Die Feinde der Freiheit moralisieren mit chinesischen Bussen in Afghanistan gegen die neuen Abiformate – Vermischtes 15.01.2026

Ich habe ein neues Format ausprobiert, bitte teilt mir mit, was ihr davon haltet. 

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann. Alle Beiträge sind üblicherweise in der Reihenfolge aufgenommen, in der ich auf sie aufmerksam wurde.

Fundstücke

Deutschlands Moral in Afghanistan

Die FAZ berichtet unter der Überschrift „Als Richter verurteilte er Taliban – jetzt soll er zurück zu ihnen“ darüber, wie Afghanen, die während der ISAF-Mandats mit der NATO zusammenarbeiteten, nun nicht nach Deutschland gelassen werden. Das Verhalten der Bundesregierung in Bezug auf die Leute in Afghanistan, die uns jahrelang auf unserem Einsatz unterstützt haben, ist einfach nur widerlich. Nicht nur, dass man Leuten, deren Leben bedroht ist, weil sie damals auf unserer Seite standen, nicht Asyl zu bieten bereit ist (und wo wäre es angebrachter als hier?). Selbst solchen Menschen, die bereits, teils seit Jahren, eine Zusage hatten und den zermürbenden Warteprozess der deutschen Bürokratie durchlebten (welch bessere Vorbereitung für eine Integration in Deutschland kann es geben?) werden nun um diese Zusage betrogen, damit die Regierung sich als harter Hund in Migrationsfragen profilieren kann. Das ist einerseits ein gigantisches moralisches Versagen: wir haben diesen Menschen Zusagen gemacht, und sie haben uns vertraut und im Vertrauen auf uns ihr Leben riskiert. Es ist aber auch realpolitischer Irrsinn. Es geht um einige hundert Menschen; das fällt in Deutschland nicht einmal auf. Würde man blanko allen Betroffenen die Einreise ermöglichen, reden wir von einigen tausend. Eine Belastung stellt das kaum dar. Es sendet aber ein Signal an die ganze Welt. Wenn wir einmal wieder auf die Zusammenarbeit einer lokalen Bevölkerung vertrauen wollen, wenn wir wieder einmal für Demokratie und Freiheit einstehen wollen, werden wir ziemlich alleine dastehen.

Feinde der Freiheit

Indessen sind auch in Deutschland die Feinde der Freiheit weiter auf dem Vormarsch. Der Antisemitismus ist erneut hoffähig geworden, ein Phänomen, in dem sich die Deutschen über alle politischen Lagergrenzen hinweg deprimierend einig zu sein scheinen. Der Präsident des Zentralsrats der Juden, Josef Schuster, warnt jedenfalls in einem Interview in der Jüdischen Allgemeinen vor den katastrophalen Zuständen und fordert einen „Aufstand der Anständigen“. Ich fürchte nur, dass dieser ausbleiben wird. Ein Grund dafür liegt sicher auch in der präzedenzlosen Polarisierung dieser Frage, vor allem über den unsäglichen Gazakrieg, über dessen innenpolitische Dimensionen Ariane und ich letzthin im Podcast gesprochen hatten. Für die Bürgerlich-Rechten ist der Antisemitismus vor allem ein Knüppel, um die Linken zu schlagen, und die ducken sich weg und leugnen das Phänomen und jede Verantwortung rundheraus, während umgekehrt der Anstieg des Antisemitismus im rechtsradikalen Lager weitgehend ignoriert wird. Wie umfassend das Phänomen inzwischen ist, zeigt sich auch daran, dass bereits affiliierte Kreise in die Spirale des Hasses gezogen werden: so berichtet etwa der Tagesspiegel über einen Anschlag auf den brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten. Die Delegitimierung des staatlichen Schutzes von Minderheiten schreitet massiv voran. Ein Rechtsstaat kann aber nicht funktionieren, wenn es No-Go-Areas gibt oder bestimmte Identitätsmarker nicht getragen werden können, ohne dass mit Gefahr für Leib und Leben zu fürchten ist.

Schulpolitik

Sicher nicht in Gefahr ist indessen das Christentum in Bayern. Dort ignorieren zahlreiche Schulen, wie News4Teachers berichtet, das mittlerweile nicht mehr taufrische Bundesverfassungsgerichtsurteil, das das plakative Aufhängen von Kruzifixen verbietet. Wir erinnern uns; ein liberaler Staat muss sich religionspolitisch neutral verhalten. Die Partei von Recht und Ordnung verweigert sich dem; das von ihr geführte Kultusministerium sagt effektiv, paraphrasierend, dass man das Urteil ignoriere, bis man gezwungen werde. Da man die Landespolizei praktischerweise mit führt, ist es eher unwahrscheinlich, dass an dieser Stelle etwas geschieht. Positivere Schulnachrichten bekommen wir aus Niedersachsen: beim selben Portal wird unter der Überschrift „Podcasts statt Klausur: Wie der Weg zum Abitur künftig aussehen soll“ berichtet, dass die Abiturrichtlinien alternative Prüfungsformate beinhalten sollen. Nicht nur das: auch soll eine größere Wahlfreiheit der Schüler*innen bei den Fächern ermöglicht werden. Die üblichen Reflexe sind zu beobachten, wenn die CDU vor einem Niveauverlust warnt. Das Risiko dafür besteht natürlich grundsätzlich. Der reflexhaften Warnung aber liegt die Fehlannahme zugrunde, dass nur, weil Schüler*innen im Unterricht physisch anwesend sind, diese auch die Lernziele erreichen. Tatsächlich macht es durchaus Sinn, eine stärkere Konzentration auf Stärken zuzulassen, wenn – und das ist ein dickes Wenn – dem auch ein entsprechender Lernzuwachs gegenübersteht. Das deckt sich, worauf das Land Niedersachsen zurecht hinweist, auch mit den Maßgaben der Kultusministerkonferenz.

Deutschlands Niedergang und Chinavergleiche

Alles redet gerade davon, dass in Deutschland nichts vorangeht, aber für Anton Jäger, der einen Gastbeitrag in der New York Times unter der Überschrift „Europe Is in Decline. Good.“ veröffentlicht hat, sind die Vergleiche etwa mit China wenig hilfreich. Er argumentiert, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren und in der Mittelmäßigkeit einrichten sollten. Er verwirft dazu die üblichen Rezepte von links wie rechts und spricht sich für ein Loslassen von moralischen Kategorien im Umgang mit China aus. Nicht jeder verlorene Vergleich, so Jäger, sei gleich ein Problem. Vielleicht dachte er dabei auch an solche Artikel, wie sie Adrian Geiges in der Welt veröffentlicht hat. Unter dem Titel „Die Legende vom grünen China“ beklagt er, dass die Fortschritte Chinas bei den Erneuerbaren Energien und dem Abschied von fossilen Brennstoffen aus Eigeninteresse erfolgen würden und nicht zur Rettung des Klimas. Das Witzige daran ist, dass genau die, die sonst immer gegen Moralisierung und Werte wettern, nun plötzlich entdecken, dass nicht nur Resultate wichtig sind, sondern auch die richtige Haltung dahinter. Mir doch völlig wumpe, ob Xi ein grünes Gewissen hat, solange es in die richtige Richtung geht! Hier sieht man auch einmal mehr die fehlende wirtschaftspolitische Kompetenz in Deutschland, in dem Sinne, als dass überhaupt keine betrieben wird. Man ist vor lauter Moralisieren und Aufstellen von Denkverboten überhaupt nicht in der Lage, eine eigene, sinnvolle zu entwickeln. Kein Wunder, dass so krude Ideologen wie Trump dieses Feld dominieren können.

Resterampe

a) In Politico finden wir die Forderung, dass die Democrats einen „Tech-Sceptic“ für 2028 aufstellen. Ich lasse das mal für Ralf da, für den ist das sicher Wasser auf den Mühlen.

b) In der ZEIT indessen findet sich ein lesenswerter Artikel zur Brandmauer. Ebenfalls die AfD betreffend ist ein Paper der DGAP zur AfD-Außenpolitik, das diese politikwissenschaftlich unter die Lupe nimmt und dabei einige mehr als beunruhigende Tendenzen aufzeigt; ich möchte hier vor allem darauf verweisen, dass ich nicht sehe, wie eine CDU hier auf Bundesebene koalitionsfähig sein soll. Das ist dasselbe Problem wie mit SPD und LINKEn.  Im Spiegel bietet Nikolaus Blome einen alternativen Blick auf die Umfrageergebnisse. Unter der ÜberschriftDieser Stillstand will uns etwas sagen“ mutmaßt er, dass die Bürger*innen gerade vor allem abwarten und sehen wollen, wie sich die Regierung entwickelt, weil die Umfragen sich praktisch nicht bewegen. Er ist wohl ein Berufsoptimist. 

c) Wer den Weg auf Twitter nicht scheut, kann über eine billige, aber trotzdem lustige Gegenüberstellung schmunzeln oder sich mit wundern, was europäische Bauern und Bäuerinnen sich alles rausnehmen können.

d) Historisch interessierte (Thorsten?) finden bei Public History Vienna etwas zum Mythos des Tiger-Kampfpanzers.

e) Die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften spielen einmal im im letzten Vermischten bereits angesprochenen Abstandsgebot eine Rolle, das in einem Artikel von News4Teachers erklärt wird. Erste Bundesländer erkennen die Realität bereits an und bilden Rückstellungen für mögliche Nachzahlungen. Die leidige Frage, wie viel Lehrkräfte eigentlich arbeiten, wird in einer neuen Studie untersucht; das relevanteste Ergebnis für mich ist dabei gar nicht die absolute Zeit, sondern dass „die reine Unterrichtszeit macht nur noch ein Drittel der Arbeitszeit aus”. Das ist das größte Problem: zu viel Kram, der nicht das Kerngeschäft ist. Vor allem die Korrekturen und der administrative Teil sind ein Graus.

f) Wie lange ich diese Kolumne nicht mehr geschrieben habe erkennt man daran, dass ich Artikel zu Weihnachten noch nicht verlinken konnte: die Welt hat einen amüsanten Artikel dazu, „Als Weihnachten verboten wurde“ und einen weniger amüsanten, weil ziemlich abseitigen, über die „Die Lüge von Jesus, dem Palästinenser“ Nicht, dass die Kritik an dieser Idee ein Problem wäre; das ist genauso albern wie der mitteleuropäische Jesus. Ich habe diesen Unfug nur noch nie von irgendwem gehört. Mir scheint das mal wieder so ein Kulturkampfding zu sein, in dem irgendeine Aktivistensplittergruppe ein Plakat aufgehängt hat, es über Rechtstwitter verteilt und dann in den Redaktionsräumen der Welt aufgegriffen wurde. Ähnlich selbstreferenziell ist man mit „Warum Jette Nietzard als Polit-Influencerin gerade alles richtig macht“. Man könnte auch schreiben: „Wir fallen voll auf ihre Tricks rein. Die würde niemand interessieren, wenn wir nicht drüber schreiben würden. Lesen Sie hier, wie Sie sich auch aufregen können, weil wir drauf reinfallen.“ Wen interessiert Jette Nietzard? Die existiert nur, weil sich Springers darüber aufregen.

g) Indessen schafft sich die Presse in den USA selbst ab. Der vorauseilende Gehorsam von CBS und Konsorten steht der willfährigen Selbstgleichschaltung vieler Institutionen im NS leider in nichts nach, und das umso mehr, als die Bedrohungslage bei weitem nicht so groß, Widerstand also viel weniger riskant wäre.

h) Letzthin hatten wir es noch von den chinesischen Bussen und wie ungeschickt es von einem Staatskonzern ist, chinesische Busse zu kaufen statt die lokale Wirtschaft zu fördern. Im Telegraph findet sich nun ein Bericht, dass in London, wo ebenfalls chinesische Busse gekauft wurden, Killswitches entdeckt worden sind. Es ist einfach so bescheuert.

i) Unterhaltsam im wahrsten Sinne des Wortes ist die Akquise von Warner durch Netflix, wodurch auch HBO an den Streaminganbieter fällt. Alan Sepinwall beschreibt in der NYT, dass Netflix gut daran täte, von HBO zu lernen, statt dem Sender das Format von Netflix aufzudrängen. Vermutlich werden die Vorstände das nicht machen, weil sie Innovation und Kreativität gegenüber Sicherheit und Markt zurückstecken, aber die Hoffnung wäre, dass wenigstens HBO weitermachen kann wie bisher.


Fertiggestellt am 14.01.2026

{ 138 comments… add one }
  • Detlef Schulze 15. Januar 2026, 09:04

    zu h) Letzthin hatten wir es noch von den chinesischen Bussen und wie ungeschickt es von einem Staatskonzern ist, chinesische Busse zu kaufen statt die lokale Wirtschaft zu fördern.

    Das wurde aber auch in den Kommentaren richtig gestellt. Ich denke, dass die Bahn hier alles richtig gemacht hat. Sie hat 3100 Busse bei MAN bestellt und 200 bei BYD, die in Ungarn produziert werden. Das ist wesentlich besser, als alle Busse bei MAN zu bestellen. Wenn von vornherein klar ist, dass alle Busse sowieso bei MAN gekauft werden (gibt es andere deutsche Herstellern) kann die Bahn sicher schlecht Sonderkonditionen heraushandeln.

    Der Skandal war eher, wie die Medien darüber berichtet haben.

    @Deutschlands Niedergang und Chinavergleiche
    Richtig! Es ist völlig egal, was die Hauptmotivationen sind für den Ausbau erneuerbarer Energien in China ist. Alle denkbaren Gründe gelten genauso für Europa.
    Übrigens, die Kritik an fossiler Energieerzeugen ist ja viel älter als die Sorge vorm Klimawandel und hatte ursprünglich mit der Endlichkeit der Ressourcen zu tun (Peak Oil).

    • CitizenK 15. Januar 2026, 15:41

      Diese Aspekt ist gänzlich aus dem Fokus. Die Entdeckung neuer Vorkommen und neue Verfahren der Gewinnung verschieben das Problem ja nur in die Zukunft.

      • Detlef Schulze 16. Januar 2026, 15:53

        Richtig! Und, obwohl auch immer neue Lagerstätten gefunden werden, wird der Rohstoffgewinn immer aufwendiger, teurer und verschlingt immer mehr von der Energie, die man eigentlich haben möchte.

        • CitizenK 17. Januar 2026, 12:57

          Nicht nur die Energie. Die kann irgendwann ersetzt werden, durch Erneuerbare oder sei es durch Kernfusion.
          Nicht ersetzt werden können nach derzeitigem Kenntnisstand die Produkte der Petrochemie: Kunststoffe, Arzneimittel usw.
          Eigentlich unverantwortlich, den Stoff ohne Not zu verbrennen.

          • Thorsten Haupts 18. Januar 2026, 14:05

            ??? Für Arzneimittel würden schon die Restbestände bekannter und in der Vergangenheit erschlossener Kohlevorkommen mehr als ausreichen (von den bekannten aber bisher aus kommerziellen Gründen nicht ausgebeuteten Vorkommen völlig abgesehen). Und z.B. Bio-Kunststoffe sind längst in der Entwicklung, deren kommerzielle Umsetzung würde sich natürlich erheblich beschleunigen, ginge das Öl tatsächlich zur Neige. Die Endlichkeit irgendwelcher Rohstoffvorkommen ist die geringste aller Sorgen der Erde, solange wir genug Energie produzieren können. Denn letztlich erwies sich bisher alles als substituierbar, abhängig ausschliesslich von Verfügbarkeit und Kosten.

            Gruss,
            Thorsten Haupts

            • Detlef Schulze 18. Januar 2026, 22:01

              „Denn letztlich erwies sich bisher alles als substituierbar, abhängig ausschliesslich von Verfügbarkeit und Kosten.“

              Klarer Fall von survival bias.

              • Thorsten Haupts 19. Januar 2026, 09:24

                Schon möglich, aber unwahrscheinlich.

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:17

      Good point.

  • Thorsten Haupts 15. Januar 2026, 09:55

    Zu d)

    Zu Mythenbildungen äussere ich mich selten – da ist immer zu wenig Falsifizierbares und zu viel persönliche Meinung dabei.

    Das Lustige an dem Artikel sind die wenigen Sätze, mit denen der Tiger selbst beschrieben wird. Denn dessen mit Abstand grösste Schwäche war seine mechanische Unzuverlässigkeit (Motor wie Getriebe überlastet), er brauchte mehr Wartungszeit als er im Kampf verbrachte und wurde auf Spezialtransportern von Schlachtfeld zu Schlachtfeld transportiert. Gekoppelt mit seinem Preis war er unter nüchternen militärischen Gesichtspunkten eine Fehlinvestition.

    FunFact: Selbst die Sowjetunion nutzte seinen Mythos, um z.B. ihre horrenden Verluste in der Panzerschlacht von Prochorowka (Kursk 1943) zu erklären. Es war natürlich der Tiger, obwohl nach den Fahrzeugbestandsunterlagen der deutschen Truppen nicht mehr als eine max. einstellige Anzahl von Tigern an der Panzerschlacht beteiligt sein KONNTE (wenn überhaupt).

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:19

      Jepp! Und diese Mythen reproduzieren sich dauernd. Ich hatte letzthin eine HA von einem Schüler „Was war der beste Panzer des WK2?“, die war auch voll davon, und Äpfel und Birnen…

      • Thorsten Haupts 19. Januar 2026, 21:48

        Wobei die Reproduktion bei Jungs heute hauptsächlich durch … Computer-Kriegsspiele erzeugt wird. War of Tanks, Panzer Corps (Remake von Panzer General), Company of Heroes etc. Ohne militärgeschichtliches Hintergrundwissen ist es tatsächlich schwierig, dem Ruf der beiden bekanntesten Panzer des zweiten Weltkrieges zu entkommen (Tiger und T34).

        • Stefan Sasse 22. Januar 2026, 09:26

          Ich denke, die Pophistory spielt auch eine große Rolle. Entsprechende YT-Videos, dazu die ganzen Bücher und Zeitschriften bei einem älteren Publikum. Schau mal in einem beliebigen Flughafen ins Zeitschriftenregal…

          • Thorsten Haupts 22. Januar 2026, 09:33

            Ja, die Zeitschriften kenne ich. Pseudohistorisch aufgemachte und illustrierte Landser-Hefte … Brrrr

            • Stefan Sasse 22. Januar 2026, 21:05

              Katastrophe. Ein Kumpel von mir sammelt die Dinger, ich blättere bei dem immer auf dem Klo durch. Diese Wehrmachtsberichterstattung…

  • cimourdain 15. Januar 2026, 10:41

    Zum neuen Format:

    The „bad“: Ich finde die fehlende Nummerierung bei den Fundstücken unpraktisch, weil die schnelle Referenz zum kommentieren fehlt.

    The „nice to have“: Dass mehrere Fundstücke thematisch unter einer Überschrift zusammengefasst sind, ist nicht schlecht, insbesondere wenn unterschiedliche Perspektiven vorkommen. Aber nichts was erzwungen werden muss.

    The good: Mir gefällt, dass bei der Resterampe auch dein Kommentar zum Fundstück steht. Damit weiß ich, was sich „der Lehrer dabei gedacht hat“. Ich bin mir nur nicht sicher, wie viel das für dich an Mehrarbeit ist.

    • Erwin Gabriel 15. Januar 2026, 12:49

      Ich stimme allem zu!

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:19

      Ja, vielleicht kehre ich zum alten Format zurück, muss mal schauen.

      • Erwin Gabriel 24. Januar 2026, 14:06

        @ Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:19

        Ja, vielleicht kehre ich zum alten Format zurück, muss mal schauen.

        Warum? So lassen, wie es ist, und vor die Hauptthemen noch die altbekannten Nummern.

    • Ralf 16. Januar 2026, 21:42

      Die fehlende Nummerierung finde auch ich problematisch.

      Mehrere thematisch verwandte Artikel in einem Abstract zusammenzufassen, ist ok. Ich fand allerdings die Trennung von dem in der Presse vorgefundenen Material und Stefans Kommentar in zwei getrennten Abschnitten übersichtlicher. Aber das ist mehr eine persönliche Präferenz als ein kritischer Punkt.

      • CitizenK 17. Januar 2026, 13:00

        Wenn altes Format fände ich hilfreich, bei Kommentaren zusätzlich zu Referenznummer/-Buchstaben ein Stichwort als Bezug.

  • Thorsten Haupts 15. Januar 2026, 11:11

    Meine 2 Cents zum Format:

    1) Prinzipiell eine Verbesserung, besser lesbar, verständlicher, Bedeutung von Fundstücken für Dich wird klarer

    2) Numerier die Themen noch durch (genau wie bei der Resterampe) und ich begrüsse das neue Format vollumfänglich 🙂 . Danke für die Arbeit

    • Erwin Gabriel 15. Januar 2026, 12:50

      Kann ich beides unterschreiben

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:19

      Immer gerne, danke fürs Feedback.

  • Thorsten Haupts 15. Januar 2026, 11:25

    Zu Feinde der Freiheit:

    Für die Bürgerlich-Rechten ist der Antisemitismus vor allem ein Knüppel, um die Linken zu schlagen, und die ducken sich weg und leugnen das Phänomen und jede Verantwortung rundheraus, während umgekehrt der Anstieg des Antisemitismus im rechtsradikalen Lager weitgehend ignoriert wird.

    Der – linke! – brandenburgische Antisemitismusbeauftragte sagte in einem Interview vor kurzem, mehr als 90% der Anfeindungen/Beleidigungen/Drohungen, die er bekommt, kämen aus dem linken Lager. Wie geht das mit dem „Anstieg des Antisemitismus“ im rechtsradikalen Lager zusammen, in einem Bundeland, in dem z.B. die AfD auf mehr als 30% Zustimmung kommt???

    • CitizenK 15. Januar 2026, 15:43

      Welchem „Lager“ ist demnach der muslimisch-migrantische A. zuzurechnen?

      • Thorsten Haupts 15. Januar 2026, 18:39

        Nach dessen theoretischer Unterfütterung entstammt er im Westen dem Antikolonialismus, also „links“.

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:21

      Schreibe ich doch. Der Antisemitismus nimmt lagerübergreifend zu, links wie rechts.

      • Thorsten Haupts 16. Januar 2026, 14:51

        Ich vermisse den Beleg für „rechts“.

        • Stefan Sasse 18. Januar 2026, 22:11

          Ich nehme diese Gazapolarisierung durchaus lagerübergreifend wahr.

      • Stefan Pietsch 16. Januar 2026, 17:22

        Links und rechts? Rechnest Du Islamisten zu „rechts“? Denn was die Sicherheitsbehörden feststellen und man eigentlich auch als Normalsterblicher beobachten kann, ist, dass sowohl im Dunstkreis der Linkspartei und der angeschlossenen Milieus als auch bei Migranten der Sorte arabisch der Antisemitismus fröhliche Urständ‘ feiert.

        • Stefan Sasse 18. Januar 2026, 22:13

          Ne, die Bande passt gar nicht in das Schema.

          • CitizenK 19. Januar 2026, 10:55

            Aus meiner Sicht ist das eine eigene Kategorie – und wohl die gefährlichste, weil weltweit unterstützt.

            Das kleine aber reiche Qatar pumpt große Summen in US- und GB-Universitäten, wohl mit ein Grund für die Sympathie der „kritischen“ Dozenten und Studenten für die Hamas. Die ja ebenfalls im Gefolge der Muslimbruderschaft agiert, die wiederum die Ausbreitung des Islams im Westen „by the wombs of our women“ zum Ziel erklärt hat. Mit Links-Rechts hat das kaum noch etwas zu tun.

            • Stefan Sasse 19. Januar 2026, 16:58

              Ich glaube nicht, dass das am Geld hängt. Das hat viele Ursachen, unter anderem so eine Revolutionsromantik, Liebe für den Underdog, Antiamerikanismus,… ist ein vielfältiges Gemisch, auf dem das aufbaut.

        • Detlef Schulze 19. Januar 2026, 08:27

          Herr Pietsch, für Sie ist doch alles links, was „woke“ ist, also die Menschen, die gendern, und sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen. Glauben Sie, das die Islamisten nach dieser Definition links sind?

          • Stefan Pietsch 19. Januar 2026, 08:43

            Stefan schrieb:
            Der Antisemitismus nimmt lagerübergreifend zu, links wie rechts.

            Sichtbar und nachweisbar ist nur eine signifikante Zunahme im linken und linksextremistischen Bereich wie unter Migranten.

            Ansonsten: Steuererhöher, Unternehmensvertreiber, Bürgergeldanhänger, Staatsanteilsausweiter, Verbotsfetischisten – nur um Ihre Liste zu vervollständigen 🙂

            • Stefan Sasse 19. Januar 2026, 09:15

              Ich habe gerade keinen Link parat, aber ich meine auch eine Reihe von Berichten von rechtsextremen antisemitischen Attacken besonders in Ostdeutschland gelesen zu haben. Ich geb dir aber gerne den Punkt, dass die Zunahme im linken Milieu wesentlich auffälliger und sichtbarer ist.

              Was mich aber erschreckt – und daher die Aussage – ist die Verbreitung und Akzeptanz. Ich kriege diese harschen Kommentare zu Israel aus allen Ecken, auch, wo man sie gar nicht vermutet hätte. Wirklich völlig unabhängig von der politischen Gesäßgeografie. Mir geht es gar nicht so sehr um Aktivist*innen oder Extremist*innen, also Leute, die zu Demos auf die Straßen gehen, sondern den klassischen Kommentar am sonntäglichen Esstisch oder so. Das war noch vor Kurzem nicht vorstellbar.

              • Thorsten Haupts 19. Januar 2026, 16:18

                Ich bin da längst nicht so geschockt wie Du, aus einem sehr einfachen Grunde: Anekdotische Erfahrung in bürgerlichen Umfeldern kurierte mich schon in den späten zwanzigern von der Illusion, Antisemitismus in Deutschland sei ein Randphänomen einiger Irrer. Ich halte ihn aufgrund von Menschheitskonstanten inzwischen für unausrottbar.

                Der einzige Unterschied zwischen damals und heute: Damals schlich Judenhass leise, verdruckst und eher in Nebenbemerkungen umher. Jetzt wird er wieder offen zur Schau getragen, man hat ja eine Entschuldigung (Israel).

                Wäre ich 1990 gefragt worden, für wie weit verbreitet ich Antisemitismus halte, wäre meine Antwort damals „Jeder zehnte“ gewesen. Bin mir gar nicht sicher, ob die Zahl heute soviel höher ist.

                Gruss,
                Thorsten Haupts

                • Stefan Sasse 19. Januar 2026, 17:00

                  Ich finde es allerdings auch problematisch, wenn von Teilen des politischen Spektrums jede Israelkritik sofort in die Antisemitismusecke gestellt wird. Ich hab da ja schon öfter drüber geredet, ich halte diese Denkverbote für massive Treiber in Deutschland.

                  • Thorsten Haupts 22. Januar 2026, 18:32

                    Nach meiner anekdotischen Erfahrung: Kratz ein bisschen an einem „Antizionisten“ oder „Israelkritiker“ und eh voila, ein Judenhasser erscheint. Hab´s niemals anders erlebt und glaube daher nicht mehr an den völlig reinen Israelkritiker wegen Menschenrechten. Der ist eine Phantasiegestalt.

                    • Stefan Sasse 22. Januar 2026, 21:08

                      Ich finde, Israel für Menschenrechtsverletzungen zu kritisieren erfordert keine großen Verrenkungen mehr. Die Grenze zur Judenfeindlichkeit ist für mich an zwei Faktoren recht klar abgrenzbar:
                      a) Wird eine Kollektivhaftung aller Juden weltweit für die Taten des Landes behauptet?
                      b) Wird das Existenzrecht Israels infragegstellt?
                      Und vielleicht noch als Addendum: wird zwischen Bevölkerung und Regierung unterschieden?
                      Und ich denke, in dem Rahmen kann man eigentlich problemlos Kritik üben; die Unterstellung, dass das nicht möglich sei, ist problematisch.

                    • Stefan Pietsch 23. Januar 2026, 09:53

                      Da hast Du aber ein entscheidendes Kriterium vergessen. Warum sind ausgerechnet wir Deutschen berufen, „die israelische Regierung“ (natürlich!) zu kritisieren?

                      Es gibt rund 200 Länder auf der Welt, es gibt mehrere dutzend kriegerische Konflikte mit teils extremen Menschenrechtsverletzungen, die keinen hier interessieren. Warum Israel / Palästina?

                      Woher haben die „Kritiker der israelischen Regierung“ ihre Informationen? In der Regel von Terroristen, von UN-Mitarbeitern, die die Terroristen seit Jahrzehnten sichtbar unterstützen und protegieren. Das sind natürlich tolle Quellen!

                      Die meisten Menschen haben einen inneren Kompass, reine Opportunisten sind selten. Ein Demokrat wird immer auf Offenheit der Entscheidungsfindung schauen und verachtet Diktaturen. Ein rechtsstaatlich gesinnter Mensch schaut darauf, dass der Staat keine Macht ohne Rechtsgrundlage ausübt. Wie ist es aber erklärlich, hier auf Demonstrationen zu verzichten, wenn im Iran 30.000 Menschen innerhalb weniger Tage hingemetzelt werden? Warum kann Annalena Baerbock den israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu („Regierung“) jahrelang scharf kritisieren, ohne mit wesentlich größerer Schärfe (nicht einmal gleicher) gegen die Mullahs in Teheran vorzugehen? Wieso protestieren Abgeordnete der LINKEN („demokratische Partei“) regelmäßig im Bundestag wie außerhalb mit Pali-Tüchern, nicht aber mit der ukrainischen Flagge gegen das Hinmetzeln der Zivilbevölkerung in Kiew?

                      Fast die gesamte Kritik am Staat Israel, die sich als „Kritik der Regierung“ chamäleofliert, ist nichts anderes als Antisemitismus.

                    • Stefan Sasse 23. Januar 2026, 10:05

                      Ich berufe gar niemand. Aber ich sehe auch nicht, warum ich das nicht tun sollen dürfte.

                      Warum Israel? Weil es zu unserem Kulturkreis gehört. Wir interessieren mehr dafür als für Sudan. Wir wissen mehr darüber, wir fühlen mehr dazu. Unfair für den Sudan oder Myanmar, aber das ist eben so.

                      In Deutschland interessiert sich kaum jemand für Iran. Es hat sich auch niemand für Syrien interessiert, oder Tunesien. Das kann man bedauern. Aber ich brauche keinen Antisemitismus, um das zu erklären.

                    • Stefan Pietsch 23. Januar 2026, 10:23

                      Israel gehört zu unserem Kulturkreis? Israel ist eine ziemlich multikulti-, ethnisch extrem durchmischte Gesellschaft. Eine chavenistische Bemerkung voran: Bei meinem ersten Besuch in Tel Aviv fragte ich die HR-Managerin, warum israelische Frauen meist so schön und attraktiv sind (ich war damals Anfang 30, das zur Entschuldigung). Tatsächlich ist das etwas, was vielen Besuchern des Landes ins Auge fällt. Sie meinte, das läge eben an dieser Durchmischung.

                      Israel ist ein demokratischer Rechtsstaat. Das ist das Einzige, was Du mit „zu unserem Kulturkreis“ gehörend meinen kannst. Nur, dann würden auch Argentinien, Chile und Uruguay zu unserem Kulturkreis zählen, die die wie Israel auf einem anderen Kontinent liegen.

                      Dann kannst Du auch sagen, der Islamismus mitsamt seinen Gotteskriegern gehört zu Deutschland. Und damit hast Du wahrscheinlich, zum Bedauern der Mehrheit im Land, sogar Recht.

                    • Stefan Sasse 23. Januar 2026, 13:28

                      Ich teile diese Argumentation überhaupt nicht (zur Schönheit der Israelis kann ich nichts sagen). Israel ist (war?) eine liberale, rechtsstaatliche Demokratie. Das Land wurde maßgeblich von Auswander*innen aus Europa geprägt. Wir haben eine offensichtliche historische Verbindung. Wir haben wirtschaftliche und politische Verflechtungen, die viel enger sind als mit Chile. Zuletzt gehört der Islamismus mit Gotteskriegern sicher nicht zu Deutschland, aber die Polemik kannst du natürlich gerne schreiben, wenn du denkst, dass das dem Argument zuträglich ist.

                    • Stefan Pietsch 23. Januar 2026, 15:02

                      Israel ist eine rechtsstaatliche Demokratie. Anders als in den USA hat sich da in den letzten 30 Jahren wenig geändert.

                      Ich wiederhole: Die israelische Gesellschaft ist nicht nur von Auswanderern aus Europa geprägt, sondern aus allen Erdteilen. Insbesondere ist das Stadtbild in den Metropolen von arabisch aussehenden Menschen durchsetzt. Die Sprache wie die Schrift sind von Arabien beeinflusst, nicht europäisch-lateinisch. Handel, Gemeinschaftssinn, Essen, religiöse Riten – all das, was Kultur ausmacht, haben wenig mit Europa zu tun, sehr viel aber mit den Lebensweisen auf der arabischen Halbinsel und asiatischen Einflüssen.

                      Deine Begründungen passen eben auf viele Länder, nicht zuletzt in Lateinamerika. Chile und Uruguay haben große deutsche Communities, vor allem sind sie von einer Jahrhunderte währenden Kolonialgeschichte beeinflusst. Ich war ja gerade in Ecuador. Das ist mehr Europa als Israel (also auch wenig).

                      Und ja, israelische Frauen sind deutlich überdurchschnittlich schön. Das ist legendär.

                      In den Nullerjahren hatten wir die von links positiv begleitete Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehöre. Doch man kann keine Rosinen picken. Es gibt in Deutschland viel mehr Muslime als Juden. Mit dem Islam kam jedoch, gerade mit der Flüchtlingskrise, auch der Islamismus nach Deutschland. Terror, Ablehnung der liberalen Gesellschaft, archaische Strukturen, die heute in jeder deutschen Großstadt anzutreffen sind. Zu behaupten, das gehöre nun nicht zu Deutschland, weil es so negativ konditioniert ist, geht nicht.

                      Ich war immer gegen diese Formel, der Islam gehöre zu Deutschland, weil ich mich nicht mit den damit verbundenen, die liberale Gesellschaft zersetzenden Einflüssen, abfinden wollte. Du kannst Dich nur auf die eine oder andere Seite stellen. Das ist keine Polemik.

                    • Stefan Sasse 24. Januar 2026, 09:42

                      Der Islam gehört auch zu Deutschland. Aber sicher nicht Islamismus und Gotteskrieger. Die gehören genauso wenig zu Deutschland wie Nazis.

                    • Thorsten Haupts 23. Januar 2026, 23:28

                      In Deutschland interessiert sich kaum jemand für Iran. Es hat sich auch niemand für Syrien interessiert, oder Tunesien.

                      Noch grenauer – es gibt kein Land, für das sich Deutschland medial mehr interessiert, als für Israel. Und zwar seit mehr als 30 Jahren darüberhinaus unter (ausschliesslich) zwei Gesichtspunkten: Wenn es etwas in kontrollierten Gebieten (wie dem Westjordanland) tut oder/und wenn seine Streitkräfte irgendwo zuschlagen.

                      Du darfst mir natürlich gerne erklären, dass man dieses absolut exzessive Interesse irgendwie mit „Kulturkreis“ begründen kann. Ich kaufe es nicht und halte Judenhass schlicht für erheblich wahrscheinlicher.

                      Gruss,
                      Thorsten Haupts

                    • Stefan Sasse 24. Januar 2026, 09:43

                      Na, ich würde sagen, das Interesse an den USA ist deutlich größer als an Israel. Auch GB und Frankreich werden bei uns sicherlich häufiger diskutiert. Für Israel als Land interessiert man sich tatsächlich wenig, es geht meist um Krieg und Terror.

                    • Stefan Pietsch 23. Januar 2026, 23:40

                      Zur Schönheit israelischer Frauen:
                      https://www.stern.de/politik/ausland/israelische-frauen–sexy–stolz-und-stark–3855570.html

                      Uhr

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                      Das Model Bar Refaeli bestätigt dann doch ein Vorurteil: Dass in ihrer Heimat Israel die schönsten Frauen der Welt wohnen.

                      https://www.israelnetz.com/100-schoenste-gesichter-drei-israelische-frauen-platziert/
                      Drei israelische Frauen zählen zu den Frauen mit den „schönsten Gesichtern“ des Jahres 2022. Zu diesem Ergebnis kommt eine Rangliste des amerikanischen Autors TC Candler. Die Siegerin von 2020, Jael Schelbia, landet in diesem Jahr auf dem 7. Platz. Ihre Landsfrau Gal Gadot belegt Platz 12 und das Model Eden Pines findet sich auf dem 71. Platz wieder. Das „schönste Gesicht“ 2022 hat demnach das amerikanische Model Jasmin Tookes. Seit 1990 wird die Rangliste erstellt. Frauen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz schafften es nicht in die Top 100.

                    • Stefan Pietsch 24. Januar 2026, 10:15

                      Ich sehe Deine Kriterien nicht. Warum gehört der Islam für Dich zu Deutschland, nicht jedoch der Islamismus?

                      Wie viele Deutsche haben eine Hardcore-Nazi-Einstellung? Eher im Promillebereich bis irgendetwas einstellig. Dagegen sehen ein Viertel und mehr der Muslime in Deutschland die Scharia als das maßgebliche Framework. Junge Muslime sehen den Koran für wichtiger an als das Grundgesetz. Das ist schon prägend.

                    • Stefan Sasse 24. Januar 2026, 22:16

                      Eine Hardcore, Gotteskrieger-Djihad-Einstellung haben auch nur die allerwenigsten Muslime. Du misst mit zweierlei Maß.

                    • Erwin Gabriel 24. Januar 2026, 14:22

                      @ Stefan Sasse 24. Januar 2026, 09:42

                      Der Islam gehört auch zu Deutschland. Aber sicher nicht Islamismus und Gotteskrieger. Die gehören genauso wenig zu Deutschland wie Nazis.

                      Ich kann mit so unscharfen Formulierungen wenig anfangen, da sich die Bedeutung der Begrifflichkeit erst durch die Interpretation desjenigen ergibt, der sie benutzt. Daher meine Bitte: Definiere „gehört zu“.

                      Das Christentum ist schon lange hier, weit über 1000 Jahre, bevor Deutschland existierte. Der Islam ist „reingeschmeckt“, zugewandert.

                      Aber wenn das der Maßstab ist, gilt das dann gleichermaßen für alle anderen Religionen wie den Buddhismus, Hinduismus, Judentum etc.? Gilt das dann auch für „Völker“ wie Türken, Franzosen, Engländer, Chinesen, Russen, Ukrainer etc.?

                      Und wenn der Islam zu uns gehört, kann man dann klar als vorhanden erkennbare Aspekte wie Islamismus ausgrenzen, erst recht, wenn die Grenzen zwischen Islam und Islamismus fließend sind?

                      Kann man in Deutschland sagen, dass das Nazitum und der dazugehörige rassistische, völkische Gedanke NICHT zu uns gehört? Wir haben es ja fast erfunden bzw. perfektioniert (gemeint ist „aus Sicht der Erfinder“)? Können wir das so einfach loswerden – jetzt, wo rechtsextremes Gedankengut deutschlandweit derart fröhliche Urstände feiert?

                      Oder ist „gehört zu“ nur ein Synonym für „so hätte ich es gerne“? Was meinst Du also?

                    • Stefan Sasse 24. Januar 2026, 22:20

                      Für mich gehören Judentum, Islam und Orthodoxie zu Deutschland, weil die nennenswerte Gruppen und historische Verankerungen haben (die Orthodoxie noch am wenigsten). Die Juden sind zwar zahlenmäßig nicht mehr so stark, aber das hat, höflich formuliert, historische Gründe, und die jüdische Geschichte in Deutschland ist SEHR lang. Die muslimische ist „erst“ drei Generationen alt, aber das heißt halt praktisch alle aktuell lebenden Deutschen. Da kann man schon von Zugehörigkeit sprechen.

                    • Stefan Pietsch 25. Januar 2026, 14:25

                      Das nicht, aber es lässt sich nicht bestreiten, dass sich in Europa Muslime deutlich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden, in die sie eingewandert sind. Und das bezieht sich vor allem auf ihre Ablehnung liberaler, demokratischer Lebensformen.

                      Religiöser Fundamentalismus unter Muslimen ist in Westeuropa kein Randphänomen. Zu diesem Ergebnis kommt Migrationsforscher Ruud Koopmans vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in seiner Auswertung einer repräsentativen Befragung von Einwanderern und Einheimischen in sechs europäischen Ländern. Zwei Drittel der befragten Muslime halten demnach religiöse Gesetze für wichtiger als die Gesetze des Landes, in dem sie leben. Drei Viertel von ihnen finden, es gebe nur eine mögliche Auslegung des Korans.
                      https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/islamischer-religioeser-fundamentalismus-ist-weit-verbreitet

                      Der Islamismus setzt sich in Deutschland und Europa mehr und mehr durch – mit Duldung der Politik. Es sind besonders linke Parteien, die islamische Forderungen aktiv unterstützen und jegliche Thematisierung dieses Extremismus als islamfeindlich delegitimieren.
                      https://www.cicero.de/innenpolitik/der-stetige-vormarsch-des-islamismus-die-scharia-gewinnt-an-boden-mit-deutscher-hilfe

                      Homosexualität akzeptieren rund 58 Prozent der Engländer; unter den Moslems keiner. Ehebruch ist für 82 Prozent der Engländer tolerierbar, unter den Moslems fanden sich gerade einmal drei Prozent, die diese Ansicht vertreten. Laut Scharia steht auf Ehebruch die Todesstrafe.
                      https://www.pro-medienmagazin.de/focus-ueber-moslems-in-europa-die-vorhut-ist-da/

                      Die Studie ist von 2013. Inzwischen haben sich die extremistischen Tendenzen weiter ausbuchstabiert. Und genau das ist so weder bei Christen, noch Juden, noch anderen Religionsgruppen anzutreffen.

                      Wenn man also der Ansicht ist, der Islam gehöre zu Deutschland, darf man nicht ausblenden, was dann ebenfalls zu Deutschland gehört, weil – wie Du sagst – ja die Menschen zu Deutschland gehören.

                      Wenn Extremismus für Dich erst beginnt, wenn man andere Menschen tatsächlich umbringt, dann ist Deutschland ein glückliches Land, in dem es de facto keinen Extremismus gibt.

                  • CitizenK 24. Januar 2026, 11:21

                    Kritik an der israelischen Regierung, vor allem an Netayahu, gibt es in Israel selbst zuhauf. Ich frag mich schon, warum die den Deutschen so wichtig ist. Was sind denn konkret Deine Kritikpunkte?

                    • Stefan Sasse 24. Januar 2026, 22:18

                      Mir ist sie nicht sonderlich wichtig, ich halte mich hier ja dazu auch sehr zurück. Aber Kritik gibt an den USA gibt es da auch zuhauf, warum also ist sie den Deutschen so wichtig?

                      Meine Kritik:
                      1) Konkret Netanyahu: Autoritarismus, Abschaffung des Rechtsstaats, annexionistische Politik.

              • Stefan Pietsch 19. Januar 2026, 17:26

                Bei der Gesäßgeographie bin ich bei Dir. Als rechtsstaatlich gesinnter Demokratie sollte man sich immer nur im gemäßigten Bereich bewegen. Ob „Linksextremismus“ oder „Rechtsextremismus“ muss egal sein. Das hat für Bewertungen und Analysen nur geringe Relevanz.

                Anders verhält es sich beim Anstieg des Antisemitismus durch Zuzug. Das ist ein exogener Faktor, der am ehesten zu kontrollieren ist. Der wesentliche Punkt, warum die Kriminalität in den letzten zehn Jahren signifikant gestiegen ist – und die anderen Extremismusbereiche anheizt – ist die Migration aus dem arabisch-islamischen Raum.

                Mich berührt das emotional enorm. Ich habe für zwei israelische Unternehmen gearbeitet. Ich war mehrmals in Israel, sowohl beruflich als auch privat. Ich hatte viel mit Juden zu tun und kenne das beklemmende Gefühl, auf Nachfahren von Holocaust-Insassen zu treffen. Deswegen gilt aus meiner Sicht: Keinen Zentimeter Raum für Judenfeinde. Und wenn wir hier Antisemitismus importieren, dann muss diese Entwicklung schleunigst zurückgedreht werden.

                • CitizenK 20. Januar 2026, 05:32

                  Zustimmung. Anfeindungen im Alltag, z. B.wegen eines Davidsterns in der Bahn, kommen daher. Die unsäglichen Demos und Aktionen an den Hochschulen auch. Und die haben in der Tat eine starke Schlagseite nach links – ignoranten und idioten.

                  • Stefan Pietsch 20. Januar 2026, 10:44

                    Bis 2014 hatten wir einen stetigen Rückgang antisemitischer Straftaten. Und 2015 hatten wir einen signifikanten Politikwechsel.

                    Natürlich ist es wichtig, dass die Sicherheitskräfte eine detaillierte Einordnung von Straftaten vornehmen. Missbräuchlich ist es, dies zur politischen Agitation zu nutzen. Was bitte ist aus politischer Sicht der Unterschied zwischen linksextremistischer und rechtsextremistischer Gewalt? Wenn der Kopf eingeschlagen ist, ist der Mensch tot. Der Staat in Gestalt seiner politischen Funktionsträger hat die Bürger vor den Übergriffen gewaltbereiter Mitbürger zu schützen. Das ist die politische Aufgabe, wozu die Abgeordneten den Sicherheitskräften die notwendigen Mittel und Freiheiten der Arbeit geben müssen.

                    Ich unterstelle keinem Politiker und Kommentatoren Sympathien für Extremismus bis zum Beweis des Gegenteils. Leider zeigen das immer wieder linke Politiker und auch Mitmenschen. Es ist höchst befremdlich, wenn nicht nur Abgeordnete der Linken, sondern auch die Gallionsfigur der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, in Budapest – einem EU-Mitgliedsland – ihre Unterstützung für eine(n) verurteilte(n) Linksextremist(in) zu dokumentieren. Und noch irritierender ist es, wenn die SPD-Politikerin Nancy Faeser bei ihrem Amtsantritt als Innenministerin des Landes als Baustellen extremistischer Gewalt selektiv auf den rechtsextremistischen Teil schaut, Linksextremismus aber ignoriert. Oder wenn ihre Parteikollegin bei der Zuerkennung öffentlicher Mittel es für unnötig hält, von linken NGOs ein Verfassungsbekenntnis zu fordern.

                    Irritierend, weil in keiner Weise verständlich, so man nicht heimliche Sympathien oder politisch unredliche Ziele unterstellt.

                    Ich kann mich in meiner Schulzeit an keine einzige despektierliche Bemerkung gegenüber Juden erinnern. Es war die Zeit der „Holocaust“-Serie im deutschen Fernsehen und der Aufklärung über die Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Nazis im Besonderen und der Deutschen im Allgemeinen. Ich bin sehr verstört, dass dies heute nicht mehr gilt. Verstörung des Alters, nehme ich an.

                    P.S.: Sie haben auf meine Nachfrage nicht reagiert, inwieweit die von Ihnen behauptete Sympathie für die Migration von Juden tatsächlich stattfand. Ich nehme daher an, dass Sie da sehr Ihre eigene Haltung mit der anderer vermischt haben.

                  • Stefan Sasse 22. Januar 2026, 09:26

                    Keine Frage!

                • Stefan Sasse 22. Januar 2026, 09:24

                  Ja, da hab ich keinen Widerspruch.

  • Erwin Gabriel 15. Januar 2026, 12:51

    Deutschlands Moral in Afghanistan

    Deutschlands beschissenes Verhalten den afghanischen Helfern gegenüber ist beschämend und feige.

  • Erwin Gabriel 15. Januar 2026, 13:18

    Feinde der Freiheit

    Der Präsident des Zentralsrats der Juden, Josef Schuster, … fordert einen „Aufstand der Anständigen“.

    Zum einen: Wie soll der aussehen?

    Zum anderen: Meine jüngste Töchter ist extrem pro Palästina und extrem Israel. Den Unterschied (bzw. die Gemeinsamkeiten) zwischen jüdischer Religion, jüdischer Volkszugehörigkeit, israelischem Staat (bzw. Staatsangehörigkeit) oder israelischer Armee kriegt sie genauso wenig gebacken wie für Palästina, Gaza, Hamas, Hisbollah, Islam, Islamismus oder arabischer Volkszugehörigkeit (inkl. Iran, die ja Perser sind ^^).

    Ein Gespräch darüber artet in Sekunden in Geschrei und Beleidigungen aus.

    Für die Bürgerlich-Rechten ist der Antisemitismus vor allem ein Knüppel, um die Linken zu schlagen, …

    Ja, und? Selbst wenn Deine Erklärung in ihrer Schlichtheit der Wahrheit halbwegs nahekommen sollte, was ich als Konservativer bezweifle (ich als solcher verbringe meine Freizeit nicht damit, mir über wirtschaftliche und soziale Themen hinaus irgendwelche Gründe aus den Fingern zu saugen, um linke Politik nicht gut zu finden) – es gäbe deutlich schlechtere Gründe fürs Dissen. Und die gute Sache (Kritik an linkem/linksextremen Antisemitismus) schlecht zu reden, weil sie von politisch rechter bzw. konservativer Seite kommt, halte ich auch für eher albern.

    … und die ducken sich weg und leugnen das Phänomen und jede Verantwortung rundheraus, …

    Das tun sie in der Regel immer, nicht nur bei diesem Thema.

    … während umgekehrt der Anstieg des Antisemitismus im rechtsradikalen Lager weitgehend ignoriert wird.

    Welcher Anstieg? Bin da bei Thorsten: Was die Rechtsextremen da treiben, ist widerlich und immer wiederlich gewesen, aber diese Widerlichkeiten sind bei weitem nicht in gleichem Ausmaß gestiegen, wie die AfD an Stimmen zulegte. Die Linksaußen-Fraktion leidet aber unter dem gleichen Defizit wie meine Tochter: Aus ideologischer Verblendung wird die Welt so gesehen, wie sie von Linksaußen wahrgenommen werden will. Diese Weltsicht dient dazu, das eigene Verkorkste Verhalten zu rechtfertigen, nicht dazu, die realität abzubilden.

    Zum Gaza-Krieg: Angegfangen hat die Hamas. Weitergeführt bzw. nicht beendet hat die Hamas. Die eigenen Leute der IDF „zum Fraß vorgeworfen“, Hunger leiden, ausbomben und ermorden lassen hat die Hamas. Israel hat reagiert. Meiner Wahrnehmung nach zu heftig, aber ich bin außenstehend und kann da wenig mehr beurteilen außer zu sehen, wer angefangen hat.

    • Lemmy Caution 15. Januar 2026, 17:04

      Nitpicker: Im Iran gibts nicht nur Perser. Viele wissen das nicht, aber der Iran ist sehr multikulti. Nur 38,5% sind Perser!
      https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnien_in_Iran
      Hab mal mit einem iranischen Aserbaidschaner zusammengearbeitet.

      • Erwin Gabriel 16. Januar 2026, 12:26

        @ Lemmy Caution 15. Januar 2026, 17:04

        Ja, war mir halbwegs klar – Kurden, Paschtunen etc (danke trotzdem; so ausführlich hätte ich es nicht parat gehabt). Eben nur entgegen der Annahme meiner Tochter kaum Araber.

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:22

      Ich habe das Gefühl, bei dem Thema drehen einfach alle irgendwie durch.

    • Detlef Schulze 16. Januar 2026, 16:29

      Zum Gaza-Krieg: Angegfangen hat die Hamas. Weitergeführt bzw. nicht beendet hat die Hamas. Die eigenen Leute der IDF „zum Fraß vorgeworfen“, Hunger leiden, ausbomben und ermorden lassen hat die Hamas. Israel hat reagiert. Meiner Wahrnehmung nach zu heftig, aber ich bin außenstehend und kann da wenig mehr beurteilen außer zu sehen, wer angefangen hat.

      Mit so einer Argumentation kommt man schlecht weiter. Anhänger der Hamas würden behaupten, dass Israel angefangen hat mit der Besetzung Palästinas und der Vertreibung von Palästinensern, die auch jetzt im Westjordanland stattfindet. Dieselben Leute meinen dann, dass der Terror vom 7. Oktober nur legitimer Widerstand ist, der vielleicht etwas zu heftig war.

      Ich verstehe nicht, warum man in diesem Konflikt überhaupt Partei für entweder Israel oder die Palästinenser ergreifen muss. Es sollte eigentlich jedem Menschen klar sein, dass die Tötung hunderter Zivilisten, wie am 7. Oktober 2023 geschehen, kein legales Mittel ist. Im Anti-Terror-Krieg Zivilisten den Zugang zu Nahrung und Medikamenten abzuschneiden, ihnen das Wasser abzudrehen und deren Städte zu zerstören, ist ebenfalls illegal. Die Verantwortlichen sind die Führer der Hamas und die entsprechenden Personen in der israelischen Regierung.

      Ein Verbrechen als Vergeltung für ein anderes Verbrechen rechtfertigen zu wollen, ist gerade in diesem Konflikt völlig nutzlos, da beide Parteien wahrscheinlich irgendwelche Geschehnisse von vor 2000 Jahren rauskramen würden, um ihr Handeln zu rechtfertigen.

      • Thorsten Haupts 16. Januar 2026, 17:00

        Ändert alles überhaupt nichts an einem ganz einfachen Fakt: Der Verlierer eines Krieges beendet diesen mittels Kapitulation, Abgabe der Waffen und (in diesem Fall) Freilassung der Geiseln. Der Verlierer entschied sich dagegen (wie Deutschland spätestens 1944) und dann hat die Bevölkerung des Verlierers schlicht Pech gehabt, dass sie eine Verbrecherbande als Regierung hatte.

        Und ganz nebenbei und nur der Vollständigkeit halber: Es war mitnichten ausschliesslich „Tötung“ von Zivilisten, sondern ebenso massenhaft um Vergewaltigung und Folterung. DAS machte das ganze noch um Grössenordnungen widerlicher, weil: Töten kann fast jeder, für diese Verbrechen aber muss man eine menschliche Bestie sein.

        Gruss,
        Thorsten Haupts

        • CitizenK 17. Januar 2026, 13:07

          Und die unvorstellbare Grausamkeit dabei – mit voller Absicht, gefilmt und stolz gefeiert. Wer das „Widerstand“ nennt oder auch nur relativiert, auch für den oder die trifft das zu.

      • Erwin Gabriel 16. Januar 2026, 19:23

        @ Detlev Schulze

        Palästina war seit mehreren hundert Jahren ein Teil des osmanischen Reichs – nur ein Landstrich in einem gewaltigen Reich. Schon damals lebten auch Juden dort, selbst wenn sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts jüdische Einwanderung verstärkte.

        Später (nach dem ersten Weltkrieg und der Aufteilung des osmanischen Reichs wurde die Gegend ein Gebiet unter britischer Verwaltung. Die Juden hatten einen Plan, die Araber nicht. Das Land, dass die jüdischen Siedler kauften, verkauften ihnen Araber. Die Entscheidung, das Gebiet in mehrere Staaten aufzuteilen, fällte die UN. Aber das Gebiet, das Israel als Staatsgebiet zugesprochen wurde, war zuvor nie ein eigener arabischer oder palestinensischer Staat gewesen.

        Wie schon an anderer Stelle beschrieben bin ich ein Außenstehender, nicht betroffen. Aber ich sehe die beiden Gruppen dort, und die eine baut auf, die andere macht kaputt. Dass sich beide Seiten nicht so verhalten, wie man es sich von seinem Nachbarn wünscht, ist offensichtlich. Aber ich habe (ohne mir eine Entscheidung anmaßen zu wollen) mehr Verständnis für die Seite, die reagiert.

        Was das Agieren Israels im Gaza-Streifen angeht – das fand ich furchtbar. Aber ich habe auch keine andere Lösung parat, um zu verhindern, dass die Hamas ständig Raketen auf Israel abschießt. Wenn der Angreifer verliert, aber nicht aufgibt, bleiben nicht viele Optionen.

        • Detlef Schulze 16. Januar 2026, 21:01

          Die Juden hatten einen Plan, die Araber nicht.

          Was sollten denn die Araber für einen Plan haben, wofür denn? Denen hat ja niemand erzählt, dass sie einen Plan brauchen. Im osmanischen Reich war ja alles stabil.

          Aber wie gesagt, ich finde es wenig hilfreich, Schuldfragen im Historischen Rahmen zu diskutieren. Es können ja die Palästinenser, die jetzt im Westjordanland von ihrem Land vetrieben, nichts dafür, dass ihre Vorfahren keine Pläne gemacht haben.

          • Erwin Gabriel 17. Januar 2026, 01:04

            @ Detlev Schulze

            Zwischen dem Ende des osmanischen Reiches und der Gründung Israels sind schon ein paar Tage vergangen, da kam nichts überraschend. Und die über mehrere Jahrzehnte geflossenen vielen, vielen Milliarden an Hilfsgeldern wurden nun wirklich nicht sinnvoll eingesetzt.

            Aber ich stimme zu, dass derartige Rückblicke relativ sinnfrei sind.

      • CitizenK 17. Januar 2026, 13:17

        „Ein Verbrechen als Vergeltung für ein anderes Verbrechen…“

        Die Kriegsführung durch Israel als unverhältmäßige Rache zu bezeichnen (wie vielfach geschehen) trifft nicht den Punkt. Es ging und geht darum, die Wiederholung (von der Hamas offen angekündigt) zu verhindern. Allerdings könnte ich auch Rachegefühle israelischer Soldaten (Bürger, aus dem Zivilleben geholt) verstehen, die Angehörige durch den Terrorakt verloren haben. Und das waren viele.

        • Detlef Schulze 18. Januar 2026, 22:06

          „Allerdings könnte ich auch Rachegefühle israelischer Soldaten (Bürger, aus dem Zivilleben geholt) verstehen, die Angehörige durch den Terrorakt verloren haben. Und das waren viele.“

          Und jetzt haben wir 2 Mio Menschen im Gazastreifen, von denen wahrscheinlich jeder Angehörige verloren hat. Haben wir jetzt auch Verständnis für deren Rachegelüste?

          • CitizenK 19. Januar 2026, 10:28

            Berechtigter Einwand? Unsicher, weil ich um die anhaltende Zustimmung in Gaza zum 7. Oktober weiß.
            Wie berechtigt waren Rachegefühle der Deutschen im WKII gegen alliierte Bomberpiloten?

            • Detlef Schulze 19. Januar 2026, 10:52

              Ich drücke mich etwas klarer aus. Rachegefühle sind sehr häufig verständlich. Rache als Motivation für Gewalt gegen eine Gesellschaft oder eine Volksgruppe führt aber meist zu nichts Gutem und sollte ein Tabu sein.

  • cimourdain 15. Januar 2026, 15:54

    Schulpolitik Bayern: Du sprichst ein spannendes Problem an. Was, wenn die Exekutive das Recht ignoriert? Das Kruzifixurteil von 1995 (BVerfG: verpflichtende Kreuze im Klassenzimmer verstoßen gegen die negative Religionsfreiheit) wurde von der Landesregierung dahingehend „interpretiert“, dass die Kreuze bleiben, aber in „atypischen Ausnahmen“ können sie abgehängt werden. Das bedeutet in der Praxis, dass das im Einzelverfahren vor Gericht eingeklagt werden muss. Einige Male war das bisher erfolgreich – so auch in diesem Fall. Und jetzt ? Theoretisch müsste zwar nicht die Landespolizei, aber die Landesstaatsanwaltschaft tätig werden.
    Nachtrag: Nicht nur das Kreuz, auch die Hymnen will Söder zur Pflichtveranstaltung machen. Hier ein giftiger Kommentar der SZ
    https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-hymnen-pflicht-soeder-patriotismus-meinung-li.3368586
    Nachtrag zum Nachtrag: Söder will alle drei Hymnen absingen lassen. Wer kennt spontan den Text der Europahymne?

    f – 2. FS ) ist ein gutes Beispiel für die rhetorischen Verabsolutierungen, die durch den Israel-Palästina-Konflikt in den Westen getragen werden. Hintergrund ist ein konkreter, der nicht so ‚randständig‘ ist, wie man denken könnte (Bildersuche hilft): 2024 hat Papst Franziskus von der PLO-Regierung Palästinas (der Vatikan erkennt Palästina als Staat an) eine Krippe geschenkt bekommen, die von einer christlich-palästinensischen Künstlergruppe gestaltet wurde. Dort lag wie im Artikelbild zu sehen, das Christuskind auf einer Kufiyya. Der Papst hat das Geschenk honoriert, indem er es im Audienzsaal ausgestellt hat und ein Fürbittengebet für die Kriegsopfer gesprochen hat, das öffentlich gezeigt wurde. Darauf gab es Proteste von jüdischen und proisraelischen Gruppen, weil Vereinnahmung für eine Ethnie. Und im Zuge dieser Debatte kamen einige Theologen auf den Spin, dass Jesus deswegen kein Palästinenser ist, weil die römische Provinz, in der Bethlehem (heute Palästinensergebiet) liegt, zu der Zeit Judäa hieß und erst nachdem Bar-Kochba-Aufstand (AD135) in Palästina umbenannt wurde. In gewisser Weise Strawman-Astroturfing, das da betrieben wurde.

    h) „Killswitch“ ist jetzt keine chinesische Spezialität. Mir ist das Thema zum ersten Mal positiv aufgefallen, als die US-Firma John Deere damit 2022 ukrainische Traktoren, die von der russischen Armee gestoh… äh “requiriert“ wurden, ausgeschaltet hatte. Tesla verwendet sie, jedes Waffensystem, das elektronisch gesteuert wird (verständlich). Am wichtigsten ist das aber im Bereich Computersysteme: Microsoft kann wahrscheinlich die halbe Welt mit einem Federstrich lahmlegen.

    Eigene Überlegung zum Thema Grönland: Am einfachsten wäre das Thema mit dem Modell Habsburg gelöst: Wir verheiraten Barron Trump mit Prinzessin Isabella zu Dänemark, sie bekommt die Insel als Mitgift. Als Kompensation wird Puerto Rico (das die US-Republikaner eh nicht so recht wollen, weil dort zu viele Ausländer herkommen) an die Dänische Westindien Kompanie restituiert, die auf Vieques im 17. Jahrhundert kurz eine Kolonie hatte.

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:24

      Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, und da hörts auf. Aber das sind ja auch keine ernstgemeinten Vorschläge, das sind nur identitätspolitische Marker und populistischer Krach.

      h) Klar, aber man muss sich die ja nicht willentlich ins Haus holen!

      • cimourdain 16. Januar 2026, 15:37

        Ich hätte die Frage nicht gestellt, wenn es so einfach wäre. Die Europahymne hat keinen Text, damit keine der europäischen Sprachen durch das Absingen „bevorzugt“ wird.

        h) Dann überlege mal, in welchem Szenario das eine Rolle spielen könnte: Am wahrscheinlichsten ist, dass der Hersteller damit seine Bezahlung sicherstellen will. Denn man muss klar sagen, für ausländische Hersteller ist Europa ein reales Ausfallrisiko, was Forderungen betrifft. Es ist definitiv möglich, dass zur Sicherung geopolitischer Interessen Vermögenswerte einer Firma eingefroren oder enteignet werden.

  • CitizenK 15. Januar 2026, 16:01

    @ Stefan Sasse
    Mal eine ganz andere Frage: Wenn die Daten zur Spam-Vermeidung nach USA gehen (Akismet) und die US-Behörden Zugang zu allen Daten erzwingen können – wie sicher sind sie dann, wenn die Einmischung von MAGA bei einer AfD-Regierungsbeteiligung Ausmaße annimmt, wie sie in UK sich bereits abzeichnet?

  • Thorsten Haupts 15. Januar 2026, 18:50

    Zu e) Das ist das größte Problem: zu viel Kram, der nicht das Kerngeschäft ist.

    Das Problem teilen sich alle Behörden, Organisationen, Unternehmen und Vereine Deutschlands. Wenn man alles gerichtsfest dokumentiert haben will und die Schnittstellen vervielfältigt werden, bleibt eben immer weniger Zeit für die eigentliche Arbeit. De facto hat man damit die Arbeitsleistung einer Mannschaft geschrumpft, was unter anderem erklärt, warum man heute deutlich weniger Polizei auf der Strasse hat, als 1985. Bei im Verhältnis zur Bevölkerung etwa gleichen Polizistenzahlen.

    Wenn man das nicht will, muss man administrative und Dokumentationsvorschriften drastisch zurückfahren. Was ausserordentlich undeutsch wäre, weil man damit in Kauf nehmen MUSS, dass grössere Freiheit auch mehr Fehler bedeutet und viele Sachverhalte im Nachhinein nicht mehr eindeutig geklärt werden können. Die Diskussionen der letzten Jahre gehen eher in die entgegengesetzte Richtung. Was für mich eineindeutig ein Bug ist, stellt für viele andere ein Feature dar …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:26

      Ich plädiere da ja für ein genaueres Hinschauen, aber in der Tendenz bin ich bei dir.

  • Stefan Pietsch 15. Januar 2026, 20:18

    Deutschlands Moral in Afghanistan

    Das Verhalten der Bundesregierung in Bezug auf die Leute in Afghanistan, die uns jahrelang auf unserem Einsatz unterstützt haben, ist einfach nur widerlich. Nicht nur, dass man Leuten, deren Leben bedroht ist, weil sie damals auf unserer Seite standen, nicht Asyl zu bieten bereit ist (und wo wäre es angebrachter als hier?).

    Seit langem sitzen in den Fliegern nur ein Bruchteil an dokumentieren Hilfskräften. Meist ist das Verhältnis 22 Hilfskräfte zu 122 von NGOs (!) ausgewählten Afghanen. Die unselige Außenministerin Baerbock sorgte dafür, dass Sicherheitsüberprüfungen eher nach Goodwill durchgeführt wurden. Nachuntersuchungen haben ergeben, dass nur ein geringer Prozentsatz der Afghanen mit Zusage tatsächlich sicherheitsüberprüft worden waren.

    Seit Jahren werden Anschläge in Deutschland von Syrern und Afghanen begangen. Kein Schaden? Bei den Bürgergeldempfängern sind Afghanen weit überproportional vertreten. Wenn die Bundesregierung 10, 12, 15-köpfige Familien einfliegen lässt, ist die statistische Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dies eine 10-15-köpfige zusätzliche Belastung für die Sozialkassen und den Steuerzahler bedeutet. Auf Lebenszeit. Kein Schaden?

    Nach offiziellen Angaben arbeiteten 2021 300 afghanische Ortskräfte für die Bundeswehr. Insgesamt hat Deutschland inzwischen 35.000 Afghanen über das Hilfsprogramm der Bundesregierung aufgenommen. Die Zahlen stehen in keinem Verhältnis zueinander. Zum Vergleich, die USA, die mit 100.000 Soldaten ein ungleich größeres Kontingent als die Bundeswehr (5.000 Soldaten) unterhielten, haben rund 100.000 Afghanen aufgenommen.

    Angesichts solcher Relationen ist es unwahrscheinlich, dass Deutschland zukünftig ein Glaubwürdigkeitsproblem haben wird.

    • Thorsten Haupts 15. Januar 2026, 21:47

      Merci! Ich wusste nur noch vage, dass an Stefans Ausführungen einiges so richtig fischig war.

      • sol1 25. Januar 2026, 18:13

        Und die von Pietsch sind nicht fischig?

        „Insgesamt hat Deutschland gut 48.000 Afghaninnen und Afghanen eine Aufnahme zugesagt – über verschiedene Programme. Etwa 35.000 wurde die Einreise bereits ermöglicht.“

        https://www.tagesschau.de/inland/bundesaufnahmeprogramm-100.html

        Das ergibt eine Differenz von 13.000.

        • Thorsten Haupts 27. Januar 2026, 08:34

          Es ging ganz konkret um die afghanischen Helfer der Bundeswehr in Afghanistan. Und das waren weder 13 noch 35 noch 48.000.

    • Erwin Gabriel 16. Januar 2026, 12:29

      @ Stefan Pietsch 15. Januar 2026, 20:18

      Wer den Deutschen drüben geholfen hat, sollte mit seiner Familie hierher kommen dürfen. Was Deutschland sonst so treibt, ist ein anderes Thema.

      • Stefan Pietsch 16. Januar 2026, 12:57

        Wenn wir es von den eigentlichen 300, meinetwegen auch 700 Ortskräften nach vier Jahren immer noch nicht geschafft haben, sie in Sicherheit zu bringen, dann wird das auch in den nächsten Jahren nicht funktionieren.

        Die Relationen passen einfach nicht. In einem Flieger sitzen fast 150 Afghanen und seit Jahren ist der Anteil von angeblichen Ortskräften extrem gering. Baerbock hat in ihrer Amtszeit selbst dafür gesorgt, dass die Auswahl von NGOs übernommen wird und bei vielen keine Sicherheitsüberprüfung vorgenommen und gefälschte Dokumente akzeptiert wurden. Das war eigentlich in Riesenskandal.

        Stefan hat hier wieder mit der großen Moralkeule rumgehauen, wo ihn die Fakten kein bisschen interessiert haben. Diese völlig unsachliche Diskussion ist eigentlich das Relikt einer Zeit, die wirklich vorbei sein sollte.

        • Erwin Gabriel 19. Januar 2026, 12:28

          @ Stefan Pietsch 16. Januar 2026, 12:57

          Die Relationen passen einfach nicht.

          Zustimmung!

          Stefan hat hier wieder mit der großen Moralkeule rumgehauen, wo ihn die Fakten kein bisschen interessiert haben.

          Ausdrücklich: Sasses Moralkeule schwinge ich mit; wir haben uns da (vermutlich eher aus Unfähigkeit denn aus bösem Willen) ziemlich schäbig verhalten.

          Dein Thema,dem ich grundsätzlich ebenfalls zustimme, ist ein anderes. Du vermischst da zwei Sachen.

          • Stefan Pietsch 19. Januar 2026, 17:41

            Wie unfähig muss man denn angeblich sein, um unter 35.000 Afghanen, die man ausfliegt, nicht 300 Ortskräfte unterbringen zu können??!

            Ich denke etwas anderes: Längst werden als „Ortskräfte“ sämtliche Afghanen gezählt, die auch nur einmal mit einem Bundeswehrsoldaten gesprochen haben. Andere logische Erklärungen fallen mir nicht ein, wie man begründen will, nach über vier Jahren immer noch nicht alle 300 erwischt zu haben, die 2021 von der Bundeswehr genannt wurden.

    • Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:26

      Moralisch ist es trotzdem ein Skandal.

      • Stefan Pietsch 16. Januar 2026, 16:16

        Stefan, dreh‘ den Regler mit der Moral doch endlich mal 10 Stufen runter!

        Die These ist, die Bundesrepublik bekommt seit vier (!) Jahren nicht die relativ wenigen Ortskräfte nach Deutschland, obwohl man gleichzeitig 35.000 Afghanen hierher bringen konnte. Wer so arbeitet, der sollte sich doch gleich als voll behindert einweisen lassen. Dann ist es eher ein Skandal, wenn solch Verantwortliche noch frei herumlaufen.

        • Thorsten Haupts 16. Januar 2026, 17:02

          Oui!

        • Erwin Gabriel 19. Januar 2026, 12:32

          @ Stefan Sasse 16. Januar 2026, 14:26

          Moralisch ist es trotzdem ein Skandal.

          Volle Zustimmung !!!

          Stefan Pietsch 16. Januar 2026, 16:16

          Stefan, dreh‘ den Regler mit der Moral doch endlich mal 10 Stufen runter!

          Die These ist, die Bundesrepublik bekommt seit vier (!) Jahren nicht die relativ wenigen Ortskräfte nach Deutschland, obwohl man gleichzeitig 35.000 Afghanen hierher bringen konnte.

          Zustimmung; aber das ist Deine These, nicht die von Stefan Sasse.

          Wer so arbeitet, der sollte sich doch gleich als voll behindert einweisen lassen. Dann ist es eher ein Skandal, wenn solch Verantwortliche noch frei herumlaufen.

          Ja, definitiv. Hat schon seinen Grund, dass von Heiko Maas seit langem nichts mehr zu hören ist.

          • Stefan Pietsch 19. Januar 2026, 17:32

            Nein, das ist Stefans These. Wäre sie es nicht, würde er eine völlig absurde Situation anerkennen. Dazu ist er dann doch zu vernünftig.

            Nicht Heiko Maas, Annalena Baerbock. In ihre Verantwortung fällt das Hilfsprogramm und die Beauftragung von NGOs mit der Auswahl. Erwin, bitte, bei ein paar hundert Ortskräften, da kennen die deutschen Verwaltungskräfte, die in Afghanistan Dienst getan haben, jeden persönlich. Etwas anderes erzählen zu wollen, ist absurd.

            • Erwin Gabriel 20. Januar 2026, 01:49

              @ Stefan Pietsch 19. Januar 2026, 17:32

              Nein, das ist Stefans These.

              Nehme ich anders wahr. Stefan bezieht sich ausdrücklich auf das Verhalten damaliger afghanischer Unterstützer – da stimme ich seiner Einschätzung zu.

              Wäre sie es nicht, würde er eine völlig absurde Situation anerkennen. Dazu ist er dann doch zu vernünftig.

              Ja, die Situation ist absurd, keine Frage. Aber Du erweiterst Stefans Thema um den absurden Teil; kann man machen, muss man aber nicht.

              Nicht Heiko Maas, Annalena Baerbock. In ihre Verantwortung fällt das Hilfsprogramm und die Beauftragung von NGOs mit der Auswahl.

              Heiko Maas hat damals derart versagt, dass sich erst diese verquere Situation ergeben hat; AUsgangslage für Stefan Sasses These. Annalena Baerbock hat vielleicht anschließend Mist gebaut, aber das ist dann eher Dein und nicht das Ausgangsthema.

              • Stefan Pietsch 20. Januar 2026, 23:39

                Nach den offiziellen Zahlen der Bundesregierung waren 2021 300 afghanische Ortskräfte für die Bundeswehr tätig. Insgesamt, so eine Antwort der Bundesregierung an den AfD-Abgeordneten Brandner, waren in den 10 Jahren rund 1400 Afghanen als Ortskräfte für die Bundeswehr tätig. Nach aller Lebenserfahrung ist 300 eine Zahl, bei der die damals vor Ort befindlichen Bundeswehrmitarbeiter jeden Helfer persönlich kannten. Umgerechnet sind das 4-5 Flieger.
                https://dip.bundestag.de/vorgang/anzahl-der-für-deutschland-tätigen-ortskräfte-während-des-bundeswehreinsatzes-in/282466?f.deskriptor=Auslandseinsatz%20der%20Bundeswehr&start=150&rows=25&pos=167&ctx=d

                Tatsächlich karren die Bundesregierungen Scholz als auch Merz seit über vier Jahren monatlich hunderte Afghanen nach Deutschland und labeln das mit „Ortskräften“.

                In dem von der Bundesregierung unter Scholz, in der administrativen Verantwortung von Annalena Baerbock (nicht Heiko Maas) wurde ein umfangreiches Hilfsprogramm aufgelegt, darüber hinaus besonders gefährdete Personen nach Möglichkeit in Deutschland Asyl zu bieten. Die Auswahl der Personen wurde jedoch nicht von Beamten der Bundesregierung vorgenommen, sondern von Baerbock an NGOs vor Ort delegiert. Da kann man schon streiten, ob das dann unter hoheitlicher Aufsicht der Bundesrepublik erfolgte.

                Nun geht der Streit eben nicht darum, ob wir „echte“ Ortskräfte aufnehmen sollten. Das, Erwin, ist völlig unstreitig. Streitig ist, ob es sich bei den angeblich in Pakistan auf ihren Flug wartenden Afghanen tatsächlich noch um solche Ortskräfte handelt, die die Bundeswehr nennenswert unterstützt haben. Zweifel sind da durchaus begründet. Und die andere Streitfrage ist, ob wir wirklich noch alle mühselig und Beladenen aufnehmen sollten.

                Das hat durchaus Substanz. Bekanntlich hatte die Bundeswehr den Auftrag, den Aufbau ziviler Strukturen in Afghanistan zu unterstützen. Stefan stand in Opposition zu diesem Auftrag, während ich ihn befürwortete. Der Westen unter Führung des amerikanischen Präsidenten Joe Biden hat sich dann 2021 entschlossen, das Mandat abzubrechen und die Afghanen sich wieder selbst zu überlassen. Stefan hat das befürwortet.

                Nur, dann ganz oder gar nicht. Wenn wir der Ansicht sind, die Afghanen können das und wir sollten uns nicht einmischen – bitte. Aber dann passt es nicht, Afghanen den erleichterten Zuzug nach Deutschland zu geben, für die die Lebensverhältnisse vor Ort wegen der Taliban-Herrschaft nicht mehr so bequem sind. Das wussten wir ja schließlich, einschließlich Stefan.

                Man muss sich schon entscheiden, in welche Richtung man argumentiert. Entweder man unterstützt andere Länder ggf. auch militärisch bei der Entwicklung rechtsstaatlicher und demokratischer Strukturen. Dann trägt man Verantwortung. Oder man sagt, das fällt immer in die Autonomie eines Landes. Dann geht mich das aber auch im Prinzip nichts an, wenn dort die Menschenrechte eher den Status „nicht nötig“ genießen.

                • Erwin Gabriel 24. Januar 2026, 14:27

                  @ Stefan Pietsch 20. Januar 2026, 23:39

                  Du suchst Streit … 🙂

                  Man kann das so betrachten wie Stefan Sasse, man kann das so betrachten wie Du. Ich stimme Euch beiden zu und halte das nicht für einen Widerspruch.

                  • Stefan Pietsch 24. Januar 2026, 14:57

                    Im Gegenteil, es ist mir sehr ernst. Ja, man kann es so sehen wie Stefan. Das hat aber Konsequenzen, die er nicht zieht. Die Konsequenz ist nicht als erstes nach der Moral zu fragen, sondern wie dilettantisch dieser Staat unter Führung der Grünen eigentlich vorgeht, dass er nicht einmal in einer solchen Situation Prioritäten setzen und sich auf das Wesentliche fokussieren kann.

                    Das ist das Typische, das mich an den meisten meiner Mitmenschen wirklich zur Weißglut treibt: Immer wohl, niemals wehe und immer die Konsequenzen der eigenen Forderungen und Vorstellungen verweigern. So können wir nicht durchs Leben gehen.

                    • Erwin Gabriel 26. Januar 2026, 19:20

                      @ Stefan Pietsch

                      Nochmal: Das sind unterschiedliche Themen.

                      Thema 1: Wir waren in Afghanistan, haben da einheimische Unterstützer gehabt. Uns und denen war klar, dass im Falle einer Machtübernahme durch die Taliban deren Leben vermutlich verwirkt ist. Daher haben wir den Helfern gegenüber ein Schutzversprechen gegeben, dass wir nicht eingehalten haben. Das halte ich für schäbig.

                      Thema 2: Seit Jahren holen wir viele Afghanen ins Land, von denen wir wenig mehr wissen außer, dass sie Afghanen sind. Tut das Not? Meiner unprofessionellen Meinung nach nicht.

                      Aber das hat nichts mit Thema 1 zu tun, unabhängig davon, ob bestimmte Personen, Gruppen oder Parteien die beiden Themen zusammenstricken wollen.

                    • Stefan Pietsch 26. Januar 2026, 20:17

                      Aber Erwin, da schlägst Du doch – wie sagt Stefan immer? – einen Strohmann. Sollten aus welchen Gründen auch immer noch ein paar versprengte Ortskräfte in Pakistan rumhängen, packt sie doch einfach in einen Charter. Da gehen 150 Passagiere rein und gut ist. Wenn das der Punkt für die Empörung ist, dann lässt sich das leicht abräumen.

                      Nochmal: in den letzten Jahren – ich glaube spätestens seit 2024 – sitzen in den Fliegern immer nur so 15-25 ehemalige Ortskräfte, die restlichen Plätze sind Afghanen vorbehalten, die schwul oder lesbisch sind, zu viele Kinder oder zu wenig Bart und keinen Verwandten als Taliban haben. Liebenswerte NGO-Mitarbeiter haben die 35.000 handverlesen ausgewählt.

                      Nur, ich glaube halt nicht, dass nach viereinhalb Jahren immer noch ein paar Versprengte dort sind. Wenn das doch so wäre, hätte ich ein paar Fragen sowohl an die Personen als auch an die Deutschen vor Ort. Das ist kein Skandal der Bundesregierung Merz, sondern ein persönlicher Skandal der Annalena Baerbock.

                      Ich habe mal nachgerechnet (danke an sol1): Deutschland scheint sich bereit erklärt zu haben, fast 1,5 Promille aller Afghanen aufzunehmen. Wenden wir die Relation auf die engagierten NATO-Länder sowie das Nicht-NATO-Mitglied USA an, kämen wir auf so 2-3 Prozent der afghanischen Bevölkerung, die die ehemaligen Partner aufnehmen könnten/sollten.

                      Finde den Fehler.

  • Ralf 16. Januar 2026, 21:32

    zu 2) “Tech Skeptic”

    In Politico finden wir die Forderung, dass die Democrats einen „Tech-Sceptic“ für 2028 aufstellen. Ich lasse das mal für Ralf da, für den ist das sicher Wasser auf den Mühlen.

    Vielen Dank für die Blumen. In der Tat ist es unheimlich ermutigend zu sehen, dass der Widerstand gegen das, was Social Media mit unseren Gesellschaften macht und gegen die Konzerne dahinter zunimmt. Der im Artikel zitierte Politiker ist besonders interessant in diesem Zusammenhang, weil er eben nicht aus dem linken oder progressiven Spektrum kommt, sondern ein kerniger Konservativer ist, mit dem ich wahrscheinlich in fast allen anderen Fragen über Kreuz liegen würde. Dass auch auf der politischen (demokratischen) Rechten ein Bewusstsein wächst, dass wir uns wehren können und müssen, ist zu begrüßen.

    Von Spencer Cox hab ich übrigens zum ersten Mal bei Ezra Klein gehört. Das Video ist kostenlos verfügbar:

    https://m.youtube.com/watch?v=WJB87niNCk0

    Zu Social Media und auch zur verheerenden Wirkung von Kabelfernsehen äußert er sich ab 38:49.

    • Dennis 17. Januar 2026, 14:22

      Wie gut, dass z.B. Russland und Iran dabei sind, das internationale Netz und namentlich die angesprochenen „Konzerne“ bzw. deren Produkte von ihrem Netz abzuklemmen. Hat wahrscheinlich was mit Demokratieförderung zu tun.

      • Ralf 17. Januar 2026, 14:59

        Ja – danke für den Punkt. Diese Länder fahren beide eine doppelte Strategie, die zeigt, dass sie sowohl (1) die Macht der sozialen Medien als auch (2) deren potentielle Zersetzungswirkung auf ihr System sehr wohl verstanden haben.

        zu (1): Beide diese Länder – und wir können auch China und mittlerweile die USA dazuzählen – nutzen die sozialen Medien aktiv, systematisch und aggressiv, um unsere europäischen Gesellschaften zu spalten, Hass und Konflikt zwischen unseren Bürgern zu entflammen, Meinungen zu ihren eigenen Gunsten zu manipulieren und europäische Wahlergebnisse direkt zu beeinflussen. Das zeigt, dass Diktaturen den Wert von sozialen Medien als Hebel gegen uns begriffen haben.

        zu (2): Beide diese Länder – und wir können auch China und mittlerweile die USA dazuzählen – eliminieren international genutzte soziale Medien vom eigenen Internet, schalten bei Bedarf das Internet teilweise oder völlig ab und/oder sorgen dafür, dass das Internet, das die heimische Bevölkerung zu sehen bekommt, direkt vom Staat oder von staatsnahen oder staatsabhängigen Akteuren kontrolliert wird. Das zeigt, dass Diktaturen die Gefahr der sozialen Medien als Instrument des Systemumsturzes begriffen haben.

        Nur wir in Deutschland und in der EU haben anscheinend garnichts begriffen.

        • Lemmy Caution 17. Januar 2026, 16:04

          Sehr interessantes Gespräch auch zu diesem Thema von meinem Lieblingspodcaster -> https://www.youtube.com/watch?v=vsVXWBrifuQ
          In allen 5 Sprachen. Sehr interessanter Gesprächspartner und Paul Ronzheimer ist eh ein Naturtalent.

        • Dennis 18. Januar 2026, 11:00

          Zitat Ralf:
          „…die Macht der sozialen Medien….als auch deren potentielle Zersetzungswirkung auf ihr System sehr wohl verstanden haben“.

          Tja, „Zersetzungswirkung auf ihr System“ ist halt mal ne gute Nachricht und mal ne schlechte; ja nach Geschmack und Standpunkt. Die „sozialen Medien“ können also mal als gut und ein andermal als böse aufgefasst erden.

          Das überrascht eigentlich nicht sonderlich. Bei bedrucktem Papier, das es schon etwas länger gibt, ist das auch so. Generell stellt sich die Frage, ob es die Kommunikationsmittel sind, die wie auch immer ausgestaltete Machtverhältnisse konstituieren oder verwerfen. Glaub ich beides nitt. Früher war alles langsamer, stimmt schon, bedeutet aber wenig. Die „sozialen Medien“ sind also der falsche Freund oder Feind.

          • Ralf 18. Januar 2026, 11:24

            Die sozialen Medien sind nicht mit bedrucktem Papier vergleichbar. Die Möglichkeit zur Einflussnahme von außen existierte in der Praxis bei bedrucktem Papier so nicht – zumindest nicht für auflagenstarke Publikationen, die große Zielgruppen erreichten. Papier bedruckte sich auch nicht mittels Bots und künstlicher Intelligenz automatisiert von selbst. Bedrucktes Papier hat darüber hinaus einen haftbaren Autor im Impressum, der sich nicht in der Anonymität oder im Darknet verstecken kann. Und in der Praxis sind auflagenstarke Publikationen von Experten hergestellt und durch einen editorialen Prozess gegangen, der in den meisten Fällen Qualität garantiert hat, weil juristisch einklagbare Regeln galten – Regeln, die im Internet nicht nur nicht durchgesetzt werden, sondern die sich auch nicht durchsetzen lassen.

            Die Beobachtung, dass das Internet manchmal “gut” und manchmal “schlecht” ist, ist wenig relevant, da es bei uns offensichtlich “schlecht” ist. Oder erklär halt, warum wir statt einer blühenden Demokratie in Deutschland und Europa und positiver Stimmung in den sozialen Medien, Hass, Polarisierung, politische Zersplitterung, Brexit und Nationalsozialisten als stärkste Partei in Umfragen sehen.

            • Stefan Pietsch 18. Januar 2026, 15:08

              Sorry, aber die Grünen sind derzeit nicht auf dem Weg zur stärksten Partei. Das ist völlig übertrieben. Immer wieder werden grüne Politiker und Funktionäre völlig ausfällig gegen den politischen Gegner, ohne Interesse an Fakten und sachlichem Ton. Aktuelle Beispiele diese Woche: Die Beschimpfung des bayrischen Ministerpräsidenten als „Hurensohn“ und der dringende Hinweis an die Berliner Grünen, auf keinen Fall den Linksextremismus (= eigene Wähler) zu thematisieren, sondern den Regierenden Bürgermeister rüde anzugehen.

              Die Parteispitze sieht keinen Grund zum eingreifen.

            • Lemmy Caution 19. Januar 2026, 09:20

              Verbieten ist halt auch schwierig. Zum ganzen Ausmass des Problems der sozialen Medien auf die politische Kultur sehe meinen Link unten in dem anderen Thread, der mir wirklich sehr wichtig ist.
              Mein Konsum von politischen Inhalten basiert ja auf „language hopping“ in youtube. Vieles sind da offshoots von Journalisten, Akademia, Politiker, Experten, etc, die auch im jeweiligen Land im Fernsehen auftreten, aber ihnen wird in den youtube Formaten mehr Zeit eingeräumt, was ich echt für wichtig halte. Um die positive Sichtweise des pro-westlichen brasilianischen Politikwissenschaftlers Oliver Stuenkel auf BRICS zu verstehen, kann ich dessen Bücher lesen oder halt weniger zeitintensiv seine Beiträge in Sozialen Medien. Ähnlich sehe ich auch die langen Interviews in Jung & Naiv, obwohl ich mit deren Linie in vielem nicht übereinstimme.
              In Diktaturen wie Venezuela sollte es sich von selbst verstehen, dass da das offizielle Fernsehen keine wirkliche Option bietet. Ich bin aber zu UK deutlich auf Seiten von triggernometry, die sich erfolgreich als anti-BBC etablieren, die sich in den letzten Jahren offenbar sehr verändert hat. In Frankreich gibts tiefe Informationen zu den Problemen mit dem radikalisierten politischen Islam sehr gut bei bestimmten nicht-radikalen Kanälen von ex-Muslimen. Um die tiefen Verletzungen in afrikanisch-subsaharischen Gesellschaften durch Kolonialismus/Imperialismus bis heute zu verstehen, gibts nichts besseres als Kanäle aus West-Afrika oder von Franzosen mit afrikanischer Migrationsgeschichte.

              • Ralf 19. Januar 2026, 12:00

                Verbieten ist halt auch schwierig

                “Nicht-Handeln” ist auch eine Form von Handeln und hat Konsequenzen. Und “schwierig” ist in der Politik alles. Am Ende ist die Frage, ob der Erhalt von Demokratie, Rechtsstaat und Wohlstand Priorität hat.

                • Lemmy Caution 19. Januar 2026, 16:36

                  Ich diskutiere manchmal auf twitter mit Leuten, deren Weltbild aus meiner Sicht durch die Propaganda der letzten 4 Jahre Matsch gegangen ist. Das kriegst Du mit einem Verbot nicht mehr aus diesen Köpfen raus.

                  • Ralf 19. Januar 2026, 17:08

                    Ich glaube, da würdest Du sehr schnell sehr viel aus den Köpfen kriegen, weil einfach diese ideologischen Blasen nicht mehr da wären. Es würde nicht ständig auf Deine bestehenden Vorurteile draufgesattelt. Du würdest nicht laufend in Deinen Meinungen bestätigt. Und Du würdest nicht laufend emotionalisiert Deine Meinungsgegner zu hassen. Klar wird ein Rechtspopulist nicht morgen woke, nur weil der Propagandasturm aufhört. Aber vieles, über das Du Dich aufgeregt hättest, wird belangloser, wird weniger intensiv. Vieles, über das Du Dich aufgeregt hättest, erfährst Du noch nicht mal mehr. Alles wird ruhiger, entschleunigter, weniger emotional.

                    • Lemmy Caution 19. Januar 2026, 18:49

                      Nochmal: Dieser Experte sieht das anders. https://www.youtube.com/watch?v=jFtTfOaouIA
                      Bei den Zombies, die mir von dieseits und jenseits des Atlantiks auf twitter begegnen, brauchen wir da Experten. Im Vergleich zu diesen Typen waren 95% der deutschen Chavez-beseelten Anfang der 10er Jahre nüchtern abwägende Rationalisten.

                    • Ralf 19. Januar 2026, 19:28

                      Experten ziehen sich reihenweise aus dem toxischen Internet zurück. Spätestens in der Covid-Pandemie konntest Du erleben, wie Fachleute von ungebildeten Schreihälsen aus der Debatte gedrängt wurden. Und in die abgeschotteten Meinungsblasen und Echokammern der sozialen Medien kommen Experten sowieso nicht rein. Da hätten sie auch nichts zu suchen. Sinnvolle realistische Politik passt nicht in 30-sekündige TikTok-Videos.

                    • Dennis 20. Januar 2026, 09:35

                      Auch früher hat nicht jeder mit jedem diskutiert. Das hat es nie gegeben. Nicht jeder hat sich mit an dem Stammtisch gesetzt. Die viel beanstandeten Echokammern waren schon immer beliebt. Leute, die die ZEIT abonniert hatten, haben sich nicht für die BILD interessiert und umgekehrt. Alles nichts Neues. Abgesehen von allerlei technischen Kram, dessen Bedeutung gerne überschätzt wird, gibt’s seit ewig eh nichts grundsätzlich Neues in der Anthroposphäre 🙂

                    • Erwin Gabriel 20. Januar 2026, 11:01

                      @ Ralf 19. Januar 2026, 17:08

                      Ich glaube, da würdest Du sehr schnell sehr viel aus den Köpfen kriegen, weil einfach diese ideologischen Blasen nicht mehr da wären.

                      Die Trigger-Typen aus den Blasen würden sich neue Spielfelder suchen.

                    • Ralf 20. Januar 2026, 13:12

                      @Dennis: Ja – Stammtische hat es immer gegeben.

                      @Erwin: Ja – es gibt auch andere Spielfelder.

                      Aber Stammtische und andere Spielfelder sind kein oder zumindest ein dramatisch kleineres Problem, denn sie haben kein Millionenpublikum. In einem Blog, einem Forum reicht ein einziger Troll, um die Debatte zu vergiften und jedes normale Gespräch zu verunmöglichen. Ein einzelner Stammtisch hingegen ist kein gesellschaftlich relevanter Faktor. Da mag gewütet und beleidigt werden. Aber es hört halt keiner zu.

    • Stefan Sasse 18. Januar 2026, 22:13

      Ich merke übrigens, dass ich immer mehr zu deiner Position rüberwandere, wenn es dich freut 😉

  • Lemmy Caution 19. Januar 2026, 18:30

    schockierende neue Zahlen zu Geburten in China. Fertilität sinkt 2025 dramatisch auf 0,93. 2025 wurden 7,92 Mio Babies in China geboren, 1,62 Mio weniger als 2024. Im Jahr 1776 gab es dort mehr Geburten.
    https://x.com/JesusFerna7026/status/2013262261771440490
    Statt dessen wird die Welt sich genötigt sich mit den narzisstischen Problemen von einem 79-jährigen auseinanderzusetzen.
    Vielleicht verdienen wir auch nichts besseres.

  • Erwin Gabriel 22. Januar 2026, 12:19
    • Ralf 22. Januar 2026, 12:25

      Noch vor einem Jahr wäre so eine Rede unvorstellbar gewesen.

      • Stefan Pietsch 22. Januar 2026, 20:39

        Und? Inwiefern führt uns das weiter? Oder wollen Sie die Tempotaschenindustrie ankurbeln?

        Trump ist die eindrucksvolle Widerlegung Ihrer Theorie, dass alles Übel von den sozialen Medien ausginge. Die Amerikaner haben 2024 eindrucksvoll den Narzissten erneut zum Präsidenten gewählt. Kein Wähler konnte Zweifel über seine Persönlichkeit haben.

        Ich habe mir gestern seine gesamte Rede angehört. Es war, zurückhaltend formuliert, eine Zumutung voller Selbstlob über die eigene Grandiosität, fantastische Erfolge, die es nur in Trumps Kopf gibt. Für Trump existieren keine Fakten, die er nicht selbst herbei fantasiert hat. Auf der anderen Seite ist er jedoch grundehrlich. Und das unterscheidet ihn von allen Politikern der Mitte dies- und jenseits des Atlantiks: Er lässt seine Wähler wie seine Gegner nicht im Unklaren über seine wahren Absichten wie über seinen Charakter.

        In welch miserabler Verfassung die amerikanische Demokratie ist, darüber kann sich jeder ein ziemlich gutes Bild machen. Einerseits sind die Konservativen in der eigentlich konservativen Partei GOP so schwach, dass sie zweimal daran versagten, den Anti-Demokraten Trump zu verhindern.

        Man weiß aber nicht, ob die angeblichen Demokraten nicht noch schlimmer sind. Jahrelang ließen sie es zu, dass ein amtsunfähiger Biden Regierungspolitik vortäuschte, während hinter ihm nicht gewählte Apparatschiks die Geschäfte führten. Führende Politiker der Partei belogen die Öffentlichkeit über die Unfähigkeit des Demokraten, der jahrelang keine Kabinettssitzungen mehr leitete. Kamala Harris, die Kandidaten gegen Trump, wusste von diesem Betrug. Sie wusste es genauso wie die sogenannten amerikanischen Qualitätsmedien, die „Topjournalisten“ von CNN, MSNBC, Washington Post und New York Times. Sie belogen in Serie und über Jahre die Öffentlichkeit.

        Während Trump sich dem innerparteilichen Wahlkampf stellte und gewann, täuschten die Demokraten nur noch innerparteiliche Demokratie vor. Niemand wird gerne belogen. Wenn die Lüge rauskommt, droht dem Lügner Ungemach. Er erhält kein Vertrauen mehr. Die Lüge hat sich in der Politik ausgebreitet. Politiker wie Trump oder Milei sagen ihren Wählern, was sie vorhaben und machen es. Politiker wie Merz, Harris, Biden, Scholz lügen. Manchmal, dass sich die Balken biegen und verspielen damit ihren Vorteil gegenüber Populisten. Mit was will man noch für sich werben? „Wir sind nicht so schlimm“ oder was?

    • Johnson 22. Januar 2026, 23:40

      @ Mr Gabriel:

      I assume you approve of that speech? If you don’t mind me asking, what do you think is so great or novel about it?

      • Erwin Gabriel 28. Januar 2026, 02:02

        @ Johnson 22. Januar 2026, 23:40

        I assume you approve of that speech? If you don’t mind me asking, what do you think is so great or novel about it?

        For me, it wasn’t about “great” or “novel,” but about something I’ve long missed in European leaders when it comes to Trump: he doesn’t bow his head. Mike Carney speaks a language Trump understands, even if he doesn’t like to hear it.

        In my humble opinion, Trump makes the big mistake of confusing himself with the US. But it is the ship that displaces the water, not the captain.

        • Johnson 29. Januar 2026, 19:05

          @ Mr. Gabriel:

          Appreciate your response to my question.

          I get where you are coming from but here are the issues I have with PM Carney’s speech:

          1. Wrong premise: Carney says the rules based international order (rbio) is dead and not coming back (a „rupture“ vs a „transition“). I think that’s wrong – rbio has been around a long time and it has survived the era of the Soviet Union, the post 9/11 war on terror, and it will also survive a US president with 3 years left in his second term. It is very dangerous imo to just declare rbio is dead because that begs the question of what will replace it – which brings me to my next point:

          2. Announcements vs actual deliverables: Carney is making announcements on things that have not happened yet and actually look like they will not happen – i.e. middle powers banding together against the great(er) powers. I don’t see any other middle powers taking concrete steps to either ally themseves with Canada or even rally to each other beyond some performative BS. Case in point: The reaction of the EU member states re Greenland – out of 27 members states 8 stood publicly with Denmark/Greenland, another 8 or 9 saw no reason to say or do anything, and the remainder actually criticized the reaction of the aforementioned 8 member states.

          3. Blaming someone else: Canada has been in decline economically (and politically) for quite some time now – it’s the laggard of the G7 by pretty much any indicator you can name. It’s nice to have someone or something outside of your control to blame for this – in this case Trump and the alleged end of rbio – instead of more than a decade of poor policy and economic decisions at home. And keep in mind that Mark Carney is only PM of Canada due to some semi-democratic (at best) sleights of hand and needs to shore up any political capital he can – and high handed speeches about a new world order are so much easier than fixing the ailments at home.

          • Erwin Gabriel 30. Januar 2026, 23:22

            @ Johnson 29. Januar 2026, 19:05

            I can accept that Carney is also giving his speech to generate an impact on domestic policy and hopes to find new allies internationally after the deterioration of relations with the US. However, in my opinion, his exaggerations remained within the usual political bounds.

            I also heard Trump’s speech: it was full of insults, lies, and exaggerations far beyond anything I have ever heard from “normal” politicians.

            And what really bothers me is that there are certainly many countries that owe the US a debt of gratitude, but not this president. To me, Trump is a man who is destroying and betraying his own alliance, who is collaborating with the enemy, who is using ruthless force against parts of his own people for ideological reasons.

            • Johnson 1. Februar 2026, 20:25

              @ Mr. Gabriel:

              Fair point. That speech/appearance was bad, ngl. Not even going to try to defend this.

              But – we were talking about PM Carney’s speech. And I maintain he was putting it on to score political points/capital at home first and foremost. As Jack Nicholson’s character in The Departed said: „If you p*ss in your pants you can only stay warm for so long.“

      • Lemmy Caution 28. Januar 2026, 09:45

        Let me chime in briefly, partly because I’m a bit emotional about this American neo-reactionary wave, from Donald Trump to Curtis Yarvin. Being emotional is not a weakness, but a part of my existence:
        https://www.youtube.com/watch?v=2B4bsqYxwo0
        I loved this as a teenager, and today maybe I understand it so much better as the political centrist I’ve become.

        Intellectually, it’s fascinating. There’s a good book out now, written in baguette language: „Les Lumières sombres“ by Arnaud Miranda.
        You f**k around, you’ll find out. As simple as that, ustedes los estadounidenses.

        • Johnson 29. Januar 2026, 19:30

          @ Lemmy Caution:

          Not sure how to respond to this – it certainly is a very emotional post, isn’t it?

          The Stranglers – interesting choice. I have their Greatest Hits album in my vinyl collection, mainly because of Always the Sun (also on one of my playlists). Not so sure about the rest of their catalogue though.

          Re that book – I think you (and this French author) hugely overstate the influence and importance of this supposed neo-reactionary movement and of poeple like Curtis Yarvin. There’s no theoretical or intellectual underpinning to the Trump presidency.

          Re FAFO – I honestly don’t think it’s nosotros los yanquis that are engaged in this. It’s the „middle powers“ that are trying to

          • Johnson 29. Januar 2026, 19:32

            @ Lemmy Caution:

            Sh*t, hit submit by mistake so here’s the rest:

            It’s the „middle powers“ that are trying to figure out ways to have their cake and eat it too – maintaining their spot in the world order by pulling and pushing at the same time re the US, China, India etc.

  • sol1 25. Januar 2026, 18:23

    *Feinde der Freiheit*

    Neulich gab es ein absurdes Schauspiel in Leipzig:

    https://taz.de/Demonstrationen-in-Leipzig/!6146330/

    Immerhin kann man Linksaußen zugestehen, daß dort die Positionen offengelegt werden, während Rechtsaußen Sympathienbekundungen mit Netanjahu problemlos mit antisemitisch konnotiertem Geschwurbel verbunden werden kann.

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