Kann mal bitte jemand den Rasmussen feuern?

Der NATO-Generalsekretär Rasmussen hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew „volle Unterstützung“ der NATO zugesagt. Der tut bitte was? Kann den mal jemand feuern? Welche Autorität hat denn Rasmussen, die Mitgliedsstaaten der NATO auf eine Intervention in der Ukraine zu verpflichten und einfach mal unilateral die komplette Freie Welt ™ im Ernstfall auf einen Nuklearkrieg festzulegen?

{ 39 comments… add one }

  • Manfred Peters 8. August 2014, 08:35

    Deine Frage ist ja noch zu verstehen, die Antwort könntest Du Dir als Verfechter der „Deutsch-Amerikanischen-Freundschaft“ jedoch gleich selbst geben.
    Jein
    Dieser „Jemand“ sitzt in der USA, denn Rasmussen vertritt die aggressive auf Eskalation zielende Politik der US-Administration gegen Russland, die jedoch hauptsächlich von der EU umgesetzt werden soll und unter Führung der Hamburgerin Merkels wird. So lange er das ordentlich wie in diesem Falle macht, wird aus Richtung USA keiner ans Feuern denken.

    • techniknoergler 8. August 2014, 17:25

      Ach, blödsinn.

      Die Amis bauen nicht auf europäische Soldaten. Zumindest nicht aus Festlandeuropa.

      Politische Unterstützung können die aber schon dafür erwarten, dass sie für uns die Abschreckfunktion wahrnehmen. Das ist auch keine Kriegshetzt. Irgendwie scheinen einige im Westen ständig Kriegshetze zu sehen, aber egal was Putin macht, der „reagiert“ nur auf „westliche Provokation“.

  • Marc 8. August 2014, 08:43

    Herr Sasse, es ist doch alles in bester Ordnung! Ihr Obama-Schnuckelchen will den Krieg in Europa und wir tun ihm den gefallen.

  • Kning 8. August 2014, 12:28

    Fairerweise sprach er von Beraten und ggf. anderen Mitteln – damit bleibt genügend Spielraum zum Skalieren möglicher Reaktionen. Defacto scheinen die prorussischen Separatisten über Rückzugsräume auf russischem Territorium zu agieren. Damit übernimmt Russland eine aktive Unterstützung und unternimmt weitere Versuche zur Destabilisierung der Ukraine. Somit hat die NATO das Gleichgewicht wieder hergestellt in dem Sie der Ukraine signalisiert: Ihr seid nicht allein.
    Ob das der Lösung der Krise hilft, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt…

  • Ariane 8. August 2014, 13:53

    Nun ja, nicht dass ich etwas dagegen hätte, wenn Rasmussen gefeuert werden würde. Allerdings liest sich das für mich auch eher wie „volle moralische Unterstützung“, laut Artikel weicht er ja aus, als die Frage aufgeworfen wird, wie die Unterstützung aussehen würde, wenn Russland einmarschiert. Rasmussen hat das natürlich eh nicht zu entscheiden, aber es wäre natürlich wichtig, wenn Leute in solchen Situationen mal ihre Rhetorik in den Griff kriegen würden, er ist schließlich kein Hinterbänkler.
    Ein Grund dafür ist aber imo auch, dass die NATO und der Westen so von Putins Neo-Imperialismus überrollt wurden, dass sie jetzt vielleicht verzweifelt versuchen, wieder das Heft des Handelns irgendwie in die Hand zu bekommen. Aber das ist Augenwischerei, alle starren auf Putin und seine Soldaten an der Grenze und schauen, ob sich da etwas rührt.

  • kowalsky 8. August 2014, 14:38

    Weltherrschaft durch Destabilisierung in der arabischen Welt, im Nahen Osten, Asien und Europa. Das ist das Ziel der USA und das optimale Werkzeug dafür heisst NATO. Die USA haben seit Bestehen mehr als 130 Kriege geführt und das Land finanziert sich grösstenteils durch Waffen und Kriege.

  • Stefan Sasse 8. August 2014, 14:59

    OK, dann habe ich Rasmussen da überinterpretiert. Nur, was ist wenn Kiew ihn auch überinterpretiert? Wie ich in meinem vorigen Artikel geschrieben habe, halte ich es für die beste Politik, der Ukraine klar zu machen, dass es keine militärische Intervention gibt.

    • Ariane 8. August 2014, 17:49

      Naja, er redet mit der Ukraine ja auch intern. Ist halt die Frage, ob er da von viel oder wenig Unterstützung redet.
      Mit deiner Strategie bin ich nur bedingt einverstanden. Wie es aussieht, brauchen die Ukrainer momentan überhaupt keine weitere Unterstützung, sie erobern ja Gebiete zurück und befinden sich (wiederum momentan) eher auf der Siegerstraße. Und auch der Staat an sich hat momentan ja eigentlich genug Unterstützung.
      Bleibt wiederum die große Frage, ob Putins 20.000 Soldaten da brav auf ihrem Gebiet bleiben. Und das ist eben das Problem, wenn alle erzählen, dass sie auch dann nichts machen werden, wenn Russland offiziell einmarschiert, laden sie Putin ja quasi ein und er weiß, dass er es wagen kann. Also den Eindruck darf der Westen, bzw die NATO, eben auch nicht erwecken. Das ist schon ein Drahtseilakt.

      • Stefan Sasse 8. August 2014, 18:09

        Dann legen wir das mal unter Überreaktion ab. 🙂

      • Ralf 8. August 2014, 18:55

        […] wenn alle erzählen, dass sie auch dann nichts machen werden, wenn Russland offiziell einmarschiert, laden sie Putin ja quasi ein und er weiß, dass er es wagen kann.

        Putin weiss auch so, dass er es „wagen kann“. Die NATO wird wohl kaum wegen der Ukraine einen Dritten Weltkrieg beginnen. Putins Interesse ist nicht die Eroberung der Ukraine, sondern eine langfristige totale Destabilisierung des Landes. Wenn die Ukraine in den naechsten Dekaden in Buergerkrieg und Terror versinkt und in permanenter latenter Bedrohung vom russischen Nachbarn lebt, kann es der Westen nicht verantworten das Land in die NATO zu integrieren. Diese Politik ist die einzige Option, die der Westen Putin noch gelassen hat, um die Ausbreitung des Buendnisses unmittelbar an den russischen Grenzen zu unterbinden. Den blutigen Preis dafuer zahlen nun die Ukrainer. Und durch die Sanktionen und Gegensanktionen sind auch die Menschen hier und in Russland betroffen. Alle verlieren. Das haben wir wirklich toll hingekriegt …

        • Ariane 8. August 2014, 20:15

          Es muss ja nicht gleich der dritte Weltkrieg sein, die NATO hätte auch andere Optionen.
          Putins Interesse ist nicht die Eroberung der Ukraine, sondern eine langfristige totale Destabilisierung des Landes
          Tjoa, aber so genau weiß das eben keiner. Dafür bräuchte er nämlich keine 20.000 Soldaten an der Grenze zu postieren und die sind meiner Meinung nach das Hauptproblem. Vielleicht liest er auch eine Landkarte und denkt sich, dass eine Landverbindung zur Krim ganz nett wäre, weil die da nun so in der Luft hängt.
          Das ist doch das Problem, kein Mensch weiß, was genau Putin so denkt und wie weit er geht, das hat Stefan im letzten Artikel ja gut beschrieben. Und wie dieses Posting zeigt, ist bereits eine Eskalationsspirale im Gang und es ist nicht so leicht, da wieder auszusteigen, außer er verlegt die Soldaten irgendwo anders hin.

          • Ralf 8. August 2014, 23:19

            Und wie dieses Posting zeigt, ist bereits eine Eskalationsspirale im Gang und es ist nicht so leicht, da wieder auszusteigen, außer er verlegt die Soldaten irgendwo anders hin

            Wuerde Putin die Eskalationsspirale zurueckdrehen, seine Soldaten zurueckziehen und die direkte und indirekte Unterstuetzung der ostukrainischen Rebellen beenden, wuerde die Ukraine bald danach in die NATO aufgenommen. Der Westen haette gewonnen und wuerde anschliessend die naechsten Anrainerstaaten Russlands destabilisieren; etwa Georgien. Russlands Sicherheitsinteressen koennen das nicht zulassen. Und Russland kann dem Westen auch nicht mehr trauen. Russland ist jetzt mehrfach belogen worden, dass die NATO keine Ausweitung auf ehemalige Sowjetrepubliken anstreben wird. Und mit dem gefoerderten Umsturz in der Ukraine hat der Westen nochmal bewiesen, dass er kein verlaesslicher, friedfertiger Partner ist, sondern seine eigene Expansion auf Kosten Russlands anstrebt. Wir haben dabei voll auf Eskalation gesetzt und Putin nichts anderes uebrig gelassen, als die Ukraine in einem permanenten Unruhezustand zu halten. Ein Land, das im Buergerkrieg versinkt und zumindest theoretisch bald im Krieg mit Russland sein koennte, kann die NATO natuerlich nicht integrieren. Nicht ohne katastrophale Folgen zu riskieren. Der Westen hat damit sein Vabanquespiel verloren. Anstatt Russland zu schwaechen und den eigenen Einfluss auszubauen, hat man die Ukraine in einen blutigen Buergerkrieg gestuertzt. Die Russen, die reagieren mussten, leiden dazu unter den Sanktionen. Und die Gegensanktionen treffen jetzt auch die Europaeer. Ausser den USA haben alle verloren und eine bemerkenswerte totale Lose-Lose-Situation geschaffen. Und in diesem Zusammenhang halte ich die Aeusserungen von Rasmussen schon extrem bedenklich. Sicherlich will heutee niemand einen Krieg. Aber seit Wochen rutschen wir bereits immer tiefer rein in den Konflikt, und das ohne jegliche Exitstrategie. Putin kann und wird nicht nachgeben, was die Ukraine angeht, denn elementare Sicherheitsinteressen des Landes sind betroffen. Die Amerikaner haben in der Kubakrise auch nicht diskutiert, sondern gehandelt. Und Putin wird auch die Krim nicht wieder zurueckgeben. Jedem denkenden Menschen sollte das klar sein. Also was wollen wir mit Sanktionen und jetzt auch noch mit Rasmussens „voller Unterstuetzung“ erreichen? Wo ist der Ausweg? Der Westen graebt sich immer tiefer ein in den Konflikt und sollte aufpassen, dass er nicht irgendwann doch aus diplomatischen Gesichtswahrungsgruenden in einen Krieg hineinschlittert. Mit unabsehbaren Folgen …

          • Ariane 9. August 2014, 00:41

            Wir haben dabei voll auf Eskalation gesetzt und Putin nichts anderes uebrig gelassen, als die Ukraine in einem permanenten Unruhezustand zu halten
            Genau, „wir“ haben den armen Putin dazu gezwungen, einen Krieg anzufangen und in anderer Leute Länder einzumarschieren. Darf ich nochmal daran erinnern, dass der Stein des Anstoßes für dieses Chaos ein simples Handelsabkommen mit der EU und keine Kriegserklärung war? Daraus für Russland einen Selbstverteidigungsfall zu konstruieren, ist paranoider Quatsch.
            Außerdem meine ich genau das mit Eskalationsspirale. Solange die Masse an Soldaten weiterhin einmarschbereit an der Grenze steht, ist der Westen genauso dazu gezwungen, Stärke zu demonstrieren und moralische Unterstützung für die Ukraine zu leisten, um einen Einmarsch abzuwenden. Der Westen ist doch kein Friedefreudeeierkuchenland, sondern hat auch eigene Interessen und deswegen kann er das nicht schulterzuckend hinnehmen und Putin mal eben die halbe Ukraine schenken. Die Krim hat er ja schon und die wird wohl auch niemand mehr zurückholen, von daher ist das doch eigentlich für Putin kein schlechter Deal.

          • Ralf 9. August 2014, 10:24

            Genau, “wir” haben den armen Putin dazu gezwungen, einen Krieg anzufangen und in anderer Leute Länder einzumarschieren.

            Hmmm … also vielleicht moechtest Du hier den Plural mal naeher begruenden. In wieviele Laender anderer Leute ist Putin denn einmarschiert?

            Auch eine Konkretisierung des Begriffs „anderer Leute“ waere nett. Die Krim war und ist bei Weitem mehrheitlich von Russen bewohnt. Diese Russen haben in einem Referendum darueber abgestimmt, nicht mehr zur Ukraine gehoeren zu wollen. Und waehrend es durchaus auch berechtigte Kritik an den Umstaenden des Referendums gibt, zweifelt eigentlich niemand ernsthaft daran, dass das Ergebnis absolut dem mehrheitlichen Volkswillen entsprach; also demokratisch war. Hier nochmal zur Erinnerung:

            http://www.bradblog.com/?p=10541

            Deine Aeusserung Putin „marschiere in anderer Leute Laender ein“, klingt als sei er in Polen oder Mecklenburg-Vorpommern eingefallen. Tatsaechlich hat Russland ein Territorium angeschlossen, das historisch seit Jahrhunderten zu Russland gehoert hat, weit mehrheitlich von ethnischen Russen bewohnt war, dessen Bewohner sich den Anschluss in grosser Mehrheit ausdruecklich gewuenscht haben und die die Russen mit Jubel und Feiern empfangen haben, waehrend kein einziger Schuss fiel. Im Gegenzug dazu war die Abspaltung der Krim und ihr Transfer an die Ukraine zu Sowjetzeiten ein klar diktatorischer Akt, bei dem die Bevoelkerung nicht um ihre Meinung gebeten wurde.

            Darf ich nochmal daran erinnern, dass der Stein des Anstoßes für dieses Chaos ein simples Handelsabkommen mit der EU und keine Kriegserklärung war?

            Nein, Du machst Dir das viel zu einfach. Es ging nicht nur um eine „simple Handelsvereinbarung“, sondern darum dass der Westen alles versucht hat, Russlands Einfluss in der Ukraine zu schwaechen. Dabei interessiert die EU der Handel mit der Ukraine auch nicht die Bohne. Was hat ein zutiefst korrupter und bettelarmer Staat dem Westen schon zu bieten? Nein, hier ging es von Anfang an um militaerische Interessen: Anbindung der Ukraine an die EU, schrittweise Heranfuehrung an die NATO und damit weitere Einkreisung des Feindes Russland. Und als der demokratisch gewaehlte Praesident der Ukraine das Handelsabkommen mit der EU ablehnte, rief der Westen (mal offen und mal verdeckt) zur Revolution auf und sorgte dafuer, dass die laestige demokratisch legitimierte Regierung durch eine Putschregierung unter Beteiligung von Faschisten ersetzt wurde. Die war zwar unappetitlich, setzte aber unser Programm um.

            Daraus für Russland einen Selbstverteidigungsfall zu konstruieren, ist paranoider Quatsch

            Sorry, aber das ist sicherheitspolitisch voelliger Unsinn. Eine der NATO-zugehoerige Ukraine koennte voellig berechtigterweise Raketen und anderes militaerisches Material in unmittelbarer Naehe zum russischen Kernland stationieren. Die Bedrohung fuer Russland waere immens und aus russischer Sicht voellig unannehmbar. Ich frage mich, ob Du in der Kubakrise eigentlich auch so argumentiert haettest, dass die USA sich halt nicht so anstellen sollen. Nur weil Russland ein paar Raketen unmittelbar vor der amerikanischen Haustuer parkt, sollen sich die Amis doch nicht so echauffieren? Das sei doch kein Selbstverteidigungsfall? Die USA haben das voellig zu Recht anders gesehen und haben sofort und sehr hart reagiert und die Bedrohung abgestellt. Putin tut nichts anderes.

            Solange die Masse an Soldaten weiterhin einmarschbereit an der Grenze steht, ist der Westen genauso dazu gezwungen, Stärke zu demonstrieren und moralische Unterstützung für die Ukraine zu leisten, um einen Einmarsch abzuwenden.

            Der Westen ist ueberhaupt nicht gezwungen Staerke zu demonstrieren. Waehrend Russland durch die Entwicklungen sicherheitspolitisch massiv bedroht ist, hat der Westen in der Ukraine nun wirklich rein garnichts verloren. Wuerden wir uns dort still zurueckziehen, wuerde auch Russland einen Gang runterschalten. Die Krim bliebe russisch. Das laesst sich nun nicht mehr aendern. Und der ukrainische Osten erhielte wohl staerkere Autonomierechte. Die Ukraine wuerde ohne Partner im Westen die Bande zu Russland wieder staerken. Und bald haetten wir wieder den Status Quo vor dem Umsturz in Kiew. Und ein Ende des Buergerkriegs und des Blutvergiessens.

            Der Westen ist doch kein Friedefreudeeierkuchenland, sondern hat auch eigene Interessen und deswegen kann er das nicht schulterzuckend hinnehmen und Putin mal eben die halbe Ukraine schenken.

            Also hier stoert mich schon die Wortwahl. Der Westen soll Putin nicht die halbe Ukraine „schenken“? Sorry, aber ich kann nur etwas verschenken, was mir gehoert. Und die Ukraine gehoert nicht dem Westen. Ganz im Gegenteil, der Westen hat in der Ukraine absolut nichts verloren. In der Ukraine leben weder Westeuropaeer, noch handelt sich hier um ein traditionelles Einflussgebiet Europas. Wirtschaftliche und kulturelle Bande mit der Ukraine sind praktisch nicht vorhanden. Wir haben dort nichts zu suchen.

            Abgesehen davon will Putin die Ukraine auch garnicht geschenkt haben. Waere Putin wirklich dieser aggressive Imperialist, der im Eilschritt Grossrussland wieder herstellen will, dann waere die Ukraine laengst unter russischer Besatzung. Der Westen waere dagegen voellig machtos. Einen Krieg wird man wegen der Ukraine sicher nicht vom Zaun brechen. Sanktionen hat man bereits ausgereizt. Andere Optionen: Fehlanzeige. Dass in Kiew nicht laengst die russische Fahne weht zeigt, dass Putin an einer militaerischen Einnahme der Ukraine nicht interessiert ist. Das ist aus seiner Sicht auch absolut verstaendlich. Er haette null Vorteil davon sich einen vorhersehbaren Konfliktherd dauerhaft einzuverleiben. Alles was er will, ist die NATO auf Abstand zu halten. Und das erreicht er mit einer permanenten Destabilisierung der Ukraine viel einfacher. Den Preis fuer unser Roullettespiel zahlen nun die Menschen im Buergerkrieg und auf der Flucht.

          • In Dubio 11. August 2014, 13:27

            (..) sondern darum dass der Westen alles versucht hat, Russlands Einfluss in der Ukraine zu schwächen.

            Wieso das? Bis zum Auftauchen dieser komischen „Separatisten“ hat selbst in Donezk niemand ernsthaft behauptet, es gäbe eine Mehrheit für einen Anschluss an Russland. Auch dort im Industriegürtel will man vom Nachbarland vor allem eins: Gas. Bis heute sind die, die dort kämpfen, durch nichts legitimiert. Seltsamerweise haben sie inzwischen in großem Umfange hochmodernes russisches Kriegsgerät. Das muss ihnen irgendjemand gegeben haben.

            Übrigens: hatten Sie nicht vor einigen Monaten behauptet, Putin habe nun wirklich überhaupt kein Interesse an der Ost-Ukraine und werde dort nicht intervenieren? Selten so daneben gelegen…

            Eine der NATO-zugehörige Ukraine könnte völlig berechtigterweise Raketen und anderes militärisches Material in unmittelbarer Nähe zum russischen Kernland stationieren. Die Bedrohung für Russland wäre immens und aus russischer Sicht völlig unannehmbar.

            Tja, die Russen haben ja so ihre Erfahrungen: riesige Kampfverbände sind im Baltikum, in Polen und Tschechien aufgebaut worden, Raketen zielen direkt auf Mütterchen Russland. So ungefähr geht Paranoia. Wieso ist die NATO eine Bedrohung? Wieso die EU? Wollte Putin nicht angeblich mit beiden in enger Partnerschaft zusammenarbeiten? Arbeitet man mit Partnern, von denen man sich militärisch bedroht fühlt? Sorry, das passt hinten und vorne nicht in der Argumentation.

            Es passt dagegen, wenn man Putin unterstellt, im Ost-West-Konflikt der 50-80er Jahre hängen geblieben zu sein. Putin will keine Partnerschaften, sondern Einflusssphären und einen Teil des Groß-Russischen Reiches wiederherstellen. Dazu gehörte nicht als erstes die Krim, zuvor schon Ost-Ossetien und die politisch instabilen asiatischen Anrainer. Und nun die Ukraine, die irgendwie auch lieber den Weg der Polen und Balten gehen will als sich dem Machtwillen des Kreml zu unterwerfen. Wo die Russen herrschen, geht es Land und Leuten nicht gut, wird gelitten. Das wissen die Ukrainer in ihrer Mehrheit, weshalb sie sich der EU an den Hals werfen.

            (..) hat der Westen in der Ukraine nun wirklich rein garnichts verloren.

            Sorry, habe ich etwas verpasst? Haben wir Kampfverbände in der Ukraine oder auch nur Waffen geliefert? Gäbe es keine Waffen an die selbsternannten Separatisten, gäbe es keine Bürgerkrieg. Dieser Krieg ist eine Schöpfung Moskaus.

            Welches Recht hat Putin überhaupt, die Ukraine politisch, wirtschaftlich und militärisch zu destabilisieren?

          • Ralf 11. August 2014, 21:45

            Hab jetzt mehrfach versucht Ihnen zu antworten, aber mein Post wird aus unerfindlichen Gruenden gegenwaertig nicht entgegengenommen. Moeglicherweise wegen der Links. Bleibt mir also nichts anderes uebrig als zusammenzufassen, dass Ihre Analyse politisch und historisch falsch ist, dass Sie Fakten nur aeusserst selektiv wahrnehmen und offensichtlich alles was nicht in Ihr ideologisches Schema passt schlicht ignorieren. Wenig verwunderlich dann, dass Sie zu den Einschaetzungen kommen, die Sie hier verbreiten.

        • techniknoergler 13. August 2014, 14:12

          Einzige Option?

          Er könnte ein Souveränes Land auch in die NATO eintreten lassen. Es ist ja nicht so, als wenn die Ukraine damit zum Bundesstaat der USA würde, so wie die Krim der Russischen Föderation eingegliedert wurde. Aus der NATO kann man auch wieder austreten. Aus Putins Familie – padon: der Russischen Föderation – nicht.

  • Manfred Peters 8. August 2014, 15:05

    @ Rakete
    „… dass die NATO und der Westen so von Putins Neo-Imperialismus überrollt wurden …“
    Das kannst Du Dir patentieren lassen und dem russophoben Fäkalagitator Jarchow (Blog Stilstand, wird von mir aus hygenischen Gründen nicht verlinkt) anbieten. Der kauft Dir so etwas mit Kusshand ab und braucht für seine Blog-Gummizelle noch ein paar Mitstreiter.

  • Manfred Peters 9. August 2014, 08:52

    „… ob Putins 20.000 Soldaten …
    Liebe NATO-Küchenpropagandasprecherin dürfen es denn ein wenig mehr (200000) oder weniger (10999) sein? Wie viel sind es denn im „Friedensfall“?
    Es waren im April doch, wie von der NATO vermutet, 40.000 bis 50.000 Mann an der Grenze zur Ukraine.
    Da haben die Russen schon beachtlich abgerüstet während, wie der Autor richtig bemerkt hat, die NATO zumindest verbal immer weiter aufrüstet.

  • QuestionMark 9. August 2014, 18:31

    „Der kauft Dir so etwas mit Kusshand ab und braucht für seine Blog-Gummizelle noch ein paar Mitstreiter.“
    Wunderschöne Formulierung. Volltreffer. Danke dafür!

  • QuestionMark 9. August 2014, 18:42

    Weil einige Dünnbrettbohrer hier im Blog vom Imperialismus Russlands schwadroniert haben – vielleicht eben deshalb mal eine kurze knappe Faktenangabe: Die Einzigen die auf diesem super Planeten Imperien aufbauen kommen aus dem Westen. Schon mal etwas von der EU gehört? Oder von der NATO? Oder von internationalen Freihandelszonen? Oder vom Abbau von Handelshemnissen. Oder vom möglichst freien ungehinderten Kapitalverkehr? Oder von der rechtlichen Gleichschaltung der Nationalstaaten? Was glaubt ihr denn was das ist? DAS IST IMPERIALISMUS. Da werden sogar noch die Nationalstaaten an eine Zentralinstanz ausgeliefert und selbstverständlich auch adäquat erpresst.

    Mein Tipp: Erst Hirn einschalten und dann schreiben.

    Bei Russland kann wirklich von Imperialismus nicht die Rede sein. Dieses Land zerfällt nun schon seit Jahrzehnten. Die Amis suchen hier den finalen Konflikt. Und diese miesen Ratten schrecken offensichtlich vor nichts zurück.

    • In Dubio 11. August 2014, 13:07

      Welches Land haben die Amerikaner zuletzt annektiert? Afghanistan? Wie man so hört, wollen die USA ihre Truppen vollständig abziehen. Irak? Noch ein schönes Thema, aber es gibt nicht mal ein Stationierungsabkommen. Die Amis haben, anders als Russland bei der Krim, es nicht mal geschafft, das durchzudrücken.

      Kein Land ist gezwungen, am weltweiten Handel teilzunehmen. Wenn man das aber möchte, so geschieht das nach den Regeln, welche die bisherigen Teilnehmer sich gegeben haben und nicht danach, was ein Nationalstaat möchte. Niemand ist dazu gezwungen, am freien Kapitalverkehr teilzunehmen. Wer es aber tut, muss sich Regeln unterwerfen.

      Wie soll man es anders als Imperialismus nennen, wenn ein Staat ein Stationierungsabkommen einfach dazu nutzt, um sich das Gebiet, auf dem man Gast ist, einfach in das eigene Staatsgebiet einzuverleiben? Was ist es anderes als Imperialismus, einen demokratischen Staat durch Waffenlieferungen an nicht-militärische Organisationen zu destabilisieren? Und wenn dieser Weg nicht funktioniert, anschließend mit dem Truppeneinmarsch wider den erklärten Willen des demokratischen Staates zu drohen?

      Imperialismus?

  • Kning 11. August 2014, 10:16

    [Quote] Alles was er will, ist die NATO auf Abstand zu halten. Und das erreicht er mit einer permanenten Destabilisierung der Ukraine viel einfacher. Den Preis fuer unser Roullettespiel zahlen nun die Menschen im Buergerkrieg und auf der Flucht. -[/quote]
    Volle Zustimmung. Das Assoziierungsabkommen zwischen EU und Ukraine war nicht nur ein Handelsabkommen. Die Hardliner im Kremel sehen darin ein Heranrücken des Westens bis vor Ihre Haustür. Hinzu kommt die relative Instabilität der Ukraine, die Russland nun ausnutzen konnte, um die Bestrebungen des Westens zu konterkarieren.

    Für mich stellt sich aber die Frage, wie lange Russland still halten wird, sobald sich der ukrainische Bürgerkrieg deutlich gegen die Separatisten wendet und das Elend durch Flucht, Vertreibung und Krieg noch schlimmer wird. Russland könnte erklären man wolle eine humanitäre Katastrophe verhindern und würde ohne UN Mandat zu einer „Friedensmission“ aufbrechen. Der Westen könnte nur schwer kritisieren, hat doch die NATO gegen Serbien und im Kosovo zu ähnlichen Mitteln gegriffen.

    Aus meiner Sicht wäre es jetzt wichtig, wenn die Eskalationrhetorik ein Ende fände. Der deutschen Regierung kommt hier aus meiner Sicht die Schlüsselrolle zu. Wir müssen einerseits eine einheitliche europäische Haltung moderieren und gleichsam mit den Russen zu einer KSZE 2.0 kommen.

  • QuestionMark 11. August 2014, 15:31

    Wikipedia umschreibt es sehr schön:
    „Als Imperialismus bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens bzw. seiner politischen Führung, in anderen Ländern oder bei anderen Völkern wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu erlangen, bis hin zu deren Unterwerfung und zur Eingliederung in den eigenen Machtbereich.“

    Und genau das ist es was die Amerikaner tun. Das hat man in der Ukraine getan. Vorher in Libyen, Irak, Afghanistan und so weiter. Jeder der nicht passt wird passend gemacht. Oder er wird kalt gemacht. Da ist auch ein willkürliches Bombardment des Iraks schon mal drin wenn es den hohen Herren in Amerika willkommen ist. Wir wärs mal zur Abwechslung mit einer willkürlichen Bombardierung der Ukraine durch die Russen? Wär doch auch ganz nett, oder? Immerhin bekämpfen dort neonazistische Terroristen ihr eigenes Volk. 🙂

    Man muß keine Länder annektieren. Letzteres ist in der Regel schlicht zu teuer. Die Amerikaner betreiben einfach die schlauste Art von Imperialismus. Man pickt sich die Rosinen raus und der Rest kann …. na was ? … verrecken.
    Dazu instrumentalisiert man sämtliche politsche Gruppierungen in einem Land. Nationalisten, Fundamentalisten und so weiter. Hauptsache man erreicht die Destabilisierung und die anschließende Unterwerfung eines Landes. Die Unterwerfung erreicht man über die Installation von Marionettenregimen (wie in der Ukraine) nach einem gelungenem Putsch. Anschließend stehen dann nur die reichen kapitalistischen Drecksäcke (oder deren Marionetten) zur Wahl und dann wird „geerntet“.
    Übrigens: Ähnliches Vorgehen auch in Syrien. (dort bislang gescheitert).

    • Stefan Sasse 11. August 2014, 18:53

      Die Behauptung, Russland sei keineswegs imperialistisch, die USA aber schon, ist kompletter Unsinn. Russland hat sich in seiner Geschichte ein riesiges Kolonialreich zusammenerobert, nur ist dieses im Gegensatz zum europäischen Kolonialreich auf dem gleichen Kontinent und in direkter Nachbarschaft gewesen. Weder in Sibirien, noch in Aserbaidschan, noch in Wladiwostok oder Weißruthenien leben „Russen“, von Georgien oder Tschetschenien gar nicht zu sprechen. Die Nachwirkungen dieses russischen Imperialismus sehen wir heute, auf der Krim, im Donezk-Becken, in Tschetschenien und Georgien und anderswo.

      • Marc 11. August 2014, 20:35

        Wollen sie absichtlich den Eindruck erwecken, auf der Krim und im Donezk-Becken handelt es sich nicht um ethnische Russen oder wissen sie das nicht?

        • Stefan Sasse 12. August 2014, 11:19

          Klar weiß ich das. 1938 ging’s auch um ethnische Deutsche.

          • Marc 12. August 2014, 15:50

            Die Russen dürfen keinerlei Interessen an einer russischen Ethnie im Nachbarland haben, das militärisch Angegriffen und vertrieben wird, weil das Argument mal als Vorwand für die Reichexpansion benutz wurde? Gut, ich muss das nicht verstehen.

  • QuestionMark 11. August 2014, 21:13

    @Sasse
    Natürlich war Russland imperialistisch unterwegs. Wer hätte das bezweifelt. Auch Deutschland war das. Und GB war das und Portugal und Spanien und Frankreich und und und…
    Die Rede ist vom hier und heute und jetzt. Und da sind nun mal die Amerikaner diejenigen die einen Weltherrschaftsanspruch artikulieren und diesen imperialistisch umsetzen. Die Propaganda des Westens und ihrer Maulhuren ist deshalb einfach nur schäbig. Darum ging es. Heutzutage ist Russland (notgedrungen) strictly defensiv unterwegs.

    Oder um das Brecheisen zu verwenden: Hätte sich Texas von den USA losgesagt (durch einen von Russland geförderten Putsch) dann wären die USA schon längst nach Texas einmarschiert. Wer es nicht glaubt – mal beim civil war nachschauen.
    Morden für den Zentralstaat ist für die Amerikaner daher auch historisch betrachtet absolut legitim. Vom Völkermord an den Indianern und deren systematischer Deporatation mal ganz abgesehen.

    Jetzt gehen diese Ratten aber weiter. Die ganze Welt soll sich dem amerikanischen Gesindel unterwerfen.

    • Stefan Sasse 12. August 2014, 11:23

      Keine Frage würden die Amerikaner in Texas einmarschieren, daraus machen die keinen Hehl. Nur blöderweise passt der Vergleich nicht. Es ginge hier eher um einen Einmarsch in Ontario, um im Bilde zu bleiben. Ethnisch gibt’s keinen Unterschied, beide sprechen Englisch, nur die einen haben eine kanadische Staatsbürgerschaft und die anderen eine amerikanische. Gleiches Szenario.

      Dass der Westen massiv propagandistische Nebelkerzen wirft bezweifelt ja auch überhaupt keiner. Und ich habe hier im Blog auch schon das strategisch defensive Kalkül der Russen auf der Krim beschrieben (Sewastopol). Nur ändert das nichts an dem, was die Russen gerade tun, und dass das einfach nicht in Ordnung ist. Ob die Amerikaner so was auch schon gemacht haben spielt keine Rolle für diese Bewertung, das kritisieren wir dann an den Amerikanern.

      Und bitte verzichte künftig auf Formulierungen wie „Ratten“, „Gesindel“ und „Huren“ zur Charakterisierung deiner Gegner. So etwas will ich hier nicht sehen und es entspricht nicht dem Ton des Blogs.

      • In Dubio 12. August 2014, 13:43

        Der Vergleich ist schon schräg. Warum sollten Texas oder auch nur Ontario sich Russland anhängen? Es ist ja nicht so, dass dieses Riesenreich ein attraktives Gesellschafts-, Wirtschafts- oder Politikmodell bieten könnte. Die einzigen Anhänger Russlands finden sich dort, die sonst nie etwas anderes gesehen haben.

        Nicht von ungefähr strebt der Großteil der Ukraine nach Westen, nicht umsonst haben pro-russische oder linke Parteien in den ehemaligen Ostblock-Staaten keine Chance beim Wähler. Dass russische Lebensmodell ist so unten durch, mehr geht gar nicht. Deswegen kann man über solche Vergleiche nur lachen, sie sind so absurd, dass sie bestenfalls eine albernen Spielerei gleichen.

        Übrigens: als Chruschtschow Atomwaffen auf Kuba stationieren wollte, war der kleine Inselstaat eine kommunistische Diktatur. Ist er heute noch. Aber jährlich riskieren Tausende ihr Leben, um dem American Way of Life zu folgen. Dass es viele Kubaner nach Moskau zieht, ist nicht bekannt.

        • Marc 12. August 2014, 15:25

          Nicht von ungefähr strebt der Großteil der Ukraine nach Westen, nicht umsonst haben pro-russische oder linke Parteien in den ehemaligen Ostblock-Staaten keine Chance beim Wähler. Dass russische Lebensmodell ist so unten durch, mehr geht gar nicht.

          Wie erklären sie sich die Tatsache, dass die Menschen nach Russland fliehen und nicht in den tollen Westen?
          http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-flucht-104.html
          Im Übrigen ist das ein eindeutiges Votum: die Menschen wollen eine Autonomie oder zu Russland. Dieser Wille wird gerade vom Westen nieder gebombt.

          • In Dubio 12. August 2014, 17:35

            Wer flieht nach Russland? Balten? Polen? Kanadier? Tschechen? Bitte genau lesen:
            Die einzigen Anhänger Russlands finden sich dort, die sonst nie etwas anderes gesehen haben.

            Die Mehrheit der Ukrainer hat sich einen pro-westlichen Präsidenten gewählt. In freien Wahlen. Im Osten des Landes haben Separatisten die Menschen vom Urnengang abgehalten.

        • Stefan Sasse 13. August 2014, 07:07

          Naja, Ostukrainer haben auch echt nicht viel Auswahl zum Fliehen dieser Tage. Nach Westen können sie nicht, weil da ihre Gegner im Weg sitzen.

          • Marc 13. August 2014, 08:34

            [..] weil da ihre Gegner im Weg sitzen.

            Ich dachte, es wird gegen Separatisten gekämpft, nicht gegen das eigene Volk. Man lernt nie aus.

  • QuestionMark 12. August 2014, 16:54

    @Sasse
    Ok, dann liegen die Einschätzungen ja ziemlich nah beinander. Zum Ton: Ich finde den eigentlich noch extrem zurückhaltend. Aber natürlich bist du hier Gastgeber. Ich komme dir aber gerne entgegen und werde zukünftig auf jegliche Kommentare verzichten. Nix für ungut, so long. 🙂

    • Stefan Sasse 13. August 2014, 07:07

      Du musst nicht auf jegliche Kommentare verzichten – nur halt bitte auf solche Formulierungen.

  • Stefan Sasse 13. August 2014, 09:56
  • Manfred Peters 3. September 2014, 14:21

    Nicht Rasmussen, sondern der Hunnenpastor 2.0 müsste wohl erst einmal gefeuert werden, denn
    “so formuliert man Kriegserklärungen.”

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