Mehr Ausgaben für Dienstleistungen, weniger für den Einzelhandel

konsum

Die durchschnittlichen realen Brutto- und Nettoeinkommen stagnieren in Deutschland,  wie Stefan in seinem Artikel über das Sterben des Einzelhandels schreibt. Das alleine wäre für den Einzelhandel noch keine Katastrophe. Hinzu kommt, wie obige Grafik zeigt, dass die Konsumausgaben der Deutschen sich in 10 Jahren stark verschoben haben laut EVS.  Weg vom Einzelhandel, hin zu Dienstleistungen würde ich das zusammenfassen.

 

{ 4 comments… add one }

  • Kirkd 5. Juni 2013, 14:24

    Das ist eine schwierig zu interpretierende Statistik. Verschiebt der Konsument seine Präferenzen oder erlauben ihm branchenspezifische Preisentwicklungen, mehr Geld für andere Sachen auszugeben?

    Klar ist, dass Nahrung, Kleidung und Haushaltsgeräte in Produktion, Logistik und Verkauf mehrere beispiellose Rationalisierungswellen hinter sich haben, zusätzlich gerade Kleidung und Haushaltsgeräte erheblich auf Niedriglohnproduktion übergegangen sind. Mir ist nicht bekannt, dass Menschen heute weniger Kleidungsstücke oder Haushaltsgeräte als vor 10 Jahren kaufen.

    Die Frage ist, ob diese Rationalisierung in allen Kategorien weitergeht oder – wie im Lebensmitteldiscount offenbar geschehen – irgendwann eine unsichtbare Decke erreicht wird.

    • Theophil 5. Juni 2013, 14:30

      Das sind gute Punkte. Leicht zu interpretierende Statistiken wären ja langweilig 🙂

      Wie immer ist die Antwort wahrscheinlich „sowohl als auch“. Dass die Gesundheitsausgaben so stark gestiegen sind, könnte mit den gealterten Haushalten zu tun haben. Auch der %-Anteil der Transfereinkommen ist ja gestiegen. Da wären weniger Ausgaben etwa für Kleidung, Haushaltsgeräte etc schon plausibel. Bei Wohnung & Energie und Verkehr sind sicherlich die unfreiwillig gestiegenen Energiekosten maßgeblich, evtl sind die Haushalte auch noch kleiner geworden, verbrauchen also mehr Energie/Person.

      Die gestiegenen Telekommunikationskosten wiederum entsprechen der stärkeren Nachfrage und dem besseren Angebot: iPhone & UMTS quasi.

    • Stefan Sasse 5. Juni 2013, 15:04

      Der Anstieg bei Bildung ist krank. Ich denke, das geht hauptsächlich auf Nachhilfe zurück, die ein Allzeithoch erreicht hat.

      • Theophil 5. Juni 2013, 15:05

        Der ist absolut gesehen allerdings auf niedrigem Niveau. Von 11€ auf 20€ monatlich pro Haushalt.

Leave a Comment