Der fette Dino in uns

Es gibt Tage, das sitzt man vor dem Rechner und überlegt, wie man ein Thema richtig fassen könnte. Der neue Dieselkartell-Skandal der deutschen Automobilhersteller bewegt das Land, während unter der Woche neue Fahrverbote für vermeintliche Umweltschädlinge angekündigt werden. Eigentlich die Zeit, über Bonzen in Vorstandsetagen und wohlgefällige Politiker herzuziehen. Obwohl das mit den Bonzen etwas schräg ist, wo selbst Vorstandsvorsitzende von DAX-Konzernen keine Krawatte mehr tragen mögen und die Cohiba kaum noch geraucht wird, seit sie legal von Kuba exportiert werden kann. Die meisten starren etwas fassungslos auf das, was sich im SPIEGEL-Artikel vom vergangenen Wochenende ausbreitete, ein Sumpf von kartellhaften Absprachen gepaart mit Gefälligkeitspolitik. Und plötzlich kommt ein Artikel, der die larmoyante Wohlfühlatmosphäre in diesem Land auf den Punkt bringt. Oder um einen beliebten Spruch von ITlern anzuwenden: das Problem sitzt vor dem Bildschirm.

In Finis Baden-Württembergiae brandmarkt Stefan Sasse wie ein saturiertes Wohlstandskind die Ignoranz der deutschen Autobosse, die noch jeden Trend verschlafen hätten. Und die Politik habe es versäumt, die hoch bezahlten Top-Manager (kleine Abteilungs- und Bereichsleiter sind selbstverständlich nicht gemeint) zum Jagen auf die in elitären Zirkeln konstruierte elektrifizierte Welt zu tragen. Der Zeigefinger ist der Deutschen liebstes Instrument, wenn es um die Übernahme von Verantwortung und Risiko geht. Dabei mutet die deutsche Energiepolitik vom Ausland betrachtet wie die Aneinanderreihung von Schildbürgerstreichen an. Ein sonnenarmes Land pflastert seine Dächer mit Solarpanels zu. Die Industrie wird mit weitreichenden Subventionen gepäppelt bis Billigproduzenten in China das Geschäft übernehmen. Längst sind die deutschen Unternehmen reihenweise Pleite gegangen und die Staatsgelder damit in der Sonne verschmolzen. Und der Umweltschutz hat ausgedient, wenn sich schützenswerte Arten in den Rotoren der Windmühlen verfangen.

Das Desaster mit der Solarenergie hindert natürlich die großen Weltkreatoren nicht, ständig neue Entwürfe in die Welt zu blasen, risikolos für einen selber, dafür aber perfekt. Die Kommentare im angesprochenen Artikel lesen sich dazu phantastisch beeindruckend, man hat das Gefühl, mehrere Elon Musks seien der Welt hier verloren gegangen. Damit nähern wir uns dem Kernproblem. Die meisten Deutschen wissen nicht, wie Unternehmer funktionieren. Die Kartellbrüder von VW, BMW und Mercedes müssen sich das Beispiel Tesla vorhalten lassen, das frühzeitig, also bei Gründung, auf Elektromobilität setzte. Dabei übersehen die Sesselunternehmer jedoch etwas Entscheidendes, sie haben ihren Schumpeter nicht gelesen. Neue Technologien werden von neuen Unternehmern durchgesetzt. Die heute prägenden Unternehmen des digitalen Zeitalters gab es vor 35 Jahren nicht. Das ist der Zeitraum, in dem es die gesamte Europäische Union nicht vermochte, nur ein einziges Unternehmen von Weltgeltung zu schaffen. Von dem letzten, SAP, zerren Eigentümer, Mitarbeiter und darum gruppierte Berater bis heute mit üppigen bis exorbitanten Honoraren, Gehältern und Vergütungen.

So ist gar nicht die Frage, ob die Autobauer in Bayern, Schwaben und Niedersachsen Markttrends verschlafen hätten. Angesichts milliardenschwerer Verluste bei Tesla und Verkäufe von E-Autos, deren Marktanteil sich weiterhin im Promillebereich bewegt sowie einer praktisch nicht vorhandenen Infrastruktur für die notwendige Stromversorgung ist das eine gewagte These. Mag sein, dass dem Elektromotor die Zukunft gehört, aber das dachte man ja auch mal über die Atomenergie, Riesencomputer, Mondexpeditionen und ganz früher über Pferde. Die Frage ist nicht, warum Daimler & Co. so zurückhaltend bei der Umstellung ihrer bevorzugten Antriebstechnologie agierten, Unternehmen die teilweise mehr als 100 Jahre alt sind. Die Aufgabe, neue Wege zu beschreiten, wäre eigentlich einer neuen Gründergeneration zugefallen. Doch wo ist sie?

Eine kurze Nachfrage bei der IHK bringt es an den Tag. Die meisten gründen aus reiner Verzweiflung Unternehmen. Sie sind arbeitslos, in Geldnöten oder beides. Die bevorzugte Idee zur neuen Selbständigkeit sind dann Hausmeisterdienstleistungen, die wenig aussichtsreich erscheinen, länger als 12 Monate zu halten. Auch ansonsten sind Phantasie und Mut der Deutschen äußerst begrenzt, die meisten Start-ups der Szene in Berlin, Hamburg und München beschäftigen sich mit Diensten, die sich um bekannte Produktionstechniken sortieren.

Die Deutschen haben Politiker wie sie selber. über allen thront die ewige Kanzlerin Merkel, bei der eigentlich nur erstaunlich ist, dass sie auch im 12. Jahr ihrer Regentschaft das Politikerranking anführt. Die Pfarrerstochter riskiert nichts und genießt es erkennbar, konfliktfrei die Richtlinien der Politik zu administrieren. Die SPD wird angeführt von einem ehemaligen Ortsbürgermeister, dessen herausragendste Tat die Durchsetzung eines völlig überdimensionierten Spaßbades in Würselen war, womit er Steuergelder versenkte. Auf dieses Metier verstand sich der linke Kanzlerkandidat auch in seinem Wirken als Chef der Bürokratie in Brüssel und Straßburg. Solchen Leuten glaubt man unbesehen ihren Slogan: Deutschland kann mehr. Auf ähnliche Art geriert auch die grüne Frontfrau zur Lachnummer, wenn sie den Saal rockt mit ihrem Leitmotiv: Zukunft wird aus Mut gemacht. Es treibt einem vor Lachen die Tränen in die Augen, so etwas von einer politischen Kümmertante zu hören, die selbst um ihren Spitzenjob kein Ausleseverfahren fürchten musste. Und bei der Linkspartei gibt es neben zahlreichen Gewerkschaftsfuzzis und Berufsrevolutionären noch die hochintelligente politische Autistin Sarah Wagenknecht, die all ihre Intelligenz nicht zur kreativen unternehmerischen Gestaltung einsetzen möchte.

Einzig der FDP-Vorsitzende Christian Lindner ragt aus diesem Chor der Sicherheitsfanatiker heraus, der in jungen Jahren, wo die Linken noch den Klassenkampf übten, zwei Unternehmen gründete, von denen eins später scheiterte. Immerhin eine ordentliche Quote, wenn man so ins Risiko geht. Als die liberale Partei am Boden lag und die meisten Beobachter das Ende gekommen sahen, übernahm er ein Himmelfahrtskommando. Heute steht die FDP vor dem sicheren Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag.

Die meisten Deutschen wie ihre europäischen Mitbürger lieben die Sicherheit. Sie lieben sie so sehr, dass sie selbst bei Nullzinsen ihr Geld noch aufs Sparbuch legen aus Angst, es könnte an Wert verlieren. Sie verstehen nicht, dass auch Sicherheit einen Preis hat, meist einen sehr hohen. So kassieren ausgerechnet die Angestellten der Automobilindustrie, die Reiter des Dinos, die höchsten Gehälter – Einkommen, die sie nicht verdienen. Denn die Gewinne der Luftverpester werden zu großen Teilen in anderen Weltregionen erwirtschaftet, wo die Arbeitsbedingungen nicht so durchorganisiert sind. Und als OPEL während der Finanzkrise schräg lag, überlegte die Politik ernsthaft, diesen Dauerkostgänger zu retten. Es scheint schwer verständlich: ein Unternehmen, das seit Generationen Verluste erbringt, hat keine Existenzberechtigung. Und seine Mitarbeiter auch nicht.

Seit kurzem habe ich die Verantwortung für ein kleines Unternehmen übernommen. Sieben Jahre unter dem Dach eines öffentlich-rechtlichen Energieversorgers haben den Betrieb zu einem Fall für den Insolvenzverwalter gemacht. Das jedoch wäre schlechte Publicity für den Staatskonzern gewesen, weshalb die Nebensparte in einem Himmelfahrtskommando an eine Beratungsgesellschaft zu einem symbolischen Preis verkauft wurde. Für die Schmutzarbeit der Restrukturierung wurden weitere Gelder vereinbart. Betriebsrat und Belegschaft sehen ihre Zukunft gesichert, die monatlichen Zahlungen kommen ja aus dem Geldautomaten. Alle eint der absurd einfache Gedanke, dass allein Entlassungen ein Unternehmen in die Gewinnzone hieven.

Vor einigen Tagen habe ich die Belegschaft auf eine simple Verhaltensänderung eingeschworen. Um eine Mitarbeitern zu entlasten, sollen zukünftig alle ihre Fehlzeiten wie Urlaub und Krankheit selbständig in ein längst eingeführtes System eintragen. Die Einfachheit überfordert gut bezahlte Leute, die Debatte dauerte über eine Stunde, der Betriebsrat wolle prüfen und die Frage stand im Raum: wer putzt uns demnächst den Hintern ab? Anschließend fragte mich die Mitarbeiterin – eine junge Osteuropäerin, die mit den deutschen Befindlichkeiten nicht vertraut ist -, ob ich so etwas erwartet hätte. Meine Antwort, ja ich kenne meine Reichsbedenkenträger, gibt es in jeder Firma, erst recht in schlecht geführten.

Meine Einstellung wurde von den Miteigentümern mit dem Hinweis versehen, dass ich freie Hand bei der Personalauswahl hätte. Das mag ungeschickt gewesen sein, aber diese einfache und selbstverständliche Ankündigung verursachte gleich ein großes Zittern. Wenn ein Unternehmen nur Verluste erwirtschaftet, muss vielleicht nicht nur der Steuermann ausgetauscht werden, sondern auch ein Teil der Crew.

Die Deutschen sind nicht gerade herausragend fleißig. Gerade das führen ausgerechnet Linke ins Feld, zumindest wenn es um die Verteidigung der chaotischen Brüder in Südeuropa geht. Viele haben es sich in ihrer Kombüse bequem gemacht, im Nine-to-Five-Rhythmus mit festem Blick auf den Feierabend und die Rente am Horizont. Sie wissen genau, wer was zu tun hat, nämlich immer die anderen. Im Beruflichen haben die meisten nix in der Hose, ängstlich wie in den 30er Jahren wird überlegt, was man darf und was der Chef sagt. Kaum jemand ist bereit, für eine Idee seinen Job oder nur das feste Gehalt auf dem Konto zu riskieren. Und brav ergibt man sich, was man nicht ändern kann. Deutschland, ein einziger Beamtenladen.

Die Deutschen protestieren, wenn es nicht weh tut. Sie bekämpfen den Faschismus, je weniger Nazis es gibt. Sie pöbeln in Blogs, auf Facebook und Twitter unter Pseudonymen, sie ziehen gangsterhafte Strumpfmasken über um happeningmäßig „Bullen“ zu jagen, sie schauen zu, wenn Frauen angegriffen und belästigt werden und wenn der Mob nur groß genug ist, zünden sie die Auffangunterkünfte von Kriegsflüchtlingen an. Der Rechtsstaat ist ihnen wenig wert, wer bezahlen soll, das sind die anderen. Nie regt sich Protest, wenn Steuerzahler und Unternehmen für jede geringe Überschreitung von Zahlungsfristen exorbitante Zinsen entrichten müssen, aber dass sich die Kostgänger der Gesellschaft ordnungsgemäß melden müssen, wird in Teilen als Zumutung empfunden.

Noch profitiert dieses Land von dem, was vor längerer Zeit geschaffen wurde und von politischen Maßnahmen, die der letzte mutige Politiker Anfang der Nullerjahre durchgesetzt hat. Aber der Erfolg hat satt und bequem gemacht, Zumutungen sind für andere da, nicht für uns. Wir wissen, dass wir keine stinkenden Autos der heimischen Industrie fahren wollen, wir wollen den Flüchtlingen der Welt einen Hort des Friedens bieten, wir nutzen Google, Facebook und Amazon, wissen aber auch genau, was diese Platzhirsche der digitalen Welt alles falsch machen. Nur wir selbst, wir wissen nicht mehr, wie man Unternehmen aufbaut und Probleme managt. Wir sind die Waldorf und Statlers der neuen Zeit.

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  • Stargast 30. Juli 2017, 15:57

    Die knallharte Repression in diesem Land erzeugt die ganzen überangepassten Systemdeppen. Wer sich nicht gleichschalten lässt, der wird existenziell vernichtet.
    Beispiele dafür gibt es zuhauf. Da will man überhaupt nicht weiter ins Detail gehen.

  • CitizenK 30. Juli 2017, 16:38

    Aus dem Tagebuch eines bekennenden Neoliberalen:

    „Es gibt Tage, das sitzt man vor dem Rechner… Und um einen beliebten Spruch von ITlern anzuwenden: das Problem sitzt vor dem Bildschirm.“

    Touché!

    • In Dubio 30. Juli 2017, 18:15

      Oh bitte, das können Sie besser!

      • CitizenK 31. Juli 2017, 08:34

        Gut. Nehmen wir einen Punkt aus dem Potpourri: OPEL – Verluste, also keine Existenzberechtigung.

        Dass diese Verluste etwas mit den Vorgaben von GM zu tun haben könnten, also auf Management-Entscheidungen zurückzuführen sind – nicht der Erwähnung wert?

        Haben Finanzhäuser eine Existenzberechtigung, die in großem Stil Existenzen ruinieren – zugunsten von Dividenden und Boni?

        Dass in den USA die großen Player entstanden und nicht hier – unbestritten. Aber auch die Anpassung von bestehenden Strukturen an neue Gegebenheiten wäre eine Leistung. Die „Luftverpester“ hätten längst durch Ausgründung tun können, was Musk tut, in dessen Bewertung Sie irritierend widersprüchlich sind: Der „so ins Risiko gehende Unternehmer“ wird mit Schumpeter gelobt, gleichzeitig aber gescholten, weil er noch (Anlauf-) Verluste macht. Was jetzt?

        Es sind solche unbewältigten Widersprüche, die mich zu meinem (zugegebenermaßen impulsgesteuerten) Eingangsposting verleitet haben.

        • In Dubio 31. Juli 2017, 09:01

          Okay, geht doch. 😉

          So einfach ist die Geschichte bei OPEL nicht, die Gründe reichen sehr tief, haben zum Teil mit GM zu tun und sind in anderen hausgemacht. Ich kenne das Unternehmen etwas, es liegt ja in der Nähe von Frankfurt.

          Wie alle C&A-Hersteller bekamen auch die Rüsselsheimer ab Anfang der 1990er Jahre Probleme mit der Aufspaltung des Marktes. Luxus oder Billig, nur in diesen Segmenten kann man dauerhaft Geld verdienen. Für ersteres bedarf es Exklusivität, hoher Qualitätsanforderungen und einem ständigen Arbeiten an der Marke, für letzteres Volumen und einer straffen Produktions- und Verwertungskette. OPEL entschied sich zuerst, anders als der Konkurrent VW, für den Weg des Billigheimers. Das ruinierte die Marke für mehr als eine Generation. Ständige Wechsel in der Führung, wegen GM keine Ausdehnung auf die Emerging Markets in Südamerika und vor allem Asien und wenig ertragreiche Kooperationen mit GM-Marken taten ihr Übriges. Das Unternehmen ist längst überflüssig geworden und damit auch die Mitarbeiter, so hart ist das in einer Marktwirtschaft.

          Mit Finanzinvestoren – gut, eine Zeile Populismus lasse ich Ihnen durchgehen. 🙂

          Schauen Sie sich neue Technologien und die Entwicklung neuer Märkte an: wo finden Sie Beispiele, dass Platzhirsche diese aufgerollt hätten? Ich wüsste keine Einzige. Blackberry war vor 10 Jahren groß, als der Trend zum Touchscreen ging, bedeutete das für die ehemalige Gelddruckmaschine den Untergang. Wer redet heute von Heidelberger Druck, in den 1990er Jahren eine Perle? Die Entwicklung zum Digitaldruck hat eine ganze Branche und die dort agierenden Unternehmen in den Abgrund gezogen. Oder Nokia. Schumpeter sah das notwendige Sterben von Unternehmen und nannte es schöpferische Zerstörung. Wer das Sterben verhindert, verhindert auch, das Neues entsteht.

          Ich kritisiere Musk nicht. Ich kritisiere die übereifrige Begeisterung von Staatsfetischisten, die hierzulande am liebsten jede unternehmerische Initiative ersticken oder zumindest reguliert sehen wollen, für einen Wagnisunternehmer, der bewusst hohes Risiko geht, Scheitern inklusive. Die selben Leute, die noch fast 20 Jahre später über Christian Lindner ob seines Scheiterns mit einem Unternehmen Kübel von Häme ausschütten, jubeln einem Self-made-Milliardär zu, der mit seinem Projekt aktuell nur Geld verbrennt. Wer hohe Risiken geht, scheitert auch oft, das liegt in der Natur der Sache. Ich wünschte mir hier in Deutschland mehr von dieser Risikobereitschaft und der Akzeptanz des Scheiterns. Mir scheint die Begeisterung für Musk allein von der Ideologie getrieben, sich für eine Monokultur zu begeistern. Die Zukunft kann im Elektroantrieb liegen – der Südafrikaner wettet darauf. Oder eben in etwas anderem. Neoliberale nennen das Trial & Error-Prozess – und genau dafür begeistern Linke sich nicht.

          • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 12:45

            Ich wusste nicht mal dass Lindner mal Unternehmer war. Meine Kritik an ihm ist politisch.

            • In Dubio 31. Juli 2017, 13:06

              Puh, das ist gar nicht so leicht, so etwas an sich vorbeigehen zu lassen. Noch als Teenager gründete Lindner eine Werbeagentur, die erfolgreich war. Kurz vor Platzen der dot.com-Blase gründete er mit Partnern die Moomax GmbH, in der auch 1,4 Millionen Euro KfW-Mittel steckten. Das Unternehmen ging nach seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung insolvent. Der FDP-Vorsitzende muss sich von Linken dieses Scheitern regelmäßig vorhalten lassen, was ihn zum Youtube-Star gemacht hat.

              Politisch kann man Lindner noch wenig vorwerfen, da ist er bisher ganz smart durchgekommen. Kritik richtet sich daher auch gegen die langjährigen Prinzipien der FDP, in deren Tradition er bisher geblieben ist. Die Unterschiede liegen in der Akzentuierung, Auftritt und Abgrenzungen zur AfD wie innerparteiliche Bestrebungen zum Austritt aus dem Euro. Demgemäß ist Deine Kritik an dem Liberalen generalistisch, aber nicht, wie meine an den genannten Politikern, direkt und konkret.

              • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 17:14

                Entschuldige, dass ich den Spitzenkandidaten einer Partei anhand des Programms der Partei kritisiere, der er vorsteht und das er geschrieben hat. Und mir scheißegal, was Linke ihm vorwerfen. Wirf mich nicht immer mit der Masse deines Feindbilds in einen Topf.

                • In Dubio 31. Juli 2017, 17:51

                  Bleibt Dir ja unbenommen. Und: mittige Sozialdemokraten sind keine Linken. Die SPD ist eine Mitte-Links-Partei, so wie die CDU eine Mitte-Rechts-Partei ist. Ich habe auch lange Zeit meines politischen Lebens mit der Partei Helmut Schmidts sympathisiert und hätte nicht gelten lassen, dass ich ein Linker wäre. Aber: Linke bezeichnen sich als Linke. Kein Grund also, sich aufzuregen. 😉

          • CitizenK 2. August 2017, 20:33

            „….wegen GM keine Ausdehnung auf die Emerging Markets in Südamerika und vor allem Asien“

            Das sind doch die Management-Fehler, die ich gemeint habe. Auch beim Ampera wurde lange gebremst.

            Immerhin ist Opel (noch?) nicht unter den „dishonest Germans“:
            http://www.politico.eu/article/daimler-volkswagen-bmw-porsche-audi-siemens-the-dishonest-germans/?utm_content=buffer48d35&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

            und bremst so vielleicht den Imageverlust („Vorsprung durch Betrug“) der deutschen Industrie. „Überflüssig“?

            • In Dubio 3. August 2017, 07:46

              „….wegen GM keine Ausdehnung auf die Emerging Markets in Südamerika und vor allem Asien“
              Das sind doch die Management-Fehler, die ich gemeint habe. Auch beim Ampera wurde lange gebremst.

              Wieso sind das Managementfehler? Das sind strategische Entscheidungen, nicht zwangsläufig zum Schaden von GM. Das können wir nämlich überhaupt nicht beurteilen. Es wäre wohl eher eine konzerninterne Schwachsinnsidee gewesen, die eigen Marken gegeneinander antreten zu lassen. Weltweit leidet die Automobilindustrie unter Überkapazitäten. OPEL ist dabei eine der überflüssigen Marken. Niemand hat geheult, als in den Nullerjahren SAAB den Bach runterging. Also was soll’s?

      • Logos 31. Juli 2017, 13:37

        Das hat CitizenK schon schön treffend zurück gegeben:

        „Es gibt Tage, das sitzt man vor dem Rechner… Und um einen beliebten Spruch von ITlern anzuwenden: das Problem sitzt vor dem Bildschirm.“

        Bestätigt meine Erfahrung, dass Neoliberale regelmäßig an der Gewahrwerdung der unfreiwilligen Selbstbezüglichkeit ihrer Ergüsse scheitern.

  • Rauschi 30. Juli 2017, 17:14

    bei so einem Volk hilft dann nur zwei Dinge, Volk austauschen oder umerziehen, welches Schweinderl darf es denn sein?
    Moralappelle, es gibt sicher niemals genug davon! Haben Sie auch parktische Ideen, die über ein auskotzen über das Volk hinaus gehen?

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 30. Juli 2017, 19:16

      Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich, dass nur ich etwas bewirken kann. Und ich suche die Schuld bei mir, wenn etwas nicht klappt, denn nur ich kann mich ändern. Das ist der Unterschied zwischen uns. Und wenn Sie die Debatte im vorherigen Thread besonders zielführend fanden, dann haben wir auch einen Dissens.

      Suchen Sie sich doch am besten neue Manager und Unternehmen.

      • Rauschi 31. Juli 2017, 17:52

        Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich, dass nur ich etwas bewirken kann. Und ich suche die Schuld bei mir, wenn etwas nicht klappt, denn nur ich kann mich ändern.
        [Die Kommentare im angesprochenen Artikel lesen sich dazu phantastisch beeindruckend, man hat das Gefühl, mehrere Elon Musks seien der Welt hier verloren gegangen. Damit nähern wir uns dem Kernproblem. Die meisten Deutschen wissen nicht, wie Unternehmer funktionieren.]
        [Und bei der Linkspartei gibt es neben zahlreichen Gewerkschaftsfuzzis und Berufsrevolutionären noch die hochintelligente politische Autistin Sarah Wagenknecht, die all ihre Intelligenz nicht zur kreativen unternehmerischen Gestaltung einsetzen möchte.]
        [Die meisten Deutschen wie ihre europäischen Mitbürger lieben die Sicherheit.]
        Das liesst sich eindeutig wie Selbstkritik, dann nehme ich alles zurück.
        [Auch ansonsten sind Phantasie und Mut der Deutschen äußerst begrenzt….]
        Immer schon, zu allen Zeiten, bei allen Deutschen, keine Einschränkung?
        Wer hat Dübel, Röntgen, Aspirin, den grünen Kühlscharnk und das Auto erfunden, war da nicht was?
        Die heute prägenden Unternehmen des digitalen Zeitalters gab es vor 35 Jahren nicht.
        Was darf der unbedarfte Leser unter prägenden Unternehmnen verstehen? Falsch, vollkommen falsch, die grössten Unternehmen nach Marktkapitalisierung sind alle in „alten Bereichen“ tätig, mit den Ausnahme Apple und Google und Microsoft .
        ÖL und Gas, Banken, Einzelhandel, Mischkonzerne, Nahrungsmittel, Pharma, Konsumgüter, welche dieser Branchen ist eine „neuzeitige“ Erfindung?
        Auf dieser Liste taucht Siemens an Platz 61 auf, ist also in der Liste der 100 grössten Unternehmen vertreten, neben zwei anderen, beide aus der Automobilbranche.

        Andere Listen sehen anders aus:
        Rangliste nach Umsatz der weltweit 100 grössen Unternhemen
        Platz 8 Volkswagen
        Platz 18 E.ON
        Platz 20 Daimler
        Platz 31 Allianz
        Platz 59 Siemens
        Platz 76 BASF
        Platz 92 Metro
        Platz 94 Münchner Rück
        Platz 97 Telekom

        Forbes 2000 Größte börsennotierte Unternehmen
        Platz 17 Volkswagen
        Platz 37 Daimler
        Platz 50 Allianz SE
        Platz 50 Siemens
        Platz 52 Deutsche Bank
        Platz 62 BMW
        Platz 74 BASF
        Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Unternehmen_der_Welt

        Die selben Leute, die noch fast 20 Jahre später über Christian Lindner ob seines Scheiterns mit einem Unternehmen Kübel von Häme ausschütten, jubeln einem Self-made-Milliardär zu, der mit seinem Projekt aktuell nur Geld verbrennt.
        Wer ist das, ich habe davon nichts gehört?

        Neoliberale nennen das Try & Error-Prozess – und genau dafür begeistern Linke sich nicht.

        Die Methode heisst korrekt : trial and error (Versuch und Irrtum)
        [In der Wissenschaftstheorie des Kritischen Rationalismus vollzieht sich nach der Ansicht von Karl Popper der Erkenntnisfortschritt durch trial and error]
        https://de.wikipedia.org/wiki/Versuch_und_Irrtum#cite_note-1

        Die Bezeichnung ist doch keine Erfindung der Neoliberalen, nicht mal diese Aussage stimmt. Ich habe noch nie gehört, das „die Linken“, wer auch immer das nun wieder sein soll, sich grundsätzlich dagegen aussprechen. Wenn aber in dem Experiment auch die Existenz von Menschen (die nicht der Unternehmer sind) gefährdet wird oder Zerstörung der Natur in Kauf genommen wird , dann kann das niemand zulassen, nicht mal Neoliberale.

        Gruss Rauschi

        • In Dubio 31. Juli 2017, 18:06

          Die Methode heißt korrekt : trial and error (Versuch und Irrtum)

          Stimmt, ich habe das geändert. („heisst“ wird mit scharfem ß geschrieben, auch das habe ich verbessert).

        • In Dubio 31. Juli 2017, 18:51

          Dübel: Industriell gefertigt seit 1910
          Röntgenstrahlen: entdeckt 1887
          Aspirin: der Wirkstoff wurde 1828 entwickelt
          Das Auto: 1886 zum Patent angemeldet.

          Die Indianer konnten auch mal gut mit Pfeil und Bogen schießen. Glauben Sie, dass Erfindungsgeist (anders als natürlich Unternehmergeist, siehe vorherigen Thread) über viele Generationen vererbt wird?

          ÖL und Gas, Banken, (..)

          Ja, tatsächlich, total neuartig. Hatte ich übersehen, sorry.

          Rangliste nach Umsatz der weltweit 100 größten Unternehmen

          Muss ich gerade einer Frau sagen, dass Größe … streichen Sie das. 😉 Das Argument war: wann hat Europa zuletzt ein Unternehmen von Weltgeltung hervorgebracht? Und zwar nach 1900!

          Wenn aber in dem Experiment auch die Existenz von Menschen …

          Hat Christian Lindner die Existenz von Menschen oder die Umwelt gefährdet?

          • Rauschi 1. August 2017, 06:30

            Dübel: Industriell gefertigt seit 1910
            Röntgenstrahlen: entdeckt 1887
            Aspirin: der Wirkstoff wurde 1828 entwickelt
            Das Auto: 1886 zum Patent angemeldet.

            Was hat das mit meiner Antwort zu tun? Es ist eine Widerlegung Ihrer Aussage: [Auch ansonsten sind Phantasie und Mut der Deutschen äußerst begrenzt….], wenn Sie das so pauschal dahin schreiben, ist es widerlegt.

            ÖL und Gas, Banken, (..)
            Ja, tatsächlich, total neuartig. Hatte ich übersehen, sorry.

            Eben nicht, aber Sie haben doch geschrieben:
            [Die heute prägenden Unternehmen des digitalen Zeitalters gab es vor 35 Jahren nicht. ]
            Wenn die Unternehmen auf diesen Listen nicht „prägend“ sind, wer denn bitte dann? Noch eine Neuigkeit, ja es kommt auf die Grösse an, auch in der Wirtschaft. Noch eine Widerlegung Ihrer Aussagen im Artikel.

            Hat Christian Lindner die Existenz von Menschen oder die Umwelt gefährdet?
            Habe ich das Herrn Lindner vorgeworfen? Sie machen Pauschalaussagen ohne Ende, aber bei mir soll sich eine Aussage auf eine bestimmt Person beziehen? Das gilt für Ihre Aussage zu Versuch und Irrtum, auch da kann nicht alles zugelassen werden, nur weil das eine Lernmethode ist, soviel sollte wohl auch Ihnen klar sein.

            Gruss Rauschi

            • In Dubio 1. August 2017, 07:21

              Es ist eine Widerlegung Ihrer Aussage: [Auch ansonsten sind Phantasie und Mut der Deutschen äußerst begrenzt….]

              Kleine Geschichtskunde: seit 1910 hat das damals bestehende Deutschland so rund 40% seines Staatsgebietes verloren. Von welchem Deutschland, von welchen Deutschen reden Sie also? Von jenen nach 1960 geboren wohl eher nicht.

              ÖL und Gas, Banken, (..)
              Ja, tatsächlich, total neuartig. Hatte ich übersehen, sorry.
              Eben nicht, aber Sie haben doch geschrieben:
              [Die heute prägenden Unternehmen des digitalen Zeitalters gab es vor 35 Jahren nicht. ]

              Ja, stimmt. Öl, Gas und seit neuerem Geld (Paypal!) sind digital.

              Noch eine Neuigkeit, ja es kommt auf die Grösse an, auch in der Wirtschaft.

              Die meisten Unternehmen sterben an schierer Größe, neben fehlenden Finanzen Todesursache Nummer 1.

              Habe ich das Herrn Lindner vorgeworfen?

              Ich sprach von den Linken. Bisher haben Sie es zurückgewiesen, für die Linken sprechen zu können. Der FDP-Vorsitzende musste sich jedenfalls bisher nicht auf Einwürfe konservativer oder liberaler Politiker rechtfertigen. Ich kannte die Vorwürfe schon aus Blogs (Metzger auf Focus, Spiegelfechter), da hatte ich mich mit dem 38jährigen noch gar nicht sonderlich beschäftigt.

              • Rauschi 1. August 2017, 08:56

                Von welchem Deutschland, von welchen Deutschen reden Sie also?
                Von welchen reden Sie? Der MP3 Player z.B. wurde auch hier erfunden. Wenn Sie unterstellen, das „die Deutschen“ sowieso keinen Erfindungsgeist haben, also gar keine Unternehmen nach Schumpeter gründen können, was soll der Artikel? Linkenbashing?

                Ja, stimmt. Öl, Gas und seit neuerem Geld (Paypal!) sind digital.
                Wann begann das digitale Zeitalter, Sie schreiben doch davon, dann grenzen Sie es ein und erwarten keine Glaskugelleser auf den anderen Seite des Bildschirms. Es ändert doch exakt nichts daran, das Ihre Aussage zu den prägenden Unternehmen schlicht falsch ist, oder prägen nur Goolge, Apple, Facebook und Microsoft die Wirtschaft? Wie können die überhaupt so eine marktbeherrschende Stellung einnehmen in der besten allen neoliberalen Welten, in der es viele konkurrierende Unternehmen gibt und der Kunde sich vor Transparenz kaum retten kann?

                Die meisten Unternehmen sterben an schierer Größe, neben fehlenden Finanzen Todesursache Nummer 1.
                Beispiele bitte und diemal mehr als eins? Woran machen Sie denn dann die Machtstellung oder die „Wichtigkeit“ der Unternehmen fest? Ab einer gewissen Grösse sterben die eben nicht mehr, die Banken waren das beste Beispiel, schon mal von to big to fail gehört?

                Ich kannte die Vorwürfe schon aus Blogs (Metzger auf Focus, Spiegelfechter), da hatte ich mich mit dem 38jährigen noch gar nicht sonderlich beschäftigt.
                Na und, was hat das mit mir zu tun? Wenden Sie Sich bei Kritik an diese Personen und meine Aussage bleibt immer noch richtig, auch wenn Sie erneut die Schwerpunkte verschieben. Ich habe auch nichts anderes erwartet.

                Ich sprach von den Linken. Bisher haben Sie es zurückgewiesen, für die Linken sprechen zu können.
                Tue ich das jetzt etwa, wenn ich nach einer Quelle frage und Sie mit 2 Blog ankommen? Was soll dann der Anwurf gegen jemanden, der offensichtlich nicht anwesend ist und sich nicht verteidigen kann (oder ist das Ihre Art von Selbstkritik)? Ich finde es sehr spannend, das Herr Gabriel einerseits auf Graustufen bei Bewertungen besteht, aber gleichzeitig Ihre Artikel gut findet, die fast ausschliesslich aus Schwarz-Weiss denken bestehen.

                Gruss Rauschi

                • In Dubio 1. August 2017, 11:18

                  Was ist ein mp3-Player? Ich behaupte, dass es in ganz Europa extrem schwer ist, Unternehmen aufzubauen, erst recht solche, die Substanz gewinnen und nicht an alten Technologien kleben. Und ich behaupte, dass dies mit den Rahmenbedingungen in Westeuropa zu tun hat. Denn die Menschen, die risikoaffin sind, die gehen eben nach Asien und nach Nordamerika, aber wer wäre heute noch so verrückt, in Deutschland eine SAP aufzubauen? Und so ist unser Problem nicht, dass VW, Mercedes und BMW nicht jubelnd auf die Antriebstechnologie E-Motor gesprungen sind. Unser Problem ist, dass niemand den Mut fand, ein Unternehmen aufzubauen, dass ein Produkt mit einer relativ einfachen Antriebstechnologie anbietet. Das, Rauschi, steht sehr deutlich im Text. Wie deutlich muss ich es schreiben, damit Sie den Tenor verstehen? Sie lesen nur an einer Stelle von 3 Seiten „Linke“ und meinen, es ginge um Linkenbashing. So werde ich Ihnen kaum meine Intensionen nahebringen können.

                  Sie sind doch Technikerin, was ist wohl digital? Also ich würde mal sagen, irgendetwas mit Internet, mit Datenübertragung, die nicht mit Postboten zu tun hat, Telefonie bis hin zu Verwaltungen in virtuellen Clouds. So etwas in der Art. Fragen Sie mich wirklich, was ich mit digitalem Zeitalter meine? Echt? Shell hat viele Mitarbeiter, die Deutsche Post genauso wie die Deutsche Bahn. Jobmotoren sind es jedoch nicht, sie reduzieren tendenziell ihre Belegschaft. Würde man die Headcount-Entwicklung der Fortune 500-Unternehmen des Jahres 2000 nehmen, so käme man mathematisch zu dem Schluss, gegen unendlich haben diese Konzerne keine Mitarbeiter mehr. Gegen unendlich, Rauschi, ich betone es prophylaktisch.

                  Beispiele bitte und diemal mehr als eins?

                  Echt, Sie kennen keins? AEG habe ich direkt beim Sterben begleitet. Als Prüfer, nur dass Sie nicht auf falsche Gedanken kommen. Sagt Ihnen Enron etwas? Insolvent. British East India Company, BEIC, schon mal gehört? Infinion, gibt es zwar noch, hat aber längst nicht mehr die Bedeutung. Es gibt noch unzählige andere in den letzten 50 Jahren, aber das muss ich suchen. Gestorben, aus dem Sinn, kennen Sie das?

                  Sie kritisieren meines Wissens oft die Bundesregierung, ohne dass diese hier anwesend ist. Nicht gerade fair, oder?

                  • Rauschi 1. August 2017, 12:08

                    Ich behaupte, dass es in ganz Europa extrem schwer ist, Unternehmen aufzubauen, erst recht solche, die Substanz gewinnen und nicht an alten Technologien kleben. Und ich behaupte, dass dies mit den Rahmenbedingungen in Westeuropa zu tun hat…Das, Rauschi, steht sehr deutlich im Text.
                    Wenn Sie das meinen, warum schreiben Sie das nicht einfach anstatt:
                    [Und plötzlich kommt ein Artikel, der die larmoyante Wohlfühlatmosphäre in diesem Land auf den Punkt bringt. Oder um einen beliebten Spruch von ITlern anzuwenden: das Problem sitzt vor dem Bildschirm.]
                    [Der Zeigefinger ist der Deutschen liebstes Instrument, wenn es um die Übernahme von Verantwortung und Risiko geht. ]
                    [Das Desaster mit der Solarenergie hindert natürlich die großen Weltkreatoren nicht, ständig neue Entwürfe in die Welt zu blasen, risikolos für einen selber, dafür aber perfekt.]
                    [Damit nähern wir uns dem Kernproblem. Die meisten Deutschen wissen nicht, wie Unternehmer funktionieren.]
                    [Auch ansonsten sind Phantasie und Mut der Deutschen äußerst begrenzt, die meisten Start-ups der Szene in Berlin, Hamburg und München beschäftigen sich mit Diensten, die sich um bekannte Produktionstechniken sortieren.]
                    [Im Beruflichen haben die meisten nix in der Hose, ängstlich wie in den 30er Jahren wird überlegt, was man darf und was der Chef sagt. ]
                    [Die Deutschen protestieren, wenn es nicht weh tut….Der Rechtsstaat ist ihnen wenig wert, wer bezahlen soll, das sind die anderen. Nie regt sich Protest, wenn Steuerzahler und Unternehmen für jede geringe Überschreitung von Zahlungsfristen exorbitante Zinsen entrichten müssen, aber dass sich die Kostgänger der Gesellschaft ordnungsgemäß melden müssen, wird in Teilen als Zumutung empfunden.]

                    An welcher Stelle kann da jemand mit Wohlwollen eine Kritik an europäischer Politik heraus lesen, Europa kommt im Text gar nicht vor, ausser in Südeuropa? Für mich liest sich das wie eine Kritik an „den Deutschen“, schon das ist dermassen schwarz-weiss, das es keine nähere Betrachtung verdient hätte. Kennen Sie die Gemütslage und die Ursachen dafür der „Deutschen“?

                    Würde man die Headcount-Entwicklung der Fortune 500-Unternehmen des Jahres 2000 nehmen, so käme man mathematisch zu dem Schluss, gegen unendlich haben diese Konzerne keine Mitarbeiter mehr.

                    Was für ein Nonsens, wen soll das interessieren, was geht gegen unendlich, die Zeit? Wen schert das, gegen unendlich sind wir alle und unsere Enkel und Urenkel und sogar die Sonne tot?

                    Fragen Sie mich wirklich, was ich mit digitalem Zeitalter meine?
                    Eigentlich frage ich nun zum vierten Mal nach Ihrer Bewertung der Unternehmen und wann eines denn prägend ist. Sie haben den Zeitraum gewählt, ohne die Zeitspanne zu definieren und deren Bedeutung irgendwie zu begründen.

                    Sagt Ihnen Enron etwas?
                    Die sind an der Grösse kaputt gegangen, nicht wegen Betrugs?
                    [Enron beschäftigte etwa 22.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2001 verursachte Enron aufgrund fortgesetzter Bilanzfälschungen einen der größten Unternehmensskandale, die die US-Wirtschaft bislang erlebte.]
                    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Enron

                    Wenn das eine zwangsläufige Folge von Grösse ist, dann gute Nacht. Was war mit den Banken oder ist jetzt mit den Autokonzernen?

                    Sie kritisieren meines Wissens oft die Bundesregierung, ohne dass diese hier anwesend ist. Nicht gerade fair, oder?
                    Wer hat von fair geschrieben? Ich richte meine Vorwürde an Sie, wenn Sie gemeint sind, wenn nicht, schreibe ich das auch anders. Sie nehmen sich immer die „Linken“ vor, ohne Differenzierung. Wird etwas richtig, wenn es nur genügend falsch machen?

                    Gruss Rauschi

                    • In Dubio 1. August 2017, 13:28

                      Neue Technologien werden von neuen Unternehmern durchgesetzt. Die heute prägenden Unternehmen des digitalen Zeitalters gab es vor 35 Jahren nicht. Das ist der Zeitraum, in dem es die gesamte Europäische Union nicht vermochte, nur ein einziges Unternehmen von Weltgeltung zu schaffen.

                      Ich finde, das ist sehr deutlich und da steht nichts mit Südeuropa. Allerdings ist Deutschland in der EU für ein Viertel bis ein Drittel der messbaren Werte verantwortlich, eigentlich bieten sich in der kontinentaleuropäischen EU bestenfalls 4 Länder an, wo wirklich große Unternehmen entstehen könnten. Bei den anderen sind die natürlichen Gegebenheiten schon schlechter.

                      Was für ein Nonsens, wen soll das interessieren, was geht gegen unendlich, die Zeit? Wen schert das, gegen unendlich sind wir alle und unsere Enkel und Urenkel und sogar die Sonne tot?

                      Mathematisch, Rauschi, mathematisch. Die Differentialrechnung ist ein Teil davon.
                      Die Differential- bzw. Differenzialrechnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Analysis und damit ein Gebiet der Mathematik.

                      Reden wir hier über Analyse? Eindeutig ja. So, die Trendkurve bei einem stark wachsenden Unternehmen sieht ein stark wachsenden Mitarbeiterbestand vor. Was ich sage: die Trendkurve der Fortune 500 des Jahres 2000 zeigt einen deutlich fallenden Trend. Verständlich? Mathematisch eigentlich außerordentlich simpel.

                      Eigentlich frage ich nun zum vierten Mal nach Ihrer Bewertung der Unternehmen und wann eines denn prägend ist.

                      Schaun‘ Sie mal auf den Nachdenkseiten vorbei. Da scheint Jens Berger der absurden Meinung zu sein, Google wäre irgendwie bedeutsam, dass es öffentlich kontrolliert werden müsse. Selbe Ansichten pflegt unser Bundesjustizminister in Bezug auf Facebook. Kann man anhand solcher Nasen ableiten, ob ein Unternehmen bedeutend oder prägend ist?

                      Wird etwas richtig, wenn es nur genügend falsch machen?

                      Es lässt eine Kategorisierung (Schublade auf, Schublade zu) zu.

                    • Rauschi 1. August 2017, 13:58

                      Bei den anderen sind die natürlichen Gegebenheiten schon schlechter.
                      Was sind denn bitte natürliche Gegebenheiten und warum sollten die bei andern schlechter sein? Grösse ist nicht alles, war das nicht von Ihnen?

                      Das ist der Zeitraum, in dem es die gesamte Europäische Union nicht vermochte, nur ein einziges Unternehmen von Weltgeltung zu schaffen.
                      Ein Satz, der von der EU spricht, das ist eine geografische Definition, keine politische. Kann das befohlen werden, so von oben, oder nur gefördert werden? Aber gefühlte 100 Sätze gegen die „Deutschen“ und da soll jemand Ihre Kritik an einer europäsichen Politik heraus lesen? Wenn Sie das tatsächlich erwarten, sollten sie keine Artikel mehr schreiben, denn das kam nicht an. Machen Sie doch mal eine Umfrage, wer den Artikel in Ihrem Sinn verstanden hat.

                      Die Differential- bzw. Differenzialrechnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Analysis und damit ein Gebiet der Mathematik.
                      Was hat das mit den Thema Unternehmen zu tun? Wen interessiert, was in unendlicher Zeit ist? Niemanden, wirklich niemanden und daraus irgendeine Analyse abzuleiten ist abenteuerlich, um es vorsichtig zu formulieren.

                      Schaun‘ Sie mal auf den Nachdenkseiten vorbei.
                      Ihre Aussage, dann will ich wohl Ihre Bewertung wissen, was soll ich mit dem Verweis, oder wissen Sie nicht mehr , was Sie damit gemeint haben?

                      Es lässt eine Kategorisierung (Schublade auf, Schublade zu) zu.
                      Willkommen im Kindergarten. Besser hätten Sie nicht beschreiben können, das Ihnen an Differenzierung nicht gelegen ist.

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 1. August 2017, 14:29

                      Was sind denn bitte natürliche Gegebenheiten und warum sollten die bei andern schlechter sein? Grösse ist nicht alles, war das nicht von Ihnen?

                      Auch in den USA entstehen Unternehmen vor allem in bestimmten Ballungsgebieten. Sie benötigen neben den Unternehmerwilligen Experten für alle möglichen Belange, Know-how, das zugekauft werden kann, Infrastruktur, Risikokapitalgeber, eventuell Zugang zu Industrien und Behörden. Nicht umsonst befindet sich die größte Start-up-Szene Europas in Berlin, darüber hinaus in London, Paris, Barcelona, Hamburg, München. Mediennahe Neugründungen siedeln in Köln und Hamburg, Umweltunternehmen in Berlin, IT in Berlin und München. Für Unternehmen, die direkten Zugang zu Finanzdienstleistern benötigen, ist Frankfurt eine exzellente Adresse, dazu Bad Homburg, Bad Vilbel und Darmstadt. Ja, überall dort treffen sie viele Jungunternehmen.

                      Jeder, der plant, muss sich mit Trends beschäftigten und Extrapolation ist dabei ein wichtiges Instrument. Wenn Sie die Frage stellen, ob wir in 20 Jahren noch genug Arbeit haben und wo die Leute arbeiten sollen, müssen Sie sich mit der Frage beschäftigen, wer welche Prognosen hat. Wie gesagt, immer interessant, worüber so mathematikaffine Menschen wie Ingenieure alles hinweggehen.

                      Ihre Aussage, dann will ich wohl Ihre Bewertung wissen, was soll ich mit dem Verweis, oder wissen Sie nicht mehr , was Sie damit gemeint haben?

                      Okay, mehrere Versuche, wie gesagt, ich mache diese Spiele nicht mehr mit Ihnen. Punkt gesetzt. Mir egal, wie Sie damit umgehen.

                    • Rauschi 1. August 2017, 14:56

                      Auch in den USA entstehen Unternehmen vor allem in bestimmten Ballungsgebieten. Sie benötigen neben den Unternehmerwilligen Experten für alle möglichen Belange, Know-how, das zugekauft werden kann, Infrastruktur, Risikokapitalgeber, eventuell Zugang zu Industrien und Behörden.
                      Welcher Teil davon ist natürlich?
                      Wie passt denn das zu Ihrer Aussage:
                      [In einer Marktwirtschaft benötige ich weder Beamte noch Arbeitnehmer, aber ich brauche Unternehmer.] Sind die Experte alle auch Unternehmer, ist die Infrastruktur gegeben, Sie brauchen Behörden, wie kann das sein, das braucht doch ein Unternehmer nicht?

                      Wie gesagt, immer interessant, worüber so mathematikaffine Menschen wie Ingenieure alles hinweggehen.
                      Immer wieder schön zu sehen, das Ihre Glaskugel funktioniert. Was war Ihre bahnbrechende Idee, Luxustischler? Was hat eine Rechnung mit einer Annahme gegen unendlich mit der Realität zu tun? Wenn das bei nicht matheaffinen Betrachtungen heraus kommt, dann gute Nacht.

                      Okay, mehrere Versuche, wie gesagt, ich mache diese Spiele nicht mehr mit Ihnen. Punkt gesetzt. Mir egal, wie Sie damit umgehen.
                      OK, dann bitte die Links zu den Antworten auf diese Fage einfach posten, schon ist Schluss mit der Nachfrage. Wann und warum ist ein Unternehmen prägend und wofür prägend, das war die Frage, ich habe keine einzige Antwort gefunden!

                      Gruss Rauschi

                  • Logos 1. August 2017, 18:01

                    Pietsch:
                    Sie kritisieren meines Wissens oft die Bundesregierung, ohne dass diese hier anwesend ist
                    Und? Welcher der Linken, die sie ständig bashen, ist denn hier anwesend?
                    Glauben sie allen Ernstes, dieses zweierlei Maß, welches sie geradezu stereotyp bzw. ständig anlegen, würde ihrer „Glaubwürdigkeit“, soferm man überhaupt noch davon sprechen kann, keinen Abbruch leisten?

                    Praktizieren sie womöglich aufgrund ihrer Hybris eine Art perönlichen Exzeptionalismus – so nach dem Motto:
                    Was sie von Anderen erwarten sind sie zu bringen noch lange nicht schuldigt und
                    was sie an Anderen kritisieren können sie problemlos selbst machen?
                    Trifft das so in etwa ihre Haltung, herr Pietsch?

                  • Logos 7. August 2017, 15:37

                    Pietsch 1. August 2017, 11:18 #56035
                    Denn die Menschen, die risikoaffin sind, die gehen eben nach Asien und nach Nordamerika, aber wer wäre heute noch so verrückt, in Deutschland eine SAP aufzubauen?
                    Heute wäre der Versuch „eine SAP aufzubauen“ (sic) ÜBERALL, egal auf welchem Teil der Welt, verrückt, weil zum Scheitern verurteilt. Warum? Der Zug ist abgefahren: der Markt ist unter SAP und Oracle aufgeteilt. Ein Einstieg in diesen schon vergebenen Markt wäre eine auf Inkompetenz basierende Verrücktheit. Ebenso wie der Versuch, heute eine Alternative zu google, Amazon oder facebook aufzubauen. Der Kapitalismus hat längst zu „verkrusteten“ Oligopolen oder Quasi-Monopolen (MS/Windows, Amazon, google, facebook) geführt.

                    Eigentlich muss ich Pietsch dankbar sein. Warum? Weil dieser durch seine wiederholt inkompetenten Einlassungen meine Feststellung immer wieder aufs Neue bestätigt, dass er keinen blassen Schimmer von der Funktionsweise des Kapitalismus besitzt!
                    q.e.d.
                    []

                • Erwin Gabriel 3. August 2017, 23:09

                  @ Rauschi

                  Ein gewisser Herr Gabriel meinte beim Thema extreme Vermögensungleicheit, dass die Reichen doch nur ihre Chancen und Fähigkeiten genutzt hätten.

                  Hatte ich weder so gesagt noch so gemeint. Das wissen Sie auch.

                  Schneller als sich Herr Gabriel hätte [alb-]träumen lassen, poppt ein weiteres Beispiel hoch, welches meine Expertise, dass seine schlichte Sicht viel zu kurz greift, ein weiteres Mal bestätigt und seine widerlegt

                  Keine Albträume…

                  Nicht bös sein – wenn das Ihre „Expertise“ sein soll, bleibe ich lieber bei meiner schlichten Sicht.

                  Ich finde es sehr spannend, das Herr Gabriel einerseits auf Graustufen bei Bewertungen besteht, aber gleichzeitig Ihre Artikel gut findet, die fast ausschließlich aus Schwarz-Weiß denken bestehen.

                  Ja, ich muss gestehen, dass mir die Logik der Beiträge von Herrn Pietsch in der Regel schlüssiger scheint als die Logik Ihrer Beiträge. Ich habe bei Ihnen immer wieder das Gefühl, dass Ihnen Wörter und Formulierungen wichtiger sind als die Bedeutung des Gesagten. Schade eigentlich.

                  Noch ein kleiner Punkt zum Thema Graustufen: Ich finde es gut, dass sich die Autobauer für gemeinsame technische Lösungen miteinander abstimmen. Das hat beispielsweise zu einheitlichen Kraftstoffen geführt, so dass jedes Auto an jeder Tankstelle tanken kann. Und bei allen Fahrzeugen ist das Gaspedal rechts, und links daneben sitzt die Bremse.

                  Das ist doch schon mal was. 🙂

                  • Rauschi 6. August 2017, 11:09

                    Es sollte helfen, zu schauen, wer welche Kommentar schreibt, ich war es nicht.
                    [Ein gewisser Herr Gabriel meinte beim Thema extreme Vermögensungleicheit, dass die Reichen doch nur ihre Chancen und Fähigkeiten genutzt hätten.]
                    http://www.deliberationdaily.de/2017/07/der-fette-dino-in-uns/#comment-55974
                    Hatte ich weder so gesagt noch so gemeint. Das wissen Sie auch.
                    [„Vermögen“ ist keine Frage des Verteilens, sondern eine Frage von Chancen und Fähigkeiten. ]
                    http://www.deliberationdaily.de/2017/07/von-legenden-und-fakten-der-vermoegensverteilung/#comment-55522
                    Wie bitte sollte das sonst verstanden werden?

                    Ich habe bei Ihnen immer wieder das Gefühl, dass Ihnen Wörter und Formulierungen wichtiger sind als die Bedeutung des Gesagten. Schade eigentlich.
                    Darum geht es Herrn Pietsch nicht, der meinte, er nehme lieber „griffige“ Begriffe verwendet, anstelle von korrekten? Nein, auch das scheint immer noch nicht angekommen, Begriffsklärung ist doch in einer Debatte ganz entscheidend, sonst reden Sie von orange und ich von Lila, das führt zu nichts. Ich muss bei Herrn Pietsch 10fach nachfragen, wenn er mir erklären soll, wann ein Unternehmen „prägend“ ist und wofür prägend. Wenn er nicht will, das ich Begriffe hinterfrage, ob diese überhaupt Substanz in der Sache haben, dann sollte er in der Lage sein, die zu definieren. Sonst ist wirklcih jede inhaltliche Debatte zwecklos, worüber reden wir dann? Eine Antwort, was er darunter versteht (den er bemängelt ja deren Fehlen in Europa) ist kein herumreiten auf Begriffen, sondern die Kernfrage, was will er dem Leser sagen, was fehlt und warum das fehlt und das dieses Fehlen irgendwie schlecht für Europa und im speziellen für Deutschland ist. Es geht ja nicht generell um Unternehmengründungen, davon kann im Artikel keine Rede sein.

                    Ich finde es gut, dass sich die Autobauer für gemeinsame technische Lösungen miteinander abstimmen. Das hat beispielsweise zu einheitlichen Kraftstoffen geführt, so dass jedes Auto an jeder Tankstelle tanken kann.
                    Da sind Sie aber auf dem völlig falsche Dampfer gelandet. Es geht nicht um technische Normen, warum war denn BMW nicht dabei, bei dieser sinnvollen Absprache? Technische Normen, die im Geheimen verhandelt werden, das finden Sie sinnvoll? Geheime Normen können Normen sein? Das ist so ähnlich, als wenn die Mineralölkonzerne sich auf ein Gemisch geeinigt hätten, das aber den Tankstellen nicht mitgeteilt hätte, da „geheim besser“. Es ging eben nicht um die beste Technik zur Abgasreinigung, sondern um Absprachen, das alle Hersteller den Kunden betrügen wollen und wieviel Geld sich dadurch sparen lässt. Wenn Sie das in Ordnung finden, dann lässt das schon tief blicken.

                    Manchmal vermutet ich, bei Ihnen handelt es sich in Wahrheit um einen Nebennick von Herrn Pietsch.

                    Gruss Rauschi

                    • In Dubio 6. August 2017, 12:28

                      Manchmal vermutet ich, bei Ihnen handelt es sich in Wahrheit um einen Nebennick von Herrn Pietsch.

                      Manchmal sind Sie nur albern. Erwin Gabriel ist sehr aktiv beim Sprengsatz gewesen. Er ist Niedersachse, ich Hesse. Er ist leitender Angestellter im mittleren Management, ich im Spitzenmanagement. Daneben ist er in Kommentaren von ausgewählter Höflichkeit. Er ist Anhänger von Hannover 96 (die ich nicht ausstehen kann), ich vom 1. FC Köln. So sehr kann ein echter Fan sich gar nicht verbiegen, als das er einen Nick mit gegensätzlicher Fanattitüde aufbaut. Und: ich sehe besser aus. 🙂

                    • Rauschi 6. August 2017, 15:05

                      Erwin Gabriel ist sehr aktiv beim Sprengsatz gewesen.
                      Woher sollte ich das wissen?
                      Er ist Niedersachse, ich Hesse.
                      Dito
                      Er ist leitender Angestellter im mittleren Management, ich im Spitzenmanagement.
                      Na und, wenn sich Argumente gleichen, ist das nicht ausschlaggebend. Ausserdem ist das für eine Argumentation vollkommen irrelevant, die ist schlüsig oder nicht, egal, wer die vorbringt.

                      Daneben ist er in Kommentaren von ausgewählter Höflichkeit.
                      Würde ich mir einen zweiten Nick zulegen, würde ich ähnlich vorgehen, sonst würde es doch sofort auffallen.

                      Er ist Anhänger von Hannover 96 (die ich nicht ausstehen kann), ich vom 1. FC Köln. So sehr kann ein echter Fan sich gar nicht verbiegen, als das er einen Nick mit gegensätzlicher Fanattitüde aufbaut.
                      Woher sollte ich das wissen und warum sollte mich das interessieren?

                      Und: ich sehe besser aus.
                      Schönheit liegt im Auge des Betrachters, da ich Sie beide nicht kenne, ist das auch vollkommen irrelevant. Das ist wieder dieses Chauvi Gehabe, das ich sehr abstossend finde, oder hätten Sie das einem Mann auch erwidert? Mein Mann entspricht vollkommen meinem Schönheitsideal und auch dem vieler anderer Frauen, was soll das?
                      Auch das ist überhaupt kein Gesichtspunkt für die Bewertung einer Aussage. Torpfostenverschiebung habe ich auch bei Herrn Gabriel fest gestellt, zuletzt bei den Vermögen. Da hat er dauernd mit den „armen“ Unternehmen argumentiert und auch die Sozialabgaben zu den Steuern gerechnet, um auf eine Abgabenquote von über 50% kommen, das machen Sie auch dauernd. Sobald ich ihm entgegen gehalten haben, das es um Vermögensaufbau geht und da unterstellt wird, das Unternehmen Gewinne machen und dabei alle aufgezählten Einwänden keine Rolle mehr spielen, kam keine Antwort mehr. Auch jetzt, die technischen Normen haben auch Sie als Beispiel genommen, warum Absprachen ja nichts schlimmes wären. Kann Zufall sein, fällt aber auf. Seit wann macht ein Unternehmen eine Selbstanzeige wegen Absprache technischer Normen?
                      [Der Autohersteller könnte den Kartellskandal ohne Strafe überstehen. Berichten zufolge kam Daimler mit seiner Selbstanzeige den verdächtigten Konkurrenten zuvor. ]
                      http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-07/kartellverdacht-selbstanzeige-daimler-vw-autoindustrie

                      Ein paar kleine Unterschiede habe ich auch gefunden, er gönnt seiner Kollegin ein angemessenes Gehalt, Sie nicht, denn wer angemessen bezahlt werden will, der muss Karriere machen wollen und deswegen seinen Wert kennen. Trotzdem fallen die Übereinstimmungen schon auf.

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 6. August 2017, 15:48

                      Oh Gott, Humor ist nicht Ihr Spezialgebiet. Die von mir ausgebreiteten Merkmale wurden hier erwähnt, als Sie mitgelesen haben. Aufmerksamkeit?

                      P.S.: Ich kenne Herrn Gabriel genauso wenig wie Sie und habe ihn noch nie getroffen.

                    • In Dubio 6. August 2017, 16:42

                      Sobald ich ihm entgegen gehalten haben, das es um Vermögensaufbau geht und da unterstellt wird, das Unternehmen Gewinne machen und dabei alle aufgezählten Einwänden keine Rolle mehr spielen, kam keine Antwort mehr.

                      Das könnte ehrlich gesagt auch daran liegen, dass er Sie sehr anstrengend empfindet und eine Debatte an einem toten Punkt angekommen ist. Diese Punkte übersehen Sie oft.

                      Seit wann macht ein Unternehmen eine Selbstanzeige wegen Absprache technischer Normen?

                      Aus Selbstschutz. Selbstanzeigen wirken im Strafrecht wie auch im Kartellrecht stark strafmildernd, die federführenden Rechtsabteilungen waren augenscheinlich unsicher, ob die Absprachen über Standards dem Kartellrecht widersprechen. Dies dem Kartellamt auf dem Wege der Anfrage mitzuteilen, wäre juristisches Harakiri gewesen. Eine Selbstanzeige bedeutet, anders als dies in der Öffentlichkeit empfunden wird, nicht automatisch ein Schuldeingeständnis.

                      Trotzdem fallen die Übereinstimmungen schon auf.

                      Das spricht eher gegen Sie, denn Sie sind sehr unaufmerksam. Herr Gabriel hat 2013/2014 mit einer Partei sympathisiert, mit der ich nie etwas anfangen konnte. Und er wählt wahrscheinlich auch diesmal etwas anderes als ich. Er ist in ökonomischen Fragen sozialdemokratischer als ich eingestellt und in Fragen wie der Flüchtlingskrise deutlich härter. Aber ich weiß ja: für Wähler der LINKEN sind alle anderen neoliberal.

                      P.S.:Das ist wieder dieses Chauvi Gehabe, das ich sehr abstoßend finde, oder hätten Sie das einem Mann auch erwidert?

                      Ja. Das sind Männersprüche gerade auch untereinander. Ich dachte, in der Welt würden Sie sich etwas auskennen. Jedenfalls hätte Ihnen diese Bemerkung seltsam vorkommen müssen, denn fast immer kennt man sich in Blogs nicht persönlich. Wenn Sie die geringe Ernsthaftigkeit meines Kommentars schon nicht am launigen Ton erkannt haben, hätte spätestens diese Bemerkung Sie stutzig machen müssen. Aber ich denke, Herr Gabriel amüsiert sich köstlich, wenn er dies liest.

                    • Rauschi 6. August 2017, 17:37

                      2013/2014 mit einer Partei sympathisiert, mit der ich nie etwas anfangen konnte.
                      Ach so, seit wann schreibe ich hier, seit 2016?

                      Er ist in ökonomischen Fragen sozialdemokratischer als ich eingestellt und in Fragen wie der Flüchtlingskrise deutlich härter. Aber ich weiß ja: für Wähler der LINKEN sind alle anderen neoliberal.
                      Ja natürlich, Differenzierung liegt in der Natur des Neoliberalen, klar, das hatte ich übersehen.

                      Das könnte ehrlich gesagt auch daran liegen, dass er Sie sehr anstrengend empfindet und eine Debatte an einem toten Punkt angekommen ist. Diese Punkte übersehen Sie oft.
                      Nein, dann wäre die Debatte endlich mal spannend geworden, weil das eigentliche Thema zur Sprache gekommen ist, Vermögensaufbau und keine Scheinkonflikte ausgetragen werden. Wenn aber dann kein Gegenargument mehr kommt, wie darf ich das verstehen? Wenn es zu anstrengend wird, kann er das schreiben, oder verstehen Sie Sich als Sprachrohr?

                      Ja. Das sind Männersprüche gerade auch untereinander. Ich dachte, in der Welt würden Sie sich etwas auskennen.
                      Nein, das habe ich noch nie von einem Mann zu einem Mann gehört: “ ich sehe aber besser aus als Du“. Da werden ganz andere Sachen verglichen, das Aussehen ist meist kein Teil davon. Mein Mann, der das zu Recht sagen könnte, meint auch, das wäre kein gebrächlicher Spruch und der arbeitet nur mit Männern zusammen.

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 6. August 2017, 19:05

                      Da werden ganz andere Sachen verglichen, das Aussehen ist meist kein Teil davon.

                      Gut, dann sehe ich zuviele Hollywood-Filme, in der Lethal Weapon-Reihe mit Mel Gibson waren solche Frozeleien üblich. Jedenfalls war der Kommentar nicht bierernst geschrieben, gerade am Wochenende habe ich keine gesteigerte Lust darauf, das könnte Ihnen an mir aufgefallen sein.

                    • Logos 7. August 2017, 08:20

                      @Pietsch:
                      Rauschi: [Manchmal vermutet ich, bei Ihnen handelt es sich in Wahrheit um einen Nebennick von Herrn Pietsch.]
                      Manchmal sind Sie nur albern.
                      Nö, „nur albern“ habe ich Rauschi hier noch NIE erlebt. Ne glatte Falschbehauptung. Anstatt eines völlig übertriebenen und damit unzutreffenden „nur“ wäre ein „mitunter“ o.Ä. erforderlich gewesen, damit ihre Behauptung nicht evident lächerlich ist.

                      Angesichts dessen, was man ihnen ZU RECHT nachsagen kann, aber hier nicht geäußert werden darf, weil es ihnen an der Charaktergröße mangelt, das harte aber gerechte Feedback für ihr Fehlverhalten auszuhalten, dürfte Rauschi damit leben können.

                      Zumal der Eindruck alles andere als Albern ist: je mehr sich Gabriel äußert, desto mehr ergibt sich für mich der Eindruck, dies ist nur ihr alter ego – aber in freundlich. Die Vermutung mag zwar de facto unzutreffend sein – albern ist sie aber noch lange nicht.

                    • Logos 7. August 2017, 08:52

                      Rauschi:
                      [Sobald ich ihm entgegen gehalten haben, das es um Vermögensaufbau geht und da unterstellt wird, das Unternehmen Gewinne machen und dabei alle aufgezählten Einwänden keine Rolle mehr spielen, kam keine Antwort mehr.]
                      Das könnte ehrlich gesagt auch daran liegen, dass er Sie sehr anstrengend empfindet …
                      1) Wenn Pietsch von „ehrlich gesagt“ schreibt, gehe ich erst mal von einer Lüge aus.
                      2) Eine sehr bemühte und wenig überzeugende Einlassung, die nicht wirklich das beschriebene Verhalten von Gabriel erklärt.

                      … und eine Debatte an einem toten Punkt angekommen ist.
                      3) Eigentlich das glatte Gegenteil: Rauschi bringt dann im Gegensatz substanzlosen Behauptungen und Verkürzungen nämlich harte Fakten, welche die Grundlage einer Diskussion sein könnten. Aber wie Pietsch flüchtet sich dann auch Gabriel in Ignoranz, sobald er mit harten, unwiderlegbaren Fakten konfrontiert wird. Eine Debatte ist da nicht am toten Punkt angelangt, sondern nur die Desinformationspropaganda der „Reichenflüsterer“ („Lobbyhuren der Geldmächtigen“ darf ich ja nicht schreiben).

                      Diese Punkte übersehen Sie oft.
                      NOPE: Pietshcs Unterstellungen und absurden Konstrukte entbehren einer Entsprechung in der Realität. Daher gibt es diebzgl nichts zu übersehen.

                      Rauschi: [Seit wann macht ein Unternehmen eine Selbstanzeige wegen Absprache technischer Normen?]
                      Aus Selbstschutz
                      NOPE: wegen Normen niemals! Versuchen sies noch mal, Pietsch!

                      Rauschi: [Trotzdem fallen die Übereinstimmungen schon auf.]
                      Das spricht eher gegen Sie, denn Sie sind sehr unaufmerksam.
                      Imo ne glatte Faktenverdrehung: Gerade die Übereinstimmungen zu erkennen erfordert Aufmerksamkeit.

                      Herr Gabriel hat …
                      Könnte alles dem Aufbau einer fake-Identität geschuldet sein.

                  • Logos 7. August 2017, 08:09

                    Ich: [Ein gewisser Herr Gabriel meinte beim Thema extreme Vermögensungleicheit, dass die Reichen doch nur ihre Chancen und Fähigkeiten genutzt hätten.]
                    Hatte ich weder so gesagt noch so gemeint. Das wissen Sie auch.</i<
                    Faktencheck: Erwin Gabriel am 18. Juli 2017, 10:48 (Kommentar 55522 in Pietschs Desinformationsartikel „Von-legenden-und-fakten-der-vermoegensverteilung“) im O-Ton:
                    „Vermögen“ ist keine Frage des Verteilens, sondern eine Frage von Chancen und Fähigkeiten.“
                    Ergo: nein, gesagt haben Sie das nicht, sondern geschrieben. Möchten Sie Ihre Aussage „nicht so gemeint“ nun so verstanden wissen, dass Sie von oben zitierter Behauptung Abstand nehmen und zurückrudern wollen?

                    Apropos „nicht gesagt“: Mit Kommentar 55599 habe ich mich dagegen verwahrt, dass Sie mir Dinge in den Mund legten, die ich nicht geschrieben habe. Meiner Ausforderungen, ihre Unterstellung durch einen Nachweis zu substanziieren sind Sie erwartungsgemäß – weil die Fakten das nicht hergeben – nicht nachgekommen! Während ich Ihre Leugnung als ungerechtfertigt widerlegt habe.

                    Ich: [Schneller als sich Herr Gabriel hätte [alb-]träumen lassen, poppt ein weiteres Beispiel hoch, welches meine Expertise, dass seine schlichte Sicht viel zu kurz greift, ein weiteres Mal bestätigt und seine widerlegt]
                    Keine Albträume…
                    Das war eine Option. Bedeutung nicht verstanden?
                    Nicht bös sein – wenn das Ihre „Expertise“ sein soll, bleibe ich lieber bei meiner schlichten Sicht.
                    Nettes Sprüchlein, nur NULL argumentative Substanz!
                    Nein, meine Expertise war im verlinkten Artikel (s.u.) zu lesen. Dort wurde Ihre schlichte Weltsicht doch komplett widerlegt. Nehmen Sie das einfach mal zur Kenntnis, anstatt sich in Ignoranz zu üben. Danke.
                    Was die Energiewende anbetrifft, wurden Ihren Einlassungen von mir im Kommentar 55906 KOMPLETT widerlegt.

                    Rauschi: [Ich finde es sehr spannend, das Herr Gabriel einerseits auf Graustufen bei Bewertungen besteht, aber gleichzeitig Ihre Artikel gut findet, die fast ausschließlich aus Schwarz-Weiß denken bestehen.]
                    Ja, ich muss gestehen, dass mir die Logik der Beiträge von Herrn Pietsch in der Regel schlüssiger scheint als die Logik Ihrer Beiträge.
                    Das spricht nicht für Sie, Herr Gabriel. Im Gegenteil. Es ist haarsträubend. Und es bestätigt Rauschis Feststellung wie auch meine: mit Worten wenden sie sich gegen vermeintliches „Schwarz-Weiß-Denken“ – aber Sie selbst und Pietsch zelebrieren das in einer Tour. Und es würde auch passen: Wenn sie selbst nur überwiegend Schwarz-Weiß-denken, dann ist Ihnen folgerichtig genau diese simple Pseudologik viel „schlüssiger“, während echtes Differenzieren einem entsprechenden Gemüt Probleme bereitet.

                    Ich habe bei Ihnen immer wieder das Gefühl, dass Ihnen Wörter und Formulierungen wichtiger sind als die Bedeutung des Gesagten.
                    Aus den Worten ergeben sich Bedeutungen! Oder sollte Ihnen das nicht bewußt sein? Gedanken lesen kann hier niemand. Wenn gewisse Personen unfähig sind, sich so zu artikulieren, dass ihre Worte auch hinreichend exakt ihre Gedanken wiedergeben, dann sind Missverständnisse vorprogrammiert. Wenn dann Wörter und Formulierungen im Kontext wenig bis keinen Sinn ergeben oder entsprechende Behauptungen schlicht weg falsch sind, weil der Schreibling einfach unfähig (oder unwillig) ist, die korrekten Termini zu finden, dann müssen Sie die Schuld beim Sender und nicht beim Empfänger suchen. Hoffentlich haben Sie die Bedeutung verstanden.

                    Ich finde es gut, dass sich die Autobauer für gemeinsame technische Lösungen miteinander abstimmen. Das hat beispielsweise … Das ist doch schon mal was
                    Hat jemand bestritten, dass Normierungen und Standardisierungen sinnvoll sind? NEIN! Also was soll Ihre Einlassung? Was versuchen Sie dem Leser damit durch die Blume mitzuteilen, was über unstrittige Trivialitäten hinaus geht?

                    [1] http://www.deliberationdaily.de/2017/07/von-legenden-und-fakten-der-vermoegensverteilung/#comment-55522

                  • Logos 7. August 2017, 09:05

                    @all! „Erwin Gabriel“:
                    Ich finde es gut, dass sich die Autobauer für gemeinsame technische Lösungen miteinander abstimmen.
                    Eine weitere Übereinstimmung zwischen Pietsch und Gabriel:
                    Mit der oben zitieren Einlassungen versucht Gabriel, glatten Betrug schönzureden, zu reltativeren bzw. zu entkriminalisieren!
                    Also genau das, was auch Pietsch schon bei den cum-cum- und cum-ex-Betrügen gemacht hat.

                    Klaren unternehmerischen Betrug entkriminalisieren zu wollen, DAS ist schon SEHR speziell. Mit den ganzen vielen anderen Übereinstimmungen könnte man hier von einem Indizienbeweis sprechen, dass „Erwin Gabriel“ das „fake-Profil“ Pietschs ist. Die angeblichen „Unterschiede“ können komplett gefaket sein.

  • Stefan Sasse 30. Juli 2017, 17:38

    Das für mich größte Problem in der Analyse zum Thema Unternehmensgründung ist, dass neue Unternehmen in den seltensten Fällen von Newcomern gegründet werden. Diese Leute haben praktisch immer vorher schon Kohle und, vor allem, immens wertvolle Connections. Das Risiko für diese Menschen ist daher deutlich geringer, als das in der Klischeegeschichte anstimmt.

    Und Christian Lindner? Jedes Mal wenn ich im Ausland bin und im Supermarkt zu Spottpreisen Medikamente kaufen kann, die es hier nur sündteuer auf Rezept in der Apotheke gibt, denke ich an das FDP-Verständnis von „Marktwirtschaft“. Please. Diese gelben Witzfiguren.

    • In Dubio 30. Juli 2017, 18:12

      Nein, das sehe ich nicht so. Das ist auch nicht meine Erfahrung. Ein Anfang 30jähriger mit Unternehmergeist hat genügend Kontakte und Risikokapital gibt es auch im Markt zur Genüge. Die Unternehmerpersönlichkeiten, die ich kenne, sind nahezu ausschließlich Selfmade-Millionäre. Wer natürlich erst mit 30 seinen ersten Job als Sachbearbeiter antritt, nachdem er 7 Jahre auf Marketing studiert hat, wird nichts in dieser Richtung. Das ist früh absehbar.

      Und nimm Dir Elon Musk. Von Haus aus war wenig vorhanden, heute ist er einer der meist bewunderten Männer der Welt. Der gebürtige Südafrikaner ist allerdings nicht nach Europa gewandert, um seine Unternehmen zu gründen und zu betreiben. Sondern nach Kanada und die USA. Frag‘ Dich warum. Und die Wiederholung einer Information aus dem Artikel: Europa hat es seit fast zwei Generationen nicht geschafft, ein neues Weltunternehmen hervorzubringen. Eigentlich erbärmlich, oder?

      Und sag‘ mir, wann zuletzt so ein Job wie der von Christian Lindner gelungen ist. Das sollte man als das bezeichnen, was es ist: herausragend.

      • Stargast 30. Juli 2017, 18:46

        Der „Erfolg“ von Elon Musk beruht doch gänzlich auf staatliche Subventionen und damit auf staatlich verursachter Marktverzerrung. Und das soll jetzt ein Vorbild sein?
        Die Geschäftsmodelle von Musk sind schlicht alle gescheitert. Seine Unternehmen sind nur noch wegen der staatlichen Subventionen am Leben. Man sollte sich in diesem Zusammenhang eher mal über das Thema Korruption unterhalten. Vielleicht kommt man der Sache dann näher.

        • In Dubio 30. Juli 2017, 19:21

          Interessant. Haben Sie mehr als Behauptungen, Question Mark?

          • Stargast 30. Juli 2017, 20:09

            Millionen von US-Dollar hängen an der kalifornischen Gesetzgebung

            Der Gesetzgeber in Kalifornien verlangt, dass mittlere und große Autohersteller eine gewisse Anzahl an emissionsarmen Fahrzeugen, sogenannte Zero Emissions Vehicles (ZEV), auf dem Markt haben müssen. Dafür erhält der Hersteller ZEV Credit Points. „Das ist ein äußerst komplexes Belohnungssystem für Hersteller, die emissionsfreie Fahrzeuge anbieten“, erklärt Stefan Bratzel vom Center of Automotive an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.

            Je mehr Autos mit Benzin- oder Dieselmotor nach Kalifornien importiert werden, desto mehr ZEV Credit Points benötigt das jeweilige Unternehmen als Ausgleich. Die bekommt man eben mit Elektroautos. Reicht die so erhaltene Punktezahl nicht, drohen teure Strafen. Das betroffene Unternehmen kann aber auch ZEV Credit Points bei anderen Herstellern kaufen – und hier kommt Tesla ins Spiel. Mit seinem rein elektrischen Portfolio sammelt Tesla massig ZEV-Punkte und verkauft die überschüssigen an Hersteller, die nicht auf die ihnen vorgeschriebene Punktezahl kommen. Zu den größten Abnehmern von ZEV Credit Points zählten 2013 unter anderem Honda, Chrysler und Mercedes-Benz. In jenem Jahr verkaufte Tesla mehr als 650.000 ZEV-Punkte.

            Der Gewinn von Elon Musks Unternehmen war beträchtlich: Nach Angaben der Fachmagazine Forbes und Bloomberg nahm Tesla aus dem Verkauf dieser Punkte im Jahr 2013 rund 129,8 Millionen Dollar ein. Ohne diese Summe hätte das Unternehmen den Berichten zufolge wohl Verluste geschrieben.
            http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-01/elektroauto-tesla-batteriewechsel

            • In Dubio 30. Juli 2017, 20:27

              Die Verlustmaschine Tesla habe ich bereits früher thematisiert. Aber Elon Musk hat sein Geld mit Paypal und nicht zu vergessen Zip2 gemacht. Sie haben behauptet, der gesamte Erfolg des Südafrikaners beruhe auf Subventionen.

              • Stargast 30. Juli 2017, 20:46

                Musk hat doch die 16Milliarden nicht mit Paypal und Zip2 gemacht. Oder irre ich mich da jetzt? Paypal und Zip2 haben doch nicht mal die erste Milliarde beim Verkauf gebracht.

      • Stefan Sasse 30. Juli 2017, 19:45

        Ich bezweifle nicht die politischen Kompetenzen Lindners. Wie viel davon er selbst bewirkt hat und wie viel nur Trend ist, sei dahingestellt, aber auf jeden Fall hat er es nicht verkackt – und das ist mehr, als man von vielen seiner Kollegen behaupten kann. Ich bezweifle, dass die FDP ernsthaft eine Partei für Marktwirtschaft ist; dazu agiert sie wesentlich zu korrupt.

        • In Dubio 30. Juli 2017, 20:04

          Die FDP korrupt? Nun mach mal einen Punkt. Es ist ein Wesen von sicherheitsaffinen Menschen, eine Situation am liebsten aus der Post-Perspektive zu betrachten. Vor 4 Jahren waren die Prognosen für die Liberalen unisono miserabel. Kaum ein politischer Beobachter gab einen Pfifferling auf die Partei. Sieh‘ Dir umgekehrt die Erfolgsbilanz der anderen Spitzenpolitiker an. Wagenknecht spaltet bis heute die eigene Partei, Martin Schulz hat die Sozialdemokraten keinen Millimeter nach vorne gebracht, Sigmar Gabriel hat aus Verzweiflung das Handtuch geworfen, Özdemir und Göring-Eckart sind Leichtgewichte geblieben, unfähig, Trends zu beeinflussen.

          Ja, ich glaube, dass zwischen 8 und 15 Prozent der Deutschen eher einer (wirtschafts-) liberalen Partei zugeneigt sind – aber auch das wurde 2013 gänzlich anders gesehen. Zur Parteienlandschaft schreibe ich in ein paar Tagen etwas, dann können wir das vertiefen.

          • Ralf 31. Juli 2017, 03:35

            Sie [sic] Dir umgekehrt die Erfolgsbilanz der anderen Spitzenpolitiker an. Wagenknecht spaltet bis heute die eigene Partei, Martin Schulz hat die Sozialdemokraten keinen Millimeter nach vorne gebracht, Sigmar Gabriel hat aus Verzweiflung das Handtuch geworfen, Özdemir und Göring-Eckart sind Leichtgewichte geblieben, unfähig, Trends zu beeinflussen.

            Naja, also FDP, AfD, LINKE und Gruene liegen alle bei um die 8 Prozent:

            http://www.wahlrecht.de/umfragen/

            Weshalb die Erfolgsbilanz bei der FDP groesser sein soll als bei den anderen, erschliesst sich mir nicht.

            Dass die FDP 2013 so miserabel abgeschnitten hat, lag an vielen Faktoren:

            a) schwere selbstverursachte politische Fehler (z.B. nach der Bundestagswahl 2009 das Aussenministerium anstelle des Finanzministeriums angestrebt zu haben)

            b) ein breiter Trend nach der Bankenkrise, der zu einem zunehmenden Infragestellen neoliberaler Exzesse fuehrte (z.B. haette sich zwei Jahre zuvor niemand an Guido Westerwelles Text ueber „spaetroemische Dekadenz“ gestoert)

            c) eine ganze Reihe von Skandalen (z.B. waren die abgeschriebenen Doktorarbeiten von Koch-Mehrin und Chatzimarkakis suboptimal, gerade bei einer Partei, die sich als Partei der „Leistungstraeger“ versteht)

            d) der Aufstieg der AfD, eine Partei die sich an eine aehnliche und deutlich ueberlappende Klientel wendet

            e) eine dramatische Fehlbesetzung der Fuehrung nach dem Abgang von Westerwelle

            f) der negative und sich selbst verstaerkende Synergismus und Teufelskreis, der aus der Kombination von a)-f) erwaechst

            Alle obigen Punkte gelten heute nur noch abgeschwaecht oder garnicht mehr. Es gab wenig Gelegenheit fuer oeffentlichkeitswirksame Fehler, weil die Partei nicht im Bundestag ist. Es gab wenig Gelegenheit fuer negatives Momentum durch das Herausfliegen aus Landtagen, weil man bereits zuvor aus fast allen Landtagen geflogen war. Schaffte man den Wiedereinzug nicht, war es keine grosse Nachricht. Schaffte man den Wiedereinzug gab es gute Presse. Bedeutende Skandale gab es keine; wohl auch deshalb nicht, weil die Partei nach dem Abtritt der alten Riege ausser Lindner selbst kaum bekannte Persoenlichkeiten vorzuweisen hat, fuer die sich die Bevoelkerung und die Medien interessieren wuerden. Und bei der AfD finden wohl Waehlerwanderungen statt, in Folge derer gemaessigte Buergerliche wieder abwandern, waehrend Rechtsextreme hinzukommen. Von ersterem profitiert wiederum die FDP.

            Die Konsequenz ist, dass die Liberalen wohl mit bescheidenen Prozentzahlen in den naechsten Bundestag einziehen werden. Dass diese „Erfolgsbilanz“ auf aktive politische Arbeit und nicht auf schlichtes Wegfallen negativer Trends und Umstaende zurueckzufuehren ist, ist derzeit voellig unklar.

            • In Dubio 31. Juli 2017, 07:08

              Obwohl Sie nun lange in den USA leben, haben Sie Ihre deutsche Tradition beibehalten. Wie Ihre Landsleute neigen Sie dazu, Erfolg aus der Post-Warte zu bewerten, aus der alles Easy-Going, Ergebnis von Zwangsläufigkeiten und glücklichen Umständen sich darstellt. Ich habe vor 4 Jahren keinen Bericht, keinen Kommentar gelesen, der den Liberalen die klare Rückkehr in den Bundestag prophezeite. Im linken Lager hielt man die FDP, eine wirtschaftsliberale Partei, für schlichtweg überflüssig. Ja, ich habe das damals schon anders gesehen, wie bei Unternehmen habe ich das Potential analysiert. Aber, das ist nicht der Punkt. Die Grünen haben ein weit zuverlässigeres Wählerreservoir, die Linke hat halt ihre stabile 7-10 Prozent.

              Ich will eigentlich die parteipolitische Bewertung in einem der nächsten (wahrscheinlich dem nächsten) Artikel behandeln, aber Ihre Einschätzung trifft weitgehend nicht. Die FDP holte direkt in der Wirtschaftskrise ihr bestes Ergebnis seit Jahrzehnten. Nur ist die heutige Klientel weit anspruchsvoller als zu Zeiten der Honoratiorenpartei. Eine wirtschaftsliberale Partei, die eine Kindergelderhöhung, Abschaffung der Praxisgebühr und einen komplizierten Sondertatbestand des UStG nach einem Rekordergebnis als wichtigste Trophäen vorweisen kann, hat etwas fundamental falsch gemacht.

              AfD und FDP weisen, anders als Linkspartei und AfD, kaum Schnittmengen auf, zumindest was die Einstellungen ihrer Wählerschaft anbelangt. Das sagen seit Jahren die Demoskopen. Mehr später. Und wie die Linke und die SPD haben die Liberalen nur eine dünne Führungsschicht geeigneten Spitzenpersonals. Das ist die Konsequenz aus der Komplexität der Politik, wo Entscheidungen sehr lange dauern und selten eindeutig sind und dem geringen Ansehen der Parteien.

              In den ersten beiden Jahren nach dem Rausschmiss bekam die FDP sehr wenig mediale Aufmerksamkeit, was ein Handicap und kein Vorteil ist – frag‘ nach bei den Piraten. Und weil die Wähler der Gelben so anspruchsvoll sind, war es höchst zweifelhaft, ob sie der Partei noch eine Chance geben würden. Der einzige wirklich glückliche Umstand – nicht für das Land, wohl aber für die Partei – war, dass die große Koalition und die linksgerichtete Opposition die große Lücke an liberalen Überzeugungen im Bundestag aufgedeckt hat. Leute wie ich sind nicht 1 oder 2 Prozent, sondern gemäß einer Studie der FES 8-15 Prozent, und sie leiden an dem Fehlen einer Interessenvertretung auf dem politischen Parkett.

              • Ralf 3. August 2017, 01:26

                Im linken Lager hielt man die FDP, eine wirtschaftsliberale Partei, für schlichtweg überflüssig.

                Im linken Lager haelt man die FDP nach wie vor fuer ueberfluessig … 😀

                Das heisst natuerlich nicht, dass der Apotheker und seine Freunde das genauso sehen …

                In den ersten beiden Jahren nach dem Rausschmiss bekam die FDP sehr wenig mediale Aufmerksamkeit, was ein Handicap und kein Vorteil ist – frag‘ nach bei den Piraten. Und weil die Wähler der Gelben so anspruchsvoll sind, war es höchst zweifelhaft, ob sie der Partei noch eine Chance geben würden.

                Die FDP war trotz ihres Abschieds aus dem Bundestag 2013 nie in der selben Lage wie andere kleine Parteien, die die 5%-Huerde nicht geschafft haben. Die Partei wurde nach wie vor hofiert und in populaere Talkrunden eingeladen, in denen es um Bundespolitik ging (Christian Lindner etwa war allein in diesem Jahr zu Gast unter anderem bei Anne Will am 21.05.2017, bei Sandra Maischberger am 15.03.2017, bei Maybrit Illner am 26.01.2017 etc.). Haben Sie in diesem Jahr schon einen Vertreter der ÖDP oder der Familien-Partei in so hochrangigen Sendungen gesehen? Nein? Ich auch nicht.

                Und auch der Vergleich mit den Piraten verbietet sich. Die FDP hat, seit sie aus dem Parlament flog, kaum noch Gegenwind aus der Mainstreampresse bekommen. Im Gegenteil. Die Medien waren geradezu wild darauf eine Comeback-Story zu schreiben. Die Dreikoenigstreffen wurden in jedem Jahr seit Januar 2014 ausfuehrlich medial begleitet. Auch ueber den Bundesparteitag im vergangenen April wurde in allen nennenswerten Zeitungen berichtet. Wann haben die Piraten das letzte Mal so viel Aufmerksamkeit bekommen?

                Und dazu haben Grossspender alle Hebel in Bewegung gesetzt, die FDP wieder in den Bundestag hineinzukaufen:

                http://www.sueddeutsche.de/politik/parteispenden-achtmal-mehr-grossspenden-fuer-fdp-als-fuer-spd-und-gruene-1.3611633

                Auch hier kein Vergleich zu anderen, kleinen Konkurrenten, die derzeit nicht im Bundestag vertreten sind.

                AfD und FDP weisen, anders als Linkspartei und AfD, kaum Schnittmengen auf, zumindest was die Einstellungen ihrer Wählerschaft anbelangt.

                Naja, Ihnen schwebt da wohl die alte FDP von Hans-Dietrich Genscher oder meinetwegen Wolfgang Gerhardt vor. Die Partei von Guido Westerwelle oeffnete sich mit poebelndem Ton merklich nach unten. Dass die Partei 2009 ein erstaunlich gutes Ergebnis erzielte, lag nicht daran, dass sich ploetzlich die Zahl der Apotheker und Rechtsanwaelte im Land verdoppelt haette. Die Partei gewann insbesondere bei jungen Waehlern mit geringer Bildung Stimmen hinzu (13% bei Waehlern mit Hauptschulabschluss zum Beispiel, ein sattes Plus von 5% im Vergleich zur Bundestagswahl davor (Quelle: „Die Bundestagswahl 2009, Analysen der Wahl-, Parteien-, Kommunikations- und Regierungsforschung, Herausgeber: Karl-Rudolf Korte)).

                Im wesentlichen wurde die FDP von zwei Gruppen gewaehlt: Den Besserverdienenden und den Ungebildeten. Erstere gingen durchaus teilweise von der Stange und liefen ueber zur AfD, als die AfD noch eine „Professorenpartei“ im Anfangsstadium war. Und letztere sind ganz massiv zur AfD abgewandert. Die Ungebildeten gehen halt ueberdurchschnittlich haeufig dorthin, wo am schrillsten geschrien wird. Bis zur Gruendung der AfD, konnte sich die Westerwelle-FDP gute Chancen auf diese Klientel ausmalen. Mit Glanzpersonal wie Bjoern Hoecke oder Beatrix von Storch hat die AfD nun zugegebenermassen die Nase vorn bei den Dummen …

                • In Dubio 3. August 2017, 08:42

                  Im linken Lager hält man die FDP nach wie vor für überflüssig …

                  Das weiß ich, das ist der Unterschied zwischen meinen Lieblingsfeinden und mir. Ich käme nicht auf die Idee, die Linkspartei als überflüssig zu bezeichnen, da bin ich zu sehr Demokrat und Liberaler.

                  Sie argumentieren sehr geschickt, dass ich erst Ihr Muster zerlegen musste, um den Trick zu erkennen. So ungefähr stelle ich mir eine Debattenherausforderung vor. Zu Beginn nehmen Sie belegbare Fakten, nur um im Kern Ihrer Argumentation darauf zu verzichten. So behaupten Sie die FDP sei ja nie medial verschwunden, führen dazu jedoch Auftritte von 2017 an. Tatsächlich erlebten die Liberalen jedoch 2013-2015 einen Absturz in der medialen Präsenz, während die Linke Sahra Wagenknecht die Königin der Talksendungen blieb. Zentral für Sie ist, das die FDP so liebevoll von den Medienkonzernen behandelt würde. Dabei bleiben Sie sehr wage. Denn eigentlich ist es angesichts Ihrer Erklärung unverständlich, warum die LINKE nicht doppelt so populär ist wie die FDP.

                  Sie stellen die Zugewinne der FDP bei Wählern mit Hauptschulabschluss dar. Die waren 2009 durchaus bemerkenswert, aber trotz allem lag ihr Anteil nur im Rahmen des Wahlergebnisses. Angesichts dessen, dass die Liberalen bis dato gerade von dieser Schicht nie gewählt wurde bemerkenswert, aber nicht entscheidend. Denn ein anderes Argument lassen Sie ja nicht gelten, dass 2009 ein Drittel der FDP-Anhänger die Partei explizit wegen dem Versprechen auf Steuersenkung gewählt hat.

                  Nun zu den eigentlich schrägen Vergleichen, ohne mir selbst zu viel wegzunehmen: Die AfD gewinnt unisono ihre Wähler in absoluten Zahlen von der Union und in relativen von der LINKEN, dazu aus dem Nichtwählerlager. Die FDP gewann aber 2009 nicht so dazu, weil sie Nichtwähler attrahierte. Die Rechtspopulisten haben ihre Hochburgen im Osten der Republik (wie die LINKE), die Liberalen in den Reichenzentren des Westens. Die AfD-Anhänger sind nationalistisch orientiert, die Wähler der FDP befürworten stark EU und Euro. Die FDP-Wähler sind reich und fleißig, die der AfD arm und dumm – ach, ich liebe diese Überspitzungen! 😉 Und damit sind die Alternativ-Sympathisanten deckungsgleich mit denen der Linkspartei. Näheres wie gesagt folgt.

                  2009 war ich auf ein paar Veranstaltungen der FDP, weil Westerwelle ein außerordentlich guter Redner war – wie Gysi auch. Die Klientel der Gelben ist schnicke, selbst in Freizeit eher elegant gekleidet, Frauen Kostüm, Männer Hemden und Blazer. Im Habitus liegen teilweise Welten zu den Anhängern anderer Parteien. Wie komme ich eigentlich dazu, das Potential der Besserverdienerpartei mit 8-15 Prozent zu umreißen? Hierzu beziehe ich mich regelmäßig auf eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), welche 2006 die Bevölkerung nach Einstellungen und Sozialstrukturen einteilte. Leider habe ich danach nie wieder eine ähnliche Analyse der sozialen Strukturen gefunden. Danach zählen

                  Die Leistungsindividualisten (11 % Anteil an der Wahlbevölkerung) sind Gegner staatlicher Eingriffe und wollen eine Gesellschaft, die sich in erster Linie am Leistungsprinzip orientiert. Zwei Drittel sind männlich. Politisch bevorzugen sie das bürgerliche Lager und überdurchschnittlich die FDP.

                  Die Etablierten Leistungsträger (15%) repräsentieren vor allem das kleinstädtische gehobene (liberal-) konservative Milieu. Sie sind stark leistungsorientiert, elitebewusst und haben eine überdurchschnittliche Bindung an die Union.

                  In den letzten 10 Jahren hat der Trend zur Differenzierung der Bildung und Entlohnung tendenziell zugenommen, die oberen 50% verdienen besser und haben mehr Bildung vorzuweisen. In der Größenordnung dürften die Zahlen noch passen. Jedenfalls war das noch die Zeit, wo die Union für eine Bierdeckelsteuer und eine Kopfpauschale im Gesundheitswesen eintrat. Was meinen Sie, wo diese 26% der Bevölkerung sich heute am wohlsten fühlen würde? Diese Leute brauchen eine Partei, die ist wie sie: leistungsorientiert. Konsequenterweise will die FDP die Einkommensteuer moderat senken und den Soli abschaffen. Die AfD will das glatte Gegenteil, sie will die Mehrwertsteuer um 7%-Punkte senken.

                  • Ralf 4. August 2017, 02:44

                    Zu Beginn nehmen Sie belegbare Fakten, nur um im Kern Ihrer Argumentation darauf zu verzichten. So behaupten Sie die FDP sei ja nie medial verschwunden, führen dazu jedoch Auftritte von 2017 an. Tatsächlich erlebten die Liberalen jedoch 2013-2015 einen Absturz in der medialen Präsenz, während die Linke Sahra Wagenknecht die Königin der Talksendungen blieb. Zentral für Sie ist, das die FDP so liebevoll von den Medienkonzernen behandelt würde. Dabei bleiben Sie sehr wage. Denn eigentlich ist es angesichts Ihrer Erklärung unverständlich, warum die LINKE nicht doppelt so populär ist wie die FDP.

                    Nun Ende 2013 war die Berichterstattung ueber die FDP noch sehr praesent, da sie sehr unerwartet aus dem Bundestag ausgeschieden war. Auch die Wahl von Christian Lindner zum Parteivorsitzenden fand in der Presse ein deutliches Echo. Von 2014 bis 2015 war die Partei dann tatsaechlich selten zu Gast in den grossen TV-Runden mit bundespolitischen Themen. Landtagswahlen sicherten den Liberalen aber dennoch eine gewissen Aufmerksamkeit ueber die Jahre hinweg, manchmal mit gewonnenen Wahlen (Bremen, Hamburg) und manchmal mit verlorenen Wahlen (Sachsen). Das ist ja auch in Ordnung so. Die FDP war schliesslich noch „Faktor“ irgendwo im Land und verdient als solcher auch mehr Aufmerksamkeit als meinetwegen die ÖDP. Allerdings sollte man das dann auch klar benennen und nicht so tun, als sei die Partei in ein mediales schwarzes Loch gestuerzt. Auch ueber die traditionellen Dreikoenigstreffen wurde uebrigens nach wie vor weiter berichtet, und zwar ueber den gesamten Zeitraum von 2014-2017 hinweg.

                    Dass die FDP waehrend ihres Hiatus fast grundsaetzlich positive Presse bekam, kann kaum angezweifelt werden. Ist auch kein grosses Wunder. Die Medien lieben halt Comeback-Stories. Christian Lindner wurde zum „Retter“, die Partei zum Phoenix aus der Asche. Und die FDP liegt ja auch ideologisch mit den Entscheidungstraegern der groesseren Medienhaeuser auf einer Linie. Logisch also, dass von dort viel Unterstuetzung kam und kommt. Und dass die Unterstuetzung stark auf das Jahr 2017 fokussiert war, sollte Sie nicht verwundern. Sicher haette die Partei auch vor 2017 immer Unterstuetzung gebrauchen koennen. Aber in einem Wahljahr kommt der Support doch sicher ganz besonders gelegen. Und fuer die Liberalen ist es offensichtlich ungleich wichtiger, heute gut im Fernsehen vertreten zu sein und durch alle Talkshows zu tingeln – zwei Monate vor der Bundestagswahl. Ob Lindner hingegen im Mai 2014 bei Maischberger sass, hat langfristig keinerlei Bedeutung.

                    Sie fragen weshalb die LINKE nicht doppelt so beliebt ist als die FDP, obwohl sie doch so oft im Fernsehen vertreten sei. Die Frage ist einfach zu beantworten. Beliebtheit und Waehlerstimmenzuwachs sind nicht direkt proportional zu der Zahl an Medienauftritten. Die LINKE kaempft mit einer extrem negativen Berichterstattung ueber sie in praktisch allen groesseren Presseorganen (nehmen Sie FAZ, Spiegel, SZ, Welt, BILD etc.). Gegen das Trommelfeuer der Journalisten kann man nicht gewinnen. Es ist folglich kein grosses Wunder, dass die Partei bei um die 8% festhaengt. Dazu kommt, dass die LINKE keine Machtperspektive hat, da gewisse Kraefte in der SPD eine rot-rote (oder rot-rot-gruene) Koalition auf Bundesebene bedingungslos sabotieren wuerden. Folglich igelt sich die Partei abseits von Kompromisspositionen ein, weil sie auf diese Art und Weise wenigstens noch das Protestwaehlerpotential abschoepfen kann. Das wiederum schreckt manche links-mittigen Waehler ab, die andernfalls durchaus ihr Zuhause bei der LINKEN finden koennten.

                    Denn ein anderes Argument lassen Sie ja nicht gelten, dass 2009 ein Drittel der FDP-Anhänger die Partei explizit wegen dem Versprechen auf Steuersenkung gewählt hat.

                    Es ist nicht so, dass ich dieses Argument grundsaetzlich nicht gelten lasse. Ich halte es nur fuer ein nicht besonders stichhaltiges Argument. Fuer gewoehnlich basieren solche Aussagen auf Umfragen, in denen die Befragten sich etwa zum Thema „Sind die Steuern zu hoch?“ aeussern sollen. Wenig ueberraschend bejahen grosse Mehrheiten solche Fragen. Schliesslich wuerde jeder gerne weniger Steuern zahlen. Aber fragen Sie dann die selben Leute mal, ob sie bereit sind weiter zuzusehen, wie unsere Schulen baulich verfallen. Ob sie bereit sind mehr Unterrichtsausfall hinzunehmen, weil Lehrer entlassen werden. Ob sie dafuer sind, dass das Krankenhaus in ihrer Naehe geschlossen wird. Ob sie bereit sind hinzunehmen, dass sich Bauarbeiten auf der Autobahn Jahre hinziehen, weil Personal und Geld fehlt (dort wo ich aufgewachsen bin, wurde etwa eine Bruecke ueber anderthalb Jahre lang gesperrt, weil sie unsicher war, aber Geld zur Sanierung fehlte). Und und und.

                    Ich wette mit Ihnen, am Ende wird herauskommen, dass die Waehler sich fuer Steuersenkungen aussprechen, gleichzeitig die Staatsausgaben ausdehnen wollen, weil es ja so viele foerdernswerte Felder gibt, und zeitgleich die Staatsschulden abbauen wollen, damit wir unseren Kindern nicht einen Schuldenberg hinterlassen. Viel Glueck beim Erfuellen der Waehlerwuensche! Sich aus diesem inkompatiblen Forderungssalat dann selektiv die Punkte herauszupicken, die die eigenen ideologischen Ansichten unterstuetzen, mag rhetorisch hilfreich sein um eine Debatte zu gewinnen. Daraus lernen wir allerdings nicht wirklich etwas ueber den „Willen der Waehler“ oder darueber welches Gesellschaftsmodell sich die Waehler wirklich wuenschen, wenn sie mit realistischen Alternativen konfrontiert wuerden.

                    Die FDP-Wähler sind reich und fleißig, die der AfD arm und dumm – ach, ich liebe diese Überspitzungen!

                    Ueberspitzungen koennen helfen ein Argument zu vermitteln. Allerdings ist bei Ihnen bereits die Grundannahme inhaltlich schwach und in der Ueberspitzung wird das Statement falsch. Dass FDP-Waehler ueberdurchschnittlich oft wohlhabend sind, ist bekannt. Aber woraus schliessen Sie, dass diese Waehler auch besonders fleissig sind? Apotheker sind z.B. die Paradeklientel der Liberalen. Aber sind Apotheker besonders fleissig? Fleissiger als andere Berufsgruppen? Zweifel sind angebracht.

                    Tatsaechlich verspricht die Politik der FDP wohlhabenden Unternehmern und Freiberuflern Vorteile. Ganz egal ob diese Buerger fleissig sind. Ganz egal ob diese Buerger ueberhaupt jemals irgendetwas geleistet haben oder ob sie ihren Betrieb z.B. lediglich geerbt haben. Von der Politik der FDP wuerden sie trotzdem profitieren. Folglich werden die Liberalen von dieser Klientel ueberdurchschnittlich haeufig gewaehlt. Um es offen zu sagen: Dem wohlhabenden Zahnarzt hilft Lindner’s Truppe sein Vermoegen zu bewahren und sein Einkommen zu erhoehen. Ob die Gesellschaft dabei zusammenbricht ist egal. Denn der Zahnarzt hat genug Geld seine Kinder auf Privatschulen zu schicken, ist durch sein Auto nicht auf oeffentliche Verkehrsmittel angewiesen, kann sich teure Privatkliniken leisten, wenn medizinische Betreuung notwendig ist, hat ausreichend Einkommen sich privat fuer die Rente abzusichern etc.. All das gilt fuer den im Krankenhaus 24-Stundenschichten absolvierenden Stationsarzt nicht. Letzterer ist was abgeleistete Arbeitsstunden und Arbeitspensum angeht, deutlich „fleissiger“. Was ihn vom wohlhabenden Zahnarzt unterscheidet, ist nicht der „Fleiss“, sondern sein Einkommen und damit das Ausmass, in dem er auf ein funktionierendes Gemeinwesen angewiesen ist. Aber selbst wohlhabende Menschen haben oft noch ein Gewissen. Solche Wohlhabenden mit Gewissen waehlen meiner Erfahrung nach oft die Gruenen. Denn bei den Gruenen gibt es immer noch ein gewisses Kuemmern um die Benachteiligten der Gesellschaft, es gibt ein Interesse an Nachhaltigkeit, es gibt ein Interesse daran, den Planeten in einem Zustand zu bewahren, der unseren Kindern ermoeglicht dort auch noch zu leben und es gibt ein gewisses Bestreben auch Ruecksicht auf die Dritte Welt zu nehmen. Die FDP hingegen waehlen meiner Erfahrung nach die, denen das alles gleichgueltig ist. Die ihr Vermoegen und Einkommen sichern wollen. Egal was die Konsequenzen sind fuer ihre Mitmenschen, ihre Nachbarn oder die Erde als ganzes.

                    „Reich und fleissig“ ist somit eher weniger das Profil der liberalen Anhaengerschaft. „Reich und ruecksichtslos“ trifft es eher.

                    • In Dubio 4. August 2017, 07:59

                      Ich denke 2013 war eher Negative Campaigning. Und die FDP findet sich erst wieder stärker im medialen Interesse (die Wochenshow hatte ja schon gewitzelt), seit dem sich Wahlerfolge zeigen. Und erst seit den letzten Landtagswahlen steigt die Stimmung für die Liberalen deutlich an, plötzlich hat Christian Lindner hohe Popularitätswerte. Das ist aber nicht das Ergebnis von Zeitungskampagnen. Der SPIEGEL wiederum hat aktuell eine sehr wohlwollende Portrait-Story über Sahra Wagenknecht drin, positiver schreibt das Blatt über keinen Politiker. So ganz passt ihre Legendenbildung möglicherweise nicht. Aber: die Linken-Ikone spaltet die Partei, sie geht gerade in der Flüchtlingsfrage und beim Euro auf Konfliktkurs zur offiziellen Parteilinie, es ist die Aufgabe von Medien, darüber zu berichten. Übrigens: taz und Neues Deutschland schreiben nicht gerade positiv über die FDP. Darüber hinaus bezweifle ich, dass potentielle Anhänger der LINKEN überproportional die Frankfurter Allgemeine lesen.

                      In der Politik war es noch immer so, dass sich kleinere um Koalitionsmöglichkeiten bemühen und nur einen Bruchteil ihrer Agenda durchsetzen können. Das ist deren Schicksal. Die LINKE akzeptiert dieses Mehrheitsprinzip nicht, sie ist im Besitz der absoluten Wahrheit.

                      Dazu kommt, dass die LINKE keine Machtperspektive hat, da gewisse Kräfte in der SPD eine rot-rote (oder rot-rot-grüne) Koalition auf Bundesebene bedingungslos sabotieren würden.

                      Das halte ich weitgehend für eine Legende. Die SPD kann nicht mit dieser LINKEN, weil sie sonst wesentliche Teile ihrer eigenen Wählerschaft verschrecken und für potentielle Schichten unwählbar würde. Ich weiß, das Argument mögen Sie nicht, aber dafür gab es dieses Jahr einen sehr klaren Beleg. Im Saarland lag die völlig blasse Herausforderin von der SPD vorn und sah wie die sichere Siegerin gegenüber der eigentlich sehr populären Amtsinhaberin Kramp-Karrenbauer aus. Auch im Bund erlebte die Partei mit Martin Schulz einen kräftigen Aufschwung. Als in den letzten 3-4 Wochen vor dem Wahlsonntag die Machtoption der Sozialdemokraten mit der Linkspartei offen diskutiert auch offensiv vom Willy-Brandt-Haus vertreten wurde, sackten die Umfragewerte der SPD deutlich nach unten. Die spätere Analyse direkt nach der Wahl ergab, dass ziemlich genau die Hälfte potentieller SPD-Wähler einem Bündnis der linken Parteien völlig ablehnend gegenübersteht, und das im traditionell roten Saarland. Das Image ist so schlecht, dass die Sozialdemokratie dadurch Stimmen verliert, die sie nicht anders holen kann, bestenfalls von der LINKEN selber. Das ist nicht mal ein Null-Summen-Spiel, das ist ein eindeutiges Verlustgeschäft. Deswegen nach Februar auch der radikale Schwenk der Mitte-Links-Partei und der Versuch, mit Koalitionsgedanken zur FDP hin auf bürgerliche Wähler abzustrahlen. Auch Lafontaine und Wagenknecht war damals klar geworden, dass die SPD unter solchen Umständen keine Koalitionsaussage machen kann. Das Problem ist die LINKE, nicht die Sozialdemokratie.

                      Ich wette mit Ihnen, am Ende wird herauskommen, dass die Waehler sich fuer Steuersenkungen aussprechen, gleichzeitig die Staatsausgaben ausdehnen wollen

                      Falscher Wettansatz. Die meisten Bürger wollen Abbau der Staatsverschuldung und dann erst, mit deutlichem Abstand, Steuersenkungen. Bei FDP-Anhängern halten sich beide Ziele die Waage, 2009 befürworteten noch mehr Steuersenkungen. In Ihrer Aufstellung vom Niedergang der Liberalen fehlt genau dieses Thema: wenn schon ein Drittel die Partei gewählt hat, weil sie den Steuersenkungsversprechen Glauben schenkten, ist es da nicht nachvollziehbar, dass mindestens diese Wähler verschwinden, wenn am Ende nur eine Kindergelderhöhung, die Abschaffung der Praxisgebühr und ein Zusatztatbestand in 13a UStG übrig bleibt?

                      Woran machen Sie fleißig fest, das hätten Sie mich doch fragen müssen. Einkommen ist eine Möglichkeit, ja. Dass diese nicht allgemein akzeptiert wird, verstehe ich. Wie wäre es mit Arbeitsstunden? Glauben Sie, dass FDP-Wähler mehr arbeiten als andere? Wenn ich schon so frage, weiß ich wahrscheinlich die Antwort, werden Sie sich denken. Also, vorsichtigerweise werden Sie mit nein antworten. Dann müssten Sie allerdings schon etwas auf den Tisch legen, womit man objektiv Fleiß messen können müsste. 😉

                      Die FDP hingegen wählen meiner Erfahrung nach die, denen das alles gleichgültig ist.

                      Oh, jetzt haben Sie mich aber gehörig angeschossen. Ich wähle sicher nicht die Grünen, bin ich deswegen schon gewissenlos? Würden Sie jeden leistungsorientierten Menschen als Egoisten bezeichnen? Ehrlich? Und Rücksichtslos? Das würde ich schon persönlich nehmen…

                    • Ralf 6. August 2017, 00:56

                      Der SPIEGEL wiederum hat aktuell eine sehr wohlwollende Portrait-Story über Sahra Wagenknecht

                      Es ist fast immer irrefuehrend, wenn man ein Argument auf einzelnen, anekdotenhaften Beobachtungen festmacht. Bedeutend ist nicht, ob der Spiegel irgendwann einmal einen positiven Artikel ueber die LINKE publiziert hat, sondern was der allgemeine Grundtenor der Berichterstattung des Spiegels ueber mehrere Jahre hinweg ist. Mit anderen Worten: Welches Bild wird der Leser des Spiegels von der Partei haben, wenn er regelmaessig, ueber einen Zeitraum von einem Jahr, die Mehrzahl der politischen Beitrage gelesen hat?

                      Aber: die Linken-Ikone spaltet die Partei, sie geht gerade in der Flüchtlingsfrage und beim Euro auf Konfliktkurs zur offiziellen Parteilinie, es ist die Aufgabe von Medien, darüber zu berichten.

                      Selbstverstaendlich ist es die Aufgabe der Medien darueber zu berichten. Allerdings sollte das nicht das einzige sein, worueber die Presse schreibt. Streit, Skandale, persoenliche Feindschaften machen Quote. Und bei einer Partei, der die Medienlandschaft den Krieg erklaert hat, macht es moeglicherweise besonders viel Spass Quote zu machen. Dennoch haben die Medien eigentlich eine voellig andere Verantwortung, der sie auch nicht im Geringsten gerecht werden. Sie haben die Verantwortung, die unterschiedlichen Gesellschaftsentwuerfe, fuer die die Parteien stehen, zu beschreiben, zu analysieren, zu erklaeren und sollten es anschliessend dem Waehler ueberlassen, fuer welches Modell er stimmen moechte. Der Hochsteuerstaat mit vielen Serviceleistungen fuer die Allgemeinheit, den die linken Parteien anstreben und der Niedrigsteuerstaat, in dem jeder auf sich selbst angewiesen ist, den die rechten Parteien wollen, haben beide Vorteile und Nachteile. Gerade vor einer Bundestagswahl wuerde man erwarten, dass die Medien den Buerger informieren, welche politischen Angebote es gibt. Stattdessen wird Konflikt gesucht, werden Meinungsverschiedenheiten aufgebauscht, werden bestehende Spaltungen vergroessert und aus kleinen Kratzern werden mit geschickten Artikeln offene blutende Wunden gemacht. Das trifft im uebrigen nicht nur die LINKE. In 2010 traf es z.B. ihre Lieblingspartei, die FDP. Und es ist unwuerdig, jedes Mal wenn es passiert.

                      In der Politik war es noch immer so, dass sich kleinere um Koalitionsmöglichkeiten bemühen und nur einen Bruchteil ihrer Agenda durchsetzen können. Das ist deren Schicksal. Die LINKE akzeptiert dieses Mehrheitsprinzip nicht, sie ist im Besitz der absoluten Wahrheit.

                      Das stimmt nicht. Die LINKE war schliesslich mehrfach auf Laenderebene in Regierungen und ist dabei genauso viele Kompromisse eingegangen wie andere Parteien in der selben Situation. Derzeit regiert die Partei nicht im Bund. Es gibt also keinen Grund vor der Wahl prophylaktisch schon mal Kompromisse einzugehen, obwohl zu nahezu 100% klar ist, dass sie nicht an der Regierung beteiligt werden wird. Und dass Parteien vor einer Bundestagswahl abenteuerliche Wahlversprechen machen, bei denen kristallklar ist, dass sie politisch nicht umsetzbar sind und die lediglich deshalb herausposaunt werden, um die Motivation der eigenen Klientel zu befeuern, ist auch nicht neu. Denken Sie an die Gruenen und ihre „5DM pro Liter Benzin“-Idee oder die Steuersenkungsparolen der FDP im Wahlkampf 2009, zu einem Zeitpunkt als die globale Weltwirtschaft im Zuge der Bankenkrise gerade kollabierte und die Staaten mit Milliardenschulden versuchten ihre nationalen Wirtschaften zu stabilisieren.

                      Die SPD kann nicht mit dieser LINKEN, weil sie sonst wesentliche Teile ihrer eigenen Wählerschaft verschrecken und für potentielle Schichten unwählbar würde. Ich weiß, das Argument mögen Sie nicht

                      Ich hab kein Problem mit dem Argument und stimme Ihnen in der Analyse zu. Das Problem ist aber, dass die SPD eben auch ohne die LINKE nicht kann. Fuer Rot-Gruen reicht es nicht, an einer Ampel sind grosse Teile der Gruenen und auch der FDP nicht interessiert und in einer grossen Koalition wird man nie mehr als Juniorpartner sein.

                      Auch im Bund erlebte die Partei mit Martin Schulz einen kräftigen Aufschwung. Als in den letzten 3-4 Wochen vor dem Wahlsonntag die Machtoption der Sozialdemokraten mit der Linkspartei offen diskutiert auch offensiv vom Willy-Brandt-Haus vertreten wurde, sackten die Umfragewerte der SPD deutlich nach unten.

                      Hier wuerde ich widersprechen. Die Umfragewerte der SPD stiegen damals temporaer nur deshalb, weil die Partei mit Martin Schulz ein neues Gesicht praesentierte. Es gab viele biographische Stories, Schulz tauchte staendig im Fernsehen auf. Am Ende stand er aber fuer keinerlei Inhalte, war nur heisse Luft. Das Anfangsinteresse an seiner Person verpuffte und uebrig blieb eine anaemische Partei ohne Inhalte. In der Wirtschaft wuerde man von einer geplatzten Blase sprechen.

                      Die meisten Bürger wollen Abbau der Staatsverschuldung und dann erst, mit deutlichem Abstand, Steuersenkungen.

                      Wie ich schon schrieb: Die Buerger wissen meist garnicht, was sie wollen und das was sie wollen, ist oft voellig widerspruechlich. Auch ich haette gerne eine geringere Staatsverschuldung und wuerde gerne weniger Steuern zahlen. Die Frage ist, zu was fuer einer Gesellschaft wuerde es fuehren, wenn meine Steuern gesenkt wuerden und der Staat anstatt mehr Geld auszugeben, verstaerkt Schulden abbezahlen wuerde. Welche Folgen haette das fuer mich, fuer meine Familie, fuer meine Nachbarn, fuer mein Viertel, fuer meine Stadt, fuer mein Bundesland und fuer den Staat im ganzen. Aber diese Fragen sind natuerlich sehr komplex und nicht einfach mit einem Kreuz in einer Multiple-Choice-Liste zu beantworten. Und so werden die Menschen in Umfragen lieber gefragt, ob sie Steuersenkungen oder Staatsschuldenabbau bevorzugen wuerden und anschliessend machen die Befragten auf diese abstrakte Frage irgendwo ein Kreuz. Ich bestreite den Nutzen und die Aussagekraft solcher Befragungen vehement.

                      Nur um ein Beispiel zu nennen. Als Jugendlicher war ich im Rahmen einer Schulaktion an einer Umfrage beteiligt. Wir fragten Passanten auf der Strasse, ob sie die Gentechnik befuerworten oder ablehnen. Nahezu 100% der Befragten lehnten die Gentechnik ab. Wenn wir nach Gruenden fuer die Ablehnung nachhakten, kam meist nichts. Die meisten wussten nicht, weshalb sie die Gentechnik ablehnten. Bauchgefuehl eben. Wenn wir die Passanten dann darueber infomierten, dass etwa Insulin gentechnisch hergestellt wird und dass Diabetiker ohne dieses rekombinante Insulin erheblichen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt wuerden, wurde die Mehrzahl der Befragten ploetzlich zu Anhaengern der Gentechnik. So einfach geht das.

                      Aus meiner Sicht gibt es wenig Grund zur Annahme, dass der Durchschnittsbuerger von Volkswirtschaft mehr versteht als von Biologie. Meinungen der Buerger zu volkswirtschaftlichen Fragen duerften aehnlich „fundiert“ sein, wie Meinungen zur Gentechnik.

                      Wie wäre es mit Arbeitsstunden? Glauben Sie, dass FDP-Wähler mehr arbeiten als andere? Wenn ich schon so frage, weiß ich wahrscheinlich die Antwort, werden Sie sich denken. Also, vorsichtigerweise werden Sie mit nein antworten. Dann müssten Sie allerdings schon etwas auf den Tisch legen, womit man objektiv Fleiß messen können müsste.

                      Arbeitsstunden sind schon ok. Und ich habe keine Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass viele junge Unternehmer, wohl eine Klientel der FDP, haerter als der Durchschnitt arbeiten. Aber ist die laengere Arbeitszeit wirklich ein allgemeines Merkmal des FDP-Waehlers? Arbeitet der Apotheker, der Notar, der Zahnarzt wirklich mehr als der Durchschnittsangestellte? Zumindest meiner persoenlichen Erfahrung widerspricht das deutlich.

                      Oh, jetzt haben Sie mich aber gehörig angeschossen. Ich wähle sicher nicht die Grünen, bin ich deswegen schon gewissenlos? Würden Sie jeden leistungsorientierten Menschen als Egoisten bezeichnen? Ehrlich? Und Rücksichtslos? Das würde ich schon persönlich nehmen…

                      Mein Statement bezog sich auf den durchschnittlichen Typus, der sich zu einer Partei wie der FDP hingezogen fuehlt und nicht auf Sie persoenlich.

                      Wohlhabende waehlen meist eine von drei Parteien: Die FDP, die CDU oder die Gruenen.

                      Die die Gruenen waehlen, sind oft Menschen, die sich dem reinen Glueck ihrer Herkunft und ihrer Geburt in einem der reichsten Laender der Erde bewusst sind. Sie fuehlen sich verpflichtet, ein Stueck von ihrem Vermoegen abzugeben, an die, denen es schlechter geht. Gruene fuehlen sich auch meist verpflichtet, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Den Planeten und seine Natur zu bewahren. Die Dritte Welt staerker zu unterstuetzen. Sicher gilt das nicht fuer jeden einzelnen Gruenen-Waehler. Aber im allgemeinen ist der typische Anhaenger der Partei jemand dem es nicht gleichgueltig ist, wenn Fluechtlinge unsere Hilfe benoetigen, der bereit ist hoehere Steuern zu zahlen fuer einen funktionierenden Sozialstaat, der Waffenexporte in blutige Diktaturen ablehnt, der Unternehmen zur Schonung der Umwelt verpflichten will, auch wenn das die Produkte verteuert und die Wettbewerbsfaehigkeit schwaecht und der Fleisch und Eier nur aus organischer Produktion kauft.

                      Der typische CDU-Waehler ist konservativ. Er ist mit seiner Situation zufrieden, will wenig Veraenderung. Anders als der Gruenen- und der FDP-Waehler will der Anhaenger der CDU keine Reformen, keine Revolutionen, keinen Totalumbau des Staates und der Gesellschaft. Wo sich Gruene etwa fuer ein radikales Umschwenken in der Energiepolitik einsetzen, setzt der Konservative auf das, was bewaehrt ist. Wo sich Gruene ein oekologisches und friedenspolitisches Umdenken wuenschen, denkt der CDU-Waehler pragmatisch. Und er hat meist ein gutes Gewissen dabei, denn er luegt sich bequem in die eigene Tasche. In Saudi Arabien sieht er nicht ein menschenverachtendes Tyrannenregime, sondern einen Stabilitaetsfaktor im Nahen Osten. In der Atomenergie und anfallendem Atommuell sieht er nicht eine Gefahr fuer die Menschheit, sondern eine beherrschbare Problematik. In der Sozialpolitik beruhigt er sich damit, dass Kirchen und Hilfsorganisationen schon irgendetwas organisieren werden fuer die Armen und die Alten. Und auch fuer die globale Erwaermung wird sich schon irgendwie eine Loesung finden. Irgendwann. Hoffentlich.

                      Der typische FDP-Waehler geht meiner Erfahrung nach noch einen entscheidenden Schritt weiter. Er luegt sich nicht nur in die eigene Tasche, sondern verleugnet nicht selten, dass es ueberhaupt ein Problem gibt. Der typische FDP-Waehler ist jemand, der an dem Obdachlosen auf der Strasse vorbeigeht und denkt „selber schuld“. Er ist jemand, in dessen Augen vor dem Arbeitsamt nicht Arbeitslose sondern Arbeitsverweigerer stehen. Er ist jemand, in dessen Augen vor dem Sozialamt nicht Beduerftige sondern Parasiten stehen. Der typische FDP-Waehler interessiert sich nicht fuer das Leid von Buergerkriegsfluechtlingen. Die sind halt selbst Schuld, dass sie sich nicht ein so schoenes und stabiles Land wie die Bundesrepublik Deutschland aufgebaut haben. Weshalb sollen wir jetzt fuer diese Versager aufkommen? Der FDP-Waehler hebt die Schultern und sagt „kann ich eh nicht aendern“, wenn das Thema auf auf die Umwelt, auf die globale Erwaermung oder auf Waffenexporte in Kriegsgebiete kommt. Der typische FDP-Waehler lebt eine „nach mir die Sintflut“-Philosophie und es macht auch voellig Sinn. Denn der typische FDP-Waehler ist aeusserst wohlhabend. Er braucht kein funktionierendes Gemeinwesen. Er braucht z.B. keine oeffentlichen Verkehrsmittel. Schliesslich besitzt er ein Auto oder er nimmt sich ein Taxi. Er braucht keine guten, soliden Schulen. Denn er hat das Geld seine Kinder auf teure Privatschulen zu schicken. Er braucht keine gesetzliche Rentenversicherung. Fuer sein Alter hat er laengst mit diversen Anlagen vorgesorgt. Und ob Menschen in Afrika verhungern oder sich gegenseitig ueber den Haufen schiessen, hat keine Bedeutung fuer die eigene, persoenliche Lebenswirklichkeit. Genauso wenig wie Frage ob Vieh unter ertraeglichen Bedingungen gehalten wird. Der typische FDP-Waehler will seinen Gewinn maximieren. Koste es was es wolle. Und weil das damit konsequent einhergehende Gesellschaftsmodell hunderttausende Verlierer und Abgehaengte produziert, wird das gerechtfertigt durch die Etikett „selbst schuld“, das den Betroffenen, den Armesten, den Schwaechsten, den Kranken, den Hilflosen angehaengt wird. Wenn die alle selbst schuld sind, dann haben wir auch keine Verantwortung, die Hand zur Hilfe zu reichen und mehr Geld bleibt fuer uns.

                    • Logos 6. August 2017, 09:33

                      @Ralf 6. August 2017, 00:56
                      Es ist fast immer irrefuehrend, wenn man ein Argument auf einzelnen, anekdotenhaften Beobachtungen festmacht.
                      Ein logisch schlüssiges und de facto korrektes Argument. Aus dem Grund wird es bei Pietsch nicht verfangen: valide Sachargumente sind ideologisch Verblendeten, das sind Neoliberale allemal, nicht zugänglich. Da gleichen ideologisch Verblendete stark Personen, die einem Aberglauben verfallen sind: da helfen auch weder Argumente noch Fakten – egal wie schlüssig oder überzeugend die sind.
                      Sachverhalte, welchem deren Glaubensdogmen (trifft auch Neoliberale) widersprechen, werden reflexhaft ausgeblendet oder schlichtweg ignoriert. Das Sprichwort, dass gegen Dummheit selbst Götter vergeben kämpfen, trifft nicht minder auf Ignoranz zu. Pietsch hatte übrigens selbst mal zugegeben, in solchen Fällen bewußt den Weg der Ignoranz zu wählen. Was er auch ständig demonstriert, indem er auf die allermeisten harten Sachargumente, die dessen substanzlose Behauptungen widerlegen, nicht reagiert.

                    • Rauschi 6. August 2017, 11:27

                      @Ralf
                      Dennoch haben die Medien eigentlich eine voellig andere Verantwortung, der sie auch nicht im Geringsten gerecht werden. Sie haben die Verantwortung, die unterschiedlichen Gesellschaftsentwuerfe, fuer die die Parteien stehen, zu beschreiben, zu analysieren, zu erklaeren und sollten es anschliessend dem Waehler ueberlassen, fuer welches Modell er stimmen moechte.
                      Super Beschreibung, wie es sein sollte. Sie sollten aber [haben die Medien eigentlich eine voellig andere Verantwortung] ersetzen durch „Medien schreiben sich eine andere Verantwortung zu“. Denn woher diese Verantwortung eines privaten Medienanbieters kommen soll, ist volkommen unklar. Die Verantwortung hätten die ÖR als Auftrag, aber dieser kommen die auch nicht mehr nach, abgesehen von deren Reichweite.
                      Ansonst, Respekt vor der inneren Konsequenz Ihrer Beiträge, sind immer wieder hilf- und erkenntnisreich.

                      Gruss Rauschi

                    • Logos 6. August 2017, 12:28

                      @Rauschi 6. August 2017, 11:27
                      Super Beschreibung, wie es sein sollte. Sie sollten aber [haben die Medien eigentlich eine voellig andere Verantwortung] ersetzen durch „Medien schreiben sich eine andere Verantwortung zu“. Denn woher diese Verantwortung eines privaten Medienanbieters kommen soll, ist volkommen unklar.
                      Jein. Ralf hat schon Recht. Und Du auch. Je nach Sichtweise:
                      – „Wie es sein sollte“, also den SOLL-Zustand, beschreibt die Theorie bzw. das Grundgesetz, welches den Medien als vierte Macht eine besondere Verantwortung zuweist – nämlich die kritische Kontrolle der Regierung.
                      – De facto aber, also der IST-Zustand, werden die Medien diesem Auftrag und Verantwortung nur noch wenig bis gar nicht gerecht. Was diverse Ursachen hat. Eine davon ist, dass sich die Massenmedien in den Händen privater Superreicher befinden (außer ÖR-Medien [1]), die selbstredend ihre persönliche Agenda in ihren Medien vertreten haben wollen (Mohn, Springer, Burda etc.).

                      [1] http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/im-oeffentlichen-auftrag-der-unterschied-zwischen-anspruch-und-realitaet

                    • Rauschi 6. August 2017, 14:42

                      also den SOLL-Zustand, beschreibt die Theorie bzw. das Grundgesetz, welches den Medien als vierte Macht eine besondere Verantwortung zuweist – nämlich die kritische Kontrolle der Regierung.
                      Wo finde ich das im Grundgesetz, da müsste dann auch eine Finanzierung damit verbunden sein, wenn ich als Gesetzgeber verlange, das ein privates Medium einen Auftrag übernimmt. Das lässt sich nur für den ÖR fest stellen.
                      Aus Artikel 5 lässt sich nur die Meinungsfreiheit ableiten, aber kein Auftrag an alle Medien, eine vierte Gewalt zu sein.

                      Gruss Rauschi

                    • Logos 6. August 2017, 17:03

                      Jein, Artikel 5 gewährt nicht nur die Meinungs- sondern auch die Pressefreiheit:

                      „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt“ (Art. 5 Abs. 1 GG).

                      Das Bundesverfassungsgericht hat das Grundrecht weitergehend interpretiert:

                      „Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend, denn es ermöglicht erst die ständige geistige Auseinandersetzung, den Kampf der Meinungen, der ihr Lebenselement ist. Es ist in gewissem Sinn die Grundlage jeder Freiheit überhaupt“ (BverfG, 1958).

                      „Eine verantwortliche Teilhabe der Bürger an der politischen Willensbildung des Volkes setzt voraus, dass der Einzelne von den zu entscheidenden Sachfragen, von den durch die verfassten Staatsorgane getroffenen Entscheidungen, Maßnahmen und Lösungsvorschlägen genügend weiß, um sie beurteilen, billigen oder verwerfen zu können“ (BverfG, 1977).

                      …. da müsste dann auch eine Finanzierung damit verbunden sein, wenn ich als Gesetzgeber verlange, das ein privates Medium einen Auftrag übernimmt.
                      Imo nicht, dafür aber besondere Rechte. Z.B. “Quellenschutz“ (Angehörigen bestimmter Berufsgruppen steht ein Zeugnisverweigerungsrecht zu. Im Strafrecht gewährt § 53 Abs. 1 Nr. 5 StPO Personen … Zeugnisverweigerungsrecht)

                      …aber kein Auftrag an alle Medien, eine vierte Gewalt zu sein.
                      So wurde das ja auch nicht behauptet.

                  • Logos 6. August 2017, 09:21

                    Angesichts Pietschs Lobhudelei der FDP ein paar klärende Bemerkungen:

                    Richtig bei der FDP sind ausschließlich Personen aufgehoben, auf die folgende beiden Merkmale zutreffen:
                    1) Ein sehr deutlich überdurchschnittliches Einkommen und/oder Vermögen (insbesondere Superreiche) – „Besserverdienende“ ist deutlich zu harmlos und trifft auch nicht den wahren Kern
                    2) []
                    Alle anderen, insbesondere abhängig Beschäftigte (ausgenommen Geschäftsführer und leitende Angestellte in sehr hoher Position), haben bei der FDP de facto nichts verloren. Solche Personen, die dennoch die FDP wählen, sind fehlgeleitet, getäuscht und/oder un- bzw. desinformiert. Wenn die Wahlen die WAHRE Interessenvertretung (siehe 1) der FDP widerspiegeln würde, dürfte sie bestenfalls bei 1% liegen und müsste stets an der 5%-Hürde scheitern.

                    Dass Pietsch FDP wählt passt (Punkt 2) wie die Faust aufs Auge und bestätgt einmal mehr dessen Funktion als Kontraindikator und verlässliche Antireferenz.

                    [1] https://youtu.be/RNS_WYeNSrs Position 16:00 Sehr hörenswert!
                    Für Pietsch sicherlich der Horror – und damit eine weitere Empfehlung

                    • Logos 6. August 2017, 17:14

                      Unter Punkt der 2 hat Pietsch die Kriterien zensiert, die imo noch nötig sind, um bei der FDP richtig aufgehoben zu sein. Dabei wurde dort weder Neoliberale im Allgemeinen, noch Pietsch im Besonderen erwähnt.

                      Außerdem folgte nach dem 2 Punkt unter „ggf“ ein Dritter, den Pietsch, dieser intolerante und anti-liberale Zensor, gelöscht hat.
                      Mit „[]“ scheine ich einen wunden Punkt bei Pietsch getroffen zu haben. Möglicherweise erkennt er sich darin wieder.

                  • Logos 6. August 2017, 11:40

                    Pietsch:
                    das ist der Unterschied zwischen meinen Lieblingsfeinden und mir. Ich käme nicht auf die Idee, die Linkspartei als überflüssig zu bezeichnen, da bin ich zu sehr Demokrat und Liberaler.
                    1) Tatsächlich besteht überhaupt kein Widerspruch zwischen „als überflüssig bezeichnen“ und Demokrat sein. Der entstünde erst dann, wenn man sich für ein entsprechendes Parteiverbot ausspräche.

                    2) Und „zu sehr Liberaler“? Da musste ich herzhaft lachen: Angesichts Pietschs intoleranten und anti-liberalen Löschgebahrens wirkt diese Selbstverortung wie der blanke Hohn: „für was aussprechen“ ist ja nur reden. Da ist nichts wirklich passiert. Pietsch LÖSCHT und ZENSIERT aber. Das ist faktisches Handeln!
                    Wenn Pietsch sind nun als „Liberaler“ bezeichnet, de facto aber ständig löscht und/oder zensiert: Wem sollte dann Glauben geschenkt werden? Den hehren Worten oder dem tatsächlichen Handeln?
                    Hält Pietsch tatsächlich seine Leser für dermaßen blöd, dass er diesen ein X für ein U vormachen, also auf plumpeste Weise täuschen kann?

              • Logos 6. August 2017, 08:46

                AfD und FDP weisen, anders als Linkspartei und AfD, kaum Schnittmengen auf, zumindest was die Einstellungen ihrer Wählerschaft anbelangt.
                Diese Behauptung ist de facto schlicht weg falsch! Warum? Weil das Programm der AfD so neoliberal ist, wie sonst nur noch bei der AfD. Mag sein, dass Pietsch einmal mehr wie ein Blinder von der Farbe fabuliert hat, weil er das Programm der AfD gar nicht kennt. Aber Inkompetenz hat selbigen noch nie davon abgehalten, mit der größten Überzeugung Parolen rauszuhauen, die schon einer leichten Belastung nicht standhalten. Daran ändert auch die Behauptung von Demoskopen nichts.

                Linke und die SPD haben die Liberalen nur eine dünne Führungsschicht geeigneten Spitzenpersonals. Das ist die Konsequenz aus der Komplexität der Politik, …
                Es hat schon ein gewisses unfreiwillig selbstironisches Moment, wenn Pietsch einerseits von der „Komplexität der Politik“ schwadroniert, während er gleichzeitig eine Komplexitäts-verkürzende, Realitäts-verzerrende monokausale Pseudoerklärung raushaut. Mangelnder Intellekt könnte eine schlüssige Erklärung für solche Kardinalfehler sein, die Pietsch ständig unterlaufen.
                Dazu passt, dass Pietsch damit gleichzeitig einmal mehr seine Anwendung des infantilen Pippilangstrumpf-Prinzips demonstriert: „ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Pietschs Welt scheint absurd einfach zu sein.

                Ergo: traue keiner potenziell strittigen Behauptung, die Pietsch ergießt, auch wenn sie faktenwidrig als Tatsache formuliert wird.

          • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 07:59

            Mövenpicksteuer, anyone? Und erneut, die gesamte Gesundheitspolitik der FDP hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Genausowenig ihre absurde Protegierung der so genannten „Freien Berufe“.

            • In Dubio 31. Juli 2017, 08:15

              Die „Mövenpicksteuer“ stand sowohl im Wahlprogramm der LINKEN 2009 als auch der CSU. Hintergrund ist, dass fast in der gesamten EU ein ermäßigter Steuersatz für Gaststätten und Hotels gilt. Die Linke hat ihre Hochburgen in Meck-Pomm und Sachsen – kleine Hoteliers konkurrieren dort mit Polen, Balten und Tschechen. Diese Kleinunternehmer sind im Osten Wähler der Linken. Das Interesse der Bayern ist ebenfalls naheliegend: neben Tschechien gilt auch in Österreich und Italien ein reduzierter Satz der Umsatzbesteuerung. Und in Griechenland kämpft Syriza dafür, dass auf den Inseln die Hotelbetreiber weiterhin begünstigt werden.

              Der Schutz der freien Berufe wird in der FDP seit den Zeiten Westerwelles diskutiert. Nur: die Selbständigen sind die wichtigste Wählergruppe der Partei. Dann kannst Du auch fordern, dass die Grünen sich von der Subventionierung der Solar- und Windenergie verabschieden sollen, die SPD ihre Schutzmaßnahmen für Angestellte in Großunternehmen zurücknehmen und die LINKE ihren Frieden mit Hartz-IV machen soll. In diesem Sinne sind also für Dich alle Parteien korrupt?

              • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 12:48

                Nanananana, wir reden von der FDP. Von dir erwarte ich besseres als ein „die anderen sind aber auch böse!“. Weder Grüne, noch Linke, noch SPD haben Probleme mit expliziten Staatseingriffen, fordern diese gar. Die FDP ist die Partei, die sie in Bausch und Bogen verdammt, und muss sich deswegen an einem anderen Standard messen lassen. Und die Eingriffe der FDP in die freie Wirtschaft sind beträchtlich. Sie muss gewählt werden? Ach was. Das prangere ich nicht an. Ich kritisiere die Heuchelei, mit der sie – und du – so tut, als wäre sie ein reiner Fels in der Brandung des Sozialismus, dabei bedient sie an der Regierung einfach nur ihre eigene Klientel und kümmert sich sonst einen Scheiß.

                • In Dubio 31. Juli 2017, 13:25

                  Es ging darum, der eigenen Klientel etwas zuzumuten. Freie Berufe unterliegen einer Wettbewerbsbeschränkung, das ist über alle Parteien hinweg Allgemeingut, dennoch wird die FDP überproportional von Steuerberatern, Ärzten und Rechtsanwälten gewählt. Die Beschränkung des freien Marktzugangs bedarf nach neoliberaler Doktrin einer guten Begründung, die bei den aufgezählten Gruppen durchaus gegeben ist. Erstaunlicherweise wollen nicht mal die linken Parteien an diesen Kartellen rütteln und die Liberalen sollen die einzigen sein, welche die Pfründe angehen? Das wäre so als würdest Du von der Linkspartei verlangen, sie würde für eine Grundsicherung nach US-amerikanischem Modell eintreten.

                  Derzeit sind im Bundestag nur Parteien vertreten, die trotz eines Staatsanteils von rund 50% Mehrausgaben fordern oder dies in Regierungsverantwortung tun. Von der Linkspartei bis zur Union haben diese Parteien mehr soziale Leistungen für die nächste Legislaturperiode im Köcher. Das ist ein sehr deutliches Übergewicht einer bestimmten Sichtweise auf die Staatstätigkeit. Wenn man eine Staatstätigkeit von 0% als den totalen Kapitalismus und 100% als den vollendeten Sozialismus ansieht, dann möchten alle Fraktionen des Parlaments ein Stück weiter auf der Sozialismusgeraden marschieren. Ich habe noch keine Stimmen vernommen, wo man auch Staatsaufgaben beschneiden und Verantwortung an den Bürger zurückgeben möchte. Du vielleicht?

                  • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 17:20

                    Ich bezweifle weder die Lücke im Parteiensystem für eine staatsfeindliche Partei noch die Legitimität der FDP sie zu füllen. Aber deine Argumentation bleibt nur dabei, dass andere ja auch nichts machen würden. Ist ja toll. Aber Deregulierung und Marktwirtschaft sind Themen der FDP, nicht der LINKEn. Ich erwarte von der FDP auch kein Bekenntnis zu einem höheren Mindestlohn. Du darfst gerne in einem Artikel erklären, warum Rechtsanwälte unbedingt mehr Schutz brauchen als Facharbeiter. Aber folgende Missstände sind die Schuld der FDP:
                    – Preise und Verfügbarkeit von Grundmedikamenten
                    – Völlig überteuerte und regulierte Notare
                    – Extreme Regulierung und Wettbewerbsfeindlichkeit des Anwaltswesens
                    – Schutz der niedergelassenen Ärzte vor Transparenz
                    – Schutz der völlig ineffizienten und überteuerten Abrechnungspraxis bei Medikamenten
                    usw.
                    Das alles sind, wie du richtig sagst, Kernwähler der FDP. Und auch Kernspender.

                    • In Dubio 31. Juli 2017, 18:01

                      Ups, die FDP rangiert gerade nicht hoch in Deinem persönlichen Ranking.

                      – Der Gesundheitsminister wurde glaube ich bis auf 4 Jahre in fast 70 Jahren Bundesrepublik nicht von der FDP gestellt.
                      – Notare: ja.
                      – Es gibt exzellente Gründe, warum vor den meisten Gerichten Anwaltszwang besteht. Das gilt selbst in so liberalen Ländern wie den USA. Für manchen Amtsrichter sind die Einlassungen ohne Anwalt nicht selten eine Zumutung. Da müssen Richter, die eigentlich eine Sache entscheiden sollen, erst Rechtsberatung geben.
                      – Schutz von Ärzten vor Transparenz? Was meinst Du?
                      – Die Abrechnungspraxis ist von Planwirtschaftlern erfunden worden. Die FDP tritt eher für die Freigabe der Abrechnung ein.

                      Nicht für alles Übel ist die FDP verantwortlich.

                    • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 19:10

                      Als ob man den Gesundheitsminister stellen müsste. Davon abgesehen: die anderen Parteien sind da ja, wie du richtig bemerkst, genauso schlimm. Aber wie in meinem Auto-Artikel: es wäre die FDP, die hier was tun müsste. Genauso wie die Grünen diejenigen sind, die was bei den Autos machen müssten.
                      Ich bin nicht gegen den Anwaltszwang, ich bin gegen die starke Auslese dessen, was unter diesem Zwang als Anwalt anerkannt wird.
                      Kontrolle darüber, was die Ärzte genau abrechnen, und wie hoch, und unter welchem Einfluss (Stichwort Pharmavertreter).
                      Und übertreib meine Position nicht. Die FDP ist bei weitem nicht für alle Übel verantwortlich. Aber eben für ein paar.

                    • In Dubio 31. Juli 2017, 19:49

                      Jetzt mal ernsthaft: Ja, die FDP hat die meiste Zeit die Geschicke der Bundesrepublik mitbestimmt. Unter Guido Westerwelle – erst als Generalsekretär dann als Parteivorsitzender – transformierte sich die Partei vom Honoratiorenclub zu einer liberal-populistischen Gruppierung. Welche Folgen das hatte, sah man in den ersten Regierungsmonaten 2009 / 2010, wo Westerwelle sichtbar Schwierigkeiten hatte, den Wandel vom Oppositions- zum Regierungspolitiker zu schaffen. Jedenfalls veränderte sich in den 1990er Jahren auch das Selbstverständnis der Partei, da hatte sie aber nur noch 4 Jahre in der Exekutive – bis heute.

                      Die Spitze der Liberalen fürchtet durchaus, sofort wieder in die Regierung zu müssen. Die FDP ist darauf nicht vorbereitet, kann sie auch kaum sein. 2013 ging nicht nur der Großteil der Mandatsträger, sondern auch tausende Mitarbeiter von der Fahne. Eine ganze Fraktionsmannschaft muss neu aufgebaut werden. Und Du vergisst: die Mitglieder der FDP sind verhältnismäßig jung, viele sind erst nach 1998 eingetreten. Die Partei ist heute eine andere als zum Ende der Kohl-Ära – mit anderen politischen Zielen. Für keine andere Partei gilt das.

                  • Logos 31. Juli 2017, 18:49

                    Nicht für alles Übel ist die FDP verantwortlich.
                    Hat niemand behauptet.

                    Richtig aber ist: für sehr, sehr viele Übel sind Neoliberale mit ihrer vefluchten Ideologie Neoliberalismus (nicht Ordo) verantwortlich.

              • Floor Acita 31. Juli 2017, 12:59

                Die LINKE ist aber doch keine marktwirtschaftlich-liberale Partei, oder? Ging es bei der Frage nicht darum, ob die FDP eine ist?

                „Die SPD ist mir nicht links genug, sie wollen Zuzug doch auch begrenzen“, „Was macht die NPD denn soviel anders“??? Was soll das bitte für ein Argument sein?

                • In Dubio 31. Juli 2017, 13:13

                  Klar, aber auch marktwirtschaftlich orientierte Parteien haben ihre Wählergruppen. Das heißt nicht, dass ich das alles gut und richtig finde. Jede Partei in Regierungsverantwortung muss sich auch damit beschäftigen, die eigene Klientel im Interesse des Gemeinwohls in Haftung zu nehmen. Aber: der Schutz der freien Berufe ist ein Grundpfeiler dieses Landes, er steht länger als die Mitbestimmung.

                  • Logos 31. Juli 2017, 14:40

                    Herr Pietsch, dass sie immer noch von „Marktwirtschaft[lich]“ fabulieren zeigt doch nur, dass sie nichts aber auch gar nichts von Marktwirtschaft und Kapitalismus begriffen haben. Anstatt Schumpeter sollten sie besser Marx lesen. Dann würden sie evtl. nicht solchen Nonsens schreiben.

                    Dabei bot doch gerade der aktuelle Kartellskandal DIE Gelegenheit, ihnen die Augen zu öffnen! Woran ist ein potenzieller Erkenntnisgewinn bei ihnen gescheitert?

    • Jens 30. Juli 2017, 19:58

      Sehe ich genau so.

      Versuche mich auch als Unternehmer, ohne ausreichend Startkapital und Connections ist das echt mühsam. Echtes Risikokapital ist schwer zu kriegen. Das ist ein echter Vorteil der USA.

      Die FDP hat ebenso ihr Klientel wie die anderen Parteien.

      Das Problem ist, der Mangel an echten Innovationen. Ohne die hat es die Wirtschaft einfach schwer zu wachsen. Und hier tut Deutschland zu wenig. Zu wenig Exzellenz Förderung an den Unis, seit Jahrzehnten zu wenig Bildung, viel zu viel unqualifizierte Zuwanderung und zu wenig Zuwanderung von hoch qualifizierten, sowie zu viel Abwanderung von Hoch Qualifizierten.

      • In Dubio 30. Juli 2017, 20:06

        Wow – erstaunlich nah beieinander! Was mache ich jetzt?

      • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 08:01

        Dazu kommt eine extrem innovationsfeindliche Rechtslandschaft. Man denke nur an die Störerhaftung und „Neuland“ – das ist symptomatisch.

        • Tim 31. Juli 2017, 10:53

          @ Stefan Sasse

          Dazu kommt eine extrem innovationsfeindliche Rechtslandschaft

          In der Tat. Politiker denken bei Innovationsförderung stets nur an neue Fördertöpfe. An den Abbau von Überregulierung (insbesondere für kleine und mittlere Firmen) denkt niemand. Weil diese Leute einfach nicht kapieren, wie Wirtschaft im Allgemeinen und Innovationen im Speziellen funktionieren.

        • Floor Acita 31. Juli 2017, 13:07

          Das Problem der deutschen Bürokratie ist ja kein neues, aber nach wie vor mit das größte innerhalb dieses Themengebiets. Das Freischalten von Youtube Livestreams hat in Deutschland ziemlich genau 10 Jahre gedauert – nicht wegen irgendeines zivbilen Streits mit der GEMA wie viele meinen mögen, sondern weil der Rundfunk- und Telemedienstaatsvertrag livestreams als Piratensender qualifizierte. Die entsprechende Änderung war letztendlich nur eine Formalie die es Google erlaubte die Sender selbst zu registrieren – hat trotzdem fast 10 Jahre gedauert. Erster Livestream: 1.12.2005, erster legal in Deutschland verfügbarer Livestream: 1.11.2015.
          Schlimmer ist allerdings, dass ich fast alle Kommentare von Politikern oder leider auch Fernseh-Experten zum Thema Internet, Internet-Kriminalität, Fake-News, soziale Medien etc. unter „hat keine Ahnung von was er/sie da eigentlich gerade redet“ ablegen kann, ein mittelschweres Armutszeugnis…

          • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 17:21

            Übrigens beileibe nicht nur ein Problem der Politik. Was ich da im Bildungsbereich erlebe, das glaubst du nicht…

      • Logos 31. Juli 2017, 14:47

        sowie zu viel Abwanderung von Hoch Qualifizierten.
        Haben Sie sich schon mal nach den Ursachen dieses Sachverhaltes gefragt?
        Könnte das evtl. daran liegen, dass die Löhne für diese angeblich so händeringend gesuchten Hochqualifizierten im Vergleich zum Ausland einfach abartig niedrig sind?
        Und könnte das wiederum neoliberalen Lohndumpingforderungen geschuldet sein?
        Schon mal darüber nachgedacht?

        • Jens 1. August 2017, 07:39

          Ja!

          Außer Gehalt spielen hier aber auch Zugang zu Forschungsgeldern und -feldern, Aufstiegsmöglichkeiten etc. eine nicht unerhebliche Rolle.

          • Logos 1. August 2017, 12:52

            ich:[…händeringend gesuchten Hochqualifizierten im Vergleich zum Ausland einfach abartig niedrig sind? Und könnte das wiederum neoliberalen Lohndumpingforderungen geschuldet sein?
            Schon mal darüber nachgedacht?…]
            Ja!
            Das freut mich außerordentlich. Und welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Wäre nicht die logisch/vernünftliche Folge, anstatt mehr hochqualifizierte Personen aus dem Ausland (die dann dort genauso fehlen wie hier die deutschen ) hier zu Dumpinglöhnen arbeiten zu lassen, was infolge des steigen Lohndrucks nach unten zu noch mehr Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte ins Ausland führt, sich von den neoliberalen Forderungen nach „Lohnzurückhaltung“ zu verabschieden und stattdessen kräftige Lohnzuwächse zu fordern?
            Was halten Sie davon?

            Außer Gehalt spielen hier aber auch Zugang zu Forschungsgeldern und -feldern, Aufstiegsmöglichkeiten etc. eine nicht unerhebliche Rolle.
            Stimmt. Mit folgenden Einschränken bzw Ergänzungen:
            1) Die Gehaltshöhe ist der allgemein wichtigste Faktor.
            2) Die in der Forschung arbeitenden Hochqualifizierten stellen nur eine Minderheit.
            3) Auch und gerade in der Forschung zeigen sich die negativen Folgen einer irren Ideologie namens Neoliberalismus (nicht Ordo) – es werden „Dank“ neoliberalem Wahnsinns überwiegend nur noch solche Projekte gefölrdert, die unmittelbar wirtschaftlich verwertbar sind. Grundlagenforschung tritt infolge des asozialen Neoliberalismus immer mehr in den Hintergrund.
            4) Warum die Aufstiegschancen im Ausland nun soviel besser sein sollen als hier, erschließt sich nicht.

            Wäre es womöglich eine gute Idee, die Ideologie namens Neoliberalismus als desaströs gescheiterstes Projekt auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen und den Kapitalismus endlich einmal optimal und zum Nutzen der gesammten Gesellschaft zu steuern? Was meinen Sie?

  • popper 30. Juli 2017, 18:56

    Wissen Sie, Pietsch, was an ihnen so kollosal nervt? Ihre ständigen Redundanzen. Obwohl ihre manischen Versuche, zu allem etwas sagen zu wollen, dann schnurstracks im sprüchwörtlich Kleinkarìerten versinkt, kleben Sie an ihren überkommenen Überzeugungen. Es ist schon eine enorme Leistung, vom Diesegate auf den Bürgermeister von Würselen zu schrumpfen. Stets nach dem Motto, von allem etwas, aber ja keine Vertiefung ins Wesentliche. Die Überschrift lädt ein und der Inhalt verfehlt das Thema. Ist Aufhänger für die ewige Wiederkehr des Gleichen. Ihre Plattitüden, die man in einschlägigen Gezetten viel besser aufbereitet findet, sind dann auch derart abgedrosches Nachgeplappere des Mainstreams, dass sie nur als überflüssig empfunden werden muss. Wie bei schlechten Romanen, bedienen Sie sich immer derselben Dramaturgie. Anstatt in das Thema einzusteigen, benutzen Sie es permanent als Einstieg in eine beschränkte Weltsicht. Das ist uninteressant und endet in kurzer Zeit im abseitigen Streit um Kaisers alte Bärte.

    • Logos 31. Juli 2017, 14:31

      Erzänzend zu Ihren Ausführungen, die ich so nur unterscheiben kann [1], zum Stichwort „Überzeugungen“:

      „Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.“
      – Friedrich Nietzsche

      „Der Feind der Eliten ist die Wahrheit. Nur durch permanente Manipulation der Massen ist ihr System überhaupt stabil. In einem dichten Netzwerk, bestehend aus Runden-Tischen, Stiftungen, Think-Tanks oder „Bildungs­ein­richtungen“, bilden sie immerzu die nächste Generation gehirn­gewaschener Über­zeugungs­täter heran.“
      – Dirk Pohlmann

      [1] In der Tat sind die Verfehlungen des Themas geradezu absurd:
      über völlig deplatzierte Einlassungen zu deutschen Solarherstellern über vermeintlich neue Technologien, obwohl es Automobile mit Elektromotor sogar vor jenen mit Verbrennungsmotor gab.

      Herr Pietsch, wäre ihr Artikel eine Deutsch-Klausur,
      so würde das vernichtende Urteil lauten:
      Thema verfehlt. Setzen. SECHS!

  • Kirkd 30. Juli 2017, 20:28

    Bleibt nur noch hinzuzufügen, dass auch ständige moralisierende Lamentos typisch deutsch sind und noch nie zu einer erfolgreichen Unternehmensgründung geführt haben.

  • Stargast 30. Juli 2017, 21:03

    Übrigens war Sasses Kritik an den deutschen Zuständen nicht mal so falsch. Leider hat er diese Kritik anhand falscher Beispiele zu untermauern versucht. Denn es sind gerade nicht die Modethemen (EAuto etc.) die das Versagen der deutschen Führungskräfte dokumentieren.
    Es ist die Unfähigkeit der deutschen Führungskräfte (oder auch einer amerikanischen wie Musk) tatsächliche Visionen zu formulieren und zu implementieren. Deshalb tritt der Westen ziemlich borniert auf der Stelle und kann quasi kein einziges aktuelles Problem analysieren und/oder auch nur angehen.
    Und das beginnt bereits bei solch banalen Sachen wie dem Austausch eines ständig versagenden Bundeskanzlers.
    Wir haben in den Führungsetagen lauter Totalversager sitzen. Und die Totalversager selektieren natürlich untergebene Schleimer in die nachfolgenden Hierarchiestufen. So verkrebst dann schließlich ein ganzes System und die ganze seit Jahren unerledigte Arbeit bleibt liegen.

  • Marc 31. Juli 2017, 09:10

    Der Unternehmer ist das absolut Geilste, das auf unserem kleinen, um die Sonne eiernden Erdklumpen, rumkreuchen und fleuchen darf. Ich danke Trump dafür, dass er dieser offensichtlichste aller Offensichtlichkeiten in jedem einzelnen seiner Tweets einen unerschütterlichen Beweis hinzufügt, auf dass das tumbe Volk niemals nie in die Nähe der Versuchung gerät, andere Götter anzubeten!
    – Psalm 45 POTUS

  • Logos 31. Juli 2017, 13:34

    Pietsch spricht Menschen die Existenzberechtigung ab!
    Sie glaubens nicht? Dann lesen Sie nochmals ganz genau:

    ein Unternehmen, das seit Generationen Verluste erbringt, hat keine Existenzberechtigung. Und seine Mitarbeiter auch nicht.

    • Stefan Sasse 31. Juli 2017, 14:45

      Meine Güte, krieg dich mal ein. Es ist völlig offensichtlich, dass er die Arbeitsplätze meint. Das ist echt unerträglich langsam.

      • Logos 31. Juli 2017, 14:57

        Sollte man nicht von jemandem, der schon so viele Artikel geschrieben hat wie Pietsch, zu Recht erwarten können, sich hinreichend korrekt artikulieren zu können? Wenn er nicht einmal das schafft, was soll man dann auf den Rest geben?

        Meintwegen finden Sie meine Anmerkung unerträglich. Wissen Sie was ich unerträglich finde? Dass Pietsch mehrfach und wiederholt komplette Kommentare löscht – auf einem Blog, welches „liberal“ für sich in Anspruch nimmt – und Sie trotz mehrfacher Mitteilungen kein Lebenszeichen von sich geben und keine dazu Stellung nehmen. Das dürfte objektiv ungleich unerträglicher sein. Juckt Sie das? Augenscheinlich nicht. Warum sollte es umgekehrt anders sein?
        Und jetzt? Hüllen Sie sich wieder in Schweigen, so wie Sie es fast immer vorziehen, wenn Sie Erwiderungen auf Ihre Kommentare erhalten?

        Offen gestanden möchte ich mich von so jemandem, der solche Zensur sehenden Auges zulässt, nicht duzen lassen, zumal ich einiges älter bin als Sie.

      • Rauschi 1. August 2017, 06:41

        Jemand, der durch solche Formulierungen schon mehrfach aufgefallen ist (ich erninnere mich an die Aussage, diese Coutchpotatos wären wertlos), was er erst auf Nachfrage in [aus finanztechnischer Sicht betrachtet] einschränkte, der sollte auf seine Formulierungen achten. Jemand, der vermeintliche Rechtschreibfehler korrigiert (ich habe auf der schweizer Tastatur kein ß [geht nur über den Asci Code], der aber auf jeden Fall.

        Gruss Rauschi

        • In Dubio 1. August 2017, 07:14

          Wenn jemand meint, ich würde Menschen als wertlos empfinden – meinetwegen. Mich darüber aufzuregen, würde bedeuten, dass mich die Ansicht desjenigen etwas schert. Und wenn Sie Spitzen verteilen, selbst im gleichen Zug keine abkönnen, my god.

          • Rauschi 1. August 2017, 10:48

            Mich darüber aufzuregen, würde bedeuten, dass mich die Ansicht desjenigen etwas schert.
            Warum zensieren Sie dann, wenn es Sie nicht schert? Es liegt also am geneigten Leser, Ihre Aussagen misszuverstehen, bei Ihnen ist kein Fehler in der Formulierung, na dann will ich nichts gesagt haben.
            Wie war das, mit sich selbst ändern, netter Kalenderspruch, mehr nicht?
            Ich habe Sie niemals so beleidigt, wie Sie das umgekehrt gemacht haben, also, der richtige Ansprechpartner ist in Ihrem Spiegel zu finden.
            Als ich meinte, ich hätte eine Idee für ein Verfahren, waren Sie der Erste, der meinte, ich wäre dazu weder fachlich in der Lage noch fähig, unternehmerisch tätig zu sein (woher auch immer Sie solche Erkenntniss nehmen, oder haben Sie den Erfolg aller Neuerung voraus gesehen?). Jeder darf trail and error machen, ausser Linke, bei denen ist die Marktzugangsbeschränkung gut begründet?
            Nichtmal innerhalb Ihrer eigenen Argumentation sind Sie stringent, entweder fordern Sie das für alle, die so ein Risiko eingehen wollen, oder für keinen, Rosinenpicken geht nicht.

            Gruss Rauschi

            • In Dubio 1. August 2017, 11:30

              Ich zensiere eine bestimmte Person, weil es in niemanden Interesse ist, dass das Forum vermüllt wird. Angesichts dessen, wieviel ich stehen lasse, können Sie ablesen, dass es mich nicht juckt. Ein Pseudonym soll mich beleidigen? Nicht ernsthaft.

              Ich habe Sie niemals so beleidigt, wie Sie das umgekehrt gemacht haben

              Tatsächlich nicht? Sie sehen ja schon eine Beleidigung, wenn man anderer Ansicht ist. Ihre letzte Auflistung war tatsächlich eine Beleidigung, ein Zeichen, dass Sie sich schon beleidigt fühlen, wenn man nichts sagt.

              Jeder darf trail and error machen

              Darf ich Sie der Vollständigkeit halber darauf hinweisen, dass es Trial heißt?

              Ich habe kritisiert, dass Sie von sich behaupten, gute Ideen zu haben, nur jemanden benötigen, der sie für Sie umsetzt (überspitzt formuliert). Das ist nicht exakt das, was ich meine. Wie hoch müssten Sie eigentlich Leute schätzen, die selbständig etwas umsetzen, mit allen Risiken? Ich kann über mich sagen, dass ich sehr viele Risiken eingehe, ich riskiere meinen Job für Prinzipien und deren Durchsetzung, ich arbeite in nicht gesicherten Positionen. Ich habe teilweise selbständig und auf eigene Rechnung gearbeitet, ich riskiere es, es mir mit Belegschaft, Geschäftsführern und Eigentümern zu verscherzen. Ich gehe in Risikogebiete, ich habe mich in der jüngeren Vergangenheit mit Gewaltbereiten angelegt. Ja, ich bin risikoorientiert.

              • Rauschi 1. August 2017, 12:46

                Ich habe kritisiert, dass Sie von sich behaupten, gute Ideen zu haben, nur jemanden benötigen, der sie für Sie umsetzt (überspitzt formuliert). Wie hoch müssten Sie eigentlich Leute schätzen, die selbständig etwas umsetzen, mit allen Risiken?

                Da sehe ich wieder, das Sie entweder nicht lesen, was ich schreibe oder es nciht verstehen. Ich wollte das schon selber machen, es braucht nur eine technische Berechnung, die ich nicht machen kann. Ich arbeite aber immer noch daran. Nur meinten Sie, ich sollte nicht Unternehmer werden, also haben Sie den Teil offensichtlich doch verstanden. Was ist denn nun, dürfen alle, oder keiner oder nur Neoliberale oder wer?
                Aber gegen so einen Riskoguru wie Sie kann ich natürlich nicht anstinken.
                Nur, Riskio einzugehen und eigene Ideen (also nicht erlernte Techniken) zu haben, dazwischen liegen Welten. Sie sind auch kein Unternehmer nach Schumpeter Definition, ganz egal, wekches Risko Sie eingehen, weil das Neue schlicht fehlt, oder haben Sie Erfindungen gemacht?

                Gruss Rauschi

                • In Dubio 1. August 2017, 12:50

                  Sie sind auch kein Unternehmer nach Schumpeter Definition,

                  Korrekt, behaupte ich aber auch nicht. Nur, ich weiß dass es solche Leute essentiell braucht. In einer Marktwirtschaft benötige ich weder Beamte noch Arbeitnehmer, aber ich brauche Unternehmer. Alles andere lässt sich auch ohne Beamtenstatus und ohne Arbeitsverträge regeln. Und das ist der fundamentale Unterschied zwischen mir und allem, was ich auch nur annähernd als „links“ bezeichne“.

                  • Rauschi 1. August 2017, 13:25

                    In einer Marktwirtschaft benötige ich weder Beamte noch Arbeitnehmer, aber ich brauche Unternehmer.
                    Der Schumpeterunternehmer oder jeder andere muss also immer ein Ein-Mann Betrieb sein? Sie schreiben, die meisten Deutschen wissen nicht, wie Unternehmen funktionieren und dann sowas?
                    Alles andere lässt sich auch ohne Beamtenstatus und ohne Arbeitsverträge regeln.
                    Weil die einen Vertrag haben, sind das auf einmal keine Angestellen oder Arbeitnehmer mehr? Weil ja alle Unternehmen sich immer an alle Abmachungen halten, die nicht auf dem Papier stehen, stimmt, wie konnte ich dieses Offensichtliche vergessen? Die Arbeiterbewegung war ja auch vollkommen überflüssig, weil es niemals Misstände gab und Rechte erkämpft werden mussten?
                    Nein, wir drehen alles wieder in die vordigitale Zeit zurück und fordern gleichzeitig von anderen etwas, das wir selbst nicht leisten (Unternehmer mit Erfindung zu werden).
                    Seltsam, sehr seltsam.

                    Gruss Rauschi

                    • In Dubio 1. August 2017, 13:38

                      Der Schumpeter-Unternehmer oder jeder andere muss also immer ein Ein-Mann Betrieb sein?

                      Muss nicht, kann. Sehen Sie, Sie interessieren sich doch für Mathematik. In mathematischen Modellen gibt es Parameter und Variable. Arbeitnehmer sind in einer Marktwirtschaft Variable, Unternehmer nicht. Das muss Ihnen aus sozialen Gründen nicht gefallen, aber es lässt sich kaum widerlegen. Ja, nicht jeder ist zum Unternehmer geeignet. Was allerdings auch nicht bedeutet, dass jemand deshalb angestellt mit sicherem Kündigungsschutz sein muss. Wir tun dies aus sozialen Gründen. Aber das haben viele völlig vergessen, sie ehren den Arbeitnehmer und verachten den Unternehmer.

                    • Marc 1. August 2017, 14:10

                      Muss nicht, kann. Sehen Sie, Sie interessieren sich doch für Mathematik. In mathematischen Modellen gibt es Parameter und Variable. Arbeitnehmer sind in einer Marktwirtschaft Variable, Unternehmer nicht.

                      Auf welche ökonomischen Modelle der Marktwirtschaft beziehen sie sich? Auf Beschäftigungsmodelle?

                    • Rauschi 1. August 2017, 14:32

                      Arbeitnehmer sind in einer Marktwirtschaft Variable, Unternehmer nicht. Das muss Ihnen aus sozialen Gründen nicht gefallen, aber es lässt sich kaum widerlegen.

                      Das zeigt doch das ganze asoziale Wesen Ihrer Marktwirtschaft, die ist Selbstzweck und deswegen kann und darf die Menschen zu Variablen disqualifieren, bis auf die „Sonderspezies“ Unternehmer?
                      Irre, einfach Irre, wir elimieren alle Variablen in der Gleichung und schon haben wir die perfekte Wirtschaft, aber die Menschen sind ausgestorben, so ein Ärger, wohl Kollateralschaden? Nur funktioniert Ihre tolle Wirtschft nur mit Unternehmen eben auch nicht, weil auch das tollste Produkt einen Abnehmer braucht, der die Gewinne bezahlt. Mangels Variablen, die das kaufen, wird das nichts, oder verkaufen die Unternehmen sich das alles im Kreis?

                      Aber das haben viele völlig vergessen, sie ehren den Arbeitnehmer und verachten den Unternehmer.
                      Ich mache das? Wo? Ich habe nicht automatisch Respekt vor Unternehmern, nur weil die welche sind. Differenzierung, auch ein Teil der Mathematik. Das bedeutet aber keinesfalls den Umkehrschluss, das ich diese verachte, wie Sie alle Arbeitnehmer, als ob die meisten von diesen Zuständen: [Was allerdings auch nicht bedeutet, dass jemand deshalb angestellt mit sicherem Kündigungsschutz sein muss. ] nicht nur träumen können. Die Arbeitnehmerrechte wollen Sie ja auch gerne abschaffen, da bleibt nur zu hoffen, das diese Einstellungen kein Konsens der FDP ist oder noch besser, das es für die Regierung nicht reicht.

                      Der Schumpeter-Unternehmer oder jeder andere muss also immer ein Ein-Mann Betrieb sein?
                      Muss nicht, kann.

                      Der soll aber dann zu einem prägenden Unternehmen werden, deren fehlen Sie beklagen. Ich vermute, das ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern unmöglich.

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 1. August 2017, 14:41

                      Der soll aber dann zu einem prägenden Unternehmen werden, deren fehlen Sie beklagen. Ich vermute, das ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern unmöglich.

                      Tatsächlich? Ich sagte doch, Größe ist nicht alles. Sagt Ihnen das Cloud-System etwas? Wissen Sie, dass IBM und HP schon vor Jahren begonnen haben, ihre Belegschaft danach zu sortieren. Bis auf Grundfunktionen wie F&E, Finanzen, Vertrieb werden die meisten Aufgaben outgesourct. Assoziierte Unternehmen, Freelancer und Experten können sich um Aufträge bewerben, die projektbezogen oder zeitlich begrenzt vergeben werden. So schrumpfen die Stammbelegschaften erheblich, ebenso der direkt zurechenbare Umsatz. Ist nur eine Spinnerei eines Neoliberalen, erstaunlicherweise aber inzwischen schon sehr verbreitet. Wir erleben in der Wirtschaft gerade eine neue Outsoucing-Welle.

                      Anscheinend mögen die Leute wieder die FDP. Seit Wochen ist der Trend der Freund der Liberalen. Vielleicht versuchen Sie es mal mit beten statt mit bloggen? 😉

                    • Logos 1. August 2017, 15:01

                      Eine extrem unangenehme Frage an Pietsch:
                      In einer Marktwirtschaft benötige ich weder Beamte noch Arbeitnehmer, aber ich brauche Unternehmer.
                      Wenn abhängig Beschäftigte in einer Marktwirtschaft gar nicht benötigt werden, warum beschäftigen dann die meisten Unternehmer doch Arbeitskräfte? Sind die meisten Unternehmer zu blöd, um zu erkennen, wie unnötig das ist? Aber laut Schumpeter sind Unternehmer ganz intelligente, smarte und kreative Personen. Wie passt das zusammen? Wieso machen die allermeisten Unternehmer etwas, von dem diese aufgrund ihrer Intelligenz und herausragenden Größe eigentlich wissen müssten, dass es unnötig ist?

                      Wenn Schumpeter und Pietsch recht hätten, müsste die Welt doch aus lauter Ein-Mann-Unternehmen bestehen. Da dem offensichtlich nicht so ist, muss mind einer Unrecht haben. Tatsächlich sind es beide.

                    • Rauschi 1. August 2017, 15:05

                      Tatsächlich? Ich sagte doch, Größe ist nicht alles. Sagt Ihnen das Cloud-System etwas? Wissen Sie, dass IBM und HP schon vor Jahren begonnen haben, ihre Belegschaft danach zu sortieren.

                      Das werden dadurch Ein-Mann Betriebe? Sind externe Mitarbeiter keine Mitarbeiter mehr? Es geht um die Entstehung, da kann eine echte Ein-Mann Klitsche zu weltweit führenden Unternehmen werden, so ganz ohne Mitarbeiter, ob extern oder intern?

                      Wie war die Antwort auf :
                      [Das zeigt doch das ganze asoziale Wesen Ihrer Marktwirtschaft, die ist Selbstzweck und deswegen kann und darf die Menschen zu Variablen disqualifieren, bis auf die „Sonderspezies“ Unternehmer?]

                      [Nur funktioniert Ihre tolle Wirtschft nur mit Unternehmen eben auch nicht, weil auch das tollste Produkt einen Abnehmer braucht, der die Gewinne bezahlt. Mangels Variablen, die das kaufen, wird das nichts, oder verkaufen die Unternehmen sich das alles im Kreis?]

                      Vielleicht versuchen Sie es mal mit beten statt mit bloggen?
                      Meinen Sie ernsthaft, Sie können mit Ihren Thesen jemanden von der FDP überzeugen, der nicht schon neoliberal geprägt ist? Ich mache Werbung für die Gegenseite, wir werden sehen, wer erfolgreicher ist.

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 1. August 2017, 18:51

                      Sind externe Mitarbeiter keine Mitarbeiter mehr?

                      Arbeitsrechtlich und sozialrechtlich ist da ein himmelweiter Unterschied. Ich glaube aber, Sie sind auf dem falschen Trip: Theoretisch ist eine Marktwirtschaft ohne Arbeitnehmer denkbar, nicht jedoch ohne Unternehmer. Denn eine Marktwirtschaft sieht nicht zwingend große Unternehmen oder Konzerne vor. Ja, aus Gründend der Arbeitsteilung mögen sie manchmal sinnvoll sein, das bekämpfe ich gar nicht. Nur, nochmal, in unserem System ist der Unternehmer essentiell.

                      Sie werden staunen: mir geht es nicht darum, Wähler für die FDP zu gewinnen. Warum?

                    • Logos 1. August 2017, 15:38

                      auf Pietsch in http://www.deliberationdaily.de/2017/07/der-fette-dino-in-uns/?replytocom=56047#comment-56060:
                      Anscheinend mögen die Leute wieder die FDP.
                      Schon mal was vom „kleineren Übel“ gehört, welches für Viele die Wahlmaxime ist? Mit „mögen“ hat das rein gar nichts zu tun.

                      Seit Wochen ist der Trend der Freund der Liberalen.
                      „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.“
                      – Bertolt Brecht

                    • Rauschi 1. August 2017, 19:56

                      Theoretisch ist eine Marktwirtschaft ohne Arbeitnehmer denkbar, nicht jedoch ohne Unternehmer.
                      Wofür war die Wirtschaft da, ist die reiner Selbstzweck, oder warum sollte ich mir so einen dumme Theorie ansehen? Ist diese Marktwirtschaft ohne Kunden denkbar? Herr Flassbeck hat mal treffend ausgedrückt: Die Industriestaaten waren deswegen so erfolgreich, weil die Mitarbeiter der Unternehmen ganz zuverlässig die Waren der Unternehmen (nicht der eigenen) gekauft haben. Oder sollen nur die ohnehin Reichen die Waren kaufen, so wie beim Luxustischler? Dann viel Spass in Ihrer Theorie, die so ohne Kunden und Mitarbeiter auskommt, weil sich die Unternehmen alles im Kreis verkaufen können.

                      Nur, nochmal, in unserem System ist der Unternehmer essentiell.
                      In unserem System ist zu aller erst der Mensch essentiel und erst dann Unternehmen, wenn Sie die Menschen mit Waren und Dienstleistungen versorgen und dafür die Löhne bezahlen. Aber ich vergass, in Zusammenhängen zu denken, das lernt man ja nur in dem Laberfach Volkswirtschaft.

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 2. August 2017, 07:47

                      Wofür war die Wirtschaft da, ist die reiner Selbstzweck, oder warum sollte ich mir so einen dumme Theorie ansehen?

                      Das habe ich allein Ihnen ungefähr 3 mal geschrieben, Sie fangen wieder Ihre Spielchen an.

                      Ist diese Marktwirtschaft ohne Kunden denkbar? Herr Flassbeck hat mal treffend ausgedrückt:

                      Auch hier beginnen Sie Ihre eingeübten Kreisel. Und was ein Herr Flassbeck sagt, interessiert mich auch nicht wahnsinnig. Ein Outlaw hat nicht immer recht, eher selten.

                      Aber ich vergaß, in Zusammenhängen zu denken, das lernt man ja nur in dem Laberfach Volkswirtschaft.

                      Ja, auch vom Studium haben Sie keine Ahnung. Zumindest vor Bologna bestand das VWL-Studium zu 30-40 Prozent aus BWL-Themen und die BWL zu 30-40 Prozent aus VWL-Sachen. Und so habe ich zu erkennen gegeben, mehr als Laienwissen über die Finanzwissenschaft zu haben. Die ist aber ein Teil der VWL und nicht der BWL, anders als die Steuerlehre (auch ein Studienfach von mir). Alte Indianerweisheit: Wer angreift muss ein bisschen sattelfest sein, sonst wird er vom Pferd geschossen.

                    • In Dubio 2. August 2017, 07:52

                      Ach so, nach Ihren Maßstäben war Aber ich vergaß, in Zusammenhängen zu denken, das lernt man ja nur in dem Laberfach Volkswirtschaft. eine Beleidigung. Wie sieht es mit einer Entschuldigung aus? 😉

                    • Rauschi 2. August 2017, 08:14

                      Auch hier beginnen Sie Ihre eingeübten Kreisel. Und was ein Herr Flassbeck sagt, interessiert mich auch nicht wahnsinnig. Ein Outlaw hat nicht immer recht, eher selten.
                      Anstatt einer Antwort behagt Ihnen der Ökonom, der eine Aussage gemacht hat nicht? Bezeichnend, sehr bezeichnend. Können Sie das irgendwie widerlegen, so mit Zahlen und Fakten und nicht einer wirren Theorie, die ohne Menschen auskommt, es sei denn, die sind Unternehmer? Es gibt auch Theorien, nach denen es unendlich viele Wirklichkeiten gibt, soll ich die jetzt ernst nehmen, weil es theoretisch so sein könnte, es aber Null Bezug zum Leben der Menschen hier und jetzt hat?

                      Antwort wie immer = Null, zu keiner einzigen meiner inhaltlichen Fragen (z.B. Ist diese Marktwirtschaft ohne Kunden denkbar?) haben Sie auch nur einmal geantwortet, also bleiben Sie bei den Fakten. Wenn Sie meinen, Sie hätten eine beantwortet, dann bitte Link zur Antwort, sonst muss ich Ihre Aussagen mal wieder unter „fake“ abhaken.

                      Alte Indianerweisheit: Wer angreift muss ein bisschen sattelfest sein, sonst wird er vom Pferd geschossen.
                      Da kann ich nur hoffen, Ihr Aufprall war nicht zu hart, denn auch diesmal sind Sie krachend mit Ihrem Anliegen gescheitert.
                      Das einzige, das stimmt, es gibt zu wenig Schumpeter Unternehmer, aber alles andere ist Torpfostenverschiebung. Das heutige Problem ist doch vielmehr die schiere Grösse der Platzhirsche, die im Zweifelsfall dem Erfinder seine Idee abkaufen , diese aber niemals umsetzten, weil es Ihr Geschäftsmodell gefährden könnte oder direkt die Konkurrenz aufkaufen.

                      Allein schon Ihre Idee des erfolgreichen Ein-Mann Betriebes ist so realitätsfern wie es schlimmer kaum geht. Der macht die Angebote, schriebt die Rechnungen, putzt das Büro, erledigt die Post und kommt nebenbei noch dazu, seine tolle Idee umzusetzen und zu vermarkten, so ganz allein? Ach ne, vermarkten muss er ja nicht, er braucht ja auch keine Kunden, dann hat sich das erste alles erledigt, nur wofür brauchen wir den dann überhaupt? Arbeitsteilig ist die Wirtschaft, weil es schlicht sinnvoll ist, nicht weil sich das ein Linker als soziale Wohltat ausgedacht hat.

                      Zumindest vor Bologna bestand das VWL-Studium zu 30-40 Prozent aus BWL-Themen und die BWL zu 30-40 Prozent aus VWL-Sachen.
                      Trotzdem behaupten Sie immer noch, das BWL ein Laberfach ist und keinerlei Relevanz besitzt und alles aus Unternehmenssicht zu betrachten ist? Es gibt keine Wechselwirkungen, Abhängigkeiten, die nur bei der Gesamtansicht sichtbar werden, nicht aber bei Ihrem Mikroblick?

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 2. August 2017, 10:15

                      Können Sie das irgendwie widerlegen, so mit Zahlen und Fakten und nicht einer wirren Theorie, die ohne Menschen auskommt, es sei denn, die sind Unternehmer?

                      Ihre Frage war: wozu ist (Markt-) Wirtschaft da? Die Antwort, die ich Ihnen nun schon mehrmals auf diese Frage gegeben habe, lautet (und bitte schreiben Sie es sich mit, sonst vergessen Sie es im nächsten Thread): Eine Marktwirtschaft ist weder für Unternehmen, noch Arbeitnehmer da. Der einzige Sinn und Zweck besteht darin, die Konsumenten mit hochwertigen Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen.

                      Haben Sie das? Diese Antwort mag Ihnen nicht behagen, Sie ist aber die einzige, die Sie auf diese Frage von mir bekommen werden. Vor 3 Monaten, heute, in 1 Jahr. Ihre Konsumenten können Geld auch als Putzfrau oder Müllmann verdienen, wenn sie pro Auftrag, pro Arbeitstag geheuert werden ohne in einem Arbeitsverhältnis zu stehen. Das mag Ihnen nicht sozial erscheinen, das mögen Sie sonst nicht für akzeptabel halten, aber es ist eine mögliche Organisationsform. Auf die Art könnten Sie selbst große Unternehmen organisieren, wie erwähnt sind einige Weltkonzerne bereits auf diesem Weg. Und nun erzählen Sie mir umgekehrt, wie eine Marktwirtschaft ohne Unternehmer funktionieren soll. Wenn Sie das nicht können, ist meine Aussage von ganz weit oben belegt. Und Sie haben ja gesagt, dass Schumpeter Unternehmer notwendig sind. Auch Freelancer sind Unternehmer, allerdings nicht im Schumpeter’schen Sinne. Von daher sind wir doch eins, oder?

                      Das heutige Problem ist doch vielmehr die schiere Größe der Platzhirsche, die im Zweifelsfall dem Erfinder seine Idee abkaufen , diese aber niemals umsetzten, weil es Ihr Geschäftsmodell gefährden könnte oder direkt die Konkurrenz aufkaufen.

                      So, nun zeigen Sie doch bitte, wie das bei Nokia, Blackberry und AEG gelungen ist.

                      Im Schnitt werden BWL weit besser bezahlt als VWLer. Und sie haben die besseren Jobchancen. Weil am Ende nämlich Substanz zählt. Übrigens: nur Ahnungslose setzen die Mikroökonomie mit ihrer Marktlehre mit der BWL gleich und ordnen sie dieser zu.

                    • Rauschi 2. August 2017, 11:59

                      Übrigens: nur Ahnungslose setzen die Mikroökonomie mit ihrer Marktlehre mit der BWL gleich und ordnen sie dieser zu.
                      Haben Sie nicht genau das mehrfach gemacht?
                      [ Zum wiederholten Male muss dieser Versuch als gescheitert gesehen werden und nicht umsonst gilt die Makroökonomie als das, was Schüler als „Laberfächer“ kennen.]
                      http://www.deliberationdaily.de/2017/06/die-spd-der-solidaritaetszuschlag-und-die-fiskalische-kompetenzluecke/#more-3180
                      Manche Dinge könnten nur auf Unternehmenssicht richtig beurteilt werden?

                      Eine Marktwirtschaft ist weder für Unternehmen, noch Arbeitnehmer da. Der einzige Sinn und Zweck besteht darin, die Konsumenten mit hochwertigen Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen.

                      Habe ich das nicht geschrieben, die ist für den Menschen da und was war Ihre Antwort?
                      [Theoretisch ist eine Marktwirtschaft ohne Arbeitnehmer denkbar, nicht jedoch ohne Unternehmer. ]

                      Meine Frage, ob die auch ohne Kunden denkbar ist, lassen Sie wieder offen.

                      Ihre Konsumenten können Geld auch als Putzfrau oder Müllmann verdienen, wenn sie pro Auftrag, pro Arbeitstag geheuert werden ohne in einem Arbeitsverhältnis zu stehen.
                      Meine Konsumenten? Die brauche ich, aber der Unternehmer nicht? Scheint sein Unternehmen als Hobby zu betreiben und braucht immer noch keine Konsumenten?
                      Spassig, jeder Haushalt bezahlt den Müllmann für die Leerung, und das wollen Sie als Fortschritt verkaufen? Woher haben nochmal die Haushalte ihr Geld, die räumen dann die Wohnungen der Müllmänner auf oder sind freelancer? Das machen die meisten aus Verzweiflung, haben Sie das nicht selbst geschrieben, aber das sollte der Normalfall werden?
                      Woher bitte soll die Kaufkraft kommen, oder sollen die Putzfrauen demnächst den Porsche kaufen? Die bezahlen dann aber genug Steuern, um die Schulen und die Infrastruktur zu bezahlen, oder wollen das dann die Unternehmer machen? Wer bildet die Ärzte aus und die Krankenschwestern und die Lehrer, sollen die nebenbei auch als Müllmann arbeiten und alles andere sind Freelancer? Super Idee, das machen einige grosse tatsächlich schon so, aber so kann eine Wirtschaft langfristig nicht funktionieren, weil keiner mehr in der Lage ist, die notwendigen Aufgaben zu bezahlen und die normalen Unternehmen leider auch keine Kunden mehr haben. Pech gehabt?
                      Wir brauchen keine Verträge, so ein unnützer Ballast, die Unternehmen halten sich ja immer freiwillig an alle Abmachungen, wofür nochmal brauchen wir Anwälte?

                      Und nun erzählen Sie mir umgekehrt, wie eine Marktwirtschaft ohne Unternehmer funktionieren soll.
                      Habe ich das behauptet? Warum soll ich so eine dumme Aussage belegen?
                      Sie haben behauptet, nur Unternehmen braucht eine Marktwirtschaft, so einfach ohne Einschränkung, die brauchen weder Infrastruktur, obwohl sie das in der nächsten Antwort wieder als natürliche Voraussetzung sehen, noch Kunden, die machen das aus Spass an der Freud.
                      Sie wollen die Rechte, die sich Arbeitnehmer in harten Kämpfen erstritten haben, einfach so wieder weg wischen und das soll irgendjemand als Fortschritt sehen?

                      So, nun zeigen Sie doch bitte, wie das bei Nokia, Blackberry und AEG gelungen ist.
                      Das kann ich Ihnen ganz aktuell zeigen, es gibt eine gute Studie dazu:
                      [Denn anhand der Patente stellen sie fest, dass die Branchen mit den stärksten Konzentrationstendenzen auch die innovationsstärksten zu sein scheinen. Uneingeschränkt positiv wollen sie das allerdings auch nicht werten: „Man könnte auch die Sorge haben, dass diese Patente dazu dienen, Innovation zu hemmen und Monopole abzusichern“, geben sie zu bedenken.]
                      weiter
                      [Die Entwicklung zu einer digitalen Wirtschaft bewirkt, dass die Chancen zur Errichtung einer globalen Marktdominanz immer besser werden, was Gewinne in vorher nie da gewesenem Ausmaß ermöglicht“, bestätigt der Schweizer Ökonom Matthias Binswanger diese Analyse in einem Gastbeitrag in Die Zeit. Exorbitante 335 000 Dollar je Mitarbeiter betrage der Gewinn von Google. Es trete damit auf Dauer das Gegenteil dessen ein, was man in naiver Betrachtung vermuten könnte, dass nämlich zunehmende Markttransparenz durch das Internet den Wettbewerb intensivieren würde. Das mag zwar am Anfang so sein, aber wenn es einmal einen oder wenige führende Anbieter in einem Markt gibt, dann ändert es sich. Netzwerkeffekte und ausgeprägte Effizienzvorteile der Massenproduktion lassen den Wettbewerbsdruck für den führenden Anbieter immer schwächer werden.]
                      Quelle: http://norberthaering.de/de/27-german/news/867-lohnquote
                      Doch, eine sinnvolle Entwicklung, das sollten die Europäer sich zum Vorbild nehmen, oder nicht?
                      Ist das Ihre Vorstellung, wie eine Marktwirtschaft funktionieren sollte?

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 2. August 2017, 13:53

                      Übrigens: nur Ahnungslose setzen die Mikroökonomie mit ihrer Marktlehre mit der BWL gleich und ordnen sie dieser zu.
                      Haben Sie nicht genau das mehrfach gemacht?
                      [ Zum wiederholten Male muss dieser Versuch als gescheitert gesehen werden und nicht umsonst gilt die Makroökonomie als das, was Schüler als „Laberfächer“ kennen.]

                      Okay, Sie haben ein letztes Mal Kredit, weil Sie nicht vom Fach sind: Die Volkswirtschaftslehre ruht auf den drei Säulen Makroökonomie, Mikroökonomie und Finanzwissenschaft (die Lehre von der Finanzierung der Staatstätigkeit). Setzen Sie das in Bezug zu meiner Aussage. Makroökonomie ist nur ein Ausschnitt der Volkswirtschaftslehre. Machen Sie nicht den gleichen Fehler und dazu noch dauerhaft, wie ihr Freund, den Sie herbeigebracht haben.

                      Meine Frage, ob die auch ohne Kunden denkbar ist, lassen Sie wieder offen.

                      Und wieder muss ich Ihnen sagen: was verstehen Sie an meinen Texten nicht?
                      Der einzige Sinn und Zweck besteht darin, die Konsumenten mit hochwertigen Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen.
                      Ich kann es leider nicht noch superfett drucken.

                      Woher bitte soll die Kaufkraft kommen

                      Nein, nein, nein. Wir hatten diese Debatte einmal, Sie kennen alle meine Antworten auf die immer wieder gleichen Fragen von Ihnen. Intelligenz bedeutet eigentlich, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und daraus neue Handlungen abzuleiten. Ich fahre nicht mit Ihnen Karussell. Auch das mehrfach geschrieben. Punkt, Ende der Debatte und wenn Sie noch so lange Absätze schreiben.

                      Sie wollen die Rechte, die sich Arbeitnehmer in harten Kämpfen erstritten haben, einfach so wieder weg wischen und das soll irgendjemand als Fortschritt sehen?

                      Ich sehe es nicht als zwingenden Fortschritt, wenn ich als Unternehmen über eine Stunde eine Debatte darüber führe, ob Mitarbeiter ihre Fehlzeiten in einem allgemeinen Zeiterfassungstool eintragen. Das ist etwas für Fetischisten und S/M-Sozialisten.

                      Denn anhand der Patente stellen sie fest, dass die Branchen mit den stärksten Konzentrationstendenzen auch die innovationsstärksten zu sein scheinen.

                      Sehr witzig. Denken Sie bitte einen Moment ohne ideologische Scheuklappen nach, warum das so ist. Hm? Wenn ich wirklich etwas völlig Neuartiges entwickelt habe, bedeutet dies, der erste mit größerem Vorsprung auf dem Markt zu sein. Natürlich war Apple mit iTunes, einem Geschäft, wo sich die großen Musiklabels die Zähne ausgebissen und darauf verzichtet haben, der späteren Konkurrenz meilenweit voraus. Natürlich konzentrierte sich das Geschäft in den ersten Jahren nur auf iTunes. Das war mit Viagra, Kreuzfahrten oder dem A11-Prozessor nicht anders.

                    • Rauschi 2. August 2017, 15:03

                      Ich sehe es nicht als zwingenden Fortschritt, wenn ich als Unternehmen über eine Stunde eine Debatte darüber führe, ob Mitarbeiter ihre Fehlzeiten in einem allgemeinen Zeiterfassungstool eintragen. Das ist etwas für Fetischisten und S/M-Sozialisten.
                      Ach so, weil Sie eine schlechte Erfahrung gemacht haben, gehört alles in die Tonne? Wie viele Arbeitnehmer haben schlechte Erfahrungen mit mündlichen Absprachen gemacht, die zählen nicht, oder wie? Selbst bei Verträgen gibt es immer wieder Fälle, bei denen die Unternehmen sich nicht an die Vorgaben halten, aber ohne wird alles viel besser, weil was? Sie dann jeden feuern können, der nicht sofort spurt?

                      Setzen Sie das in Bezug zu meiner Aussage. Makroökonomie ist nur ein Ausschnitt der Volkswirtschaftslehre.
                      Also ist das Themenfeld:
                      [Die Makroökonomie , auch Makroökonomik, makroökonomische Theorie oder Makrotheorie, ist ein Teil der Volkswirtschaftslehre. Die Makroökonomie ist eine Wissenschaft, die sich mit dem gesamtwirtschaftlichen Verhalten der Sektoren, mit der Analyse der gesamtwirtschaftlichen Märkte und deren Zusammenhängen, befasst]
                      ein Laberfach? Dann, oh grosser weiser Meister nehme ich alles zurück, Sie denken nur in Zusammenhängen.

                      Wir hatten diese Debatte einmal, Sie kennen alle meine Antworten auf die immer wieder gleichen Fragen von Ihnen.
                      Kann das vielleicht, aber nur vielleicht, daran liegen, das ich keine Antwort bekommen habe, weil nach Ihrer Aussage gar kein Endkunde in Ihrer Betrachtung vor kommt? Auch andere Kommentatoren haben die exakt gleiche Frage, Sie scheinen das nicht beantwortet zu haben. Ich schreibe hier nun über ein Jahr und habe keine einzige Antwort dazu gelesen, weil bei Ihnen die Frage nach der Kaufkraft schlicht nicht vor kommt, die wird als gegeben voraus gesetzt
                      [Das sollten Sie langsam mitbekommen haben. Angebotsbedingungen sind lokal, Nachfragekonditionen global. Demgemäß sollte sich vernünftige Wirtschaftspolitik ausrichten.] oder
                      [Ansonsten: wenn der bayrische Kunde nicht mehr kauft, dann der aus Niedersachsen oder aus China oder Indien. Und spätestens da ist egal, wie sich die deutschen Löhne entwickeln.] oder auch
                      [Nein, das habe ich auch nicht behauptet. Es Ihr respektive Flassbecks Argument, dass die Leute verdienen müssen um zu kaufen. ] Was Sie für eine falsche Annahme halten.
                      http://www.deliberationdaily.de/2016/08/linke-wirtschaftsmythen-1-die-lohnentwicklung-praegt-inflation-und-wachstum/#comments
                      (und das bei lauter Putzfrauen und Müllmännern und schlecht verdienenden Freelancern).

                      Natürlich war Apple mit iTunes, einem Geschäft, wo sich die großen Musiklabels die Zähne ausgebissen und darauf verzichtet haben, der späteren Konkurrenz meilenweit voraus.
                      Wer hat denen das denn streitig gemacht, so mit Erfolg? Oligopole sind keine Marktwirtschaft, die besten Produkte zum besten Preis kann es nur bei möglichst grossem Wettbewerb geben, das fällt also aus und schon stimmt die Aussage:
                      [Der einzige Sinn und Zweck besteht darin, die Konsumenten mit hochwertigen Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen.]
                      nicht mehr, weil es real nicht so ist. Das mag der Sinn sein, aber die Realität zeigt, wir haben keine Marktwirtschaft.

                      Sehr witzig. Denken Sie bitte einen Moment ohne ideologische Scheuklappen nach, warum das so ist.
                      Ach so, weil ich ein Patent habe, habe ich das automatisch erfunden? Sie lesen auch nicht wirklich genau, ich habe gerade den Fall von Apple gepostet, die haben nur das Patent angemeldet, erforscht wurde das an einer Uni. Das jemand ein Patent besitzt, bedeute ja noch lange nicht, das es auch zur Anwendung kommt, auch das steht da:
                      [Man könnte auch die Sorge haben, dass diese Patente dazu dienen, Innovation zu hemmen und Monopole abzusichern“, geben sie zu bedenken.]
                      Den Rest haben Sie auch gelesen und es sträuben sich nicht alle Nackenhaare, so von wegen Wettbewerb?
                      [Das mag zwar am Anfang so sein, aber wenn es einmal einen oder wenige führende Anbieter in einem Markt gibt, dann ändert es sich. Netzwerkeffekte und ausgeprägte Effizienzvorteile der Massenproduktion lassen den Wettbewerbsdruck für den führenden Anbieter immer schwächer werden.]

                      Es hat keinen Zweck, sie schrieben über etwas, das real nicht existiert, da helfen auch die besten Fakten und Argumente nichts.

                      Gruss Rauschi

                    • In Dubio 2. August 2017, 15:43

                      Ach so, weil Sie eine schlechte Erfahrung gemacht haben, gehört alles in die Tonne?

                      Eine? Ich arbeite seit 1 1/2 Jahrzehnten mit Betriebsräten, 10-15% sind vernünftig, bewirken da aber auch nur beschränkt etwas für die Mitarbeiter. 90% sind schlimm bis Klassenkämpferstatus und schaden den Unternehmen. So den richtig idealen BR habe ich noch nicht getroffen.

                      Wie viele Arbeitnehmer haben schlechte Erfahrungen mit mündlichen Absprachen gemacht, die zählen nicht, oder wie?

                      Oh, sehr gut! In den meisten Arbeitsverträgen steht ziemlich am Ende ein Passus, dass sämtliche Absprachen der Schriftform erfordern. Wie ist das wohl zu interpretieren? Dass nur gilt, was schriftlich fixiert ist?

                      Selbst bei Verträgen gibt es immer wieder Fälle, bei denen die Unternehmen sich nicht an die Vorgaben halten, aber ohne wird alles viel besser, weil was?

                      Abgesehen davon, dass das generell für Verträge gilt (nur ein Hinweis, nach einer Kündigung machen manche Mitarbeiter die verrücktesten Sachen, die gegen den Vertrag verstoßen), so kann genau daran das Betriebsverfassungsgesetz wenig ändern.

                      ein Laberfach? Dann, oh grosser weiser Meister nehme ich alles zurück, Sie denken nur in Zusammenhängen.

                      Sie können wunderbar zitieren, echt ohne Spitze. Nur: die entscheidenden Punkte geben Sie regelmäßig falsch wieder. Ich sagte damals, dass die Makro an der Uni als Laberfach galt. Das heißt nicht, dass ich mich damit gemein mache. Könnte ich, habe ich aber nicht gesagt.

                      Kann das vielleicht, aber nur vielleicht, daran liegen, das ich keine Antwort bekommen habe, weil nach Ihrer Aussage gar kein Endkunde in Ihrer Betrachtung vor kommt?

                      Sie fragen und danach zitieren Sie meine ganzen diesbezüglichen Antworten? Wo besteht Ihr Problem? Sie waren damals mit den Antworten nicht zufrieden und Sie sind es heute nicht. Tja, so what? Sie können natürlich gerne warten, bis ich eine Antwort liefere, wo Sie selbstgefällig nicken und sagen: „Das hätte ich nicht besser formulieren können.“ Fragen Sie doch bitte am 29. Februar 2029 nach.

                      Wer hat denen das denn streitig gemacht, so mit Erfolg?

                      Sie bekommen heute alle Songs in Preislagen zwischen kostenlos bis so 1,99€ bei jedem Internetdrödler. Schauen Sie mal bei Amazon. Ups, Entschuldigung. Potenzpillen gibt es en masse. Und die Meere werden seit Jahren zugecruised. Über Wettbewerb brachen Sie sich in keinem der genannten Märkte zu beklagen.

                      Ach so, weil ich ein Patent habe, habe ich das automatisch erfunden? Sie lesen auch nicht wirklich genau, ich habe gerade den Fall von Apple gepostet, die haben nur das Patent angemeldet, erforscht wurde das an einer Uni.

                      Und? Ein Patent ist ein Eigentumsrecht. Sag‘ nicht ich, legt der Staat so fest. Ein Patentrecht kann gekauft und veräußert werden. Auch Ihre Uni hat die Patente nicht kostenlos abgetreten, sondern dafür einen Marktpreis erhalten. Aber: Deutschland hinkt bei den Patenten, die echte technologische Sprünge bedeuten, weit hinter den USA und anderen Ländern her.

                      Das jemand ein Patent besitzt, bedeute ja noch lange nicht, das es auch zur Anwendung kommt, auch das steht da:

                      Ja, der automatische Nasenbohrer mag innovativ sein. Ob jemand dafür jedoch Geld zahlt, kann man bezweifeln.

                    • Logos 2. August 2017, 15:15

                      Pietsch in Kommentar 56103:
                      Machen Sie nicht den gleichen Fehler und dazu noch dauerhaft, wie ihr Freund, den Sie herbeigebracht haben.
                      Da Pietsch schwerlich jemand anderen als mich meinen kann: da müsste Pietsch erst einmal den Beleg erbringen, dass ich in diesem Blog wenigstens einmal den Begriff Mikroökonomie in besagter Weise benutzt habe. Bis zum Erbringen dieses Beweises ist jeder gut beraten, von einer verlogenen Unterstellung auszugehen.

                      Während Pietsch sich an Begriffen, also Nebensächlichkeiten, hochzuziehen versucht, unlaufen selbigem ständig die peinlichsten inhaltlichen Fehler (Kommentare am Ende).

                      Der einzige Sinn und Zweck besteht darin, die Konsumenten mit hochwertigen Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen.
                      Pietsch, erneut fallen ihre Worte auf sie zurück:
                      Und wieder muss ich Ihnen sagen: was verstehen Sie an meinen Texten nicht?
                      Welchen Teil meiner Kommentars 56100 haben sie den nun schon wieder nicht kapiert? Außer ihnen dürften die allermeisten längst verstanden haben, dass sie versuchen, ein totes Pferd zu reiten. Ihre hanebüchene Sinn-und-Zweck-Festlegung von Marktwirtschaft mangelt es sowohl an allgemeinem Konsens wie auch an einem Minimum von Realitätsbewußtsein.
                      EPIC FAIL!

                    • In Dubio 2. August 2017, 15:47

                      Da Pietsch schwerlich jemand anderen als mich meinen kann: da müsste Pietsch erst einmal den Beleg erbringen, dass ich in diesem Blog wenigstens einmal den Begriff Mikroökonomie in besagter Weise benutzt habe.

                      19 Spektrum Makroökonomie Volkswirtschaft Mikroökonomie betriebswirtschaftliche Sichtweise wird zum allgemeinen Credo erhoben

                      Aus Ihrem „Standardwerk“. Damit ist klar, wer von uns beiden verlogen ist.

                    • Logos 2. August 2017, 17:31

                      19 Spektrum Makroökonomie Volkswirtschaft Mikroökonomie betriebswirtschaftliche Sichtweise wird zum allgemeinen Credo erhoben [1]
                      NOPE! Welchen Teil von
                      dass ich in diesem Blog wenigstens einmal den Begriff Mikroökonomie in besagter Weise benutzt habe.
                      haben sie denn nicht verstanden? Können sie nicht einmal lesen? Oder ist das pure Absicht bzw. Lesertäuschung, in der Hoffnung, dass fällt schon nicht auf?

                      Damit ist klar, wer von uns beiden verlogen ist
                      YEP: eindeutig Sie!
                      Dass sie hier haufenweise die peinlichsten inhaltlichen Fehler begehen, darüber gehen sie wieder einmal ignorant hinweg. Den Mitlesern aber dürfte nicht entgehen, dass sie unfähig sind, die ihnen entgegengebrachten inhaltlichen Widerlegungen zu entkräften.

                      [1] Bezugnehmend auf: http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/kapitalismus-und-neoliberalismus-ein-wesensmaessiger-vergleich

                    • In Dubio 2. August 2017, 17:49

                      Sie hatten dies auch schon geschrieben, als Erwiderung. Und wie hätte ich das auch zu verstehen: in Ihrem Werk, auf das Sie stolz sind, schreiben Sie Blödsinn?

                    • Rauschi 2. August 2017, 19:28

                      Und wie hätte ich das auch zu verstehen: in Ihrem Werk, auf das Sie stolz sind, schreiben Sie Blödsinn?
                      Das ist wirklich boshaft, haben Sie nicht geschrieben, wenn Teilsätze zitiert werden, werden Sie skeptisch? Das gilt erst Recht, wenn Sie nur Worte zitieren.
                      Die Übersschriften dazu lauten : Aspekt : Spektrum; Kapitalismus : Volkswirtschaft (Makro- & Mikroökonomie) ; Neoliberalismus : betriebswirtschaftliche Sichtweise wird zum allgemeinen Credo erhoben
                      http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/kapitalismus-und-neoliberalismus-ein-wesensmaessiger-vergleich
                      und das ganze gehört zur Gegenüberstellung von Kapitalismus versus Neobiberalismus, welche die Unterschiede aufzeigt.
                      Wohlwollen erwarten Sie nicht ernsthaft von jemandem, dem Sie die Aussagen im Mund rum drehen? Das ist ein ganz mieser Kommentar.

                      ziemlich wütend Rauschi

                    • Logos 2. August 2017, 21:16

                      Und wie hätte ich das auch zu verstehen: in Ihrem Werk, auf das Sie stolz sind, schreiben Sie Blödsinn?
                      Zum dritten und letzten Mal – aber diesmal als Bild, um das dicke Brett zu bohren:
                      Sie mokieren sich über EINEN Fliegenschiss (einen falschen Begriff) Andrer, während sie gleichzeitig über die Hinweise ihrer ständigen gigantischen Scheißhaufen (peinlichste inhaltliche Fehler) mit der größten Ignoranz hinweggehen. Glauben sie etwa ernsthaft, dass man dieses zum Himmel stinkende zweierlei Maß ernst nimmt? Für mich ist das ne schlechte Lachnummer – taugt bestenfalls als Treppenwitz.

                    • In Dubio 3. August 2017, 07:40

                      @Logos, Rauschi

                      Schaffen Sie beide es eigentlich, auf einen Mini-Kommentar mit nur einem Kommentar zu antworten? Zu behaupten, die Mikroökonomie sei die betriebswirtschaftliche Sicht, hat mit Kenntnis der VWL gar nichts zu tun. Und tschüss.

                  • Logos 1. August 2017, 13:44

                    Vergessen sie Schumpeter! Lesen und verinnerlichen sie Marx! Der sollte nämlich recht behalten.

                    In einer Marktwirtschaft benötige ich weder … noch Arbeitnehmer, aber ich brauche Unternehmer. Noch deutlicher hätte sie meine Feststellung, dass sie weder Marktwirtschaft und schon gar nicht Kapitalismus verstanden haben, gar nicht bestätigen können.

                    Sie sind doch angeblich Geschäftsführer. Dann entlassen sie doch alle anderen mit den Worten: ich benötige euch nicht! Warum machen sie das nicht?
                    Weil das GLATTE GEGENTEIL der Wahrheit entspricht*: jedes Unternehmen, welches kein Ein-Mann- Unternehmen ist, ist auf seine abhängig Beschäftigen zutiefst angewiesen, weil der Unternehmer eben im Regelfall (außer bei Ein-Mann- Unternehmen) UNMÖGLICH das übernehmen kann, was die Mitarbeiter leisten.

                    Und sie behaupten, sie wissen, wie Unternehmen funktionieren? Und dann so ein hanebüchener Nonsens? Ich hatte schon immer wenig von ihrer Meinung gehalten – aber augenscheinlich ist selbst das Wenige noch zuviel.

                    *Und wieder einmal haben sie ihren Status als Kontraindikator und verlässliche Antireferenz bestätigt!

                  • Logos 1. August 2017, 14:47

                    Pietsch:
                    Aber das haben viele völlig vergessen, sie ehren den Arbeitnehmer und verachten den Unternehmer.
                    Auch welche seriösen Umfragen beziehen sie sich dabei?
                    Bitte Beleg, wenn man das ernst nehmen soll.
                    Oder war das rein aus den Fingern gesogen?
                    Nichts weiter als bösartige Unterstellung?

                  • Logos 5. August 2017, 20:47

                    Zu behaupten, die Mikroökonomie sei die betriebswirtschaftliche Sicht, hat mit Kenntnis der VWL gar nichts zu tun.
                    Damit kann ich locker leben [] Und damit ergibt sich auch die Antwort auf:

                    Schaffen Sie beide es eigentlich, auf einen Mini-Kommentar mit nur einem Kommentar zu antworten?
                    1) Sie schaffen es, selbst in nur einem kurzen Kommentar soviel haarsträubenden Unfug zu verpacken, dass das multiple Erwiderungen erfordert.
                    2) Die Splittlung ist auch ihrem intoleranten, anti-liberalen Zensurgebahren geschuldet.

                    Ergo:
                    Hören sie doch endlich mal auf, sich über das selbst verursachte Echo zu beschweren!

              • Logos 1. August 2017, 13:29

                Ich zensiere eine bestimmte Person, weil es in niemanden Interesse ist, dass das Forum vermüllt wird.
                Faktencheck:
                1) Pietsch verallgemeinert seine zutiefst subjektive und befangene Meinung auf alle. FAKT ABER IST: er kann in gar keimen Fall für alle Leser/Kommentatoren sprechen. Dies MUSS ihm bewußt sein, wenn er nicht von kompletter Hybris vereinnahmt ist. Mit anderen Worten: „in niemanden Interesse“ ist eine glatte Lüge.

                2) Das „vermüllt“ ist erneut NUR Pietschs zutiefst subjektive und befangene Meinung. Mehr nicht! Mit anderen Worten: „vermüllen“ ist gar kein Fakt, selbst wenn Pietsch faktenwidrig diesen Eindruck erwecken mögen. Also unehrlich.

                3) Pietsch kann so viel durchsichtige und faule Ausreden bemühen wie er will: die Tatsache, dass Pietsch wiederholt komplette Kommentare von mir löscht, straft seine eigenen hehren Worte Lügen.

                dass es mich nicht juckt. Ein Pseudonym soll mich beleidigen? Nicht ernsthaft.
                Erneuter Faktencheck:
                Der letzte Kommentar 55992 wurde von Pietsch komplett gelöscht (und mittlerweile unter Auslassung des Nachgenannten wieder freigeschaltet], weil hinter „Neoliberaler“ in eckigen Klammern „[Lobbyhuren]“ stand. Da kann sich doch nur der beleidigt fühlen, der sich den Schuh anzieht. Und GENAU DAS hat Pietsch offensichtlich gemacht, sonst hätte er den kompletten Kommentar (der ansonsten nicht ansatzweise sperrwürdig ist) doch nicht gelöscht.
                Mit anderen Worten: Pietschs zuvor zitierte Einlassung ist mutmaßlich gelogen.

          • Logos 1. August 2017, 13:06

            Wenn jemand meint, ich würde Menschen als wertlos empfinden – meinetwegen.
            Dies „Meinung“ ist aus ihren abwertenden und mitunter diffamierenden Worten erwachsen.

            Mich darüber aufzuregen, würde bedeuten, dass mich die Ansicht desjenigen etwas schert.
            Wenn ihnen meine Ansicht nichts bedeutet, WARUM LÖSCHEN SIE DANN ZENSORISCH IMMER WIEDER MEINE KOMMENTARE?

            Und wenn Sie Spitzen verteilen, selbst im gleichen Zug keine abkönnen, my god.
            Das ausgerechnet von ihnen, Herr Pietsch? AUSGERECHNET sie, der hier ständig austeilt, ohne entsprechend einstecken zu können, sondern sogar MEHRFACH GANZE KOMMENTARE löscht, ergießen diese offensichtliche Projektion ihres Fehlverhaltens?

            Sofern ihnen Dritte aufgrund des schwindelerregenden Abgrunds zwischen ihrer Einlassung in ihrem Fehlverhaltens den Vorwurf der zum Himmel stinkenden Doppelzüngigkeit, Heuchlei und Doppelmoral machen würden, so wüsste ich nicht, wie das stichhaltig zu entkäften wäre. Wissen sies, Herr Pietsch?
            Sie haben doch längst durch ihre wiederholten Löschungen kompletter Kommentare bewiesen, dass zwischen ihrem Anspruch und der harten Wirklichkeit ein gähnender Abyss klafft.

  • Logos 31. Juli 2017, 14:20

    Eigentlich müsste ein Neoliberaler, der doch sonst so von den segensreichen Wirkungen freien Wettbewerb fabuliert, Zeter und Mordio schreien angesichts der Kartellabsprachen und damit des Ausschaltens des Konkurrenzwettbewerbs.
    Aber was kommt stattdessen?
    Laut Pietsch haben die Automobilkonzernchefs nichts falsch gemacht.
    Sie haben auch nichts verschlafen.

    Ist das nicht bemerkenswert und lässt das nicht tiefer blicken, als Pietsch lieb sein kann?

    Ein gewisser Herr Gabriel meinte beim Thema extreme Vermögensungleicheit, dass die Reichen doch nur ihre Chancen und Fähigkeiten genutzt hätten. Schneller als sich Herr Gabriel hätte [alb-]träumen lassen, poppt ein weiteres Beispiel hoch, welches meine Expertise, dass seine schlichte Sicht viel zu kurz greift, ein weiteres Mal bestätigt und seine widerlegt:
    Die Fakten des Kartellskandals belegen nämlich, dass hier Reichtum nicht nur durch illegitime, sondern schlichtweg illegale Weise angehäuft wurde. Herr Gabriel, tangieren Sie diese Fakten? Führt das bei Ihnen zu einem kritischen Überdenken Ihres Standpunktes*? Oder bleiben Sie bei Ihrer „Meinung“?

    *“Der [geistige] Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null – und das nennen sie dann ihren Standpunkt.
    – Albert Einstein (zugeschrieben?)

    • In Dubio 31. Juli 2017, 15:23

      Sie lesen nicht sehr genau: Ich habe nicht gerade freundlich über das Kartell geschrieben. Was Sie übersehen (Schumpeter lesen!): Verkrustete Märkte führen leicht zu Verhaltens- und Preisabsprachen. Dafür sind ja Kartellgesetze da. Nicht, das es keine solchen Kartelle gibt, sondern dass solches Verhalten sanktioniert wird. In dem betreffenden Fall haben die Rechtsabteilungen offensichtlich ohne genauere Prüfungen zu Selbstanzeigen geraten. Ob es sich tatsächlich um rechtswidrige Absprachen handelt, unterliegt nun einem detaillierten Prüfungsprozess.

      Niemand hat etwas dagegen, wenn die Smartphone-Produzenten sich zu einheitlichen Steckern oder die Mobilfunkanbieter zu transparenteren Preismodellen verabreden, wenn Autoverleihfirmen an einheitlichen Branchenstandards tüfteln oder Fluggesellschaften sich einigen, transparent Endpreise auszuweisen. Um was es sich tatsächlich handelt, steht nicht vorher fest, sondern ist Aufgabe einer Prüfung. So funktioniert das in einem Rechtsstaat.

      • Logos 31. Juli 2017, 15:50

        Danke für die vielen Steilvorlagen!
        Sie lesen nicht sehr genau: Zeter und Mordio schreien ist immer noch etwas substanziell anderes, als „nicht gerade freundlich über das Kartell“ zu schreiben.
        Was Sie übersehen (Marx lesen!): Kapitalismus führt systemisch zu Oligopolen, die um ihrer Existenz wegen keinen Konkurrenzwettbewerb führen, sondern Kooperation betreiben (durch Spieltheorie längst bewiesen). DAS führt „zu Verhaltens- und Preisabsprachen“.

        Dafür sind Kartellgesetze zwar [theoretisch] da, [praktisch] aber haben offensichtlich alle versagt: Die EU war wohl informiert und hat nichts getan. Warum? Weil die derzeitige Politik viel zu stark mir den Großkonzernen verbandelt ist und/oder sich von denen zu sehr beeinflussen/vereinnahmen lässt.

        Es gibt viel mehr solcher Kartelle, als es Neoliberale bereit sind zuzugeben. Nur in den allerseltensten Fällen wird dieses illegale Verhalten auch sanktioniert – und noch weniger mit sehr empfindlichen Strafen belegt.

        Niemand hat etwas dagegen, wenn die Smartphone-Produzenten sich zu einheitlichen Steckern …
        Nichts davon fällt unter Sachverhalte, die vom Kartellrecht verboten sind. Daher einmal mehr: Thema verfehlt!
        Das Verbotene ist hinreichend klar im Kartellrecht beschrieben. Da kann sich niemand der Konspirierenden herausreden, es sei ihnen nicht klar gewesen, gegen Kartellrecht zu verstoßen. Alles andere ist postfaktische Verklärung der Realität.

        So funktioniert das in einem Rechtsstaat.
        Augenscheinlich in doppelter Hinsicht nicht. Hier, am Ende des Artikels, wird dieses Fehlverhalten „Bananenrepublik“ genannt:
        Warum zweierlei Maß – eines für die Auto-nomen und eines für die Auto-Namen?
        https://heise.de/-3786795

      • Logos 31. Juli 2017, 16:30

        Mit diesem Kommentar wird Pietsch zum Wiederholungstäter:
        nach den cum-ex und cum-cum-Milliardenbetrügen versucht Pietsch hier nun ein weiteres Mal hinreichend illegales Verhalten schönzureden bzw. zu entkriminalisieren.
        Was selbigen jedoch nicht davon abhält, nur wenig später vom Rechtsstaat zu schwadronieren.

        Was ich davon halte darf ich hier nicht schreiben, weil harte Wahrheiten von Pietsch zensiert werden – mit Sasses Duldung.

        • Stargast 31. Juli 2017, 20:12

          @Logos
          Wie bereits in einem anderen Thread gesagt. Hier wurde schon immer zensiert. Pietsch spielt hier die Rolle des „neoliberalen Aufmerksamkeitstäters“. Dazu gehört es eben auch die Reichenpropaganda unkritisch nachzuplappern. Wechseln sie doch einfach die Plattform. Wir benötigen solche Kommentatoren wie sie durchaus andernorts.
          Ach ja, ich werde schon mal vorauseilen. See ya!

          • popper 1. August 2017, 12:23

            Ich denke @Logos ist hier schon richtig. Wenn auch manchmal mit ein bisschen weniger Schaum vorm Mund. Andererseits hat schon der Bruder (Physiker) von Richard von Weizäcker gesagt, dass es Menschen gibt, die so verquerte Ansichten haben, dass man sofort Schaum vor den Mund bekommt. Für Pietsch ist der Neoliberalismus nur eine Attitüde, deren Inhalte er unreflektiert nachplppert. Sonst müsste er doch begreifen, dass eine Theorie, die für sich beansprucht, alles zu wissen, gar nichts weiß.

  • Logos 31. Juli 2017, 16:10

    Ergo: nicht die Konzernchefs, die illegale Absprachen getroffen haben, sind Schuld, sondern die Deutschen.

    „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung* verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“
    – Bertolt Brecht

    *wahlweise auch „Neoliberaler“

  • Tim 1. August 2017, 12:18

    Deliberation Daily, ihr müsst irgendwas tun.

    Ich lese und schreibe hier wirklich sehr gern, aber die alberne Aggression mancher Kommentatoren stört allmählich wirklich. Ich habe nicht das Geringste gegen scharfe Debatten. Das Gezeter in diesem Thread (und in anderen auch) geht aber zu weit.

    Es macht wenig Spaß, wenn man einen Kommentar anliest und dann merkt, dass er Kindergartenniveau hat. Zumindest ich habe immer weniger Lust auf diese Filterleistung.

    • In Dubio 1. August 2017, 12:52

      Das tut mir leid, allerdings hilft es wenig, dies so allgemein zu formulieren.

    • Rauschi 1. August 2017, 12:59

      Es macht wenig Spaß, wenn man einen Kommentar anliest und dann merkt, dass er Kindergartenniveau hat.
      Wie sollte es aussehen, ein Niveau fest zu stellen, ohne einen Beitrag zu lesen? Wird das als gegeben voraus gesetzt und alles andere, was nach Ihrer Defintion „Kindergarten“ ist, soll zensiert werden, damit ja kein Licht in die Filterbubble fällt?
      War nicht von Ihnen die Aussage, die Linken würden den Erfolg hassen, so platt und ohne jegliche Begründung geschweige denn einen Beleg?
      http://www.deliberationdaily.de/2017/07/krieg-in-hamburg-das-versagen-der-linken-szenerie/#comment-55327
      Ist es dieses Niveau, was Ihnen vorschwebt? Sie müssen schon konkret werden, welche Niveau wovon Sie meinen. Rechtschreibung, wirtschaftliches Grundwissen, technische Grundwissen, Allgemeinbildung?

      Gruss Rauschi

    • popper 1. August 2017, 13:25

      Wenn Sie tatsächlich so leiden, dann fangen Sie gleich mal an Pietsch zu fragen, wo er den Text gelassen hat: – Als Frau müssten Sie sich mit Größe… auskennen -… Das können Sie streichen… Schreibt so ein Ehrenmann oder ein Arsch…

      Wenn ich Pietsch richtig einschätzen, droht er jetzt gleich wieder mit dem Staatsanwalt.

      • popper 1. August 2017, 15:39

        Pardon, ich entschuldige mich. Habe das Zitat gefunden und festgestellt dass mein Text falsch ist. Exakt heißt es dort: Muss ich gerade einer Frau sagen, dass Größe … streichen Sie das.

    • Logos 1. August 2017, 14:20

      @Tim
      Man kann es nicht allen Recht machen. Man sollte es auch besser gar nicht erst versuchen.[1] Was sie aus ihrer subjektiven Sicht stört ist womöglich für Andere kein Problem. Was meinen Sie denn konkret mit „irgendwas tun“? Gehts vielleicht einen Tick genauer? Nehmen wir mal an, Sie meinen Löschen, Zensieren oder Sperren und dies würde dann umgesetzt. Was raten Sie dann dem Blogbetreiber, wenn ein Anderer kommt und meint

      „Deliberation Daily, ihr müsst irgendwas tun. Hört mit dem Löschen, Zensieren oder Sperren auf! Denn es steht doch jedem frei, über Kommentare hinwegzulesen und Inhalte zu ignorieren. Hier wird doch niemand zum Lesen gezwungen. Aber „dank“ Löschen, Zensieren oder Sperren wird mir die Möglichkeit genommen, selbst zu entscheiden, ob ich das lesen will oder nicht. Mit anderen Worten: ich werde eingeschränkt und in gewisser Weise entmündigt, weil andere sich einbilden beurteilen zu können, was ich lesen darf und was nicht. Das ist doch zutiefst antiliberal.“

      Im Gegensatz zu Ihrem Kommentar beinhaltet der obige fiktive Einwand mehrere valide Argumente. Sollte also der Blogbetreiber ihrem Ansinnen oder doch besser, weil stichhaltiger, der o.g. Ansicht folgen? Hier wäre Ihrerseits nicht nur eine Meinung, sondern ein stichhaltiges Argument gefragt.

      Leider hatten wir noch nicht so oft das Vergnügen. Wenn Sie hier mal was in der Sache einbrächten, dann könnte ich Ihnen auch REIN in der Sache etwas erwidern. Womöglich aber wird ihnen das noch weniger schmecken, als „alberne Aggression“ (was immer sie damit auch meinen). Denn gegen letztere kann man sich aussprechen, aber valide Gegenargumente müssten Sie schon stichhaltig widerlegen. Und da hat ein Neoliberaler eine denkbar schlechte Ausgangsposition. Zumindest bei mir.

      [1] Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Versuch, von allen Menschen geliebt zu werden
      – Marie von Ebner-Eschenbach

    • In Dubio 1. August 2017, 14:32

      Hinterlegen Sie doch bitte eine valide E-Mail oder wenden Sie sich an den Blogbetreiber zu diesem Thema.

    • Logos 1. August 2017, 14:40

      Könnte es sein, dass Sie zwar keine „alberne Agression“, dafür aber „alberne Behauptungen“ schreiben?
      Oder welchem Umstand sonst ist es geschuldet, dass Sie weder diesen Kommentar http://www.deliberationdaily.de/2017/07/krieg-in-hamburg-das-versagen-der-linken-szenerie/#comment-55378
      noch diverse andere von Dritten und mir widerlegen oder Fragen beantworten konnten, sondern Ihre Kontrahenten es waren, die im Gegensatz zu Ihnen stichhaltige Sachargumente und sich aufdrängende Hinterfragungen vorlegten?

      Weder Dritte noch mich haben Ihre imo „albernen Behauptungen“ davon abgehalten, Ihre Kommentare zu lesen. Sogar mehr noch: darauf zu anworten bzw. Ihre Einlassungen zu widerlegen!

  • Logos 1. August 2017, 18:33

    In der Sache:
    So ist gar nicht die Frage, ob die Autobauer in Bayern, Schwaben und Niedersachsen Markttrends verschlafen hätten.
    und
    … zum Jagen auf die in elitären Zirkeln konstruierte elektrifizierte Welt zu tragen.
    vs.
    [„Obwohl der Wandel sich bereits seit Jahrzehnten ankündigt, wurde die meiste Energie … der Entwicklungsabteilungen offensichtlich eher darauf verwendet, Autos mit allerlei Schnick-Schnack immer schwerer zu machen und die Messung … der Abgaswerte immer kreativer zu gestalten.
    Dabei ist seit langem klar, dass … eine neue Art von Antrieben eingeführt werden muss, und zwar nicht erst 2070 …. Die diversen Schadstoffemissionen müssen massiv reduziert, der Energieverbrauch gesenkt und letztlich auch die hohe Zahl der Fahrzeuge, die viele Metropolen zu äußerst unwirtlichen Orten macht, drastisch reduziert werden.“]
    Aus dem Artikel „Verbrennungsmotor: Tot oder nur ein bisschen tot?
    des Technik-affinen Magazins Telepolis: https://heise.de/-3787596 [1]

    In o.g. Kontext stellt sich eine weitere Frage: wie eigentlich konnte es sein, dass gemäß Schumpeter menschliche Lichtgestalten wie Unternehmer in Deutschland in Sachen Autobau, das deutsche Paradepferd, unisono die Zeichen der Zeit verkannt haben? Könnte es vielleicht auch daran liegen, dass die Welt, in der wir leben und wo die Wirtschaft [und Politik] von Banken, gigantischen Hedgefonds und transnationalen Großkonzernen, die praktisch alle Aktiengesellschaften sind, dominiert wird, Schumpeters Vorstellung vor Kreativität nur so strotzender Unternehmer überwiegend keine Entsprechung in der Realität findet?

    [1] Die Aufbereitung und Argumentationskraft des obigen Artikels lässt kaum Zweiffel offen, wo mehr Kompetenz zu verorten ist: bei einem ideologisch verblendeten Neoliberalen oder einem ungleich besser substanziierten Artikel, der nicht als Anlass missbraucht wird, das eigene präferierte schräge Weltbild in den Blog zu tröten.

  • popper 2. August 2017, 10:33

    Herr Pietsch , ist das ernst gemeint, wenn Sie schreiben:
    …Theoretisch ist eine Marktwirtschaft ohne Arbeitnehmer denkbar… oder …In einer Marktwirtschaft benötige ich weder… noch Arbeitnehmer, aber ich brauche Unternehmer…

    Wenn ja, dann erklären Sie uns doch bitte mal, wie das funktionieren soll, wenn alle nur noch Solo-Unternehmer werden. Und wie realisiert sich das, um nur drei Branchen zu nennen, in einer Auto- Elektro- oder Pharmaindustrie. Und woher in der Marktwirtschaft, wie wir sie im real existierenden Kapitalismus kennen, kommt dann das Geld des Solo-Unternehmers, das er in seine Idee investiert und am Ende des Tages mit Mehrwert zurückerhält, um davon seine Kreditzinsen zu zahlen und nicht schon nach der ersten Periode bankrott ist.

    Singen Sie hier einfach nur ihr Loblied auf das prekäre Solo-Aufstockerdasein. Oder präsentieren sich selbst als Beispiel eines gelingenden Einmann-Unternehmers. Das konnten Sie in dieser Marktwirtschaft mit ihrer staatlich garantierten Einhaltung von Gesetzen und Verträgen sowie einer gewachsenen Infrastruktur. Oder gehören Sie auch zur Masse verkappter Scheinselbständiger, die ihre Dienste mit sehr weit auseinanderliegenden monetären Erfolgsquoten auf den „Markt“ werfen. Wie Sie wissen, macht eine Schwalbe noch keinen Sommer. Oder denken Sie an die unsäglichen Start-ups großer Geldgeber, die sich jeder Form von Marktwirtschaft entledigen und ihre Heerscharen von „Vernutzungsidioten“ in den sicheren Ruin führen.

    Das kann man vertreten. Mit Markt oder Marktwirtschaft hat das nichts zu tun, es sei denn man akzeptiert jede Art von Perversion. Nein – das hat eher mit einer auf den Hund gekommenen menschlichen Vernunft zu tun. Nietzsche sprach mit seinem visionären Blick von Dekadenz.

    • Marc 2. August 2017, 15:53

      Es ist natürlich kompletter Schwachfug, wie so oft. Eine Marktwirtschaft benötigt einen Markt mit Händlern und zu handelnde Güter. Unternehmer und Arbeitnehmer werden zur Produktion der Güter benötigt. In Zukunft machen das allerdings Maschinen, die dank KI auch unternehmerische Entscheidungen treffen können. Daher werden Unternehmer genauso überflüssig sein wie Arbeitnehmer.

      • popper 3. August 2017, 18:34

        @Marc
        Starke Worte, wenig Inhalt.

        • Marc 4. August 2017, 10:22

          Ich hatte meine Aussage auf Pietschs Aussage bezogen, dass die Marktwirtschaft Unternehmer benötigte. War auch mehr eine knappe Notiz an mich, weil ich beim Lesen diesen Gedanken hatte. Habe gerade Vorurlaubsstress und bin dann auch weg …

          • Stefan Pietsch 4. August 2017, 10:24

            Gute Zeit!

  • Logos 2. August 2017, 11:02

    Achtung: FUNDAMENTALKRITK!

    Es ist doch bemerkenswert, wie leicht einem Neoliberalen
    Verkrustete Märkte führen leicht zu Verhaltens- und Preisabsprachen.
    „über die Lippen kommt“ (Kommentar 55987).

    Kurzer Faktencheck: welche Märkte sind denn nicht verkrustet?
    Lebensmitteldiscountermarkt: verkrustet
    Automobilmarkt: abgesehen von Tesla und DHL-Elektros: verkrustet
    Chemie- und Pharmamärkte: verkrustet
    Kriegs- und Waffenindustrie: verkrustet
    LKW-Anhängerkupplungen: verkrustet (nur zwei Anbieter teilen kompletten Markt unter sich auf in D)
    PKW-Schließanlangen: total verkrustet (de facto Monopol eines Anbieters in D)
    IT-Markt: Weitgehend verkrustet
    Internet-Suchmaschinenmarkt: verkrustet
    IT-Hardware-Anbieter-Markt: weitestgehend verkrustet
    IT-Software-Anbieter-Markt: weitgehend verkrustet
    Atomindustrie: verkrustet
    Energieversorgermarkt: weitgehend verkrustet
    etc. pp.

    Ergo:
    verkrustete Märkte, Oligopole und/oder Kartelle sind de facto nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

    Das ist auch jedem klar, der die Wirkmechanismen des Kapitalismus verstanden hat [1], weil der Druck zur Machtakkumulation und Oligopol- oder gar Monopolbildung systemisch ist.

    Dass überzeugte Neoliberale aufgrund ihrer völlig kaputten und realitätsfernen Ideologie namens Neoliberalismus (nicht Ordo) den Kapitalismus sowie den Umstand, dass im großen Stil kein Konkurrenz-, sondern ein Verdrängungs-Wettbewerb herrscht (was etwas völlig anderes ist), nicht begriffen haben: geschenkt.
    Dennoch müssten diese doch wenigstens mit aller Verve für das Aufbrechen dieser verkrusteten Märkte eintreten. Denn schließlich ist es gemäß neoliberaler Dogmatik doch die Konkurrenz, die zu optimalen und besten Ergebnissen führen soll. Ohne dieses Axiom brechen nahezu alle neoliberalen Modelle zusammen! Ohne Konkurrenz keine „zum Gleichgewicht tendierenden Märkte“. Konkurrenz ist eine DER Haupsäulen, auf der die neoliberale Ideologie basiert. Ohne Konkurrenz ist die neoliberale Dogmatik in ihren Grundfesten erschüttert! Neoliberale müssten also folgerichtig zwingend ihr gesamtes „Herzblut“ in gesellschaftliche Debatten einbringen, um auf diesen Missstand hinzuweisen und Abhilfe einzufordern!

    Warum passiert das nicht? Was machen Neoliberale stattdessen? Linke bashen. Also ein politisch de facto irrelevantes Phänomen, weil Linke Regierungspolitik nicht mitbestimmen. Oder aber anstatt zu begrüßen, dass der Energieversorgermarkt durch EE ein wenig aufgebrochen wird, sodass zumindest ansatzweise wieder so etwas wie Konkurrenz aufkommt, wettern Neoliberale dagegen.

    Passt das zusammen? Ist DAS ein schlüssiges und Vertrauen erweckendes Verhalten, sich an de facto irrelevanten Erscheinungen abzuarbeiten, anstatt Sachverhalte zu kritisieren, welche zum Zusammenbrechen der Basis ihrer Ideologie führen? Stimmen hier Anspruch und Wirklichkeit überein? Oder hat so jemand nicht völlig seine „Glaubwürdigkeit“ verspielt? Muss jeder für sich beantworten.

    Vielleicht dämmert mittlerweile dem ein oder anderen, dass „Kontraindikator“ und „verlässliche Antireferenz“ nicht rhetorische Stilmittel, sondern Beschreibung der Realität sind.

    [1] Was zugegebener Maßen nur auf die wenigsten zutrifft (mich bis vor wenigen Jahren eingeschlossen). Abhilfe verschafft hier „Das kapitalistische Manifest“. Auf dem in meinem Nick verlinkten Blog: rechte Spalte, auf zweite Ellipse von oben klicken („Was ist Kapitalismus und was nicht“).

  • Logos 2. August 2017, 13:02

    Ein paar Worte zur immer wieder bemühten „Marktwirtschaft“:
    Was ist das eigentlich?
    Marktwirtschaft im Sinne der Marktwirtschaftslehre bedeutet NICHT, dass es Märkte gibt. Märkte gab es seit eh und je.

    Marktwirtschaft im Sinne der Marktwirtschaftslehre bedeutet, dass ganz viele Anbieter (Unternehmen & Konzerne) auf ganz viele Nachfrager (Kunden & Konsumenten) treffen, die alle miteinander im Konkurrenzwettbewerb stehen – womit sich dann aus dem „freien Spiel der Kräfte“ von Angebot und Nachfrage der sog. „markträumende Preis“ bildet, bei dem alle Waren und Angebote einen Abnehmer finden.

    Dabei kommt dem Umstand der „ganz Vielen“ große Bedeutung zu, weil erst die große Menge für den Konkurrenzkampf sorgt, der zum „Ideal“ führt. Bei nur wenigen Anbietern hingegen liegt definitionsgemäß ein Oligopol vor, bei dem die Unternehmen stattdessen Kooperation betreiben, weil die Fortführung eines Konkurrenzwettbewerbs ruinös und das Ergebnis unabsehbar wäre. „Kooperation“ bedeutet kartellmäßige (also illegale) Verhaltens- und/oder Preisabsprachen, was die postulierte optimale Preisfindung durch das „freie Spiel der Kräfte“ konterkariert. [1]

    Dass meine Anamnese verkrusteter Märkte die Wirklichkeit beschreibt, lässt eine offizielle Zahl erkennen: Gemäß statistischem Bundesamt (statistisches Jahrbuch 2016) kontrollieren weniger als 1% der Konzerne über 2/3 des gesamten Wirtschaftsumsatzes. Zeitlich ist ein Trend feststellbar, dass diese Konzentration steigt. Die „ganz vielen Anbieter“ sind also größtenteils Fiktion. [2]
    Was bedeutet das? Marktwirtschaft im Orkus! [3]
    Marktwirtschaft im Sinne der Marktwirtschaftslehre gibt es fast nur noch in Nischen wie der unteren Ebene der Handwerks- und Dienstleistungen (Frisör, Reinigungen, Handwerker, Restaurants, ggf. Rechtsanwälte etc.).

    [1] Meiner Neoliberalismus-Analyse entnommen

    [2] Dem von mir verfassten „Das kapitalistische Manifest“ entnommen

    [3] Ich hatte Pietsch im Kommentar 55977 [4] vorgeworfen, dass er weder Marktwirtschaft, noch Kapitalismus verstanden hat. Hiermit ist der Beweis für meine Diagnose und dessen Inkompetenz erbracht. Pietsch scheitert schon krachend am Verständnis der Basics. Und so jemand wir andere über die Kür belehren? Das ist doch absurd und Zeugnis dessen Hybris.

    [4] http://www.deliberationdaily.de/2017/07/der-fette-dino-in-uns/#comment-55977

  • Logos 2. August 2017, 13:34

    Pietsch zur „Marktwirtschaft“ (Kommentar 56089):
    Eine Marktwirtschaft ist weder für Unternehmen, noch Arbeitnehmer da. Der einzige Sinn und Zweck besteht darin, die Konsumenten mit hochwertigen Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen.
    Angesichts der überaus evidenten Tatsachen, dass
    – weder alle Produkte hochwertig [1]
    – noch günstig sind
    müsste doch selbst dem einfältigsten Narren klar sein, dass dann die Marktwirtschaft an Sinn und Zweck desaströs gescheitert ist.

    Hier hat sich Pietsch mal wieder etwas aus den Fingern gesogen. Außerdem hätte Pietsch wenigstens mal erwähnen müssen, auf welche Martwirtschaftsform er denn abhebt:
    -Freie Marktwirtschaft
    – Soziale Marktwirtschaft
    – Sozialistische Marktwirtschaft
    Selbst wenn Pietsch einwenden würde, dass es doch klar sei, dass er als Neolibraler nur die sog. „Freie Marktwirtschaft“ propagiert, dann ließe sich dem immer noch entgegen halten, dass seine Definition nichts dem zu tun hat, was offiziell unter „Freie Marktwirtschaft“ verstanden wird. Pietsch vertritt hier die [frei herbeifabulierte] „Pietsche Marktwirtschaft“, deren Anspruch jedoch schon auf den ersten Blick krachend an der Wirklichkeit zerschellt.

    [1] Obsoleszenz: http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/kaufen-fuer-die-muellhalde-das-prinzip-der-geplanten-obsoleszenz-reuss-dannoritzer

    • popper 3. August 2017, 10:51

      …Angesichts der überaus evidenten Tatsachen…müsste doch selbst dem einfältigsten Narren klar sein, dass dann die Marktwirtschaft an Sinn und Zweck desaströs gescheitert ist…

      Ich gebe Ihnen recht. Das ganze Gerede über Marktwirtschaft wird dann geradezu sinnlos, wenn man nicht klarstellt, dass wir heute weder in einer Tauschwirtschaft noch in einem zum Gleichgewicht strebenden Markt leben, der sich über Preise regelt, was nach wie vor der Neoklassik als Wirkungsprinzip zugrunde liegt. Eigentlich sollte man wissen, dass man heute Tauschmärkte vielleicht noch auf nichtkommerziellen Basaren antrifft.

      Hier stellt sich nun die Frage, wenn Individuen nur mikroökonomische Entscheidungen treffen können, wie dann aus voneinander unabhängigen Entscheidungen ein gesamtwirtschaftliches Aktivitätsniveau entsteht. Das ist doch die zentrale Frage der VWL als Wissenschaft. Diese Antwort gibt bis dato nur die allgemeine Gleichgewichtstheorie. Indem sie davon ausgeht, dass jedes Individuum alle Entscheidungen aller anderen Individuen bei sich selbst berücksichtigt. Allerdings, und das ist elementar, gibt es bis dato keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass diese Vorstellung eine funktionsfähige Wirtschaftsordnung erzeugen kann – ‚hidden hand‘ hin oder her.

      Dabei wird nämlich unzulässiger Weise unterstellt, dass die globale Budgetrestriktion aus der Gesamtheit der Einzelentscheidungen der Individuen entsteht. Dabei bedient man sich des Kunstgriffs, die Handlungsoptionen der Individuen daran zu binden, dass man die tauschbare Erstausstattung als vorgegeben bestimmt und damit die globale Budgetrestriktion a priori fingiert. Nur und nur dieser Faktor ermöglicht es der allgemeinen Gleichgewichtstheorie als „Paradetheorie“ der Marktwirtschaft, daraus ein globales Aktivitätniveau abzuleiten und zu behaupten, die Funktionsweise des Preismechanismus würde so dieses Gleichgewicht garantieren.

      Leitet man nun, wie bereits weiter oben von mir ausgeführt, die Budgetrestriktion des Marktsystems aus einer monetären Grundlage ab. Ergibt sich daraus ein Grundansatz, der postuliert, dass erst die Verfügbarkeit von Geld zur Bewirtschaftung aller Ressourcen, einschließlich der Ressource Arbeitskraft führt. Weil dadurch das volkswirtschaftliche Aktivitätsniveau aus monetären Bedingungen abgeleitet wird. Und die monetäre Investition zum zentralen Bestimmungsfaktor der Ökonomie macht.

      Hieraus ergibt sich ein entscheidendes Wechselspiel in der kapitalistischen Marktwirtschaft, nämlich die Interaktion von Finanzmarkt und dem Markt für die Erwirtschaftung von Schuldendeckungsmitteln. Anstelle eines statischen neoklassischen Marktmodells, entfaltet sich ein dynamisches System. Bei dem einerseits Aktionen des einen Pols unmittelbare Rückwirkungen auf den anderen Pol des Systems ausüben. Und somit Kreditverhältnisse, die zu den Investitionsprozessen führen eine Zeitstruktur aufweisen, in der Entscheidungen der Gegenwart sozusagen Wirkungen über den gesamten Planungshorizont verteilen.

      Betrachtet man Marktwirtschaft als ein monetäres System, vollzieht sich eine Rückkoppelungsschleife, mit einem unabhängigen und abhängigen Pol. Der unabhängige findet sich auf der Seite der Investition, die abhängige Polseite auf der Einkommensverwendungsseite, denn diese entsteht erst, wenn bereits investiert wurde. Das bedeutet allerdings, dass die Investition die zentrale Bestimmungsgröße für das Einkommen darstellt und der Konsum nur mittelbar von der Investition abhängt. Während die Geldnachfrage auf dem Warenmarkt zur Erwirtschaftung des Schuldendeckungsmittels ebenfalls von einer zeitlichen Struktur der Investition bestimmt ist. Durch die Hierarchisierung einer monetären Ökonomie und ihrer wirtschaftlichen Entscheidungen, d.h. auf der einen Seite Investition und auf der anderen davon abgeleitet Konsum bzw. Sparen, entfaltet sich ein dynamisches Aktivitätsniveau der Marktwirtschaft, das sich aus der Bereitschaft zur Investition speist und damit vor allem von ureigenen Vermögensinteressen gesteuert wird.

      Dadurch ist eine Theorie der monetären Marktwirtschaft durch zwei Entscheidungsebenen geprägt: Erstens durch eine Interaktion zwischen Banken und Unternehmen, die im Ergebnis zu Investitionsprozessen führen, welche mit einer Geldausgabe beginnen und eine kontinuierlichen Schuldenabtragung zwingend nach sich ziehen, sozusagen als eine Wiedererwirtschaftung des ausgegebenen Geldes auf dem Warenmarkt und eben nicht durch die archaische Interaktionsfigur des Tauschs.

  • Rauschi 2. August 2017, 19:11

    So den richtig idealen BR habe ich noch nicht getroffen.
    Wie sollte der aussehen, alles absegnen, also so effektiv, als ob es den nicht gäbe?

    Wie ist das wohl zu interpretieren? Dass nur gilt, was schriftlich fixiert ist?
    Sie wollten doch die Arbeitsverträge abschaffen, Sie widersprechen sich selbst.

    ….so kann genau daran das Betriebsverfassungsgesetz wenig ändern.
    Habe ich das geschrieben? Es geht um alle Arbeitnehmerrechte, die Sie gerne abschaffen wollen oder habe ich eine Differenzierung übersehen?

    Könnte ich, habe ich aber nicht gesagt.
    [ Zum wiederholten Male muss dieser Versuch als gescheitert gesehen werden und nicht umsonst gilt die Makroökonomie als das, was Schüler als „Laberfächer“ kennen.]
    Liest sich für mich wie eine Zustimmung, das liegt aber wahrscheinlich am fehlenden Wohlwollen?

    Sie fragen und danach zitieren Sie meine ganzen diesbezüglichen Antworten? Wo besteht Ihr Problem?
    Worin mein Problem besteht? Das es keine Antworten sind, Sie legen einfach „ein Problem anderer Leute Feld“ darüber und schwupps, kein Problem mehr zu sehen.
    Schon die erste Antwort ist grottenfalsch:
    [Angebotsbedingungen sind lokal, Nachfragekonditionen global. Demgemäß sollte sich vernünftige Wirtschaftspolitik ausrichten. ]
    Teile der Angebotsseite und Teile der Nachfrageseite sind lokal (es gibt auch Dienstleistungen, davon ist der überwiegende Teil eindeutig lokal), andere Teil sind global, aber sicher nicht überall der größte wie bei uns. Nur, was ändert das, die anderen Länder haben das gleiche Problem, wenn alle wie wir durch Lohnsenkung „wettbewerbsfähiger“ werden, woher kommt dann die Nachfrage, von uns offensichtlich ja nicht?
    Die zweite ist fast noch schlimmer
    [Es Ihr respektive Flassbecks Argument, dass die Leute verdienen müssen um zu kaufen.]
    Dem Sie widersprechen und Sie wollen noch von irgendjemandem ernst genommen werden? Also müssen die Menschen, egal wo, kein Einkommen haben, um Produkte zu kaufen, die bekommen die Waren geschenkt?

    Über Wettbewerb brachen Sie sich in keinem der genannten Märkte zu beklagen.
    Was war das Thema hier, das es kein europäisches Google oder Apple gibt? Gibt es da Wettbewerb, oder in den von Logos aufgezählten Sparten? Dabei müsste es ja besonders in den „alten“ Branchen Wettbewerb ohne Ende geben, dem ist aber nicht so. Haben Sie mein Beispiel zu den Ölmultis vergessen, die gäbe es ohne Subventionen schlicht nicht? Und trotzdem gibt es nur 4 grosse Anbieter.

    Ein Patent ist ein Eigentumsrecht. Ein Patentrecht kann gekauft und veräußert werden. Auch Ihre Uni hat die Patente nicht kostenlos abgetreten, sondern dafür einen Marktpreis erhalten.
    Das können Sie doch nicht wirklich vertreten, eine Uni, die mit Steuergeldern forscht, verkauft ein Patent an eine Firma, anstatt es allen zur Verfügung zu stellen, damit es zum gewünschten Wettbewerb kommt?

    Ja, der automatische Nasenbohrer mag innovativ sein. Ob jemand dafür jedoch Geld zahlt, kann man bezweifeln.
    Was meinen Sie würde Roche mit dem Patent auf Krebsheilung mit nur einem Medikament machen? In der Schublade verschwinden lassen, denke ich, weil dann das große Geschäft mit der Therapie entfällt, das wäre der Ruin.

    Nein, weder Ihre Theorien noch Ihre Antworten können einer logischen Überprüfung stand halten.

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 3. August 2017, 08:10

      Wie sollte der [BR] aussehen, alles absegnen, also so effektiv, als ob es den nicht gäbe?

      Wie so oft: ich schreibe rot, Sie lesen blau. Lesen Sie einfach nochmal.

      Sie wollten doch die Arbeitsverträge abschaffen, Sie widersprechen sich selbst.

      Sie wollen mir jetzt nicht erzählen, dass Sie nur Arbeitsverträge schließen, oder?

      Es geht um alle Arbeitnehmerrechte, die Sie gerne abschaffen wollen oder habe ich eine Differenzierung übersehen?

      So ziemlich alle. Wahrscheinlich lesen Sie jetzt, dass ich alle Arbeitnehmerrechte abschaffen will. Gehen Sie in die Box und überlegen Sie, wie Sie mit mir diskutieren wollen. Auf die Art wird es nichts und ich breche ab.

      Teile der Angebotsseite und Teile der Nachfrageseite sind lokal

      Der Preis Ihrer Milch bestimmt sich nicht mal nach den Verhältnissen in Ihrer Region. Und ansonsten kaprizieren Sie sich immer auf Produktion, nie auf Dienstleistungen. Ja, das Haare schneiden passiert durch lokale Nachfrage, sind wir damit vollständig?

      Dem Sie widersprechen und Sie wollen noch von irgendjemandem ernst genommen werden?

      Flassbeck will das auch, obwohl ihm kaum jemand zuhört.

      Was war das Thema hier, das es kein europäisches Google oder Apple gibt?

      War Google in meiner Aufzählung drin? Ich erinnere mich nicht. Apple, Rauschi, ist ein altes Unternehmen. Aber in Europa schaffen wir weder ein Google, noch ein Facebook, noch ein WhatsApp noch ein Amazon. Und wer angesichts völlig überbesetzter Märkte davon faselt, es gäbe nur Oligopole, tja, was soll ich dazu sagen? Irgendwie bin ich auf die nie getroffen.

      Das können Sie doch nicht wirklich vertreten, eine Uni, die mit Steuergeldern forscht, verkauft ein Patent an eine Firma, anstatt es allen zur Verfügung zu stellen, damit es zum gewünschten Wettbewerb kommt?

      Oh, Sie haben wirklich keine Ahnung von Eigentum. Forscher sind sehr selten in der Lage, ein marktgängiges Produkt aus ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen zu formen, nur wenige Forscher sind Unternehmer geworden. Denn der Punkt ist, im Rahmen der Forschung wissen Sie nie, wozu das führt. Die meisten Erkenntnisse gehen ohne weitere Notiz unter. Sogar der Staat weiß das und lässt diese Ausgaben zum Direktabzug bei der Steuer zu. Anders als Entwicklungskosten sind sie reiner Aufwand. Leute wie Sie sind sehr bequem: Sie beurteilen den Erfolg vom Ende her. War etwas erfolgreich, ja dann war das vorbestimmt. Dass die Universitäten regelmäßig Erkenntnisse gegen Geld weitergeben, die eben nicht zu gewinnträchtigen Produkten führen, das kommt in Ihrer Gedankenwelt nicht vor.

      Über den Verkauf bekommt die Allgemeinheit direkt Mittel. Würden die Erkenntnisse ohne Patent publiziert, ist es dem reinen Zufall überlassen, ob sich noch jemand die Mühe macht, ein Produkt daraus zu entwickeln. Denn es fehlt ein entscheidendes Kriterium: das Ausschlussprinzip. Was für jeden zugänglich ist, hat keinen Wert. Wir reden hier immerhin noch über Forschung, nicht über die fertige Entwicklung einer Sache. Genau das verschlingt viel Kapital, die nur jemand investiert, wenn er sich davon Gewinn verspricht und nicht die Beglückung der Menschheit.

      Nein, weder Ihre Theorien noch Ihre Antworten können einer logischen Überprüfung stand halten.

      Tja, wundert mich, dass Sie mit so einem geistig Unterbelichteten unbedingt diskutieren wollen.

      • popper 3. August 2017, 12:03

        Auf die Frage von Rauschi: …Dem Sie widersprechen und Sie wollen noch von irgendjemandem ernst genommen werden?…

        antworten Sie:

        …Flassbeck will das auch, obwohl ihm kaum jemand zuhört….

        Nun frage ich Sie, was das mit Diskussions- oder Debattenkultur zu tun hat. Sie beantworten eine Frage, ob Sie wegen ihres Widerspruchs ernst genommen werden wollen, mit einer Despektierlichkeit gegen Flassbeck.

        Die Expertisen von Flassbeck sind Teil wirtschaftswissenschaftlicher Debatten, die man hört. Flassbeck war lange Jahre (2003 bis Ende 2012) Chef-Volkswirt bei der UNO in Genf. Bereits 1980 war er für das Bundeswirtschaftsministerium tätig von wo er 1986 zum DIW ging. Er war im Assistentenstab des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sowie bei Lafontaine Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.

        Wenn ich „Flassbeck“ google oder über ihn recherchiere, stoße ich auf tausendfache Einträge. Google ich „Stefan Pietsch“, dann tut sich wenig bis gar nichts. Bei XING gibts einige, ob Sie davon einer sind??? Reicht das aber um ausgewiesene Fachleute respektlos zu diskreditieren?

  • Rauschi 3. August 2017, 06:53

    Ach ja und noch etwas zu :
    [Das heutige Problem ist doch vielmehr die schiere Größe der Platzhirsche, die im Zweifelsfall dem Erfinder seine Idee abkaufen , diese aber niemals umsetzten, weil es Ihr Geschäftsmodell gefährden könnte oder direkt die Konkurrenz aufkaufen.
    So, nun zeigen Sie doch bitte, wie das bei Nokia, Blackberry und AEG gelungen ist.]
    Wer zu spät kommt, kann dann keine Patente mehr aufkaufen. Apple hat kein Patent einer Uni gekauft, sondern die Entwicklung einfach zum Patent angemeldet und die sind damit durch gekommen, was für ein Wahnsinn.
    AEG :
    [Die Unternehmenskrise zeichnete sich jedoch ab. Das Unternehmen wurde unter anderem durch letztlich erfolglose Projekte wie den Bau einer automatischen Gepäckförderanlage am Flughafen Frankfurt am Main und den Einstieg in den Bau von Kernkraftwerken belastet. Die von der AEG in den 1960er Jahren entwickelte Baulinie von Siedewasserreaktoren konnte sich am Markt nicht durchsetzen. Insbesondere das Kernkraftwerk Würgassen, dessen Inbetriebnahme sich wegen einer Reihe von technischen Problemen um Jahre verzögerte, kostete die AEG Hunderte von Millionen Mark. Neben solchen technischen Problemen war eine Hauptursache für den Zusammenbruch ein chaotisches Finanz- und Planungswesen. Planungsunterlagen waren unnötig ausführlich und dadurch unverständlich. In Frankfurt gab es eine aufgeblähte, ineffektive Unternehmenszentrale mit fast 1.000 Mitarbeitern. Gewinne und Verluste verschiedener Geschäftsbereiche wurden durch das Rechnungswesen so zusammengeführt, dass nach Insider-Informationen schließlich kein einziger Bereich tatsächliche Gewinne auswies.]
    Liest sich wie Misswirtschaft, oder ist das eine zwingende Folge einer bestimmten Grösse? Wenn das so sein sollte, müssten Sie aber massiv gegen alle grossen Konzern wettern und deren Zerschlagung fordern.
    Nokia:
    [Nokia – ursprünglich ein finnischer Holzstoffhersteller, der sich zu einem Mischkonzern und ab den 1970er Jahren zu einem Telekommunikationsunternehmen wandelte – galt ab Anfang der 1990er bis Mitte der 2010er Jahre als weltweit bedeutender Mobiltelefonhersteller und war von 1998 bis 2011 Marktführer in dieser Branche.Anfang 2011 ging Nokia mit Microsoft eine Partnerschaft über Windows-basierte Mobiltelefone ein und verkaufte die gesamte Mobiltelefonsparte am 25. April 2014 für insgesamt über fünf Milliarden Euro an Microsoft, welche den Markennamen Nokia ab Ende 2014 auf Einfach-Handys beschränkte. 2016 schloss der finnische Elektronikhersteller HMD Global einen Lizenzvertrag mit Nokia, kaufte Microsoft Mobile die verbliebenen Nokia-Namensrechte ab und bietet seit 2017 weltweit exklusiv Nokia-Mobiltelefone an, die auf Android basieren und von Foxconn produziert werden.
    Nokia selbst konzentriert sich seit 2013 mit Nokia Networks auf die Telekommunikationsnetz- und Softwaresparte sowie mit Nokia Technologies, die unter anderem 2015 ein Tablet und eine VR-Kamera auf den Markt brachten, auf den Technologie-Sektor. Seit der Übernahme von Alcatel-Lucent, wodurch Nokia zum größten Netzwerkausrüster vor Ericsson, Huawei und ZTE aufstieg, treten beide Unternehmen seit dem 14. Januar 2016 unter dem Namen Nokia auf.]
    Man lese und staune, die gibt es noch und die konnten sogar die Handysparte für einen guten Preis verkaufen und haben sich durch Zukäufe zum größten Netzwerkausrüster verwandelt. Die haben die Zeichen erkannt, wenn auch spät und sind umgestiegen (Haben also genau das gemacht, was Sie fordern).
    Blackberry:
    [2014 übernahm Blackberry das deutsche Unternehmen Secusmart, das Technologie zur Sprachverschlüsselung entwickelt hat. Diese kommt auch auf Handys der Bundesregierung zum Einsatz. Das Portfolio wurde weiter auf „Secure Software Company“ fokussiert und wird durch weitere Übernahmen bestätigt: WatchDox (israelischer EFSS-Anbieter), AtHoc (Krisenkommunikationsanbieter), Encription (Cybersecurity Consulting) und Good Technology (Früherer EMM Konkurrent).
    Das Unternehmen leidet unter starken Umsatzrückgängen. Betrug dieser im Geschäftsjahr 2011 noch 19,9 Milliarden US-Dollar (dem höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte), lag er für das Geschäftsjahr 2015 nur noch bei 3,3 Milliarden US-Dollar. Diesem Rückgang stand jedoch ein Umsatzanstieg von rund 1.370 Prozent im Zeitraum von 2005 bis 2011 gegenüber.
    Am 28. September 2016 gab das Unternehmen bekannt, dass Smartphone nur noch in Lizenz hergestellt werden sollen. So bietet Blackberry die Hard- und Software-Härtungen für Android anderen Geräteherstellern in Lizenz an. Für OS10 wünscht sich das Unternehmen auch einen Lizenznehmer, konnte bisher aber noch keinen nennen.]
    Alle Angabe aus Wikipedia
    Auch die gibt es noch, und scheinbar stellen auch die Ihre Produktpalette um, was sollten die Namen zeigen?
    Machen Sie Sich eigentlich mal kundig, bevor Sie mit Namen um sich schmeissen, oder wie kam Enron in die Liste der Unternehmen, die an der Grösse zerbrochen sein sollen?

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 3. August 2017, 07:38

      Das Unternehmen wurde unter anderem durch letztlich erfolglose Projekte wie den Bau einer automatischen Gepäckförderanlage am Flughafen Frankfurt am Main und den Einstieg in den Bau von Kernkraftwerken belastet.

      Ich kenne diese Projekte besser als die meisten, denn ich habe sie Anfang der 1990er Jahre als junger Prüfer begleitet.

      Liest sich wie Misswirtschaft, oder ist das eine zwingende Folge einer bestimmten Größe?

      Manchmal haben Sie echt helle Momente…

      Wenn das so sein sollte, müssten Sie aber massiv gegen alle großen Konzern wettern und deren Zerschlagung fordern.

      Wieso das? Ich fordere auch nicht, dass nur Leute mit bestandenem IQ-Test und einwandfreiem Führungszeugnis einen Führerschein besitzen dürfen. Ich fordere auch nicht, dass Schwachköpfe aus diesem Forum ausgeschlossen werden. Rauschi, was soll der Unsinn? Das ist wieder eine dieser unergiebigen Debatten mit Ihnen, die zu nichts führen. Und natürlich kenne ich mehr von den Unternehmen, die ich anführe. Setzen wir einen Punkt.

      • Logos 3. August 2017, 14:08

        Rauschi: [Liest sich wie Misswirtschaft, oder ist das eine zwingende Folge einer bestimmten Größe?]
        Manchmal haben Sie echt helle Momente…
        Aus dem Munde eines Noeliberalen, bei dem erfahrungsgemäß unisono finsterste Dunkelheit herrscht, sollte Rauschi das als Kompliment nehmen.
        Stichworte: Kontraindikator und verlassliche Antireferenz

        Rauschi: [Wenn das so sein sollte, müssten Sie aber massiv gegen alle großen Konzern wettern und deren Zerschlagung fordern.]
        Wieso das?
        Wo soll man da anfangen?
        1) Weil Neoliberalen eine funktionierende Wirtschaft über alles geht?
        2) Weil misswirtschaftende Großkonzerne nicht einmal der verqueren Pietschen Vorstellung von Marktwirtschaft gerecht werden können?
        3) Weil misswirtschaftende Großkonzerne die Schumpetersche Vorstellung der Lichtgestalt des Unternehmers konterkariert?
        4) Weil Misswirtschaft in der neoliberalen Dogmatik gar nicht vorgesehen ist?
        5) Weil Misswirtschaft das neolibrale Dogma von „zum Gleichgewicht tendierender Märkte“ konterpariert?
        6) Weil misswirtschaftende Großkonzerne mit dem neoliberalen Konstrukt der „unsichtbaren Hand“ unvereinbar sind?
        7) Weil misswirtschaftende Großkonzerne indirekt das neoliberale Konstrukt „homo oeconomicus“ an der harten Wirklichkeit zerschellen lassen?
        Das waren mal ad hoc sieben Gründe – udn es ließen sich sicher nocht mehr finden.
        Und sie fragen: Wieso das?
        []. Was trifft es, herr Pietsch?

      • Logos 3. August 2017, 14:31

        Herr Pietsch, anstatt erneut ihren zutiefst anitliberalen und intoleranten Zensureingriffen nachzugehen, wären sie besser beraten, stattdessen eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie es sein konnte, dass sie „Wieso das?“ fragten, wo ich mal ad hoc allein schon sieben Gründe aus dem Ärmel schütteln konnte!

      • Logos 5. August 2017, 18:58

        Herr Pietsch hatte nun wahrlich genug Zeit, eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie es sein konnte, dass der „Wieso das?“ fragte, wo ich ad hoc sieben Antworten aus dem Ärmel schütteln konnte.
        Folgerichtig sollte davon ausgegangen werden, dass es keine überzeugende Antwort gibt, die nicht unmittelbar auf Heuchelei hinausläuft – was Pietsch aber niemals eingestehen wird. Denn dafür wäre Charaktergröße erforderlich. Würde er über selbige verfügen, hätte er gar nicht erst mit Täuschungsabsicht so offensichtlich Unwissenheit vorgeheuchelt.
        []

  • Rauschi 3. August 2017, 10:57

    i>Ich arbeite seit 1 1/2 Jahrzehnten mit Betriebsräten, 10-15% sind vernünftig, bewirken da aber auch nur beschränkt etwas für die Mitarbeiter. 90% sind schlimm bis Klassenkämpferstatus und schaden den Unternehmen. So den richtig idealen BR habe ich noch nicht getroffen.
    Daraus soll ich weissagen, was Sie darunter verstehen, unter dem Idealen BR? Die „vernünftigen“ bewirken wenig bis nichts für die Mitarbeiter, warum sind die dann vernünftig? Die anderen „Klassenkämpfer“ bewirken demnach mehr für die Mitarbeiter und das ist dann automatisch schlecht für das Unternehmen, oder erstmal nur für die Rendite, aber vielleicht auf längere Sicht positiv für das Unternehmen? Kann es Unternehmen nur dann gut gehen, wenn es den Mitarbeitern nicht gut geht?

    Sie wollen mir jetzt nicht erzählen, dass Sie nur Arbeitsverträge schließen, oder?
    Bitte, was will ich erzählen? Ich schließe Arbeitsverträge? Es war Ihre Aussage:
    [Alles andere lässt sich auch ohne Beamtenstatus und ohne Arbeitsverträge regeln.]
    Dann aber wieder gilt nur die Schriftform?
    [Wie ist das wohl zu interpretieren? Dass nur gilt, was schriftlich fixiert ist?]
    Was will der Autor vermitteln?

    Der Preis Ihrer Milch bestimmt sich nicht mal nach den Verhältnissen in Ihrer Region. Und ansonsten kaprizieren Sie sich immer auf Produktion, nie auf Dienstleistungen. Ja, das Haare schneiden passiert durch lokale Nachfrage, sind wir damit vollständig?
    Was hat das mit meiner Frage zu tun? Es geht um Ihre Aussage zur Nachfrageseite, die da lautet:
    [Angebotsbedingungen sind lokal, Nachfragekonditionen global. Demgemäß sollte sich vernünftige Wirtschaftspolitik ausrichten.]
    Steht da irgendeine Einschränkung auf Güter? Nein, das ist Ihre pauschale Aussage, dem zufolge die Nachfrage immer irgendwo auf der Welt gegeben ist, wo die herkommt ist egal, ob überhaupt global angeboten wird, offensichtlich auch.
    Zu den Fakten und Zahlen, ja der Binnenkonsum macht mehr als die Hälfte des BIP aus, allein 36 % der Ausgaben der Haushalte geht für den Bereich Wohnen drauf, wenn es nicht eindeutig lokal ist, dann weiß ich nicht, wie lokal definiert ist.

    Flassbeck will das auch, obwohl ihm kaum jemand zuhört.
    Aber der kann das mit Zahlen und Fakten untermauern, bei Ihnen kommt für den Bereich irgendwie nichts, rein gar nichts. Also, wenn die Konsumenten kein Einkommen brauchen, um zu konsumieren, wie funktioniert dann die Wirtschaft, so ohne Ware gegen Geld, haben wir den Tauschhandel wieder eingeführt und keiner hat es mitbekommen? Bei Ihrem Modell scheint das Geld für den Konsum von nirgendwo her zu kommen, aber das soll eine realistische Annahme sein?

    Irgendwie bin ich auf die nie getroffen.
    Na, wenn dass kein schlagender Beweis ist, das kommt mir vor wie der Ausspruch von Beckenbauern, er hätte in Katar keine Sklaven gesehen und deswegen gäbe es die nicht.

    Leute wie Sie sind sehr bequem: Sie beurteilen den Erfolg vom Ende her. War etwas erfolgreich, ja dann war das vorbestimmt. Dass die Universitäten regelmäßig Erkenntnisse gegen Geld weitergeben, die eben nicht zu gewinnträchtigen Produkten führen, das kommt in Ihrer Gedankenwelt nicht vor.
    Auf keinen Fall habe ich etwas geschrieben, was auch nur annähernd so interpretiert werden kann. Wenn die Uni das allen zur Verfügung gestellt hätte, gäbe es Wettbewerb und es darf nur so gehen, sie sind doch der Neoliberale hier, wann funktionieren Märkte? Die können auch Geld dafür nehmen, aber doch nicht nur von einem Anbieter, das muss allen offen stehen, wegen Wettbewerb, den Sie ja überall sehen, aber die Voraussetzungen nicht schaffen wollen?

    Würden die Erkenntnisse ohne Patent publiziert, ist es dem reinen Zufall überlassen, ob sich noch jemand die Mühe macht, ein Produkt daraus zu entwickeln. Was für jeden zugänglich ist, hat keinen Wert.
    Ja, genau so war das, die Uni hatte kein Patent, nur das Verfahren. Wenn nichts draus wird, so what? Sollte es aber als Produkt verkäuflich sein, dann von möglichst vielen, die das Potential sehen.
    Das hatte ganz offensichtlich für Apple sehr wohl einen enormen Wert, das ist die Grundlage für das I Phone gewesen.
    Wissen ist für viele zugänglich und hat damit auch keinen Wert oder keinen Preis, das sind ja meist Synonyme bei Ihnen? Irre, was man hier alles lernen kann.

    Manchmal haben Sie echt helle Momente…
    Welcher Teil der Aussage nun aber richtig sein soll, der mit der Grösse oder der Misswirtschaft, das lassen Sie im Dunkeln.

    Ich fordere auch nicht, dass nur Leute mit bestandenem IQ-Test und einwandfreiem Führungszeugnis einen Führerschein besitzen dürfen.
    Sie fordern ein europäisches Google, meinen aber gleichzeitig, das große Unternehmen zum Scheitern verurteilt sind, wo ist denn da die Logik? Wirtschaft ist doch Ihr Steckenpferd, Sie fordern ja auch sonst alles mögliche, warum nicht mal zu Abwechslung was vernünftiges?

    Und natürlich kenne ich mehr von den Unternehmen, die ich anführe.
    Und wie kam dann Enron auf die Liste?

    Gruss Rauschi

    • In Dubio 3. August 2017, 13:26

      Ich habe Ihnen Beispiele genannt. Das Problem des BR ist der Spagat zwischen den Interessen des Unternehmens und denen der Mitarbeiter, beiden ist er verpflichtet. Es ist nicht verwunderlich, dass die meisten an dieser Aufgabe scheitern. Zuletzt habe ich es mehrfach erlebt, dass der BR die Zustimmung zu Gehaltserhöhungen verweigert hat. Einfach, weil nicht alle Mitarbeiter gleichermaßen berücksichtigt worden wären. Absurd, oder?

      Sie wollen mir jetzt nicht erzählen, dass Sie nur Arbeitsverträge schließen, oder?
      Bitte, was will ich erzählen? Ich schließe Arbeitsverträge? Es war Ihre Aussage:
      [Alles andere lässt sich auch ohne Beamtenstatus und ohne Arbeitsverträge regeln.]
      Dann aber wieder gilt nur die Schriftform?
      [Wie ist das wohl zu interpretieren? Dass nur gilt, was schriftlich fixiert ist?]
      Was will der Autor vermitteln?

      Tja, Rauschi, zwei mögliche Erklärungen: ich erkläre schlecht oder Ihnen fehlen wesentliche Grundkenntnisse. Worüber beklagt sich denn die Linkspartei? Werkverträge. Geschäftsbesorgungsvertrag. Freelancervereinbarungen. All dies und noch mehr sind keine Arbeitsverträge. Kennen Sie das nicht?

      Zu den Fakten und Zahlen, ja der Binnenkonsum macht mehr als die Hälfte des BIP aus, allein 36 % der Ausgaben der Haushalte geht für den Bereich Wohnen drauf, wenn es nicht eindeutig lokal ist, dann weiß ich nicht, wie lokal definiert ist.

      Tolle Leistung: Sie wollen ein Argument bringen und schießen sich im gleichen Satz ins Knie. Mieten sind nach UStG, soweit die Vermietung an Privatpersonen erfolgt, kein steuerbarer Vorgang. Nach 21 EStG gehören Mieten zu den Überschusseinkünften. Und während Konsum für Ökonomen der Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen ist, ist die Vermietung einer Sache bloß deren Überlassung. Merke: Mieten sind kein Konsum!

      Wenn die Uni das allen zur Verfügung gestellt hätte, gäbe es Wettbewerb und es darf nur so gehen, sie sind doch der Neoliberale hier, wann funktionieren Märkte?

      Tja, das scheinen Sie wirklich nicht zu wissen. Für das Funktionieren einer marktwirtschaftlichen Ordnung ist Eigentum essentiell, es schließt andere von der Nutzung und Teilhabe aus. Nur wenn Sie andere ausschließen können, können Sie etwas verwerten. Warum sollte jemand hohe Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebskosten eingehen, wenn jede Pappnase später für Null auf etwas zurückgreifen kann?

      Wenn nichts draus wird, so what? Sollte es aber als Produkt verkäuflich sein, dann von möglichst vielen, die das Potential sehen.

      Bemühen Sie sich einmal in die Ante Position. Warum sollte ich etwas entwickeln, wenn jeder es nachmachen kann, sobald das Produkt erfolgreich ist? Und bei Misserfolg bin ich der einzige Angeschmierte.

      Wissen ist für viele zugänglich und hat damit auch keinen Wert

      Gutes Beispiel. Die meisten nutzen es nicht, viele können, einmal erworben, wenig damit anfangen und wenige profitieren. Und so haben wir unter anderem viele Dauerstundeten und junge Frauen, die an der Uni schlicht zwischengeparkt sind, bis sich etwas Besseres oder ein potenter Ernährer findet. Alles Ergebnis der Kostenlosmentalität.

      Welcher Teil der Aussage nun aber richtig sein soll, der mit der Grösse oder der Misswirtschaft, das lassen Sie im Dunkeln.

      Die größten Organisationen von Misswirtschaft sind Behörden. Warum? Weil sie groß sind. Sind Sie betrügerisch? Wahrscheinlich nicht. Wenn Sie aber mit 100.000 anderen Menschen arbeiten, lässt sich diese Behauptung nur noch schwer aufrechterhalten. Aber dann sind Sie nicht Rauschi, sondern Rauschi Group. Und Sie wären die Erste, die mir sagt, dass Rauschi betrügerisch ist.

      Sie fordern ein europäisches Google

      Nein. Ich würde erwarten, dass die Europäer innerhalb von zwei Generationen etwas Neues auf die Beine stellen, dass für die Zukunft Bedeutung besitzt. Wir hängen weltweit im Internet hintendran. Wir bringen kein vernünftiges E-Commerce-Unternehmen auf die Beine. Wir kämpfen trotz eines Traditionsunternehmens wie Siemens um Geltung im Mobilfunk. Ich finde das armselig.

      ENRON? Enron ist beispielhaft, was passiert, wenn Unternehmen in die Hybris hineinwachsen.

      • Logos 3. August 2017, 14:25

        Das Problem des BR ist der Spagat zwischen den Interessen des Unternehmens und denen der Mitarbeiter, beiden ist er verpflichtet.
        Das ist – wieder einmal – schlicht weg falsch! Ein Betriebsrat ist eine institutionalisierte Arbeitnehmervertretung in Betrieben. Das heißt er hat die Interesse der Arbeitnehmer zu vertreten PUNKT Die Unternehmensinteressen vertreten schon die Unternehmer oder die Geschäftsführer und ggf. Leitenden Angestellten.

        Es ist nicht verwunderlich, dass die meisten an dieser Aufgabe scheitern.
        Nur gibt es “diese Aufgabe” gar nicht – die existiert nur in Pietschs verquerer Vorstellung!

        Mieten sind nach UStG, soweit die Vermietung an …
        Ich kürze ab: Thema verfehlt. Infolge der stereotypen Pietschen Torpfostenverschieberei.

        Tja, das scheinen Sie wirklich nicht zu wissen.
        Nein, das war einfach eine Frage nach Pietschs Ansicht. Scheint Pietsch nicht gewusst zu haben. [].
        Ansonsten: Thema verfehlt. Infolge der stereotypen Pietschen Torpfostenverschieberei. Denn die Frage „ wann funktionieren Märkte?“ bleibt unbeantwortet.

        Bemühen Sie sich einmal in die Ante Position. …
        Ums erneut abzukürzen: Thema verfehlt. Auf Rauschis Einlassung wird nicht wirklich eingegangen.

      • Rauschi 3. August 2017, 18:04

        Worüber beklagt sich denn die Linkspartei? Werkverträge. Geschäftsbesorgungsvertrag. Freelancervereinbarungen. All dies und noch mehr sind keine Arbeitsverträge. Kennen Sie das nicht?
        Ach und das wünschen Sie allen Arbeitnehmers, sich selbst eingeschlossen? Muss ja ein echtes Teufelswerk sein, so ein Arbeitsvertrag. Welcher Passus gefällt da nicht, oder wollen Sie so einfach nur das Arbeitsrecht umgehen, so mit Kündigungs-Arbeits- und Mutterschutz? Darauf würde ich verstärkt tippen, denn was hat der blöde Mitarbeiter auch Rechte haben zu wollen?
        Frechheit, alle Macht dem Unternehmer, wo kommen wir denn sonst hin?

        Tolle Leistung: Sie wollen ein Argument bringen und schießen sich im gleichen Satz ins Knie.
        Lesen Herr Pietsch, lesen [Angebotsbedingungen sind lokal, Nachfragekonditionen global. Demgemäß sollte sich vernünftige Wirtschaftspolitik ausrichten.]
        Wohnen ist bei Ihnen nur Miete, es gibt keine Eigentümer und Hausbauer? Es gibt einen Wohnungs/Häuser/Grundstücksmarkt, mit Angebot und Nachfrage, oder nicht? Sind die Bedingungen da lokal oder global, solange es nicht IN-Städte wie Berlin oder München sind?
        Woher nimmt die Nachfrageseite die Mittel um entweder die Miete oder die Raten zu bezahlen? Fällt vom Himmel, ich vergaß, es kann per Pietsch-Definition nie einen Mangel an Nachfrage geben.
        Tja, wenn das nicht aus dem sagenhaften Vermögen als Unternehmer stammt, dann würde ich meinen, bei den meisten kommt das aus dem laufenden Einkommen. Wenn die Aussage von Flassbeck [dass die Leute verdienen müssen um zu kaufen/mieten.] falsch ist, woher kommt es denn dann?
        Einfache Frage, einfache Antwort?

        Für das Funktionieren einer marktwirtschaftlichen Ordnung ist Eigentum essentiell, es schließt andere von der Nutzung und Teilhabe aus.
        Das liest sich jetzt für mich wie der Start eines Monopols, ein Exklusivwissen für einen. Damit aber [Eine Marktwirtschaft ist weder für Unternehmen, noch Arbeitnehmer da. Der einzige Sinn und Zweck besteht darin, die Konsumenten mit hochwertigen Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen. ] funktionieren kann, ist das ja nun absolut kontraproduktiv. Wo kommen die günstigen Preise her, war der Grund dafür nicht, das es viele Anbieter geben soll, die miteinander im Wettbewerb stehen?

        Vielleicht muss ich es noch einfach schreiben, damit es bei Ihnen ankommt:
        a) An einer mit Steuergeldern finanzierten Uni wurden die Grundlagen für eine Technik für den Touchscreen erforscht.
        b) Apple hat keinen Cent investiert
        c) Apple hört von der Technik und meldet diese zum Patent an, hat also maximal die Kosten für einen Patentanwalt.
        Womit begründen Sie hier das „geistige“ Eigentum? Das war Grundlagenforschung mit Steuermitteln, warum zum Henker sollte das nur einem Unternehmen zu gute kommen?

        Bei eigener Forschung sehe ich auch die Kosten, klar, nur wie soll es Wettbewerb geben, wenn keiner mehr forscht, weil sich das nicht lohnen könnte? Das nennt sich „unternehmerisches Risiko“, fordern Sie das nicht dauernd?

        Warum sollte ich etwas entwickeln, wenn jeder es nachmachen kann, sobald das Produkt erfolgreich ist?
        Tja, wieso sollte es überhaupt mehr als ein Produkt von einem Typ geben, wenn sich das nicht lohnt? Scheint sich ja zu lohnen, denn es gibt mehr als einen Smartphone Hersteller, oder irre ich mich da?

        Und so haben wir unter anderem viele Dauerstundeten und junge Frauen, die an der Uni schlicht zwischengeparkt sind, bis sich etwas Besseres oder ein potenter Ernährer findet. Alles Ergebnis der Kostenlosmentalität.
        Ich will mal zu Ihren Gunsten davon ausgehen, das Sie gar nicht mehr bemerken, welche Chauvi-Sprüche Sie hier ablassen (den mit der Grösse habe ich noch durchgehen lassen).
        Frauen werden zwischengeparkt, wie Autos? Wer parkt die denn? Eine Frau kann es in Ihren Augen auch nichts richtig machen, macht Sie keine Karriere, ist das auch nicht gut. Wenn sie Karriere macht, dann aber nur, wenn sie auch Kinder bekommt, damit Sie wieder über Rabenmütter (wegen Kleinkindbetreuung) schimpfen können. Oder sie bekommt keine, das ist dann auch falsch und unsolidarisch, wegen der Rente und ähnlichem Murks.

        Aber bei Ihrer Definition unserer Mitmenschen wundern Sie Sich ernsthaft, das hier keine Konkurrenz zu den amerikanischen Platzhirschen aufgebaut wird? Es gibt auch in GB keine ähnlichen Start Up´s, obwohl dort die Bildung extrem teuer ist, das scheint kein zwingender Zusammenhang zu sein. Ihre und meine Bildung war kostenlos, wir beide haben eine gute Position, das schliesst sich also auch nicht aus. Nochmal die Frage, ist in unserem Volk die Gaussverteilung anders als in vergleichbaren Ländern, oder worauf stützen Sie Ihre Aussagen?

        Die größten Organisationen von Misswirtschaft sind Behörden. Warum? Weil sie groß sind.
        Wie, war Enrom eine Behörde?
        [Enron ist beispielhaft, was passiert, wenn Unternehmen in die Hybris hineinwachsen.]
        Die wachsen da hinein, das passiert einfach so, ohne Gegenmittel?

        Dann sind wir vieleicht gut beraten, wenn wir nicht versuchen, es den Grossen gleich zu tun, wir warten, bis die an ihrer Grösse kaputt gehen und übernehmen dann den Markt? Kostet noch nicht mal Forschungsgelder.

        Gruss Rauschi

        • In Dubio 3. August 2017, 19:29

          Ach und das wünschen Sie allen Arbeitnehmers, sich selbst eingeschlossen?

          Rauschi, gehen Sie einfach zum Anfang diesen Disputs zurück. Was verstehen Sie an meinem Eingangsstatement nicht? Ich kann das fast noch aus dem Gedächtnis schreiben: das mag Ihnen nicht gefallen, das mögen Sie aus sozialen oder anderen Gründen ablehnen. Aber das ist eine mögliche Form der Organisation. Und das heißt nicht, dass ich das befürworte, aber sie ist theoretisch möglich. Sie scheinen große Schwierigkeiten zu haben, einen Sachverhalt zu beleuchten ohne gleich mit der Schere im Kopf zu bewerten.

          Wohnen ist bei Ihnen nur Miete, es gibt keine Eigentümer und Hausbauer?

          Gilt das Gleiche. Ökonomisch wie einkommensteuerrechtlich Investition, kein Konsum. Wie kommt es, dass Sie zweimal Wohnen falsch bewerten?

          Das liest sich jetzt für mich wie der Start eines Monopols, ein Exklusivwissen für einen.

          Jedes Privateigentum begründet ein Monopol? Dann gibt es nur Volkseigentum. Das hat aber auch nicht so funktioniert.

          Vielleicht muss ich es noch einfach schreiben, damit es bei Ihnen ankommt:
          a) An einer mit Steuergeldern finanzierten Uni wurden die Grundlagen für eine Technik für den Touchscreen erforscht.
          b) Apple hat keinen Cent investiert
          c) Apple hört von der Technik und meldet diese zum Patent an, hat also maximal die Kosten für einen Patentanwalt.

          Ich habe das nicht überprüft, also nehme ich das so wie Sie sagen als gegeben. Bitte beschreiben Sie mir so präzise wie es Ihnen möglich ist, was Sie konkret daran stört. Mir ist das definitiv nicht klar.

          Bei eigener Forschung sehe ich auch die Kosten, klar, nur wie soll es Wettbewerb geben, wenn keiner mehr forscht, weil sich das nicht lohnen könnte?

          Ich sprach von Entwicklung, das kommt nach der Forschung. Dazwischen liegen große Unterschiede. Nicht jedes Unternehmen kann sich die teils immensen Kosten von Forschung leisten, weshalb der Staat hier Hilfestellung leistet. Da ist nichts Anrüchiges dran – für Sie, so wie ich Sie verstanden habe, schon.

          Scheint sich ja zu lohnen, denn es gibt mehr als einen Smartphone Hersteller, oder irre ich mich da?

          Wieder mein Schumpeter: das sind imitierende Unternehmer. Sie sorgen für die Verbreitung einer neuen Technologie, eines Produkts.

          Ich will mal zu Ihren Gunsten davon ausgehen, das Sie gar nicht mehr bemerken, welche Chauvi-Sprüche Sie hier ablassen (den mit der Größe habe ich noch durchgehen lassen).

          Das nehmen Sie fälschlich an, in diesem Fall habe ich Ihr Wohlwollen nicht verdient. Ich bin ein Chauvinist (siehe meinen diesbezüglichen Artikel), der den Unterschied von Männern und Frauen betont und gleichzeitig das Weibliche verehrt. Ich halte Frauen noch die Türe auf und anderes. Der Größenspruch war mit einem Augenzwingern gemeint, wenn Sie das so genommen haben, freut es mich. Es lag mir jedoch fern, Sie anzufassen und falls das so von Ihnen aufgenommen wurde, entschuldige ich mich ausdrücklich für die Despektierlichkeit.

          In Deutschland studiert nur so die Hälfte von jenen, welche die Hochschulreife besitzen. Die anderen, also ein großer Anteil, wirft ein Teil seines Potentials weg. Obwohl Bildung weitgehend kostenlos ist, studieren hierzulande weniger junge Menschen als in Ländern mit Studiengebühren. Obwohl mehr Frauen als Männer studieren, machen mehr Männer als Frauen Karriere. Auch das kann man als Verschwendung im Rahmen der Kostenlossorglos-Politik ansehen.

          Persönlich: während meines Grundstudiums habe ich zwei junge Kommilitoninnen durch zwei Klausuren gebracht – nur, damit sie nach dem Grundstudium aufgeben (bzw. eine gescheitert ist) und sich dann zügig in den bequemen Hafen der Ehe zu begeben. Sowohl das vorher öffentlich investierte Geld als auch meine Anstrengungen waren damit weggeworfen. Hätte ich das gewusst, hätte ich beiden gesagt, sie sollen selber sehen, wie sie zurande kommen. Ins mündliche Steuerrechtsexamen bin ich mit zwei jungen Damen gegangen. Von 4 frei wählbaren Themenkomplexen entschieden sich die Naivlinge für das schwierigste Thema, Außensteuerrecht. Da normalerweise niemand so einfältig ist, es sich ausgerechnet im Examen so schwer wie möglich zu machen, kostete mich das eine bessere Bewertung. Das einzig Positive: die beiden Examinierten flogen durch, eine davon hochschwanger. Unwahrscheinlich, dass sie es später nochmal versuchte.

          Nochmal die Frage, ist in unserem Volk die Gaussverteilung anders als in vergleichbaren Ländern, oder worauf stützen Sie Ihre Aussagen?

          Siehe oben.

          Aber bei Ihrer Definition unserer Mitmenschen wundern Sie Sich ernsthaft, das hier keine Konkurrenz zu den amerikanischen Platzhirschen aufgebaut wird?

          Ich halte die Deutschen nicht für doof, ganz im Gegenteil. Wir sind überdurchschnittlich gut gerade im Ingenieursbereich. Umso erstaunlicher, dass wir doch relativ wenig damit machen. Es scheint also an den Rahmenbedingungen zu liegen und damit sind wir beim Staat und gesellschaftlichen Einstellungen.

          Gehen Sie mal zu Ihrem Chef, der kann Ihnen vielleicht etwas über Unternehmensphilosophie erzählen. Mir glauben Sie ja nicht. Es würde mich sehr stark wundern, wenn er Ihnen erzählen würde, er plane für die nächsten 5 Jahre fallende Umsätze, fallende Erträge und sinkende Mitarbeiterzahlen. Nur wenn Umsätze und Erträge wachsen, nimmt die Beschäftigung zu. Google war mal sehr klein. Heute ist es ein Unternehmen, das sich die kapitalintensivsten Forschungsbereiche leisten kann. Hört ein Unternehmen auf zu wachsen, wird es anfällig für „alternative Wege“ des Erfolgs – Misswirtschaft und Korruption.

          • Rauschi 3. August 2017, 20:22

            Gilt das Gleiche. Ökonomisch wie einkommensteuerrechtlich Investition, kein Konsum. Wie kommt es, dass Sie zweimal Wohnen falsch bewerten?
            Was ändert der Name an der Aussage, das können auch Äpel oder Birnen oder sonstwas sein? Es ist und bleibt ein Markt und dafür gilt ja Ihre Aussage, oder habe ich was verpasst?
            [Es gibt einen Wohnungs/Häuser/Grundstücksmarkt, mit Angebot und Nachfrage, oder nicht? Sind die Bedingungen da lokal oder global, solange es nicht IN-Städte wie Berlin oder München sind?
            Woher nimmt die Nachfrageseite die Mittel um entweder die Miete oder die Raten zu bezahlen? Fällt vom Himmel, ich vergaß, es kann per Pietsch-Definition nie einen Mangel an Nachfrage geben.
            Tja, wenn das nicht aus dem sagenhaften Vermögen als Unternehmer stammt, dann würde ich meinen, bei den meisten kommt das aus dem laufenden Einkommen. Wenn die Aussage von Flassbeck [dass die Leute verdienen müssen um zu kaufen/mieten.] falsch ist, woher kommt es denn dann?
            Einfache Frage, einfache Antwort?]

            Bitte beschreiben Sie mir so präzise wie es Ihnen möglich ist, was Sie konkret daran stört. Mir ist das definitiv nicht klar.
            Zum nochmaligen lesen:
            Das war Grundlagenforschung mit Steuermitteln, warum zum Henker sollte das nur einem Unternehmen zu Gute kommen?
            Wenn die Forschung ein Mittel gegen Krebs erforscht hätte, das keine Nebenwirkungen hat, sollte das Ergebniss nur einem Pharmaunternehmen überlassen werden? Die Steuermittel sollen so eingesetzt werden, das der maximale Nutzen für die Mehrheit der Menschen dabei heraus kommt, das gilt erst recht in der universitären Forschung. Ist es jetzt klar? Die Mehrheit profitiert von einem breiten Angebot vieler Hersteller, dann kann ein Forschungsergebniss nicht nur an einen gehen.

            Wieder mein Schumpeter: das sind imitierende Unternehmer. Sie sorgen für die Verbreitung einer neuen Technologie, eines Produkts.
            Wie können die das denn, wenn nur das Ursprungsunternehmen die Technik kennt und das als Eigentum natürlich nicht weiter gibt? Seltsam, sehr seltsam.

            Obwohl Bildung weitgehend kostenlos ist, studieren hierzulande weniger junge Menschen als in Ländern mit Studiengebühren.
            Was haben die dann davon, wenn doch kein Start Up dabei rum kommt?
            Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir hier eine duale Ausbildung, auch das ist ein Grund dafür.

            Es scheint also an den Rahmenbedingungen zu liegen und damit sind wir beim Staat und gesellschaftlichen Einstellungen.
            Ach nein, echt? Der Staat soll sich aus vielem heraus halten, aber die Einstellung, die darf er beeinflussen (sofern ein Staat das überhaupt kann)?
            Hätten Sie Sich nur einmal den Vortrag von Herrn Dueck angehört, wüssten Sie , das mir das längst bewusst ist. Der hat sehr anschaulich die Unterschiede zwischen Amerikanern und Deutschen veranschaulicht. Wenn jemand mit einem neuen Produkt oder einer neuen Technik kommt, dann fragen beide „wie viele andere haben das schon?“ Der Unterschied ist, der Amerikaner kauft, wenn das noch kein anderer hat und der Deutsche nur, wenn es genügend Referenzen gibt. Wie wollen Sie das ändern?

            Hört ein Unternehmen auf zu wachsen, wird es anfällig für „alternative Wege“ des Erfolgs – Misswirtschaft und Korruption.
            Wenn es zu gross wird dann [Enron ist beispielhaft, was passiert, wenn Unternehmen in die Hybris hineinwachsen.] wächst da irgendwas, bleibt die Wahl zwschen Pest und Colera. Warum darf der Umsatz nicht gleich bleiben? Das ständige Wachstum braucht das System, deswegen ist es höchste Zeit, über ein anderes nachzudenken.

            Gruss Rauschi

            • In Dubio 4. August 2017, 09:30

              Sie haben Äpfel und Birnen genommen. Für Sie war wichtig die Bedeutung von Konsum zu zeigen. Sie haben ja nicht von generellen Ausgaben gesprochen, denn Investitionen beispielsweise tätigen weit überproportional Begüterte. Wer private Investitionen begünstigen will, sollte also z.B. die Zinsbesteuerung niedrig halten und kürzere Abschreibungszeiträume ermöglichen. Darum ging es Ihnen aber nicht, also? Auch ein Millionär gibt Geld aus, auch ein Freelancer oder Gewerkarbeiter gibt Geld aus. Sie argumentieren viel zu pauschal (mehr dazu siehe unten).

              Das war Grundlagenforschung mit Steuermitteln, warum zum Henker sollte das nur einem Unternehmen zu Gute kommen?
              Wenn die Forschung ein Mittel gegen Krebs erforscht hätte, das keine Nebenwirkungen hat, sollte das Ergebnis nur einem Pharmaunternehmen überlassen werden?

              Sie hatten Aufschlag. Nun haben Sie den zweiten Aufschlag bekommen, platzieren den Ball schön hoch in die Mitte des Feldes und dürfen sich nicht beschweren, wenn mein Return Crosshand geschlagen Sie aus dem Feld treibt.

              Es beginnt damit, dass Sie nur einen Bruchteil der Wahrheit sagen. Wie so viele Forschungen von Universitäten beschränkt sich auch die Touch Screen Technologie, entstanden an der University of Toronto, auf Grundlagenforschung. Ein sehr langer Weg bis zum so called wow-effect, der stattfand, als Apple die Technologie schon länger entwickelt hatte. (Sie erkennen vielleicht wieder den Unterschied zwischen Forschung und Entwicklung?). Tatsächlich hatte ein gewisser Wayne Westerman dies im Rahmen seiner Dissertation vorangetrieben (Hand Tracking, Finger Identification, and Chordic Manipulation on a Multi-Touch Surface), danach seine eigene Firma gegründet, sein eigenes Know-how dort eingebracht und das Unternehmen FingerWorks zwei Jahre später an Apple verkauft. Diese wiederum benötigten weitere 2 Jahre, um die Touch Screen Technologie in neuartigen Smartphones zu verarbeiten. Von dem Zeitpunkt, als das Wissen die Universität verließ bis zur kommerziellen Nutzung vergingen also rund 5 Jahre. Das sind 60 Monate, was meinen Sie, wer hat da etwas Entscheidendes verpasst? Blackberry wie andere Hersteller auch setzten damals auf normale Tastaturen, weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass Menschen eines Tages mit Fingern auf einem Bildschirm herumfahren mochten.

              An Ihrer Behauptung ist damit fast alles falsch. Apple meldete das Wissen erst 2004 zum Patent an, in Zusammenarbeit mit dem promovierten Forscher Westerman. Weder der Allgemeinheit und auch nicht der Uni wurde irgendetwas gestohlen oder nur vorenthalten. Als Apple und Westerman aus langen Forschungsergebnissen ein marktgängiges Produkt machen wollten, ließen sie sich selbstverständlich ihr Know-how patentieren. Patente haben eine Laufzeit von 20 Jahren und mehr, aber wir haben seit langem Touch Screens auch von anderen Herstellern auf dem Markt. Wie soll das gehen, wenn Apple die Technologie erst 2004 anmeldete?

              Bill Buxton bezeichnet in der Business Week den Weg vom einer Innovation zu einem Verkaufsschlager als „The Long Nose of Innovation„. Da die meiste Grundlagenforschung an Universitäten passiert, halten Sie die kommerzielle Nutzung von Erkenntnissen für weitgehend inakzeptabel. Selbst wenn Ihre Schilderung weitgehend gestimmt hätte, was post-ante nun sehr viel verlangt ist, so hätten wir zum einen eine sehr schlafmützige Universität, die es versäumt, wichtiges Wissen mit einem rechtlichen Schutz zu versehen. Danach hätte man immer noch beliebig damit verfahren können. Die Anmeldung zum Patent verlangt, dass ein Innovator jeden Schritt detailgetreu der Allgemeinheit offen legt – etwas, was Sie ganz offensichtlich scheuen und weshalb heute viele Unternehmen eben kein Patent mehr beantragen, schließlich liest die Konkurrenz mit. Das Patentrecht sieht kein Verbot vor, dass auf Basis von allgemeinen Grundlagenwissen patentierbare Entwicklung und ein patentierbares Produkt aufgebaut wird, das nämlich suggerieren Sie. Und über die Patentierbarkeit entscheidet der Staat in Gestalt seiner Beamten. Also was kritisieren Sie? Schlafmützige Forscher, die wie Schulkinder nicht erkennen, welchen wirtschaftlichen Wert ihr Tun hat? Einen geistigen Diebstahl, den es nie gab? Ahnungslose Patentbeamte, die selbst geklautes Wissen durchwinken? Im Grunde kritisieren Sie gar nichts, weil Sie nicht wissen, was Sie kritisieren sollten noch wie man es anders machen könnte. Danke fürs Gespräch, der Punkt geht mit harter Crosshand geschlagen eindeutig an mich.

              Der Staat soll sich aus vielem heraus halten, aber die Einstellung, die darf er beeinflussen (sofern ein Staat das überhaupt kann)?

              Das habe ich eben nicht gesagt. Ich habe gesagt, für dieses und jenes wären gesellschaftliche Einstellungen verantwortlich. Da stand ein und dazwischen, in der deutschen Sprache nennt man das Aufzählung.

              Wenn es zu gross wird dann [Enron ist beispielhaft, was passiert, wenn Unternehmen in die Hybris hineinwachsen.] wächst da irgendwas, bleibt die Wahl zwschen Pest und Colera. Warum darf der Umsatz nicht gleich bleiben? Das ständige Wachstum braucht das System, deswegen ist es höchste Zeit, über ein anderes nachzudenken.

              Da bleibt mir nur mein Schumpeter, die Phasen des Unternehmens wie des Marktes. Innovation, Revolution, Mutation, die statische Phase und dann die Schrumpfung. Am Ende stirbt das Unternehmen. Aber wie wollen Sie bis zur statischen Phase kommen, wenn nicht vorher Innovation, Revolution und Mutation durchlaufen sind? Kinder bringt halt eben immer noch der Klapperstorch.

              • Rauschi 4. August 2017, 10:46

                Apple meldete das Wissen erst 2004 zum Patent an, in Zusammenarbeit mit dem promovierten Forscher Westerman. Weder der Allgemeinheit und auch nicht der Uni wurde irgendetwas gestohlen oder nur vorenthalten.
                Das alles hätte auch ohne den promovierten Forscher (ich darf davon ausgehen, der er diese Promotion an einer Uni erworben hat) und dessen Grundlagenforschung geklappt? Dann ist ja gut, es braucht niemand Grundlagen für Irgendwas, die brauchen das nur fertig zu entwickeln. Das Wissen, das der Forscher erworben hat, an der Uni, wäre also auch ohne Uni entstanden? Können Sie mal vom Anfang her denken, nicht immer nur von Ende, wie Sie es von mir verlangen? Nur weil der sein Wissen in eine eigene Firma transferiert hat, ist es doch nicht sein Eigentum. Wenn das (die ganze Grundlagenforschung) ein Privatmann gemacht hätte, kein Einspruch, aber doch bitte nicht so.
                so hätten wir zum einen eine sehr schlafmützige Universität, die es versäumt, wichtiges Wissen mit einem rechtlichen Schutz zu versehen.
                So sieht es wohl aus, aber ein Wissensschutz, wie sollte der denn aussehen? Nein, das darf nur über eine allgemeine Veröffentlichung der Ergebnisse gehen, was soll die Uni mit dem Schutz? Sie könnte höchstens die Forscher verpflichten, alles zu veröffentlichen, bevor sich jemand selbstständig macht und so Kapital aus der Forschung ziehen kann. Wenn das allgemein oder zumindest für die Eingeweihten zugänglich ist, wird keiner mehr dafür bezahlen.

                Danke fürs Gespräch, der Punkt geht mit harter Crosshand geschlagen eindeutig an mich.
                Ach ja, meine Sie das immer noch?

                Auch ein Millionär gibt Geld aus, auch ein Freelancer oder Gewerkarbeiter gibt Geld aus. Sie argumentieren viel zu pauschal (mehr dazu siehe unten).
                Na und, was hat das mit meiner Frage zu tun? Sie können auch gerne detaillierter antworten, wenn das einfacher ist, Sie scheinen ja die Antwort zu haben, woher die Mittel für die Ausgaben der Haushalte kommen sollen, wenn nicht vom Einkommen (womit Ihre drei Beispiele schon wieder ausfallen, denn alle beziehen Einkommen, ob das nun Erwerbs- oder Vermögenseinkommen ist, spielt für die Betrachtung gar keine Rolle).

                Da bleibt mir nur mein Schumpeter, die Phasen des Unternehmens wie des Marktes. Innovation, Revolution, Mutation, die statische Phase und dann die Schrumpfung.
                Gibt es das auch als reales Beispiel und nicht nur als Gedankenexperiment?
                Was soll mir das sagen? Dann dürfte es die alten grossen Unternehmen eigentlich alle schon gar nicht mehr geben, die Realität straft Ihre Aussage als Falsch.

                Ich habe gesagt, für dieses und jenes wären gesellschaftliche Einstellungen verantwortlich. Da stand ein und dazwischen, in der deutschen Sprache nennt man das Aufzählung.
                [Es scheint also an den Rahmenbedingungen zu liegen und damit sind wir beim Staat und gesellschaftlichen Einstellungen.]
                Also sind beide dafür verantwortlich, dann kann ich doch wohl fragen, was der Staat denn in dem Punkt tun sollte? Das etwas so scheint, ist noch überhaupt kein Beleg für irgendwas. Es scheint auch so, als würde die Sonne am Abend verschwinden, dem ist aber nicht so, sie ist nur nicht mehr zu sehen.

                Gruss Rauschi

                • In Dubio 4. August 2017, 12:00

                  Der Return ist klar an Ihnen vorbei im Feld gelandet. Sie hatten Aufschlag. Nun versuchen Sie dem Ball hinterherzujagen, in dem Sie jeden Promovierten zum potentiell Kriminellen erklären, wenn dieser an seiner Arbeit weiter forscht und später entwickelt. Und Sie erklären jeden Uniabsolventen (also auch mich) zum Kriminellen, der das Gelernte zum Eigennutz verwendet. Eine solche Auffassung ist in jedem Rechtsstaat absurd, warum sollte ich mich nur annähernd damit beschäftigen? Wie gesagt, Punkt, nächstes Thema. Das nächste Mal nehmen Sie meine Bitte, Ihr Anliegen zu konkretisieren, ernster. Sie hat nämlich beim Aufschlag keineswegs gestört, dass Uniabsolventen ihr Wissen mitnehmen noch dass im Staatsdienst vor allem Schlafmützen agieren. Und das war’s für mich.

                  Na und, was hat das mit meiner Frage zu tun?

                  Wenn die Aussage von Flassbeck [dass die Leute verdienen müssen um zu kaufen/mieten.] falsch ist, woher kommt es denn dann?
                  Auch ein Unternehmer verdient. Das war doch, wenn ich den Satz richtig begreife, das Erfordernis. Dem ist doch Genüge getan.

                  Gibt es das auch als reales Beispiel und nicht nur als Gedankenexperiment?

                  Schumpeter ist etwas älter als Flassbeck. Und er wird noch zitiert werden, wenn dem Hamburger längst ein Grabstein errichtet ist. Den Zyklus kann man sehr häufig nachvollziehen. Hatte ich schon AEG erwähnt?

                  Also sind beide dafür verantwortlich, dann kann ich doch wohl fragen, was der Staat denn in dem Punkt tun sollte?

                  Bitte, ich fahre nicht mit Ihnen Karussell.

                  Schönes Wochenende!

                  • Rauschi 4. August 2017, 12:53

                    Und Sie erklären jeden Uniabsolventen (also auch mich) zum Kriminellen, der das Gelernte zum Eigennutz verwendet.
                    Das Erlernte, nein das erforschte! Das sollte nach Ihrer Ansicht für den Eigennutz einer Firma oder eines Individuums da sein? Können Sie das mal allgemein verständlich begründen? Warum alle Steuerzahler für den Nutzen einzelner bezahlen sollen?

                    Eine solche Auffassung ist in jedem Rechtsstaat absurd, warum sollte ich mich nur annähernd damit beschäftigen?
                    Was Sie aus meinen Aussagen machen, ist Ihre Sache. Nachweislich habe ich nichts in diese Richtung geschrieben. Sie schreiben von Wissensschutz, aber ich mache jemand zum Kriminellen? Wahnsinn.

                    Auch ein Unternehmer verdient. Das war doch, wenn ich den Satz richtig begreife, das Erfordernis. Dem ist doch Genüge getan.
                    Sie schreiben doch, die Aussage wäre falsch, jetzt ist die aber richtig? Nein, die Aussage war, das Menschen (das schliesst auch Unternehmer ein) Geld verdienen müssen, um zu konsumieren und damit die tollen Waren der Unternehmer zu kaufen. Da nur ca. 7% der Bevölkerung Selbstständige oder Freiberufler sind, wo kommt das bei den anderen her?
                    Die Aussage war: [Es Ihr respektive Flassbecks Argument, dass die Leute verdienen müssen um zu kaufen.] Dem haben Sie widersprochen haben und meinten das mit der „Aussenseiterrolle“ von Flassbeck ausreichend begründet zu haben. Also, können Sie mal widerspruchfrei Ihre Meinung zu der Aussage darlegen?

                    Hatte ich schon AEG erwähnt?
                    Wow, ein Beispiel, wo das Unternehmen wegen Misswirtschaft kaputt geht und schon ist meine Aussage:[Was soll mir das sagen? Dann dürfte es die alten grossen Unternehmen eigentlich alle schon gar nicht mehr geben, die Realität straft Ihre Aussage als Falsch.] falsch?
                    Sie kennen aber die Ausnahmen (wobei die hier nicht gilt, denn wenn überhaupt gibt es nur einen indirekten Zusammenhang mit der Grösse), die eine Regel bestätigen?

                    Hatte ich die „geparkten Frauen“ nicht erläutert? Übrigens ging es beim Parken nicht allein um Frauen…
                    Nein, das haben Sie nicht, denn „geparkte XY“ ist ein Passiv, wer parkt die? [damit sie nach dem Grundstudium aufgeben (bzw. eine gescheitert ist) und sich dann zügig in den bequemen Hafen der Ehe zu begeben. ]
                    Die haben aufgegeben oder sich anders entschieden (ob die Ehe tatsächlich so ein bequemer Hafen ist, sei auch noch dahin gestellt), beides aktive Tätigkeiten und kein „parken“.
                    [Und so haben wir unter anderem viele Dauerstundeten und junge Frauen, die an der Uni schlicht zwischengeparkt sind…] Passiv?
                    Da Sie die jungen Frauen separat erwähnen, scheint es Ihnen um diese besonders zu gehen, weil die Mehrheit der Studenten ja unter den Begriff jung fällt. Für mich ist in Studenten beides drin, Männer und Frauen, oder gibt es nur männliche Dauerstudenten?
                    Sie schreiben Artikel, deshalb erwarte ich, das Sie auf die Feinheiten der Sprache achten, aber ich erwarte wohl zu viel?

                    Gruss Rauschi

                    • In Dubio 4. August 2017, 13:03

                      Warum alle Steuerzahler für den Nutzen einzelner bezahlen sollen?

                      Sie zahlen für mein Studium, auf dass ich dann reich werde, Steuern hinterziehe und mich mit meinem Vermögen ins Ausland absetze. Ist das verwerflich? Nach allgemeiner rechtsstaatlicher Ansicht nicht (bis auf das mit dem Steuern hinterziehen), nun möchte ich Ihre wissen und die sollte mit dem von Ihnen Gesagten übereinstimmen.

                      Wow, ein Beispiel, wo das Unternehmen wegen Misswirtschaft kaputt geht

                      Bitte, Rauschi, Sie können sich die Liste der Unternehmen googlen, die seit dem Jahr 1900 verschwunden sind. Die Arbeit mache ich mir nicht, auf die Spielchen habe ich keinen Bock. Wenn Sie meinen, nur ein großes Unternehmen sei über die Jahre eingegangen, okay.

                      Für mich ist in Studenten beides drin, Männer und Frauen, oder gibt es nur männliche Dauerstudenten?

                      Na also, Sie haben den Dauerstudenten gefunden. Noch nie davon gehört, dass junge Leute länger an der Uni verweilen, weil der Arbeitsmarkt gerade nicht so ist, sie noch nicht rauswollen, weil es nie wieder so bequem wird? Wie würden Sie das griffig nennen? Oder gibt es das nicht?

                    • Rauschi 4. August 2017, 13:28

                      Sie zahlen für mein Studium, auf dass ich dann reich werde, Steuern hinterziehe und mich mit meinem Vermögen ins Ausland absetze. Ist das verwerflich?
                      Verwerflich? Kommt darauf an, wann Sie Sich absetzen. Strafbar? Nur das mit der Hinterziehung.
                      Wie ist denn die Steuerfinanzierung der Bildung generell gerechtfertigt? Weil alle in der Summe etwas von der guten Bildung haben und die Absolventen einer Uni meist ein vielfaches an anderen, einfacheren Arbeitsplätzen erfordern und die Bezahlung der Uni über deren höhere Steuerzahlungen gerechtfertigt ist. Wenn sie nach dem Arbeitsleben mit Ihrem Vermögen abhauen, geschenkt, aber bis dahin haben Sie den anderen Steuerzahlern Ihren Einsatz zurück gezahlt. Ist das für Sie verständlich? Was war Ihre Begründung, warum ich bei der obigen Vorstellung hurra schreien sollte? Das beantworte aber meine Frage in keinster Weise:[Warum alle Steuerzahler für den Nutzen einzelner bezahlen sollen?]

                      Wenn Sie meinen, nur ein großes Unternehmen sei über die Jahre eingegangen, okay.
                      Differenzierung? Sie schreiben, die gehen alle an der Grösse kaputt und ich habe Ihnen schon zwei Beispiele gepostet, bei der Ihre Anamnese nicht passt (Blackberry und Nokia). Klar gehen Unternehmen unter, auch grosse, die Frage ist doch, lag das bloss an der Grösse oder gab es auch andere Einflussfaktoren?

                      Wie würden Sie das griffig nennen? Oder gibt es das nicht?
                      Griffig, mir ist korrekt eindeutig lieber als griffig. Sie schreiben die Artikel, es wird Ihnen doch wohl ein Satzbau einfallen, der nicht passiv ist, wie:
                      [Noch nie davon gehört, dass junge Leute länger an der Uni verweilen, weil der Arbeitsmarkt gerade nicht so ist, sie noch nicht rauswollen, weil es nie wieder so bequem wird?]
                      Nein, der Arbeitsmarkt ist nicht so, obwohl Sie doch erst neulich geschrieben haben, die könnten mit hohen Einstiegsgehältern rechnen? Bequem, und dafür wollen die auch noch vom Steuerzahler unterstützt werden, um auf Grund von „Fleiss“ den Nutzen aus dem bequemen Studium zu haben? Wann haben Sie das letzte Mal mit einem Studenten gesprochen und der hat Ihnen Ihre Auffassung bestätigt?

                      Gruss Rauschi

                    • Logos 5. August 2017, 18:45

                      @Pietsch
                      Rauschi fragte:
                      [„Wann haben Sie das letzte Mal mit einem Studenten gesprochen und der hat Ihnen Ihre Auffassung bestätigt?“]
                      Also das geht nun wirklich zu weit: Da erwartet doch Rauschi glatt, dass ein Neoliberaler seine ideologischen Dogmen kritisch mit der harten Wirklichkeit abgleichen soll. Also Unmögliches, denn das ist Neoliberalen im Allgemeinen und Pietsch im Besonderen doch gar nicht gegeben.
                      Dieses Ansinnen kommt einem Griff nach den Sternen gleich.
                      Da hätte ich von Rauschi etwas mehr Sinn für die Realitäten erwartet:
                      Ein Neolibralen auffordern, seine krudden Thesen selbstkritisch mit den Fakten abzugleichen? Da könnte man auch gleich von einer Mauer Einsicht erwarten.

          • popper 3. August 2017, 20:33

            Nur wenn Umsätze und Erträge wachsen, nimmt die Beschäftigung zu.

            Wenn Sie das ’nimmt‘ durch ein: kann… zunehmen, könnte man dem zustimmen. Denn der Automatismus, den Sie mit ihrem ’nimmt… zu‘ suggerieren, ist überhaupt nicht zwingend.

            • Logos 4. August 2017, 08:08

              Nur wenn Umsätze und Erträge wachsen, nimmt die Beschäftigung zu.
              Wieder mal die typisch stereotype Pietsche (und neoliberale) Verkürzung der Wirklichkeit: Differenzierung, die der komplexen Welt auch nur annähernd gerecht wird, ist nicht gefragt und auch nicht gewollt.
              Sonst wärs mit den einfachen Parolen, simplen [Pseudo-]“Lösungen“ oder gar Modellen vorbei.

          • Logos 4. August 2017, 07:11

            Pietsch:
            Worüber beklagt sich denn die Linkspartei? Werkverträge. Geschäftsbesorgungsvertrag. Freelancervereinbarungen. All dies und noch mehr sind keine Arbeitsverträge. Kennen Sie das nicht?
            Rauschi: [Ach und das wünschen Sie allen Arbeitnehmers, sich selbst eingeschlossen?]
            das mag Ihnen nicht gefallen, das mögen Sie aus sozialen oder anderen Gründen ablehnen. Aber das ist eine mögliche Form der Organisation.
            Mögliche Form … UND? Gewalt ist auch eine mögliche Form des Protestes. Aber darum gehts doch gar nicht (Thema verfehlt > Torpfostenverschieberei). Wenn Pietschs Wertungen der G20-Ausschreitungen entgegengehalten worden wäre, „Gewalt ist eine mögliche Form des Protestes“, dann hätte Pietsch das doch (sogar ausnahmsweise zu Recht) auch nicht als entkräftigende Erwiderung akzeptiert. Warum aber mutet Pietsch umgekehrt so eine Beleidigung der Intelligenz Rauschi zu (Doppelmoral, Heuchelei, Doppelzüngigkeit)? ALLEM, worüber Pietsch sich ständig , aufregt, beschwert oder negative Urteile fällt, lässt sich entgegenhalten, dies seien mögliche Formen.
            Warum schreibt Pietsch in diesem Kontext solchen – auch dessen Worte: “Blödsinn“? Kann er nicht anders? Ist Pietsch intellektuell überfordert? Angesichts der vielen hanebüchenen Vereinfachungen, die Pietsch immer wieder bemüht, eine mögliche Erklärung. Womöglich sogar eine naheliegende oder gar treffende!

            Wie kommt es, dass Sie zweimal Wohnen falsch bewerten?
            Seltsam: zuvor (s.o.) ging es um bewerten – da schwadronierte Pietsch auf einmal von „mögliche Form“. Hier wiederum gehts nicht um bewerten, sondern die EVIDENT KORREKTE Feststellung Rauschis
            [„allein 36 % der Ausgaben der Haushalte geht für den Bereich Wohnen drauf“]
            Und da fabuliert Pietsch wieder von „bewerten“. Kann das noch intellektuelles Versagen sein oder ist man gut beraten, hier Vorsatz zu vermuten? In sofern die Erwiderung auf Pietschs oben zitierten Erguss:
            „Wie kommt es, dass Pietsch stereotyp um nicht zu sagen notorisch das Thema verfehlt?“
            Welcher Leser fühlt sich bei dieser elendigen Torpfostenverschieberei nicht verarscht? Pietsch beleidigt ständig die Intelligenz seiner Leser und fabuliert gleichzeitig von „Respekt“.

            Ergo: wenn Pietsch zwar immer wieder das hehre Wort von „Respekt“ im Munde führt, de facto dieser infolge seiner ständigen intellektuellen Beleidigungen aber nicht ansatzweise in Taten erkennbar ist, warum sollte ihm dann noch Respekt entgegengebracht werden? Imo hat Pietsch alles getan, um jegliche Ansprüche von Respekt zu verspielen.

            [], so halte ich selbigem entgegen, dass es das dringend nötige Feedback an Pietsch ist, welches diesem bedeutet, dass sich nicht alle dessen Zumutungen widerstandslos gefallen lassen. Das ist nicht albern, sondern unbedingt geboten! Der Widerstand ist noch viel zu gering. Pietsch sollte ein Sturm des Protestes für jede intellektuelle Beleidigung, die dieser seinen Lesern zumutet, entgegenbranden. Idealerweise sollte Pietschs Blödsinn gar nicht erst gelesen werden. In einer besseren Welt würde Pietsch von allen hinreichend ernst zu nehmenden Lesern (was Neoliberale ausschließt) mit dem abgestraft, worin sich dieser flüchtet, wenn er mit validen Widerlegungen konfrontiert wird: Ignoranz. Oder dessen Zumutungen würden mit der Bemerkung „Falsch, Pietsch. Versuchen sies noch mal!“ gewürdigt.

          • Logos 4. August 2017, 07:27

            Pietsch:
            Wir sind überdurchschnittlich gut gerade im Ingenieursbereich. Umso erstaunlicher, dass wir doch relativ wenig damit machen. Es scheint also an den Rahmenbedingungen zu liegen und damit sind wir beim Staat und gesellschaftlichen Einstellungen.
            Das ist der typisch neoliberale Beißreflex: wenn etwas nicht so funktioniert wie gedacht, war der Staat Schuld. Das mag de facto im ein oder anderen Fall auch so sein, aber als generelle, völlig undifferenzierte Einlassung ist sowas einfach nur Zeugnis intellektueller oder moralischer (bewusste Falschbehauptung) Schande. Auf den Gedanken, dass es mitunter auch daran liegt, dass Schumpeters neoliberale Verstellung der Lichtgestalt des Unternehmers allzu oft reine Fiktion und Hirngespinst ist, scheinen neoliberal Gehirngewaschene erst gar nicht zu kommen.

            Im übrigen berücksichtigt Pietsch infolge seines intendierten Staatsbashings nicht einmal seine eigenen Äußerungen:
            je größer, desto mehr Misswirtschaft! Chemie- und Automobil-Industrie: ALLES Großkonzerne!
            Der Innovationsextperte Gunter Dueck, der Pietsch in Sachen entsprechender Kompetenz um Lichtjahre überlegen ist, hat folgende Erfahrung gemacht:
            Der Prozess ist der Innovation ihr Tod: https://www.youtube.com/watch?v=3hmTh3tVGlg

            Herr Pietsch, warum schreiben sie solchen – ihre Worte – „Blödsinn“? Warum? Ist das bewusste Leserverarsche oder nur Folge ihres intellektuellen Versagens?

  • popper 4. August 2017, 10:52

    NACHTRAG:
    Rauschi schreibt: Ich will mal zu Ihren Gunsten davon ausgehen, das Sie gar nicht mehr bemerken, welche Chauvi-Sprüche Sie hier ablassen (den mit der Größe habe ich noch durchgehen lassen).

    Darauf antwortet Stefan Pietsch:

    …Das nehmen Sie fälschlich an, in diesem Fall habe ich Ihr Wohlwollen nicht verdient. Ich bin ein Chauvinist (siehe meinen diesbezüglichen Artikel), der den Unterschied von Männern und Frauen betont und gleichzeitig das Weibliche verehrt…
    Von welchem Wohlwollen reden Sie? Stellt Rauschi in Abrede, dass Sie ein Chauvi sind? Mit keinem Wort.
    Ich halte Frauen noch die Türe auf und anderes…

    Donnerlittchen, da fragt sich der Psycho-Laie, ob der biologische Unterschied, das Türe aufhalten, die Verehrung des Weiblichen und anderes nicht doch nur reines Sprachkalkül sind und schon gar nichts mit Höflichkeit und Verehrung zu tun haben, sondern eher mit absichtsvoller Schmeichelei zum Zwecke späterer amouröser Geneigtheit. Komisch – ich habe ja schon immer bei ihren schwülstigen Bemerkungen zu Rauschis Weiblichkeit vermutet, dass Sie ein ganz Schlimmer sind. Natürlich alles nur mit Augenzwinkern.

    Der Größenspruch war mit einem Augenzwingern gemeint, wenn Sie das so genommen haben, freut es mich. Es lag mir jedoch fern, Sie anzufassen und falls das so von Ihnen aufgenommen wurde, entschuldige ich mich ausdrücklich für die Despektierlichkeit.

    Ja, ja, wir haben schon verstanden. Ich denke, Sie haben es genau so gemeint, wie Sie es gesagt haben, was schon aus dem Zusatz (streichen) hervorgeht. Ihre Selbstbezüglichkeit wird auch hier wieder deutlich. Sie unterstellen dem: „durchgehen lassen“ Rauschis ein Verständnis für ihre Zote, was Sie nicht einmal angedeutet hat, sondern zu ihren Gunsten lediglich annimmt, dass ihnen das Bewusstsein dafür abgeht und verachten die Betroffene sofort mit ihrem völlig deplatzierten: „…freut mich“. Legen aber gleich nach, indem Sie von „Sie anfassen“ sprechen und entschuldigen sich nur, „falls das so von Ihnen aufgenommen wurde“ und bezeichnen dann selbst ihr Verhalten als „die Despektierlichkeit“.

    Das Ganze wäre reif für eine Überschrift: Die brünstige Galanterie als ökonometrischer Diskurs

    • Rauschi 4. August 2017, 11:59

      Von welchem Wohlwollen reden Sie? Stellt Rauschi in Abrede, dass Sie ein Chauvi sind? Mit keinem Wort.
      Vielen Dank, ich hatte schon die Befürchtung, das ich so missverständlich schreibe, das jemand meine Aussage so verstehen könnte, wie Herr Pietsch. Bezeichnend, das er sich nur für das entschuldigt, welches ich habe durchgehen lassen, aber nicht für „geparkte Frauen“. Verehrung des Weiblichen, darunter verstehe ich eindeutig etwas anderes. Das kann natürlich auch an mir liegen, oft versteh ich andere Frauen auch nicht, aber das geht den Männern sicher ähnlich (mit anderen Männern). 😉

      Gruss Rauschi

      • In Dubio 4. August 2017, 12:03

        Hatte ich die „geparkten Frauen“ nicht erläutert? Übrigens ging es beim Parken nicht allein um Frauen…

        • Logos 6. August 2017, 08:13

          @Pietsch:
          Soso, bei „geparkten Frauen“ „ging es … nicht allein um Frauen“.
          Deswegen hatten Sie ja auch von „Frauen“ geschrieben, anstatt des eigentlich gemeinten Oberbegriffs?
          So wie man von LKW schreibt, wenn eigentlich sämtliche Fahrzeuge gemeint sind? Meinen Sie dann womöglich auch, wenn sie gegen Linke bashen, eigentlich alle Menschen?

          Erreichen ihre durchsichtigen Ausreden nicht langsam einen Grad der Fäulnis, der selbst für sie einfach nur noch peinlich bis abstoßend ist? Nein?! Na denn …

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