Podcast „The Atlantic Bridge“ startet

confederation_bridge-2Ich habe an dieser Stelle schon mehrfach auf einzelne Podcasts aufmerksam gemacht, die ich zusammen mit Emmet Booth aufgenommen habe. Wir haben dieses Projekt jetzt institutionalisiert. Der Podcast wird zweiwöchentlich erscheinen und sich mit Themen wie US-Politik, deutscher/europäischer Politik, Medien und gelegentlich Geschichte beschäftigen. Unser Ansatz ist es, die zwei verschiedenen Blickwinkel auszunutzen, die sich aus dem zwischen uns befindlichen Atlantik ergeben und diese zu überbrücken – daher auch der Titel des Podcasts, The Atlantic Bridge. Aktuell kann man dem Podcast auf unserem tumblr und unserem YouTube-Kanal folgen; iTunes-Einbindung soll zeitnah folgen.

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  • Floor Acita 12. September 2016, 06:19

    Love it!

    Stimme im großen und ganzen euren Statements im ersten Teil zu. Ich finde es im allgemeinen allerdings erstaunlich wie „überrascht“ die letzten Wochen erstaun t scheint wie unterschiedlich die Medien die Kandidaten behandeln, oder sagen es wäre etwas neues. Das ist ja gerade der Kern der Unruhe im linken Lager, der gefühlte Defätismus im Umgang damit. Linke, egal wie moderat, werden ständig „hart“ angegangen mit allerlei substantiven Fragen bombardiert. Rechte, egal wie extrem, können seit Jahren wilde Forderungen in den Raum werfen, seien es Steuererleichterungen, Militärausgaben, Grenzsicherung, innere Sicherheit etc. ohne dass sie jemals jemand fragen würde wie konkret sie das eigentlich umsetzen wollen, ob dafür eigentlich eine Notwendigkeit besteht (Burka-Verbot, Voter ID laws) oder gar wie sie dafür bezahlen wollen…

    Das ist also keine neue Erscheinung dieses Jahr noch bezieht es sich rein auf Trump. Es ist nur die Spitze des Eisbergs sich vom rechten Mob einschüchtern zu lassen. Nach der von Emmet genannten Situation in 2012 wurde die Moderatorin die Romney korrigiert hatte heftig kritisiert und angegangen – seitdem findet noch weniger live Fact-checking statt…

  • Floor Acita 28. September 2016, 12:15

    Episode 7

    Ich stimme größtenteils zu. Emmet hat eine sehr gute Formulierung gebraucht was die „Unruhe“ im linken Lager anbelangt. Ich denke tatsächlich, dass es hauptsächlich Ungeduld ist. Es ist dieses Gefühl den culture war tatsächlich gewonnen zu haben, mit bestimmten Positionen eigentlich im mainstream zu liegen und tatsächlich „nicht“ voran zu kommen (wie gesagt „ein Gefühl“).

    Ich glaube nicht, dass Bernie (noch weniger die Masse seiner Millenial Anhänger) glaubt die backlash-Leute gewinnen zu können in denen er ihnen Ökonomie erklärt. Ich denke jeder Mensch hat letztendlich eine Ideologie/Weltanschauung (wenn auch hoffentlich nicht allzu starr). Da es keine globalen, weltumspannenden, richtigen meta-Narrative gibt, kann man in jede Löcher schlagen. Insofern halte ich die line „ihr wählt gegen eure eigenen ökonomischen Interessen“, unterfüttert mit ein paar Fakten, sehr wohl für eine gute line um Leute zu verunsichern und evt. von der Urne abzuhalten. Gewinnt mir das eine Mehrheit dieser Wähler? Nein. Aber es ist hilfreich in der Auseinandersetzung mit den von mir eben angesprochenen anderen Wählern. Ich rede von Leuten die tatsächlich ökonomische Einbußen hatten – und die gibt es sehr wohl, gerade als Folge republikanischer Politik – die aber nicht nach identity wählen, sondern einfach verzweifelt nach jedem Strohhalm greifen. Diese Leute will auch ich nicht einfach komplett aufgeben. Dennoch ist richtig Rassismus und Sexismus nicht nachzugeben und den Kampf der Kulturen mit Nachdruck und offensiv zu führen.

    Letztendlich ist jedes politische Lager zwangsweise mehrfach gespalten – letztendlich sind wir ja Individuen mit individuellen Kulturen und Ansichten. Mir ist einfach wichtig klar zu machen, dass mind. 45 Millionen Trump Wähler, 76% weisser Männer ohne college-degree etc. nicht ALLE Rassisten/identity politics Leute sind, genausowenig sind 46% demokratiuscher Vorwähler und 70% Millenials alles hard-left commies etc.

    In den Vorwahlen ist oft über Ökonomie contra identity politics, racism etc. diskutiert worden und ich teile die Kritiken an Bernie hier. Allerdings habe ich, und eben nicht nur ich, oft das Gefühl manche ökonomischen Fragen werden nicht/unzureichend diskutiert – vor allem wenn es keine schnellen, einfachen Lösungen und leicht zu produzierenden sound-bites gibt. Und ein „weiter so“ und „Wir schaffen das“ ist eben nie wirklich überzeugend. Fusion gehört zu Univision dessen besitzer eingefleischter Clinton Supporter ist, insofern sind Verschwörungstheorien eher aus anderer Ecke zu erwarten. Aber wie kommt es zu folgender Einschätzung, was ist inhaltlich an seinen Zahlen zu kritisieren etc.?
    https://www.youtube.com/watch?v=fQj4–R-jmI

    Die Politik (insbesondere in den USA, aber eingeschränkt vlt auch weltweit) muss sich in den nächsten Jahren ernsthaft mit diesen Fragen auseinandersetzen, sonst sind weitere „aussergewöhnliche“ 2016er Jahre in Zukunft Normalität – was die politische Wirkung des prinzipiellen strategischen Siegs im Kampf der Kulturen schwächen, wenn nicht sogar im worst-case neutralisieren kann.

    Anregung: Ich würde gerne mal eure genrelle Einschätzung hören zum Thema Millenial-Generation, Kulturkampf (Verlauf, Ursachen etc.), „demographische Phänomene“ (Generationen-Linie zum Thema Brexit, Trump, Sanders/Clinton, Corbyn/PLP etc. etc.) und der Rolle des Internets sowohl negativ (hört man andauernd und viel), als auch positiv (m.E. ein Haupt-, wenn nicht DER Grund für den Sieg im Kampf der Kulturen). Und noch drei kleine bits zur Anregung: a) heute kann man kaum noch einen Film, eine Buch- oder Fernsehserie mehr finden, die nicht entweder weltweit koordiniert erscheint und/oder international von Australien über Europa bis in die USA gemeinsam diskutiert wird. b) nationale Narrative verlieren an Wirkung, weil private/individuelle Abweichungen von nationalen Normen im internationalen Austausch als „normal“ in anderen Ländern wahrgenommen werden (können), ohne bewusste oder unbewusste Gewohnheiten aufzuheben oder in Frage zu stellen die in anderen Ländern nach wie vor als „typisch“ (deutsch, amerikanisch etc.) wahrgenommen werden und umgekehrt. c) fast alles wird heutzutage politisch diskutiert. Aus Entertainment Fragen werden politische (Vergewaltigungen in Literatur und Kunst etc.). Und eine weitere, in allen Lagern kontroverse Aussage zum Schluss. d) der Empfänger von Informationen bestimmt letztendlich deren Interpretation. Unpolitisches Beispiel: GRRM kann von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus noch so ein guter Autor sein, er kann alles „richtig“ machen, was die Darstellung von Gewalt, insbesondere sexuelle Gewalt angeht, die Folge von Krieg und Elend etc etc. das hält aber, wie du auch nach Jahren wissen solltest, Leute nicht davon ab „Fear of the Walking Dead“ besser zu finden oder Victarion Greyjoy für Azor Ahai zu halten oder „to root for“ ihn, Ramsay oder Tywin Lannister…

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