur begrenzt übertragbar erscheine. Als Bilanz werden Erfolge in Umwelt- und Klimapolitik genannt, zugleich aber auch der Vorwurf, er habe seine Spielräume oft vorsichtig und „wirtschaftsfreundlich“ genutzt. Am Ende wird Kretschmann als politisches „Scharnier“ beschrieben: zwischen grünen Zielen und gesellschaftlicher Mehrheit, zwischen Heimat und offener Gesellschaft, zwischen Ökologie und Ökonomie. Genau darin liege auch die Grundlage für Cem Özdemirs Erfolg. (Peter Unfried, taz)
Resterampe:
- Die wichtigsten Umfragen zur Landtagswahl
- Wählendenwanderungen
- Kampagnenbeispiel
- Kampagne pro Hagel
- Strategische Fähigkeiten der Grünen
- Schmutzwahlkampf der FDP
Transkript:
00:00:00.64
Stefan Sasse
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von die Bohrleute.
00:00:03.50
Stefan Sasse
Hier ist der Stefan und ich bin hier mit meiner Co-Pilotin der Ariane.
00:00:07.09
Stefan Sasse
Hallo Ariane, wie geht’s dir denn so?
00:00:09.62
Ariane
Hallo Stefan, ich höre, wir sind schon direkt im Thema.
00:00:12.38
Ariane
Ich habe mich nämlich schon beschwert, bei Manuel Hagel verstehe ich nur jedes dritte Wort.
00:00:16.82
Ariane
Ist die Wahl deswegen verloren gegangen?
00:00:18.52
Ariane
Mehr oder weniger?
00:00:20.68
Stefan Sasse
Ich glaube auch, es lag an seinem schwäbischen Akzent.
00:00:24.04
Stefan Sasse
Ich denke auch, nein.
00:00:25.08
Stefan Sasse
Manuel Hagel, das ist natürlich für Ausländer hier ein bisschen schwieriger, weil der kommt ja auch von der Albra, wenn ich das richtig weiß.
00:00:31.12
Stefan Sasse
Also zumindest aus den eher provinzielleren Gegenden, wo der Dialekt etwas stärker ausgeprägt ist.
00:00:37.20
Stefan Sasse
Ich komme hier aus dem Stuttgarter Raum, also ich muss mich bemühen, so wie gerade in der Anmoderation, meinen Akzent raushängen zu lassen.
00:00:39.86
Ariane
Ja.
00:00:44.33
Stefan Sasse
Oder alternativ meine Großeltern besuchen, das hilft manchmal auch.
00:00:48.09
Stefan Sasse
Oder meine Eltern, da holt man den ja auch dann raus.
00:00:51.17
Stefan Sasse
Aber ihr werdet es erraten haben, wenn es nicht schon eben im Titel steht, wir wollen über die Landtagswahl in Baden-Württemberg sprechen.
00:00:58.39
Stefan Sasse
Wir nehmen das Ganze auf am 9.3., das heißt einen Tag nach der Wahl.
00:01:03.51
Stefan Sasse
Die Ergebnisse stehen mittlerweile weitgehend fest, aber natürlich sind die Analyse noch alle sehr frisch, quasi vom Band noch warm aus dem Ofen oder was auch immer eure Lieblingsmetapher ist.
00:01:15.07
Stefan Sasse
Und wir wollen heute einfach mal einen kleinen Rundumblick machen.
00:01:18.01
Stefan Sasse
Und ich komme ja von hier.
00:01:19.65
Stefan Sasse
Ja, sozusagen.
00:01:20.83
Stefan Sasse
Oder wie der Manuel Hagel sagen würde, ja, heimatisch wichtig.
00:01:25.09
Stefan Sasse
Und die Ariane, die kommt sehr entschieden nicht von hier.
00:01:28.19
Stefan Sasse
Deswegen kann sie auch Hochdeutsch.
00:01:31.23
Stefan Sasse
Und die wird uns quasi den Außenseiterblick an der Stelle präsentieren können, wie dieser ganze Wahlkampf und wie das Ländle den so von außen wirkt.
00:01:40.86
Stefan Sasse
Und ich habe auf jeden Fall schon sehr viele Leute gehört, die gesagt haben, hört bitte endlich auf, Ländle zu sagen.
00:01:44.95
Stefan Sasse
Und ich werde versuchen, es zu vermeiden.
00:01:47.50
Stefan Sasse
Wir können ein kleines Trinkspiel draus machen.
00:01:49.52
Stefan Sasse
Jedes Mal, wenn ich sage, dann müsst ihr einen trinken.
00:01:52.52
Stefan Sasse
Ich weiß nicht, warum ihr das machen solltet, aber falls ihr mit diesem Podcast ein Trinkspiel machen wollt, versuchen wir das mal.
00:01:58.16
Stefan Sasse
Gut, damit genug der Vorrede für alle diejenigen, die unter einem Stein leben und es nicht mitbekommen haben.
00:02:03.75
Stefan Sasse
Die Grünen haben die Wahl in Baden-Württemberg knapp gewonnen und jetzt könnte man ja sagen, what else is new, das ist jetzt die vierte Wahl in Folge, die sie gewonnen haben und in der sie den Ministerpräsidenten stellen.
00:02:14.79
Stefan Sasse
Aber es gibt quasi zwei wichtige Besonderheiten bei dieser Wahl.
00:02:18.95
Stefan Sasse
Das eine ist, dass Winfried Kretschmann nicht mehr angetreten ist.
00:02:22.17
Stefan Sasse
Und der hat ja das Land seit 2011 regiert.
00:02:28.08
Stefan Sasse
Und Winfried Kretschmer, das war immer so ein bisschen der Nicht-Grüne-Grüne.
00:02:32.16
Stefan Sasse
Das war ein ziemlich konservativer, der hat sich auch immer suggeriert, hat immer auf maximalen Abstand von der Partei gesetzt.
00:02:38.48
Stefan Sasse
Der hatte so dieses knochige Landesvater-mäßige, was man da so hat.
00:02:42.81
Stefan Sasse
Der war also quasi ein sozial akzeptabler Grüner.
00:02:45.67
Stefan Sasse
Und sein Lieblingsnachfolger und ambitionierter und jetzt gewählter Nachfolger war eben Cem Özdemir.
00:02:52.93
Stefan Sasse
Und da hört man schon am Namen, der bringt jetzt nicht so ganz den klassischen Schwabengeschmack mit.
00:02:58.58
Stefan Sasse
Der kommt zwar von hier und der kann Schwäbisch sprechen, wie alle anderen auch, ja, Schwäbisch-Schwätze, wie alle anderen im Ländle.
00:03:06.72
Stefan Sasse
Ich sehe schon, ihr werdet es ja nicht sehen.
00:03:07.46
Ariane
Aber so, dass ich ihn noch verstehe.
00:03:08.88
Ariane
Ja.
00:03:09.10
Stefan Sasse
Ja genau, den kann man noch verstehen.
00:03:11.28
Stefan Sasse
Ich meine, du verstehst doch den Manuel Hagel, das übertreib mal nicht.
00:03:14.94
Stefan Sasse
Aber der bemüht sich.
00:03:17.74
Stefan Sasse
Und der Cem Özdemir musste jetzt allerdings eben den amtierenden Ministerpräsidenten ablösen.
00:03:22.54
Stefan Sasse
Sprich, es war effektiv schon auch ein Rennen von zwei Leuten, die nicht beide Amtsinhaber sind.
00:03:29.69
Stefan Sasse
Und bis tief in den Herbst rein sah es auch so aus, als hätten die Grünen eigentlich keine echte Chance, das Ministerpräsidentenamt zu verteidigen.
00:03:39.45
Stefan Sasse
Die lagen 10 Prozentpunkte hinter der CDU und normalerweise, wenn du 10 Prozentpunkte Abstand zu einer anderen Partei hast in Umfragen, dann ist das kein gutes Zeichen.
00:03:50.27
Stefan Sasse
Aber ich habe schon im Herbst gesagt gehabt zu anderen Leuten und bedauerlicherweise es nicht öffentlich getan, aber ich hoffe, ihr glaubt es mir trotzdem, dass die Chancen der Grünen deutlich besser standen, als das diese Zahl hat vermuten lassen.
00:04:03.62
Stefan Sasse
Und das haben auch andere schlaue Leute gesagt, wie beispielsweise der Frank Staus, der auch von hier kommt und ja ein ziemlich expertenmäßiger Wahlkämpfer ist, der sich mit solchen Sachen und Trends auskennt.
00:04:15.30
Stefan Sasse
Und die Argumentation war eigentlich immer die, dass Manuel Hagel, also den CDU-Spitzenkandidaten, den kennt keine Sau, während Cem Özdemir sehr bekannt ist.
00:04:24.32
Stefan Sasse
Und sehr viele Leute waren vor allem aus dem potenziellen wählenden Lager der Grünen, waren lange unentschlossen.
00:04:33.48
Stefan Sasse
Das heißt, für die Grünen war sehr viel Potenzial da.
00:04:36.68
Stefan Sasse
Und im Gegensatz zu anderen Parteien, die ich nennen könnte in jüngeren Wahlen, etwa der Schwesterpartei der baden-württembergischen Grünen, waren sie auch in der Lage, dieses unerschlossenen Reservoir bei der Wahl anzuzapfen und auszunutzen und haben jetzt, um nicht einmal einen Prozent es geschafft, an der CDU vorbeizuziehen und das Ministerpräsidenten zu verteidigen.
00:04:58.43
Stefan Sasse
Also eine richtige Aufholjagd, das war spannend.
00:05:01.15
Stefan Sasse
Und wir wollen uns heute darüber unterhalten, warum ist das passiert?
00:05:04.64
Stefan Sasse
Und ich kann, glaube ich, schon so viel vorwegnehmen, es lag nicht an den rehbraunen Augen einer Realschülerin.
00:05:11.20
Stefan Sasse
Aber damit zu dir zurück, Ariane.
00:05:13.46
Stefan Sasse
Wie hast du das Ganze wahrgenommen?
00:05:14.84
Stefan Sasse
Wann ist denn eigentlich die Landtagswahl in Baden-Württemberg zum ersten Mal auf deinem politischen Radar aufgetaucht?
00:05:21.31
Ariane
Ja, da widerspreche ich dir nämlich gleich wieder, weil ich glaube, das waren tatsächlich die Rehbraunen Augen.
00:05:26.47
Ariane
Also ich glaube, das war ja ziemlich gleichzeitig mit dem Triell.
00:05:30.93
Ariane
Und hier hat man ja, das ist mir doch egal, was dir da hinten wird, ganz ehrlich, das ist irgendwie das andere Ende von Deutschland.
00:05:36.44
Ariane
Ich habe das auch ein bisschen nicht wusste, Cem, es tritt da irgendwie an, aber sonst war es mir ein bisschen egal.
00:05:42.38
Ariane
Und ich glaube tatsächlich, die letzten zwei, drei Wochen, so lange ist das sehr mit den Rehbraunen Augen,
00:05:48.43
Ariane
eine Woche vor dem Triell oder so, da kam dieses Video hoch.
00:05:53.29
Ariane
Und ich glaube, das war tatsächlich das erste Mal, dass ich ein Video von Manuel Hagel gesehen habe.
00:06:00.01
Ariane
Also irgendwie ein Gesicht zu dem Namen.
00:06:01.61
Ariane
Ich wusste, den Namen gibt es an BMW, aber hatte kein Gesicht.
00:06:04.27
Ariane
Er war ja auch nicht Ministerpräsident.
00:06:06.25
Ariane
Und ich glaube, dann das Triell.
00:06:08.05
Ariane
Also das waren tatsächlich so die beiden, wo ich mich das erste Mal mit dieser Wahl beschäftigt habe, umgekehrt.
00:06:15.49
Ariane
Und jetzt ein Gesicht auch zu diesem Manuel Hagel hatte.
00:06:17.83
Ariane
Das war jetzt nicht der beste erste Eindruck.
00:06:19.82
Ariane
Aber es war jetzt auch nicht, ich konnte ja eh nicht wählen, das hätte, ich glaube, für mich war es jetzt auch nicht so krass wahlentscheidend gewesen.
00:06:26.30
Ariane
Aber das war tatsächlich…
00:06:29.78
Ariane
Das erste Mal, dass dieser Wahlkampf finde ich, oder gehe ich davon aus, dass er so bundeswahlweit Schlagzeilen gemacht hat für Leute wie mich, die das jetzt nicht so brennend interessiert, was der katholische Süden treibt, ehrlich gesagt.
00:06:43.90
Ariane
Und
00:06:46.04
Ariane
Ich glaube, das war, also dann kam auch ein bisschen mehr.
00:06:48.34
Ariane
Also muss ich sagen, ich hatte das Gefühl, das war so das, wo es ein bisschen Fahrt aufgenommen hatte.
00:06:52.74
Ariane
Also ich hatte ein Triell, ich habe es glaube ich nicht in der ganze Zeit gesehen und auch nicht live, aber schon ziemlich viele Clips und ein paar Zusammenfassungen.
00:07:01.31
Ariane
Das war auch so das erste Mal, wo ich mich so ein bisschen mit den Themen beschäftigt habe.
00:07:07.36
Stefan Sasse
Ich kann dir sagen, wann ich zum ersten Mal von Manuel Hagel gehört habe, also wann ich seinen Namen zum ersten Mal gehört habe, ich wusste bereits im Herbst, der Kandidat der CDU ist unbekannt.
00:07:19.08
Stefan Sasse
Aber ich wusste nicht, wer dieser Kandidat ist.
00:07:21.74
Stefan Sasse
Also ich habe vielleicht den Namen mal gehört, aber wenn, dann habe ich ihn gleich wieder vergessen.
00:07:26.10
Stefan Sasse
Und mir ins Gedächtnis gekommen ist es so irgendwann im Januar, als die Plakate aufgehängt wurden.
00:07:31.44
Stefan Sasse
Weil dann lächelte da dieser prototypische Schwiegersohn von den Plakaten runter und der hat wirklich diesen Look vom Lieblingsschwiegersohn quasi.
00:07:44.32
Stefan Sasse
Das ist so die Aura, die der ausstrahlt.
00:07:47.54
Stefan Sasse
Und da hat er runtergelächelt und da stand dann eben Manuel Hagel für Baden-Württemberg und der war dann eingerahmt mit so anderen Leuten.
00:07:53.92
Stefan Sasse
Und da weißt du schon immer, da hast du Trouble hast.
00:07:56.76
Stefan Sasse
Das wurde schon gemacht damals, als Merkel angetreten ist 2005 gegen Gerhard Schröder, da wurde die auch eingerahmt von anderen CDUlern, weil man nicht darauf vertraut hat, dass die Leute sie wählen würden, sondern da brauchtest du mehr Leute.
00:08:10.73
Stefan Sasse
Und ich finde, das ist immer so ein ganz großes Misstrauensvotum gegen den eigenen Vorsitzenden, wenn der nicht alleine auf dem Plakat sein darf.
00:08:17.33
Stefan Sasse
Sie haben dann später auch noch genug Plakate aufgehängt, auf denen er allein ist, aber das ist natürlich jetzt auch nur anekdotisch, aber meine erste Begegnung mit ihm war auf einem Plakat, wo er nicht alleine drauf war als Ministerpräsidentschaftskandidat.
00:08:30.20
Ariane
Ist das nicht auch genau das Gegenteil zu Özdemir?
00:08:33.02
Ariane
Der hatte doch nicht mal seine Partei irgendwie mit auf den Plakaten, oder?
00:08:36.10
Stefan Sasse
Korrekt, damit hat die CDU auf den letzten Metern versucht, noch ein bisschen die Grünen anzugreifen.
00:08:36.24
Ariane
Ja.
00:08:41.52
Stefan Sasse
Das ist absolut richtig.
00:08:43.74
Stefan Sasse
Die grünen Wahlplakate von Cem Özdemir hatten tatsächlich darauf verzichtet.
00:08:48.86
Stefan Sasse
Das war jetzt trotzdem kein Geheimnis, in welcher Partei der ist, schon allein, weil der Hintergrund von den Plakaten grün war.
00:08:54.46
Stefan Sasse
Also man kann diese Deutung auch übertreiben.
00:08:57.62
Stefan Sasse
Aber ja, tatsächlich, sie haben das Parteilogo extrem klein unten in die Ecke gedruckt und den Schriftzug, die Grünen, auf den haben sie ganz verzichtet.
00:09:07.01
Stefan Sasse
Da würde ich dann nachher auch nochmal drauf kommen, wenn wir zum Wahlkampf generell kommen.
00:09:10.61
Stefan Sasse
Das war auch absolut eine sinnvolle Entscheidung und wir werden noch darüber sprechen, warum.
00:09:16.61
Stefan Sasse
Aber der Fakt ist, dass die Grünen einen sehr großen Bekanntheitsgrad hier haben und wir müssen wirklich für alle diejenigen, die nicht aus Baden-Württemberg kommen, wenn ich hier von den Grünen rede,
00:09:28.70
Stefan Sasse
Ich rede nicht von der Bundespartei.
00:09:30.50
Stefan Sasse
Das ist tatsächlich die Schwesterpartei.
00:09:32.32
Stefan Sasse
Das ist so ein bisschen wie CSU und CDU.
00:09:34.48
Stefan Sasse
Das sieht gleich aus für den Uneingeweihten, aber es ist nicht dasselbe.
00:09:39.18
Stefan Sasse
Da gibt es einfach einige zentrale Unterschiede.
00:09:42.50
Stefan Sasse
Und die Grünen in Baden-Württemberg sind eine…
00:09:46.55
Stefan Sasse
Irgendwo zwischen liberal und konservative Partei.
00:09:50.91
Stefan Sasse
Man nennt ja auch die Ökolibertären.
00:09:53.41
Stefan Sasse
Das geht mir ehrlich gesagt schon wieder ein bisschen zu weit.
00:09:56.03
Stefan Sasse
Also ich würde die tatsächlich deutlich mehr in die konservative Ecke stellen.
00:09:59.93
Stefan Sasse
Weil der Süden Deutschlands ist einfach konservativ.
00:10:02.51
Stefan Sasse
Das ist wie in Bayern, da haben wir die CSU, die AfD und die Freien Wähler und die teilen unter sich drei Viertel der Wählenden Stimmen auf oder so.
00:10:09.19
Stefan Sasse
Und hier in Baden-Württemberg haben wir die AfD, die Grünen und die CDU, die machen funktional dasselbe.
00:10:13.71
Stefan Sasse
Das sind alles in einem gewissen Rahmen konservative Parteien.
00:10:17.100
Stefan Sasse
Die Grünen sind natürlich eine für konservative Verhältnisse sehr linke Partei.
00:10:22.42
Stefan Sasse
Und die baden-württembergische CDU, und auch darüber wird zu sprechen sein, ist ebenfalls eine liberale konservative Partei, nicht vergleichbar beispielsweise mit Sachsen oder sowas.
00:10:33.65
Stefan Sasse
Aber, und hier gebe ich euch nochmal was für euer Trinkspiel, hier im Ländle sind die Grünen definitiv etwas anderes, als sie das im Bund sind oder gar in einem Landesverband wie Berlin oder so.
00:10:37.15
Ariane
Vielen Dank.
00:10:48.11
Stefan Sasse
Also wer sozusagen diese Radikal-Linken, so die Ricarda-Lang-Fraktion oder die jungen Grünen oder so, Palästina-Tuch tragend mit Piercings und so weiter, davor sich hat, bitte aus dem Gedächtnis streichen, was wir hier haben, sind Bürgerliche.
00:11:05.01
Stefan Sasse
Und das ist ja auch der Erfolgsfaktor, warum die Grünen hier in Baden-Württemberg überhaupt an die Regierung kommen und warum die überhaupt die CDU herausfordern können.
00:11:15.12
Stefan Sasse
Die haben es hier geschafft, sich als eine konservative Partei zu etablieren.
00:11:20.92
Stefan Sasse
Und ohne das könnten sie nicht gewinnen.
00:11:23.56
Stefan Sasse
Also quasi der Sieg an sich ist der Beweis dafür.
00:11:27.60
Stefan Sasse
Das quasi zuerst einmal als Vorrede an der Stelle.
00:11:31.94
Stefan Sasse
Und jetzt habe ich ja schon gesagt, die Chancen für die standen echt gar nicht so schlecht.
00:11:36.82
Stefan Sasse
Also hättest du mich im Herbst gefragt, wer gewinnt das Ding?
00:11:39.22
Stefan Sasse
Ich hätte der CDU maximal 60-40 gegeben und spätestens als der Trend sich abgezeichnet hat in den sehr wenigen Umfragen, die es gab.
00:11:47.76
Stefan Sasse
Es gab eine im Oktober oder sowas und die nächste war, glaube ich, erst im späten Dezember oder sogar frühen Januar.
00:11:54.19
Stefan Sasse
Deswegen hat sich dieser Trend auch sehr lange nicht abgezeichnet.
00:11:58.67
Stefan Sasse
Also zumindest nicht bei den nur oberflächlichen Beobachtenden und möglicherweise auch bei der CDU.
00:12:06.44
Stefan Sasse
Das kann sein, dass die auch erst sehr später darauf gestolpert sind, das weiß ich nicht.
00:12:11.42
Stefan Sasse
Aber dieses Potenzial war auf jeden Fall da und wartete darauf, aktiviert zu werden.
00:12:18.14
Stefan Sasse
Und es wurde aktiviert und wie gesagt, wir müssen heute über die Gründe sprechen, warum.
00:12:23.32
Stefan Sasse
Und ich würde folgende Großthemenblöcke dafür anbringen.
00:12:29.24
Stefan Sasse
Das erste ist der Wahlkampf.
00:12:31.18
Stefan Sasse
Also ganz schlichtes Wahlkampfmanagement sozusagen und zwar völlig unabhängig von äußeren Einflüssen.
00:12:36.78
Stefan Sasse
Also da gehören dann keine rebraunen Augen dazu oder so, sondern einfach die Konzeption und die generelle Strategie des Wahlkampfs.
00:12:43.54
Stefan Sasse
Das ist Erfolgsstrategie, Erfolgsfaktor Nummer eins.
00:12:46.84
Stefan Sasse
Also warum dieses Ergebnis zustande gekommen ist, so wie es zustande gekommen ist.
00:12:51.04
Stefan Sasse
Dann haben wir als zweiten wichtigen Faktor diese Bekanntheitsgrad-Geschichte, dass ein Kandidat wesentlich prominenter war als der andere und damit einhergehend über wesentlich größere Beliebtheitswerte verfügt hat.
00:13:06.50
Stefan Sasse
Ja, ich meine so jemand wie Robert Habeck oder Annalena Baerbock, die sind auch bekannt.
00:13:09.62
Stefan Sasse
Ich würde behaupten, wären die hier angetreten, die hätten Manuel Harry nicht besiegt.
00:13:14.86
Stefan Sasse
Also da kommt schon noch auf ein bisschen mehr an als Luke Gantt.
00:13:19.10
Stefan Sasse
Oder Ricarda Lang, die kommt ja auch aus Baden-Württemberg, aber die hätte es mit Sicherheit nicht geschafft.
00:13:25.66
Stefan Sasse
Und nicht, weil sie eine Frau ist.
00:13:28.26
Stefan Sasse
Dann haben wir neben dieser Bekanntheit und der Wahlkampfstrategie, haben wir die Persönlichkeit der Kandidaten, die ebenfalls mit eine Rolle gespielt hat, also sozusagen ihre persönlichen Qualitäten an der Stelle oder der Mangel derselben.
00:13:45.16
Stefan Sasse
Und dann haben wir einen ganz, ganz wichtigen Faktor, der in meinen Augen viel zu wenig diskutiert wird, ist die Lage in Berlin.
00:13:52.14
Stefan Sasse
Also die bundespolitische Lage und wie sie auf die Landtagswahl zurückgestrahlt hat.
00:13:56.11
Stefan Sasse
Weil bekanntlich sind Landtagswahlen auch immer Wahlen, in denen die Performance der Bundesregierung gerankt wird.
00:14:02.23
Stefan Sasse
Und weißt du, wer gerade nicht in der Bundesregierung ist?
00:14:05.75
Ariane
Die FDP.
00:14:07.15
Stefan Sasse
Ja, die auch.
00:14:08.29
Stefan Sasse
Aber es fängt mit G an und hört mit Rühnen auf.
00:14:11.83
Stefan Sasse
Das heißt…
00:14:11.88
Ariane
Das gibt automatisch 5 Prozentpunkte, oder?
00:14:14.46
Ariane
Wenn du jetzt nicht mehr an der Regierung bist, hilft es dir schon mal.
00:14:17.44
Stefan Sasse
Ja, vielleicht keine fünf, aber es war auf jeden Fall ein, und wir werden wie gesagt darauf noch ausführlicher kommen, es war ein in meinen Augen sehr entscheidender Faktor.
00:14:25.22
Stefan Sasse
Also wenn du mich fragst, was war der ausschlaggebende Faktor für den Sieg der Grünen, dann war das die Bundespolitik.
00:14:31.70
Stefan Sasse
Ansonsten hätte Manuel Hage gewonnen.
00:14:33.86
Stefan Sasse
Nicht so hoch wie im Herbst, aber diese 0,5 oder 0,7 Prozent, die ihm da jetzt gefehlt haben, die hätte er bekommen.
00:14:42.55
Stefan Sasse
Da bin ich, also da würde ich wirklich meine Hand dafür ins Feuer legen, wenn wir die Zeit zurückdrehen und, was weiß ich, die Ampel weiter an der Regierung ist und nicht zerbricht, Friedrich Merz ist nicht Bundeskanzler bei dieser Landtagswahl hier.
00:14:57.13
Stefan Sasse
Never ever verliert die CDU diese Wahl.
00:15:00.45
Stefan Sasse
No way.
00:15:01.67
Stefan Sasse
Das heißt, das war in meinen Augen der entscheidende Faktor.
00:15:05.51
Ariane
Vielen Dank.
00:15:06.23
Stefan Sasse
In den Nachrichten gestern haben sie immer davon geredet, dass ihnen der Rückenwind aus Berlin gefehlt hat.
00:15:10.33
Stefan Sasse
Ich würde mal sagen, da war eine ziemlich steife Prise im Gesicht, aber erneut auch darauf werden wir kommen.
00:15:15.92
Stefan Sasse
Das wären mal so mit die wichtigsten Punkte.
00:15:19.46
Stefan Sasse
Ein kleinerer Punkt.
00:15:21.34
Stefan Sasse
wären natürlich die rebraunen Augen, zu denen kommen wir bestimmt auch gleich nochmal.
00:15:25.38
Stefan Sasse
Ich halte sie für wesentlich weniger bedeutsam als du.
00:15:28.82
Stefan Sasse
Und zuletzt haben wir noch die Natur der CDU hier und ihren Umgang mit der AfD, den ich ebenfalls für deutlich unterschätzt und bisher unterdiskutiert habe, halte im Wahlergebnis.
00:15:44.25
Stefan Sasse
Die Einzigen, die darüber sprechen bislang, witzigerweise, ist die Welt.
00:15:48.35
Stefan Sasse
Und die sagen, die CDU war nicht rechts genug.
00:15:52.12
Stefan Sasse
Ich würde, wenig überraschend, das Gegenteil, nee, nicht das Gegenteil behaupten.
00:15:56.84
Stefan Sasse
Ich würde sagen, die haben sich auf dem ideologischen Spektrum genau richtig platziert.
00:16:01.18
Stefan Sasse
Also da kann man ihnen keinen Vorwurf machen.
00:16:02.96
Stefan Sasse
Die waren nicht zu rechts, die waren nicht zu links an der Stelle, sondern die haben genau das getan, was die CDU machen muss, um Wahlen zu gewinnen.
00:16:09.14
Stefan Sasse
Das wäre jetzt quasi erst einmal mein Überblick.
00:16:10.77
Stefan Sasse
Habe ich was vergessen?
00:16:13.18
Ariane
Nee, ich glaube, du… Was mir noch eingefallen ist, dass du das erzählt hast mit der steifen Brise aus Berlin, das kam, glaube ich, auch… Ich glaube, dieses… Das war nämlich, glaube ich… Kann sogar sein, dass das vor den rehbraunen Augen war.
00:16:26.06
Ariane
Da habe ich nämlich auch irgendwie über den…
00:16:29.55
Ariane
Da ging der Wahlkampf, glaube ich, gerade in die heiße Phase und man hatte irgendwie den armen Manuel Hagel irgendwie bei so einer schlechten, also ich könnte ja kein Politiker sein, aber die gehen ja von Tür zu Tür, um sich mal vorzustellen und wie wir schon gesagt haben, er hatte das ja auch nötig, weil ihn sowieso niemand kannte und das war, glaube ich, eben diese komische Begleitung, denn jeder, bei dem er irgendwie kam, musste er sich jetzt erstmal für diese Lifestyle-Teilzeit umsetzen.
00:16:55.51
Ariane
Und ich weiß gar nicht, was noch war.
00:16:57.03
Ariane
Ich glaube, diese Zahnarztbesuche irgendwie rechtfertigen.
00:16:59.45
Ariane
Also da tat er mir ein bisschen leid, muss ich sagen.
00:17:01.97
Ariane
Das ist natürlich auch fies.
00:17:03.13
Ariane
Man möchte sich vorstellen.
00:17:04.25
Ariane
Und als erstes hast du diese Lifestyle-Teilzeitdebatte irgendwie am Hals, wo er auch nur erzählen konnte, dass es nicht von ihm kam.
00:17:15.22
Ariane
Ja, aber gut, womit fangen wir denn an?
00:17:18.48
Ariane
Weil ich hatte das gestern so ein bisschen abgehakt mit, okay, Cem Özdemir ist bekannt und beliebt und er hat gewonnen.
00:17:25.21
Ariane
Ist das schon alles?
00:17:26.17
Ariane
Also es wird sicher einiges ausgemacht haben.
00:17:28.63
Ariane
Wie viel Prozent würdest du sagen?
00:17:31.45
Stefan Sasse
Die reine Persönlichkeitsfrage, die würde ich locker auf, wir reden ja hier im Endeffekt von was hat die Lücke geschlossen, zwischen diesen 20 und den 30 Prozent von Herbst auf jetzt.
00:17:44.84
Stefan Sasse
Und ich würde der Persönlichkeitsfrage drei oder vier von diesen Prozent geben und ungefähr genauso viel für den Gegenwind aus Berlin.
00:17:52.44
Stefan Sasse
Das wären also so quasi irgendwo zwischen 6 und 8 Prozent für den Teil.
00:17:56.24
Stefan Sasse
Ich würde dem Wahlkampf noch einen eher klecklichen Anteil dazugeben und den rebraunen Augen 0,1, vielleicht 0,2.
00:18:08.15
Stefan Sasse
Nee, nee.
00:18:09.79
Ariane
Hat das mehr Aufmerksamkeit in Baden-Württemberg hervorgehoben?
00:18:13.34
Ariane
Also bei mir war es irgendwie ein Nachmittag auf Twitter oder so.
00:18:15.93
Stefan Sasse
Ja, genau.
00:18:16.99
Stefan Sasse
Vor allem ist es ein Twitter-Phänomen.
00:18:19.35
Stefan Sasse
Also ich habe das wieder in meinem eigenen Umfeld mitbekommen, dass von den Leuten, die nicht dauerhaft online sind, kannte das praktisch niemand.
00:18:28.61
Stefan Sasse
Also ich habe mit einem Kumpel von mir am Sonntag noch gesprochen, der ebenfalls ziemlich entschlossen Grün gewählt hat und der auch wirklich politisch interessiert ist und alles und der hörte davon zum ersten Mal.
00:18:42.98
Stefan Sasse
Der hatte keine Ahnung.
00:18:43.68
Stefan Sasse
Der hat aber auch noch nie Manuel Hagel gesehen.
00:18:46.32
Stefan Sasse
Also in live sozusagen, wo es ja auch nicht wieder redet oder sonst irgendwas.
00:18:51.33
Stefan Sasse
Also von daher, wir müssen uns das immer wieder klar machen, die allerwenigsten Leute interessieren sich für diesen Kram und kriegen das mit.
00:18:57.73
Stefan Sasse
Die Wahlentscheidungen der breiten Masse werden auf viel, viel basic Sachen getroffen.
00:19:04.11
Stefan Sasse
Und da gehört einerseits die Bekanntheit rein, den lassen wir machen.
00:19:09.03
Stefan Sasse
Da haben wir ja hier so quasi hier in Baden-Württemberg haben wir die Grüne im Notfall wählen.
00:19:14.47
Ariane
Genau.
00:19:15.50
Stefan Sasse
Das ist so quasi die Haltung hier.
00:19:18.94
Stefan Sasse
Die sind nicht die erste Wahl bei vielen, aber es geht sozusagen.
00:19:23.94
Stefan Sasse
Und da haben wir so ein bisschen dieses Helmut-Schmidt-Phänomen, dem immer alle hinterherrennen.
00:19:28.92
Stefan Sasse
Die Partei ist wesentlich unbeliebter als ihr Spitzenkandidat.
00:19:32.22
Stefan Sasse
Dementsprechend haben sie auch ihren Wahlkampf aufgezogen.
00:19:35.28
Stefan Sasse
Und das hat ja auch funktioniert.
00:19:37.07
Stefan Sasse
Aber ja, die Beliebtheit und die Bekanntheit des Kandidaten war ein ganz entscheidender Punkt.
00:19:42.55
Stefan Sasse
Das ist überhaupt keine Frage.
00:19:43.63
Stefan Sasse
Das war eine Personenwahl auf der einen Seite.
00:19:47.01
Stefan Sasse
und eben eine Anti-Berlin-Wahl auf der anderen Seite.
00:19:50.79
Stefan Sasse
Was praktisch überhaupt keine Rolle gespielt hat, sind die konkreten Themen, weil schmutzige Wahrheit, die haben sich auch praktisch nicht unterschieben.
00:19:57.04
Stefan Sasse
Also wenn du mir erzählen möchtest, dass wir hier einen Wahlkampf um irgendwelche Policy-Inhalten gehabt hätten, da würde ich einfach schallend lachen, weil die Unterschiede zwischen Grünen und CDU hier echt marginal sind.
00:20:01.97
Ariane
No.
00:20:11.34
Stefan Sasse
Ich habe darüber auch einen Artikel geschrieben auf meinem Blog, weil ich war ja auf so einer Wahlkampfveranstaltung von Manuel Hagel.
00:20:17.38
Stefan Sasse
Und da gibt es einfach keinen Punkt, bei dem man hätte, ohne rot zu werden, sagen können, oh, das unterscheidet uns massiv von den Grünen, deswegen können wir keine Koalition mit ihnen eingehen.
00:20:28.35
Stefan Sasse
Da gab es einfach nichts.
00:20:30.51
Stefan Sasse
In meinem Wahlkreis.
00:20:32.29
Stefan Sasse
Der Direktkandidat, das ist der migrationspolitische Sprecher der CDU.
00:20:36.26
Stefan Sasse
Der ist Staatssekretär im Innenministerium.
00:20:38.10
Stefan Sasse
Also der ist quasi der Sicherheitsheini bei denen.
00:20:41.04
Stefan Sasse
Und der war früher mal Polizist.
00:20:43.26
Stefan Sasse
Also das ist wirklich niemand, der in irgendeiner Art und Weise verdächtig wäre, nach links zu ticken.
00:20:47.80
Stefan Sasse
Und ich habe dem seine Wahlkampfbroschüre in der Hand gehabt, habe da reingeguckt, dieses, für was kämpfe ich?
00:20:52.89
Stefan Sasse
Und nichts davon hätte nicht irgendwie ein Grüner gleichzeitig sagen können, ja, passt, machen wir.
00:20:58.77
Stefan Sasse
Also von daher, da gab es, wenn du dieses Wahlprogramm gelesen hättest, wenn ich quasi das Gesicht von dem Mann wegschneide und du nicht wirklich gut auf diese Feinheiten von einzelnen Konnotationen und so eingestuft bist, sprich, wenn du ein Political Animal bist, das kannst du praktisch nicht unterscheiden.
00:21:13.97
Stefan Sasse
Das geht hier um Geschmacksrichtungen.
00:21:16.53
Stefan Sasse
Und ich habe auch quasi immer wieder gesagt in den letzten Wochen, wir entscheiden hier eigentlich nur, ob schwarz-grün oder grün-schwarz wird.
00:21:23.21
Stefan Sasse
Mehr passiert bei dieser Wahl nicht.
00:21:25.26
Stefan Sasse
Das ist nicht irrelevant.
00:21:26.52
Stefan Sasse
Also verstehe mich nicht falsch.
00:21:28.64
Stefan Sasse
Aber, und ich fand das gut, das war zutiefst beruhigend, dass wir hier quasi nicht so wie in Sachsen-Anhalt so die Frage haben, jo, haben wir morgen noch eine Demokratie oder haben wir keine mehr?
00:21:39.90
Stefan Sasse
Deswegen…
00:21:41.20
Stefan Sasse
Das stand von Anfang an außer Frage.
00:21:43.32
Stefan Sasse
Also das war eine Persönlichkeitswahl auf der einen Seite und eben diese Berlin-Geschichte auf der anderen Seite.
00:21:50.85
Stefan Sasse
Jeder Versuch, da inhaltliche Felder zu besetzen, ist letztlich gescheitert.
00:21:56.19
Stefan Sasse
Es wurde versucht.
00:21:57.99
Stefan Sasse
Bildung war so ein Themengebiet, was sie wieder auf ihre Plakate gepackt haben.
00:22:01.73
Stefan Sasse
Aber das hat auch eine Freundin von mir gesagt, die Maria Thiede, die war ja auch schon hier im Podcast.
00:22:06.49
Stefan Sasse
Die hat auch gesagt, dass niemand wählt wegen Bildung.
00:22:09.65
Stefan Sasse
Das passiert never ever, das ist immer ein totes Thema.
00:22:12.23
Stefan Sasse
Und dass die SPD jetzt die ganze Zeit sagt, aber wir haben voll das tolle Bildungsthema im Wahlkampf gehabt, ja Leute, das ist genau das Problem.
00:22:22.24
Stefan Sasse
Aber da kommen wir gleich beim Wahlkampfthema drauf.
00:22:25.98
Stefan Sasse
Das war Bildung war einmal ein Thema, dann wurde so ganz leicht angerissen die wirtschaftliche Frage, sprich der Einbruch von Daimler, von Porsche, von Bosch, die ja alle hier sitzen und für die Arbeitsplätze hier im Ländle trinkt.
00:22:41.46
Stefan Sasse
unglaublich wichtig sind.
00:22:44.22
Stefan Sasse
Das Problem ist halt dadurch, dass die CDU ja vorher auch schon an der Regierung war, konnten sie da halt auch keine großen Töne spucken.
00:22:50.32
Stefan Sasse
Das war für den Wahlkampf einfach ein bisschen blöd.
00:22:52.20
Stefan Sasse
Die konnten die Grünen da nicht frontal angreifen, wie sie es im Bundestagswahlkampf hätten machen können, was sie dann auch nicht gemacht haben.
00:23:00.70
Stefan Sasse
Und das letzte Thema war Sicherheit.
00:23:02.94
Stefan Sasse
Und da hat die CDU das gleiche Problem gehabt.
00:23:05.31
Stefan Sasse
Die haben hier zwar plakatiert im Endeffekt, dieses Stadt-Land-Sicher war der Slogan hier, also in Anspielung auf Stadt-Land-Fluss.
00:23:13.84
Stefan Sasse
Da sind nicht Stadt-Ländle-Fluss draufgeschrieben.
00:23:16.57
Ariane
Vielen Dank.
00:23:18.16
Stefan Sasse
Aber auch damit…
00:23:20.30
Stefan Sasse
Ich meine, was willst du machen?
00:23:21.18
Stefan Sasse
Die waren jetzt zehn Jahre hier an der Regierung.
00:23:22.74
Stefan Sasse
Da kannst du nicht sagen, Baden-Württemberg ist ein Lawless-Hellhole.
00:23:26.35
Stefan Sasse
Das geht ja nicht, weil die sind ja mit dafür verantwortlich.
00:23:29.19
Stefan Sasse
Das heißt, das ist so ein Mitgefangen-mit-gehangen-Ding für die.
00:23:31.57
Stefan Sasse
Das ist eine blöde Position, um Wahlkampf zu machen.
00:23:33.95
Stefan Sasse
Da kommen wir mit Sicherheit auch nochmal drauf.
00:23:35.71
Stefan Sasse
Und dann auch noch der unbekannte Spitzenkandidat.
00:23:37.83
Stefan Sasse
Und als er dann bekannt wird, wird er in all den schlechten Wegen bekannt.
00:23:41.85
Stefan Sasse
Das ist einfach eine scheiß Kombo.
00:23:43.75
Stefan Sasse
Und da muss man auch umgekehrt sagen, unter diesen Umständen hat die CDU trotzdem fast gewonnen und hat ein besseres Ergebnis als Friedrich Merz.
00:23:53.06
Stefan Sasse
Das sollte man sich an der Stelle auch nochmal klar machen.
00:23:55.80
Stefan Sasse
Und deswegen, ich denke, die haben auch sehr viel richtig gemacht.
00:23:58.94
Stefan Sasse
Aber da kommen wir dann nachher beim Wahlkampf nochmal drauf.
00:24:01.24
Stefan Sasse
Das wäre quasi jetzt erstmal meine Gedanken zum Thema Personenwahl.
00:24:05.27
Ariane
Genau, also meine Außenseite, also Psalm Westermir ist ja auch bekannt, wie gesagt, ich fand es auch mal lustig, wenn die CDU meinte, der verheimlicht, dass er bei den Grünen ist, aber das weiß ja jeder.
00:24:14.55
Ariane
Also so viel weiß man dann eben auch noch und ich hatte auch das Gefühl gedacht, das Problem ist, Manuel Hage war unbekannt und
00:24:25.34
Ariane
Er ist auch jetzt nicht, den man irgendwie zwei Sekunden sieht, selbst wenn es jetzt nicht dieses Rehbraune Augen Video gewesen wäre, wo man dachte, Mensch, der mit dem ersten Eindruck gewinnt er alle Herzen oder so.
00:24:37.30
Ariane
Und zwar wirklich nicht wegen irgendeiner Schmutzkampagne.
00:24:39.96
Ariane
Ich glaube, das schlimmste Video, was ich gesehen hatte, ja über Twitter glaube ich, war dieses gestellte Video offiziell von der CDU rausgegeben,
00:24:48.90
Ariane
wie er irgendwie einen Wahlkampf-Clip beendet und dann mit dem Menschen, der diese Kamera führt, noch kurz diskutiert, wo man herkommt und Heimat, yeah, super.
00:25:00.10
Ariane
Und das war das schlimmste Video, glaube ich.
00:25:03.40
Ariane
Und jedes Mal hatte ich so diesen Eindruck, es ist schon sehr unsouverän alles so ein bisschen.
00:25:09.43
Ariane
Nicht jemand, der spontan irgendwie…
00:25:14.02
Ariane
Alle Herzen gewinnen.
00:25:15.28
Ariane
Und das war auch, also ich fand so diese Clips vom Trier, wenn er länger redet, ist das vielleicht ein bisschen hin und her.
00:25:22.10
Ariane
Ich möchte auch nochmal deinen Artikel hervorheben über dieses Wahlkampf.
00:25:29.28
Ariane
Was war das genau?
00:25:30.48
Ariane
Also du warst auf einer Veranstaltung mit CDU-Land.
00:25:33.26
Stefan Sasse
Ja, eine Podiumsdiskussion an und für sich, die hat er mit Hendrik Wüst zusammengehalten.
00:25:33.46
Ariane
Manuel Hage war auch dabei.
00:25:34.72
Ariane
Ach, genau.
00:25:37.70
Stefan Sasse
Da kommen wir dann auch gleich nochmal bei der Positionierung drauf.
00:25:40.68
Ariane
Genau, weil ich glaube, da hattest du das auch kurz in so einem Nebensatz, dass Hendrik Wüster so ein bisschen in sich ruhend ist.
00:25:47.01
Ariane
Und bei Manuel Hagel hatte ich immer irgendwie nie so das Gefühl.
00:25:49.91
Ariane
Der wirkte da immer ein bisschen reingestolpert.
00:25:52.41
Ariane
Und ich hatte auch ein bisschen das Gefühl…
00:25:55.52
Ariane
der Wahlkampf wirkte auch ein bisschen so.
00:25:57.44
Ariane
Also wie gesagt, ich habe ja gerade, weil mir fehlten jetzt Plakate und so, das waren dann eher Videos und Plakate kamen vielleicht auch über Twitter oder so, weil wie du auch sagst, Stadt, Land, sicher, das ist ja ein dankbares Thema für Witzchen.
00:26:13.80
Ariane
Aber wo ich auch das Gefühl hatte, dass man da…
00:26:21.01
Ariane
nicht unbedingt seine besten Seiten so hervorgehoben hat, sondern selbst bei den Offiziellen hat man sich irgendwie schon an den Kopf gefasst und gedacht, Mensch, wer guckt sich das an und denkt, super, das veröffentlichen wir jetzt mal so und dann fliegen uns die Sympathien zu.
00:26:34.51
Ariane
Also da gibt es ja sicher Sachen, die man vielleicht ein bisschen mehr auf den Kandidaten hätte zuschneiden können, oder?
00:26:41.67
Ariane
Also das ist ja, wenn mir das so auffällt, das ist ja was, was professionellen Kampagnenleuten vielleicht, das merken die ja vielleicht auch.
00:26:42.23
Stefan Sasse
Ich weiß nicht.
00:26:49.63
Stefan Sasse
Das war halt der Kandidat.
00:26:51.31
Stefan Sasse
Das ist so ein ähnlicher Faktor, wie wenn Leute 2016 gesagt haben, Hillary Clinton, die ist so steif, warum ist die nicht authentisch?
00:26:58.15
Stefan Sasse
Die ist authentisch, die ist steif.
00:27:00.75
Stefan Sasse
Und genauso ist es bei Manuel Hagel, glaube ich, auch.
00:27:03.01
Stefan Sasse
Der Typ ist so.
00:27:05.27
Stefan Sasse
Deswegen meine ich, der ist kein Charisma-Bolzen.
00:27:07.69
Stefan Sasse
Man muss ja auch sagen, Cem Özdemir auch nicht.
00:27:09.99
Stefan Sasse
Also hast du mal Cem Özdemir reden sehen, der ist ja jetzt auch nicht gerade eine Rampensau oder sowas.
00:27:15.41
Stefan Sasse
Oder Spreng.
00:27:16.00
Ariane
Aber auch jemand, der niemand scheiße findet, oder?
00:27:16.33
Stefan Sasse
Gar nicht.
00:27:18.34
Ariane
Also vielleicht die grüne Jugend irgendwo, aber sonst war immer, ach ja, heute Champ.
00:27:22.67
Ariane
Ja.
00:27:22.81
Ariane
Ja.
00:27:22.100
Stefan Sasse
Ja, genau.
00:27:23.40
Stefan Sasse
Das ist halt der Cem.
00:27:25.86
Stefan Sasse
Der hat eine sehr große persönliche Glaubwürdigkeit und alles.
00:27:28.44
Stefan Sasse
Und das hat ihm ja auch geholfen, alles.
00:27:31.12
Stefan Sasse
Also das ist überhaupt nicht die Frage.
00:27:32.02
Stefan Sasse
Ich sage bloß, der hat auch nicht Charisma.
00:27:34.04
Stefan Sasse
Also wenn du die beiden nebeneinander stellst, da gibt es gar nicht so den Riesenunterschied.
00:27:39.02
Stefan Sasse
Der größte Unterschied zwischen den beiden ist das Alter.
00:27:41.82
Stefan Sasse
Das ist auch was, was ich persönlich, da habe ich sehr gemischte Gefühle dazu.
00:27:46.12
Stefan Sasse
Weil ich bin ja eigentlich nicht so der Freund, dass man die alten Leute wählen sollte, nur weil sie alt sind.
00:27:51.27
Stefan Sasse
Ob die jetzt bei den Grünen sind oder bei der CDU.
00:27:53.45
Stefan Sasse
Und es ist ja eigentlich echt gut, dass die CDU dieses Wagnis eingeht und quasi sagt, wir stellen hier jetzt wirklich jemanden Neuen auf.
00:27:59.97
Stefan Sasse
Deswegen habe ich diesen Artikel über die Wahlkampfveranstaltung, auch Generationenwechsel im Ländlektrink genannt.
00:28:05.95
Stefan Sasse
Also das ist quasi etwas, was du gesehen hast.
00:28:09.29
Stefan Sasse
Der Mann ist 37.
00:28:10.85
Stefan Sasse
Der ist jünger als ich.
00:28:12.23
Stefan Sasse
Das ist natürlich auch…
00:28:13.38
Ariane
Das musst du nicht betonen, bitte.
00:28:15.60
Stefan Sasse
Ja, ich habe das ja in meinem Artikel auch gesagt.
00:28:17.89
Stefan Sasse
Ich bin allein deswegen froh, dass er verloren hat, nur damit ich keinen Ministerpräsidenten gehabt habe.
00:28:22.79
Stefan Sasse
Also ich kann mir noch ein bisschen länger zu jungen Generationen gehörig gefühlen, als wenn mein Landesvater quasi hier ein paar Jahrgänge unter mir war.
00:28:33.44
Stefan Sasse
Aber das ist ja schon bemerkenswert.
00:28:35.56
Stefan Sasse
Nur das Problem ist, dass diese Jugend für Manuel Hagel ein reiner Nachteil war.
00:28:42.18
Stefan Sasse
Weil er quasi alle Nachteile der Jugend mitgebracht hat, sprich diese Aura von Unerfahrenheit, dieses Unreife, also politisch Unreife und so weiter.
00:28:51.03
Stefan Sasse
Aber er konnte die Vorteile, die sowas Jugendliches mit sich bringt, nicht nutzen, weil der Mann ist nicht jung.
00:28:55.100
Stefan Sasse
Das ist so dieses typische CDU-Ding.
00:28:57.94
Stefan Sasse
Der hat so dieses Philipp Amthor-artige.
00:28:58.49
Ariane
Ja.
00:29:00.80
Stefan Sasse
Erinnert euch noch an Philipp Amthor?
00:29:02.14
Stefan Sasse
Als der so 20 war, da hast du gedacht, ja, der ist 40.
00:29:05.10
Stefan Sasse
Und ungefähr so ist das bei Manuel Hagel auch.
00:29:07.64
Stefan Sasse
Der redet so.
00:29:09.08
Stefan Sasse
Also der benutzt Formulierungen.
00:29:12.48
Stefan Sasse
Da würde ich selbst bei meinen Eltern eine Augenbraue hochziehen teilweise.
00:29:15.79
Stefan Sasse
Ich habe da ja Beispiele gebracht in meinem Artikel.
00:29:18.05
Stefan Sasse
Ja, wenn er da davon redet, die Leute sind bienenfleißig oder solche Sachen.
00:29:22.73
Stefan Sasse
Oder er redet von seinen Kindern als den Buben oder so.
00:29:25.77
Stefan Sasse
Das ist so ein 50er, 60er Jahre Schwäbisch-Deutsch.
00:29:30.11
Stefan Sasse
Also im besten Falle ist es provinziell, aber das ist halt heutzutage auch nicht mehr so gut wie zu Kohls Zeiten oder Strauß Zeiten.
00:29:39.70
Stefan Sasse
Aber im schlimmsten Falle wirkt es einfach nur weird.
00:29:43.04
Stefan Sasse
Also von daher, der konnte ja auch diesen Vorteil des Jungen nicht ausnutzen, weil der nicht so diese Obama-Energie verstrahlt sozusagen.
00:29:50.73
Stefan Sasse
Oder auch diese Aufbruchenergie, die die Ampel hatte mit Christian Lindner, Annalena Baerbock und Robert Habeck.
00:29:55.35
Stefan Sasse
Dieses Trio, das so ganz klar jung und frisch und neue Generation auf der Bühne war.
00:30:00.75
Ariane
In der Szene hat das übrigens Daniel Günther.
00:30:01.19
Stefan Sasse
Okay.
00:30:02.93
Ariane
Ich finde, der fehlt noch so ein bisschen in dieser Jungriege.
00:30:06.63
Ariane
Der ist ja schon alt, der ist älter als wir, ich möchte das nochmal betonen, aber der hat noch so ein bisschen diesen kleinen Jungen-Charme irgendwie.
00:30:14.65
Stefan Sasse
Ja, Hendrik Wüst auch noch ein bisschen.
00:30:17.03
Stefan Sasse
Der Hendrik Wüst ist, glaube ich, 46 oder sowas.
00:30:19.85
Stefan Sasse
Also die haben das schon auch, aber der Manuel Hagel war eben wirklich nochmal, da hast du gemerkt, das ist nochmal ein Jahrzehnt davor.
00:30:26.12
Stefan Sasse
Und das konnte er gar nicht nutzen, weil er nicht die Persönlichkeit dafür ist.
00:30:29.86
Stefan Sasse
Und wie gesagt, da kann er nichts dafür.
00:30:31.02
Stefan Sasse
Du kannst keinen Wahlkampf machen für eine Persönlichkeit, die du nicht bist.
00:30:34.04
Stefan Sasse
Und das hat die CDU, das muss man auch sagen, das haben sie auch nicht probiert.
00:30:36.74
Stefan Sasse
Also von daher, ich denke, der Wahlkampf der CDU war weitgehend fehlerlos.
00:30:41.66
Stefan Sasse
was das anbelangt.
00:30:42.70
Stefan Sasse
Die konnten die Schwächen dieses Kandidaten nicht wirklich ausgleichen.
00:30:46.08
Stefan Sasse
Und ich bin in der CDU-Landespolitik zu wenig bewandert, um sagen zu können, die hätten da total krass geil viel bessere Alternativen gehabt.
00:30:54.64
Stefan Sasse
Ich glaube nämlich nicht.
00:30:56.84
Stefan Sasse
Die haben ja schon bei den letzten Wahlen Leute verheizt.
00:30:59.36
Stefan Sasse
Und ich denke tatsächlich, da kommen wir vielleicht an eurem Fazit nochmal drauf, dass Manuel Hagel ihre beste Chance ist 2031 aktuell.
00:31:06.58
Stefan Sasse
Also ich denke, die sollten den auf gar keinen Fall absägen.
00:31:08.74
Stefan Sasse
Ich glaube, der Mann hat Potenzial.
00:31:11.24
Stefan Sasse
Vor allem mit dem, wie er sich am Wahlabendverhalten hat.
00:31:15.31
Stefan Sasse
Ich hatte ein echtes Gefühl, da ist der politisch gesehen fünf Zentimeter gewachsen.
00:31:19.19
Stefan Sasse
Aber da kommen wir bestimmt nachher auch nochmal drauf.
00:31:21.77
Stefan Sasse
Also das ist quasi so eine Thematik.
00:31:24.71
Stefan Sasse
Du musst quasi den Wahlkampf führen, der da in der Realität da ist sozusagen und nicht den, den du dir wünschst.
00:31:31.71
Stefan Sasse
Und damit wären wir zum Beispiel bei FDP oder SPD, weil die haben halt den Wünsch der Wahlkampf geführt.
00:31:36.81
Stefan Sasse
Und dann standen die dann nachher im SWR-Studio und haben gemeint, diese Polarisierung, das war scheiße für uns, weil da sind wir mit unseren Themen gar nicht durchgedrungen.
00:31:47.97
Stefan Sasse
Ich glaube, es war der FDP-Mensch, aber könnte auch der SPDler gewesen sein, ich weiß es gar nicht mehr.
00:31:51.91
Stefan Sasse
Der hat dann auch noch gesagt, es waren die bösen Medien.
00:31:54.21
Stefan Sasse
Ich glaube, es war der FDP-Spitzenkandidat, der das gesagt hat, bei denen haben sie zugeschaltet und der SPD-Mensch, der Andreas Stoch, der war da.
00:32:01.35
Stefan Sasse
Aber es ist auch egal, weil es gilt für beide.
00:32:04.12
Stefan Sasse
Da hast du deutlich diese Verletzung gespürt, sozusagen nicht im Wahlkampf vorgekommen zu sein.
00:32:10.20
Stefan Sasse
Und das verstehe ich.
00:32:11.30
Stefan Sasse
Das ist eine absolut zutreffende Einschätzung, dass die Opfer dieser Polarisierung und dieses Personenwahlkampfs waren.
00:32:19.42
Stefan Sasse
Nur war das halt nicht alles.
00:32:22.28
Stefan Sasse
Also die FDP hätte ohne das reinkommen können und die SPD hätte dann sieben oder acht Prozent schaffen können.
00:32:27.98
Stefan Sasse
Aber das sind ja für beide Parteien jetzt keine Spitzenergebnisse.
00:32:32.22
Stefan Sasse
Also wenn die FDP da jetzt mit 5,3 Prozent reingekommen wäre, das wäre jetzt auch nicht wirklich Grund zum Feiern gewesen.
00:32:36.96
Stefan Sasse
Das wäre mehr ein Grund für Erleichterung und Aufatmen.
00:32:39.99
Stefan Sasse
Aber nicht für eine Party und für die SPD genauso.
00:32:42.85
Stefan Sasse
Ich meine, das ist doch scheiße.
00:32:44.67
Stefan Sasse
Die sind jetzt bei 5,5%.
00:32:46.43
Ariane
4,3 sind die, glaube ich, die unter 5 gelandet.
00:32:47.17
Stefan Sasse
Also die kratzen hier an der 5%-Hürde.
00:32:50.17
Stefan Sasse
Und bei der Linken, die hatten das ähnliche Problem.
00:32:54.65
Stefan Sasse
Bei denen ist es noch viel krasser, weil die haben ja teilweise in den Umfragen im Februar auf 7% taxiert und sind jetzt mit 4,4 nicht reingekommen.
00:33:03.56
Stefan Sasse
Oder 4,5.
00:33:05.58
Stefan Sasse
Die Zahlen haben sich gestern die ganze Zeit geändert.
00:33:08.78
Stefan Sasse
4,3, ja, also wie gesagt, das war noch ein bisschen Schwankungen drin, aber auf jeden Fall deutlich drunter geblieben.
00:33:13.42
Stefan Sasse
Und die Verluste von 7 auf diese 4,3, das ging praktisch alles zu den Grünen.
00:33:19.40
Stefan Sasse
Das war ein Konsolidierungseffekt und den hattest du in beiden Lagern.
00:33:23.20
Stefan Sasse
Die FDP hat dann die CDU verloren.
00:33:24.92
Stefan Sasse
Das ist das, was der CDU jetzt noch erlaubt hat, quasi aufzuschließen zu Östemir.
00:33:28.86
Stefan Sasse
Und Östemirs Voranschreiten ging auf Kosten von SPD und Linken.
00:33:34.68
Stefan Sasse
Und das ist auch eine ganz, ganz klare Dynamik in dem Ding, die mit diesem Personenwahlkampf einhergeht.
00:33:39.50
Stefan Sasse
Das hatten wir in anderen Bundesländern auch schon.
00:33:41.56
Stefan Sasse
Also von daher, das ist eine absolut korrekte Analyse, nur was hilft.
00:33:44.68
Ariane
Erzähl mal, ich kenne kein einziges SPD-Plakat.
00:33:45.42
Stefan Sasse
Weil erneut, gerade der SPD-Wahlkampf war unterirdisch.
00:33:49.05
Stefan Sasse
Also allein die Plakatgestaltung, yes, das ist Gott.
00:33:52.39
Stefan Sasse
Also wirklich, der an…
00:33:55.95
Stefan Sasse
Also du hast, zum einen hatten sie ganz, ganz viel Direktwahlkandidaten drauf und das ist ja schon ziemlich quatschig, wenn du eine 7 oder 8 Prozent Partei bist, weil du gewinnst das Direktmandat eh nicht.
00:34:07.83
Stefan Sasse
Da machst du eine Zweitstimmenkampagne, was soll denn der Quatsch?
00:34:10.77
Stefan Sasse
Und zum zweiten hatten sie dann ihre großformatigen Plakate, als wären sie noch eine Volkspartei, mit dem Andreas Stoch drauf.
00:34:18.85
Stefan Sasse
Und der war immer umgeben von so Arbeitern, aber die Bildimages, das wirkte so zwischen KI-generiert und Stock-Photography.
00:34:30.66
Stefan Sasse
Also super unauthentisch und dann stand er da und hat reingelächelt und dann war da halt immer so, weil es uns um den Menschen geht, weil es um dich geht, war der Slogan der S&P.
00:34:39.37
Ariane
Alles und nichts.
00:34:40.40
Stefan Sasse
Weil es um dich geht.
00:34:41.50
Stefan Sasse
Und dann stehe ich da davor und denke so, cool, es geht also um mich.
00:34:45.48
Stefan Sasse
Also das ist, da ist schon praktisch kein Thema da.
00:34:48.05
Stefan Sasse
Und dann hat es halt so ein bisschen so dieses, diese Arbeit und Nostalgie, die da wachgerufen wird, aber halt auch nicht wirklich, dass das irgendwie klare Zielgruppenansprache wäre oder so.
00:34:58.05
Stefan Sasse
Das war dann auch schon wieder diese Gesamtgesellschaft.
00:35:00.77
Stefan Sasse
Wir als SPD repräsentieren die, so die Mehrheit.
00:35:04.67
Stefan Sasse
Und das ist halt einfach nicht der Fall.
00:35:07.63
Stefan Sasse
Das kannst du halt machen, wenn du bei 30, 35 Prozent taxierst.
00:35:11.87
Stefan Sasse
Ich meine, Olaf Scholz konnte es noch abziehen 2021 mit 20 bis 25 Prozent, aber das war schon grenzwertig.
00:35:19.25
Stefan Sasse
Aber wenn du bei 6, 7 Prozent bist, da kannst du noch nicht die Tour fahren, wir sind hier die Repräsentanten der Gesellschaft.
00:35:25.41
Stefan Sasse
Da führst du einen Nischenwahlkampf.
00:35:28.27
Stefan Sasse
Und die FDP, die ist praktisch auch gar nicht vorgekommen, die haben zurück auf vorwärts, war deren Slogan hier in Baden-Württemberg, den sie auf ihren Plakaten hatten.
00:35:37.80
Stefan Sasse
Und ich denke, die litten halt einerseits darunter, dass sie keine echte Koalitionsperspektive hatten, weil wie willst du irgendwas auf vorwärts schalten, wenn du nicht an der Macht bist.
00:35:48.10
Stefan Sasse
Und dann natürlich der Bundestrend.
00:35:50.40
Stefan Sasse
Die Partei ist de facto tot.
00:35:52.63
Ariane
Ich muss auch gestehen, ich weiß nicht, hat der Kandidatenrolle gespielt?
00:35:55.70
Ariane
Ich habe den schon wieder vergessen.
00:35:56.25
Stefan Sasse
Nee, gar nicht.
00:35:56.70
Ariane
Ich weiß es auch schon wieder gar nicht.
00:35:57.17
Stefan Sasse
Der war nicht mal auf den Plakaten.
00:35:58.25
Stefan Sasse
Also ich habe erst bei den SWR-Spitzenkandidaten-Interviews am Wahlabend, habe ich erfahren, wer überhaupt der FDP-Spitzenkandidat ist.
00:35:58.24
Ariane
Es gab mich auch zurückgetreten.
00:35:59.40
Ariane
Okay.
00:35:59.56
Ariane
Ja.
00:36:05.91
Stefan Sasse
Aber erneut, das ist ja auch völlig fair, wem interessiert der?
00:36:08.12
Stefan Sasse
Ich denke auch, dass die SPD da quasi so ganz klassisch ihren Spitzenkandidaten da drauf plakatiert hat.
00:36:13.06
Stefan Sasse
Why?
00:36:15.10
Stefan Sasse
Der Typ war ja nicht mal in irgendeiner Art und Weise bekannt oder charismatisch oder sonst irgendwas.
00:36:19.04
Stefan Sasse
Das ist grauenhaft.
00:36:20.48
Stefan Sasse
Auch die Plakarien waren schlecht ausgeleuchtet und alles.
00:36:22.72
Stefan Sasse
Also super, super mies.
00:36:26.36
Stefan Sasse
Also von daher, das war ein schlechter Wahlkampf.
00:36:28.99
Stefan Sasse
Die FDP war ein verlorener Wahlkampf.
00:36:30.91
Stefan Sasse
Ich glaube, die konnten machen, was sie wollten.
00:36:32.71
Stefan Sasse
Die kamen wegen der Polarisierung nicht vor.
00:36:35.15
Stefan Sasse
Und der Trend ist so hart gegen die.
00:36:37.97
Stefan Sasse
Die haben einfach abgewirtschaftet.
00:36:39.19
Stefan Sasse
Und wenn alle das Gefühl haben, du bist eh tot, niemand wählt eine Leiche.
00:36:43.36
Ariane
Friedrich Merz hat das heute nochmal offiziell verkündet, damit keiner auf den D-Kommt, den Rheinland-Pfalz zu wählen, aber wenn selbst der das sagt, der letzte Freund der FDP.
00:36:46.35
Stefan Sasse
Ja, der hat auch… Ja, auch hier, der hat damit recht.
00:36:55.42
Stefan Sasse
Und es ist auch für die CDU eine sinnvolle Strategie, diese Leichenfleiterei zu betreiben und denen den Todesstoß zu verpassen.
00:36:55.88
Ariane
Ja.
00:37:00.38
Stefan Sasse
Also ich meine, die treten auf einen am Boden liegenden ein, aber das macht elektoral Sinn.
00:37:05.08
Stefan Sasse
Das ist überhaupt keine Frage, weil das Ding ist weitgehend durch.
00:37:08.54
Stefan Sasse
Also da müsste jetzt schon echt ein Wunder passieren.
00:37:11.84
Stefan Sasse
Man sagt niemals nie, vor allem bei der FDP, aber ich sehe es gerade nicht passieren.
00:37:16.75
Stefan Sasse
Und das war quasi deren Problem.
00:37:18.49
Stefan Sasse
Und dann die Linke, wie gesagt, die hat halt dann massiv darunter gelitten, dass Östermir am Schluss der Fokuspunkt aller linken Hoffnungen sozusagen war.
00:37:20.44
Ariane
Verschenkte Stimme.
00:37:27.84
Stefan Sasse
Also ich habe auch diverse Leute im Bekanntenkreis, die Sympathien hatten für die Linke und halt auch gesagt haben, es nützt halt nichts.
00:37:34.66
Stefan Sasse
Und deswegen wähle ich grün.
00:37:36.69
Stefan Sasse
Ja, genau, verschenkte Stimmen und deswegen, und wenn du den Eindruck hast, bei der FDP genau das Gleiche, wenn eine Stimme für dich eine verschenkte Stimme ist, uh, das ist unangenehm.
00:37:45.62
Stefan Sasse
Und dann gehen wir den Wahlkampf reigen weiter durch.
00:37:49.14
Stefan Sasse
Die AfD hat einen extrem guten Wahlkampf gemacht auf den Plakaten.
00:37:55.52
Ariane
Okay, erzähl mal.
00:37:56.70
Stefan Sasse
Den
00:37:56.70
Ariane
Ich glaube, sie waren schon wieder cringe, aber mehr weiß ich nicht mehr.
00:37:59.64
Stefan Sasse
Die Wahlplakate der AfD, die sind inzwischen das, was in den 2000er Jahren die Grünen waren.
00:38:04.26
Stefan Sasse
In den 2000er Jahren hat ja die Grünen regelmäßig die mit Abstand besten Wahlplakate.
00:38:07.56
Stefan Sasse
Hat sich nicht in den Umfrageergebnissen oder sowas widergespiegelt, aber die Plakate waren definitiv die geilsten.
00:38:12.18
Stefan Sasse
Und das ist mittlerweile der Effekt bei der AfD.
00:38:15.08
Stefan Sasse
Deren Plakate sind wirklich spitze, von einem kommunikationstheoretischen Standpunkt her gesehen.
00:38:20.94
Stefan Sasse
Also ich bewundere die jetzt seit der Wahl 2017 machen die das.
00:38:27.06
Stefan Sasse
Dass die wirklich
00:38:27.42
Ariane
Ich habe auch schon gesagt, dass man ein Leiber-Verdaspassend hat.
00:38:29.58
Stefan Sasse
Also bei der Bundestagswahl, ja genau, Deutschland aber normal.
00:38:32.06
Stefan Sasse
Das war das erste Mal, das war ein so geiler Slogan.
00:38:34.46
Stefan Sasse
Also da bin ich wirklich richtig neidisch drauf.
00:38:36.46
Stefan Sasse
Das sage ich auch immer, politische Kommunikation, wenn du ein gutes Beispiel willst, für richtig gute politische Kommunikation.
00:38:42.97
Stefan Sasse
Deutschland aber normal, spitzenmäßig.
00:38:45.93
Stefan Sasse
Und das haben sie jetzt hier auch wieder geschafft.
00:38:48.60
Stefan Sasse
Die hatten Plakate mit, du siehst es doch auch.
00:38:53.02
Stefan Sasse
Und Hashtag jetzt mal ehrlich.
00:38:55.42
Stefan Sasse
Oder es sind zu viele.
00:38:57.18
Stefan Sasse
Hashtag jetzt mal ehrlich.
00:38:59.28
Stefan Sasse
Und es ist einfach so brillant, weil jeder weiß, was gemeint ist, aber steht nicht da.
00:39:05.36
Stefan Sasse
Und das heißt, du hast quasi diesen Anknüpfungspunkt an die konservativ-bürgerliche Mitte, weil du nicht so diesen kruden Rassismus drin hast.
00:39:13.82
Stefan Sasse
Du kannst dich jederzeit glaubhaft davon distanzieren.
00:39:16.61
Stefan Sasse
Aber alle hören die Hundepfeife.
00:39:18.93
Stefan Sasse
Und das ist wirklich gigantisch gut gemacht.
00:39:22.04
Ariane
Und du hast trotzdem diesen Endlich-sagts-meine-Effekt, oder?
00:39:24.81
Stefan Sasse
Genau, genau.
00:39:25.55
Stefan Sasse
Also ich fand dieses Plakat richtig, richtig gut, mit dem Du siehst es doch auch.
00:39:30.11
Stefan Sasse
Das spricht auf so vielen Ebenen.
00:39:32.74
Stefan Sasse
Das ist wirklich erste Sahne.
00:39:35.06
Stefan Sasse
Und die sind die einzigen, die das machen können.
00:39:37.74
Stefan Sasse
Für die funktioniert das, die schweigende Mehrheit und blau und blub.
00:39:42.14
Stefan Sasse
Das ist richtig gut.
00:39:43.50
Stefan Sasse
Ein Problem, was wir hatten, das ist glaube ich wirklich der Spitzenkandidat, das ist ja der Markus Frohnmaier gewesen.
00:39:48.48
Ariane
der nicht Kandidat war.
00:39:50.04
Ariane
Ich erkläre das bitte mal.
00:39:51.04
Ariane
Ich habe das nie so ganz geblickt, dass das nur so ein halber Kandidat war.
00:39:54.55
Ariane
Man konnte ihn nicht wählen irgendwie.
00:39:56.52
Stefan Sasse
Genau.
00:39:57.64
Stefan Sasse
Markus Frohnmeier, der Spitzenkandidat der AfD, hat nicht für den Landtag kandidiert.
00:40:03.12
Stefan Sasse
Der hat von Anfang an gesagt, wenn er nicht Ministerpräsident wird, Klammer auf, er wird nicht Ministerpräsident, Klammer zu, dann geht er wieder nach Berlin zurück, wo seine eigentliche Karriere stattfindet.
00:40:15.12
Stefan Sasse
Der war im Endeffekt ein Zählkandidat.
00:40:16.50
Stefan Sasse
Die brauchten irgendjemanden, der das hier macht und der quasi das eine oder andere Prozentchen für die AfD holt.
00:40:22.54
Stefan Sasse
Und da haben sie den hergenommen.
00:40:24.18
Stefan Sasse
Aber der Frohnmaier hatte zum einen dieses Problem, ich kannte jetzt, ich habe in meinem Bekanntenkreis niemanden, der AfD-Affin ist, deswegen kann ich dir nicht sagen, ob Leute da davon abgestoßen waren oder nicht.
00:40:33.81
Stefan Sasse
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Vorteil war, sagen wir es mal so.
00:40:37.47
Stefan Sasse
Und zum anderen ist der Frohnmaier
00:40:40.58
Stefan Sasse
einfach optisch.
00:40:41.59
Ariane
Er ist irgendwie klein.
00:40:43.02
Stefan Sasse
Da kann der nichts dafür.
00:40:44.60
Stefan Sasse
Aber der ist optisch ganz, ganz arg unattraktiv.
00:40:48.24
Stefan Sasse
Das hängt zum einen mit seiner Körpergröße zusammen.
00:40:50.56
Stefan Sasse
Also der Mann, der erreicht keinen Meter siebzig.
00:40:53.72
Ariane
Ich habe gestern ein Bild gesehen, wo alle an einem Tisch standen und er sah aus, als wäre er in den Knie gegangen.
00:40:54.04
Stefan Sasse
Der ist
00:40:58.19
Stefan Sasse
Der ist extrem klein.
00:40:59.71
Stefan Sasse
Der stand auch wieder bei diesem SWR-Abschlussding, stand der zwischen Hagel und Östemeer und der war halt locker anderthalb Köpfe kleiner als die beiden.
00:41:07.55
Stefan Sasse
Das ist einfach rein optisch.
00:41:09.55
Stefan Sasse
Und da gibt es ja Studien zu dem Thema, dass Politiker unter 1,80 massiv schlechtere Wahlchancen haben als Politiker, die größer als 1,80 sind.
00:41:20.92
Stefan Sasse
Bei Frauen gibt es diesen Effekt nicht, aber Frauen haben generell schlechtere Chancen.
00:41:24.68
Stefan Sasse
Also deswegen muss ich ja keine Ahnung.
00:41:25.25
Ariane
Ja, abdel-Ima.
00:41:26.60
Stefan Sasse
Ja, genau.
00:41:28.02
Stefan Sasse
Aber deswegen allein das ist dieser optische Eindruck und dann diese Halbglatze oder Glatze, die er da hat, diese Gesichtsform, das schreit alles.
00:41:39.73
Stefan Sasse
Ich versuche eigentlich solche Vergleiche zu vermeiden, aber der hat so einen Blockwart-Look.
00:41:43.57
Stefan Sasse
Ja, das ist auch wie der sich gibt und so weiter, wie er aussieht, wie er redet.
00:41:48.95
Stefan Sasse
Ich meine, ich bin jetzt auch nicht gerade predisposed, ihn sympathisch wahrzunehmen, aber der ist jetzt nicht so die charismatische Führungsfigur, sagen muss man so.
00:41:58.12
Ariane
Also er entspricht dem Klischee.
00:42:00.28
Stefan Sasse
Ja, so könnte man das sagen.
00:42:02.00
Stefan Sasse
Also von daher, ich denke, der war letztlich ein Neutrum.
00:42:05.20
Stefan Sasse
Also weder positiv noch negativ für das Wahlergebnis der AfD.
00:42:08.74
Stefan Sasse
Wie gesagt, der eigentliche Wahlkampf, gut, aber die kamen im Wahlkampf auch nicht großartig vor.
00:42:15.50
Stefan Sasse
Und da macht ein Pin dran, ja, wir kommen da noch drauf.
00:42:18.70
Stefan Sasse
Umgang mit der AfD in Baden-Württemberg.
00:42:22.52
Stefan Sasse
Und jetzt haben wir die beiden Wahlkämpfe der Schwergewichte.
00:42:25.85
Stefan Sasse
Und ich finde, beide haben einen ziemlich kompetenten Wahlkampf gemacht.
00:42:29.90
Stefan Sasse
Wir haben zum einen die CDU, die habe ich ja gerade schon erwähnt, was die quasi gefahren haben auf ihren Plakaten.
00:42:36.64
Stefan Sasse
Und letzten Endes war das so ein, wir wollen einen Wechsel in Baden-Württemberg, aber einen Wechsel in den bekannten Formen.
00:42:44.92
Stefan Sasse
Weil Winfried Kretschmann ist ja super beliebt.
00:42:48.20
Stefan Sasse
Da sind wir ja quasi wieder bei diesem Thema mit Beliebtheit von Ministerpräsidenten.
00:42:54.82
Stefan Sasse
Und der hat einen Beliebtheitswert von 60 Prozent, Winfried Kretschmann.
00:42:59.64
Stefan Sasse
Das ist extrem viel.
00:43:00.26
Stefan Sasse
Ja.
00:43:00.71
Ariane
und viel.
00:43:03.21
Ariane
Und er hat auch bis zum Schluss gemacht.
00:43:05.81
Ariane
Weil hier, die SPD ist ja so, die schmeißen in der Mitte hin, damit irgendwer zwei Jahre Zeit hat, den Namen zu lernen, von dem, der danach kommt.
00:43:14.30
Ariane
Das hat er nicht gemacht.
00:43:15.26
Ariane
Er war ja bis zum letzten Tag, er hat zwar gesagt, ich höre auf, aber dieser Wechsel war ja tatsächlich in dieser Wahl mit drin.
00:43:23.00
Ariane
Das fand ich ungewöhnlich, weil wie gesagt, das ist ja kein SPD-Ding.
00:43:26.26
Ariane
Die haben das ja zwar auch in Rheinland-Pfalz, aber die CDU macht das ja auch gerne.
00:43:31.03
Ariane
Gab es einen Grund, dass die Grünen das irgendwie nicht gemacht haben?
00:43:34.53
Ariane
Dass die gesagt haben, nee, wir machen bis zum Schluss und dann kommt der Wechsel?
00:43:39.16
Stefan Sasse
Ich behaupte einfach mal, das ist die Arroganz von Winfried Kretschmann.
00:43:43.52
Stefan Sasse
Weil ich bin kein Winfried Kretschmann-Fan.
00:43:46.21
Stefan Sasse
Ich mag den Mann überhaupt nicht.
00:43:48.65
Stefan Sasse
Das ist ein unglaublich arroganter Knochen.
00:43:51.41
Stefan Sasse
Wie gesagt, das ist dieser Helmut-Schmidt-Typus.
00:43:53.58
Stefan Sasse
Und die sind alle so.
00:43:54.72
Stefan Sasse
Das gehört mit in das Gesamtpaket.
00:43:56.32
Stefan Sasse
Also wenn du auf Helmut Schmidt stehst, dann musst du auch mit dieser Arroganz klarkommen, die den ausgezeichnet hat.
00:44:03.60
Stefan Sasse
Und die eben auch den Winfried Kretschmann auszeichnet.
00:44:07.06
Stefan Sasse
Dieses unglaublich Schnottrige, mit dem ich weiß es besser als ihr alle.
00:44:13.90
Stefan Sasse
Und ich glaube ganz schlicht, dass das Arroganz war.
00:44:17.84
Stefan Sasse
Es hat jetzt geklappt zum Glück.
00:44:20.36
Stefan Sasse
Aber hätte ja jetzt Ötzdemir knapp verloren, da hätte ich auch gesagt, diese Entscheidung, das hat gekostet.
00:44:25.88
Stefan Sasse
Hat auch so gekostet, also ich denke, hätten die Frühen einen Wechsel gemacht, hätten die Grünen sogar noch besser abschneiden können.
00:44:32.00
Stefan Sasse
Aber es hat ja jetzt funktioniert.
00:44:34.51
Stefan Sasse
Aber nichts zu tun.
00:44:34.74
Ariane
Dann hat man immer alles richtig gemacht.
00:44:36.18
Ariane
Achso, die CEU wollte einen Wechsel, aber einen, den keiner merkt.
00:44:36.68
Stefan Sasse
Genau, genau, das ist ja, da muss man eben auch vorsichtig sein mit solchen Analysen, ja.
00:44:43.74
Stefan Sasse
Aber das ist schon ein auffälliges Ding quasi.
00:44:47.48
Stefan Sasse
Wie kamen wir jetzt auf Kretschmann?
00:44:52.50
Stefan Sasse
Ja genau, die haben eben auch den Wechsel gemacht, aber Wechsel ist natürlich schwierig, wenn der Ministerpräsident dermaßen beliebt ist, weil dann wollen die Leute ja gar nicht wechseln.
00:45:01.50
Stefan Sasse
Also eine vierte Amtszeit Kretschmann, wenn der Mann nicht schon so alt gewesen wäre, wäre auch eine wesentlich sicherere Bank gewesen, als der Wechsel zu Östimir.
00:45:09.88
Stefan Sasse
Das muss man ganz klar sagen.
00:45:11.60
Stefan Sasse
Aber auch Özdemir hat einen Beliebtheitswert, also Zustimmung zur politischen Arbeit in Baden-Württemberg, als Bundespolitiker, der hierher kommt und der angegriffen wurde von der CDU als ein abgehalfter Ampelpolitiker, der nur einen Job gesucht hat, der hat einen Beliebtheitswert von 51%.
00:45:27.41
Stefan Sasse
51!
00:45:27.51
Stefan Sasse
Und der hat nicht mal irgendwas gemacht.
00:45:30.71
Ariane
Krass, ne?
00:45:34.68
Stefan Sasse
Also von daher, da hast du schon einen krassen Vorteil.
00:45:38.59
Stefan Sasse
Der Beliebtheitswert von Manuel Hakel ist 29 im Vergleich.
00:45:42.79
Ariane
Was schon alle Menschen sind, den kennen wahrscheinlich.
00:45:46.18
Stefan Sasse
Ja, ich…
00:45:46.29
Ariane
Aber ich glaube, war das nicht so dieses, ach ja, der Cem Özdemir, einfach dieses, ich glaube, er mir hatte, du hattest das, glaube ich, auch getweetet, einfach dieses, man ist schon seit 100 Jahren irgendwie mit dabei, ja,
00:45:57.68
Ariane
Wie gesagt, keiner findet die Scheiße.
00:45:59.82
Ariane
Also ich bin nicht mal sicher, gibt es Leute, die sagen, boah, der Cem Özdemir, dass der so Fans hat, wie Kretschmann bestimmt hatte?
00:46:05.92
Ariane
Oder ist das mehr das sichere Gefühl?
00:46:08.80
Ariane
Man kennt den irgendwie, man kann nicht viel verkehrt machen.
00:46:13.06
Stefan Sasse
Von meinem Dafürhalten ist es das Sicherheitsgefühl.
00:46:15.94
Stefan Sasse
Ich kenne allerdings auch keine überzeugten Grünen.
00:46:19.02
Stefan Sasse
Also ich habe Leute im Umfeld, die Grünen gewählt haben, aber keine Parteigänger.
00:46:24.09
Stefan Sasse
Deswegen, unter den Grünen gibt es bestimmt auch Östermir-Fans, aber ich kenne keine.
00:46:30.70
Stefan Sasse
Von daher, da kann ich leider wenig dazu sagen.
00:46:33.50
Stefan Sasse
Aber ansonsten, wie gesagt, das war natürlich das, worauf die CDU setzen musste.
00:46:37.72
Stefan Sasse
Wir versuchen ja eine Wechselstimmung herzukriegen und die gab es ja grundsätzlich auch.
00:46:42.86
Stefan Sasse
Deswegen haben sie ja so lange geführt.
00:46:45.72
Stefan Sasse
Also die Idee war schon so ein bisschen, irgendwas funktioniert nicht so ganz, läuft nicht so ganz rund.
00:46:54.20
Stefan Sasse
Ja, und wenig überraschend.
00:46:56.35
Stefan Sasse
Ich meine, wie gesagt, hier mit den Arbeitsplatznachrichten und alles, das ist nicht gut.
00:47:00.51
Stefan Sasse
Also die Stimmung hier wird ungemütlich im Ländle trinkt.
00:47:06.37
Stefan Sasse
Und deswegen war da schon eine gewisse Erwartung, glaube ich, auch da, dass der in der Lage sein würde, das auszunutzen.
00:47:16.28
Stefan Sasse
War er jetzt leider nicht.
00:47:18.10
Stefan Sasse
Oder ich würde schon sagen, dass sie das ausnutzen konnten.
00:47:20.32
Stefan Sasse
Wie gesagt, es war ja super knapp.
00:47:22.42
Stefan Sasse
Aber es gab eben ein paar andere Faktoren, die dagegen gehalten haben.
00:47:25.31
Stefan Sasse
Und die Grünen, die haben in meinen Augen aus einem Grund den besten Wahlkampf geführt, weil die eine ganz klare Analyse hatten.
00:47:36.10
Stefan Sasse
wie sie das Ding gewinnen können.
00:47:38.10
Stefan Sasse
Und dass sie nur einen einzigen Pfad haben, das Ding zu gewinnen und dass sie den durchhalten müssen.
00:47:43.22
Stefan Sasse
Was ist unsere beste Chance sozusagen?
00:47:44.54
Stefan Sasse
Diese Analyse kam im letzten Frühjahr, als Cem Özdemir nach Stuttgart gewechselt ist.
00:47:51.91
Stefan Sasse
Ich erinnere mich noch, da haben die einen Clip veröffentlicht auf Twitter, wo Özdemir durch die Parteizentrale der Grünen läuft in sein Büro und
00:47:59.59
Stefan Sasse
Und da dann so einen Entwurf von einem Plakat hochnimmt, von diesem Wahlkampfplakat, was sie dann nachher überhin gepackt hatten.
00:48:06.40
Stefan Sasse
Und dann hat er halt im breitesten Schwäbisch so gesagt, legen wir los oder irgendwie sowas.
00:48:10.14
Stefan Sasse
Ich weiß nicht mehr, was er genau gesagt hat, aber das war so der Inhalt.
00:48:13.76
Stefan Sasse
Und das haben die durchgezogen.
00:48:15.64
Stefan Sasse
Ein Jahr lang.
00:48:17.28
Stefan Sasse
Und das ist etwas, das betone ich immer und immer und immer wieder, dieser lange Atem und dieser strategische Outlook, dass du dich nicht von den tagesaktuellen Entwicklungen durcheinander bringen lässt.
00:48:28.37
Stefan Sasse
Die Grünen sind nie in Panik geraten.
00:48:30.31
Stefan Sasse
Die lagen zehn Punkte hinten und es war scheißegal.
00:48:33.47
Stefan Sasse
Die Augen waren auf dem Ministerpräsidentenjob.
00:48:38.51
Stefan Sasse
Der Mann, der die Augen drauf hatte, war Cem Özdemir und alle waren da dahinter und haben für den gearbeitet, stabil durch.
00:48:45.46
Stefan Sasse
Ein Jahr lang.
00:48:46.56
Stefan Sasse
Und haben das durchgezogen.
00:48:47.84
Stefan Sasse
Haben nicht einmal sind die da davon abgewichen.
00:48:50.60
Stefan Sasse
Keine Änderungen in der Strategie, kein gar nichts.
00:48:53.24
Stefan Sasse
Die Message-Disziplin war unglaublich.
00:48:56.17
Stefan Sasse
Das war die ganze Zeit, Östermier, Östermier, Östermier, der Mann hat Erfahrung und wir wollen weiterregieren.
00:49:01.87
Stefan Sasse
Also dieses, ihr mochtet die letzten Jahre, lasst so weitermachen.
00:49:05.67
Stefan Sasse
Und da gehört viel dazu.
00:49:08.03
Stefan Sasse
Das ist wirklich, so viele Parteien kriegen das nicht hin.
00:49:10.32
Stefan Sasse
Und wir haben hier im Podcast genug über den Bundestagwahlkampf 2024 geredet, wo Friedrich Merz im Endeffekt seine 30% weggeschmissen hat.
00:49:18.48
Stefan Sasse
Hätte der seinen Plan verfolgt und einen Wirtschaftswahlkampf gemacht, ich bin immer noch der Überzeugung, der wäre über die 30% gekommen.
00:49:25.44
Stefan Sasse
Überhaupt keine Frage.
00:49:27.36
Stefan Sasse
Und der hat das weggeworfen.
00:49:28.73
Stefan Sasse
Und die Grünen haben das nicht getan.
00:49:30.37
Stefan Sasse
Die haben das durchgehalten.
00:49:30.78
Ariane
Egal ob es für oder gegen sie war.
00:49:32.70
Ariane
Also auch diese rebraunen Augen, das hat Östermilja eigentlich schneller abgeräumt als Hagen selber.
00:49:37.52
Ariane
Ja.
00:49:37.92
Stefan Sasse
Ja, richtig.
00:49:38.66
Stefan Sasse
Und genau das musst du auch machen.
00:49:41.13
Stefan Sasse
Wir kommen gleich nochmal auf die rehbraunen Augen, weil das ist für die Grünen gar nicht gut gewesen.
00:49:45.59
Stefan Sasse
zwingend.
00:49:47.11
Stefan Sasse
Also ich denke, das war sehr, sehr gefährlich und ich komme gleich darauf, warum.
00:49:51.55
Stefan Sasse
Aber auf jeden Fall, die haben das sehr professionell gemacht und ihre Kampagne auf allen Plakaten hatten die ja, abgesehen von den Direktkandidaten, hatten die immer Cem Özdemir drauf mit entsprechenden Slogans.
00:50:05.40
Stefan Sasse
Das war so mit Vernunft fürs Klima, Vernunft sehr groß geschrieben und dann Wirtschaft fürs Klima, Wirtschaft groß geschrieben, Klima klein geschrieben.
00:50:14.42
Stefan Sasse
Und dann ganz, ganz viel Erfahrung und blau und blub und in den letzten vier oder sechs Wochen haben sie dann ihr größtes Geschütz aufgefahren und haben plakatiert, gemeinsame Plakate von Kretschmann und Östermir.
00:50:23.40
Stefan Sasse
Aber die Wochen und Monate davor waren nur Östermir.
00:50:26.48
Stefan Sasse
Also quasi die, um die Bekanntheit zu pushen und Kretschmann haben sie erst ganz am Schluss aufgefahren und auch relativ zurückhaltend.
00:50:33.04
Stefan Sasse
Ja, weil zu dem Zeitpunkt war es eh bekannt.
00:50:36.19
Stefan Sasse
Da musste man gar nicht mehr so viel machen und man hat die Augen quasi auch hier ganz klar auf dem drauf gehalten.
00:50:41.53
Stefan Sasse
Auch die Inszenierung von diesen Plakaten, der wurde immer ganz scharf im Profil fotografiert, völlig überbelichtet, sodass du quasi jede Falte im Gesicht gesehen hast und jede dieser Falten hat gesagt, ich kann das, ich habe Erfahrung.
00:50:53.02
Stefan Sasse
Total, wie gesagt…
00:50:53.71
Ariane
Ja, die waren gut.
00:50:54.71
Ariane
Also ich fand, die waren echt gut, ja.
00:50:56.48
Stefan Sasse
absolut stabil durchgemacht, ein klares Leitmotiv, nicht davon abgewichen, Message-Disziplin, klarer Fokus, genau so muss man das machen.
00:51:05.53
Stefan Sasse
Wir hatten so ein tolles Bildungsthema.
00:51:08.21
Stefan Sasse
Das ist egal.
00:51:09.30
Ariane
Ich fand ihn auch gestern in der Nachwalanalyse, fand ich ihn auch gut.
00:51:13.34
Ariane
Also Hagel auch, aber ich finde, die haben beide nochmal ein bisschen gewonnen.
00:51:17.27
Ariane
Auch dieses…
00:51:20.44
Ariane
Das Ländle, das fange ich auch schon damit an, das Ländle fühlt, also es hatte sich einfach angefühlt, die können bestimmt gut zusammenarbeiten, das ist in sicheren Händen irgendwie.
00:51:29.68
Ariane
Also beide haben auch gestern gewonnen irgendwie.
00:51:29.98
Stefan Sasse
Ja, definitiv.
00:51:33.66
Ariane
Ich fand es auch echt gut, ne, scheiß auf die rebraunen Augen, das kam ja auch gar nicht von denen, dass die keinen Schmutzwahlkampf gegeneinander geführt haben.
00:51:42.32
Ariane
Ich fand, die hatten immer auch im Triel, was ich da gesehen hatte, echt einen fairen Umgang miteinander, das fand ich sehr erholsam mal.
00:51:50.84
Stefan Sasse
Ja, haben sie gemacht.
00:51:52.20
Stefan Sasse
Und das bringt mich zum letzten Punkt von dem Wahlkampf, weil sich ja CDU-nahe Kreise, also Baden-Württemberg CDU-nahe Kreise und die Bundes-CDU in Form vor allem von Sturmgeschütz Jens Spahn, haben sich ja sehr darüber beklagt, dass die Grünen einen Schmutzwahlkampf geführt hätten.
00:52:12.44
Stefan Sasse
Und natürlich die bösen Öffentlich-Rechtlichen auch.
00:52:15.44
Stefan Sasse
Das ist gar keine Frage.
00:52:17.00
Stefan Sasse
Die hatten es voll auf ihn abgesehen.
00:52:19.92
Stefan Sasse
Und die haben sich auch beklagt, und das hat auch Manuel Hage getan, über eine Kampagne gegen ihn.
00:52:26.24
Stefan Sasse
Also er hat gesagt, hier gegen mich wurde quasi eine Kampagne gefahren.
00:52:30.30
Stefan Sasse
Und ja, das ist korrekt.
00:52:30.45
Ariane
War das überhaupt so?
00:52:35.60
Stefan Sasse
Und das Ding ist, ich mag diesen indignierten Tonfall bei der CDU darüber, weil das hat der Alexander Clark zu…
00:52:41.28
Ariane
Ist süß, oder?
00:52:42.52
Ariane
Söder hat sich beschwert.
00:52:44.88
Ariane
Söder hat sich auch beschwert, wo ich echt lachen musste.
00:52:45.85
Stefan Sasse
Ja, genau.
00:52:46.65
Stefan Sasse
Die haben sich alle beschwert.
00:52:47.59
Stefan Sasse
Jens Spahn hat sich beschwert und der Markus Söder und ich glaube Friedrich Merz, weiß ich nicht.
00:52:51.46
Stefan Sasse
Aber diverse Leute auf jeden Fall haben sich darüber beklagt, dass das so schmutzig gewesen sei und dass das so eine Kampagne gewesen sei.
00:53:00.34
Stefan Sasse
Und dieser indignierte Tonfall, da hat Alexander Clarkson nur dazu getwittert, wie können sie es wagen, die übliche CDU-Strategie zu verwenden.
00:53:08.92
Stefan Sasse
Weil das ist genau das, was normalerweise die CDU tut.
00:53:12.30
Stefan Sasse
Und die Rollen waren in diesem Wahlkampf genau umgedreht.
00:53:15.96
Stefan Sasse
Stell dir mal vor, ein solches Video, wie dieses Rehbraune Augen Video, wäre über einen grünen Politiker rausgekommen.
00:53:23.47
Stefan Sasse
Glaubst du ernsthaft, dass die CDU das nicht verwendet hätte?
00:53:27.43
Stefan Sasse
Willst du mich verarschen?
00:53:30.17
Ariane
Sie werden in die Bresche gesprungen für ihren grünen Mitkonkurrenten.
00:53:35.24
Stefan Sasse
Also von daher, das ist, und natürlich ist es überhaupt kein Beleg für irgendwas, dass der Öste mir das im Trier abschießt.
00:53:44.35
Stefan Sasse
Ich meine, das ist ja 101 von Wahlkampfführung.
00:53:47.45
Stefan Sasse
Du benutzt irgendjemand aus der dritten Reihe oder sowas, der dieses Video lanciert und dann stellst du dich hin, also ich habe überhaupt kein Problem mit diesem Video.
00:53:54.45
Stefan Sasse
Haben sie dieses Video schon gesehen alle?
00:53:56.17
Stefan Sasse
Ich halte da wirklich gar nichts davon.
00:53:57.55
Stefan Sasse
Ich finde das
00:53:58.68
Stefan Sasse
ist wirklich, das sollte überhaupt nicht auf meinen Kandidaten überstreifen, dieses Video ist wirklich total unwichtig.
00:54:04.16
Stefan Sasse
Haben Sie das Video schon gesehen?
00:54:05.14
Stefan Sasse
Ja, also ich distanziere mich da maximal davon.
00:54:07.98
Stefan Sasse
Also das ist wirklich Politics 101.
00:54:11.04
Stefan Sasse
Da müssen wir nichts drauf geben.
00:54:13.13
Stefan Sasse
Aber
00:54:14.46
Stefan Sasse
Die Grünen haben damit auch keinen Wahlkampf gemacht und ich bin immer noch sehr unsicher, ob das quasi tatsächlich Absicht war.
00:54:21.51
Stefan Sasse
Weil das war ja die Dame, die das gepostet hat, war ja eine, wenn ich es richtig verstanden habe, eine Baden-Württembergerin, aber aus der Bundesgrünen, also quasi die im Bundestag sitzt.
00:54:31.53
Stefan Sasse
Und es kann natürlich schon sein, dass die das untereinander abgestimmt haben.
00:54:36.69
Stefan Sasse
Ich bin allerdings eher unsicher, weil, und damit kommen wir zu diesem Rehbraune Augen Video.
00:54:43.25
Stefan Sasse
A, ich halte es für ein Schwedernphänomen.
00:54:45.15
Stefan Sasse
Also ich glaube nicht, dass das ein signifikant Anteil der Bevölkerung mitgekriegt hat und unter denen, die es mitgekriegt haben, wird es kaum jemanden interessieren, weil fucking hell, es war zehn Jahre her.
00:54:55.03
Stefan Sasse
Der Mann war 29 und ja, auch mit 29 macht man so einen Kommentar nicht, jada, jada, jada, aber sorry, du kannst mal Fehler machen.
00:55:02.41
Ariane
Das ist jetzt auch nicht der krasse Aufreger.
00:55:03.75
Stefan Sasse
Und es war auch total, also wirklich unter Fehlern rangiert das echt in der absolut niedrigsten Kategorie.
00:55:11.26
Stefan Sasse
Das ist ein Fettnäpfchen im Endeffekt.
00:55:14.18
Stefan Sasse
Er hat sich auch sofort entschuldigt, er hat sich glaubhaft entschuldigt und ich fand es schon echt ein bisschen lästig, wie es ihm um den Hals gehängt wurde.
00:55:20.31
Stefan Sasse
Also das war auch unfair.
00:55:22.33
Stefan Sasse
Nur es ist Wahlkampf.
00:55:25.07
Stefan Sasse
Und das Ding ist halt, und da kommen wir zu dem Thema, ich glaube, ein ähnliches Video wäre bei Oestemir bei weitem nicht so dramatisch gewesen, weil halt der Hagel eine unglaubliche Angriffsfläche geboten hat.
00:55:36.40
Stefan Sasse
Er war unbekannt und dann wird er damit bekannt.
00:55:39.60
Stefan Sasse
Und das ist halt scheiße.
00:55:41.28
Ariane
No.
00:55:41.34
Ariane
No.
00:55:41.70
Stefan Sasse
Also wäre der vorher bekannter gewesen, ein Jens Spahn oder so, ich meine gut, bei dem sowieso nicht, aus anderen Gründen, aber lass es über Markus Söder rauskommen, dass der mal mit 29 so einen Spruch gekrissen hat.
00:55:52.36
Stefan Sasse
Wen interessiert das?
00:55:53.97
Stefan Sasse
Der hätte das einmal weggelacht und hätte gesagt, ja, Bierzelt-Humor, so Sammerhalt.
00:55:58.67
Stefan Sasse
Und dann wäre das fertig gewesen.
00:56:00.33
Stefan Sasse
Aber damit konnte halt Hagel nicht kommen, weil der ganz besonders verletzlich da dagegen war.
00:56:06.12
Stefan Sasse
Erneut, der hat diese perfekte Schwiegersohn-Aura.
00:56:09.40
Stefan Sasse
Und das passt alles nicht zusammen, das ist alles schlecht.
00:56:14.04
Stefan Sasse
Man kann drüber lästern, der ist es halt nicht mehr losgeworden.
00:56:16.96
Stefan Sasse
Ich glaube nicht, dass das schlimm war.
00:56:19.26
Stefan Sasse
Aber auch hier, warum sage ich, das ist für die Grünen gefährlich?
00:56:23.16
Stefan Sasse
Die Situation ist die gleiche.
00:56:25.76
Stefan Sasse
Erinnerst du dich, Wahlkampf 2016, Trump gegen Clinton, als das Pussy Grab Video rauskam?
00:56:31.45
Ariane
Ja.
00:56:32.14
Stefan Sasse
Dieses Access Hollywood Take, wo Trump drauf war mit diesem Grab them by the pussy.
00:56:38.76
Stefan Sasse
Das war für Trump schlecht.
00:56:41.54
Stefan Sasse
Aber die Clinton-Kampagne war entsetzt, dass das Raub kam.
00:56:45.17
Stefan Sasse
Das war für die Mörderscheiße.
00:56:48.43
Stefan Sasse
Und das, obwohl es für ihren Gegner schlecht war.
00:56:50.35
Stefan Sasse
Warum?
00:56:50.93
Stefan Sasse
Weil es ihre komplette Message zerschossen hat.
00:56:53.61
Stefan Sasse
Und wäre dieses Rehbraune-Augen-Video ein größeres Thema geworden, also wäre dieser Wahlkampf plötzlich in die Richtung getrifftet, Umgang mit Frauen,
00:57:02.34
Stefan Sasse
Die Grünen hätten die Wahl verloren.
00:57:03.84
Stefan Sasse
Das garantiere ich dir.
00:57:05.04
Stefan Sasse
Weil dann hätten sie sich positionieren müssen mit ihren feministischen Positionen und alle hätten sich wieder daran erinnert, oh shit, das ist ja eine Partei.
00:57:10.16
Ariane
Genau.
00:57:10.28
Ariane
Sie wären voll in dieses Klischee gegangen irgendwie, ne?
00:57:12.06
Stefan Sasse
Und von daher…
00:57:14.96
Stefan Sasse
Und deswegen glaube ich auch nicht, dass die Landesgrünen zumindest das haben wollten.
00:57:19.75
Stefan Sasse
Ich glaube, die hat es gepostet einfach so, weil die nicht koordiniert ist.
00:57:25.13
Stefan Sasse
Ich denke, hätte die angefragt in der Landeszentrale der Grünen-Bavü, hey, ich habe hier dieses Video, soll ich es posten?
00:57:30.42
Stefan Sasse
Ich glaube, die hätten gesagt, niemals.
00:57:32.36
Stefan Sasse
Tu das nicht, weil das ihren Wahlkampf auch durcheinander bringen kann.
00:57:35.100
Stefan Sasse
Es ist nicht passiert, aber die Gefahr ist da.
00:57:39.02
Stefan Sasse
Also ich glaube, die Gefahren waren für die Grünen viel, viel größer als jeder potenzielle Nutzen und angesichts dieses kompetenten Wahlkampfs, den die gemacht haben, im Vergleich zu den inkompetenten Wahlkämpfen der Bundesgrünen in den letzten zwei Wahlen.
00:57:51.20
Stefan Sasse
würde ich sagen, das war ein Alleingang von der.
00:57:53.66
Stefan Sasse
Das spricht sehr, also das klingt für mich nach der Bundesgrünen-Partei, die den Laden nicht im Griff haben, die nicht strategisch denken und nicht nach den Landesgrünen.
00:58:03.24
Ariane
Also so wie ich das verstanden habe, war es auch ein bisschen zufällig.
00:58:05.92
Ariane
Sie hatte da, glaube ich, generell ein Thema, Frauen in der Politik, die haben es schwer oder irgendwie sowas und da kam es mit rein.
00:58:11.74
Ariane
Also das erschien mir auch ein bisschen plausibel.
00:58:14.44
Ariane
Ich glaube, irgendwie kursierte das auch schon, bevor irgendwie mal so wirklich, bevor dieses, oh, das ist ja der Hagel, der ist ja irgendwo Spitzenkandidat oder so aufgefallen war.
00:58:23.00
Ariane
Also das kann schon sein.
00:58:25.02
Ariane
Und ja.
00:58:27.69
Ariane
Ja, wie gesagt, ich wollte noch mal kurz Werbung für die Taz machen, weil die hat das in ihrem Titel irgendwie, weil wer hat noch rehbraune Augen und braunes Haar, der Cem, da haben sie das glaube ich noch mal verwurstet für ihren Titel, dass er gewonnen hat, das
00:58:43.87
Ariane
Das war ganz witzig, die Tatsache auch immer schön.
00:58:46.55
Ariane
Schöne Titel, wollte ich nochmal sagen.
00:58:48.31
Ariane
Aber ich glaube, ich hatte auch das Gefühl, wenn ich auf Twitter mal kurz, also selbst ich bin echt, man schreibt es selten auf Twitter, aber man guckt irgendwie, weil dann doch andere News sind, irgendwie mal einmal hochrunterscrollen, worüber redet Twitter denn überhaupt?
00:59:01.81
Ariane
Und ich glaube, darüber hinaus weiß das auch keiner, wüsste ich jetzt auch keinen.
00:59:06.59
Ariane
Nicht, dass Manuel Hagel jetzt großes Gesprächsthema war, aber das habe ich auch das Gefühl, dass es jetzt gar nicht die
00:59:12.83
Ariane
die Twittersphäre so richtig verlassen hat.
00:59:15.77
Ariane
Also weder in die eine noch in die andere Richtung.
00:59:18.01
Ariane
Das war glaube ich nicht so.
00:59:19.65
Ariane
Ich glaube, wie du auch sagst, das Problem war, das war der erste Eindruck, damit ist er bekannt geworden.
00:59:24.59
Ariane
Das ist jetzt natürlich nicht das allerbeste.
00:59:26.80
Stefan Sasse
Und wir können auch mal gucken, jetzt quasi in die allgemeinere Analyse wieder reingehen, was bei dem Wahlkampf, was waren denn so die Themen?
00:59:34.42
Stefan Sasse
Und wenn du jetzt in die Umfrage guckst, ich mache mir große Sorgen.
00:59:37.48
Stefan Sasse
Was haben die Leute angegeben?
00:59:38.88
Stefan Sasse
Top-Thema, die Sicherheit in Europa.
00:59:41.30
Stefan Sasse
Das ist natürlich kein Landtagswahlkampfthema.
00:59:43.86
Stefan Sasse
Da ging relativ wenig.
00:59:45.38
Stefan Sasse
Das wurde auch eben meines Wissens nach überhaupt nicht thematisiert hier, weil was soll der Baden-Württemberg tun?
00:59:51.21
Stefan Sasse
Dann zweites Thema, dass Demokratie und Rechtsstaat in Gefahr sind.
00:59:55.21
Stefan Sasse
Das Problem ist jetzt an der Stelle, von wem sind die in Gefahr?
00:59:57.67
Stefan Sasse
Weil das kann ich als jemand, der liberal tickt, machen oder progressiv tickt, sagen.
01:00:03.77
Stefan Sasse
Ich kann das als AfD-Mensch ankreuzen.
01:00:05.85
Stefan Sasse
Also das ist so ein Catch-all, das sagt gar nichts, dummerweise.
01:00:08.11
Ariane
Es gibt keine Meinungsfreiheit mehr.
01:00:08.57
Stefan Sasse
Also aus der Zahl, 64 Prozent, kann ich überhaupt nichts rausziehen.
01:00:13.07
Stefan Sasse
Da kann ich begründen, dass die Leute die AfD hassen und ich kann damit begründen, dass die Leute die Grünen hassen, je nachdem, welche Beispiele ich rausziehe.
01:00:21.77
Stefan Sasse
Ja, genau.
01:00:22.35
Stefan Sasse
Das kann alles und nichts sein.
01:00:24.13
Stefan Sasse
Deswegen, die Zahl tut leider nichts.
01:00:26.99
Stefan Sasse
60 Prozent, drittes Thema, und das ist das erste Wichtige, dass die Automobilindustrie in Baden-Württemberg keine Zukunft hat.
01:00:33.18
Stefan Sasse
Und auch das kann ich jetzt natürlich wieder auf unterschiedliche Arten lesen.
01:00:36.26
Stefan Sasse
Also ich kann da quasi sagen, und deswegen ist es nötig, auf andere Industrien zu wechseln.
01:00:42.10
Stefan Sasse
Oder und deswegen ist es nötig, diesen Verfall aufzuhalten.
01:00:46.18
Stefan Sasse
Und diese beiden Konzepte haben ja Grüne und CDU verkörpert.
01:00:49.61
Stefan Sasse
Cem Özdemir hat immer gesagt, die haben keine Zukunft mehr und deswegen brauchen wir Green Tech und wir brauchen neue Technologien und und und.
01:00:58.05
Stefan Sasse
Wachstum durch Kompetenz und durch unsere Ingenieursfähigkeiten, blablabla.
01:01:02.83
Stefan Sasse
Während die CDU ja eher auf dem Trend war, wir müssen unsere traditionellen Kompetenzen stärken, Verbrennerverbot aufheben etc.
01:01:09.45
Stefan Sasse
und da quasi was machen, aber auch modernisieren.
01:01:12.51
Stefan Sasse
Also auch hier, das war mehr so Geschmacksrichtung.
01:01:14.68
Stefan Sasse
Also eher willst du Schokolade oder Vanille, aber nicht willst du Eis oder Apfelström.
01:01:19.02
Stefan Sasse
sozusagen.
01:01:21.54
Stefan Sasse
Und das hat natürlich beide Parteien, für beide Parteien war das eine Gefahr, aber gleichzeitig sind die natürlich auch diejenigen, die witzigerweise die größten Kompetenzwerte da drin haben.
01:01:31.62
Stefan Sasse
Weil wen wählst du denn, wenn du die Automobilindustrie in Gefahr siehst?
01:01:35.22
Stefan Sasse
Die AfD, willst du mich verarschen?
01:01:36.90
Stefan Sasse
Die SPD?
01:01:37.88
Stefan Sasse
Oder gerade die Linke?
01:01:38.66
Ariane
Ja.
01:01:39.38
Stefan Sasse
Das macht ja keinen Sinn.
01:01:40.82
Stefan Sasse
Also du bist ja quasi zwangsläufig auf die Grünen oder auf die CDU abonniert.
01:01:44.62
Stefan Sasse
FDP hätte es noch theoretisch gesehen eine Chance, aber erneut, die kam ja schon gar nicht mehr vor.
01:01:49.02
Stefan Sasse
Dann das andere sind so die klassischen Dinge, im alte Geldprobleme, dass die Preise so stark steigen, dass ich die Rechnung nicht bezahlen kann, dass ich in den 50ern, dass ich meinen Lebensstandard nicht halten kann, dann erst mit 48 Prozent, dass zu viele Fremde kommen.
01:02:01.41
Stefan Sasse
Also das Migrationsthema hat im Wahlkampf keine Rolle gespielt und überraschend interessiert es auch die Leute nicht mehr so.
01:02:06.87
Stefan Sasse
Und zuletzt, dass man sich in Baden-Württemberg nicht sicher fühlen kann, ist der letzte auf der Liste mit 43%.
01:02:10.69
Stefan Sasse
Das ist vielleicht der einzige Vorwurf, den man dem SPD-CDU-Wahlkampf machen kann, dass dieses Sicherheitsthema kein besonders relevantes ist, aber 43% deckt natürlich auch deren Kernwählerklientel ab.
01:02:23.02
Stefan Sasse
Von daher denke ich, ist es trotzdem kein relevanter Vorwurf an der Stelle.
01:02:29.83
Stefan Sasse
Und deswegen, das wären quasi so diese Geschichten.
01:02:33.87
Stefan Sasse
Dann wem traut man am ehesten zu, die Wirtschaft voranzubringen?
01:02:36.39
Stefan Sasse
Definitiv CDU mit weitem Abstand, 38%.
01:02:38.23
Stefan Sasse
Selbst die AfD hat hier bessere Werte als die Grünen.
01:02:44.41
Stefan Sasse
Die Bewertung der wirtschaftlichen Lage ist 61 schlecht, 37 gut, aber mit sehr starken Schwankungen.
01:02:53.13
Stefan Sasse
Die Grünen sehen die Wirtschaft am besten, die folgt witzigerweise von den Linken.
01:02:56.81
Ariane
Vielen Dank.
01:02:56.96
Stefan Sasse
Am schlechtesten sehen, wenig überraschend, die AfD und FDP.
01:03:00.46
Stefan Sasse
Die haben wieder so einen schlechten Laune-Wahlkampf gemacht und das wählen die Leute halt nicht.
01:03:06.46
Stefan Sasse
Das ist wieder so ein Grundproblem.
01:03:10.16
Stefan Sasse
Aber die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist sehr hoch.
01:03:13.76
Stefan Sasse
89 Prozent bei den Grünen, 66 Prozent bei der CDU, 58 Prozent bei der SPD und 44 bei der Linken.
01:03:21.87
Stefan Sasse
Das sind Werte, auf denen kannst du aufbauen.
01:03:24.31
Stefan Sasse
Also diese allgemeine Zufriedenheit bei der ganzen Geschichte.
01:03:29.21
Stefan Sasse
Die Lieblingskoalition von allen war auch definitiv schwarz-grün.
01:03:34.59
Stefan Sasse
Und das bringt mich, Koalition, das bringt mich auch zum allergrößten Fehler der SPD in diesem Wahlkampf.
01:03:41.99
Stefan Sasse
Dass die nämlich, dass der Andreas Stoch gesagt hat, er kann sich eine Koalition mit FDP und CDU vorstellen.
01:03:48.40
Stefan Sasse
Das war der absolute Keller und glaube ich mit einer der Gründe, warum die Grünen gewonnen haben.
01:03:54.72
Stefan Sasse
Weil, warum?
01:03:56.72
Stefan Sasse
Die Diskussion quasi unter Leuten, die in meinen Augen gerne ins Fantasiereich wechseln, das ist so dieselbe Fraktion, die CDU-Minderheitsregierung im Bund haben möchte, die haben sich stark gemacht für die Deutschlandkoalition, sprich CDU, SPD und FDP.
01:04:12.34
Stefan Sasse
Hauptsache gegen die Grünen sozusagen.
01:04:13.99
Ariane
War das überhaupt jemals eine Option?
01:04:15.97
Stefan Sasse
Nein, nur durch, also nicht aus den Umfragewerten heraus.
01:04:19.25
Stefan Sasse
Also aus denen vom Herbst, ja, aber erneut, die waren eh nicht haltbar.
01:04:22.80
Stefan Sasse
Das ist das, was ich meine.
01:04:23.76
Stefan Sasse
Jeder, der sich ein bisschen auskennt mit der Materie, konnte das sehen, dass das nicht klappen wird.
01:04:29.26
Stefan Sasse
Aber das Gerede darüber,
01:04:32.49
Stefan Sasse
sorgt natürlich erneut für eine Polarisierung an der Stelle.
01:04:36.81
Stefan Sasse
Das treibt ja die Leute.
01:04:38.01
Stefan Sasse
Wenn die SPD sagt, wir würden mit FDP und CDU ins Boot gehen, wen wählst du denn dann als Grüner oder als Linker?
01:04:45.33
Stefan Sasse
Ganz klar.
01:04:46.36
Ariane
Ja.
01:04:47.45
Stefan Sasse
Und selbst als SPDler, nachdem du gesehen hast, dass es keine Option mehr wird, da schiebst du ja quasi alles in die Richtung rüber.
01:04:54.62
Stefan Sasse
Also dieses Gerede von der Deutschlandkoalition hat witzigerweise, obwohl es eine Alternative ist, hat es quasi diese Polarisierung weiter befördert.
01:05:03.32
Stefan Sasse
Also erneut, schlechter Wahlkampf von der SPD, sorry, das haben sie sich teilweise wirklich selber zuzuschreiben.
01:05:08.98
Stefan Sasse
Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, den wir schon ein paar Mal angeteasert haben, Zufriedenheit mit der Bundesregierung.
01:05:14.88
Stefan Sasse
Im Schnitt in Baden-Württemberg 74% unzufrieden.
01:05:19.44
Stefan Sasse
Und wir reden hier vom Schnitt.
01:05:21.34
Stefan Sasse
Die Unzufriedensten sind die AfD-Wählenden mit 99%.
01:05:23.62
Stefan Sasse
Gefolgt von Linke 83%, FDP 79%, Grüne 70%, SPD 60% und CDU immerhin noch 48%.
01:05:37.36
Ariane
Ah, okay, endlich war einer unter 50, oder?
01:05:38.88
Ariane
Das ist schon extrem.
01:05:39.40
Stefan Sasse
Und das ist schon richtig extrem.
01:05:44.92
Stefan Sasse
Nur ein Viertel, 24 Prozent haben gesagt, sie sind zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung.
01:05:49.36
Stefan Sasse
Und dieser Gegenwind aus Berlin, der ist, glaube ich, mit eben der ausschlaggebende Faktor.
01:05:56.36
Stefan Sasse
Und du hast es ja schon öfter angeteasert, Lifestyle-Teilzeit, das war ein absoluter Killer.
01:06:02.34
Stefan Sasse
Und diese unselige Diskussion um die Karenztage.
01:06:06.26
Ariane
Und diese Zahnarzt-Sache.
01:06:07.34
Ariane
Das kam ja alles auch innerhalb von zwei Wochen so geballt.
01:06:07.42
Stefan Sasse
Und genau, um die Standard-Sache.
01:06:10.87
Stefan Sasse
Richtig, das war ein Desaster und da siehst du einfach wieder, dass Friedrich Merz nicht gut ist in seinem Job und die Leute, die da drin sind, also generell die Bundespolitik, ich sehe da gerade keine Partei, die besonders gut ist.
01:06:22.70
Stefan Sasse
Das ist wirklich gerade jetzt im Vergleich mit diesem Landtagswahlkampf, wo die wesentlich stabiler standen, das ist richtig, richtig auffällig.
01:06:30.68
Stefan Sasse
Und das ist einfach, wo zur Hölle ist in Deutschland die wählenden Gruppe für keine Karenztage, keinen Zahnarzt mehr von der Krankenversicherung gezahlt und Teilzeitregeln schwächen?
01:06:43.63
Stefan Sasse
Das ist einfach nein.
01:06:45.67
Stefan Sasse
Das kann die FDP machen von mir aus.
01:06:48.41
Stefan Sasse
Weil die ja eh so eine Nischenpartei für diese Leute ist, aber doch nicht eine Volkspartei.
01:06:52.57
Stefan Sasse
Also das ist so dumm.
01:06:54.93
Stefan Sasse
Und das hat denen massivst geschadet.
01:06:57.29
Stefan Sasse
Wirklich massiv.
01:06:59.52
Stefan Sasse
Was ihnen geholfen hat, glaube ich, ist die Haltung zur AfD.
01:07:04.27
Stefan Sasse
Und jetzt, was war die Haltung zur AfD hier im Wahlkampf im Ländle?
01:07:10.81
Stefan Sasse
Diese Haltung war…
01:07:12.98
Stefan Sasse
die im Endeffekt weitgehend zu ignorieren.
01:07:15.78
Stefan Sasse
Man hat sich praktisch nicht mit der AfD befasst.
01:07:18.92
Stefan Sasse
Manuel Hagel hat von Anfang an ganz hart eine Koalition ausgeschlossen mit der AfD.
01:07:25.20
Stefan Sasse
Und das rechne ich ihm hoch an, habe ich ihm von Anfang an auch hoch angerechnet.
01:07:28.30
Stefan Sasse
Und das Wichtige fand ich die Argumentation, mit der er es gemacht hat.
01:07:31.50
Stefan Sasse
Weil er nicht mit irgendwie Brandmauer-Argumenten oder sonst was kam, sondern das war sein großer Moment in dem für ihn sehr nachteiligen Triell, wo er wirklich nicht gut ausgesehen hat, aber in dem Moment, das war wirklich stark, da hat er dem Frohnmaier quasi gesagt, so hier, wir werden mit ihm nie koalieren und zwar aus zwei Gründen.
01:07:47.97
Stefan Sasse
Das eine ist ein Grund im Kopf und das andere ist ein Grund im Herz.
01:07:51.12
Stefan Sasse
Und er hat…
01:07:51.77
Ariane
Das war richtig gut.
01:07:52.94
Stefan Sasse
Das war richtig gut und das ist die Linie, das sage ich schon seit Monaten, das ist das, was die CDU fahren muss, nämlich der Kopfgrund, eure Politikpositionen sind mit uns nicht vereinbar.
01:08:04.20
Stefan Sasse
Ihr habt, das ist genau das gleiche, was immer die SPD mit der Linken gemacht hat.
01:08:07.46
Stefan Sasse
Ich verstehe gar nicht, die haben das doch so lange gesehen, wie das abläuft, dass du ganz klar sagst, ja, wir haben auf bestimmten Gebieten haben wir Überlaufen.
01:08:16.28
Stefan Sasse
Wir sind deutlich näher an der AfD, was die Migrationsfrage anbelangt, als bei den Grünen.
01:08:20.29
Stefan Sasse
Keine Frage.
01:08:21.87
Stefan Sasse
Wir sind sogar wirtschaftspolitisch näher an der AfD als an den Grünen.
01:08:25.01
Stefan Sasse
Aber da, wo es drauf ankommt, bei der außenpolitischen Festlegung, bei Demokratie, bei Rechtsstaat, sorry, da ist mit euch kein Staat zu machen.
01:08:34.15
Stefan Sasse
Und solange ihr das nicht tut, können wir das nicht tun.
01:08:36.77
Stefan Sasse
Das ist logischer Argument.
01:08:38.19
Stefan Sasse
Und ich fand es super wichtig, dass er das Argument des Herzens hinterher geschoben hat, weil er, und ich paraphrasiere, er hat gesagt, ihr seid Arschlöcher.
01:08:45.28
Stefan Sasse
Und die CDU sind keine Arschlöcher.
01:08:47.86
Stefan Sasse
Wir sind Bürgerliche und de facto ihr seid das nicht.
01:08:53.30
Stefan Sasse
Und der Frohnmayr hat das ja auch ganz verzweifelt dann nachher versucht, in dem SWR-Spitzenkandidaten-Interview noch einmal ranzupacken.
01:09:01.18
Stefan Sasse
Dieses, wir sind doch eine bürgerlich-konservative Partei, warum koaliert ihr nicht mit uns?
01:09:06.20
Stefan Sasse
Und die Grünen sind so evil und so weiter.
01:09:07.78
Stefan Sasse
Und das hat überhaupt nicht verfangen, weil der Hagel,
01:09:12.20
Stefan Sasse
nie einen Anti-Grünen-Wahlkampf gemacht hat.
01:09:14.40
Stefan Sasse
Die haben die Grünen bekämpft.
01:09:15.92
Stefan Sasse
Die Grünen waren ihre Hauptgegner in diesem Bundestagswahlkampf, aber eben auf einer sachlichen Ebene.
01:09:21.88
Stefan Sasse
Da ging es um Fragen und es war immer ganz klar, wir können mit denen zusammenarbeiten, wir sind an manchen Stellen anderer Meinung.
01:09:27.80
Stefan Sasse
Wir sind der Überzeugung, dass das hier besser ist fürs Land.
01:09:30.50
Stefan Sasse
Aber die haben nie gesagt, die haben immer betont, kein Zweifel, die Grünen wollen auch das Beste fürs Land.
01:09:36.36
Stefan Sasse
Wir glauben nur, dass deren Strategien nicht so gut sind.
01:09:40.10
Stefan Sasse
Schau dir das Ergebnis an.
01:09:42.39
Stefan Sasse
Ja, die AfD hat gewonnen, aber der Stand, auf dem sie ist, ist nicht geil.
01:09:49.63
Stefan Sasse
Die haben weniger Prozent als bei der Bundestagswahl hier in Baden-Württemberg geholt, zwei Prozent weniger als bei der Bundestagswahl.
01:09:56.10
Ariane
Und auch weniger als vorhergesagt, glaube ich.
01:09:57.79
Ariane
Also wenn die Prognosen…
01:09:58.18
Stefan Sasse
Ja, sie sind unter den Erwartungen geblieben und sie sind unter ihrem Ergebnis von 2016 geblieben hier im Land.
01:10:05.99
Stefan Sasse
Die hatten 2016 mehr Stimmen im Baden-Württembergischen Landtag.
01:10:09.07
Stefan Sasse
Die wurden halbiert zwischen 2016 und 2021.
01:10:11.83
Stefan Sasse
Das ist das, warum das jetzt nach einem großen Sieg aussieht.
01:10:15.96
Stefan Sasse
Aber die haben underperformed.
01:10:17.86
Stefan Sasse
Das muss man ganz klar sagen.
01:10:18.76
Stefan Sasse
Die AfD gehört hier zu den Wahlverlierern.
01:10:21.56
Stefan Sasse
Und die tun so, als ob nicht.
01:10:24.16
Stefan Sasse
Aber man sollte sich davon nicht täuschen lassen.
01:10:26.46
Stefan Sasse
Die haben definitiv weniger erreicht, als sie hätten erreichen können und als sie erreichen wollten.
01:10:34.32
Stefan Sasse
Das Potenzial war höher, genauso wie bei der Linken auch.
01:10:36.86
Stefan Sasse
Das ist diese Enttäuschung von der hätte mehr drin sein können.
01:10:40.83
Stefan Sasse
Und das lag daran, dass die Ausgrenzung, die Sie hier erfahren haben, die richtige Art von Ausgrenzung war.
01:10:48.29
Stefan Sasse
Quasi diese argumentbasierte Ausgrenzung.
01:10:50.77
Stefan Sasse
Nicht so dieses, wir spielen nicht mit den Schmuddelkindern, sondern dass du ganz klar gesagt hast, hey Leute, wir können jederzeit mit euch reden.
01:10:56.74
Stefan Sasse
Aber nicht so.
01:10:58.22
Stefan Sasse
Solange ihr so seid, seid ihr raus.
01:11:00.94
Stefan Sasse
Und ich fand es auch spannend, wie die den dann quasi geschnitten haben in diesem Ding.
01:11:06.76
Stefan Sasse
Der Hagel hat ja gesprochen in dem Interview und hat dann erstmal Östemir zum Wahlzieher gratuliert und Östemir hat sich dann artig bedankt und dann haben sie halt ihre Verantwortung fürs Land, bla bla, das Übliche abgeräumt.
01:11:18.49
Stefan Sasse
Und dann kam der Frohnmeier eben da dazwischen mit seiner, wir sind doch auch bürgerlich konservativ und schau mal her, wir sind gar nicht so schlimm und hat dann auch Östimir zum Wahlzieg gratuliert.
01:11:26.44
Stefan Sasse
Und Östimir, der hat einfach über den hinweg geguckt, Klammer auf, weil es nicht schwer ist, Klammer zu.
01:11:31.48
Stefan Sasse
Das hilft an der Stelle, wie gesagt, das ist einfach, das ist ein Nachteil, da kann der Frohnmeier nichts dafür, aber das ist einfach scheiße für ihn.
01:11:38.49
Stefan Sasse
Und hat den wirklich komplett ignoriert und auch der Hagel hat ihn komplett geschnitten.
01:11:44.60
Stefan Sasse
Der war Luft für den.
01:11:46.20
Stefan Sasse
Weil der Frohnmeier, der kam so an mit, ja ich hoffe mal, so in Richtung Hagel hat er das gesagt, ich hoffe, dass wir uns mal auf ein Espresso treffen können.
01:11:53.30
Stefan Sasse
Und der Hagel hat einfach nicht darauf reagiert, keine Miene verzogen, einfach quasi gewartet, bis die nächste Frage vom Journalist kam.
01:12:00.79
Stefan Sasse
Und das ist genau der richtige Umgang.
01:12:02.77
Stefan Sasse
Du zeigst quasi deine Verachtung für diesen Typen und sowohl er als auch Östermier haben wieder betont, die haben ganz klar den Unterschied gemacht und jeder, der was anderes behauptet, sorry, liebe Welt, der lügt, die haben wieder ganz klar gesagt, es sind die Funktionäre der AfD, mit denen wir ein Problem haben, die sich hier immer weiter radikalisieren, die Wählenden
01:12:22.82
Stefan Sasse
Mit denen machen wir Angebote, mit denen wollen wir reden.
01:12:25.32
Stefan Sasse
Jederzeit unsere Tür ist offen und wir wollen auf euch zugehen, aber mit dieser Funktionärsschicht, mit euch wollen wir nichts zu tun haben.
01:12:34.06
Stefan Sasse
Und das ist genau der Ansatz, den es braucht.
01:12:36.38
Stefan Sasse
Und schau her, genau das hat die AfD hier kleiner gehalten, als sie hätte sein können.
01:12:41.67
Stefan Sasse
Ich meine, es ist immer noch 17% zu viel, aber es hätte wesentlich schlimmer kommen können.
01:12:47.85
Stefan Sasse
Und deswegen…
01:12:48.24
Ariane
Und es tut der Auseinandersetzung gut, habe ich das Gefühl.
01:12:52.34
Stefan Sasse
Ja.
01:12:52.82
Ariane
Viele fragen ja, oh, wieso ist das im Norden nicht so?
01:12:55.02
Ariane
Ich so ja irgendwie, es gibt keinen Aufreger, sondern man ignoriert das einfach.
01:12:59.74
Ariane
Ja, das ist so wie, keine Ahnung, einmal im Jahr kommt raus, 25 Prozent der Menschen finden Nazis gar nicht so schlimm.
01:13:06.45
Ariane
Und alle denken, ja gut, so ist das jedes Jahr, aber es spielt nicht so die Rolle.
01:13:10.44
Ariane
Es gibt keine Empörung, aber auch nicht, alle denken, yay, finden wir gut.
01:13:15.36
Ariane
Also ich finde, das tut der politischen Auseinandersetzung gut.
01:13:20.34
Stefan Sasse
Ja, und es führt dann auch dazu, dass diese Enttäuschung nicht so groß ist, dass die dann am Ende miteinander koalieren, wie das jetzt bei Friedrich Merz der Fall ist, wo diese ganzen Leute jetzt super enttäuscht sind, dass er nicht der konservative Feuer auf Kresse ist, wo halt nie die potenzielle Mehrheit dafür da war.
01:13:37.96
Stefan Sasse
Und das war sie in Baden-Württemberg auch nicht, aber die baden-württembergische CDU war eben von Anfang an schlau genug, sich nicht auf dieses Spiel einzulassen, da quasi Erwartungen zu schüren und diese ideologische Feindschaft zu den Grünen da aufzubauen.
01:13:54.29
Stefan Sasse
Und das hätte Friedrich Merz auch machen sollen.
01:13:57.64
Stefan Sasse
Da kannst du dich ja gerne gegen die Grünen absetzen, aber tu es auf inhaltlicher Ebene und tu nicht so, als ob die quasi die Schlimmsten und ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber du weißt, was ich meine, als ob die quasi der Todfeind an der Stelle wären, weil das sind die nicht und du bist darauf angewiesen und das war ja Merz in einem seiner ersten Regierungsakte dann auch, mit denen zusammenzuarbeiten.
01:14:22.47
Stefan Sasse
Ja.
01:14:24.28
Ariane
Das hat ihm ja auch massiv geschadet.
01:14:26.44
Ariane
Das hatten wir ja schon mal gesagt, diese Abstimmung, die sie dann…
01:14:30.51
Ariane
verklausuliert mit der AfD zusammen gemacht haben, das hat ihm geschadet.
01:14:34.25
Ariane
Und ich finde, das hängt ihm auch immer noch an.
01:14:38.05
Ariane
Ich weiß gar nicht, ob das März war.
01:14:39.37
Ariane
Er hat da, glaube ich, heute auch nochmal ganz deutlich, er hat den Namen nicht gesagt, aber Richtung Springer gesagt.
01:14:45.09
Ariane
Ich habe jetzt oft genug gesagt, wir koalieren nicht mit denen.
01:14:47.27
Ariane
Aber ich finde, es ist dieser dauernde Flirt, den er nicht rausbekommt.
01:14:51.29
Ariane
Und den gab es in Baden-Württemberg nicht.
01:14:53.91
Stefan Sasse
Genau.
01:14:54.22
Ariane
Und den gibt es zum Beispiel in Schleswig-Holstein auch nicht.
01:14:56.95
Stefan Sasse
Korrekt.
01:14:58.21
Stefan Sasse
Oder in Nordrhein-Westfalen, for that matter.
01:15:01.08
Ariane
Ja.
01:15:02.66
Stefan Sasse
Die machen diesen Fehler alle nicht.
01:15:05.24
Stefan Sasse
Und Merz sollte sich langsam echt mal ein Beispiel an denen nehmen, bei denen es funktioniert.
01:15:08.96
Stefan Sasse
Also ich hoffe mal, die Botschaft kommt bei der CDU an.
01:15:11.88
Stefan Sasse
Und das ist das, was ich vorher meinte, dass der Hagel wirklich gewachsen ist.
01:15:18.18
Stefan Sasse
in diesem Interview, da hat er wesentlich staatstragender und wesentlich ministerpräsidentiger agiert, als in dem ganzen Wahlkampf vorher.
01:15:27.49
Stefan Sasse
Wie der da stand und quasi diese Verantwortung fürs Land betont hat und diese Zusammenarbeit, die er da jetzt macht, ja dieses, ich bin nicht begeistert,
01:15:36.75
Stefan Sasse
Ich hätte es mir besser gewünscht, aber vielen Dank für alle, die mir die Stimme gegeben haben und wir machen jetzt quasi das Beste draus und wir arbeiten mit Leuten zusammen, die grundsätzlich auch guten Willens sind und wir wissen, für was wir stehen und wogegen wir uns abgrenzen, wo wir nicht stehen.
01:15:53.19
Stefan Sasse
Und an der Stelle, da habe ich mir gedacht, die CDU wäre echt blöd, wenn sie den jetzt absägen.
01:15:59.07
Stefan Sasse
Also die sollten den aufbauen die nächsten fünf Jahre und ich glaube, dann haben die auch eine gute Chance 2031, das quasi einfach zu wiederholen.
01:16:07.68
Stefan Sasse
Wirklich den langen Atem haben und das gleiche Spielchen nochmal machen.
01:16:11.50
Stefan Sasse
Das ist, denke ich, die beste Strategie, die sie haben, um dafür zu sorgen, dass Östermir ein einmaliger Ministerpräsident bleibt.
01:16:16.86
Stefan Sasse
Ja.
01:16:18.34
Ariane
Du hast es ja ziemlich sicher, dass er einen großen Ministerposten kriegt.
01:16:21.66
Ariane
Ich würde gerade sagen, er kann ja jetzt fünf Jahre, da ist er ja nicht ganz weg.
01:16:25.30
Stefan Sasse
Genau.
01:16:25.68
Ariane
Er wird schon was kriegen, oder?
01:16:27.53
Stefan Sasse
Ja, es sei denn eben, die CDU stürzt den aus irgendeinem Grund, aber die sind ja normalerweise nicht so in diesem Stützbusiness drin.
01:16:33.48
Stefan Sasse
Deswegen, das… Wie gesagt… Nein…
01:16:33.72
Ariane
Es gibt doch eigentlich keinen Grund, finde ich.
01:16:35.63
Ariane
Also das war trotzdem okay, es gab keinen riesen Skandal, also es wäre blöd.
01:16:40.24
Stefan Sasse
Der hat einen guten Wahlkampf gemacht insgesamt in den Möglichkeiten, die er hatte.
01:16:44.48
Stefan Sasse
Und er musste eben den Wahlkampf führen, den er führen musste.
01:16:47.55
Stefan Sasse
Und wie gesagt, für den Rest konnte er nichts.
01:16:50.33
Stefan Sasse
Und ich habe auch tatsächlich wirklich ein bisschen Mitleid mit ihm, weil nach diesem Rehaugen-Video, da hat so eine Dynamik eingesetzt, der konnte im Endeffekt nichts mehr richtig machen.
01:17:01.25
Stefan Sasse
Also egal, was er getan hat, es wurde draufgehauen.
01:17:05.77
Stefan Sasse
Deswegen habe ich auch vorher ganz klar gesagt, ja, es gab eine Kampagne gegen ihn, überhaupt keinen Zweifel.
01:17:10.26
Stefan Sasse
Aber das ist halt normal.
01:17:11.90
Stefan Sasse
Die CDU kennt das nicht, weil das normalerweise ihre Gegner betrifft und weil sie es normalerweise selbst machen und nicht die Opfer davon sind.
01:17:21.82
Stefan Sasse
Aber…
01:17:22.01
Ariane
Ich hatte das bei diesem Lehrerinnenvideo zum Beispiel, weil diese Videos sind immer cringe.
01:17:27.72
Ariane
Da kannst du, egal wen, er sah nicht gut aus, aber ich glaube, das ist einfach das Fieseste, was du Politikern antun kannst.
01:17:33.60
Ariane
Ich glaube, da sieht keiner gut.
01:17:34.76
Ariane
Also das war das.
01:17:34.95
Stefan Sasse
Und da muss ich auch ehrlich sagen, das Lehrerinnenvideo, das war für mich der endgültige Kipppunkt, wo ich gesagt habe, sorry Leute, too much.
01:17:35.84
Ariane
Ich habe da auch nicht, also ich tue da eh nicht mehr so viel, aber da hatte ich auch nicht, da tat er mir eher ein bisschen leid, weil ich hatte auch das Gefühl, du kannst es einfach nicht richtig machen.
01:17:50.89
Stefan Sasse
Weil, ich meine, vielleicht kommt da auch wieder bloß meine professionelle Ethik durch, aber sorry, ich fand diese Lehrerin way out of line.
01:17:58.65
Stefan Sasse
Ja, also das ist, und ich habe da Manuel Hagel schon auch verstanden, dass er da stinkig geworden ist.
01:18:04.94
Stefan Sasse
Das sollte ihm nicht passieren, das zeigt wieder die Unerfahrenheit an der Stelle, da muss der drüber stehen, weil wenn er Ministerpräsident sein will, dann wird er in ganz anderen Situationen auch angepisst sein und muss seine Kontinu ausbewahren.
01:18:15.92
Stefan Sasse
Aber nichtsdestotrotz, das hat nicht, die Lehrerin war, in meinen Augen lag die falsch.
01:18:21.67
Stefan Sasse
Und als er gesagt hat hier, ich rede gerade mit den Schülern,
01:18:24.75
Stefan Sasse
Da hatte er recht, weil ihre Unterbrechungen und ihre ziemlich aggressiven Fragen, die gehören in so ein Format auch nicht rein.
01:18:31.89
Stefan Sasse
Der war in der Schule, um mit den Schülern und Schülerinnen über Politik zu sprechen und nicht, um mit der Lehrerin zu diskutieren.
01:18:40.07
Stefan Sasse
Und deswegen fand ich sie falsch an der Stelle.
01:18:47.08
Stefan Sasse
Und das war wirklich der Moment, wo ich definitiv sagen musste, sorry Leute, too much.
01:18:53.94
Stefan Sasse
Und da konnte er auch wirklich nichts mehr dafür.
01:18:56.47
Stefan Sasse
Ich meine, ja klar, seine Erklärung zum Treibhauseffekt war bekloppt, aber meine Güte, an sowas entscheidet sich doch nicht der Krieg.
01:19:06.68
Ariane
Nein, und ich muss dazu sagen, ja, Leute, die in der Politik sind, müssen das abkönnen.
01:19:12.14
Ariane
Es tut mir leid, wenn es ja total undemokratisch hinkommt, aber ich finde das immer scheiße.
01:19:16.88
Ariane
Dieses Oh, man muss zuhören, das endet immer mit der Politiker steht irgendwo und muss sich von irgendwelchen unbekannten Leuten sämtliche Probleme der Welt auf den Schultern lagern lassen.
01:19:28.35
Ariane
Und darf nichts anderes sagen als, ich verstehe ihr Problem, ich hole zu, leider kann ich nichts dafür.
01:19:33.33
Ariane
Das ist genauso wie dieser hohe Benzinpreis zwischen Nordjahr-Möstemir und den Grünen angelastet worden ist, wo sie nun auch nichts zu können.
01:19:40.08
Ariane
Also das ist etwas, das finde ich generell scheiße.
01:19:44.68
Ariane
Das Zuhören heißt, das ist wie bei Habeck und seiner Scheiß Fähre.
01:19:50.63
Ariane
wo er noch sagt, ja klar, ihr belagert mich hier gerade, aber bitte kommt noch vorbei, damit wir diskutieren können, mitten in dieser Situation.
01:19:58.39
Ariane
Das nervt mich einfach, dass es einfach normal ist, dass ein Politiker sich einfach von irgendwelchen Leuten scheinbar dauerhaft anpöbeln lassen muss.
01:20:07.18
Ariane
Also ich finde, diese…
01:20:09.43
Ariane
Diesen Anspruch darf man auch an das normale Volk haben.
01:20:12.59
Ariane
Und wenn das jetzt heißt, ich bin undemokratisch, ist mir egal.
01:20:15.99
Ariane
Man darf auch als normaler Bürger ein paar Ansprüche an sich haben.
01:20:19.45
Ariane
Das sind doch nicht Frustableiter oder sowas.
01:20:22.68
Ariane
Deswegen hat es mich genervt.
01:20:23.92
Ariane
Ich finde diese Formate blöd.
01:20:26.62
Ariane
Und du kannst da nicht gut rauskommen.
01:20:28.90
Ariane
Er hätte ja nicht irgendwie ihr Problem lösen können.
01:20:31.20
Ariane
Also es gibt da nichts, wo der Politiker an sich irgendwie positiv aus dieser Sache rauskommt.
01:20:37.12
Stefan Sasse
Und das war ja kein CDU-Zusammenschnitt.
01:20:39.20
Stefan Sasse
Das war ja irgendein Fernsehteam, das da dabei war.
01:20:41.15
Stefan Sasse
Ich weiß gar nicht, bei welchem Sender das war.
01:20:43.41
Stefan Sasse
Aber die haben dann natürlich das Ding auch wieder so zusammengeschnitten.
01:20:46.27
Stefan Sasse
Das hat ja Hagel nachher auch zu Recht beklagt, dass quasi nicht zu sehen war, dass die ihn schon mehrfach unterbrochen hat und halt nicht nur einmal.
01:20:54.27
Stefan Sasse
Und das glaube ich auch sofort.
01:20:55.48
Stefan Sasse
Das hat mir der Dynamik, finde ich, angemerkt.
01:20:58.41
Stefan Sasse
Aber hilft halt nichts.
01:21:00.55
Stefan Sasse
Und du musst quasi wissen als Politiker, dass das passiert.
01:21:03.89
Stefan Sasse
Das ist ja der gleiche Vorwurf, den ich den Grünen immer gemacht habe.
01:21:06.49
Stefan Sasse
Wie kannst du in dein Wahlprogramm den Veggie Day schreiben oder sowas?
01:21:11.09
Stefan Sasse
Sei doch nicht so bekloppt.
01:21:13.27
Stefan Sasse
Du weißt doch inzwischen, wie dieses Geschäft funktioniert.
01:21:16.81
Stefan Sasse
Also ja, es gab diese Kampagne, definitiv, aber diese Kampagne war völlig normal insofern, als dass das jede Wahl passiert.
01:21:26.17
Stefan Sasse
Irgendjemand kriegt das immer ab und normalerweise sind es die Grünen, die es abkriegen.
01:21:31.61
Stefan Sasse
Und jetzt war es die CDU.
01:21:33.63
Stefan Sasse
Und warum haben es die Grünen nicht abgekriegt?
01:21:35.41
Stefan Sasse
Weil sie einen kompetenten Wahlkampf geführt haben.
01:21:38.27
Stefan Sasse
Und für die anderen hat sich niemand interessiert.
01:21:41.45
Stefan Sasse
Das heißt, der Dreck musste zwangsläufig bei der CDU landen, weil es keine andere Abladestelle für den Dreck gab und weil in jedem Wahlkampf sowas passieren muss.
01:21:49.95
Stefan Sasse
Es trifft immer irgendjemanden.
01:21:52.69
Stefan Sasse
Und diese Dynamik, wie gesagt, ich kenne die zu Genüge von der anderen Seite.
01:21:56.80
Stefan Sasse
Das war von daher, deswegen kann ich da nur lächeln, wenn die sich jetzt beklagen, es war ein Schmutzwahlkampf.
01:22:01.86
Stefan Sasse
Leute, ihr habt noch keinen, also sorry, das war kein Schmutzwahlkampf.
01:22:05.62
Stefan Sasse
Das war
01:22:06.66
Stefan Sasse
Ein ganz normaler Wahlkampf.
01:22:08.74
Stefan Sasse
Und jede Partei würde auf die Art und Weise vorgehen, wenn sie so ein Geschenk hingelegt kriegt.
01:22:13.70
Stefan Sasse
Und erneut, das war hier sehr zivilisiert unter demokratischen Parteien.
01:22:17.66
Stefan Sasse
Also stell dir mal vor, sowas im US- oder im britischen Wahlkampf oder im französischen oder sowas.
01:22:23.08
Stefan Sasse
Never ever wäre das so ausgegangen, dass der Spitzenkandidat der gegnerischen Partei da im TV-Duell dasteht und sagt, ja nee, ist gar kein Problem, sehe ich auch als keines, bist ein guter Mensch.
01:22:34.11
Stefan Sasse
Never fucking ever.
01:22:35.33
Ariane
Aber schon geil, oder?
01:22:36.61
Ariane
Ich mag diese Wettdeutschen.
01:22:38.03
Ariane
Ich muss sagen, das ist ja in Niedersachsen auch so.
01:22:42.12
Ariane
In der heutigen Weltlage denkt man schon, ach ja, es ist schön.
01:22:46.26
Stefan Sasse
Ja.
01:22:48.04
Stefan Sasse
Ich fand diesen Wahlkampf, und das ist jetzt vielleicht auch zum Schluss, ich fand es sehr, sehr angenehm zu sehen, dass hier wirklich Demokraten untereinander zivilisiert und gesittet streiten und dass eben nicht das Wohl und Wehe von Demokratie und Rechtsstaat quasi auf dem Spiel steht, sondern dass es letztlich einfach nur die Frage ist, wer ist der nächste Ministerpräsident, welche Akzente setzen wir sozusagen.
01:23:18.55
Stefan Sasse
Und dass da egal wie die Wahl ausgeht, das habe ich auch in meinem Artikel geschrieben, ich kann ruhig schlafen gehen, weil das Land in den Händen von Leuten ist, die grundsätzlich das Beste wollen und die regieren können.
01:23:32.41
Stefan Sasse
Das ist ja auch ein Gefühl, das ich bei der Bundesregierung auch habe, bei aller Kritik sozusagen.
01:23:37.80
Stefan Sasse
Das sind Leute, das sind fundamental alles Demokraten.
01:23:42.46
Stefan Sasse
Und das ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr.
01:23:46.70
Stefan Sasse
Und das ist einfach super beruhigend und super angenehm, dass das hier der Fall ist.
01:23:52.71
Stefan Sasse
Und deswegen ein Hoch quasi auf die CDU Baden-Württemberg und quasi in Extension auch die von Schleswig-Holstein.
01:24:02.71
Stefan Sasse
und von Nordrhein-Westfalen, dass die das machen und umgekehrt natürlich auch die Grünen hier, die entsprechend bereit sind, quasi wirklich bis zur Selbstverleugnung auf die Konservativen zuzugehen, um das möglich zu machen.
01:24:16.69
Stefan Sasse
Das muss man vielleicht auch noch zum Abschluss quasi mal sagen, das ist ja auch keine Selbstverständlichkeit.
01:24:21.58
Stefan Sasse
Linke sind ja üblicherweise nicht besonders gut da drin, pragmatisch ihre Positionen zu räumen.
01:24:26.94
Stefan Sasse
Das ist ja eigentlich auch so ein konservativen Ding.
01:24:29.98
Stefan Sasse
Und das haben die Grünen hier in Baden-Württemberg einfach auch erkannt, dass sie quasi ihre Lieblingssachen einfach nicht machen können.
01:24:38.74
Stefan Sasse
Der Wunschzettel für Weihnachten sozusagen war an der Stelle ein realistischer.
01:24:44.74
Stefan Sasse
Kein Pony, sondern das, was Mama und Papa sich halt leisten können im Endeffekt.
01:24:48.34
Stefan Sasse
Ja.
01:24:49.03
Ariane
Und sie hatten die Disziplin, das zu machen.
01:24:51.98
Ariane
Also das finde ich schon spannend.
01:24:53.31
Stefan Sasse
Und deswegen haben sie halt auch bekommen, was auf ihrem Wunschzettel standen und waren nicht super enttäuscht über den Ausgang der Wahl an der Stelle.
01:25:01.64
Ariane
Oh, apropos, ich habe noch eine schöne Abschlussfrage.
01:25:04.08
Stefan Sasse
Ja, bitte.
01:25:04.76
Ariane
Irgendwie im Spiegel hatte ich das.
01:25:06.72
Ariane
Weil der hat geschrieben, die Grünen haben jetzt nach dem Sieg ein dickes Problem.
01:25:11.74
Ariane
Haben sie das?
01:25:12.50
Ariane
Oder ist das ein Luxusproblem, weil sie jetzt eine Wahl gewonnen haben und jetzt haben sie ein großes Problem?
01:25:17.42
Ariane
Und das ging eben auch dadurch, dass darum, weil Cem Özdemir halt kein typischer Grüner ist.
01:25:23.21
Ariane
Aber ist das nicht Luxus irgendwie?
01:25:24.79
Ariane
Weil Kretschmann ja auch nicht irgendwie.
01:25:26.63
Ariane
Dieses große Problem konnte ich jetzt nicht so direkt erkennen.
01:25:29.48
Stefan Sasse
Nö, das ist völliger Quatsch.
01:25:30.46
Stefan Sasse
Das ist einfach nur, damit du was schreiben kannst.
01:25:32.16
Stefan Sasse
Sorry, das ist kompletter Humbug.
01:25:35.48
Stefan Sasse
Das ist halt dieser übliche Unfug, der bei jeder Wahl geschrieben wird.
01:25:40.61
Stefan Sasse
Du musst halt irgendwas Konträres machen, weil konträre Sachen klicken sich gut und sind super erfolgreich.
01:25:47.81
Stefan Sasse
Das ist auch so eine Seuche, wirklich im Journalismus.
01:25:51.24
Stefan Sasse
Ich verstehe, warum sie das machen.
01:25:52.26
Stefan Sasse
Wie gesagt, das verdient halt Geld.
01:25:54.94
Stefan Sasse
Aber es ist und bleibt Bullshit.
01:25:56.94
Stefan Sasse
Das ist genauso wie diese Analysen, in denen praktisch nichts Relevantes steht.
01:26:02.90
Stefan Sasse
Auch hier, da haben wir uns ja auch schon oft drüber lustig gemacht.
01:26:05.09
Stefan Sasse
Du hast ja auch schon im Vorgespräch gesagt, normalerweise steht es hinter einer Paywall.
01:26:09.17
Stefan Sasse
Dieses Mal kriegen wir es dank der Öffentlich-Rechtlichen.
01:26:11.09
Stefan Sasse
Ich zitiere auch hier diesen Artikel.
01:26:13.15
Stefan Sasse
Das ist Tagesschau.
01:26:14.01
Stefan Sasse
Fünf Erkenntnisse aus der Landtagswahl.
01:26:15.41
Stefan Sasse
Das pass auf, halte ich fest.
01:26:16.47
Stefan Sasse
In Reihenfolge.
01:26:17.67
Stefan Sasse
Wahlkampf kann wirken.
01:26:18.73
Stefan Sasse
Krass.
01:26:20.90
Stefan Sasse
Der Kult ist manchmal wichtiger als die Parteien.
01:26:24.32
Stefan Sasse
Die Menschen gehen wählen, wenn es wichtig wird.
01:26:27.24
Stefan Sasse
Je schlechter die Stimmung im Land, desto eher profitiert die AfD.
01:26:29.93
Stefan Sasse
Das ist jetzt tatsächlich das Erste in dem Ding, was relevant ist.
01:26:33.40
Ariane
kein Positalbum-Spruch ist.
01:26:34.99
Stefan Sasse
Ja, nichts Neues, aber es wird permanent ignoriert.
01:26:39.13
Stefan Sasse
Und dann fünftens, jetzt pass auf, das ist der Evergreen, der passt.
01:26:42.04
Stefan Sasse
Welche Wahl ist es?
01:26:42.90
Stefan Sasse
Ja, da kannst du Bullshit-Bingo spielen.
01:26:44.52
Stefan Sasse
Die SPD muss sich neu erfinden.
01:26:46.64
Ariane
Moment.
01:26:47.50
Ariane
Oh, apropos, das habe ich auch gelesen, das scheint auch so ein Journalismus-Ding zu sein.
01:26:53.57
Ariane
Ich fand das so freaky.
01:26:55.21
Ariane
Es gibt übrigens in zwei Wochen eine Wahl in Rheinland-Pfalz.
01:26:57.97
Stefan Sasse
Ja.
01:26:58.27
Ariane
Für Leute, die nicht in Rheinland-Pfalz wohnen, die Menschen heißen der SPD-Mensch als Schweizer und der andere heißt von der CDU ist Schwieder und…
01:27:07.67
Ariane
Was ich ja immer, also die SPD, die ist ja mittlerweile so eine krasse Regionalpartei.
01:27:12.52
Ariane
Weil jetzt freuen sie sich gerade mit 5,5 Prozent knapp in den…
01:27:17.70
Ariane
in das Parlament gekommen zu sein, da ist es ein Kopf-on-Kopf-Rennen.
01:27:20.84
Ariane
Die SPD steht bei 28 und die CDU steht bei 27.
01:27:25.48
Ariane
Vielleicht auch andersrum.
01:27:26.77
Ariane
Also da ist es genau andersrum.
01:27:29.03
Ariane
Und anscheinend, ich weiß gar nicht, ob das im Spiel war, anscheinend hat man sich in der großen Koalition oder schwarz-roten Koalition, hatte man wohl die Idee, die CDU gewinnt Baden-Württemberg, SPD gewinnt Rheinland-Pfalz und dann kann man so weitermachen wie bisher.
01:27:45.77
Ariane
Der Plan ist jetzt gescheitert.
01:27:47.29
Ariane
Wie dramatisch ist es, Stefan?
01:27:49.47
Stefan Sasse
Gar nicht.
01:27:50.37
Ariane
Ich wusste auch nicht, dass er irgendwie auf diese Idee gekommen ist.
01:27:54.47
Stefan Sasse
Das ist halt auch schon wieder dieses Journalismus-Ding, dass man versucht, ein Drama zu generieren.
01:28:01.24
Stefan Sasse
Das ist wie fucking Minderheiten-Regierung unter Merz oder sowas.
01:28:04.42
Stefan Sasse
Dass sie jetzt kommen mit, oh mein Gott, wenn die SPD beide Wahlen verliert, dann ist Schluss im Bund oder sowas.
01:28:10.10
Stefan Sasse
Nein!
01:28:10.82
Stefan Sasse
Das hat…
01:28:10.91
Ariane
Aber sonst verliert ja die CDU beide Wahlen.
01:28:12.99
Ariane
Ist ja auch blöd, auch Schluss im Bund.
01:28:14.76
Stefan Sasse
Das ist doch ein Quatsch.
01:28:16.12
Stefan Sasse
Das ist einfach kompletter Humbug.
01:28:19.02
Stefan Sasse
Also von daher nein.
01:28:20.43
Stefan Sasse
Möglicherweise muss ich dann in drei Wochen Kreide fressen, weil da doch die Koalition bricht.
01:28:25.87
Stefan Sasse
Aber ich glaube es nicht.
01:28:26.93
Stefan Sasse
Ich sehe den Zusammenhang nicht.
01:28:28.71
Stefan Sasse
Belehrt mich gerne in den Kommentaren eines Besseren.
01:28:31.55
Stefan Sasse
Ariane, ich danke dir.
01:28:32.49
Stefan Sasse
Das waren jetzt spannende und unterhaltsame anderthalb Stunden zum Wahlkampf im Ländle.
01:28:37.14
Stefan Sasse
Letztes Mal trinken.
01:28:38.78
Stefan Sasse
Und wir verabschieden uns und wünschen euch allen viel, viel Spaß mit dem Podcast.
01:28:43.22
Stefan Sasse
Und wir werden uns sehr bald wiederhören in einer anderen Konstellation, wo es dann um den Iran gehen wird.
01:28:49.14
Stefan Sasse
Auch ein heißes und aktuelles Thema.
01:28:51.98
Stefan Sasse
Das wird jetzt quasi back-to-back veröffentlicht.
01:28:54.25
Stefan Sasse
Von daher volle Trönung, Bohrleute für euch.
01:28:56.25
Stefan Sasse
Ich wünsche euch was.
01:28:57.01
Stefan Sasse
Ciao.
01:28:58.12
Ariane
Schönen Abend wünsche ich euch.
01:28:59.30
Ariane
Tschüss, danke fürs Zuhören.


