Leben mit der 4. Welle

Meine Familie und ich sind bis auf unsere Kinder geimpft. Ein Kind geht in die Grundschule, das andere noch in die Kita. Wir werden sie nicht impfen lassen, da für die Risiken für beide Optionen vergleichbar sind und sie eventuell schon eine Infektion hatten. Für mein Umfeld und mich ist Corona somit vorbei.

Diese Sichtweise wird durch die Ordres des Muftis sowohl von Herrn Höcke von der AfD, welcher die Pandemie vor langer Zeit für beendet erklärte, als auch dem Generalsekretär der FDP, Herr Wissing, welcher keine Überlastung des Gesundheitssystems erkennen kann, vollumfänglich bestätigt. Alles ist gut, wenn da nicht diese sonderbaren Modellierungen des RKI vom 08. Juli wären oder dieser Brandbrief von Medizinern ohne das dazugehörige Feuer.

Schauen wir uns daher mal die Zahlen etwas genauer an. Bekanntlich ist es unsinnig anzunehmen, es bestehe irgendein Zusammenhang zwischen Infektion, Aufenthalt auf der Intensivstation und Tod. All das sind ja nur Zahlen, die merkwürdige Menschen sammeln und seltsame Schlussfolgerungen daraus ziehen. Das darf man getrost ignorieren. Leider sind derzeit aus irgendeinem komischen Zufall heraus alle Pandemie-Inikatoren tiefrot. Es gibt zum Glück für Alles eine Lösung, auch für dieses Problemchen. Bauen wir uns einfach einen neuen Indikator und nennen ihn: Die gefühlte Pandemie. Er verfügt nur über eine einzige Stufe: Dauergrün.
Wie wir sehen, sagen auch alle objektiven Fakten, es gibt keinen Grund zur Besorgnis.

Sollte die Pandemie wider erwarten nicht vorbei sein, wäre das nicht mehr mein Problem. Dennoch würde ich weitere Corona-Maßnahmen nicht ablehnen, auch wenn eine Home-Office-Pflicht oder Home-Schooling mich direkt betreffen und einschränken würden. Schließlich weiß ich, dass der Schutz gefährdeter Risikogruppen meiner Solidarität bedarf.

Wir sind nicht in Nazi-Deutschland und im sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat. In einem Land, wo Eltern aus reiner Ich-Bezogenheit ihren Kindern Medikamente verpassen um Krankheitssymtome zu unterdrücken, anschließend ganze Kindergärten infizieren, sollten wir endlich aufhören, mit Altruismus und Solidarität zu argumentieren.

Quelle: Deliberation Daily Pietsch Kommentar

Entschuldigung, ich bin nun mal zu solch absurden Regungen imstande. Natürlich höre ich damit auf, reden wir also nur noch über das Wesentliche.

Die durchschnittlichen Fallkosten eines schweren Verlaufs einer Covid-19 Infektion beträgt ca. 38.500 €. Wenn man annimmt, dass jeder Covod-19 Tote zuvor einen schweren Verlauf hatte, reden wir also bei 97.394 [Stand: 11.11.21] an Covod-19 Verstorbenen von einer Summe von 3.749.669.000 €. Setzt man die Kosten einer Impfdosis inklusive Spritzen und Verwaltung mit 200 € an, sieht man, dass wir für einen Vollschutz durch Impfung in etwa 33,2 Mrd. € benötigen. Eine Corona-Pandemie-Welle trifft überwiegend die Gemeinschaft belastende Gruppe der Rentner. Dieser Verjüngungs-Effekt der Pandemie ist ein nicht geringer Opportunitätsgewinn. Wenn man ohne Impfschutz aufgrund einer Covid-19 Infektion auf der Intensivstation intubiert wird, darf man das ruhige Gewissen haben, dass eine ökonomisch rationale Entscheidung zugrunde liegt und man einen Beitrag zum Gemeinwohl leistet.
Neben den unnötigen Kosten haben Impfungen einen weiteren Nachteil. Sie werden nicht zu unrecht als der Blitzkrieg der Corona-Maßnahmen angesehen werden, da sie sofort nach 6 Wochen einen vollständigen Schutz bieten und daher eine Pandemie-Welle noch vor dem Einsetzen der Saisonalität abschwächen könnten. Das Potential zur Befriedigung tiefreligiöser Opferhandlungen, die das reinste Balsam für die konservative Seele sind, könnte nicht voll ausgeschöpft werden. Das darf nicht passieren. Niemand soll sagen können, dass wir eine Krise nicht zu nutzen wissen und uns nicht um das Wohlergehen kümmern würden.

Schauen wir mal ein wenig über den Tellerrand. Die Saisonalität der Pandemie als Chance zu begreifen und so zu nutzen, dass das ökonomisch wichtige Weihnachtsgeschäft an die Wand gefahren wird, ist ein kaum in Worte zu fassender grandioser Plan. Auf den ersten Blick scheint das widersinnig, aber auf den zweiten Blick offenbart sich, dass es allein um das Kaschieren aktiver Umweltpolitik geht. Selbst vollideologisierte Verfechter des Marktradikalismus merken nicht, wie sie gerade sanft in die richtige Richtung genugded werden. Umweltpolitisch notwendige Einschränkungen, wie das Absagen von Firmenweihnachtsfeiern, erscheinen plötzlich als Alternativlosigkeit. Was für ein bemerkenswertes Ergebnis des Verhandlungsgeschicks der Grünen bei den derzeitigen Sondierungsgesprächen.

Öffnen wir den Blick für die europäische Perspektive. Das Opfer für die notwendige Verjüngung der Bevölkerung haben fast alle anderen Nachbarn schon erbracht. Deutschland weigerte sich bisher mehr oder weniger erfolgreich, seinen Beitrag hierzu zu leisten. Die gute Nachricht ist, wir werden diese Lücke schließen können! Während die anderen im Süden, wie Portugal oder Spanien, keinen Schritt mehr weiter kommen, können wir bereits exportieren, Bayern verlegt Corona-Patienten nach Südtirol. Wer Europa durch eine Pandemie führen will, sorgt durch Auslagerung seiner Patienten für einen willkommenen Stresstest der Gesundheitssysteme seiner Nachbarländer.
Unser ewiger Konkurrent Frankreich könnte allerdings auf den Gedanken kommen, durch sein Vorpreschen in Sachen Opferbreitschaft und Verjüngung in den vorherigen Wellen eine europäische Führungsrolle anmelden. Jedoch zeigt sich nun, je deutscher Europa spricht, desto größer ist die Opferbereitschaft durch Impfverweigerung. Wir werden unserem Nachbarn daher mit dieser 4. Welle zeigen, dass wir auch Pandemie besser können als diese möchtegern Großnation.

Diese grandiose Fülle an strategischer Krisenbewältigung darf man unter dem Begriff ungebremste Durchseuchung zusammen fassen. Dieses Erfolgsmodell ist eine optimale Kombination aus Instrumentalisierung der Pandemie, Verjüngungskur der Bevölkerung und Kostenoptimierung.
Böse Zungen könnten jedoch behaupten, unsere Pandemiebekämpfung besteht im Grunde aus Nichtstun und steht somit auf der breiten Stufe von Drittweltländern, obwohl es bekannte und wirksame Maßnahmen gäbe. Das würde unsere Reputation als krisenfester Organisator gründlich ramponieren, das wäre für eine Exportnation wie uns ein Desaster. Krisenversagen und Exportmodell vertragen sich nicht und kann zu erheblichen Wohlstandsverlusten führen. Am Mangel an der Komepetenz in solch existentiellen Fragen für unser Land erkennt man überdeutlich die Handschrift der FDP.
Dieses kleine Manko lässt sich leicht jedoch begleitende Maßnahmen sehr leicht beheben. Wir überzeugen alle von unserer besonderen Perspektive der Pandemie, in dem wir zum 3. Mal weltweit in möglichst viele Länder einmarschieren, um eine optimale und breit angelegte Überzeugungsarbeit leiten zu können. Eine Armee haben wir ja, sie bräuchte nur funktionierendes Material. Hubschrauber, die vor erreichen des Zielgebiets abstürzen, sind leider wenig überzeugend. Wir könnten es daher auch wieder mit Brunnen- und Kindergartenbau versuchen – oder vielleicht doch lieber alles sein lassen…

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  • Juri Nello 14. November 2021, 22:43
    • Marc 15. November 2021, 12:06

      Ja, ein Verschwinden von Corona aufgrund der Herdenimunität wäre wünschenswert, ist aber unrealistisch. Corona wird zumindest für lange Zeit endemisch werden. Das ist alles lange bekannt.

      Jetzt geht es aber um die Pandemie. Wir müssen die 4. Welle brechen.

  • Thorsten Haupts 14. November 2021, 22:53

    Was soll uns dieser Text sagen (ausser dass der Autor Höcke, Stefan Pietsch und die FDP gleichermassen nicht mag)?

    Tip eines alten Polemikers:
    Wenn man einen Rant schreiben will, geht das flüssiger, besser lesbar und eingängiger über direkte Bösartigkeiten, Übertreibungen, Unterstellungen und sonstige Gemeinheiten in 7 Wort Sätzen :-). Gegenperspektiven sind niemals effektiv.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Marc 15. November 2021, 09:00

      In meinen Augen waren es Übertreibungen. Danke, dass sie mich darüber aufgeklärt haben.

    • Marc 17. November 2021, 10:39

      Das hier ist war ja nur die harmlose Version. Ich bereue es zutiefst, dass ich sie entschärft habe.

  • Erwin Gabriel 15. November 2021, 10:11

    @ MARC SCHANZ on 14. NOVEMBER 2021

    Hallo Marc,
    die folgenden Worte schreibe ich aus der Position heraus, dass ich seit Monaten doppelt geimpft bin und in Kürze meine dritte (Booster-)Impfung erhalte.

    Wenn man annimmt, dass jeder Covod-19 Tote zuvor einen schweren Verlauf hatte, …
    Solche Sätze ärgern mich stets. Es mag zahlreiche Leute geben haben, die „nur“ an Corona gestorben sind, aber in den meisten Fällen kommen mindestens zwei Erkrankungen oder Belastungen zusammen, von denen eine eben Corona ist. Ob man mit einem kaputten Herzen noch zwei Jahre hätte weiterleben können, aber nun durch eine zusätzliche Corona-Infektion stirbt, oder ob man die Corona-Infektion bequem überstanden hätte, wäre da nicht das kaputte Herz, läuft aus gleiche hinaus. Jeden, der mit dem Auto vor einen Baum fährt, auf Corona zu testen und bei positivem Ergebnis zum Toten „Im Zusammenhang mit Corona“ zu deklarieren, ist unlauter (selbst wenn ich die Intention dahinter verstehe).

    Ansonsten geht es mir wie Thorsten: Ich verstehe nicht, was Du eigentlich sagen willst.

    • Marc 15. November 2021, 10:33

      Wenn man annimmt, dass jeder Covod-19 Tote zuvor einen schweren Verlauf hatte, …
      Solche Sätze ärgern mich stets.

      Es gibt in der Pandemie unzählige Sätze, für die ich nur noch Verachtung empfinde. Darum ging es mir. Es wurde mehrfach gesagt, über Solidarität in der Pandemie zu sprechen, sei ein Fehler. Also habe ich über Geld gesprochen. Ich wollte nur zeigen, dass die 4. Welle auch ein enormer ökonomischer Schaden ist.

      Ansonsten geht es mir wie Thorsten: Ich verstehe nicht, was Du eigentlich sagen willst.

      Ich stehe vor dieser 4. Welle und kann diesen völlig abgedehten Irrsinn nicht mehr begreifen.

      • sofisticaded 15. November 2021, 13:46

        Das Grundproblem ist, dass unsere Gesellschaft immer weniger in der Lage ist, Widersprüche auszuhalten und einer Konformität nachhängt, die sie zerstört. Wenn Sie den völlig abgedrehten Irrsinn nicht mehr begreifen, dann denken Sie mal über Folgendes nach:

        Viren, das denke ich ist unstreitig, sind keine eigenständige Lebewesen, sie verfügen über keinen Stoffwechsel und sind außerhalb eines Wirtkörpers nicht überlebensfähig, da nicht in der Lage, sich selbst zu reproduzieren. Sie benötigen, um sich zu vermehren, eine Wirtzelle bzw. deren Proteinbiosynthese.

        Manchmal können Kinder durch ihre unkomplizierte Denkweise hilfreich sein, unsere eingefahrenen Denkstrukturen zu verlassen. Meine Enkelin (11 Jahre) hat mich vor Kurzem etwa so gefragt: Opa, wo befinden sich diese vielen Corona- und Erkältungsviren im Frühling, Sommer, Herbst und Winter?

        Was würden Sie darauf antworten: Die sind irgendwo in „Virenhausen“, um zu gegebener Zeit wieder auszuströmen und Menschen das Leben schwer zu machen. Oder befinden sie sich permanent in Wirtskörpern, da dies, wie wir feststellten, für ihr Überleben unabdingbar ist. Aber worin besteht dann der Prozess der Ansteckung. Bewirkt sie überhaupt in dem Maße, wie wir annehmen, respiratorische Erkrankungen. Eltern ermahnen in kalter Jahreszeit ihre Kinder, sich warm anzuziehen, um sich nicht zu erkälten. Schwingt darin die originäre Erkenntnis mit, Menschen können, ohne sich irgendwo infiziert zu haben, an einem der vielen Atemwegsviren erkranken, ja sogar sterben. Und das, ohne zuvor mit einem Übertragungsmedium in Berührung gekommen zu sein. Haben Sie eine Antwort darauf, warum wir bei Erkrankungen der oberen und tieferen Atemwege diesen gesteigerten Wert darauf legen, endogene Prozesse als körperfremde Gefährdung zu definieren und den natürlichen Abwehrmechanismen unseres Immunsystems sosehr misstrauen.

        Wieso werden den Menschen Versprechen gegeben, die sich nicht erfüllen. Liegt es an der Unerfüllbarkeit. Warum wirkt die Impfung nicht, wie behauptet. Warum spricht man von Impfdurchbrüchen und nicht /-versagen. Warum wurde die Phase-III-Studie entblindet, indem man die Placebo-Gruppe impfte. Braucht oder will man keine Referenzgruppe. Warum appliziert man den Menschen die Blaupause eines Spike-Proteins, das dazu führt, dass Endothelzellen infiziert und zerstört werden und es zu Verletzungen der kapillaren Blutbahnwände und Blutgerinnungsstörungen (Thrombosen) kommt. Obwohl man seit April 2020 aus Obduktionen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wusste, dass SARS-CoV-2 im Endstadium einer Pneumonie eine Virämie erzeugen kann, bei der das Virus dann in die Blutbahn gerät und durch eingeschleuste Spike-Proteine zu denselben Thromben führt.

        Sie beklagen den Wahnsinn, warum plädieren Sie dann weiterhin für die Verabreichung der immer gleichen „Medizin“. Warum fordern Sie nicht Rechenschaft von denen, die das Fiasko eingebrockt haben und suchen die Schuld bei ihren Mitmenschen. Warum werden jetzt Menschen verunglimpft, die ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit wahrnehmen. Andere entscheiden sich für das Experiment, was deren Recht ist. Würden Sie dafür plädieren, einem lahmen Gaul die Peitsche zu geben, damit er schneller läuft. Nein? Warum verabreicht man dann alten, mehrfach vorerkrankten Menschen in Altenheimen eine Impfung nach der anderen, obwohl die Zulassungsstudie von BioNTech/Pfizer klar nachgewiesen hat, dass ein stark supprimiertes inkompetentes Immunsystem überhaupt nicht mehr in der Lage ist zu reagieren. Und was bewirkt ein Impfstoff wert ohne komplementäres Immunsystem. Gar nichts, es würde den Impfling töten.

        Sie argumentieren einer Fata Morgana hinterher. Wobei sich, das zeigt auch Ihr Artikel, immer mehr Resignation in Ihnen breit macht. Sie waren (sind) ein großer Verfechter all der Maßnahmen und stehen heute vor einem Scherbenhaufen uneingelöster Versprechen. Ich kann Ihnen auch nicht die sich weiter bestätigende Erkenntnis ersparen: Der vor allen anderen so gepriesene BNT162b ist gegen den seltenen Tod an einer Infektion mit SARS-CoV-2 wirkungslos. Es ist auch gegen die Hospitalisierung wegen eines schweren Verlaufs wirkungslos, und es ist nahezu wirkungslos gegen die einfache Infektion oder die Fähigkeit, Andere mit dem Virus anzustecken (Kontagiosität). Vielmehr ist die Effektivität 9 Monate nach der Impfung wahrscheinlich negativ, das bedeutet, „Geimpfte“ haben möglicherweise eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, schwer an dem Virus zu erkranken oder daran zu sterben als Ungeimpfte. Diese Erkenntnis zeigt sich immer deutlicher in den Berichten des RKI, der EMA und der amerikanische CDC und ist bedauerlich für alle, die so sehr gehofft haben und vielleicht immer noch hoffen, die Impfung sei die ultimative Erlösung. Sie war es in Bezug auf mutierende Erkältungsviren bis dato noch nie und ist auch jetzt ein Lauf zwischen Hase und Igel.

      • Stefan Sasse 15. November 2021, 17:13

        Bei dem Gefühl bist du nicht alleine, glaub mir 🙁

      • Erwin Gabriel 15. November 2021, 20:21

        @ Marc

        Ich kann ja Deine Rechnung grundsätzlich nachvollziehen. Aber es sterben nur ein Bruchteil der Leute an Corona, als mit Corona sterben.

        Ansonsten verstehe auch ich vieles nicht – weder die Leute, die sich durch die Corona-Impfung bedroht fühlen (schützt nicht vor Corona), noch das Moralisieren der Impf-Befürworter (hilft nicht beim Impfen), noch das sinnlose und hilflose Herumgestochere der Regierung (hilft bei gar nichts).

        • Thorsten Haupts 15. November 2021, 22:49

          Ein paar glasklare Regeln würden mir reichen, soweit sie auch nur halbwegs sinnvoll sind. Bei der Corona-Diskussion ist es auch für einen interessierten, gebildeten und intelligenten Menschen vollkommen unmöglich, die Übersicht zu behalten – genau für solche Fälle habe ich eine Regierung. Sollte eine haben, muss es heute heissen.

          Wir haben keine, danke für die Lektion!

          Gruss,
          Thorsten Haupts

        • Hias 15. November 2021, 22:51
          • Stefan Pietsch 16. November 2021, 08:47

            Ein Jahr alte Quellen (RND)?

            Das RKI zählt offiziell auch Verstorbene mit unklarer Todesursache als Corona-Tote – wenn bei ihnen das Virus nachgewiesen wurde.

            Stellen wir uns mal vor, bei unklarer Todesursache würde das als Mord eingestuft – wir hätten einen veritablen Skandal nicht aufgeklärter Mordfälle. Das Ärzteblatt konnte nachweisen, dass 15% der Corona-Toten nicht an Covid-19 gestorben sind. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Todeszahlen um 15% zur hoch ausgewiesen sind. Nun gut, wo wir in diesem Land schon die Zahl der Geimpften und der auf eine Partei abgegebenen Stimmen schätzen, fällt das auch nicht wirklich ins Gewicht…

          • sofisticaded 16. November 2021, 10:08

            In den Berichten wimmelt es nur so von Konjunktiven, doch viel wichtiger ist, es werden bis heute keine regelmäßigen, flächendeckenden Obduktionen durchgeführt. Sie wurden am Anfang der Pandemie vom RKI sogar untersagt. Die Frage ‚mit‘ oder ‚an‘ bleibt bis heute ungeklärt. Diese verlinkten Berichte sind auch nicht repräsentativ. Das Krankheitsbild von COVID-19 ist völlig unspezifisch und trifft mehr oder weniger auf alle Krankheitsbilder der 200 Erkältungsviren zu. Inzwischen ist unstreitig, dass die auf labordiagnostischen PCR-Tests beruhende Diagnose COVID-19 nach neuesten Erkenntnissen bis zu 50% falsch positiv sein können. Selbst Unfalltote oder bis zu 28 Tagen vor ihrem Tod Getestete zählen ebenfalls zu den Corona-Toten. Die Einführung der Zusatzschlüsselnummer: U07.2 lässt es zu, dass sehr oft Patienten ohne Labortest (PCR) mit vorherigem Kontakt zu symptomlos positiv Getesteten als COVID-Patienten ausgewiesen werden. Übrigens ein gutes Geschäft für die Krankenhäuser, da für jede COVID-Diagnose 100.- Euro gezahlt werden.

            Auf dem sogenannten Höhepunkt der zweiten Welle, Dezember und Januar, sollen im Schnitt laut RKI am Tag sechzig Tage hintereinander (!) 700 Menschen an COVID gestorben sein, damit wäre die Viruspneumonie, an der maximal etwa 5 bis 10 Prozent aller Menschen sterben, plötzlich eine der häufigsten Todesursachen geworden. Das ist epidemiologisch unmöglich, und ist auch nicht geschehen. Vielmehr wurden aufgrund der RKI-Leitlinien für die Diagnostik zahlreiche Tode umetikettiert. Dazu hatte die Politik auch Anreize geschaffen, denn die Kliniken erhielten für diese Diagnose Extrazahlungen.

          • Erwin Gabriel 16. November 2021, 11:28

            @ Hias

            Zitat aus Deinem Link:
            . Das mittlere Alter der Verstorbenen liegt in Deutschland bei 83 Jahren. Und Patienten, bei denen Covid-19 tödlich verläuft, hatten meist mehrere Vorerkrankungen. Welche Ursache letztlich zum Tod geführt hat, lässt sich nicht in jedem Fall eindeutig sagen.

            Ich sehe nicht den Widerspruch zu meiner Aussage:
            Ob man mit einem kaputten Herzen noch zwei Jahre hätte weiterleben können, aber nun durch eine zusätzliche Corona-Infektion stirbt, oder ob man die Corona-Infektion bequem überstanden hätte, wäre da nicht das kaputte Herz, läuft aus gleiche hinaus.

            • sofisticaded 16. November 2021, 12:14

              Ich folge Ihrer Argumentation, aber Ihre Schlussfolgerung, Herr Gabriel hat für mich einen kleinen Hagen. Der Tod durch COVID-19 ist eine Folge des durch sein kaputtes Herz hervorgerufenen totalen Suppression des Immunsystems, das den Patienten dann durch COVID oder einen anderen Erkältungsvirus tötet. Das Gleiche passiert bei einer Impfung. Ein Nachweis der Wirksamkeit der Impfung gegen den Tod an COVID ist kausal unmöglich, da die Menschen daran sterben, weil ihr Immunsystem, über das die Impfung wirkt, nicht mehr funktioniert. Fast alle Patienten haben gewöhnliche Komorbiditäten wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes, vor allem aber viele schwere Krankheiten wie Krebs, Nierenversagen, Herzinsuffizienz, Lungenerkrankungen, koronare Herzkrankheit, chronische Lebererkrankungen und Demenz. Viele eine aktive Immunsuppression (medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems) zur Behandlung anderer Erkrankungen wie Krebs oder zur Unterdrückung einer Abstoßungsreaktion nach Organtransplantation.

              • Thorsten Haupts 16. November 2021, 17:45

                Wäre Ihnen ja doch verbunden, Sie würden nicht ständig zwei Kindergartenargumente mit Hilfe einzelner Anekdoten in epischer Länge variieren:

                1) Corona ist gar nicht gefährlich

                No Shit, Sherlock? Zehntausende von Fachleuten auf der Welt sind anderer Auffassung und können das fachlich untermauern. Reicht mir.

                2) Wenn Corona doch gefährlich sein sollte, ist jedenfalls das Gesundheitssystem nie nicht überlastet.

                Jo. Dürfen Sie gerne weiter glauben. Ich glaube dem Personal auf den Intensivstationen – die wissen, wovon sie reden. Sie nicht.

                Gruss,
                Thorsten Haupts

  • Marc 16. November 2021, 10:54

    Sterben die Leute an oder mit Corona?

    Wenn jemand mit seinem Auto an die Wand fährt, stirbt er an einem Autounfall, oder? Wenn er aber einen Herzinfarkt hatte und dann an die Wand fährt, dann war er ja bereits tot und fuhr anschließend in die Wand. Was ist, wenn er aber nur einen harmlosen Schwächeanfall hatte, aber aus diesem Grund in die Wand fuhr? Was ist dann die Ursache?

    In der Statistik geht es nicht um Einzelfälle, sondern um die große Zahl. Wenn 5 Jahre lang pro Jahr 10 Autofahrer in die Wand fahren und im 6. Jahr sind es 50, dann nennt man das eine signifikante Änderung und man sucht nach Ursachen hierfür.

    Das „Gute“ an der Pandemie ist, dass es uns nicht an Daten mangelt. Labore ermitteln Testergebnisse, Hausärzte und Kliniken behandeln infizierte, Leute sterben und werden von Bestattungsunternehmen beerdigt. In vielen Bereichen sind Behörden wie das Gesundheitsamt involviert. Dann gibt es noch universitäre Studien. Gerade die Ausbreitungswege von Corona-Mutanten funktioniert länderübergreifend.
    Jeder Corona-Verdachtsfall oder Infizierte produziert eine ganze Kette an Daten. Ein Großteil davon wird ans RKI übermittelt und dort aufbereitet.

    Seit sich die erste Corona-Welle Mitte 2020 in den Übersterblichkeitsstatistiken signifikant nachweisen ließ, ist die Datenkette der Corona-Pandemie geschlossen. Jeder Experte weiß daher, dass die Leute an Corona gestorben sind.

    Jetzt gibt es Leute, die schreien Heureka! An einem Detail eines Glieds der Datenkette haben sie eine Unregelmäßigkeit festgestellt. Klar, keiner behauptet, dass sämtliche Daten korrekt sind. Im Gegenteil, man weiß sehr wohl, dass alle erhobenen Daten immer einen Fehler haben. Aber das macht nichts, da es Einzelfälle betrifft und es nur eine Abweichung von der große Zahl ist. Wenn man allerdings behauptet, man habe eine alternative Erklärung für die Corona-Welle gefunden, dann geht jeder echte Experte hin, und schaut sich den gefundenen Effekt und die gesamte Datenkette an. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten:

    1. Der Effekt kann nicht so groß sein, da aufgrund der Relationen der Datenkette ein Corona-Panedmie-Effekt eindeutig nachweisbar ist. Die Daten können durch einen Effekt verzerrt sein, aber es reicht nicht für eine Alternativerklärung aus.

    2. Sämtliche weltweiten Daten der Pandemie-Datenkette sind durch eine weltumspannende Verschwörung korrumpiert.

    Die Realität ist: Wir haben eine Corona-Pandemie, die weltweit anhand unzähliger und unabhängiger Datenquellen eindeutig nachweisbar ist. Die Leute sind bereits vor Corona an Pandemien gestorben und sie werden das auch in Zukunft an Pandemien sterben. Wer das nicht akzeptieren kann, ist ein CovIdiot.

    • Erwin Gabriel 16. November 2021, 11:55

      @ Marc 16. November 2021, 10:54

      Wovon willst Du mich überzeugen?

      • Ich bin zweimal geimpft, ich habe bereits einen Termin für die Booster-Impfung, ich vermeide vermeidbare Termine, ich trage Maske, ich wasche und desinfiziere regelmäßig meine Hände.
      • Ich halte Corona für eine Pandemie, und habe Abläufe wie die Triages in Italien, Frankreich, Spanien oder New York noch nicht erlebt.
      • Du wirst von mir in all meinen Kommentaren keinen einzigen finden, der Corona leugnet. Ich habe von Anfang an gesagt, dass mit der Zeit jeder mit dem Corona-Virus in Kontakt kommen wird (anders als Du => Null-CoVid lässt grüßen). Weiter oben findest Du einen Link von mir, der auf die enormen inzidenz-Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften hinweist.

      In der Statistik geht es nicht um Einzelfälle, sondern um die große Zahl.

      Das ist, was mich ärgert. Es geht um eine möglichst große Zahl, es geht um Impf-Marketing, nicht um Wissenschaft. An der Stelle ist das RKI ein Blender, Du auch.

      Wer das nicht akzeptieren kann, ist ein CovIdiot.

      Ein Virologe sagte, es gelte „Genesen, geimpft, gestorben“ – nur „genesen“ sei unfreiwillig, die beiden Alternativen beruhen auf eigenen Entscheidungen. Das sehe ich ähnlich. Aber wenn einer dieses Risiko eingeht, müssen wir das (etwa wie bei den Rauchern) bis zu einem gewissen Grad aushalten.

      Und hier liegt, zumindest von meiner Seite, unser Disput. Dein biblischer bzw. pharisäerhafter Eifer, mit dem man Einschränkungen für Ungeimpfte fordert, liegt mir nicht.

      JEDEM ist klar, dass man an Corona sterben kann; der Punkt ist, wie hoch man das Risiko einer Impfung oder einer Erkrankung für sich einschätzt. Ich lasse da auch gerne andere Meinungen als meine eigene zu, Du offenbar nicht.

      Wenn Du meinst, anderen derart die Intelligenz abzusprechen zu können, zeigt mir das bestenfalls, dass Du das Wesen von Denkprozessen nicht verstanden hast, was ja nun auch nicht unbedingt für Deine Intelligenz spricht.

      • Marc 16. November 2021, 12:19

        Und hier liegt, zumindest von meiner Seite, unser Disput. Dein biblischer bzw. pharisäerhafter Eifer, mit dem man Einschränkungen für Ungeimpfte fordert, liegt mir nicht.

        Ich habe immer eine Orientierung am R-Wert gefordert, um mit niedrigschwelligen Maßnahmen eine niedrige Inzidenz zu gewährleisten, auch mit rechtzeitigen lokal begrenzten Lockdowns. Mir ging es immer um die frühe und rechtzeitige Vermeidung von Pandemiewellen. Für mich sind die Schäden bzw. Eindämmungsmaßnahmen einer Welle heftiger oder teurer als die Strategie der Niedriginzidenz.

        Aber wenn die Welle zum Kollaps der Gesundheitsversorgung führt, hat man zwei Möglichkeiten:

        1. Harte Maßnahmen

        2. Tote zählen – aber nicht nur Covid-Patienten.

        • sofisticaded 16. November 2021, 14:21

          Der R-Wert ist nach RKI-Angaben nur eine grobe Schätzung und kann erst nach mehreren Wochen genauer berechnet werden. Wenn Testkapazitäten erhöht werden, wird man R systematisch überschätzen, deutete selbst das RKI an. Die missbrauchten Inzidenzen, die ja medizinisch korrekt Neuerkrankungen sind, keine positiven PCR, werden als Chimäre entlarvt, wenn man ein Dorf von 11.000 Einwohner zugrunde legt in dessen Altenheim sich eine 7 Tage-Fallzahl von 100 ergibt und im Rest des Dorfes null, dann ergibt sich hieraus eine Inzidenz von 909. Das heißt dann, sofort Lockdown, nur noch zwei dürfen sich treffen, ab 22.00 Uhr Ausganssperre und Schulschließung etc. Welcher epidemiologische Sinn soll da dahinterstecken? Keiner! Null, nada.

          Aber zurück zu R. Nehmen wir an, wir haben im Zeitpunkt t0 einen R-Wert 2, dann, so die Theorie, steckt im Mittel jeder Infizierte innerhalb der Generationszeit 2 weitere Menschen an und das verdoppelt sich dann alle 4 Tage. Besagt das jetzt, dass es so unabdingbar kommen wird? Nein, sagt es nicht. Die mathematische Gleichung erzeugt einen Wert, die Wirklichkeit einen anderen. Jeder hat schon erlebt, dass Personen seine unmittelbare Umgebung infiziert waren, mit eindeutigen Krankheitssymptomen. Haben diese Personen nun tatsächlich zwei weitere Personen angesteckt. Möglich, aber in der Realität erleben Ehepaare mit Kindern in der Wohnung, dass der Papa sein Kind infiziert, aber nicht seine Frau, schon ist die mathematische Prognose auf die Wirklichkeit nicht anwendbar. Wenn eine Regierung seine Maßnahmen auf eine unbegrenzte Reihe mathematischer Modelle stützt, stochert sie zwangsläufig im Nebel der Beliebigkeit. Das ist das Drama, das wir seit 21 Monaten beobachten. Man leitet aus Modellen normative Handlungsanleitungen ab und nennt das: Die Wissenschaft sagt! Das ist keine Wissenschaft, sondern Kaffeesatz. Deshalb sind wir kein Stück weiter oder doch? Einige Politiker, der Vorsitzende des Weltärztebundes, die KVBW und die Ethikkommission, schlagen jetzt einfach mal, sozialdarwinistische Methoden vor.

        • Erwin Gabriel 17. November 2021, 13:41

          @ Marc 16. November 2021, 12:19

          Ich habe immer eine Orientierung am R-Wert gefordert …

          Lies Dir noch mal meinen Kommentar durch, bitte mit der Intention, ihn zu verstehen, nciht mit der Intention, ihm zu widersprechen.

          Aber wenn die Welle zum Kollaps der Gesundheitsversorgung führt …

          … bin ich bei Thorsten Haupts: wer nicht geimpft ist, sollte das Risiko seiner Entscheidung selbst tragen, und nicht auf andere abwälzen, die ebenfalls seriös erkrankt sind..

          • Marc 17. November 2021, 14:19

            Ich denke, ich habe deutlich durchscheinen lassen, dass meine Abscheu immer größer wurde. Während der 4. Welle werde ich hier nicht mehr vorbei schauen. Ob ich überhaupt wieder komme, weiß ich noch nicht.

      • Thorsten Haupts 16. November 2021, 13:54

        Aber wenn einer dieses Risiko eingeht, müssen wir das (etwa wie bei den Rauchern) bis zu einem gewissen Grad aushalten.

        Jederzeit. Allerdings nur solange, wie andere dadurch nicht gefährdet werden. Das werden sie aber, wenn die Intensivstationen der Krankenhäuser auf Überlastung zulaufen.

        Ab dann hat man nur noch die Wahl, meinem Vorschlag zu folgen und die Ungeimpften einfach sterben zu lassen. Alternativ lässt man eben andere zugunsten der Ungeimpften sterben. Und das ist nicht akzeptabel.

        Mir ist es völlig wurscht, was jemand mit seinem persönlichen Leben anstellt. Wenn er sterben will, be my guest. Aber wenn eine Summe von Einzelentscheidungen dazu führt, dass in der Folge mein Leben, meine Gesundheit oder meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden, werde ich grantig.

        DESHALB bin ich strikt für die Impfpflicht. Nicht aus Liebe für die Vollidioten, die „gerne“ das Coronarisiko tragen wollen – deren Sterben wäre aus meiner Sicht kein Verlust.

        Gruss,
        Thorsten Haupts

        • Erwin Gabriel 17. November 2021, 13:42

          @ Thorsten Haupts 16. November 2021, 13:54

          Ab dann hat man nur noch die Wahl, meinem Vorschlag zu folgen und die Ungeimpften einfach sterben zu lassen. Alternativ lässt man eben andere zugunsten der Ungeimpften sterben. Und das ist nicht akzeptabel.

          Da kann ich folgen.

    • sofisticaded 16. November 2021, 11:56

      Ja, es gibt Daten, aber Daten sind Quantitäten und keine empirischen Fakten. Die Daten des RKI sind zum größten Teil Schrott, weil sie ein entscheidendes Problem haben, nachweisen zu müssen, was die Regierung sich wünscht.

      1. Es wäre ganz einfach gewesen, von Anfang an eine repräsentative Kohorte zu bilden, um herauszufinden, wer positiv getestet, wer erkrankt, wie schwer und wer aus welcher Altersgruppe daran stirbt. Das wurde vom RKI im Mai 2020 für Juli 2020 angekündigt, aber bis heute nicht durchgeführt.

      2. Ob ein Mensch sich mit SARS-CoV-2 infiziert hat, kann man durch Messung der Moleküle zweier Komponenten des Immunsystems bestimmen:
      a) Durch Messung von spezifischen Antikörpern, die gegen SARS-CoV-2 gerichtet sind (humorale Immunität).
      b) Durch Messung von T-Zell-Epitop-Rezeptoren, die sich spezifisch gegen SARS-CoV-2 richten (IFN-γ ELISPOT-Assay zum Nachweise der zellulären Immunität).

      Wird bis dato nicht gemacht. Das RKI erkennt keine der beiden Methoden zum Nachweis des Status “genesen” an. Vielmehr ist laut RKI nur genesen, wer innerhalb der letzten sechs Monate einen positiven RT-PCR-Test gegen SARS-CoV-2 hatte und noch lebt. Doch zeigt so ein positiver Test gar nicht, ob man gegen das Virus immun ist. Der PCR-Test ist als Instrument zum Nachweis der Genesung ungeeignet, er bildet wahrscheinlich weniger als 1 Prozent der Genesenen ab (Sensitivität kleiner 1 Prozent). Das RKI setzt den Test als Kriterium an, weil bei der Verwendung des Nachweises von Antikörpern oder T-Zell-Rezeptoren schon im letzten Herbst klar gewesen wäre, dass es keinen Sinn hat, zu impfen, da damals bereits die Herdenimmunität erreicht war. Es ist offensichtlich der politische Auftrag des RKI, eine nahezu vollständige Durchimpfung der Bevölkerung zu erreichen. Das wäre mit den medizinisch korrekten Kriterien nicht möglich.

      3. Das RKI bestimmt in seinen Regularien, dass Geimpfte, die positiv getestet wurden, aber keine Symptome haben, nicht in Quarantäne müssen und nicht in die Fallstatistik eingehen. Bei Ungeimpften gilt weiterhin, dass wer symptomlos ist und positiv getestet wird in Quarantäne muss und in die Corona-Fall-Statistik eingeht. Dass das unwissenschaftlich und medizinisch unkorrekt ist, stört nicht, obwohl dadurch ein erheblicher Bias in der Statistik entsteht.

      4. Es gibt viele Behauptungen und retrospektive Beobachtungsstudien, die allesamt wissenschaftlich viel weniger Wert haben als die prospektive Zulassungs-Studie von Pfizer/BioNTech. Doch selbst dort zeigt die schwache Datenlage, dass die Impfstoffe keine Wirkung haben. Der einzige Endpunkt der herauskam war: Leichte Symptome und PCR-Nachweis verringerter Virenlast. Die Endpunkte: Hospitalisierung, schwerer Verlauf und Schutz vor dem Tod wurden nicht untersucht. Dies zeigen auch neue Untersuchungen des CDC. Wobei man sich klarmachen sollte, dass die berichtete, scheinbar recht gute Effektivität nur die relative Risikoreduktion für mittelschwere Verläufe abbildet. Die absolute Risikoreduktion liegt deutlich unter 1 Promille. Es ist also medizinisch unsinnig, Geimpften gegenüber Ungeimpften den Zugang zum öffentlichen Leben zu erleichtern, da beide Gruppen dieselbe Chance haben, sich zu infizieren und die Infektion weiterzugeben.

      Ja, wir haben eine Pandemie per definitionem, die, wenn man sich die Daten und Studien dazu genau anschaut, es für einen objektiven Betrachter signifikant erkennbar ist, dass das Virus inzwischen nicht gefährlicher ist als andere gemeine Schnupfenerreger. Es hatte schon im letzten Herbst 2020 eine IFR (infection fatality rate) von 0,05 Prozent wie das Rhinovirus. Inzwischen dürfte dieser Wert durch die Aberntung (im Englischen harvesting effect) altersschwacher Menschen durch das Virus im letzten Winter weiter gefallen sein. Es müssen also erst wieder Alte heranreifen, damit das Virus in ein bis zwei Jahren wieder mehr Opfer findet. Denn, auch das weiß man, das Durchschnittsalter der Versterbenden liegt bei über 80 Jahren. Der Wert von 0,05 Prozent IFR wurde mit Hilfe von Daten ermittelt, die gemessen wurden, bevor die internationale Impfkampagne begonnen hatte. Er erklärt sich nur durch eine einzige Tatsache: die globale Herausbildung von Herdenimmunität bis zum Herbst 2020. Gegen einen Erreger dieser niedrigen Gefährlichkeit, gegen den längst Herdenimmunität besteht, in der praktizierten Weise vorzugehen, ist unsinnig. Wir (Politik) sollten dieses Ansinnen aufgeben.

      • Marc 16. November 2021, 12:25

        Ich stimme zu, dass die Arbeit des RKI weit weg von fehlerfrei ist und war. Die Qualität der Daten sollte wesentlich besser sein. Aber der Rest ist Unsinn. Die Daten kommen wie gesagt nicht nur vom RKI. Die Impfstoffe wurden nicht nur in Europa zugelassen.

        Gegen einen Erreger dieser niedrigen Gefährlichkeit, gegen den längst Herdenimmunität besteht, in der praktizierten Weise vorzugehen, ist unsinnig.

        Leute sterben an Covid, Krankenhäuser kollabieren – jetzt gerade, in Deutschland.

  • Marc 16. November 2021, 12:56

    Um näher am Leben der 4. Welle im deutschsprachigen Europa zu sein:

    https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburger-landeskliniken-stellen-triageteam-zusammen-112547665

    Die intensivmedizinische Triage in den salzburger Landeskliniken wird vorbereitet.

  • sofisticaded 16. November 2021, 13:05

    Jetzt hören Sie doch mal bitte auf, sich in Ihren Dramen zu suhlen. Natürlich sterben Menschen an COVID-19. Es sterben auch 50.000-100.000 an Pneumonien oder 40.000 an Krankenhaukeimen im Jahr. Sie haben den Blick für Relationen völlig ausgeblendet.

    Es lagen am 15.11.2021 19.340 Patienten auf ITS, davon 3.173 an COVID erkrankte. Letztes Jahr waren es am gleichen Tag 19.575 bzw. 3.376. Und wir hatten am 15.11.2020 an freien Betten: 5.718 und 2021: 2.697. Die Reservebettenanzahl betrug 2020 noch: 11.864 und 2021: 9.742. Wenn das alles so dramatisch ist, warum die geringeren Zahlen 2021 bzw. der enorme Abbau von Bettenkapazitäten. Ganz zu schweigen von den Krankenhausschließungen.

    Und dann wird immer vergessen: BILD: Schweinegrippe, Virus außer Kontrolle, F.A.Z. 2015: Notaufnahmen der Kliniken sind überlastet, TAGESSPIEGEL 2000: Panorama Krankenhäuser überfüllt – Patienten liegen auf den Pritschen, BILD: Schweinegrippe, Professor befürchtet in Deutschland 35.000 Tote, Leipzig 2018: Grippe-Gau in Leipziger Klinik usw. usw. Das könnte man unbegrenzt fortführen.

    • Marc 16. November 2021, 14:03

      Der Hauptgrund für Abbau ist Personalmangel. Die Krankenhausschließungen sind falsche Politik.

      Eines der vielen Proble ist die lange Liegezeit der Covid-19 Patienten auf der ITS. Dadurch liegt ein Großteil der Welle gleichzeitig auf der ITS. Das andere sind die Hotspots. Während manche Krankenhäuser Normalbetrieb haben, kollabieren andere.

      • sofisticaded 16. November 2021, 14:43

        Ja, Personalmangel ist ein wichtiger Punkt. Aber bei diesen hohen Reserven und relativ freien Betten (z.B. in Karlsruhe liegen in den ViDia-Kliniken 4 Covid-Patienten). Es kommt zwar örtlich zu Engpässen, aber nicht zu einem deutschlandweiten Kollaps des Gesundheitssystems, da waren und sind wir weit davon entfernt. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, auch in der Ärzteschaft gibt es ein Totalversagen, indem einige mithelfen, Panik zu schüren, um Kostenerstattungen zu generieren. Der Bund zahlt jetzt für entgangene und/oder verschobene Operationen. Ist das nicht grotesk? In Deutschland werden ständig Intensivpatienten in Häuser verlegt, wo noch freie Kapazitäten sind. Es ist, als Beispiel, gar nicht unüblich Patienten von München nach Hamburg per Helikopter zu verlegen. Die Krux dabei ist, dass der in Hamburg wieder neu zählt, weil man die Daten deutschlandweit nicht bereinigt. Die Intensivstationen sind auch nicht voll mit Ungeimpften. Selbst das RKI meldet in der 44.KW. bei der Belegung auf Intensiv 64% „Impfdurchbrüche“ bei zweifach Geimpften. Das bedarf alles einer differenzierteren Betrachtung.

  • cimourdain 16. November 2021, 13:06

    Was mich interessiert, ist die Tatsache, dass die Immunität durch Impfung anscheinend schwächer ist als die durch Erkrankung. Das bedeutet aber auch, dass die Pandemie erst vorbei ist, wenn sich jeder ‚natürlich‘ infiziert hat (sonst ist immer bei irgendjemandem die persönliche Ampel auf ROT). Bei bisherigem Tempo (5 Millionen Fälle in 18 Monaten) wird das ca. 2045 sein (50. Welle). Das griechische Alphabet ist bis dahin längst ausgegangen, auch die Intensivbettenkapazität ist bei dem Schwundtempo, das sie 2021 hingelegt hat (4.000 Betten weniger) bereits 2008 auf 0 gesunken. Die bis dahin benötigten Boosterimpfungen würden ausreichen, um ganz Afrika doppelt durchzuimpfen, was die EU natürlich nicht tun wird – ebenso wenig wie Totimpfstoffe zuzulassen, diese würden zwar die Quote der Ungeimpften nochmal um 1/3 senken, aber sie kommen aus Feindstaaten und da muss man Prioritäten setzen. Die aufkumulierte Kosten von 36 Billionen Euro führen zu einem kompletten Abbau unnötiger staatlicher Einrichtungen wie Theater, Schulen oder ÖPNV (Homeoffice + Lieferdienst). Kultur findet in Gestalt von Fußball, Coronameldungen und Polittalkshows, sowie weiteren Veranstaltungen, die vom ÖRR (der als einzige Institution noch Einnahmen (aus der freiwilligen Demokratieabgabe) erzielt, organisiert werden, statt.

    • Marc 16. November 2021, 13:31

      Corona wird endemisch werden. Es wird in Zukunft immer eine Winterwelle geben, die vorwiegend unter den Risikogruppen zu Todesfällen führt. Das ist aber auch bei den bisherigen Grippe-Viren der Fall. Eine durchschnittliche Grippewelle verursacht bis zu 25.000 Todesfälle pro Winter.

      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/405363/umfrage/influenza-assoziierte-uebersterblichkeit-exzess-mortalitaet-in-deutschland/

      Der Unterschied Endemie und Pandemie ist, dass eine endemische Welle über mehrere Monate verteilt ist und somit die Krankenhäuser belastet, aber sie nicht kollabieren lässt. Eine Pandemie-Welle erzeugt in viel zu kurzer Zeit zu viele Schwerstkranke und die Versorgung bricht zusammen. Ja, die Grenzen zwischen Pandemie und Endemie sind fließend, es gibt kein eindeutiges Kriterium.

      Ziel ist es, möglichst ohne Überlastung von der Pandemie zur Endemie zu gelangen. Zur Endemie gelangen wir automatisch, entweder über Impfungen oder über Genesene. Es sieht viel nach der 2. Methode + Kollateralschäden aus.

      • sofisticaded 16. November 2021, 15:37

        Herrgott nochmal, Marc, man kann doch nicht immer wieder wegen Ihnen das Rad neu erfinden und von null anfangen. Wir haben es bei diesem SARS-CoV-2-Virus mit einem Erreger zu tun, der aller Wahrscheinlichkeit nach, schon vor 2020 Atemwegserkrankungen verursachte und an dem Menschen sterben können. WHO, Prof. Drosten u.a. haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass das Virus bei 80% der Infizierten nur leichte Symptome erzeugt , d.h., bei Jugendlichen und Kindern gar keine. Sie wussten also dass unser Immunsystem es bereits kannte. Selbst wenn man davon ausgehen würde, das Virus sei erst 2020 aufgetaucht, hat es jetzt evolutionstechnisch 21 Monate hinter sich und ist vor der „Impfung“ in seiner Auseinandersetzung mit unserem Immunsystem tausendfach mutiert. Es ist längst endemisch geworden, was sich an der Erhöhung seiner Infektiosität erkennen lässt. Für ein Virus ist das überlebensnotwendig, heißt aber nicht, dass damit sich gleichzeitig seine Pathogenität erhöht, im Gegenteil, die ‚infection fatality rate‘ ist sogar mittlerweile gefallen. Überlegen Sie doch einmal, weltweit wurden bis dato ca. 450 Mio. positiv getestet, davon sind viele erkrankt, aber bis dato „nur“ ca. 5,5 Mio. gestorben. Lassen wir mal ‚an‘ oder ‚mit‘ außen vor, dann sind das gemessen an der Weltbevölkerung 0,06%, d.h. 99,94% der Weltbevölkerung haben überlebt. Im Verhältnis zwischen Infizierten und Verstorbenen ergibt das 100/450*5,5= 1,22%. Also auch hier haben 98,78 überlebt. Daraus machen unsere Politiker eine Pandemie mit dem Ehrgeiz 99% völlig gesunde Menschen einem Experiment zu verpflichten, das schon jetzt erhebliche Mängel hinsichtlich seiner Wirkung und Sicherheit aufweist. Ist das wirklich zu verantworten. Und wäre das ein Anstoß für Sie, mit Ihren Kassandrarufen etwas moderater zu werden.

        • sofisticaded 16. November 2021, 15:51

          Sorry, ich habe bei den weltweit Getesteten eine falsche Zahl eingesetzt, es sind nur ca. 255 Mio. Getestete, was die Prozentualen Anteile entsprechend verändert:
          100/780*5,5 = 0,70%
          100/255*5,5 = 2,15%

        • Marc 16. November 2021, 15:55

          Okay, auch diese Schleife:

          Wir haben bundesweit ca. 25.000 Intensivbetten, das sind auf die Gesamtbevölkerung 0,03 %. Um die 1,22 % der Bevölkerung mit dieser knappen Ressource zu versorgen, dürfen maximal 2 % gleichzeitig erkranken ohne dass irgendjemand anderes eine ITS benötigt.

          • sofisticaded 16. November 2021, 17:44

            Die 1,22 beziehen sich auf die weltweit Getesteten im Verhältnis zu den Verstorbenen weltweit, nicht auf Deutschland. Außerdem erkranken nicht alle auf einmal. Ihre Rechnung ist abwegig. In Deutschland liegen im Moment 19.728 Patienten auf Intensiv, davon sind 3.266 COVID-Patienten (am 28. April 2021 waren es 5.033), ohne das sich daraus eine zusätzliche Belastung ergab. die höchste Belegung war am 29. April 2021 mit 21.208. Es gab bis dato nie eine Knappheit, die das Gesundheitssystem gefährdet hätte. Es müsste doch auch Ihnen einleuchten, dass man nicht von Knappheit reden kann, wenn man in einer behaupteten Notlage Ressourcen weiter abbaut.

            • Marc 16. November 2021, 18:16

              Die 1,22 beziehen sich auf die weltweit Getesteten im Verhältnis zu den Verstorbenen weltweit, nicht auf Deutschland.

              Die Relation stimmt, die weltweite Fallsterblichkeit von Corona liegt sogar höher bei 2,18 %.

              Außerdem erkranken nicht alle auf einmal. Ihre Rechnung ist abwegig.

              Während einer pandemischen Welle infizieren sich kurzfristig ein großer Anteil. Daran ist überhaupt nichts abwegig.

              • sofisticaded 16. November 2021, 21:36

                Marc, sie können auf dieser Ebene nicht mit mir weiter diskutieren. Die Fallsterblichkeit ist unerheblich, weil falsch, denn PCR-Fälle sind keine Erkrankten. Die IFR berücksichtigt muss Dunkelziffer mit einkalkulieren. Deshalb sind die Zahlen des RKI diesbezüglich fehlerhaft, wie so vieles was von dort kommt.

  • Marc 23. November 2021, 14:16

    Ein kleines Update zur 4. Welle.

    Die Meldeketten brechen gerade zusammen und die Auslastung der PCR Tests explodiert:

    https://twitter.com/AK_Meier/status/1463108898437664776

    Die offiziellen Zahlen verlieren ihre Aussagekraft. Gleichzeitig kollabieren die statistischen Modelle, abhängige Parameter fallen auseinander. Es gibt keine belastbare Datenbasis mehr.

    https://twitter.com/dpaessler/status/1463122768707338247

    Aber nicht nur Deutschland hat Probleme, die gesamte EU geht steil:

    https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&facet=none&pickerSort=desc&pickerMetric=new_cases_smoothed_per_million&Metric=Confirmed+cases&Interval=7-day+rolling+average&Relative+to+Population=true&Align+outbreaks=false&country=European+Union~High+income~OWID_WRL

    Sei es Frankreich, Dänemark oder Holland, überall explodieren die Zahlen.

    In Deutschland ist die Lage außer Kontrolle, unsere Nachbarn werden uns sehr wahrscheinlich bald folgen.

  • Marc 2. Dezember 2021, 10:35

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