Die unterschätzten Faktoren des Wohlstandes

Im letzten Teil dieser Serie über die Grundlagen unseres Wohlstandes, welche viele Deutsche nicht verstehen, geht es um die immer noch zu wenig beachteten Aspekte Energieversorgung und Mobilität. Sicher, sie sind in Politik und Medien präsent, aber hauptsächlich unter der Betrachtung eines Wolkenkuckucksheims. Nicht einmal die einfachsten Grundrechenarten legen Politiker, Journalisten und Bürger an. Wie sonst hätte es passieren können, dass sich das Land innerhalb einer Generation die höchsten Strompreise bei gleichzeitig steigender Abhängigkeit vom Ausland zulegt und der Selbstzerstörung seiner Bahn- sowie seiner Verkehrsinfrastruktur zu Lande und in der Luft mit beherzter Naivität widmet?

Anders als die USA besitzt der produzierende Sektor in Deutschland ein weit höheres Gewicht. Zur Produktion benötigen Hersteller von Produkten Energie. Als Produktionsfaktor ist der Bezug von Strom, Öl, Gas und Benzin eine wesentlichere Kostengröße als für eine Rechtsanwaltskanzlei. Eine Politik, die darauf zielt, Energie möglichst zu verteuern, fordert seine Unternehmen zum Wegzug auf.

Es lässt sich auch allgemeiner formulieren. 200 Jahre wirtschaftliche Entwicklung und Prosperität in Nordamerika, Europa und inzwischen Asien lehren, dass Wohlstand eng mit der Nutzung von Energie verbunden ist. Die eigentlich links-ökologische, postmaterielle Idee, mit der deutlichen Verteuerung von Gas, Öl und letztendlich Strom Energie zu verteuern, will Bevölkerungen verarmen. Das sagten und sagen immer wieder auch Linke, besonders eindringlich vor einiger Zeit die langjährige Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann von der taz. Die Rechtfertigungen für solch überheblichen Einstellungen sind weitgehend eindimensional von Weltenrettung bis zur Ausbeutung der Armen dieser Welt.

Vladimir Putin, der die deutsche Mentalität bestens studiert hat, drückte den innewohnenden Hedonismus gepaart mit Selbstverachtung richtig aus:

„Ich weiß nicht, womit sie heizen wollen. Atom wollen sie nicht, Gas wollen sie nicht. Wollen sie wieder mit Holz heizen? Aber dazu muss man wieder nach Sibirien fahren.“

Das Wall Street Journal bescheinigt den Deutschen die dümmste Energiepolitik der Welt. Und auch Donald Trump hat oft vor den Irrwegen gewarnt. Doch Arroganz und Überheblichkeit standen der Selbstkritik schon immer im Wege. Die einstmals von den Grünen und ihren zugeneigten Think Tanks entworfene und initiierte sogenannte Energiewende zum Preis einer Eiskugel kostete bisher die stolze Summe von 0,7 Billionen Euro. Studien von Umweltökonomen erwarten ein Vielfaches dieser Summe, wenn die klimapolitischen Ziele verwirklicht werden sollen. Wohlstandsvernichtung ist auf viele Arten möglich, die Deutschen probieren alle aus.

Noch 2010 erzeugten deutsche Kernkraftwerke 140,5 TWh Strom – zuverlässig ohne Abhängigkeit von äußeren Umständen. Diese Stromquelle wurde nun durch sehr unzuverlässige Windkraftanlagen ersetzt, die 139 TWh erbringen – höchst ungleich nach Regionen, Tages- und Jahreszeiten verteilt. Da Windparks am ergiebigsten Off-shore, also auf See, sind, müssen zu hohen Kosten und Umweltbelastungen Stromtrassen in den Süden des Landes transportiert werden. Doch die deutschen Lemminge denken moralisch und argumentieren in Schuld und Sühne: Die Bayern sollten doch bitte unwirtschaftlich den Strom fördern.

Zusammen mit Solar (72 THw) und Biomasse wurden mit den 700 Milliarden Ausgaben in die Energiewende also per Saldo 130 THh jährlicher Strom erkauft. Damit das Konstrukt allerdings funktioniert, muss vermehrt Atomkraft aus Frankreich importiert und alte Kohlemeiler reaktiviert werden. Der gesamte Primärenergieverbrauch lag 2024 übrigens bei 2911 THw. Nach den bisherigen Plänen soll dieser in einer grünen, klimaneutralen Zukunft vollständig durch Strom erfüllt werden, von der Heizung bis zur Mobilität. Dabei sind die Ausbaumöglichkeiten längst an Grenzen gekommen. Abseits von kleinen Ländern mit extrem hohen Off-shore-Anteil wie Schweden und Litauen liegt Deutschland mit seinem Anteil an Windkraft längst im internationalen Spitzenbereich.

Angesichts solcher Eckdaten ist das Verdikt von der dümmsten Energiepolitik noch sehr wohlwollend formuliert.

Nach zwei Jahrzehnten entstehen bei den staatstragenden Parteien erste Zweifel, ob das ganze Modell überhaupt mathematisch aufgehen kann. Denn anders als mit Fanatismus lässt sich die Begeisterung, mit der sichere, voll funktionsfähige Atomreaktoren nicht nur abgeschaltet, sondern talibangleich in die Luft gesprengt wurden, nicht erklären. Erst jetzt, wo immer mehr Industrieunternehmen ihre Mitgliedschaft in der Deutschland Schildbürger e.V. kündigen, versucht die Politik sanft gegenzusteuern. Ein Industriestrompreis soll es richten, nichts anderes als eine Subvention für ausgewählte Konzerne. Doch wer Staatszuschüsse verteilt, muss von irgendwo her das Geld bekommen. Wer bekommt die notwendigen Milliarden zusätzlich aus der Tasche gezogen, damit sie anderen reingestopft werden können? Selbst die ausgabenwütige schwarz-rote Koalition ist da ein Stück ratlos.

Ein Umstieg in der Energiepolitik wird Jahrzehnte brauchen, ungefähr so lange wie man in die falsche Richtung gelaufen ist. Währenddessen dreht sich die Erde weiter, obwohl die Deutschen tatsächlich glauben, mit Haltelinien ließen sich die Klügeren aufhalten. Viele in diesem Land Lebenden werden längst tot sein, wenn es tatsächlich gelingen sollte, den Strompreis wieder auf ein verträgliches Niveau zu drücken. So lange bleiben weder Bürger noch Unternehmer.

Mobilität

Eine reiche Gesellschaft ist mobil. Mobilität ist nicht nur ein Grundbedürfnis des Menschen, sie ist für die Wirtschaft unverzichtbar. Und mit Mobilität sind nicht Pferde, Lastenfahrräder und der tägliche Lauf um den Block gemeint. Autos, Flugzeuge und Züge sollten es schon sein, auch wenn das für die meisten längst wie ein schlechter Witz klingt. Die Politik jedenfalls tut alles um das Land zur Immobilität zu verdonnern.

Das Auto ist bis heute das zuverlässigste Verkehrsmittel, zumindest im Land von Daimler und Diesel. Diese Bestandsaufnahme gilt selbst unter Berücksichtigung von Baustellenschikanen und Staus. Anders als von ideologisierten Verkehrspolitikern behauptet nimmt die Verkehrsdichte auch nicht konstant zu, soweit es eben nicht durch die Reparaturverweigerung der Politik getriggert wird. Ein Beispiel: Die Strecke Frankfurt / Berlin lässt sich bei ordentlicher Reisegeschwindigkeit in fünf Stunden von Haustür zu Haustür bewältigen. Weder mit der Bahn noch mit dem Flugzeug ist das heute möglich.

Seit Jahrzehnten ist die Bahn der abgestandene Partywitz. Während noch die letzten Staatsfans dafür das Interregnum des Managers Mehdorn und die untauglichen Privatisierungsversuche der Schröder-Regierung (für die jüngeren Leser: Gerhard Schröder war der Bundeskanzler vor Ihrer Geburt, Angela Merkel war nicht immer Kanzlerin!) für das Dauerversagen der Bahnbeamten verantwortlich machen, ist die Bahnleistung selbst in Italien unvergleichlich besser.

Ausgerechnet Italien. In Deutschland verweigert die seit knapp 30 Jahren dauerregierende SPD echten Wettbewerb auf der Schiene, die der bequemen Bahn, ihrem unfähigen Management, ihrer noch unfähigeren politischen Aufsicht und ihren Hängematte-gewohnten Beschäftigten marktwirtschaftlichen Druck machen würde. In Bella Italia ist das Realität und der Kunde dankt’s. In den Bahntürmen in Berlin macht man sich stattdessen über die eigene Unfähigkeit lustig.

Nach den eigenen Einschätzungen wird die Bahn die Pünktlichkeit der frühen Neunzigerjahre erst wieder 2070 erreichen. Falls Sie das für zu optimistisch halten: Das Spitzenpersonals des Unternehmens wird dann entweder dement oder tot sein und kann damit nicht mehr für Kundentäuschung zur Rechenschaft gezogen werden.

Bleibt das Flugzeug. Einstmals das Versprechen, dass auch der Michel die Welt zu erschwinglichen Preisen erobern kann, kassiert die Politik dieses Versprechen ein. In den letzten Monaten musste ich ob der Entwicklung auf dem deutschen Flugverkehrsmarkt öfters an die Vorstellungen einiger Grün-Bewegter denken, die zum Schutz des Klimas jedem Weltbürger (sic!) eine jährliche Flugberechtigung zuteilen wollten, handelbar, so viel Marktwirtschaft muss dann schon sein.

Der Markt regelt die Dinge besser. Schon vor der Pandemie hat Deutschland im Sinne der Klimaschutzdoktrin das Fliegen deutlich verteuert. Luftverkehrssteuer (15,53 € für EU-Kurzstrecken), Sicherheitsgebühren und hohe Flugsicherungsentgelte belasten die Mobilität über den Wolken. Standortsteuern und Verkehrsabgaben liegen teils 300 Prozent höher an anderen europäischen Standorten. Konsequent wurde das regionale Netz der Lufthansa drastisch ausgedünnt. Internationale Airlines haben sich zurückgezogen und bieten nur noch wenige Strecken an. Weniger Anbieter, höhere Abgaben führen marktwirtschaftlich korrekt zu höheren Preisen bei geringem Angebot. Während überall außerhalb Deutschlands der Flugmarkt wieder boomt und deutlich über Vorkrisenniveau liegt, fliegen die Deutschen auch hier längst in der Rezession. Ein klasse Beispiel für nationalen Klimaschutz, der global die Emissionen um kein Gramm senkt.

Und warum sollten internationale Investoren ohnehin noch nach Berlin oder Köln / Bonn fliegen? Hier gibt es ohnehin nichts zu sehen. Der einzige Sinn besteht nur noch darin, als abschreckendes Beispiel zu dienen. Deutschland hat zwanzig Jahre gezeigt, was man alles falsch machen kann: In der sozialen Sicherung, bei Steuern, bei der Bürokratie, der Migration, der Energiepolitik und der Mobilität. Was die Welt daran interessiert? Nichts, das ist es ja.

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  • Erwin Gabriel 7. Januar 2026, 21:55

    @ Stefan Pietsch

    Frohes neues (und erfoglreiches) Jahr für Dich und alle Mitleser. Bleib(t) gesund.

    Deutschland hat zwanzig Jahre gezeigt, was man alles falsch machen kann: In der sozialen Sicherung, bei Steuern, bei der Bürokratie, der Migration, der Energiepolitik und der Mobilität.

    Was ich positiv zur Kenntnis nehme, ist die etwas weniger populistische, sachlichere Sprache. Gegen diese Aussage kann man eigentlich nichts einwenden.

    Beim Thema Energie bin ich zwiegespalten: Einerseits sehe ich täglich die Folgen des Klimawandels und halte eine Reduktion des Energieverbrauchs grundsätzlich für sinnvoll. Andererseits vermisse ich einen klaren, konsistenten Plan. In der Ära Schröder/Trittin waren wir auf einem besseren Weg, bevor in den folgenden zwanzig Jahren vieles verpasst wurde. Jetzt müssen wir vieles hastig nachholen.

    Was mich besonders stört: Viele Aspekte werden getrennt voneinander diskutiert. Energie soll „alles Böse“ schnell abschalten, „alles Gute“ schnell hochgefahren werden — ideologisch statt realistisch. Wenn man Bereiche schneller abschaltet als Ersatz entsteht, führt das zwangsläufig zu Problemen. Beispiele dafür sind der Import von Energie, die anderswo mit Methoden erzeugt wird, die wir hier ablehnen, oder die Diskrepanz zwischen dem Ausbau erneuerbarer Erzeugung im Norden und dem Bau von SuedLink zur Südversorgung.

    Energie ist entscheidend für unsere Industrie. Versorgungssicherheit, Kosten und Regulierung sollten sich am Wettbewerbsumfeld orientieren. Nach meiner Wahrnehmung ist das derzeit nicht der Fall — was sich in der Abwanderung einzelner Betriebe zeigt.

    • Stefan Pietsch 8. Januar 2026, 00:10

      Ich wünsche Dir auch ein frohes, neues Jahr! Ob es erfolgreich wird, wird man sehen.

      Die geringere Polemik liegt vielleicht daran, dass ich einen langen Text mit Kapiteln einfach zerlegt habe. Ich fange ja immer sehr launig, manchmal bissig, manchmal spöttisch, manchmal polemisch und manchmal von allem etwas an und mit zunehmender Seitenzahl will ich irgendwann nur noch fertigwerden. Ist tatsächlich so. Jetzt weiß jeder mal, wie solche Artikel entstehen.

      Ich denke die Zeiten sollten endgültig vorbei sein, in dem ausgerechnet wir Deutschen uns einbilden sollten, wir könnten die Welt oder zumindest das Klima retten. Wir sind Trittbrettfahrer, wir sind Preisnehmer, wir sind Anhängsel. Ich bin derzeit sehr an der Börse engagiert. Eine einfache Regel schont das eigene Budget und schafft Gewinne: Reite den Trend. Das Gegenteil, sich gegen den Trend zu stellen, kommt einen als kleinen Trader und Investor sehr teuer und ruiniert einen auf Dauer. Deutschland verhält sich seit zwanzig Jahren wie eine alte Oma, die nach ihren moralischen Vorstellungen Aktien handeln will und meint, unzähligen Anlegern und Spekulanten auf der Welt zeigen zu können, wie man zu investieren hat.

      Seltsamerweise kann sich da jeder vorstellen, dass das nicht funktionieren kann. Wären wir nur generell so einsichtig.

      Wir stehen wahrscheinlich vor einer neuen technologischen Revolution. Die Nutzung von KI verschlingt irrwitzige Energieressourcen und wir rücken mit altertümlichen Windmühlen an. Man könnte sich den Bauch halten vor Lachen, wäre es nicht so traurig, dass ein Volk von ehemaligen Tüftlern und Ingenieuren so dumm-naiv werden konnte. Weniger Energie bedeutet, dass wir uns vom globalen Wachstum abkoppeln. Wir beschleunigen unseren Gang in die Steinzeit. Dazu passt ja, dass wir wie Talibane unsere Atomkraftwerke gesprengt haben. Auch das ein Thema für sich. Auch da zeigt sich die deutsche Absurdität zwischen moralischer Begründung und technologischer Entwicklung: Der Ausstieg aus der Kernenergie wurde neben dem angeblichen Sicherheitsratrisiko mit der ungeklärten Entsorgungsfrage begründet. Die letzten Meiler wurden von grünen Talibanen vom Netz genommen, als die Durchbrüche bei der Nutzbarmachung des Atommülls realistisch wurden. Unternehmen und Wissenschaft sind zuversichtlich, schon bald den Atommüll nicht mehr Millionen, sondern nur noch eintausend Jahre einlagern zu müssen und am zeitlichen Horizont möglicherweise gar nicht mehr. Aber wir müssen uns ja nur noch um die Entsorgung von Windmühlen sorgen.

      Der Aspekt Mobilität ist mir noch wichtig. Ich erinnere mich noch an die emotionalen Diskussionen hier, ob zur Rettung des Klimas zukünftig Beförderungsscheine für Flüge zugeteilt werden sollten. Der Markt regelt das schon selbst. Die Fans einer solch dirigistischen Idee werden von der Realität überholt. Während sie davon ausgingen, dass Airlines immer Deutschland ansteuern werden, zeigen die großen Fluggesellschaften den Deutschen zunehmend den Mittelfinger.

      Zuviel Polemik?

      • CitizenK 8. Januar 2026, 12:40

        In den USA versteht sich der Staat gerade als der bessere Unternehmer – schreibt Unternehmen Investitionen vor (unter Zusage von Subventionen) und verbietetet andere (in Einfamilienhäuser), erhebt Zölle und verbietet die notwendige Preisanpassung.
        Nach der reinen Lehre müsste er damit die Ökonomie zerstören, die uns wegen ihrer Wachstumsraten immer als Vorbild dargestellt wird.
        Ich bin gespannt.

    • Detlef Schulze 8. Januar 2026, 22:38

      Wenn man Bereiche schneller abschaltet als Ersatz entsteht, führt das zwangsläufig zu Problemen. Beispiele dafür sind der Import von Energie, die anderswo mit Methoden erzeugt wird, die wir hier ablehnen …

      Das Deutschland Energie importiert liegt ja nicht am Ausbau der Erneuerbaren. Es gibt ja hier kein Oel und Gas in nennenswerten Mengen, um den deutschen Bedarf zu decken. Von der Kohle abgesehen wurde jeder Energieträger importiert. Uebrigens, der Uranbergbau wurde in Deutschland u.a. auch aus Gründen des Umweltschutzes eingestellt und das Zeug lieber aus dem Ausland importiert.

      Falls Sie die Stromimporte meinen, so gibt es diese nicht deshalb, weil Deutschland seinen Strombedarf nicht selber decken kann, sondern weil zu manchen Zeiten der Kohlestrom aus Polen, der Windstrom aus Daenemark oder der Atomstrom aus Frankreich einfach billiger sind, als bei uns Strom aus Gas zu erzeugen. Wenn bei uns der Wind weht exportieren wir dann den Strom in die andere Richtung. Aber selbst bei absoluter Dunkelflaute ist Deutschland (noch) in der Lage seinen gesamten Strom selbst zu erzeugen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wenn im Winter die Waermepumpe laufen und die E-Autos geladen werden, muessen eben noch ein paar Backup-Kraftwerke gebaut werden.

      Im Uebrigen, dass wir nach Deutschland Dinge importieren, die unter Bedingungen erzeugt werden, die hier verboten sind, ist ja nicht ungewöhnlich. Um sowas zu unterbinden gibt es ja das Lieferkettengesetz. Vielleicht sollten wir es auch auf die Stromerzeugung ausweiten 😉

      … oder die Diskrepanz zwischen dem Ausbau erneuerbarer Erzeugung im Norden und dem Bau von SuedLink zur Südversorgung.

      Das liegt daran, dass Deutschland keine Planwirtschaft ist. Nur weil SuedLink noch nicht fertig ist, kann man ja niemanden verbieten in Schleswig-Holstein ein Windrad aufzustellen.

      • Erwin Gabriel 9. Januar 2026, 15:16

        @ Detlef Schulze 8. Januar 2026, 22:38

        Das Deutschland Energie importiert liegt ja nicht am Ausbau der Erneuerbaren.

        Das ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Wenn die Sonne knallt und der Wind bläst, wird in Deutschland mehr Energie erzeugt, als verbraucht werden kann. Der überschüssige Strom belastet immer wieder auch die Stromnetze angrenzender Länder.

        Nach Süddeutschland wird Strom importiert, weil er dort gebraucht wird.

        Das liegt daran, dass Deutschland keine Planwirtschaft ist.

        Nein. Das liegt daran, dass Deutschland stark an Planungs- und Umsetzungsqualität verloren hat.

        Nur weil SuedLink noch nicht fertig ist, kann man ja niemanden verbieten in Schleswig-Holstein ein Windrad aufzustellen.<

  • Lemmy Caution 8. Januar 2026, 14:30

    Ich wünsche dir auch ein gutes neues Jahr und nimm es nicht als persönliche Kritik sondern als Ausdruck meiner tiefen Besorgnis.

    Ist nehme dieses Land zunehmend als Bande sich radikalisierender Jammerossis mit selbstzufriedenem, passiv-aggressivem Ben Brechtken Lächeln wahr (https://x.com/ben_brechtken/photo).
    Wir befinden uns in einer gewaltigen Polikrise, aber immer mehr scheinen sehr genau zu wissen, an welchen Stellschrauben einfach gedreht werden muss, damit es wieder 2018 wird. Um wie viel hat sich denn der Industriestrom wirklich verteuert? Wie viele Sektoren unserer Wirtschaft gibt es, in denen Energiepreise wirklich eine stark spürbare Auswirkungen auf die Kosten haben?
    Natürlich hat die Politik vieles falsch gemacht und ich bin seit längerer Zeit für den Wiederaufbau unserer Kernreaktoren, aber diese Stimmung der Verachtung gegen die gewählten Volksvertreter macht es nicht wahrscheinlicher, dass die richtigen Reaktionen der Gesellschaft auf die vielfältigen Herausforderung irgendwann beginnen.
    Ich habe keine Kinder. Vielleicht kann ich aus der Beobachtung des Untergangs meiner Gesellschaft auch eine gewisse misanthrope Befriedigung ziehen. Vermutlich aber dann doch nicht.

    Es war genau diese Stimmung der Verachtung gegen die eigene nicht perfekte Demokratie, die 1998 die Wahl eines Populisten in Venezuela ermöglichte. Ich hätte nie gedacht, dass dies einmal Deutschland drohen würde. Aber wenn sich hier immer mehr im Besitz des Rezepts des Zaubertranks zur Rettung der Republik wähnen, wird diese Republik zerbrechen. Der Schmerz ist nachher schwer zu vermitteln. Venezolaner versuchen das seit Samstag und scheitern. Hier ein längerer Versuch in Englisch von gestern abend: https://www.youtube.com/watch?v=d5JMVmVid54

    Ich bin gegen ein AfD Verbot, aber auch geschockt wie Daniel Guenther nun durch den Dreck gezogen wird https://x.com/nordlicht_909/status/2009238312201113634 .
    Wenn der Ministerpräsident eines Bundeslandes sagt, dass in ihn betreffende Nius-Artikel in der Regel NICHTS stimmt, ist das ein Hilferuf, der geprüft gehört.

    • Stefan Pietsch 8. Januar 2026, 23:01

      Nun, die politische Klasse hat sich das schlechte Image redlich erarbeitet. Vor 20 Jahren zeigte Gerhard Schröder, wie man als Regierungschef auf Krisen zu reagieren hat. Das war eigentlich die Blaupause. Doch seitdem versuchen es Politiker hauptsächlich in die Gegenrichtung: Sie fahren oder bleiben im Urlaub, wenn ihr Verantwortungsgebiet im Wortsinne absäuft oder spielen gar Tennis, wenn demente Menschen in Turnhallen umziehen. Wenn der Staat Milliarden für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgibt und die eigenen Bürger in Turnhallen unterbringt, sendet das Signale, welche Priorität die Leute haben, die den Laden am Laufen halten.

      Schröder war charismatisch und konnte damit Menschen gewinnen. Seine Nachfolger legten Wert darauf, möglichst als reine Verwalter durchzukommen. In den Parlamenten sitzen hauptsächlich Politiker, die es außerhalb des abgeschotteten Politikbetriebs zu nichts gebracht haben, oftmals es nicht einmal versucht haben und gerne auch ohne jede Ausbildung auskommen. Erinnere Dich an die Zeit, als Du jünger warst: Uns hat doch keiner für voll genommen, wenn wir erfahrenen Menschen erzählen wollten, wie der Hase läuft. Heute ist der Typus Baerbock naseweis in Berlin satisfaktionsfähig.

      Der Staat ist für die gemeinschaftlichen Grundbedürfnisse dar: Sicherheit (innen und außen), Rechtsstaatlichkeit, Infrastruktur, Bildung. Und wenn das gut erledigt ist, kommen noch Grundbedürfnisse der sozialen Absicherung obendrauf. Ich schaue auf die Benchmarks, doch einfache Leute kommen auch ohne diese aus und trotzdem zu dem Schluss: Sie irrwitzig viel von ihrem Einkommen an den Staat – und damit Lebenszeit (!) – und das Ergebnis ist miserabel bis katastrophal. Der Klempner wäre dafür längst fristlos gefeuert worden.

      Daraus resultiert die Sympathie für die AfD. Die sind anders – sagen ja alle anderen. Ob die überhaupt gute Konzepte haben? Wen.interessiert’s?! Die gemäßigten Parteien haben das ein Jahrzehnt lang für unwichtig erklärt (weil ohnehin Nazis) und die Öffentlich-rechtlichen wie die Elite-Journalisten vom SPIEGEL, Süddeutschen und anderen wollten ohnehin nicht mit AfD-Politikern sprechen. Also, warum sollte es die Wähler interessieren, was konkret die Rechtspopulisten wollen?

      Gerade habe ich mich von der FDP für das Kommunalparlament in meiner Gemeinde aufstellen lassen. Warum? Weil es sonst keiner tut. Ich bin ein Pflichtenmensch, was mich von vielen der jüngeren Generation und von dem Gros der Zuwanderer unterscheidet. Ich habe mich nicht darum beworben.

    • Stefan Pietsch 9. Januar 2026, 00:04

      Deutschland hat mit den größten produzierenden Sektor. Während hier über 23 Prozent der Wirtschaftsleistung entsteht, sind es in den USA lediglich 17 Prozent. Das produzierende Gewerbe ist der energieintensivste Bereich der Wirtschaft. Wenn ein Land also die Energiekosten hochschraubt, stellt es damit gleichzeitig den Unternehmen einen Brief zu, sich einen anderen Standort zu suchen.

  • CitizenK 8. Januar 2026, 15:06

    Die Energie-Taliban residieren eher dort, wo fertige Windkraftanlagen wegen Öl-Interessen nicht in Betrieb gehen dürfen.

    AKWs sind die teuerste Möglichkeit, Strom zu erzeugen. Follow the sciense (Fraunhofer):

    Wenn man ein komplettes Stromsystem betrachtet, das zu 100 % sicher versorgt, liegen die Kosten für einen Mix aus Wind, PV, Batterien und Wasserstoff-Backups heute meist im Bereich von 10 bis 15 Cent/kWh. Ein System, das massiv auf neue Kernkraft setzt, wird aufgrund der extremen Baukosten und der nötigen Absicherung (da auch AKW für Wartungen ausfallen) auf 20 bis 30 Cent/kWh geschätzt.

    • Stefan Pietsch 8. Januar 2026, 18:21

      Die Kosten für den Ersatz allein der noch 2010 im Einsatz befindlichen Kernkraftwerke haben das Land über eine halbe Billion Euro gekostet. Das ist nicht gerade billig, Herr CitizenK. Wenn alle großen Wirtschaftsnationen außer Deutschland auf Atomkraft setzen, glauben Sie ernsthaft, die würden nicht merken, wie teuer das angeblich ist? Das nämlich ist Ihr Argument, nur wir Deutschen sind erleuchtet.

      Sie dürfen nicht einfach die Kosten für die Aufstellung eines Windkraftrades rechnen. Sie müssen zusätzlich die Kosten für die Energiekapazitäten rechnen, die Sie brauchen, wenn die Dinger keinen Strom liefern. Das gehört übrigens zum Grundwissen betriebswirtschaftlicher Kostenrechnung.

      • Detlef Schulze 8. Januar 2026, 23:11

        Wenn alle großen Wirtschaftsnationen außer Deutschland auf Atomkraft setzen, glauben Sie ernsthaft, die würden nicht merken, wie teuer das angeblich ist? Das nämlich ist Ihr Argument, nur wir Deutschen sind erleuchtet.

        Welche Wirtschaftsnationen meinen Sie? China produzierte im Jahr 2024 doppelt soviel Strom aus Photovoltaik als aus Kernenergie. Das sah im Jahr 2020 noch ganz anders aus. Damals wurde war der Anteil an Photovoltaik noch unter dem der Kernkraft.

        Auch in den USA stagniert die Menge der von Atomkraftwerken erzeugten Energie seit 25 Jahren, während sowohl Solar, als auch Windenergie jährliche Zuwachsraten von über 20% haben.

        • Stefan Pietsch 9. Januar 2026, 00:25

          In China stammen 61 Prozent der Stromerzeugung aus Kohle, 5 Prozent aus Atom. In den USA kommen 18 Prozent von AKWs, 16 Prozent aus fossilen und 21 Prozent aus Erneuerbaren. Beide Länder haben im Vergleich zu Deutschland riesige Küstenflächen mit enorm wind- wie sonnenintensiven Regionen. Das alles fehlt Deutschland. Und was man daraus sehen kann: Der Mix ist wichtig, nicht die Monokultur. Doch genau darauf setzt Deutschland seit Jahrzehnten. Das Ziel ist, mit Perspektive 2045/2050 nur noch mit Erneuerbaren über die Runden zu kommen. Kein wichtiges Industrieland hat eine so einseitige Energiestrategie.

  • Johnson 8. Januar 2026, 16:38

    @Citizen K:

    „Oil interests“ – sounds ominous. Do you have examples of where wind energy installations/projects were not being realized due to overriding „oil interests“?

    Re your comment/quote on the cost and rentability of energy generation:

    1. Without knowing the underlying financial, economic, and other assumptions of those cost models it is impossible to determine whether those numbers are correct or even realistic.

    2. Speaking of realistic – at least two of the „back up“ systems you mention, batteries and (green) hydrogen do not exist in meaningful quantities today (or tomorrow). Case in point: You may recall that Germany’s Chancellor Scholz travelled to Canada in 2022 to sign an MOU for the generation of green hydrogen (the required electricity was to come from from wind turbines in Newfoundland). Lots of publicity around this project at the time – Scholz and Canadian PM Trudeau had pictures taken on a windswept cliff in Newfoundland, the company to realize this project was called (somewhat pompously) World Energy GH2, etc. This project has been silently buried since due to being completely non-economic. Hard to see how generally uneconomic projects lead to lower costs overall, don’t you think?

    • Lemmy Caution 8. Januar 2026, 19:34

      Not sure, if you really understood the article.
      The author Stefan Pietsch isn’t a great fan of regenerative energies. I am huge, huge fan of regenerative energy, but I don’t believe in green hydrogen. There is a lot of publicity around green hydrogen in a lot of countries like Namibia and Chile for example. I am also all for nuclear energy, a lot of people not, but for example my cousin who has an
      Electrical engineering diploma and worked all his life in regenerative energy projects in Europe, the Middle East and Africa is also pro-nuclear energy and pro-regenerative. There are a lot of subleties.

      • Johnson 9. Januar 2026, 17:02

        @ Lemmy Caution:

        Frankly, I think it’s you who didn’t understand my post. I didn’t offer an opinion on Mr Pietsch’s article, I was responding directly to some comments made by Citizen K.

        Re your comments:

        1. Publicity is not equal to realization. As mentioned that green hydrogen project in Newfoundland Canada received a lot of publicity and it’s now dead. And it appears that one of the main proponents/backers of that project in Namibia, German utility RWE, has pulled out of the project in late 2025 for commercial reasons. You’ll also notice that these projects you mention in Namibia and Chile all have Chinese involvement. As the saying goes in North America, if you can’t get equity anywhere else, you get Chinese equity. And of course you’d mention Chile, wouldn’t you? 🙂

        2. I am sure your cousin is very pro renewable energy since he’s been working in that industry for years. I am pro oil and gas, having spent (most of) my career in that industry. No surprises there. And I am opposed to nuclear energy – for obvious reasons, and also because I think the associated risks are much too high. Had Chernobyl happened in say France, the US, or the UK instead of the Soviet Union/Ukraine we wouldn’t be talking about nuclear energy ever again.

        • Lemmy Caution 11. Januar 2026, 10:04

          Our world is evolving into a multipolar one and a huge mayority in Germany prefers to import chinese technologie to costly fracking gas from the US.

          As I said, hopes in Chile regarding green hydrogen are high and, in my view, unrealistic. Interest in Latin America is on the rise in Europe, especially because our once reliable partner in the Americas is currently transforming into something that the Greeks, in the cradle of our culture, called „barbarians“.
          Regenerative energy in Germany doesn’t work that bad. https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=en&c=DE&interval=year&share=ren_share_total&legendItems=11
          Our economy is based on engineering, not a mix of Primary goods and IT developed mostly by californians and immigrants. Our competitor in engineering is China. In 2025, renewable energies accounted for 84% of the total newly generated installed capacity in China.
          I would prefer to put the eggs in more baskets, so I am all for a renaissance of nuclear energy in Germany, also because it will probably helps to develop nuclear weapons for obvious security reasons.

          • Stefan Pietsch 11. Januar 2026, 10:17

            That is the sunshine prospect.

            • Lemmy Caution 11. Januar 2026, 10:34

              We’ve really discussed this endlessly. We still have strong cost-reducing innovations in batteries, wind power, and solar. I’m all for a renaissance of nuclear power and the introduction of fracking in Germany.

              Gas is also problematic as an alternative. The forecasts for the price of liquefied natural gas from 2030 onward are not encouraging.

              • Stefan Pietsch 11. Januar 2026, 11:22

                I think a discussion regarding a renaissance of nuclear power in Germany is unnecessary. It will not happen.

                Cost reduction is nice, expansion would be better. Actual, there are roughly 12 GWh storage capacity in place while we need 100 GWh and in 2040 180 GWh. The actual number seems a little small. And that counts just for the regular electricity under the assumption that the these with hydrogen works. The Greens are more sceptical.

                • Lemmy Caution 11. Januar 2026, 19:41

                  The last survey I found shows a fairly clear majority in favor of nuclear energy.
                  https://www.verivox.de/strom/nachrichten/mehrheit-der-deutschen-will-atomkraft-zurueck-1121121

                  Cost reductions mean that more plants become economically viable.

                  The power grids become a bottleneck when renewable energy sources account for 70% of total energy consumption.
                  On the other hand, countries with a high proportion of renewable energies are beginning to invest heavily in smart grids. I’ve found evidence for Denmark, Spain and Chile. It’s not exactly intuitive, but besides Scandinavia Italy and the Netherlands are leaders in smart grids in Europe. They’ve been investing in them for years.
                  The energy prices for at least industries which have a high energy demand aren’t really higher today than before the attack of Russia on our civilization.
                  You may ask french-KI https://chat.mistral.ai/chat this question: „Wie haben sich die deutschen Industrieenergiepreise seit 2010 bis 2025 entwickelt? Zeige bitte Daten fuer jedes Jahr.“
                  OpenAi shows even lower prices, but I trust the french solution more.

                  • Thorsten Haupts 11. Januar 2026, 21:43

                    Wether there is a favour in the German population for nuclear power does unfortunately not matter any more. What most people don´t get: the complete nuclear environment, nuclear supply industry, nuclear research facilities, nuclear training facilities etc. – all of these are gone! A revival is of course possible, but that means the German state would have to invest several billion Euros for several years before the first nuclear reactor would even start construction. And the „quality“ media environment still remains at least unfavourable, more likely hostile.

                    This I agree with Stefan Pietsch – highly unlikely.

                    Regards,
                    Thorsten Haupts

          • Johnson 11. Januar 2026, 23:34

            @ Lemmy Caution:

            Bit of an odd riposte I must say, with all due respect to you. Not sure what the „world is evolving into a multipolar one“ has to do with energy generation and security of supply. Also, prior to 2022 (prior to Russia attacking Ukraine) a majority of Germans might have been in favor of cheap fracking gas (~ 50% of all natural gas wells/reservoirs in Russia require fracking) from Russia, no?

            Calling Americans „barbarians“ in this context is completely uncalled for.

            I also assure you that the US economy consists of a lot more that raw materials and resource extraction and IT „developed mostly by Californians and immigrants.“ And since you apparently like to trade barbs – where is the European equivalent of that „IT“ and why is it the US is attracting these highly skilled immigrants in droves whereas the majority of immigrants into Europe are…ahem…a bit underqualified?

            Finally, I don’t believe Germany in general competes primarily with China in terms of engineering. That may be true for some sectors of the economy/industry like the automotive industry, (where China had/has to change the playing field to become and remain competitive) but I don’t see that in most other sectors. But then maybe I am not fully informed re Germany. I do know this is not the case for the US.

            I feel like we are getting way off topic here though and I don’t want to hijack this thread any more than I already have. Agree to disagree?

        • CitizenK 12. Januar 2026, 10:20

          „I am pro oil and gas“

          Would you still agree with me that the material is actually too valuable to be incinerated? We, and especially future generations, will urgently need it for the chemical industry, for plastics and medicines. Or do you already know of an alternative for these purposes?

          • Johnson 12. Januar 2026, 17:16

            @ Citizen K:

            Unfortunately I know next to nothing about the petrochemical industry and/or even downstream operations like refining (where a lot of the feedstocks for petrochemical products come from) so I can’t help you there. I’m an upstream guy.

            I don’t agree though that oil and natural gas are too valuable to be incinerated. On the contrary – given the energy density per unit of measure and the (relative) ease of transportation, storage and handling they’re prime materials for energy generation. They are a lot less risky than other energy sources (nuclear especially, but also hydrogen) and (relatively) cheap and widely available.

            Re future availability – people have consistently underestimated available global oil and gas resources. There was a movie in 2006 called „A Crude Awakening“ which basically stated that oil was running out in the foreseeable future; it was studded with expert testimony from geologists, industry experts, and even a former OPEC general secretary iirc. Only 3 years later, thanks to new developments like horizontal drilling, multi-stage fracking and advancements in artificial lift (plus new significant discoveries), the oil and gas industry entered a new era re availabilty and produceability.

    • CitizenK 10. Januar 2026, 14:32

      Trump is in favour of oil/gas and against renewable energy. Any doubts? He halted the Danish company’s wind project shortly before it was due to go into operation – without giving any reasons. No further evidence required.

      Hydrogen technology is indeed not yet economically viable. However, the fact that this project was discontinued is not an argument against renewable forms of energy in general.
      In Germany, a Swedish company’s battery project was discontinued a few months ago. But in the meantime, there have been new technological developments (revolutionary ones from Finland, if confirmed) and a massive drop in the price of storage systems.

      • Johnson 10. Januar 2026, 16:06

        @ Citizen Kane:

        I assume you are referring to the Revolution wind project by Danish utility Orsted? In that case it seems a bit simplistic to make the leap from „Trump is in favor of oil and gas“ to „he cancelled that project because of oil interests“. There are anecdotes that Trump dislikes offshore wind projects because turbines of one such project in the North Sea were/are visible from his golf course in Scotland. He also likes to generally just reverse things that were put in place by his predecessors. I do agree though that it appears this Revolution project was properly permitted and approved and should not have been cancelled.

        Be that as it may however, this is but one example (you are chiding me in your post for quoting only one example of uneconomic renewable energy projects) – do you have others?

        Also, this Danish operator seems to be able to get itself into trouble all on its own, without Trump’s involvement. Recently they had to cancel a wind project in the North Sea for economic reasons and apparently they are laying off a bunch of their workforce.

        Re that Swedish outfit, again I assume you are referring to Northvolt? Those guys also went bankrupt with a project similar to the one in Germany in Canada. Also for economic/financial reasons from what I read. To paraphrase a famous quote, a project here and a project there, and pretty soon you are talking about these things being generally uneconomic.

        „New technological developments“ and a „massive drop in the price of storage systems“: First, if that were the case you’d expect to see a lot more (economically viable) projects everywhere (and a lot fewer direct government subsidies for these projects to make them viable), and second, if I had a dollar for every time someone somewhere declares the next technological breakthrough on battery technology, renewable energy generation etc. I’d be neighbors with Jeff Bezos with my own island.

      • Thorsten Haupts 10. Januar 2026, 18:44

        But in the meantime, there have been new technological developments (revolutionary ones from Finland, if confirmed) and a massive drop in the price of storage systems.

        Colour me pretty unconvinced 🙂 . Revolutionary brekthroughs in technology are very rare, yet a „massive drop“ would require a revolutionary breakthrough. The only proven alternative leading to „massive price drops“ is mass production. We will see in the next 5 years, if and where such massive pice drops materialize in real world projects – but if I were you, I would not take a bet on it.

        Regards,
        Thorsten Haupts

  • Johnson 8. Januar 2026, 16:53

    @ Mr. Pietsch:

    I have a favor to ask (if you’re so inclined):

    I would be genuinely interested in your take (from a business/financial perspective) on what happened with the German rail system.

    Background for my question/request: When I lived in Germany in the mid to late 90’s German rail was still living up to the cliches about it („set your watch to German train schedules“). I didn’t have that many opportunities to visit Germany until 2021 when I took over a new position/portfolio which required frequent business trips to Germany/Europe. I was and am shocked tbh how unreliable German rail had become in the meantime – to the point that when I fly out of Frankfurt now I take a train in the afternoon/evening of the preceding day rather than chance it on the same day.

    • Stefan Pietsch 8. Januar 2026, 22:34

      Dear Mr. Johnson, thank you for asking.

      There are two popular arguments for the poor services of the DB and both are wrong:
      1. Finger pointing to Mr Mehdorn. At the beginning of the century, the CEO has been instructed fitting the railway for its IPO. The political goal has been failed due to several obstacles. True, Mr Mehdorn has reduced investments for some years. But this story is more than twenty years old.
      2. The investments in the DB infrastructure are allegedly not sufficiently. The company has made losses over years, taxpayers transfer Euros over Euros to the DB tower but the payments should not been enough. Believe it or not.

      In the early years, the taxpayers have balanced all losses while the staff were civil servants. Today, there are no civil servants anymore but the staff is well paid with generous conditions. The management is not responsible for the results in earnings as well as in services. There are no consequences in the many cases of bad results. But worst, the company is still monopolist in its market.

      Without serious competitions in a market, the services are usually bad. When the service is so lousy the company is misconducted on each level: owner, management, staff. The management have declared its own insolvency: The board expects previous ratios i.e. punctuality in the year 2070. The railway net should be administrated by the state instead of the DB group opening it to relevant competitors. Expecting that the DB will improve its services means waisting time and resources. They haven’t fit it in 30 years. I love the American slogan: Fit it or Skip it!

      I think this is the wrong place to discuss the details like the complex railway net. When customers are not informed about delays and replacement tracks, when security is insufficient and feeder are missing or not available on the right place we are talking about management and staff issues. These aspects cannot be solved by bloggers.

      • Thorsten Haupts 8. Januar 2026, 23:17

        Without serious competitions in a market, the services are usually bad.

        I DO have experience with a competition system on fixed tracks, which naturally can´t compete (you simply can not build competitive tracks). This was in Great Britain late 90s and it was rather unvonvincing. The prices per mile were much higher than the German Bundesbahn prices, the reliability not better, the trains usually older and on top of all that for a trip using 3 different competitors you were forced to go to three different sales offices to get your tickets, checking connections yourself because no overarching service was offered with regard to feasibility of your train connection. That cured me from taking the position „competition at all costs“. Natural monopolies do exist and train tracks are a perfect example for that. On a fixed and not easily enhanced track system competition can only be artificial (as an experienced adult please evaluate the reasons for that factual statement yourself!).

        The Bundesbahn was capable and efficient in the eighties, when I sometimes drove 50.000 km a year using only trains. Which disproves any notion that organisations CAN NOT be efficient without competition. Seems it depends on the (political) will and (politically set) circumstances.

        Regards,
        Thorsten

        • Stefan Pietsch 9. Januar 2026, 10:37

          Economists say competition is hard to organize if there is a natural monopoly or exclusivity is not possible.

          We have to deny the possibility that railways are a natural monopoly. In the early days of the United States the market of fixed tracks has started with many young entrepreneurs. Have you ever seen the movie It Happened to Jane? Okay, you can say I have learned economics by movie theatres.

          I.e. in Italy, in Spain, competition on the fixed tracks is working. Yeah! So, you are wrong emphasising the position that there is a natural monopoly for the DB.

          Regarding the eighties, I have made my point clear. For any costs, you can afford everything. Do you have so much money in your pocket?

        • Johnson 9. Januar 2026, 16:47

          @ Mr. Haupts:

          Interesting. My last experience with British rail is from the late 80’s so I don’t have a frame of reference personally, but I have heard and read similar stories to what you are describing.

          I agree with you re a natural monopoly on rail services in general, but there are examples of where it (privatized, reliable, cost effective rail service) is working, e.g. in Japan or Spain. I wonder what the differentiating factors are.

          • Thorsten Haupts 11. Januar 2026, 22:04

            … (privatized, reliable, cost effective rail service) is working …

            I am simply not sure that is true. I traveled by train in Spain in 2023 and found the prices at least on par with Germany, without the possibility of Germanys 50% discount for 1 year buying a „Bahncard“ for the price of one long distance return ticket. The regional trains were cheap but at the same time the regional net seemed to have less connetions than the German one.

            Thus I don´t have an answer to your wonder but have some doubts about the conditions of your statement, which of course may simply be the result of me being insufficiently informed.

            Regards
            Thorsten Haupts

            • Johnson 11. Januar 2026, 23:42

              @ Mr Haupts:

              Interesting. My experience with Spanish rail predates yours, so maybe you are better informed. To clarify though: I meant mainly high speed/long(er) distance rail travel. Also, please note I said „cost effective“ (meaning value for money), not „cheap“. I do find (high speed/long distance) rail travel in Germany fairly expensive though (on business trips I usually buy full fare tickets to have the flexibility to take any train I like). Maybe that’s different if you are able to go for those „discount/saver“ options…

      • Johnson 9. Januar 2026, 16:42

        @ Mr Pietsch

        Thank you for your response, much appreciated.

        Very interesting. And unfortunately it seems that with a target date/year of 2070 German rail will not get back to the way it was in our lifetime (in mine anyways). I have to say I find that almost to be a dereliction of duty on behalf of the executive and the board – in essence they’re saying they can’t fix what is broken. Curious.

        • Stefan Pietsch 10. Januar 2026, 17:14

          The information regarding the 2070-target has been published by the German Manager Magazin in 2024. As I read it I couldn’t believe it. Any board in the private industry forecasting such a time frame for fulfilling crucial key ratios would have been fired in hours not weeks. If anyone is interested in a well-working railway system – emigrate to another country.

          • Johnson 11. Januar 2026, 23:46

            @ Mr Pietsch:

            Right?! I can’t imagine this would be acceptable in a similar industry/business, say an airline or a bus/transit company. Or any industry really. If my employer had a serious problem with its operations/business model I don’t think anyone would dare to suggest a 44 year time frame to fix this…

    • Lemmy Caution 11. Januar 2026, 09:40

      They are in a process to catch up with maintenance. I prefer to live in a country which rail services degraded for a time to countries with >110
      national debt per capita and an excelent rail service (France) or even worse Amtrak (USA).

      • Stefan Pietsch 11. Januar 2026, 12:25

        Which catch-up? The Manager Magazin in 2024:

        Keine Rede mehr von Managementfehlern und den vielen verschleppten Reformen. Stattdessen soll nun alles die sogenannte Generalsanierung richten: an 40 Trassen Großbaustellen bis 2030. Doch ob die Bahn das wilde Buddeln schaffen kann – bisher hat sie bei Bauprojekten allzu oft gepatzt – und ob die Gewalttour wirklich so viel bringt, ist sehr fraglich.

        Fest steht hingegen: Wirtschaftlich rauscht die Bahn in prekäre Zeiten. Interne Planungen belegen, dass sich der Konzern nur noch mit kühnen Prognosen über die Runden rettet. Ein Milliardendesaster bahnt sich an – angerichtet vom Pakt zweier Schienenfreunde. (..)

        Quer durch den Konzern scheint ein Aufschwung in Sicht. Viele wichtige Kennziffern streben nach oben. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen etwa, zuletzt rund eine Milliarde Euro im Minus, steigt laut Plan bis 2028 auf 4,8 Milliarden Euro Plus. Bis 2030 soll es sogar auf 5,4 Milliarden Euro ­ anschwellen – Visionen wie zu Zeiten von Börsenmöchtegern Hartmut Mehdorn (81).

        Auch bei der Pünktlichkeit geht es voran – zumindest auf dem Papier. 2023 lag sie im Fernverkehr nur bei 64 Prozent. Laut Plan steigt sie bis 2028 auf 80 Prozent. Hinzu kommen Sanierungserfolge, die Wunderheilungen gleichen. „Turnaround der DB Cargo erfolgt bereits im Jahr 2024“, heißt es in der Unterlage apodiktisch über die Aussichten der Güterbahnsparte. Die hat­ allerdings seit 2015 durchgehend Verluste eingefahren. Fast 2 Milliarden Euro operatives Minus waren es zusammengenommen seit 2020, Sonderlasten noch ausgeblendet. Jetzt soll die Tochter schlagartig gesunden. Schon für dieses Jahr ist ein operativer Gewinn von 23 Millionen Euro­ pro­gnostiziert, und danach geht es nur noch nach oben.

        Beispiel Pünktlichkeit: Die Steigerung auf den Spitzenwert von 80 Prozent im Jahr 2028 klingt großartig. Die Bahn bliebe damit aber deutlich unter der magischen Grenze von 85 Prozent, die jahrzehntelang als Voraussetzung für einigermaßen störungsfreies Reisen galt. Die Bahn-Planer scheinen dennoch mit sich im Reinen zu sein – die aktuelle Strategie „Starke Schiene“ sieht nur 80 Prozent als Ziel vor. Nimm dir weniger vor, dann schneidest du besser ab! (..)

        Viel spricht dafür, dass die Zahlenspiele nicht aufgehen ­ werden. Die Berechnungen der Controllerinnen und Controller haben offenbar eine kurze­ Halbwertszeit. Besonders die Kosten von Großprojekten ­ scheinen sie regelmäßig falsch einzuschätzen; ein Dauerversagen, das gerade dem gelernten Controller Richard Lutz peinlich sein müsste.

        So listet das Bahn-Papier bei zahlreichen Projekten Kostenschübe von mehr als 100 Millionen Euro auf. Die Sanierung der Riedbahn etwa, der Strecke ­ zwischen Frankfurt am Main und Mannheim, sollte laut der Planungsrunde von 2022 genau 518 Millionen Euro kosten. Ein Jahr später taxiert die Bahn den Aufwand auf 1,3 Milliarden Euro, 153 Prozent mehr. Der Neubau des ICE-Werks Dortmund-Hafen kostet rund ein Drittel mehr, 610 statt 459 Millionen Euro. Stuttgart 21 verschlingt 1,8 Milliarden Euro zusätzlich; der regelmäßige Nachtrag ist hier schon liebe Tradition. (..)

        Am dramatischsten daneben lag die Bahn-Führung bei den Kosten für die Sanierung des Schienennetzes. Dafür reklamiert sie für den Zeitraum von 2024 bis 2027 einen Zusatzbedarf von 45 Milliarden Euro gegenüber dem bisherigen Finanzplan. Erstmals rückte sie damit Anfang 2023 heraus, also nur kurz nach der Planungsrunde von 2022.­ Dadurch hat sich die überwiegend beim Bund angeforderte Summe binnen weniger Monate mehr als verdoppelt: auf 81,4 Milliarden Euro.

        In der Politik scheint diese­ gigantische Kostenexplosion – oder aber Fehlkalkulation – erstaunlicherweise niemanden zu interessieren. Die Summe ist inzwischen so oft wiederholt worden, dass sie schon ganz vertraut und selbstverständlich klingt. Eine Art Gewöhnungseffekt. Ständig geht es um viele Milliarden, wenn die Bahn etwas will – das stumpft ab. (..)

        Angesichts der notorischen Fehlplanungen der Bahn lässt sich die Bundesregierung auf einen riskanten Deal ein. Sie kann wohl kaum sicher sein, dass Bahn-Finanzchef Levin Holle (56) mit dem Geld auskommt. Oder – anders gewendet – dass die Bahn mit dem vereinbarten Betrag das liefern wird, was sie versprochen hat. Wird die im Sommer anlaufende Generalsanierung wirklich zum Befreiungsschlag?

        Fachleute sehen Grund zur Skepsis. „Ich kann nicht erkennen, warum es bei der Generalsanierung besser laufen wird als bei früheren Projekten“, sagt ein erfahrener Unternehmer aus dem Bahnbau, der wegen seines ­ Monopolkunden DB lieber anonym bleiben möchte. In seiner Branche ist die Bahn dafür bekannt, dass sie ihre Baustellen oft nicht wie geplant zu Ende bringt und die Kosten überzieht. Regelmäßig fehle es an einer zupackenden Bau­leitung, die die verschiedenen Gewerke koordiniert und im Zweifel schnell ­ entscheidet.

        In Fachkreisen hält sich zudem das Unverständnis darüber, dass die Bahn bei der Generalsanierung die Strecken monatelang voll sperren will. International üblich ist die „Sanierung unter dem rollenden Rad“ – der Verkehr läuft weiter, wenn auch mitunter eingeschränkt. Fernreisende mögen die geplante Radikalmethode wohl noch­ einigermaßen gelassen hinnehmen. Ihre Züge werden auf Nebenstrecken umgeleitet und brauchen länger, aber sie fahren immerhin. Wer hingegen im Nahverkehr pendelt, soll auf Ersatzbusse ausweichen. Ein „Abgewöhnungsprogramm für bestehende und potenzielle Bahnkunden“, nennt das Benedikt Weibel (77), der bis 2006 Chef der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) war.

        Eine umstrittene Heilkur, die mehr als 80 Milliarden Euro kosten soll – es läge nahe, zumindest auf genaue Kontrolle durch den Geldgeber zu bestehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Fiskus zahlt und fragt nicht viel. (..)

        Die Bahn-Politik nach DB-Gusto zeigt denn auch schon Kollateralschäden. Die Generalsanierung wird so teuer, dass kein Geld für Zukunftsprojekte übrig bleibt. Die Etats für den Neubau von Strecken und die Digitalisierung – ohnehin bescheiden – sind im aktuellen Bundeshaushalt geschrumpft. Und die Bahn will viele Projekte verschieben, weil sie wohl doch nicht die gesamten 45 Milliarden Euro bekommt.

        Quelle: Manager Magazin März 2024 „Fahrplan für Fantasten“

        So ein Unternehmen hat doch jeder Steuerzahler gern. Und der sogenannte Deutschlandtakt kommt erst 2070. Ein Witz, über den die Bahnfahrer nicht lachen können. Dein Rosarot in Ehren, aber ich halte das nicht für realistisch.

        • Thorsten Haupts 11. Januar 2026, 22:08

          Fachleute sehen Grund zur Skepsis.

          Sehr wahrscheinlich berechtigt. Ich kenne einige aus der Bahn woandershin gewechselte Projektmanager und deren Stories sind für Projektprofis regelrecht gruselig.

  • Lemmy Caution 8. Januar 2026, 22:10

    something completly different.
    Wer sich für die rasanten Entwicklungen in KI interessiert. Hier ein 2 Stunden Talk v.a. mit Informatik-Professoren in Deutsch.
    https://x.com/MMFischbach/status/2009339566399082929
    Neben dem ganzen aussenpolitischen Irrsinn – im Iran wurde heute das Internet abgestellt und angeblich sollen die Mullahs Armee und Hizbollah einsetzen – ein weiteres disruptives Thema für 2026. In KI und zu Venezuela wechsel ich aktuell gefühlt alle 10 Stunden meine Meinung. Eine neue Welt entsteht … und das muss nicht unbedingt eine bessere sein.

  • Detlef Schulze 8. Januar 2026, 22:14

    Ihnen Herr Pietsch und allen anderen wünsche ich ebenfalls ein gesundes neues Jahr.

    Ich mache mal ein paar Anmerkungen zum Text.

    1. Das Wall Street Journal bescheinigt den Deutschen die dümmste Energiepolitik der Welt. Und auch Donald Trump hat oft vor den Irrwegen gewarnt.
    […]
    Vladimir Putin, der die deutsche Mentalität bestens studiert hat, drückte den innewohnenden Hedonismus gepaart mit Selbstverachtung richtig aus: […]

    Was nur die beiden Staatschefs verteufeln die deutsche Abkehr von Fossilen Rohstoffen? Ich hätte noch Zitate aus Katar, Saudi-Arabien oder dem Irak erwartet 😉
    Im Ernst, ich finde es gar nicht verwunderlich, dass Russland und die USA es nicht so toll finden, wenn die größte Volkswirtschaft Europas sich vom Gas unabhäniger machen will.

    2. Die einstmals von den Grünen und ihren zugeneigten Think Tanks entworfene und initiierte sogenannte Energiewende zum Preis einer Eiskugel kostete bisher die stolze Summe von 0,7 Billionen Euro.

    Mit der Investition hat man Erneuerbare Energien, die im Jahres-Mittel doppelt soviel Strom produzieren wie alle 17 Atomkraftwerke zusammen im Jahr 2010. In Grossbritanien wird Hinkley Point C gebaut, ein Atomkraftwerk, welches bei Fertigstellung ca. 50Mrd Euro gekostet haben wird (47 Mrd Pfund). Haette man die 17 KKW laufen gelassen und dann weitere 17 gebaut, um Fossile Kraftwerke zu ersetzen, haette man also bis zu 850 Mrd. Euro investieren müssen.

    Nuklearenergie ist eine der teuersten Arten Strom zu erzeugen. Dies ist auch der Grund, warum seid 1990 die Zahl der Atommeiler weltweit stagniert und ihre Bedeutung für die Stromerzeugung kontinuierlich abnimmt.

    3. Über die letzten 10 Jahre gemittelt, stieg der Preis für Industriestrom um gerade einmal 1,5 %. Der für Haushaltsstrom um knapp 3%. Das entspricht grob der Inflationsrate. Für eine Erhöhung auf Grund des erhöhten Anteils erneuerbarer Stromerzeugung spricht das nicht.

    • Stefan Pietsch 8. Januar 2026, 23:21

      Das wünsche ich Ihnen auch, von ganzem Herzen.

      Trump, Putin (das Wall Street Journal ist kein Staatschef) verteufeln nicht die deutsche Abkehr. Sie machen sich lustig über uns. Das ist glaube ich schlimmer.

      Unabhängig machen wofür? Es ist doch schon irrwitzig: Die fossilen Rohstoffe verbilligen sich immer weiter und der Trend gilt als stabil. Währenddessen versucht ein gallisches Dorf durch den selbstlosen Verzicht auf fossile Brennstoffe die Welt zu retten. Verstehen Sie, warum sich nicht nur Trump und Putin über uns totlachen? Doch während die Rohstoffpreise sinken, versucht der deutsche Steuerstaat, natürlich völlig uneigennützig, mit immer höheren Steuern dagegenzuhalten. Die Politik hält die Menschen für blöd. Das kann nicht lange gutgehen.

      Wir produzieren heute soviel Strom mit Windkraftanlagen wie 2010 mit Atomanlagen. Die Ausgaben waren also für den Ersatz der Kernkraft. Das sind die Fakten. Nur ist die Energieversorgung damit viel unsicherer geworden. Während Atomanlagen konstant Strom liefern, tun das Windparks nur zu bestimmten Jahres- und Tageszeiten und an bestimmten Orten. Die deutsche Politik ist da moralisch boniert-überheblich, vorneweg wie immer die Grünen, wenn sie von Bayern fordern, in völlig windarmen Regionen große Mühlen zu errichten. Übrigens: Wir brauchten gar keine neuen AKWs zu bauen. Wir hätten sie einfach weiterlaufen lassen können und zusätzlich Strom mit Wind erzeugen können. So haben es alle anderen Länder gemacht, die bereits Atom nutzen und die Erneuerbaren ausgebaut haben. Aber wir Deutschen sind ja viel schlauer.

      Zu 3.: Sie wissen, dass die Politik in den letzten zwei Jahren den Industriestrompreis massiv manipuliert hat? Jedenfalls sieht die Geschichte bei den Börsenstrompreisen ganz anders aus. Zum Vergleich mal Frankreich. Sie sehen den Unterschied? Die Franzosen verzeichnen keine entsprechenden Anstiege.

      Und noch etwas zur Mär vom teuren Atomstrom: In Deutschland subventionierte der Staat im vergangenen Jahr die Erneuerbaren mit 30 Milliarden Euro, während Frankreichs staatlicher Energieversorger EDF 20 Milliarden Euro an den Staatshaushalt ablieferte. Da wünsche ich mir tatsächlich die angeblich teure Atomenergie zurück.

      • CitizenK 10. Januar 2026, 13:14

        Hier ist ein staatliches Quasi-Monopol auf einmal kein Problem?

        Die „Gewinne“ der EDF waren nur nur möglich, weil der französische Staat als Bürge und Eigentümer fungiert:

        Vollständige Verstaatlichung: Im Jahr 2023 hat der Staat EDF komplett zurückgekauft, um den Konzern vor dem Bankrott zu bewahren. Die Schuldenlast von EDF lag zeitweise bei über 60 Milliarden Euro.

        Sozialisierung der Risiken: Die immensen Kosten für den Bau neuer Reaktoren (wie Flamanville 3) belasten die Bilanz so stark, dass sie ohne staatliche Kapitalspritzen nicht finanzierbar wären.

        Der französische Rechnungshof bezweifelt stark, dass die Kosten (und damit die Gewinne) realistisch kalkuliert wurden.

        Zum Vergleich der Strom-Gestehungskosten:
        Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE: „Studie: Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien“, Veröffentlichung: Juli/August 2024
        https://www.ise.fraunhofer.de/de/daten-zu-erneuerbaren-energien.html

        • Stefan Pietsch 10. Januar 2026, 17:03

          Da holen Sie wieder den ganz großen Schläger raus und werfen Nebelbomben.

          Zur Erinnerung: Am Anfang steht Ihre These, Atomkraft sei unbezahlbar teuer und Erneuerbare konkurrenzlos günstig. Diese These, CitizenK, gilt es von Ihnen zu verteidigen und ich greife sie an. So sind die Regeln der geordneten Diskussion, wo ich Sie bitte, sich daran zu halten.

          Gegen Ihre These stehen zahlreiche Argumente, gegen die Sie nur ein einziges in die Waagschale zu werfen wissen. Die Contra-Argumente beruhen auf Fakten:

          1. Keine der großen Wirtschaftsnationen tut es Deutschland gleich. Die sind aus Ihrer Sicht alle doof und können nicht rechnen.
          2. Die deutsche sogenannte Energiewende hat bisher 0,7 Billionen Euro verschlungen, im Ergebnis wurde aber hauptsächlich die Kernenergie damit ersetzt. 700 Milliarden Euro für ein bisschen Strom sind eine ganze Stange Geld und zeigen, dass die Umstellung auf Erneuerbare eben nicht für eine Kugel Eis zu haben ist. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit zur Abschaltung der Kernreaktoren bestand jedoch bisher zu keinem Zeitpunkt. In Deutschland haben wir also Geldverschwendung in ungeheurem Ausmaß betrieben.
          3. Der Vergleich mit Frankreich zeigt auch, dass man sehr schwer zu Ihrer These auf Grundlage von Fakten kommt. Zwischen der Abführung von 20 Milliarden Euro an den Staatshaushalt und 30 Milliarden Euro Subventionen für Erneuerbare klafft eine auch für hiesige Verhältnisse nicht sehr kleine Lücke von 50 Milliarden Euro, fortgeschrieben auf 10 Jahre also eine halbe Billion Euro. Ich weiß nicht, wie Sie da argumentativ hinkommen wollen.

          Dann unterschlagen Sie die entscheidenden Fakten und werfen Nebelkerzen: Das Problem der EDF wie auch von anderen staatsnahen Großkonzernen in der Welt sind die extremen Pensionszusagen an Mitarbeiter. Das hat GM in die Pleite getrieben, das hat die AEG und andere in Deutschland ruiniert und so sieht es auch in Japan aus. Die EDF-Mitarbeiter gehen im Schnitt mit 59 Jahren und dann Pensionen von 3.600 Euro in Rente. Das ist wirtschaftlich nicht abbildbar, hat aber mit dem eigentlichen Geschäft nichts zu tun. Richtig wäre damit, wenn Sie behaupten würden, unwirtschaftliche Zusagen an normale Mitarbeiter werden häufig sozialisiert. Aber das ist ja nicht in Ihrem Interesse.

          Die Rechnungen, die die Erneuerbaren vorne sehen, unterschlagen konstant die Grundlastkosten, die mit dem Betrieb von Windkraftanlagen und Solarparks verbunden sind. Sie sind umso höher, je umfangreicher der Umstieg auf regenerative Energieträger ausfällt. Das ist auch der Grund, warum die Vorreiter in Skandinavien es inzwischen langsamer angehen lassen. Im Gegensatz zu den moralisierenden Deutschen haben sie noch nicht die Grundrechenarten verlernt. Die Fans des Umstiegs tun so, als könnte man Windkraftanlagen wie AKWs betreiben. Die Fakten und die Naturwissenschaften stehen dem jedoch entgegen: Der Wind bläst nicht zuverlässig und schon gar nicht in der Mitte eines Landes, was dazu führt, dass oftmals zu einer Tages- und Jahreszeit viel zu viel und zu anderen Zeiten viel zu wenig Strom erzeugt wird. Lesen Sie die Statistiken über die Einspeisung und dann weisen Sie nach, dass das nicht so ist.

          Disclaimer: Als Marktwirtschaftler bin ich vehementer Gegner von Monopolen, egal ab staatlich oder privat. Es gibt allerdings natürliche Monopolverhältnisse wie bei der Ausbeutung von Rohstoffen. Dann hat der Staat darauf zu achten, dass dies absolut neutral erfolgt. Zumindest der deutsche Staat ist zu dieser Neutralität nicht in der Lage. Bei der Flugsicherung und den Fluglotsen gibt es keinen größeren Anhänger des staatlichen Monopols wie mich. Ich will auch das Bildungswesen nicht privatisiert sehen. Wenn Privatschulen boomen, dann, weil der Staat in seinen elementaren Aufgaben eklatant versagt. Von dem Versagen lässt sich nicht ablenken, in dem man Privatinitiativen verbietet.

          • CitizenK 10. Januar 2026, 20:27

            Nun, die EDF ist/hat in solches Monopol, und Sie beziehen sich immer wieder auf Frankreich. Und ich will doch Privatschulen nicht verbieten. Also bitte.

            Zu 1 „alle doof“. Dass Länder wie F und GB (USA und RF sowieso) ihre eigenen Meiler wollen, ist klar. Nicht so klar ist das bei Ländern ohne Atomwaffen wie Finnland, Holland und jetzt Italien. Und natürlich Japan. Das gibt mir in der Tat zu denken.
            AKWs brauchen einen langen Vorlauf. Könnte es sein, dass diese noch unter anderen Voraussetzungen geplant wurden. Die Finnen und die Briten haben sich ja offensichtlich gewaltig verrechnet.

            Sie sind nicht nicht auf die Zahlen von Fraunhofer eingegangen (auch das gehörte zur Diskussionskultur). Fraunhofer-Institute gelten als seriös und praxisnah.

            • Stefan Pietsch 11. Januar 2026, 00:54

              Ich nehme Frankreich aus zwei Gründen:
              a) Frankreich ist hier seit Jahren das beliebteste Beispiel für die angeblichen Nachteile der Atomwirtschaft. Sie selbst haben auch mit Verve darauf herumgeritten. Ich habe eine gewisse Konstanz bei meinen Beispielfällen und erwarte das auch bei anderen. So wird zumindest etwas Cherry Picking vermieden.
              b) Die Zahlen von EDF hatte ich gerade Tage vorher gelesen, daher bot es sich an. Übrigens haben wir auch in Deutschland keinen Wettbewerb, wenn die Anbieter von regenerativ erzeugten Strom garantierte Einspeisevergütungen erhalten.

              Ich habe nicht gesagt, dass Sie Privatschulen verbieten wollen. Es war ein Statement zu meinen Einstellungen zu Monopolen.

              Schauen Sie mal auf die Liste der Länder mit AKWs. Das sind verdammt viele, die Schweiz und Schweden übrigens auch. Schweden ist ganz interessant, weil dort die Grünen sich sehr lange gegen die Atomkraft gewehrt haben, ihren Nutzen in Bezug zur Notwendigkeit von günstigem Strom und Klimaneutralität aber inzwischen erkannt haben. Die deutschen Grünen sind dagegen total borniert. Selbst Stefan räumt jetzt ein, dass der Ausstieg wahrscheinlich eine Dummheit war. Soweit sind Sie aber trotz allem immer noch nicht.

              Können so viele Länder irren? Sagen Sie doch mal etwas dazu. Es ist ja schließlich ein Punkt, auf dem ich herumreite und der konträr zu Ihrer Position ist. Und nochmal: Auch in diesem Kommentar verteidigen Sie nicht Ihre These durch Argumente. Das ist aber doch der Spaß an der Geschichte, oder nicht?

              Zu der von Ihnen genannten Studie: Das wirkt nicht gerade konsistent. Es beginnt mit einer einfachen Relation: Der Preis für die Vermeidung einer Tonne CO2 kostet rund 90 Euro an der Börse. Umweltökonomen bewerten die Vermeidungskosten durch Photovoltaik irgendwo in der Gegend von 1.600 – 2.400 Euro (aus dem Kopf). Es ist also in Deutschland extrem teuer, mit einer Solaranlage CO2 einsparen zu wollen. Bei der Studie jedoch kommt Photovoltaik mit Abstand am Besten weg. Entweder sind die ganzen Umweltökonomen Vollidioten oder die Studie zeigt nicht, was sie angeblich zeigen soll.

              Der Ehrenrettung halber: Die Forscher des Frauenhofer Instituts formulieren, anders als andere Studien, in diese Richtung viel vorsichtiger und vager. Die Sicherheit von Greenpeace fehlt:
              Erneuerbare Energien und insbesondere Photovoltaik und Windenergie haben sich in den vergangenen Jahren dank fallender Preise rasant entwickelt und tragen nun zu weitreichenden Veränderungen im Energiesystem bei. Um die Schwankungen in der Stromproduktion auszugleichen, müssen Möglichkeiten gefunden werden, Erzeugung und Bedarf einander anzupassen. Hier spielen Energiespeicher und insbesondere dezentrale und zentrale Batteriespeicher eine große Rolle. Auch die Sektorenkopplung trägt in hohem Maße dazu bei, dass eine breite Dekarbonisierung stattfinden kann. Diese Entwicklungen werfen viele Forschungsfragen auf: Wie ist eine kosteneffiziente Nutzung erneuerbarer Energieressourcen in verschiedenen Regionen zu erreichen? Wie können Technologien kombiniert werden, um den Energiebedarf optimal zu decken? Welche Entwicklungen müssen durch die Politik unterstützt werden? Wir arbeiten daran, diese Fragen mit fundierten, techno-ökonomischen Analysen zu beantworten.

              Deutschland hat nicht ansatzweise Speicherkapazitäten für den Strom aus Erneuerbaren, die den Namen verdienen. In anderen Ländern sieht das nicht besser aus, weshalb sie ja auch auf den Mix setzen. Das geht in Deutschland nicht, weil wir weder Atom, noch Kohle, noch Gas haben und eben auch nicht Wasserkraft. Alles, was für Speicherung und Grundlastabdeckung notwendig wäre, haben wir nicht. Schon von daher sind die Kalkulationen absolut theoretisch. Für Praktiker ist das völlig unzureichend, das wird Ihnen auch Thorsten Haupts bestätigen. Ich habe als Prüfer und Controller gearbeitet und war in solchen Funktionen mit Kalkulationen auf der Grünen Wiese befasst. Da verhauen Sie sich gerne mal um einige tausend Prozent.

              Wie Sie wissen, ist das Habeck’sche Konzept des grünen Wasserstoffs in Deutschland gescheitert. Das konnten die Forscher auch nicht in ihrer Projektion abbilden. Sie setzen etwas voraus, was nicht nur nicht gegeben ist, sondern wo spezialisierte Unternehmen sich weigern, dies in Deutschland aufzubauen.

              P.S.: Die Forscher reden auch von der „Sektorenkoppelung“, die ausschließlich in Deutschland Konjunktur hatte. Auch das sehen Umweltökonomen im Hinblick auf den Klimaschutz für Blödsinn an, da die Emissionsvermeidung in unterschiedlichen Bereichen höchst unterschiedlich teuer ist. Es ist ein Ansatz der Geldvernichtung. Wenn eine Tonne CO2 nur für tausende Euro vermieden werden kann, macht es ökonomisch keinen Sinn.

              • CitizenK 11. Januar 2026, 10:20

                „Können so viele Länder irren? Sagen Sie doch mal etwas dazu.“

                Das ist doch mein Punkt. Ich bin in die Diskussion eingestiegen wegen der Behauptung“dümmste Energiepolitik“. Denn diese impliziert, dass wir von Dummköpfen/Ignoranten rgiert wurden/werden. Das ist gefährlich für die Demokratie.

                Die Grundsatzdiskussion muss man nicht wieder aufwärmen – die Vor- und Nachteile sind doch geläufig. Es geht letztlich um die Bewertung. Ob der Ausstieg eine Dummheit war, interessiert mich weniger. Vielmehr, ob der Wiedereinstieg sinnvoll wäre. Wer keine Gefahr durch Unfälle oder Sabotageakte sieht und an eine sichere Endlagerung glaubt, der ist dafür. (Wenn jetzt aber tausend statt Millionen Jahre als großartigen Fortschritt gefeiert wird, muss ich doch bitter lachen).

                Ist die Förderung/ der Ausbau der Solarenergie eine Dummheit, wie Sie meinen? Auch in Referenzländern wird daran gearbeitet: In der Schweiz , in NL (nicht eben ein Sonnenstaat) in Südkorea auf Parkplätzen, an Autobahnen, auf Industrie- und Verwaltungsbauten.
                Das sind Industrieländer, die nicht von Dummköpfen regiert werden.

                Den Markt für Solartechnik (Steuerung, die Paneele hat China) in Afrika haben Sie überhaupt nicht im Blick. Wie bei der Telekommunikation (Mobilfunk statt Festnetz) überspringt man die Phase der fossilen Energie.

                Wir streiten uns schon über 10 Jahre. Den aktuellen Stand der Erneuerbaren haben Sie damals für unerreichbar erklärt. Warum halten Sie eine weitere Entwicklung nicht für möglich?

                • Stefan Pietsch 11. Januar 2026, 11:06

                  Um mit dem letzten zuerst zu beginnen: Das habe ich nie gesagt, geschrieben, gemeint. Aus einem einfachen Grund, weil ich so etwas grundsätzlich nicht mache, ganz besonders, Dinge für unmöglich zu erklären. Ich bin Finanzer, also ein Mensch mit Rückspiegel. Ich bewerte Entwicklungen, ich bin Analyst, kein Prognostiker. Bei den Erneuerbaren scheint eine Ceiling erreicht. Woraus ich das schließe? Aus mehreren Fakten: Die Vorreiter in Skandinavien und im Baltikum – also jene Länder mit optimalsten Konditionen – zeigen sich seit einigen Jahren auf einem Plateau. Auch die deutschen Zahlen (siehe Statistik von Lemmy) flachen ab. In den Charts an der Börse leiten solche Kurven eine Phase der Stagnation und dann einem Rückgang ein. Sie sind nicht Vorboten eines Booms. Natürlich kann es, weil wir so genial sind und den Gezeiten trotzen, bei uns alles anders sein. Offshore habe wir viele Kapazitäten ausgeschöpft, Onshore wachsen die Widerstände immens.

                  Hat die Politik gegen den Wählerwillen den Ausstieg eingeleitet? Nein. Verhindert die Politik gegen den Wählerwillen Fracking? Nein. Also kann Ihr Argument mit der Demokratiegefährdung gar nicht gelten. Übrigens sagen das mit der dümmsten Energiepolitik andere über uns Deutsche. Nur hat Putin auch Recht, es gilt das Maoam-Motto: Was wollt Ihr denn?! Die Schweiz baut ein Endlager an der deutschen Grenze. Die scheinen nicht die Probleme zu haben, über die wir uns hier seit Jahrzehnten den Kopf zerbrechen.

                  Wiedereinstieg? Sie verhalten sich wie der verhinderte Liebhaber, der darüber räsoniert, ob die Traumfrau bei ihm noch eine Chance habe. Kein Energieerzeuger will noch mal in diesem verrückten Deutschland ein Atomkraftwerk bauen, ob Small oder nicht. Alle sagen, ihr spinnt ja ohnehin und in zehn Jahren verlangt ihr dann, alles wieder abzureißen. Mit so einer Tussi würde ich mich auch nicht einlassen.

                  Der „Markt für Solartechnik“ in Afrika. Habe ich etwas verpasst? Afrika ist groß und hat doppelt so viele Staaten wie die EU. Südafrika z.B. verbrennt zu 82 Prozent Kohle, obwohl dort wirklich schön die Sonne scheint.

                  Ich wage eine Prognose für die nächsten 20 Jahre: Deutschland wird die Klimaneutralität 2040 grandios verfehlen, wir werden bis dahin vielleicht 25-30 Prozent unseres Primärenergiebedarfs aus Erneuerbaren decken. Wenn es allerdings für die Degrowth-Befürworter gut läuft – und danach sieht es aus – könnte es tatsächlich in einem deindustrialisierten Deutschland auch mehr werden. Wenn der Nenner schrumpft, führt ein gleichbleibender Zähler zu einer besseren Ratio. Und mit „Erneuerbaren“ sind nur die heutigen Windkraft, Solar und Biomasse gemeint, nicht jedoch Wasserstoff. Und das können Sie sich in die Küche heften. 🙂

                  • CitizenK 18. Januar 2026, 10:15

                    „Habe ich etwas verpasst?“

                    Möglicherweise: Jeffrey Sachs reckons Africa could be a superpower within 25 years

                    • Stefan Pietsch 18. Januar 2026, 14:20

                      Jetzt muss mich mal fragen: Was ist eigentlich der rote Faden Ihrer Argumentation? Sie eröffnen mit:
                      Den Markt für Solartechnik (Steuerung, die Paneele hat China) in Afrika haben Sie überhaupt nicht im Blick. Wie bei der Telekommunikation (Mobilfunk statt Festnetz) überspringt man die Phase der fossilen Energie.

                      Sie preisen (nicht nur hier) das Engagement von China, was im modernen Kolonialismus besteht. Kolonialismus wird an anderer Stelle verteufelt und als Ursache für die Rückständigkeit des Kontinents angeführt. Und auf eins können wir uns sicher einigen: Kolonien wurden in der Geschichte noch nie zu Supermächten.

                      Dieses ominöse Afrika. Was soll das sein? Darauf gibt es von Ihnen keine Antwort. Äthiopien? Elfenbeinküste? Nigeria? Simbabwe? Namibia? Südafrika jedenfalls, eine der immer noch fortschrittlichsten afrikanischen Staaten, hat mit dem Übersprung noch nicht begonnen, sondern setzt weiterhin auf Kohle.

                      Und dann Jeffrey Sachs, der in seinem Leben schon viel vorhergesagt hat nur wenig richtig. Seine derzeitige Theorie: Die USA und Polen hätten Nordstream gesprengt. Okay. Überhaupt, ich arbeite in einer Branche, die von Gurus und Propheten übervölkert ist, die aber nichts anderes als Kaffeesatzleserei betreiben. Vor einem halben Jahr, ist noch nicht so lange her, gab es die Erwartung, dass der Goldpreis sein Hoch bei 3.400 USD erreicht hätte und es jetzt abwärts gehe. Inzwischen stehen wir nicht weit von der 5.000er-Marke entfernt. Vor zwei Jahren gab es Bewertungen von Analysten, die zufällig die Finanzkrise 2008 erwartet hatten, die meinten, die Börsen ständen vor ernsthaften Korrekturen. Inzwischen gab es weitere Rallyes.

                      Zu den Fakten: Wenn „Afrika“ binnen einer Generation zu einer Supermacht werden soll, dann wäre das ein einsamer Rekord in der Weltgeschichte. Selbst China hat sich dazu 30-35 Jahre genommen. Die Voraussetzungen zur Wirtschaftsmacht sind Investitionen. Haben Sie sich als kritischer Denker mal die Investitionen in „Afrika“ angesehen? Okay, nehmen wir es anders. An der Spitze thronen China, USA, Japan und Indien. Im weiteren gibt es noch Russland, Indonesien, Brasilien und Mexiko. Irgendwann kommen die arabischen Staaten, die Sachs oder zumindest Sie sicher nicht meinten. Schwere Ölstaaten. Die ersten afrikanischen Länder kommen ab Rang 60 mit Nigeria, Elfenbeinküste und Südafrika. Die Investitionen in diesen Ländern belaufen sich zusammen mit gut 170 Milliarden Dollar gerade auf einem Niveau, das das bevölkerungsarme Schweden alleine erreicht. Israel liegt auch nicht weit entfernt. In Chile (20 Mio. Einwohner) wird so viel investiert wie in Nigeria (230 Mio. Einwohner).

                      Ernsthaft: Sind Schweden, Israel und Chile auch auf dem Weg, die neuen Supermächte dieser Erde zu werden? Damit Investitionen in einer Volkswirtschaft wirklich Dynamik entfalten, braucht es mindestens 5-10 Jahre. Wann fängt „Afrika“ an, damit es in 25 Jahren zur neuen Supermacht werden kann? Das wären doch Fragen, die sich einer kritischer Denker stellen sollte. Sie laufen jedem nach, der Ihre Vorurteile über Wirtschaft und Politik bestätigt, statt mit einer gewissen Unvoreingenommenheit an die Analyse zu gehen.

                      Apropos: Vor Jahren erklärten Sie mir, Ihre jüdischen Freunde freuten sich über die vielen Migranten aus dem arabischen Raum. Ich fand das schon damals reichlich naiv. Normalerweise wissen gerade Juden, wer ihre natürlichen Todfeinde sind. Inzwischen tobt der Antisemitismus in den migrantischen Milieus, gibt es gerade für Juden neue No-Go-Areas und linke Gruppierungen demonstrieren fleißig mit „From the River to the Sea“ und „Juden ins Gas“. Es wäre interessant zu erfahren, ob Ihre jüdischen Freunde immer noch so euphorisch ob der Migration sind oder – ob Sie uns schlicht Bären aufgebunden haben, weil es Ihre Meinung zur Migration gestützt hat.

                • Stefan Pietsch 11. Januar 2026, 11:35

                  Für die Politikbewertung ist sehr wohl relevant, ob die von den Grünen und einem sozialdemokratischen Bundeskanzler gefasste Entscheidung, die Atomkraftwerke endgültig abzuschalten und nicht einmal ein Moratorium zu geben, vernünftig oder nicht war. Schon damals, 2023, meinte eine Mehrheit, dass das höchst unvernünftig sei. Die Grünen haben es mit Scholz dennoch durchgezogen.

                  Die Deutschen erwarten wie die meisten Bürger in Demokratien, dass die Politik vorsichtig und vernünftig mit der res publica und mit dem Staat umgeht. Die Grünen haben in den drei Jahren ihrer Regierungszeit regelrecht gehaust, so empfinden es die meisten. So wie es aussieht, wird es lange dauern, bis der Wähler den Grünen noch einmal Regierungsverantwortung gibt. Ich bin überzeugt, hier liegt der eigentliche Grund für den Absturz der Grünen, einer Partei, die zeitweise einen grünlackierten Papierkorb hätte aufstellen können um gewählt zu werden.

              • Detlef Schulze 11. Januar 2026, 11:37

                Der Preis für die Vermeidung einer Tonne CO2 kostet rund 90 Euro an der Börse. Umweltökonomen bewerten die Vermeidungskosten durch Photovoltaik irgendwo in der Gegend von 1.600 – 2.400 Euro (aus dem Kopf).

                Die 90 Euro verstehe ich. Die 1600-2400 Euro können unmöglich stimmen. Ich habe vor 1,5 Jahren ein Balkonkraftwerk gekauft für unter 500 Euro (inklusive Aufständerung und Transport). Meine App sagt, ich hätte nach 1,5 Jahren bereits 1,1 Tonnen CO2 eingespart. Das ist wahrscheinlich etwas übertrieben, je nachdem, was man als CO2-Emission pro kwh annimmt, aber die Anlage läuft ja noch min. 20 Jahre. Über die gesamte Lebenszeit gerechnet kommt man dann locker unter die 90 Euro pro eingesparter Tonne. Grosse Freiflaechenanlagen sind ja nochmal billiger.

                • Stefan Pietsch 11. Januar 2026, 15:00

                  Okay, ich habe jetzt nachgeschaut. Lassen Sie sich übrigens nicht durch den Herausgeber irritieren, ähnliche Resultate sind bei anderen Umweltökonomen zu erwarten. Ich habe die Relationen nicht aus dem Standardbaukasten der INSM. Bei der Photovoltaik sind es 600-1000 Euro und nicht, wie von mir geschrieben 1600-2400 Euro. Ich bitte das zu entschuldigen.

                  • Detlef Schulze 12. Januar 2026, 09:32

                    Danke für den Link. Die 600-1000 Euro werden nicht in der Studie berechnet, sondern nur erwähnt. Diese Zahlen stammen aus Studien von 2010 und 2007. Den INSM-Report habe ich nur überflogen. Dabei ist mir nicht klar geworden, was „Vermeidungskosten“ überhaupt sind. Manchmal sind es Kosten, die dem Staat entstehen (Förderung der E-Mobilität), dann sind es wieder Kosten, die einer Person, bzw. dem Konsumenten entstehen (Tempolimit).

  • Thorsten Haupts 8. Januar 2026, 23:31

    In Grossbritanien wird Hinkley Point C gebaut, ein Atomkraftwerk, welches bei Fertigstellung ca. 50Mrd Euro gekostet haben wird (47 Mrd Pfund).

    Terminplan und Budget des Basic und Detail Designs für den EPR Taishan liefen über meinen Schreibtisch, an der Planung von sowohl Flamanville 3 als auch Olkiluoto 3 war ich beteiligt. Sie werden mir daher bitte erlauben, einige kleinere Korrekturen anzubringen:

    1. Hinkley Point besteht aus zwei Reaktoren
    2. Ich weiss nicht, warum die Kosten dafür so aus dem Ruder laufen. Die letzte Kostenschätzung, die ich seriös kenne, stammt aus 2015 und veranschlagte nach der Reife des Designs (Ol3, Flamaville und Taishan waren alle Prototypen, weil man diese Designs nahezu parallel entwarf und baute) für eine Zweireaktorenanlage mit 3.200 Megawatt Leistung (gerundet) etwa 11,5 Milliarden Euro. Diese Erwartung war für 2015 nach meiner Erfahrung seriös. Selbst mit den Preissteigerungen der letzten 10 Jahre wäre damit der aktuelle Wert plus/minus bei irgendwas von 17 bis 20 Milliarden, also ist in Hinkley Point etwas gewaltig schiefgelaufen oder die britische Regierung hat sich von der EDF über den Tisch ziehen lassen

    Hoffe, das hilft 🙂 .

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Detlef Schulze 8. Januar 2026, 23:46

      Sie werden mir daher bitte erlauben, einige kleinere Korrekturen anzubringen:

      Das erlaube ich nicht nur, sondern ich weiss das auch ausdrücklich zu schätzen.

      Viele Grüße

    • Thorsten Haupts 9. Januar 2026, 13:31

      Und leider musste ich nach näherer Beschäftigung mit Hinkley Point feststellen, dass auch die Regulierungsbehörden nicht lernen: Nach 3 Prototypen, wovon 2 nun im Betrieb sind (das Design sowohl des finnischen, ersten, als auch des chinesischen, dritten, Reaktors war also okay) wurde HP auf Vorgaben der britischen Behörden noch einmal gründlich überarbeitet, 35% mehr Stahl und 25% mehr Beton sind eine echte Hausnummer. Für die Experten: Beides ein Indikator für ein praktisch neues Basic Design aller Gebäude des AKW.

      • Lemmy Caution 11. Januar 2026, 10:24

        Die vielen Französischen Atomkraftwerke wurden fast alle 1975 bis 1990 gebaut. Der 2024 ans Netz gegangene Reaktor Flamanville 3 hat die geplante Fertigstellung um 12 Jahre überschritten. Die Kosten sind auch gewaltig aus dem Ruder gelaufen.
        Im Französischen Fernsehen stellte das mal ein Experte so dar, dass man sich da auf etwas exzessiv komplexes eingelassen hatte, auch auf Druck der Regulierungsbehörden. Wenn in Europa mehr Reaktoren gebaut würde und Kostenaspekte neben der Sicherheit bei der Regulierung eine grössere Rolle spielen würde, könnte dies die Kosten vermutlich stark senken.

        • Thorsten Haupts 11. Januar 2026, 18:10

          Im Französischen Fernsehen stellte das mal ein Experte so dar, dass man sich da auf etwas exzessiv komplexes eingelassen hatte, auch auf Druck der Regulierungsbehörden.

          Bestenfalls halb richtig. Für Flamanville liefen die Kosten aus im wesentlichen drei Gründen aus dem Ruder:
          1) Anstatt das fertige Basic Design von Olkiluoto zu nehmen, verlangte die EDF ein vollständig neues (Begründung: Kompatibilität zu älteren Reaktoren zwecks Ausbildungsvereinfachung
          2) Die Baustelle stand jahrelang nahezu still, weil es bei der Produktion der wichtigsten Komponente eines AKW, dem Reaktordruckbehälter, Unregelmässigkeiten gegeben hatte und niemand die Verantwortung dafür übernehmen wollte, dass das Teil funktioniert
          3) Im laufenden Neudesign wurde eine neue Rohrleitungsregel erlassen, die im Extremfall dazu geführt hätte, dass selbst Toilettenleitungen nach der höchsten Material- und Sicherheitsklasse hätten gefertigt und befestigt werden müssen. Ein EPR hat etwa 50 Kilometer Rohrleitungen … Fun Fact – der für diese Vorschrift Zuständige im Büro des französischen Präsidenten wurde später Vizepräsident des Areva-Konzerns, um seinen Bullshit selber auszubügeln.

          Gruss,
          Thorsten Haupts

  • Pirat 11. Januar 2026, 23:17

    Mit Verlaub, in diesem Teil des Ganzen hab ich vor allem extrem viel Desinformation gelesen. Z.B. wird unterschlagen, dass wir inzwischen im Sommer viel Strom nach Frankreich EXportieren, weil dort die AKWs zuverlässig während der Hitzeperioden runtergefahren werden – weil das Kühlwasser fehlt, wenn die Flüsse Niedrigwasser führen und das was da ist auch noch zu warm ist. Dieses Problem hätten wir tatsächlich auch, hätten wir weiter auf die AKWs gesetzt. Und dieses Problem wird sich verschärfen, weil solche Verhältnisse mindestens im Sommer in den nächsten Jahrzehnten zur neuen Norm werden. Über den Umstand, woher eigentlich der Betriebsstoff für die Atomenergie kommt, haben wir da noch gar nicht geredet (Spoiler: Zum großen Teil aus problematischen Staaten). Oder über die Sicherheitsprobleme, die AKWs in kriegerischen Zeiten wie diesen darstellen (man blicke in die Ukraine). Wird alles unterschlagen, sind aber auch alles Dinge, die eine sinnvolle Energiepolitik heutzutage in Rechnung stellen muss. Ähnlich schlecht zusammengerechnet und -recherchiert ist der Rest. Für soviel Auslassung, dass es Desinformation ist, kann ich auch Kommentare auf FB lesen; Pietsch ist lediglich rhetorisch geschliffener.

    • Stefan Pietsch 12. Januar 2026, 16:36

      Na ja, zumindest danke für das kleine Kompliment am Ende. Tatsächlich bin ich in den Sozialen Medien überhaupt nicht aktiv. Und den Artikel bitte ich unter einem anderen Aspekt zu betrachten. In der Intension ging es mir um eine Zusammenfassung all der Bereiche, wo die deutsche Politik wie Gesellschaft nicht (mehr) verstehen, wie unser Wohlstand eigentlich entsteht und was die Grundlagen sind.

      Ich kann mich nicht erinnern, dass die Anrainer eine Initiative ausgerufen hätten, Deutschland möge bitte in den warmen Monaten ganz viel subventionierten Strom produzieren, der in ihre Netze eingespeist werden könnte um ihnen aus der Patsche zu helfen. Ich erinnere mich, dass im Gegenteil die immer wieder für Verärgerung bei unseren Partnern sorgt. Das mit dem Kühlwasser ist auch ein ziemlich neues Argument. Warum haben die Grünen das eigentlich nie in den Jahrzehnten ins Feld geführt?

      Jedenfalls unterminieren Sie alles, was als Begründung für die Abschaltung der AKWs herangezogen wurde. Die beiden Hauptargumente lauteten immer, die Technologie sei zu unsicher und es würde auf Millionen von Jahren strahlender Müll produziert. Wir verzichten aber nicht auf Atomstrom, wenn wir ihn zur Deckung unseres Bedarfs von unseren Nachbarn beziehen müssen. Wir haben eher das Problem vergrößert, denn Frankreich, die Niederlande, Schweden müssen für uns mit Atomstrom produzieren. Das mit dem Müll kann dann auch nicht so ernstgemeint sein, schließlich können wir weder gegen das eidgenössische Endlager an der deutschen Grenze noch andernorts etwas unternehmen.

      Wo kommen eigentlich die Rohstoffe für die Batterien her? Aus „problematischen“ Staaten. Die meisten Länder dieser Erde sind keine Musterdemokratien und die meisten Demokratien haben keine begehrten Rohstoffe. Das ist ein Dilemma, aber das gilt eindeutig nicht nur für den Bereich der atomaren Stromerzeugung.

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