Finis Baden-Württembergiae

Hier im Ländle ist man seit jeher stolz auf den angeblich indigenen Fleiß, der das Schwabenland zum deutschen Musterland macht. Starke Industrie, niedrige Arbeitslosigkeit, „der Daimler“. Baden-Württembergische Ministerpräsidenten sahen das Land in den letzten Jahrzehnten gerne als den CDU-Musterstaat schlechthin. Gerne wurde dabei vergessen, dass das Land noch in den 1950er und 1960er Jahren eher ein Problemfall als ein Nettozahler des Länderfinanzausgleichs war. Es ist menschlich nachvollziehbar, dass den Landeschefs (immer Männer mittleren und gehobenen Alters aus gutem Hause) ein bisschen zu Kopf stieg. Ein Megaprojekt wie ein völlig unnötiger, unfunktionaler Bahnhofsneubau und eine selbstherrliche, hobby-autokratische Reaktion auf die entsprechenden Proteste gepaart mit einem Atomdesaster in Japan führte dann nach nur 60 Jahren Dauerherrschaft auch endlich zum verdienten Machtverlust.

Aber entgegen progressiver Hoffnungen und konservativer Befürchtungen zeigte sich, dass das neue natürliche Regierungspersonal, im wahrsten Sinne des Wortes, „das Gleiche in Grün“ ist. Winfried Kretschmann ist das wohl größte Desaster, das Baden-Württemberg passieren konnte, aber nicht aus den Gründen, die seine konservativen Kritiker anbringen, sondern aus denen, die ihm aus der progressiven Ecke entgegen schallen. Was meine ich damit?

Baden-Württemberg hat ein enormes Strukturproblem. Es teilt dieses Problem mit dem Rest Deutschlands, aber sein faustischer Pakt mit der Automobilindustrie verstärkt es gegenüber seinen Nachbarn um ein Vielfaches. Nirgendwo sonst sind Politik und Verwaltung der Autoindustrie so hörig wie im Schwabenland, nirgendwo sonst wird besonders auf der EU-Ebene so massives Lobbying für die Hauptverschmutzer des Stuttgarter Talkessels betrieben wie hier. Laut einer populären Statistik hängt jeder fünfte Job im Ländle direkt oder indirekt an der Autoindustrie, und es handelt um im Vergleich zum Dienstleistungssektor auch um gut bezahlte und gewerkschaftlich organisierte und dadurch ordentliche Jobs, auch wenn es ein starkes Qualitätsgefälle von den Autobauern selbst zu den Zulieferern gibt.

Diese aktuell starke Struktur, die das baden-württembergische Durchschnittseinkommen in die deutsche Spitzenregion hebt und die Arbeitslosigkeit niedrig hält ist aber mittelfristig gefährdet. Denn die schwäbischen Autobauer leben vor allem von schweren, kraftstoffschluckenden und Dreck verschleudernden Limousinen, Sportwagen und LkWs. Jahrelang weigerte man sich zur Kenntnis zu nehmen, dass es sich hierbei um kein nachhaltiges Geschäftsmodell handelt. Marktwirtschaftlichen Druck, diese Aufstellung zu ändern, hebelte man lieber durch massive Lobbyarbeit aus. Das ging lange Zeit gut.

Nur geht der Trend klar in zwei Richtungen: zum einen selbstfahrende Autos, zum anderen elektrische Autos. Beide Trends hat die deutsche Automobilindustrie, besonders aber die schwäbische, nicht nur verschlafen sondern aktiv verleugnet und hintertrieben. Das daraus resultierende Strukturproblem ist daher mannigfaltig.

  • Die rechtliche Lage für selbstfahrende Fahrzeuge befindet sich im juristischen Limbo. Das erschwert Tests und verlängert Produktionszyklen.
  • Die chauvinistische Autokultur macht eine Änderung zu weniger auftrumpfenden Fahrzeugen und einem sichereren, automatisierten Fahrprozess deutlich schwieriger.
  • Die Produktion von Elektroautos benötigt deutlich weniger und weniger spezialisiertes Personal als die von Kraftstoff verbrennenden Fahrzeugen.
  • Es gibt keinerlei Infrastruktur für das Aufladen von Elektrofahrzeugen.
  • Es gibt keinerlei Infrastruktur, die einen Strukturwandel in der Wirtschaft ermöglichen würde.

Der letzte Punkt bezieht sich, natürlich, auf den Breitbandausbau. Ich wohne kaum eine halbe Stunde von Stuttgart Mitte weg, und die Telekom bietet atemberaubende 16k-Internetverbindungen als Maximum an, von denen in der Realität 4k oder 5k erreicht werden. Selbst in Stuttgart selbst sind leistungsstarke Verbindungen kaum zu bekommen. Öffentliches WLAN gibt es immer noch praktisch nicht, die rechtliche Lage ist eine Katastrophe. Das Land ist technologisch in den 1990er Jahren steckengeblieben, bestenfalls. Wenn die Automobilbranche als Wachstumsmotor wegbricht – und das wird sie zwangsläufig – verliert Baden-Württemberg sein wichtigstes Standbein. Sämtlliche Parteien im Landtag verleugnen diese Realität völlig und verweigern sich jeglichem Umdenken.

Und damit kommen wir zurück zu Winfried Kretschmann. Die einzige Partei, die von ihrer Programmatik und politischen DNA her in der Lage wäre, diesen Konflikt aufzulösen, wären die Grünen. Sie alleine haben die nötige Glaubwürdigkeit bei diesen Themen und das ohnehin bereits vorgesetzte Image, solcherlei Veränderungen anzustreben. Stattdessen hören wir von Kretschmann Tiraden wie diese heimlich aufgezeichnete vom Grünen-Parteitag 2017:

Kretschmann macht genau das Gleiche, was ich Peer Steinbrück und anderen SPD-Politikern letzthin vorgeworfen habe: er sonnt sich in der Bewunderung seiner Sykophanten ob seiner ach so pragmatischen Einstellung und macht einen Vulgär-Helmut-Schmidt. Nichts ist so mutig im deutschen Diskurs, wie den Vorschlägen der Grünen mangelnde Realitätsnähe vorzuwerfen. Man muss Kretschmann schon applaudieren, da stellt er sich wacker dem Mainstream entgegen.

Es ist ein Trauerspiel. Was Kretschmann hier als größte Weisheit seit der Senkung der Kapitalertragssteuer verkündet, was seine Parteigenossen in ihrer idealistischen Verblendung nicht sehen, ist dass an den Tankstellen kein Platz für alle Autos ist, die 20 Minuten lang die Batterie laden. Das ist ein Mann, dessen Vorstellungsvermögen nicht weiter reicht als bei Tankstellen zu bleiben. Und Recht hat er! Es wäre schon problematisch, wenn alle Autos, die aktuell immer tanken, dort statt fünf Minuten nun 20 stehen müssen. Man könnte sich aber auch fragen, warum für eine Stromladestelle unterirdische Tanks und Zapfsäulen vonnöten sein sollen. Und warum ich überhaupt mein Auto an einer Tankstelle aufladen wollen sollte.

Aber dazu ist Kretschmann nicht in der Lage. Und er ist der Vorsitzende der Partei, die in Baden-Württemberg am freundlichsten gegenüber diesen Veränderungen sein sollte. Es ist ein intellektuelles Desaster, eine intellektuelle Bankrotterklärung, und niemand merkt es. Unter tosendem Beifall ruinieren die Vulgärpragmatiker die Zukunft des Landes. Ihnen kann es aber egal sein. Denn ausbaden wird diese Ignoranz und Eitelkeit die folgende Generation.

UPDATE:

Selbst die FAZ stimmt mir zu.

{ 46 comments… add one }

  • Rauschi 28. Juli 2017, 10:37

    Guter Artikel, trifft den Nagel mittig auf den Kopf 😉
    Das Desaster liegt ja nicht nur bei den Grünen, aber bei denen wiegt es besonders schwer.

    Man könnte sich aber auch fragen, warum für eine Stromladestelle unterirdische Tanks und Zapfsäulen vonnöten sein sollen. Und warum ich überhaupt mein Auto an einer Tankstelle aufladen wollen sollte.
    Es gibt da schon tolle Ideen, wie das schnell und einfach gehen kann, ich habe da mal einen Beitrag auf Arte oder 3Sat gesehen. Wechsel Akkus erschienen mir am sinnvollsten, die müssen natürlich mit regenerativen Quellen aufgeladen werden, hörte sich aber echt sinnvoll an und war schon automatisiert und fast schneller als herkömmliches tanken.
    Ich habe erst neulich gelesen, das viele andere Länder gerade in dem Bereich E-Mobilität schon viel weiter sind als wir. Daran könnten wir uns ja auch orientieren.

    Gruss Rauschi

    • Stefan Sasse 28. Juli 2017, 11:15

      Und selbst wenn nicht – wie schwer ist es denn, Stromkabel zu verlegen?! Für die Kosten einer Tankstelle kann ich das an jedem Rastplatz machen.

      • Rauschi 28. Juli 2017, 12:22

        Nein, das verschiebt das Problem ja nur. Ausserdem, wer will den 20 Minuten auf einem Rastplatz zubringen.

        Zur Erklärung muss ich ein wenig technisch werden, aber hoffentlich verständlich. Momentan ist es so, das in Wind und/oder sonnenstarken Zeiten die Einspeisung aus den regeneratioven Energien gekapt wird, da sonst zu viel Leistung ins Netz gespeist wird. Die Grundlastkraftwerke können nicht schnell gneug runter geregelt werden, das gilt für Kohle und ganz besondern für AKW, in geringerem Umfang auch für Gas. Wenn die Akkus diese Spitzen abfangen, dann haben wir sogar 2 Fliegen mit einer Klappe erledigt, keine Spitzen und kurze Verweildauer am Austauschort (Rastplatz, ehemalige Tankstellen etc). Das erscheint mir auf jeden Fall sinnvoller, als viele Steckdosen anzubringen. Es geht ja nicht ausschiesslich um Kosten, sondern auch um die Nutzung der regenerativen Energien, sonst macht auch ein Elektroauto wenig Sinn.

        Gruss Rauschi

        • Ariane 28. Juli 2017, 13:04

          Im Gegenteil würde ich meinen, Rastplätze (also die großen mit Tankstelle, Essen & Trinken) sind absolut ideal. Zum Einen muss man am ehesten Strom tanken, wenn man man weiter fährt. Zum Anderen sind die in schöner Regelmäßigkeit überall verteilt und haben den ganzen Krams da, damit man 20 Minuten gut rumbringen kann. Hab mir neulich mal an nem Rastplatz so eine Ladestation angesehen, die sind kleiner als ein Toilettenhäuschen, nehmen also wenig Platz weg und Parkgelegenheiten gibts da eh genug. Hier im Umkreis hätte man höchstens noch das Problem, dass an jedem Rastplatz und Popelparkplatz die Schwerlaster mit Windkraftgedöns rumstehen und Platz wegnehmen.

        • Stefan Sasse 28. Juli 2017, 13:08

          Ich stimme Ariane zu. Bedenke auch Folgendes (das hab ich im Artikel nicht mehr ausformuliert): 90% aller Fahrten finden im Umkreis von 30km um den Heimatort statt. Da musst überhaupt nicht aufladen, das reicht zuhause, analog zum Handy. Die einzigen Fahrten, die eine Aufladung unterwegs erforderlich machen, sind Langstreckenfahrten über 300km (angenommen dass sich die Reichweite nicht noch signifikant erhöht, was eher unwahrscheinlich ist!). Eine 20-Minuten-Pause alle 300km ist absolut notwendig und erhöht die Sicherheit auf den Straßen. Die Reichweite dieser Autos ist ein absolutes Nullproblem.

          Aber natürlich kann man ZUSÄTZLICH auch noch deine Akku-Lösung miteinbringen. Schließt sich ja nicht aus.

          • Wolf-Dieter Busch 28. Juli 2017, 13:58

            In medias res. Kretschmanns Gartenzwerg-Perspektive ist putzig.

            Die Reichweite ist nicht das Thema, außer du bist Handelsvertreter. Sondern erstens, ausgebaute Infrastruktur wäre unverzichtbar, weil die meisten Leute nicht im ebenerdigen Eigenheim leben, sondern in Wohnburgen mit (günstigstenfalls) Tiefgaragen. Steckdose zum Aufladen? Vergiss es!

            Weiter, wenn alle Autos elektrisch statt fossil fahren, wird der Bedarf an Strom ein Engpass. Ist eine Rechenaufgabe.

            Wahrscheinlich müssen wir das Paradigma ändern. Autos sind zwar nett, aber Straßenbahnen eigentlich auch. Der dürftige öffentliche Nahverkehr ist nicht naturnotwendig!

            Wobei ich auf dem platten Land gut reden hab. Kaum Steigungen hier, ich komme mit meinem Dreigang-Damenrad sauber durch. Und ein Körbchen am Lenker obendrein! Dass ich trotzdem mit dem Volvo rumgurke, ist reine Charakterschwäche.

            • Ariane 28. Juli 2017, 15:22

              Ein Problem alleine anzugehen halte ich eh für nicht zielführend. Man könnte ja sowohl was für E-Autos als auch für Radfahrer und Busfahrer tun. Es wäre ja schon ein winziger Fortschritt, wenn sich überhaupt mal was bewegen würde, anstatt sich ständig allerlei (albernste) Gründe einfallen zu lassen, die Hände in den Schoß zu legen. Bei mir gibts zwar auch kaum Berge, dafür aber auch wenig vernünftige Radwege, überall parken Autos einfach an der Seite oder man ist gezwungen, plötzlich „mal eben“ eine verwinkelte Bundesstraße zu überqueren, weil der Radweg auf der anderen Seite weitergeht. Allein schon das Sicherheitsrisiko, das man hier oft für schnöde Strecken hat, ist komplett absurd.

              Wie Stefan schon schrieb, Stromkabel sind leicht zu verlegen und die Stationen nehmen wenig Platz weg. Theoretisch sollte es ein Leichtes sein, in größeren Tiefgaragen und größeren Parkplätzen einige davon aufzustellen. Was den Strom angeht: Mal ehrlich Leute, haltet Euch doch nur mal kurz vor Augen, was für ein Aufriss es ist, bis Benzin in Euren Autos landet. Zig Schritte von der Ölplattform bis in den Tank, das Zeug ist sowohl endlich als auch nur umweltschädigend abzubauen, es braucht massig Platz (vom Öltanker bis zur unterirdischen Lagerstätte unter der Tankstelle) und dazu noch saugefährlich (wiederum von der Tankerkatastrophe bis zu Explosionen). Strom ist in ALLEN Punkten leichter zu beschaffen als auch zu händeln. Benzin-Infrastruktur ist halt schon rund 100 Jahre alt, während Stromtankstellen noch neu sind, aber eigentlich wäre so etwas viel leichter zu bewerkstelligen.

          • Rauschi 28. Juli 2017, 14:24

            Der Akku ist sicherlich langfristig die bessere Lösung, wenn wir mal weiter denken, so an selbstfahrende autos, wer soll denn da für die Aufladung zuständig sein und das bezahlen? Da ist so ein automatisches Austauschsystem die praktikablere Lösung, würde ich meinen.

            Gruss Rauschi

            • CitizenK 29. Juli 2017, 07:41

              Was ist eigentlich mit der Brennstoffzellen-/Wasserstoff-Technologie? Ein großer japanischer Hersteller setzt doch darauf. „Der Daimler“ experimentiert seit Jahren damit. Warum reden trotzdem alle nur noch von Elektro?

              • Rauschi 29. Juli 2017, 08:38

                Warum reden trotzdem alle nur noch von Elektro?
                Weil, wie ich Herrn Pietsch schon mehrfach erklärt habe, diese Technik den Elektromotor nich ersetzt, sondern antreiben soll, statt eines Akkus.
                Das muss beides zusammen gedacht werden, nicht separat.

                Gruss Rauschi

                • CitizenK 29. Juli 2017, 09:18

                  Aber die zu schaffende Infrastruktur (Ladestellen) ist doch bei Wasserstoff eine ganz andere als beim Akku.
                  Ist es denkbar, dass beides parallel läuft? Etwa wie bei Benzin/Diesel und Erdgas?
                  Wie weit ist die Stromspeicherung mit Methan, das dann über das bestehende Erdgas-Netz verteilt werden könnte? Wäre das die Rettung für den Verbrennungsmotor?

    • Marc 28. Juli 2017, 14:07

      Aufladen ist auch während des Fahrens möglich. Die Technologie ist noch nicht fertig, sie kommt aber:

      http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-07/elektroautos-qualcomm-induktives-laden-batterie-kabel

      • Stefan Sasse 29. Juli 2017, 12:02

        Ja, aber die Investitionen dafür sind doch deutlich höher.

        • Marc 29. Juli 2017, 20:31

          Ja, Induktion wird nicht die erste Phase der Elektrifizierung des Autos sein. Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass ein Elektro-Auto besser als ein Verbrenner aufgeladen werden kann, dass diese Technologie bereits vorhanden ist und sie daher auch kommen wird.

  • Ariane 28. Juli 2017, 13:20

    Guter Artikel. Wir in Niedersachsen haben zwar einen höchst unauffälligen Ministerpräsidenten, aber viele ähnliche Probleme. Zu den Autos kommt hier noch die Landwirtschaft. Gerade Internet ist hier teils zum Haare raufen. Ich selbst wohne zwar in einer Kleinstadt, aber nah genug an Bremen für ziemlich ideale Bedingungen. Meine Eltern und unser Büro sind in der größeren Stadt Verden und da kommt höchstens noch die Hälfte an, wenn überhaupt. Wie extrem das ist, fällt halt vor allem auf, wenn man einen fast täglichen Vergleich hat. Mobiles Internet ist dann meist auch nur eine Illusion, sobald man sich auch nur einen Schritt nach rechts oder links bewegt.

  • Stargast 28. Juli 2017, 13:33

    Wenn das EAuto so progressiv ist, warum hat der Sasse dann keines?
    Finis Sasse, könnt man da sagen.
    Und Heuchler gibt es nicht erst seit vorgestern. Heucheln ist nicht progressiv.

    • Ralf 29. Juli 2017, 03:51

      Wow, dieser Blog hat es echt geschafft. Jetzt schreibt hier sogar Winfried Kretschmann unter Pseudonym mit … ^^ 😉

    • Stefan Sasse 29. Juli 2017, 12:03

      Weil sie aktuell schlicht noch zu teuer sind. Sobald ich eines kriege in meiner Preisklasse habe ich eins, das kannst du mir glauben.

  • Wolf-Dieter Busch 28. Juli 2017, 13:39

    „Die einzige Partei, die von ihrer Programmatik und politischen DNA her in der Lage wäre, diesen Konflikt aufzulösen, wären die Grünen“ – das war mal so. Als sie noch neu waren und von Mandatsrotation und dergleichen träumten.

    Das ist schon lange vorbei. Die Grünen haben heute ernste Sorgen, von der wirklichen, seriösen Sorte. Man könnte sagen, Angst. Die nächsten Wahlen stehen vor der Tür.

  • CitizenK 28. Juli 2017, 13:53

    Aus dem FAZ-Update: „Entsprechend heißt es jetzt mit Blick auf die Abgas-Winkelzüge, es gebe „schlechte Nachrichten für den Diesel“ – nicht etwa für die Menschen, die ihn einatmen. Solche Gedankenlosigkeit sagt doch schon alles.“

    Das Aufwachen aus dem kollektiven Auto-Wahn wird schmerzhaft – und politisch gefährlich.

    @ Herr Pietsch

    Immer mehr Städte kündigen Fahrverbote an, immer mehr Staaten den Ausstieg aus dem Stinkermotor. Sogar das weitgehend nach Ihren Vorstellungen regierte Großbritannien. Hätte ich nicht gedacht und Sie sicher auch nicht.

    Vor Kurzem haben Sie das noch in das Reich der Phantasie verwiesen. So ganz realitätstauglich sind die bewunderten hochbezahlten Manager wohl doch nicht.

  • Tim 29. Juli 2017, 08:58

    Nur geht der Trend klar in zwei Richtungen: zum einen selbstfahrende Autos, zum anderen elektrische Autos. Beide Trends hat die deutsche Automobilindustrie, besonders aber die schwäbische, nicht nur verschlafen sondern aktiv verleugnet und hintertrieben.
    Das ist allerdings eine Sicht auf die Dinge, bei der man ein Auge ganz und das andere halb zugedrückt. 🙂 Punkt 1: Elektromotoren sind technisch (im Vergleich zu Verbrennungsmotoren) trivial, da kann man nichts verschlafen.

    Punkt 2: Technisch entscheidend bei den Autos der Zukunft wird die Akkutechnik sein – ein Bereich, in dem es sehr viele unterschiedliche Ansätze gibt, von denen heute niemand sagen kann, welcher zielführend (im wahrsten Sinne des Wortes) sein wird. Gibt es heute einen Anbieter von Akkutechnik, von dem man sagen könnte, er wird die Zukunft bestimmen? Nein. Ergibt es Sinn, schon zum jetzigen Zeitpunkt voll und ganz auf eine bestimmte Technik zu setzen? Nein. Kann man zum jetzigen Zeitpunkt schon irgendwas „verschlafen“? Nein. Sollte man mitforschen? Natürlich, tut man ja auch.

    Punkt 3: die Software für künftig selbstfahrende Autos, wenn es denn irgendwann einmal einen vernünftigen Rechtsrahmen geben wird. Hier wird es sein wie immer bei Software: Was heute noch eine Sensation ist, bietet in 5 Jahren jeder an. Es ist auch keine Monopolgefahr in Sicht. Kartenmaterial gibt es in immer größerer Vielfalt und Qualität, und an Software zur lokalen Verkehrsanalyse arbeiten Hunderte Firmen. Droht hier eine Gefahr für Automobilhersteller? Ich glaube nicht.

    Was passieren wird, ist natürlich eine heftige Durcheinanderwirbelung der Zuliefer-Szene. Sehr viele Bauteile wird man künftig nicht mehr brauchen, sehr viele neue Bauteile werden von anderen Zulieferern kommen. So what? Daß die Branche auch sehr harte Schläge aushalten kann, hat sie ja in den letzten 30 Jahren öfter gezeigt.

    Bleibt Punkt 4: die Metamorphose vom Produkt- zum Servicegeschäft. Wäre das Neuland für die Hersteller? Nein, seit Jahrzehnten machen sie das ja schon sehr erfolgreich mit Finanzierungs-, Versicherungs- und anderen Services.

    Fazit: Deine Bewertung des Verhaltens der Automobilhersteller finde ich viel zu drastisch. Sicher werden Luxushersteller vielleicht Schwierigkeiten haben, ihren Markenkern unverändert ins neue Auto-Zeitalter zu retten. Große Karossen passen eher nicht zur (derzeit verfügbaren) Akkutechnik. Aber Markenwerte kann man ja anpassen. Das wird wahrscheinlich die größte Herausforderung der Hersteller sein. Den technischen Wandel wird man meistern können.

    • Tim 29. Juli 2017, 08:59

      war @ Stefan Sasse

      • Ant_ 29. Juli 2017, 09:47

        Sie missverstehen die Problematik meiner Meinung nach genauso wie Kretschmann mit den Tankstellen – es werden eben nicht nur selbstfahrende Autos mit E-Motoren gebaut und alles andere bleibt gleich. Dazu hat Günther Dueck da die wunderbare Rechnung: Aktuell ist die Auslastung eines Wagens knapp 5%. Sobald es gute Car-Sharing Möglichkeiten gibt und diese aktzeptiert werden, kann man die Auslastung jedes Autos auf knapp 33% hochschrauben, dann hat man immer noch genug Kapazität für Hochzeiten usw. Dann brauchen wir als Gesellschaft aber nur noch 1/7 der Autos. Und wir brauchen auch weniger ÖPNV, weniger Autoversicherungen usw. Ich kann Ihnen dazu die Vorträge von Dueck zu dem Thema auf Youtube wirklich sehr empfehlen. Sobald das alles technologisch zusammengepuzzelt ist, wird das wie das Smartphone – erst belächelt, dann total erfolgreich…. aber dann mit einem wirklich langem Schwanz an Sekundärfolgen.

        • Tim 29. Juli 2017, 11:08

          Aktuell ist die Auslastung eines Wagens knapp 5%. Sobald es gute Car-Sharing Möglichkeiten gibt und diese aktzeptiert werden, kann man die Auslastung jedes Autos auf knapp 33% hochschrauben,

          Es gibt ja bereits heute lokal gute bis sehr gute Car-Sharing-Möglichkeiten. Hat man damit irgendwo das Verkehrsvolumen gesenkt? Nein, weil es hauptsächlich von Leuten genutzt wird, die sich aus verschiedensten Gründen sowieso nie ein Auto kaufen würden. Getroffen hat es Autovermieter und Taxen.

          Ich stimme Dir zu, daß es künftig deutlich mehr Car-Sharing-Angebote geben wird und man damit einen Teil der Autobesitzer zu Auto-Teilern machen wird. Aber eben nur einen Teil. Auch künftig wird es viele Leute geben, die gern ein eigenes Auto haben möchten und gern auch selbst fahren.

          Das Umsatzvolumen aller Mobilitätsleistungen wird in jedem Fall zunehmen, und es wird wahrscheinlich insgesamt weniger Automobilhersteller geben als heute. Aber die Wahrscheinlichkeit eines „Finis Baden-Württembergiae“ ist eher gering.

          • Stargast 29. Juli 2017, 12:16

            Sowohl CarSharing als auch diverse Mitfahrplattformen werden kaum genutzt, da die Konsumenten weitestgehend zu blöd für einen simplen Preisvergleich* sind.
            In Kombination mit der massiven Heuchelei einiger Zeitgenossen ergibt sich aus einer solchen Gemengelage lediglich viel heiße Luft. Zu mehr seid ihr lieben Leute von heute auch nicht in der Lage.

            *Kostenersparnis bei den Mitfahrplattformen liegt bei teilweise über 70 Prozent.

            • Jan Trammer 29. Juli 2017, 16:14

              Studien haben doch belegt das es in Großstädten wo Car-Sharing Möglichkeiten gut ausgebaut sind, und die Autos zB überall abgestellt werden können das Auto mehr genutzt wird als wenn es das eigene wäre.
              Es hat sich gezeigt das mit Car-Sharing, wo man keine festen Stellplätze hat, viel mehr Kurzsteckenfahrten getätigt werden und der Straßenverkehr zusätzlich belastet wird. Es ist billiger als Taxi und sich drum sorgen das der Parkplatz vor der Tür noch da ist, wenn man zurück kommt, muss man sich auch nicht. Man stellt es halt nen Block weiter ab.

  • Stargast 29. Juli 2017, 10:37

    Zitat: Die Produktion von Elektroautos benötigt deutlich weniger und weniger spezialisiertes Personal als die von Kraftstoff verbrennenden Fahrzeugen.
    Da hat jemand den Schuß wirklich noch nicht gehört. Hier nur mal ein Video aus der Produktion für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Damit mal der eine oder andere auf den aktuellen Stand gebracht wird.

    Mercedes Production Line:
    https://www.youtube.com/watch?v=Atb0Fy63O2w

    • CitizenK 30. Juli 2017, 17:54

      „Das komplette EAuto-Konzept ist nach wie vor unausgereift.“

      Das bestreitet ja keiner. Das heißt aber nicht, dass es nicht kommen wird. Bertha Benz hat das Benzin noch in der Apotheke gekauft und den verstopften Vergaser mit der Hutnadel gereinigt. Noch in den 60ern wurden gerissene Keilriemen notfalls durch Nylonstrümpfe ersetzt.

      In der IT kam der Durchbruch mit der Steigerung der Speicherfähigkeit. Wenn das bei den Akkus kommt, ist das Ding entschieden.

      • Stargast 30. Juli 2017, 18:20

        Mag sein, dass es kommen wird. Aber doch nur weil man es mit ungeheuren Subventionen in den Markt gedrückt hat. Also auf der Basis von Mißwirtschaft.
        Der Individualverkehr selbst macht kaum Sinn. Das Problem ist nicht der Verbrennungsmotor, sondern die Ineffizienz bei der Beförderung im Bereich des Individualverkehrs.
        Das EAuto-Konzept ist damit überhaupt kein bißchen progressiv. Man versucht schlicht ein obsoletes Konzept mit einem anderen Antrieb (der dazu noch mehr Nachteile als Vorteile bringt) in den Markt zu drücken. Das ist Unsinn. Und solche ein Unsinn würde normalerweise ohne Subventionen sofort marktwirtschaftlich scheitern.
        Das EAuto wird also nur bei weiterer massiver Marktverzerrung eine Chance haben. Bezahlen werden diesen Quatsch die Endverbraucher. Die Autoindustrie wird sich dabei wieder mal die Taschen vollstopfen.

  • Jan Trammer 29. Juli 2017, 16:02

    Ein niedlicher Artikel der vor Wünschen und Halbwissen leider strotzt.

    Nur mal am Rande, allein um den Strombedarf der einen Million Merkel E-Autos bis 2020 zu decken, bräuchte man die Kapazität von ~20 Kraftwerken. Bedenkt man nun das Deutschlands Energielieferanten nach dem quasi Ruin durch die Energiewende (alle schreiben tiefrote Zahlen) Anfang dieses Jahres kaum noch in der Lage waren den Energiebedarf zu decken ( keine Sonne,wenig Wind, alle Backup-Kraftwerke auf Volllast) ist die Vorstellung, da dann auch noch eine Millionen von E-Autos ans Netz zu hängen geradezu grotesk.

    Als nächstes schaue man sich den Kupferverbrauch an. ~55 Pfund Kupfer wird in einem Verbrenner verbaut. Für ein Hybrid-Fahrzeugt sind schon ~110 Pfund Kupfer nötig. Und in ein reines Elektroauto werden durchschnittlich ~165 Pfund Kupfer verbaut.
    Stahlproduktion pro Jahr 1545 Millionen Tonnen ~500 € pro Tonne.
    Kupferproduktion pro Jahr 15,8 Millionen Tonnen ~5.400 € pro Tonne.
    E-Autos werden also immer, schon allein wegen dem Motor, um einiges teurer sein und sich nebenbei noch mit den Windturbinen ein Rennen um das Edelmetal liefern (Pro Megawatt Windenergie braucht es ~3,5 Tonnen Kupfer)

    Und zum Abschluss noch warum sich E-Motoren trotz 50 Jahre Vorsprung sich nie richtig in Fahrzeugen durchsetzen konnten.
    Der Energie-Inhalt von Benzin oder Dieselkraftstoff liegt bei 10 kWh/l. Damit enthält ein 45-l-Tank 450 kWh. Setzt man den Wirkungsgrad eines modernen Turbo-Dieselmotors im praktischen Betrieb mit 30% an, was schon knapp gerechnet ist, und gesteht man dem Elektromotor einschließlich der Verluste im Umrichter und des Lade-Entlade-Wirkungsgrads des Akkus dagegen großzügige 90% zu, was angesichts der besseren Eignung (u. a. Rückspeisung) des elektrischen Antriebs legitim ist, so erleichtert dies mit einem runden Verhältnis von genau 1/3 die Einschätzung: Ein Elektroauto müsste also 150 kWh elektrischer Energie mit sich führen, um die gleiche Fahrleistung und Reichweite aufzuweisen und somit das Diesel getriebene Fahrzeug vollumfänglich ersetzen zu können. Das entspricht etwa 300 herkömmlichen Autobatterien mit einer Masse von 3 bis 5 Tonnen. Damit erhöht sich der Energie-Bedarf des Fahrzeugs entsprechend, und die Katze beißt sich in den Schwanz.

    Dazu kommt dann noch das die Energie im Akku auch irgendwie erzeugt werden muss und das halt meist nicht die Sonne und der Wind erledigt.

    mfg

    • Stargast 29. Juli 2017, 20:29

      @Jan Trammer
      Und dabei haben sie noch nicht mal den Ladekapazitatäsverlust bei Li-Io-Akku angesprochen. Die Akkus sind zusätzlich energieaufwendig in Produktion und im Recycling. Und das ganze Ding ist noch hübsch giftig. Daneben handelt es sich beim Lithium anscheinend auch um ein Stöffchen dessen Preis relativ schnell in die Höhe schießen dürfte bei extensiver Nutzung. Kurz: Keine gute Idee.

      Weiter oben hatte ich deshalb eine gute bestehende Lösung vorgeschlagen: Die Mitfahrplattformen würden problemlos Abgasreduktionen ermöglichen und eine Verbilligung des Fahrens. Und das alles ohne Straßen aufzureisen oder irgendwelche zusätzlichen Kabel und auch ohne irgendein neues Kraftwerk.
      Leider sind die User aber nicht in der Lage diese Angebote zu nutzen (wg. Dummheit).
      Desweiteren würde ein solches Nutzerverhalten freilich auch die Bahn, Taxis und die Fernbusse ruinieren. Die wären dann nicht mehr wettbewerbsfähig.

    • Marc 29. Juli 2017, 20:36

      Heute hat Tesla die ersten 30 Autos des Models 3 ausgeliefert. Pro Monat sollen 20.000 Autos produziert werden, um die Vorbestellungen von 500.000 zeitnah abarbeiten zu können.

      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/tesla-181.html

      Würde man Elon Musk ihre Rechnung präsentieren, würde er bestimmt sagen: Holy shit, dann habe ich wohl einen riesigen Fehler gemacht!

      • Stargast 30. Juli 2017, 01:31

        Wie bereits gesagt, es handelt sich um eine Fehlinvestition. Das EAuto hat Vergangenheit und leider keine Zukunft.
        Die Probleme beginnen übrigens bereits beim Individualverkehr selbst. Man transportiert mit 1,5Tonnen Blech in der Regel so um die 75kg Menschenfleisch. 5% der Energie die der Antrieb umsetzt werden für die zu transportierende Person investiert. Und das nach den ganzen vorausgehenden Energieverlusten (Transformationsverluste etc.).
        Schön blöd, oder? Deshalb sollte man das Elektroauto nicht als Fortschritt feiern. Das wäre doch echt zu dumm.
        Raus aus dem Standby-Modus und Hirn einschalten!

        • Marc 30. Juli 2017, 08:58

          Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.
          Sagte Wilhelm der II. Er wurde später ein Befürworter der „Stinkkarren“, denn er war lernfähig.

          • Stargast 30. Juli 2017, 09:59

            Warum hast du dann immer noch keines, wenn das EAuto angeblich so prima ist?

            • Marc 30. Juli 2017, 11:09

              Ich habe einen kompletten Fuhrpark mit echt fetten Elektrofahrzeugen, den muss ich mir allerdings mit einigen anderen teilen. Richtig, ich pendle per Bahn. Okay, einen Benziner habe ich auch, der wird in 2 – 3 Jahren gegen ein E-Auto eingetauscht. Da es noch wenige Elektro-Familienkutschen gibt, präferiere ich im Moment den Nissan e-NV200. Ich hoffe, dass es aber in 2 – 3 Jahren mehr Auswahl gibt.

              • Stargast 30. Juli 2017, 14:07

                …und es endet mit einer Menge heißer Luft.

              • Stefan Sasse 30. Juli 2017, 14:19

                Bei mir dasselbe. Als ich mein Auto gekauft habe war der TexlaX in der Konzeptphase, und der ist eh unbezahlbar. Andere Familienkutschen mit E gab es effekiv nicht.

  • CitizenK 30. Juli 2017, 06:58

    Eine Frage an die Techniker hier: Welchen Anteil an der Abgasproblematik haben eigentlich die PKW? Was ist mit LKW, Bussen, Baggern, Generatoren? Über die redet und schreibt keiner. Alles Diesel und auf absehbare Zeit nicht abgasarm oder gar -frei zu betreiben.

    Und wenn man über die Innenstadt hinausblickt: Schiffsmotoren, Flugzeuge, Hubschrauber, Militärfahrzeuge.

    • Rauschi 31. Juli 2017, 08:43

      Was ist mit LKW, Bussen, Baggern, Generatoren?
      Die Abgasreinigung für LKW ist sehr viel effektiver und basiert auf dem gleichen System wie beim PKW, nur wird es deutlich schärfer kontrolliert und der Tank für das Reinungsgemisch ist so ausgelegt, das es für die durchgänge Reinigung reicht. Allerdings ist der LKWmotor von seiner Nutzung anders, weil er ein höheres Drehmoment und eine niedrigere Verdichtung hat. Deswegen stösst auch ein Motorrad mehr Schadstoffe als ein PKW aus, obwohl es weniger Kraftstoff braucht. Hohe Drehzahlen, hohe Verdichtung, mehr Schadstoffe.

      Ich hoffe, ich konnte behilflich sein.

      Gruss Rauschi

      • CitizenK 31. Juli 2017, 12:38

        Danke, Rauschi. Bei Baumaschinen gibt es wohl aber weder Reinigung noch Kontrolle. Spielen die mengenmäßig keine Rolle?

        • Rauschi 31. Juli 2017, 16:34

          Ob es da überhaupt Erhebungen über die Menge der Schadstoffe, für die solche Geräte verantwortlich sind, gibt, weiss ich nicht, es gibt aber tatsächlich auch Grenzwerte, die von der EU für alle Geräte festesetzt wurden:
          [Die Abgasgesetzgebung für mobile Maschinen und Geräte erfolgt in der EU durch die Richtlinie 97/68/EG in der Fassung: 2010/26/EG. Sie wurde mit der 28. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes in deutsches Recht umgesetzt.
          Die aktuellen Emissionsstufen und Einführungszeiten sind in der Tabelle als Übersicht aufgeführt. Im Jahr 2004 wurden die Grenzwertstufen III A, III B und IV verabschiedet. Der Geltungsbereich wurde um Dieselmotoren für den Bahneinsatz, den Binnenschiffsbetrieb und stationär betriebene mobile Dieselmotoren in Aggregaten ergänzt.]
          http://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/emissionsstandards/maschinen-geraete

          Gruss Rauschi

          • CitizenK 31. Juli 2017, 19:45

            @ Rauschi
            Vielen Dank. Zum Staunen. Alles geregelt bis hin zu der Behörde, welche die Plakette für Austauschmotoren anbringen darf. Eigentlich dürfte es kein Problem mit der Luftreinhaltung mehr geben.

  • Stargast 30. Juli 2017, 14:05

    Zum Ladekapazitätsverlust:
    Bereits nach drei Jahren verliert die Batterie 17 Prozent an Energie. Das klingt zunächst nicht dramatisch, doch „die meisten Hersteller schreiben schon bei 20 bis 30 Prozent Kapazitätsverlust den Tausch einzelner Zellen oder des ganzen Akkupacks vor“, so ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Das schlägt sich auf den Geldbeutel nieder: Die Batterien sind einer der größten Kostenpunkte von Elektroautos und kosten je nach Hersteller zwischen drei- und achttausend Euro.
    http://www.sueddeutsche.de/auto/elektroauto-im-test-weniger-leistung-bereits-nach-drei-jahren-1.2241382

    Im Kostenvergleich entspricht das einem Motorschaden bei einem Benziner/Diesel alle 5 Jahre. Wer sollte so etwas kaufen? Und das ist ja nicht das einzige Problemfeld.

    Anderes Thema: Heizen im Winter.
    Um das praktikabel zu gestalten müsste wohl serienmäßig eine Standheizung ins EAuto rein. Womit wird die betrieben? Mit Benzin oder Diesel.
    Auch das ist somit konzeptionell überhaupt nicht gelöst. Die Heizen heute im EAuto ernsthaft mit Strom. Das ist doch völliger Quatsch. Daraus folgen dann Reichweitenverluste von bis zu 50%.
    Was folgt daraus? Das komplette EAuto-Konzept ist nach wie vor unausgereift.
    Die ungelösten Probleme fangen bei der Infrastruktur an und enden bei den angemieteten Akkus. Don’t touch this!

    • Tim 31. Juli 2017, 10:49

      Das komplette EAuto-Konzept ist nach wie vor unausgereift.
      Die ungelösten Probleme fangen bei der Infrastruktur an und enden bei den angemieteten Akkus.

      Es stimmt schon, wir stehen ganz am Anfang. Die Subventionen der Bundesregierung für E-Autos sind darum selbst für Subventionsverhältnisse albern (der Tesla-Hype ebenso). Wir brauchen Forschung, Forschung, Forschung in allen Bereichen, nicht schnelle Marktdurchdringung.

      Eines spricht immerhin für Akkus – Brennstoffzellen werden für den Pkw-Verkehr wohl nie eine Alternative sein, siehe etwa http://scienceblogs.de/wasgeht/2015/12/04/quo-vadis-brennstoffzelle/.

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