Investitionen sind das bessere Sparen

Bei keinem Thema schlagen die Herzen der Steuerliebhaber so hoch wie bei der Frage nach staatlichen Investitionen. Deutschlands Straßen verrotten, in den Schulen sind längst nicht mehr nur die Lehrer nicht ganz dicht, sondern auch die Dächer und mit der digitalen Infrastruktur geht es auch nicht so wirklich voran. Schlussendlich verspätet sich die Bahn, das Herzenskind der Deutschen, im Jahr 2018, weil irgendwann vor über 10 Jahren zwei Geschäftsjahre lang die Investitionen in den Schienenverkehr zurückgefahren wurden. Wir schenken uns an dieser Stelle, dass Ausgaben von Unternehmen nicht gleichbedeutend mit Verlusten sind und gehen gleich zum nächsten Thema weiter. Da kann ein Fricke in seiner wöchentlichen Kolumne auf SPIEGEL Online im regelmäßigen Turnus anführen, wie schadhaft Sparen in wirklich jeder konjunkturellen Situation sei – es wird fleißig nachgeplappert und im Lackmustest durchgefallen. Thomas Fricke beispielsweise war schon Anfang der Nullerjahre Chefökonom der Financial Times Deutschland, jenem Wirtschaftsblatt, dass schließlich eingestellt wurde, weil es Erwartungen nicht mit Kosten in Einklang zu bringen wusste. Gelernt hat der selbsternannte Wirtschaftsjournalist daraus jedoch nicht. [click to continue…]

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [click to continue…]

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Ich möchte zwei Bemerkungen voranstellen. Erstens ist dieser Artikel Teil einer Serie, die sich mit Aufstieg und Niedergang der Sozialdemokratie vorrangig in den USA und Deutschland beschäftigt. Dieser Fokus entspringt meinen persönlichen Interessen und meinem persönlichen Interessengebiet. Jegliche Verallgemeinerung bleibt deswegen notwendigerweise mit dem breiten Pinsel gezeichnet. Zweitens wird „Sozialdemokratie“ hier nicht im engen deutschen Sinne verwendet, sondern steht für alle reformistischen Parteien links der Mitte. Darunter fallen etwa die Labour Party, die Parti Socialist oder die Democrats, nicht aber die KPD oder die DSA. 

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Industrialisierung. Nie zuvor in der menschlichen Geschichte vollzog sich Wandel so schnell und so tiefgreifend, taten sich solche Gräben innerhalb der Gesellschaft auf, wurden sich so viele Menschen plötzlich ihrer selbst bewusst. Was soll das heißen? Für den allergrößten Teil der menschlichen Geschichte gilt, dass die überragende Mehrheit der Menschen arm war, und zwar arm in jedem Sinne der Metrik, nicht relativ zu heute oder zu anderen Abschnitten der Geschichte, sondern absolut arm, also am Existenzminimum lebend. [click to continue…]

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Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. [click to continue…]

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Bei den Midterms gibt es nur ein Thema: Trump

Die Democrats sind in den USA auf eine Art in der gleichen Position wie die SPD in Deutschland: ob Freund oder Feind, links oder rechts, offen oder geschlossen, jeder fühlt sich bemüßigt, der Partei Ratschläge zu geben, was sie tun müsse. Ganz besonders beliebt ist der „über was die Democrats angesichts der Wahlen reden müssen“. Kritiker vom linken Bernie-Flügel wissen, dass nur das Thematisieren sozialer Ungleichheit, die Forderung nach höheren Steuern für Reiche und eine allgemeine Krankenversicherung den Weg zu elektoralen Höhenflügen ebnen. Aktivisten schwören darauf, den Kontrast auf den Feldern der Umwelt- und Einwanderungspolitik durch entsprechend weitreichende Forderungen zu betonen. Moderate Anhänger der Partei erklären die Bedeutung von Trumps Korruptionsskandalen. Russlandfalken wollen Putins Rolle in Trumps Wahlsieg ins Zentrum rücken. Von Trump abgestoßene Konservative hätten gerne, dass die Democrats sich zu den Republicans der 1950er Jahre entwickeln. Und generell alle Very Serious People im Beltway wissen, dass keinesfalls, unter keinen Umständen!, die Partei durch progressive Forderungen unzufriedene Rechte zurück in Trumps Arme treiben darf. Einer der häufigsten Ratschläge den ich höre ist es, nicht über Trump zu reden, sondern stattdessen über die eigenen Themen. Ich möchte an der Stelle das schmutzige kleine Geheimnis verraten, das alle diese Leute entweder kennen oder bewusst nicht zur Kenntnis nehmen wollen: Was die Democrats im Wahlkampf sagen, ist völlig irrelevant. In den Midterms gibt es exakt ein Thema, und nur ein Thema: Trump. Und nichts, was die Democrats tun, kann daran etwas ändern. [click to continue…]

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Es ist WM und Claudia Neumann kommentiert

Alle vier Jahre findet eine Weltmeisterschaft der besten Fußballer auf diesem Planeten statt und selbst im sonst nicht so aufgeklärten Iran dürfen seit diesem Jahr auch Frauen muskulösen Männern beim Spiel mit einem Ball zusehen. Beachtliche Fortschritte bei dem Weg zu echter Gleichberechtigung, wenn man bedenkt, dass es Frauen in Deutschland noch Anfang der Siebzigerjahre untersagt war, dem runden Leder hinterherzulaufen. Aber es ist das eine, etwas tun zu dürfen und eine ganz andere, es tatsächlich auch tun zu sollen. Neben der historisch zu nennenden Niederlage der DFB-Elf am vergangenen Sonntag gegen Mexiko, den taktischen und spielerischen Unzulänglichkeiten deutscher Profifußballer erhitzt derzeit nichts so sehr die Gemüter der Nation wie die Frage, ob eine Frau Fußballspiele von Männern kommentieren dürfe. Gut, nicht irgendwelche Spiele, sondern die während der heiligen Messe der balltretenden Branche. Wie bei dem türkischstämmigen Spielmacher des viermaligen Weltmeisters Deutschland Mesut Özil geht es bei der Reportergilde nicht allein um Kompetenzfragen, sondern um natürliche Veranlagung. Kann jemand, noch mehr sollte jemand das tun, worin er Fachkompetenz besitzt? [click to continue…]

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