Verlustsüchtige Schwaben vertreiben entsolidarisierte eAutos aus den USA, um Probleme zu lösen – Vermischtes – 2.4.2026

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.

Fundstücke

1) Die Sucht nach Ideologie bei Verlierern

Ein auffälliges Merkmal bei politischen Nachlesen ist, dass das eigene Lager meist der Überzeugung ist, dass es an unzureichender Ideologietreue gehapert habe. Die SPD sieht dann gerne ihren sozialdemokratischen Markenkern nicht erfüllt, womit meist eine vage Arbeiterromantik gemeint ist. In der CDU wird erklärt, dass man nicht konservativ genug gewesen sei. Die FDP sah stets gerne zu wenig Libertarismus am Werk. Die LINKE und Linke ist generell der Überzeugung, dass mit genug Ausgrenzung der Volksfront durch Judäa durch die Judäische Volksfront der Durchbruch unvermeidbar gewesen wäre. Wir sehen das auch in den aktuellen Nachwahlanalysen. Florian Hartjen ist dafür ein hervorragendes Beispiel, wenn er (natürlich) erklärt, die FDP sei „nicht radikal genug„.

2) Baden-Württemberg Nachlese

Mit einer kleinen Schamfrist hat sich jetzt ein baden-württembergischer Hinterbänkler zu Wort gemeldet, der die Ursache für die Wahlniederlage in Baden-Württemberg nicht irgendwie in der Popularität Özdemirs finden kann, sondern vielmehr darin, dass Hagel nicht rechts genug war. Hätte er nur ein Best-of der Hits von Vorvorgestern abgefahren, dann hätte er Erfolg haben können. Man muss sich die brillante Strategie auf der Zunge zergehen lassen: „Angriffspunkte »wie die Bonusmeilen-Affäre, Sponsoring-Fragen oder steuerliche Ungereimtheiten« habe die CDU ungenutzt gelassen.“ Die Bonusmeilenaffäre ist über 20 Jahre her! Auch der Rest interessiert einfach niemand. Dass Hagel hölzern war, geschenkt. Aber er war der Spitzenkandidat den sie hatten, und es gab keine Alternative. Das ist einfach nur gegenseitiges Attackieren ohne Sinn und Verstand.

In den letzten Tagen hat sich die CDU indessen entschlossen, eine Staatskrise herbeiführen zu wollen. Das ist jedenfalls der Begriff, mit dem die Verfassungsväter den Plan der Union bedachten, wenn man Patrick Bahners in der FAZ folgen möchte. Es ist absolut faszinierend, was für schlechte Verlierer die CDU sind. Ariane und ich haben das ja im Podcast auch schon öfter bemerkt: die Demokratie ist stabil, wenn die CDU regiert, aber nicht, wenn sie Wahlen nicht gewinnt. Das ist auf Dauer einfach kein Zustand, und man kann nur hoffen, dass sich die Konservativen berappeln und über ihre Enttäuschung über den zweiten Platz hinwegkommen. Gerade jedenfalls gilt „party over country„.

3) E-Mobilität in den USA

Noah Smith hat einen Artikel, in dem er seine Schadenfreude gegenüber den Verbrenner-Ideolog*innen in den USA kaum verhehlen kann, deren Benzinpreise jetzt wegen Trumps bescheuertem Krieg durch die Decke gehen. Völlig zurecht weist er darauf hin, dass die Amerikaner*innen sich von der Zukunftstechnologie abgeschnitten haben, die nicht nur für Autos, sondern auch für andere relevante Technologien der Zukunft wie Solarenergie oder Drohnen benötigt wird. In typischer Manier des Menschen, der das grüne Gras des Nachbarn bewundert, stellt er „Europa“ als positives Gegenbeispiel hin (wobei die aufstrebenden Volkswirtschaften Afrikas, Südamerikas und Südostasiens den Fokus einnehmen), wo massive Unterschiede bestehen; Norwegen etwa ist sehr weit, während die Lage in Deutschland…ausbaufähig ist. Wir haben genug Ideolog*innen, die an überkommenden Technologien festhalten und einen Kulturkampf auf einem Feld führen, auf dem er bestenfalls völlig sinnlos, in der Erwartung aber sehr schädlich ist.

4) „Entsolidarisierung“ Europas mit den USA

Matthias Döpfner hat einen Leitartikel in der Welt, von dem ich sehr zuversichtlich bin, dass er so gut altern wird wie unpasteurisierte Milch. Er beklagt die „Entsolidarisierung“ Europas mit den USA. Die Argumentation ist abenteuerlich. So belebt er den ausgeleierten Topos des vierdimensionales Schach spielenden Trump wieder („Feierabendstrategen an den Stammtischen und in vielen Redaktionen wissen dieser Tage genau, wie dumm und unüberlegt der Einsatz der Amerikaner im Iran ist, und geben gute Tipps, was man alles besser vorher hätte wissen müssen und deshalb anders hätte machen sollen. Das ist vor allem deshalb sehr naiv, weil es voraussetzt, dass das, was wir sehen und wissen, genau das ist, was passiert und geplant ist.„), wo reichlich offenkundig ist, dass die negativen Effekte bereits jetzt katastrophal sind, auch für „Feierabendstrategen“ (wie die sich genau vom hauptberuflichen Strategen Döpfner unterscheiden, bleibt sein Geheimnis). Auch lenkt er lahm ab: „Und dieser Bruchteil der Wahrheit ist, dass die amerikanische Regierung endlich versucht, die Terrorherrschaft der Mullahs mit Waffengewalt zu schwächen. Und das ist fundamental richtig und lange überfällig.“ Aktuell stärken die USA, wie es aussieht, das Regime.

Döpfner zieht sich auch unelegant aus der Verantwortung: er könne nicht beurteilen, welches strategische Ziel die USA im Iran verfolgen sollten, aber wichtig sei, zu bombardieren, denn das „gewinne Zeit“. Für was ist unklar. Und nur Narren starten einen Krieg ohne ein strategisches Ziel, aber für einen Meisterstrategen wie Döpfner ist das überflüssig. Den Gipfel erreicht Döpfner, als er den Irankrieg mit dem in der Ukraine gleichsetzt: „Wenn der Krieg im Iran keine europäische Angelegenheit ist, dann ist der Krieg in der Ukraine keine amerikanische. Dann sollen das die Europäer bitte künftig selbst und allein lösen. Die Ukraine und der russische Aggressor in Moskau sind von Washington deutlich weiter entfernt – mental und geografisch – als die Mullahs und ihr Terror von Berlin oder Paris.“ Der Unterschied ist halt, dass die Ukraine angegriffen wurde und die USA einen eigenen Krieg starteten.

Es mag gute Argumente geben, die USA zu unterstützen. Aber Döpfner liefert keine.

5) Demokratie als Problemlösungsmaschine

Ich hatte nicht auf meiner Bingo-Karte, dass ich einer Kolumne von Boris Palmer in der Welt zustimmen würde, but here we are. Palmer beklagt effektiv, dass keine vernünftigen Kompromisse geschlossen würden, bei denen beide Seiten bereit sind, auf etwas zu verzichten beziehungsweise ein Projekt der Gegenseite zu akzeptieren, um ein eigenes durchzubringen. Es war ja seinerzeit meine große Hoffnung, dass genau in dem Geist die Ampelkoalition sich als eine Fortschrittskoalition würde erweisen können, eine Hoffnung, die bitter enttäuscht wurde. Von CDU und SPD, den beiden Parteien des Weiter-so (ich habe darüber 2021 einen Grundsatzartikel geschrieben, der immer noch Gültigkeit hat, und in dem auch, anders als Stefan Pietsch jüngst behauptete, R2G klar ablehne), ist so etwas ohnehin nicht zu erwarten, weil sie zu fest am Weiter-so hängen. Und LINKE und AfD brauchen wir gar nicht erst diskutieren. Ich sehe die größten Chancen für eine solche Politik genau in dem Umfeld, in dem sich auch Boris Palmer verorten dürfte: einem schwarz-grünen Bündnis, das seit 2013 eines ist, das in Deutschland auf die Verwirklichung wartet. Hoffen wir, dass wenn es kommt, es nicht ähnlich enttäuschend wird wie die Ampel.

6)  Erinnerung an Geflüchtete

Alan Posener nimmt in der Welt Stellung zum im letzten Vermischten besprochenen Streit um das Gedenken an die Vertreibung. Grundsätzlich bin ich bei ihm, wenn er fordert, dass man Empathie mit dem Leid der Geflüchteten haben dürfte. Allein, er wischt die zentrale Kritik an der rechtsradikalen Wende in der Vertriebenenerinnerung viel zu leicht weg, indem er den kausalen Zusammenhang zwischen deutschen Verbrechen und deutschem Leid zu leicht beiseite wischt. Gerade dieser kausale Zusammenhang ist elementar, ohne ihn sind Flucht und Vertreibung nicht denkbar. Auch teile ich nicht seine Forderung, dass man die westalliierte Weigerung, Stalin zu stoppen (was für eine Vorstellung!) in irgendeiner Weise kritisieren müsste. Hier schlägt auch ein verklittertes Geschichtsbild zu: 1945 bis 1947 waren die Westalliierten selbst noch keineswegs sicher, wie mit den Deutschen zu verfahren sei; wesentlich härterer Umgang als der Marshallplan stand im Raum. Es ist völlig ahistorisch anzunehmen, dass irgendjemand in London oder Washington 1945 auch nur einen Gedanken an die Bevölkerung der deutschen Ostgebiete verschwendet hätte. Nach allem, was die Deutschen die vier Jahre zuvor in der Sowjetunion veranstaltet hatten, war es ein Wunder, wie zivilisiert die Sowjets mit ihnen umgingen.

Resterampe

a) Ob Söder oder Weidel oder Wagenknecht, die Populisten eint vor allem ein gehöriges „was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an“.

b) CDU und SPD halten in Berlin die Erbschaft von 300 (!) Wohnungen weiter steuerfrei. Omas Häuschen, indeed.

c) Keimfabriken: Wie oft sich Kinder in Kitas und Grundschulen anstecken. Und auch das Personal.

d) Arisierungsgewinner.

e) Neues von der Verbotspartei.

f) Grüner OB in München: Beginn des Endes der Ära Markus Söder in Bayern. Drunter geht es nicht, oder?

g) Meine Güte, diese neuen Herr-der-Ringe-Filme klingen echt fürchterlich.

h) Dieser Einschätzung von Harry Potter kann ich problemlos zustimmen.

i) Tarek a-Wazir zur Autoindustrie.

j) Guter Post zur Stokowski-Kolumne aus dem letzten Vermischten.

k) Thread zum Thema Grundlast und AKW.

l) Bob Blume hat was zum Thema mediale Zuspitzung und Aufmerksamkeit. Es ist ein Wutausbruch, aber ich wüsste auch nicht, was man da machen sollte. Auf jeden Fall ist es was für Ralf.

m) Ist es motivierend, Bestnoten vor der ganzen Klasse zu verkünden? Ich halte das für ziemlich quatschig.

n) Handys machen gerade nicht so süchtig wie Alkohol oder Nikotin. Ich bin in der Frage echt weiter hin- und hergerissen.

o) Weitere FDP-Nachlesen, FAZ, Welt und nochmal Welt.

p) Rheinmetall hat bei Drohnen den Anschluss verschlafen.

q) Die Konstruktion von Curiosity ist wirklich ein Meisterwerk.

r) Susanne Beyer hat eine dieser Spiegelkolumnen, bei denen man nach der Lektüre nicht wirklich weiß, was jetzt eigentlich der Punkt sein soll. Glaubt sie ernsthaft, dass es relevant ist, was Merz zu Trump sagt?


Fertiggestellt am 1.4.2026

{ 6 comments… add one }
  • Stefan Pietsch 2. April 2026, 09:51

    1) Die Sucht nach Ideologie bei Verlierern

    Die SPD ist die Partei, die binnen einer Generation den mit Abstand größten Bedeutungsverlust erlitten hat. Wenn sich ihre Zielgruppen vor allem zu einer rechtspopulistischen Partei orientieren, dann hat man als Politiker so ziemlich alles falsch gemacht was falsch zu machen war.

    Die Analyse der FDP-Niederlagen vor allem bei den Bundestagswahlen 2013 und 2025 zeigen, dass die Mandatsträger der Partei deutlich Mitte-Links orientiert sind als ihre Wähler. Nur mit Mühe konnte 2024 ein Parteireferendum zum Verbleib in der Ampel-Koalition gewonnen werden. Und die Wählerwanderungen zeigen ebenfalls, dass die Mehrheit sich zur CDU und zu einem nicht unwesentlichen Teil zur AfD orientiert.

  • Stefan Pietsch 2. April 2026, 09:59

    3) E-Mobilität in den USA

    Da sollten mal einige ihren Schumpeter lesen.

    1. Die E-Mobilität zeigt nicht die typischen Merkmale eines neuen Marktes, wo nach einer kurzen Phase der Innovation ein Boom einsetzt und die neue Technologie große Verbreitung findet. Im Gegenteil, der Markt der BEVs wächst nur verhältnismäßig langsam (Vergleich zu Internet, Mobil- und Smartphone, Musik Streaming, KI) und meist nur, wenn staatliche Subventionen und Preisunterstützungen gegeben werden.

    2. Wenn Elektrizität so wichtig ist, dann war es in Deutschland eine beispiellose Torheit, aus der Kernkraft nicht nur ausgestiegen zu sein, sondern sich vehement dagegen zu wehren, überhaupt die Möglichkeiten für einen Wiedereinstieg zu schaffen. Die Geschichte der „Energiewende“ sagt nämlich auch, dass mit 0,7 Billionen Euro und über zwei Jahrzehnte mit regenerativen Energieträgern gerade so viel Strom produziert wird, um den Ausstieg zu kompensieren. Kein anderes Land hat diese Energiepolitik nur im Ansatz kopiert.

    3. Wenn zu sehr an überkommenen Technologien festgehalten wird, wo sind dann die Neu-Unternehmer, die dem Fortschritt nach Schumpeter zum Durchbruch verhelfen? Auf die jüngere Generation scheint da kein Verlass. Und Hängematte ist leider keine Innovation.

  • derwaechter 2. April 2026, 10:06

    „Die Ukraine und der russische Aggressor in Moskau sind von Washington deutlich weiter entfernt – mental und geografisch – als die Mullahs und ihr Terror von Berlin oder Paris.“

    Das ist doch sogar geografisch schon falsch. Die Ukraine ist doch nicht weiter von den USA entfernt als der Iran.
    Und anders als der Iran kann Russland die USA mit Raketen gut erreichen und militärisch ganz anders herausfordern. Das sollte „mental“ durchaus eine Rolle spielen.

  • Stefan Pietsch 2. April 2026, 10:19

    5) Demokratie als Problemlösungsmaschine

    Ich habe darüber 2021 einen Grundsatzartikel geschrieben, der immer noch Gültigkeit hat, und in dem auch, anders als Stefan Pietsch jüngst behauptete, R2G klar ablehne.

    Anscheinend leidet Du auch unter dem Merz-Syndrom: Man liest bei dem anderen, was man ihm unterstellt, nicht was er tatsächlich sagt. Ja, Du hast Dich immer auf Bundesebene gegen R2G positioniert. Aber: Scholz und auch Baerbock sind im Wahlkampf 2021 Fragen nach einer solchen Koalition immer ausgewichen und haben sie nicht ausgeschlossen. Dieses Verhalten hast Du mehrfach als clever und klug bezeichnet. In dem die theoretische Option auf dem Tisch blieb, so auch Deine Rechtfertigung, hätte man später bessere Möglichkeiten beim Verhandeln.

    Aber warum gilt das nicht auch für die CDU?

    Ich sehe die größten Chancen für eine solche Politik genau in dem Umfeld, in dem sich auch Boris Palmer verorten dürfte: einem schwarz-grünen Bündnis, das seit 2013 eines ist, das in Deutschland auf die Verwirklichung wartet.

    Warum? Ich verstehe den demokratischen Ansatz nicht. Der Sinn von Demokratie ist doch, Alternativen anzubieten. Erkennbar haben CDU und Grüne in den zentralen Politikfeldern ganz unterschiedliche Lösungsansätze. Die Ziele der Grünen, insbesondere ihrer Mitglieder und vieler Wähler, lassen sich mit Sozialdemokraten und LINKEN viel eher und leichter verwirklichen als mit der Union.

    Grüne und die ihnen angeschlossenen Milieus befürworten dann und nur dann eine Koalition mit der Union, wenn sie die einzige Machtoption bietet. Da sind Grüne pragmatisch, besser regieren als Opposition. Der Bürger als Wähler gewinnt damit nichts und dann ist es kein Zufall, dass es eine solche Koalition auf Bundesebene noch nicht gab. Auch 2021 bevorzugten die Grünen direkt nach Schließung der Wahllokale die Ampel mit einem führenden linken Partner als Jamaika mit einem Kandidaten der früheren „Pizza-Connection“, den man im Wahlkampf zuvor als religiösen Hardliner verunglimpft hatte.

    Wenn der Wähler nur die Option zwischen Grün-Schwarz und Schwarz-Grün (Baden-Württemberg) oder Schwarz-Rot und Rot-Schwarz (Rheinland-Pfalz) hat, wählt er leichter etwas anderes. Wenig verwunderlich erzielte die einzige echte Oppositionspartei in beiden Landtagswahlen historische Rekordergebnisse.

    Die Grünen sollten um die Vorherrschaft im linken Lager und für eine linke Mehrheit kämpfen, weil das einfach ihrer Mentalität entspricht. Alles andere ist Camouflage, die sich allerdings längst abgenutzt hat.

  • Stefan Pietsch 2. April 2026, 10:38

    e) Neues von der Verbotspartei.

    Dass es wirklich zwei Meinungen geben soll, ob man beim Staat eine gewöhnliche Umgangssprache benutzt und im Zweifel den Duden und nicht das Genderreferat zu Rate zieht, erstaunt wirklich.

    i) Tarek a-Wazir zur Autoindustrie.

    Ich hätte nicht gedacht, dass Tarek al-Wazir dumm wie Brot reden kann. Man könnte denken, das sei von bösen AfDlern KI-generiert. Was der Grüne dort absondert, ist ein Best-of warum eine große Mehrheit längst so abgestoßen von den Grünen ist. Belehrend (Manager mit Millionen-Gehältern sind einfach zu dumm, den Strategien von Schulabbrechern zu folgen), moralisch überheblich (hätte man nur getan, was die Grünen immer sagen) und in der Sache ohne jede Fachkenntnis.

    Wenn der Rückgang des Exportüberschusses – den haben Grüne übrigens immer kritisiert! – ein Problem der Automobilindustrie wäre – Felix Alemannia! Tatsächlich sind VW, Mercedes und BMW nur für einen geringen Teil des Exports verantwortlich, für die Importseite der Terms of Trade schon gar nicht. Der Markt, den al-Wazir beschwört, fragt nicht nach E-Autos. Auch zwanzig Jahre nach Gründung von Tesla ist der Anteil von BEVs an der individuellen Mobilität nur gering. Steve Jobs hat in einem Bruchteil der Zeit die Welt mit Apple Music und iPhones erobert.

    Und sie wissen nicht, was sie kritisieren. Würde dieser Herr Ahnungslos nur einmal in die Chancen-&-Risiko-Berichte derer blicken, denen er einen kindischen Glauben an den ewigen Gewinn unterstellt, hätte er vielleicht das ein oder andere Wort aus seiner Philippika gestrichen. Deutschlands Automobilindustrie hat nicht deswegen hohe Gewinne erzielt und die besten Löhne zahlen können, weil man Fiat Puntos und Renault Clios produziert hat. Wer 80.000 – 200.000 Euro für ein Auto auszugeben bereit ist, erwartet etwas mehr als einen Motor, den ein durchschnittlich begabter Student der Ingenieurwissenschaften nach zwei Semestern bauen kann. Wenn man Kunden kein Argument für Exklusivität und Exzellenz bieten kann, bekommt man keine exzellenten und exklusiven Preise.

    Auch Lamborghini hat es mit E-Motoren probiert. Dem Vernehmen nach war das nicht so erfolgreich. Tja, warum wohl nicht? Hätten sie doch besser einen Fiat Panda gebaut.

  • Sören Schmitz 2. April 2026, 10:53

    Zu 2
    Sorry, aber die Debatte ist schon wieder überdreht – die CDU forderte lediglich Parität bei den Ministerposten (7 bei CDU, 5 bei Grünen + Minister Staatskanzler +Ministerpräsident) und das die Grünen, die von ihrem Kandidaten im Wahlkampf vertretenden Positionen in den Koalitionsvertrag übernehmen. Was kann die CDU dafür wenn der grüne Spitzenkandidat ohne Prokura seiner Basis grüne Kernpositionen räumt? Die Suppe muss er nun auslöffeln. Staatskrise wegen ein bisschen Geharke in den Koalitionsverhandlungen, come on?
    Die CDU will regieren und verkauft sich teuer – normale Polit Praxis.

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