Whatever it Takes

Nach einer Woche wie in einem düsteren Science Fiction Roman definieren sich die Stabilitätsanker der Gesellschaft neu. Nach der historisch zu nennenden Rede der Bundeskanzlerin, gespickt mit Appellen an die Vernunft aller Bürger und vor der Ultima Ratio, mit den Mitteln der Ausgangssperre noch der rasanten Verbreitung des tödlichen Virus mit dem technischen Namen Sars-CoV-2, besser bekannt unter Covid-19 oder umgangssprachlich Corona, Herr zu werden, ist das Land erstarrt. Leergefegte Straßen, Restaurants, Cafes und Kneipen verweist. Die Menschen zittern um ihre Zukunft. Was vor Stunden noch galt, ist überholt. Es sind kriegsähnliche Zustände in Friedenszeiten und die Bezeichnung als Krise verniedlicht das wahre Ausmaß. Es sind Zeiten, wo wahre Helden geboren werden und Mythen entstehen. In diesen Tagen erweist sich, auf wen zu bauen ist und wer die Gesellschaft wirklich trägt. Wahrheiten werden aufgrund dramatisch gewonnener Erkenntnisse neu bestimmt, doch dies dringt noch bei einigen nicht ins Bewusstsein vor. Es sind nicht die Zeiten von Rechthaberei, sondern von Tun. Es geht um den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Der Kern unserer Bevölkerung führt seit Tagen einen existenziellen Kampf. Nicht erst seit Beginn der Woche, als die Regierungen von Bund und Ländern einen weitgehenden Shutdown des öffentlichen Lebens verkündeten, kämpfen Millionen Menschen in Deutschland und Europa sprichwörtlich ums Überleben. Die Zahl der mit dem Corona-Virus Infizierten explodiert stetig aufs Neue und lassen eine Apokalypse des Gesundheitswesens in wenigen Tagen immer wahrscheinlicher werden, wie sie Italien derzeit erlebt. Viele Ärzte, Kranken- und Altenpfleger, Assistenzen jedweder Art arbeiten in Hospitälern und Praxen bereits am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Viele haben Angst, um sich, um ihre Angehörigen.

Doch auch das gesamte wirtschaftliche und kulturelle Leben ist bedroht, wenn Restaurants, Kinos, Sportstätten und Vernissagen über Wochen nicht mehr öffnen dürfen. Gerade hat die Gastronomiekette Vapiano Insolvenz angemeldet, tausende werden es in wenigen Wochen sein. Die Politik stemmt sich zwar verzweifelt gegen das absehbare Sterben von Unternehmen, aber die Bürokratie arbeitet viel zu langsam. Vor zwei Wochen verkündete die Politik ein neues Kurzarbeitergeldprogramm, doch Stand heute konnten Ministerium und Bundesagentur nichts davon umsetzen. Auch vollmundig von Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier verkündete Unternehmensstützungs- und Investitionsprogramm harrt weiter seiner Ausführung. Stand heute sind nicht mal konkrete Anweisungen an die Kreditinstitute ergangen, wie dies vor Tagen zugesagt wurde. Stand heute werden die ersten Gelder erst Mitte April fließen können, 1 ½ Monate nach Verkündung. In Hessen warten die Steuerpflichtigen ungewöhnlich lange auf die Erstattung ihrer Einkommensteuer für 2019, weil – die Mühlen mahlen langsam –ein Programm-Update nicht rechtzeitig zur Verfügung steht. Der Staat ist eine Schnecke und wird auch nicht schneller, wenn gerade die Welt untergeht.

Währenddessen melden sich viele „Staatsdiener“ krank, gerade in Ämtern ohne Publikumsverkehr lässt es sich besser in den eigenen Räumlichkeiten überstehen. An der Stelle fragt sich der Artikelschreiber, wozu es überhaupt noch des Berufsbeamtentums bedarf, wenn von der Gesellschaft lebenslang abgesicherte Menschen ihre Aufgabe nicht so begreifen, wie sie gemeint ist. Der Beamte hat eine besondere Treuepflicht gegenüber dem Staat, das heißt, er ist noch dann auf der Arbeit, wenn es andere nicht mehr sind. Für deutsche Beamte gilt eher das Gegenteil.

Die Bürger kämpfen mit dem Fullstopp, den die Politik aus wohldurchdachten gesundheitlichen Gründen verfügt hat und der Staat spielt im alten Trott. Führung und Bürokratie arbeiten nicht Hand in Hand, sondern auf entfernten Planeten. Die Regierung verkündet Maßnahmen, welche Ministerien und Verwaltung entweder nicht willens oder fähig sind umzusetzen. Allein zwischen der Ankündigung der Bundeskanzlerin, Geschäfte zu schließen und der Inkraftsetzung der entsprechenden Verordnungen durch die Länder vergingen über 36 Stunden, in denen völlige Verwirrung herrschte. Die Polizei überwachte bereits die Einhaltung von Maßnahmen, die noch gar nicht auf den gesetzgeberischen Weg gebracht worden waren.

Wie so oft macht Merkels Kabinett bei der Krisenbekämpfung keine gute Figur. Da der Bund anders als die Länder über keine eigenen Außenstellen der Kreditvergabe verfügt, wurde die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beauftragt, den vielen nun darbenden Unternehmen unter die Arme zu greifen. Doch die Frankfurter Staatsbanker sind dabei auf die Hilfe der Finanzdienstleister angewiesen, die nicht zuletzt aufgrund mangelhafter politischer Steuerung selbst mit dem Rücken an der Wand stehen. In einer globalen wirtschaftlichen Krise mit unabsehbaren finanziellen Kosten sollen schwach aufgestellte Banken zusätzlich ins Risiko gehen. Die Einwohner von Schilda hätten sich den Streich nicht besser ausdenken können.

Auch die Gesetzlichen Krankenkassen hängen in der Luft. Spätestens seit Wochenanfang werden sie überhäuft mit Stundungsanfragen für Sozialversicherungsbeiträge. Doch bis Stand heute waren die Verwaltungsangestellten nicht in der Lage, Auskunft über das weitere Vorgehen zu geben. Es fehlen die Vorgaben durch den GKV-Spitzenverband, der sich mit der Politik ins Benehmen setzen muss. Einstweilen machen Barmer, DAK und AOK, was sie noch am besten können: ihre alten Vorschriften abarbeiten, sie aber gleichzeitig außer Vollzug zu setzen. Der Humor ist in den Amtsstuben noch nicht verloren gegangen. Und wie humorvoll die Regierung in diesen Zeiten unterwegs ist, hat Jan Fleischhauer aktuell aufs Korn genommen.

Irgendjemand muss denjenigen an der Spitze sagen, dass Mitte April zu spät ist. Olaf Scholz mag eine große Bazooka haben, doch wenn er zum Laden die Dauer eines Krieges benötigt, nutzt sie auch nicht so viel. Wenn der Staat nach derzeitigem Stand anfangen will zu schießen, sind zu viele Leichen auf dem Schlachtfeld, um noch viel retten zu können. Doch was interessiert das gemütliche Staatsdiener, unter denen sich derzeit Panikattacken großer Beliebtheit erfreuen?

In dieser historisch einzigartigen Situation, wie wir sie erleben, wäre der Staat der verbliebene Hegemon, der alles vor dem Untergang retten könnte. Doch dazu würde er nicht nur das Instrumentarium benötigen, er müsste auch fähig sein, die Waffen zu laden. Die Polizisten werden es nicht retten. Doch stattdessen sind die Beamten auf den Ämtern die ersten, die sich in die Büsche schlagen.

Fairerweise: nicht allein. Was viele junge Leute veranstalten, lässt an ihrem Geisteszustand und Verantwortungsgefühl zweifeln. Die Kids, die monatelang auf die Straße gegangen sind, um gegen Klimawandel und Weltuntergang zu demonstrieren, die fleißig in Schuldzuweisungen an ganze Generationen waren, veranstalten Corona-Partys um erst sich und danach möglichst viele Mitmenschen mit dem tödlichen Virus zu infizieren. Angesichts der bekannten Informationen kann man dabei Tötungsabsichten unterstellen.

Krisen sind die Zeiten, gewonnene Kenntnisse und gelebte Überzeugungen zu verwerfen, weil sie sich als untauglich erwiesen haben. Doch viele, gerade auch sich aufgeklärt gebende Zeitgenossen, sind zu selbstverliebt und rechthaberisch. Sie verstehen nicht, welche Bedeutung existenzielle Krisen für unsere Entwicklung haben. Wer durch die Seiten scrollt, übrigens auch hier, erlebt Menschen, die alles schon gewusst und übrigens immer Recht hatten. Hatten sie nicht, noch weniger, als alle anderen. Jede vorgetragene „Wahrheit“ ist falsch. Es beginnt damit, dass das deutsche Gesundheitswesen kaputt gespart worden wäre, eine beliebte Metapher um zu verdeutlichen, dass der Staat nicht nur großzügig das von den Bürgern Erarbeitete ausgeben, sondern auch noch verschwenderisch dabei vorgehen solle. Kriterien? Unwichtig.

Fakt ist: Deutschland gibt so viel für Gesundheit aus wie kaum ein anderes Land. Dabei spielt die Versorgung mit Medikamenten nicht mal die Hauptrolle, sondern Ärzte und sonstiges Personal. Rund 10 mal im Jahr besucht der Durchschnittsdeutsche seinen Arzt, auch das ein Spitzenwert. Die Eidgenossen kommen mit gut 4 Besuchen im Jahr aus, ohne dass sie schlechter versorgt wären. Mit einer Verweildauer von 7,5 Krankenhaustagen liegen die Deutschen an der Spitze der OECD-Länder, nur Japaner sind noch länger auf Intensiv. Mit anderen Worten: dieses Land geht schon jetzt sehr verschwenderisch mit seinen öffentlichen Ressourcen um. Die Kranken und sich krank Fühlenden überlasten mit ihrer übertriebenen Anspruchshaltung schon heute das Personal in den Hospitälern.

Diese Anspruchshaltung, die sich in solchen Behauptungen zeigt, ist unerträglich. Für das Personal im Gesundheitswesen, das die Ansprüche täglich und auch an den Wochenenden bedienen soll, für die politisch Verantwortlichen, die es nie werden recht machen können und für diejenigen Bürger, die als Versicherte und Steuerzahler die Maßlosigkeit auch noch bezahlen müssen.

Auch zwei Wochen nachdem die Politik den Notstand ausgerufen und umfangreiche Hilfe zugesagt hat, bleibt höchstens schemenhaft, was das alles kosten soll. In diesen Stunden ist es tatsächlich egal. Whatever it takes. Eine andere Wahl bleibt nicht. Nicht wirklich. In zwei Monaten ohne gravierende Stützung von Unternehmen und Arbeitnehmern bei staatlich verordnetem Stillstand in fast allen Wirtschaftsbereichen wird es nicht mehr viel zu retten geben. Ein solcher gesundheitspolitisch verfügter Stopp von Handel, Produktion, Logistik und menschlicher Kommunikation überlebt keine westliche Volkswirtschaft, ohne um Jahrzehnte zurückgeworfen zu werden.

Überschlägig kommt auf den Staatshaushalt ein gigantisches Defizit von mindestens 150 bis 200 Milliarden Euro zu. Selbst nach der Finanzkrise 2010 wies der Staat nur ein damals extrem erscheinendes Minus von 112 Milliarden Euro aus. Doch das ist nur die untere Schätzung. Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 3,4 Billionen Euro und Staatseinnahmen von 1,5 Billionen Euro bedeuten schon 2 Monate vollständiger Einnahmeausfall 300 Milliarden Euro Verlust auf staatlicher Seite. Hinzu kommen die Stützungsausgaben in noch ungenannter Höhe, doch 200 bis 400 Milliarden Euro können es dabei schon werden, abhängig, wann die Wirtschaft wieder angefahren werden kann.

Das sind Zahlen, die nur ein gesunder öffentlicher Haushalt stemmen kann. Spätestens in diesen Tagen hat sich die Frage nach der Notwendigkeit der Schuldenbremse erledigt. Und genauso wie sie ein Jahrzehnt lang notwendig war, muss sie heute aufgehoben werden. Es geht nicht anders.

Die Debatten um Steuersenkungen und Abschaffung des Solidaritätszuschlages wirken heute klein. So gut begründet solche Reformen noch vor kurzem gewesen wären, sie haben sich auf absehbare Zeit erledigt, wenn der Staat tatsächlich rettet, was er zu retten vorgibt. Andernfalls wäre ein ebenso gigantisches Wiederaufbauprogramm erforderlich, das mit niedrigen Steuern beginnt. Es entscheidet sich in den nächsten Monaten, welche Verwüstungen angerichtet und welche Maßnahmen danach erforderlich werden.

Alles muss jetzt zurückstehen, wo Bürger und Unternehmen nur noch ums gesundheitliche und wirtschaftliche Überleben kämpfen. In dieser Situation zeigt sich, wer die Mitte der Gesellschaft noch abbildet. Sie definiert sich nach Berufen und Haltung. Viele kämpfen heute aufopferungsvoll, arbeiten bis zur körperlichen und psychischen Erschöpfung. Ihnen gilt schon heute Dank und ihre Leistung darf nicht vergessen werden. Und ebenso wenig das Versagen der anderen, welche egoistisch waren, verschwunden sind, nicht angepackt haben. Leistungsträger sind da, wenn es drauf ankommt und nicht, wenn die Sonne scheint.

Politisch gehören weder AfD noch die Linkspartei zu dieser Mitte. Die Rechtspopulisten sind in parteiinternen Grabenkämpfen verstrickt, ihre Milieus heizen die Krisenstimmung noch durch gezielte Fake News an. Die Linke Katja Kipping sorgte gerade für Kopfschütteln, als sie Sonderzahlungen für Hartz-IV-Empfänger forderte. In den Tagen, wo Millionen Erwerbstätige um den Erhalt ihrer Jobs kämpfen, ist solche Lobbypolitik so maßlos wie deplatziert. Aber auch die Grünenspitze irritierte, als Parteivertreter forderten, jetzt die Gelder für Investitionen in den Klimaschutz zu nutzen. Die Repräsentanten der Klimaschutzbewegung Fridays for Future dagegen, Greta Thunberg und Luisa Neubauer, verhalten sich angenehm ruhig, was ihre Ernsthaftigkeit unterstreicht. Ihr Anliegen ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Die meisten erleben jetzt, was Solidarität und Zusammenhalt tatsächlich bedeuten. Familie, vielleicht noch Freunde. Für viele zählen die Kollegen oft nicht mehr dazu, für andere schon. Wir haben diese Begriffe im Politischen entkernt. Doch Zusammenhalt ist ein Empfinden, nicht eine Verordnung. Wer zum inneren Kreis gehört, muss jeder selbst entscheiden.

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  • Stefan Sasse 21. März 2020, 22:50

    Dass du immer hetzen musst in deinen Artikeln. Versuch dich doch bitte echt mal an Nuancen. Vielleicht sind nicht alle Beamten schlecht, sondern nur manche. Solche Sachen.

    • Stefan Pietsch 21. März 2020, 23:01

      Es ist direkte Berichterstattung von der Front. Keine Regierungsverlautbarung, keine Reportage eines Journalisten. Was ich geschrieben habe, stammt von ziemlich weit oben und ist der Status des gesamten Prozesses. Gleichzeitig meldet sich ein vergleichsweise hoher Teil von Sessel-Beamten krank.

      Und, Stefan, das sind die Nuancen. Weiß man vielleicht nicht, wenn man nicht ums Überleben kämpft. Für mich geht es gerade darum, die Jobs von 160 Leuten zu retten mit Löhnen oft von 1.500 Euro, welche mit Geringfügigkeit, Leuten, denen ich die Tage sagen musste, dass sie auf Kurzarbeit 0 gesetzt werden. Darunter sind Männer, auf denen Pfändungsbeschlüsse liegen. Stefan, wenn ich da mit Staatsdienern, die sich davon machen, noch nuancierten schreiben würde, hätte ich kein Herz.

      Deine Rücksichtnahme ausgerechnet mit aus Steuergeldern bezahlten Erwerbstätigen, die nicht wissen, was besondere Treuepflicht bedeutet, finde ich gelinde gesagt unangemessen.

      • Stefan Sasse 21. März 2020, 23:25

        Was heißt das, Berichterstattung von der Front? Da du auf Quellen verzichtest weiß ich nicht, ob du einen Fall aus Berichten des Schwippschwagers deiner Frau kennst oder Einblick in die interne Arbeitsstatistik des Gesundheitsamts hast. Und ich finde es gelinde gesagt mehr als unangemessen, deinen üblichen Hass gegenüber dem Beamtenstand in eine so pauschale Kritik in einer solchen Situation rauszuhauen, ohne mehr als sinistres Insinuieren. Das würdest du mir für deine bevorzugten Berufsgruppen auch nicht durchgehen lassen.

        • Stefan Pietsch 21. März 2020, 23:42

          Ich habe keine bevorzugten Berufsgruppen. Ich sage explizit, Mut und Standing sind nicht mit Positionen verbunden.

          Es ist das, was ich letzte Woche getan habe. Mit Krankenkassen, Finanzämtern, Ministerien telefoniert, Banken verhandelt. Ich habe zwei Filialen geschlossen und die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Ich, Stefan. Und ich habe den übrigen Mitarbeitern die Lage erläutert.

          Nein, ich habe kein Verständnis für irgendjemanden. Und die Anekdote ist dann meine Schwägerin, seit Kindheit 100% behindert und die letzte, die beim Gericht die Fahne hochhält. Dann erfährt man auch, wie die Leute ihr Kneifen begründen. Sie entblöden sich nicht, einer Schwerbehinderten weinerlich zu erläutern, dass sie plötzlich unter Panikattacken litten. Eine Schande ist das für den gesamten Berufsstand.

          Ich kann Dein überbordendes Verständnis nicht nachvollziehen. Du hast nicht mal ein Problem, Anhänger bestimmter Parteien unisono einzuordnen.

          • Ariane 22. März 2020, 01:36

            Ich finde zwar auch, du pauschalisierst zu stark. Aber ja, aktuell ist gerade alles dabei, von Drückebergern bis zu Alltagshelden.

            Ich denke, das liegt einfach am Kollektivschock, den vermutlich gerade ausnahmslos jeder hat. Und auf den jeder anders reagiert, von Totalignoranz bis hin zu „in Panik Mehl horten“. Ich bin ja zumindest in meinem Umfeld recht frühzeitig in Panik geraten und auch mehr auf der Gesundheitsebene, das hat mir zumindest auch geholfen, den ganzen Wirtschafts-Clusterfuck erstmal mit „Whatever it takes“ zu verdrängen.
            Welche Branche bist du eigentlich oder ist das geheim?^^
            Mir war Montag schon klar, dass mindestens Ladenschließungen kommen, aber es gab etliche, die die Existenzbedrohung wirklich erst während der PK realisiert haben.

            Und diese Ungleichzeitigkeit und unterschiedlichen Verhaltensweisen führen auch zu massiven Clashs im persönlichen oder generellem Bereich. Ich hätte etliche Leute die letzten Tage gerne durchgerüttelt und hab dann doch lieber über Touristenbonzen oder weinerliche Spargelbauern geflucht. Und das hat gerade jeder auf allen Ebenen zu unterschiedlichen Zeiten, kann mir kein Mensch erzählen, dass irgendwer in Deutschland gerade permanent ruhig, rational und besonnen ist. Deswegen fand ich Lobos Vernunftpanik-Artikel auch so daneben, ob mans bewusst man oder nicht, aber jeder braucht gerade Psychohygiene (dämliches Wort btw)

      • Erwin Gabriel 23. März 2020, 08:14

        @ Stefan P

        Vielleicht sind nicht alle Beamten schlecht, sondern nur manche – manche Geschichten funktioniert noch besser, wenn man nicht übertreibt.

        • Stefan Pietsch 23. März 2020, 12:07

          Mein Punkt ist ein anderer. Es geht nicht darum, ob eine Berufsgruppe generell schlecht ist. Wenn ich einen Buchhalter suche, nehme ich auch keinen Vertriebstypen, der eher großzügig und locker unterwegs ist.

          Zwei Punkte:
          Erstens. Mit seinem Arbeitsangebot zieht der Staat einen bestimmten Typus Arbeitnehmer / Mensch an. Menschen haben Interessen und Charakteristika. Es hat seinen Grund, warum beim Staat weit überproportional Teilzeit gearbeitet wird und warum Frauen das Gros der Belegschaft abbilden. Karrieristen sind dort eher unterrepräsentiert. Ich habe gerade mit dem örtlichen Finanzamt telefoniert, die sind Land unter, weil so viele krankheitsbedingt fehlen und sie mit Anweisungen überhäuft werden. Ich kann einem Buchhalter nicht vorwerfen, dass er kein Vertriebler ist, wenn Sie verstehen, was ich meine.

          Zweitens. Das ist grundsätzlicher Natur. Wir überfordern den Staat, weil wir von ihm verlangen jeden Lebensbereich zu regeln. Rauschis Argumentation bei Renten und Gesundheit ist dafür sinnbildlich. Deutschland gibt mit am meisten für Gesundheit aus und die Leistungen sind nicht gut? Das Problem ist ja dann offensichtlich, dass nicht genügend ausgegeben wird. Kein Staat, der sehr gute Leistungen erbringt, ist so breit wie Deutschland aufgestellt.

          • Rauschi 23. März 2020, 13:42

            Erstens. Mit seinem Arbeitsangebot zieht der Staat einen bestimmten Typus Arbeitnehmer / Mensch an. Menschen haben Interessen und Charakteristika.
            Ach so, die Leute, die eine Organisation voran bringen wollen, sind Sachbearbeiter ind er freien Wirtschaft? Nee, die Angestellen da wollen in der Regel auch nur über die Runden kommen, da sehe ich überhaupt keinen Unterschied.
            In den Pflegeberufen sind übrigend auch sehr viel in Teilzeit, weil das Vollzeit zu belastend ist. Sollen wir denen jetzt mangelnde Arbeitsmoral vorwerfen?
            Wir überfordern den Staat, weil wir von ihm verlangen jeden Lebensbereich zu regeln. Rauschis Argumentation bei Renten und Gesundheit ist dafür sinnbildlich.
            Wie bitte? Wir überfordern den Staat, wenn der Staat statt 1000 Einzelversicherungen eine Rentenkasse auflegt, die keinen Gewinn machen muss? Klar, was auch sonst.
            Ich habe nie behauptet, das es keinen Veränderungsbedarf im Gesundheitssystem gibt, aber diese pauschale, da ist genug Geld drin, deswegen muss es gut sein, das zieht ja wohl nicht.
            Die Gesundheitsfragen haben Sie nicht beantwortet, die Schweiz gibt 12,2 % des BIP aus, deswegen gibt es hier an der Grenze kaum noch Ärzte und Schwestern, die sind alle in die Schweiz gegangen, wo die mit Kusshand besser bezahlt werden.

            Wenn das der Staat nicht machen würde, wer schwebt Ihnen da vor, der das auch nur annähernd so kostengünstig machen könnte?
            Es hat keinen Nährwert für den Bürger, sich da aus zig Angeboten das gerade vielleicht Gute heraus suchen zu müssen.

            Doch, das ist laut Grundgesetz Aufgabe des Staates, weil es dem Gemeinwohl dient, was denn sonst? Sie haben Sorge um die Alten und Kranken und meinen, das könnten private besser und kostengünstiger regeln, wie man eindrücklich in den USA bewundern kann? Wenn ich das nicht verstehe, liegt das sicher wieder nur an meinem beschränkten Horizont, woran sonst?

            • Erwin Gabriel 25. März 2020, 18:55

              @ Rauschi 23. März 2020, 13:42

              Ach so, die Leute, die eine Organisation voranbringen wollen, …

              Es geht nicht mal um’s voranbringen, sondern darum, die Dinge am Laufen zu halten. Da bietet der Staat seinen Mitarbeitern besonderen Schutz, und verlangt besonderen Einsatz (zumindest in Krisenzeiten). Das funktioniert derzeit, höflich formuliert, nur sehr eingeschränkt.

              In den Pflegeberufen sind übrigend auch sehr viel in Teilzeit, weil das Vollzeit zu belastend ist. Sollen wir denen jetzt mangelnde Arbeitsmoral vorwerfen?

              Hat keiner verlangt, auch nicht von der Intention her.

              Wie bitte? Wir überfordern den Staat, wenn der Staat statt 1000 Einzelversicherungen eine Rentenkasse auflegt, die keinen Gewinn machen muss? Klar, was auch sonst.

              Der Staat IST überfordert. Private bzw. durch den Markt geregelte Systeme haben Stärken und Schwächen, staatliche auch. Wenn der Staat versucht, marktwirtschaftlich zu handeln, kombiniert er in der Regel die Schwächen der Systeme, nicht die Stärken.

              Dazu kommt, dass sich Beamtenstrukturen über die Zahl der Mitarbeiter stärker definieren als über Effizienz, so dass dort die Neigung vorherrscht, Probleme eher mit mehr Mitarbeitern als durch effizientere Methoden zu lösen. Mehr Mitarbeiter erfordern ausgeprägtere Hierarchien, was längere Entscheidungswege zur Folge hat. Aber das ist ein strukturelles Problem.

              … aber diese Pauschale, da ist genug Geld drin, deswegen muss es gut sein, das zieht ja wohl nicht.

              Stimmt. Müsste und sollte aber ziehen.

              … die Schweiz gibt 12,2 % des BIP aus, deswegen gibt es hier an der Grenze kaum noch Ärzte und Schwestern, die sind alle in die Schweiz gegangen, wo die mit Kusshand besser bezahlt werden.

              Das geht in der Schweiz. Das geht schon nicht mehr in Deutschland, und erst gar nicht in Ländern wie China oder Indien.

              Es hat keinen Nährwert für den Bürger, sich da aus zig Angeboten das gerade vielleicht Gute heraus suchen zu müssen.

              Da, vermute ich, haben Sie Recht. Es ist zumindest nicht für jeden gut, die meisten wären überfordert.

              Sie haben Sorge um die Alten und Kranken und meinen, das könnten private besser und kostengünstiger regeln, wie man eindrücklich in den USA bewundern kann?

              Für den, der genug Geld hat, mag zumindest „besser“ sogar zutreffen; aber kostengünstiger? Eher nicht, es sei denn, unter Aufgabe der Solidarität.

              Wenn ich das nicht verstehe, liegt das sicher wieder nur an meinem beschränkten Horizont, woran sonst?

              🙂 Sie verstehen Herrn Pietsch genauso wenig, wie er Sie versteht. Aber das liegt nicht am beschränkten Horizont, sondern an anderen Standorten.

              Bleiben Sie gesund!
              E.G.

          • Erwin Gabriel 25. März 2020, 18:37

            Stefan Pietsch 23. März 2020, 12:07

            Kein Staat, der sehr gute Leistungen erbringt, ist so breit wie Deutschland aufgestellt.

            Da stimme ich zu. Wir machen sehr zu viel, aber auch sehr zu viel schlecht.

      • Erwin Gabriel 24. März 2020, 19:15

        @ Stefan Pietsch 21. März 2020, 23:01

        Gleichzeitig meldet sich ein vergleichsweise hoher Teil von Sessel-Beamten krank.

        Guckst Du hier:

        https://www.vbi.de/aktuelles/news/vbi-blitzumfrage-zurueckgehende-zahlungsmoral-oeffentlicher-auftraggeber/

        Die ersten Ingenieurbüros geraten unter Druck, weil die öffentliche Hand in weiten Bereichen das Bezahlen von erbrachten Leistungen eingestellt hat – sind kaum noch Leute da, die sich um die Rechnungen kümmern.

        • Stefan Pietsch 24. März 2020, 22:09

          Es geht um einen einfachen Sachverhalt: die Abwesenheiten von Arbeitnehmern steigen rasant. Heute hatte ich Fälle von „Magen-Darm“ (1 Woche) und „Treppe runtergefallen“. Staatsdiener machten wahrscheinlich nur den Anfang. Die äußerst wohlwollende Interpretation: Beamte sind keine besseren Arbeitnehmer. Mein Punkt: Staatsdiener genießen besonderen Schutz, deswegen kann der Bürger besonderen Einsatz verlangen. Da es das anscheinend nicht gibt, stellt sich die Frage, den besonderen Schutz für Staatsdiener abzuschaffen. Er ist nicht gerechtfertigt.

          • Ariane 25. März 2020, 00:29

            Ja, aber das kann ich verstehen. Ich selbst hab im Laufe der letzten Woche immer mehr Stress-Symptome bekommen und hab am Montag alles hingeknallt und gesagt, dass ich und alle um mich rum nur noch gucken sollen, ob bis zum 1. April noch alles steht und in Erschöpfungsschlaf gefallen. Und das war vermutlich noch eine höchst rationale Sache.
            Man hat ja wirklich kein Vokabular mehr. Absolute Ausnahmesituation ist noch total untertrieben. Das sind alles Dinge, die schlimmste Horrorvisionen triggern. Lebensgefahr durch unklare Pandemie, brutale wirtschaftliche Existenznöte, der ganze Alltag bricht dadurch zusammen. Also man weiß ja gar nicht, wo man zuerst hingucken soll.
            Da ist soviel Schock und Chaos entstanden, das hat sich noch gegenseitig aufgeschaukelt. Die Behörden wurden ja total von geschockten Existenznötlern überrannt und mussten erstmal selbst gucken, wie sie die Pandemievorschriften in ihren Abteilungen durchsetzen. Jeder, der sich erstmal krank meldet, ist zumindest zu Hause und stellt kein gesundheitliches Sicherheitsrisiko mehr dar. Völlig verrückte Welt.

            • Stefan Sasse 25. März 2020, 10:42

              Ich bin auch mental völlig am Ende und überlege seit fast zwei Wochen, ob ich mich krankmelden soll. Das ist echt kein Spaß.

              • Ariane 25. März 2020, 13:23

                Ehrlich mach! Oder geh in Notbetrieb. Ich hab für dich und andere in ähnlicher Situation wirklich größten Respekt!

                Das zieht sich ja auf alle Ebenen. Mir gehts eigentlich total gut, bis Mai ist die normale Existenz gesichert, keine eigenen Kinder, bin selbst keine Risikogruppe und Arbeit im Sinne von Zwischenhandel organisieren findet auch nicht mehr statt. Aber dadurch bin ich grad die einzige, die noch Kapazitäten für Notfallhilfe hat und rase von Babysitting ans Telefon, um bei bekannten Senioren nachzufragen wie sie zurechtkommen, ins Internet um mich über Staatshilfen für andere zu informieren. Während man auch noch ständig über Tips gegen Langeweile und urlaubende Lebensgenießer stolpert!
                Also ehrlich, ich brauch schon psychisch grad den Lockdown, um durchzuschnaufen, das ganze zu verarbeiten und mal in Ruhe nachzudenken, wie man nur bis zum 1. April weitermacht.

                Auch an dich also die neue persönliche Verabschiedung:
                Pass auf dich auf 😉

              • Erwin Gabriel 25. März 2020, 18:30

                @ Stefan Sasse 25. März 2020, 10:42

                Ich bin auch mental völlig am Ende und überlege seit fast zwei Wochen, ob ich mich krankmelden soll. Das ist echt kein Spaß.

                Echt? (Die Frage ist ehrlich gemeint).
                Mach Dich nicht wuschig; schau mal, ob statt der Nachrichten nicht irgendwo Heinz Erhardt im Fernsehen läuft 🙂

                Ich sitze auch im Home Office, und genieße die deutlich flexiblere Arbeitsgestaltung (bei schönem Wetter Mittags zwei Stunden durchs Feld, Wald und Wiesen), das Ausfallen der zahlreichen Dienstreisen, die Anwesenheit meiner Töchter, die für die Zeit der Krise nach Hause gekommen sind, da sie hier bessere Home-Office-Arbeitsbedingungen haben … ist, verglichen mit meinem normalen Bürostress, fast wie Urlaub, bzw. deutlich entschleunigt. Trotz weniger Geld durch Kurzarbeit…

                Und ich mit mit 62 Jahren und Buthochdruck in einer etwas gefährdeteren Altersgruppe.

                • Stefan Sasse 25. März 2020, 23:10

                  Ja, tatsächlich kein Spaß.

                • Ariane 26. März 2020, 16:46

                  Ich kann Stefan echt verstehen, das Gehirn ist nun mal ähnlich schlecht geeignet wie die Politik, sich von heute auf morgen auf Krisenmodus umzustellen.

                  Ich musste mich auch dazu zwingen, erstmal nur noch zu gucken, ob um mich rum noch alles steht. Alle soweit gesund, irgendwie versorgt, kommen bis in den April hin ohne totalpleite, werden beim Rausgehen nicht wegen Verstoß gegens Kontaktverbot verhaftet.

                  Ist sonst nicht meine Art, aber ist ja alles schon so absurd genug, um das Gehirn zum Schmelzen zu bringen.

                  Und falls sich nochmal wer fragt, wo diese ganz gemeine unverständliche Corona-Wut herkommt:
                  Von Nachbarn, die Luxus-Sägearbeiten durchführen und ernsthaft meinen, es sei brutal wichtig, dass sie fertig werden, auch wenn ich mit nur Fenstern direkt gegenüber ohne Frischluftzufuhr dann halt in meinem Winzflur mit meiner eingesperrten Oma telefonieren muss. Alter!
                  Ja echt wie kommt das nur. Also mir braucht keiner mehr damit kommen, dass man doch bitte besonnener sein sollte, weil in der Krise eigentlich alle zusammenrücken sollen. Mir reichts echt, ich entschuldige mich nicht mehr für Wutausbrüche.

                  • Erwin Gabriel 28. März 2020, 18:06

                    @ Ariane 26. März 2020, 16:46

                    … ich entschuldige mich nicht mehr für Wutausbrüche.

                    Kann ich mir bei Dir noch weniger vorstellen als bei mir 🙂

                    Bleib Gesund!

            • CitizenK 25. März 2020, 10:47

              Wer die Infektion überstanden hat ist offenbar vorerst immun und kann arbeiten, wie Drogerie-Rossmann.

              Weiß jemand, wie weit die Antikörper-Tests sind, mit deren Hilfe man dies erfassen könnte? An vielen Stellen würden sie dringend gebraucht. So schicken die Hausgeräte-Kundendienste keine Monteure mehr raus. Heizung ist bald keine Thema mehr, aber wenn der Elektroherd oder der Kühlschrank ausfällt, ist das schon ein Problem.

              • Ariane 25. März 2020, 13:32

                Das wäre eine gute Möglichkeit, aber die Immunisierten überhaupt zu erkennen dauert vermutlich erstmal zu lang.

                Aber spätestens nach Ostern müssen einige Dinge wieder öffnen, aktuell bricht ja fast die Infrastruktur zusammen. Mein Dad sitzt mit 3 Leuten in einer dringend benötigten Abteilung herum, während sein ganzes Dorf leergeräumt wird und muss nebenbei seiner leicht panischen Tochter versprechen, sie notfalls persönlich abzuholen, wenn sie nicht mehr allein im Notfall nach SH einreisen kann.
                Wir konnten am Sonntag am Telefon nur noch hilflos über das Ausmaß an Chaos lachen bzw lachweinen.

                Also so ein Brutal-Lockdown geht nur 2-4 Wochen, danach muss man Lösungen finden, zumindest die ganz dringende Infrastruktur wie Behörden, Notfallreparaturen etc. wieder hochzufahren, das kann nicht lange außer Betrieb bleiben.

          • Rauschi 25. März 2020, 08:33

            Beamte sind keine besseren Arbeitnehmer.
            Wer hat das behauptet?
            Sie wissen aber schon, das nur noch 38% alle Mitarbeiter im öffentlichen Dienst Beamte sind und die Mehrheit davon nicht in den Verwaltungsstuben sitzt, sondern unterrichtet, richtet, oder die Ordnung aufrecht erhält?
            Sind die neuesten Zahlen des Monitors 2020 öffentlicher Dienst.
            https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/personal-tarifrecht/zahlen-zur-beschaeftigung-im-oeffentlichen-dienst-2017_144_393012.html

            • Stefan Pietsch 25. März 2020, 08:38

              Wer hat das behauptet?

              Das Gesetz. Ihre reflexartigen Fragen sind selten passend und offenbaren eine Kommentatorin, die doch eher selten nachdenkt.

              • Stefan Sasse 25. März 2020, 10:46

                Das Gesetz tut nichts Dergleichen. Das ist allein deine Interpretation des Gesetzes.

                • Stefan Pietsch 25. März 2020, 12:16

                  Die Ausübung hoheitsrechtlicher Befugnisse ist als ständige Aufgabe in der Regel Angehörigen des öffentlichen Dienstes zu übertragen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis stehen.

                  Arbeitsrechtlich ist dies in Artikel 33 Grundgesetz geregelte Verständnis der besonderen Bindung des Beamten an den Staat als besonderes Treueverhältnis ausformuliert, weshalb sie zahlreiche Privilegien (Pensionen, privater Krankenversicherungsschutz) genießen. Ich interpretiere nicht, das sagen Richter (übrigens auch Beamte). Einem solchen Treueverhältnis unterliegt kein normaler Arbeitnehmer.

                  • Stefan Sasse 25. März 2020, 13:31

                    Genau, aber das macht sie nicht zu besseren, sondern zu anderen Arbeitnehmern. Im Gegensatz zu normalen Arbeitnehmern verzichten Beamte nämlich auch auf eine ganze Menge Rechte.

                    • Stefan Pietsch 25. März 2020, 17:44

                      Beamte sind aber nicht besonders treu, das ist mein Punkt aus dem Artikel. Sie sind keine besseren Arbeitnehmer. Spätestens jetzt wäre ein guter Zeitpunkt dieses Relikt aus dem Preußen-Reich abzuschaffen. Für Richter und Polizisten kann es meinetwegen bestehen bleiben.

                      Der Verzicht auf das Streikrecht ist von überschaubarem Wert für das Gemeinwesen, da Deutschland ohnehin keine Streikkultur besitzt. Sorry, Stefan, mein Dad war Beamter, ich kenne alle Argumente hoch und runter. 🙂

                    • Stefan Sasse 25. März 2020, 18:21

                      Ich glaube bei dem Punkt kommen wir nicht zusammen.

                    • Ariane 25. März 2020, 18:01

                      Öhm! Also ich muss doch sehr darum bitten, auf solche pauschalisierten Urteile zu verzichten.

                      Für Finanzbeamte wie meinen Vater gibts ja dutzendfach Vorurteile und Klischees, dass die nur rumhängen und das Leben genießen. Das tut er nicht und er ist auch kein selbstverliebter „Ich bin so stolz, dass ich Dienst für mein Vaterland betreibe“-Typ. Überhaupt nicht. Auch nicht seine frühere Marinetätigkeit.
                      Das ist halt ein Job. Dirty job but someone has to do it. Oder wie das heißt.

                      Also da sitzen beileibe nicht nur Leute, die sich jetzt nur drüber freuen, „in Sicherheit zu sein“. Die gibts bestimmt auch, aber das sollte man eben nicht pauschalisieren.

                      Und es ist btw nicht nur das Streikrecht. Er und seine Frau haben seit drei Wochen die Anweisung auf private Kontakte (wie zb Geburtstagsfeiern) zu verzichten und in „Notbetrieb“ zu gehen. Die waren quasi die ersten, die sich mit Vorräten zu Hause eingebunkert haben.

                    • Stefan Pietsch 25. März 2020, 18:23

                      Alles richtig, Ariane. Letztes Jahr hatte ich im Rahmen einer Betriebsprüfung die Gelegenheit genutzt ;-), mich viele Stunden mit dem Prüfer zu unterhalten. Die Finanzbeamten sind sehr ehrliche, aufrichtige Leute, das muss in dem Job so sein. Ich wiederhole mich: ich würde auch keinen extrovertierten Partyscharlatan als Buchhalter beschäftigen. Aber die Fakten sind auch klar:

                      Die Fehlzeiten im öffentlichen Dienst und insbesondere bei Beamten sind weit überdurchschnittlich hoch so wie der Eintritt in den Ruhestand vorgelagert ist. Im Bundestag sitzen weit mehr Beamte, die sich haben beurlauben lassen, als es ihrer Mischung in der Bevölkerung entspricht. Zwar sind auch Rechtsanwälte überproportional vertreten, diese arbeiten aber weit öfter neben ihrem Mandat. Vor 20 Jahren (ist echt schon so lange her) rasselte ich mit einer Finanzbeamtin zusammen, weil ich ihre Bearbeitung rechtswidrig empfand. Daraufhin reichte ich Beschwerde ein – keine gute Idee, ich weiß. Anschließend stand ich 5 Jahre im Fokus bei der Steuererklärung. Jedenfalls, die Dame, gerade 40, ging dann zur Kur und arbeitete anschließend nur noch Teilzeit, wie Du vielleicht weißt, lässt sich das im öffentlichen Dienst bei vollen Bezügen leichter bewerkstelligen.

                      Vor ebenfalls so 20 Jahren schrieb der Journalist Roland Tichy (ja der) in der Wirtschaftszeitung Impulse davon, dass es Zeit sei, abzurüsten. Von staatlicher Seite als auch von Seiten des Bürgers. An den Kommentar fühlte ich mich die Tage erinnert, als ich mit unserem Finanzamt telefonierte, weil eine Vollstreckungsankündigung trotz vorliegendem Stundungsbeschluss ergangen war. Ich traf auf einen sehr verständnisvollen Mann und er sagte etwas, was die Sache trifft: wir werden mehr Verständnis füreinander haben müssen.

                    • Ariane 25. März 2020, 19:03

                      Ich traf auf einen sehr verständnisvollen Mann und er sagte etwas, was die Sache trifft: wir werden mehr Verständnis füreinander haben müssen.

                      Jep. Also ich will gar nicht verhehlen, dass ich durchaus eine bürokratieliebende Verwaltungsfreundin bin.
                      Ja, ich bin ein Nerd, deswegen sitze ich ja hier *lol*

                      Ich mag das, da kommt ein Kontaktverbot und irgendwo im Internet kann ich dann nachlesen, dass jemand Zeit gefunden hat, sowas rechtlich ordentlich auszuarbeiten.

                      Ich glaube, wir können ganz ehrlich froh sein, dass wir in so einem Land leben!

                      Und Stefan: ich bin doch eine Linke. Natürlich fordere ich genau umgekehrt für alle Arbeitnehmer Bedingungen, wie sie im öffentlichen Dienst herrschen. Da trennen sich dann wieder unsere Wege 😉

              • Erwin Gabriel 25. März 2020, 18:33

                @ Stefan Pietsch 25. März 2020, 08:38

                Ihre reflexartigen Fragen sind selten passend und offenbaren eine Kommentatorin, die doch eher selten nachdenkt.

                Ihre reflexhaften Beleidigungen sind selten passend und offenbaren einen Kommentator, der doch eher selten an einer Diskussion interessiert ist.

                Wenn Sie mit Rauschi nicht diskutieren wollen, lassen Sie es doch einfach. Immer solche Sprüche raushauen bringt keinem etwas.

          • Stefan Sasse 25. März 2020, 10:41

            Jeff Bezos bittet um Spenden, dass Amazon-Mitarbeiter Krankengeld bekommen. Der Sack hat ein dreistelliges Milliardenvermögen und bittet um Spenden. Große Vermögen bringen große Verantwortung. Da er der anscheinend nicht nachkommt, stellt sich die Frage, Milliardäre abzuschaffen. Sie sind nicht gerechtfertigt.

            Da.

            • Stefan Pietsch 25. März 2020, 12:25

              Also willst Du das Grundrecht auf Eigentum abschaffen? Das Recht auf ein Beamtenverhältnis ist übrigens kein Grundrecht.

              • Stefan Sasse 25. März 2020, 13:31

                Nö, ich will die Steuern erhöhen, das kann ich in einer Demokratie genauso problemlos wie den Beamtenstatus abschaffen.

                • Ariane 25. März 2020, 13:46

                  Und mal ehrlich, wir haben wegen der Ausnahmesituation sowieso schon Grundrechte eingeschränkt, da braucht jetzt keiner mit Grundrecht auf Eigentum ankommen.
                  Sobald die Hotels etc leergeräumt sind, sollten die auch beschlagnahmt und zur Unterbringung von Obdachlosen, Flüchtlingen oder systemrelevanten Berufsgruppen wie zb Bundeswehr hergenommen werden.

                • Stefan Pietsch 25. März 2020, 17:47

                  Ja, aber in einer Demokratie brauchst Du Mehrheiten und den Rechtsrahmen. Das war in den vergangenen 15 Jahren etwas schwierig mit Deinem Wunsch.

                  Deswegen wirst Du Leuten wie mir auf dem Basar der Demokratie entgegenkommen müssen, wenn Du etwas durchsetzen willst. Das war ja durchaus ein schwieriger Punkt in den Debatten der vergangenen Monate. Ich habe meine Vorstellungen mit Angeboten unterlegt und andere meinten, brauchen wir nicht, wenn wir die Mehrheit haben.

                  Für die Abschaffung des Berufsbeamtentums sollten die Mehrheiten in der Gesellschaft leicht zu organisieren sein, weniger in den Parteien. Wer stimmt schon für die Abschaffung seiner eigenen Arbeitsgrundlage?

                  • Ariane 25. März 2020, 18:05

                    Ja, aber das gilt doch für uns beide. Du hast keine Mehrheit zur Abschaffung des Berufsbeamtentuns und ich hab keine Mehrheit für Einführung einer strengen Vermögenssteuer oder ähnliches.

                    Die Frage stellt sich aktuell natürlich nicht.
                    Aber ich finde btw schon: Wenn wir gerade in einem Ausnahmezustand mit Kontaktverbot sitzen, sollten wir den auch auf andere Dinge ausdehnen.
                    Und ich wünsche mir durchaus, dass der Staat zb jetzt nicht generell Hotels beschlagnahmt, um die für das Gemeinwohl nutzen zu können. Und gerne die größten Luxus-Suiten und keine olle Kaschemme.

                  • Stefan Sasse 25. März 2020, 18:22

                    Klar, anderen was wegnehmen findet immer leicht Mehrheiten. Ihr nennt das gerne „Populismus“, wenn es gegen Reiche geht. Da lagen die Mehrheiten auch gerne jenseits der 80%. Die Tyrannei der Mehrheit zu verhindern ist gerade eine der Aufgaben demokratischer Strukturen.

                    Mann, und ich bin nicht mal Beamter!

                    • Stefan Pietsch 25. März 2020, 20:09

                      Ich weiß. Darum geht es mir ja auch nicht.

                      Eine privilegierte Stellung bedarf in einem demokratischen Rechtsstaat immer der Begründung. Gibt es die nicht mehr, muss auch das Privileg entfallen.

                    • Stefan Sasse 25. März 2020, 23:12

                      Deswegen gibt es ja auch heute viel weniger Beamte als früher. Aber gleichzeitig brauchst du halt auch echt eine gute Begründung, wenn du diese Privilegien abräumen willst. Und die sehe ich wegen einiger Anekdoten nicht als gegeben an. Ich kann dir problemlos Gegenanekdoten liefern.

                    • Stefan Pietsch 26. März 2020, 14:33

                      Wir hatten 1991 zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung 1,8 Mio. Beamte, in den letzten 25 Jahren hat es sich relativ konstant auf 1,7 Mio. eingependelt. Wovon redest Du also?
                      https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentlicher-Dienst/Tabellen/beschaeftigte-geschlecht.html

                      Ich höre Dich das erste Mal für den Erhalt von Privilegien reden, ohne dass Du dies sachlich begründen könntest. Wie ist das zu rechtfertigen? Erst erkennst Du kein besonderes Treueverhältnis des Beamten, obwohl dies grundgesetzlich vermerkt ist und höchstrichterlich regelmäßig bestätigt, dann siehst Du einen Rückgang der Zahl der Beamten, die jedoch – zusammen mit den Pensionären – eher steigen. Das hat nicht das geringste mit der Bewertung anhand von Anekdoten zu tun.

                    • Stefan Sasse 26. März 2020, 15:38

                      Selbstverständlich erkenne ich das. Ich habe nur gesagt, dass sie das nicht zu „besseren“, sondern zu „anderen“ Arbeitnehmern macht. Das ist ein Unterschied.

                    • Stefan Pietsch 26. März 2020, 16:16

                      Na ja, was ist ein anderer Arbeitnehmer? Als Unternehmen zahle ich nur besondere Vergünstigungen an jene, die auch in schwierigen Zeiten zuverlässig zur Verfügung stehen und die Fahne hochhalten (bitte halten die 5 Absätze Einwand zurück 🙂 ). Es besteht also nach unserer gemeinsamen Erkenntnis überhaupt keine Notwendigkeit, einem Teil der Staatsdiener Vergünstigungen wie Pensionen und private Krankenversicherung zu bieten, nur weil sie anders sind. Wären sie besonders – ja. Wären sie herausragend – ja. So aber: nein.

                    • Stefan Sasse 26. März 2020, 18:28

                      Beamte werden anders behandelt, weil für sie völlig andere Regeln gelten. Auch außerhalb von Pandemien übrigens. Nirgendwo legt ein Beamter den Diensteid darauf ab, sich einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen zu müssen. Das wäre selbst von Soldaten hart zu verlangen.

                    • Stefan Pietsch 26. März 2020, 20:26

                      Dann bist Du auch dafür, Top-Manager ganz anders zu behandeln, weil für sie ganz andere Regeln gelten? Das wäre doch mal eine Erkenntnis.

                      Ich bin durchaus bereit, Staatsdienern das Streikrecht zuzuerkennen. Das muss seins allen wert sein. Mehr Besonderheiten kann ich nicht erkennen und wurden von Dir nicht genannt. Nur ein Vergleich für Dich: der Öffentliche Dienst hat 1,7 Millionen Pensionäre im Ruhestand zu versorgen, was aktuell 70 Milliarden Euro kostet. Demgegenüber kosten 20 Millionen Rentner 300 Milliarden Euro. Ein Pensionär ist dem Staat also 41.200 Euro wert, ein normal Sterblicher in der Rentenkasse nur 15.000 Euro – und das ist noch zu 2/3 durch Beiträge gefüllt.

                      Angesichts Deiner Argumentation und dieser Zahlen werde ich Deine Polemik gegen Manager-Gehälter nie verstehen.

                  • Erwin Gabriel 25. März 2020, 19:03

                    @ Stefan Pietsch 25. März 2020, 17:47

                    Für die Abschaffung des Berufsbeamtentums sollten die Mehrheiten in der Gesellschaft leicht zu organisieren sein, weniger in den Parteien.

                    Zustimmung. Aber die Entscheidung fällt dann im Parlament, bzw. fällt dort (bei über 60% Beamten) eben nicht. Denn Wer stimmt schon für die Abschaffung seiner eigenen Arbeitsgrundlage?

    • sol1 22. März 2020, 01:17

      An eben dieser Stelle habe ich zu lesen aufgehört. Für solchen substanzlosen Mist ist mir meine Zeit zu schaden.

      • Stefan Pietsch 22. März 2020, 02:18

        Sie hätten weiterlesen sollen. Aber was soll jemand wie Sie machen: In Love with the State.

        Rosarote Brillen werden auch noch verteilt, schön zu wissen.

        • Rauschi 22. März 2020, 09:32

          Ihre Lösung ist was? Der Markt?

          • Stefan Pietsch 22. März 2020, 10:04

            In dieser historisch einzigartigen Situation, wie wir sie erleben, wäre der Staat der verbliebene Hegemon, der alles vor dem Untergang retten könnte.

            Nur damit ich Ihr intellektuelles Niveau besser einschätzen kann: Was verstehen Sie an solchen Sätzen nicht, oder so dass rauskommt, der Markt soll es richten? Bitte erklären Sie es mir.

            • Rauschi 22. März 2020, 10:41

              Och denke bloss logisch, wenn es der Staat nicht kann, wer macht es dann besser? Bleibt nicht so unglaublich viel über.
              Ach ja soviel zu Ihrer Aussage:
              [Und ich habe deutlich gemacht, wo ich überall meine Positionen über Bord geworfen habe. Soweit waren die meisten hier im Blog in den vergangenen Tagen nicht.]
              War wohl ein Satz mit X.
              Die Erkentniss, das der tolle Herr Pietsch so viel klüger als der Rest der Menschheit ist, die gilt wohl noch?
              Nebenbei, wenn es Wahrheiten gewesen wären, kann die auch keine Krise negieren. So waren es bislang wohl nur die vermeintlich richtigen Erkentniss, die nun über Bord geworfen werden müssen. Weil sie schlicht falsch waren.
              Passiert auch ohne Krise ab und an, das man seine vermeintlichen Sicherheiten über Bord werfen muss.

              • Stefan Pietsch 22. März 2020, 11:32

                Och denke bloss logisch

                Bitte halten gerade Sie sich mit dem Verweis auf Logik zurück. Sie hatten immer wieder Ihre ganz eigene Logik.

                Ich versuche immer wieder neu an eine Sache heranzugehen. Und auch hier haben Sie nichts vom Artikel verstanden:
                Krisen sind die Zeiten, gewonnene Kenntnisse und gelebte Überzeugungen zu verwerfen, weil sie sich als untauglich erwiesen haben.

                Gerade die „Erkenntnisse“ von Linken haben sich in diesem kurzen Ablauf als historisch falsch erwiesen: Der Widerstand gegen die Schuldenbremse, die Konzentration darauf, dass das Gesundheitssystem eigentlich nur zu wenig Geld habe, die Überzeugung, ein Jahrzehnt ultralockere Geldpolitik würde schon für Sanierung der Staatsfinanzen und wirtschaftlichen Aufschwung sorgen, die Herausforderungen des Klimawandels als die allerdringenste Aufgabe, die Idee, dass Schulden in Staat und Unternehmen sich nur fleißig verschulden müssten, dann ginge es allen gut.

                Es wäre wirklich Zeit, sich in Demut zu fassen. Ich habe dafür den Anfang gemacht, finde aber meine Vorwürfe im Artikel bestätigt.

                • Rauschi 22. März 2020, 13:56

                  Es wäre wirklich Zeit, sich in Demut zu fassen.
                  Was hat denn Demut damit zu tun?
                  Wenn Sie XY Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken, dürfen Sie total übertriebene Zahlen schreiben?
                  Oder unbewiesene Vorwürfe erheben?
                  In welchem Film bin ich?
                  Das Mantra der effizienten Märkte beim Geundheitssystem fällt gerade in sich zusammen und Sie meinen immer noch, die Schuldenbremse wäre im Grunde richtig gewesen?

                  Der Umbau der Energiewirtschaft kostet
                  1) viel weniger als die Schäden, die durch den Wandel entstehen und
                  2) wäre eine super Sache, um Arbeitsplätze in Zukunftsindutrien entstehen zu lassen
                  3) rechnet sich auch für die Unternehmen, wenn die Steuerung effizient gemacht wird und nicht so vermurkst, wie gerade jetzt.

                  Ich habe dafür den Anfang gemacht, finde aber meine Vorwürfe im Artikel bestätigt.
                  Sie finde Ihre Vorwürfe in Ihrem Artikel bestätigt? Wie jetzt, sie wollten eigentlich die von anderen bestätigen?
                  Ihre Demut ziegt sich ja in Ihren Vorwürfen an meine angebliche Unlogik, schon klar. 😛

                  • Stefan Pietsch 22. März 2020, 15:05

                    Das ist wirklich zu dämlich, Rauschi, wenn Sie noch Sätze sprichwörtlich im Munde rumdrehen. Entweder sind Sie nicht satisfaktionsfähig oder bösartig. Ich vermute eine Mischung aus beidem.

                    Dass Ihnen das Gefühl von Demut als Atheistin unbekannt ist, verwundert mich nicht. Für jemanden, der keine Verantwortung für Mitmenschen trägt, scheint das ein unbekanntes Gefühl.

                    • Rauschi 22. März 2020, 17:51

                      Nur zum Abschluss, das Sie mal wieder überhaupt nicht auf meine Einwände eingehen ist erwartbar. Dafür aber wieder abstossender weise mich persönlich angehen, eigentlich auch.

                      Nein, Sie sind kein Christ auch wenn Sie sich so sehen. Christentum ist viel mehr als Ihre Moralapostelei, Nächstenliebe, Mitgefühl, Empathie, das alles sind Fremdwort für Sie, Vergebung und Schuldbewussein ebenso.
                      Ich bin
                      1) gläubiger Christ und
                      2) sehr wohl für Menschen verantwortlich.

                      Demut, bei Ihnen, wo könnte ich denn da ein Vorbild in Ihnen sehen, sie Übermensch, der alles weiss und damit unfehlbbar ist? Dabei ist das in Ihrer Religion doch nur ein einziger.
                      Abstossend, ein Christ würde sich nie so verhalten wie sie und permanent Menschen abwerten, das ist das sicherste Zeichen für das, was Sie nicht sind. Ein Christ würde auch nicht alles nur in Renditebegriffen messen, sondern an ganz anderen Werten.
                      Jesus hat mal Menschen ganz umsonst gespeist, obwohl die auch hätten vielleicht bezahlen können, das würden Sie Verschwendung nennen.

                    • Erwin Gabriel 23. März 2020, 08:19

                      @ Stefan Pietsch 22. März 2020, 15:05

                      Entweder sind Sie nicht satisfaktionsfähig oder bösartig. Ich vermute eine Mischung aus beidem.

                      Solche Beleidigungen tun nicht Not. Nicht bös sein: Wenn Sie den überlegenen Intellekt haben, den Sie (und ich) bei sich vermuten, kommen Sie auch ohne solche Ausfälle über die Runden. Diese Art zu diskutieren ist nur Streit um des Streitens willen. 🙁
                      Ich lese Sie viel lieber, wenn Sie sich ein wenig zurückhalten.

                    • Stefan Pietsch 23. März 2020, 11:44

                      Es bezog sich auf
                      [Ich habe dafür den Anfang gemacht, finde aber meine Vorwürfe im Artikel bestätigt.]
                      Sie finde Ihre Vorwürfe in Ihrem Artikel bestätigt? Wie jetzt, sie wollten eigentlich die von anderen bestätigen?

                      Das sind Einwürfe nicht mehr um zu argumentieren, sondern nur noch die Debatte auf Kindergartenniveau herunterzuziehen. Wenn jemand in solchen Sätzen angeblich nicht mehr versteht, was der andere meint, macht das jede Diskussion obsolet. Deswegen die harte Formulierung. Fragen Sie sich, wie Sie auf so etwas reagiert hätten.

                      Prinzipiell haben Sie recht und ich bin sehr scharf unterwegs, was damit zu tun hat, dass einige – auch Forenteilnehmer – noch immer zu glauben scheinen, das wäre alles ein großes Spiel und die Debatten aus dem Salon erfolgen. Das ist es nicht, es ist bitterer Ernst. Und wenn jemand nicht mal mehr versteht, dass es bei Formulierungen „es geht um die Existenz“ dies nicht allein physisch gemeint ist, fehlen mir auch die Worte oder es artet aus. Das ist einfach nur extreme Dummheit. Oder Bösartigkeit.

                      Da ich da angefasst bin, musste ich mich gestern schon selbst löschen und damit zensieren. Kommt auch vor. 🙂

                    • Rauschi 23. März 2020, 13:51

                      Und wenn jemand nicht mal mehr versteht, dass es bei Formulierungen „es geht um die Existenz“ dies nicht allein physisch gemeint ist, fehlen mir auch die Worte oder es artet aus. Das ist einfach nur extreme Dummheit. Oder Bösartigkeit.
                      OK, wenn sie immer noch nicht erklären könne, wo ich was hätte lesen können, wissen Sie es wohl auch nicht mehr. Die Krise wird weniger Krise, wenn Sie auf mich eindreschen? Echt jetzt? Na ja, wenn Ihnen das Befriedigung verschafft, nur zu.
                      Nur wenn Sie schreiben
                      [Nicht erst seit Beginn der Woche, als die Regierungen von Bund und Ländern einen weitgehenden Shutdown des öffentlichen Lebens verkündeten, kämpfen Millionen Menschen in Deutschland und Europa sprichwörtlich ums Überleben.]
                      dann muss ich doch nicht davon ausgehen, das Sie damit die Kurzarbeiter meinen, oder mögliche Arbeitslose, die Arbeitslosengeld bekommen. Dann wären die auch früher schon davon bedroht gewesen und da habe ich noch nie etwas dazu gelesen. Da war auch der Hartz Satz fast schon zu üppig.
                      Sie erwarten doch wohl nicht, das ich Ihnen abkaufe, das Sie sich jetzt um diese Menschen sorgen? Warum erst jetzt, wenn überhaupt.
                      Natürlich sind Unternehmen massiv bedroht, das bestreitet keiner, aber was Sie gemacht haben, ist der Panikmodus.

                  • Rauschi 23. März 2020, 09:33

                    @Erwin Gabriel
                    Solche Beleidigungen tun nicht Not. Nicht bös sein: Wenn Sie den überlegenen Intellekt haben, den Sie (und ich) bei sich vermuten, kommen Sie auch ohne solche Ausfälle über die Runden.
                    Auch wenn es Ihnen nicht auffallen sollte, Sie beleidigen mich gerade genau so, indem Sie die angebliche Überlegenheit seines Intellektes über meinen bestätigen. Nur mal so.
                    Die Beleidigungen von Herr Pietsch darf man auch mies finden, weil Seine Unterstellungen falsch sind, oder seine Aussagen schlicht nicht stimmen, ich habe nichts umgedreht, auch das ist wieder nur unterstellt.
                    Sogar ein einfacher Geist kommt ohne Beleidgungen aus, wenn er will, ich verstehe den Tenor hinter ihrer Aussage gerade nicht.
                    Wer hier boshaft ist, das dürfen Sie gerne beurteilen, aber vielleicht nicht so wie oben.

                    • Erwin Gabriel 25. März 2020, 19:10

                      @ Rauschi 23. März 2020, 09:33

                      Auch wenn es Ihnen nicht auffallen sollte, Sie beleidigen mich gerade genau so, indem Sie die angebliche Überlegenheit seines Intellektes über meinen bestätigen. Nur mal so.

                      … ich verstehe den Tenor hinter ihrer Aussage gerade nicht.

                      Ich habe mich nur auf Stefan P. bezogen, nicht auf Sie.

                      Ich schätze den Intellekt von Stefan P. durchaus als überdurchschnittlich ein, habe ihn aber nicht über Ihren Intellekt gestellt (übrigens auch nicht über meinen oder den einer bestimmten anderen Person).

        • sol1 22. März 2020, 14:17

          „Aber was soll jemand wie Sie machen: In Love with the State.“

          Diese idiotische Unterstellung bestätigt mich nur in meiner Entscheidung, nicht weiterzulesen.

  • Ariane 22. März 2020, 00:49

    Also. Stefan hats ja schon geschrieben und wir kennen ja auch deine Rhetorik, aber finde auch gerade in so einer Ausnahmekrise wirkt das noch schwerer erträglich als sonst. Und widerspricht auch komplett meiner Erfahrung und Einschätzung.

    Denn dummerweise sitze ich auch plötzlich an der Front und mein easypeasy-Bürojob ist irgendwie zur Telefonseelsorge-Coronahilfshotline geworden. Und ja, Whatever it takes ist genau die richtige Aussage, die wiederhole ich mittlerweile 100x täglich, weil hier überall die blanke Existenzangst ausgebrochen ist. Die Geschenkebranche ist auf Schlag tot, da geht gar nix mehr. Läden zu und was noch auf hat, hat keine Zeit für Schnickschnack. Wir arbeiten mit selbständigen Handelsvertretern, da ist der ganze Verdienst auch auf Schlag weg und die haben kein Sicherheitsnetz außer Hartz-IV. Und die Herstellerebene kann natürlich auch sofort den Betrieb einstellen.
    Und das ist ja kein Einzelfall, das passiert gerade auf allen Ebenen. Jeder Ort an der Küste lebt hauptsächlich vom Tourismus, alle selbst Schuhläden, Immobilienmakler, alle und die schmeißen seit Tagen sämtliche Touris auf dem Land. Der Schaden ist gar nicht erfassbar. Und das ist ja erst der Anfang, selbst die offenen Betriebe sind in zwei Wochen alle dicht, das läuft sich von selbst tot. Dann haben wir wirklich nur noch die systemrelevanten Grundlagen. Ich glaube, bisher hat fast niemand das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Katastrophe erfasst, weil es so gewaltig ist. Und wenn ich selbst mal kurz jammern darf: das gilt auch für mich persönlich, wir bauen gerade ein Haus, mein Mann ist nächste Woche in Kurzarbeit, ich hab hier mit nem Minigehalt gerade noch den sichersten Job der Welt und der ist in ner toten Branche auch nicht mehr lange da. Und hey, von Gesundheitspandemiepanik noch gar nicht geredet. Und ich bin ja kein Einzelfall, das läuft gerade in 25 Millionen Haushalten mindestens ab.

    Zweitens: zumindest auf Polizei, Finanzamt, Verwaltungsebene hab ich ja ein bisschen persönliche Einblicke. Und irgendwelche Krankmeldungen sind nicht das Problem. Die werden gerade zwangsweise irgendwie reduziert und arbeiten alle streng getrennt und in Schichten, weil es eine Katastrophe wäre, wenn ein ganzes Finanzamt oder Polizeidienststelle komplett ausfällt.
    Und das, was ich so mitkriege ist ein Ausmaß an Improvisation und blitzschneller Unbürokratie, das mir größten Respekt einflößt. Das dauert selbst in Ausnahmezustandskrisenmodus ewig, bis irgendwelche Anweisungen im kleinen Finanzamt landet, wenn die Regierung kurz mal „whatever it takes“ in die Mikrofone erzählt. Ich weiß gar nicht, ob es da offizielle Anweisungen für gab, aber so wie es aussieht, winken alle Stellen erstmal alles durch, was geht. Stundung von KV-Beiträgen, Steuervorrauszahlungen, Reduzierung von Abtrags-/Versicherungsleistungen also das hat hier wirklich oft schnell geklappt, obwohl die Stellen logischerweise alle brutal überlastet sind (und eben nur noch zu 50% besetzt).
    Ich glaub gar nicht, dass es da überall offizielle Anweisungen für gab, aber ist ja logisch, dass hier zuerst die Kosten reduziert werden müssen/können. Also wenn man sich sonst im Bürokratiewirrwarr aufhält, ist man gerade höchst überrascht, überall nur ein „Ja natürlich, machen wir sofort“ zu hören. ^^
    Und das zieht sich ja immer weiter, die Politik eilt sich ja hinterher zu kommen, indem sie Prüfungen bei Hartz-IV aussetzt, Mieträumungen erstmal blockiert usw. Das wird noch viel mehr werden. Wie gesagt, da geht gerade 75% der Wirtschaft den Bach runter.

    Und natürlich ist das alles nicht durchdacht oder irgendwas. Das sind gerade die größten Notfallmaßnahmen der Welt, da sind sämtliche normalen Mechanismen außer Kraft gesetzt. Wenn man nicht Millionär ist oder einen Megakonzern hat, geht jeder pleite, wenn der Umsatz auf Schlag auf Null ist, nach einem Monat ist alles weg. Es MUSS erstmal nur darum gehen, das alles für später irgendwann dazubehalten, damit es auch weitergehen kann. Und diese Notfallmaßnahmen sind schon eine Mammutaufgabe, weil das eben weitere Kreise zieht. Sagst du ja auch.

    Das sind Zahlen, die nur ein gesunder öffentlicher Haushalt stemmen kann. Spätestens in diesen Tagen hat sich die Frage nach der Notwendigkeit der Schuldenbremse erledigt. Und genauso wie sie ein Jahrzehnt lang notwendig war, muss sie heute aufgehoben werden. Es geht nicht anders.

    Jep. Obwohl es vermutlich schon fast egal ist, ob man einen gesunden Haushalt hat oder nicht, auch Italien muss alles reinbuttern was geht. Man muss erstmal mit den ganzen Notfallmaßnahmen (und ich hab die gesundheitliche Krise jetzt mal bewusst eher ausgespart) hinterher und echt, meinetwegen retten wir auch erstmal Vapiano und gucken, ob wir uns das Geld in einem Jahr zurückholen können. Da ist weder Zeit noch Kapazität, mit Einzelfallprüfungen anzufangen.

    Ich hab noch nicht die leiseste Vorstellung, was dann kommt. Am Ende logischerweise hat sich das hochgezogen bis zu den Banken, die dann wiederum bei den Staaten vorstellig werden müssen. Und das sind ja nicht wir, sondern auch alle gleichzeitig. Selbst die Staatsschulden werden dann vermutlich ein bisschen egal, weil das denn FED und EZB wegverwalten müssen. Keine Ahnung, vielleicht verkünden wir in ein, zwei Jahren einfach einen generellen Schuldenreset und setzen alles auf Null oder sowas. Hier steht noch Graebers Buch „Schulden – die ersten 5000 Jahre“ rum, sollte ich mal wieder reingucken.
    Die normalen Überlegungen – haben wir beide ja schon festgestellt – ob man Angebots- oder Nachfragepolitik gutfindet, sind gerade hinfällig geworden. Wir müssen ganz neu überlegen, wie wir mit diesem Ausnahmezustand umgehen.

    • Stefan Pietsch 22. März 2020, 02:43

      Wir können gerne die Probe aufs Exempel machen.

      Die Kernaussagen:
      1) Olaf Scholz und Peter Altmaier erklären am vergangenen Mittwoch, die Details des KfW-Programms wären an die Banken raus. Erklärungen von Postbank, Commerzbank und VR am Freitag, bisher wäre nichts durchgereicht. Wer lügt? Das ist die harte Formulierung, die ich eigentlich nicht verwende, aber bitte. Die Politik? Die Banken? Oder ist es einfach so, dass die Beamten ein Standardprogramm eben nicht binnen Wochen (!) aufzulegen wissen?

      2) Vor zwei Wochen, also Anfang März, wurden die neuen Kurzarbeitergeld-Regeln verkündet. Bis heute, Du kannst es auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit nachlesen, gilt die alte Regelung. Die Neue mit Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge gilt erst ab April. Wer lügt? Politik? Oder Bundesagentur für Arbeit?

      3) Die Krankenkassen stunden derzeit nicht. Deine Behauptung ist falsch. Ich habe an die meisten Kassen gebeten. Standardaussage: Können wir derzeit formal nicht machen, wir warten. Mindestens eine Woche lang ist der Dachverband nicht fähig, eine einfache Anweisung herauszugeben, die Rechtssicherheit schaffen würde. Nimm‘ bitte die rosarote Brille ab.

      4) Laut Steuerzahlerbund (Link kann ich bieten, aber bitte nicht zu dieser Stunde) prüfen die Finanzämter turnusgemäß das alte Jahr ab Anfang März. Wir haben Ende März und die Finanzverwaltung Hessen ist bisher nicht in der Lage, die Steuerbescheide für 2019 rauszuschicken. Die frühesten Auszahlungen kommen Anfang April. Irgendjemand hat da irgendetwas nicht verstanden.

      5) Ein Vertreter der Postbank sagte mir am Freitag off the record, die Politik sei nicht besonders clever, die Ausgabe der Kredite ausgerechnet über die Banken abwickeln zu wollen. Wie kommen Politiker auf die Idee, eine Bank würde einem Unternehmen, dem sie unter normalen Umständen die Linien bestenfalls geringfügig erhöhen würde, in einer existenziellen Krise deutlich ausweiten, weil der Staat 80% zahlt – aber nur, wenn das Unternehmen nicht zu schnell insolvent geht, sonst liegt das Risiko bei der Bank. Das ist Wahnsinn, Ariane!

      6) Die Bundeskanzlerin trat am Montag vor die Kameras und verkündete die Schließung der Läden. Die „Richtlinie“ der Bundesregierung war detailliert und ausreichend für Juristen. Doch erst am Dienstag Abend, den 17.03.2020, gingen die Länder mit den Verordnungen live, Geltung ab 18.03. bis einschließlich 19.04.2020. Das ist dokumentiert, Ariane! Was macht ein gesetzestreuer Bürger, der sich dazu noch verantwortlich gegenüber Unternehmen, Eigentümern und Belegschaft verhalten will? Fragezeichen, Fragezeichen, Fragezeichen.

      Das sind die Fakten. Und es gibt nur zwei plausible Erklärungen: Die Politik weiß nicht, was die von ihr beaufsichtigte Bürokratie leisten kann. Oder, die Bürokratie ist gerade in diesen Tagen besonders wenig leistungsfähig. Das ist meine These. Ansonsten bist Du bei „Lügen“ und das möchte ich nicht verwenden.

      Wenn die letzte Auskunft richtig ist, wird Geld, wenn überhaupt, erst Mitte April fließen. Forget it! Ich frage mich halt, warum die Verwaltung für Standardinstrumente (!) Wochen, ja Monate benötigt, von richtig justieren haben wir da noch nicht gesprochen.

      Tatsächlich besteht noch ein grundsätzliches Problem: aus guten (!) Gründen ist die Verwaltung getrimmt, öffentliches Geld nicht gegen stichhaltige Dokumente, Versicherungen und nur mit Bonität zu vergeben. Aus dieser Denke, so die Anweisung der Politik, müsste die Verwaltung raus, doch das würde einen Typus Mensch erfordern, der ja aus eben guten Gründen bei der öffentlichen Verwaltung nicht gut gelitten ist. Auch zu Zeiten von AIDS wurden notorische Fremdgeher nicht über Nacht zu Pantoffelhelden, falls Du den Vergleich verstehst. Folglich bleibt nur das Raushauen um (fast) jeden Preis mit dem enormen Risiko von großen Verwerfungen und Mitnahmeeffekten. Doch wenn die Mittel nicht in den nächsten 2 Wochen fließen, brauchen wir uns eben darum keine Gedanken mehr zu machen.

      Whatever it takes!

      Ich arbeite derzeit erweitert im E-Commerce, da es meine Profession so mit sich bringt, wechselt das immer wieder. Ich kenne also sehr viele Branchen und Unternehmen. Und vor allem: deren Finanzlage. Der Staat spielt momentan für Insider Harakiri. Und das werden einige sicher nicht vergessen.

    • Stefan Pietsch 22. März 2020, 03:06

      Ich trage Verantwortung für verdammt viele Menschen und dazu noch Kapital. Und das neben der Familie. Der Eigentümer fällt gerade aus, weil die Orientierung verloren. Da bereits am Freitag zu vermuten war, dass Ausgangssperren drohen (danke liebe Jugend und sonstige Spinner), habe ich die Maßnahmen für den absoluten Notdienst eingeleitet. Dazu wollte ich in der täglichen Lagebesprechung mit dem Eigentümer abstimmen, dass im Falle aller Fälle der Notdienst außerhalb des Büros in Kraft gesetzt wird. Reaktion des Eigentümers, um dessen Vermögen es immerhin geht:

      Ach nee, das sollte ich mir aufheben.

      Gut, Du hast mich überredet: die Antwort war „Na ja, am Wochenende arbeiten wir normalerweise nicht.“ Mein Konter: „Diesmal schon, Herr ….“. Da fallen mir nur noch drastische Ausdrücke ein und das möchte ich bekanntlich nicht. Aber unsere Gesellschaft wird nicht von allen Unternehmern, Managern, Politikern, Staatsdienern, Ärzten, Verkäuferinnen getragen. Wir sollten genau hinschauen, wer in diesen Tagen zusammenklappt und wer an Deck steht und im Maschinenraum wirklich werkelt.

      Und ich merke mir die Leute.

      Italien kann sich die deutsche Bazooka nicht leisten, es sei denn, das Geld kommt von der EZB. Doch irgendwann gibt es ein Leben nach der Krise, liebe Ariane. Je großer die Verwerfungen in der Krise waren und je weniger krisenfest das Schiff, desto eher gibt es danach Schiffbruch. Nichts ist umsonst, irgendwann sollte diese Lehre in die Köpfe.

      Also vergessen wir in diesen Tagen all unsere politischen Weisheiten. Sie taugen nichts. Für niemanden. Und ich habe deutlich gemacht, wo ich überall meine Positionen über Bord geworfen habe. Soweit waren die meisten hier im Blog in den vergangenen Tagen nicht. Enorm viele Rechthaber waren unterwegs und das hat mir nicht gefallen. Du bist wie immer ausgenommen. 🙂

      Bleib‘ gesund!

      • Ariane 22. März 2020, 23:03

        Ich versteh dich total! Aber ich denke, keiner lügt.
        Denn wie du so schön geschrieben hast:
        Das ist Wahnsinn, Ariane!

        Eben. Und der totale Wahnsinn ist auf jeder Ebene gleichzeitig ausgebrochen. Also rennen alle panisch los und wissen nicht, welches Feuer sie zuerst austreten sollen oder lösen damit wieder andere Feuer aus. Dazu – und wie gesagt ich denke, das gilt ausnahmslos – stehen alle unter psychischen Schock, also knallen auch noch alle gleichzeitig auf unterschiedliche Weise durch. Womit sie die anderen dann erst recht wieder in psychische oder reale Nöte bringen (wie mit deinem Eigentümer).
        Das mit dem Homeoffice und Krams ist Quatsch, hätte mir gewünscht die Kanzlerin hätte für jeden, der nicht absolut unverzichtbar ist, Zwangsferien bis nach Ostern angeordnet. Ist doch total verrückt, wir sitzen in der Pandemie-Apokalypse, aber Bauarbeiter und Immobilienmakler und solche Leute sollen weitermachen und Stefan S. soll gleichzeitig seine Kinder betreuen und per Homeoffice Geschichtsunterricht anbieten. Passiert ja erstmal nicht, aber womöglich während draußen die Armee patrouilliert und die Ausgangssperre verkündet. Das ist Wahnsinn.

        Wir sollten genau hinschauen, wer in diesen Tagen zusammenklappt und wer an Deck steht und im Maschinenraum wirklich werkelt.

        Total verständlich, aber warte mal, wer sich bis nächste Woche vielleicht wieder erholt hat. Wie gesagt, knallen ja alle irgendwie durch.
        Mit der Krankenkasse hattest du recht, das war hier Reset auf Mindestbeitrag, also als Soloselbständiger ist eher das größte Problem, durchzukommen, weil die Stellen total überrannt (aus der Distanz natürlich^^) werden. Ich verhandle auch nicht selbst, sondern bin hier eher die, die versucht herauszufinden, was wo überhaupt gilt (auch total unmöglich grad eigentlich).

        Um mal im Bild zu bleiben: Während du dich auf dem Oberdeck durch den Wahnsinn wühlst, werkel ich unten im Maschinenraum herum und stecke auch bis zum Hals im Chaos. Zur Not könnten wir ein super Team bilden, du machst die Verhandlungen, ich versuche herauszufinden, was überhaupt los ist.
        Ist ja auch total paradox, ich „arbeite“ in dem Sinne ja gar nicht mehr, aber man kann ja nichts auf Schlag stilllegen. Und ich war am Montag wirklich erleichtert, als das mit den Ladenschließungen kam. Dann konnte ich zumindest die Einzelhändler erstma ihrem traurigem Schicksal überlassen. Und im unteren Maschinenraum hat man dann das private Chaos, zwischendurch zur Kinderbetreuung düsen, telefonisch nachhören, wie Omas Hilfen organisiert werden, auch privat sauviel zu besprechen. Weil eben von oben bis unten alles neu organisiert werden muss und kein Schwein weiß, wie.

        Mein Vater ist ja Finanzbeamter, die hatten vor einer Woche schon Anweisung, alle Privatkontakte einzustellen, möglichst viel Homeoffice und Notdienst. Ne Pandemie ist echt fies, kannst ja nicht mal sowas wie eine Generalmobilmachung starten. Und dann fallen erstmal zig Leute wegen Sonderurlaub/Schulschließung aus. Die haben sich jetzt aufgeteilt und sitzen mit wenigen Leuten im Amt für Papiersachen und Telefondienst, während die anderen mit Spezial-Laptop (weil: kannst ja nicht von zu Haus mal eben auf das Finanzsystem des Staates zugreifen wegen Sicherheit) versuchen was zu dokumentieren. Gott sei Dank ist er auch für Soloselbständige zuständig und kann mich mit Tips versorgen, die winken aber eh grad nur die Einkommensteuervorauszahlung auf Null durch. Und ja, selbst so ein Durchwinken ist eigentlich zu langsam.

        Und dummerweise ist er ja noch Kommunalpolitiker in Damp. Der ganze Ort besteht nur aus Hotels und riesigen Reha-Einrichtungen (meistens für Orthopädie). Der muss also von heute auf morgen zwangsevakuiert werden, ein Glück dass das ganze nicht im August passiert. Aber SH ist echt schnell, da sitzen die 50 Einheimischen schon allein rum und sie fangen an, leichtere Fälle aus den Kreiskrankenhäusern dahin zu verlegen.

        Also so eine Pandemie ist echt ne fiese Nummer. Wir haben vermutlich wirklich Glück, dass wir gesundheitlich noch Zeit für die Vorbereitung haben, weil wir erstmal die Folgekrisen wegräumen müssen. Und den Schock verdauen. Geht mir auch so, ich werkel am Tag rum und krieg abends einen Rappel und schwanke zwischen Heulen und hysterischen Lachanfällen, weil sämtliche Probleme und Routinen plötzlich lächerlich absurd sind.

        Whatever it Takes, es herrscht Chaos, aber alle versuchen, irgendwie hinterher zu kommen und die nächsten Feuer auszutreten. Und nicht im ungünstigem Moment durchzuknallen. 😉

        Bleib‘ gesund!
        Da wir uns ja lange kennen und mögen, würde ich dir sogar das persönlichere „Pass auf dich auf!“ anbieten 😉

        • Stefan Pietsch 23. März 2020, 12:37

          Ich versteh dich total! Aber ich denke, keiner lügt.

          Damit bestätigst Du die Aussagen des Artikels, die Stefan zu scharf formuliert sah. Allein darum ging es mir. Ja, ich stimme Dir absolut zu.

          Da wir uns ja lange kennen und mögen, würde ich dir sogar das persönlichere „Pass auf dich auf!“ anbieten.

          Das ist so. 😉

    • Stefan Sasse 22. März 2020, 09:45

      Lastenausgleichsgesetz 2.0

      • Ariane 22. März 2020, 23:24

        Ja bitte. Aber die größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg wird auch im Nachhinein vermutlich ähnlich gelöst werden.
        Wenn jemand Hans Werner Sinn steckt, dass viele Staaten die Kriegsschulden weginflationiert haben, gibts noch mehr verrückte Artikel.

        Hier läuft eh immer der gleiche Dialog:
        X: Wir gehen alle pleite
        Ich: Whatever it takes, der Staat haut alle raus.
        X: Aber wo soll der denn das Geld hernehmen?
        Ich: Das sind Staaten, die zaubern das notfalls herbei, die können das.

        So einfach wirds auch nicht, aber da gibts andere Möglichkeiten als auf den unteren Ebenen. Ist eigentlich auch gerade das kleinste Problem, für Normalbürger zumindest. Aber die faz ist zwischendurch eine Goldgrube, wenn die sich über sowas anfangen Gedanken zu machen. Da hab ich jedenfalls was zu lachen, bzw lachweinen.

  • Ariane 22. März 2020, 01:50

    Italien schließt jetzt alle nicht lebensnotwendigen Betriebe. (wäre wirtschaftlich noch brutaler, aber ich hätte auch in Deutschland lieber damit angefangen als mit Ausgangssperre)

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/coronavirus-italien-ordnet-schliessung-nicht-lebenswichtiger-unternehmen-an-a-135b795a-c0a9-4d95-ae40-d361468bfaf4

    Die Regierung habe entschieden, landesweit jegliche Produktion einzustellen, „die nicht ausdrücklich notwendig, entscheidend, unverzichtbar ist, um unsere grundlegenden Waren und Dienstleistungen sicherzustellen“

    Wahnsinn. Gut, die machen jetzt natürlich mehr. Aber gibts Statistiken, an denen man halbwegs abschätzen kann, wieviel % die absolut notwendigen Wirtschaftszweige gesamt haben? Das ist doch gerade in Europa überall bestimmt extrem gering, irgendwo im Promillebereich oder so?

    • Stefan Pietsch 22. März 2020, 10:37

      Du solltest Jan Fleischhauers Kommentar lesen. Da sind möglicherweise funktionierende Alternativen genannt.

      • Ariane 23. März 2020, 00:15

        Nein, ich gucke mir nicht erst ein Video vom Focus an, um einen Artikel von Fleischhauer zu lesen. Stefan, ich bin immer noch Linke, da reg ich mich bestimmt eh nur wieder drüber auf 😀

        • Stefan Pietsch 23. März 2020, 12:24

          Das ist lustig, echt! Ich mag Fleischhauer wegen seines Humors, nicht, weil er mir nach dem Munde redet. Die Bundesregierung lässt Menschen aus Hochinfektionsgebieten wie Iran und rückkehrende Touristen aus Ägypten einfach ins Land, ohne sie unter Quarantäne zu stellen, schließt aber die Grenzen zu Österreich. So ganz passen die Dinge nicht.

          • Ariane 23. März 2020, 13:39

            Ja. Fürchte wirklich, es haben alle ein bisschen den Kopf verloren.
            Wir hier oben haben das mit Kreuzfahrtschiffen, da kamen letztes Wochenende, als hier schon alles dichtgemacht wurde, zwei an, die wurden ungetestet geleert, in Busse gepfercht und zu „ihren Weiterreisemöglichkeiten“ gebracht. Da reicht ja ein Infizierter, um ganz Deutschland nochmal anzustecken.
            Man schaffts ja nicht mehr, das richtig weiterzuverfolgen, aber wenn ich das richtig verstanden hab, strebt gerade jedes Kreuzfahrtschiff auf der Welt die Heimathäfen an und das sind oft Hamburg und Kiel.
            Da kann man grad nur hoffen, dass irgendwo noch zwei Leute sitzen, die sich um sowas kümmern und Gedanken machen.

  • Rauschi 22. März 2020, 09:12

    Nicht erst seit Beginn der Woche, als die Regierungen von Bund und Ländern einen weitgehenden Shutdown des öffentlichen Lebens verkündeten, kämpfen Millionen Menschen in Deutschland und Europa sprichwörtlich ums Überleben.
    Wollen Sie Panik verbreiten? Es sind weltweit insgesamt 307.280, das ist noch weit weg von Millionen.
    Nach Johns Hopkins Universität:
    https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

    Zu den vermeintlich viele Beamten, die sich krankmelden (in welcher Statistik wird denn da überhaupt zwischen Sesselbematen und dem Rest unterschieden?) haben Sie doch sicher eine seriöse Primärquelle?
    Im Netz ist nichts zu finden.

    • Stefan Pietsch 22. März 2020, 10:08

      Ich habe die Tage zahlreiche Mitarbeiter auf Kurzarbeit Null gesetzt, einige davon Singles. Weiter sind geringfügig Beschäftigte betroffen. Die kämpfen auch ohne Infektion um ihre wirtschaftliche Existenz. Gott, Ihr Niveau ist unterirdisch. Muss es nicht sein, selbst wenn man angeblich bei einem öffentlichen Institut abgesichert ist.

      • Rauschi 22. März 2020, 10:45

        Wie bitte,
        ich frage nach Quellen und belege, das Sie masslos übertreiben und was kommt von Ihnen?
        Ein Vorwurf an mein Niveau? OK, Sie haben sich selbst ins Knie geschossen, mehr brauche ich dazu nicht zu sagen, wirklich nicht, das ist widerlich.

        • Stefan Pietsch 22. März 2020, 11:26

          Es ist im Artikel ausgeführt, dass es um einen Kampf um Gesundheit und wirtschaftliche Existenz geht. Ich kann von einem Kommentator verlangen, den Artikel, den er kommentieren will, zuvor gelesen und verstanden zu haben. Gibt es Verständnisprobleme, hilft Nachfragen. Aber die Position des Artikels ist eineindeutig: De Staat muss es rausreißen.

          Tut er es nicht, versagt er in seinen Grundfesten.

          • Rauschi 22. März 2020, 14:01

            ch kann von einem Kommentator verlangen, den Artikel, den er kommentieren will, zuvor gelesen und verstanden zu haben.
            Ach so, mit Ihrer Brille lese ich die richtigen Zahlen und finde nicht vorhandene Links?
            Oder überlese die unbelegeten Aussagen?
            Oder was?
            Was Sie verlangen können, ist gar nichts, nichts!
            Was ich verlanbg, sind Quellen und korrekte Zahlen, sie schreiben den Artikelm nicht die Kommentatoren.

            Mehr als abstossend, was Sie hier schreiben.
            Wer hier wo versagt, brauche ich nicht zu schreiben, das erkennt jeder selbst.

            • Stefan Pietsch 22. März 2020, 15:03

              Welche Quellen? Welche Zahlen? Aktuell rechnet die Bundesregierung mit 10 Millionen Erwerbstätigen im Kurzarbeitergeld. Was soll ich Ihnen das verlinken, wo Sie ja offensichtlich nicht begreifen, dass das Rückfallen auf die Höhe des Arbeitslosengeldes für viele Menschen existenzgefährdende Ausmaße besitzt – ganz zu schweigen von geringfügig Beschäftigen und Freelancern. Sie reden nur immer „sozial“, aber Sie wissen nicht, was das bedeutet.

              • Rauschi 22. März 2020, 17:40

                Was soll ich Ihnen das verlinken, wo Sie ja offensichtlich nicht begreifen, dass das Rückfallen auf die Höhe des Arbeitslosengeldes für viele Menschen existenzgefährdende Ausmaße besitzt – ganz zu schweigen von geringfügig Beschäftigen und Freelancern.
                Bitte was? Sie finden Hartz IV stets zu hoch, aber jetzt ist das Arbeitslosengeld so niedrig, das der Tod droht?
                Echt jetzt? Auch die beiden letzten haben Anspruch auf Grundsicherung, das ist ja keine Versicherungsleistung, newa.
                [ ALG II und Selbstständigkeit
                Arbeitslosengeld-II-Empfänger dürfen selbstständig tätig sein. Umgekehrt können hilfsbedürftige Selbstständige ALG II erhalten. Was ist dabei zu beachten und was bleibt unterm Strich übrig?
                vorausgesetzt, fallen auch Selbstständige unter das SGB II. Das heißt: Hartz 4 Empfänger dürfen gewerblich oder freiberuflich tätig sein. Das ist sogar ausdrücklich erwünscht, da eine (Neben-)tätigkeit erfahrungsgemäß die Chance der vollständigen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erhöht. Eine Arbeitszeit-Obergrenze gibt es im SGB II nicht.]
                https://www.hartz-4-empfaenger.de/alg2-und-selbststaendigkeit

                Quellen für die Unmengen Krankschreibungen bei Beamten habe Sie immer noch keine geliefert.

                • Stefan Pietsch 22. März 2020, 20:05

                  Die wenigsten Menschen bauen ihr Leben auf Hartz-IV-Leistungen auf – und brauchen es auch nicht. Es geht um Menschen, die Jahre, Jahrzehnte ordentlich gearbeitet und nebenbei auch entsprechende Ausgaben haben. Und wer nur 1.200 – 1.500 Euro verdient, hat im Arbeitslosengeld (Beitragsleistung) nicht mehr als ein Sozialhilfeempfänger. Das sind extreme Härten.

                  Quellen für die Unmengen Krankschreibungen bei Beamten habe Sie immer noch keine geliefert.

                  Muss ich das? Die haben nicht einmal die Ämter, schließlich läuft der Monat noch. Mann, Mann, Mann. Ich sehe das Ergebnis und die Begründung dafür. Das reicht vorerst.

                  • Rauschi 22. März 2020, 23:10

                    Und wer nur 1.200 – 1.500 Euro verdient, hat im Arbeitslosengeld (Beitragsleistung) nicht mehr als ein Sozialhilfeempfänger. Das sind extreme Härten.
                    Härten, aber doch nicht vom Tode bedroht, muss ich Ihnen den Unterschied erklären?

                    Die haben nicht einmal die Ämter, schließlich läuft der Monat noch. Mann, Mann, Mann. Ich sehe das Ergebnis und die Begründung dafür. Das reicht vorerst.
                    OK, wir halten fest, Sie haben sich die Aussagen aus den Finger gesogen und kein Fundament dafür. Alles klar, wir gewohnt, die Darstellung wir den Vorurteilen angepasst und Dinge einfahc erfunden.

                    Aber die Position des Artikels ist eineindeutig: Der Staat muss es rausreißen.

                    Tut er es nicht, versagt er in seinen Grundfesten.
                    Aha, und was ist dann zu tun? Den Staat abschaffen oder reformieren, damit der bei der nächsten Pandemie wie gewünscht funktioniert? Oder den Markt machen lassen oder was?
                    Welche Konsequenz sollte die Festellung eines Versagen haben?

                    • Stefan Pietsch 23. März 2020, 12:33

                      Es ging um wirtschaftliche Existenz. Steht im Artikel, lesen, Rauschi!

                      Ein Finanzamt im Main-Kinzig-Kreis hat den Sachstand heute wieder bestätigt. Kann auch sein, dass ich einfach Pech mit meinen Amtsgerichten und Finanzämtern habe. Könnten Sie mal ’ne Umfrage machen?

                      Den Staat besser machen? Das wird eine wichtige Aufgabe nach der Krise sein. Berufsbeamtentum abschaffen, Pensions- und private Krankenversicherung auf Staatskosten abschaffen, um Staatsdiener nicht so träge zu machen und vor allem auch solche Menschen anzusprechen, denen es nicht in erster Linie um die eigene Versorgung geht. Staatsdiener im besten Sinne zu schaffen. Die Ansprüche an den Staat herunterfahren. Er muss nicht Autobahnabschnitte bauen, für die er keine Bauingenieure hat. Und die Krankenkassen müssen keine Globuli bezahlen, nur weil einige das gut finden. Reduzieren auf das, was notwendig ist und nicht erweitern auf das, was schön wäre.

                    • Rauschi 23. März 2020, 14:07

                      Es ging um wirtschaftliche Existenz. Steht im Artikel, lesen, Rauschi!
                      Überleben steht da überleben, nicht Existenz sichern. Das steht da, ich habe es gelesen.

                      Ein Finanzamt im Main-Kinzig-Kreis hat den Sachstand heute wieder bestätigt. Kann auch sein, dass ich einfach Pech mit meinen Amtsgerichten und Finanzämtern habe. Könnten Sie mal ’ne Umfrage machen?
                      Ich soll eine Umfrage machen, um Ihre Aussage zu bestätigen? Klar, was auch sonst. Dann machen Sie die Umfrage bei allen andern normalen Unternehmen, ob da weniger Leute fehlen. Würde mich wundern.

                      Berufsbeamtentum abschaffen, Pensions- und private Krankenversicherung auf Staatskosten abschaffen, um Staatsdiener nicht so träge zu machen und vor allem auch solche Menschen anzusprechen, denen es nicht in erster Linie um die eigene Versorgung geht.
                      Ach so, die sind da, weil die von Ihrem Einkommen leben wollen, das ist ja die Höhe. Machen andere Mitarbeiter in der freien Wirtschaft ganz sicher nicht, die machen das als Hobby, nur so for fun.
                      Es gibt kaum noch Beamte und wo es die gibt, ist es sinnvoll, oder wollen Sie das bei der Polizei abschaffen?
                      Private Krankenversicherungen abschaffen , seit wann ist denn das angesagt? Eben war doch der Staat mit den vielen Aufgaben überfordert?
                      Was die „richtigen Leute“ angeht, die einen Beruf ausüben, das sieht man im Pflegebereich. Alle, die da sind, machen das nur noch, weil es Ihnen am Herzen liegt und werden deswegen masslos ausgebeutet. Unterbezahlt und überlastet, das wollen Sie jetzt für Alle? Na Prost Mahlzeit.

                      Reduzieren auf das, was notwendig ist und nicht erweitern auf das, was schön wäre.
                      Wenn überhaupt, wäre das eine Frage an die Bevölkerung, was die sinnvoll und notwendig finden im Zusammenspiel mit den Fachleuten. Aber auf gar keinen Fall die Entscheidung eines sehr gut betuchten Anwaltes, soviel sollte Ihnen die Demokratie schon wert sein.

                    • Stefan Pietsch 23. März 2020, 14:31

                      Welcher „Fachmann“ könnte darüber befinden, wie viel Staat notwendig wäre? Es ist ja nicht unsinnig, auf die Wissenschaft zu hören. Nur manchmal enden solche Verweise im Unsinn. Nur seien Sie beruhigt: solche Fragen werden nach der Krise an Aktualität gewinnen.

                    • Rauschi 24. März 2020, 09:22

                      Welcher „Fachmann“ könnte darüber befinden, wie viel Staat notwendig wäre? Es ist ja nicht unsinnig, auf die Wissenschaft zu hören.
                      Gar kein Fachmann, sondern der Souverän, wer denn sonst? Sind wir eine Demokratie oder nicht? Die Wissenschaft? Wer soll das sein? Die kann beurteilen, wieviel Staat notwendig ist? Nicht der Bürger als Nachfrager?
                      Gibt es die eine Stimme der Wissenschaft? Wozu nochmal haben wir Wahlen, wenn die Entscheidungen doch von einer ganz anderen Seite kommen? Wozu haben wir Parteien, wenn die Fachleute so eindeutig sind?

  • Rauschi 22. März 2020, 09:22

    Ach ja, die einzige Lehre aus diesem Artiekl kann ja nur sein, überlassen wird das Krisenmanagment dem Markt. Der wird es schon richten, so ein Staat ist dazu nicht in der Lage.
    Doch, total sachlich und aufklärend, das ganze, darauf haben allle gewartet.

  • Rauschi 22. März 2020, 09:31

    Was viele junge Leute veranstalten, lässt an ihrem Geisteszustand und Verantwortungsgefühl zweifeln. Die Kids, die monatelang auf die Straße gegangen sind, um gegen Klimawandel und Weltuntergang zu demonstrieren, die fleißig in Schuldzuweisungen an ganze Generationen waren, veranstalten Corona-Partys um erst sich und danach möglichst viele Mitmenschen mit dem tödlichen Virus zu infizieren. Angesichts der bekannten Informationen kann man dabei Tötungsabsichten unterstellen.
    Hatten Sie Mengenlehre in der Schule? Die gehören zwar alle zur Menge der jungen Menschen, aber ich möchte wetten, bei den Party- Feierern und den FfF gibt es nicht mal eine Schnittmenge.
    Dieses undiffernezierte Bashing gegen die Menschen, für die war das System erhalten wollen, finde ich mittlerweile nur noch spooky.
    Nein, Tötungsabsicht, wenn überhaupt, nur, wenn man danach Kontakt zu Risikopatienten hat, sonst nicht. Auch alte Damen gehen noch zum Friseur, was ist das dann, Selbstmordversuch?

    • derwaechter 22. März 2020, 15:15

      Das ist nicht Unvermögen sondern Absicht. Über die Motive möchte ich nicht spekulieren. Aber es ist dermassen häufig und völlig daneben, so dass ich auch aufhöre Kommentare und Artikel dieses Autors zu lesen. Eigentlich schade, da einem dadurch auch gute Inhalte entgehen.

      • TBeermann 22. März 2020, 16:12

        Das ist einfach nur das Nachplappern der rechten Blase.

        Das zusammenführen von Fridays For Future und den Coronapartys sieht man in den (a)sozialen Medien schon seit einigen Tagen (wobei sich die Rechten da noch nicht entscheiden können, ob die jugendlichen jetzt zuhause bleiben oder lieber Spargel stechen sollten).

        Man kann eigentlich ziemlich gut die rechten Memes auf Facebook und Springer als guten Indikator nehmen, welche „Argumente“ man von den „Bürgerlichen“ in den nächsten Tagen zu erwarten hat.

        Die Kommunikation auf dieser Seite des Spektrums funktioniert in etwa wie Pro-Wrestling, wo das Publikum schon anfängt zu buhen, wenn es nur die Musik des Bösewichts hört. Hier sind es halt bestimmte Buzzwords wie „Fridays for Future“ oder „Angela Merkel.

        • Stefan Pietsch 22. März 2020, 16:24

          Sie können nicht zwischen Fakten (siehe dazu auch den Artikel aus Focus online) und politischer Meinung unterscheiden. Worüber sollten wir dann diskutieren, wenn Sie schon in Trump’scher Manier die Fakten bestreiten?

          • Rauschi 22. März 2020, 17:32

            Sie haben so Belege, das da die FfF Kids diese Partys gefeiert haben? So von wegen Fakten?
            Solche Fakten wie die Millionen Toten?

  • Stefan Pietsch 22. März 2020, 11:18

    Hier wird noch einmal bestätigt, was der Artikel bereits thematisiert, was aber noch nicht ins Bewusstsein vorgedrungen ist:

    Hilfe muss in der nächsten Woche ankommen, sonst ist es zu spät

    Auch andere Wirtschaftsverbände beklagten, die Hilfen kämen nicht schnell genug an. Familienunternehmen sprachen von „Konstruktionsmängeln“. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, sagte der dpa: „Erste Erfahrungen von Familienunternehmen zeigen, dass es zu langen Kreditprüfungen kommt und dramatische Engpässe drohen.“ Die betroffenen Unternehmen müssten schnell mit Liquidität versorgt werden. „Das geht nur mit Pauschalbewilligungen im Schnellverfahren.

    (..) DIHK-Präsident Schweitzer sagte, es sei für viele Unternehmer unverständlich, wenn sie aufwändig nachweisen sollten, dass sie wirklich von der Krise betroffen seien. „Das lässt sich doch alles im Nachhinein untersuchen. Die Hilfen müssen in der nächsten Woche bei den vielen Solo-Selbständigen, bei den Kleinstunternehmen und bei den Mittelständlern ankommen, sonst kommen sie für viele aus diesem Kreis zu spät.“

    (..) Mittelstandspräsident Mario Ohoven sagte der dpa: „Bei unseren Mitgliedsunternehmen wächst erkennbar der Unmut über die schleppende Umsetzung der staatlichen Hilfsmaßnahmen.“ So liefen die KfW-Hilfsprogramme über die Hausbanken, was das Verfahren verzögere und verkompliziere.

    (..) Die von der Regierung in Aussicht gestellte „KfW-Corona-Hilfe“ zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen sei „zum jetzigen Zeitpunkt offenbar“ nicht verfügbar, da eine Antragstellung über die dafür zuständigen Hausbanken derzeit noch nicht möglich sei.

    (..) Die Bearbeitung könne zwei bis drei Wochen dauern. Es sei aber nun Zeit für beherztes Handeln, nicht für Zögern und Zaudern. Die Bundesregierung müsse die 20-Prozent-Haftungsregel für Kredite sofort „sprengen“ und die Schleusen öffnen, sagte der Unternehmer. „Der Staat muss 100 Prozent des Risikos übernehmen. Sonst droht schon bald eine riesige Pleitewelle bei kleinen Unternehmen.“

    Wer von Hetze spricht, wenn auf die existenzielle Not der Wirtschaft hingewiesen wird, hat den Schuss nicht gehört. Schnelligkeit ist in einer solchen Situation alles. Daran sollten auch jene nicht vorbeigehen, die in Liebe dem Staat verfallen sind. Denn einen Staat, der seine Aufgaben nicht erfüllen kann, braucht niemand. Der Staat sollte keine Selbstbeschäftigungsanstalt sein.

    • Rauschi 22. März 2020, 14:08

      Denn einen Staat, der seine Aufgaben nicht erfüllen kann, braucht niemand.
      Stimmt, in der Anarchie würde das alles wie am Schürchen gehen.
      Pauschale Zahlungen ohne Bedürftigkeitsprüfung? Seit wann ist das die Massnahme der Stunde?
      Um dem Staat anschliessend wieder Verschwendung von Steuergeldern vorwerfen zu können?

    • Ariane 22. März 2020, 16:20

      Das Problem ist, dass du diesen Kram wirklich gerade auf jeder Ebene hast. Ganz woanders wieder Sozialdienste, die ganzen Tafeln, Obdachlosenhilfen, etc mussten auch zuerst panisch schließen. Da kommen nämlich viele Menschen zusammen und da hast du viele der Risikogruppen auf Hilfsbedürftigen- und Helferseite dabei. Da rennen auch schon überall Leute hinterher, um „mal fix“ Alternativen zu finden, die nicht mit Lebensgefahr verbunden sind.

      Und dummerweise ist es noch viel zu früh, um diese Schocks querzuverbinden. In zwei Wochen können wir die ganzen leeren Hotels, Diätkliniken, Reha-Einrichtungen bestimmt sehr gut zu ungefährlichen Masseneinrichtung nutzen. Egal ob die Bedürftigsten oder Zivilschutz der Bundeswehr oder anderer systemrelevanter Berufe. Aber das dauert auch alles.

      • Stefan Pietsch 22. März 2020, 16:40

        Hätte ich den Artikel am Mittwoch geschrieben (leider fehlte mir die Zeit), wäre meine Bewertung völlig anders ausgefallen. Ich sehe ja, und bestreite nicht, das Bemühen der Politik. Es muss uns zu denken geben, dass der Apparat nicht mitkommt oder einfach nicht mitarbeitet. Das kann ich nur zum Teil bewerten.

        Ich sehe auch das Entscheidungsproblem und damit tun sich Deutsche erfahrungsgemäß schwer: Politik wie Beamte fürchten einerseits in einigen Wochen geziehen zu werden, nicht angemessen gehandelt zu haben. Und gleichzeitig fürchten sie, in ein, zwei Jahren an den Pranger gestellt zu werden, wenn es große Mitnahmeeffekte gäbe. Wer entscheidet, macht Fehler – meine Rede! Wer schnell entscheidet, macht große Fehler. Doch manchmal sind schnelle Entscheidungen notwendig. Es ist der Grund, warum ich den von mir nie besonders geschätzten Helmut Kohl im Management der Wiedervereinigung verteidige.

        Ich kann es als intimer Kenner von Unternehmensfinanzen nur mit großem Ausrufezeichen wiederholen: Wenn der Staat retten will, dann jetzt! Das heißt, nächste Woche muss Geld fließen. Mitte April kann er die Geschichte auch sein lassen.

        • Ariane 23. März 2020, 00:48

          Wer schnell entscheidet, macht große Fehler. Doch manchmal sind schnelle Entscheidungen notwendig.

          Absolut! ich denke, es sind schon alle bemüht, zu entscheiden, aber es bricht auf jeder Ebene soviel Chaos aus, dass man nach jeder Feuerlöschaktion sofort das nächste Feuer austreten muss. Und die Zeitnot ist ja auch grad überall. Und sie fangen ja schon an, an der anderen Seite zu werkeln, Insovlenzregeln ausgesetzt, Mieträumungen verboten etc, ich hab da auch keinen Überblick mehr.

          Alle machen was, aber niemand weiß mehr was. Mal gucken, ob es langt, dass nach der Krise (höhö, natürlich weiß auch niemand, wann das sein wird) alles bzw soviel wie möglich noch da ist.

          Mir persönlich ist es immer noch zuviel Kleinklein, ich hätte mir wirklich gewünscht, Merkel hätte den Notstand ausgerufen, um die Weisungsbefugnis für die Länder zu bekommen, damit man zumindest irgendwo bundesweite Regeln hat. Ich weiß nicht mal, ob das verkündete Kontaktverbot überall gleich gilt oder jedes Land dazu eigene Definitionen oder Verordnungen herausbringt. Und jetzt sitzt sie auch noch irgendwo auf dem Sofa rum!

          Ich hab völlig die Orientierung verloren und auch keine Nerven mehr übrig, mich auf die Suche zu machen und mich durch Tonnen von (SpOn-Titelseite gerade) Todeszahlen, Schreckensnachrichten aus dem Ausland, Machtkampf-Gossip bei der Besprechung, Merkelquarantäne, 10 Kommentaren zu diesdasjenem, Olympiakram! und die Geschichte von Bosselmann, der erst traurig und dann gemein war , dann Tipps für Homeoffice, Langeweile und Reisen per Videostream oder so – zu wühlen.

          Ehrlich, ich bin ja erfahrener Newsjunkie, aber ich ertrinke völlig in diesem Wust. Und ich will nur wissen, ob diese krassen Maßnahmen nun bundesweit einheitlich gelten VERDAMMT. Die Medien sind noch gar nicht im Krisenmodus, die schreiben alle von den Auswirkungen von Corona in ihren Ressorts, aber schnöde Informationsvermittlung klappt noch nicht so – gelinde gesagt.
          Wenn man sich schnell informieren will, hat man nach 10 Minuten einen Nervenzusammenbruch und das Wichtige weiß man immer noch nicht. Selbst ich muss aus Notwehr dann erstmal alles dicht machen und Katzenbilder angucken.

          Also ja, wir leben jetzt komplett in einer anderen Welt und sitzen erstmal in Chaotik, was es nicht besser macht, mit so einer Pandemie umzugehen. Ich sehe auch die Bemühungen, aber hoffe, wir schaffen es schnell, da ein bisschen Ordnung hereinzubringen.

          • Ariane 23. März 2020, 01:18

            Sorry, jetzt hab ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben und meine eigentlichen Gedanken zum Thema vergessen (man sieht, ich bin nervlich auch ein bisschen am Ende^^)

            Also ja, überall Chaotik und alles muss super schnell gehen. Und wie gesagt, eigentlich muss die Gesundheit ja gerade noch Vorrang vor allem anderen haben.

            Wirtschaftlich glaube ich eigentlich, dass früher oder später zu größeren Lösungen übergegangen wird, werden muss. Selbst alles durchwinken dauert schon zulange, das lässt sich nicht mehr bearbeiten. Gerade weil ja auch noch alle zu Hause sitzen und gar nicht rumrennen sollen.

            Wie gesagt, ich verlier auch schon den Überblick.
            Bayern ist schon zu Direktzahlungen übergegangen.
            Dänemark will einfach 75% der Lohnzahlungen des ganzen Landes übernehmen (kA, wie sowas funktionieren soll, aber die Idee ist gut)
            Österreich hat irgendwie verboten, Leute zu entlassen/Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall nicht mehr zu zahlen.

            Denn DAS Problem kommt ja noch dazu, wenn sie verhindern wollen, dass die Leute alle entlassen werden (was am schnellsten geht) müssten sie vielleicht noch schwarze Listen einführen oder das komplett verbieten oder irgendwas Sonstiges.

            Ich selbst hab keine Vorstellung, wie die das machen wollen. Aber wir sind in einer Krise, wo ein Kontaktverbot gilt! Das muss man ja nochmal aufschreiben, um es zu glauben. Da kann eigentlich nix, aber so GAR NIX weiterlaufen. Da müssen irgendwann Großkaliber her wie „alles was gerade nicht gebraucht wird, muss komplett stillstehen“ Sowas wie Entlassungen, Lohnzahlungen, Mieten, Fixkosten, einfrieren oder so.
            Keine Ahnung wie aber jetzt jedem Wust hinterherlaufen ist – fürchte ich – ein Wettlauf, den man nicht gewinnen kann. Schon gar nicht, wenn man ja eigentlich hauptsächlich auf Gesundheitsebene laufen muss und nicht woanders.

  • CitizenK 22. März 2020, 14:05

    „Je schwieriger der Markt und je volatiler das Geschäft, desto kleiner fällt diese jedoch aus. Dafür braucht man keine Kurzarbeitergeldregelung.“
    (Stefan Pietsch am 11. März 2020 um 12:22 Uhr)

    Und jetzt kann es nicht schnell genug gehen?

    Vielleicht dämmert es nun auch den von Ihnen immer wieder zitierten Leuten, dass „Mehr Netto vom Brutto“ halt auch heißt, im Krisenfall keine Behandlung mehr zu bekommen? Die „Abzüge“ sollten auch eine Risikoprämie sein.

    Redundanz gehört zum Grundinstrumentarium des Risikomanagements – in Flugzeugen und Kraftwerken und Rechenzentren und Datenbanken – aber nicht in der Medizin?

    • Stefan Pietsch 22. März 2020, 15:00

      Ich bin nach wie vor ein großer Gegner der Kurzarbeit. Doch die bisher zur Verfügung stehenden Instrumente sind sehr dünn. Und nochmal: die Politik hat gesagt, wir stellen das sehr kurzfristig zur Verfügung. Kritisieren Sie doch zur Abwechslung mal den Staat, wäre wirklich mal interessant. Es geht um Ausführung. Was der Staat tun will, ist ja gut und richtig und wird von allen Seiten gelobt. Doch zwischen schönen Absichtserklärungen und tatsächlicher Ausführung klafft eine erhebliche Lücke, die vielen Unternehmen und Arbeitsplätzen den wirtschaftlichen Tod bringen kann.

      Zum 102. Mal: Unser Gesundheitswesen schwimmt in Geld, das ist offensichtlich nicht das Problem. Eines der Probleme ist, dass Leute wie Sie anscheinend nur Floskeln wiederkauen können, aber das eigenständige Denken abgegeben haben. Setzen Sie sich bitte damit auseinander, dass Deutschland so viel Beitragszahlungen und Steuergelder ins System pumpt wie kaum ein anderes Land und dass die Leute sehr offensichtlich die Leistungen auch dann in Anspruch nehmen, wenn sie derer nicht bedürfen. Das nennt man gemeinhin Verschwendung.

      • Rauschi 22. März 2020, 17:29

        Unser Gesundheitswesen schwimmt in Geld, das ist offensichtlich nicht das Problem.
        Echt jetzt? Seit wann und woran zeigt sich das?
        Also ist es so mies, weil die blöden Bürger etwas in Anspruch nehmen, das sie nicht brauchen?
        Dann wäre das amerikanische aber das beste der Welt, denn es ist das teuerste. Und die müssen alles bezahlen, was in Anspruch genommen wird.

        • Stefan Pietsch 22. März 2020, 20:07

          Das haben Sie nun mehrmals begründet bekommen, Sie sollten von dieser Leitung runter, auf der Sie anscheinend stehen. Und so lange Sie sich damit nicht auseinandersetzen, machen weiterführende Diskussionen keinen Sinn.

          • Rauschi 22. März 2020, 23:26

            Dann erklären Sie doch mal, warum die Krankenpfleger und Krankenhausärzte so mies bezahlt werden. Müsste doch locker gehen, wenn so viel Kohle da ist.
            Oder fliesst da zu viel in die Aktionärtaschen von Helios und anderen privaten Anbietern?

            Die Schweiz liegt beim Anteil am BIP sogar über Deutschland, jedenfalls laut OECD
            Deutschland 2018 11,1 %
            Schweiz 2018 12,2 %
            https://stats.oecd.org/Index.aspx?DataSetCode=SHA

            • Stefan Pietsch 23. März 2020, 12:27

              Die Schweiz liegt an zweiter Stelle aller OECD-Länder, Deutschland an dritter. Ich sage das, weil Sie es nicht zu wissen scheinen. Darüber thronen übrigens die USA, was belegt, es geht nicht um die Menge Geld im System, sondern deren Verteilung. Doch dafür bin ich nicht als Beobachter, Steuer- und Beitragszahler zuständig. Ich bin allein dafür zuständig, die entsprechenden Mittel bereitzustellen. Und es sind weit (!) genügend bereitgestellt, das sagt die Statistik. Wenn dann Krankenpfleger und Krankenhausärzte dennoch nicht gut genug bezahlt sind – not my Business!!! Sollen sich die Beteiligten einigen, wie sie das Geld verteilen, ich habe meinen Teil erledigt.

              Comprende?

              • Rauschi 23. März 2020, 14:16

                Sollen sich die Beteiligten einigen, wie sie das Geld verteilen, ich habe meinen Teil erledigt.
                Nein, weil ausser der Aussage, wieviel Geld ins System kommt, überhaupt keine qualitative Aussage von Ihnen kommt.
                Zahlen zu vergleichen ist nun nicht die hohe Kunst der Analyse, das kann jeder Zweitklässler.
                Aber gut, wenn Sie meinen, das wäre Ihr Job, alles klar, dann aber in Zukunft auch nur noch über Lohnquoten reden, denn Einzelbetrachtungen, wer warum wieviel bekommt, sind ja nicht so Ihr Ding.
                Also, wenn die USA 16% ausgeben und ein echt mieses System haben, dann könnte es vielleicht dämmern, das Gewinnorientierung nicht die bestes Steuerung dieses Systems sein kann.
                Aber ich vergass, das ist ja nicht Ihr Job.

                • Stefan Pietsch 23. März 2020, 14:49

                  Ja, stimmt, ich bin auch kein Gesundheitsexperte und weiß nicht im Detail, ob und wieso das Personal angeblich schlecht bezahlt wäre. Wie gesagt, not my Business und mehr werden Sie an der Stelle nicht hören. Allerdings habe ich von Ihnen auch nicht mehr gehört als dass die Zuzahlungen ins Gesundheitssystem erhöht werden sollten. So ungefähr argumentieren bereits Kindergartenkinder. Nicht genug Mohrenköpfe (pardon: Schaumküsse) da, kauft doch mehr!

                  • Rauschi 24. März 2020, 09:28

                    Allerdings habe ich von Ihnen auch nicht mehr gehört als dass die Zuzahlungen ins Gesundheitssystem erhöht werden sollten.
                    Warum sollte ich das fordern? Habe ich auch gar nicht gemacht, sondern Sie.
                    Wer meint, man könne gewinnorientierte Unternehmen im Gesundheitssektor haben und gleichzeitg ein preiswertes System, dem kann ich auch nicht helfen.
                    Aber die Idee des Genies, wie man einen Mangel beheben kann ist?
                    Es sind zu wenig Schaumküsse, lass uns davon noch ein paar weg nehmen, dann passt es wieder? Klar, was auch sonst.

  • GerdHeiner 22. März 2020, 19:34

    Guten Abend Herr Pietsch,
    zu meinem zweimal von Ihnen geloeschten Beitrag schrieben Sie mir als Antwort: „Die Kanzlerin hat den Sicherheitsabstand eingehalten.“

    Scheinbar nicht immer:

    https://de.nachrichten.yahoo.com/kanzlerin-merkel-vorsichtshalber-h%C3%A4uslicher-quarant%C3%A4ne-175454501.html

    • Stefan Pietsch 22. März 2020, 20:00

      Können wir das jetzt beenden? Es geht nicht um die Person der Kanzlerin.

      Daneben hat Ihnen Stefan Sasse schon geschrieben, dass er die Links gelöscht hat. Aufmerksamkeit in eigener Sache ist auch eine Gabe.

  • GerdHeiner 22. März 2020, 20:40

    Ja, wir koennen das jetzt beenden.

    Das „Aufmerksamkeit in eigener Sache ist auch eine Gabe.“ haetten Sie sich ersparen koennen, der Stefan Sasse hat mir mitnichten geschrieben.

    • Stefan Sasse 22. März 2020, 21:07

      Der hat es als Kommentar geschrieben. Aber Schluss jetzt mit der Diskussion bitte.

  • GerdHeiner 22. März 2020, 21:09

    Jawohl, Herr Oberlehrer!

  • mikefromffm 23. März 2020, 09:19

    So sind sie, die FDP-„Liberalen“: A bisserl Armen-bashing geht immer.

    • Rauschi 23. März 2020, 09:40

      Klar, nur daran erkennt man schiesslich den wahren Christenmenschen.

  • cimourdain 23. März 2020, 15:09

    Wo wir bei denjenigen sind, die in der Wirtschaftskrise ums Überleben kämpfen: Hierzulande 600.000 Wohnungslose, davon 50.000, die nicht einmal ein Obdach haben. Betteln, Pfandflaschen sammeln und Straßenzeitungen verkaufen ist unmöglich. Tafeln machen dicht, Notunterkünfte und Kältebusse sind natürlich Ansteckungsherde.

  • Ariane 27. März 2020, 09:31

    Sag mal Pietschi, wie läufts denn so an der hessischen Front? Wird es da eher schlimmer oder besser?

    Neueste Katastrophenmeldungen aus Niedersachsen:
    Nach mehreren Nervenzusammenbrüchen und zwei Tagen Rumgesuche hab ich erstmal festgestellt, dass die einzigen Leute mit Verstand auf Landkreisebene zu finden sind. Klar, ist ja völlig logisch, wenn die Kanzlerin dramatische Dinge verkündet, findet man genaue Infos dazu bei seinem Landkreis statt Bundesland. Herrje.
    Ich möcht gar nicht wissen, was woanders abgeht, da stolpert man erstmal über flehentliche Bitten, bitte nicht beim Gesundheitsamt wegen Wirtschaftshilfen anzurufen, damit die Leute durchkommen, die an Covid erkrankt sind, da tun sich echt Abgründe auf.

    Naja, ich fand zumindest nicht nur endlich! die Allgemeinverfügung zum Kontaktverbot, sondern tatsächlich auch mal eine vernünftige Übersicht, wo man sich hinwenden soll wegen Staatshilfen. Damit bin ich beste Nichtmitarbeiterin des Monats!
    Der Knaller: Gestern sollte um 15 Uhr eine Seite freigeschaltet sein, auf der man sich bei der Nbank (niedersächsisches Pendant zur KfW) wegen Staatshilfen registrieren kann.
    Und wer konnte es ahnen! Die Seite ist natürlich direkt zusammengeklappt. Nix geht mehr. Auf Nachfrage hieß es, man arbeite dran, vielleicht wirds Montag!! besser. Aktuell versuchen sie wohl auch Alternativen zu basteln.
    Alter! Mittwoch ist schon der 1. April, wo Miete & anderer Kram fällig werden. Ich bin ja zum Glück selbst schon ziemlich eingebunkert, aber mittlerweile fürchte ich statt großer Pleitewelle fast schon eher eine Suizidwelle. Soweit wie beim soliden kleinstädtischem Autohaus an dessen Rettung mittlerweile meist die Leute in Freizeit rumbasteln, kommen kleinere Unternehmen oder Einzelpersonen doch gar nicht. Das ist brutaler Wahnsinn!
    Vielleicht aber eh schon egal, weil jeder nur noch wochenweise oder höchstens bis Ende April/Anfang Mai plant, weil dann eh alles überall zusammenklappt. Da kann man sich ja nicht mal eben einen anderen Job suchen, sondern – wir sprachen ja neulich davon – muss wohl doch auf Klomensch oder Spargelstechermensch umsatteln.

    Gar nicht davon zu reden, dass ich mir hier nebenbei noch Sorgen mache, dass mein Mann „verhaftet/bestraft“ wird, wenn er zur Freizeit-Firmenrettungshilfe das Haus verlässt. Weil: weiß ja keiner genau, wie der ganze Kram umgesetzt wird, aber man will ja abschrecken. Seufz.

    Weitere Verrücktheiten aus Insider-Schnack:
    Hier scheint tatsächlich total Anarchie zu herrschen, jede Behörde macht was sie will. Gibt Zulassungsstellen im Umkreis, die zwar keinen Publikumsverkehr mehr haben dürfen, aber halbwegs normal weitermachen.
    Unser Landkreis ist die Krönung: Die sind eigentlich offiziell dicht.
    Aber: Neuwagen, die mein Mann vor der Krise (damits alle wissen, offizieller Beginn der Coronakrise ist der 17. März) werden noch angemeldet. Mein neuer Gebrauchtwagen, den wir inenrhalb von paar Stunden auftreiben mussten, weil meine alte Klapperkiste wohl wegen mieser Bremsen hochgefährlich ist und nächsten Mittwoch keinen TÜV mehr hat, kann nicht mehr angemeldet werden.
    Aussage: Da müssen sie die alte Schrottkarre im Restwert von 250€ halt für 2000€ reparieren. – Ja vielen Dank auch, da lass ichs bei Einkaufshilfe lieber drauf ankommen. Oder versuche herauszufinden, ob es gerade strafbar ist, ein Auto vom Autohaus zu leihen (haha).

    Andere Verrücktheit: Zwischendurch gabs wohl ein bisschen Panik und Konfusion, weil viele in die Baumärkte geströmt sind, um die Zeit zu Hause produktiv zu nutzen. In Niedersachsen dürfen Privatleute deshalb auch nicht mehr in Baumärkte. Scheinbar gibts dafür weitere Runs in Bremen, weil alle Blümchen und Heimwerkerbedarf kaufen wollen.

    Also. Ist ja kein Wunder, dass auf multilateraler Ebene in der EU nichts funktioniert. Das ist hier in Deutschland schon so, dass ich mich fühle als wären wir alle nicht mehr ein Land, sondern nur noch Bundesland oder sogar Landkreis. Landkreis!

    Bin mittlerweile wirklich zur Überzeugung gelangt, dass es dringend nötig ist, dass die Kanzlerin den Katastrophenfall (oder wie das auch immer heißt) für ganz Deutschland ausruft. Inmitten dieser Pandemievorbereitung sind wir irgendwie nahe einem Zustand von Anarchie gelandet. Kein Mensch findet sich mehr zurecht und wenn doch, weiß er nicht mal mehr, ob im Landkreis! oder Bundesland nebenan vielleicht ganz andere Regeln gelten. Und das nicht bei Klüngelkram, sondern bei grundrechtsabschaffenden Regeln! Hab gestern schon beim lawblog gelesen, dass das mit den Allgemeinverfügungen und -verordnungen rechtlich auch noch auf wackligen Beinen stehen könnte.

    Also wenn Ausnahmezustand herrscht, sollte das aber ganz dringend mal offiziell verkündet werden, da kann man nicht im Klein-Klein-Alltagstrott weitermachen.
    Als wäre das alles nicht schon beängstigend genug, aber diese Unklarheit über alles verschlimmert die Situation nur noch.

    • Stefan Sasse 27. März 2020, 13:55

      Alter, bei euch brennt echt die Hütte. Hier ist demgegenüber völlig ruhig.

      • Ariane 27. März 2020, 17:47

        Wir können hier echt nur von Glück reden, dass die eigentliche Gesundheitskrise noch nicht eingetroffen ist. Die PK hat mir im Nachhinein noch den Rest gegeben, ich kann ja nur erahnen, wie verzweifelt einige sind, die so plötzlich vor dem Nichts stehen, die Exekutive muss es aber wissen. Und dann kann der Ministerpräsident nicht einfach in einer Live-Übertragung drakonische Strafen androhen und für noch offene Betriebe zur Denunziation aufrufen. Denn, es gilt den gültigen Arbeitsschutz einzuhalten! Klar, Arbeitsschutz bei globaler Pandemie ist auch klar definiert und gehört zur Allgemeinbildung eines Handwerkers.

        Dieses Nebeneinander aus größte Krise(n) seit 1945 – aber wir tun, als wär nichts, gibt mir nervlich echt den Rest. Heute! wird eine Baubesprechung für unser halbfertiges Häuschen wegen Steckdosen für nächste Woche angesetzt! Ohne dass wir wissen, ob es je fertig gebaut wird und/oder wir das in drei Monaten noch bezahlen können.

        Also entweder ist Ausnahmezustand oder eben nicht, aber bitte nicht beides gleichzeitig! Ist nicht mein autoritäres Denken, dass mich wünschen lässt, Merkel und ihre Regierung mögen bis zum Ende des Jahres die Alleinherrschaft über Deutschland haben.

  • CitizenK 27. März 2020, 09:41

    Wir wollen doch alle aus der Krise lernen.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/coronavirus-pandemie-bosch-erfindet-eigenen-covid-19-schnelltest-16697237.html

    Den ersten Schnelltest hat ein Unternehmen entwickelt, dessen Gewinn vollständig für gemeinnützige Zwecke verwendet wird und dessen Gründer (der „rote Bosch“) schon vor einem Jahrhundert bessere Arbeitsbedingungen eingeführt hat – und dafür von seinen Unternehmer-Kollegen angefeindet wurde und trotzdem Erfolg hatte.

    Ach ja, noch was: Die Kliniken in BW (zur Erinnerung: Grün-schwarz, MP Kretschmann!) beklagen, dass es keinen Ansprechpartner bei der Landesregierung gibt. Die Vorräte für Schutzkleidung reichen nur noch eine Woche, aber in Stuttgart sei kein Verantwortlicher zu erreichen.

    https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-wir-brauchen-hilfe-heidelberger-st-josefskrankenhaus-appelliert-an-die-landesregierung-_arid,506551.html

    In Rheinland-Pfalz (SPD-MP Malu Dreyer, Ampel-Koaliton!), gibt es das. Soll ich das jetzt positiv sehen – als föderalen Länder-Wettbewerb?

    • Ariane 27. März 2020, 09:53

      Was treibt ihr da überhaupt in Ba-Wü? Werdet ihr gerade total zum Polizeistaat? Gestern gelesen, dass die Gesundheitsämter Kontaktdaten Infizierter an die Polizei(?) weiterleitet und ihr überlegt, die Bundeswehr für Polizeiaufgaben heranzuziehen.
      Sagte heute morgen schon den denkwürdigen Satz „Wenn hier jemand die Bundeswehr herbeiordert, dann die Kanzlerin und kein dahergelaufener Landeschef!“ *lol*

      Ich fühl mich echt, als wäre mittlerweile der nächste Landeskreis und auch Bremen (5km weit weg) Ausland. Wüsst nicht mal, ob ich überhaupt nach Bremen zum Einkaufen fahren dürfte. Das ist alles so irrsinnig.

      Aber:
      Ich muss sagen, von der industriellen Improvisation bin ich ja eher begeistert. Becks stellt auch schon Desinfektionsmittel her. Und am Anfang fand ich diese „Beatmungsmaschinen bauen statt Autos“ bei VW & Co. für reine Verzweiflung, aber da gibt es wohl tatsächlich schon Anfangserfolge.
      Wird vielleicht eher was für die nächste Pandemieapokalypse, aber bei weniger komplizierten Dingen scheint das halbwegs zu klappen.

      • Stefan Sasse 27. März 2020, 13:58

        Wenn sie das machen, hab ich davon nichts mitbekommen bisher.

        • Ariane 27. März 2020, 18:03

          Wurde bisher wohl nur überlegt. Oder so. Bei der unklaren Informationslage merken wir das erst, wenn die Kanzlerin eine Rede hält oder die Armee vor dem Fenster rumläuft.

    • Stefan Sasse 27. März 2020, 13:56

      Jupp, der Föderalismus versagt gerade auf ganzer Linie…

    • Ariane 27. März 2020, 18:01

      Passend dazu beklagt sich der Hersteller von Beatmungsgeräten, dass die Verteilung noch unklar ist und mittlerweile die Kliniken selbst bei ihm anrufen.
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/draegerwerk-fordert-klarheit-ueber-verteilung-von-10-000-bestellten-beatmungsgeraete-a-6106fe28-bbc7-445e-96f9-671553316558

      Fehlt als Tiefpunkt nur noch, dass die Telefonleitungen zusammenklappen, weil jeder 20x im Kreis herumtelefoniert und hinterher genauso schlau ist wie vorher. Mit meinem leicht angeschlagenem Nervenkostüm (höhö) breche ich mittlerweile schon immer in hysterisches Gelächter aus, weils noch einen Ticken besser ist als Heulen.

      Soll ich das jetzt positiv sehen – als föderalen Länder-Wettbewerb?

      Ich hab vor einer Woche schon gedacht, dass uns 20 Jahre Neoliberalensprech das Gehirn vernebelt haben und keiner mehr so fix wieder auf Solidarität umschalten kann. Seufz.
      Aber tröste dich, Niedersachsen liegt bestimmt auf dem letzten Platz. Gerade wenn die hier immer noch planen, mit zwei Helis Leute rumzufliegen anstatt mit dem Auto nach Bremen zu düsen. Herrje.

  • Ariane 27. März 2020, 11:05

    Hier übrigens der Link zum Nbank-Chaos
    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Chaos-bei-Corona-Hilfen-loest-heftige-Kritik-aus-,nbank112.html
    Andere Bundesländer melden allerdings wohl ähnliche Probleme.
    Immerhin ist Niedersachsen gestern! mal auf die schlaue Idee gekommen, eine allgemeine Hotline für Fragen rund um Corona zu schalten, um die anderen Hotlines (v.a. Rettungsdienste & Gesundheitsämter) freizuschaufeln. Während NDR damit titelt, dass der MP Weil zu Besonnenheit mahnt. Jep niedersächsische Gemütlichkeit behalten auch mitten in der Apokalypse.

    Eigentlich wollte ich noch über ein anderes Drama im Norden (keine Ahnung, welche Bundesländer oder Landkreise) berichten. Ähnliche Probleme gibts wohl auch in anderen Touristengebieten wie zb Bayern.
    Nachdem die dramatische „Alle Touristen raus“-Aktion wohl langsam zum Abschluss kommt, folgt nun der dramatische Kampf um Zweitwohnsitze. Denn Ferienhäuser hat man ja gerne im schönen Grünen!
    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/coronavirus/Coronavirus-in-SH-Zweitwohnungsbesitzer-duerfen-bleiben,zweitwohnung104.html

    Mittlerweile wurde wohl schon überall hektisch nachkorrigiert. Wer schon im Ferienhaus sitzt darf/soll dableiben statt rumreisen. Anreisen ist nicht mehr erlaubt. Rumwechseln auch nur noch innerhalb eines Landkreises.
    Irgendwo haben sie sogar noch genug Infrastruktur gefunden, um Eilverfahren durchzuziehen. Laut Hörensagen sind sie selbst auf Halbinseln wie Fehmarn besonders streng, da darf wirklich nur noch rauf, wer direkt dort wohnt, nicht mal mehr Verwandtschaft. Gott sei Dank lebt meine auf dem Festland!

    Soll wohl aber wirklich im Norden wie im Süden zu vielen hässlichen Szenen gekommen sein, das scheint mir fast wie ein Kleinbürgerkrieg, der durch diese ganze hektische Panik und Unsicherheit tobt. Echt nicht schön.
    Und ich versuch ja durchaus meinen Vorurteilen nicht freien Lauf zu lassen, aber das ist nicht so leicht. Erst machen die reichen Bonzen Skiurlaub, dann flüchten sie aufs Land, wo es null Infrastruktur gibt weil eben Land und dann kommen sie mitten in zig Desastern gleichzeitig noch mit nem Anwalt an. Puh!
    Also ich bin nach diesem ganzen Drama die erste, die sich der Revolution anschließt und die rote Fahne schwingt, damit diesmal wirklich die Reichen für ihre verursachten Krisenkosten haften.

  • Jens Happel 4. April 2020, 13:22

    Moin Stefan,

    wenn man es – wie ich – als Glosse liest fand ich sehr amüsant. Ich gehe mal davon aus, dass du nicht alle Beamten pauschal als faul bezeichnest und dass dir bewußt ist, dass die Kinder auf den Friday for Future Demos nicht zwingend die selben sind die nun alte Leute anrotzen. Insofern hat mir dein Artikel wirklich gefallen.

    Die Frage ob wir zuviel oder zuwenig für das Gesundheitssytstem ausgeben kann kaum durch einen internationalen Vergleich bestimmt werden. Letztlich ist das eine politische Frage wie viel es den Bürgern wert ist und wie sie dass bei ihrer Wahlentscheidung berücksichtigen. Da diese Entscheidung bei den fehlenden Volksparteien immer schwieriger wird, plädiere ich schon lange für wesentlich mehr Volksentscheide, wie in der Schweiz.

    Bei der Debatte über das Gesundheitssystem sollte man den effizienten Einsatz der Mittel und die absoluten Kosten separat diskutieren. Es gibt die Tendenz immer an der schwächsten Stelle zu sparen, z.B. eher bei der Anzahl Nachtschwestern als bei der Anzahl der CT Geräte.

    Das nur die schwarze Null uns jetzt diese Hilfspakete ermöglicht bestreite ich. Die Hilfspakete der USA funktionieren auch und die USA sind eher ein Fall für die Troika 😉

    Im Umkehrschluß würde dieses Argument bedeuten, dass wir jetzt Griechenland, Spanien, Italien nnd Portugal einsargen können. Hilfe leider unmöglich, da keine schwarze Null?

    Die EZB kann auf Knopfdruck so viel Geld produzieren, dass wir es als Toilettenpapier verwenden könnten, wenn es denn nicht digital wäre.

    Und klar würde dies im Nachgang Inflation bedeuten. Die Frage ist doch wie wir die Kosten des Produktionsausfalls, die unbetreitbar überall in der EU vorhanden sind, verteilen. Inflation würde diese Kosten zumindest ansatzweise entsprechend der Kaufkraft verteilen. Den ganz Schwachen könnte man DANN (nicht jetzt) mit höheren Hartz4 Sätzen helfen.

    Der Vorteil wäre, dass die Schulden bei der EZB blieben. Alle jetzigen Vorschläge laden die Schulden irgendwo bei den Bürgern (Kurzarbeit = Lohnverzicht), Unternehmen (KFW Kredite) oder Staaten ab. Wie soll den Spanien oder Italien mit mehr Schulden unter den AKTUELLEN Regeln der Währungsunuion NACH der Krise wieder auf die Beine kommen?

    Zur Zeit haben wir einen Angebots und Nachfrageschock gleichzeitig. Wir müsssen jetzte Regeln finden, die es uns erlauben nach der Krise „nur“ noch einen Angebotsschock zu haben. Wenn wir nach der Krise auch noch eine reduzierte Nachfrage haben, weil Bürger, Unternehmen und Staaten sparen MÜSSEN, um die in der Krise aufgehäuften Schulden abzustottern, gibt das nix mit einem Aufschwung nach der Krise. Dann müssen wir wieder auf Nachfrage aus USA und China hoffen (= ExportÜBERschuss).

    Schon 2009 haben sich die USA und China wesentlich schneller erholt als die EU, weil die Geld in den Markt gepumpt haben (die USA mit der Schrottflinte und China mit Zielfernrohr) und die EU dank Maastricht und Lissabon gespart hat. Wir sollten diesen Fehler nicht wiederholen.

    Kurz, die EU müßte das Gegenteil von schwarzer Null machen, um wieder erfolgreich zu sein. Wenn wir so weitermachen wird erst der Euro und dann die EU zerfallen.

    Wenn selbst einem gemäßigten Conte nach der Sitzung wegen der Euro Bonds die Hutschur platzt sollte man mal kurz innehalten und sich fragen, was da gerade falsch läuft in der EU und was wohl passiert wenn wieder ein Salvini an das Ruder kommt.

    Ganz ehrlich mir graust es vor dem was aus der EU geworden ist. Wir tragen gerade den europäischen Gedanken zu Grabe. Ungarn nutzt die Krise aus um ein Ermächtigungsgesetz durchzudrücken, die Länder klauen sich gegenseitig Masken und Schutzausrüstung, Deutschland nimmt erst zögerlich Corona Patienten aus Italien und Frankreich auf, NACHDEM klar wurde, wie Scheiße das aussieht, dass China und Russland Italien helfen und der Rest der EU nicht und über eine Finanzierung der Krise in der EU kriegen wir nicht mal ansatzweise eine Einigung hin, wir haben ja sooo viel Zeit.

    Viele Grüße

    Jens

    • Stefan Pietsch 4. April 2020, 18:58

      Du hast schon den richtigen Zugang, immer mit einem Augenzwinkern, dann liest es sich am besten. Allerdings, eine Glosse sollte es dann doch nicht geworden sein. Bei den Beamten ging es mir nur um einen Aspekt: wer Privilegien fordert (und erhält), hat auch besondere Leistungen zu erbringen.

      Ansonsten fürchtete ich schon, außer Zustimmung nichts schreiben zu können – also wäre die Antwort an Dich sehr dürftig ausgefallen. Da hast Du gerade noch die Kurve gekriegt. 😉

      Es sind jetzt wieder unheimlich viele Schnellurteile unterwegs, jeder hat es schon immer gewusst und die Lösungen, die man schon vor 20 Jahren für alles bei jeder Gelegenheit für richtig hielt, sind natürlich jetzt auch richtig. So einfach.

      Ich habe noch nicht begriffen, welches konkrete Problem Italien und Spanien haben, das Euro-Bonds notwendig macht. Ich schreibe dazu demnächst wohl mal was, weil ich das Problem offensichtlich nicht durchdrungen habe. Oder jemand einfach schnell Kriegsgewinne einstreichen will. Italien möchte seit über 10 Jahren Eurobonds, was ist der Unterschied zu heute?

      Italiener und Spanier legen offensichtlich nicht so viel wert auf ein funktionierendes Gesundheitssystem. Nachdem Fricke in seiner wöchentlichen Kolumne auf SPIEGEL Online wieder allerhand Fake News verbreitet hat, wollte ich es mal genauer wissen. Das Interessante: nicht erst seit der Finanzkrise bleiben die beiden mediterranen Länder ein Stück weit unter dem OECD-Schnitt pro Kopf und in Dollar gemessen, was die jährlichen Ausgaben anbelangt. Ich verstehe das nicht und sicher sind andere schlauer, aber warum nehmen sich führende Industriestaaten nicht das Geld ihrer Bürger, um ein paar Dollar mehr für Gesundheit auszugeben? Okay, sie investieren lieber in Renten, ist auch eine Entscheidung. Aber eine mit Konsequenzen. Es ist ein Drama, dass ein so stolzes Land wie Italien (wiederholt) zum Bittsteller wird, weil sie seit Jahrzehnten ihr Staatswesen nicht geordnet bekommen.

      Ich ziehe mir nicht den Schuh an, an den Toten in Madrid und Bergamo Mitverantwortung zu tragen. Dafür gibt es keinen Beleg. Und Eurobonds werden da kein Problem lösen. Oder ich verstehe einfach nichts von Finanzwissenschaften.

      Der Unterschied, Jens: Deutschland wird auch nach diesem Tsunami als solide Volkswirtschaft darstehen. Italien (immer noch) nicht, Spanien nicht mehr und Frankreich möglicherweise auch nicht mehr. Dann wird es wieder heißen, Deutschland müsse Solidarität üben. Umgekehrte Frage: warum haut es hoch verschuldete Staaten in jeder Krise weg und was hat dazu geführt, dass sie angreifbarer sind als so kleine Länder wie Niederlande oder Dänemark? Wer die Frage nach seiner Problemursache nicht ernsthaft beantworten kann – außer, dass alle anderen schuld sind und die dunklen Mächte sich verschworen haben – wird auch keine echten Lösungen finden.

      Die Frage ist doch wie wir die Kosten des Produktionsausfalls, die unbetreitbar überall in der EU vorhanden sind, verteilen. Inflation würde diese Kosten zumindest ansatzweise entsprechend der Kaufkraft verteilen.

      Falls Du es nicht mitbekommen hast, weil die Maßnahmen so dezent waren: Die Notenbanken der USA, der Eurozone wie die Bank of Japan versuchen seit mindestens einer Dekade, die staatlichen Schulden wegzuinflationieren. Doch es will ihnen nicht gelingen. Stattdessen produzieren sie Blasen, die neue Probleme auslösen. Selbst in Deutschland konnte sich trotz traditionell niedriger Mieten eine Immobilienblase bilden, welcher Häuserpreise und Mieten in ungekannte Höhen trieb und ein gigantisches Ungleichheitsproblem in einem Land schuf, wo die Bürger wenig Eigentum erwerben. Bitte nicht mehr davon!

      Keynes sagte, Konjunkturpolitik müsse auf Nachfrageausfall reagieren. Wenn er da ist! Nicht, wenn man vermutet, in ein paar Monaten oder gar Jahren könne die Nachfrage zurückgehen. Konjunkturpolitik muss schon ein bisschen warten, bis ein Problem eintritt und es nicht versuchen, im Vorgriff zu lösen.

      Also, danke dass Du mich jetzt doch ein bisschen beschäftigt hast. 🙂

      • Jens Happel 5. April 2020, 20:35

        Also, danke dass Du mich jetzt doch ein bisschen beschäftigt hast.

        Gerne!

        Ich habe noch nicht begriffen, welches konkrete Problem Italien und Spanien haben, das Euro-Bonds notwendig macht.

        Nun, ich vermute der Süden schaut voraus. Da die Maastricht Kriterien und der Vertrag von Lissabon nach wie vor Gültigkeit haben, dürfte ihnen klar sein, wenn sie jetzt die Schulden massiv erhöhen, kommt danach die Troika. Die sind mit ihren Schulden jetzt schon am Limit oder deutlich drüber hinaus. Dass heißt danach können sie nur noch die Sparanforderungen der EU umsetzten. Die Euro Bonds würden ihnen nicht wie „normale“ Staatsschulden angerechnet. Ich denke da drückt ihnen der Schuh.

        Ich ziehe mir nicht den Schuh an, an den Toten in Madrid und Bergamo Mitverantwortung zu tragen. Dafür gibt es keinen Beleg.

        Du persönlich sollst dir den auch nicht anziehen. Aber zweifelsohne war es eine Auflage der EU ihr Gesundheitssystem kaputt zu sparen. Ok, Draghi hat es nicht so genannt, er nannte es Effizienzsteigerung.

        Er hat ihnen auch nicht die Wahl gelassen, z.B. Militärausgaben zu reduzieren oder den Spitzensteuersatz rauf zu setzen, nein er hat explizit „Effizienzsteigerungen“ im Gesundheitssystem gefordert.

        Lies mal den Artikel von Norbert Häring und folge den Links.

        https://norberthaering.de/eurokrise/draghi-italien-corona/

        Draghi wurde tatkräftig von Merkel und Schäuble unterstützt.

        Ist dir übrigens aufgefallen, als Macron damals, als er den Spitzensteuersatz gesenkt hatte und seine Sparvorschläge zur Gegenfinanzierung von den Gelbwesten weggefegt wurden und somit Frankreich die Stabilitätskriterien verletzte, niemand in der EU verlangt hatte jetzt aber bitte wieder flux den Spitzensteuersatz anzuheben, damit Frankreich die Stabilitätskriterien wieder erfüllt.

        Zurück zu Italien und Spanien.

        Italiener und Spanier legen offensichtlich nicht so viel wert auf ein funktionierendes Gesundheitssystem.

        So ist das ist nicht korrekt. Noch im Jahr 2000 hat die WHO Italien und Spanien sehr gute Zeugnisse für ihr Gesundheitssystem ausgestellt.

        https://en.wikipedia.org/wiki/World_Health_Organization_ranking_of_health_systems_in_2000

        Im internationalen Ranking, wie viel ausgegeben wurde (per capita) war Italien auf Platz 11 und Spanien auf Platz 24 (Deutschland auf 3). Bei der „performance on level of health“ lag Italien und Spanien sogar vor Deutschland.

        Im Zuge der erzwungenen Sparmaßnahmen wurde drakonisch mit der Sense gekürzt.

        In einem Artikel von 2018 schreibt de Falco: Im Jahr 2012 verabschiedete die italienische Regierung eine Reihe von Gesetzen, mit denen die Gesamtfinanzierung der öffentlichen Gesundheit um 900 Millionen Euro im Jahr 2012, 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2013 und weitere 2 Milliarden Euro im Jahr 2014 gekürzt wurde, wodurch die Mittel für unentbehrliche Medikamente und den nationalen Gesundheitsfonds zurückgingen. Darüber hinaus wurde zwischen 2009 und 2010 das Personal des nationalen Gesundheitsdiensts (Servizio Sanitario Nazionale) reduziert.

        aus

        https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-Viele-Aerzte-und-Pflegekraefte-in-Italien-und-Spanien-infiziert-4692724.html

        Überspitzt gesagt, die EU hatte keine Probleme Billionen Schulden zu erlauben um Banken zu retten, verlangte aber im Gegenzug Milliarden im Gesundheitssystem einzusparen.

        Falls Du es nicht mitbekommen hast, weil die Maßnahmen so dezent waren: Die Notenbanken der USA, der Eurozone wie die Bank of Japan versuchen seit mindestens einer Dekade, die staatlichen Schulden wegzuinflationieren. Doch es will ihnen nicht gelingen.

        Das dezent war nett 🙂

        Da stimme ich zu, die Inflation ist dafür bei den Assets zu sehen. Denn das Geld der FED und EZB kommt nicht in der Güterwirtschaft an. In der Summe benötigen zu viele Unternehmen kein Darlehn für Investitionen oder die die kaum Marge haben wollen kein Darlehn aufnehmen. Die Darlehn wandern in Immobilien, meist in den Bestand wenig in Neubau und über Darlehn für Aktienrückkaufprogramme direkt im Aktienmarkt.

        Das was ich vorgeschlagen habe, eigentlich Prof. Stelter, würde über den Umweg negative Unternehmenssteuer auch bei den Löhnen landen. Da man das Geld in der Krise nicht in vollem Umfang ausgeben könnte würde es nach der Krise zu einer erhöhten Nachfrage kommen, die durch den Produktionsausfall in der Krise nicht umfänglich befriedigt werden könnte, dass dürfte im Nachgang zu Inflation führen.

        Irgendwo führt mehr Geld immer zu Inflation, entweder bei den Asstes oder den Waren. Irgendwo muss es ja hin.

        Im übrigen soll die Massnahme nicht zu mehr Nachfrage führen, sondern die Verschuldung der Marktteilnehmer unterbinden und eigentlich gesunde Unternehmen am Leben erhalten. Denn im Gegenzug zu normalen Krisen trifft es jetzt auch kerngesunde Unternehmen und zwar urplötzlich zu 100%, kleine Gewerbe, kleine Freiberufler, Kulturbetrieb, Gasstätten und Hotels etc.

        Kurz mit Keynes hat das nix zu tun. Stelter ist übrigens eher ein Neoliberaler. Er nennt einen Vorlschlag nicht umsonst „künstliches Koma für die Wirtschaft“ und nicht Nachfragestimulus.

        Zu den KFW Darlehn, wollte ich noch einwerfen, dass nun die Gesetzgeber die Banken auffordern gesetzesbrüchig zu werden, denn sie sollen die Darlehn großzügig und schnell bearbeiten. Blöd nur, dass sie mit dem Basel2 Abkommen die Banken darauf verdonnert haben möglichst kleinkariert zu prüfen. Für mein letztes Darlehn zur Ablösung unseres alten Darlehns, musste ich soviel Papier unterschreiben, dass ich glaube im Schwarzwald ist jetzt ganz viel Platz für Windmühlen, Holz kann es da eigentlich nicht mehr geben.

        Mir hat dein Artikel übrigens wirklich gefallen. Ich musste mehrfach lachen, nicht über dich sondern über deine Schreibe.

        Die Bürger kämpfen mit dem Fullstopp, den die Politik aus wohldurchdachten gesundheitlichen Gründen verfügt hat und der Staat spielt im alten Trott.

        und Highlight

        Irgendjemand muss denjenigen an der Spitze sagen, dass Mitte April zu spät ist. Olaf Scholz mag eine große Bazooka haben, doch wenn er zum Laden die Dauer eines Krieges benötigt, nutzt sie auch nicht so viel.

        Hierzu ein Klassiker:

        https://www.youtube.com/watch?v=xnxds1lgME4

        So, jetzt hast noch ein bisschen zu tun.

        Alles Gute

        Jens

        • Stefan Pietsch 7. April 2020, 11:00

          Das ist das größte Kompliment, das Du mir da machen kannst! Danke dafür. Ich möchte ja mit meinen Artikeln ein Stück unterhalten, reine faktenbasierte Geschichten und moralinsaure Kommentare bekommt man überall zuhauf. Also wollen wir hier etwas anders sein.

          Nun, ich vermute der Süden schaut voraus.

          Nun, ich vermute der Süden dreht sich im Kreis. Schäuble wundert sich heute in der WELT, dass Italien gerade jetzt auf seinen Schuldenstand schaut. Aber das ist alles einen eigenen Artikel wert, von daher danke für die Anregung!

          Aber zweifelsohne war es eine Auflage der EU ihr Gesundheitssystem kaputt zu sparen.

          Warum sehe ich das dann nicht in den Zahlen? Die legen eher nahe, dass man mancherorts nicht so recht weiß, wie man die zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoll einsetzen soll. Ist aber nur eine Vermutung aus den Zahlen. Zur Klarstellung: Italiener und Spanier sind nicht unfähiger als Deutsche! Das ist mir wichtig, so argumentiere ich nicht.

          Frankreich hat eine Staatsquote von 56%. Die wird von allen internationalen Institutionen wie OECD, Weltbank etc. als nicht ganz unproblematisch angesehen. Die Senkung der Staatsquote geht über die Senkung der Ansprüche an den Staat. Und ich verstehe diese Obsession mit dem Spitzensteuersatz nicht. Der Grenzsteuersatz am Ende eines Tarifs sagt wenig bis nichts über die Steuerhöhe an sich, die Belastungskurven und die Steuereinnahmen aus. Das ist nicht politische Ideologie, das ist Mathematik. Die einzige Aussage, die sich allgemein über den Spitzensteuersatz treffen lässt, ist die, wie Leistung staatlicherseits anerkannt wird. Wenn der Großteil des Zuverdienstes wegbesteuert wird, ist das eine sehr leistungsfeindliche Ausgestaltung. Aber natürlich sagt das auch wenig über die absolute steuerliche Belastung von höheren Einkommen aus.

          Im internationalen Ranking, wie viel ausgegeben wurde (per capita) war Italien auf Platz 11 und Spanien auf Platz 24 (Deutschland auf 3). Bei der „performance on level of health“ lag Italien und Spanien sogar vor Deutschland.
          Im Zuge der erzwungenen Sparmaßnahmen wurde drakonisch mit der Sense gekürzt.

          Zu Beginn als Feststellung: Italien war nie unter einem Rettungsschirm. Erzwungen kann da gar nichts sein, schließlich ist Italien in seiner Budgetgestaltung souverän.

          Der OECD-Schnitt der Gesundheitsausgaben lag 2018 bei rund 4.000 US-$ pro Kopf. Italien liegt mit 3.400 US-$ ein Stück darunter, Israel beispielsweise noch weiter drunter mit 2.780 US-$. Spanien liegt auf dem Niveau von Italien.

          2003 (dem ersten Jahr, in dem ein OECD-Wert verfügbar ist) lag das Mittel bei 2.353 US-$, Spanien lag auch damals mit $2.116 leicht darunter, Italien mit $2.451 leicht darüber. Interessant dabei: Spanien musste nach der Finanzkrise Mittel aus dem Rettungsschirm ESM in Anspruch nehmen, Italien nicht. Israel liegt mit $1.708 deutlich unter dem Mittelwert. Die USA, nur das als Anmerkung, liegen mit $10.586 weit an der Spitze, ein Beweis, dass Geld nicht alles ist, sondern der vernünftige weil effiziente Einsatz dessen.

          Rechnen wir: Die Steigerung der Gesundheitsausgaben pro Kopf lagen bei Spanien bei 57%, Italien verzeichnete ein Plus von 40% und das OECD-Mittel legte um 70% zu. Das wäre ein Argument für Dich. Doch wir müssen die Gesundheitsausgaben in Relation zu dem betrachten, was zur Verfügung steht, sonst muss das Geld von irgendwoher „geklaut“ werden. Das ist das BIP. In Spanien legte dieses um 62% zu, in Italien um 47% und im OECD-Mittel um 67%. Israel hatte übrigens eine Steigerung um 70%, während die Gesundheitsausgaben nur um 63% zulegten.

          Was zeigt uns dieser ganze Zahlensalat? Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Rettungsprogrammen und Sozialausgaben im Gesundheitswesen. Spanien, das Hilfsgelder in Anspruch nahm, legte bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf in ähnlicher Höhe zu wie das BIP pro Kopf wuchs. In Italien blieben die Sozialausgaben in diesem Bereich zwar unter der Gesamtwachstumsrate, aber nicht signifikant. Israel, das über eine gute Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verfügt, gibt vergleichsweise wenig aus und hielt auch bei den Sozialausgaben nicht so mit. Das sind alles keine Argumente für Deine These, Jens.

          Deine Darstellung, wie die Geldinflation an der Realwirtschaft vorbeifließt, ist nicht korrekt. Tatsächlich bekamen die Kreditinstitute nach der Finanzkrise hohe Auflagen der Bankenaufsicht, ihre Bilanzen zu bereinigen und die Eigenkapitalquote deutlich zu verbessern. Und so ist es gekommen, die großen deutschen Player beispielsweise verdoppelten ihre Eigenkapitalquote seit 2010. Doch das hatte seinen Preis. Diese Kennziffer lässt sich entweder durch Einlagen der Gesellschafter steigern, was bei der Deutschen Bank misslang, da die Kapitalerhöhungen für die anfallenden Verluste aufgebraucht wurden. Oder die Bilanz wird verkürzt. Bleibt das EK nominell gleich, schrumpfen eben die Verbindlichkeiten, die Refinanzierung der Banken bei der Notenbank. So ist es gekommen. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass sich die Ausleihungen in Form von Krediten verringert haben, was jeder spürt, der in den letzten Jahren um einen Kredit nachgesucht hat. Trotz ultraniedriger Zinsen sind die Auflagen für Haushalte wie Unternehmen hart, wesentlich mehr Informationen werden eingefordert, wesentlich penibler wird geprüft. Die Konsequenz sind weniger Kredite an die Realwirtschaft.

          Es ist eine sehr einfache Sicht, dass mehr Transfers auch mehr privatwirtschaftliche Nachfrage bedeuten. Das hat selbst Heiner Flassbeck in dieser Form negiert. Das Ausgabeverhalten von Arbeitslosen und Kurzarbeitern orientiert sich nicht am momentanen Monatseinkommen, angereichert durch zusätzliche Transfers, sondern an der Erwartungshaltung. Wer damit rechnet, einen längeren Zeitraum der Erwerbslosigkeit überbrücken zu müssen, hält sein Geld zusammen und spart. Die verauslagten Staatsgelder würden damit gehortet. Deswegen haben Steuersenkungen auch einen ganz anderen Effekt. Rechnen die Haushalte mit einem dauerhaft niedrigeren Besteuerungsniveau, zeigen sie sich spendierfreudiger. Doch wer will umgekehrt dauerhaft höhere Sozialtransfers? Okay, ich stelle die Frage anders: wer hätte ein Interesse an dauerhaft höheren Sozialtransfers? Doch nur solche politischen Orientierungen, die Menschen in einer größeren Abhängigkeit vom Staat halten wollen.

          • Stefan Sasse 7. April 2020, 18:23

            Ich kann dir deine Frage nach der Obsession mit dem Spitzensteuersatz erklären: Er ist ein Signal, ein Symbol. Es geht nicht um die Erträge.

            • Stefan Pietsch 7. April 2020, 19:55

              Das sehe ich auch so, nur hat dieses Symbol nichts Positives, Versprechendes. So scheinen es ja auch die Befürworter zu sehen, die immer nur behaupten, die Steuereinnahmen steigern zu wollen. Das Eigentliche erwähnen sie nicht: „Wir wollen steigende Einkommen, Prämien, Boni und Zahlungen für besondere Leistungen mit einer Strafsteuer belegen.“

              • Stefan Sasse 8. April 2020, 09:33

                Es ist halt wie mit jedem Symbol. Es ist verständlich. Die eigentlichen Details für das gewünschte Ergebnis wären zu komplex für eine Losung.

                • Stefan Pietsch 8. April 2020, 10:38

                  Ja, soweit sind wir uns einig. Nur ist es generell ein negatives Symbol und funktioniert in der politischen Kommunikation nicht wie die Protagonisten sich dies erhoffen. Zuletzt hantierte die SPD-Vorsitzende damit und es wirkte nicht, als sei die Botschaft, die sie transportieren wollte, angekommen. In keinem OECD-Land besitzt das Thema „Erhöhung des Spitzensteuersatzes“ mehrheitlich Zugkraft und die SPD kann auch nicht darauf verweisen, damit in den letzten Jahrzehnten Wahlen gewonnen zu haben. Mich hat wie früher erwähnt die Analyse beeindruckt, wonach die Sozialdemokraten seit Schmidt keine Wahl gewinnen konnten, in die sie mit dem Versprechen von Steuererhöhungen gegangen waren.

                  Historische Trends beeindrucken mich.

                  • Stefan Sasse 8. April 2020, 10:41

                    Ich hab schon vor langer Zeit argumentiert, dass sich die SPD auf diese ganze Finanzierungsdebatte nicht einlassen sollte.

                    • Stefan Pietsch 8. April 2020, 11:01

                      Es geht nicht um Finanzierungsdebatten, wie Du selbst gesagt hast. Es geht um eingängige, verständliche Symbolik. Mein Argument ist, die Symbole der Linken funktionieren in der politischen Kommunikation nicht wie gewünscht.

                      Allerdings müssen Politiker und Parteien, die eine Maßnahme einführen oder umsetzen wollen, im Wahlkampf eine Finanzierungsform anbieten, weil sie sonst in weiten Teilen als unseriös wahrgenommen werden. Nur Populisten dürfen diesen Aspekt völlig vernachlässigen. Aber das Spektrum dafür ist nicht mehrheitsfähig.

                      Interessanterweise sind Steuerreformen in Deutschland nicht besonders populär, die Deutschen verbinden damit keine Story. Sie sind mit einem hohen Besteuerungsniveau durchaus einverstanden und möchten ihren Staat gut finanziert wissen. Das ist bei den Italienern und Griechen durchaus anders. Aber die Deutschen sind auch sehr konservativ, auch spürbar höhere Besteuerungen sind nicht gewünscht und das hat die SPD immer übersehen.

                    • Stefan Sasse 9. April 2020, 09:43

                      Ja, ich stimme dir da durchaus zu. Mein Punkt ist mehr, dass diese Steuerdebatte immer im Kontext von Finanzierungsfragen auftaucht. Und auf die sollte sich die Linke nicht einlassen und damit das unattraktive Steuerthema generell vermeiden.

                    • Stefan Pietsch 9. April 2020, 09:59

                      2005 hat das Steuerthema sehr beschäftigt und auch elektrisiert. Auch 1996-1998 ließ sich damit Stimmung machen. Es funktioniert, wenn es mit Gerechtigkeitsfragen verknüpft wird. Es funktioniert aber nicht in der von der SPD praktizierten Form, es mit Erhöhungsfragen zu verbinden. Da ist mir kein Beispiel geläufig.

                      Deine Argumentation finde ich nicht rund, weil sie im Wahlkampf nicht lange tragfähig ist. Die SPD ist immer mit großen Programmen ins Rennen gegangen. Die Mehrheit – also der Teil, der entscheidend ist und zwischen Union, SPD, FDP und Grünen pendelt – will dann in Mehrheit Antworten wie dies zu finanzieren wäre. Keine Antwort darauf zu haben, gibt sofort den Geruch des Unseriösen und beeinträchtigt die Chancen – nicht wie Du meinst, sie zu erhöhen. Wenn die Geschichte zu unplausibel erscheint, wenden sich Wähler ab. Die SPD hat nie eine plausible Story hinbekommen, große Programme (denen die Deutschen ebenso skeptisch gegenüberstehen) und detaillierte Finanzierungen mit Steuerbelastungen auf den oberen 10%.

                      Das hat tatsächlich eine Weile funktioniert. Das war aber in den Siebzigerjahren. Aufgrund der Erfahrungen lernte der Wähler und die Erfahrung wurde vererbt.

          • Jens Happel 9. April 2020, 14:20

            Bei deinem „Zahlensalat“ würde ich gerne wissen, über welche Zeiträume die Daten gehen.

            Der Spitzensteuersatz ist mir bei dieser Diskussion nicht so wichtig. Ich wollte nur darauf hinaus, dass die EU bei Verstößen gegen die Haushaltsdisziplin explizit Kürzungen im sozialen vorgibt. Auch die sogenannten Strukturreformen gehen alle in die gleiche Richtung, sie führen alle zu mehr prekärer Beschäftigung. Kürzungen beim Militär oder höhere Steuern werden nie vorgeschlagen. Wußtest du, dass in Italien die Steuern niedriger sind als in Deutschland? Vermögende können eine Steuerklärung auf einem DIN A4 Zettel machen und mitteilen, dass ihnen das Geld aus dem Arsch tropft und sie einfach pauschal 100.000 Euro Steuern zahlen wollen und fertig. Im Durchschnitt sind die Italiener vermögender als die Deutschen, im Median aber nicht, sprich die Ungleichheit ist größer. Warum schlägt die EU nie vor hier zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen?

            Und klar die Troika gab es in Italien nicht. Troika verwende ich mehr als Symbol. Die EU regiert ganz klar in die Autonmie der Staaten hinein.

            https://www.euractiv.de/section/eu-innenpolitik/news/commission-rejects-italian-draft-budget-in-unprecedented-decision/

            Das Druckmittel sind stets die Spreads auf die (italienischen) Anleihen. Die jetzt von der CDU und SPD propagierten Mittel aus dem ESM Fonds anstelle von Euro-Bonds gibt es natürlich auch nur gegen Strukturreformen aka ein mehr an prekärer Beschäftigung.

            Die von mir zitierten Kürzungen hat es in Italien und Spanien sehr wohl gegeben. Diese Kürzungen und Strukturmassnahmen sind auf Druck der EU gemacht worden und haben das Leiden in der jetzigen Krise vergrößert. Deine Zahlen belegen lediglich, dass man das Geld hätte sinnvoller ausgeben können. Ja, stimmt gilt immer. Ändert aber nichts daran, dass es ohne diese Kürzungen für Italien und Spanien besser ausgesehen hätte. Abgesehen davon besagt der WHO Bericht von 2000, dass Italien und Spanien ihre Mittel bereits 2000 effektiver eingesetzt haben als Deutschland. In Spanien wurden auf Druck der EU teilweise die Kliniken privatisiert, die stehen jetzt während der Krise teilweise leer.

            https://taz.de/Corona-Krise-in-Spanien/!5668979/

            Die Privatisierungen erweisen sich nun als Bummerang.

            Jetzt bietet man Italien und Spanien nur weitere Hilfe an wenn sie genau die Strukturmaßnahmen, die ihre Misere vergrößert haben, zukünftig in noch stärkerem Maße durchführen. Nichts anderes ist die Zurückweisung der EuroBonds und der Verweis auf den ESM.

            Da bislang nirgendwo in den Leitmedien oder von führenden Politikern verlautbart wird, dass die EU Regeln zur Haushaltsdisziplin in Kombination mit Privatisierungen und Strukturreformen Teil des Problems bei der Corona Bekämpfung sind, gehe ich davon aus es nach Corona so weiter gehen wird, zumindest nach Vorstellung Deutschlands, Össtereichs, der Niederlands und Finlands.

            Das wird in Italien, Spanien und Portugal die Liebe zur EU nicht gerade wachsen lassen, um mal ein Understatement zu machen. Frankreich ist am Scheidewege. Macrons Reformen kommen nur schleppend voran, bzw. gar nicht.

            Ich sehe es kommen, dass Macron sich ganz auf die Seite des Südens stellt und dann ist Feierabend in der EU. Das bedeutet dann komplette Stagnation in allen Fragen und läuft auf ein Ende der EU hinaus.

            Trotz ultraniedriger Zinsen sind die Auflagen für Haushalte wie Unternehmen hart, wesentlich mehr Informationen werden eingefordert, wesentlich penibler wird geprüft. Die Konsequenz sind weniger Kredite an die Realwirtschaft.

            Die Regeln sind Bockmist, sie sind sehr kompliziert und begünstigen die Großbanken. Das wäre wesentlich einfacher gegangen, z.B. Trennbanken und Verbot des Eigenhandels. Außerdem hätte es verboten werden müssen, dass Darlehn komplett weiterverkauft werden. Mindestens 50% hätte immer bei dem Institut verbleiben müssen, dass den Darlehnsvertrag geschlossen hat. Das hätte uns besser vor zukünftigen Rettungsaktionen geschützt und es wäre damit leichter an Kredite ranzukommen.

            Basel2 hat die Banken noch größer und noch bigger to fail gemacht. Die Regeln in den USA sind etwas anders aber ebenso hochkompliziert und haben ebenso zur Konzentration der Banken geführt = noch bigger to fail.

            Das ist auch kein Wunder, da die Regeln hüben wie drüben von den Lobbyisten der Großbanken geschrieben wurden.

            Wenn es deiner Ansicht nach für Unternehmen schwierig ist an Kredite zu kommen, der Staat keine neuen mehr machen soll und die Bürger für die Rente sparen sollen, frage ich dich, wer denn dann die ganzen Schulden machen soll. Die Frage habe ich dir schon ein paar mal gestellt. Die Schulden der einen sind die Ersparnisse der anderen, die Überschüsse der einen sind die Defizite der anderen. Für einen einzelen Staat geht das vielleicht auf, für die EWU als ganzes nie und nimmer. Unsere Haushaltsüberschüsse sind über die Exportüberschüsse die Haushaltsdefizite des Südens. Der beste Beweis ist und bleibt Target2. Würde über Target2 nicht ständig neues Geld in den Süden fließen, würden die zwar weniger Schulden machen, aber auch gleichzeitig sehr viel weniger deutsche Autos kaufen und so unsere schwarze Null ermöglichen.

            Der EURO wurde eingeführt als politisches Projekt, um die politische Union voranzubringen. Jetzt will aber niemand mehr eine politische Union, damit ist der EURO überflüssig. Noch schlimmer er passt immer schlechter zu den einzelnen Staaten, da er für die einen zu hart ist und für die anderen zu weich ist, mit wachsender Tendenz.

            Und übrigens EuroBonds, die die EZB aufkauft sind keine Transfers. Das ist Helikoptergeld, dass man aber so nicht nennen möchte. 😉 Da muss auch niemand für haften, da die EZB es sich von niemanden leiht.

            Rechnen die Haushalte mit einem dauerhaft niedrigeren Besteuerungsniveau, zeigen sie sich spendierfreudiger.

            Da hast du aber tief in die Mottenkiste neoliberaler Mythen gegriffen. Das ist allenfalls eine Behauptung. Empirisch wurde dass noch nie nachgewiesen. Bei den meisten Haushalte kommen von Steuerersparnissen nur homöpatische Dosen an. Selbst eine riesige Steuersenkung von astronomischen Außmaßen, die jedem Steuerzahler 1000 Euro im Jahr einspart, bringen ihm im Monat keine 100 Euro, deswegen rennt niemand los und kauft sich auf Pump (? ich dachte die sollen für die Rente sparen) ein neues Auto. Und diejenigen die deutlich mehr Geld durch eine Steuersenkung bekommen, werden es nicht ausgeben sondern versuchen es zu investieren, finden schon seit einiger Zeit aber keine lukrativen Anlagemöglichkeiten, weshalb sie in die Asstes flüchten, bei denen wir schon seit Jahren eine Assetinfltation beobachten können.

            Der Kreis schließt sich und das rad dreht sich wieder wie gewohnt weiter.

            Gruß Jens

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