In eigener Sache: Binnenpluralismus

Von Stefan Sasse und Jan Falk

Deliberation Daily will als Mehrautorenblog schon von Beginn an unterschiedliche Standpunkte und Meinungen abdecken. Das wurde auch gestern wieder deutlich, als unser Autor Stefan Pietsch seine (auf Twitter auf Anhieb heftig kritisierte) Sicht auf das Flüchtlingsthema darlegte. Für uns stellt sich damit die Gretchenfrage, die diesen Blog seit seiner Entstehung begleitet hat: Sag, wie hältst du’s mit dem Binnenpluralismus?

Wir wollen, dass sich die Autoren reiben, dass es Konflikte und Diskurse gibt. Ein solcher Vorsatz ist leicht durchzuhalten, wenn man harmlose policy-Fragen diskutiert oder über die richtige Ausgestaltung der Emanzipationspolitik, die ohnehin niemanden in diesem Boys-Club persönlich betrifft, deliberiert. Es wird existenziell, wenn Moral, Meinung und Werte massiv auseinander klaffen.

In den USA wird nächste Woche wieder Thanksgiving gefeiert – Anlass für Running Gags über qualvolle Treffen mit Familienmitgliedern, die komplett andere politische Ansichten und Werte vertreten. Unzählige Magazine bieten ihren Lesern Hilfe an: “How to win Thanksgiving: Your guide to arguing with relatives” und andere Artikel verweisen auf eine Dominanz des Politischen und eine Polarisierung, die mitten durch Familien geht und diese oftmals sogar spaltet und das Zusammenleben unmöglich macht. Immer stärker sortieren sich die Amerikaner räumlich ins rote und blaue Lager auf.

Kommen wir genau in eine solche Situation mittlerweile auch hierzulande beim Flüchtlingsthema? Dieses stellt zwar sicherlich zunächst auch nur eine Reihe diskussionswürdiger Policy-Fragen, wie viele andere Themen zuvor, aber gleichzeitig scheint es Deutschland deutlich stärker zu polarisieren, spalten und aufzuwühlen als es selbst die Euro-Krise fertig brachte.

Die FAZ berichtete vor einigen Tagen über die Stimmung in Dresden, die Stadt, die durch die Pegida-Demonstrationen nicht nur landesweit in Verruf geraten ist, sondern auch bereits deren Folgen massiv spürt. Die Touristen bleiben aus, und, wohl für viele Bewohner noch schlimmer, die Stimmung ist beklemmend, Menschen reden nicht mehr miteiander:

“‘Dresden ist richtig zum Kotzen geworden’, sagt mir eine junge Frau, die ebenfalls zur Gegendemo will. „Ich spreche nicht mehr mit meiner Tante und meinen Cousinen, die sind alle für Pegida, sie reden ganz krasses Zeug über Flüchtlinge.“ „Es war schon immer nicht nett“, sagt eine andere, „ aber seit es Pegida gibt, werden die Leute immer hemmungsloser und unverschämter.“ Von ihrem Freundeskreis sei nicht mehr viel übrig geblieben.”

Die ersten Anzeichen einer neuen, härteren, ungemütlicheren politischen Kultur in Deutschland? Echte Meinungsverschiedenheiten tun weh, auch wenn wir das nach zehn Jahren Merkel-Deutschland fast vergessen hatten. Uns würde interessieren, wie unseren Leser und Kommentatoren diese Entwicklung im Alltag wahrnehmen. Wir zumindest, auf Deliberation Daily, werden auch weiterhin versuchen, beiden Seiten in solchen schwierigen Fragen Raum zu geben.

{ 29 comments… add one }

  • Kirkd 24. November 2015, 21:26

    Ich fand es immer gut, dass bei Euch auch andere Stimmen zu Wort kommen. Besonders gut ist das dann, wenn im Blog miteinander diskutiert wird, also sich die Autoren an den Argumenten der anderen reiben.

    Ich stelle allerdings auch fest, dass sich generell die Gräben vertieft haben. Ein Hauptproblem scheint mir zu sein, dass nicht mehr zugehört wird, und sich mit dem konkreten Gegenüber auseinandergesetzt wird, und stattdessen lieber über „der hat das gesagt“ oder „die sind in der Hinsicht so“ fabuliert wird, was die Diskussion ins nichts führt, da sich links wie rechts an diesem und jenem stört, aber die Beteiligten das so gar nicht gesagt haben.

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 06:30

      Die Gräben haben sich bei diesem Thema gesamtgesellschaftlich sicher vertieft, aber als genereller Trend hier im Blog wäre es mir noch nicht aufgefallen.

      • Kirkd 26. November 2015, 16:06

        War auch nicht auf das Blog bezogen.

        • Stefan Sasse 26. November 2015, 16:29

          Gesamtgesellschaftlich frage ich mich aber, ob das je wirklich anders war.

  • Stephan 24. November 2015, 23:42

    Also ich habe gar nichts dagegen das Themen kontroversiell behandelt werden. Gerade bei dem Thema „Flüchtlingspolitik“ muss man das aushalten. Weil diese Debatte eben ganz Deutschland betrifft und deshalb geführt werden muss.

    Bei dem Beitrag von Stefan Pietsch hat mich nur dieser offensichtlich rassistische Unterton gestört. „Vagabundierende, fremdländisch aussehende Menschen mit undefinierten Sprachen fahren ohne Fahrschein in unseren Strassenbahnen“. Arabisch ist keine undefinierte Sprache. Diese Menschen sprechen zufällig nicht Deutsch. Kann vorkommen in einer Welt mit (fast) lauter Ausländern. Auch wenn Stefan Pietsch seinen Beitrag jetzt überarbeitet hat würde ich sagen „Stefan Pietsch ist ein Rassist“ und ich wüßte keinen Grund warum ich mit Rassisten diskutieren sollte?

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 06:33

      Der Unterton hat mich ebenfalls gestört. Und natürlich musst du nicht diskutieren, wenn du nicht willst. Nur würde ich annehmen, dass Stefan deine Zuschreibung als Rassist so nicht akzeptieren wird. Vielleicht liegt hier ein Wert in der Diskussion, dass er, wenn er auch deinen Standpunkt wohl nicht übernehmen wird, so sich doch zumindest der Grenzen gewahr wird, die du überschritten siehst.

  • Ralf 25. November 2015, 06:12

    Also mir gefaellt Meinungsvielfalt und ich diskutiere grundsaetzlich lieber mit Andersdenkenden als mit Leuten, die mir nur zustimmen und auf die Schulter klopfen. Allerdings ist Meinung nicht gleich Meinung und nicht jeder Standpunkt ist es gleich wert beruecksichtigt zu werden. Brauchen wir etwa wirklich eine Debatte darueber, ob die Erde rund oder flach ist? Oder wollen wir Artikel aus NPD-Perspektive lesen? Ein gewisses Grundgeruest an Werten, eine gewisse Menschlichkeit, eine gewisse Moral sollte in Debatten schon bemerkbar sein. Und hier liegt aus meiner Sicht der Problempunkt. In den Neunzigern wurde eine politische Ideologie populaer, die nicht eine andere, moeglicherweise neuartige Moral und Werte hat, sondern die Moral und Werte einfach grundsaetzlich ablehnt. Eine menschenfeindliche Ideologie, die ausschliesslich auf Selbstsucht, Gier und Egoismus beruht. Eine Ideologie, die die Schwachen mit dem Ellbogen zur Seite draengt, damit die Starken alles fuer sich alleine haben. Eine Ideologie, die die Verlierer aus der Demokratie draengt und auf Angst und Ausbeutung setzt. Eine Ideologie, die permanent die Schwachen gegen die noch Schwaecheren ausspielt. Und darin liegt die Bitterkeit gegenwaertiger Debatten. Es geht meist nicht mehr darum, wie wir fuer alle eine bessere Welt gestalten koennen. Es geht nicht mehr darum, wie wir Armut ueberwinden und moeglichst viel Wohlstand fuer viele erreichen koennen. Es geht nicht mehr darum, wie wir unsere Gesellschaft staerken, unsere Community aufbauen koennen. Stattdessen treffen die, die nur zerstoeren wollen auf die, die wieder eine menschliche Welt anstreben. Was soll es da zu debattieren geben? Genauso wenig wuerden friedliche Besucher eines Fussballspiels mit gewalttaetigen Hooligans diskutieren wollen, die mit Schlagringen und Baseballschlaegern bewaffnet auf sie zukommen.

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 06:34

      Natürlich müssen wir weder die Rundung der Welt noch die Ansichten der NPD diskutieren oder uns für Hooligans in die Bresche werfen. Nichts von alledem tun wir hier allerdings.

      • Ralf 25. November 2015, 22:31

        Das ist richtig. Die Ansichten von Herrn Pietsch stehen in Sachen Menschenverachtung denen der NPD allerdings leider recht nahe, deshalb meine Analogie. Die NPD hasst die Fremden und die Andersartigen in der Gesellschaft. Herr Pietsch hasst die Armen, die Schwachen und die Verlierer in der Gesellschaft. Der Hass trifft eine andere Zielgruppe, obwohl sich die beiden Zielgruppen natuerlich deutlich ueberschneiden. Der Hass der NPD ist rassistisch, der Hass von Herrn Pietsch egoistisch motiviert. Aber auch hier sehe ich nicht wirklich einen monumentalen Unterschied. Und bei manchen Aeusserungen ist die Schwelle der Bedenklichkeit und der gesitteten Unterhaltung grotesk ueberschritten. Ich erinnere etwa daran, wie Herr Pietsch im Mai 2014 argumentierte der Staat haette seinem totkranken Vater aus Kostengruenden die Behandlung verweigern sollen (Zitat:Sehen Sie, nichts hat mich so sehr zum Nachdenken über unser System gebracht. Die Operation war unter ökonomischen Gesichtspunkten sinnlos. Mein Vater hat sich dafür entschieden, weil er die Hoffnung hatte, sein Leben entscheidend zu verlängern. Die Gemeinschaft hat diese OP, die ein kühl-rational Handelnder nicht gemacht hätte, sehr viel Geld gekostet.) oder wie er im letzten Mai argumentierte die Beseitigung des Apartheid-Regimes in Suedafrika sei ein Fehler gewesen (Zitat:Zwischenzeitlich haben wir die Abschaffung der Apartheid gehabt und das scheint Südafrika auch nicht gerade gut getan zu haben.). So etwas ist einfach unterste Kanone. Wenn ich sowas lese, bleibt mir regelmaessig die Spucke weg. Auch wie solche Stellungnahmen der Debatte helfen sollen, ist mir unklar.

        Dabei moechte ich nicht falsch verstanden werden. Ich bin absolut FUER Meinungspluralitaet und hoere auch gerne Andersdenkenden zu. Ich diskutiere gerne und setze mich gerne mit alternativen Meinungen auseinander. Allerdings ist eines dabei enorm wichtig und das hat Schrotti unten wesentlich besser ausgedrueckt als ich oben:

        Zitat: All das setzt aber voraus, dass man von einer gemeinsamen Basis aus miteinander redet. Fuer mich besteht diese Basis aus folgenden Teilen: erstens intellektuelle Redlichkeit, und zweitens die Ueberzeugung, dass es letzten Endes immer um das Wohl der einzelnen Menschen geht. Beides sehe ich bei Pietsch noch nicht einmal im Ansatz.

        Das kann ich so problemlos unterschreiben.

        • Stefan Sasse 26. November 2015, 16:33

          Ich kann dich da verstehen, aber ich sehe es nicht so krass wie du. Stefans Wertefundament ist deutlich unterschiedlich von dem das Jan Falk, Ariane oder ich (und, wie ich annehme, du) pflegen, aber genau darin kann auch der Wert liegen, weil man fundamental herausgefordert wird. Ich habe Stefan noch selten zugestimmt, aber in den Diskussionen mit ihm und seinem von ihm gerne bemühten „kühl-rationalen“ Sachverstand besser verstanden, warum ich meine eigenen Positionen pflege. Wenn ich mich damit auseinandersetze, warum eine bestimmte Aussage oder Art der Aussage für mich nicht akzeptabel ist, lerne ich gleichzeitig auch etwas über mich.

  • Stefan O. W. Weiß 25. November 2015, 07:30

    Seit doch froh, daß hier mal was los ist. Je kontroverser ein politischer Blog ist, desto besser. Klar tun echte Meinungsverschiedenheiten weh, und das ist gut so. Das sollen sie. Dann merkt man nämlich, dass man über etwas Wichtiges schreibt und streitet.

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 15:51

      Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber bitte keine Kontroverse der Kontroverse wegen. Auf Krawall bürsten müssen wir nicht, das sind nicht die Republican primaries 😉

  • CitizenK 25. November 2015, 08:13

    Ich unterstelle dem Autor nicht Rassismus, nur weil er das Gefühl beschreibt, das viele Bahn-, Bus- und Tramfahrer derzeit haben. Auch der Hinweis auf den Widerspruch zwischen pingeliger Juristerei auf der einen Seite und völliger Außerkraftsetzung geltender Gesetze ist doch richtig und wichtig.

    Osteuropa mal außen vor, aber auch die Briten halten unsere Politik für völlig verrückt und verantwortungslos, Schweden hisst die weiße Fahne. Sind diese traditionell demokratischen Länder nun inhuman oder realistisch? Ich ertappe mich selbst bei dem Gedanken, das Boot könnte untergehen. Damit wäre niemand geholfen, auch den Flüchtlingen nicht.

    Es geht wirklich um viel, deshalb sollten wir nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ziel des Diskurses muss es doch sein, eine tragbare Lösung zu suchen. Ein Abbruch wegen einzelner Formulierungen schadet da nur.

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 15:53

      Es bricht ja auch niemand den Diskurs deswegen ab. Es sollte erlaubt sein, Sprache und so weiter zu thematisieren; das findet ja nicht im Vakuum statt. Und gerade um Missverständnisse zu vermeiden ist es sinnvoll, bestimmte Begriffe, die mit bestimmten Konnotationen daherkommen („vagabundieren“), eher nicht zu verwenden und neutralere Begriffe zu verwenden.

      • CitizenK 25. November 2015, 17:49

        Grundsätzlich einverstanden.
        Mein Kommentar bezog sich auf „Stephan“, der mit dem „Rassisten“ Stefan Pietsch nicht mehr diskutieren will.
        In Anbetracht der Dimensionen des Problems sollen die inhaltlichen und nicht die semantischen Aspekte im Vordergrund stehen. Das gilt mE nach auch für die heftige Kritik an den Begriffen „Welle“ oder „Flut“. Man spricht ja auch von einer „Welle der Begeisterung“ oder einer „Flut von Zuschriften“ – beides bezeichnet eine große Menge und enthält noch nicht die (Ab-) Wertung, die oft unterstellt wird.

        • QuestionMark 25. November 2015, 18:13

          Der entscheidende Fehler besteht darin, das ihr euch von den bornierten Angriffen eines Ewalds überhaupt beeindrucken lasst. Und dann seht ihr euch auch in der Defensive wieder und müsst euch sogar für Begriffe entschuldigen. Das ist doch lächerlich. Entwickelt mal etwas Selbstvertrauen, Leutchen.

        • Stefan Sasse 25. November 2015, 20:33

          Je nachdem was es halt ist. Um John Oliver zu paraphrasieren: „eine Menge“ Kätzchen sind süß, „eine Flut“ an Kätzchen wird schon echt gefährlich 😉 Generell geht es auch eher darum, dass man Menschen eben nicht als Naturgewalt sieht, sondern als Menschen.

  • Tim 25. November 2015, 08:29

    Die tieferen Gräben sind auch in anderen Bereichen zu spüren, etwa beim Verhältnis der EU zu Großbritannien. Der Ton wird rauer, beide Seiten verschanzen sich, bei manchen Themen wirft eine Seite der anderen vor, nur aus Dumpfbacken zu bestehen. Letzteres ist eine ganz gefährliche Unart, die den demokratischen Austausch dauerhaft beschädigen kann. In den USA haben wir genau das schon Mitte der 90er erlebt.

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 15:53

      Ja, aber ich denke soweit sind wir in Deutschland noch nicht.

      • Tim 26. November 2015, 08:42

        Noch nicht so weit wie in den USA, klar – aber definitiv auf dem Weg dorthin. Bei vielen Themen wird deutlich eine Zweiteilung in die Guten/Schlauen und die Bösen/Dummen erkennbar. Man hat das auch klar in den Reaktionen auf den Beitrag von Stefan Pietsch gesehen. Sowas ist nur dann erklärbar, wenn man dem Autor böse Absichten unterstellt (was aufgrund gewisser thematischer Frames geschieht, schätze ich) und mit diesem Hintergrund dann Einzelaussagen weit über das Gemeinte hinaus interpretiert.

        Wenn das großflächig in einem demokratischen Gemeinwesen passiert, ist es schon fast perdu.

        • Stefan Sasse 26. November 2015, 16:37

          Ich finde das auch nicht so gut und versuche da nach Möglichkeit zu differenzieren.

  • Schrotti 25. November 2015, 10:08

    „Deliberation“ funktioniert in der Tat nur, wenn man nicht immer einer Ansicht ist und verschiedene Meinungen in einer Diskussion vertreten sind. Persoenlich finde ich es bereichernd, wenn ich provoziert werde, einen Sachverhalt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das bringt mich weiter als mit Menschen, die im Wesentlichen die gleiche Perspektive einnehmen, ueber irgendwelche Details zu debattieren. All das setzt aber voraus, dass man von einer gemeinsamen Basis aus miteinander redet. Fuer mich besteht diese Basis aus folgenden Teilen: erstens intellektuelle Redlichkeit, und zweitens die Ueberzeugung, dass es letzten Endes immer um das Wohl der einzelnen Menschen geht. Beides sehe ich bei Pietsch noch nicht einmal im Ansatz. Stattdessen benutzt er billige rhetorische Kniffe und ordnet alles in sein binaeres Weltbild ein. Aber der entscheidende Grund, warum ich schon seit geraumer Zeit seine Artikel nicht mehr kommentiere und mittlerweile auch kaum mehr im Detail lese, sind seine menschenverachtenden Aussagen. Im Ernst, Leute: warum ladet Ihr nicht wieder Tobias Fuentes ein? Der macht wenigsten keine Anstalten mehr, seine wahren Ansichten hinter einer pseudointellektuellen Fassade zu verstecken.

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 15:54

      Das erscheint mir etwas harsch. Ich bin wahrlich auch nicht immer begeistert von Stefans rhetorischen Kniffen, aber Fuentes‘ Niveau hat er bei weitem nicht.

  • Ariane 25. November 2015, 10:56

    Also erstmal möchte ich anmerken, dass ihr nun doch kein reiner Boys-Club seid^^
    Ich hab nur Dubios entschärfte Version gelesen, aber ich finde es grundsätzlich gut, wenn hier verschiedene Meinungen und auch Weltauffassungen Gehör finden, solange es nicht in die Extreme kippt, auch wenn ich fast nie mit Dubio einer Meinung bin und mir das häufige Herabwürdigen anderer Meinungen als linke Naivität und ähnlichem furchtbar auf den Keks geht. (auch wenn ich weiß, dass es nicht böse gemeint ist)
    Gerade heutzutage wo viele nur noch in ihrer eigenen Filterbubble hängen, finde ich es wichtig, sich auch mit anderen Positionen auseinander zu setzen. Auch wenn man sich ansieht, was die letzten Jahre mit den Nachdenkseiten passiert ist, das ist für mich ein typisches Beispiel wo alle irgendwie mit einer gemeinsamen Grundhaltung (die ich durchaus teile) angefangen haben und sich das dann immer weiter radikalisiert hat.

    Das Flüchtlingsthema polarisiert wirklich extrem und ich finde das im Alltag deutlich schwerer damit umzugehen als online. Ich könnte mir momentan zb auch nicht vorstellen, in Dresden Urlaub zu machen oder gar dort zu wohnen, weil ich viele Pegida-Parolen einfach abstoßend und irgendwie bedrohlich finde und man da sicherlich nicht mit Diskussionen weiter kommt. Da hab ich im Real Life schon eher das Bedürfnis mich von extremeren Einstellungen abzuschotten.

    • Stefan Sasse 25. November 2015, 15:55

      Hatte auch überlegt bevor ich das schreibe, aber es bezog sich ja auf die Genderdebatte, und die hatten nur Stefan und ich geführt 😉

      Ansonsten stimme ich dir völlig zu.

  • Stefan Sasse 25. November 2015, 15:55

    Generell möchte ich im Übrigen alle Leser einladen, gerne eigene Beiträge zu verfassen, wir veröffentlichen das gerne. Gerade wenn es über den Rahmen eines Kommentars hinausgeht.

  • In Dubio 26. November 2015, 09:35

    @Ralf

    Sie haben nichts verstanden.
    Ich erinnere etwa daran, wie Herr Pietsch im Mai 2014 argumentierte der Staat hätte seinem totkranken Vater aus Kostengründen die Behandlung verweigern sollen

    Tatsächlich habe ich direkt nach dem Zitat geschrieben:
    Was ist ein Menschenleben wert, was ein Tag unseres Lebens? Das lässt sich nicht in Geld aufwiegen, es entspricht unserer Natur, um jede Stunde zu kämpfen. Eine menschliche Gesellschaft muss dies ermöglichen und mit jedem Cent unterstützen. Wenn wir an dem Punkt sind, dann muss man allerdings auch sagen: Lieber verzichten wir auf einige Annehmlichkeiten wie z.B. völlig kostenlose Arztbesuche, als dass wir irgendwann einem Menschen die Möglichkeiten zum Überlebenskampf verwehren müssen, weil es sich nicht lohnt!

    Das können Sie nicht missverstanden haben! Sie kehren meine eigentliche Aussage um, um meine Integrität zu untergraben. Werfen Sie nie wieder mir vor, ich würde Sachverhalte einseitig darstellen, Sie handeln wirklich niederträchtig. Erklären Sie niemals wieder in diesem Blog, was mitmenschlich und sozial ist. Davon haben Sie bei solchem Verhalten nun wirklich keine Ahnung. Sie wollen lieber den Menschen kostenlos Hustenbonbons spendieren und ihnen die Entscheidung über ihr Leben versagen.

    Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Sie das Gleiche mit meiner Aussage über Südafrika gemacht haben.

  • In Dubio 26. November 2015, 09:42

    Der Link, damit sich jeder über Ralf sein eigenes Bild machen kann:
    http://www.deliberationdaily.de/2014/05/der-staat-das-sind-wir-alle/

  • QuestionMark 26. November 2015, 19:26

    @Stefan Pietsch
    Ich fand den Artikel „Flüchtlingskrise und Terror“ gerade im einleitenden Teil sehr gut. Später wird er leider etwas schwächer. Viele der tatsächlich nennenswerten Skandale (u.a. die Aufhebung der „Gleichheit vor dem Recht“ – immerhin ein Artikel mit Verfassungsrang) werden darin angesprochen.
    Natürlich war auch die Schärfe in den Formulierungen notwendig. Die Rassismuskeule der Kritiker dagegen ist lediglich als unseriös zu charakterisieren.

    Was im Artikel gefehlt hat: Die Zusammenhänge zwischen der unbegrenzten Öffnung der Grenzen (für den „Sklavenhandel“) und der Freihandelsideologie. Die ganze Chose ist ja Ergebnis dieses Denkens (=grenzenloser unbegrenzter Freihandel aller Waren – auch Menschen). Des weiteren hatten im Artikel die Auswirkungen auf die Marktgleichgewichte (v.a. Immobilienmärkte, „Arbeitsmarkt“ resp. Sklavenmarkt) gefehlt. Das hätte man detailliert ansprechen müssen. Ansonsten: sehr gute Inspirationen, Glückwunsch!

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