Podcast: Der republikanische Parteitag

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Mit dem Journalisten Emmet Booth rede ich dieses Mal vorranging, aber nicht nur, über den Republikanerparteitag. Leser des Blogs kennen die Eingangsparabel schon.

{ 4 comments… add one }

  • Floor Acita 25. Juli 2016, 13:15

    Die Republikaner sind so wie sie heute sind nicht zu retten. Ich sehe zwei Szenarien bei denen ich noch nicht sicher bin wie sie ausgehen. Das eine Szenario ist tatsächlich das von Dir genannte (Angela Merkel style) die rechten Süd- und Rust Belt-Staatler rechts liegen lassen und einen Neu-Anfang waren – unter Einbeziehung der jungen, anti-Trump Republikaner.

    Leider sehe ich aber noch ein zweites Szenario (und das leider bezieht sich hier ausschließlich auf politische Kontinuität und die GOP). Der Rassismus/Nationalismus hat die momentane Mehrheit der Parteibasis. Trumps momentane Situation, inhaltliche Zustimmung auf vielen Ebenen der Partei etc. könnte zu einer tatsächlichen Enttrohnung des bisherigen Establishments beitragen (vor allem wenn Trump wweitere Finanzquellen erschließen kann). In einem solchen Fall würde genau das Gegenteil passieren. Die ganzen NeverTrump Leute, inklusiver junger, sozial-liberaler Republikaner köännte sich abspalten und hgezwungen sein eine neue Partei zu gründen, sich den Libertären anzuschließen etc. Diese Partei würde über kurz oder lang die zweite politische Kraft der USA, da die rest-GOP zu >70% aus alten, wei0en Männern bestehen würde…

    Die Entwicklung der Demokraten sehe ich insgesamt eher positiv. Die Unterschiede sind tatsächlich ideologisch, aber m.E. nicht so scharf wie es oft dargestellt wird. Hauptsächlich geht es um kulturelle Unterschiede (Auftreten, Sprache etc. ) die sich auf der Grundlage veränderter gesellschaftlicher Mehrheiten lösen lassen. Um mal klar zu reden (falls das nicht bsiher schon klar war), ich war während des Wahlkampfs im Sanders-Camp, hatte die meisten Kontakte zu Sanders‘ Supportern. Ich bin aber am allermeisten von Van Jones (der sich selbst als In- und Outsider beschreibt) inspiriert/fasziniert „We have to talk WITH each nother, instead of ABOUT each other“ Amen.

    Um mal einen Unterschied in der Einschätzung zu nennen. (Beispielhaft). Die meisten Sanders Anhänger wollten, haben seine Aussagen so interpretiert, niemals eine „Drucksituation“ auf Abgeordnete. Vielmehr bezieht man sich auf Fälle wie den republikanischen Abgeordneten Steve Vaillancourt (republikanischer Abgeordneter in NH). Dieser war mehrfach gewählt sein Sitz scheinbar sicher. Als er allerdings eine von Wolf PAC gesponerte Resolution gegen den Einfluss von Geld auf Politik blockierte, kamen hunderte Freiwillige um seinen Gegenkandidaten zu unterstützen. Daraufhin verfehlte er tatsächlich seine Wiederwahl – die Wolf PAC Resolution wurde als HCR 2 ein halbes Jahr später verabschiedet. In 2014 wurde ja ausserdem Eric Canter als Speaker of the House nicht mehr wiedergewählt. In diesem Fall war sein Herausforderer Dave Brett selbst Republikaner, exrem sozial-konservativ. Erfolgreich war seine Kampagne jedoch aufgrund der starken „Get Money out of politics“ Stoßrichtung.

    Bernies „if millions of people stand up“ und „Mitch McConell sees outside his windows“ etc. wurden also haptsächlich auf die mid-terms bezogen verstanden. „Ändere deine Politik, sonst wirst Du nicht mehr gewählt, und wir sorgen dafür“, nicht „ändere Deine Politik oder wir führen Millionen von Menschen in die mall oder vor Dein Haus“ etc. Gewalt oder Drohung mit Gewealt wird prinzipiell abgelehnt. Das nur als ein Beispiel. Im Übrigen war das Ergebnis der letzten mid-terms und die von einigen heute als Sanders supporter bekannten Individuen durchgeführte Analyse des Einflusses von Geld auf Politik – not to take anything away from you 🙂 – aber diese Analyse kommt Deinem Artikel NACH der Vorwahl recht nahe, die Auswertung war identisch. Daraufhin wurde aktiv ein Kandidat gesucht der als Populist antritt (da man ja der Meinung war, das bei einer Präsidentenwahl Geld nur einen vergleichsweise bedingten Einfluss hat. Wunschkandidat wäre Elisabeth Warren gewesen (und ob man das nun gut gefunden hätte oder schlecht, im Nachhinein bin ich mir noich sicherer sie hätte eine echte Chance gehabt zu gewinnen). Erst als sich niemand anderer bereit zeigte, ist Sanders in die Bresche gesprungen…

    Seine Anhänger sehe ich in jedem Fall als alles andere als Sozialromantiker der 50er Jahre, Sozialisten oder gar Kommunisten – ganz im Gegenteil! Sie rekrutieren sich vor allem aus linken, liberalen, sozial aktiven, jungen Leuten. Viele von Ihnen haben Erfahrung im Aufbau von kleinen, wenn nicht sogar mittelständischen Unternehmen (weshalb der Vorwurf, man sei kompromisslos ja auch so oft als überheblich (condescending) bezeichnet wurde.). Hier gibt es VIEL mehr verbindendes als spaltendes. Die Zukunft ist sozial-liberal, marktwirtschaftlicher als viele befürchten, doch mit smarten, weitsichtigen Regulierungen die verhindern, dass Menschen abrutschen, bzw. sicherstellt, dass sie eine echte Chance bekommen!

  • Stefan Sasse 26. Juli 2016, 14:06

    Stimme definitiv zu. Wir haben im Podcast zu den Democratic Primaries ja auch bereits über die Zukunftsaussichten der Partei gesprochen. Ich denke übrigens auch dass die Democrats das Vorbild der europäischen Linksparteien sein müssen, wenn die je aus der politischen Diaspora wieder rauswollen.

  • Floor Acita 26. Juli 2016, 20:58

    Agreed! Die jungen sozial-liberalen sind halt in Deutschland z.B. überhaupt nicht organisiert, die breite/vergleichbare Mehrheitskoalition in bestimmt 4 Parteien aufgespalten.

    Na ja, schaun wir erst mal Tag 2 dieser verrückten convention 🙂
    spoiler: weit weniger verrückt 🙂

    spoiler 2:
    1.Ich nehm mal meine Einschätzung vorweg, dass eine Minderheit unter Bernie-Anhängern überhaupt sagt sie sei Bernie or Bust (was ja auch daran erkennbar ist, dass wir wissen wie viele Delegierte ungefähr BErner sind und wier das Verhältnis der Buhs zu Applaus 🙂
    2. Wiederum eine Minderheit davon wird tatsächlich im November nicht Hillary wählen (es sind ja wie gesagt viele recht junge Delegierte, zum ersten mal politisch aktiv in einer Kampagne, ausgezehrt, angespannt, etc. emotional nicht leicht zu verarbeiten. Die Tränen sind echt und aber zum größten Teil heilend. Bernie selbst scheint ja das richtige zu tun m.E. viele (okay to be fair einige) mainstream Journalisten scheinen zu vergessen, dass man Leute von Ihrer Perspektive abholen muss, ein „warum redest Du nicht mehr über ihre Aussenpolitik“ bringt mir ein bitterböses Lächeln auf die Lippen – will man die Leute gewinnen oder vergraulen (denn die Aussenpolitik ist ja gerade das, was SIE (die zu gewinnenden Leute) am meisten ablehnen)
    3. Nur eine Minderheit der Leute die tatsächlich nicht Hillary wählen, werden das in einem purple state tun, oder würden es in einem swing state tun. Ich habe etliche Interviews mit #NeverHillary Leuten gesehen und (fast) alle haben auf Trump angesprochen gesagt, sie seien aus Staaten wie NY, CA, Arkansas oder Mississippi und könnten deshalb ihr Gewissen wählen, wären sie in Ohio, Florida, Pesnsylvania sähe die Sache anders aus.

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