Minderheitenregierungen zerstören institutionelle Brandmauern in Kampagnen gegen die Beamt*innenbesoldung – Vermischtes 02.12.2025

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ werden mit einem Abschnitt des Textes, der paraphrasiert wurde, angeteasert. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann. Alle Beiträge sind üblicherweise in der Reihenfolge aufgenommen, in der ich auf sie aufmerksam wurde.

Fundstücke

1) Der erfolgreiche Angriff der AfD auf die Institutionen

Im Artikel beschreiben Günter Frankenberg und Wilhelm Heitmeyer, die AfD nutze Sachsen-Anhalt als Beispiel dafür, wie ein „Systemwechsel von innen“ vorbereitet werde. Sie führen aus, die Partei greife Landeszentralen, Wissenschaft und Kultur an, fordere identitäre Institute statt Erinnerungskultur und konzentriere sich auf Institutionen wie Polizei, Justiz, Schulen, Gewerkschaften, öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Gedenkstätten. Zentral ist der Vorwurf, diese Akteure missbrauchten Recht und Neutralität; so solle Kritik an menschenfeindlicher Propaganda delegitimiert und eingeschüchtert werden. Die Autoren unterscheiden eine Strategie der Delegitimierung, die auf Zerstörung von Institutionen ziele, und eine Strategie der Destabilisierung, die deren autoritären Umbau vorbereite. Die Attraktivität der AfD werde als „autoritärer Nationalradikalismus“ beschrieben, der in verunsicherten Milieus Sicherheit, Stolz und Dominanz verspreche und keine Zumutungen an Lebensführung oder Verzicht formuliere. Brandmauern und Etiketten reichten nach ihrer Einschätzung nicht aus; der eigentliche Kulturkampf finde bereits in den Institutionen statt, weshalb demokratische Strukturen als ernsthaft gefährdet gedeutet werden. (Günter Frankenberg / Wilhelm Heitmeyer, Der Spiegel)

Es ist eine weithin unterschätzte Gefahr, dass die AfD Kontrolle über Institutionen gewinnt und diese nach ihrem Bild umzuformen beginnt. Hier liegt auch der wahre Wert der „Brandmauer“ und dem Ausschließen der Extremisten aus den regulären parlamentarischen Beteiligungsformen. Wie man bei den Extremisten immer und immer wieder sehen kann, korrumpieren sie die Institutionen und versuchen, diese undemokratisch und illiberal umzubauen. Das aber ist Gift für die Demokratie und muss verhindert werden. – Der andere Punkt, der von Frankenberg und Heitmeyer angesprochen wird, ist der Verzicht auf Zumutungen. Ich würde das modifizieren: die AfD verspricht massive Zumutungen für bestimmte Gruppen – nämlich alle, die ihren völkischen Kriterien nicht genügen oder sonstwie als nicht zugehörig oder unverdienend klassifiziert werden -, um dadurch allen anderen nichts zumuten zu müssen. Die dahinterliegende Idee ist die eines fixen Kuchens, der aufgeteilt werden muss. Manchen müsse so etwas weggenommen werden, damit andere mehr haben können. Es ist letztlich eine ins Extreme getriebene Version der Debatten um Grundsicherung und Unterstützung für Geflüchtete. Das Versprechen, hier fantastisch hohe Einsparungen zu erzielen, die dann als Wohltaten (Stichwort 70% Rentenniveau) an die autochthone Bevölkerung ausgeschüttet werden können, ist blanke Fantasie, aber nur ein Unterschied im Faktor, nicht in der Kategorie, gegenüber den ebenso unseriösen Zahlenspielen, wie sie etwa im Wahlkampf von Friedrich Merz herausgegeben wurden. Fantasie bleibt es jedes Mal.

2) „Das wäre sofort eine andere Republik“ − AfD bietet Union Unterstützung bei Minderheitsregierung an

Im Artikel wird dargestellt, dass Bernd Baumann in der WELT-Sendung Meinungsfreiheit die Bereitschaft der AfD signalisiere, eine unionsgeführte Minderheitsregierung zu unterstützen. Er behaupte, CDU und CSU könnten mit Hilfe seiner Partei „mehr von ihrer eigentlichen Programmatik durchsetzen“, und verknüpfe dies mit der Aussage, eine solche Konstellation wäre ein „Befreiungsschlag“ für Partei und Land. Im Beitrag wird erläutert, dass Baumann eine weitreichende inhaltliche Nähe zwischen Union und AfD betone und Differenzen vor allem als taktische Vorbehalte deute. Zudem werde ausgeführt, dass er insbesondere in der Migrations-, Energie- und Klimapolitik Schnittmengen sehe und eine Führungsfigur in der Union fordere, die pragmatisch agiere und Mehrheiten organisiere. Gleichzeitig wird berichtet, dass Friedrich Merz Spekulationen über ein Ende der schwarz-roten Koalition und über eine Minderheitsregierung klar zurückweise. Im Artikel wird hervorgehoben, dass die Union offiziell jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD ausschließe und Merz die Stabilität des Bündnisses mit der SPD betone. (WELT, Politik)

Wo wir schon bei politischen Fantasien sind: die Minderheitsregierung ist sicher eine der nervigsten. Ganz besonders in der Variante, wie sie Baumann andere ins Gespräch bringen. Denn die dient eigentlich nur dazu, eine Koalition zu verstecken. Wenn die CDU mit der SPD bräche, welche Politik würde sie denn in einer Minderheitsregierung umsetzen, die sie aktuell nicht machen könnte? Es kann sich nur um Projekte mit der AfD handeln. Es ist bezeichnend, dass die LINKE dasselbe Projekt in den 2000er und 2010er Jahren immer wieder für die SPD ins Spiel gebracht hat – ohne Erfolg. Aber einmal von diesem transparenten Motiv abgesehen ist das ganze Modell auch so Fantasie. Denn klar, für die Union ist es theoretisch super attraktiv, alles mit wechselnden Mehrheiten umsetzen zu können. Nur, warum sollten die anderen ihr die geben? Die Vorstellung, einer Regierung in einer Frage die Mehrheit zu verschaffen, die in der anderen exakt entgegengesetzte Interessen mit den Rechtsextremisten vertritt, ist absurd. Dazu kommt das Erpressungspotenzial. Und da sind wir noch nicht einmal nach den parlamentarischen Regeln des deutschen politischen Betriebs und dem Föderalismus.

3) Angriffe auf die Brandmauer

Im Artikel von Jonas Schaible wird ausgeführt, dass die Debatte über die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD stark an Intensität gewonnen habe. Beschrieben wird, dass politische Akteure, Publizisten und Unternehmensvertreter zunehmend die Frage stellten, ob eine Öffnung gegenüber der AfD – etwa über eine unionsgeführte Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten – sinnvoll sei. Schaible betont, dass solche Modelle faktisch auf eine Mitregierung der AfD hinauslaufen würden. Zugleich werde dargestellt, dass die Brandmauer als Instrument zur Machtbegrenzung zwar weiterhin funktioniere, ihr zweiter Zweck – die Stigmatisierung und Nicht-Normalisierung der extremen Rechten – aber weitgehend erodiert sei. Der Artikel ordnet dies in internationale Entwicklungen ein und verweist auf Beispiele, in denen Normalisierung rechtsextremer Akteure bereits zu tiefgreifenden politischen Verschiebungen geführt habe. Schaible beschreibt zudem, dass gesellschaftliche Tabus geschwächt seien und dass die Diskussion über Grenzziehungen selbst in extrem rechten Milieus geführt werde. Abschließend werde betont, dass die aktuellen Rufe nach einem Abriss der Brandmauer einer gefährlichen Sehnsucht nach einem „erlösenden Knall“ entsprängen, obwohl bisherige Erfahrungen zeigten, dass Kooperationen mit der extremen Rechten Demokratien eher schwächten als stabilisierten. (Jonas Schaible, beimwort)

Diese Lust an der Zerstörung, die bei einigen Journalist*innen beunruhigend weit verbreitet ist, verblüfft mich immer wieder. Glauben diese Leute wirklich, nach einem großen Knall würde es besser werden? Aber Jonas spricht en passant etwas an, das mich schon eine Weile beschäftigt und das in bürgerlichen Kreisen, vor allem in der CDU, in meinen Augen völlig unterschätzt wird. Die Stigmatisierung der AfD und ihre Ausgrenzung haben ja nicht nur einen Effekt auf die Koalitionsarithmetik. Sie betreffen auch „weiche“ Machtfaktoren. An dem Lobbyistenverband der so genannten „Familienunternehmen“ kann man das gut sehen: das Aufbrechen der Stigmatisierung sorgt dafür, dass Unterstützung, die bisher den bürgerlichen Parteien zugute kam, nun von diesen mit den Rechtsextremisten geteilt werden muss. Je weiter die Stigmatisierung bröckelt, desto mehr wird das der Fall sein. Das betrifft Parteispenden, flankierende politische Kampagnen, Lobbyistenjobs nach der parlamentarischen Karriere, Zugänge zu Informationen und Netzwerken und so weiter. Die CDU schneidet sich hier massiv ins eigene Fleisch.

4) Ist es egal, ob es eine Kampagne ist?

Im Notizblog-Beitrag wird dargestellt, dass die Enthüllungen zu Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zwar eindeutig Teil einer rechten Kampagne seien, die Vorwürfe selbst aber im Kern zutreffen würden. Beschrieben wird, dass „Apollo News“ Weimers Firma vorwerfe, zahlenden Kunden „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ zu verkaufen, und dass Weimer trotz Amtsantritts als Minister zunächst Gesellschafter geblieben sei. Im Artikel wird ausgeführt, dass andere Medien die Recherche rasch aufgegriffen und überprüft hätten; die Erzählung, etablierte Häuser hätten die Geschichte aus politischer Abneigung „totgeschwiegen“, werde als überzogen bezeichnet. Niggemeier betont, es brauche keine rechten Medien, damit Berichterstattung kampagnenhaft werde, und verweist auf frühere Fälle wie Christian Wulff. Zugleich wird argumentiert, der Absender „rechtes Medium“ dürfe kein Grund sein, Recherchen zu ignorieren, verändere aber zwangsläufig die Abwägung, um nicht bloß zum Werkzeug einer Kampagne zu werden. Als Fazit werde formuliert, Qualitätsmedien müssten Recherchen aus rechten Netzwerken prüfen – nicht aus Prinzip abwehren. (Stefan Niggemeier, Übermedien)

Ich halte Niggemeiers Fragen hier für durchaus relevant. Einerseits hat er sicher Recht damit, dass mediale Mechanismen gerne so oder so in Kampagnen münden; das Wulff-Beispiel hängt mir ehrlich gesagt immer noch sauer in der Kehle. Wie Niggemeier sagt haben die traditionellen Medien das völlig normal aufgegriffen (siehe etwa hier im Spiegel: Ludwig-Erhard-Gipfel: Dubiose Geschäfte von Wolfram Weimer am Tegernsee), und natürlich ist, was Weimer hier macht, ein Korruptionsskandal erster Güte. Andererseits regiert bei mir vor allem Unverständnis. Warum die rechtsextremen Medien sich ausgerechnet gegen die Kabinettsbesetzung wehren, die am offensichtlichsten von Merz als Beschwichtigung dieser Kreise berufen wurde und dem Kulturkampf dient, erschließt sich mir nicht wirklich. Ist das ein Zeichen an ihn? Ich wäre an Aufklärung von Leuten interessiert, die diese innerrechten Dynamiken besser verstehen als ich.

5) Ein Richterspruch, der viel zu spät kommt – und Ungerechtigkeit produzieren könnte

Im Kommentar wird hervorgehoben, dass das Bundesverfassungsgericht mit seinem Beschluss zur Berliner Beamtenbesoldung zwar klare Defizite benannt habe, aber viel zu spät gehandelt habe. Hipp schildert, dass die zugrunde liegenden Verfahren seit 2008 liefen, die Karlsruher Vorlage aber erst 2017 eingegangen sei und nun – nach weiteren acht Jahren – entschieden worden sei. Im Artikel wird betont, dass Beamte mangels Streikrecht auf gerichtlich gesicherten Rechtsschutz angewiesen seien und ein solches Verfahren „in angemessener Frist“ abgeschlossen werden müsse. Zugleich werde dargelegt, dass nahezu alle Berliner Beamten über 13 Jahre hinweg deutlich unterhalb der verfassungsrechtlichen Untergrenze bezahlt worden seien. Problematisch sei, dass Nachzahlungen nur jenen zustünden, die Widerspruch oder Klage eingelegt hätten; für die große Mehrheit könne dies trotz identischer Betroffenheit zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Hipp verweist auf Forderungen der Gewerkschaften nach einer Lösung für alle und argumentiert, dass ein umfassender Ausgleich auch im Interesse staatlicher Loyalität liege. Abschließend werde angeregt, zumindest Teilnachzahlungen vorzusehen, um Ungerechtigkeit zu vermeiden und massenhafte Vorsorgerechtsbehelfe künftig zu verhindern. (Dietmar Hipp, Der Spiegel)

Wie Hipp im Artikel anspricht, sind solche Verfahren in zahlreichen anderen Bundesländern ebenfalls anhängig. Hier in Baden-Württemberg zieht es sich meines Wissens nach sogar noch länger als in Berlin. Ich halte das für ein typisches Beispiel im Umgang des Staates mit seinen Beamten und rechtsstaatlich durchaus für problematisch. Es ist auch eine Bombe, die seit mehreren Legislaturperioden immer in die nächste weitergeschoben wird. Der Staat hat vor Gericht blockiert, gemauert und verzögert, so lange er konnte, um dem Richtspruch zu entgehen, von dem von Anfang an ziemlich klar war, wie er ausgehen würde. Die Klagen darüber, welche Belastung das für die Landeshaushalte bedeuten wird, werden nicht lange auf sich warten lassen.

Resterampe

a) Ausführliche Erklärung zum Rententermin. (ZEIT)

b) Beamte: Wann ist die Besoldung angemessen? Karlsruhe macht konkrete Vorgaben (News4Teachers). Da kommt auch eine richtige Bombe auf die Länder zu.

c) Der Kulturkampf fängt gerade erst an (Welt). Der Poschardt kennt echt kein anderes Thema mehr.

d) Plädoyer gegen die Minderheitsregierungsidee (Welt).

e) Auswertung des AfD-Verfassungsschutzberichts. (Spiegel)

f) Junge Gruppe bestätigt Einschüchterung durch Spahn – aber beschwichtigt (FAZ). Spahn ist halt Fraktionsvorsitzender, das ist sein Job.

g) Die Welt dreht immer mehr ab. (Welt)

h) CDU-Minderheitsregierung ist kein Ausweg, sondern gefährlich (Spiegel).

i) On contrarian history (Going Medieval)

j) Unnameable (SpaceBiff).

k) When masculinity is policed more harshly than morality: from World War I to Trump (Matriarchal Blessing).

l) The Conservative Movement’s Intellectual Collapse (The Atlantic).


Fertiggestellt am 1.12.2025

{ 109 comments… add one }
  • VD 2. Dezember 2025, 08:18

    1) Der erfolgreiche Angriff der AfD auf die Institutionen
    Tja, der Marsch durch die Institutionen funktioniert auch rechts herum… obwohl, den Linken gab es ja gar nicht, wie einige hier behaupteten (oder hatte gar keine grosse Wirkung – dann müsste man sich ja keine Sorgen machen).

    • Stefan Sasse 3. Dezember 2025, 09:39

      Klar gab es den. Die sind auf dem Marsch nur moderiert wurden. Ich habe halt die Befürchtung, dass das in dem Fall nicht so laufen würde, und die Empirie stützt mich da.

      • Erwin Gabriel 10. Dezember 2025, 12:39

        @ Stefan Sasse
        Ich habe halt die Befürchtung, dass das in dem Fall nicht so laufen würde, und die Empirie stützt mich da.

        Das hätte zu Beginn der 70er Jahre jeder Konservative auch gesagt

        • CitizenK 10. Dezember 2025, 15:00

          Worauf stützt sich dein Optimismus?

          • Erwin Gabriel 11. Dezember 2025, 23:26

            @ CitizenK

            Worauf stützt sich dein Optimismus?

            In Sachen AfD? Hab keinen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen nehme ich dort nur (in der Regel nicht besonders gescheite) Wichtigtuer, Schreihälse und Arschlöcher wahr (auch bei denen mit Dr.- oder Prof.-Titeln).

            Hatte ich aber (zugegeben, erst gegen Ende meiner 20er-Jahre) auch gegenüber Linken nicht, und da bestätigen sich meine Vorbehalte bis in die Gegenwart. Deswegen fand ich Stefans Annahme, dass beim linken Marsch durch die Institutionen etwas moderiert worden sei, was sich von rechts nicht moderieren lasse, eher witzig.

        • Stefan Sasse 10. Dezember 2025, 15:59

          Ich weiß. Aber wenn wir richtig liegen, ist rum.

  • Thorsten Haupts 2. Dezember 2025, 08:34

    Zu k)

    Sach ma, verlinkst Du jetzt jeden weirdo auf dieser Erde? Deutschland hat Österreich 1914 bei der Unterdrückung einer Kolonie (gemeint ist der unabhängige Nationalstaat Serbien) unterstützt, weil der Kaiser 1908 in seiner Männlichkeit getroffen wurde? Das ist a) fakstisch falsch und b) gibt es dafür überhaupt keine Belege ausser den feuchten Träumen des verlinkten Autors.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • derwaechter 2. Dezember 2025, 09:25

      Inhaltlich habe ich keine Ahnung. Wollte nur anmerken, dass ich mich sehr über das schöne „Sach ma“ gefreut habe 🙂

    • CitizenK 2. Dezember 2025, 17:27

      Wie ist das bei Pete Hegseth?

      • Thorsten Haupts 2. Dezember 2025, 18:11

        Woher soll ICH das wissen? Ich misstraue küchenpsychologischen Erklärungen sowieso sehr stark und aus Prinzip, bei dem von mir kritisierten Link kam noch historischer Bullsshit dazu.

    • Stefan Sasse 3. Dezember 2025, 09:40

      Ich hab beim Lesen auch sehr die Stirn gerunzelt. Weniger wegen der Analyse selbst, die ist denke ich schon zutreffend, sondern wegen Bedeutung, die dem beigemessen wird, als sei es ausschlaggebend. Ein Faktor sicherlich, aber entscheidend? Never.

  • Sören Schmitz 2. Dezember 2025, 20:09

    Zu 5
    Schon spannend – Unternehmen bilden in solchen Fällen Prozesskostenrückstellungen. Das die Politik, es nicht getan hat spricht für die Kurzsichtigkeit der Finanzminister.
    Wird der Prozess verloren, werden erhebliche Nachzahlungen fällig und mühsam ausgehandelte Haushalte zerbröseln. Das ist sehr schlechtes politisches Handwerk.

    • Stefan Sasse 3. Dezember 2025, 09:43

      Naja, das Geschrei möchte ich sehen wenn die 20 Jahre lang einen Fond anlegen für so was. Der wäre längst geplündert worden. Siehe auch bei Pensionsrückstellungen. Die wurden auch alle für die regulären Haushalte weggemacht.

      • Soeren Schmitz 3. Dezember 2025, 16:51

        Genau diese fiskalische Kurzsichtigkeit und Hasardeurtum hat uns in die Lage gebracht, in der wir jetzt sind.

  • Sören Schmitz 2. Dezember 2025, 20:29

    Zu B
    Ich verstehe das Urteil aber akzeptieren fällt mir schwer. Wenn ich als Arbeitnehmer in einem Unternehmen arbeite, dann bin ich auch zu Lohnverzicht bereit, wenn die Alternative Arbeitslosigkeit bedeuten würde.
    Wenn die Einnahmesituation der öffentlichen Hand so bleibt wie sie ist, können Besoldungserhöhungen abseits des Inflationsausgleichs nicht möglich sein. Das ist schlicht nicht finanzierbar. Wenn der Staat das finanzieren will, dann muss er es wie Unternehmen machen. Produktivität erhöhen und die Zuwächse auf die Belegschaft verteilen. Sind Beamte unterbezahlt? wahrscheinlich ja. Gerade mit mittleren und gehobenen Dienst. Aber dann muss er auch die Voraussetzungen schaffen, die Lowperformer bei den Beamten loswerden zu können, damit man denen die für unserer Gemeinwesen die Knochen hinhalten, auch adäquat entlohnen kann.

    • Thorsten Haupts 2. Dezember 2025, 20:49

      Sind Beamte unterbezahlt? wahrscheinlich ja. Gerade mit mittleren und gehobenen Dienst.

      Nein, sind sie nicht. Sie werden Zeit ihrer Beschäftigung geringfügig schlechter bezahlt, als der Median in der freien Wirtschaft. Dafür ist ihre Rente sehr deutlich besser für (bei der gestiegenen Lebenserwartung) mindestens weitere 20 Jahre Nichtarbeit. Ich glaube nicht, wenn man das zusammenrechnen und marktübliche Inflationsverluste prognostizieren würde, dass Beamte am Lebensende (Gehalt und Pension) schlechter bezahlt sind als Angestellte (Lohn und Rente).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

      • cimourdain 3. Dezember 2025, 08:39

        Ohne es zu bewerten: Das Verfassungsgericht hat in FS 5 nicht die Gehälter der freien Wirtschaft als Vergleichsmaßstab gewählt, sondern die des öffentlichen Dienstes.

        • Thorsten Haupts 3. Dezember 2025, 11:21

          Ich bezog meine Antwort auch nicht auf den konkreten Fall, sondern auf die Allgemeinaussage von Sören Schmitz.

      • Soeren Schmitz 3. Dezember 2025, 16:54

        Bundespolizisten oder Justizvollzugsbeamte im mittleren Dienst liegen bei 3700 EUR Brutto – dafür dürfen sie sich verkloppen, bespucken und bepöbeln lassen.

        • Thorsten Haupts 3. Dezember 2025, 18:54

          Ich befürworte schon sehr lange ein härteres Durchgreifen von Polizei und Justiz gegen diese alltägliche Randaliererei, denn der von Ihnen hergestellte Zusammenhang ist menschengemacht und keineswegs zwangsläufig.
          Bin darüber hinaus gerne bereit, die Besoldung einzelner Berufsgruppen unter den Berufsbeamten zu diskutieren, nur in der Pauschalität war Ihre Beurteilung der Beamtenbesoldung einfach falsch.

          • Ariane 3. Dezember 2025, 21:02

            nur in der Pauschalität war Ihre Beurteilung der Beamtenbesoldung einfach falsch.

            genauso wie das Pauschalurteil, dass Beamte chronisch faul und überbezahlt sind übrigens.
            A propos Gefährdung: Mein Vater ist Finanzbeamter, die ja mit den meisten Vorurteilen zu kämpfen haben. Vor einigen Jahren sind zwei Kollegen von ihm erschossen wurden und seitdem hat er einen Amokknopf im Büro.
            Echt passiert, ich hab mal mit ihm telefoniert und dann geht da Alarm los und er muss sich im Büro einschließen, das ist gar nicht mal so lustig. (war Fehlalarm, aber ich bin dezent ausgeflippt und er musste am Telefon bleiben, bis das aufgehoben war)

            Grundsätzlich sind Beamte nun auch mal etwas ganz Anderes als Arbeitnehmer. Das hat Vorteile, oft aber auf der anderen Seite auch Nachteile. Diese Prekariatsschwelle aus dem Artikel ist historisch als Antikorruptionsmaßnahme gewachsen, dafür steht jeder Beamte mit einem Bein im Knast, wenn er einen Geschenkkorb bekommt.
            Beamte sind unkündbar, dürfen aber nicht streiken. Usw.

            Da gibts noch ganz andere Bomben, was Stefan hier über die fehlende Arbeitszeiterfassung erzählt, zB. Ich bin zwar chronisch unterbezahlt, aber meine Personalabteilung besteht darauf, dass ich mich einlogge, wenn ich in meiner Freizeit anhalte, um nen kaputten Zaun zu überprüfen.
            Es gibt – meine ich – auch Verfahren mit Polizisten, die sind verpflichtet Überstunden zu machen, bekommen die nie abgebaut, da steht im Raum, dass der Staat die einfach „verschwinden“ lässt.

            • Thorsten Haupts 3. Dezember 2025, 23:58

              Weiss ich alles 🙂 . Nur zur Information: Ich hatte von 1981 bis 1986 eine Regelarbeitszeit von 56 Wochenstunden – das war die gesetzlich festgelegte Grenze für Soldaten, bevor Überstunden „vergütet“ wurden.

              Ich werde den Beamtenstatus nicht überhöhen. Nur ist die etwas unterdurchschnittliche Bezahlung ganz sicher nicht dessen wichtigstes Problem, die wird durch die weit überdurchschnittliche Pension ausgeglichen.

              Gruss,
              Thorsten Haupts

            • Stefan Sasse 4. Dezember 2025, 12:46

              Der Staat verstößt permanent gegen Arbeitsschutzgesetze. Ich hab darüber ja geschrieben. Beamte sind da ziemlich schutzlos.

              • Ariane 7. Dezember 2025, 15:48

                Ich finde das auch wirklich skandalös.
                Bei mir ist ja das Gegenteil (kleine Angestellte in kleinem Betrieb) und ich hab nicht das Gehalt und schon gar nicht die Rente, aber kann dafür individuell mit dem Chef die Konditionen verhandeln, meine reguläre Wochenarbeitszeit fängt nicht mit einer 4 an und alles, was ich arbeite, wird auch gezählt.

                Bin ich jetzt nicht so unglücklich drüber.

  • Ariane 2. Dezember 2025, 21:33

    f) Junge Gruppe bestätigt Einschüchterung durch Spahn – aber beschwichtigt (FAZ). Spahn ist halt Fraktionsvorsitzender, das ist sein Job.
    Immerhin muss ich jetzt nicht mehr fragen, was Jens Spahn eigentlich beruflich macht 😀

    2)
    Nur, warum sollten die anderen ihr die geben? Die Vorstellung, einer Regierung in einer Frage die Mehrheit zu verschaffen, die in der anderen exakt entgegengesetzte Interessen mit den Rechtsextremisten vertritt, ist absurd
    Ich verstehe das nicht, deswegen nenne ich das immer politmagisches Denken. Diese Planspiele lesen sich, als wenn alle anderen Parteien Schlange stehen um der CDU für ihre CDU-Gesetze die Stimmen herbeizuzaubern.
    (Und wir fangen mal gar nicht damit an, dass die CDU bei sich die Stimmen gerade für ihr eigenes Gesetz sucht!)
    Aber diese Ideen lesen sich mehr und mehr wie eine absolute Mehrheit als eine Minderheitsregierung (mit brutal wenig eigenen Stimmen, die hatten ja nicht 48%).

    Das ist so bescheuert, dass ich ja schon versucht bin, ihnen viel Glück bei dem Vorhaben zu wünschen. Man stimmt denn dreimal mit der AfD (irgendwas gegen Ausländer und Linke) und das endet dann ernsthaft damit, dass sie tagsdrauf bei den doofen Linken anklopfen, ob sie nicht für so etwas Unkontroverses wie Wehrpflicht mitstimmen möchten. Weil da die AfD denn nicht mitmachen will.

    3) Diese Lust an der Zerstörung, die bei einigen Journalist*innen beunruhigend weit verbreitet ist, verblüfft mich immer wieder. Glauben diese Leute wirklich, nach einem großen Knall würde es besser werden?
    Ich halte das tatsächlich für getarnten Nihilismus. Alles scheiße gerade – nur noch der Knall kann helfen. Die Story geht auch nur bis zum Knall.
    Wenn man fragt, was dann kommt, siehe politmagische Fantasien – Minderheitsregierung ist das Maß aller Dinge!

    Merz muss doch jetzt auch weg – sagt keine linke Kampfpostille, sondern Jörges in der WELT. Muss gestehen, ich kenne nur die Überschrift, hat das jemand in Gänze gesehen oder gelesen? Führt das irgendwohin? Wenn es heißt „Merz muss weg“ kann er ja nicht mal mehr eine Minderheitsregierung führen.

    3) Andererseits regiert bei mir vor allem Unverständnis. Warum die rechtsextremen Medien sich ausgerechnet gegen die Kabinettsbesetzung wehren, die am offensichtlichsten von Merz als Beschwichtigung dieser Kreise berufen wurde und dem Kulturkampf dient, erschließt sich mir nicht wirklich
    Null Plan, hab da auch schon gerätselt ob im innerrechten Circle was abgelaufen ist, was ich als Linke gar nicht mitbekommen hab. Oder ob das etwas von „Verrat an der eigenen Sache ist“ weil man dachte, man hat einen rechten Hardliner, aber er ist gar nicht 100% prorechts.

    Und da gehts nicht mal um den Scoop an sich, aber das kampagnenartige mit Rücktrittsforderungen kommt ja auch aus der Ecke. Und ja ich finde es auch korrupt, aber eigentlich eine Form der Korruption, die in rechtskonservativen Kreisen als Kavaliersdelikt gilt (siehe Spahn oder Frau Bosbach, Andi Scheuer, usw. usf.). Dachte, das wird mitgekauft, solange das Geld in den eigenen Reihen fließt.

    • Stefan Sasse 3. Dezember 2025, 09:44

      2) Absolut! Völlige Fantasie.

      3) Hab ich im neuen Vermischten auch drin, dieser Nörgeljournalismus ist eine Katastrophe.

    • Dennis 3. Dezember 2025, 12:52

      Zitat Ariane:
      „Führt das irgendwohin? Wenn es heißt „Merz muss weg“ kann er ja nicht mal mehr eine Minderheitsregierung führen.“

      Neuer Kanzler geht ja auch; unter Beibehaltung von sonst allem. Ich sage nur: Söder (nach Rücktritt von Merz; dass der ggf. in Anbetracht von maximalem Ärger einfach hinschmeißt, kann ich mir schon vorstellen; anders als Kohl oder Merkel hat der wenig Frustrationstoleranz; sach ich mal, tiefenpsychologisch betrachtet^. )

      Das hätte für die Sozen den Vorteil, dass die CSU seit ewig in sozialpolitischen Angelegenheiten näher an der SPD ist, gesellschaftspolitisch dafür zum Ausgleich weiter weg. Über Letzteres (also kulturell als wie früher und altbacken erscheinen mit viel Heimat und ganz viel Fleisch essen und so) könnten dann die rechten Unionskreise ruhig gestellt werden und über die größere Offenheit in Sozialsachen und das Ende des Linnemannismus freut sich die SPD und alles wird gut; Man kann nicht alles auf einmal haben. Der frei werdende Merzismus bzw. die Linnemannerei könnte dann als Marktanteil am Wählerkuchen sogar wieder zur FDP zurückwandern und selbige vom Totenbett holen. Win-win-win. 🙂

      • Ariane 3. Dezember 2025, 21:33

        1. Da ich schon darüber gelästert habe, hab ich mir das tatsächlich mal in Gänze angesehen. Nörgeljournalist Jörges kommentiert im WELT-Frühstücksfernsehen mal fix die Weltlage (gruslige Vorstellung, so in den Tag zu starten btw)
        Und die ganze Story ist tatsächlich nur „Merz muss weg“ (Grund: Inkompetenz und/oder Rentenstreit) – aber ob dann alles gut wird, was dann passiert, wird weder gefragt noch überlegt.

        2. Neuer Kanzler geht ja auch; unter Beibehaltung von sonst allem. Ich sage nur: Söder
        Ja, gebe ich dir unumwunden recht, aber Söder ist auch riskant, weil er so ein Marketing-Genie ist. Politischer Gegner hin oder her – aber das muss man ja neidlos anerkennen.
        Nur Söder bekommt es hin, sich einen Tag von den Rentenrebellen feiern zu lassen und nächsten Tag von alten Mütterchen mit einem BILD-Artikel „soviel haben sie ab morgen mehr im Geldbeutel!“
        Das Regieren wäre mit so einem Politprofi vielleicht einfacher, aber mit ihrer chronischen Unverkäuflichkeit sehen die Sozen da keine Sonne mehr.

        Bei Spahn und Merz kann man ja hoffen, sich unsichtbar zu machen und die beiden mal Diplomaten spielen lassen.

        • Erwin Gabriel 6. Dezember 2025, 12:21

          @ Ariane

          Nörgeljournalist Jörges …

          Sehr zutreffende Einordnung; der ist übrigens politisch eher links

          Und die ganze Story ist tatsächlich nur „Merz muss weg“ (Grund: Inkompetenz und/oder Rentenstreit) – aber ob dann alles gut wird, was dann passiert, wird weder gefragt noch überlegt.

          Wenn jetzt ein neuer Kanzler aus der Union hermüsste, ginge es um Söder oder Wüst (Spahn ist gerade etwas außen vor). Von denen würde keiner das Ruder herumreißen können. Gäbe es Neuwahlen, gingen noch Klingbeil und Weidel ins Rennen. Zu Weidel kann ich noch nicht viel sagen, aber Klingbeil wäre hoffnungslos überfordert; die beiden dazugehörigen Parteien wären aus meiner Sicht nicht mal ansatzweise in der Lage, halbwegs vernünftig eine Regierung oder gar ein Land zu führen.

          Du hast Recht: „Merz muss weg“ ist ein wirklich schlichter Ansatz, und die von Dir gestellte Frage, was denn danach käme, ist das eigentlich entscheidende Problem.

          Schlimm, wenn ein eigentlich kluger Journalist (ich fand ihn recht gut, als er noch bei der „Woche“ war – lange her) offenbar nicht mal ansatzweise die Herausforderung der aktuellen Situation verstanden hat.

          • Ariane 7. Dezember 2025, 15:15

            Sehr zutreffende Einordnung; der ist übrigens politisch eher links
            Nörgeln ist ja nicht auf Gesäßgeographie beschränkt, das funktioniert davon ganz unabhängig.

            Du hast Recht: „Merz muss weg“ ist ein wirklich schlichter Ansatz, und die von Dir gestellte Frage, was denn danach käme, ist das eigentlich entscheidende Problem.
            Ja naja, ich bin kein Freund von Merz, aber so ganz verstanden, warum der jetzt auch weg muss, hab ich ehrlich gesagt nicht.
            Es ist nach einem Jahr ziemlich klar, dass es nicht so schön und einfach ist, wie man das im Wahlkampf noch dachte. Tja. Ich fürchte, da müssen jetzt alle durch.

            • Erwin Gabriel 7. Dezember 2025, 19:27

              @ Ariane

              Nörgeln ist ja nicht auf Gesäßgeographie beschränkt, das funktioniert davon ganz unabhängig.

              Schon war, aber mein Urteil „eher links“ leitet sich nicht aus seiner Nörgelei ab, sondern aus seiner Laufbahn.

          • Stefan Sasse 8. Dezember 2025, 15:38

            Mal abgesehen davon, dass das für die Frage herzlich wenig Rolle spielt, aber Jörges ist sicher nicht links.

      • Stefan Sasse 4. Dezember 2025, 12:45

        Ich halte diese Gedankenspiele für irrelevant. Warum genau sollte die CDU in dem Szenario mitmachen?

  • Ralf 3. Dezember 2025, 00:02

    zu 1-3) “Nationalsozialisten”

    Bei der Gründung der neuen Nazi-Jugendorganisation kürzlich hielt ein Bewerber um einen Vorstandsposten eine Rede, präsentierte sich mit rollendem “R” wie Hitler, zitierte aus Mein Kampf und bekam eine zweistellige Prozentzahl der Stimmen. Die Medien rätseln seither, ob der Typ echt war oder Satire. Mehr muss man zu dieser Partei nicht wissen.

    • CitizenK 3. Dezember 2025, 10:44

      Sein Stimmenanteil lag aber noch unter den 13 Prozent in der Gesamtbevölkerung mit einem „gefestigten rechtsradikalen Weltbild“. Man sollte also durchaus mehr wissen über diese Partei, deren Führung gerade Kreide frisst, die im Osten auf 40 Prozent kommen könnte und im Westen gleichauf mit der Union liegt.

    • cimourdain 3. Dezember 2025, 10:50

      z.T. echt oder Satire: Am plausibelsten ist aufmerksamkeitsökonomisches Rumgetrolle.

  • cimourdain 3. Dezember 2025, 09:57

    4) i) Das ist doch sehr einfach erklärt : Apollo News hat einen scoop gelandet und will den jetzt „melken“.
    ii) Dass ab dem Moment, wo etwas über Presseagenturen läuft (dpa am gleichen Tag) auch andere Medien das thematisieren, ist geschenkt. Ob das „zu wenig“ oder „zu viel“ ist, ist eine Geschmacksfrage. Gefühlt ist für mich die Berichterstattung schwächer als bei der (sehr vergleichbaren) Rent-a-Minister Affäre der SPD 2016.
    iii) Aber es ist natürlich auch wahr, dass (rechte) Fundamentalopposition immer von Skandalen „profitiert“, weil diese (zurecht!) Staats- und Elitenmisstrauen erzeugen. Diese deswegen totzuschweigen, wäre verhängnisvoll für die Demokratie.
    iv) Denn auch die AfD will ja – entgegen ihrer Rhetorik – die legalen Korruptionsstrukturen nicht reduzieren, sie will (siehe Fundstück 3) daran partizipieren.

    i)Janega macht hier den Fehler vieler Geschichtsrevisionisten, dass sie ihre Perspektive genauso dogmatisch und einseitig vertritt wie die Geschichtsorthodoxie. Während der Lebensstandard der breiten Masse ein zentrales Argument gegen Imperien ist, ist doch die ursprüngliche Fragestellung gewesen, ob der Zusammenbruch des weströmischen Reiches auch mit einem kulturellen und intellektuellen Niedergang einherging.

    j) Im Januar haben wir noch über ein „Züge nach Auschwitz“ – Spiel diskutiert, hier wurde das mit maximaler „Klötzchenifizierung“ implementiert. Das erste Grundproblem ist, dass damit höchstens ein Bewusstsein verstärkt werden kann, aber kein Bewusstsein geschaffen wird. Aber selbst wenn du diese Hürde ignorierst, finde ich ein Spiel, das zum Ziel(!) hat, dass du dich hinterher wie ein Arschloch fühlst, ziemlich uncool.

    m) (eigenes) Es gibt Widerstand gegen Zwangsprostitution – aber wieder einmal viel zu spät (am gleichen Tag wie die Abstimmung im Bundestag):
    https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/

    n) (noch ein eigenes) Der Wahlprüfungsausschuss des Bundestages hat gegen eine Wahlprüfung entschieden. Egal wie man zur Partei BSW steht, ist das ein ziemliches Armutszeugnis für die Demokratie.
    https://www.sueddeutsche.de/politik/bundestagswahl-neu-auszaehlung-bsw-wagenknecht-li.3345893?reduced=true

    • Stefan Sasse 4. Dezember 2025, 12:43

      4) Ich will das auch auf gar keinen Fall totgeschwiegen sehen.

      i) Und die Antwort darauf ist ein „es ist kompliziert“. 😀

      j) Ja, ich find’s auch weird.

      n) Und Wagenknecht tritt zurück. Passt wie Arsch auf Eimer.

      • cimourdain 4. Dezember 2025, 14:49

        4) Es wurde ja nicht totgeschwiegen. Aber ich meine, das Thema hat nicht die Prominenz erreicht, die es über das normale Grundrauschen der Meldungen hervorhebt. Dieser „Jeder muss etwas dazu gesagt haben“ Kick fehlt da eindeutig (und das kann etwas mit dem ‚falschen‘ Ursprung zu tun haben). Außerdem ist bemerkenswert, dass es sich nur auf die Person Weimer dreht und nicht die Frage nach Kunden und Anbietern kommt.

        i) Nein ist es (ausnahmsweise) nicht:
        https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverluste_in_der_Sp%C3%A4tantike#/media/Datei:Bibsta4.jpg
        Es ist ‚differenziert‘, man kann es nicht eindeutig auf der alles (daran) gut-alles (daran) schlecht Achse zuordnen

        n) Es geht nicht um die konkrete Partei, das konkrete Personal oder Sympathien, sondern darum, dass sich ein Wahlergebnis, das möglicherweise (unbeabsichtigt aber systematisch) signifikant verfälscht ist, genau überprüft werden muss, weil sonst die demokratische Legitimation des gesamten Bundestags fragwürdig wird.

        • Thorsten Haupts 4. Dezember 2025, 17:04

          … dass sich ein Wahlergebnis, das möglicherweise (unbeabsichtigt aber systematisch) signifikant verfälscht ist …

          Wo bitte finde ich Belege dafür, dass das der Fall sein könnte?

        • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:04

          Ich habe bisher außer „es war sehr knapp“ aber kein Argument gehört, warum es verfälscht sein sollte.

          • cimourdain 9. Dezember 2025, 13:03

            Hier eine Erläuterung:
            https://www.fr.de/politik/statistisch-sehr-auffaellig-bsw-stimmen-bei-bundestagswahl-verwechselt-das-ist-dran-zr-93598659.html
            Nutshell: Durch Namensähnlichkeit wurden beim Auszählen BSW Stimmen dem Bündnis Deutschland zugeordnet.

            • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 14:14

              Jo, das sind so Kleinkram, der kann schon sein. Aber bisher hat noch keiner geschaut, ob das auch in die andere Richtung ging. Oder sonstwo Fehler zugunsten des BSW passiert sind. Auch die gibts in dem Rahmen sicher. Aber klar, by all means, investieren wir ein paar Millionen und zählen nochmal aus. Da sollte tatsächlich kein Zweifel bestehen.

              • cimourdain 9. Dezember 2025, 15:07

                Das ist genau der Unterschied zwischen „normalen“ Fehlern und „systematischen“. Erstere mitteln sich im Normalfall statistisch aus, weil „zu viel“ und „zu wenig“ gleich wahrscheinlich ist.
                Systematische Fehler (wie der beschriebene) gehen in eine Richtung und kumulieren sich dadurch auf.

                Die entscheidende Frage ist jedoch, ob der Effekt signifikant ist oder „Kleinkram“. Hier hat sich in der Zeit nach der Wahl eine Orientierung ergeben. Du erinnerst dich, wie (durch Nachzählung in einigen Wahlkreisen) kurz nach der Wahl bereits 4.000 Stimmen für diese Partei ‚aufgetaucht‘ sind ? Rechnet man das hoch, ist es nicht nur möglich, sondern eher wahrscheinlich, dass sich (aufgrund der Sprungfunktion der 5% Hürde) ein deutlich anderes Wahlergebnis ergibt.

                Das Kostenargument, das du hier aufmachst, ist natürlich gültig gegen jede Form der Demokratie – Wahlen sind einfach zu teuer, vor allem wenn das Ergebnis auch noch richtig sein soll.

                • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 20:20

                  Mein Punkt ist ja, dass die Kosten keine Rolle spielen dürfen.

            • Thorsten Haupts 9. Dezember 2025, 17:40

              Nein, das ist nicht die Nutshell! Die ist das hier: Zum aktuellen Zeitpunkt und in den nächsten Tagen finden die Prüfungen der Kreiswahlleitungen und die insgesamt 299 Sitzungen der Kreiswahlausschüsse statt.

              Das hat inzwischen längst stattgefunden und das Ergebnis wurde zertifiziert. Es jetzt wegen purer Spekulation für nichtig zu erklären und eine komplette, deutschlandweite, Neuauzählung zu fordern, zeugt in erster Linie von Grössenwahn und schlecht verlieren können. Es gibt nach wie vor keine belastbaren Hinweise darauf, dass es zu systematischen Verzerrungen gekommen ist, ausser äusserst fragwürdigen Plausibilitätsüberlegungen aka Spekulationen eines Wahlverlierers.

              Auf DER dünnen Grundlage gäbe es überhaupt kein gültiges Wahlergebnis mehr und hätte auch nie eines gegeben.

              Gruss,
              Thorsten Haupts

              • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 20:21

                Jo, das war mein anderer Punkt: ich habe bisher nichts gesehen, das abgesehen von „wir haben knapp verloren“ überzeugend darauf hinweist, dass es diesen Fehler gab.

  • Dennis 3. Dezember 2025, 10:59

    k)

    Find ich eigentlich ganz nett, das Politische psychologisch zu erklären. Wäre ja komisch, wenn in der Politik – entgegen den Verhältnissen im richtigen Leben – es nicht auch prall menscheln würde. In der Politik geht’s ja um Herrschaft einerseits und die der Herrschaft Unterworfenen andererseits, andernfalls gäbe es keine „Politik“. Also geht’s um Aggressivität, Gier, Eitelkeit, Kränkungen, Rache, männlich/weiblich sowieso und all so was, das ist der Kern; und nicht um die so genannten „Strukturen“, also das angeblich „Sachliche“ aus der Studierstube. Versachlichungen vernebeln nur alles^.

    Wenn alles hoch-schlich und „strukturell“ wäre, müsste die Politik ja prognosefähig sein. Das glauben die Positivisten, fallen aber mit etwaigen Prognosen regelmäßig auf die Nase, wie z.B. der Marx, Charly, oder allerlei liberale Päpste der „Aufklärung“, die angeblich „wissenschaftlich“ unterwegs waren oder sind. Gilt auch für Kurzzeit-Prognosen; man denke an die Ereignisse ab Herbst ’89, die noch ein paar Wochen davor angeblich unmöglich waren.

    Die offensichtliche Tatsache der Unberechenbarkeit beweist also schon mal die Vorherrschaft wilder Gefühle, warum also nicht mal spaßeshalber die Eulenburg-Sachen mit allem Drum und Dran als historisch maßgeblich heranziehen. Dieser damalige Quatsch rund um das Thema vermeintlich abscheulicher Sex versus „anständige“ Männlichkeit hat seinerzeit allergrößtes Aufsehen erregt. Warum? Das können die „sachlichen“ Positivisten nicht gut erklären, der verlinkte Autor umso besser, jedenfalls interessanter^^. Es lebe der vermeintliche Quatsch oder Spam, das bestimmt unser Dasein.

    Und klar, das mit „Serbien“ ist schon ein peinlicher Fehler, Thorsten Haupts hat da natürlich ganz recht. Der Autor meint – was das nicht falsch als „Kolonie“ bezeichnete Ding angeht – Bosnien/Herzegowina. Er hat aus dem verwickelten Dreiecksverhältnis aus Habsburg/Bosnien-H/Serbien das eigentlich maßgebliche Bosnien-H (weil Zankapfel von herrschsüchtigen und eitlen Konkurrenten um die Beute aus der osmanischen Konkursmasse) einfach verschwinden lassen, wodurch das Bild schief hängt.

    i)
    Hat entfernt was mit k) zu tun, also mit der Herrschaft des Unsachlichen^. Die Definitionen so genannter Epochen sind immer abhängig von Propaganda und Wichtigtuerei. „Sachlich“ ist da gar nichts. Die dann angeblich ehemaligen und abgelösten Epochen müssen natürlich von den je neuen erfolgreichen Wichtigtuern mindestens als Irrtum oder Schlimmeres denunziert werden, werden später aber von dem einen oder anderen als gar nicht so schlecht oder sogar als angeblich besser als der neumodische Kram rehabilitiert. Große Gefühle halt 🙂 .

    • Stefan Sasse 4. Dezember 2025, 12:44

      k) Jupp. Wertvolle Perspektive, man muss halt aufpassen, es nicht zu weit zu treiben.

  • cimourdain 3. Dezember 2025, 15:20

    k) Wenn schon „frivole“ Affären als Meistererklärung für die Politik des Kaiserreichs herhalten, warum nicht dieser deutlich „saftigere“ Skandal ?
    https://www.berlin-teltow.de/der-kotze-sex-skandal-im-jagdschloss-grunewald/
    Liegt vielleicht daran, dass es da „nur“ um Sex ging und nicht um das Modethema Gender.

    • sol1 7. Dezember 2025, 21:14

      „…und nicht um das Modethema Gender.“

      Das hier überlesen?

      „Es gab homosexuelle Praktiken, es gab Gruppensex – es war eine Orgie unter Hirschgeweihen und Jagdtrophäen. Darunter ergab sich beispielsweise die Gräfin von Hohenau dem Begehr mehrerer Männer. Ihr Mann, der dem Treiben beiwohnte, störte das wenig. Er interessierte sich für die Männer. Das war auch hinlänglich bekannt.“

      • cimourdain 9. Dezember 2025, 13:12

        Das ist richtig, aber das Framing, das sich daraus ergab, war nicht, dass die Beteiligten weniger „männlich“ oder mehr „weiblich“ waren, sondern, dass „die da oben“ generell sittlich verwahrlost sind. Und weil unseren Medien diese Art Skandale eher fremd sind (nicht einmal die Epstein -Files haben dieses Framing hervorgerufen), interessiert sich ‚matriarchal advice‘ für „weibische“ Kaiser und nicht für Jagdschloss-Orgien.

  • Thorsten Haupts 4. Dezember 2025, 00:11

    Zu i)

    Interessante Perspektive. Allerdings vergisst die Autorin ganz ausversehen DEN wesentlichsten Aspekt des weströmischen Reiches zu erwähnen – es bewahrte in seiner langen Hochphase Frieden im Inneren! Frieden wie keine bewaffneten Banden durchstreiften die Landschaft plündernd, mordend und brandschatzend. Frieden wie alle Städte hatten keine Mauern!!! Das aber war der Normalzustand in allen Gegenden ohne einen stabilen Staat (und ist es ganz nebenbei heute noch, kurze Seitenblicke in einige unschöne Gegenden z.B. Afrikas). Ob also der nach wenigen Funden geschätzt höhere Lebensstandard der Bevölkerung die Unsicherheit einer zersplitterten Stammes- und Clanlandschaft bis zum Entstehen neuer stabiler Staaten aufwog, weiss ich nicht, bezweifle es aber ziemlich. Das war dort, wo wir Aufzeichnungen haben, eine für Otto Normalverbraucher ziemlich gewalttätige Umgebung. Denn die damalige Logistik bestand für bewaffnete Banden wie ganze Armeen (Übergänge fliessend) darin, sich aus der umgebenden Landschaft zu versorgen. Ohne Zustimmung der Landschaftsbewohner …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • cimourdain 4. Dezember 2025, 11:10

      Das ist ein wichtiger Punkt, weil daran auch der Zusammenbruch von (Fern-)Handelsnetzen hängt. Jadega erwähnt die Zunahme der Metallproduktion in Britannien – das könnte ein Ausgleich der weggebrochen Importe von Fertigwaren gewesen sein.

    • Stefan Sasse 4. Dezember 2025, 12:47

      Ich würde auch lieber im Imperium Romanum leben als in Germanien, so viel ist mal sicher.

      • cimourdain 4. Dezember 2025, 15:23

        Das hatten sich die Germanen damals auch gedacht .

        • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:04

          Wie meinen?

          • destello 7. Dezember 2025, 04:20

            Ich interpretiere das so, dass auch die Germanen lieber in Rom leben wollten – und das deshalb erobert haben.

            • Stefan Sasse 8. Dezember 2025, 15:39

              Die wollten da aber nicht leben, sondern den Kram klauen und nach Hause zurück.

              • cimourdain 9. Dezember 2025, 13:14

                Ostgoten und Langobarden sind in Italien geblieben. Westgoten in Spanien, Franken in Gallien, Sachsen in Britannien. etc…

                • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 14:15

                  Ist natürlich wahr; die Kimbern und Teutonen wären auch gerne dageblieben.

                  • cimourdain 9. Dezember 2025, 14:43

                    Frag den Zyniker: Nach den Regeln römischer Kriegsführung sind sie ja auch dageblieben – nur halt als Sklaven.

      • Thorsten Haupts 4. Dezember 2025, 17:12

        Ja. Ich finde es auch bezeichnend, dass die Autorin aus einigen archäologischen funden sehr weitreichende Schlussfolgerungen zieht, sich aber weigert, die beträchtlichen Verluste auch neben dem Reichsfrieden überhaupt zu sehen: Infrastruktur, Logistik, Strassenbau, Städteplanung, Ingenieurwesen (insbesondere im Bau), Justiz, Medizinwesen etc. Wir brauchten in Europa etwa 1.000 Jahre, bis wir den Level des römischen Reiches wieder erreicht hatten. Ein extrem hoher Preis für die möglicherweise (!) etwas gleichmässigere Verteilung des bestehenden Kuchens (der seinerseits auch noch kleiner wurde).

        Erinnert mich fatal an die Argumente einiger „wohlmeinender“ Entwicklungskritiker für unterentwickelte Regionen: Die Indigenen seien in ihren Holzhütten und ihrer Subsistenzwirtschaft doch glücklich und zufrieden, warum sie also mit dem Mitteln und Methoden der Moderne vertraut machen …

        Gruss,
        Thorsten Haupts

        • Ariane 5. Dezember 2025, 01:15

          Wir brauchten in Europa etwa 1.000 Jahre, bis wir den Level des römischen Reiches wieder erreicht hatten

          Ganz interessante Überlegung, die ich mal in einem Podcast aufgeschnappt hatte: eventuell wären die Römer in ihren Errungenschaften sogar noch weiter gekommen, (gerade richtig Mechanisierung) wenn mehr Notwendigkeit bestanden hätte und vieles nur deswegen ging, weil menschliche Arbeitskraft quasi kein Faktor war.

          Straßen gut und schön, aber es war auch kein Ding wenn 500.000 Sklaven in Steinbrüchen und beim Bau umkamen, damit man einfacher von Rom nach Pompeji kommt. Sowas wie human resources war einfach kein Faktor, genau wie sie ständig ganze Flotten verloren haben und einfach die nächste – noch größere! – gebaut haben.

          • Thorsten Haupts 5. Dezember 2025, 12:34

            Ja. Nur galt das damals schlicht für … alle. Weltweit. Es gab kein antikes imperium, das neuzeitliche HR-Überlegungen anstellte.

            • cimourdain 9. Dezember 2025, 15:57

              Gegenrede: Das Maurya-indische Artashastra befasst sich auch mit Loyalität, Motivation und Qualifikation von Führungspersonal , also echten HR-Themen. Betrifft die „Unten“ weniger, aber immerhin den Verwaltungs-Mittelbau.

              • Thorsten Haupts 9. Dezember 2025, 16:32

                Hatte schon befürchtet, dass mir jemand mit Ashokas Reich als Gegenbeweis kommen würde 🙂 . Ich akzeptiere allerdings das Artashastra nicht als antikes Gegenstück zu neuzeitlichen (!) HR-Überlegungen – Sinn und Zweck des Traktates war ausschliesslich die Erhaltung und Mehrung der Macht des Königs, sonst nichts.

                Gruss,
                Thorsten Haupts

          • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:08
        • CitizenK 5. Dezember 2025, 16:20

          „mit dem Mitteln und Methoden der Moderne vertraut machen …“

          The White Man’s Burden? Es kommt schon auf die Mittel und Methoden an, wie das geschieht. Wenn man dazu das Militär und Unterdrückung braucht, ist (mindestens) Skepsis angesagt. Auch, wenn man Diktatoren unterstützt, die das dann stellvertretend tun.
          Afrikaner wollten die Civilisation Francaise/The British Way of Life/Das deutsche Wesen offenbar nicht. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Vielleicht galt das auch für die Kimbern und Teutonen und ihre Lebensweise war ihnen wichtiger als Thermen und Fußbodenheizungen?
          Soll/kann/darf man Menschen zu ihrem Glück zwingen? Und wenn ja: zu welchem Glück – mit welchen Mitteln?

        • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:05

          Ich denke, beides hat ein bisschen seine Berechtigung: die Dark Ages waren nicht ganz so furchtbar, wie es oft behauptet wird, und im Römischen Reich hat sich’s besser gelebt. Ich denke, der eigentliche Wert des Arguments kommt, wenn man es mit dem Hochmittelalter vergleicht.

      • Ariane 5. Dezember 2025, 00:40

        Grundsätzlich sind wir ja alle eher froh hier und heute zu leben als damals^^

        Ich finde es allgemein gefährlich und befremdlich mit den heutigen Wertvorstellungen diese Zeiten zu beurteilen. Und zwar egal ob man meint, die Römer waren top, weil die anderen raubmordende Barbaren waren oder ob man denkt, dass der Zusammenbruch sklavenhaltender Imperien immer lobenswert ist,

        Denn die damalige Logistik bestand für bewaffnete Banden wie ganze Armeen (Übergänge fliessend) darin, sich aus der umgebenden Landschaft zu versorgen.
        Ja ist ja alles richtig, aber ich weiß nicht, ob das nicht bei den Römern einfach beschönigt wird, weil die das gleich in großem Stil und gut organisiert gemacht. Ab einer gewissen Größe überfällt man eine ganze Provinz und plündert die aus, nämlich damit man nicht mehr einmal die Woche ein Dorf überfallen muss. Der germanische Warlord hätte vermutlich auch lieber Ägypten erobert als das Nachbardorf. Um dann die zu versklaven und sich mit denen zu vergnügen.

        Aber die Unterschiede sind schon mehr die Größenordnung und Organisationsgrad als gut/böse, zivilisiert/barbarisch etc.
        Größere Errungenschaften bedeuten auch größere Grausamkeiten.

        Wenn man ein paar Jahrhunderte weiter denkt, war der Durchbruch des Mittelalters eben auch Vasallentum, Ständewesen, Leibeigenschaft etc. Kannst du heute auch keinem mehr verkaufen, hat aber auch dringend benötigte Stabilität in das alltägliche Leben gebracht.

        • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:07

          Ich denke, der wichtigste Punkt ist: früher war scheiße 😀

    • CitizenK 4. Dezember 2025, 14:06

      Nun, die Eroberungen geschahen auch „ohne die Zustimmung der Landesbewohner“. Ob ihnen der Zugewinn an Zivilisation und Innerer Sicherheit das wert war? Gefragt wurden sie nicht.
      Ich werfe mal einen kurzen Seitenblick nach China und frage, ob den Landesbewohnern dort der Zuwachs an Wohlstand und die Sicherheit durch allgegenwärtige Überwachung wert ist.

      • Thorsten Haupts 4. Dezember 2025, 14:12

        Nun, die Eroberungen geschahen auch „ohne die Zustimmung der Landesbewohner“.

        Und hörten nach dem Ende des römischen Reiches nicht etwa auf, nein, es wurden deutlich mehr in deutlich kürzerer Zeit. Sehr schwaches Argument.

        Die zweite Frage ist dann IMHO schlicht albern. Die Alternative zur Diktatur ist nicht „marodierende Banden, die rauben, plündern und brandschatzen“. DAS aber war die Alternative nach Roms Ende.

        Gruss,
        Thorsten Haupts

        • Lemmy Caution 4. Dezember 2025, 23:42

          Das Römische Reich war ohne Frage eine sehr repressive Veranstaltung. Eroberte Gebiete mussten Steuern zahlen während das italienische Kernland steuerbefreit war. Getreide in Rom war stark subventioniert bis gratis. Die Circus Events waren afaik auch gratis.
          Am Ende wurde man immer abhängiger von nicht-römisch geprägten Soldaten aus den Randzonen, was dann zu immer mehr zu Unruhen und bürgerkriegsartigen Zuständen führte.

      • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:03

        Nach dem was ich erlebt habe ja. Aber das ist eh immer schwierig, du lebst ja nicht im counterfactual.

    • Ralf 4. Dezember 2025, 23:08
      • Thorsten Haupts 4. Dezember 2025, 23:39

        Du lieber Gott, ist das Ihr übliches Niveau?

        https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtmauer

        Soviel zum Thema Mauern.

        Und die jüdischen Erhebungen waren präzise die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Sie dürfen sich bei passender Gelegenheit gerne mal schlau machen, wieviele Aufstände in chinesischen Reichen des Altertums der Normalfall waren …

        Die Varusschlacht allerdings zeigt Sie als echten Scharlatan – sie fand in einem Gebiet statt, dass damals nicht und niemals danach zum Römischen Reich gehörte.

        Sie haben Spitzen schon mal intelligenter gesetzt 🙂

        Gruss,
        Thorsten Haupts

        • Ralf 5. Dezember 2025, 00:06

          Soviel zum Thema Mauern.

          ???

          Mir ist nicht klar, was Dir an den römischen Stadtmauern nicht gefällt. Die stehen halt vielerorts nicht mehr, weil Städte expandiert haben. In Köln sind zum Beispiel nur noch kleine Reste übrig und ein alter Wehrturm. Teile des mächtigen Stadttores sind im Museum und einige Elemente stehen vor dem Kölner Dom. In Trier hingegen kannst Du das vollständige Tor noch bewundern (Porta Nigra). Und Kilometer der römischen Stadtmauer.

          https://en.wikipedia.org/wiki/Porta_Nigra

          Den Punkt mit der Varusschlacht gebe ich Dir, auch wenn Arminius lange in Rom gelebt hat, römischer Bürger war und eine hohe Stellung in der römischen Armee hatte. Sein Konflikt zwischen Herkunft und Beziehung mit Rom dürfte ziemlich typisch für die Zeit gewesen sein. Und Strafaktionen gegen Germanen – auch auf römischem Territorium – waren damals völlig normal. Siehe zum Beispiel hier:

          https://en.wikipedia.org/wiki/Boudican_revolt

          • Thorsten Haupts 5. Dezember 2025, 12:31

            Verehrtester, es gab in den meisten römischen Städten lange Zeit keine Stadtmauern, weil man sie nicht brauchte. Sie wurden in der Zeit wiedererrichtet, in dem Rom in seiner Niedergangsphase von Bürgerkriegen geschüttelt wurde. Es gin nie um die Stadtmauern Roms.

            • Ralf 5. Dezember 2025, 16:49

              In Rom war ständig Bürgerkrieg. Jedes Mal, wenn die Nachfolge eines Kaisers nicht geklärt war, gab es Bürgerkrieg. So ist Vespasian etwa an die Macht gekommen. Den darf man doch hoffentlich zur Blütezeit Roms zählen …

        • Ariane 5. Dezember 2025, 01:02

          Die Varusschlacht allerdings zeigt Sie als echten Scharlatan – sie fand in einem Gebiet statt, dass damals nicht und niemals danach zum Römischen Reich gehörte.

          Macht imo gar nicht soviel aus. Die Römer waren ganz schnell in Bedrängnis gegen irgendwelche Guerilla-Aktionen, siehe auch Ralfs Hinweis auf Boudica oder auch Hanibal. Die hatten halt Ressourcen und Struktur, dass sowas meist dann vorbei war, wenn sie die Gegner zu einer vernünftigen Feldschlacht zwingen konnten.

          Arminius war auch deswegen so erfolgreich, weil er sich viel abgeguckt hatte als halber Römer. Gleichzeitig war die Eroberung von Germanien (die immer behauptet wurde: Germania capta) auch deswegen so schwierig, weil das mehr eine Bande unorganisierter Stämme waren, die man nicht mit einer Schlacht erobern konnte.
          (Ist Arminius nicht auch dann in so einer Stammesfehde draufgegangen?)

      • Ariane 5. Dezember 2025, 00:45

        alle Städte hatten keine Mauern!!!
        *hüstel* Organisationsgrad und so.
        Auf Stadtmauern kann verzichtet werden, wenn man gleich nen Hadrianswall baut 😀

        • Thorsten Haupts 5. Dezember 2025, 12:32

          Stimmt, aber hinter dem Hadrianswall auf der römischen Seite herrschte eben … Frieden.

        • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:08

          Selbst dann eigentlich nicht. Stadtmauern sind ja nicht nur ein militärisch relevanter Punkt, die erfüllen ja wichtige wirtschaftliche Funktionen. Thorsten muss sich in der Debatte glaube ich schon den Vorwurf gefallen lassen, mit arg breitem Pinsel zu zeichnen.

          • Thorsten Haupts 6. Dezember 2025, 23:41

            Yup! Soll ich auf eine Spezialdebatte für römische Geschichtsnerds umschalten?

            • Stefan Sasse 8. Dezember 2025, 15:38

              Ich bin immer für Geschichsnerddiskussionen zu haben 😀

            • CitizenK 8. Dezember 2025, 16:43

              Lieber auf eine Debatte über die Ankündigung eines zeitgenössischen Imperiums, die rückständigen Barbaren in Europa an den Segnungen ihrer Zivilisation teilhaben wollen zu lassen.

    • VD 5. Dezember 2025, 08:36
      • Stefan Sasse 6. Dezember 2025, 09:09

        Das Ding ist halt: Aquädukte, Amphitheater etc. waren Gebäude für die 1%. Für die allermeisten im Römischen Reich lebenden Personen war das Leben nicht groß anders als das eines mittelalterlichen Bauern.

        • CitizenK 6. Dezember 2025, 19:28

          Bewundernswerte Leistungen, keine Frage. Aber halt auch auf dem Rücken und den Knochen dieser Vielen erbaut. Wie die Kathedralen und Schlösser, die wir heute gern besuchen. Aber hätten die Oberen damals Sozialwohnungen gebaut, würde uns heute was fehlen. Komplexes Thema.
          Ich bin ja auch froh, dass die Römer bis zum Neckar kamen. Schon weil sie den Weinbau hier her brachten 🙂
          Aber das Argument: Imperium als Friedensbringer (weil Kämpfe und Überfälle aufhörten unter der Macht), ist problematisch, wenn man es auf gegenwärtige Imperien anwendet. Auch die Kämpfe zwischen Irokesen und Huronen haben „aufgehört“, die Nachfahren sind nicht alle unbedingt glücklich mit der gewonnenen „Zivilisation“.

        • Thorsten Haupts 8. Dezember 2025, 21:36

          Aquädukte, also Frischwasserzuleitungen, waren für die 1%? Woher bitte hast Du DAS denn? Gleiches gilt übrigens für Amphitheater.

          • Ralf 9. Dezember 2025, 01:06

            Gleiches gilt für die Thermen.

          • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 14:06

            Die allerwenigsten Städte waren Aquädukte angeschlossen. Und in diesen Städten die allerwenigsten Haushalte.

            • cimourdain 9. Dezember 2025, 16:06

              Die Aquädukte führten zu öffentlichen Brunnen, Thermen waren öffentlich (gegen moderaten Eintritt), Stichleitungen zu Privathaushalten waren gebührenpflichtig.

              • Thorsten Haupts 9. Dezember 2025, 16:20

                Merci 🙂 .

              • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 20:20

                Ja, ich weiß. Aber die meisten Städte hatten weder Aquädukte noch Thermen. Und die Thermen selbst waren SEHR unterschiedlich in Qualität, Eintritt und Zugangsmöglichkeiten.

  • cimourdain 4. Dezember 2025, 17:14

    zu 5) und der Frage ob das BVerfG „Ersatzgesetzgeber“ ist, hier mal am konkreten Fall durchexerziert.

    i) Das Gericht wurde aufgrund einer Klage von Betroffenen tätig geworden, die einen mittelbaren Verfassungssatz (§ 33 Abs 5 mit dem konkreten Grundsatz des Berufsbeamtentums „Alimentationsprinzip“) zu ihren Lasten verletzt sahen.

    ii) Die bisherige Rechtsprechung hatte dieses Alimentationsprinzip durch die Faustformel „Grundsicherung +15 %“ gedeckt gesehen.

    iii) Für das Bundesverfassungsgericht ist dies nicht ausreichend und es hat eine neue Formel für die Mindestbesoldung festgesetzt „80% des Median-Nettoäquivalenzeinkommens für eine 4-köpfige Familie“

    iv) Es hat aber keine konkreten Zahlen festgesetzt (iudex non calculat) und auch keinen direkten Anspruch bescheinigt. Diesen müssen die Betroffenen immer noch durchsetzen (wobei niedere Gerichte an den Rechtspruch gebunden sind).

    v) Auch für gegenwärtige und zukünftige Besoldungsgesetzgebung liegt der Verantwortungsbereich bei der entsprechenden Legislative, sie muss sich aber an diesen (sehr konkreten) Leitsatz halten.

  • Lemmy Caution 4. Dezember 2025, 21:46

    m) AI, mich interessiert aktuell nix anderes. Vielleicht ist es interessant.
    In Twitter kann man echt nicht mehr reinschauen. Die europäischen Politiker sind so blöd sagt da jeder zweite. Ist Trump besser mit seinen abstürzenden Werten? Oder Milei mit seiner real gallopierenden Deindustrialisierung?

    Ich bin nun begeisterter „Vibe Coder“ mit Claude Code. Der Begriff Vibe Coding ist noch umstritten. Meint der jetzt Leute, die die AI Agenten Werkzeuge benutzen, ohne Ahnung von Softwareentwicklung zu haben oder auch die, bei denen die Nutzung kontrollierter abläuft und die claudes Aktivitäten reviewen wie ich? Das ist noch umstritten.
    Auch erfahrene Entwickler nutzen die Werkzeuge in aller Regel sehr gerne. Das Tool macht nicht alles richtig aber schockierend vieles. Seitdem ich super-diszipliniert context clear benutze, verbrenne ich weniger token und er hat auch nicht mehr völliges Chaos veranstaltet wie 2x vorher. Chaos veranstalten ist nicht so schlimm, weil wir mit den Versionierungssystemen immer Änderungen kontrolliert verwerfen können.
    Ich schreibe einen Planungstext in plain english. Claude macht daraus einen Aktionsplan, in dem er meinen Text verbessert und oft wirklich viele Code-Änderungen ankündigt. Die Änderungen sind meist verdammt sinnvoll.
    Außerdem dokumentiert Claude den Code in einer Weise, die einfach nur schockiert. Gleichzeitig sinken die Preise der Nutzung, was natürlich in keinem Verhältnis zu den Verlusten der AI Unternehmen steht. Ich hab 20 Euro Abo. Wenn ich zu viel vibe code, ist für 5 Stunden game over.

    Hier eine kompetente Stimme zum Thema AI-Wirtschaft allgemein. https://www.youtube.com/@TechButMakeItReal/videos

  • Ariane 8. Dezember 2025, 21:04

    Nikolas Blome hat in seiner Kolumne auch einiges zum Nörgeljournalismus in Erwartung des großen Knalls aufgeschrieben:
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-merz-die-ungeduld-des-kanzlers-wird-uns-teuer-zu-stehen-kommen-kolumne-a-41628ca0-01e4-429a-a790-748b65426c02

    Er sieht das eher bei „der Wirtschaft“ als Journalisten allerdings:
    Deren Trommelfeuer gegen die Brandmauer belegt eine verstörende Mischung aus elitärem Untergangskitzel und betriebswirtschaftlicher Disruptionstheorie […] Zum anderen zieht es überfallartig eine Erwartungsdringlichkeit auf, der keine Politik genügen kann, es sei denn, sie wäre autoritär. Ist es das, was diese Leute wollen – quasiautoritäre Politik, die mal so richtig »knallt«?

    Er kommt dann irgendwie von Erwartungsdringlichkeit (feines Wort!) der Wirtschaft zur Unduldsamkeit von Merz und seine Grundkritik ist eigentlich, dass die Kanzlermehrheit als quasigeheime Vertrauensfrage unnötig war.

    • Thorsten Haupts 8. Dezember 2025, 21:34

      Oh Gott, die berüchtigte Kanzlermehrheit. Interessiert die ausserhalb eines extrem kleinen Zirkels „Eingeweihter“ (politische Journalisten und Bundespolitiker) eigentlich sonst irgend jemanden in Deutschland? Ich nahm das über die Jahre hinweg zunehmend als eines der Lieblingsthemen politischer Kommentatoren wahr, weil man da so viele persönlicher Vorlieben und Abniegungen hineininterpretieren, aka schwurbeln, kann. Kommentare zur Kanzlermehrheit könnte ich nach dem dritten Bier und im Halbschlaf schreiben 🙂 .

    • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 14:05

      Kann ich voll unterschreiben.

  • sol1 8. Dezember 2025, 22:44

    4) „Ich wäre an Aufklärung von Leuten interessiert, die diese innerrechten Dynamiken besser verstehen als ich.“

    Ich tappe da auch noch im Dunkeln, aber hier gibt es eine Materialsammung zur Affäre:

    https://bsky.app/profile/rechtemedieninfo.bsky.social/post/3m7fvpcl5h22m

    • Stefan Sasse 9. Dezember 2025, 14:11

      Hm, ich sehe viele Infos, aber mir fehlt da irgendeine Form der Analyse. Ich weiß jetzt, wer was wann geschrieben hat, aber…so what?

  • Lemmy Caution 10. Dezember 2025, 23:15

    m) Karibische Piraterie is back. Ein US-Küstenwachenboot hat offenbar einen venezolanischen Öltanker gekapert. Die Aktion wurde offenbar von der US-Küstenwache und nicht von der US-Marine durchgeführt. Letzteres bedeutet offenbar keinen Krieg.
    https://x.com/sentdefender/status/1998873781000102383

    n) Es gibt eine europäische Initiative, unabhängiger von den großen kommerziellen US-Software as a Service (SaaS) Lösungen wie Azure, AWS, GCP, etc. zu werden. Nennt sich EuroStack. Ich mag das.
    https://www.deutschlandfunk.de/die-eurostack-idee-europas-traum-von-der-digitalen-souveraenitaet-100.html
    Technischere Infos unter google EuroStack. Die Tech-Markt Expertin meines Vertrauens erwähnte das: https://www.youtube.com/watch?v=AV1lQYQrEKo

    • Stefan Sasse 11. Dezember 2025, 07:49

      Trump fängt jetzt echt ohne Scheiß auch noch Krieg mit Venezuela an…

      • Lemmy Caution 11. Dezember 2025, 12:17

        Die haben ja die Operation explizit von der „Küstenwache“ ausführen lassen. Halt eben weit entfernt von US Gewässern. Damit ist das wohl rechtlich keine kriegerische Handlung. Glaub nach wie vor nicht, dass sie in Venezuela wirklich angreifen werden.
        Das ganze Gerede von neuer Monroe Doktrin ist auch Quatsch. Handelsmäßig ist Südamerika viel kompatibler mit China. In Argentinien wird stark angezweifelt, ob die vor den argentischen Wählen angekündigte 20 Mrd USD Kreditlinie im Ernstfall wirklich gezahlt würden. Täuschung und Manipulation kann die Maga Regierung gut, sonst nicht viel

Leave a Comment

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.