Sind wir nicht alle ein bisschen undicht?

Die Kampagne #allesdichtmachen hat wieder einmal schöne Shitstorms durch die sozialen Netzwerke geblasen. Mehr als 50 Schauspieler, unter ihnen befinden sich einige der bekanntesten, haben in kurzen, ironisch gemeinten Videosequenzen Kritik an den Lockdown-Maßnahmen geäußert. Vieles an dieser Aktion erinnert mich an die erste große Demo der besorgten Corona-Kritiker in Berlin und die darauf folgende Dynamiken – nur alles in Zeitraffer. Kritik an den Corona-Maßnahmen ist heute wie damals ein legitimes Anliegen. Wieder einmal hat schlichte Kritik so große Aufregung erzeugt, dass heftige Reaktionen erfolgten, einige Beiträge zu #allesdichtmachen gecancelt wurden und sich einige für die Teilnahme bereits entschuldigt haben. Aber warum?

Das Problem ist nicht das Ansprechen von unbequemen Wahrheiten oder Kritik an der Regierung. Beides fand vor der Aktion statt und findet ständig statt. Das Problem ist, die mehrdeutige Formen der Satire, Ironie bis Sarkasmus und Zynismus zu nutzen, ohne dass ein erklärender Kontext angeboten wird. Ohne konkrete Forderungen ist die Intention der prominenzwuchtigen Kampagne schwer greifbar. Spiegelt man den Kampagnen-Titel, ist das irritierende Ergebnis: alles auf machen!

Eine solche Forderung ist aufgrund der Gefahr durch die Pandemie und gerade angesichts aktueller Geschehnisse ein Irrwitz. Die Sorglosigkeit in Chile machen die dortigen Impferfolge vergessen, die Aufrechterhaltung der Produktion in Michigan lässt die Pandemie in einer weiteren Welle wüten und religiöse Feiern und politischen Kundgebungen in Indien lassen die Infektionen explodieren und das Gesundheitssystem implodieren.

Aber dumme Forderungen, wie einfach diesen schlechten Beispielen nach zu eifern, werden in Querdenker-Kreisen und am rechtspopulistischen Rand immer gerne gefeiert. #Allesdichtmachen lässt daher den Eindruck entstehen, der in solchen extremen Filterblasen hyperventilierte Unsinn wird von der Riege der Schauspielprominenz geteilt.
Klar, für Fehlinterpretationen und Beifall aus der falschen Ecke sind die Kampagnenaktivisten nicht direkt verantwortlich. Sie haben auch versucht, solche ungewollten Deutungen wieder einzufangen, aber in sozialen Medien ist das ein nahezu unmögliches Unterfangen. Die Korrekturen versanden, während sich die „falschen“ Originale viral verbreiten. Daher stößt die Kampagne viele vor den Kopf und vertieft nur den Graben zwischen der vernünftigen Mehrheit und den Pandemie-Kritikern. Das kann nicht das Ziel gewesen sein, oder etwa doch?

Das für mich Spannende ist, dass zahlreiche gestandene Medienprofis mit Anlauf in einen Fettnapf in schwimmbadgröße hinein gesprungen sind. Wieso haben sie die Gefahr nicht gesehen? Die Shitstorms sind eine logische Konsequenz der Aktion, weil sie mit ihren missdeutigen Aussagen gewollt oder ungewollt  provoziert und durch die Prominenz der Akteure eine Reaktion erzwingt. Wenn ein Jens Spahn wieder einmal unhaltbare Versprechungen zur Pandemiebekämpfung macht, darf man das getrost ignorieren, es interessiert ja kaum noch jemanden. Wenn aber ein Jan Josef Liefers sich zur Pandemie äußert, hat das eine ganz andere Relevanz. Was nach dieser Aktion passieren würde, muss allen Beteiligten klar gewesen sein. Dass die Provokationen der Kampagne in der aktuellen Katastrophenlage einer Pandemie auch heftige Ablehnung bis hin zur  Aggressionen auslösen könnte, war mehr als absehbar. Die Shitstorms sind aus meiner Sicht daher mehr Kalkül als Unfall, das anschließende suhlen in einer Opferrolle ebenfalls.

Für mich als externer Beobachter ist es spannend, dass die verschwurbelten Weltbilder mit ihren Bruchlinien auch in den medialen Eliten zu finden sind. Erkennbar ist es an den unterschiedlichen Reaktionen nach der Kampagne. Von Rückzug und Distanzierung bis zur Verteidigung sämtlicher Peinlichkeiten ist alles dabei. Und wie wird es  weiter gehen? Werden sich ebenfalls einige Teilnehmer von #allesdichtmachen aufgrund der großen Ablehnung der Aktion weiter radikalisieren, wie es ja auch viele der besorgten Corona-Protestler taten?

Zum Schluss möchte ich noch die Kritik der Kampagne an den Corona-Maßnahmen aufgreifen. Die wichtigste Klarstellung sollte sein: Lockerungen sind überfällig, aber ‪zuerst muss das Virus unter Kontrolle gebracht werden, bevor wieder ganze Bereiche wie der Kulturbetrieb geöffnet werden können. Erst die Welle brechen, dann lockern!  Kompensations- und Teststrategien helfen bei einer Eindämmung, entfalten aber ihre volle Wirkung erst bei einem niedrigen Infektionsgeschehen. Ein unkontrolliertes Öffnen während einer Pandemiewelle ist und bleibt ein Irrwitz.
Ein Punkt, der immer wichtiger wird: Die fortschreitenden Impfungen werden noch mehr der sogenannten Escape-Mutationen hervorrufen, die weitaus gefährlicher sind als die jeweilig kursierende Variante. Diese lassen sich bei einer hohen Pandemiedynamik nicht mehr eindämmen. Nur bei einer  Niedriginzidenz können Ausbrüche von Corona-Mutationen noch beherrscht und auch gezielt ausgelöscht werden.

Der größte Fehler in der aktuellen Pandemiebekämpfung durch das Infektionsschutzgesetz ist die Festlegung auf die Inzidenz. Während die geimpften Risikogruppen aus dem tatsächlichen Pandemiegeschehen heraus fallen, werden sie bei der Berechnung der Inzidenz immer noch miteinbezogen. In den übrigen Gruppen ist das Infektionsgeschehen daher wesentlich höher als es der allgemeine Inzidenz-Wert ausdrückt. Das führt dazu, dass die Zahlen das Infektionsgeschehen nicht mehr abbilden. Die in Gesetzesform gegossenen Werte werden daher im Verlauf der Impfkampagne immer mehr ihre Prognosekraft für die Entwicklung der intensivmedizinischen Auslastung verlieren. Das ist ganz schlecht gemachte Politik und diese muss in angemessener Form kritisiert werden.

Die wesentlich geeignetere Kennzahl ist der Reproduktionsfaktor, er wird durch Impfungen in seiner Aussage nicht verzerrt. Zudem ließen sich auch bei hoher Inzidenz aber sinkender Dynamik bereits Öffnungen rechtfertigen.

Bevor wir lockern, brauchen wir zuerst ein wasserdichtes Konzept, das die Pandemiedynamik angemessen berücksichtigt, die Lockdownlasten gerecht verteilt und den Impffortschritt einbezieht. Ein solches Konzept kann aber nur ein Ziel haben: Den Corona-Virus zu kontrollieren!

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  • ClaudiaBerlin 27. April 2021, 09:22

    „Wieso haben sie die Gefahr nicht gesehen?“

    Mir hat das gezeigt, dass sie großteils Naivlinge sind, die aufgrund ihres privilegierten Lebens in völlig anderen Welten eben NICHT am Puls der Social-Media-Geschehnisse ´teilhaben. Deshalb haben sie das nicht vorausgesehen.
    Wichtig wäre z.B. zu wissen, wann angefragt wurde: War das vor einigen Wochen, als alle über Lockerungen diskutierten und die 3.Welle noch nicht so sichtbar war? Solche Produktionen mit über 50 Leuten machen sich ja nicht von einem Tag zum andern.
    Dass das Ganze dann punktgenau zur „Bundesnotbremse“ erschien, lässt mich denken, dass das ein geschickter und genau geplanter dieser Wunder-Agentur war, deren Chef sich in der Vergangenheit ja schon als Maßnahmengegner geoutet hatte. Sofern das stimmt, sind die Promis benutzt worden!
    Und: konnten sie selbst texten oder bekamen sie etwas vorgesetzt? Wäre auch gut zu wissen.

    • Stefan Sasse 27. April 2021, 09:34

      Ja, aber so lang brauchen solche Produktionen auch wieder nicht.

  • Stefan Sasse 27. April 2021, 09:33

    Ich schreibe zu dem Thema heute nachmittag auch noch was, stay tuned ^^

  • Marc 27. April 2021, 10:08

    Dietrich Brüggemann, einer der treibenden Kräfte hinter der Aktion, hat die Intention der Kampagne klar ausformuliert: Es geht um Öffnung!

    https://www.youtube.com/watch?v=PebsFjx9zxw

    Da er im Kontext einer aufgeheizten Diskussion keine weiteren Einschränkungen formuliert, kann es nur um unkontrollierte Öffnung mit einer anschließenden Durchseuchung gehen. Ich kann ihn nicht mehr anders verstehen.

    Ich muss sagen, ich bin bisher nur von Dummheit ausgegangen. Für einen Großteil der Unterstützer denke ich, trifft das auch immer noch zu.

    • Stefan Sasse 27. April 2021, 10:27

      Dadurch dass die Leute sich offensichtlich nicht informiert haben, mit wem sie ins Bett steigen (Stichwort Brüggemann), was irgendwie ein Muster vieler Querdenker-Sympathisanten zu sein scheint, sind sie selbst in die laufende Kreissäge gerannt. Wie gesagt, gleiches Muster wie bei den Demos auch. „Waaaaas, da sind Nazis dabei? Wusste ich gar nicht!“ Tja, über so was muss man nachdenken bevor man sich einreiht.

      • Erwin Gabriel 27. April 2021, 11:37

        Stefan Sasse 27. April 2021, 10:27

        „Waaaaas, da sind Nazis dabei? Wusste ich gar nicht!“ Tja, über so was muss man nachdenken bevor man sich einreiht.

        Ich bin immer wieder erschrocken, wenn ich solche Sätze von Dir lese.
        Wenn ich verlange, dass Vegetarier Fleisch essen, weil Adolf Hitler Vegetarier war, würdest Du mich auslachen. Du urteilst aber immer wieder nach dem gleichen Schema. Wer ein Anliegen hat und dazu auf eine Demo geht, ist des Themas wegen dort. Danach kannst Du ihn beurteilen. (Nicht nur) Du beurteilst aber diese person nicht für ihre/seine Intention, sondern für die Intention, die Du dem nebenmann unterstellst. Sorry für die harten Worte: Das hat mit Toleranz nichts zu tun, sondern ist arrogant und/oder dumm – such’s Dir gerne aus.

        Wir haben hier im Blog seit über einem Jahr sehr breit angelegte und differenzierte Diskussionen zum Thema Corona, bei der Seiten ihre Standpunkte kompetent begründen. Auch diejenigen, die vor einem halben Jahr noch die härtesten Befürworter des Regierungskurses waren, haben inzwischen eingestanden, dass die Regierung planlos zu agieren scheint, dass den Maßnahmen Konsistenz fehlt, dass die Regierung reagiert statt zu agieren, dass die Kommunikation zum Thema grauenhaft ist.

        Mit welchem Recht urteilt man nun derart abfällig über Prominente, die sich mit unterschiedlichsten Stilmitteln ähnlich äußern? Und, um mal Deinen und Marcs Standpunkt herunterzubrechen: Ihr setzt Euch nicht einmal mit den Einzelaussagen auseinander (die durchaus Vielfalt bieten in Aussage und Stil), sondern packt alle in den gleichen Sack?
        Einfach immer wieder großartig, wie leicht sich Linke das Argumentieren machen, wenn es in ihren Kram passt (ich weiß, dass Rechte genauso agieren, aber Du bist ja kein Rechter, und ich meine Dich!).
        Und nun komm mir bitte nicht wieder mit dem Quatsch, dass die alle sagen dürfen, was sie wollen, und sie die Antwort nicht aushalten. Das könnte ich gelten lassen, wenn die Antwort qualifiziert wäre; da ist sie weit von entfernt.

        • Stefan Sasse 27. April 2021, 14:29

          Ich kann nicht als ProminenteR an einer Aktion teilnehmen ohne vorher zu schauen, wer da noch alles dabei ist. Auf einer Demo laufen immer ein paar Idioten mit, geschenkt. Aber wenn ich auf eine Demo mit angekündigt riesigem Idiotenanteil gehe, bin ich schon ein bisschen Schuld. Beispiel: wenn ich auf eine von Attila Hildemann organisierte Demo gehe, dann kann ich nachher nicht sagen, ja, aber mit dem Typen hab ich nichts zu tun. Das ist was anderes als wenn sich so was einfach anhängt. Genauso bei den Promis. Mag sein, dass unter den 50 Beiträgen ein paar ziemlich spannende Sachen sind. Aber sie haben das als Gemeinschaftsprojekt gemacht. Und wenn denen erst danach klar ist, mit wem sie sich ins Bett gelegt haben, müssen sie die Kritik daran auch aushalten.

          • Erwin Gabriel 27. April 2021, 18:58

            @ Stefan Sasse 27. April 2021, 14:29

            Ich kann nicht als ProminenteR an einer Aktion teilnehmen ohne vorher zu schauen, wer da noch alles dabei ist.

            An dieser Aktion haben nur Filmschaffende teilgenommen, wenn ich das richtig sehe.

            Dieser Ausgrenz-Wahn grenzt ja schon ans Absurde …

          • Rauschi 29. April 2021, 18:42

            Aber wenn ich auf eine Demo mit angekündigt riesigem Idiotenanteil gehe, bin ich schon ein bisschen Schuld.
            Ach so, die pflegen, sich anzukündigen? Wie denn das? Ich finde es wirklich nur noch unterirdisch, jeden, der eine andere Auffassung hat, einfach als Idioten abzustempeln.

            Mag sein, dass unter den 50 Beiträgen ein paar ziemlich spannende Sachen sind. Aber sie haben das als Gemeinschaftsprojekt gemacht.
            Mag sein? Also doch, Sie haben wohl auch nur davon gelesen, aber keinen Clip angesehen? Dann erübrigt sich alles, dann machen Sie einfach copy und paste von den bekannten Herabwürdigungen.

            Die nur noch peinlich sind, wenn der Vorwurf ernsthaft ist, die hätten keine Lösung anzubieten.
            Seit wann muss man ein Lösung anbieten, wenn man Kritk übt?

  • CitizenK 27. April 2021, 10:13

    Stimme voll zu.

    In den Ländern mit den strengsten, begrenzten Kontaktbeschränkungen (GB und P) liegt die Inzidenz inzwischen unter 50. Nach unseren Kriterien wären da „Lockerungen“ gut möglich.

    Die Verfassungsklage der FDP wendet sich gerade nicht gegen die eigentlichen Schwächen der Gesetzesnovelle. Lindners Sorge um den Abendspaziergang eines Ehepaars ist reiner Populismus.

    • Stefan Sasse 27. April 2021, 10:27

      Das Problem ist die komplette Unglaubwürdigkeit der FDP bei dem Thema.

      • Erwin Gabriel 27. April 2021, 14:42

        @ Stefan Sasse 27. April 2021, 10:27

        Das Problem ist die komplette Unglaubwürdigkeit der FDP bei dem Thema.

        Selbst wenn auch Christian Lindner bis zur Corona-Pandemie nicht der lauteste Vertreter der Richtung war, hat sich die FDP schon immer in diese Richtung engagiert.

        Aber wie Citizen K. zu Recht sagte, ist das gewählte Beispiel, aus seinem Mund vorgetragen, überzeugt nicht so sehr wie das Thema selbst.

        • Stefan Sasse 27. April 2021, 17:42

          Mir geht es nicht um die Richtung; die FDP hat bis auf eine Woche ganz am Anfang die Maßnahmen immer als zu weitgehend kritisiert. Sie ist unglaubwürdig wenn es darum geht, konkrete Schwächen anzusprechen, weil es darum halt nicht geht. Wie du schon an anderer Stelle geschrieben hast regiert da blanker Populismus. Kein Alleinstellungsmerkmal Lindners! Aber da agiert doch gerade echt gar keiner mehr auf Basis irgendwelcher belastbaren Faktoren.

          • Erwin Gabriel 27. April 2021, 19:00

            @ Stefan Sasse 27. April 2021, 17:42

            Aber da agiert doch gerade echt gar keiner mehr auf Basis irgendwelcher belastbaren Faktoren.

            Keiner nicht, nirgens!

            PS: Ohne mich auf Einzelheiten zu beziehen, finde ich den laschen Umgang mit dem Grundgesetz trotzdem bedenklich.

    • Erwin Gabriel 27. April 2021, 14:36

      @ CitizenK 27. April 2021, 10:13

      Stimme voll zu.

      Habe ich nicht anders erwartet (und nein, das ist kein Kompliment).

      Die Verfassungsklage der FDP wendet sich gerade nicht gegen die eigentlichen Schwächen der Gesetzesnovelle.

      Doch.

      Lindners Sorge um den Abendspaziergang eines Ehepaars ist reiner Populismus.

      Vermutlich schon, genau wie bei der Kanzlerin, genau wie bei allen anderen.

      • CitizenK 27. April 2021, 15:27

        „kein Kompliment“

        Was dann genau? Ich habe einem Konzept der Pandemiebekämpfung zugestimmt, das in vergleichbaren Ländern zum Erfolg geführt hat. Mit weitaus strengeren Maßnahmen, als die Freiheitskämpfer hier für verfassungskonform halten. Und die haben jetzt Freiheiten, die wir nicht haben. Wenn Deutsche freiheitlicher sein wollen als Briten, bin ich halt skeptisch.

        Heribert Prantl (ehemaliger Staatsanwalt) hat in seiner Kolumne („Prantls Blick“) das Kernproblem des Gesetzes benannt: Das Gesetz schafft nicht Vertrauen, sondern Misstrauen – das Gegenteil des Beabsichtigten. Der RKI-Wert löst unmittelbar rechtliche Folgen aus, der Rechtsweg ist massiv eingeschränkt. Von der FDP („Bürgerrechtspartei“) hätte ich erwartet, dass sie das thematisiert. Denn als Nicht-Jurist kann ich das nur eingeschränkt beurteilen.

        • Erwin Gabriel 29. April 2021, 18:15

          @ CitizenK 27. April 2021, 15:27

          Von der FDP („Bürgerrechtspartei“) hätte ich erwartet, dass sie das thematisiert.

          Die Corona-Maßnahmen schränken teilweise erheblich Freiheiten ein, die vom Grundgesetz gewährt werden. Das diese Freiheiten in Kungelrunden zuerst am Bundestag vorbei und nun mit Hilfe des Bundestags ausgehebelt werden, ohne die Rechtmäßigkeit vorab umfassend prüfen zu lassen, ist ein guter Grund zur Klage.

          Das bitte nicht von mir als grundsätzlichen Widerspruch zu Schutzmaßnahmen interpretieren. Aber ein wenig mehr Professionalismus an dieser Stelle hätte ich mit schon gewünscht. Deswegen kann ich die Kritik der FDP nachvollziehen.

          Denn als Nicht-Jurist kann ich das nur eingeschränkt beurteilen.

          • CitizenK 29. April 2021, 18:29

            „ohne die Rechtmäßigkeit vorab umfassend prüfen zu lassen“

            Durch Gutachten – und Gegen-Gutachten? Die FDP wandte sich ja speziell gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen (Ehepaar/Abendspaziergang). Diese waren in – zweifelsfrei – demokratischen Rechtsstaaten (Israel, GB, Frankreich, Portugal) als grundrechtskonform akzeptiert worden. (Ob sie wirksam sind, spielt hierbei zunächst keine Rolle).

            Politik sollten Politiker machen, nicht die Gerichte. Die übertriebende Ausdeutung von „Verhältnismäßigkeit“ ist aber genau das. Wir haben zunehmend eine Verlagerung von politischen Entscheidungen von der Legislative zur Judikative.

            Das finde ich problematisch. Selbst dann, wenn mir das Ergebnis passt wie jetzt beim aktuellen Karlsruher Urteil zur Klimapolitik.

            • Stefan Sasse 29. April 2021, 18:43

              Das ist ein spezifisch deutsches Problem, wir deligieren politische Entscheidungen permanent an die Gerichte.

              • Stefan Pietsch 29. April 2021, 18:50

                Jeder Bürger kann erwarten, dass sich seine Regierung gesetzeskonform verhält und nicht „Grenzen austestet“. Dabei finden es ja gerade Linke so geil, wenn das Recht so weit wie möglich gedehnt wird.

                Die Bundesregierung ist nun mehrmals und hier konkret in eine Richtung gerannt, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig ist. Ausgangssperren sind weder ein verhältnismäßiges noch angemessenes Mittel. Sie sind absolut und Maximum. Wie es der Vize-Präsident des Deutschen Bundestages in schöner Klarheit ausdrückte: diese Regierung hat ein gestörtes Verhältnis zu unserer Verfassung.

                Und tatsächlich fallen mir nur wenige Fälle ein, wo Bundesregierungen in Kenntnis der Rechtslage so eindeutig einen Weg beschritten haben, der in Konflikt zum Grundgesetz steht. Und schon gar nicht in so gehäufter Form.

                • Stefan Sasse 29. April 2021, 19:28

                  Wie bereits mehrfach gesagt, da nimmst du in meinen Augen eine reichlich radikale Position ein und schießt in der Kritik deutlich über das Ziel hinaus.

                  • Stefan Pietsch 29. April 2021, 19:38

                    Wir werden sehen.

                    Mal etwas von einer echt radikalen Gruppierung:
                    Es gibt eine breite Kritik daran, den Inzidenzwert als alleinigen Umstand für die Auslösung von Infektionsschutzmaßnahmen anzusehen. Wenn geltend gemacht wird, es seien u.a. auch die Belegung der Intensivbetten und die Impfquoten zu berücksichtigen, erscheint das plausibel. Empfehlenswert ist es daher auf jeden Fall, im Gesetzgebungsverfahren sorgfältig zu prüfen, ob und wenn ja, welche weiteren Werte berücksichtigt werden sollten. Nur wenn der Gesetzgeber nach einer solchen Prüfung bei der jetzigen Regelung bleibt, könnte sie Bestand haben. Im Ergebnis ist eine Regelung, die außer auf den Inzidenzwert auf zumindest einen weiteren Wert abstellt, weniger angreifbar.

                    Oder zu den „Privilegien“ für Geimpfte:
                    Soweit öffentliche Äußerungen zu diesem Thema vorliegen, vertreten Verfassungsrechtler ganz überwiegend (falls nicht sogar einhellig) die Auffassung, dass Grundrechtseingriffe für Geimpfte grundsätzlich nicht mehr zu rechtfertigen sind. Insbesondere sind Gedanken der allgemeinen Solidarität oder die Gefahr einer „Unruhe“ unter den Nicht-Geimpften keine Verfassungsgüter, die sich mit Grundrechten der Geimpften abwägen lassen oder diese überwiegen. Der Gesetzgeber müsste daher grundsätzlich Ausnahmen vorsehen. Lediglich in Einzelfällen, bei übermäßigem organisatorischem Aufwand für eine „Sonderbehandlung“ für Geimpfte, z. B. im täglichen Personennahverkehr, ließe sich daran denken, von Ausnahmen für Geimpfte abzusehen

                    Höflich formuliert sagen die Extremisten, dass das Infektionsschutzgesetz in der vorgelegten Fassung verfassungswidrig sei.

                    Du wirst schon rausfinden, wer die Radikalen sind. Ansonsten gebe ich den Link:
                    https://www.bundestag.de/resource/blob/835178/823674061cb1fcc753675daf5feb93ba/WD-3-083-21-pdf-data.pdf

                    • Stefan Sasse 29. April 2021, 22:12

                      Sind die „Impfpässe“ und das Ende der Einschränkungen für Geimpfte nicht praktisch schon gesetzt…? Ich sehe da eigentlich niemanden dagegen argumentieren aktuell, zumindest geht das an mir völlig vorbei. Weil: Klar kannst du die nicht weiter voll einschränken…

                    • Stefan Pietsch 29. April 2021, 22:34

                      Derzeit haben ein Viertel der Bevölkerung einen Immunstatus erreicht. Aber die Bundeskanzlerin hat Erleichterungen erst für Juni in Aussicht gestellt. Ursprünglich wollte das Reformgesetz zum Infektionsschutzgesetz dafür auch keine Ausnahme machen. Dies wurde abgeschwächt, sonst wäre die Regierung schnurstracks reinmarschiert: verfassungswidrig. Dass es dennoch verfassungskonform ist, ist höchst zweifelhaft.

                      Es zeigt aber, dass diese Regierung sich seit über einem Jahr permanent an den Grenzen langhangelt. Und das ist definitiv nicht das, was ich von einer Regierung erwarte.

      • Stefan Sasse 27. April 2021, 17:41

        Ja, ein Trauerspiel.

    • Rauschi 29. April 2021, 18:56

      In den Ländern mit den strengsten, begrenzten Kontaktbeschränkungen (GB und P) liegt die Inzidenz inzwischen unter 50. Nach unseren Kriterien wären da „Lockerungen“ gut möglich.
      Na und, was hat das eine mit dem anderen zu tun? Hat UK nicht viel mehr Geimpfte?
      Die Niederlande haben seit Monaten eine Ausgangssperre gehabt, bringt nur leider nichts.
      Kontaktbeschränkungen im Privaten, aber im Job kann ich treffen, wen immer ich will, doch da werden total toll die Kontakte beschränkt, keine Frage. 😛

      Was sagt eine Inzidenz aus?
      Wenn man mehr testet, weil man das Dunkelfeld lichten möchte und das dann klappt, ist es ja absurd, dann Zeter und Mordio zu schreien, wenn die 7 Tageswerte hoch gehen. Das ist doch der Sinn der Sache, oder was habe ich verpasst?

      Die Verfassungsklage der FDP wendet sich gerade nicht gegen die eigentlichen Schwächen der Gesetzesnovelle.
      Das von jemandem, dem sonst der Rechtsstaat so wichtig ist, hat was.
      Sie wissen, das es keinerlei Rechtmittel mehr dagegen gibt, ausser das Verfassungsgericht anzurufen?
      Stimmt, weil die FDP dagegen klagt, kann es ja nur Populismus sein.

      Die Welt ist schwarz/weiss, ich habe es ja immer geahnt. 😛

      • CitizenK 29. April 2021, 20:46

        „Kontaktbeschränkungen im Privaten, aber im Job kann ich treffen, wen immer ich will“
        Gehört zu den Ungereimtheiten – hab ich nie verteidigt.
        „keinerlei Rechtmittel mehr dagegen gibt“
        Steht in meinem Prantl-Beitrag.

        • Rauschi 30. April 2021, 18:17

          Gehört zu den Ungereimtheiten – hab ich nie verteidigt.
          Ach ja, wieso werden dann die tollen Kontaktbeschränkungen, die keine sind beklatscht?

          Ich lese doch nicht alle Beiträge nach, es geht darum, das Sie das super fanden, bevor ein Prantl sich da geäussert hat und ich auch zu diesem Zeitpunkt schon dagegen geschrieben habe.
          Da meinten Sie aber, das Sie finden, Gerichte sollten keine Politik machen, was irgendwie widersinnig ist, denn alles ist Politik.
          Stringenz kann ich nicht erkennen.

  • popper 27. April 2021, 10:46

    Bei einem vom RKI veröffentlichten Anteil (83. 166.711 Einwohner) von 99,65 % ohne SARS-CoV-2 und einem von 0,35 % mit SARS-CoV-2 (symptomatisch u. asymptomatisch) sind die satirischen Beiträge der Schauspieler ein mehr als gelungener Beitrag zu dem exponentiellen Widersinn, der sich in unserem Land seit 17 Monaten verbreitet. Baden-Württemberg: 99,63/0,37.

    Übrigens noch was ganz wichtiges: Hat noch niemand gemerkt, dass sämtliche Querdenker, die seit einem Jahr ohne Abstand und Maske zu Tausenden gegen die Grundrechteeinschränkungen protestiert haben, auch die Party feiernden Jugendlichen, ja sogar alle Ischgl-Hospoteure, längst tot sind. Doch Corona hat es wahr gemacht. Glaubt mir keiner? Dann erzähle ich euch das nächste Mal ein anderes Märchen.

    • Marc 27. April 2021, 10:51

      Schön, dass sie sich an der Satire versuchen, aber es ist ihnen ebenfalls nicht gelungen.

      • Erwin Gabriel 27. April 2021, 11:40

        @ Marc 27. April 2021, 10:51

        So intelligent ist Deine Antwort jetzt auch nicht.

        • Marc 27. April 2021, 12:14

          Im Straßenverkehr sterben auch nur 0,004 % pro Jahr. Das ist doch gar nichts! Wenn das so ist: Sämtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen, Gurte, Airbags und den restlichen Sicherheitskrams abschaffen!1!!!

          Ist dieses Diskussionsniveau gewünscht????

          • popper 27. April 2021, 13:54

            Das ist aber genau Ihr Diskussionsniveau, wenn Sie denen, die gegen Grundrechtseinschränkungen protestieren unterstellen, Sie müssten dann auch: Geschwindigkeitsbeschränkungen, Gurte, Airbags und den restlichen Sicherheitskrams abschaffen!1!!!

            Das Gegenteil ist der Fall. Sie bestehen doch darauf; erst wenn das Virus völlig unter Kontrolle ist, können die Grundrechtseinschränkungen zurückgenommen werden. Dann müssten Sie analog dazu alles solange einschränken, bis sämtliche negativen Begleiterscheinungen beseitigt sind.

            Wenn am Ende von 17 Monaten etwa 99,4 % der Menschheit nach offiziellen Zahlen weltweit nicht mit SARS-CoV-2 infiziert wurde, dann lässt es sich nicht mehr rechtfertigen, diesen Menschen wegen eines Virus, der ganze 0,6 % infiziert/positiv getestet (mit teilweise milden Verläufen sowie schweren tödlichen Verläufen in der Gruppe der über 82-jährigen), die Freiheitsrechte weiterhin extrem einzuschränken oder wie jetzt bei der Ausgangssperre ganz zu entziehen.

            Ganz zu schweigen davon, sie indirekt zu zwingen, sich einem riskanten Genexperiment zu unterwerfen (euphemistisch Impfung genannt) mit bereits schon erkennbaren Nebenfolgen. Wer das immer noch nicht rafft und die alten Narrative herunterleiert, der verbreitet schädigende Panik und Propaganda. Dem ist auch nicht nur nicht mehr zu helfen, er/sie schadet seinen Mitmenschen in kognitiver und körperlich-seelischer Hinsicht. Wobei die Hauptleidtragenden ohnehin die Kinder sind, denen man mit Maske und Abstand die Würde nimmt und auf asoziale Weise empathielosen, blinden Untertanengeist einbläut.

            • Marc Schanz 27. April 2021, 14:07

              [..] Freiheitsrechte [..]

              Über die Verhältnismäßigkeit der Grundrechtseingriffe entscheiden die unabhängigen Gerichte.

              [..] Genexperiment [..]

              Wir haben keine Impflicht.

              • popper 27. April 2021, 15:00

                Über die Verhältnismäßigkeit der Grundrechtseingriffe entscheiden die unabhängigen Gerichte.

                § 28b IfSG lässt keine Rechtsmittel, sein Zweck besteht vielmehr darin, die Überprüfung durch die Oberverwaltungsgerichte auszuschalten. Es bleibt nur die Verfassungsbeschwerde, die aber keine besondere Rechtsschutzform, da diese von der Zulassung zur Entscheidung abhängig ist und ist in soweit gar kein Rechts- sondern ein Gnadenmittel. Unabhängig davon begegnet das Gesetz durchgreifenden verfassungswidrigen Bedenken. So haben die Kulturhoheit die Länder, was im Bezug auf die Schulen einschlägig ist, wo der Bund aufgrund von manipulativen Inzidenzwerten bestimmen will, ab wann Schulen zu schließen haben. Ein anderer Punkt ist die Wesentlichkeitstheorie, wo bei Erlassung von Rechtsverordnungen des Bundes der Bundestag zustimmen muss. Dass versuchte man in Absatz 6 des 28b mit einer Art Automatismus zu umgehen, indem die Verordnungen als erteilt gilt, wenn der Bundestag nicht binnen 7 Tagen die Zustimmung verweigert. Im Hinblick auf die Sommerferien, wo der Bundestag Sommerpause hat, ist das nur noch als außerordentlich perfide zu bezeichnen. Das Ausgehverbot (22-5 Uhr) macht infektiologisch überhaupt keinen Sinn, da man die Menschen eher anhalten müsste, sich im Freien zu bewegen. Hier ist auch Art. 104 einschlägig, der bestimmt, dass die Bewegungsfreiheit nur aufgrund, aber nicht durch ein Gesetz beschränkt werden darf. Daraus ergeben sich rein formell verfassungsrechtliche Bedenken.

                Also, schwurbeln Sie hier nicht herum, wenn Sie nicht hinreichend informiert sind.

                Es werden durch dieses Gesetz Nichtstörer und Nichtverdächtige in Anspruch genommen.

                Wir haben keine Impflicht.

                Hat doch niemand bezweifelt. Oder haben Sie wieder mal zu weit gedacht. Außerdem, Worte sind geduldig. Dennoch versuchen unsere Coronisten in Berlin durch grundrechtswidrige Umwidmung der Grundrechteträger in Geimpfte und Ungeimpfte eine Impfapartheit zu installieren, die die Grundrechte unter den Vorbehalt einer Impfung stellen. Wir müssen uns unsere Grundrechte für ein Linsengericht erkaufen. Wird zwar nicht so einfach klappen, wie sich das der gemeine Volksvertreter vorstellt, wird aber zumindest versucht.

          • Erwin Gabriel 27. April 2021, 14:44

            @ Marc 27. April 2021, 12:14

            Ist dieses Diskussionsniveau gewünscht????

            Wird wohl, sonst würdest Du nicht so oft in dieses Schema fallen.

  • Floor Acita 27. April 2021, 13:17

    Hmm ich halte die Reaktion auf die Aktion schon etwas überzogen tbh. Ich hab ein paar der Videos gesehen und muss sagen, ich bin mir nicht sicher ob das wirklich auf Öffnungen per se zielte. Aber was mir glaube ich an der gesamten Diskussion so auf die Nerven geht ist die Polarisierung und die immer kleinere Chance Nuancen / differenzierte Ansichten einzubringen.

    Mir geht es hier ehrlich gesagt ganz ähnlich wie mit der „Linken“ Diskussion. Ich verstehe nicht, warum Arbeiter die um höhere Löhne kämpfen als borderline rassistisch etc eingestuft werden, wenn sie das entsprechende Thema nicht selbst addressieren und eben dafür auch nicht, warum man sich von ‚wokeness‘ abgrenzen muss um sich für Arbeiter einzusetzen bzw wenn man es nicht tut als ‚Eliteprojekt‘ gilt.

    Genauso kann ich nicht verstehen, warum jeder der auf negative Effekte der Corona Massnahmen hinweist gleich als deren Gegner oder gar AfD nah etc gilt. Mir ist durchaus klar, dass sowohl die AfD eine Querfront Strategie fährt und Querdenker Demos sich vor deren Karren spannen lassen, gleichwohl verstehe ich warum die FDP Argumentation als Heuchelei gesehen wird. Die Massnahmen halte ich für richtig, tendenziell aber zu schwach. Aber genau deswegen will ich niemandem das Feld des Aufzeigens von Problemen überlassen…

    Immer wenn jemand die Masken (für die ich als Träger früher im Labor regelmässige Atemwegsuntersuchungen machen musste) als lästig beschreibt, sich um psychologische Nachwirkungen bei Kindern sorgt, oder eben auf seine wirtschaftlichen Probleme als Gastronomiebetreiber oder Künstler hinweist, Kritik an Journalisten übt – sofort kommt ‚will alles öffnen‘, ‚Gefährder‘, ‚Querdenker‘, ‚Nazi‘.

    Sie gehen darauf ein, wann unter welchen Umständen, nach welchen Kriterien Öffnungen möglich sind – ich stimme im Grossen und Ganzen zu. Aber selbst wenn ein ‚absoluter Lockdown‘ notwendig und geboten wäre und ich diesen fordern und verteidigen würde, die Sorgen, die Beschwerden, die psychologischen und wirtschaftlichen Folgen sind und wären dennoch real – es muss Räume für diese Diskussion geben, und die sehe ich tatsächlich allmählich schwinden. Die beiden ‚Lager‘ werden zunehmend absolut…

    • Marc Schanz 27. April 2021, 14:00

      [..] – sofort kommt ‚will alles öffnen‘, ‚Gefährder‘, ‚Querdenker‘, ‚Nazi‘.

      Mit dieser Spaltung hat die Kampagne mit ihrem Titel #allesdichtmachen bewusst gespielt, diese Kette sollte getriggert werden. Es waren mediale Profis, sie mussten das wissen.

      Aber genau deswegen will ich niemandem das Feld des Aufzeigens von Problemen überlassen…

      Joko & Klaas haben da eine schöne Methode: Einfach die Betroffenen reden lassen oder sogar eine stundenlage Dokumentation aus der Ego-Perspektive senden. Solche Aktionen kann niemand kritisieren.

      [..] – es muss Räume für diese Diskussion geben, und die sehe ich tatsächlich allmählich schwinden.

      Und vor allem wird hoffentlich bald die Pandemie durch den Impffortschritt verschwinden. Wir haben derzeit eine Seitwärtsbewegung dadurch, dass einige Regionen sinkende Zahlen haben, während sie in andere Regionen noch steigen. Wie bereits gesagt, dort, wo die Pandemie abflacht, soll geöffnet werden. Dazu sind die richtigen Kennzahlen notwendig. Darüber sollte meiner Meinung nach diskutiert werden.
      Und alle die ich kenne, die Lockdowns befürworten, wollen damit nur Kontrolle über das Virus zurück gewinnen und dann öffnen. Es gibt keinen Dissens über die Notwendigkeit des Öffnens, nur um den Weg dorthin und die Kriterien.

      • Stefan Sasse 27. April 2021, 14:31

        Es sind keine medialen Profis, das halte ich für eine Fehleinschätzung.

        • Marc Schanz 27. April 2021, 14:49

          Sie haben Manager, die sie beraten, alle haben Social Media Auftritte und Interviews und TV Auftritte neben ihrer Schauspielerei sind auch üblich. Medien sind teil ihrer alltäglichen Profession.

          • Stefan Sasse 27. April 2021, 17:43

            Ja, aber PR in eigener Sache. Die sind ja normalerweise keine Aktivisten. Das sind komplett andere Anforderungen.

      • Erwin Gabriel 27. April 2021, 14:57

        Marc Schanz 27. April 2021, 14:00

        Mit dieser Spaltung hat die Kampagne mit ihrem Titel #allesdichtmachen bewusst gespielt, diese Kette sollte getriggert werden. Es waren mediale Profis, sie mussten das wissen.Es waren mediale Profis, sie mussten das wissen.

        Du merkst gar nicht mehr, dass Du eigentlich nicht über das Verhalten anderer urteilst (was schon anmaßend genug ist), sondern dass Du das Verhalten anderer interpretierst, und anhand Deiner Interpretationen verurteilst.

        Das, was Du verurteilst, sind nicht die Taten, sondern DEINE Interpretationen davon.

        Darüber sollte meiner Meinung nach diskutiert werden.

        Warum diskutierst Du dann nicht, sondern greifst an, verurteilst, und beleidigst immer wieder, wenn man Dir nicht zustimmt? Oder haben wir einfach nur eine unterschiedliche Auffassung von Diskussion?

        • Marc Schanz 27. April 2021, 15:02

          Oder haben wir einfach nur eine unterschiedliche Auffassung von Diskussion?

          Nein, nur dein vorverurteilendes Bild von mir ist nicht korrekt.

          • Erwin Gabriel 29. April 2021, 18:31

            @ Marc Schanz 27. April 2021, 15:02

            Nein, nur dein vorverurteilendes Bild von mir ist nicht korrekt.

            Ich verurteile nicht vor. Ich habe bestenfalls eine Erwartungshaltung, die ich immer wieder bestätigt finde (und wo nicht, sage ich das auch).

            [Floor Acita:
            Aber selbst wenn ein ‚absoluter Lockdown‘ notwendig und geboten wäre und ich diesen fordern und verteidigen würde, die Sorgen, die Beschwerden, die psychologischen und wirtschaftlichen Folgen sind und wären dennoch real – es muss Räume für diese Diskussion geben, und die sehe ich tatsächlich allmählich schwinden. Die beiden ‚Lager‘ werden zunehmend absolut…]

            Da kann ich jedes Wort von unterschreiben. Das ist ein kluger Kommentar, weil eine Situation beschrieben und KEIN Urteil gefällt wird.

            Deine Reaktion lautet sinngemäß: „Ich weiß genau, was die sich dabei gedacht haben“:
            Mit dieser Spaltung hat die Kampagne mit ihrem Titel #allesdichtmachen bewusst gespielt, diese Kette sollte getriggert werden. Es waren mediale Profis, sie mussten das wissen.

            Das halte ich für anmaßend (das ist keine absolute Behauptung, sondern meine subjektive Meinung, um mal einen Unterschied zwischen unseren Äußerungen aufzuzeigen).

            Du hast beispielsweise #AllesDichtmachen in #AllesAufmachen gespiegelt, ich in #NichtAllesDichtmachen. Du hast aufgrund Deiner Interpretation verurteilt.

            Und all das, was diese Schauspieler*innen vorgetragen haben – dass der Maßnahmen-Mix und die ständigen Wechsel nicht nachvollziehbar sind, dass leute leiden, dass die Kommunikation nicht funktioniert, dass die Medien versagen, hast Du doch auf die eine oder andere Art selbst schon formuliert.

            Ich teile in Sachen Corona Deine Einstellungen nicht. Aber wenn wir ich aus der Diskussion in einen Streit gegangen sind bin, dann in der Regel wegen Stilfragen (z.B „Covidioten“) – aber NIE, weil ich Deine Meinung nicht teile. Mit abweichenden Meinungen kann ich gut leben, und die Auseinandersetzungen damit schärfen mein Denken oer machen mich (hoffentlich) klüger.

      • Floor Acita 27. April 2021, 15:34

        „Einfach die Betroffenen reden lassen“

        Aber das tun sie doch..?
        Eine Heike Makatsch ist doch nicht plötzlich auf einer ganz anderen politischen Seite als zuvor, sondern einfach nur angep… über den aktuellen Zustand und damit sicher nicht allein.

        „Und alle die ich kenne, die Lockdowns befürworten, wollen damit nur Kontrolle über das Virus zurück gewinnen und dann öffnen. Es gibt keinen Dissens über die Notwendigkeit des Öffnens, nur um den Weg dorthin und die Kriterien.“

        Das verstehe ich 100% und bezweifle das keineswegs. Mir geht es nicht notwendigerweise um Öffnungen, sondern um die Folgen des lockdowns. Hier könnte man ja durchaus auch mal kreativ sein, psychologische Fernbetreuung, live-stream Kochen mit Spendensammlung, künstlerische Auftritte im Internet etc. Es geht darum die Themen nicht unter den Tisch fallen zu lassen, Unterstützung als genauso notwendig zu sehen als die direkten Massnahmen gegen die Pandemie, nicht immer alles zu einer Dichtomie ‚auf oder zu‘, ‚dafür oder dagegen‘ etc zu verkürzen. Hier begehren Leute auf, vielleicht hören wir erstmal zu?

        Aber mich stört schon auch das ‚hätte man wissen müssen‘ etc. Auch in der politischen Diskussion. Ist eigentlich noch irgendjemand für sich selbst verantwortlich? Attentäter, Untäter auf Twitter – alle sind ‚angestiftet‘, ‚verleitet‘, ‚getriggert‘ etc, nein, ich hab auch Alex Jones Videos gesehen, #allesdichtmachen angeschaut, Trump Reden verfolgt etc. Durchgedreht bin ich deswegen nicht…

        • Marc Schanz 27. April 2021, 17:32

          Aber das tun sie doch..?

          Es hat sich schon die privilegierte Schicht gemeldet, die Einschränkungen hat, aber in ihrer Existenz nicht so bedroht ist, wie 2 Stufen darunter.

          [..] nicht immer alles zu einer Dichtomie ‚auf oder zu‘, ‚dafür oder dagegen‘ etc zu verkürzen.

          Es sind drei Szenarien:
          – Weiter so mit dem Murkslockdown
          – Einfach öffnen und *%&§ auf die Konsequenzen
          – Erreichen von NoCovid und dann kontrolliert öffnen

          Den grundlegenden Umgang mit Corona zwingt uns das Virus auf, weil es immer noch nicht unter Kontrolle ist. Das ist doch der entscheidende Punkt. Im Grunde will niemand die erste Option, aber wir hängen fest, weil Option 2 noch zu krass ist und für Option 3 der Mut fehlt.

          Für den Glitzer, die Situation angenehmer zu machen, sehe ich die Eigenverantwortung – besser gesagt: so handle ich.

          • Floor Acita 27. April 2021, 19:35

            Was ich mit der Kritik an Dichtomie meine ist, dass alles unter diesen Aspekt gepresst wird. Nochmal, auch ich selbst rede hier gar nicht von lockdown Massnahmen. Aber was sie als „Glitzer“ beschreiben ist ja der Umgang mit weitreichenden Grundrechtseinschnitten. Das ist kein privates Problem, das kann und muss der Staat wie die Gesellschaft fördern, unterstützen etc. Das ist das Gegenstück zu den, ja notwendigen, Massnahmen. Man kann das nicht immer so abtun als wäre es ’no big deal‘, doch: ist es!

          • Erwin Gabriel 29. April 2021, 18:48

            @ Marc Schanz 27. April 2021, 17:32

            Es hat sich schon die privilegierte Schicht gemeldet, die Einschränkungen hat, aber in ihrer Existenz nicht so bedroht ist, wie 2 Stufen darunter.

            Ja, und? Sie haben doch teilweise die Probleme dieser Schichten aufgenommen: Kleine Wohnungen, geschlossene Läden etc …
            Die haben weißgott nicht nur ihre Probleme thematisiert.

            Es sind drei Szenarien:
            – Weiter so mit dem Murkslockdown
            – Einfach öffnen und *%&§ auf die Konsequenzen
            – Erreichen von NoCovid und dann kontrolliert öffnen

            Da bin ich bei Dir.

            Im Grunde will niemand die erste Option, aber wir hängen fest, weil Option 2 noch zu krass ist und für Option 3 der Mut fehlt.

            Wie gesagt, ich sehe vieles anders als Du, aber ich erhebe nicht den Anspruch, Recht zu haben; es ist nur meine Meinung.

            Dennoch bin ich bereit, und sei es aus Neugier, an allen beschlossenen Maßnahmen mitzuwirken (so sehr mir angesichts des permanenten Regierungsversagens ein wenig der Glaube an die Wirksamkeit fehlt.

            Für den Glitzer, die Situation angenehmer zu machen, sehe ich die Eigenverantwortung – besser gesagt: so handle ich.

            Un da sind wir wieder bei dem Thema, dass Du und ich vielleicht mehr Spielräume haben als die Menschen zwei Stufen weiter unten.

        • Stefan Sasse 27. April 2021, 17:44

          Ich bin auch angepisst über den aktuellen Zustand und hab das hier im Blog schon weidlich kundgetan. Ich hab das geschafft ohne rechte Narrative zu bedienen. Das muss ich von denen auch erwarten können.

          • Floor Acita 28. April 2021, 08:40

            Ich weiss nicht wer, was, zu welchem Zeitpunkt wirklich abschäthen konnte. Aber was ich weiss ist, dass mein facebook et al jetzt wieder geflutet ist mit Häme, Sarkasmus, Zynismus halt den Künstlern gegenüber und ich weiss einfach nicht ob das besser ist. Und wie bei den Massnahmen Kontrollierern bin ich mir halt nicht sicher, ob man nicht auf den Moment gewartet hat hämisch, sarkastisch, zynisch zu sein und den Künstlern klammheimlich dankbar ist jetzt dieses outlet, diese Zielscheibe, diese Rechtfertigung zu haben. Ich bin zutiefst ‚disencouraged‘ sozusagen…

            Es gibt ja immer mal wieder das geflügelte Wort der ‚horse race politics‘ aber jetzt haben wir ‚horse race Pandemiebekämpfung‘ – wir gegen die, auf oder zu, Inzidenz, Impfrate, Öffnungen, Verschärfungen, …

            Und so sehr ich es auch will, ich kann die ‚legacy media‘ hier nicht aus der Verantwortung nehmen. Würde ich die Kritik aber in der Öffentlichkeit äussern, bekäme ich Applaus von Leuten von denen ich das nicht will und würde in ‚Teams‘ gesteckt die ich verachte während mir der Zuspruch von Leuten verweigert werden würde mit denen ich zu 90%, insbesondere bezüglich der Massnahmen selbst, übereinstimme…

            • Stefan Sasse 28. April 2021, 10:47

              Ja, völlig richtig. Ich weiß auch keinen Ausweg aus diesem Dilemma.

            • Erwin Gabriel 29. April 2021, 18:38

              @ Floor Acita 28. April 2021, 08:40

              Ich schließe mich auch an, und schätze die besonnene Art zu denken und zu Formulieren

              • Floor Acita 30. April 2021, 06:59

                Dankeschön 🙂

          • Erwin Gabriel 29. April 2021, 18:36

            @ Stefan Sasse 27. April 2021, 17:44

            Ich bin auch angepisst über den aktuellen Zustand und hab das hier im Blog schon weidlich kundgetan. Ich hab das geschafft ohne rechte Narrative zu bedienen. Das muss ich von denen auch erwarten können.

            Abgesehen davon, dass Du schlecht automatisch der Maßstab für andere sein kannst (wenn sollten die Dich als maßstab nehmen, nicht Du Dich ausrufen 😉 ), so hast Du / haben wir alle schon die Narrative von Querdenkern bedient. Dass entsprechende Reaktionen ausbleiben, liegt an unserer mangelnden Popularität.

    • Stefan Sasse 27. April 2021, 14:30

      Siehe mein Artikel zum Thema. Die Reaktionen sind einfach nur noch beknackt.

    • Erwin Gabriel 27. April 2021, 14:51

      @ Floor Acita

      Danke. Finde ich richtig gut.

  • popper 27. April 2021, 14:13

    Die Leute haben immer tollere Ideen und husten unseren Corona-Fetischisten in Berlin was: https://t.me/aerztefueraufklaerungoffiziell/995

  • Erwin Gabriel 27. April 2021, 14:29

    @ MARC SCHANZ on 27. APRIL 2021

    Wieder einmal hat schlichte Kritik so große Aufregung erzeugt, dass heftige Reaktionen erfolgten, einige Beiträge zu #allesdichtmachen gecancelt wurden und sich einige für die Teilnahme bereits entschuldigt haben. Aber warum?

    Nicht jeder hält den Druck auf sich und seine Familie aus, wenn so ein Shitstorm losgeht.

    Das Problem ist, die mehrdeutigen Formen der Satire, Ironie bis Sarkasmus und Zynismus zu nutzen, ohne dass ein erklärender Kontext angeboten wird.

    Verlangst Du von jeder/jedem ein Zweitvideo, in dem politisch korrekt erklärt wird, was „gemeint“ war? Das wäre wie ein „erklärter Witz“ – witzlos.

    Ohne konkrete Forderungen ist die Intention der prominenz-wuchtigen Kampagne schwer greifbar.

    Woher die Überforderung? Fridays for Future gibt ebenfalls keine konkreten Forderungen bekannt. Diese bauen sich bei Befürwortern und Gegnern im Kopf auf – ein sehr mächtiges Instrument.

    Spiegelt man den Kampagnen-Titel, ist das irritierende Ergebnis: alles auf machen! Eine solche Forderung ist aufgrund der Gefahr durch die Pandemie und gerade angesichts aktueller Geschehnisse ein Irrwitz.

    Ob man aus „AllesDichtmachen“ eher „AllesAufmachen“ oder eher „NichtAllesDichtmachen“ ableitet, liegt an jedem selbst, in diesem Falle also an Dir. Aber Du urteilt damit über Dich, nicht über die Schauspieler*innen-Gruppe dieser Kampagne.

    #Allesdichtmachen lässt daher den Eindruck entstehen, der in solchen extremen Filterblasen hyperventilierte Unsinn wird von der Riege der Schauspielprominenz geteilt.

    Interessanterweise habe ich diesen Eindruck nicht gewonnen. Aber ich habe mir auch jeden Clip einzeln angeschaut und einzeln beurteilt.

    Daher stößt die Kampagne viele vor den Kopf und vertieft nur den Graben zwischen der vernünftigen Mehrheit und den Pandemie-Kritikern. Das kann nicht das Ziel gewesen sein, oder etwa doch?

    Echt jetzt? Da sagt einer seine Meinung, die von meiner eigenen Meinung abweicht (die Frage, ob man überhaupt zugehört und verstanden hat, lassen wir mal lieber außen vor), und der stößt mich damit vor den Kopf und vertieft dadurch den Graben zwischen uns?

    Interessante Frage zum Thema Schuld, mit einer klaren Antwort: Immer der andere. DIESE Denke vertieft Gräben, meinst Du nicht auch?

    Die Shitstorms sind eine logische Konsequenz …

    Du bezeichnest Shitstorms, also Beleidigungen, Drohungen, offene Empörung und andere emotionale Reaktionen als „logische Konsequenz“? Kein Shitstorm ist eine „logische“ Konsequenz, sondern eine irrationale Reaktion an Daten, Fakten, Toleranz und Sachdiskussionen vorbei. Mit dem gleichen Impetus werden immer wieder amerikanische Flaggen verbrannt, oder Fatwas ausgesprochen (etwa gegen Salman Rushdie wegen seines Buches „Satanische Verse“).

    Shitstorms sind für mich noch nie der Ausdruck von Logik gewesen. Vielleicht erwartbar, weil bestimmte Bevölkerungsgruppen in bestimmten Situationen zu dumpfen, überbordenden Reaktionen neigen, aber doch nicht logisch …

    Wenn ein Jens Spahn wieder einmal unhaltbare Versprechungen zur Pandemiebekämpfung macht, darf man das getrost ignorieren, es interessiert ja kaum noch jemanden. Wenn aber ein Jan Josef Liefers sich zur Pandemie äußert, hat das eine ganz andere Relevanz.

    Ja. Denn Jan Josef Liefers ist Gesundheitsminister, und für die Ausgestaltung der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen gestaltend verantwortlich, während Jens Spahn eher ein Opfer der unseligen Corona-Politik von Liefers ist. Meintest Du das so?

    Die Shitstorms sind aus meiner Sicht daher mehr Kalkül als Unfall, das anschließende Suhlen in einer Opferrolle ebenfalls.

    Schauspieler leben davon, gemocht zu werden – so viel Alltagsweisheit hätte ich Dir zugetraut. Und ALLE der teilnehmenden Schauspieler*innen würde ich mit ihren politischen Ansichten eher dem progressiven / linken / grünen Lager zuordnen.

    Der sicherste Weg, in Zukunft keinen Job mehr zu kriegen, in der Berufsausübung oder der Angebotsvielfalt eingeschränkt zu werden ist, von der AfD geliebt zu werden. Das soll hier Kalkül sein?

    Anders als Du schließe ich beispielsweise daraus, dass das Thema offenbar wirklich ein Anliegen dieser Leute ist. Ich schließe auch daraus, dass sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, und nun irrigerweise davon ausgehen, dass man sich mit ihren Aussagen auseinandersetzt.

    Für mich als externer Beobachter ist es spannend, dass die verschwurbelten Weltbilder mit ihren Bruchlinien auch in den medialen Eliten zu finden sind.

    Nicht jeder hat so wie Du in jeder Hinsicht jederzeit das gleiche klare Weltbild. Selbst wenn meine Kompassnadel stets in die gleiche Richtung weist, fahre ich doch nicht jederzeit in Luftlinie auf mein Ziel zu.

    Erkennbar ist es an den unterschiedlichen Reaktionen nach der Kampagne. Von Rückzug und Distanzierung bis zur Verteidigung sämtlicher Peinlichkeiten ist alles dabei. <

    Da irrst Du. Was Du sehen kannst, sind unterschiedliche Persönlichkeiten, die mit Druck anders umgehen: Von „nicht ertragen“ über „ausweichen“ und „erklären“ bis hin zu „jetzt erst recht“ ist alles dabei.

    Zum Schluss möchte ich noch die Kritik der Kampagne an den Corona-Maßnahmen aufgreifen.

    Ah, dann kommst Du Doch noch auf etwas Inhaltliches zu sprechen …

    Lockerungen sind überfällig, aber ‪zuerst muss das Virus unter Kontrolle gebracht werden, …

    Wie klug formuliert …
    Es muss erst besser werden, ehe es besser werden kann. Da stimme ich Dir aus vollster Überzeugung zu

    … bevor wieder ganze Bereiche wie der Kulturbetrieb geöffnet werden können.

    Wo ist die Ansteckungsgefahr größer? Im Aldi oder im Theater (vorausgesetzt, beide erfüllen die Corona-Auflagen)? Wer trägt ein größeres Risiko – der Bundesliga-Fußballer oder der Theaterschauspieler?

    Ein unkontrolliertes Öffnen während einer Pandemiewelle ist und bleibt ein Irrwitz.

    Das ist richtig. Aber das hat doch auch keiner von denen gefordert, nicht wahr? Ansonsten bin ich für den Weltfrieden

    Der Rest von dem, was Du schreibst, hat ja mit dem Auftritt der Schauspieler*innen nichts zu tun, da gehe ich jetzt nicht darauf ein.

    • Rauschi 29. April 2021, 19:25

      Ich habe bei Ihren Kommentaren selten so oft zustimmend genickt, wie hier, vielen Dank für Ihre Antwort auf den Artikel.

  • cimourdain 27. April 2021, 21:21

    Einige Kritikpunkte:
    – Ich denke, dass du keine oder nur wenige der Videos gesehen hast. Du gehst null auf die Inhalte (von häuslicher Gewalt, bis zu Verzerrung der Debatte) ein, und in der Form beschränkst du dich auf die üblichen Formulierungen. Einen der interessantesten Aspekte übersiehst du völlig: Die Persiflage auf die Corona-PR, a la wirbleibenzuhause. Überspitzt formuliert: Die Kampagne ist ein Schlag ins Gesicht von hart arbeitenden Manschen, nämlich den Mitarbeitern von Werbeagenturen und Medienhäusern, die 24 Stunden am Tag nichts anderes tun, als uns von der Richtigkeit der Regierungspolitik zu überzeugen.
    – Sprache: Mir ist schon ofter aufgefallen, dass du Formuliereungen der Medien 1 zu 1 übernimmst. Ein Beispiel: Sarkastisch ist sicher ein zutreffender Begriff, aber Zynismus? Hier wäre sardonischer Humor der richtige Begriff.
    – Kontaktschuld ist ein Bullshit-Argument vom feinsten. Bewerte eine Argumentation danach , was sie ist und nicht danach was irgendwelche dritte dazu sagen.
    – Deine Sichtweise, dass der Shitstorm einfach naturgegebene Folge der Äußerung ist, folgt der Logik eines Vergewaltigers „Sie hat es ja selber provoziert“
    – Manichäismus: Die Negation von „Alles nicht“ ist nicht „Alles“, sondern „Es gibt“ (de Morgan Regel der Logik). Genauso ist nicht jeder, der anderer Meinung ist als Marc ein Schwurbler oder Rechtsextremer. Höre den Menschen bitte mal einfach zu anstelle wiederzugeben, was aus deiner Filterblase vorgegeben ist.

    • Marc 27. April 2021, 23:16

      Die Persiflage war auf eine Aktion der Regierung, die aufgrund von Kritik nur wenige Male ausgestrahlt wurde und länger her ist. Sie hat kaum eine Rolle gespielt. Diese Erklärung ist nur noch sonderbar.

      Es geht nicht um Kontaktschuld, sondern um die zumindest missverständliche Intention und die misslungene Kommunikation der Kampagne.

      Ein Shitstorm folgt der Logik: Wenn ich in der Öffentlichkeit urinieren, erhalte ich Widerspruch. Im Real Life können nur Anwesende reagieren, im Social Net sind es Onliner, die zahlenmäßig weitaus mehr sind.

      Bei der Interpretation der Kampagne geht es nicht um Logik, sondern darum, was intendiert ist. Dass Öffnungen zumindest für Brüggemann das Ziel war, bestätigte er in einem Interview.

      • cimourdain 28. April 2021, 23:57

        1) nur was mir neben wirbleibenzuhause bundesweit so einfällt: allefüralle, stayhome, maskeaufunddurch, manches von Bundesregierung, manches von der Wirtschaft, manches von gemeinnützigen Organisationen mit öffentlicher Förderung…
        2) Wurde der Kampagne überhaupt die Möglichkeit gegeben zu kommunizieren? Da viele sie verdammen ohne zuzuhören, zweifelhaft
        3) Stellt für dich Kritik an der Regierung ein öffentliches Ärgernis oder Beschmutzen des öffentlichen Raumes dar? Und wenn ja ist die richtige Reaktion darauf – um im Bild zu bleiben – kollektives defazieren an der gleichen Stelle ?
        4) Auch hier : hör den Leuten genau zu und bau keinen Strohmann auf. Pitt hat bei Stefans nächstem Forumbeitrag das Interview verlinkt.

        • Marc Schanz 29. April 2021, 09:43

          1) No- und ZeroCovid nicht vergessen!

          2) Ja, siehe z.B. Interview in Punkt 4 bei dir.

          3) Brüggemann hat das ganz treffend formuliert:
          Die Videos verhöhnen nicht die Opfer der Corona-Pandemie und auch nicht das medizinische Personal, sondern: Euch. Und Publikumsbeschimpfung ist die erste Aufgabe der Kunst. Die Reaktion zeigt: Es hat funktioniert.
          https://twitter.com/dtrickb/status/1386004970391195656

          Es war bewusste Provokation, die gezündet hat.

          4) Mache ich, siehe Punkt 3.

        • Erwin Gabriel 29. April 2021, 18:54

          @ cimourdain 28. April 2021, 23:57

          1) 2) 3) 4)

          Zustimmung!

  • bevanite 27. April 2021, 22:38

    Ernsthaft, das Video und die Debatten darum werden in zwei Wochen wieder vergessen sein. Selbst habe ich nur Ausschnitte daraus gesehen (gibt’s wirklich jemand, der sich das die komplette Stunde antut?), neben ein paar Lachern wirkte es auf mich eher hämisch gegenüber den Leuten, die derzeit wirklich am Limit stehen (v.a. die Arbeitskräfte im Gesundheits- und Pflegebereich und den Supermärkten). Ansonsten auch viele Strohmänner bzw. -frauen – die Charaktere, die dort überzeichnet dargestellt werden, sind mir noch nie in den letzten 13 Monaten irgendwo im echten Leben begegnet. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die einzige Art von Humor, die wir in Deutschland zustande kriegen, Häme auf Kosten anderer ist?

    Wo bleiben denn wirklich radikale Forderungen, z.B. nach einem Grundeinkommen? Ich habe ja sehr viele Leute im Freundeskreis, die in der Veranstaltungsbranche arbeiten und derzeit arge finanzielle Probleme haben, aber keiner von ihnen käme auf die Ideen, so ein Video zu machen.

  • Marc Schanz 28. April 2021, 11:33

    Wer sich einmal die erfolgreiche NoCovid Strategie von Portugal anschauen möchte, empfehle ich diesen Twitter-Thread:

    https://twitter.com/KI_in_med/status/1387293644265336833

  • Jens Happel 28. April 2021, 14:17

    Schon wieder Rosinenpickererei bei den Massnahmen.

    In Schweden geht die Auslastung auf Intensiv zurück obwohl dort B117 dominiert. Überhaupt ist der Verlauf und die Höhe der Sterbezahlen an C19 in der zweiten Welle nahezu synchron zu Deutschland, ohne sich ständig änderende NPIs. Unsere Regulierswut und Grundrechtseinschränkungen scheinen bis Schweden zu wirken.

    Lauterbach sagte noch kein Land konnte die 3. B117 Welle brechen ohne Ausgangsperren. Wieder eine FakeNews von Ihm. Schweden ist das Beispiel. Hat zur Zeit bei zwei bis 3 fach höherer Inzigenz min. 30% weniger ICU Patienten per Capita. Und ist von einer Triage weit entfernt.

    In Florida ist schon seit September fast alles auf ohne, dass die Zahlen schlechter sind als der Durchschnitt der USA.

    In den USA schneiden mittlerweile 24 US Staaten, die die NPI ganz oder weitesgehend aufgehoben haben, bei den Inzidenzen besser ab, als die Staaten die noch immer ihre Bürger mit einer sinnfreien Maskenpflicht traktieren. Michigan, mittleweile sogar mit Maskenpflicht für zwei Jährige, steht ganz beschissen da! Und nebenbei, in den Saaten die noch Massnahmen haben ist die Impfrate höher!!!! Also komm mir nicht damit. Ach ja und auf Intensiv sieht es bei den Staaten die geöffnet haben auch gut aus, da sind die Zahlen auch rückläufig. Scheinbar meidet das Virus republikanisch geführte Staaten.

    https://mobile.twitter.com/birb_k/status/1386245014506795012

    https://tkp.at/2021/04/28/beispiel-usa-zeigt-masken-schaden-mehr-als-sie-nutzen/

    Der Grossteil der Massnahmen hat keinerlei Wirkung. Was Schweden macht reicht völlig.

    Und die letzte Oxford Studie zu der Wirksamkeit der Massnahmen ist eine einzige Lachnummer. Sie räumen selber ein, dass es unerklärlich sei, dass die Zahlen nicht wieder hochgingen, als die Massnahmen aufgehoben wurden. Klar, wenn ich im Sommer überprüfe was Massnahmen bringen, die im Frühling beschlossen wurden. Saisonalität der Influenza und der vier anderen Corona Viren, noch nie gehört? NPIs mit der Wirkung einer elektrischen Diode, one way only. Würde ich patentieren lassen. Dieser Murks wurde von Lauterbach als „sehr gute“ Studie bezeichnet.

    Kurz, dieses selbstgefällige wir brauchen erst mal Öffnungskonzepte ist unwissenschaftlicher Schwachsinn.

    Schwenden, Florida und South Dakota sowie mittlerweile viele andere US-Staaten beweisen dies. Oder die Schweiz, während wir Ausgangsperren beschließen öffnen sie, die Zahlen laufen weiter parallel undd das obwohl die Schweiz mehr testet und weniger impft.

    Wenn ich drei Monate irgendwelche Masnahmen mache und dann gehen die Zahlen wieder runter und ich schiebe das auf die Masnahmen, die ihrer Logik nach eigentlich schon nach spätestens 3 Wochen (Inkubationszeit plus Meldeverzug plus eine Woche Sicherheit) wirken müssten ist das nur eins. Unwissenschaftlich! Ich nenne es Lauterbachlogik.

    Zitat: aber ‪zuerst muss das Virus unter Kontrolle gebracht werden

    Der ganze Unsinn in einem Satz zusammengefasst!

    In Schweden ist das Virus unter Kontrolle gebracht. Menschen erkranken noch daran, aber es droht kein Kollaps des Gesundheitsystems mehr und sterben tun nur noch sehr wenige daran. Zur Zeit sogar weniger als bei uns. Geimpft haben sie auch etwas weniger als wir.

    Wir haben hier pseudowissenschaftliches Gelaber und Unterdrückung der freien Wissenschaft. Ein Wissenschaftler der Helmholtz Einrichtung der eine Kritik an an den Asgangssperren etc. äußern wollten bekam einen Maulkorb. Forscher die die sich ständig pro Massnahmen äußern und die sich mit ihren Modellen mehrfach bis auf die Knochen blamiert haben und in der gleichen Forschunsgeinreichtung arbeiten, dürfen dies aber. DDR2.0!

    https://reitschuster.de/post/gastbeitrag-amelung-politisch-heikel-top-epidemiologe-bekam-maulkorb-zum-infektionsschutzgesetz-verpasst/

    Richter bekommen Hausdruchsuchungen wegen misliebiger Urteile. Kein Problem! Was Putin kann, kann Merkel schon lange! Wir sind ja die Guten. Kritische Webesiten wie KenFM, und RT kriegen nicht nur die Zensur der Internetriesen zu spüren, die kriegen nicht mal mehr ein Bankkonto in Deutschland. Linke in ihrer Bubble negieren diese Cancel Culture und bezeichnen Menschen die für Grundrechte eintreten als Nazis. Und große Teile der Presse hauen mit drauf. Aka Hirntote beschimpfen Demokraten.

    Und jetzt musste ich lesen, das die Printmedien 220 Mio vom Staat als Hilfe bekommen sollten. Gestoppt wurde das in allerletzter Sekunde weil, sich reine Online Medien benachteilgt fühlten. 220 Mio garantiert natürlich eine völlig neutrale ausgewogene Berichtserstattung. Könnte Putin nicht besser machen.

    https://www.sueddeutsche.de/medien/pressefoerderung-zeitungen-zeitschriften-altmaier-1.5277915

    Soooo schade, dabei haben sich doch gerade SPD, CDU und CSU sooo für die Printmedien eingesetzt. Huuuch die stellen ja auch die Exekutive? Neiiin soo was???

    Dieses Land hat mittlerweile ein riesengroßes Demokratie Defizit. Der Virus schreckt mich nicht mehr, diese antidemokratischen Tendenzen hingegen schon. Auf der Spitze des Eisbergs steht Herr Duin, der als SPD Politiker (klar bei soviel Intiligenz ist man heutzutage bei der SPD) mehr oder weniger im DDR2.0 Stil de facto ein Berufsverbot für die Macher von #alledichtmachen forderte.

    #DankeJanJosefLiefers

    • CitizenK 28. April 2021, 16:42

      „Was Putin kann, kann Merkel schon lange!“
      Aber immerhin hast Du im Arbeitslager kein Schreibverbot , und auch Deine Anhänger haben (anders als die von Nawalny) nichts zu befürchten.

    • Marc 28. April 2021, 23:19

      Wenn man die These vertritt, dass die Maßnahmen nicht wirken und es werden nur Saisonalitätseffekte beobachtet, dann reicht es nicht aus, ein paar Beispiele zusammen zu kratzen. Es müssen alle Beobachtungen zutreffen. Tun sie das? Nein. Benachbarte Länder müssten zumindest ähnliche Verläufe haben, der Beginn von Maßnahmen dürfte keine Effekte zeigen. All das ist empirisch widerlegt. Kein seriöser Wissenschaftler widerspricht der Wirkungsweise von NPI’s, die Saisonalität von Covid-19 existiert, ist aber gerade bei hohen Inzidenzen vernachlässigbar.

      Die Mechanismen der Pandemie sind nicht sonderlich komplex, aber so simpel sind sie auch wieder nicht.

      • Rauschi 29. April 2021, 19:33

        Die Mechanismen der Pandemie sind nicht sonderlich komplex, aber so simpel sind sie auch wieder nicht.
        Der Pandemie, also jeder oder nur dieser?
        Ich würde die dann aber gerne mal erfahren, wie lauten die Mechanismen denn?

        Studien, welche die Wirkungslosigkeit oder zumindest die verheerenden Kollateralschäden zeigt, zählen nicht, aber Modellierungen?
        [80 Studien zu Covid-19 ausgewertet

        Zu diesem vernichtenden Ergebnis kommt der Wirtschaftswissenschaftler in einer aktuellen Studie, die von der Simon Fraser University, an der Allen lehrt, veröffentlicht wurde.

        „Covid Lockdown Kosten/Nutzen: Eine kritische Bewertung der Literatur“ lautet deren Titel ins Deutsche übersetzt. Es ist eine Meta-Studie. Allen wertet darin 80 andere wissenschaftliche Studien zur Corona-Pandemie aus und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis.
        Viele Vorhersagen wurden hinterher widerlegt

        Sein Befund: Viele Forschungsarbeiten zu Covid-19 stützten sich auf falsche Annahmen, mit denen der Nutzen des Lockdowns überschätzt und die Kosten unterschätzt würden. „Infolgedessen kam die meisten frühen Kosten-Nutzen-Studien zu Ergebnissen, die durch spätere Daten widerlegt worden sind“, stellt der Ökonom fest.

        „In den vergangenen sechs Monaten durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass Lockdowns bestenfalls einen geringfügigen Einfluss auf die Anzahl der Covid-19-Todesfälle hatten.“]
        Studie hier: http://www.sfu.ca/~allen/LockdownReport.pdf
        Artiekl hier: https://www.cicero.de/wirtschaft/neue-lockdown-studie-mehr-schaden-als-nutzen

        • CitizenK 29. April 2021, 20:56

          Jetzt würde ich aber doch gern wissen, wie Du die Kontakte beschränken würdest. Denn dass die Übertragung dadurch stattfindet, ist unstrittig.

          • Rauschi 30. April 2021, 18:30

            Jetzt würde ich aber doch gern wissen, wie Du die Kontakte beschränken würdest.
            Dieses Spielchen spiel ich nicht mehr mit, ich muss keine Lösung anbieten, ich stelle das Totalversagen bei Berücksichtigung der Opfer der Massnahmen fest.
            Daraus schliesse ich, das die Massnahmen weg müssen, Ende.
            Verhältnissmässigkeit sollte die oberste Prämisse sein.

            Wieso schützen sich die mit Angst vor Erkrankung nicht einfach und treffen von sich aus einfach wenig Menschen? Ich habe echt was gegen diese Zwangsschützung, wirklich.
            Die Risikogruppe sind mittlerweile durch Impfung geschützt und für alle anderen besteht eine fast zu vernachlässigendes Risiko schwer krank zu werden.
            Ich lehen es ab, weiterhin von mener Regierung als permanentes Risiko angesehen und so behandelt zu werden.
            Wo soll das jemals enden, denn das kann man ja grundsätzlich immer jedem unterstellen, er wäre „asymptomstisch“ krank und könne anderen den Tod bringen?
            Die Grundrechte hängen nicht vom Gesundheitsstatus ab, die Einschränkung muss begründet werden, nicht deren Wiederherstellung
            Die wollen demnächst auch Grundschulkinder impfen, ich kriege das kalte Grausen, wirklich.
            Einfach für alle Klassenzimmer eine mobile Filtereinheit kaufen und gut ist, kostet nur 2 Milliarden, soviel, wie jetzt für Nachhilfe ausgegeben wird, Kohle ist also da.
            Lasst die Kinder in Ruhe, die mussten schon genug leiden.

        • Marc Schanz 30. April 2021, 10:34

          Studien, welche die Wirkungslosigkeit oder zumindest die verheerenden Kollateralschäden zeigt, zählen nicht, aber Modellierungen?

          Studie zu Kollateralschäden beinhalten Modellierungen, sie müssen den Fall „Pandemie ohne Lockdown“ darstellen, um die Schäden bestimmen zu können. Wenn sie Modellierungen an sich kritisieren, müssen sie auch solche Studien kritisieren.

          „In den vergangenen sechs Monaten durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass Lockdowns bestenfalls einen geringfügigen Einfluss auf die Anzahl der Covid-19-Todesfälle hatten.

          In einer exponentiellen Entwicklung haben geringfügige Effekte große Auswirkungen. Ich vertraue nicht darauf, dass ausgerechnet Ökonomen diese Effekte beherrschen.

          • Rauschi 30. April 2021, 18:38

            Wenn sie Modellierungen an sich kritisieren, müssen sie auch solche Studien kritisieren.
            Sie haben wohl nicht korrekt gelesen, was ich wann kritisiert habe, ich kritisiere nicht Modelle grundsätzlich, sondern solche, die nicht zeigen, das sie für die Vergangenheit die Realität korrekt nachbilden.
            Einfach alles lesen.
            Es gibt ja Länder, die keinen Lockdown gemacht haben und die Auswirkungen kann man ganz sicher fest stellen, die „normalen Hungertoten“ kennt man ja, der „Überschuss“ geht auf das Konto der Lockdowns. 30 Millionen mehr, da steht fest, das ist kein Modell, das ist traurige Realität!

            In einer exponentiellen Entwicklung haben geringfügige Effekte große Auswirkungen. Ich vertraue nicht darauf, dass ausgerechnet Ökonomen diese Effekte beherrschen.
            Ach, jetzt diese Schiene, wenn ein Epidemiologe wie Ioanniedes das meint, dann hat Sie das ja auch nicht gestört.
            Es geht darum, das die Auswirkungen minimal waren, nicht die Effekte, ist jetzt nicht so unverständlich, oder?

            • Marc Schanz 1. Mai 2021, 13:26

              Sie haben wohl nicht korrekt gelesen, was ich wann kritisiert habe, ich kritisiere nicht Modelle grundsätzlich, sondern solche, die nicht zeigen, das sie für die Vergangenheit die Realität korrekt nachbilden.

              Modellierungen werden mit den Daten der Vergangenheit geeicht, die Modellparameter werden so gesetzt, dass sie die zumindets die wichtigen Trends der Vergangenheit nachbilden. Schauen sie mal hier:

              https://dirkpaessler.blog/2021/03/25/corona-pandemie-prognose-modell-v7/

              30 Millionen mehr, da steht fest, das ist kein Modell, das ist traurige Realität!

              Nein, das sind bisher nur Schätzungen.

              Ach, jetzt diese Schiene, wenn ein Epidemiologe wie Ioanniedes das meint, dann hat Sie das ja auch nicht gestört.

              Ioannidis Schätzungen sind widerlegt. Er hat sich durch das Festhalten an unmöglichen Fakten als seröser Wissenschaftler diskreditiert:

              Für Schottland errechnet er [Ionannidis] etwa eine IFR von 0,06 Prozent, was selbst dann nicht stimmen könnte, wenn jeder der mehr als fünf Millionen Schotten sich infiziert hätte. Inzwischen sind nämlich mehr als 0,13 Prozent der schottischen Bevölkerung offiziell an Covid-19 gestorben. Solche völlig unmöglichen Sterblichkeitsraten gibt Ioannidis für sechs weitere Länder-IFR an.

              Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wissen/forscher-john-ioannidis-verharmlost-corona-und-provoziert-17290403.html

              • Rauschi 2. Mai 2021, 13:08

                Modellierungen werden mit den Daten der Vergangenheit geeicht, die Modellparameter werden so gesetzt, dass sie die zumindets die wichtigen Trends der Vergangenheit nachbilden.
                Wichtige Trend; in Bezug auf was? Ach deswegen arbeitet das ISG mit Inzidenzen und nicht mit diesem Modell. Welches Modell der Regierung hat den die Vergangenheit auch korrekt abgebildet? Quelle?

                30 Millionen mehr, da steht fest, das ist kein Modell, das ist traurige Realität!
                Nein, das sind bisher nur Schätzungen.

                Ach, dies sind nicht korrekt, aber die Modellierungen schon? Gehts noch?
                Wenn in der Realität die Zahlen die Schätzungen übersteigen sollte, was dann?
                [Geschätzt hat hier der Anteil der Menschen, die an akuter Unterernährung leiden, um 15 bis 20 Prozent zugenommen. Die Coronavirus-Pandemie führt außerdem dazu, dass bis zu 30 Prozent der kleinen und mittelgroßen Unternehmen von Schließungen bedroht sind. Dies wiederum hat den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge. ]
                Meinen die Spinner der Welthungerhilfe
                https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/projektupdate/2020/corona-auswirkungen-fuer-die-aermsten-weltweit/

                Er hat sich durch das Festhalten an unmöglichen Fakten als seröser Wissenschaftler diskreditiert:
                Ach so, Studien werden neuerdings mit Meinungsartikeln wiederlegt und nicht mit Widerlegung der Daten und Auswertungen?
                Gehts noch?
                Was ist das für eine Aussage, das wären 0,13 % an Covid gestorben? Eine Zeit lang wurde auch in Belgien alle Toten als Coronatote gewertet, was sagt das aus?

                Die FAZ schreibt was gegen einen Nobelpreisträger und dann hat die FAZ automatisch Recht?
                Adios Wissenschaft, willkommen starke Meinung und Ideologie.

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