Die unterschätzten Faktoren des Wohlstandes

Im letzten Teil dieser Serie über die Grundlagen unseres Wohlstandes, welche viele Deutsche nicht verstehen, geht es um die immer noch zu wenig beachteten Aspekte Energieversorgung und Mobilität. Sicher, sie sind in Politik und Medien präsent, aber hauptsächlich unter der Betrachtung eines Wolkenkuckucksheims. Nicht einmal die einfachsten Grundrechenarten legen Politiker, Journalisten und Bürger an. Wie sonst hätte es passieren können, dass sich das Land innerhalb einer Generation die höchsten Strompreise bei gleichzeitig steigender Abhängigkeit vom Ausland zulegt und der Selbstzerstörung seiner Bahn- sowie seiner Verkehrsinfrastruktur zu Lande und in der Luft mit beherzter Naivität widmet?

Anders als die USA besitzt der produzierende Sektor in Deutschland ein weit höheres Gewicht. Zur Produktion benötigen Hersteller von Produkten Energie. Als Produktionsfaktor ist der Bezug von Strom, Öl, Gas und Benzin eine wesentlichere Kostengröße als für eine Rechtsanwaltskanzlei. Eine Politik, die darauf zielt, Energie möglichst zu verteuern, fordert seine Unternehmen zum Wegzug auf.

Es lässt sich auch allgemeiner formulieren. 200 Jahre wirtschaftliche Entwicklung und Prosperität in Nordamerika, Europa und inzwischen Asien lehren, dass Wohlstand eng mit der Nutzung von Energie verbunden ist. Die eigentlich links-ökologische, postmaterielle Idee, mit der deutlichen Verteuerung von Gas, Öl und letztendlich Strom Energie zu verteuern, will Bevölkerungen verarmen. Das sagten und sagen immer wieder auch Linke, besonders eindringlich vor einiger Zeit die langjährige Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann von der taz. Die Rechtfertigungen für solch überheblichen Einstellungen sind weitgehend eindimensional von Weltenrettung bis zur Ausbeutung der Armen dieser Welt.

Vladimir Putin, der die deutsche Mentalität bestens studiert hat, drückte den innewohnenden Hedonismus gepaart mit Selbstverachtung richtig aus:

„Ich weiß nicht, womit sie heizen wollen. Atom wollen sie nicht, Gas wollen sie nicht. Wollen sie wieder mit Holz heizen? Aber dazu muss man wieder nach Sibirien fahren.“

Das Wall Street Journal bescheinigt den Deutschen die dümmste Energiepolitik der Welt. Und auch Donald Trump hat oft vor den Irrwegen gewarnt. Doch Arroganz und Überheblichkeit standen der Selbstkritik schon immer im Wege. Die einstmals von den Grünen und ihren zugeneigten Think Tanks entworfene und initiierte sogenannte Energiewende zum Preis einer Eiskugel kostete bisher die stolze Summe von 0,7 Billionen Euro. Studien von Umweltökonomen erwarten ein Vielfaches dieser Summe, wenn die klimapolitischen Ziele verwirklicht werden sollen. Wohlstandsvernichtung ist auf viele Arten möglich, die Deutschen probieren alle aus.

Noch 2010 erzeugten deutsche Kernkraftwerke 140,5 TWh Strom – zuverlässig ohne Abhängigkeit von äußeren Umständen. Diese Stromquelle wurde nun durch sehr unzuverlässige Windkraftanlagen ersetzt, die 139 TWh erbringen – höchst ungleich nach Regionen, Tages- und Jahreszeiten verteilt. Da Windparks am ergiebigsten Off-shore, also auf See, sind, müssen zu hohen Kosten und Umweltbelastungen Stromtrassen in den Süden des Landes transportiert werden. Doch die deutschen Lemminge denken moralisch und argumentieren in Schuld und Sühne: Die Bayern sollten doch bitte unwirtschaftlich den Strom fördern.

Zusammen mit Solar (72 THw) und Biomasse wurden mit den 700 Milliarden Ausgaben in die Energiewende also per Saldo 130 THh jährlicher Strom erkauft. Damit das Konstrukt allerdings funktioniert, muss vermehrt Atomkraft aus Frankreich importiert und alte Kohlemeiler reaktiviert werden. Der gesamte Primärenergieverbrauch lag 2024 übrigens bei 2911 THw. Nach den bisherigen Plänen soll dieser in einer grünen, klimaneutralen Zukunft vollständig durch Strom erfüllt werden, von der Heizung bis zur Mobilität. Dabei sind die Ausbaumöglichkeiten längst an Grenzen gekommen. Abseits von kleinen Ländern mit extrem hohen Off-shore-Anteil wie Schweden und Litauen liegt Deutschland mit seinem Anteil an Windkraft längst im internationalen Spitzenbereich.

Angesichts solcher Eckdaten ist das Verdikt von der dümmsten Energiepolitik noch sehr wohlwollend formuliert.

Nach zwei Jahrzehnten entstehen bei den staatstragenden Parteien erste Zweifel, ob das ganze Modell überhaupt mathematisch aufgehen kann. Denn anders als mit Fanatismus lässt sich die Begeisterung, mit der sichere, voll funktionsfähige Atomreaktoren nicht nur abgeschaltet, sondern talibangleich in die Luft gesprengt wurden, nicht erklären. Erst jetzt, wo immer mehr Industrieunternehmen ihre Mitgliedschaft in der Deutschland Schildbürger e.V. kündigen, versucht die Politik sanft gegenzusteuern. Ein Industriestrompreis soll es richten, nichts anderes als eine Subvention für ausgewählte Konzerne. Doch wer Staatszuschüsse verteilt, muss von irgendwo her das Geld bekommen. Wer bekommt die notwendigen Milliarden zusätzlich aus der Tasche gezogen, damit sie anderen reingestopft werden können? Selbst die ausgabenwütige schwarz-rote Koalition ist da ein Stück ratlos.

Ein Umstieg in der Energiepolitik wird Jahrzehnte brauchen, ungefähr so lange wie man in die falsche Richtung gelaufen ist. Währenddessen dreht sich die Erde weiter, obwohl die Deutschen tatsächlich glauben, mit Haltelinien ließen sich die Klügeren aufhalten. Viele in diesem Land Lebenden werden längst tot sein, wenn es tatsächlich gelingen sollte, den Strompreis wieder auf ein verträgliches Niveau zu drücken. So lange bleiben weder Bürger noch Unternehmer.

Mobilität

Eine reiche Gesellschaft ist mobil. Mobilität ist nicht nur ein Grundbedürfnis des Menschen, sie ist für die Wirtschaft unverzichtbar. Und mit Mobilität sind nicht Pferde, Lastenfahrräder und der tägliche Lauf um den Block gemeint. Autos, Flugzeuge und Züge sollten es schon sein, auch wenn das für die meisten längst wie ein schlechter Witz klingt. Die Politik jedenfalls tut alles um das Land zur Immobilität zu verdonnern.

Das Auto ist bis heute das zuverlässigste Verkehrsmittel, zumindest im Land von Daimler und Diesel. Diese Bestandsaufnahme gilt selbst unter Berücksichtigung von Baustellenschikanen und Staus. Anders als von ideologisierten Verkehrspolitikern behauptet nimmt die Verkehrsdichte auch nicht konstant zu, soweit es eben nicht durch die Reparaturverweigerung der Politik getriggert wird. Ein Beispiel: Die Strecke Frankfurt / Berlin lässt sich bei ordentlicher Reisegeschwindigkeit in fünf Stunden von Haustür zu Haustür bewältigen. Weder mit der Bahn noch mit dem Flugzeug ist das heute möglich.

Seit Jahrzehnten ist die Bahn der abgestandene Partywitz. Während noch die letzten Staatsfans dafür das Interregnum des Managers Mehdorn und die untauglichen Privatisierungsversuche der Schröder-Regierung (für die jüngeren Leser: Gerhard Schröder war der Bundeskanzler vor Ihrer Geburt, Angela Merkel war nicht immer Kanzlerin!) für das Dauerversagen der Bahnbeamten verantwortlich machen, ist die Bahnleistung selbst in Italien unvergleichlich besser.

Ausgerechnet Italien. In Deutschland verweigert die seit knapp 30 Jahren dauerregierende SPD echten Wettbewerb auf der Schiene, die der bequemen Bahn, ihrem unfähigen Management, ihrer noch unfähigeren politischen Aufsicht und ihren Hängematte-gewohnten Beschäftigten marktwirtschaftlichen Druck machen würde. In Bella Italia ist das Realität und der Kunde dankt’s. In den Bahntürmen in Berlin macht man sich stattdessen über die eigene Unfähigkeit lustig.

Nach den eigenen Einschätzungen wird die Bahn die Pünktlichkeit der frühen Neunzigerjahre erst wieder 2070 erreichen. Falls Sie das für zu optimistisch halten: Das Spitzenpersonals des Unternehmens wird dann entweder dement oder tot sein und kann damit nicht mehr für Kundentäuschung zur Rechenschaft gezogen werden.

Bleibt das Flugzeug. Einstmals das Versprechen, dass auch der Michel die Welt zu erschwinglichen Preisen erobern kann, kassiert die Politik dieses Versprechen ein. In den letzten Monaten musste ich ob der Entwicklung auf dem deutschen Flugverkehrsmarkt öfters an die Vorstellungen einiger Grün-Bewegter denken, die zum Schutz des Klimas jedem Weltbürger (sic!) eine jährliche Flugberechtigung zuteilen wollten, handelbar, so viel Marktwirtschaft muss dann schon sein.

Der Markt regelt die Dinge besser. Schon vor der Pandemie hat Deutschland im Sinne der Klimaschutzdoktrin das Fliegen deutlich verteuert. Luftverkehrssteuer (15,53 € für EU-Kurzstrecken), Sicherheitsgebühren und hohe Flugsicherungsentgelte belasten die Mobilität über den Wolken. Standortsteuern und Verkehrsabgaben liegen teils 300 Prozent höher an anderen europäischen Standorten. Konsequent wurde das regionale Netz der Lufthansa drastisch ausgedünnt. Internationale Airlines haben sich zurückgezogen und bieten nur noch wenige Strecken an. Weniger Anbieter, höhere Abgaben führen marktwirtschaftlich korrekt zu höheren Preisen bei geringem Angebot. Während überall außerhalb Deutschlands der Flugmarkt wieder boomt und deutlich über Vorkrisenniveau liegt, fliegen die Deutschen auch hier längst in der Rezession. Ein klasse Beispiel für nationalen Klimaschutz, der global die Emissionen um kein Gramm senkt.

Und warum sollten internationale Investoren ohnehin noch nach Berlin oder Köln / Bonn fliegen? Hier gibt es ohnehin nichts zu sehen. Der einzige Sinn besteht nur noch darin, als abschreckendes Beispiel zu dienen. Deutschland hat zwanzig Jahre gezeigt, was man alles falsch machen kann: In der sozialen Sicherung, bei Steuern, bei der Bürokratie, der Migration, der Energiepolitik und der Mobilität. Was die Welt daran interessiert? Nichts, das ist es ja.

{ 9 comments… add one }
  • Erwin Gabriel 7. Januar 2026, 21:55

    @ Stefan Pietsch

    Frohes neues (und erfoglreiches) Jahr für Dich und alle Mitleser. Bleib(t) gesund.

    Deutschland hat zwanzig Jahre gezeigt, was man alles falsch machen kann: In der sozialen Sicherung, bei Steuern, bei der Bürokratie, der Migration, der Energiepolitik und der Mobilität.

    Was ich positiv zur Kenntnis nehme, ist die etwas weniger populistische, sachlichere Sprache. Gegen diese Aussage kann man eigentlich nichts einwenden.

    Beim Thema Energie bin ich zwiegespalten: Einerseits sehe ich täglich die Folgen des Klimawandels und halte eine Reduktion des Energieverbrauchs grundsätzlich für sinnvoll. Andererseits vermisse ich einen klaren, konsistenten Plan. In der Ära Schröder/Trittin waren wir auf einem besseren Weg, bevor in den folgenden zwanzig Jahren vieles verpasst wurde. Jetzt müssen wir vieles hastig nachholen.

    Was mich besonders stört: Viele Aspekte werden getrennt voneinander diskutiert. Energie soll „alles Böse“ schnell abschalten, „alles Gute“ schnell hochgefahren werden — ideologisch statt realistisch. Wenn man Bereiche schneller abschaltet als Ersatz entsteht, führt das zwangsläufig zu Problemen. Beispiele dafür sind der Import von Energie, die anderswo mit Methoden erzeugt wird, die wir hier ablehnen, oder die Diskrepanz zwischen dem Ausbau erneuerbarer Erzeugung im Norden und dem Bau von SuedLink zur Südversorgung.

    Energie ist entscheidend für unsere Industrie. Versorgungssicherheit, Kosten und Regulierung sollten sich am Wettbewerbsumfeld orientieren. Nach meiner Wahrnehmung ist das derzeit nicht der Fall — was sich in der Abwanderung einzelner Betriebe zeigt.

    • Stefan Pietsch 8. Januar 2026, 00:10

      Ich wünsche Dir auch ein frohes, neues Jahr! Ob es erfolgreich wird, wird man sehen.

      Die geringere Polemik liegt vielleicht daran, dass ich einen langen Text mit Kapiteln einfach zerlegt habe. Ich fange ja immer sehr launig, manchmal bissig, manchmal spöttisch, manchmal polemisch und manchmal von allem etwas an und mit zunehmender Seitenzahl will ich irgendwann nur noch fertigwerden. Ist tatsächlich so. Jetzt weiß jeder mal, wie solche Artikel entstehen.

      Ich denke die Zeiten sollten endgültig vorbei sein, in dem ausgerechnet wir Deutschen uns einbilden sollten, wir könnten die Welt oder zumindest das Klima retten. Wir sind Trittbrettfahrer, wir sind Preisnehmer, wir sind Anhängsel. Ich bin derzeit sehr an der Börse engagiert. Eine einfache Regel schont das eigene Budget und schafft Gewinne: Reite den Trend. Das Gegenteil, sich gegen den Trend zu stellen, kommt einen als kleinen Trader und Investor sehr teuer und ruiniert einen auf Dauer. Deutschland verhält sich seit zwanzig Jahren wie eine alte Oma, die nach ihren moralischen Vorstellungen Aktien handeln will und meint, unzähligen Anlegern und Spekulanten auf der Welt zeigen zu können, wie man zu investieren hat.

      Seltsamerweise kann sich da jeder vorstellen, dass das nicht funktionieren kann. Wären wir nur generell so einsichtig.

      Wir stehen wahrscheinlich vor einer neuen technologischen Revolution. Die Nutzung von KI verschlingt irrwitzige Energieressourcen und wir rücken mit altertümlichen Windmühlen an. Man könnte sich den Bauch halten vor Lachen, wäre es nicht so traurig, dass ein Volk von ehemaligen Tüftlern und Ingenieuren so dumm-naiv werden konnte. Weniger Energie bedeutet, dass wir uns vom globalen Wachstum abkoppeln. Wir beschleunigen unseren Gang in die Steinzeit. Dazu passt ja, dass wir wie Talibane unsere Atomkraftwerke gesprengt haben. Auch das ein Thema für sich. Auch da zeigt sich die deutsche Absurdität zwischen moralischer Begründung und technologischer Entwicklung: Der Ausstieg aus der Kernenergie wurde neben dem angeblichen Sicherheitsratrisiko mit der ungeklärten Entsorgungsfrage begründet. Die letzten Meiler wurden von grünen Talibanen vom Netz genommen, als die Durchbrüche bei der Nutzbarmachung des Atommülls realistisch wurden. Unternehmen und Wissenschaft sind zuversichtlich, schon bald den Atommüll nicht mehr Millionen, sondern nur noch eintausend Jahre einlagern zu müssen und am zeitlichen Horizont möglicherweise gar nicht mehr. Aber wir müssen uns ja nur noch um die Entsorgung von Windmühlen sorgen.

      Der Aspekt Mobilität ist mir noch wichtig. Ich erinnere mich noch an die emotionalen Diskussionen hier, ob zur Rettung des Klimas zukünftig Beförderungsscheine für Flüge zugeteilt werden sollten. Der Markt regelt das schon selbst. Die Fans einer solch dirigistischen Idee werden von der Realität überholt. Während sie davon ausgingen, dass Airlines immer Deutschland ansteuern werden, zeigen die großen Fluggesellschaften den Deutschen zunehmend den Mittelfinger.

      Zuviel Polemik?

      • CitizenK 8. Januar 2026, 12:40

        In den USA versteht sich der Staat gerade als der bessere Unternehmer – schreibt Unternehmen Investitionen vor (unter Zusage von Subventionen) und verbietetet andere (in Einfamilienhäuser), erhebt Zölle und verbietet die notwendige Preisanpassung.
        Nach der reinen Lehre müsste er damit die Ökonomie zerstören, die uns wegen ihrer Wachstumsraten immer als Vorbild dargestellt wird.
        Ich bin gespannt.

  • Lemmy Caution 8. Januar 2026, 14:30

    Ich wünsche dir auch ein gutes neues Jahr und nimm es nicht als persönliche Kritik sondern als Ausdruck meiner tiefen Besorgnis.

    Ist nehme dieses Land zunehmend als Bande sich radikalisierender Jammerossis mit selbstzufriedenem, passiv-aggressivem Ben Brechtken Lächeln wahr (https://x.com/ben_brechtken/photo).
    Wir befinden uns in einer gewaltigen Polikrise, aber immer mehr scheinen sehr genau zu wissen, an welchen Stellschrauben einfach gedreht werden muss, damit es wieder 2018 wird. Um wie viel hat sich denn der Industriestrom wirklich verteuert? Wie viele Sektoren unserer Wirtschaft gibt es, in denen Energiepreise wirklich eine stark spürbare Auswirkungen auf die Kosten haben?
    Natürlich hat die Politik vieles falsch gemacht und ich bin seit längerer Zeit für den Wiederaufbau unserer Kernreaktoren, aber diese Stimmung der Verachtung gegen die gewählten Volksvertreter macht es nicht wahrscheinlicher, dass die richtigen Reaktionen der Gesellschaft auf die vielfältigen Herausforderung irgendwann beginnen.
    Ich habe keine Kinder. Vielleicht kann ich aus der Beobachtung des Untergangs meiner Gesellschaft auch eine gewisse misanthrope Befriedigung ziehen. Vermutlich aber dann doch nicht.

    Es war genau diese Stimmung der Verachtung gegen die eigene nicht perfekte Demokratie, die 1998 die Wahl eines Populisten in Venezuela ermöglichte. Ich hätte nie gedacht, dass dies einmal Deutschland drohen würde. Aber wenn sich hier immer mehr im Besitz des Rezepts des Zaubertranks zur Rettung der Republik wähnen, wird diese Republik zerbrechen. Der Schmerz ist nachher schwer zu vermitteln. Venezolaner versuchen das seit Samstag und scheitern. Hier ein längerer Versuch in Englisch von gestern abend: https://www.youtube.com/watch?v=d5JMVmVid54

    Ich bin gegen ein AfD Verbot, aber auch geschockt wie Daniel Guenther nun durch den Dreck gezogen wird https://x.com/nordlicht_909/status/2009238312201113634 .
    Wenn der Ministerpräsident eines Bundeslandes sagt, dass in ihn betreffende Nius-Artikel in der Regel NICHTS stimmt, ist das ein Hilferuf, der geprüft gehört.

  • CitizenK 8. Januar 2026, 15:06

    Die Energie-Taliban residieren eher dort, wo fertige Windkraftanlagen wegen Öl-Interessen nicht in Betrieb gehen dürfen.

    AKWs sind die teuerste Möglichkeit, Strom zu erzeugen. Follow the sciense (Fraunhofer):

    Wenn man ein komplettes Stromsystem betrachtet, das zu 100 % sicher versorgt, liegen die Kosten für einen Mix aus Wind, PV, Batterien und Wasserstoff-Backups heute meist im Bereich von 10 bis 15 Cent/kWh. Ein System, das massiv auf neue Kernkraft setzt, wird aufgrund der extremen Baukosten und der nötigen Absicherung (da auch AKW für Wartungen ausfallen) auf 20 bis 30 Cent/kWh geschätzt.

    • Stefan Pietsch 8. Januar 2026, 18:21

      Die Kosten für den Ersatz allein der noch 2010 im Einsatz befindlichen Kernkraftwerke haben das Land über eine halbe Billion Euro gekostet. Das ist nicht gerade billig, Herr CitizenK. Wenn alle großen Wirtschaftsnationen außer Deutschland auf Atomkraft setzen, glauben Sie ernsthaft, die würden nicht merken, wie teuer das angeblich ist? Das nämlich ist Ihr Argument, nur wir Deutschen sind erleuchtet.

      Sie dürfen nicht einfach die Kosten für die Aufstellung eines Windkraftrades rechnen. Sie müssen zusätzlich die Kosten für die Energiekapazitäten rechnen, die Sie brauchen, wenn die Dinger keinen Strom liefern. Das gehört übrigens zum Grundwissen betriebswirtschaftlicher Kostenrechnung.

  • Johnson 8. Januar 2026, 16:38

    @Citizen K:

    „Oil interests“ – sounds ominous. Do you have examples of where wind energy installations/projects were not being realized due to overriding „oil interests“?

    Re your comment/quote on the cost and rentability of energy generation:

    1. Without knowing the underlying financial, economic, and other assumptions of those cost models it is impossible to determine whether those numbers are correct or even realistic.

    2. Speaking of realistic – at least two of the „back up“ systems you mention, batteries and (green) hydrogen do not exist in meaningful quantities today (or tomorrow). Case in point: You may recall that Germany’s Chancellor Scholz travelled to Canada in 2022 to sign an MOU for the generation of green hydrogen (the required electricity was to come from from wind turbines in Newfoundland). Lots of publicity around this project at the time – Scholz and Canadian PM Trudeau had pictures taken on a windswept cliff in Newfoundland, the company to realize this project was called (somewhat pompously) World Energy GH2, etc. This project has been silently buried since due to being completely non-economic. Hard to see how generally uneconomic projects lead to lower costs overall, don’t you think?

    • Lemmy Caution 8. Januar 2026, 19:34

      Not sure, if you really understood the article.
      The author Stefan Pietsch isn’t a great fan of regenerative energies. I am huge, huge fan of regenerative energy, but I don’t believe in green hydrogen. There is a lot of publicity around green hydrogen in a lot of countries like Namibia and Chile for example. I am also all for nuclear energy, a lot of people not, but for example my cousin who has an
      Electrical engineering diploma and worked all his life in regenerative energy projects in Europe, the Middle East and Africa is also pro-nuclear energy and pro-regenerative. There are a lot of subleties.

  • Johnson 8. Januar 2026, 16:53

    @ Mr. Pietsch:

    I have a favor to ask (if you’re so inclined):

    I would be genuinely interested in your take (from a business/financial perspective) on what happened with the German rail system.

    Background for my question/request: When I lived in Germany in the mid to late 90’s German rail was still living up to the cliches about it („set your watch to German train schedules“). I didn’t have that many opportunities to visit Germany until 2021 when I took over a new position/portfolio which required frequent business trips to Germany/Europe. I was and am shocked tbh how unreliable German rail had become in the meantime – to the point that when I fly out of Frankfurt now I take a train in the afternoon/evening of the preceding day rather than chance it on the same day.

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