Politikberatung muss kontrovers sein

Spiegel Online hat heute einen substanzielleren Bericht zum Streit um die Besetzung des Umweltbeirates. Es scheint Stimmen zu geben, die bestätigen, dass es dem Rat an Kontroversen fehlt, dass die Sitzungen nie öffentlich sind und kein Gutachten des Rates Minderheitsvoten enthält:

„Die Besetzung des WBGU stößt aber mittlerweile auch bei früheren WBGU-Mitgliedern auf Skepsis: „Die Stimme ökonomischer Vernunft“ fehle dem Beirat, sagt ein Ratsmitglied der neunziger Jahre. Der WBGU sei zu einer Art Freundeskreis des langjährigen Vorsitzenden Hans Joachim Schellnhuber geworden.“

Der Artikel enthält auch folgendes Zitat, dass je nach politischer Anhängerschaft zu unterschiedlichen emotionalen Reaktion führen könnte:

„Erfolgreichste Phase des WBGU war Merkels Zeit als Umweltministerin von 1994 bis 1998. Die Physikerin beeindruckte die Ratsmitglieder: „Sie blätterte sofort in unserem Gutachten, stellte viele Fragen“ … . Jürgen Trittin, Bundesumweltminister von 1998 bis 2005, hingegen enttäuschte mit Passivität. „Wissenschaftliche Details schienen ihn eher zu langweilen“ …

Ich kann die fachliche Eignung der Vorschläge des Wirtschaftsministeriums nicht beurteilen, aber wenn sich der wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel festigt und der Rat sich in Zukunft mehr mit unserer Antwort auf den Klimawandel beschäftigen muss, hat eine Berufung von mehr Ökonomen statt Klimawissenschaftlern durchaus Sinn.

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