Konfrontative Boomer verwirren dickbrettbohrende Diskursteilnehmer in den Kommentarspalten: Vermischtes für die Kalenderwoche 34 / 2026

Hallo Community,

da Stefan Sasse sich eine verständliche Auszeit in Sachen Bloggen, social Media und Politik gönnt, wird er in der nächsten Zeit auch nicht per „Vermischten“ Diskussionsbälle in die Arena werfen. Also schlage ich vor, wir machen das selbst. Schreibt gerne, welche interessanten oder aus anderen Gründen diskussionswürdigen Themen ihr habt. Auch wenn „der Lehrer“ gerade nicht im Raum ist, gelten natürlich immer noch die Grundregeln des respektvollen Umgangs: Beleidigungen ad hominem sind keine Diskussionsgrundlage. Textwände von der Länge des „Kapital“ (Band 1-3) werden eh nicht gelesen. Ein Rant über private Themen wie den eigenen Scheidungsanwalt interessiert keinen. Und so weiter… Ansonsten empfehle ich denen, die mehrere Fundstücke posten, diese zu nummerieren, damit andere darauf leicht Bezug nehmen können.

„Mögen die Spiele beginnen“

cimourdain

{ 38 comments… add one }
  • cimourdain 25. August 2026, 14:13

    4) Sonnenfinsternis
    Keine Politik aber das Video ist grandios:
    https://www.youtube.com/watch?v=S0xEZPksQwI

  • cimourdain 25. August 2026, 14:13

    Danke an Stefan für das Veröffentlichen, ich hoffe, dass das auch für andere eine interessante Basis liefert. Ich gehe mal mit gutem Beispiel voran:

    1) Innere Sicherheit
    In Berliner Wäldern wurden 2 (zwei) Pistolen gefunden. Das ist nicht nur im Vergleich zu anderen Waffenfunden quantitativ unterwältigend (hier ein Beispiel aus unserem Nachbarland: https://www.derstandard.at/story/2000131012605/niederoesterreicher-hortete-illegale-waffen-und-1-200-kilo-munition) sondern zeichnet sich durch ein hervorragendes Timing aus. Im Oktober erfahren die Behörden davon und lassen es dann liegen, bis sie das als Beweis für die furchtbare „hybride Bedrohung“ präsentieren, wenn der Innenminister eine geheime staatliche Polizei einführt. (https://www.sueddeutsche.de/politik/verfassungsschutz-reform-geheimpolizei-historie-ns-zeit-li.3530422?reduced=true). Aber auch sonst ist längst Massenüberwachung so beliebt, dass man meinen könnte, Orwell hätte eine Anleitung geschrieben (https://netzpolitik.org/2026/ueberwachung-im-oepnv-mit-dieser-realsatire-fuehrte-bremen-verhaltensscanner-ein/)

  • cimourdain 25. August 2026, 14:14

    2) Affirmative action
    a) Die Volksbühne Berlin hat sich in einer Provinzposse ziemlich in die Nesseln gesetzt. Gut gemeint aber durch miese Kommunikation so nach hinten losgegangen, dass ich mich frage, ob es nicht von Anfang an Provokation war. (https://www.fr.de/panorama/kritik-und-diskriminierung-beim-volksbad-in-berlin-debatte-erklaert-94443562.html )
    b) Tragischer ist der Fall von Jason Arday, der so sehr (aufgrund seines Minderheitenstatus?) hochgelobt wurde, dass er selbst kein realistisches Eigenbild mehr hatte. (https://www.spiegel.de/panorama/leute/zum-tod-von-jason-arday-gefallener-superstar-a-fb43b05b-30d8-4d35-a756-940f4bddc11b) Ob Nathan Cofnas ihn dann aus persönlichem Neid oder aufgrund der Hautfarbe abgesägt hat, ist nur Spekulation und zumindest für mich uninteressant.

    • Thorsten Haupts 25. August 2026, 15:48

      Zu b)

      Aufgeregte Diskussionen im englischsprachigen Netz und in englischsprachigen Medien um die Frage, ob er zu Unrecht rassistisch gemobbt wurde und die Mobber den Tod eines total Unschuldigen verschuldet haben. Viele Leute haben eindeutig zuviel Zeit …

      Was ich mich nach dem Lesen von Ardays Kurzbiographie ernsthaft fragte: Wollte Cambridge eigentlich vorsätzlich ihren Ruf ruinieren? Die Lebens- und Erfolgsgeschichte, die der Mann produzierte, war derart unwahrscheinlich, dass ich sie ohne zu zögern für frei erfunden halte. Und das hätte eigentlich auch seinen Einstellern auffallen MÜSSEN. Ansonsten ist es eine Menschheitskonstante, dass manche Menschen begnadete Selbstdarsteler sind und sich an erfundenen Erfolgsgeschichten selbst berauschen (und ggf. bereichern). Aber die Tatsache, dass er überhaupt an seinen Job kam, laste ich in diesem Tall ausschliesslich den Vollidioten an, die ihn einstellten.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

      • cimourdain 26. August 2026, 08:57

        Der Clou ist: Begnadete Selbstdarsteller glauben an das, was sie erzählen. Arday war meines Erachtens komplett überzeugt, dass er über Wochen hinweg jeden Tag 100 Meilen gelaufen ist. (Deshalb hat er auch den Zusammenbruch dieses Selbstbildes nicht verkraftet und sich umgebracht)
        Bei der Universitätsverwaltung haben zwei Effekte gegriffen:
        1) „I want to believe“ Die Versuchung, einen so tollen Posterboy zu haben, war zu groß. Paradoxerweise wirkte es da hilfreich, wenn die Claims des Bewerbers unrealistisch sind.
        2) (und deswegen habe ich es in diesen Kontext gestellt) Gruppendynamik: Wer im Einstellungsgremium Zweifel geäußert hätte, hätte riskiert, als „Rassist“ dazustehen. Darum wollte keine dieses soziale Risiko eingehen.
        Aber im Ergebnis haben Sie recht: Es ist ein Armutszeugnis, wenn eine Institution aus solchen Beweggründen heraus irrationale Fehlentscheidungen trifft.

      • cimourdain 26. August 2026, 09:53

        Böse Zungen könnten natürlich darauf hinweisen, dass die Columbia University New York gerade eine ähnliche Fehlinvestition getätigt hat.

        • Thorsten Haupts 26. August 2026, 10:36

          Das glaube ich weniger 🙂 . Die Einstellung erfolgte nicht wegen der wissenschaftlichen Meriten, sondern natürlich wegen ihres Adressbuches mit ansprechbaren Kontakten …

          • Dennis 26. August 2026, 16:51

            Dürfte vermutlich für zahlreiche post-politische Anstellungsverhältnisse zutreffen, womöglich sogar der Regelfall^. Vitamin B ist ein Ware mit Geldwert. Ist doch schön, wenn auch angebliche Linke den Kapitalismus implizit bejahen.

            • Thorsten Haupts 27. August 2026, 10:33

              Ich habe mit meinen 65 Lebensjahren und tausenden von beruflichen und privaten Kontakten noch nie auch nur EINEN Menschen getroffen, der den Kern des Kapitalismus (Marktwirtschaft) ernsthaft ablehnt. Geschweige denn jemanden, der das im persönlichen Verhalten demonstriert 🙂 .

              • Erwin Gabriel 28. August 2026, 17:01

                @ Thorsten Haupts 27. August 2026, 10:33

                Geschweige denn jemanden, der das im persönlichen Verhalten demonstriert.

                … oder im Politischen (Stichwort: „Gerechtigkeit“). 🙂

  • cimourdain 25. August 2026, 14:14

    3) Pecunia (non) olet
    Sanifair ist wegen Verstößen gegen das Arbeitsrecht in der Kritik (https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/sanifair-tank-und-rast-raststaette-toilette-arbeitsbedingungen-100.html) Das gleiche (Subunternehmer mit Arbeitsrechtverstößen) gab es bei dem Unternehmen schon einmal 2014. Daraus ergeben sich mir zwei Schlüsse: i) Das ganze Geschäftsmodell „saubere Toiletten gegen Kleingeld“ ist womöglich nicht mit fair bezahlter Arbeit tragfähig und ii) Als Unternehmer kann man nicht einfach Aufgaben an Subunternehmer auslagern, da ist immer auch ein Eigenrisiko dabei (https://www.merkur.de/wirtschaft/sanifair-fall-wenn-subunternehmer-zum-risiko-fuer-firmenchefs-werden-zr-94449852.html)

    • Thorsten Haupts 25. August 2026, 15:56

      Irreführende Darstellung. Die sklavenhaltungsähnlichen Arbeitsbedingungen gab es bei einem Subunternehmen eines Sanifair-Franchisenehmers, dessen Chef inzwischen wegen anderer Verbrechen strafrechtlich zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Das der Franchisemutter anbzulasten, ist schlcht albern.

      • Stefan Pietsch 25. August 2026, 19:18

        Sanifair gehört zur Tank & Rast, ein de facto Monopolist im Besitz eines internationalen Investorenkonsortiums. Das Geschäft ist trotz der Monopolstellung kaum profitabel im EBIT. In der Situation ist die Zusammenarbeit mit Subunternehmern sinnvoll.

      • cimourdain 26. August 2026, 08:30

        Die zivilrechtliche Last kann auf die Franchisemutter zurückfallen. Bei festgestellter Scheinselbständigkeit wird der „freie Mitarbeiter“ wie ein regulärer Angestellter behandelt, mit rückwirkend geschuldeten Mindestlohn, Überstundenzuschlägen. All das schuldet erst einmal der Subunternehmer den Angestellten. Ist dieser aber zahlungsunfähig (wovon ich ausgehe), so gibt es nach §14 Arbeitnehmerentsendegesetz eine Durchgriffshaftung auf den Auftraggeber wie bei einer (selbstschuldnerischen) Bürgschaft.

        • Thorsten Haupts 26. August 2026, 10:41

          Die zivilrechtliche Last kann auf die Franchisemutter zurückfallen.

          Sehr unwahrscheinlich. Franchise ist ein etabliertes Business und die Unternehmer, die vertraglich den Franchisenamen benutzen dürfen, sind keine Scheinselbständigen. In diesem Fall geht aus dem verlinkten Artikel hervor, dass ein Franchisenehmer seinerseits einen Subunternehmer beschäftigte, der schlicht kriminell war. Damit endet auch die Durchgriffshaftung (so sie greift) spätestens bei dem Unternehmen, dass den Subunternehmer beauftragte, aber niemals bei der Franchisemutter. Warum auch – diese hat mit der Beauftragung des kriminellen Subunternehmers schlicht überhaupt nichts zu tun.

          Gruss,
          Thorsten Haupts

          • cimourdain 27. August 2026, 08:23

            Ich kenne natürlich die wirtschaftliche Konstellation nicht, aber wenn Svetoslav P. als Subunternehmer Vertragspartner von einem größeren Kontingent an Sanifair Franchisefilialtöchtern war, wäre das ein Indiz für eine (ggf. verdeckte) Vorgabe der Franchisemutter.

            • Stefan Pietsch 27. August 2026, 11:19

              Das ist jetzt aber nur noch Geraune. Ein Indiz. Soso. Selbst vor Gericht reicht ein Indiz nicht – weder im Strafrecht noch im Zivilrecht zum Nachweis eines Anspruchs. Und das ist ja nicht einmal ein Indiz, sondern schlicht eine Vermutung, die Sie zum Nachteil auslegen.

  • cimourdain 25. August 2026, 17:04

    5) Umgang mit der AfD
    Der Spiegel hat auf ganzer Linie demonstriert, wie man es nicht macht. ( https://www.morgenpost.de/politik/article412903430/spiegel-cover-mit-afd-spitzenkandidat-fuer-ueber-1000-euro-verkauft.html )

    • Lemmy Caution 25. August 2026, 19:14

      Ich kanns nicht verstehen, warum in diesem Land permanent über Partei-Marketing gesprochen wird. Wenn die Ostdeutschen die AfD wählen wollen, können sie das machen. Man kann sich das anschauen. Wenn es zu extrem wird, sollten harte Gegenmassnahmen getroffen werden, so dass sie freiwillig aus der BRD austreten. Schuld an dem ganzen Blödsinn hat nicht der Spiegel sondern Rico und Mandy, die die AfD wählen. Ich habe keine Lust in einem Land zu leben, das vor Mandy und Rico zittert.

      • CitizenK 25. August 2026, 19:41

        Rauswerfen geht nicht und selbst wenn: Die würden sich Russland anschließen, nicht Polen.

        • Lemmy Caution 26. August 2026, 08:11

          Die berechtigten polnischen Sicherheitsinteressen gehen natürlich vor. Warum sollte es dann eine Abstimmung geben?

      • cimourdain 26. August 2026, 08:22

        Das ist zumindest historisch sehr selten. Südafrika hat das mit der Ausgliederung der TBVC-Staaten („Homelands“) in den 70ern gemacht, sonst fällt mir dazu kein Präzedenzfall ein. Aber bei Deutschland kommt ein Faktor dazu, der Südafrika nicht interessiert hat: Bürgerrechte. Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Also kannst du den Magdeburger Dom und die Lieberoser Wüste weggeben, aber die Bewohner von Neupolen legen ihren deutschen Pass vor und ziehen nach Fulda, Hof oder Braunschweig um. Dort gründen sie dann Vertriebenenverbände, die gegen die „Lemmy-Dekrete“ und für eine Rückkehr zur „Oder-Neiße-Linie“ Lobbyarbeit betreiben…

        • Lemmy Caution 26. August 2026, 08:44

          Ich sage ja freiwillig.
          Im Osten wird durch die Bank mehr aus den Sozialkassen ausgezahlt als eingezahlt. Wir reden hier über 2 -stellige Milliarden-Beträge. Im Westen ist dieser Saldo praktisch überall negativ. Hier liesse sich ein signifikanter Orts-Faktor einführen. Die würden völlig ausrasten.
          Im Falle eines Angriffs Russlands auf das Baltikum würde ich Arbeitslager für die 5. Kolonne einrichten, ähnlich wie das Franklin D Roosevelt nach Pearl Harbour mit den aus Japan stammenden US-Amerikanern gemacht hat.

          • cimourdain 26. August 2026, 11:28

            Dann bin ich tatsächlich von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Ein Deutschland, das sich ebenso wenig um Bürger- oder Menschenrechte kümmert wie seinerzeit Südafrika, hat natürlich weitere Spielräume bei der Verteidigung seiner Demokratie.

            • Lemmy Caution 26. August 2026, 12:49

              Zurück zur Handlungsfähigkeit unseres Staates.
              Keiner braucht die theoretisch beste Demokratie.
              Jeder erklärt sich zum GroeDeZ (Groesster Demokrat aller Zeiten).
              Ich strebe das überhaupt nicht an.

              Ich will eine funktionierende Republik.

          • Johnson 27. August 2026, 01:59

            @ Lemmy Caution

            I sometimes really can’t tell if you’re serious or just trying to troll a bit…I hope it’s the latter [shrugs].

            • Lemmy Caution 27. August 2026, 20:22

              Mais pourquoi, mon cher ami?
              Je défends une position plus critique vers l’unification de mon pays. Il y a beaucoup de personnes dans l’ouest qui partagent ma perspective.
              Les étrangers ne comprennent souvent pas cet avis, mais vous ne connaissez pas les coûts de cette ‚unité‘. Dans l’ouest, les électeurs de l’AfD ne dépassent pas 20%. La plupart d’entre eux ont un niveau d’éducation très faible. Aux États-Unis aussi, il y a beaucoup de mécontentement à l’égard du gouvernement actuel.
              Pendant les événements récents, m’a radicalisé un peu. Mais me restent amis qui viennent de l’est. Dans la vraie vie et sur Twitter.

              [sorry, but at the moment I prefer french as a foreign languages. If you’re interested and don’t master the French language enough, you may traduce my post with google translate or deepl. ]

  • Lemmy Caution 26. August 2026, 09:21

    Ceuta

    https://www.youtube.com/watch?v=MklYe9cb_j0
    https://www.youtube.com/watch?v=-gvwMSkvDE0

    Die Proteste in Ceuta gegen die Eindringlinge werden härter. Spanien hat offenbar große Probleme, den Rest von etwa 15.000 Personen wieder dorthin zurückzubefördern, von wo aus sie widerrechtlich in spanisches Territorium eingedrungen sind. Grund ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, der für den Fall eines Eindringens über das Meer komplexere rechtliche Prüfungen bei der Rückführung festgelegt hat. Die linke Sánchez-Regierung hat in letzter Instanz gegen das Urteil geklagt und verloren.

    In Ceuta funktioniert seit Jahrzehnten ein erfolgreiches Miteinander der Kulturen. Der Anteil der Muslime beträgt 40 %, der Anteil der Katholiken ist nur etwas höher.

    Zehntausende Hassans aus Meknes oder Khaleds aus Oran hatten sich spontan entschieden, es einfach mal mit der Immigration in die EU zu versuchen. Tausende Amiras und Mohameds haben ihren Sohn Ali über die Grenze geschickt. Seitdem laufen die Neuankömmlinge lachend durch die Stadt und shouten auch gerne mal „Allahu akbar“.

    Solche Gerichtsurteile schützen nicht unseren Rechtsstaat, sie zerstören ihn von innen.

  • Thorsten Haupts 26. August 2026, 12:27

    Solche Gerichtsurteile schützen nicht unseren Rechtsstaat, sie zerstören ihn von innen.

    Ja. Juristen legen Bestimmungen, wo sie können und offenbar europaweit, immer zugunsten der Migranten aus, selbnst wenn das der Intention von Gesetzen und Vorschriften widerspricht. Das verrät eine edle Gesinnung (nicht spöttisch gemeint), aber ist politisch schlicht tödlich. Ein Staat, der sichtbar innere und äussere Sicherheit nicht mehr garantieren kann oder will, hat seine Legitimationsgrundlage verloren.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Lemmy Caution 26. August 2026, 13:28

      An dieser Gesinnung ist nichts edel.
      Das waren Spanische Gerichte.
      Man kann die Weltprobleme nicht einer kleinen spanischen Gemeinde an der Südküste des Mittelmeers aufbürden.
      Vieles dieser Paragraphen-Huberei der Juristen hat sich von jedem rationalen Denken entfernt. In der Informatik nennen wir sowas „leaking abstractions“. Da wird in den Bahnen von Konzepten gedacht, die der heutigen Welt nicht mehr gerecht werden.
      Abschiebungen funktionieren meist nicht, weil die Abzuschiebenden nach einer Benachrichtigung (!) einfach Untertauchen. Der Französische Europa-Politiker der EVP Fraktion François-Xavier Bellamy (Les Républicains) hat einen fertigen und gut durchdachten Vorschlag, der genau an der schnelleren Rückführung von Abzuschiebenden ansetzt, für die er gerade wieder die Werbetrommel rührt. Sollten solche kompetenten Politiker selbst unter Marine Le Pen als Präsidentin Ministerrang erhalten, bin ich für eine Wiederauflage des Napoleonischen Rheinbunds für die Bundesrepublik in den Grenzen von 1988.
      https://www.youtube.com/watch?v=Lpffh5XO9-A
      Es ist in vielerlei Hinsicht echt 2 vor 12.
      Die Welt ist ein gefährlicher Ort geworden.

      • cimourdain 27. August 2026, 08:33

        Rheinbund: Nenne es doch lieber „https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstentum_von_der_Leyen“

        „2 Minutes to Midnight“ : Schöne musikalische Referenz,
        https://www.youtube.com/watch?v=2NRbycO0O_k&t=2s
        hör mal auf die lyrics. Aber du bistzu optimistisch, seit 2020 sind wir schon weiter:
        https://thebulletin.org/doomsday-clock/

        • Lemmy Caution 27. August 2026, 20:56

          Ich habe ein Heavy Metal Problem. Eigentlich müsste ich das mögen, aber ausser Motörhead und manches von AC/DC komme ich damit nicht klar. Ich meine das absolut unironisch. Seit 30 Jahren.
          Ich höre manchmal noch Punk. Meine letzte Entdeckung. Aus Nantes 90er Jahre: https://www.youtube.com/watch?v=z0S1DMlxPRE . Musik und Text sind super. Der Sänger ist danach ein recht erfolgreiches Sprachrohr einer neo-marxistischen Sichtweise auf Politik geworden. François Bégaudeau. Manches von ihm wurde in andere Sprachen übersetzt, aber ausser „Die Klasse“ nichts, was mich persönlich interessiert. Ich lese „Entre les murs“ (Original von Die Klasse) und den Essay „Notre Joie“.
          Geopolitisch stehe ich fest verankert in der Tradition von Charles de Gaulle, Konrad Adenauer und Winston Churchill.
          Für meine Vorstellung des Rheinbunds ist von der Leyen nicht zu gebrauchen.
          Das wäre Industriepolitik + schärfere Immigrationspolitik + eher französische Energiepolitik + gemeinsame Verteidigungspolitik gegen Russland und die USA als Vierter Player in der ganz grossen Geopolitik + viele Atombomben zur Abschreckung.

          Als Musikkonsument im Pop/Rock Bereich höre ich aktuell viel „weirdo post punk“ aus den 80ern ff. Eher frühe Stranglers und The Fall, obwohl Mark E. Smith leider echt einen schweren psycho-Schaden hatte. Im Vergleich dazu waren die Stranglers in ihren verrücktesten Zeiten mental gesund.

    • Erwin Gabriel 28. August 2026, 17:06

      @ Thorsten Haupts 26. August 2026, 12:27

      Juristen legen Bestimmungen, wo sie können und offenbar europaweit, immer zugunsten der Migranten aus, selbst wenn das der Intention von Gesetzen und Vorschriften widerspricht. Das verrät eine edle Gesinnung (nicht spöttisch gemeint), aber ist politisch schlicht tödlich.

      Da das auch im Strafrecht so läuft, sehe ich nicht „Gutmenschentum“, sondern schlichtweg einen Mix aus Bequemlichkeit und Feigheit.

  • Soeren Schmitz 27. August 2026, 23:55

    Frankreich: „Sovereign AI“ wird zur Beschaffungspolitik.

    >i> Nach einem Cyberangriff auf die französische Steuerverwaltung, bei dem nach Regierungsangaben Daten von rund 700.000 Steuerpflichtigen gestohlen wurden, kündigte Budgetminister David Amiel am 18. August an, KI zur Suche nach Sicherheitslücken in staatlichen Systemen einzusetzen.
    Entscheidend ist die Aussage zur Anbieterauswahl: „souveräne“ KI-Anbieter sollen eingesetzt werden – damit scheiden die großen Amerikaner und Chinesen aus.

    Ich finde das gut und führt uns mal wieder vor Augen, dass Frankreich in Punkto strategischen Sicherheitsdenken mal wieder Deutschland einiges Voraus ist. Frankreich hat auch damit begonnen systematisch Microsoft aus der öffentlichen Verwaltung zu entfernen und setzt auch hier auf Open Source. Ziel auch hier: Beibehaltung der Souveränität – ich hoffe Deutschland zieht hier bald nach.

    • Lemmy Caution 28. August 2026, 12:11

      Ist halt die Frage, ob die Französische Mirage-KI da aktuell ausreicht.
      Man kann die chinesischen Modelle verwenden, die ja open Source sind. Dies sollte einsetzbar sein, ohne dass Daten nach China zurückfliessen. Vielleicht übersehe ich hier etwas.
      Eine gemeinsame französisch-deutsche Strategie bei KI und Cloud wäre sehr wünschenswert. Auch gerne noch andere europäische Partner dazu nehmen. Schweden und Niederlande sind gut.

  • Lemmy Caution 29. August 2026, 09:50

    Venezuela
    Ricardo Haussman kommentiert einen Kommentar von Marco Rubio zu einem Post von Donald Trump.
    https://x.com/ricardo_hausman/status/2093517489993126260
    Es gibt nun einen Deal zwischen dem Amerikanischen-hoffentlich-nicht Diktator und der venezolanischen Diktatorin Delcy Rodriguez. US Öl Unternehmen können bald Ölfelder in Venezuela als Mehrheitseigentümer übernehmen. In der demokratischen Phase Venezuelas (1958 bis 1999) wurde die Ölindustrie schrittweise verstaatlicht. Der Chavismus hat die Zeit als eine Phase des US-Imperialismus verteufelt. Nun gehen wir zurück in die Zeit um 1920.
    Ricardo Hausmann ist ein venezolanischer liberaler Ökonom und Professor an der Harvard Universität. Er gilt als einer der geachteten Experten im Bereich der Entwicklungsökonomie.
    Wir erinnern uns: Das kriminelle Präsidenten-Paar Celia Flores und Nicolas Maduro wurde Anfang 2025 in einer spektakulären Operation von US Militärs in der grössten Militärbasis Venezuelas nahe Caracas festgenommen und dem US Justizsystem zugeführt. In Venezuela gab es Hoffnung, dass die völlig durchgeknallte Diktatur endlich ihr Ende findet.
    Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Die Chavisten regieren weiter. Von Wahlen ist keine Rede.
    Den Chavisten ist das Schicksal der Ex-Anführer ihrer Bande so egal wie den Trumpisten die Redemokratisierung. Es geht rein darum, dass bestimmte Leute mit persönlichen Beziehungen zur Macht die Möglichkeit zu Deals bekommen. Die USA als Staat verdient durch Venezuela praktisch nichts.
    Die Mafia und die südamerikanischen Drogenkartelle hatten neben ihrer Geldgier noch gewisse Werte. Waren Anführer bedroht von einer Überführung an die US-Justiz, versuchte man das mit allen Mitteln zu verbinden. Man liess etwa ein vollbesetztes Passagierflugzeugs mit einer Bombe während des Fluges explodieren, man liess den Justizpalast Kolumbiens stürmen, etc. Die Trump Regierung sieht das chavistische Regime wohl als einfacheren, weil schwächeren Partner für die Aushandlung von Deals an als eine demokratisch legitimierte Regierung.
    Selbst die Ganovenehre ist auf beiden Seiten inzwischen völlig entwertet.

    Diese Leute respektieren nicht mal mehr das Gesetz des Dschungels.

    https://www.youtube.com/watch?v=CIrvSJwwJUE

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