Kanye West besucht Auschwitz, Putin kritisiert das BfR und Trump fühlt sich diskriminiert – Vermischtes 08.05.2018

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten.

1) und SYRIEN und

Dass das Vorgehen des Putin-Regimes einer Partei wie der AfD gefällt, das ist nicht überraschend, denn sie schmeißt sich jedem an die Brust, der den Westen, die Demokratie und die Freiheit verachtet und bekämpft. Aber der eigentlich pathologische Fall ist „Die Linke“, die sich progressiv, emanzipatorisch und pazifistisch gibt. Ihre Politik des von keinem Zweifel berührten Putin-Verständnisses ist ein Fall für die Analyse. Wie kann man das Verhalten erklären? Ist es der pure Antiamerikanismus, der bei jeder Gelegenheit ausgelebt werden muss, damit eines Tages, wenn die USA von jeder noch so verqueren linken Agitation zermürbt sind, der Kapitalismus zusammenbricht? Ist es eine Form sinnlosester Traditionspflege, gepflegt von alten Seilschaften, nach der Art: Wir waren schon immer auf der Seite des Fortschritts und der Revolution, und früher war die Sowjetunion der Hort dieses revolutionären Fortschritts, und jetzt ist Russland die Rechtsnachfolgerin der glorreichen Sowjetunion, und deshalb müssen wir usw.? Oder ist es eine Art des hellsichtigen, servilen Ranschmeißens an den atomaren Bären, die eine friedliche Koexistenz verheißt, also ein quasi vaterländischer Akt für das schutzlose Deutschland? Oder ist es einfach eine jener Arten kognitiver Dissonanz, die man früher hochphilosophisch Dialektik nannte und die einfach nicht mit den Tatsachen klarkommt und deshalb die Tatsachen zurechtbiegt – und mögen die Gewalträume, die Russland hegt und pflegt, noch so eindeutig nicht dem Westen oder den USA oder der NATO zuzurechnen sein? Oder kriegt „Die Linke“ (und auch ein Teil der SPD) es einfach nicht hin, einen Unterschied zwischen Verstehen und Verständnis zu erkennen: nämlich dass man eine gewisse Haltung der russischen Regierung nachvollziehen kann, ohne dafür Verständnis haben zu müssen.

Der Artikel zieht die ganz große Linie von den Vietnam-Protesten der 1968er bis zur „antiimperialistischen“ Kritik an der aktuellen Nahostpolitik der USA und stellt eine ganze Menge relevanter Fragen. Die für mich aber immer noch am wenigsten nachvollziehbare Geschichte bleibt die zurecht als pathologisch betitelte Russland-Freundschaft der deutschen Linken. Für mich ist die beste Erklärung tatsächlich traditioneller Anti-Amerikanismus, ein zum Prinzip erhobenes „der Feind meines Feindes ist mein Freund“, was sich auch in der Sympathie der Linken für Bewegungen wie die Hisbollah niederschlägt. Generell gilt in diesem Zusammenhang immer wieder, dass die Kritik an den USA im Allgemeinen absolut berechtigt und auch notwendig ist. Was mir unklar ist ist immer, warum Russland explizit in Schutz genommen wird (man denke nur an das Gefasel von Interessenssphären in Ukraine und Georgien).

2) Und was machen wir am Nachmittag?

Auf eine sehr ernsthafte Weise stellt sich diese Frage anlässlich des Atomabkommens mit dem Iran, das Trump voraussichtlich am 12. Mai einseitig aufkündigen wird: „Gut, und was machen wir am Nachmittag?“

Die hier gestellte Frage ist gut, und sie wird viel zu wenig gestellt. Generell ist es immer wieder beachtlich, mit wie wenig Gedanken um das „und dann?“ Außenpolitik betrieben wird. Eine der absolut merkwürdigsten Elemente gerade beim Iran-Deal bleibt für mich allerdings, wie die Tatsache, dass Iran vor dem Deal ein geheimes (und illegales) Atomprogramm hatte, als neue Erkenntnis dargestellt wird, die alles ändert. Hätte der Iran das nicht gehabt, hätte man kaum einen Deal schließen müssen, der dieses Programm beendet. Dass ein Land, das mittlerweile hinsichtlich seiner nuklearen Kapazitäten so gut beobachtet wird wie Iran, mutwillig in den Konflikt getrieben wird, während man ausgerechnet Nordkorea plötzlich vertraut, ist völlig unbegreiflich. Rationale Politik steht da in jedem Falle nicht dahinter.

3) Auschwitz wird Kollegah und Farid Bang nicht heilen

Nun geht es also nach Auschwitz für die beiden Echo-Gewinner Kollegah und Farid Bang. Das Internationale Auschwitz-Komitee hatte die beiden Rapper dorthin eingeladen, nachdem diese mit einer geschmacklosen Liedzeile einen Antisemitismus-Skandal ausgelöst hatten. Oy vey, möchte man rufen: Haben die Juden nicht schon genug gelitten? Mal kurz beiseite gelassen, ob die Behauptung von Farid Bang, sein Körper sei „definierter als von Auschwitz-Insassen“, tatsächlich auf ein geschlossen antisemitisches Weltbild hindeutet: Die Gedenkstätten ehemaliger Vernichtungslager sind keine Wunderwaffe gegen Judenhass. Das sollte man übrigens auch in der Debatte um verpflichtende KZ-Besuche für Flüchtlinge bedenken.

Ich stimme dem Artikel völlig zu. Ich halte von verpflichtenden KZ-Besuchen überhaupt nichts, auch und gerade für Schulklassen nicht. Ich besuche eine Gedenkstätte mit einer Klasse dann, wenn diese Interesse daran zeigt und die notwendige Reife dafür hat, aber sicherlich nicht als Schocker per Gießkanne für alle. Dazu kommt, dass manche der Gedenkstätten diesen Effekt auch nur schlecht oder gar nicht erfüllen. Ich bin beispielsweise überhaupt kein Fan der Gedenkstätte Dachau. Ich habe sie mittlerweile zweimal besucht, und jedes Mal war es ein unterwältigendes Erlebnis. Wenn du (und die Schüler) aus so einem Besuch rauskommen und denken „Na ja, so schlimm sieht das alles ja gar nicht aus“, dann läuft da was schief. Ich besichtige nächste Woche zum ersten Mal Auschwitz, vielleicht ist der Effekt dort eindrücklicher.

4) Hilfe, uns gehen die Schulden aus

Es wäre allerdings komplett verrückt, die Ausgaben zur Sanierung der Infrastruktur aus den laufenden Einnahmen zu finanzieren. Wenn Straßen und Brücken repariert werden, dann profitieren davon vor allem die nachfolgenden Generationen. Deshalb ist es nur folgerichtig, ihnen auch einen Teil der Kosten aufzubürden. Finanztechnisch gesprochen: Kredite aufzunehmen. Selbst die in diesem Zusammenhang gern zitierte schwäbische Hausfrau würde dem wahrscheinlich zustimmen. Schließlich hat sie ihr Eigenheim vermutlich ebenfalls über ein Darlehen der Bank finanziert.

Das Argument ist nicht neu, aber es ist gut, dass Mark Schieritz einmal mehr an prominenter Stelle den völligen Irrsinn deutscher Fiskalpolitik benennt.

5) What Cecile Richards is doing after Planned Parenthood

But there isn’t any simple way. I think one of the things that’s really important is taking this stuff seriously. We learned early on that you can’t let a lie or a misinterpretation sit for even a second, and again, this is a capacity that I think progressive organizations now have to have in a very serious way. A capacity to be in a 24/7 news cycle and communications framework and also really have the capacity to monitor what’s being said and done on social media. I will say I think the progressive movement is far behind the right on this, and it’s something we all have to invest in.

Dieses Interview mit der ehemaligen Vorsitzenden von Planned Parenthood ist vor allem für die Erkenntnis relevant, dass Fake News seitens der Rechten in den USA schon lange vor Trump ein anerkanntes Kampfmittel waren. Richards spricht über Vorladungen vor den Kongress unter fadenscheinigen und erfundenen Vorwürfen, dem ständigen Bombardement mit hanebüchenen Verschwörungstheorien und dem damit verbundenen Stress der Anti-Abtreibungsextremisten, die Klinikpersonal und -besucher bedrohen und den Ablauf zu stören versuchen. Wie in 6) weiter ausgeführt ist das gesamte, von der Realität abgekoppelte und in einer reinen Blase operierende System deutlich älter als Trump, und es wird nicht verschwinden, nur weil sein offensichtlichster Ausdruck entweder 2020 oder 2024 das Amt räumen wird.

6) Oliver North and the creation of Donald Trump

Three decades ago, Lieutenant Colonel Oliver North took the Fifth Amendment in a private Senate hearing on the Iran-Contra scandal. North had carried out a scheme to violate the law and funnel arms to anti-communist guerrillas in Nicaragua. Conservatives rallied to North’s defense, insisting the law barely mattered in comparison to the noble intentions North was following. “It is not whether some technical laws were broken, but whether we stop communism in Central America,” argued White House communications director Pat Buchanan. By the following summer, when North — having been granted immunity — testified before Congress and unabashedly defended his illegal acts — he had grown into a conservative folk hero.

Ich stimme Chait hier vollkommen zu. Anzunehmen, dass eine Beweisführung Muellers über eine Zusammenarbeit Trumps mit dem russischen Geheimdienst – oder welche Skelette der Sonderermittler sonst aus Trumps Keller ausgraben wird – die Republicans in irgendeiner Art und Weise dazu bringen wird, von Trump abzurücken, ist hochgradig naiv. Sie werden lügen, relativieren und blockieren. Die Vorstellung, dass Trump mit einem impeachment vor 2020 aus dem Amt entfernt und dann wieder alles gut wird, führt aus zwei Gründen in die Irre. Einerseits wird ein erfolgreiches impeachment schlicht nicht stattfinden, und andererseits sitzt die Fäulnis tief. Trump ist ein Symptom, ein Ausdruck, vielleicht eine Karikatur, aber er ist eine konservative sui generis und kein Eroberer von Außen.

7) I’m not black, I’m Kanye

What Kanye West seeks is what Michael Jackson sought—liberation from the dictates of that we. In his visit with West, the rapper T.I. was stunned to find that West, despite his endorsement of Trump, had never heard of the travel ban. “He don’t know the things that we know because he’s removed himself from society to a point where it don’t reach him,” T.I. said. West calls his struggle the right to be a “free thinker,” and he is, indeed, championing a kind of freedom—a white freedom, freedom without consequence, freedom without criticism, freedom to be proud and ignorant; freedom to profit off a people in one moment and abandon them in the next; a Stand Your Ground freedom, freedom without responsibility, without hard memory; a Monticello without slavery, a Confederate freedom, the freedom of John C. Calhoun, not the freedom of Harriet Tubman, which calls you to risk your own; not the freedom of Nat Turner, which calls you to give even more, but a conqueror’s freedom, freedom of the strong built on antipathy or indifference to the weak, the freedom of rape buttons, pussy grabbers, and fuck you anyway, bitch; freedom of oil and invisible wars, the freedom of suburbs drawn with red lines, the white freedom of Calabasas.
Ta-Nehisi Coates‘ Essay zur Kanye-West-Debatte ist ein absoluter Must-Read, schon allein, weil es ein Essay von Coates ist. Der Mann kann schreiben, goddamit. Das obige Zitat ist eine der besten Beschreibungen des Konzepts von white privilege, die ich je gelesen habe. Auch sonst ist das Essay, wie stets, eine Offenbarung. Intellektuell konzise (Coates bindet einmal mehr sein Konzept der schwarzen Körperlichkeit, das in all seinen Texten eine wichtige Rolle spielt, ein), sprachlich überragend, disparate Themen souverän zusammenknüpfend und erstaunliche Parellelen zutage fördernd, ob seiner eigenen Biographie oder im Vergleich zu Michael Jackson. Wer bislang die anderen großen Essays Coates‘ nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt nachholen.8) Diversity, Division, Discrimination: The state of young America

More than 1 in 3 white young people believe “reverse” discrimination is a serious problem.
About one-third (36%) of white young people say discrimination against white people is as serious as that experienced by minority groups. Only 16% of black, 19% of API, and 28% of Hispanic young people agree.
• White young men are more likely than white young women (43% vs. 29%, respectively) to say discrimination against whites is as serious a problem as discrimination against other groups.
• A majority (55%) of white Americans overall—including roughly equal numbers of white men (55%) and white women (53%)—agree that discrimination against white people has become as big a problem as discrimination against black people and other minority groups.

Nearly one-third of young people, and almost half of white young men, say efforts to increase diversity harm white people.
About one-third (32%) of young people, including 38% of white young people, believe efforts to increase diversity almost always come at the expense of whites.
• White young men are more divided. Nearly half (48%) believe diversity efforts will harm white people, while more than half (52%) disagree. Only 28% of young white women believe efforts that promote diversity harm white people.

Die oben verlinkte Studie enthält noch eine ganze Reihe von weiteren interessanten Zahlen, aber die zitierten hier sind repräsentativ. Sie zeigen deutlich die Quelle des Rassismus-Backlash, den wir nicht nur in den USA beobachten können: die absurde Idee, dass inzwischen die weiße Mehrheitsgesellschaft mehr diskriminiert werde als irgendwelche Minderheiten. In Deutschland haben wir eine ähnlich fixe Idee, die gerade in der Parallelwelt der Sozialen Netzwerke unglaubliche Beliebtheit erfährt: dass Flüchtlinge mehr und großzügigere Sozialleistungen erhielten als Deutsche, eine Wahnvorstellung, die sich bis zu „jeder Flüchtling erhält einen Flachbildschirm und einen Mercedes“ steigert, Annahmen die so offenkundig absurd sind dass man sich fragt, wie Leute sich in so etwas hineinsteigern können.

Zahlen wie die oben sind eine mögliche Antwort auf dieses Phänomen. Wer glaubt, dass das eigene Land, das sämtliche institionellen Vorteile bereitstellt, heimlich gegen einen arbeitet, der sich aktiv verfolgt und diskriminiert sieht, weil er einen kleinen Teil der bestehenden Privilegien aufgeben soll – es ist das gleiche Problem wie bei der toxischen Maskulinität auch. Aber darauf kommt bald ein ganz eigener Artikel…

9) High temperatures are already sending refugees to Europe

The paper also projected its findings forward, by examining when various climate models believe weather shocks in growing regions could become more likely. They found modest increases. In a world that gets carbon-dioxide pollution under control and holds global warming to roughly 2 degrees Celsius, the number of asylum applications to the EU could rise by about 28 percent. But if carbon pollution continues unabated, and global temperatures rise by about 5 degrees Celsius, annual applications could rise by 188 percent by 2070. More than 650,000 people could seek protection in the European Union annually. Schlenker made it clear that these numbers should be used as tools for thinking and not final projections.

Entwicklungspolitik wird noch wesentlich zu wenig als verbunden mit dem Klimaschutz gedacht. Üblicherweise hat man dabei immer noch die Bilder von Brunnenbohren oder dem Austeilen von Getreidesäcken im Kopf. Aber die Horrorszenarien der globalen Erwärmung werden üblicherweise nicht in ihrer Konsequenz für andere Teile der Welt durchdacht. Klar ist mehr Regen in Deutschland irgendwie nicht so toll, und Hamburg ist von Überflutung bedroht – aber das ist nichts im Vergleich zu anderen Zonen der Welt, und wenn diese unter Hitzewellen absterben, werden ihre Bewohner sich nicht einfach an den Straßenrand legen und sterben – sie werden versuchen, herauszukommen, und wer sich einmal auf die Reise begibt muss nicht zwingend im möglicherweise ebenso instabilen Nachbarland Station machen. Wir sehen Klimaflüchtlinge ja bereits jetzt. Der Artikel betont außerdem noch den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und dieser Destabilisierung. Je mehr ein Land vom Klimawandel betroffen ist, desto eher gibt es dort Diktaturen, Verfolgungen, Kriminalität und Bürgerkriege – alles Faktoren, die Fluchtbewegungen auslösen.

Wir sollten daher unsere Entwicklungspolitik unbedingt als mit dem Klimaschutz verbunden ansehen. Ob Indien, China oder Afrika, wenn Entwicklungs- und Schwellenländer genauso wie wir erst auf Kohle setzen, bevor sie in Erneuerbare Energien transformieren, kommt ein gigantisches Problem auf uns zu. Milliarden, die wir darin investieren diesen Ländern beim direkten Sprung zu Erneuerbaren Energien zu helfen, sind wahrlich gut investiertes Geld – denn ansonsten kommen Folgekosten auf uns zu, die wahrlich gigantisch sind. Die Flüchtlingskrise 2015 wäre da nur ein laues Lüftchen dagegen.

10) Et tu, BfR?

„Grün wirkt“, auf das BfR mit seinen 855 Mitarbeitern (darunter 345 Wissenschaftler) könnten die Grünen eigentlich stolz sein, ist es doch „ihr Kind“; eine der Erfolgsgeschichten der rot-grünen Reformpolitik, die bis heute Bestand hat. Stattdessen sind die Grünen dem BfR in einer derart herzlichen Abneigung verbunden, wie man es eigentlich eher von der AfD und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erwarten würde, Lügen wie die eingangs zitierte Behauptung von Christian Meyer inklusive. Der Grund hierfür liegt jedoch nicht beim BfR, sondern bei den Grünen. Seit 2002 haben sich die Grünen auf vielen Politikfeldern auf die Mitte zubewegt, sind moderater geworden. Nicht jedoch bei Lebensmittelfragen, da hat die Partei eine Radikalisierung durchlebt. Sobald Lebensmittel ins Spiel kommen, sind Sorgen und Ängste der Dreh- und Angelpunkt der grünen Politik; die Partei artikuliert mittlerweile Positionen, die deutlich von denen des Jahres 2002 abweichen. Und das insbesondere bei der Risikobewertung, wodurch der Konflikt mit dem BfR vorprogrammiert ist.

Wer dieses Blog schon länger verfolgt weiß, dass ich ein großer Fan rationaler Regulierungsstrukturen bin, mitsamt Kosten-Nutzen-Analyse und empirischer Datenbasis und allem Drum und Dran. Ich verweise an dieser Stelle auch auf das Blogseminar zu „Simpler“. Umso trauriger macht mich, dass die Grünen damit so ein riesiges Problem haben. Der obige Artikel verfolgt schön die Gründung des BfR als eine grüne Kernidee nach, und wie die Partei seither eine massive Abneigung dagegen entwickelt hat. Diese Wissenschaftsfeindlichkeit und irrationale Esoterik, die die Partei öfter zur Schau stellt, nicht nur bei Lebensmittelfragen sondern auch, für mich am Schlimmsten, bei Impfungen, sind es, die mich immer wieder davon abhalten, die Grünen als meine politische Heimat zu betrachten, so sehr ich auf anderen Politikfeldern auch Überlappungen mit ihnen habe.

{ 61 comments… add one }
  • Wolf-Dieter Busch 8. Mai 2018, 14:38

    Zu (1) „Die für mich aber immer noch am wenigsten nachvollziehbare Geschichte bleibt die zurecht als pathologisch betitelte Russland-Freundschaft der deutschen Linken.“

    „Pathologische“ Freundschaft? Begründe.

    • Erwin Gabriel 8. Mai 2018, 17:02

      @ Wolf-Dieter Busch 8. Mai 2018, 14:38

      Die Pathologie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit krankhaften und abnormen Vorgängen und Zuständen im Körper sowie mit deren Ursachen beschäftigt. Gegenstand der Erforschung sind sowohl Einzelphänomene als auch Symptomverbände sowie Missbildungen aller Art.

      Quelle: Wikipedia

      reicht das als Erklärung?
      🙂

      Viele Grüße
      E.G.

      • Wolf-Dieter Busch 8. Mai 2018, 19:17

        Wenn ich dich nicht hätte! Und den Löffel! Dann müsste ich die Suppe mit der Gabel essen!

        • Gerd Heiner 10. Mai 2018, 08:00

          Du wiederholst dich.

          • Wolf-Dieter Busch 11. Mai 2018, 06:54

            Sorry

    • Stefan Sasse 8. Mai 2018, 17:12

      Ich verstehe es ja zu Sowjetzeiten, wo man wenigstens die Ideologie geteilt hat. Aber das heutige Russland ist eine rechtsradikale Diktatur. Was genau gibt es da für Überschneidungen mit einer sich als demokratisch und international verstehenden Linken? Das ist pathologisch, stammt noch aus früheren Zeiten. Ein Relikt.

      • Wolf-Dieter Busch 8. Mai 2018, 19:21

        Warum Diktatur? Putin wurde gewählt. Das bedeutet – genau wie bei uns – repäsentative Demokratie. Welches zusätzliche Kriterium qualifiziert die Diktatur?

        • Stefan Pietsch 8. Mai 2018, 19:34

          Jo! Auch Ulbricht und Honecker wurden gewählt – sogar mit über 90% statt bescheidenen 75%. Ist ja auch nur eine gelenkte Wahl, erst alle Kandidaten mit einem Minimum an Aussicht vom Zettel zu entfernen, den Fernsehsendern Negative Campaigning für den Präsidenten zu untersagen ebenso wie Wahlwerbung für Gegenkandidaten, so sie länger als eine Klospülung dauern, und dann eine faire Wahl mit ein paar Zetteln zu viel abzuhalten.

          Wo warst Du eigentlich, als in der Schule „Demokratie“ gelehrt wurde? 🙂

          • Stefan Sasse 8. Mai 2018, 20:53

            Manchmal hab ich echt das Gefühl das ist nur noch Trollen.

            • Wolf-Dieter Busch 8. Mai 2018, 21:13

              Lass ihm den Spaß. Ich mach mir einen Sport draus, ernsthaft zu antworten.

          • Wolf-Dieter Busch 8. Mai 2018, 21:20

            @Stefan Pietsch – die DDR war, bedingt durch den Kalten Krieg, eng an die UdSSR gebunden. Die Wahlfreiheit war durch künstliche Parteiorganisation beschränkt. Sie unterlag dem äußeren Einfluss eines anderen Landes.

            Beim heutigen Russlaynd ist die Situation grundlegend anders. Es gibt keine äußere Einflussnahme.

            Nach meinem Wissen vereinigte Putin nicht 99%, sondern nur etwa 75% der Stimmen auf sich. Ich habe mehrere Interviews mit Russen gesehen, die von ganzem Herzen hinter Putin stehen – und zwar aus knallhart wirtschaftlichen Gründen, die ich nachvollziehen kann.

            • Stefan Sasse 9. Mai 2018, 18:11

              „Nur“.
              Klar gibt es Leute, die Putin klasse finden. Es gab auch Leute die Honecker klasse fanden. Sicherlich auch einige mit „knallharten“ wirtschaftlichen Motiven. Ich zweifle nicht mal dran, dass eine Mehrheit Putin wählen würde. Allein, nichts davon widerlegt die These.

              • Wolf-Dieter Busch 11. Mai 2018, 07:03

                Welche „These“ meinst du? Stefan Pietschs Kommentar enthält keine These, sondern nur die unsubstanziierte Andeutung, dass die Wahl irregulär sei. In der Beweispflicht ist er, nicht ich.

      • Ralf 8. Mai 2018, 21:30

        Aber das heutige Russland ist eine rechtsradikale Diktatur.

        Das ist eine bewusst schwammige Aussage von einer Art, wie sie von den pro-westlichen Falken in den gegenwaertigen Debatten immer wieder verwendet wird, um das gegenwaertige Regime in Russland in die Naehe von Nazideutschland und aehnlichen Diktaturen zu ruecken. Das geschieht manchmal zwischen den Zeilen unter vorgehaltener Hand und manchmal ganz direkt, wie z.B. durch Hillary Clinton, die sich nicht schaemte, Putin und Hitler unmittelbar gleichzusetzen. Tatsaechlich liegen zwischen der Regierung in Moskau und menschenverachtenden Diktaturen, wie der des Deutschen Reichs, Welten. Dabei ist unbestritten, dass Putin kein „lupenreiner Demokrat“ ist. Nur dass ich hier nicht falsch verstanden werde. Auch bei der LINKEN behauptet das allerdings kein Mensch. Und dass die LINKE quasi als monolithischer Block eine Politik des „von keinem Zweifel berührten Putin-Verständnisses propagiert, ist eine grobe Verzerrung der Tatsachen.

        Allerdings ist es schon beschaemend, wie abqualifizierend hier ueber die Bemuehung geschrieben wird, Verstaendnis fuer die politischen Sorgen und Noete unserer Nachbarn zu entwickeln. Frieden entsteht in erster Linie dadurch, dass man versteht, was diese Nachbarn umtreibt und dass man versucht Kompromisse zu finden, die letztlich auf dem Verstaendnis der Positionen des Gegenuebers fussen. Was ist eigentlich eure bessere Alternative? Nicht-Verstaendnis? Wie oft hat Nicht-Verstaendnis bisher in der Geschichte Frieden bewirkt oder gesichert?

        Zum System in Russland: Russland ist genau wie die Tuerkei, wie der Iran oder wie Ungarn, ein autokratisches Regime. Quasi eine Semi-Demokratie, irgendwo zwischen einer echten Demokratie und einer echten Diktatur. In allen oben genannten Staaten, haben Wahlen echte, politische Folgen. Das Volk ist nicht kategorisch von einer Beteiligung und einem Mitspracherecht ausgeschlossen. Gleichzeitig nutzen die entsprechenden Regime Sonderrechte, die sie fuer sich geschaffen haben, drangsalieren die Opposition und setzen sich auch nicht selten ueber das Recht hinweg. Eine wirkliche politische Wende setzt also eine sehr massive (und damit relativ unwahrscheinliche) Bewegung unter den Buergern/Waehlern voraus. Damit sollen die entsprechenden Systeme nicht schoen geredet werden. Ich persoenlich finde weder Putin noch Erdogan noch Orbán noch Khamenei besonders appetitlich. Aber zur Wahrheit gehoert, dass in den von denen regierten Laendern zumindest eine begrenzte politische Mitwirkung der Bevoelkerung moeglich ist und keiner der oben genannten ist ein Schlaechter, der seine Macht auf pure Grausamkeit baut und auch nur annaehrend vergleichbar waere mit einem Hitler, einem Stalin, einem Pol Pot, einem Saddam Hussein oder einem Assad.

        Dies gesagt, sollten wir uns auch mal im Westen Gedanken machen, wo wir eigentlich demokratietechnisch stehen. So ganz auf der Seite der „echten Demokratien“ sind wir naemlich auch nicht mehr. Auch wir wandern immer weiter nach rechts hin zu autoritaeren und anti-demokratischen Strukturen. Ganz deutlich ist das in den USA, wo durch Gerrymandering und aktive Unterdrueckung der Ausuebung des Wahlrechts bei ausgewaehlten gesellschaftlichen Schichten, zunehmend Waehler ihrer Stimme, und damit ihres politischen Einflusses, enteignet werden. Auch bei uns in Deutschland gibt es besorgniserregende anti-demokratische Tendenzen, wie etwa die sogenannte asymmetrische Demobilisierung und auch die zunehmende anlasslose Bespitzelung der Buerger auf immer mehr Ebenen. Wir bewegen uns mit immer groesseren Schritten hin zu einer Gesellschaft, in der im Namen der Sicherheit immer weniger Grundrechte gelten und immer mehr Waehler vom politischen System voellig frustriert aufgeben sich noch zu beteiligen. Am Ende solcher Entwicklungen stehen Regime wie in Russland, in Ungarn und in der Tuerkei. Die waren ja schliesslich auch frueher alle mal demokratischer, offener und meinungstoleranter. Wir sollten im Westen also vielleicht den Mund nicht ganz so voll nehmen.

        Und zum Abschluss: Worum es der LINKEN geht, ist nicht Putin den Friedensnobelpreis zu verleihen, sondern es geht darum eine positive, nachbarschaftliche Beziehung zu Russland zu haben, die unseren Interessen genau so dient wie den Interessen der russischen Bevoelkerung. Es geht darum das gegenwaertige Saebelrasseln endlich zu beenden und an den Verhandlungstisch zurueckzufinden, um einen Kompromiss zu finden, mit dem der Frieden erhalten bleibt. Wie schon frueher mehrfach geschrieben, es darf davon ausgegangen werden, dass der Konflikt in der Ostukraine im Handumdrehen geloest werden koennte und auch das russische Eingreifen in Syrien koennte begrenzt werden. Allerdings wuerde es dafuer der Bereitschaft beduerfen „Verstaendnis“ fuer die politischen Aengste in Moskau zu entwickeln und wir wuerden eben auch echte Kompromisse eingehen muessen, die den westlichen Fuehrern gar nicht in den Kram passen. Zu diesen Kompromissen sind wir offensichtlich nicht bereit. „Wir geben keinen Meter! Die anderen sollen den ersten Schritt machen“, rufen wir laut und wissen dabei spaetestens seit dem Kindergarten, dass das keine besonders geglueckte Strategie ist. Wir sollten uns also nicht wundern, dass auch die andere Seite immer weniger Kompromissbereitschaft zeigt und lieber vollendete Tatsachen schafft.

        • Rauschi 9. Mai 2018, 07:40

          @Ralf,

          vielen Dank für den Kommentar, der viele meiner Gedanken auf den Punkt bringt. Wie Herr Sasse schrieben würde: volle Zustimmung: 😉

          • Erwin Gabriel 9. Mai 2018, 08:32

            @ Rauschi

            „Zustimmung“ ist immer mein Spruch 🙂

            @ Ralf

            Zustimmung!

            es grüßt
            E.G.

        • Kning4711 9. Mai 2018, 09:54

          Im heutigen Russland existiert die Gewaltenteilung nur noch auf dem Papier. Die Judikative ist nicht unabhängig, und die Legislative in völliger Kontrolle des Staatspräsidenten.
          Zwar gibt es in Russland wenig „politische“ Häftlinge, was aber einfach daran liegt, dass man politisch unbequemen irgendwelche Straftaten anhängt um Sie dann in Lagern und Gefängnissen zum Schweigen zu bringen. Reicht auch dass nicht, passieren „tragische“ Unfälle.
          Die Wahlen in Russland sind Fassade, nicht nur bei der letzten Wahl war von massiver Wahlfälschung die Rede und durch russische, wie auch internationale Beobachter bestätigt. Putin ist schlau und inszeniert Fassaden, aber im Grunde genommen ist er ein moderner Zar: Putin ist die russische Führung, die Kontrolle des Staates obliegt Ihm und seinen handverlesenen Helfern. Wer dagegen aufbegehrt wird zum Schweigen gebracht. Wenn das keine Diktatur ist, dann weiss ich auch nicht.

          Insbesondere als Deutsche, die historisch mit Russland so sehr verbandelt sind, wie kaum eine andere europäische Nation sollten unsere Stimme gegen Putin und sein Zarismus 2.0 erheben. Gerade weil uns an guter Nachbarschaft zu den Russen gelegen ist, gerade weil, unsere Sicherheit und die aller Menschen in Europa nur in einem gemeinsamen Miteinander mit Russland funktioniert. Wir werden weiter mit Russland reden müssen, aber wir müssen auch nicht sämtliche Rechtsbrüche und Normenverletzungen entschuldigen.

        • Stefan Pietsch 9. Mai 2018, 11:45

          Russland als deutlich demokratischer und meinungstoleranter in früheren Zeiten zu bezeichnen, hat schon etwas. Orban gewann die Mehrheit seiner Bürger, soweit ich gelesen habe, ohne Wahlbetrug (zu viele Stimmzettel und ähnliches).

          Der Westen und Moskau haben das sogenannte Minsker Abkommen geschlossen. Es obliegt Putin, die Bedingungen zu erfüllen um die Sanktionsspirale zu lockern. Die Drohung mit der Zerstörung territorialer Integrität eines Landes ist im Jahr 2018 kein akzeptiertes diplomatisches Mittel – so wie Sie das zu verstehen scheinen. Putin selbst sieht die Ukraine als Fleisch von Russland. Es ist klar, dass er dem Nachbarstaat niemals eine freiwillige, autonome Entscheidung überlassen würde, welche Bündnisse es eingeht. Das ist ein inakzeptabler Anschlag auf die Souveränität eine Vollmitglieds der UNO. Es obliegt nicht einem Kreml-Herrn, ob ein Land Mitglied der EU oder der NATO wird. Das entscheidet in allererster Linie die Bevölkerung.

          Wenn Ihr Nachbar dauernd ihre Äpfel mobbst, werden Sie ihm nicht mit ausgewählter Freundlichkeit begegnen, sondern irgendwann Ihren Zaun höher ziehen. Und das ist dann eine kluge Strategie.

          • Rauschi 9. Mai 2018, 12:46

            Der Westen und Moskau haben das sogenannte Minsker Abkommen geschlossen. Es obliegt Putin, die Bedingungen zu erfüllen um die Sanktionsspirale zu lockern.
            Ach ja, ist nicht auch die Ukraine verpflichtet, die Bedingungen zu erfüllen? Muss ein Gerücht sein.
            [Denn das Minsker Abkommen ist so unausgegoren und so verwaschen formuliert, dass es von vornherein unerfüllbar war. Zudem kommt Russland als Beteiligter nicht vor. Moskau tut so, als hätte es mit dem Konflikt nichts zu tun…
            Wahlen in den besetzten Gebieten, wie im Minsker Abkommen gefordert, wird es so schnell nicht geben. Zuallererst müsste Kiew etwas ganz Simples tun: den Menschen dort die Hand reichen. Die Blockade der Volksrepubliken zu verschärfen, war ein Fehler. Viele der Heißsporne in Kiew verstehen nichts von den Problemen der Menschen dort, sie diskreditieren sie als „degenerierte Zombies“, die sich Russland angedient hätten. ]
            http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-warum-das-minsker-abkommen-nicht-funktioniert-a-1134136.html

            Wenn Ihr Nachbar dauernd ihre Äpfel mobbst, werden Sie ihm nicht mit ausgewählter Freundlichkeit begegnen, sondern irgendwann Ihren Zaun höher ziehen. Und das ist dann eine kluge Strategie.
            Hoch leben die Hirntoten! Unsere Äpfel, ist damit etwa die Krim gemeint, die neuerdings „unser“ Apfel ist? Dagegen ist doch ein Krieg mit 100’00 Toten eine Lappalie, gelle?
            Führt denn die Ablehnung von allem, was dort geschieht, zur Annäherung? Nein und diese ist ja auch nicht gewünscht. Haben Sie auch mal einen irgendwie sinnvoll gearteten Kommentar über, die über Russen- und Linkenbashing hinaus geht?

          • Erwin Gabriel 9. Mai 2018, 23:12

            @ Stefan Pietsch 9. Mai 2018, 11:45

            Lesen Sie eigentlich nie mit, wenn jemand auf Ihre Kommentare antwortet? Ukraine hatten wir hier schon mehrfach…

            Es ist klar, dass er [Putin] dem Nachbarstaat niemals eine freiwillige, autonome Entscheidung überlassen würde, welche Bündnisse es eingeht.

            Die Ukraine hatte einen gewählten Präsidenten, der eine bestehende Bündnis-Vereinbarung mit Russland aufrechterhalten wollte und deswegen mit tatkräftiger Unterstützung des Westens verjagt wurde.

            Das ist ein inakzeptabler Anschlag auf die Souveränität eines Vollmitglieds der UNO. Es obliegt nicht einem amerikanischen Präsidenten, einem NATO-Generalsekretärs, oder ähnlichen Kalibern, darüber zu entscheiden, ob ein Land mit der EU oder Russland paktiert, und bei unpassender Meinung diese Volksvertreter zu entmachten (zu lassen).

            Das entscheidet in allererster Linie die Bevölkerung.

            Au weia, wie sind Sie denn drauf? Die Bevölkerung? Welche? Die russlandfreundliche im Osten der Ukraine oder die europafreundliche im Westen der Ukraine – die haben nicht viel miteinander gemein.

            Ober meinen Sie diese Art von Bevölkerung, die in Deutschland die Grenzen geöffnet hat, oder sich über die europäische Gesetzgebung (No Bail Out, Dublin etc) hinwegsetzte? Ach, das war gar nicht die Bevölkerung, sondern die Regierung, die gewählt wurde, um für das Volk die Entscheidungen zu treffen?

            Ist doch immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Maßstäbe sein können, wenn man den Blick von Westen nach Osten wendet.

            Aus dem Russland-Thema sollten Sie sich heraushalten. Nur faktenbefreite Gesinnung bringt da nicht viel.

            es grüßt
            E.G.

            • Stefan Pietsch 10. Mai 2018, 10:41

              Die Ukraine hatte einen gewählten Präsidenten

              Meines Wissens nach – bitte korrigieren Sie mich – hat die Ukraine einen amtierenden Präsidenten, der laut internationalen Beobachtern aus freien Wahlen hervorgegangen ist. Was sagt mir Ihre Einlassung – oder soll mir sagen? Dass Petro Poroschenko seit 4 Jahren illegal amtiert? Dass „der Westen“ allen voran die USA einen Regime Change in der Ukraine maßgeblich herbeigeführt haben? Reden Sie bitte nicht in so Side Lettern, die von einer Frau stammen könnten und die ich als Mann nicht verstehe. Davon habe ich hier schon eine Kombattantin und das reicht.

              Die Bevölkerung? Welche? Die russlandfreundliche im Osten der Ukraine oder die europafreundliche im Westen der Ukraine – die haben nicht viel miteinander gemein.

              Solche demokratischen Probleme haben wir auch in Spanien oder ganz aktuell in Großbritannien, ohne dass darüber ein Krieg ausbricht oder eine ausländische Macht ein Staatsgebiet annektiert. Auf der Insel ist der schottische (und nordirische) Teil für einen Verbleib in der EU, Mittelerde, pardon, England für Leave. Vielleicht sollten die EU-Truppen in Schottland einmarschieren. Entspräche das Ihren Vorstellungen?

              Aus dem Russland-Thema sollten Sie sich heraushalten.

              Finden Sie sich an der Stelle nicht arg übergriffig?

              • Rauschi 10. Mai 2018, 13:30

                Meines Wissens nach – bitte korrigieren Sie mich – hat die Ukraine einen amtierenden Präsidenten, der laut internationalen Beobachtern aus freien Wahlen hervorgegangen ist. Was sagt mir Ihre Einlassung – oder soll mir sagen? Dass Petro Poroschenko seit 4 Jahren illegal amtiert?
                Wenn Sie offenkundig so wenig wissen, ist die Bemerkung, sich aus dem Thema heraus zu halten, ja nicht ganz neben der Sache.
                Wie war das mit Janukowitsch, der eben den Vertrag mit der EU nicht abschliessen wollte? Von dem schreibt Herr Gabriel. Davon, das eine Mehrheit für den Vertrag war, kann gar keine Rede sein, das hatte ich wirklich sehr ausführlich auch schon Ariane erläutert.
                Wer legitim an der Macht ist, hängt ja immer auch mit der Vorgeschichte der Wahl zusammen. Die ist immer noch nicht aufgeklärt (Maidan Schüsse). Warum Sier meinen, sich in diesem Fall auf die Seite des wütenden Mobs stellen zu müssen, keine Ahnung:
                [Diese Berichte drangen laut New York Times auch zu den Sicherheitskräften in Kiew durch. Maidan-Unterstützer, hieß es, hätten Waffendepots gestürmt und etwa 900 Kalaschnikows und Pistolen erbeutet. Diese Waffen, so die Befürchtung, sollten nun gegen die regierungstreuen Kräfte in der Hauptstadt eingesetzt werden.
                Noch am Abend des 20. Februar trafen sich der deutsche und der polnische Außenminister mit Präsident Janukowitsch, um einen Waffenstillstand und eine Machtübergabe mit der Maidan-Bewegung auszuhandeln. Doch als Janukowitsch am nächsten Tag seine Unterschrift unter das Papier setzte, habe er faktisch schon über keine Regierungsgewalt mehr verfügt. Das Abkommen sei wertlos gewesen, weil Janukowitsch dessen Inhalte überhaupt nicht mehr habe umsetzen können. ]
                https://www.zeit.de/politik/ausland/2015-01/ukraine-konflikt-maidan-viktor-janukowitsch
                Auch wenn Bittner (eindeutig ein Atlantiker ) das nicht so nennt, war es ein Putsch.
                Dann zu er Amerikanische Unterstützung:
                [Von fünf Milliarden Dollar an die Ukraine sprach die amerikanische Staatssekretärin für Außenpolitik, Victoria Nuland, in einem Gespräch mit dem amerikanischen Botschafter in Kiew am 28. Januar 2014. Das war wenige Wochen bevor Viktor Janukowitsch, der mittlerweile zum Präsidenten der Ukraine aufgestiegen war, aus dem Amt floh. Nuland sprach außerdem darüber, wer aus der Opposition in die Regierung wechseln sollte, ganz so, als könnte sie das beeinflussen. All das kam heraus, weil das Gespräch abgehört wurde und offenbar vom ukrainischen Geheimdienst, loyal zu Janukowitsch, veröffentlicht wurde.
                Fünf Milliarden Dollar. Auf den ersten Blick eine gewaltige Summe – aber gewaltig genug, um damit eine Revolution zu kaufen?
                Das Geld floss zwischen 1991 und 2014. Die größte Summe kam vom amerikanischen Außenministerium und von staatlichen Organisationen wie der United States Agency for International Development (USAID). John F. Kennedy hatte diese amerikanische Behörde für Entwicklungshilfe ins Leben gerufen. Einer ihrer Vorläufer war der Marshallplan, mit dessen Unterstützung das zerstörte Nachkriegseuropa wieder aufgebaut wurde. ]
                https://www.zeit.de/2015/20/ukraine-usa-maidan-finanzierung/seite-2
                Jetzt können Sie natürlich weiter naiv meinen, die hättten ja nur gutes vor gehabt, aber stellen Sie Sich mal die gleiche Situation vor, nur das Russland das in Mexiko oder Kanada machen würde. Fänden Sie das immer noch in Ordnung?
                Nein, weil ja nur Amerika immer schon selbstlos in anderen Ländern für Demokratieeinführung sorgen sollten und musste?

                Ehrlich gesagt finde ich das Gerede von „unseren Äpfeln“ und ähnlichem doch sehr verlogen, denn haben Sie Sich jemals vor dem Maidan mit der Krim oder der Ukraine beschäftigt? War Ihnen nicht vollkommen egal, wer da das sagen hat?

              • Erwin Gabriel 11. Mai 2018, 00:44

                @ Stefan Pietsch 10. Mai 2018, 10:41

                Meines Wissens nach – bitte korrigieren Sie mich – hat die Ukraine einen amtierenden Präsidenten, der laut internationalen Beobachtern aus freien Wahlen hervorgegangen ist.

                Einverstanden.

                Meines Wissens nach – bitte korrigieren Sie mich – hat diese Wahl deswegen stattgefunden, weil der vorher rechtmäßig gewählte Präsident mit Hilfe des Westens verjagt wurde.

                Was sagt mir Ihre Einlassung – oder soll mir sagen? D… Dass „der Westen“ allen voran die USA einen Regime Change in der Ukraine maßgeblich herbeigeführt haben?

                Ja, genau das will ich damit sagen.

                Reden Sie bitte nicht in so Side Lettern, die von einer Frau stammen könnten und die ich als Mann nicht verstehe. Davon habe ich hier schon eine Kombattantin und das reicht.

                Bei diesem Kommentar habe ich mich vor Lachen so auf dem Boden gerollt, dass ich jetzt nicht mehr staubsaugen muss. Ist zwar echt chauvinistisch, aber auch wirklich witzig – Chapeau. 🙂

                Ansonsten haben Sie mich ja verstanden.

                Solche demokratischen Probleme haben wir auch in Spanien oder ganz aktuell in Großbritannien, ohne dass darüber ein Krieg ausbricht oder eine ausländische Macht ein Staatsgebiet annektiert.

                Demokratisch, soso. Janukowytsch wurde jedenfalls nicht demokratisch abgewählt. Ich denke daher, dass Jugoslawien der bessere Vergleich ist. Und ja, da gab es Krieg.

                Auf der Insel ist der schottische (und nordirische) Teil für einen Verbleib in der EU, Mittelerde, pardon, England für Leave. Vielleicht sollten die EU-Truppen in Schottland einmarschieren. Entspräche das Ihren Vorstellungen?

                Unpassender Vergleich. Wie wäre die Situation, wenn in England eine anti-europäische Stimmung aufkommen würde, eine ausländische Macht dafür sorgt, dass der europafreundliche David Cameron abgesetzt wird, und mithilfe rechtsradikaler Gruppierungen ein neuer, europafeindlicher Premierminister installiert wird, worauf Schottland zum alten Partner Europa zurückwill, Mittelerde unter ihrer neuen antieuropäischen (Ork-)Regierung das aber militärisch verhindern wollten? Nun rufen die Schotten die Elfen. äh, Europa zu Hilfe. Das trifft es wohl eher.

                Ansonsten dachte ich, dass wir bereits geklärt hätten, zum Thema Russland / Putin ähnliche Meinungen haben. Schwierig wird es bei Ihnen immer nur mit dem Rest der Welt.

                Aus dem Russland-Thema sollten Sie sich heraushalten.
                Finden Sie sich an der Stelle nicht arg übergriffig?

                Wenn Sie mich so direkt fragen – ja, aber nicht arg, nur ein wenig. Schuldig im Sinne der Anklage: Ich wollte Sie provozieren. Nehmen Sie es sich bitte nicht zu Herzen – der böse Onkel hat es nicht so gemeint. Als jemand, der sich nicht um die Gemeinsamkeiten schert, sondern über das Trennende diskutieren will, sollten Sie bei diesem einzigen Punkt, der uns wirklich trennt, Verständnis haben.

                Denn über Russland und Putin, so denke ich, sind wir im Großen und Ganzen einer Meinung. Wo wir uns unterscheiden: Sie scheinen erst dann damit anzufangen, eine Situation zu beurteilen, wenn die Russen mitmischen. Die Vorgeschichte scheint sie genau so wenig zu interessieren wie die Mitwirkung anderer. Und der Punkt, dass Sie auch auf Argumente nicht eingehen, sondern im Falle Russlands einseitig verurteilen, ist leider nicht von der Hand zu weisen.

                Verzeihung heischende Grüße aus Mordor
                Sauron

        • Stefan Sasse 9. Mai 2018, 18:13

          Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, Russland und Nazis zu vergleichen. So weit solltest du mich eigentlich kennen. Ich stelle Putin in eine Traditionslinie mit Orban und Erdogan, bzeiheungsweise die beiden in eine mit ihm.
          Und ich habe Verständnis für die politischen Ängste Russlands. Ich denke auch die Idee, die NATO-Mitgliedschaft als Perspektive für Ukraine und Georgien auszustellen, war ein Fehler. Aber nur weil ein Land Ängste hat erlaubt es ihm nicht, die Souveränität eines anderen mit Füßen zu treten. An Verständnis dafür fehlt es mir nicht. Nur kann ich es nicht gutheißen.

          • sol1 10. Mai 2018, 14:22

            Interessant zur Funktionsweise von „illiberalen Demokratien“:

            https://libmod.de/edward-lucas-how-rig-election-wie-putin-orban-demokratie-vortaeuschen/

            • Rauschi 10. Mai 2018, 17:45

              Da hab ich auch einen:
              [Die Iran-Geschäfte schnellstmöglich beenden – das hat der neue US-Botschafter Grenell deutschen Unternehmen geraten. Diese zeigten sich angesichts der US-Ausstiegs aus dem Iran-Abkommen enttäuscht.]
              Da kündigt die USA einseitig das Abkommen und droht, wie es sich ja für eine Vorzeigedemokratie gehört, allen Ländern, die an dem Abkommen fest halten wollen, mit Sanktionen. Obwohl die EAEO mehrfach bezeugt hat, das der Iran nicht an dem Atomprogramm weiter arbeitet. Ich könnte kotzen, wenn ich immer noch lesen muss, die wären uns in der Mentalität doch so nahe.
              Super Deal, solche Verbündete wünscht sich doch jeder, oder? Zusätzlich geht jetzt die Bombardierung Israels gegen iranische Stellungen in Syrien los, die schon den ersten Gegenschlag provoziert hat.
              Wenn es blöd läuft, läuft das auf einen dritten Weltkrieg hinaus. Aber nur aus dem besten Gründen, schon klar.
              Merci Amerika*

            • Stefan Sasse 10. Mai 2018, 20:55

              Danke!

  • Rauschi 8. Mai 2018, 15:58

    Die für mich aber immer noch am wenigsten nachvollziehbare Geschichte bleibt die zurecht als pathologisch betitelte Russland-Freundschaft der deutschen Linken. Für mich ist die beste Erklärung tatsächlich traditioneller Anti-Amerikanismus, ein zum Prinzip erhobenes „der Feind meines Feindes ist mein Freund“, was sich auch in der Sympathie der Linken für Bewegungen wie die Hisbollah niederschlägt.
    Das drehe ich einfach mal um:
    Die für mich aber immer noch am wenigsten nachvollziehbare Geschichte bleibt die zurecht als pathologisch betitelte Amerika-Freundschaft der deutschen „Progressiven“. Für mich ist die beste Erklärung tatsächlich traditioneller Anti-Russlandismus, ein zum Prinzip erhobenes „der Feind meines Feindes ist mein Freund“, was sich auch in der Sympathie der „Progressiven“ für Bewegungen wie die Al-Nusra Front oder ähnlich geartete syrische „Rebellengruppen“ niederschlägt.

    Stimmt das?
    Was genau Anti-Amerikanismus sein soll, ist mir immer noch ein Rätsel. Was lehnen die Menschen mit dieser Phobie denn ab? Die Techik, die Unternehmen, die Menschen, die Politik? Fragen über Fragen, aber Hauptsache, wieder ein Totschlagargument analog zur Antisemitismuskeule bei Kritik an Israel rausgehauen.

    • Stefan Sasse 8. Mai 2018, 17:19

      Wo du schon so lieb nach der Definition fragst, ich hab da vor Jahren mal was dazu geschrieben: http://geschichts-blog.blogspot.de/2012/11/der-ursprung-des-anti-amerikanismus.html

      Und ich bin amerikafreundlich, weil ich viele Gemeinsamkeiten mit den USA sehe – und wenig mit Russland. Wir sind den Amerikanern mentalitätsgeschichtlich, von der Gesellschaft und den Werten her deutlich näher als den Russen. Dazu sind die USA eine Demokratie, und Russland nicht. Hätte ich gerne ein entspanntes Verhältnis zu Russland? Klar doch. Aber ich sehe nicht, wie sich das gleichzeitig zu einer Freundschaft zu den USA erhalten lassen soll (von denen dazu noch unsere Sicherheit abhängt), und die ist mir wichtiger.

      • Rauschi 9. Mai 2018, 07:47

        Aber das heutige Russland ist eine rechtsradikale Diktatur. Was genau gibt es da für Überschneidungen mit einer sich als demokratisch und international verstehenden Linken? Das ist pathologisch, stammt noch aus früheren Zeiten. Ein Relikt.
        Ein Relikt, wie der Krieg, den Sie aber nicht ablehnen? Das Amerika sicher nicht als „linksliberal“ bezeichnet werden kann, muss ich wohl nicht extra erklären, oder?

        Und ich bin amerikafreundlich, weil ich viele Gemeinsamkeiten mit den USA sehe – und wenig mit Russland.
        Welche denn? Das Rechtssystem, das dafür sorgt, das 30% der Amerikaner vorbestraft sind und damit das aktive Wahlrecht verlieren? Das dort die Todesstrafe gilt? Das dort pro Kopf der Bevölkerung mehr Menschen im Knast sitzen, als in jedem anderen Land der Welt? Dass die Ungleichheit die bei uns um Längen übertrifft? Dass dort ein Unternehmer zum reichsten Mann der Welt aufsteigt, der seine Mitarbeiter so mies entlohnt, das diese auf Essenmarken angewiesen sind?
        Oder das politische System, das defacto nur aus 2 Parteien besteht und die Wahlfreiheit damit massiv einschränkt? Wo nur jemand mit ausreichend Kohle auf dem Konto die Möglichkeit hat, gewählt zu werden? Wo der Einfluss der Lobbyisten noch grösser als in Brüssel ist? Wo in einer Studie festgestellt wurde, das defacto dort eine Oligarchie herrscht:
        Dazu schreibt ein Amerikaner in der Zeit:
        [Sie vergleicht Meinungsumfragen der vergangenen Jahre mit realer Gesetzgebung und kommt zu dem Ergebnis, dass erlassene Gesetze überproportional oft auf den Willen der wenigen Reichen zugeschnitten sind, seltener auf den Willen der großen Masse des Volkes.
        Na gut: Dass die Reichen mehr Einfluss auf die Politik haben als der Typ vor dem Kiosk mit der Pulle Bier in der Hand, wussten wir immer.]
        https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-06/usa-oligarchie-kapital
        Spricht, der Pöbel hat nichts zu sagen und das ist auch gut so. Die Mehrheit des Volkes ist ja sowieso zu dumm, echte Entscheidungen zu treffen. Warum man sich aber dann als Demokratie (Volksherrschaft) rühmt, bleibt ein Rätsel.
        Studie von Cambridge hier abrufbar:
        https://www.cambridge.org/core/journals/perspectives-on-politics/article/testing-theories-of-american-politics-elites-interest-groups-and-average-citizens/62327F513959D0A304D4893B382B992B
        Oder vielleicht den Exzeptionalismus, der hier seltsamer Weise nicht diskutiert wird, obwohl sowohl Sie als auch Herr Pietsch dem Muster stets folgen? Der wesenhafte Gute kann nichts Schlechtes tun, weil er eben wesenhaft gut ist. Er darf auch nicht mit den Maßstäben für alle anderen gemessen werden, weil er so einzigartig ist.
        [Beim Amerikanischen Exzeptionalismus (englisch American Exceptionalism) handelt es sich um eine Theorie, nach der die Vereinigten Staaten von Amerika eine Sonderstellung innerhalb der entwickelten Industrienationen einnehmen…
        Sämtliche Subsysteme der amerikanischen Gesellschaft etwa Verfassung, Politik, Wirtschaft, Rechtswesen, Sozialsystem, Religionswesen sowie das gesellschaftsübergreifende Wertesystem (Ideologie) ließen sich demnach nur durch USA-spezifische Faktoren erklären, die sich aus der besonderen Geschichte des Landes ergäben. Die späte Besiedlung durch europäische Einwanderer, deren politische, wirtschaftliche und religiöse Selbstbefreiung vom Kolonialismus (Amerikanische Revolution), der (mit Frankreich geteilte) Status als Pioniernation der modernen, laizistischen Demokratie, die mit der Sklavenhaltung und ihrer späteren Abschaffung zusammenhängenden sozialhistorischen Entwicklungen sowie die Tatsache, dass auf dem Boden der USA seit dem Bürgerkrieg kein Krieg mehr stattgefunden hat, hätten sich der amerikanischen Gesellschaft so stark aufgeprägt, dass ein Vergleich mit den westeuropäischen Gesellschaften mithilfe übergreifender, also allgemeiner Kriterien und Theorien unfruchtbar bleiben müsse...
        In einer Studie entwickelte Hans Morgenthau 1964 die These, die USA hätten eine „transzendente Bestimmung“, weltweit für Frieden und Freiheit zu sorgen, da „der Schauplatz, auf dem die Vereinigten Staaten ihre Bestimmung verteidigen und fördern müssen, global geworden ist.“ Er räumte zwar ein, dass die historischen Fakten im Widerspruch zu diesen Idealen standen, doch dürfe man sich dadurch nicht täuschen lassen, sondern solle sich hüten, „den Missbrauch der Wirklichkeit mit der Wirklichkeit selbst zu verwechseln“. Die Wirklichkeit sei vielmehr die unvollendete Mission, die sich offenbare „in der Evidenz der Geschichte, wie unsere Geschichte sie widerspiegelt“.]
        https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanischer_Exzeptionalismus

        Wir sind den Amerikanern mentalitätsgeschichtlich, von der Gesellschaft und den Werten her deutlich näher als den Russen.
        Sobald ich etwas von „Werten “ lesen, überfällt mich das kalte Grauen. Diese leere Worthülse steht für nichts. Was genau damit gemeint ist, bleibt stets im dunkeln, denn das sind nur Lippenbekenntnisse, aber nichts, wonach sich die Politik ausrichtet. Ich bin der festen Überzeugung, das uns grosse Teile der amerikanischen Mentalität mindestens so fremd wie die russische sind.
        Da Sie ja so stolz auf unsere Demokratie sind, hier Umfrageergebnisse, wonach eine Mehrheit der Meinung ist, dass die USA die Schuld an der Verschärfung des Ost-West Konfliktes trägt:
        Für die gegenwärtige Verschärfung des Ost-West-Konflikts ist hauptsächlich verantwortlich:

        die USA 50%
        Russland 25%
        Die EU 7
        Alle gleichermassen 8%
        Oder das hier:
        [So hat wiederum Forsa ermittelt, dass 83 Prozent der Bürger keine Angst vor Russland haben, dass 79 Prozent die USA als größere Gefahr betrachten und dass sich 94 Prozent der Menschen gute Beziehungen zu Russland wünschen. Eine Umfrage von YouGov für die Nachrichtenagentur dpa brachte zutage, dass 48 Prozent der Deutschen US-Präsident Donald Trump für die größte Gefahr für den Weltfrieden halten, aber nur 15 Prozent Wladimir Putin.]
        http://wiese-consult.com/wp-content/uploads/2018/04/Russland-und-der-Westen_130418.pdf

        Sie stehen also mit Ihrer einseitigen Schuldzuweisung ziemlich einsam da. Jetzt können Sie gerne auch wieder auf die Dummheit des Pöbels verweisen, aber dann loben Sie bitte nie wieder unsere Demokratie, denn in Wahrheit wollen auch Sie diese nicht.

        Dazu sind die USA eine Demokratie, und Russland nicht.
        So what? Wir pflegen auch gute Beziehungen zu anderen Ländern, die sich ebenfalls nicht Demokratie nennen dürfen, und siehe oben, die USA sind auch keine mehr. Länder haben keine Freunde, nur Interessen, immer noch. Das den Russen die Lust auf Demokratie und Marktwirtschaft unter Jelzin vollkommen vergangen ist (auch dank Einmischung der USA), scheint komplett an Ihnen vorbei gegangen zu sein, oder es interessiert Sie nicht.

        Hätte ich gerne ein entspanntes Verhältnis zu Russland? Klar doch. Aber ich sehe nicht, wie sich das gleichzeitig zu einer Freundschaft zu den USA erhalten lassen soll (von denen dazu noch unsere Sicherheit abhängt), und die ist mir wichtiger.
        Die Sicherheit hängt von denen ab? Sicherheit wovor, vor dem Terror, der seit den diversen Kriegen unbestreitbar zugenommen hat? Die sollen uns vor einer Gefahr schützen, die sie selbst in die Welt gesetzt haben?
        Nochmal, dass Sie da nichts sehen können oder wollen, sagt rein gar nichts darüber aus, ob es Möglichkeiten zur Verständigung gibt. Ist Russland der natürliche Feind Amerikas, so nach dem Motto, mein Feind muss auch dein Feind sein? Obwohl die doch nur eine Regionalmacht sind und das Imperium sich wegen solcher Kinkerlitzchen keine Sorgen machen sollte? Wird uns von den USA die Freundschaft zu einem Land verboten, und wenn ja, sind wir dann eine souveräne Demokratie? Denken Sie wirklich, es besteht die Gefahr eines russischen Angriffs und wenn dem so wäre, würde Amerika sich einmischen und uns schützen? Sogar während des kalten Krieges haben die Amerikaner Europa gerne als Schlachtfeld für eine nukleare Auseinandersetzung gewählt, das war ein reales Übungsszenario:
        [Als größter Nachteil der Übungen galt die mangelnde Berücksichtigung tatsächlicher Wirkungen von Atomexplosionen. Die letzte Übung im Jahr 1989 wurde abgebrochen, nachdem Waldemar Schreckenberger, der innerhalb des Manövers die Rolle des Bundeskanzlers („Bundeskanzler übungshalber“, kurz: „BK-Üb“) innehatte, übereinstimmend mit dem tatsächlichen Bundeskanzler Helmut Kohl dem NATO-Oberkommando im Manöverszenario die Zustimmung zur Simulation von Nuklearwaffeneinsatzen nahe deutscher Großstädte versagte. Bereits bei vorausgehenden Übungen hatten SPD-Landesregierungen ihre Wintex-Teilnahme jeweils beendet, sobald es in der Übungslage zum Einsatz von Atomwaffen kam.]
        https://de.wikipedia.org/wiki/WINTEX
        Was glauben Sie, würden die heute machen? Wenn wir als Verbündete schon nur als Schlachtfeld dienen, wird da jemand Truppen schicken und einen Nuklearkrieg herauf beschwören?

        Dann noch zum unsägliche Vorwurf des Antiamerikanismus:
        Das war mal eine traurige geschichtliche Realität, soweit stimmt es. Wenn aber ein Geschichtslehrer was von
        [Wir schleppen ihn bereits seit langer Zeit in unserer historischen DNA mit herum]
        schreibt, rollen sich mir die Fussnägel auf. Sie unterrichten unsere Jugend mit so was? Zumal sich das mit Ihrer Aussage, wir hätten mentalitätsgeschichtlich so viel mit denen gemeinsam irgendwie beisst.
        Ich war schon in den USA, sogar als Bush Präsident war, weil mich das Land und nicht der Präsident interessiert hat. Ich habe viele sehr nette Menschen kennen gelernt und einige skurrile. Ich war lange Jahre für ein USA Unternehmen tätig und besitze auch Geräte dieser Unternehmen. Ich schaue gern Hollywood Filme zur Unterhaltung (nicht wie Herr Pietsch als Geschichtslektion), woran bitte wollen Sie bei mir irgendein Merkmal von Antiamerikanismus fest machen?
        Weil ich Russland nicht als natürliche Feind sehen will, das aber von mir gefordert wird, wenn ich nicht mit der Keule eins um die Ohren bekommen möchte?
        Ehrlich gesagt, verzichte ich auf solche Freunde, Ihr Verhalten erinnert doch stark an das Stockholm Syndrom.
        Liegt wohl auch daran, das der Unterschied zwischen verstehen und verteidigen immer noch nicht angekommen ist. Sie wollen die andere Seite nicht verstehen, weil Sie denken, dann müssten Sie deren Position übernehmen, was ausgesprochener Müll ist.

        • Erwin Gabriel 9. Mai 2018, 08:50

          Liebe Rauschi,

          gegen vieles, was Sie über Amerika schreiben, lässt sich nicht diskutieren, weil es einfach stimmt – da bin ich bei Ihnen. Auch würde ich mich freuen, wenn man Russland offener gegenüber treten würde.

          Auf der anderen Seite bin ich mir ziemlich sicher, dass sich Russland bei gleicher Machtfülle ebenso oder schlimmer als derzeit die Amerikaner verhalten würden.

          Wenn Russland derzeit vergleichsweise „brav“ rüberkommt, liegt das nur an deren beschränkten Möglichkeiten.

          Viele Grüße
          E.G.

          • Rauschi 9. Mai 2018, 12:52

            Das mag so sein, aber ich bin doch nicht dafür, die eine Weltpolizei gegen eine andere auszutauschen, ich will gar keine.
            Von daher hat sich das mit der Machtfülle erledigt.
            Wenn es überhaupt sowas wie eine Schutzmacht (Wovor überhaupt?) braucht, dann eine multinationale Truppe, da überlegt sich dann hoffentlich jedes Land, welchem Kriegsgrund man gerade zustimmen möchte. Wäre ein Schritt zurück zur Diplomatie, die ich für ungeheuer wichtig erachte.

            • Erwin Gabriel 9. Mai 2018, 23:08

              @ Rauschi

              Da treffen wir uns.
              Zustimmung.

              es grüßt
              E.G.

              • Rauschi 10. Mai 2018, 19:17

                ²Erwin Gabriel

                wie kommen Sie überhaupt darauf, ich wollte den einen gegen den anderen austauschen? Habe ich das jemals zum Ausdruck gebracht?
                Eine Abhängigkeit durch eine andere zu ersetzen ergibt keine Freiheit und Frieden schon mal gar nicht. Ich möchte, das die Menschen in Frieden zusammen leben können, mit einer Supermacht, die niemandem Rechenschaft schuldig ist, halte ich das für ausgeschlossen, wer auch immer diese Supermacht sein sollte.

          • Stefan Sasse 9. Mai 2018, 18:16

            Exakt das ist der Punkt auf den ich hinauswill.

          • popper 10. Mai 2018, 06:04

            Auf der anderen Seite bin ich mir ziemlich sicher, dass sich Russland bei gleicher Machtfülle ebenso oder schlimmer als derzeit die Amerikaner verhalten würden.

            Diese Behauptung ist nichts anderes als Kaffeesatzleserei, weil es dafür keinerlei Beweise gibt und sie nur dem Zweck dient, das Verhalten der USA zu relativieren und damit als normale Konsequenz der Macht hinzustellen. Das ist schon deshalb falsch, weil es ähnliche Hegemonial-Doktrin in Russland nicht gibt, wie sie etwa die UDSSR noch hatte. Damit könnte man ein Feindbild gegen jeden Staat dieser Welt aufrechterhalten.

            • Stefan Sasse 10. Mai 2018, 10:46

              Willst du mich verkackeiern?

              • popper 10. Mai 2018, 16:31

                Nein, aber ich habe etwas gegen Zirkelschlüsse nach dem Motto: Der Sasse ist ja nur so ein Russenhasser, weil er die Amis lieben muss. Denn, wenn er die nicht mehr lieben müsste, wäre er bestimmt ein Freund der Russen und glühender Putin-Verehrer.

      • Logos 9. Mai 2018, 17:13

        Prof. Rainer Mausfeld, der gewissen „Deutschlehrern“ in vielerlei Hinsicht (Kompetenz, Intellekt, Wahrheitsverbundenheit, Wissenschaftlichkeit) meilenweit überlegen ist, entlarvt in seinem außerordentlich sehenswerten Vortrag [1] die heutige Verwendung des Begriffs „Antiamerikanismus“, als das, was es tatsächlich ist: ein Denunziations- und Kampfbegriff.
        Auszugsweise im O-Ton des pdf-Mauskriptes:

        Eine weitere Klasse kognitiver Mentalvergiftung stellen Denunziationsbegriffe und Diffamierungsbegriffe dar. Unter solchen Begriffen erfreuen sich gegenwärtig Begriffe wie ‚Querfront‘, ‚Verschwörungstheorie‘, ‚Antiamerikanismus‘, … Beliebtheit bei den Macht- und Funktionseliten. Diese Begriffe haben eine perfide Logik: Sie beruhen auf einer … gedanklichen Verklammerung unterschiedlicher Themenbereiche, durch die suggeriert wird, zwei gänzlich unabhängige Themenbereiche seien gleichsam ihrem Wesen nach miteinander verwoben. Auf diese Weise sollen speziell Themen, deren öffentliche Diskussion die Machteliten und die sie stützenden Elitengruppen als unerwünscht und abträglich für ihren Status ansehen, dadurch in Diskredit gebracht werden, dass sie mit Themen verklammert werden, die geächtet sind oder als anrüchig gelten … Durch eine solche Verklammerung können sich die Machteliten und Funktionseliten vor Kritik immunisieren, indem sie bestimmte Themenbereiche aus dem öffentlichen Diskussionsraum verbannen.

        Im Übrigen mutet da eine angebliche „Freundlichkeit“ gegenüber „Amerika“ doch eher wie tiefste Einseitigkeit, Scheuklappen- bzw. Tunnelblick, Kritiklosigkeit, Unterwürfigkeit, Bütteltum oder gar Hörigkeit gegenüber der US-Regierung an – bei gleichzeitigem Anlegen eines haarsträubenden Doppelstandards: Auf der anderen Seite eine an eine pathologische Phobie grenzende Feindschaft gegenüber Russland. Hinreichend geistig gesunde Menschen hingegen bewahren sich einen nicht deformierten Skeptizismus gegenüber beiden Mächten bei gleichzeitigem Bemühen um Wahrheitsfindung, egal, wo diese hinführt. Die vorgenannten Verblendeten wähnen sich hingegen im Besitz sakrosankter „Wahrheiten“ (TM).

        [1] „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“, Organisiert von: IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges
        https://youtu.be/Rk6I9gXwack?t=2614
        https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack&feature=youtu.be&t=2486

        [2] https://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die_Angst_der_Machteliten_vor_dem_Volk.pdf

  • Erwin Gabriel 8. Mai 2018, 16:58

    Ad 4)

    Das Argument ist nicht neu, aber es ist gut, dass Mark Schieritz einmal mehr an prominenter Stelle den völligen Irrsinn deutscher Fiskalpolitik benennt.

    Ich stimme zu, dass Schulen, Brücken, Autobahnen etc. als Infrastruktur auch über Schulden finanziert werden. Das sollte aber nach sich ziehen, dass Steuergelder, die nicht für Investitionen, sondern für den Verbrauch ausgegeben werden (Sozialhilfe, Rentenzuschüsse, Flüchtlingskosten, Wehretat, Beamtenapparat, Schuldendienst etc.) nicht aus Schulden finanziert werden dürfen; bereits so entstandene Schulden sind umgehend aus den laufenden Abgaben zu tilgen, um die nachfolgenden Generationen von unseren Konsumkosten zu entlasten.

    Passiert das nicht in gleichem Maße, ist der ganze Kommentar Bullshit.

    E.G.

    • popper 10. Mai 2018, 06:15

      @Erwin Gabriel

      Begreifen Sie doch mal, dass immer und alles aus Schulden finanziert wird. Geld fällt ja nicht vom Himmel. Und Schulden bestehen aus Forderung und Verbindlichkeit, d.h. dass die nachfolgenden Generationen aus den Verbindlichkeiten des Staates auch Forderungen in Form einer Rendite haben, der erst den Aufbau eines temporären Nettogeldvermögens möglich macht.

      • Stefan Pietsch 10. Mai 2018, 10:30

        Das wiederholen Sie nun so oft, nur, was folgt für Sie daraus? [Logik bedeutet, Konsequenzen zu ziehen.]

        • popper 10. Mai 2018, 15:31

          Logik bedeutet, Konsequenzen zu ziehen.

          Logik heißt doch eher, aus wahren Prämissen gültige Schlüsse ziehen. Denn die Logik allein führt formal zur Beliebigkeit, was gerade ihre Artikel und Kommentare immer wieder exemplarisch unter Beweis stellen.

          In der Sache haben Sie offenbar mal wieder nichts zu bieten als Sprüche.

  • Logos 10. Mai 2018, 12:51

    Bezugnehmend auf [0] – @Sasse:
    Nur helfen ihnen und ihresgleichen diese Konjunktive weder irgendwie weiter, noch stellt sie das von denen Vorwürfen tiefster Einseitigkeit und haarsträubendster Doppelstandards frei.
    Denn Fakt ist und bleibt:

    1) Rauschi oder andere haben nicht gesagt: Die Russen/Putin sind „die Guten“.

    2) Es sind die USA und nicht Russland, welche eine Militärmaschinerie mit einem Militärbudget betreiben, welches höher ausfällt als der gesamte Rest der Welt .

    3) Es sind die USA und nicht Russland, welche auf der ganzen Welt rund 1000 Militärbasen [1] betreiben. Russland hat 20. Dennoch wird Russland als aggressiv diffamiert. [1a] Die USA hingegen generieren sich als die „Friedensbringer“ und/oder werden so dargestellt.

    4) Es sind/waren die USA und nicht Russland, welche überall in der Welt Regierungen geputscht und Regime-Changes herbeigeführt haben [2]- egal wie demokratisch gewählt der Präsident (Mossadek, Salvador Allende) und egal wie unterdrückend der an die Macht geputschte Diktator (der Schah, Pinochet) war.

    5) Es sind die USA und nicht Russland, welchen ein Konstrukt propagandieren, die einen in eine Ideolgogie gegossenen haarsträubenden Doppelstandard darstellt, welche der USA „erlaubt“
    – sich an keine internationale Rechtsnorm (UN, Völkerrecht) halten zu müssen, [3]
    – sich nicht daran messen zu lassen, was die USA von allen anderen mit der größten Selbstverständlichkeit einfordern
    – und umgekehrt all das zu tun, was man bei anderen nicht nur verurteilt (Demokratie untergraben, Menschenrechte mit Füßen treten (Guantanamo u.a.), sondern als „Anlass“ für Kriege missbraucht.
    Nennt sich US-Exzeptionalismus [3a]

    6) Es sind die USA und nicht Russland, welche die Welt mit einem völkerrechtswidrigen Angriffkrieg überziehen.

    7) Es war auch nicht Russland, sondern die USA, welche die Welt in den letzten 15 Jahren mit diversen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen überzogen haben

    8) Es sind nicht Russland, sondern die USA, die sich seit ihrer Gründung zu über 90% Kriege gegen andere Länder führen [4] [4a].

    9) Es sind nicht die russischen, sondern die US-amerikanischen Präsidenten, die ALLE während ihrer Amtszeit mindestens einen Krieg führten. [5]

    10) Es war auch nicht ein russischer, sondern die US-amerikanischer Präsident, obwohl er praktisch durchgängig und damit längere Zeit Krieg führte, als allen anderen US-Präsidenten [6]. Dennoch hat Obama den Friedensnobelpreis erhalten, während Putin als „ganz Böser“ diffamiert wird. Orwell lässt grüßen: Krieg ist Frieden, Lüge ist Wahrheit, Kriegsverbrecher ist Friedensnobelpreisträger. Hurra, willkommen in Absurdistan!

    11) Es sind die USA und nicht Russland, die nach dem 2. Weltkrieg in den von ihnen geführten Kriegen sechs [7] bis 30 Millionen Menschen ermordeten [8]

    12) Es sind die USA und nicht Russland, die unter Anlegen ihrer eigenen Kriterien „a leading terror nation“ (Noam Chomsky) sind.

    Dennoch, trotz all dieser Bände sprechenden Fakten, stellt sich das US-Imperium als „die Guten (TM)“ [9] hin: es behauptet, ein „benevolentes“ (wohlwollendes/gutmütiges) Imperium [10] zu sein, obwohl das ein Widerspruch in sich ist, alle Empirie auf den Kopf stellt und somit eine Fakten verhöhnende geschichtliche Absurdität darstellt.

    Soweit die Fakten. Und deswegen werden sie, Herr Sasse, sich zu Sache weiter in Schweigen hüllen und nichts Substanzielles vorbringen, was einer kritischen Belastung Stand hält, weil sie sich eine harte, an den Tatsachen orientierende Sachdiskussion gar nicht leisten können: die Fakten sind zu erschlagend. Stattdessen zeihen sie sich auf irgendwelche fiktiven Szenarien zurück. Und DENNOCH wähnen ausgerechnet sie sich auf der Seite „der Guten (TM)“?

    Apropos „fiktive Szenarien“: sofern sich Russland de facto (nicht nur unterstellt) genauso dreckig wie die USA verhalten sollten (s.o.), dann würden Rauschi und ich das ebenso vernichtend verurteilen! Warum? Weil wir uns im Gegensatz zu ihnen der Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet fühlen und nicht wie sie irgendwelchen kaputten ideologischen Präferenzen.

    Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass der Stalinismus in der UdSSR ein widerwärtiges, menschenverachtendes Regime, die UdSSR keine Demokratie war (wie die USA auch nicht) und dass Russland nicht die UdSSR sowie Putin kein lupenreiner Demokrat ist.

    Sollten sie trotz dieser Fakten wohl dennoch weiter an ihrer zutiefst parteiischen Einseitigkeit und Doppelstandards festhalten und weiter Fakten auf den Kopf stellen, disqualifiziert sie dies für jegliche ernst zu nehmende Äußerung in dieser Sache.

    [0] http://www.deliberationdaily.de/2018/05/kanye-west-besucht-auschwitz-putin-kritisiert-das-bfr-und-trump-fuehlt-sich-diskriminiert-vermischtes-08-05-2018/#comment-65981
    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Milit%C3%A4rbasen_der_Vereinigten_Staaten_im_Ausland
    [1a] https://www.nachdenkseiten.de/?p=37010
    [2] https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_involvement_in_regime_change
    [3] https://youtu.be/Rk6I9gXwack?t=2695
    [3a] https://kritisches-netzwerk.de/forum/was-uns-obama-west-point-sagte
    [4] http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP18317_171117.pdf
    [4a] http://www.loonwatch.com/files/2011/12/we-re-at-war-and-we-have-been-since-1776/
    [5] http://www.gegenfrage.com/usa-gegruendet-vor-239-jahren-davon-222-im-krieg-93/
    [6] https://www.heise.de/tp/features/Unter-Obama-waren-die-USA-am-laengsten-im-Krieg-3221957.html
    [7] https://www.journal21.ch/seit-1945-sechs-millionen-tote-in-us-kriegen
    [8] https://www.contra-magazin.com/2015/10/seit-1945-usa-toeteten-ueber-30-millionen-menschen/
    [9] https://www.youtube.com/watch?v=grzHasdKSXg
    [10] https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack&feature=youtu.be&t=3648

    • Stefan Sasse 10. Mai 2018, 20:55

      1) Habe ich auch nie behauptet. Ich verstehe nicht woher diese Verteidigung der Bösen kommt.
      2) Hab ich nun schon öfter diskutiert…
      3) Die Russen haben halt auch fast keine Freunde und Verbündeten, die USA dagegen viele.
      4) Kuba, Vietnam, Korea, Ukraine…auch Russland hat eine lange Liste von Putschen und Aufständen.
      5) Stimmt, die Russen stehen dazu, dass sie glauben dass die Regeln nicht für sie gelten. Das ist natürlich viel besser.
      6) Die ganze Welt gleich! Mit nur einem einzigen Krieg!!!elf!!!1!!
      7) Ne, die Russen machen da erst seit 2014 wieder mit.
      8) Man führt selten Kriege nicht gegen andere Länder. Und die Sowjets waren nicht gerade Lämmer.
      9) Stimmt zwar nicht, aber lass dich nicht abhalten.
      10) Und du hast es als einziger durchschaut. Gratulatuon.
      11) Ja, die US-Außenpolitik während des Kalten Kriegs ist kein Ruhmesblatt.
      12) Mehr so beide.

      • Rauschi 11. Mai 2018, 09:56

        Alles in Allem sehr entlarvende Antworten, die zumindest in der logischen Kosequenz die Schlussfolgerung: beide sind nicht die Guten zulässt, oder nicht?

        Aber besonders das
        3) Die Russen haben halt auch fast keine Freunde und Verbündeten, die USA dagegen viele.
        zeugt von einer Blickverengung, die ihresgleichen sucht.
        Hallo, das sind kein Freundschaftszentren, das sind Militärbasen, die eigentlich nur den einen Schluss zulassen:
        Amerika sieht sich von so vielen Feinden umzingelt, das es meint überall eine Abwehr aufbauen zu müssen, in Gegensatz zu Russland, das offensichtlich sehr viel weniger sieht.

        oder auch
        7) Ne, die Russen machen da erst seit 2014 wieder mit.
        Da machen die einen nach, was die anderen Vormachen, aber nicht das Vorbild steht am Pranger?
        Dann wurde aus aktuellem Anlass mal wieder die Annektion der Golanhöhen durch Irsrael erwähnt, das war 1981! Möchten Sie mal raten, wer damals dafür gesorgt hat, das es keine Sanktionen gab? Kleiner Tip, es sind die gleichen, die Sanktionen gegen Russland wegen einer Annektion gefordert haben. Gleicher Masstab, wohl Fehlanzeige.

        10) Und du hast es als einziger durchschaut. Gratulatuon.
        Das soll eine Antwort sein? Stimmt es nicht, dann Fakten auf den Tisch.

        Oder zu 11, was würde Sie schreiben, wenn ich lapidar meinen würde, die russische Aussenpolitik seit dem Zusammenpolitik ist kein Ruhmesblatt, würden Sie das gelten lassen?

        oder 12) Mehr so beide.
        Warum finden Sie dann Amerika besser, wenn das auch eine führende Terrornation ist und zwar nach Ihren Worten?

        • Rauschi 11. Mai 2018, 09:58

          Sorry, muss statt Aussenpolitik seit dem Zusammenpolitik
          Aussenpolitik seit dem Zusammenbruch der UDSSR heissen

          • Stefan Sasse 11. Mai 2018, 17:18

            Technisch gesehen sogar „Außenpolitik“, im Deutschen kommt das Doppel-s nur nach kurzen Vokallauten.

        • Stefan Sasse 11. Mai 2018, 17:18

          „Entlarvend“ ist das nur wenn du der Überzeugung warst ich würde argumentieren, die USA seien „die Guten“. Sind sie nicht. Sie sind nur besser als Russland.
          Zu 3)
          Die Militärbasen sind heute nicht mehr da, weil die USA einmarschiert sind, sondern weil die Gastländer die da wollten (mit der Ausnahme von Guantanmo Bay, aber selbst die war bis Castro noch eingeschränkt auf Gegenseitigkeit beruhend). Wenn ein Land eine US-Basis loswerden will, kann es den entsprechenden Vertrag kündigen (erneut: Kuba ist ein Sonderfall). Russische Truppen will halt außer Assad keiner freiwillig im Land haben.
          zu 7)
          Was haben denn die Golanhöhen plötzlich mit Russland zu tun? Oder mit den USA?

          • Ralf 12. Mai 2018, 03:39

            Russische Truppen will halt außer Assad keiner freiwillig im Land haben.

            Suedossetien? Transnistrien? Abchasien? Ostukraine? Krim?

            • Stefan Sasse 12. Mai 2018, 08:19

              Ich rede von einem Land, das völkerrechtliche Verträge schließen kann.

              • Rauschi 12. Mai 2018, 09:35

                Wie wäre es dann mit Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Syrien, Weissrussland?
                Der Stützpunkt Sewastepol wurde von der Ukraine auf 40 Jahre gepachtet, der Vertrag war gerade von der alten Regierung verlängert worden, bevor es zum Putsch kam.
                Wenn Russland sich bedroht fühlt, dann doch nicht überall auf der Welt, sondern nur im unmittelbaren Umfeld.
                Glauben Sie ernsthaft, die USA würde teuere Auslandsstützpunkte unterhalten, nur weil irgendein Land sich durch irgendwen bedroht fühlt? Ernsthaft? Fakt ist, die sehen überall Bedrohungen für Ihre Vormacht und wollen überall schnellst möglich eingreifen können, das spricht überhaupt nicht dafür, das die USA von Freunden umzingelt ist. Eher für die Unterwerfung unter den Machtanspruch der defacto stärksten Armee der Welt.
                Was die Golan Höhen mit den USA zu tun haben? Ich habe den Tip schon gegeben. Der Umgang mit einer Annektion, die von der UN auf das Schärfste verurteilt wurde. Es gab und gibt keine Sanktionen, obwohl der Zustand seit 1981 anhält, also seit 37 Jahren, weil die USA immer ihr Veto eingelegt haben. Das ist ein Grund, warum es keinen Frieden zwischen Syrien und Israel gibt, denn offiziell gehören die Golan Höhen zu Syrien. Wo bleibt da der Aufschrei, Völkerrechtsbruch, Sanktionen her?
                Warum die weniger schlecht sind, erschliesst sich mir immer noch nicht. Warum bei deren Verletzungen des Völkerrechts nicht auch Zeter und Mordio geschriehen wird, erst recht nicht. Egal, welches Land einen Rechtsbruch begeht, die gehören angeklagt und verurteilt, mein Credo von Anfang an.

              • Logos 12. Mai 2018, 13:21

                das völkerrechtliche Verträge schließen kann.
                Sie wurden nun mehrfach auf den US-Exzeptionalismus hingewiesen, aufgrund dessen das US-Imperium ganz offen erklärt, nicht durch internationale Verträge oder Regeln gebunden zu sein …

                … und dem auch durch diverse völkerrechtswidrige Angriffskriege und die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen auf Guantanamo Taten der Schande folgen lässt.

                All das wissen sie.
                Dem zum Trotze schwadronieren sie ausgerechnet im Kontext des US-Imperiums von „Völkerrecht“?
                Was sagt das dem hinreichend kritischen Leser?
                Welche Zeugnisse der Doppelzüngigkeit wollen sie eigentlich noch zum Schlechtesten geben?

                • Stefan Sasse 13. Mai 2018, 11:10

                  Wenn du mich freundlich zu der Stelle linken würdest wo die USA sagen sich grundsätzlich nicht an von ihnen geschlossene völkerrechtliche Verträge gebunden zu fühlen.

                  • Logos 13. Mai 2018, 21:00

                    USA sagen sich grundsätzlich nicht an von ihnen geschlossene völkerrechtliche Verträge gebunden zu fühlen.
                    Nur damit es hinterher nicht heißt, sie hätten „unglücklich“ formuliert und da sei doch alles ganz anders gemeint gewesen:

                    Sie leugnen also allen Ernstes, dass das US-Imperium sich nicht durchs Völkerrecht binden lässt und dieses bestesnfall dann befolgt, wenn es sich selbst Vorteile davon verspricht?

                    Dass sie geflissentlich über die beiden ganz konkreten Beispiele hinweggehen habe ich zur Kenntnis genommen und werte ihr Schweigen in dieser Sache als indirektes und unfreiwilliges Eingeständnis.

                    • Stefan Sasse 14. Mai 2018, 06:22

                      Mir wäre nicht bekannt, dass die USA je ein offizielles Statement rausgehauen hätten, dass sie sich nicht ans Völkerrecht gebunden fühlen. Dass sie es in der Vergangenheit nicht immer eingehalten haben ist glaube ich unumstritten.

                    • Rauschi 15. Mai 2018, 12:23

                      Dass sie es in der Vergangenheit nicht immer eingehalten haben ist glaube ich unumstritten.
                      Muss ein Lügner offiziell zugeben, das er ein Lügner ist oder reicht es, wenn er in mehrfachen Fällen überführt ist?
                      Das Konzept des Exzeptionalismus beinhaltet das Recht, sich nicht an für andere geltendes Recht halten zu müssen. Kennen Sie das nicht? Wie sind denn bitte sonst die vielfachen Verletzungen des Völkerrechts zu erklären, ausser durch den Umstand, das sich die USA nicht daran gebunden fühlen? Drohnenmorde wären dann auch passe, denn auch die sind nicht in Einklang damit zu bringen.

                    • popper 16. Mai 2018, 07:43

                      @Sasse

                      schon in der Bibel steht der Grundsatz, der da lautet: „…an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen…“

                      Denken Sie dabei an den Irak, Libyen und jetzt Syrien, dann erkennen Sie nicht, dass den USA, wenn es um ihre Interessen geht, das Völkerrecht völlig egal ist?

          • Logos 12. Mai 2018, 08:06

            Sie sind nur besser als Russland.
            Die ihnen zur Kenntnis gebrachten Tatsachen [1], die sie nicht widerlegen, sondern nur substanzlos schönreden, leugnen oder verdrehen konnten, strafen diese geschichtsklitternde Faktenverdrehungen Lügen.

            Die Militärbasen sind heute nicht mehr da, weil die USA einmarschiert sind, sondern weil die Gastländer die da wollten
            Auch das bedient in seiner Undifferenziertheit nur das propagandistische offizielle Narrativ. Das kann allein schon deswegen so nicht stimmen, weil sich davon nur die allerwenigsten Länder von anderen bedroht fühlen. Und schon gar nicht de facto bedroht werden.

            Es spricht doch für sich, dass ich es mir leisten kann, im Detail auf alle ihre 12 „Erwiderungen“ einzugehen [2], während ihnen jetzt nichts anderes übrig bleibt, als nur noch einen in der für sie typischen Inhaltsleere, Undifferenziertheit, Einseitigkeit und Zweifelhaftigkeit aufzugreifen („einzugehen“ wäre zuviel gesagt).

            Rauschi hat völlig recht: Ihre „Einlassungen“ sind entlarvend. Entlarvender, als ihnen lieb sein kann.

            [1] http://www.deliberationdaily.de/2018/05/kanye-west-besucht-auschwitz-putin-kritisiert-das-bfr-und-trump-fuehlt-sich-diskriminiert-vermischtes-08-05-2018/#comment-66003

            [2] http://www.deliberationdaily.de/2018/05/kanye-west-besucht-auschwitz-putin-kritisiert-das-bfr-und-trump-fuehlt-sich-diskriminiert-vermischtes-08-05-2018/#comment-66048

      • Logos 12. Mai 2018, 07:49

        Um der Wahrheit Willen (ein Kontext, mit dem so mancher hier augenscheinlich auf Kriegsfuß steht) dürften die vorausgehenden Behauptungen nicht unwidersprochen gelassen werden:

        1) Stimmt: explizit haben sie das nicht behauptet. Implizit aber wird von ihnen und ihresgleichen hier ständig so getan, als ob diejenigen, die im Gegensatz zu Ihnen de facto
        – um Wahrheitsfindung, Objektivität und Anlegen gleicher Standards ringen,
        – den Mut aufbringen, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, anstatt naiv, unkritisch, realitätsvergessen und unreflektiert jeden noch so hanebüchenen Nonsens nachzuplappern, der von der wie gleichgeschalteten Mainstreampropaganda (Skripal und Giftgas in Syrien) zugemutet wird und
        – zutiefst zweifelhafte Vorwürfe in Richtung Russland/Putin anhand von Logik und Fakten kritisch hinterfragen
        kategorisch und unkritisch auf Seiten Russlands stünden.
        Dann wird man hier von ihresgleichen als „Putinversteher“ oder gar „Putinfreund“ diffamiert. Wobei es ja schon von pathologischer Verblendung und zutiefst deformierter Pseudologik zeugt, wenn „verstehen“ als Vorwurf missbraucht wird. Verständnis ist die Grundlage jeglicher qualifizierten Analyse. In einem Anfall moralischen und intellektuellen Versagen wird aus ihrem Lager hingegen so getan, als ob „verstehen“ „zustimmen“ oder „Schlimmeres“ hieße.
        Ihre Bemerkung „die zurecht als pathologisch betitelte Russland-Freundschaft“ untermauert das eindrücklichst. Also ersparen sie doch bitte ihren Lesern den Versuch, hier einen evident falschen Eindruck zu erwecken.

        BTW: Sie erkennen ja nicht einmal die Selbstbezüglichkeit ihrer Bemerkung „Habe ich auch nie behauptet“ denn Fakt ist doch ebenso: ich habe nicht behauptet, dass sie das behauptet hätten! Aber der Grund, der sie zu dieser Bemerkung veranlasste, trifft auf Personen, die sich Wahrheit, Logik und Gerechtigkeit verpflichtet fühlen und dennoch dafür diffamiert werden, nicht weniger zu. Meinetwegen schwafeln sie gern weiter „die Bösen“ – das sagt doch viel mehr über sie, nämlich ihre Geisteshaltung aus, als das, worüber sie schreiben.

        2) Das können Sie soviel „diskutiert“ (eine unfassbare Beschönigung angesichts ihrer unsachlichen Einseitigkeiten) haben, wie sie wollen: die für sich sprechenden Zahlen lassen sich nicht weglügen.

        3)
        A) Allein der moralisch/intellektuelle Kurzschluss „Freundschaft“ > „Militärbasen“ spricht Bände und lässt tiefer blicken, als ihnen, Herr Sasse, lieb sein kann.

        B) Sofern das ein korrektes Argument WÄRE (Bewußt den Konjunktiv verwendet, da die Richtigkeit fundamental in Abrede gestellt wird), dann müssten ja Deutschland und jede Menge andere Länder auch Militärbasen bzw. viel mehr als jetzt haben. Da passt etwas überhaupt nicht zusammen.

        C) Ist es nur blanke Geschichtsvergessenheit oder schon tumbe Geschichtsklitterung angesichts historischer Fakten die unfassbare Anzahl an Militärbasen pauschal und undifferenziert mit „Freundschaft und Verbündeten“ schönzureden, obwohl einige davon durch das US-Imperium erst durch Kriege unterlegenen Ländern aufgenötigt wurden. Letzteres ist das glatte Gegenteil von „Freundschaft“.

        4)
        A) Russland ist nicht die UdSSR und die Sowjetunion ist nicht Russland! Was ist denn daran so schwer zu verstehen?
        B) Selbst die UdSSR lange nicht soviel wie das US-Imperium
        C) Russland oder die UdSSR hat in Kuba [1], Korea oder Vietnam geputscht? Nicht einmal in der zutiefst pro-US-amerikanisch ausgerichteten wikipedia ist derartiges zu finden. Solange sie also für ihre zutiefst zweifelhafte Behauptungen keinen Beleg liefern, ist jeder gut beraten, von Geschichtsfälschung auszugehen.
        D) Fakt ist: der Vietanm-Krieg wurde durch eine Lüge des US-Imperiums (Tonkin) begonnen. Nicht der UdSSR. Und Russland schon gar nicht.
        E) Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern: der Maidan-Vorfall und damit der Putsch in der Ukraine wurde durch das US-Imperium eingerührt (> Viktoria Nuland). Wer wurde denn in der Ukraine an Macht geputscht? Rechtsextreme/Neonazis mit einem US-Vasall an der Spitze. Wieder einmal stellen sie die Fakten aus den Kopf.

        5) Richtig ist: Das US-Imperium steht mit dem US-Exzeptionalismus offen dazu, dass internationale Regeln nicht für sie gelten. Gleiches für Russland ist bisher nichts als eine unbelegte Behauptung. Hier der Link zum US-Exzeptionalismus. Sofern es sich so verhielte (bewußt den Konjunktiv verwendet), wie sie bislang substanzlos behaupten, dann sollte es doch kein Problem für sie, Herr Sasse, sein, in der zutiefst pro-US-amerikanisch ausgerichteten wikipedia ein Pendant für Russland zu liefern. Oder etwas doch? Solange sie also für ihre zutiefst fragwürdige Behauptung keinen Beleg liefern, sollte von Geschichtsklitterung/Propaganda/Desinformation ausgegangen werden.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanischer_ Exzeptionalismus
        Professor Mausled stellt fest, dass „expezionalismus“ eine moralische und intellektuelle Pathologie ist, dass sich aber dennoch immer iregenwelche „Intellektuellen“ finden lassen, die dieser Pathologie das Wort reden. Womit keinesfalls angedeutet werden soll, dass sie ein Intellektueller wären. Ich halte Sie fürs glatte Gegenteil.

        6) Sorry, hätte lauten sollen: Es sind die USA und nicht Russland, welche den nahen Osten mit einem völkerrechtswidrigen Drohnenkrieg überziehen.
        Und nun, Herr Sasse? Kommt von ihnen wieder nur inhaltsleere Schaumschlägerei? BTW: „!!elf!!!1!!“ nimmt ironisch aufs Korn, wenn jemand multiple Ausrufungszeichen verwendet. Das habe ich NOCH NIE! Schon gar nicht im meiner Fakten-getränkten Widerlegung ihrer Desinformationspropaganda. Im gesamten Artikel wurden nur zwei Ausrufungszeichen verwendet. In den zwölf Punkten GAR KEINES. Auch wenn das nur eine Marginalie ist, so zeugt ihre täuschende Verwendung von „!!elf!!!1!!“ doch nur von ihrem augenscheinlich zutiefst gespaltenen Verhältnis zur Wahrheit. Was sich nahtlos einreiht in ihre übrigen schweren Realitäts-Verzerrungen.

        7) Den Ukraine-Krieg hat doch das US-Imperium maßgeblich verursacht. Hören die doch endlich auf, ihre Leser verdummen zu wollen, indem sie dreist die Fakten auf den Kopf stellen.

        8) Es geht um den erschreckenden SACHVERHALT, dass das US-Imperium fast durchgängig, deutlich über 200 Jahre lang, Krieg führ[t]en und ihre Erwiderung erschöpft sich in belangloser Formulierungs-„Kritik“ und der folgenden Substanzlosigkeit? „Keine Lämmer“ soll allen Ernstes das relativierende Pendant zu über 200 Jahren Krieg darstellen? Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie schwerstens deformiert die von ihnen angelegten Maßstäbe sind, dann wäre er damit erbracht .

        9) Meine Feststellung ist belegt und ihre „Erwiderung“ erschöpft sich wieder einmal nur in einer substanzlosen Leugnung? Das spricht doch Bände.

        10) Der Tatsache, welche belegt, wie irre diese Zeiten sind und wie unfassbar dreist orwellsches doublespeak „Krieg ist Frieden“ in hochoffizielle Propaganda (Friedensnobelpreis) umgesetzt wurde, setzen sie nicht nur neuerlich eine inhaltsleere Phrase, sondern sogar noch eine offensichtliche Unwahrheit entgegen?! Wie kann ich der Einzige sein, wenn dafür ein externer Beleg angeführt wird?

        11) Zu „kalter Krieg“: dies bezeichnet eine zeitliche Phase des Konflikts zwischen „den Westmächten“ und „dem Ostblock. Die in Punkt 11 angesprochen Toten haben haben weder etwas mit „kaltem Krieg“, noch dem Ostblock zu tun und sind auch keineswegs auf diesen Zeitabschnitt beschränkt:
        Es geht um HEISSE Kriege gegen diverse Länder, die bis in die aktuellste Gegenwart hinreichen und mit einem sich abzeichenenden Krieg gegen den Iran einen neuen Höhepunkt erreichen könnte. Diesem zutiefst beunruhigenden und erschreckenden Sachverhalt wird ein lakonisches „während kalten Krieges kein Ruhmesblatt“ nicht ansatzweise gerecht. Es ist vielmehr Beschönigung par Exzellence bis hin zu mehr oder weniger offener Menschenverachtung!

        12) Nicht einmal das stimmt: die Unterstützung von Terror-Organisationen wie „al Quaida“, „al Nursa“ oder ISIS/IS durch das US-Imperium ist Stand gesicherter Erkenntnis. Obendrein sagte Noam Chomsky zu Recht:
        “ the US drone campaign is world’s biggest terrorist action“
        Nennen sie vergleichbare Terror-Unterstützung seitens Russland, die ähnlich gesichert ist! Aber bitte nicht noch mehr leere und substanzlose Behauptungen und Hirngespinste, sondern ausnahmsweise mal belastbare Belege!

        Vergessen hatte ich:

        13) Es ist die vom US-Imperium geführte Militär-Organisation NATO, die trotz gegenteiliger Versprechungen immer weiter in Richtung Russland ausgeweitet wurde und nicht umgekehrt.

        14) Es waren die USA und nicht die Sowjetunion, welche unter größter Menschenverachtung in Vietnam mit massenweise Agent-Orange abkübelten, ganze Landstriche kontaminierten und damit bis heute zu schwersten Leid und Krankheiten führen.[2]

        15) Es waren die USA und schon gar nicht Russland, welche mit Urankernmunition ganze Landstriche auf unabsehbare Zeit radioaktiv verseuchten und damit de facto einen Genozid verursachen.[3]

        Welche für sich selbst sprechenden Relativierungsversuche haben sie dafür?

        ERGO
        Ihr gesamter Kommentar ist ein einziges Konvolut haarsträubender und unhaltbarer Relativierungen der unfassbaren Gewalt des US-Imperiums. Angesichts dieses Umstandes könnten sie sich der Antwort auf „Ich verstehe nicht woher diese Verteidigung der Bösen kommt“ nähern, indem sie mal selbstkritisch in sich „hineinforschen“:
        was sind die Ursachen, ihre Motive und ihre Intention[en], dass sie hier in einer Tour „die Bösen“ (ihre Worte) – nämlich das kriegerische US-Imperium, verteidigen? Es ist allerdings zu befürchten, dass ihnen dazu sowohl Wille wie auch Befähigung fehlen.

        Oder anders: sie können die Gewalt und Menschenverachtung des imperialen US-Hegemon relativieren, so viel sie wollen: in gar keinem Fall ist dessen Verhalten „besser“ als das Russlands. Wenn sie es unbedingt für ihren Seelenfrieden benötigen, dann dämonisieren sie meinetwegen Russland – DANN aber MÜSSEN sie [und ihresgleichen] ZWINGEND den imperialen US-Hegemon mind. ebenso dämonisieren, wenn sie sich einen Rest von Glaubwürdigkeit bewahren wollen!
        Das aber unterlassen sie wider alle Logik und Fakten: sie verteufeln den „kleinen Dealer Russland“, während sie gleichzeitig dem großen Drogenboss US-Imperium das Wort reden. Die multiplen Vorwürfe Unlogik, Realitätsvergessenheit, Doppelzüngigkeit, Einseitigkeit, zweierlei Maß, Propaganda, Desinformation bis hin zu nackter Lügen werden de facto so lange die „Glaubwürdigkeit“ ihres Lagers pulverisieren und sie disqualifizieren, wie sie von diesem entwürdigenden Fehlverhalten nicht Abstand nehmen.

        Apropos „Lager“: Mein und Rauschis Lager sowie das noch einiger anderer hier, ist nicht Gegen-Propaganda und Desinformation auf Seiten Russlands, sondern Wahrheit und Gerechtigkeit sowie Logik und Verstand jenseits ideologischer Denkblockaden verpflichtet. Letzteres scheint ihnen wesensfremd zu sein. Bei ihnen hat die von Mausfeld entlarvte Tiefenindoktrination augenscheinlich überwältigende Erfolge gefeiert. Ihr grobes Fehlverhalten und ihr Lager bestätigt Mausfelds Ausführungen auf erschreckende Weise.
        Mögen die Erkenntnisse Mausfelds ihre persönliche Nemesis sein!

        FAZIT
        Es sei ihnen multipler Dank ausgesprochen:

        I) Danke dafür, dass sie durch Substanzlosigkeit und Inhaltsleere sowie völlig Abwesenheit von Belegen so eindrücklich demonstriert haben, was von ihren „Erwiderungen“ zu halten ist. Jede ihrer Bemerkungen wurde widerlegt.

        II) Danke, dass sie meine Voraussage vollumfängliche bestätigten (wenn auch nur indirekt und unfreiwillig):

        … sich zu Sache weiter in Schweigen hüllen und nichts Substanzielles vorbringen, was einer kritischen Belastung Stand hält, weil sie sich eine harte, an den Tatsachen orientierende Sachdiskussion gar nicht leisten können: die Fakten sind zu erschlagend.
        q.e.d.

        III) Danke dafür, dass sie sich durch ihre absurden und hanebüchenen Beschönigungen in einer Art und Weise selbst diskreditieren, wie ich es nie vermocht hätte!

        IV) Danke dafür, dass sie mit ihren an Menschenverachtung grenzenden Relativierungen von 10 – 30 Millionen Toten geoutet haben, wes Geistes Kind sie sind!

        Danke und nochmals Danke!

        [1] de.wikipedia .org/wiki/Kubanische_Revolution

        [2] kritisches-netzwerk .de/forum/good-morning-vietnam

        [3] https://kritisches-netzwerk.de/comment/2142#comment-2142

  • Logos 15. Mai 2018, 22:32

    Bezug: Sasses Faktenverdrehungen in http://www.deliberationdaily.de/2018/05/kanye-west-besucht-auschwitz-putin-kritisiert-das-bfr-und-trump-fuehlt-sich-diskriminiert-vermischtes-08-05-2018/#comment-66070

    Und wieder einmal, wie schon so oft, dürften Sasses Behauptungen um der Wahrheit Willen nicht unwidersprochen stehen gelassen werden:

    I) Ich: offen – Sasse: offiziell > Torpfostenverschieberei!

    II) “ Dass sie es in der Vergangenheit nicht immer eingehalten haben“
    Vergangenheit? What?

    1) Hat das US-Imperium den völkerrechtswidrigen Drohnenkrieg eingestellt?

    2) Hat das US-Imperium Guantanamo zugemacht und die völkerrechtswidrigen Menschenrechtsverletzungen eingestellt?

    3) 3) Hat das US-Imperium die völkerrechtswidrige Unterstützung von IS und anderen ismalischen Terrorgruppen in Syrien eingestellt?

    4) Hat das US-Imperium die anderen völkerrechtswidrigen Kriege eingestellt?

    Lauten die korrekten Antworten auf alle vier Fragen etwas nicht: NEIN!
    Was faselt Sasse dann von „Vergangenheit“? Das ist doch erneut nur Lesertäuschung und zeigt, wie einseitig und blind Sasse ist, wenns um das kriegerische US-Imperium geht.

    Und selbstredend konnte Sasse nicht seine haarsträubenden Behauptungen belegen:

    – Weder die angeblichen Putsche in Kuba, Vietnam oder Korea durch Russland, noch
    – die angebliche Terror-Unterstützung seitens Russland, noch
    irgend etwas anderes, was dieser Fürsprecher des weltweit größten Schurkenstaates behauptet hat.
    Eine Schande, wie die Leser hier für dumm verkauft werden.

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