Von Hunden und Pfeifen

Es gibt manche Begriffe im Englischen, für die es einfach keinen eingebürgerten deutschen Begriff gibt. „Dogwhistling“ ist so einer. Zwar kennen wir auch die Hundepfeife, aber im politischen Diskurs hat sie, außer vielleicht in Diskussionen über Hundesteuer-Verrechnungen, bisher keinen Eingang gefunden. Der Begriff bezeichnet das Verstecken rassistischer Rhetorik unter scheinbar unverbundener, eher abstrakter Rhetorik. Lee Atwater, einer der Strategen hinter der Strategie der Republicans, die Wähler der Südstaaten zu gewinnen, erklärte das Prinzip 1981 so:

You start out in 1954 by saying, “Nigger, nigger, nigger.” By 1968 you can’t say “nigger” — that hurts you. Backfires. So you say stuff like forced busing, states’ rights and all that stuff. You’re getting so abstract now [that] you’re talking about cutting taxes, and all these things you’re talking about are totally economic things and a byproduct of them is [that] blacks get hurt worse than whites. And subconsciously maybe that is part of it. I’m not saying that. But I’m saying that if it is getting that abstract, and that coded, that we are doing away with the racial problem one way or the other. You follow me — because obviously sitting around saying, “We want to cut this,” is much more abstract than even the busing thing, and a hell of a lot more abstract than “Nigger, nigger.”

Besonders Linke sind immer wieder erstaunt, dass diese Strategie so gut funktioniert. Gerne schiebt man das dann auf die mangelnde politische Bildung abgehängter Bevölkerungsgruppen, die dann „gegen ihre Interessen“ wählen, was ja ein Dauerschlager in diesen Kreisen ist. Aber die Effizienz dieser Strategie fußt weniger auf dem Unverständnis der unteren Schichten als vielmehr in der willful ignorance der Eliten.

Ich habe das Phänomen bereits in meinem Artikel zur Polarisierung durch die klassischen Medien anzusprechen versucht, aber nicht den richtigen Ansatz gefunden. Vor ein paar Tagen stolperte ich dann über ein Zitat von einer Rede Victor Orbans (oder, präziser gesagt, über seine englische Übersetzung, ich kann kein Ungarisch):

We are fighting an enemy that is different from us. Not open, but hiding; not straightforward but crafty; not honest but base; does not believe in working but speculates with money; does not have its own homeland but feels it owns the whole world.

In rechten Kreisen scheint man sich mittlerweile ziemlich sicher zu sein, dass antisemitische Hetze kurz vor Stürmer-Niveau kein Ausschlussgrund aus der Fraktion der Christkonservativen im Europaparlament mehr darstellt. Orban nutzt hier schon ein veritables Hunde-Megafon, keine Hundepfeife mehr. So schien es mir zumindest. Ich habe das Zitat dann auch in meine Abiklasse mitgebracht. Wir haben schon öfter im Unterricht über Ungarn geredet, und letztes Jahr waren Judenverfolgung und Holocaust dran. Für mich war das ein netter Aufhänger um über modernen Antisemitismus zu sprechen. Meine ironische Frage aber, was die Schüler denn glaubten, von dem die Rede sei, brachte nicht das erwartete Ergebnis. Der erste Verdacht waren Flüchtlinge, weil sich gegen die ja gerade Rassismus jeglicher Spielart richtet. Der zweite Verdacht waren dann Sinti und Roma, weil wir über deren Verfolgung im Unterricht sprachen. Als ich es aufklärte waren die Schüler völlig ungläubig: es wollte nicht in ihre Köpfe, dass jemand im Jahr 2018 so etwas sagen würde, und sie versicherten sich mehrfach, dass ich das Zitat nicht erfunden hatte.

Heute stolperte ich dann über eine Rede, in der Trump über die mehrheitlich Weiße betreffende Opioid-Krise sprach und sie auf „immigrants and inner cities“ schob. Auch das ist ein wenig subtiles dogwhistling; „immigrants“ sind ohnehin ein Standardobjekt seiner Rede, aber „inner cities“ ist spätestens seit Nixon eine rechte dogwhistle für Schwarze (die dem Klischee zufolge die heruntergekommenen und kriminellen Innenstädte bewohnen, was zwar empirisch längst widerlegt ist, sich aber hartnäckig hält). Auch die CSU bedient sich natürlich solcher Hundepfeifen (bloß keine Anglizismen im Heimatministerium!), wenn sie den Begriff der „Heimat“ zu pachten und gegen ihre politischen Gegner in Stellung zu bringen versucht. Denn selbstverständlich ist diese Heimat, die Seehofer schützen zu müssen glaubt, konservativ, christlich, ländlich und weiß. In Interviews hat er nun auch mehrfach ausgeschlossen, dass Muslime in diesen Begriff hineinzählen könnten. Ein anderes Beispiel ist das ständige Rekurrieren auf „Familie“, dessen sich Konservative von Jens Spahn bis Mike Pence bedienen, um ihrer Abneigung gegen Homosexuelle und emanzipierten Frauen Ausdruck zu verleihen, ohne das so offen zu sagen.

Diese dogwhistles sind deshalb so effektiv, weil viele Menschen schlichtweg nicht bereit sind zu glauben, dass hinter den rhetorischen Mechanismen tatsächlich genau diese Ressentiments begraben (oder notdürftig überdeckt) liegen, die tatsächlich das Fundament bilden. Stattdessen rutschen sie in eine reflexhafte Abwehrhaltung gegen diejenigen, die den Sachverhalt benennen. Daher kommen dann die „erhobenen Zeigefinger“ und „Moral“, die Bitte, man möge Leute doch nicht „in die rechte Ecke stellen“ und den relativierenden Verweis, dass die andere Seite bestimmt auch schlimme Dinge tut (notfalls de Zeigefinger moralisierend heben, das ist ein Dauerschlager). Auf diese Weise verschiebt sich der Diskurs nach rechts: die schiere Existenz wird geleugnet, sie wird relativiert und normalisiert. Die Furcht der Leitmedien, Stellung zu beziehen, sorgt dafür dass plötzlich ernsthaft Fragen debattiert werden, die kurz zuvor in höflicher Gesellschaft aufzuwerfen noch unmöglich gewesen wäre. Es steht zu befürchten, dass wenn Horst Seehofer anfinge den Holocaust zu relativieren, eine ernsthafte Debatte darüber in Gang gesetzt würde, mit Pro und Contra, und am Ende verschwindet alles in einer undurchschaubaren Soße, in der halt jeder glaubt, was er glauben möchte – und wieder sind zivilisatorische Tabus gefallen.

Es ist daher notwendig, sich klar gegen dogwhistles zu positionieren und diese zu benennen. Andernfalls verroht unser Diskurs, ironischerweise vorangetrieben hauptsächlich von denen, die sich sonst als seine Hüter aufschwingen, der bürgerlichen Presse. Vor allem die FAZ hat sich hier in letzter Zeit unrühmlich hervorgetan, aber auch in der Zeit finden sich solche Ergüsse („Die schärfste Waffe im Meinungsstreit ist der Vorwurf, rechts zu sein„; ja wenn’s halt zutrifft…). Auf der anderen Seite haben die Kritiker natürlich Recht wenn sie zu bedenken geben, dass derartige Tabus ebenfalls problematisch sein können. Es braucht eine Balance, aber die findet sich aktuell nicht mehr.

 

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  • Floor Acita 22. März 2018, 10:56

    Ich sehe den Punkt hier und stimme weitgehend überein. Aber ich sehe 2 Probleme – Du schreibst es sei so effektiv, „weil viele Menschen schlichtweg nicht bereit sind zu glauben, dass hinter den rhetorischen Mechanismen tatsächlich genau diese Ressentiments begraben liegen“. Aber wenn die dogwhistle doch gar nicht ankommt – offenbar ja auch nicht bei Deinen Schülern – wieso funktioniert die dann, ist das nicht ein Widerspruch? Das habe ich mich im Allgemeinen schon öfter gefragt – wenn etwas so abstrakt ist, dass es keiner mehr erkennt, wer weiss dann überhaupt was damit gemeint ist/sein soll?

    Leider gibt es halt Leute welche die ökonomischen Aussagen wörtlich nehmen und die dogwhistle tatsächlich nicht verstehen. Hillary sprach ja berühmt berüchtigt von „ca. der Hälfte der Trump Wähler“ – deren Interessen muss ich gerade als Linker sehr wohl Ernst nehmen und kann Ihnen nicht einfach versteckten Rassismus vorwerfen?!

    Die Frage des auf der Linken analysierenden „Leute wählen gegen Ihre Interessen“ ist m.E. vor allem selbst eine rhetorische Strategie und Taktik. Es sollte eigentlich „die Leute wählen gegen Ihre verlautbarten Interessen“. Beispiel: Trump sagt er wolle den Sumpf trockenlegen und nennt ausdrücklich Goldman-Sachs – Leute wählen für ihn und sagen[!] dies wäre der Grund – dann packt er sein Kabinett voll mit Goldman Sachs Leuten. Ich kann natürlich davon aushgehen, dass er es natürlich nicht ernst meint, oder dass es ein antisemitisches dogwhistle ist, oder sonst eine Annahme – und vielleicht ist das auch richtig. Aber Leute bei dem zu packen, das sie gesagt/erklärt haben und sie „bewusst naiv“ zu fragen bzw. auf der Grundlage zu arbeiten sie meinten es Ernst ist meistens als Strategie erfolgreicher, weil im ersten Fall die Diskussion immer um das „wie wird eine Assage interpretiert“ / „Du hast Recht vs Du hast Unrecht“ abgelenkt wird, wogegen die 2 Strategie Leute zwingt entweder solange so zu tun als ob, was Handlungen und Aussagen einschließt die vlt tatsächlich „gegen Ihre rassistischen Interessen“ sind oder die dogwhistle wegzuwerfen und doch offen Ihre Ziele zu erklären, was es wiederum einfacher macht sie deshalb zu kritisieren.

    • Stefan Sasse 22. März 2018, 11:54

      1) Dogwhistles dieser Art richten sich an eine Minderheit, quasi per Definition. Wäre es nämlich eine Mehrheitsfähige Position, bräuchte ich es nicht zu verstecken, da hilft auch alle Rhetorik von einer „schweigenden Mehrheit“ nichts. Diese Minderheit versteht die dogwhistle, während die Mehrheit nicht abgestoßen ist, weil sie nicht erkennt, dass die nicht mehrheitsfähige Position ausgesprochen wurde. Das ist ja das ganze Prinzip dahinter.

      2) Hillary hatte schlicht und ergreifend Recht. Diese Hälfte ist für die Linke auch verloren. Worum man sich bemühen muss – und das war ja der Gegenstand ihrer Aussage – ist die andere Hälfte. Ist ja für die Rechte auch nicht anders, die würden auch sicherlich die Hälfte der Hillary-Wähler als Ostküstenelite abschreiben. Sie tun das ja sogar explizit. Die Idee, man müsste ALLEN Wählern ein Angebot machen führt in die Irre.

      3) Dass es eine ordentliche Basis für ökonomischen Populismus gibt bestreite ich keinesfalls.

      • Floor Acita 22. März 2018, 12:55

        „Worum man sich bemühen muss – und das war ja der Gegenstand ihrer Aussage – ist die andere Hälfte.“
        Genau darum ging es mir! Ich stimme im Übrigen völlig zu „Hillary hatte schlicht und ergreifend Recht.“, das war definitiv eines Ihrer besten Statements. Gerade wie sie es aufgebaut hatte – leider hat halt die Presse wieder einmal nach der Hälfte des Satzes aufgehört zuzuhören, und damit den Kern Ihrer Aussage ehrlich gesagt eigentlich gar nicht erfasst…

  • Ariane 22. März 2018, 12:25

    Zustimmung!

    Besonders Linke sind immer wieder erstaunt, dass diese Strategie so gut funktioniert. Gerne schiebt man das dann auf die mangelnde politische Bildung abgehängter Bevölkerungsgruppen, die dann „gegen ihre Interessen“ wählen, was ja ein Dauerschlager in diesen Kreisen ist. Aber die Effizienz dieser Strategie fußt weniger auf dem Unverständnis der unteren Schichten als vielmehr in der willful ignorance der Eliten.

    Hielt ich schon immer für Unsinn. Mal abgesehen davon, dass ich es bescheuert finde, jemandem mangelnde Intelligenz zu unterstellen, nur weil er keinen höheren Schulabschluss hat. Interessanterweise bin ich neulich über ein sinngemäßes Zitat von Hannah Arendt gestolpert, dass Intellektuelle teilweise sogar leichter verführbar sind, weil sie eher dazu neigen offensichtlich Falsches zu rationalisieren.

    Ich glaube eher, dass Dogwhistles nicht falsch verstanden werden, sondern sie funktionieren eben weil der Code verstanden wird und somit auch eine Entschuldigung für die eigenen politisch unkorrekten Ansichten dient. Sie sind nämlich gar nicht homophob, sondern nur Familienmenschen.

    Es ist daher notwendig, sich klar gegen dogwhistles zu positionieren und diese zu benennen. Andernfalls verroht unser Diskurs, ironischerweise vorangetrieben hauptsächlich von denen, die sich sonst als seine Hüter aufschwingen, der bürgerlichen Presse.

    Ja. Benennen ist eine Sache, aber meiner Meinung nach geht es noch weiter. Das Problematische ist ja, dass man sich auf jede Quatschdiskussion einlässt und das Abstrakte eben im Abstrakten lässt anstatt das ganze zurück ins wirkliche Leben zu holen. Ich krieg bei dieser „Islam gehört zu Deutschland oder auch nicht“-Debatte immer die Krise, weil ich das für bescheuert halte. Aber nö, da wird ein Puzzlespiel draus gemacht, was nun wohin gehört oder (auch schon gesehen) ein ernsthafter kulturhistorischer Essay geschrieben, welche Religion wieviel Einflüsse auf ein Land hat. So ein Quatsch.
    Anstatt mit dieser These eine intellektuelle Diskussion zu basteln, wäre es doch eigentlich mal nötig, erstmal bei dieser Aussage zu bleiben und zu fragen, was denn damit genau gemeint ist und welche Konsequenzen unser werter Heimatminister daraus ableitet. Dann müsste er entweder doch Klartext reden oder das ganze wieder relativieren.

    Ein ähnliches Problem hatte ich ja, als es darum ging, ob meine Schuhanzahl nun mit meiner Biologie oder sozialer Erziehung zusammenhängt. Das ist vielleicht eine nette theoretische Diskussion und es gab da anscheinend viel zu zu sagen, in der Praxis ist es aber eher egal. Und die konkrete Frage, ob dann daraus zu folgern ist, dass bei mir ein Genfehler vorliegt, war dann nicht mehr so spannend, bzw lief ins Leere.

    Und das ärgert mich so. Man muss ja nicht gleich bei jedem heimatverbundenem Menschen oder Islampuzzlespieler laut „‚Rassist“ rufen, ist vermutlich auch übertrieben. Aber das heißt ja nicht, dass man das Ganze als ernsthafte Grundlage für hochtrabende, philosophische Diskussionen hernehmen muss. Im Gegenteil, ich halte es für dringend nötig, solche Themen aus diesem abstrakten Wolkenturm herauszuholen.

    • Floor Acita 22. März 2018, 13:10

      Ich stimme der Aussage zu „Aber das heißt ja nicht, dass man das Ganze als ernsthafte Grundlage für hochtrabende, philosophische Diskussionen hernehmen muss. Im Gegenteil, ich halte es für dringend nötig, solche Themen aus diesem abstrakten Wolkenturm herauszuholen.“

      Die Frage ist – wie kommen wir da hin?

      „Hielt ich schon immer für Unsinn. Mal abgesehen davon, dass ich es bescheuert finde, jemandem mangelnde Intelligenz zu unterstellen, nur weil er keinen höheren Schulabschluss hat.“
      Ich glaube wie gesagt nicht, dass mangelnde Intelligenz kritisiert wird oder tatsächlich davon ausgegangen wird, die Leute seien alle unwissend. Es geht gerade darum eine Diskussion „bist Du jetzt tatsächlich Familienmensch oder doch tatsächlich Rassist [objektive Unterstellung weil ja „nur“ dogwhistle verwendet]“ zu vermeiden.

      Nach Worten [!] wählen diese Wähler objektiv gegen Ihre Interessen – sie wählen eine Person und/oder Partei obwohl diese offensichtlich Ihren öffentlich verkündeten Interessen entgegen arbeitet. Man muss diese Aussagen insofern „Ernst nehmen“, als man auf sie reagiert als wären sie eben keine dogwhistle sondern völlig Ernst gemeint [„bewusste Naivität“]. Damit wäscht man sich von Unterstellungen rein, man gibt den Leuten was sie wollen (oder etwa nicht?) oder zwingt sie ihren Rassismus/Sexismus/Bigotterie vor aller Welt offen zu legen…

      Ich halte das Ganze wie gesagt für eine bewusste Strategie und Taktik, nicht einen realen/naiven Irrglauben wonach jeder [!] der dogwhistles benutzt in Wirklichkeit eigentlich ganz unschuldig und nur an Ökonomie interessiert ist.

      • Ariane 22. März 2018, 16:07

        Die Frage ist – wie kommen wir da hin?

        Tja, natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Aber zunächst mal fände ich es klüger (und besser für mein Nervenkostüm), wenn man die Prämisse an sich in Frage stellt, anstatt in Quatschdiskussionen einzusteigen. Merkel hat den Code zwar ein bisschen aufgelöst, indem sie die Muslime in Deutschland in den Vordergrund gerückt hat, ist dann aber auch wieder bei „der Islam gehört (doch) zu Deutschland“ gelandet. Das ist mir zwar sympathischer, aber die Aussage ist ja nun eigentlich genauso nichtssagend und quatschig wie das Gegenteil.

        Und der zweite Punkt ist für mich eben deine angesprochene bewusste Naivität, indem man zum Beispiel genauer nachfragt und nicht reflexartig entweder „Rassist“ oder „der Islam gehört doch dazu“ ruft. Wie du auch sagst, hilft es da imo, das Hundegepfeife einfach mal zu ignorieren. Dann ist die Aussage nämlich schwer erklärungsbedürftig. So wie jetzt lässt man Seehofer einfach vor sich hinplappern und er ist fein raus. Und muss nicht mehr erklären, warum der Islam nicht zu Deutschland gehört, warum dieses Religionspuzzlen überhaupt politisch relevant sein soll und was für politische Konsequenzen er daraus ableitet und ob er auch eine Meinung zum Shintoismus hat usw.
        Wenn man aber einfach die Gegenseite einnimmt, adelt man das ja noch und macht es damit eben zu einer wichtigen politischen Frage, die unbedingt diskutiert und behandelt werden muss.

        • Floor Acita 23. März 2018, 11:48

          Zustimmung!

    • Stefan Sasse 22. März 2018, 15:08

      Zustimmung!

    • Erwin Gabriel 22. März 2018, 18:15

      @ Ariane 22. März 2018, 12:25

      Anstatt mit dieser These eine intellektuelle Diskussion zu basteln, wäre es doch eigentlich mal nötig, erstmal bei dieser Aussage zu bleiben und zu fragen, was denn damit genau gemeint ist und welche Konsequenzen unser werter Heimatminister daraus ableitet. Dann müsste er entweder doch Klartext reden oder das ganze wieder relativieren.

      Die ursprüngliche Aussage war ja Der Islam gehört zu Deutschland. Vielleicht sollte hier mal jemand vorab definieren, was damit gemeint ist und was nicht. Erst dann kann man die Gegenrede einordnen.

      Es grüßt
      E.G.

      • Ariane 22. März 2018, 22:26

        Ja? Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wer oder wo das ganze begonnen hat. Die Debatte kehrt ja schon seit etlichen Jahren immer mal wieder und egal wierum, ich halte es insgesamt für wenig zielführend, Religionen irgendwelchen Ländern zuzuordnen oder eben nicht.

        • Erwin Gabriel 23. März 2018, 14:57

          @ Ariane 22. März 2018, 22:26

          Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wer oder wo das ganze begonnen hat.

          Bundespräsident Christian Wulff

          Ich halte es insgesamt für wenig zielführend, Religionen irgendwelchen Ländern zuzuordnen oder eben nicht.

          Ich glaube nicht, dass es primär um die reine Zuordnung von Religionen zu Ländern geht. Wir haben hier Religionsfreiheit, also darf hier schonmal jeder seinem Glauben folgen, wie immer der aussieht – solange er die Trennung von Kirche und Staat akzeptiert, und sich an unserer Werte (in erster Linie Toleranz gegenüber anderen Religionen, anderen sexuellen Neigungen, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau etc) hält. Da gesetzlich geregelt ist, dass man den Islam im Rahmen der Religionsfreiheit ausüben darf, ist hier eigentlich keine weitere Ausführung nötig.

          Ein anderer Aspekt ist die Prägung unserer Gesellschaft. In Westeuropa sind die beiden kulturellen Pfeiler, auf denen alles ruht, die jüdisch-christliche Glaubenslehre sowie das römische Recht. Wir haben hier deutliche Unterrschiede zu einer durch Islam und Scharia geprägten Gesellschaft, in der die Worte Gottes und des Propheten über allem stehen, sich alles diesen Worten unterzuordnen hat (egal, wie das im jeweiligen Land ausgeprägt ist). Geht es um diese Sichtweise, gehört der Islam keineswegs zu Deutschland (was einer freien Religionsausübung gemäß Grundgesetz nicht entgegensteht).

          Es ändert allerdings nichts, dsa eine oder andere zu behaupten. Daher stimme ich zu, dass die Diskussion nicht zielführend ist.

          Es grüßt
          E.G.

          • Ariane 25. März 2018, 14:05

            Ich glaube nicht, dass es primär um die reine Zuordnung von Religionen zu Ländern geht.

            Natürlich nicht. Das ist ja auch keine Frage für Politiker oder den einfachen Mann auf der Straße, sondern eher für religionswissenschaftliche Kulturhistoriker (und eigentlich interessieren sich auch nur die für solche Fragen). Der Islam ist nur der Code für hier lebende Muslime und in welchem Umfang die zu Deutschland gehören oder nicht, aber darüber lässt sich eben nicht so offen diskutieren. Seehofer würde sich nie trauen mal eben einige Millionen Muslime als nicht zu Deutschland gehörig zu bezeichnen und genau dafür braucht es eben die Hundepfeife. Die Afd-Fans verstehen das aber sehr wohl.

            • Erwin Gabriel 26. März 2018, 13:38

              @ Ariane

              Das mag ein Pfiff auf der Hundepfeife sein, weil man das eigentliche Problem nicht ansprechen darf: Zu uns sind viele Leute gekommen, die mit unserem Grundgesetz, unserer Ordnung, mit Werten wie Toleranz und Gleichberechtigung nichts am Hut haben wollen.

              Hätte es zu Beginn der sogenannten Flüchtlingskrise statt Rede- und Denkverbote, statt ständiger staatlicher Fake News eine offene, sachliche Diskussion gegeben, hätte die Regierung Ihre Standpunkte erläutert und ausdiskutiert, hätte sie außer ‚Grenzöffnung und ab da hilft der liebe Gott‘ belastbare Lösungen angeboten, sähe die Diskusssion anders aus.

              es grüßt
              E.G.

              • Stefan Sasse 27. März 2018, 07:02

                Was genau hätte sich dann geändert? Hätten die Leute dann in Budapest ein paar Monate am Bahnhof gewartet, bis Deutschland die Vor- und Nachteile ordentlich ausdiskutiert hat? Diese Kritik geht völlig an der Realität vorbei.

                • Kning4711 27. März 2018, 15:32

                  Zugegeben, die Zeit drängte und es drohte eine Katastrophe, aber dennoch war die begleitende Kommunikation fürchterlich. Es wäre Merkel kein Zacken aus der Krone gebrochen, hätte Sie sich unmittelbar nach der Entscheidung an die Menschen in Deutschland gewandt und hätte erläutert was Sie da tut. 20 Stunden nach der Entscheidung stellte sich erstmals ein Regierungsmitglied öffentlich den Fragen zur Aufnahme der Ungarn-Flüchtlinge.
                  Ebenfalls wäre es sinnvoll gewesen schon am folgenden Montag die Länder zusammenzurufen und nicht bis zum 24.09 zu warten.

                  • Stefan Sasse 27. März 2018, 20:00

                    Mag ja alles sein. Aber glaubst du ernsthaft – wirklich ernsthaft – das hätte irgendwas geändert?

                    • Rauschi 28. März 2018, 08:54

                      Absolut hätte das etwas verändert.
                      Warum hier aber alle glauben, die Regierung könnte von einer Entwicklung, die sich über Monate abzeichnete, überrascht werden, das verwundert mich dann doch. Zur Eurokrise gab es alle Nase lang eine Krisensitzung, aber hier soll das nicht möglich gewesen sein? Wir haben kein Personal, das die Situation überblicken und Entwicklungen voraussehen kann? Wenn diese Regierung sich über ein Vorgehen mit den anderen betroffenen Staaten abgesprochen hätte, ein Verfahren zur Registrierung und Aufnahme entworfen und die Strukturen für die Unterbringung und Versorgung der Menschen geschaffen hätte, dann hätten wir definitiv eine andere Situation und vielleicht keine so starke AfD im Bundestag. Der lapidare Satz: Wir schaffen das, ist ein Schlag ins Gesicht. Das ist, als wenn ich einen Staudamm öffne, ohne vorher die Überflutungsgebiete zu warnen und die betroffenen Menschen und Tiere umsiedle und die Verantwortung dafür Freiwilligen und Ehrenamtlichen überlasse. Menschen sind kein Wasser und das Bild von der Überflutung ist auch schräg, das ist mir alles bewusst. Aber, wie beim Thema Abtreibung, jeder, der die Situation nicht live erlebt hat, der sollte dazu mit Vorsicht irgendwelche Aussagen dazu machen. Wer hier arbeitet denn mit Asylbewerbern?

                    • Stefan Sasse 28. März 2018, 10:24

                      Ich rede davon, nicht nach 20 Stunden, sondern schon nach zwei irgendeine halbgare Presseerklärung rauszuhauen.

                    • Floor Acita 28. März 2018, 11:15

                      Meines Erachtens hat sich die Situation tatsächlich überhaupt erst dadurch so entwickelt, dass die Bundesregierung genau wie andere Regierungen versagt haben – und zwar über Monate und Jahre. Gerade Deutschland hat sich viel zu lange hinter Dublin II versteckt.

                      Nur leider sind es ja gerade die Leute die heute so ein Problem mit Merkel haben, die ins gleiche Horn geblasen haben. Ich stimme also mit Stefan überein, Vorschläge im Nachhinein sind gut/hören sich gut an – gebracht hätte aber alles nichts, da man die Verantwortung zur Lösung der Krise nur all zu gerne auf die Flüchtlinge selbst oder andere europäische Regierungen abschiebt, abschieben wollte und meiner Einschätzung nach auch weiterhin will.

  • Rauschi 22. März 2018, 13:18

    Netter Beitrag, aber das nudging ist ja nun auch schon bekannt und geht in die gleiche Richtung.
    Beim ersten Beispiel ist auch für mich erkennbar um wen es geht, aber woher wissen Sie bei Orban, wen er meint? Bei
    [does not have its own homeland but feels it owns the whole world.]
    käme ich nie darauf, das er Juden meinen könnte, denn die haben ja ein Homeland. Woher wissen Sie das, oder unterstellen Sie das aus dem Kontext, der hier nicht zu lesen ist?
    Spannender finde ich allerdings, bei wem Sie die Methode erkennen und bei wem nicht. Wenn ich Herrn Pietsch Äusserungen zu Frauen und Bildung (machen keine Karriere, sind nicht in Führungspositionen, werden an der Uni geparkt, wollen nur geheiratet werden etc.), dann ist die Botschaft relativ klar. „Das Geld für höhere Bildung für Frauen lohnt sich nicht, die sollten doch lieber zuhause bei den Kindern bleiben oder einen Beruf ausüben, der keinen höheren Abschluss benötigt.“
    Das wird natürlich an keiner Stelle so direkt geschrieben, eben weil es sofortigen Widerspruch auslösen würde, aber für mich ist das klar die Einstellung und die Botschaft dahinter.
    Sehen Sie das anders?

    • Stefan Sasse 22. März 2018, 15:13

      Ich fand nicht, dass Stefan seine Neigung zu konservativen Familienrollen hinterm Berg gehalten hat.

      Zur Frage wegen Orbans Zitat: kein Heimatland zu haben ist ein typischer antisemitischer Vorwurf. Ziemlich offensichtlich wird es beim Geld.

      • Rauschi 22. März 2018, 17:11

        Ich fand nicht, dass Stefan seine Neigung zu konservativen Familienrollen hinterm Berg gehalten hat.
        So kann man das beschönigend auch nennen, ich nenne es autoritär, antiemanzipatorisch und frauenfeindlich, wenn er fordert, das Frauen keine höhere Bildung zu teil werden sollte, weil sich das ökonomisch nicht rechnet und die sowieso lieber die Kinder kriegen sollten. Das ist ja nur an der Oberfläche gekratzt, eigentlich sollten die gar nichts zu sagen haben, weil die ja „wirklich“ nichts zu sagen haben, sondern nur Klatsch austauschen.

        kein Heimatland zu haben ist ein typischer antisemitischer Vorwurf.
        Na sowas, wo kommt das denn her? Gibt es da dieses öminöse Lexikon, aus dem das abzuleiten ist? So wie Ostküste ein Synonym für die „jüdische Weltverschwörung“ sein soll? Was muss man dann statt dessen sagen, wenn man geografisch aber genau diesen Ort meint?

        • Stefan Pietsch 22. März 2018, 18:16

          Sie verbreiten hier wieder einen Unsinn, dass ich intervenieren muss. Blühenden Unsinn. Bitte verlinken Sie, wo Sie ein solches Weltbild von mir meinen herauszulesen, von wegen Frauen sollten nicht studieren. Vor allem auch noch, weil es sich nicht lohnen würde. An solchen Einlassungen wird mir wieder klar, warum Sie so denken, wie Sie denken. Z.B. über mich. Das hat nämlich mehr mit dem zu tun, was sich in Ihrem Kopf abspielt, als was wirklich gesagt und geschrieben wird.

          Aber ich warte.

          • Rauschi 23. März 2018, 07:42

            Kontext ist alles.

            [Wenn ich Herrn Pietsch Äusserungen zu Frauen und Bildung (machen keine Karriere, sind nicht in Führungspositionen, werden an der Uni geparkt, wollen nur geheiratet werden etc.), dann ist die Botschaft relativ klar. „Das Geld für höhere Bildung für Frauen lohnt sich nicht, die sollten doch lieber zuhause bei den Kindern bleiben oder einen Beruf ausüben, der keinen höheren Abschluss benötigt.“
            Das wird natürlich an keiner Stelle so direkt geschrieben, eben weil es sofortigen Widerspruch auslösen würde, aber für mich ist das klar die Einstellung und die Botschaft dahinter.]
            Hinter jeder Aussage steckt eine Einstellung, ihre wird für mich mehr als deutlich. Welchen anderen Schluss sollte ich aus den ganzen Aussagen sonst ziehen? Ich fasse mal Ihre Aussagen zusammen:
            Frauen mit hoher Bildung und Karriere= selten, aber dann ohne Kinder= schlecht, da keine Kinder und das Lebensziel verpasst (wahlweise auch „der Gesellschaft nichts zurück gegeben“),
            Frauen mit hoher Bildung und Kindern und Karriere= noch seltener, schlecht für die Kinder= insgesamt auch mies, nur das Kindeswohl darf zählen und dafür ist nur die Mutter zuständig,
            Frauen mit hoher Bildung und Kindern ohne Karriere= Halbtagsjob, vergeudetet Ressourcen, dann aber der Vorwurf der fehlenden Ambitionen, Chef zu werden oder sonst wie „Verantwortung zu tragen“.
            Habe ich etwas vergessen? Also dann, was genau sollen diese Aussagen sonst bedeuten, ausser, das Frauen am besten nicht studieren sollten?

            • Stefan Pietsch 23. März 2018, 08:17

              Das ist wieder typisch Rauschi: alles was Sie über mich behaupten, entspringt allein Ihren zusammengereimten Interpretationen. Kein Wort davon ist wahr. Weder habe ich auch nur annähernd behauptet, Frauen würden keine Karriere machen, noch dass Frauen zu Hause bleiben sollten. Dass dies für das erste Jahr eines Babys wünschenswert ist, das steht im Einklang mit Erziehungswissenschaftlern und dem Gesetzgeber.

              Und wenn ich nicht annähernd etwas geschrieben habe, dann ist es unter zivilisierten, erst recht gebildeten Menschen (das schließt Frauen ausdrücklich ein) geboten, nachzufragen, wie derjenige eine bestimmte Aussage gemeint hat. Sie bieten nicht mal ein Zitat, wo sich Dritte hier ein Bild machen können, wie Sie zu Ihrer Kernaussage kommen. Menschlich hochstehend ist das nicht.

              • Rauschi 23. März 2018, 10:37

                Da hier nur die üblichen Verdächtigen mitlesen, kennen die Ihre Aussagen, die ich schon mehrfach zitiere habe.
                Abgesehen davon habe ich bei Herrn Sasse explizit nachgefragt:
                [Sehen Sie das anders?]
                Antwort:
                [Ich fand nicht, dass Stefan seine Neigung zu konservativen Familienrollen hinterm Berg gehalten hat…
                Ich halte es nur für wenig zielführend, weil ich nicht denke, dass Stefan grundsätzlich frauenfeindlich, autoritär und anti-emanzipatorisch ist]
                nicht grundsätzlich, sondern nur in Ansätzen? Er denkt das, ich habe eine andere Auffassung und das auch begründet. Wenn Sie nicht mehr wissen, was Sie wo schreiben, kann ich das nicht ändern, aber es ging mehrfach in diese Richtung und ich habe keine Lust, das alles erneut raus zu suchen.
                Kann es Ihnen nicht vollkommen egal sein, was ich von Ihnen halte, wo ich doch so ein menschlich tiefstehendes Individuum bin?
                Wie war das mit dem getroffen Hund (ihre Aussage)?

                • Stefan Pietsch 23. März 2018, 10:57

                  Wozu brauchen Sie eigentlich diesen Blog? Sie interessieren sich ja ohnehin nicht für die Einstellungen Ihrer Mitmenschen. Weder habe ich etwas in der von Ihnen behaupteten Richtung gesagt noch gemeint. Aber allein schon, dass ich das schreibe und damit Ihre Einordnung zurückweise, interessiert Sie nicht. Die meisten anderen hier würden darauf in der Form reagieren, „sorry, dann habe ich Sie missverstanden“ oder „Ihr Gesagtes war aber diesbezüglich missverständlich“. Typisch auch, Stefan weist Ihre Einordnung zurück und Sie suchen sich ein Wort aus seinem Statement heraus, um das Ganze in das Gegenteil zu verkehren.

                  Können Sie mir erklären, wie man bei solchen Reaktionsmustern mit Ihnen diskutieren kann?

                  • Rauschi 23. März 2018, 11:43

                    Aber allein schon, dass ich das schreibe und damit Ihre Einordnung zurückweise, interessiert Sie nicht.
                    War das umgekehrt denn jemals der Fall? Sie haben nicht mal meine höchst persönliche Entscheidung, keine Kinder zu haben akzeptiert.

                    Typisch auch, Stefan weist Ihre Einordnung zurück und Sie suchen sich ein Wort aus seinem Statement heraus, um das Ganze in das Gegenteil zu verkehren.
                    Lesen, ich habe nicht seine Aussage verkehrt, sondern geschrieben:
                    [Er denkt das, ich habe eine andere Auffassung und das auch begründet.] Empfindungen sind immer subjektiv und das lässt sich durch kein „das war doch nicht so gemeint“ relativieren. Das ist ja nicht nur bei mir so angekommen, entsinnen Sie Sich nicht mehr an die diesbezügliche Diskussion?

                    Können Sie mir erklären, wie man bei solchen Reaktionsmustern mit Ihnen diskutieren kann?
                    Das Re in Reaktion ist Ihnen aber aufgefallen?
                    Können Sie mir erklären, warum und ob Sie überhaupt mit mir diskutieren wollen?
                    Eine echte Diskussion bezieht sich auf Themen, nicht auf Personen, ich will auch nicht mit Ihnen diskutieren, sondern über ein Thema diskutieren, das Sie oder andere aufwerfen.
                    Ich bin mindergebildet, nutzte die falsche Begriffe, unterstelle dauernd Dinge verstehe alles falsch, frage zu viel nach (scheint aber nur ein Widerspruch zu sein, ist in Wirklichkeit aber keiner) und bin „igittlinks“, wo soll da die Basis sein?
                    Wenn hier nur Personen schreiben, die Ihre Ansichten teilen, ist es ganz schön fade, haben Sie das nicht gemerkt? Wenn Ihnen das reicht, bitte sehr, ich messe meine Argumente gerne an der Gegenposition, liegt aber wohl nicht jedem.
                    Bleiben Sie bitte auf Ihrem Ross sitzen und antworten einfach nicht mehr, ich werde meine Einstellung nicht ändern, genauso wenig wie Sie die Ihre.

                    • Stefan Pietsch 23. März 2018, 12:55

                      War das umgekehrt denn jemals der Fall?

                      Natürlich. Leute, deren Beiträge mich nicht interessieren (mir fällt dazu ein Fall ein), überlese ich. Und schon gar nicht gehe ich darauf ein.

                      Sie haben nicht mal meine höchst persönliche Entscheidung, keine Kinder zu haben akzeptiert.

                      Auch nicht richtig. Ich kann nicht verurteilen, wenn Menschen eine bestimmte Lebensentscheidung treffen. Ich kann allerdings nicht akzeptieren, wenn sie die Konsequenzen daraus nicht annehmen. Eine mir nahestehende Person klagte mal, sie bedaure, in ihrem Leben nicht mehr Zeit für Freunde gehabt zu haben. Auf meine Nachfrage, ob sie dann weniger gearbeitet oder weniger Zeit mit ihrer Familie verbracht hätte, antwortete sie mit Nein. Meine Replik: dann bedauerst Du, dass der Tag nicht mehr als 24 Stunden hat.

                      Können Sie mir erklären, warum und ob Sie überhaupt mit mir diskutieren wollen?

                      Sie entscheiden doch. Ich diskutiere hier mit jedem, der sich beteiligen will und interessant, meist diskursive Positionen vertritt. Das ist spannend. Wenig Verständnis habe ich für Floskeln, die offensichtlich von anderen angelesen wurden. Ich akzeptiere, wenn Sie sich nicht mehr beteiligen wollen, wie, wenn Sie es doch tun und mich ansprechen. Ich habe da keine Vorbehalte.

                      Wenn hier nur Personen schreiben, die Ihre Ansichten teilen

                      Wie können Sie zu so einer Ansicht gelangen, wenn Sie nur ein Minimum beobachten? Ich diskutiere ich praktisch nicht, wenn jemand meine Ansicht teilt. Dann schicke ich ein Danke. Auch mit Erwin Gabriel setze ich mich nur auseinander, wenn er sich in Opposition stellt. Dazu schreibe ich schließlich konfrontative Artikel, damit sich die Leser daran reiben. Ich werde Ihnen das nicht mehr erklären können, wenn Ihnen das Muster nicht in den Monaten aufgefallen ist.

                    • Rauschi 23. März 2018, 13:59

                      Ich kann nicht verurteilen, wenn Menschen eine bestimmte Lebensentscheidung treffen.
                      kleine Kostprobe gefällig, das es sehr wohl geht?
                      [Der eigene Beitrag zur Stabilität unseres auf Solidarität beruhenden Systems besteht zwingend aus eigenen Beiträgen und eigenen Kindern.]
                      [man kann einen Staat und ein Sozialwesen nicht auf Solidarität und nachwachsende Generationen aufbauen, wenn man in genau diesen Sozialsystemen nicht jene sanktioniert, die nicht ihren Teil zum Erhalt beitragen.]
                      [Da darf man schon fragen, was jemand zum Erhalt dieser gesellschaftlichen Strukturen beiträgt.]
                      [Ein Solidarsystem verträgt Trittbrettfahrertum nur in Maßen. Sicher, die Rente wird nur von jenen mit Einkommen bezahlt. Dazu muss es aber immer noch zwingend Nachwuchs geben.]
                      [Wieso soll jemand eine Umlagerente erhalten, wenn er die 170.000 – 300.000 EUR, die ein Kind bis zum Ende seiner Ausbildung kostet, gescheut hat?]
                      [Also ich bin keinem Verein beigetreten, ich bin hier schlicht geboren.
                      Und? Das ist weniger als einem Verein betreten. Aber rechtfertigt das eine Haltung, alles als gegeben anzusehen, sich nicht in die Pflicht nehmen zu lassen?]

                      Alles aus http://www.deliberationdaily.de/2016/10/die-ego-no-kids-gesellschaft/#comments

                      Akzeptanz sieht anders aus.
                      Ist aber sicher wieder nur ein Missverständnis.
                      Meine Replik: dann bedauerst Du, dass der Tag nicht mehr als 24 Stunden hat.
                      Häh, ich habe meine Entscheidung noch nie bedauert und das auch nicht zu Ausdruck gebracht.

                    • Stefan Pietsch 23. März 2018, 14:24

                      Ist eine der Aussagen falsch? Von der Sache, von den Prinzipien her? So wurde das Umlageverfahren in der gesetzlichen Rentenversicherung ja nicht geschaffen, um Kinderlosen eine Altersversorgung angedeihen zu lassen. Das war definitiv nicht die Intension. Ich bin zwar dafür, Kinderlose in der Rentenversicherung nicht gleich zu Einzahlern mit Kindern zu behandeln. Aber wie kommen Sie darauf, dass ich deswegen nicht die Entscheidung zur Kinderlosigkeit akzeptiere?

                      Aber es ist der Punkt, Konsequenzen einer Entscheidung zu akzeptieren und nicht darüber zu lamentieren. Umgekehrt würden Sie einen Arbeitgeber ja auch nicht von seiner Verantwortung entbinden, wenn dieser Entlassungen vornehmen will. Dies geht schließlich auch nur in einem Rechtsrahmen, der jederzeit politisch verschärft oder erleichtert werden kann. Wer käme ernsthaft auf den Vorwurf, wir würden wegen stringenter Arbeitsschutzgesetzen Unternehmertum nicht respektieren?

                    • Rauschi 23. März 2018, 18:28

                      Wenig Verständnis habe ich für Floskeln, die offensichtlich von anderen angelesen wurden.
                      Das geht mir mit Ihren Floskeln ähnlich, da unterstelle ich allerding kein Copyright. Mein Aussagen sind Originale, ausser ich kennzeichne das mit Klammer.

                      Ist eine der Aussagen falsch?
                      Hurra, ich habe einen Theaterabend gewonnen. Ich habe nämlich mit meinem Mann gewettet, das exakt diese Antwort kommt. Da hat die leidige Debatte wenigstens etwas Gutes.
                      Die Antwort darauf tut überhaupt nichts zur Sache.
                      Sprechen Sanktionen für eine Akzeptanz? Oder ist Trittbrettfahren neuerdings eine akzeptierte Verhaltensweise? Ist das scheuen von Kosten akzeptiert?
                      Dreimal nein, also bitte, auf den Arm nehmen kann ich mich alleine.

                      Ich bin zwar dafür, Kinderlose in der Rentenversicherung nicht gleich zu Einzahlern mit Kindern zu behandeln.
                      Die Frauen mit Kindern werden de facto anders behandelt, Thema Mutterrente, klingelt da was?

                      Aber es ist der Punkt, Konsequenzen einer Entscheidung zu akzeptieren und nicht darüber zu lamentieren.
                      Immer noch genau so kryptisch wie beim ersten Mal. Welche Konsequenzen habe ich nicht akteptiert oder darüber lamentiert?
                      Es schert mich nicht die Bohne, ob Sie meine Art zu leben akzeptieren, ich wollte nur zeigen, das Sie die Massstäbe, die Sie an andere anlegen, selbst nicht erfüllen, Stichwort Glashaus.

        • Erwin Gabriel 22. März 2018, 18:24

          @ Rauschi 22. März 2018, 17:11

          Na sowas, wo kommt das denn her? Gibt es da dieses öminöse Lexikon, aus dem das abzuleiten ist?

          Die Orban-Aussage habe ich aufgrund meiner Nachkriegs-Konditionierung sofort als antisemitisch eingestuft.

          So wie Ostküste ein Synonym für die „jüdische Weltverschwörung“ sein soll? Was muss man dann stattdessen sagen, wenn man geografisch aber genau diesen Ort meint?

          Ich glaube, es hat schon viel mit dem Sender, dem Kontext und den Empfängern zu tun. Wenn ein am Mississippi lebender Farmer zu seinem Nachbarn sagt, dass er ‚den Sumpf trocken legen‘ will, meint er wahrscheinlich etwas Anderes als ein Präsidentschaftskandidat Trump, der im mittleren Westen, im Rust Belt oder in den Südstaaten Wahlkampf führt und das Gleiche sagt.

          Irgendwie muss es passen – eine konkreteree Formel als die von Stefan S. zitierte habe ich auch nicht.

          es grüßt
          E.G.

        • Stefan Sasse 22. März 2018, 19:08

          Ich glaube ich habe bisher wenig Zweifel daran gelassen, mit Stefans Überzeugngen da wenig anfangen zu können. Ich sehe nur wenig Wert, ihn zu beleidigen.

          Kontext ist alles.

          • Rauschi 23. März 2018, 07:58

            Was bitte ist denn an
            [ich nenne es autoritär, antiemanzipatorisch und frauenfeindlich] beleidigend? Wenn ich es so empfinde, soll ich das dann irgendwie anders nennen, weil sich sonst jemand, der keinerlei Probleme damit hat, andere zu beleidigen, beleidigt sein könnte?
            Geht das hier zunehmend in die Richtung: Du darfst das denken, aber bitte nicht schreiben? Bloss nicht sagen, was ist, sondern nur was möglichst hochtrabend verschwurbelt daher kommt, damit die eigentliche Aussage nicht sofort sichtbar wird, oder wie? War von Ihnen nicht der Spruch
            “ Sprache ist, was gesprochen wird.“?
            Statt Lüge dann „schreibt absichtlich nicht die Wahrheit, lässt absichtlich Fakten weg, verkehrt absichtlich Ursache und Wirkung“? Oder statt Feigling“ Bringt nicht den Mut auf“?
            Das gleiche in grün, nur mit dem Versuch, sich so auszudrücken, das dahinter ein gewisses Bildungsniveau sichtbar wird? Was dann gleich wieder mit Intellekt gleich gesetzt wird, jedenfalls von gewissen Personen?

            • Stefan Sasse 23. März 2018, 08:32

              Du kannst das schon so schreiben, das ist kein Problem. Ich halte es nur für wenig zielführend, weil ich nicht denke, dass Stefan grundsätzlich frauenfeindlich, autoritär und anti-emanzipatorisch ist. Er hat nur einige sehr konservative Ansichten auf diesem Gebiet, die ich nicht teile .

  • Stefan Pietsch 22. März 2018, 13:39

    Was Du übersiehst ist, dass Ressentiments gegenüber Fremden in der menschlichen Natur liegen. Sie sind ein Schutzmechanismus, die Abtrennung zwischen Vertrautem und Fremden, das eben Gefahren birgt. Lange dachte ich, es wäre eine Besonderheit von mir, aber es ist ein inzwischen untersuchtes Phänomen: wenn wir in fremden Hotelbetten nächtigen, schlafen wir deutlich schlechter, der Schlaf ist leichter, weil unser Gehirn sich in einer ständigen Hab-Acht-Stellung befindet durch die unbekannte Umgebung. Erst mit zunehmender Zahl der Übernachtungen steigt die Möglichkeit zu einem geruhsamen Schlaf.

    Regelmäßig fallen ältere Menschen auf Trickbetrüger herein, die zwar fremd sind, aber vertrauensselig reden. Anscheinend sinken die natürlichen Schutzmechanismen mit zunehmenden Alter. Wenn wir Unbekannten auf der dunklen Straße oder nur auf einer Party begegnen, gehen wir auch selten herzlich auf sie zu und schon gar nicht erzählen wir ihnen gleich unsere Lebensgeschichte und Einkommensverhältnisse. Wir sind vorsichtig und reserviert und des dauert, bis soweit Vertrauen entstanden ist, dass wir in dem anderen etwas Gutes sehen.

    Wer in einem Unternehmen neu beginnt, wird neugierig beäugt. Jedes Wort wird kritisch ausgelegt, ob derjenige überhaupt zur Firma passt. Vorsichtig ist man allenthalben, dem Neuen Geld anzuvertrauen, Zugriff auf vertrauliche Ordner zu gewähren. Würden wir den Neuen mit den Begriffen Schwarzer, Flüchtling oder Muslim belegen, wärst Du sofort da mit Deinem Rassismus-Begriff. Dabei geht es eben um etwas anderes.

    • Stefan Sasse 22. März 2018, 15:16

      Ich übersehe das nicht, aber ich überzeugt davon, dass wir dagegen angehen können, wenn wir uns dessen bewusst sind.

      • Stefan Pietsch 22. März 2018, 15:54

        Wieso willst Du dagegen angehen? Es geht auch um Schutzmechanismen. Es entspricht natürlicher Vorsicht, auf der Kölner Domplatte als Frau achtsam zu sein, wenn frau sich einer Gruppe arabisch aussehender Männer nährt. Und es entspricht unternehmerischer Vorsicht, neuen Mitarbeitern nicht sofort alle Geheimnisse offen zu legen und alle Rechte einzuräumen. Fast jedes zweite Arbeitsverhältnis übersteht nicht die Probezeit und da sind nicht nur gute Jungs darunter.

        • Ariane 22. März 2018, 16:26

          Aber ist das Problem bei fremd aussehenden Menschen nicht, dass die eben keine Probezeit haben? Für die gibt es überhaupt keine Möglichkeiten, ihr Fremdsein irgendwie abzulegen, deren Möglichkeiten sind eben irgendwann erschöpft und das ist dann doch der Punkt, an dem nur noch wir Deutschen Möglichkeiten haben, indem wir zb unsere Ressentiments ablegen.

          Ich hab ja schon mehrmals vom Mann meiner Cousine erzählt, der aus dem Senegal stammt. Und ja, die Menschen dort sind tiefschwarz. Er lebt aber schon seit den 70ern hier, spricht perfekt deutsch und ist schon seit langem deutscher Staatsbürger. Er – und seine Kinder erst recht – ist also mittlerweile absolut nicht mehr fremd, sondern genauso deutsch wie du und ich – nur an seiner Hautfarbe kann er nun mal nichts ändern und das ist dummerweise das einzige, was man sofort sehen kann.
          Und du meinst nun also, ich als Frau sollte ihm gegenüber lieber vorsichtig sein, denn vielleicht ist er ja ein frauenverachtender Islamist? Und das ist nicht problematisch, sondern nützlich, weil das ja der Schutzmechanismus aus der Steinzeit ist?

          Damals war das bestimmt nützlich und ja, es gibt diese Mechanismen heute immer noch in unseren Hinterköpfen. Aber sie sind nicht mehr so ganz zeitgemäß, denn wie ich eben dargestellt habe, ist es ein großer Unterschied fremd auszusehen oder tatsächlich fremd zu sein. Und es ist auch eine Frage des Umgangs. Ich kann mir dessen bewusst sein und beschließen, ihn zu ignorieren, weil er sich an Äußerlichkeiten festmacht. Oder ich kann ihn hernehmen, um bestehende Vorurteile (arabisch aussehende Männer belästigen generell ständig Frauen) irgendwie zu rationalisieren.

          • Stefan Pietsch 22. März 2018, 18:34

            Aber ist das Problem bei fremd aussehenden Menschen nicht, dass die eben keine Probezeit haben?

            Da frage ich mich gerade, welches Bild Du von Deutschland zeichnest. Wie in anderen westlichen Ländern auch haben die meisten kein Problem mit Migranten, die sich schnell in Unternehmen integrieren. In deutschen Fußballstadien gibt es weit weniger rassistische Ausreißer als beispielsweise in Italien. Nur mal so, und das sind so typische Zentren für Rassismus. Ich kann Dir umgekehrt ein paar Straßenzüge in Berlin ans Herz legen, wo Du vielleicht den Test aufs Exempel machen könntest bezüglich Deiner Unvoreingenommenheit mit „arabisch aussehenden Mitbürgern“. Und wenn Du den Test erfolgreich absolviert hast, unterhalten wir uns an dieser Stelle weiter. Wenn Dir Berlin zu weit ist, gehen wir mal in Köln um 23 Uhr um den Hauptbahnhof. Ich habe da eher weniger Probleme mit, mir ist in meinem Leben noch nie etwas passiert, selbst dunkelste Gestalten haben mich nie angemacht.

            Aber laut Polizeistatistik wird ein sehr weit überproportionaler Satz von Gewaltverbrechen wie Vergewaltigung, sexuelle Belästigung, Misshandlungen von „Menschen mit Migrationshintergrund“ begangen. Mag falsch sein, wer weiß, wie solche Statistiken entstehen. Aber ich habe mir sagen lassen, dass weit mehr Frauen als Männer solche direkten Konfrontationen fürchtet.

            Mag sein, dass Du Dich wegen Deiner Nähe zu einem erkennbaren Migranten stets besonders bemüßigt fühlst, solche Menschen zu verteidigen. Aber ob ein Mensch harmlos ist oder nicht, das erfährt man üblicherweise durch Kennenlernen. Und beim Kennenlernen legen Menschen mit ein bisschen Lebenserfahrung stets etwas Skepsis an den Tag. Das ist in Bewerbungsgesprächen nicht anders als beim Flanieren in Großstädten. Wir warnen Kinder davor, Fremden gegenüber zu entgegenkommend zu sein. Aber bei „fremdländisch Aussehenden“ sollen solche Regeln nicht gelten? Was ist da Rassismus? Sind etwa Eltern heute Rassisten gegen alles?

            • Ariane 22. März 2018, 22:54

              Da frage ich mich gerade, welches Bild Du von Deutschland zeichnest. Wie in anderen westlichen Ländern auch haben die meisten kein Problem mit Migranten, die sich schnell in Unternehmen integrieren

              Unternehmen? Die AG Deutschland oder wie kommst du da jetzt auf Migranten in Unternehmen?

              Mein eigentliches Argument hast du jetzt übrigens schön ignoriert. Es ging ja nicht um irgendwie fremde. Wie „nicht mit Fremden mitgehen“, sondern in deinem Beispiel um besondere Achtsamkeit bei fremdaussehenden Personen. Heißt ja im Umkehrschluss auch nicht, dass ich bei jedem Fremden ins Auto steige.

              Es geht mir ja aber darum, dass anders aussehende Menschen dieses Fremdsein nie nicht ablegen können, worin du eben kein Problem siehst. Es ist aber eins. Und eins, das auch nicht durch Kennenlernen gelöst werden kann, weil diejenigen, die meinen Cousin kennen, finden ihn nicht bedrohlich. Er wird aber zehnmal so oft kontrolliert von der Polizei oder Schaffnern. Oder hat Schwierigkeiten, wenn er zb Passanten nach dem Weg fragen muss usw. Und ja, er ist wie du so schön sagst immerhin noch ein erkennbarer Migrant. Seine Kinder aber nicht, die sind nirgendwo hin oder wegrummigriert und haben mit denselben Problemen zu kämpfen. Genauso ist es eben möglich, dass arabisch aussehende Leute seit mehr Generationen deutsch sind als ich.
              Und findest du es nicht auch höchst ungerecht, wenn man Leuten komplett anders und zwar negativer begegnet, nur weil sie anders aussehen?

              • Rauschi 23. März 2018, 11:54

                @Ariane
                Und findest du es nicht auch höchst ungerecht, wenn man Leuten komplett anders und zwar negativer begegnet, nur weil sie anders aussehen?
                Er hat doch schon fest gestellt, das Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit kein Massstab ist, den das Empfinden darüber ist ziemlich subjektiv.
                Klar ist das ungerecht, aber es ist leider Realität und dagegen kann sich fast niemand wehren. Machen Sie mal den Versuch, bei einem seltsam aussehenden Menschen (egal welcher Hautfarbe) nicht hin zu sehen. Ich nehme mir das auch immer wieder vor, das klappt nur leider selten. Wie ich dem begegne, das ist eine andere Sache, aber viele Dinge sind Reflexe, die sich nur schwer ablegen lassen. Vielleicht kann man das den Kindern beibringen, das neutrale Verhalten nicht abzulegen, denn dort ist es oft noch vorhanden. Ich denke da an den kleinen Jungen, der gefragt wurde, ob es auch Ausländer in seinem Kindergarten geben würde. Die Antwort war: Nee, hier gibt es nur Kinder.

                • Floor Acita 23. März 2018, 12:14

                  „Machen Sie mal den Versuch, bei einem seltsam aussehenden Menschen (egal welcher Hautfarbe) nicht hin zu sehen. Ich nehme mir das auch immer wieder vor, das klappt nur leider selten“

                  Aber deshalb muss ich das dann doch nicht verteidigen und fragen „wozu?“ (man versuchen sollte das zu ändern)
                  Es gibt ja nicht nur rassistische und unbewusst rassistische Menschen oder letztere denen immer unterstellt wird rassistisch zu sein. Vielleicht ist es manchmal hilfreich Hinweise einfach nur aufzunehmen und schrittweise zu versuchen sich zu ändern. Wie gesagt, andere haben es auch geschafft – ob immer 100% ist eine andere Frage – aber es gibt zumindest gewaltige Unterschiede und auffällig in zB Stadt/Land, alt/jung etc also nicht mit Kategorien die inhärent mit „Rasse“, Hautfarbe etc. oder auch Genetik zu erklären wären. Es ist einfach eine Einstellungssache.

                  Interessant / Kreativ finde ich auch den Versuch die sonstige Haltung nachdem Menschen im Alter immer konservativer werden hier in ihr Gegenteil zu verkehren unter dem Hinweis im Alter würden die Leute weniger misstrauisch…

                  • Rauschi 23. März 2018, 12:38

                    Aber deshalb muss ich das dann doch nicht verteidigen und fragen „wozu?“ (man versuchen sollte das zu ändern)
                    Verteidigen? Habe ich nicht geschrieben, das ich es versuche, nur ist es ja dann meist schon passiert, bevor ich mir dessen bewusst werde.
                    Das ist im Gehirn so angelegt, alles was anders und auffällig ist, gerät in den Focus der Betrachtung. Das kann man jetzt doof oder ungerecht finden, dann kann ich aber auch doof oder ungerecht finden, das manche Menschen gross oder klein oder dumm oder intelligent sind, ändert nur nichts.
                    Solange es beim schauen bleibt und keine negative Reaktion dem „andersartigen“ daraus resultiert, ist das wegschauen (geht erst nach hinschauen) eine Reaktion auf einen Reflex, das ist eine Feststellung und keine Verteidigung.

                    Interessant / Kreativ finde ich auch den Versuch die sonstige Haltung nachdem Menschen im Alter immer konservativer werden hier in ihr Gegenteil zu verkehren unter dem Hinweis im Alter würden die Leute weniger misstrauisch…
                    Ägypten? Wo steht denn das?
                    [Vielleicht kann man das den Kindern beibringen, das neutrale Verhalten nicht abzulegen, denn dort ist es oft noch vorhanden.]

              • Stefan Pietsch 23. März 2018, 12:39

                Mein eigentliches Argument hast du jetzt übrigens schön ignoriert.

                Ich hoffe doch nicht. Diskriminiere ich Hotels, weil ich dort in der ersten Nacht weit schlechter schlafe als zuhause? Bin ich diskriminiert, wenn man mich auf einem neuen Job zwar nett begrüßt, aber auf den ersten Fehltritt wartet? Würde ich Deinen Bekannten diskriminieren, wenn ich ihm zur Begrüßung zwar freundlich die Hand gebe, aber nachdem er sich abgewendet hat, ihn skeptisch weiter beäugen würde? Während man die ersten beiden Beispiele als „normal“ einordnen würde, ist das letzte für manchen sogar Rassismus. Er ist schwarz und hebt sich deswegen hervor.

                Als Langnase falle ich in Südamerika auch sofort auf. Dann noch die Kamera in der Hand, fertig ist die Diskriminierung. Die Kassiererin spricht langsam, was nichts daran ändert, dass ich trotzdem kein Spanisch verstehe. Genauso wird Dein Bekannter damit leben müssen, beim ersten Kennenlernen seltsam angesehen zu werden. Das ginge Dir übrigens auch so, würdest Du nach Ghana gehen. Ärgerlich ist das nur, wenn das vom Umfeld nicht nach einiger Zeit abgelegt wird. So wie mit dem Schlechtschlafen in Hotels und der Arbeit mit neuen Mitarbeitern.

                Er wird aber zehnmal so oft kontrolliert von der Polizei oder Schaffnern.

                Weil Polizei und Schaffner die Erfahrung gemacht haben, dass Schwarze in Deutschland zehnmal häufiger kriminell sind und zehnmal häufiger ohne Fahrschein fahren. Ist nichts Persönliches, ist das Ergebnis von Erfahrung. Schließlich kontrolliert das Finanzamt auch zehnmal häufiger die Steuererklärungen von Leuten, die mehr als 200.000 EUR verdienen, obwohl die meisten grundehrlich sind. Ist halt nichts Persönliches, nur sind Betrügereien in dem Einkommensbereich weit ergiebiger.

                Und findest du es nicht auch höchst ungerecht, wenn man Leuten komplett anders und zwar negativer begegnet, nur weil sie anders aussehen?

                Wie vorangesagt, definitiv nein.

                Es gibt in dem Film „Haben Sie das von den Morgans gehört“ eine schöne Szene. Hugh Grant und Jessica Parker haben sich als Ehepaar gestritten und wollen wegfahren, haben aber kein Auto. Da sie sich in dem Hinterwäldlerort Ray in Wyoming befinden, wo man jeden Demokraten kennt (und noch nicht getötet hat), bietet einer ihnen an, seinen Pick-up zu nehmen, Schlüssel steckt. Verblüfft meint Hugh Grant, da wo sie herkämen ginge das nicht.

                Warum kann man in Wyoming seinen Wagen unabgeschlossen lassen und in New York sind auch bestens gesicherte fahrbare Untersätze binnen Minuten geklaut? Die Gruppe ist überschaubar, familiär, man kennt sich von Geburt an. In einem solchen Umfeld klaut niemand. Kommen jedoch Fremde hinzu, ändert sich das Verhalten einer Gruppe, gesundes Misstrauen steht am Anfang. Du argumentierst gegen diese natürlichen Schutzmechanismen und ordnest sie als Rassismus ein. Nur ist das völlig falsch.

        • Stefan Sasse 22. März 2018, 19:06

          Seriously? Jedes zweite? Das klingt krass. Stimmt das wirklich, oder ist das eine Hyperbel?

          • Stefan Pietsch 22. März 2018, 19:15

            In der Größenordnung, ja. Leider. Und das entspricht auch meiner Erfahrung, also ist in Line mit der Statistik.

            • Stefan Sasse 23. März 2018, 06:36

              Kenn ich bei uns aus dem Betrieb ganz anders. Woran liegt das?

              • Stefan Pietsch 23. März 2018, 09:37

                Die Zahl hatte ich aus einem mir nicht mehr bekannten Artikel vor der Finanzkrise. Gerade gegoogelt, ohne nähere Statistik behauptet die Wirtschaftswoche eine Quote von 20%.
                https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/jobanfang-die-todsuenden-in-der-probezeit/8145774.html

                Wie es auch sei, die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns ist in der Probezeit hoch. Das hat viel damit zu tun, dass wir einerseits mit immer höheren Erwartungen an Menschen rangehen. Wer für teures Geld jemanden einstellt, hat wenig Geduld für die Einarbeitung. Je intensiver die Auswahlprozesse der Unternehmen werden, desto unzufriedener sind sie häufig mit dem Ergebnis. Denn ob jemand zur Kultur des Unternehmens passt, dann noch die Aufgaben zwar im Rahmen der unternehmerischen Leitlinien, aber natürlich noch mit einem deutlichen Schuss Originalität versehen ausübt und gleichzeitig zu Null Fehlern neigt, das stellt sich erst nach wenigen Monaten heraus. In Ausbildungsverhältnissen kommt es darauf an, dass die Leute die Grundrechenarten beherrschen, was heute nicht mehr selbstverständlich ist und überhaupt eine Identifikation mit dem Unternehmen und dem Beruf finden. Viele junge Menschen erleiden da einen richtigen Kulturschock.

                Auf der anderen Seite erleben Bewerber in Gesprächen auch häufig eine Blackbox, die sich erst nach Wochen Stück für Stück öffnet. Der Macher im Gespräch entpuppt sich später als Vorgesetzter als ein entscheidungsschwacher Choleriker, das große Aufgabengebiet schrumpft zu einem Minibereich und überhaupt ist die Stimmung im Unternehmen mies. Viele Leute, die freiwillig wechseln, erwarten bei dem persönlichen Risiko ein in jeder Hinsicht besseres Unternehmen als den bisherigen Arbeitgeber. Dumm nur, dass man immer wieder auf die gleichen Charaktere trifft und nur deren Quote zueinander sich leicht ändert.

                Viele Bewerber beschäftigen sich vorher auch nicht mit dem, was sie je nach Eigentümerverhältnissen erwartet. Ein Familienunternehmen läuft anders als ein Großkonzern oder ein Private Equity geführtes Unternehmen. Alles hat so seine Vor- und Nachteile. Ich persönlich arbeite am liebsten in PE, da hier die Professionalität auf der Eigentümerseite am höchsten ist bei gleichzeitig hohem Freiheitsgrad und geringer Emotionalität (Stichwort: Choleriker). Aber am Ende ist das Geschmackssache.

                Der Appell, die gegenseitigen Erwartungen ein ganzes Stück herunterzudimmen, verfängt schon nicht im Privaten, wenn es um Beziehungen und Freundschaften geht. Es funktioniert nicht im Politischen, warum als in der Arbeitswelt?

  • Erwin Gabriel 22. März 2018, 18:02

    @ Stefan Sasse on 22. März 2018

    We are fighting an enemy that is different from us. Not open, but hiding; not straightforward but crafty; not honest but base; does not believe in working but speculates with money; does not have its own homeland but feels it owns the whole world.

    Nun gut, ich bin – wohl anders als Ihre Schüler – alt genug, um diese Art von Sprache sofort zu erkennen.

    Das ist schon richtig harter Tobak. Sehr befremdlich und sehr unangenehm.

    Ansonsten: Mir fällt immer wieder auf, dass dieses Hundepfeifen-Dings in beide Richtungen funktioniert (auch, aber nicht nur bei mir, nicht nur bei Konservativen, auch bei Linken).

    Der Begriff ‚Heimat‘ beispielösweise ist bei mir durchaus positiv besetzt; ich fluche in diesem Zusammenhang aber mehr über die endlose Zahl von Windrädern als über die Hautfarbe von Mitbewohnern.

    Was ich aus der politischen Diskussion zu diesem Begriff herauslese, ist, dass ‚Heimat‘ eher als Synonym für Ablehnung eines allzu raschen sozialen bzw. gesellschaftlichen Wandels steht. Es gibt genug, die sich bei dem derzeitigen Tempo von Globalisierung, Digitalisierung, Zuwanderung etc. schlichtweg überfahren fühlen. Wenn diese Leute (wohl eher die Älteren, die bereits lange genug leben, um sich an etwas gewöhnt zu haben) in ihrer Welt bleiben wollen, ist das legitim und gehört angesichts der Altersstrukturen unserer Gesellschaft ernstgenommen.

    Zu dem Komplex gehört aber auch (ja, wie von Ihnen beschrieben) eine Überreizung, eine Verteufelung von bestimmten Begriffen, die eine offene Diskussion über wichtige Themen unmöglich machen.

    Es braucht eine Balance, aber die findet sich aktuell nicht mehr.
    Das ist ein guter, zutreffender Abschlußsatz für Ihren Artikel, den ich gerne unterstreiche. Das erspart Ihnen viel Hadern meinerseits mit einigen einseitigen Formulierungen im Innenteil des Artikels.

    🙂

    Viele Grüße
    E.G.

    • Stefan Sasse 22. März 2018, 19:09

      Deswegen ist es ja so eine super Hundepfeife – du kannst denken, dass Seehofer nur von Windrädern spricht, und AfD-Fans hören ihn gegen Syrer wettern.

      • Rauschi 23. März 2018, 07:47

        Das widerspricht aber Ihrer Aussage:
        [Diese Minderheit versteht die dogwhistle, während die Mehrheit nicht abgestoßen ist, weil sie nicht erkennt, dass die nicht mehrheitsfähige Position ausgesprochen wurde. Das ist ja das ganze Prinzip dahinter. ]
        Denn dann ist es ja gar keine Pfeife, sondern ein bewusst schwammig gelassene Aussage, deren Sender sich bewusst ist, das es in beide Richtungen wirkt. Das habe ich aber nicht als Hundepfeife verstanden, da will der Sender eine ganz klare Botschaft senden, die aber nur gewisse Teile so verstehen, wie sie gemeint ist. Oder unterstellen Sie dem Seehofer die Absicht das [AfD-Fans hören ihn gegen Syrer wettern.]?

        • Stefan Sasse 23. März 2018, 08:32

          Klar tue ich das.

          • Rauschi 23. März 2018, 11:59

            Das die CSU auch am rechten Rand fischt ist ja bekannt, aber das würde ich nicht unterstellen.
            Warum lassen wir uns den Begriff Heimat von den Rechten klauen, statt das Wort neu und eindeutig positiv zu besetzen? War neulich auch im Aufwachen Podcast ein Thema. Heimat als unmittelbares Umfeld, mit Nachbarn und Politik, auf die Bürger noch Einfluss nehmen können, das positiv verändert wird, nicht als Abgrenzung zu etwas gemeint, sondern als Einladung, das neu zu gestalten.

            • Stefan Sasse 23. März 2018, 17:17

              Mir ist der Unterschied zwischen „am rechten Rand fischen“ und „AfD-Wähler ansprechen“ ehrlich gesagt unklar.

              Ansonsten ist der Heimatbegriff aufgeladen. Ich würde eher einen Gegenbegriff besetzen. Die Labour-Party etwa arbeitet daran, „community“ zu etablieren, so was wäre als „Gemeinschaft“ durchaus in Deutschland vorstellbar. Da will ich auch schon länger drüber schreiben.

              • Rauschi 26. März 2018, 11:04

                Mir ist der Unterschied zwischen „am rechten Rand fischen“ und „AfD-Wähler ansprechen“ ehrlich gesagt unklar.
                Das erste ist, billigend in Kauf zu nehmen, das die Aussagen auch in diese Richtung verstanden werden können. Das zweite ist die bewusste Ansprache der Rechten (wobei ich mittlerweile denke, dieses über einen Kamm scheren von Rechten und AfD Wählern ist überhaupt nicht hilfreich). Sie haben doch bei Agent Orange auch den Unterschied zwischen in Kauf nehmen und absichtlich töten gemacht, dann geht das hier erst recht.

                • Stefan Sasse 27. März 2018, 06:59

                  Klar, mir war es nur semantisch nicht klar.
                  Und ich denke es nicht hilfreich so zu tun, als sei das Wählen einer rechtsextremen Partei nichts, was man ihren Wählern anlasten müsse.

                  • Rauschi 28. März 2018, 09:00

                    Das gilt für jede andere Partei auch, für deren Wahl sind deren Wähler verantwortlich.
                    Bringt es denn was, den Schuldigen auszumachen?
                    Die Unterscheidung zwischen Erklärung und Entschuldigung ist wohl immer noch nicht durchgedrungen.
                    Wenn ich erkläre, warum es zu einem Unfall gekommen ist, entschuldige ich damit doch in keiner Weise den Unfall, was für eine seltsame Gleichsetzung.

        • Floor Acita 23. März 2018, 12:06

          „Denn dann ist es ja gar keine Pfeife, sondern ein bewusst schwammig gelassene Aussage, deren Sender sich bewusst ist, das es in beide Richtungen wirkt.“
          Das sehe ich im Gegenteil genau als den Kern der Hundepfeife. Genauso interpretiere ich auch Stefans Aussage „Aber die Effizienz dieser Strategie fußt weniger auf dem Unverständnis der unteren Schichten als vielmehr in der willful ignorance der Eliten.“

          Würde Seehofer nicht genau wissen wie es ankommt, er würde sich wahrscheinlich anders ausdrücken. Oder aber wie gesagt, er hat die Chance das Ganze klarzustellen, ich unterstelle ihm hier nichts. Wenn er mir eine bessere Interpretation liefert und auch nachfragen zulässt und von Anfang an „Fehl“interpretationen bekämpft und sich von Ihnen distanziert und zwar mit klaren Worten gegenüber denen die ihn aufgrund dieser Fehlinterpretation feiern und nicht gegen die, welche ihm diese Fehinterpretation angeblich „unterstellen“, dann bin ich ganz open minded – wie immer. Aber ich werde nicht über Phrasen diskutieren, die man rassistisch interpretieren kann ohne dass mir klar gemacht wird, was derjenige mir damit eigentlich sagen will…

          • Rauschi 23. März 2018, 12:25

            Das sehe ich im Gegenteil genau als den Kern der Hundepfeife. Genauso interpretiere ich auch Stefans Aussage „Aber die Effizienz dieser Strategie fußt weniger auf dem Unverständnis der unteren Schichten als vielmehr in der willful ignorance der Eliten.“
            Das habe ich schon verstanden, es setzt aber Absicht voraus, die ich nicht per se jedem Politiker unterstelle, nicht mal einem der CSU.
            Wenn das Aussprechen des Wortes Heimat schon so viel transportieren soll, dann ist ja immer der Kontext wichtig. Der ist jetzt auch Heimatminister, kann ich daraus schon etwas ableiten?

            • Stefan Sasse 23. März 2018, 17:18

              Die Heimatdebatte der CSU ist eine einzige Hundepfeife. Wenn ein Politiker der Grünen das Wort verwendet, würde ich sehr genau auf den Kontext achten bevor ich dem dasselbe unterstelle.

      • Erwin Gabriel 24. März 2018, 17:43

        @ Stefan Sasse

        was mich irritiert, ist Ihr offenbar grenzenloses Vertrauen darin, dass nur die ‚Rechten‘ mit Hundepfeife arbeiten, die ‚Linken‘ nicht. Verklausulierte Sprache, um der eigenen Wählerschaft etwas zu versprechen, ohne dass es die andere so richtig mitkriegt, gibt es auf beiden Seiten.

        Nehmen Sie ‚wir müssen Europa stärken‘ – die idealistische Variante klingt viel besser alsdas, was praktisch damit gemeint ist.

        Viele Grüße
        E.G.

        • Stefan Sasse 25. März 2018, 07:51

          Behaupte ich doch gar nicht? Aber du wirst wohl kaum abstreiten wollen, dass derzeit das Phänomen auf der Rechten wesentlich verbreiteter ist.

          • Erwin Gabriel 26. März 2018, 13:46

            @ Stefan Sasse 25. März 2018, 07:51

            Behaupte ich doch gar nicht? Aber du wirst wohl kaum abstreiten wollen, dass derzeit das Phänomen auf der Rechten wesentlich verbreiteter ist.

            Na klar will ich das, wozu bin ich ein Konservativer. Es ist auf linker Seite nur so normal geworden, Sprachregelungen zu finden und die Sprache zu manipulieren (‚undokumentierter Einwanderer‘), dass Ihnen das nicht mehr auffällt !?!

            🙂

            Verständnisvolle Grüße
            E.G.

            • Stefan Sasse 27. März 2018, 07:05

              Jein. Diese Sprachregelungen dienen ja dazu, einen bestimmten Sachverhalt zu verschleiern/umzudeuten, nicht, ihn zu kodieren. Wir haben es da mit verschiedenen Elementen zu tun. Sprachmanipulationen finden sich auch auf der Linken, aber die sind anders, keine bzw. kaum Hundepfeifen (die LINKE gräbt ja mit ihrer Merkel- und Flüchtlingskritik da auch dran rum).

  • Ariane 25. März 2018, 13:55

    @Dubio/Rauschi/Floor
    Ich mach mal hier weiter, damit das nicht so unübersichtlich wird.

    Klar ist das ungerecht, aber es ist leider Realität und dagegen kann sich fast niemand wehren. Machen Sie mal den Versuch, bei einem seltsam aussehenden Menschen (egal welcher Hautfarbe) nicht hin zu sehen.

    Das stimmt natürlich. Natürlich fällt in diesem Fall mein Verwandter gerade bei Familientreffen als anders aussehend aus. Das allein ist aber nicht problematisch, problematisch wird es ja nur, weil das Auffallen eben oft mit (unbewusst) rassistischen Vorurteilen verknüpft wird, was dann eben handfeste Nachteile bedeutet, generelles höheres Misstrauen, mehr Kontrollen, Probleme bei Arbeits/Wohnungssuche etc.

    Und klar, wenn man meint, dass es schon recht so ist, dass er und seine Kinder und Kindeskinder für alle Zeiten mit diesen Problemen leben sollen, auch wenn die deutscher sind als Du und ich, brauchen wir da nicht weiter diskutieren. Ich halte es aber sowohl für ungerecht als auch für höchst problematisch und es ist eben eine Sache, die nur auf der biodeutschen Seite gelöst werden kann, weil gute oder schlechte Integration dabei keine Rolle spielt.

    Oder wir warten einfach ein paar hundert Jahre. Das ist ja etwas, was sich irgendwann quasi von selbst löst, genau wie man die Nachfahren von Ruhrpolen heute nur noch am Nachnamen erkennt und in 300 Jahren werden schwarze Haare und eine dunklere Haut vielleicht genauso normal deutsch sein wie meine braunen Haare. Das hilft nur den heute lebenden nicht so viel.

    • Stefan Sasse 25. März 2018, 16:53

      Auf lange Sicht sind wir halt alle tot, ne? ^^

    • Rauschi 25. März 2018, 18:03

      Ich halte es aber sowohl für ungerecht als auch für höchst problematisch und es ist eben eine Sache, die nur auf der biodeutschen Seite gelöst werden kann, weil gute oder schlechte Integration dabei keine Rolle spielt.
      Das war ja auch schon mal mein Punkt, bei meinem türkischen Kollegen, der auch vollkommen integriert ist, aber den „fslchen“ Nachnamen hat.
      Deswegen finde ich das ganze Gerede von „die müssen sich doch nur integrieren“ für schlicht scheinheilig, denn das reicht ja de facto eben nicht aus. Solange auch die Medien von „xy“stämmig berichten, wird sich das nicht ändern. Deswegen mein Ansatz, zu versuchen, das beim Nachwuchs zu fördern, denn die können im Normalfall mit den ganzen Begriffen gar nichts anfangen. Das Volk umerziehen zu wollen, war noch nie von Erfolg gekrönt.

  • ert_ertrus 27. April 2018, 17:39

    Ein anderes Beispiel ist das ständige Rekurrieren auf „Familie“, dessen sich Konservative von Jens Spahn bis Mike Pence bedienen, um ihrer Abneigung gegen Homosexuelle und emanzipierten Frauen Ausdruck zu verleihen, ohne das so offen zu sagen.

    Moment mal – ist Jens Spahn nicht auch bekennender Homosexueller?

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