Video: Steinmeier schreit Störer bei seiner Rede nieder

Can’t blame the man for not having convictions.

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  • Robin S. 20. Mai 2014, 16:04

    Ich beobachte mich, wie ich überrascht bin ob eines Amtsträgers, der eine streitbare Position vertritt und sogar entschlossen verteidigt. Das kann wie hier wirklich gefallen. Interessant ist eine eklatante Häufung von Nazivergleichen in den Kommentaren, die sich wohl nicht einmal mehr mit Godwin’s law begründen lässt. Grotesk.

  • Ralf 20. Mai 2014, 16:31

    Naja, also zumindest widmet er sich der Kompliziertheit mit aller Entschiedenheit … 😉

  • Ariane 20. Mai 2014, 16:34

    Huch, ist das echt der Steini? Der sollte mal überlegen, die Störenfriede fest anzustellen für seine Reden. Der geht ja mal richtig aus sich heraus 🙂

  • Lachender 20. Mai 2014, 16:46

    Wer hat uns verraten die Sozialdemokraten
    http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI
    oder eine Rede vom 27.02.2010
    http://www.youtube.com/watch?v=7RUNUSno7zk

  • Robin S. 20. Mai 2014, 17:06

    >> Der sollte mal überlegen, die Störenfriede fest anzustellen für seine Reden.

    Clever. Wenn Du selber besser aussehen willst als Dein Publikum, dann sprich vor möglichst bescheuertem Publikum.

  • Jan Falk 20. Mai 2014, 17:37

    Interessanterweise wurde das Video sowohl von erzliberalen wie @ulfposh als auch von Linken wie @misik heute affirmativ geteilt. Bringen diese merkwürdigen neurechten Montagsdemos ganz neue Allianzen hervor?

    Für wie gefährlich / ernstzunehmen haltet ihr diese KenFM-Crew? Gibt es da eigentlich schon ein gutes Watchblog? Wenn nicht, sollte das mal einer starten.

    • Ariane 20. Mai 2014, 21:35

      Naja, die Montagsdemofreaks scheint ja auch ein Zusammenschluss aller Verrückten beider Ränder zu sein, eine breite Allianz gegen sie wäre nicht verwunderlich.
      Hab das schon oft von (eher linken) Bekannten gehört, die nur einen Halbsatz mitbekommen haben und dann meinten „hey, aber Cia/Banken sind aber doch wirklich blöd oder umgedreht: Frieden ist supi“ und dann erstmal näher aufgeklärt werden mussten, was diese Leute sonst noch alles verbreiten. Also ich glaub, das ist schon ne kluge Masche, weil jeder in diesem Sammelsurium erstmal was findet, wo er „Genau!“ rufen kann. Die Montagsdemos an sich halte ich nicht für gefährlich, dafür ist das einfach zu abgedreht und auch zu willkürlich. Ein paar Spinner, die spinnertes Zeugs auf Demos verbreiten. Nun ja.
      Was ich eher bedenklich finde: ich glaube es gibt schon eine Basis von diesen Leuten, die auf bestimmte Aufsöser anspringen, sh auch die evtl Verbindung zu Occupy oder jetzt die Ukraine-Krise. Bei sowas kommen sie aus dem Loch und sind plötzlich da, das sehe ich als allgemeine Gefahr für einen vernünftigen Diskurs. Bin da in letzter Zeit selbst ständig in die Rolle geraten, großartig die EU oder Amerika verteidigen zu müssen, obwohl ich bei weitem auch nicht alles toll finde. :/

  • Flex 20. Mai 2014, 17:59

    „Der Sozialdemokratie muss man nicht sagen, warum wir für Frieden kämpfen; nicht der deutschen Sozialdemokratie!“

    Sprachlos. Ich.

  • Jan Falk 20. Mai 2014, 18:10

    @Flex

    Warum? SPD hat eine lange antifaschistische Tradition, dann Annäherung an den Ostblock in den 70ern und 80ern, das Nein zum Irakkrieg, um nur mal ein paar Eckpunkte zu nennen. Im Konflikt um die Ukraine zeigt sich die SPD auch eher „dovish“, ist mein Eindruck. Ich finde den Satz durchaus legitim vom Steinmeier.

  • Flex 20. Mai 2014, 21:04

    @Jan Falk

    Ok, ich habe mich wieder gesammelt. Du möchtest also Merkelsches Eckpunktesammeln spielen? Na dann, los. 🙂

    Die Fässer „Sozialdemokratie im Dritten Reich“ und „Sozialdemokratie im Kalten Krieg“ möchte ich an dieser Stelle aus zwei Gründen nicht aufmachen. So wie ich Dich und Stefan kenne, werden vor allem unsere Einschätzungen bezüglich Schmidt divergieren. Zweitens hat Steinmeier in beiden Perioden keine Rolle in der Sozialdemokratie gespielt. Die beiden Eckpunkte gehen – großzügig wie ich bin – an Dich. +2

    Nächster Eckpunkt: Jugoslawienkrieg. -1

    Nächster Eckpunkt: Irakkrieg. Dazu möchte ich Dir folgendes in Erinnerung rufen:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/irak-krieg-us-general-franks-lobt-bnd-hilfe-als-unbezahlbar-a-596969.html

    Wir beide wissen, wer zu dieser Zeit Chef des Bundeskanzleramts war. Daher ist das von Dir besagte „Nein zum Irakkrieg“ vor allem bezüglich Steinmeier mindestens stark fragwürdig. Obwohl ich in dieser Hinsicht froh darüber bin, dass Schröder und nicht Merkel damals Kanzler war, ist mein Zyni… ich meinte natürlich: mein realpolitischer Sachverstand noch nicht derart riesig, dass Letzteres den Geheimdiensteinsatz relativiert. -1

    Nächster Eckpunkt: Brunnenbohren in Afghanistan. -1

    Nächster Eckpunkt: Ressourcensicherung durch Operation Atalanta. -1

    Gut, dass Du kein Bauingenieur oder Statiker bist, wenn Du auf solchen Eckpunkten Paläste („Der Sozialdemokratie muss man nicht sagen, warum wir für Frieden kämpfen; nicht der deutschen Sozialdemokratie!“) bauen möchtest, die durchaus für ein schönes (altes!) Häuschen reichen, aber für definitiv nicht mehr.

    Nein, mal im Ernst, Jan und Stefan. Was mich so sprachlos machte, war mein Eindruck, dass es vor allem von einem Herrn Steinmeier hochgradig billig ist, sich darauf zurückzuziehen, dass sich andere Sozialdemokraten sogar mit ihrem Leben für den Frieden eingesetzt haben, während die Regierungsjahre, in denen er selber wichtige Fäden in den Händen hielt, nicht von Friedensbemühungen… überschattet wurden.

    • Stefan Sasse 21. Mai 2014, 09:01

      Steinmeier redet ja trickreich auch von der SPD als Ganzem, nicht von sich. Und die SPD hat den Irakkrieg nicht mitgemacht. Auch die BND-Spionage ist noch eine andere Dimension als die Teilnahme am Krieg, wie dir diverse britische Soldatenwitwen sicher bestätigen könnten.

      Und Helmut Schmidt…ich bin alles, aber kein Schmidt-Fan.

    • In Dubio 21. Mai 2014, 09:49

      In dem Video geht es darum, dass ein Trillerpfeifenmann lärmt und rumpöbelt und ein Spitzenpolitiker meint, sich das nicht gefallen lassen zu müssen.

      Was ist mit „Friedensbemühungen“ gemeint? Sich es wie zu Zeiten mit Sprüchen wie „Wandel durch Annährung“ bequem machen? Heute wissen wir, der Wandel fand nur auf westdeutscher Seite statt, in dem man mit den SED-Bonzen gekuschelt hat und mit DM Bürger regelrecht freikaufte. Selten ist ein Slogan so zum Euphemismus degeneriert.

      Oder ist mit „Friedensbemühungen“ gemeint, brav beiseite treten, wenn Alte, Frauen und Kinder hingemetzelt werden? Die Friedensbewegung fand das ganz in Ordnung, man müsse halt miteinander reden, dass das so nicht gehe.

  • Flex 21. Mai 2014, 15:05

    @Stefan

    „Steinmeier redet ja trickreich auch von der SPD als Ganzem, nicht von sich.“

    Trickreich? Aha. Du nennst es trickreich, ich nenne es feige.

    „Auch die BND-Spionage ist noch eine andere Dimension als die Teilnahme am Krieg, wie dir diverse britische Soldatenwitwen sicher bestätigen könnten.“

    Ja, selbstverständlich. Genauso wie mir diverse irakische Witwen das Gegenteil „bestätigen“ können.

    „Und Helmut Schmidt…ich bin alles, aber kein Schmidt-Fan.“

    Ok, sorry. Hatte ich falsch im Hinterkopf.

    @In Dubio

    Der Formulierung „von Friedensbemühungen überschattet“ liegt – wer hätte das gedacht? – ein sarkastischer Unterton zugrunde.

    „In dem Video geht es darum, dass ein Trillerpfeifenmann lärmt und rumpöbelt und ein Spitzenpolitiker meint, sich das nicht gefallen lassen zu müssen.“

    Ja. Oberflächlich. Das, was Steinmeier hingegen sagt, wirft ein Licht auf das verdrehte Selbstbild, das die Führung der deutschen Sozialdemokraten besitzt.

    (Nicht, dass hier Missverständnisse aufkommen: das Geschreie des Herrn Trillerpfeifenmann ist mir inhaltlich genauso fremd wie das Gebrülle des Herrn Spitzenpolitiker.)

    • Stefan Sasse 21. Mai 2014, 17:17

      Ob ich schieße oder ob ich Ziele ausspähe, sind einfach zwei Paar Stiefel. Klar ist das was anderes wie völlige Nichtteilnahme, gar keine Frage. Aber das überhaupt nicht zu differenzieren geht auch nicht an.

  • Flex 21. Mai 2014, 17:38

    Richtig. Stelle ich auch nicht in Frage. Aber mit Frieden – und darum ging es ja bei dem Ausschnitt, der mich so geärgert hat – hat beides nichts zu tun.

    Letzter Kommentar meinerseits; schönen Abend. 🙂

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